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Generationen im D ialog Ex

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! t i m h c i r p

PFORZHEIMER ZUKUNFTSCHANCEN WA S D I E E N K E L W I S S E N W O L L E N … SCHMUCKWELTEN – HOCHZEITSTAGE WIRTSCHAFTL. LAGE – AUFHELLUNG ?

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DER MAGDEBURGER DOM + EDITHA

Diese Zeitschrift wird in Zusammenarbeit mit dem Kreisseniorenrat Enzkreis Stadt Pforzheim e.V. und mit Unterstützung der Sparkasse Pforzheim Calw hergestellt.

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2009


Sprechen Sie mit uns…

wenn Sie …wenn Sie …wenn Sie …wenn Sie …

den Erwerb einer Eigentumswohnung oder eines Eigenheims planen eine preiswerte und provisionsfreie Mietwohnung suchen die Verwaltung von Hausbesitz oder Eigentumswohnungen wünschen bei der Erstellung Ihres Wohn- oder Gewerbeprojektes betreut werden wollen

…wir sind für Sie da.

B AU & G R U N D

G M B H

Erbprinzenstr. 20 • 75175 Pforzheim • Tel 0 72 31/93 02-0 • Fax 0 72 31/93 02-11 I n t e r n e t : w w w. p f o r z h e i m e r. d e • E m a i l : i n f o @ p f o r z h e i m e r. d e


Editorial

Inhalt Seite

Liebe Leserinnen und Leser, es hat sich herumgesprochen – wir werden älter. Zu welchem Zweck? Sicher nicht, um nur die Wartezeit auf den Tod zu verlängern. Auch hat sich herumgesprochen, dass angereichertes Wissen, Lebenserfahrung und Weisheit die besonderen Qualitäten des Alters sind. Nun weiß die Wissenschaft, dass der Mensch heute das Resultat einer langen Kette von Geschenken ist, die – auf der ständigen Suche nach neuen Wegen – seit Millionen von Jahren kontinuierlich von Generation zu Generation erarbeitet, weitergereicht und sozusagen als kleines Informationspaket mitgeliefert wurden. Das, was wir heute sind, ist also das Ergebnis unzähliger Generationen neugieriger Wesen, die alle mitgeholfen haben, uns zu dem zu machen, was wir heute sind. Sie wussten lange nicht, was sie taten – sie wollten einfach nur mehr wissen. Wir sind zur Zeit das jüngste Glied dieser Kette, und kaum je zuvor wurde den Menschen so viel Lebenszeit geschenkt, die bekannten Qualitäten ihres Alters weiter zu entwickeln. Was also nun tun wir mit der geschenkten Zeit? Neugierig bleiben, Fragen stellen, Erklärungen verlangen von Dingen, die zu wissen es sich lohnt, Neues beginnen, Erfahrungen sammeln, in Bewegung bleiben. Körper und Geist sind eine Einheit, der wir die Möglichkeit geben dürfen, mit uns zu leben, ihr Potential zu nutzen, sie einzubringen in ein lebendiges weises Alter und als ein gespeichertes Geburtstagsgeschenk für die nächste Generation. Auch das ist Unsterblichkeit. In diesem Sinn ein fröhliches Weihnachtsfest und ein interessantes und erfolgreiches Neues Jahr Ihre Gerda Görnemann

IMPRESSUM:  Herausgeber: Gerda Görnemann Lisztstraße 31, 75179 Pforzheim Telefon: 0 72 31/15 53 44 Telefax: 0 72 31/15 53 43 E-mail: cucgg@t-online.de  Redaktion: verantwortl.: Gerda Görnemann Mitarbeit: Dr. Ursula Mayer  Anzeigen: Eva Hannemann

 Grafik + Satz: Simone Bok, Agentur für Mediengestaltung, Horb a.N., Daten an: Simone.Bok@t-online.de  Bildbearbeitung: Repro-Mayer, Birkenfeld  Druck: Mayer & Söhne, Druck- und Mediengruppe GmbH  Erhältlich beim Herausgeber, über die Geschäftsstellen der Sparkasse Pforzheim Calw und den Kreisseniorenrat Enzkreis Stadt Pforzheim e.V. Ebersteinstraße 25, 75177 Pforzheim

Oberbürgermeister Gert Hager: „Pforzheim – Chancen für die Zukunft” 4 – 5 Prof. Dr. Ernst Peter Fischer: „Gespräche mit Enkeln“

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Thomas Gesterkamp: „Übergang mit Hindernissen“

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Ein Musikinstrument…

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Detlef Jöcker und die Weihnachts-CD

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Sparkasse Pforzheim Calw informiert: • „Wirtschaftliche Lage“ • „Den Lebensabend entspannt genießen“ • „Service-Wohnen“ versch. Projekte 12 – 14 Bauvorhaben der Region: • „Wohnen mit Service im Edenpark“ 16 • „Das neue Haus Schauinsland“ 17 – 18 • Mehrfamilienhaus in Birkenfeld 19 Weihnachten mit Enkeln

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Altenheim mit Tierschutzpreis

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Die Kreishandwerkerschaft informiert: „Wohnungsplanung für alle Fälle“

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Veranstaltung „Verbraucher 60+“

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AOK: „Chefarzt für Sie!“

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„Kreisseniorenrat aktiv“

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Eröffnung „Residenz Nagoldblick“

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Prof. Dr. Ulrike Krenzlin: „Editha ist Magdeburg!“

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Schmuckgeschichten

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BunzDesign – Zeitlose Werte

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Schmuckwelten: „Hochzeitstage…“

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Schmuckmuseum: „Maskenmacht und Königszeichen“

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Dr. H. Dekant: „Chronisch krank durch Chemikalien“

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RA Isabel Hutter: „Die Betreuungsverfügung“

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„Morgengold und der fahrende Kochtopf“

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Bücher – Bücher + Thalia-Verlosung

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Der Pforzheimer Hauptfriedhof

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A. L. Szalay: „Der verflixte Jähzorn“ 64 – 65 „Stufen“ – Gedicht von Hermann Hesse

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Titelfoto: Prof. Ernst Peter Fischer mit seinem Enkel Vincent.

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Gert Hager, Oberbürgermeister der Stadt Pforzheim

Pforzheim – Es gibt keinen Zweifel – heute sieht es nicht gut aus für unsere Heimatstadt: durch spekulative Derivat-Geschäfte hat die Stadt für die Jahre 2014 – 2017 ein Zahlungsrisiko von insgesamt bis zu 77,5 Millionen Euro. Ob dies tatsächlich so kommt hängt von der Marktentwicklung ab und ob es gelingt, die beteiligten Banken zum Einlenken zu bewegen. Notfalls verbleibt nur der rechtliche Weg. Auch ist die Arbeitslosenquote mit rund 9,8 % immer noch viel zu hoch. Pforzheim bleibt Schlusslicht der Arbeitsmarktstatistik in Baden-Württemberg. Gefährlich wäre es aber, wenn man dies schönreden oder wie in der Vergangenheit geschehen gerne ein wenig bemänteln würde. Dies ist der absolut falsche politische Weg. Bekennen wir die Lage wie sie ist, schätzen die Situation realistisch ein – das ist der richtige Weg, um die aktuellen Probleme bewältigen zu können. Wir dürfen uns davon nicht einschüchtern lassen, pessimistisches Wehklagen hilft uns Pforzheimern nicht aus dem tiefen Tal heraus. Was ist also zu tun, wer kann etwas tun ? Als Oberbürgermeister unserer Heimatstadt Pforzheim sehe ich Handlungsbedarf vor allem in vier Feldern: I. Wirtschaftliche Entwicklung Pforzheim ist die einzige Großstadt im Süden unseres Landes, welche in den vergangenen 20 Jahren Arbeitsplätze verloren hat. Und dies in großem Stil: Einst konnte Pforzheim stolze 60.000 Arbeitsplätze aufweisen, heute sind es noch rund 46.000. Auch das Qualifikationsniveau der vorhandenen Jobs hat sich deutlich nach oben verschoben. Helfer- bzw. ungelernte Stellen werden immer weniger, gefragt und gesucht sind Fachkräfte. Leider können fast 70 % der Pforzheimer Hartz-IV-Empfänger keine abgeschlossene Berufsausbildung vorweisen. Auch innerhalb der Wirtschaftsstruktur haben sich deutliche Verschiebungen ergeben: Früher

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konnte die Schmuck- und Uhrenindustrie rund 20.000 Menschen Lohn und Arbeit geben, heute sind bei großzügiger Abgrenzung noch rund 3.000 Arbeitsplätze vorhanden. Aus den in der Pforzheimer Traditionsindustrie entwickelten Fähigkeiten der präzisen und sehr feingliedrigen Arbeit sind jedoch neue Industriezweige entstanden, welche im Oberbegriff „Präzisionstechnik“ aufgehen: Feinwerktechnik, Maschinen- und Werkzeugbau, Stanztechnik und Medizintechnik. Viele Unternehmen in diesen Bereichen sind technologisch an der Spitze. Dieses Potential müssen wir viel stärker nutzen als bisher. Neue Unternehmen müssen gezielt angeworben, bereits bestehenden Firmen müssen alle Möglichkeiten zur Erweiterung geboten werden. Deshalb habe ich unmittelbar nach meinem Amtsantritt einen neuen Kurs in der Wirtschaftsförderungspolitik der Stadt eingeleitet und vorgegeben. Bei Erhalt der Marke „Goldstadt“ – es wäre völlig falsch dieses Alleinstellungsmerkmal aufzugeben – muss der Arbeitsschwerpunkt im Bereich „Präzisionstechnik“ gesetzt werden. Dazu wurde bereits sehr erfolgreich die Initiative „Hochform“ ins Leben gerufen. Firmen aus dem genannten Bereich bekommen hier die Chance sich kennen zu lernen und gemeinsame Aktivitäten wie z.B. Messebeteiligungen aufzubauen. Eines muss uns klar sein: Der Konkurrent sitzt nicht mehr wie früher in

der Nachbarschaft, sondern in Asien, besonders in China, oder in Amerika. Deshalb macht es sehr viel Sinn in bestimmten Unternehmens-Bereichen die Kräfte zu bündeln und miteinander statt gegeneinander zu arbeiten. Dies gilt im Grundsatz für alle Wirtschaftsbereiche. Auch eine enge Zusammenarbeit von Stadtverwaltung und Wirtschaft trägt zu einer guten Entwicklung unserer Stadt entscheidend bei. Ein weiterer Förderschwerpunkt wird in den kommenden Jahren der Bereich der „Design- und Kreativwirtschaft“ sein. In diesem stark wachsenden Wirtschaftszweig haben wir beste Voraussetzungen durch die hervorragenden Fachbereiche der Pforzheimer Hochschule. Ein „Kreativitätszentrum“ befindet sich zur Zeit im Aufbau. Diese Schwerpunkte bedeuten keine Absage an andere Industriezweige – im Gegenteil. Generell muss ein investorenfreundliches Klima in Pforzheim geschaffen werden. Damit wird innerhalb der Stadtverwaltung begonnen, indem wir derzeit unsere verwaltungs-internen Abläufe bei Investitionsentscheidungen auf den Prüfstand stellen und verbessern werden. Nur durch ein gutes Gewerbegebietsangebot, ein hervorragendes Fachkräftepotential und durch ein gutes Serviceangebot in der Verwaltung können wir im Wirtschaftsbereich die Zukunft unserer Stadt sichern.


Chancen für die Zukunft II. Innenstadtentwicklung Die Visitenkarte einer Stadt ist ihre innere Kernstadt. Es muss deshalb darauf geachtet werden, dass attraktive Fachgeschäfte das Gesicht unserer Innenstadt bestimmen. Zu viele 1-Euro-Shops, Billig-Friseure oder -Bäckereien dürfen nicht zu finden sein. Auch ein übermäßiger Leerstand ist schädlich für das Gesamtbild. Deshalb hat die Wirtschaftsförderung der Stadtverwaltung von mir den Auftrag bekommen, sich verstärkt in das LeerstandsManagement einzuschalten und interessante Fachgeschäfte zur Ansiedlung zu ermuntern. Erste Erfolge wie der Neubau des früheren „Kaufhalle“-Gebäudes oder die Wiedereröffnung im ehemaligen „Gerwig“Gebäude sind bereits sichtbar. Um die Innenstadt aufzuwerten sind auch flankierende Maßnahmen notwendig, wie die bevorstehende spürbare Ermäßigung von Parkgebühren in Parkhäusern und Tiefgaragen an Samstagen. Zukünftig werden Einzelhandel und Stadtverwaltung noch enger zusammenarbeiten als bisher und dies gilt bereits für die ersten Schritte einer anstehenden Planung. Besonders bedeutsam für die zukünftige Entwicklung wird sein, in unsere Nachbarstädte abgewanderte Kunden aus dem Umland wieder für das Einkaufserlebnis in Pforzheim zu gewinnen. Deshalb muss im Umland massiv geworben werden – das City-Marketing muss zum Stadt-Marketing ausgebaut werden. III. Verkehr Es ist natürlich äußerst ärgerlich, wenn in bestimmten Straßen unserer Stadt der Verkehr zum Stillstand kommt. Manchmal ist es unvermeidlich wie bei nicht aufschiebbaren Groß-Baustellen. Und dennoch müssen wir hier etwas tun, denn von einem gut funktionierenden Ver-

kehrssystem hängt auch die wirtschaftliche Entwicklung und die Zukunft der Innenstadt ab. In Pforzheim haben wir mit der Topografie ebenso zu kämpfen wie mit der Tatsache, dass 3 Bundesstraßen durch unsere Stadt hindurch führen und mit der nach wie vor fehlenden Westtangente. Zur Zeit steht ein neuer Verkehrsentwicklungsplan kurz vor der Vollendung. Er ist in den letzten Monaten entstanden unter breiter Bevölkerungsbeteiligung. Dieser Plan spricht ganz konkrete und vor allem aufeinander abgestimmte Maßnahmen an, welche zukünftig die Verkehrssituation deutlich verbessern können. Nicht alles wird sich sofort umsetzen lassen, aber wir sollten uns insgesamt danach richten – auch die Verwirklichung von Teilbereichen lassen eine spürbare Verbesserung erwarten. IV. Bildung Die teuerste Alternative zur Bildung ist keine Bildung zu haben bzw. zu vermitteln. Mit Blick auf die stetig steigenden Anforderungen in der Arbeits- und Berufswelt und vor dem Hintergrund der unausweichlichen demografischen Veränderungen wird die zukünftige Entwicklung unserer Heimatstadt in besonders starkem Maße davon abhängen, ob es uns gelingt möglichst jeden Jugendlichen bestmöglich – das heißt in Abhängigkeit vom persönlichen Potential – zu qualifizieren. Vieles ist in den vergangenen Jahren hier schon erfolgreich begonnen worden. Die Übergangsquoten von der Grundschule auf die Realschulen und Gymnasien sind deutlich gestiegen, Ganztagsschulen sind vorhanden, die durchgängig gesicherte Betreuung im Alter von 0 – 10 Jahren hat sich platzzahlenbezogen und auch mit Blick auf die pädagogische Qualität stark verbessert.

Und dennoch bleibt für die kommenden Jahre viel zu tun: Verknüpfung von schulischer und außerschulischer Bildung (Kultur, Sport usw.), kontinuierliche Investitionen in die Infrastruktur von Schulen sind mehr als wünschenswert; ebenso ist die noch stärkere Vernetzung von Schule und Wirtschaft in den Abgangsklassen sinnvoll.

Gert Hager, Oberbürgermeister der Stadt Pforzheim.

All dies sind grundlegende Maßnahmen, um die Zukunft unserer Stadt Pforzheim zu sichern. Selbstverständlich gehören dazu auch der Sozialbereich ebenso, wie das Leben in den Stadtteilen, der Sport, die Kultur… es bleibt aber festzuhalten, dass sich diese Bereiche nur entwickeln können, wenn sich die zuvor ausführlich beschriebenen Sachthemen positiv entwickeln und nur dann ist auch der notwendige finanzielle Spielraum gegeben. Eine positive Zukunftsgestaltung für unsere Stadt ist aber nur möglich, wenn die Bürgerinnen und Bürger aktiv mitarbeiten. Dazu rufe ich Sie alle auf, denn die gewaltigen vor uns liegenden Aufgaben können nur gemeinsam bewältigt werden. Machen Sie bitte mit, engagieren Sie sich für Pforzheim.

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Titelgschichte: Prof. Dr. Ernst Peter Fischer

Gespräche mit dem Enkel „Die Fragen sind es, aus denen das, was bleibt entsteht, denk an die Frage deines Kindes: Was tut der Wind, wenn er nicht weht“? Schöne Zeilen von Erich Kästner, der uns leider die Antwort nicht verraten hat. Was tut der Wind wirklich, wenn er nicht weht? Oder weniger philosophisch und mehr physikalisch: Wie entsteht Wind? Warum weht er zum Beispiel immer vom Meer aufs Land und uns ins Gesicht? Wann zieht es in welchen Zimmern? Welche Kräfte formen eine Windhose? Und wie schaukelt sich ein Hurrikan auf? Das sind Fragen, die sich stellen, wenn man ein Gespräch über Kästners Zeilen führt. Und wenn daran Erwachsene beteiligt sind, wollen sie die richtigen Antworten wissen. Zum Beispiel: Winde beginnen zu wehen, wenn es Unterschiede im Luftdruck gibt – was ist Luftdruck? – , die es auszugleichen gilt – so will es die Natur. (Warum eigentlich?) Und dass der Seewind zum Land hin weht, kommt dadurch zustande, dass die Luft auf dem Festland schneller erwärmt wird als über dem Wasser. Sie steigt auf und macht Platz für die Luft, die über dem Meer schwebt und sich jetzt auf die Menschen am Ufer zu bewegt. Und so kann man alle Fragen mit Kenntnissen beantworten, die Physiker im Laufe von Generationen gewonnen haben, nur eine nicht, nämlich die, ob in ihnen enthalten ist, was Kinder wissen wollen, wenn sie fragen. Mein bald fünfjähriger Enkel fragt viel: „Opa, woher kommen die Affen? Woher kommen die Elefanten? Woher kommt dein Bart? Warum hast du graue Haare?“. Im Kindergarten hat er stolz erzählt, sein Opa sei Wissenschaftler. „Aha“, bekam er dann zu hören, „dann weiß der alles.“ Ich weiß aber nicht alles. Ich weiß nicht einmal, was ich auf die oben aufgeführten Fragen sagen soll. Ich weiß nur, dass ich mit mei-

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ner ganzen wissenschaftlichen Gelehrsamkeit nicht weit komme. Wenn ich etwa auf die Frage, warum der Himmel tagsüber blau ist und nachts dunkel wird, die richtige Antwort gebe, dass es sich dabei im ersten Fall um Streulicht handelt, das proportional zur vierten Potenz der Frequenz ist, was das Blaue hervortreten lässt, und dass wir im zweiten Fall so weit in die Zeit zurücksehen, dass wir den Kosmos in seiner noch lichtlosen Anfangsphase erspähen, dann hätte ich sicher eine Prüfung an der Universität bestanden. Bei meinem Enkel wäre ich aber mit Pauken und Trompeten durchgefallen. Kinder wollen Antworten, aber nicht die, die wir als richtig bewerten und mit denen wir unser Wissen beweisen. Welche wollen unsere Kleinen denn? Wie alle Kinder oder Erwachsene interessiert sich mein Enkel nicht für alles, was man so sieht. Eine Zeitlang weckten Ritter und Lanzen seine Aufmerksamkeit, dann fand er Autos spannend, irgendwann wandelte er sich zum Wikinger, und ständig konnte man ihn mit Piraten locken, die auf Schatzsuche gingen, am liebsten in einem Dschungel. Bei diesem Spielen tauchen keine Fragen auf – außer der einen, um die es geht, nämlich der nach dem Versteck des Schatzes, und ich denke,

Kinder

dass man an dieser Stelle ansetzen kann. Das Objekt der Begierde ist ja nicht zufällig oder durch Naturgesetze aus dem sichtbaren Bereich entfernt worden, sondern weil jemand das so gewollt hat. Wenn Kinder allgemeiner fragen, wollen sie auch sicher eher etwas von einem Grund und weniger etwas von einer Ursache hören. Die Welt steckt voller Willen (und Vorstellungen, wie es Schopenhauer gesagt hat). Wenn sich zum Beispiel Wolken bewegen oder ein Wind weht, dann kann man nicht mit Luftdruckkurven und einem atlantischen Tief kommen, dann muss man das vielmehr jemanden machen lassen: „Der Wind, der Wind, das himmlische Kind“ war es, wie wir als Kinder gesungen haben, und dieser Vers antwortet bekanntlich auf eine andere Frage, nämlich „Knusper, Knusper Knäuschen, wer knuspert an meinem Häuschen?“ Mit anderen Worten: Wenn Kinder nach Dingen fragen, die uns naturwissenschaftlich vorkommen, sollten wir nicht überlegen, was die Biologen oder Physiker dazu sagen – erstens wissen wir das in den meisten Fällen nicht, und zweitens wissen wir nicht, ob das stimmt, was da gesagt wird. Wenn Kinder fragen, sollten wir eine Geschichte als Antwort erfinden – eine plausible Geschichte zum Beispiel, in der wir ruhig vorkommen dürfen. Die beste Antwort auf die berühmte Frage aus dem 18. Jahrhundert, warum es abends dunkel wird, lautet dann auch: „Damit wir bei Nacht die Sterne sehen können“, und wer will, kann auch jetzt anfangen, sie zu zählen und von ihnen zu erzählen. Damit können wir uns den Fragen nach dem Elefanten und den Affen zuwenden, die mein Enkel mir in diesem Sommer gestellt hat, nachdem ich ihm „Das große Buch der Evolution“ mitgebracht hatte, das ich geschrieben habe, um den 200.


fragen, und wie anworten wir? Geburtstag von Charles Darwin zu feiern. Das Buch ist natürlich für Erwachsene, aber es enthält sehr viele bunte Bilder und handelt von einem jungen Mann – eben Darwin –, der eine Weltreise gemacht und dabei so viel gesehen hat, dass er den Mut bekam, nach einer neuen Erklärung für die Vielfalt des Lebens zu suchen. Darwins Reise und die Evolution bieten vielen schönen Stoff für Kinder – Weltreisen sind immer gut zu erzählen, vor allem, weil da in fremden Ländern die großen Tiere auftreten, die Kinder aus dem Zoo kennen und von denen sie plötzlich etwas wissen wollen, nämlich woher sie kommen. Woher kommen sie denn jetzt, die Affen und Elefanten? Wer sich darüber mit seinem Enkel unterhält, muss wissen, was der Knabe schon gehört bzw. vorgelesen bekommen hat. Mein Enkel zum Beispiel hat keine Probleme mit Dinosauriern, die er fast alle beim Namen kennt und mit denen er gerne spielt. (Was finden Kinder daran eigentlich so faszinierend?) Also kann man da anfangen, denn es bereitet ihm keine Schwierigkeiten, sich vorzustellen, dass sie die ganze Erde beherrscht haben. Es gab ja so viele und verschiedene. Die konnten überall sein – was man leicht erzählen und ausmalen kann. Also – da waren die Dinosaurier, und deshalb blieb kein Platz mehr für andere große Tiere übrig. Es gab nur Platz für kleine – etwa für Mäuse oder Katzen, die sich zwischen den Beinen der Riesenechsen austoben konnten. Was da unter ihnen umher lief, konnten die großen Dinosaurier nicht sehen. Nun ist es eines Tages furchtbar kalt geworden (das passt zum Winteranfang), und zwar so kalt, dass die großen Viecher steif und unbeweglich geworden sind, da ihre Köpfe so hoch wie die Berge ragten, auf denen der Schnee liegt. Ih-

re Leiber sorgten dann für Täler, in denen jetzt Platz war für die Kleinen und in denen es auch nicht kalt wurde. Da wehte kein Wind. Die kleinen Tiere konnten sich eine Zeitlang sogar noch an den großen wärmen, wie es Enkel manchmal bei Großeltern (und natürlich auch bei den Eltern) tun. Und wenn erst einmal genügend Freiraum da ist, kann man damit etwas anfangen, und das haben die Mäuse und Katzen getan … und jetzt kann jeder selbst überlegen, wie er von dieser Ausgangssituation zu den Elefanten und Affen kommt. Die dabei erzählte Geschichte sollte man auf das Spielzeug und die Bücher abstimmen, mit denen der Enkel vorher beschäftigt war. Außerdem wird der kleine Zuhörer an dieser Stelle der Erzählung schon lange eingegriffen und etwas der Art gesagt haben, „Das kenne ich, das hat mir der Ben erzählt“, oder „Das haben wir im Kindergarten gesehen.“ Bei Kinderfragen fällt auf, dass sie sich neben dem üblichen „Warum?“ – Warum ist Wasser nass? – auch gerne nach dem „Woher?“ erkundigen. Woher kommen wir? Woher kommen Kinder? Es wird jedem auffallen, dass wir in unserem Leben als Erwachsene nicht viel weiter kommen. Auch wir fragen, Woher kommen wir?, und ergänzen vielleicht noch, Wohin gehen wir? Der Unterschied zu unseren Enkeln ist, dass wir inzwischen wissen, dass es darauf keine end-

gültigen Antworten, sondern immer nur neue Fragen gibt. Wir sollten lernen, sie zu stellen, zum Beispiel von unseren Enkeln. Übrigens – auf die Frage, Wohin gehen wir?, hat der romantische Dichter Novalis eine wunderbare Antwort gegeben: „Immer nach Hause.“ Solch eine Erklärung – Klärung – etwa brauchen wir auch für die zuletzt gestellten Kinderfragen. Woher kommen wir? Klar – wir kommen von zu Hause. Damit be-

Prof. Ernst Peter Fischer mit seinem Enkel Vincent.

kommt das ganze Leben dieselbe runde Form wie ein Tag oder ein Jahr. Wir kommen aus dem (großen und kleinen) Schlaf und kehren in ihn zurück. Der Schlaf als Schneckenhaus, in das wir uns zurückziehen und aus dem wir hervorgehen können. Mir gefällt das, und ich glaube, meinem Enkel auch. Und wenn wir morgen aufwachen, dann erzählen wir davon weiter.

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Thomas Gesterkamp:

Übergang Schulwechsel bedeuten Stress – für Kinder und Eltern. Doch das muss nicht so sein. Bildungsexperten kritisieren das in Deutschland übliche Prinzip der frühen Auslese schon nach der vierten Klasse: Schon im Grundschulalter werden Zukunftschancen ungleich verteilt.

Thomas Gesterkamp

Ein Gymnasium hat zum Tag der offenen Tür geladen. Hunderte von Eltern durchstreifen zusammen mit ihren neun- oder zehnjährigen Kindern das Gebäude. In der Aula lernen sie den Schulleiter und das Lehrerkollegium kennen, sie besichtigen Sporthalle, Computerraum und Chemielabor. Die jungen Gäste sind am Nachmittag zu Probestunden in Englisch, Mathematik, Physik oder Französisch eingeladen. Doch nur ein Teil von ihnen kann sich berechtigte Hoffnung machen, hier demnächst unterrichtet zu werden. Den anderen

Der Schulwechsel steht an – was tun? Tipps für Eltern • Nehmen Sie Ihr Kind zu den Tagen der offenen Tür oder anderen Informationsveranstaltungen der weiterführenden Schulen mit. Zwar fehlt Neunoder Zehnjährigen die Erfahrung, allein zu entscheiden. Doch letztlich sind es die Kinder und nicht die Eltern, die später die Folgen einer bestimmten Wahl tragen müssen. • Berücksichtigen Sie nicht nur die Qualität des Lehrangebotes, sondern auch den Fahrweg zur neuen Schule. 45 Minuten Anfahrtszeit sollten nach Meinung von Experten nicht überschritten werden. • Machen Sie ihrem Kind bei schulischen Problemen keinen Druck, sondern Mut. Eltern neigen dazu, Ihre eigene Unsicherheit, was Zukunftschancen und berufliche Perspektiven betrifft, auf die Kinder zu übertragen. Drohungen und Einschüchterung führen selten zu besseren Leistungen. Eine gewisse Portion Gleichmut, wenn es mal nicht so gut läuft, tut Schülern wie Eltern gut. • Erfolgreiche Nachhilfe setzt voraus, dass ein Kind grundsätzlich motiviert ist zu lernen. Der Zusatzunterricht sollte möglichst nur vorübergehend sein und nicht zur „Dauerkrücke” werden.

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bleibt der Zugang verwehrt – weil ihr Notendurchschnitt nicht reicht oder sie keine Empfehlung für das Gymnasium bekommen. Der Wechsel zur weiterführenden Schule wird für immer mehr Grundschüler zu einer enormen psychischen Belastung. Lehrer beobachten einen wachsenden Ehrgeiz der Eltern, ihr Kind unbedingt Abitur machen zu lassen. Sonst habe der Nachwuchs später keine Chance auf dem Arbeitsmarkt, lautet ein häufig angeführtes Argument. „Die hohen familiären Ansprüche werden dem Leistungsniveau nicht immer gerecht”, warnt dagegen ein Schulpsychologe. Für viele Kinder sei es frustrierender, sitzen zu bleiben und das Gymnasium nach wenigen Jahren wegen zu schlechter Leistungen verlassen zu müssen, als von vorne herein etwa die Mittlere Reife anzustreben. Das Bemühen der Eltern, zunächst die höhere Schule zu testen, ist verständlich. Viele Erwachsene wissen aus eigener Lebenserfahrung, dass der Besuch einer Hauptoder Realschule die beruflichen Möglichkeiten einschränken kann und ein späterer Wechsel zum Gymnasium auf große Hindernisse stößt. „Es gibt sie, die Mobilität im deutschen Bildungssystem – aber meist nur nach unten”, kommentiert Klaus Klemm. Der Forscher an der Universität Duisburg-Essen hat für eine Studie über hundert Verordnungen zusammengetragen, die je nach Bundesland den Übergang von einer Schulform in die andere unterschiedlich regeln. Ein „gigantischer bürokratischer Aufwand” werde da getrieben – ohne dass sich viel bewegt.

Wenig durchlässig Klemm zufolge wechseln derzeit 14 Prozent der Kinder zwischen der fünften und zehnten Klasse den Schultyp. Doch nur jedes Fünfte steigt auf „nach oben”, 80 Prozent dagegen werden heruntergestuft. Die Realschulen sind entsprechend voll von gescheiterten und demotivierten ExGymnasiasten. Zwar behaupten Schulämter und Ministerien, jede Schullaufbahn sei korrigierbar. In der Praxis aber ist das dreigliedrige System in Deutschland wenig durchlässig und enthält, wie die Pisa-Ergebnisse bestätigt haben, auch soziale Sprengkraft. Zum einen werden die Schüler früher als in den meisten anderen Staaten getrennt. Bildungsexperten glauben zudem, dass nicht nur Begabung oder Können, sondern auch die familiären Rahmenbedingungen entscheiden. „Die Lehrer werden vom sozialen Hintergrund beeinflusst”, glaubt Wilfried Bos, Leiter des Dortmunder Instituts für Schulentwicklungsforschung. Es spiele durchaus eine Rolle, ob die Eltern eines Kindes Ärzte sind oder Hartz IVEmpfänger. Der Mainzer Soziologe Alexander Schulze hat in einer Untersuchung festgestellt, dass vier von fünf Schülern aus der Ober- und Mittelschicht, aber nur jedem sechsten Kind aus Arbeiter- oder Migrantenfamilien geraten wurde, auf die höhere Schule zu wechseln. Hier „spielen Faktoren hinein, die nicht direkt mit der Leistung zu tun haben”, betont Schulze. „Der Lehrer kennt die Eltern, er kann abschätzen, welche Hilfe ein Kind zu Hause bekommt.” Nicht selten entscheidet auch der Geldbeutel über die Zukunftschancen des Nachwuchses mit. Fast fünf Milliarden Euro zahlen Eltern hier zu Lande pro Jahr, damit ihre Kinder privat lernen, was ihnen die Schule nicht beibringt. Wie wichtig das Privileg ist, zusätzlich Bildung kaufen zu können, zeigt der Anteil der Nachhilfe nach Schularten: Nur neun Prozent


mit Hindernissen der Hauptschüler, aber 30 Prozent der Realschüler und 40 Prozent der Gymnasiasten erhalten bezahlten Nachmittagsunterricht. Schulentwicklungsforscher Bos hält „Korrekturen der Weichenstellung” nach der vierten Klasse für „ausgesprochen selten”. „Maurer oder Manager, das zeichnet sich bereits mit dem Ende der Grundschulzeit ab”, kommentiert er trocken. Bildungsabschlüsse, so überspitzen die Wissenschaftler, seien in Deutschland vererbbar: Nach Erhebungen des Deutschen Studentenwerks werden aus Akademikerkindern in 83 von 100 Fällen selbst Akademiker. Umgekehrt sind Kinder von Sozialhilfeempfängern besonders häufig gefährdet, später selbst staatliche Gelder beanspruchen zu müssen. Die Schule als Sortiermaschine Jeder zehnte deutsche Jugendliche verlässt die Schule ohne Abschluss. Manche von ihnen sind am Ende ihrer Schulzeit kaum in der Lage, richtig zu lesen, zu schreiben und zu rechnen. Eingezwängt zwischen elterlichen Ansprüchen, kindlichen Bedürfnissen und bildungspolitischen Vorgaben fühlen sich auch die Lehrkräfte überfordert. „Sie müssen im Grunde etwas Unmögliches leisten”, kommentiert Frank Nonnenmacher, der an der Universität Frankfurt am Main Didaktik unterrichtet. Schule sollte eigentlich ein Ort der gegenseitigen Anerkennung sein, „während die Lehrer qua System die Kinder in Konkurrenz zueinander treiben”. Die soziale Gliederung werde „in Kauf genommen”, glaubt auch Jürgen Baumert, Direktor am Berliner Max-Planck-Institut für Bildungsforschung und Mitverfasser der Pisa-Vergleichstudien. Je früher Schüler auf verschiedene Schultypen verteilt werden, desto geringer sei „das Zeitfenster, um Unterschiede auszugleichen”. Die Kinder stehen früh „intensiv unter Druck”, sagt Experte

FÖDERALISTISCHES CHAOS Die Regelungen beim Wechsel zur weiterführenden Schule sind je nach Bundesland verschieden. In Bayern entscheiden allein die Noten, einen Durchschnitt von 2,33 im „Übertrittszeugnis” braucht es dort für das Gymnasium. Wenn sich Eltern in NordrheinWestfalen gegen den Rat der Lehrer durchsetzen wollen, müssen ihre Kinder einen „Prognoseunterricht” absolvieren. Nur falls sie hier positiv auffallen, können sie wechseln. Immerhin jedem drittem Schüler gelingt so doch noch der Sprung nach oben. Gemeinsamer Unterricht bis zur vierten, zur sechsten oder auch bis zur zehnten Klasse; unterschiedliche Zugangsvoraussetzungen zum Gymnasium; Abitur mal nach acht, mal nach neun Jahren: Im deutschen Bildungssystem herrscht föderalistisches Chaos. Dass einheitliche Lernbedingungen nicht vorhanden sind, verschärft soziale Schieflagen und bedeutet Stress für Schüler und Eltern. Wenn Arbeitnehmer ihre Stelle wechseln und in eiNonnenmacher. Grundschullehrerinnen berichten von besorgten Eltern, die schon in der zweiten Klasse nachfragen, „ob der Sohn oder die Tochter denn auch die Statuspassage nach dem vierten Schuljahr bestehen wird”. Jede Lernkontrolle, jede Klassenarbeit werde so zu einer Quelle von Hoffnungen – oder von Ängsten. Die Schule, so spitzt Nonnenmacher zu, sei „eine ausgeklügelte Sortierungsmaschine, die den Menschen auf einen bestimmten Platz stellt”. Es gehe nicht um Gleichheit, sondern „um Selektionsprozesse” in einem System, „das die Gesellschaft sich leistet, um Statuszuweisungen formal zu begründen”. Der Stress vom ersten Schultag an setzt die Kinder unter Dauerspannung. Schon Acht- oder Neunjährige berichten, dass sie nachts nicht mehr gut schlafen, weil sie fürchten, „die Aufgaben nicht zu verstehen”. Eltern suchen immer früher Hilfe beim schulpsychologischen Dienst – we-

ne andere Region umziehen wollen, finden sie manchmal ein völlig anders aufgebautes Schulsystem vor. In Hamburg kümmert sich ein Schulpsychologe im Schnitt um 5400 Schüler, in Niedersachsen ist er dagegen für mehr als 26.000 Kinder zuständig. Gleiche Chancen für alle? Der bürokratische Flickenteppich in Deutschland mit sechzehn Bildungsministerien ist nicht nur kostenintensiv, sondern eine Belastung besonders für mobile Familien. Eltern riskieren, dass sich ihre Kinder nach einem Ortswechsel in der Schule schwerer tun, weil sie auf veränderte Rahmenbedingungen treffen. Im Extremfall existiert die gewünschte Schulform am neuen Wohnort gar nicht. So hat Schleswig-Holstein Haupt- und Realschule kürzlich zusammengelegt. In Hessen oder im Ruhrgebiet sind die zahlreichen Gesamtschulen eine Alternative – während diese in den südlichen Bundesländern die große Ausnahme darstellen.

gen der Angst ihrer Kinder zu versagen. An diesen quälenden Gefühlen sind die Erwachsenen manchmal nicht ganz unbeteiligt. Manche von ihnen versuchen schon in der Kindergartenzeit, ihren Nachwuchs auf Leistung zu trimmen. „Übermäßiger Druck fördert das Lernen nicht”, warnt eine Pädagogin. Eltern sollten sich keinesfalls als verlängerter Arm der Schule betrachten, sondern als Begleiter ihrer Kinder verstehen. Zu Ruhe und Gelassenheit raten Lehrer besonders, wenn ein Schulwechsel ansteht. Die Sorgen der Väter und Mütter, ihr Nachwuchs könne abgehängt werden, sei angesichts der starren Strukturen des deutschen Bildungssystems zwar verständlich. Die eigenen Vorstellungen und Wünsche sind jedoch mit denen des Kindes nicht unbedingt identisch, betonen Schulpsychologen: Kinder haben nach ihrer Erfahrung ein ausgesprochen gutes Gefühl dafür, welche Schule zu ihnen passt.

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Ein Musikinstrument

müsste man spielen können…

Die Mehrheit der Bundesbürger spielt ein Musikinstrument oder hat den Wunsch dazu. Die Ergebnisse einer breit angelegten GFK-Studie im Auftrag der Society of Music Merchants (SOMM e.V.) haben bestätigt: In vielen Menschen steckt der Wunsch, ein Instrument zu spielen.

Die Society of Music Merchants (SOMM e .V.) ist der Interessenverband der europäischen Hersteller und Vertreiber von Musikinstrumenten und -equipment. Die Beauftragung zur Durchführung der Studie verfolgte die Intention, mit den Ergebnissen das Musizieren weiter zu erforschen, zu fördern und zu publizieren. Unter dem Titel „Musikinstrumente und Musizieren" fand im Juli 2008 eine Befragung statt, um die Einstellung der Bevölkerung zum aktiven Musikspielen zu ermitteln und weitere Hintergrundinformationen über das Thema zu erhalten. Die Befragung erfolgte in 11.900 Haushalten, was einen repräsentaiven Querschnitt aller deutschen Haushalte darstellt. Während 16,5% der Bundesbürger selbst ein Musikinstrument spielen können, haben knapp 47% derjenigen, die das nicht tun, den Wunsch dazu. An erster Stelle der

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Detlev Jöcker: Weihnachtslieder Eine CD mit vielen neuen lustigen und besinnlichen Weihnachtsliedern. Begleitet wird der Kinderchor von den Duisburger Philharmonikern.

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Instrumente, die gern gespielt werden würden, steht das Klavier mit 52,5% gefolgt von Gitarre/Bass mit 27,6%. Damit steht bei rund einem Viertel der Bundesbürger das Klavier ganz hoch im Kurs. Die Gründe für den Wunsch, ein Instrument spielen zu können, finden sich in den Aussagen der Nicht-Musiker zu der Wichtigkeit von Musik im Leben (45,2%), das Spielen eines Instrumentes ist entspannend (36,4%) und das Spielen eines Musikinstrumentes macht Spaß (46,6%). Diese Angaben werden von den Befragten, die selbst ein Instrument spielen, bestätigt und noch übertroffen. Von den Instrumente-Spielern sagen 96%, das Spielen eines Instrumentes mache Spaß. Rund 85% empfinden es als entspannend und 73,9% sehen Ihre Fantasie durch die Ausübung beflügelt. Neben den genannten Ergebnissen der Studie, konnten noch weitere interessante Erkenntnisse gewonnen werden. Eine weitere Befragung stand unter dem Thema: Musizieren als sinnvolle und fördernde Beschäftigung – Ein Instrument zu erlernen ist ein Gewinn für's ganze Leben – Musik fördert die Entwicklung. Als ein wichtiges Ergebnis der Studie ist die Bedeutung zu nennen, welche von der Mehrheit der Befragten dem Musi-

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Mit etwas Glück können Sie eine von 5 CD’s von Detlev Jöcker gewinnen. Gewinncoupon ausfüllen, ausschneiden und per Post senden an: Contact + Communication Gerda Görnemann Lisztstraße 31 75179 Pforzheim Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Einsendeschluss ist der 31.01.2010.

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zieren zugesprochen wurde. Gerade für Ihre Kinder empfinden die befragten Eltern das Erlernen eines Musikinstrumentes als Beitrag zur Verbesserung der Lebensqualität und als nützlich für deren weitere Entwicklung. Somit stimmten über 85% der Befragten Eltern der Aussage zu, dass sich musizieren förderlich auf die Entwicklung von Intelligenz und Kreativität ihres Kindes auswirkt. Weiterhin sehen rund 75% der Umfrageteilnehmer einen durchaus positiven Einfluss des Musizierens auf das Selbstbewusstsein der jungen Instrumentenspieler. Ein wichtiger Aspekt ist zudem die soziale Komponente. Gemeinsames Musizieren stärkt das Sozialverhalten (74,7 %) und fördert die Teamfähigkeit (80,8%). Eigenschaften, die nicht nur zur Herausbildung von sozialer Kompetenz im privaten Umfeld dienen, sondern auch in beruflichen Anforderungsprofilen ganz oben stehen. Sieht man diese Resultate, so ist man überrascht, dass nicht schon längst die Themen Musikinstrumente und Musizieren in den Stundenplan der Schulen aufgenommen worden ist. Gerne können weitere Informationen bezogen werden bei: www. somm.eu in Berlin (ots). Originaltext: Society of Music Merchants (SOMM e.V.)

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Detlef Jöcker

und die Weihnachts-CD

Pünktlich zum Weihnachtsfest hat Detlef Jöcker eine CD mit vielen neuen lustigen und besinnlichen Weihnachtsliedern herausgebracht. Begleitet wird der Kinderchor von den Duisburger Philharmonikern. Man wird sie singen und hören – wie seine bisherigen zahlreichen Kinderlieder – in Schulen, in Kindergärten, zu Haus in den Familien, den Kinderzimmern, in den abendlichen Gute-Nacht-Stunden und – unter dem Weihnachtsbaum. Wir haben die Gelegenheit gefunden, um Detlef Jöcker ein paar Fragen zu stellen.

GD: Welche Themen halten Sie heute für besonders wichtig? DJ: Wir leben in einer aktiven, multikulturellen Gesellschaft, in der das Thema „Integration“ einen elementaren Stellenwert hat. Und die Sprachbildung ist ein wichtiges Thema, vor allem im Kindergarten und in der Grundschule. Denn wenn eine

GD: Seit wieviel Jahren haben Sie wie viel Kinderlieder komponiert? DJ: In 28 Jahren habe ich über 1.200 Lieder komponiert und auch auf Tonträgern veröffentlicht. GD; Schreiben Sie die Texte selbst? DJ: Einige Texte stammen schon aus meiner Feder, aber 1200 Liedertexte zu erfinden, hätte meine kreativen Fähigkeiten überfordert. Ich arbeite auch bewusst mit einem Team von Textautoren zusammen, weil mich jeder Autor mit seiner eigenen Art zu schreiben, zu unterschiedlichen Kompositionen inspiriert. GD: Welches Lied brachte den größten Erfolg? DJ: Messbar ist das nicht. Zu den bekanntesten Liedern gehört sicherlich „1.2.3 Sauseschritt“. GD: Wie und wodurch kamen Sie auf die Idee, in solchem Umfang Kinderlieder zu schreiben? DJ: Mit einem Augenzwinkern sage ich häufig, dass meine vier Kinder Schuld daran sind, dass ich soviele Lieder geschrieben habe. Àls sie noch klein waren, haben sie mich beim Wickeln, Spielen, Spazieren gehen oder Einschlafen jeden Tag auf neue Ideen gebracht.

Sprache nicht gesprochen wird, kann das zu Fehldeutungen, Missverständnissen und letztendlich zu einer Sprachlosigkeit führen. Die Sprache ist eine Brücke, die uns Menschen verbindet. Je früher wir das Instrument Sprache lernen, desto besser können wir es später einsetzen.

GD: Was würden Sie veranlassen, wenn Sie für das Thema Musik im Staat zuständig wären? DJ: Dann würde ich in der Ausbildung von Erzieherinnen und Grundschullehrer/Innen das Thema „Singen und Musizieren“ als Pflichtfach einführen, das in der Bewertung der Berufskompetenz einen hohen Stellenwert bekommt.

GD: Wie sehen Ihre Pläne für die kommenden Jahre aus? DJ: So langfristig kann ich nicht planen. GD: Wie lautet Ihre Botschaft an die Kinder und besonders die Eltern der Kinder? DJ: „Das wünsch ich sehr, dass immer einer bei dir wär, der lacht und spricht: „Fürchte dich nicht!“ (Kurt Rose).“

GD: Wir danken Ihnen für das Gespräch und wünschen Ihnen noch viele und erfolgreiche musikalische Geistesblitze.

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Die Sparkasse Pforzheim Calw informiert:

Thema: Wirtschaftliche Lage

Erste Aufhellung am Wirtschaftshorizont sichtbar

Für fast alle Banken national und international war 2008 das schlechteste Jahr in der jüngeren Geschichte. Auch das erste Halbjahr 2009 stand voll im Zeichen der weltweiten Wirtschafts- und Finanzmarktkrise. Im letzten Quartal ist nun in der deutschen Wirtschaft die erste Stimmungsverbesserung seit zwei Jahren spürbar, was bezüglich der konjunkturellen Lage zu Hoffnung Anlass gibt.

gütern recht gut. Dies ist auf krisentypisches Cocooning-Verhalten zurückzuführen. Die Verbraucher richten sich eher ihr Zuhause gemütlich ein, anstatt größere Investitionen oder Reisen zu tätigen. Insofern profitieren die Unternehmen der Lebensmittelbranche, aus dem Einrichtungsbereich und der Unterhaltungselektronik. In Zukunft wird es für Firmen noch wichtiger sein, sich durch Qualität, Service und Dienstleistungsorientierung von der Konkurrenz zu unterscheiden. Für die Bevölkerung hat das Thema Sparen ganz neue Aktualität gewonnen. Mit einer sicheren Anlagemöglichkeit eine sichere Rücklage zu schaffen – diesen Wunsch haben viele. Das gute alte Sparbuch erfreut sich neu erwachter Beliebtheit. Sicherheit vor Rendite lautet das Fazit, das viele für sich gezogen haben und das ihr Finanzgebaren bestimmt. Die Sparkasse Pforzheim Calw hat sich darauf eingestellt und bietet zahlreiche krisensichere und individuell ausgestaltbare Produkte an.

Die Sparkasse Pforzheim Calw hat sich in diesem schwierigen Umfeld gut behauptet. Das bewährte Sparkassenmodell, das vor der Finanzmarktkrise häufig als „Opas Sparkasse“ tituliert und totgesagt wurde, hat seine Beständigkeit wie schon so oft in seiner 200-jährigen Geschichte bewiesen. Die Sparkassen als Hort der Stabilität haben als Folge der Finanzkrise einen hohen Vertrauensgewinn in der Bevölkerung zu verzeichnen. Die Sparkasse Pforzheim Calw bringt als geschäftspolitische Kon-

sequenz aus der Finanzmarktkrise ihre Leistungskraft noch intensiver für die Region ein. Das bedeutet, insbesondere die Kreditversorgung der heimischen Wirtschaft zu gewährleisten und allen Kunden sichere Geldanlagen zu ermöglichen. Bei der Sparkasse Pforzheim Calw gibt es keine Kreditklemme. Lediglich ist –begründet durch die aktuelle Konjunkturlage – eine verhaltenere Kreditnachfrage der Unternehmen zu konstatieren. Die Auswirkungen der Wirtschaftskrise sind branchenabhängig teilweise recht unterschiedlich. Während im Geschäftsgebiet der Sparkasse hauptsächlich die Unternehmen aus dem metallverarbeitenden Gewerbe und aus der Autozulieferbranche von der Krise betroffen sind, läuft es im Lebensmittelbereich und bei den Konsum-

Dr. Herbert Müller Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Pforzheim Calw

Internetauftritt jetzt noch übersichtlicher, moderner, eleganter

neBanking anmelden und trotzdem parallel in unserem Internet-Auftritt surfen. Viele attraktive Sparkassenprodukte können inzwischen direkt am Bildschirm abgeschlossen werden, z.B. MasterCard, MehrZins Direkt (Tagegeld), Zuwachssparen, Zertifikat (Einmalgeldanlage), MaxXSparen, Privatkredit oder unsere Online-Baufinanzierung. Zudem können zahlreiche Aufträge, die Sie von Ihrer Sparkassen-Geschäftsstelle kennen, online erteilt werden. Seitengestaltung und Benutzerführung wurden auf der Homepage so optimiert, dass es fortan noch mehr Spaß macht, sich über Sparkassen-Ange-

bote und Aktivitäten zu informieren. Sie gelangen jetzt mit weniger Klicks zu Ihrem Wunschthema. Besonders interessante Themen und Funktionen erreichen Sie sogar per DirektZugriff. Und herausragende Sparkassen-Events wie z.B. die Ziehung der Gewinner in unserem Jubiläumswettbewerb mit vorausgegangener Podiumsdiskussion und Pressekonferenz werden mitunter sogar live im Internet übertragen. 3.400 Besucher haben allein diese Veranstaltung im Internet verfolgt und auch die Kommentare zeigen, wie positiv unsere Kunden die neuen Webaktivitäten bewerten.

Dr. Herbert Müller Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Pforzheim Calw.

Noch übersichtlicher, moderner, eleganter. So lässt sich der neue Internetauftritt der Sparkasse Pforzheim Calw auf einen kurzen Nenner bringen. Das Wichtigste vorweg: Internetseite (www.sparkasse-pforzheim-calw.de) und OnlineBanking sind von nun an zu einem Portal verschmolzen. Sie können sich jetzt also direkt auf der Sparkassen-Homepage zum Onli-

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Den Lebensabend entspannt genießen Die moderne Wohnform „ServiceWohnen“ möchte Wohnraum bieten, der sich an aktuelle Lebenssituationen anpasst und sich parallel zu den eigenen Bedürfnissen weiterentwickeln lässt. Trotz dieser innovativen Wohnanlagen wird das Wohnen im eigenen Zuhause und in vertrauter Umgebung weiterhin hoch im Kurs stehen. Ich kann gut verstehen, dass ein über Jahrzehnte gewachsener und gepflegter Garten mit liebevoll renoviertem Haus nur schwer durch eine moderne, barrierefreie Woh-

nung zu ersetzen ist. Trotzdem möchte ich Ihnen gern einen Denkanstoß geben, schon frühzeitig über das Wohnen im Alter nachzudenken. Zum einen ist es sehr sinnvoll, bei baulichen Maßnahmen auf die Barriere-Reduzierung zu achten, andererseits bieten die neuen Wohnprojekte interessante Konzepte, die durchaus eine Überlegung zum Wohnortwechsel wert sind. Egal, in welche Richtung Sie tendieren, meine Kollegen und ich unterstützen Sie mit Rat und Tat bei Ihrer Entscheidung.

Noch ein kleiner Tipp: Die KfW bietet aktuell ein äußerst zinsgünstiges Förderprogramm für die Finanzierung von Umbaumaßnahmen zur Barriere-Reduzierung. Mit diesem Förderkredit können z.B. Stufen oder Schwellen beseitigt, Griffe, Handläufe oder Türantriebe eingebaut, Sanitärräume umgebaut oder auch Aufzüge installiert werden.

Karlheinz Frey, Bereichsdirektor Immobilien und Mobiler Vertrieb.

Eigentumswohnungen am Seniorenzentrum Paul Gerhardt in Pforzheim Ein Angebot, das seinesgleichen sucht: Leben im Zentrum und dennoch ruhig und mit hauseigenem Park, hochwertig ausgestattete Wohnungen, perfekte Verkehrsanbindung vor der Tür und vielfältiger Service nach Bedarf. Das alles bietet ein Komplex mit 32 Eigentumswohnungen auf dem Areal des Seniorenzentrums Paul Gerhardt in der Pforzheimer Frankstraße 71, für den im nächsten Frühjahr der erste Spatenstich geplant ist. Nach etwa 15monatiger Bauzeit wird dann ein architektonisch ansprechendes Gebäude mit barrierefreien (zum Teil sogar rollstuhlgerechten) Wohnungen unterschiedlicher Größe (50 bis 110 Quadratmeter) entstanden sein. Fußbodenheizung mit Fernwärme, Parkettböden und ein jederzeit aktivierbares Notrufsystem sorgen für Komfort und Sicherheit. Und auch Sonderwünsche hinsichtlich Grundriss und Ausstattung können im Moment noch berücksichtigt werden, sofern sie nicht die Gebäudestatik betreffen. Der Clou dieser wegweisenden Anlage sind allerdings die umfassen-

werden exklusiv von der Sparkasse Pforzheim Calw angeboten- provisionsfrei! Eine einmalige Chance für Interessenten, die jetzt in ihre eigene Zukunft investieren wollen bzw. eine verlässliche Kapitalanlage suchen. Kontakt: Ulrich Kumm, Tel. 07231/ 99-2902 bzw. ulrich.kumm@skpfcw.de

den Service-Leistungen, die – im Gegensatz zu ähnlichen Projekten- nur dann bezahlt werden müssen, wenn sie tatsächlich in Anspruch genommen werden. Außerdem können die Bewohner die Infrastruktureinrichtungen des benachbarten Seniorenzentrums Paul Gerhardt wie z. B. Friseur, Physiotherapie, Cafeteria oder kulturelle Veranstaltungen nutzen. Die Wohnungen dieses anspruchsvollen Projekts

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Die Sparkasse Pforzheim Calw informiert:

Unabhängig und doch nicht allein –

Service-Wohnen als ideale Lebensform im Alter Eine hervorragende Idee findet auch bei uns zunehmend Anklang: das Service-Wohnen. Hinter diesem Begriff verbirgt sich nicht nur die gelegentliche Putzhilfe, sondern Unterstützung jeglicher Art bei sämtlichen Eventualitäten des täglichen Lebens. Fast jeder kennt aus seinem Umfeld Schicksale älterer Menschen, die aus gesundheitlichen Gründen ihr vertrautes Zuhause verlassen und ins Heim ziehen müssen. Meist ein äußerst schmerzhafter Abschied- und oft genug ein unnötiger, wenn notwendige Hilfen vorhanden gewesen wären. Und genau hier

setzt der Gedanke des Service-Wohnens ein. Viele ältere Menschen sind heute körperlich und geistig so fit wie keine Generation davor und meistern entsprechend selbständig ihr Leben. Doch Krankheiten oder Unfälle können dem schnell ein Ende setzen. Wer dann keine hilfsbereiten Angehörigen oder Freunde in der Nähe hat, bekommt möglicherweise schon bei ganz alltäglichen Dingen wie Einkaufen, Kochen oder der Wäsche seine Schwierigkeiten. Glücklich, wer frühzeitig für solche Fälle vorgesorgt hat und beruhigt in seiner Wohnung und gewohnten Umgebung weiterleben kann.

Service-Wohnen ermöglicht – wie der Name schon sagt – bei Bedarf individuelle Hilfeleistungen im Haushalt und bei der Pflege. Und die müssen nicht automatisch beim Kauf einer Eigentumswohnung mit erworben werden, sondern werden nur dann bezahlt, wenn und so lange sie tatsächlich gebraucht werden. Mit Service-Wohnen ist man jedenfalls auf der sicheren Seite: Unabhängig und trotzdem im Zweifelsfall nicht allein. In dieser Ausgabe stellen wir Ihnen zwei Beispiele unserer aktuellen Projekte in der Region vor.

Service-Wohnen an den

Schlossgärten in Königsbach-Stein

In idyllischer Hanglage mit schönster Aussicht auf Wiesen und den Königsbacher Schlosspark entsteht ab Anfang nächsten Jahres hier eine individuelle Wohnanlage „An den Schlossgärten“. Auch hier wird das Prinzip des Service-Wohnens praktiziert, was die 19 Zwei- und

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Drei-Zimmer-Wohnungen (zwischen 50 und 90 Quadratmetern) besonders attraktiv macht. Obwohl mitten im Grünen gelegen und ideal in Richtung Süden orientiert, sind die Königsbacher Ortsmitte, Bahnhof und Geschäfte des täglichen Bedarfs zu Fuß in weni-

gen Minuten erreichbar. Schwellenfrei kommen die Bewohner mit dem Lift in ihre eigenen vier Wände, die alle Balkon, Loggia oder kleine private Gartenhöfe aufweisen. Alle Wohnungen sind mit Brücken oder Aufzug barrierefrei untereinander verbunden, so dass Begegnungen vor der Haustür und damit gute Nachbarschaft bequem möglich sind. Für gemeinschaftliche Aktivitäten stehen ein großer Raum mit Terrasse und ein gemeinsamer Gartenbereich zur Verfügung. Von lästigen Pflichten (Gebäudereinigung, Winterdienst oder Unterhalt der Gemeinschaftsräume) sind die Bewohner dank Hausmeister-Service befreit. Hausnotrufgeräte sind in jeder Wohnung installiert und bei Bedarf übernimmt der örtliche Krankenhilfeverein/Diakoniestation die hauswirtschaftliche oder gesundheitliche Betreuung. Mehr Informationen: Edwin Becker, Tel. 07232-301715, Rudi Schnieber, Tel. 07232-306720.


BAUVORHABEN

DER REGION:

Bauprojekt „Wohnen mit Service im EDEN-Park“ in Neulingen-Bauschlott hat begonnen Mit dem 1. Spatenstich am 16.09.2009 ist das innovative Wohnprojekt in idyllischer Lage am Ortsrand von Bauschlott und in unmittelbarer Nähe zum Seniorenzentrum Bethesda in die Realisierungsphase eingetreten. Wie bereits berichtet, entstehen dort 29 behindertengerechte und ebenerdige Bungalows in einer Größe zwischen 72 und 107 qm und mit 2 bis 4 Zimmern. Jeder Bungalow hat einen eigenen Garten, eine überdachte Terrasse und einen Carport unmittelbar gegenüber dem Gebäudeeingang. Die Kaltmiete für ein Bungalow beträgt zwischen 705 und ca. 1000 Euro monatlich. Im November werden die ersten Gebäude im Rohbau fertiggestellt sein, so dass bereits eine Rohbaubesichtigung vereinbart werden kann. Bezugsfertig werden die Bungalows zwischen März 2010 und Januar

2011. Nachdem die ursprünglich geplante genossenschaftliche Umsetzung aus personellen Gründen leider nicht möglich ist, hat das Sozialwerk der Volksmission e.V. als Träger des Seniorenzentrums Bethesda die Umsetzung des Wohnprojektes übernommen. Bereits heute kann ein Wunschbungalow reserviert werden, der dann individuell bemustert werden kann. Der Erstmieter hat die Möglichkeit „sein“ Haus individuell zu gestalten. Die Besonderheit beim Wohnen mit Ser-

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vice ist die völlige Wahlfreiheit, bei Bedarf Betreuungsangebote des Seniorenzentrums in Anspruch zu nehmen. Solange keine Betreuung in Anspruch genommen wird, entstehen keinerlei Kosten. Im Bedarfsfall sind die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Seniorenzentrums rund um die Uhr für die Nutzer erreichbar. Eine weitere Besonderheit ist das innovative Nahwärmekonzept, das eine besonders kostengünstige Wärmeversorgung der Häuser über eine Heizzentrale mit einem integrierten Blockheizkraftwerk möglich macht. Hier wird über einen Generator geräuscharm Strom produziert, mit der Abwärme des Generators wird der Warmwasserbedarf und die Heizung der Bungalows abgedeckt bzw. mit unterstützt. Bei einem höheren Heizbedarf wird das BHKW von einer konventionellen zentralen Gasbrennwertheizung ergänzt. Der Vorteil ist, dass Kosten für die Prüfung und Wartung der Heizung nur ein Mal anfallen. Außerdem wird somit der Heizraum in jedem Gebäude „gespart“. Jedes Gebäude ist nach Süden ausgerichtet. Darüber hinaus haben die Nutzer einen herrlichen Ausblick auf das Stromberggebiet. In Bauschlott sind alle wichtigen Einrichtungen der Infrastruktur gut erreichbar. Sichern Sie sich noch heute Ihren Wunschbungalow und vereinbaren Sie einen unverbindlichen Beratungsund Besichtigungstermin.

Ihr Ansprechpartner: Peter Mayer Heimleiter und Geschäftsführer Seniorenzentrum Bethesda Strombergstr. 20, 75245 Neulingen Tel.: 0 72 37 - 99 70 peter.mayer@bethesda-neulingen.de www bethesda-neulingen.de


Das neue Haus Schauinsland Eisingen Anfang Oktober wurde das neue Seniorenpflegeheim Schauinsland in Eisingen eröffnet. In nur elf Monaten Bauzeit entstand das Gebäude mit einer Nutzfläche von 3200 Quadratmetern für 63 Bewohner.

Das Gebäude liegt wohnortnahe im Herzen Eisingen, direkt hinter der denkmalgeschützten alten Kelterhalle. Farblich dezent von Gelb bis Terrakotta gehalten, passt es sich gut in die Umgebung ein. Auch im Inneren setzt sich der mediterrane Stil in typischer „Schauinslandform“ fort. Der Hanglage des Hauses verdankt man eine herrliche Aussicht über Eisingen. Die Räumlichkeiten für die Bewohner verteilen sich auf die Etagen vom Erdgeschoss bis zum 3. Obergeschoss. Dabei wird sowohl dem Bedürfnis nach Rückzug wie auch dem nach sozialer Begegnung Rechnung getragen: Drei Pflegebereiche haben mit maximal 23 Plätzen eine überschaubare Größe und betonen damit entsprechend dem Pflegeleitbild die Bedeutung der

Privatsphäre. Gemeinschaftsräume, eine Cafeteria im Untergeschoss und Terrassen im Erdgeschoss und im zweiten Obergeschoss laden zu Geselligkeit und sozialen Kontakten ein. Auch im Haus Schauinsland Eisingen steht das Wohlbefinden des Einzelnen im Zentrum des Handelns. Entsprechend der Nachfrage wurden deshalb ausschließlich Einzel- und Superiorzimmer mit eigener Dusche und Toilette erstellt. Die Grundausstattung der Zimmer besteht aus Pflegebett, Nachttisch, Schrank, Tisch und Stuhl. Das Mitbringen von eigenen Einrichtungsgegenständen ist jedoch ausdrücklich erwünscht. Der Bewohner soll sich auch im Haus Schauinsland möglichst wie zu Hause fühlen. TV-Satellitenanlage, Telefon- und Inter-

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BAUVORHABEN

DER REGION:

Das neue Haus Schauinsland Eisingen Fortsetzung netanschluss sind ebenfalls in jedem Zimmer vorhanden. Eine Besonderheit sind die vier schallisolierten Zimmer. Bewohner, die sich

Einen grandiosen Blick zur alten Kelter und über die ganze Gemeinde genießt man von den Terrassen des neuen Hauses Schauinsland.

aufgrund demenzieller Beeinträchtigungen lautstark artikulieren, haben dort eine Rückzugsmöglichkeit, ohne dass sie die anderen Mitbewohner stören.

„Wir pflegen einen respektvollen Umgang mit den von uns betreuten Menschen. Unser Handeln wird bestimmt von der eigenen Sicht: Wie möchte ich behandelt werden, wenn die Situation umgekehrt wäre“, sagt Heimleiter Christian Graber. Er und seine Pflegedienstleitung Catrin Kottbusch werden deshalb von erfahrenen Kräften unterstützt, die bereits seit Längerem im Unternehmen Schauinsland eingearbeitet wurden und mit den Aufgaben und Arbeitsweisen in der Altenpflege bestens vertraut sind. Das Unternehmen Schauinsland, das nach dem Motto „Alles aus einer Hand“ in der Stadt Pforzheim auch einen ambulanten Pflegedienst und eine Tagespflege anbietet, wird

in Eisingen einen anderen Weg einschlagen. Unternehmensinhaber Frank Birkemeyer ist froh, hier mit zwei bereits existierenden Einrichtungen, nämlich dem Ambulanten Service Mobydick und der Tagespflege Becht kooperieren zu können. Das Haus Schauinsland bietet ebenfalls täglich ab 12 Uhr einen offenen Mittagstisch an. Zwei frisch zubereitete Menüs und eine vegetarische Variante stehen zur Auswahl. Das Küchenteam würde sich freuen, Sie als Gast begrüßen zu dürfen. Gerne können Sie auch telefonisch unter der Telefonnummer 0723231360 einen unverbindlichen Besichtigungstermin mit dem Heimleiter vereinbaren.


BAUVORHABEN

DER REGION:

Neubau Mehrfamilienhaus in der Rathausgasse in Birkenfeld Heute ist vieles anders als früher. Das gilt auch für den Wohnungsbau. Während es früher darum ging ausreichend Wohnraum zu schaffen, liegen die Prioritäten heute beim sparsamen Verbrauch von Energien (Energieeinsparung), bei der Ressourcenschonung, d.h. möglichst keine Ausbeutung der Umwelt und bei der Barrierefreiheit. Letztere ist besonders für die älter werdende Gesellschaft von großer Bedeutung, da man lange in den eigenen 4 Wänden leben kann, auch wenn das mit dem Laufen und Gehen langsam zum Problem wird. Unser Haus in der Rathausgasse 14 in Birkenfeld bietet 8 Mietwohnungen auf insgesamt 4 Etagen. Die Wohnungen sind 2-, 3- und 4Zimmer-Wohnungen. Alle Wohnungen sind barrierefrei von der Straße aus zu erreichen. Und auch die barrierefreien Übergänge in der Wohnung zu Terrasse oder Balkon sowie ins Treppenhaus und in den Fahrstuhl sind jederzeit mit Kinderwagen, Gehwagen oder Rollstuhl ohne Probleme zu meistern. Im Haus gibt es einen Fahrstuhl, der mit moderner Aufzugstechnik und geringem Stromverbrauch dazu beiträgt, die Betriebskosten überschaubar zu halten. In den Wohnungen ist Fußbodenheizung obligatorisch. Sie hilft durch die niedrige Vorlauftemperatur wie auch die Gas-Brennwerttechnik zu einem sehr wirtschaftlichen Umgang mit der Heizenergie. Die thermische Solaranlage auf dem Dach unterstützt die Warmwasserversorgung. Die Dämmung des Gebäudes ist in einer Stärke ausgelegt, dass die aktuelle geltende Energieeinsparverordnung für die Heizenergie um weitere 30 % unterschritten wird. Zum Haus gehört eine Tiefgarage mit 11 Stellplätzen, wovon 8 Stell-

plätze zu unserem Haus gehören und 3 Stellplätze zum Nachbarhaus. Das Nachbarhaus, Rathausgasse 12, wird von der Baugenossenschaft Birkenfeld eG erstellt und von der Familienheim Pforzheim eG bei der Bauerstellung betreut. Die beiden Häuser sind in ihrer Ausstattung weitestgehend identisch. Die Rathausgasse 12 hat im Untergeschoss an Stelle der Tiefgarage eine Gewerbefläche, wo die Baugenossenschaft Birkenfeld eG ihre Geschäftsräume unterbringen wird. Die Häuser haben alle Balkone nach Süd/Westen und die Dachgeschosswohnungen haben zusätzlich noch eine kleine Dachter-

rasse nach Osten. So dass man auch zum Frühstück in der Sonne sitzen kann. Unsere Häuser zeichnen sich durch Modernität, durch die Berücksichtigung der neuen Energieeinsparverordnung und durch barrierefreie Bauweise aus. Es gibt schon einige Interessenten für die Wohnungen. Falls auch Sie Interesse haben, können Sie sich bei uns bereits vormerken lassen. Sie sehen also, das Familienheim Pforzheim versucht sowohl Neubau, Resourcenschonung, Energieeinsparung, gehobene Ausstattung und Barrierefreiheit in diesem Bau zu vereinen.

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Weihnachten Haben wir in der vergangenen Ausgabe in diesem Thementeil ausführlich über die gesundheitlichen Leiden des Alters berichtet, so wollen wir uns heute dem fröhlichen Erinnerungs- und Erlebensteil der Bewohner zuwenden. Kinder spielen hierbei eine wesentliche Rolle, sei es nun die Rückbesinnung auf die eigene Kindheit oder die Erlebnisse mit den Kindern und Enkelkindern der eigenen Familie. Und welche Zeit eignet sich für dieses Thema besser als die Weihnachtszeit? HAUS ATRIUM Weihnachtsfeier der Feuerwehrabteilung Würm: „Nachdem alle Kameraden mit Familie da waren fand zuerst die Begrüßung durch den Zugführer statt. Danach kam der Nikolaus und nahm sich jeden einzeln vor zu einem Spruch oder Gedicht. Ich hatte ein Gedicht mit folgendem Wortlaut: „,Als Kaiser Rotbart Lobesam ins Heilige Land gezogen kam, da musste er mit seinem frommen Heer durch ein Gebirge wüst und leer. Daselbst erhob sich große Not, viel Steine gab’s und wenig Brot.’ Doch alle Männer wussten sich zu helfen und mit Pflug und Schaufel wurde das Land umgearbeitet ein-

gesät und war damit fruchtbar. Ein Jahr später sahen alle einen vollen Weizen und diesen haben sie mit der Sense abgemäht, zu Mehl verarbeitet und die Hungersnot war sehr zur Freude aller nicht mehr da. Jeder wurde satt und alle dankten Gott für diese wunderbaren Gaben, die sie von ihm empfangen haben. Der Beifall war groß und ich sowie meine Lebensgefährtin bekamen einen Nikolaus, mit dem man zufrieden war. Dann war Abendessen reichlich und das Bier schmeckte gut.“ Herr F. W., Haus ATRIUM

„Bei uns wurde eines Weihnachten der Weihnachtsbaum geklaut. Dann

bin ich mit meinem Vater in den Wald gefahren und wir haben einen neuen geholt.“ Herr W. Z., Haus ATRIUM

„Die denkwürdigste Weihnachen habe ich 1940/1941 in Stolpmünde erlebt. Damals war ich zur Ausbildung zur Flakwaffengehilfin zugange. 2 Männer hatten die Flak bedient und ich und weitere 14 Mädchen die Scheinwerfer. Am Weihnachtsabend sind wir alle im Keller gesessen und haben geweint, weil wir alle nicht bei unseren Familien sein konnten. Dann hat es geklingelt und da stand ein Mann und eine Frau in der Tür. Er hatte ein Akkordeon in der Hand und sie einen Korb voller Äpfel. Der Mann spielte dann „Stille Nacht, Heilige Nacht“ und die Frau verschenkte die Äpfel und da weinten wir noch mehr und gingen anschließend ins Bett. Frau C.K., Haus ATRIUM

„Ich hatte mir immer einen weißen Zwerghasen gewünscht und wieder einmal stand dieser Wunsch ganz oben auf der Liste. Mein Vater hat sich dagegen sehr gesträubt, weil er wohl wusste, was da auf die Familie zukommt. Er meinte ich wäre doch wohl eher ein Lausjunge und wollte mich permanent auf einen Fußball einstimmen. Ich aber blieb hart und bekam tatsächlich an Heilig Abend einen weißen kleinen Hasen. Ich habe meinen Vater gefragt, ob ich ihn mal aus seinem Käfig nehmen dürfte, um ihn zu streicheln. Auch dagegen war mein Vater aber schließlich hatte ich ihn überzeugt, dass man einen Hasen nur auf dem Arm richtig streicheln konnte. Kaum hatte ich das Tierchen auf dem Arm, fing es an zu strampeln und zu kratzen, bis ich es fallen ließ. Der Hase rannte hinter das Sofa und war verschwunden. Das Gesicht meines Vaters sprach Bände, als er versuchte das Sofa so zu verrücken,


mit Enkeln… dass wir den Hasen „retten“ konnten. Plötzlich gab es ein komisches, scharrendes und kurze Zeit später ein knallendes Geräusch, worauf das Licht der Stehlampe aus ging. Als wir das Sofa dann vollends vorgeschoben hatten, konnten wir sehen, was passiert war: Der Hase hatte die Stromleitung angeknabbert und war durch den Stromschlag verstorben. Mutter hatte Tränen in den Augen und mir liefen sie bereits über die Backen. Der Kommentar meines sichtlich genervten Vaters war, dass der Hase zu allem Übel auch noch zu klein sei, um einen Braten daraus zu machen, was meine Tränen noch lauter fliesen ließ. Zu guter Letzt musste Vater noch an heilig Abend den kleinen, weißen und ungetauften Hasen im Garten feierlich beerdigen, was sehr zur Anhebung seiner Stimmung beigetragen hat. Ich werde diese Weihnachten niemals vergessen.“ Herr M. G., Haus ATRIUM

Seniorenresidenz BERGDORF Weihnachten steht vor der Tür. Die weihnachtliche Stimmung ist auch in den Häusern der Senioren-Residenz sichtbar und fühlbar. Wie schön, wenn dann die Angehörigen, die Kinder und natürlich die Enkel, einen Besuch abstatten und etwas von der Weihnachtsvorfreude mitbringen. Für viele Heimbewohner ist der Kontakt zu den Angehörigen, zu Kindern, Enkeln und Enkelkindern, ein fester Ankerpunkt, manchmal sogar vielleicht der einzige Lebensinhalt. Die Enkelkinder geben ihnen die Gewißheit, dass ihr Lebenswerk fortgesetzt wird und honorieren mit ihren Besuchen die Zuneigung, die sie

von ihren Großeltern erfahren haben. Diese hatten oft mehr Zeit und Geduld sich mit den Enkelkindern zu beschäftigen als ihnen das mit den eigenen Kindern möglich war. Ein Beispiel hierfür ist eine unserer Bewohnerinnen im Haus Nagoldblick in Huchenfeld. 1924 in Hamburg geboren, zog sie 1946 mit ihrem Ehemann nach Pforzheim, wo sie den größten Teil ihres Lebens verbrachte. Durch die Berufstätigkeit der Söhne und Schwiegertöchter bedingt, kümmerte sie sich oft um die Enkelkinder. Nach einem Sturz im Jahr 2000 entschloß sie sich, in die Senioren-Residenz, Haus Bergdorf, nach Büchenbronn zu ziehen. Da beide Söhne mit ihren Familien in Huchenfeld leben, wechselte sie nach Fertigstellung unseres neuen Hauses in Huchenfeld ins Haus Nagoldblick, wo sie sich sehr wohlfühlt, das für sie zu einer zweiten Heimat geworden ist, zumal sie fast täglich Besuch von ihren vier Enkeln und zwei Urenkeln erhält. Sie geben ihr das Gefühl von Lebensfreude zurück und sind für sie da. Sie nehmen an ihrem Tagesablauf teil und geben

ihr die Aufmerksamkeit zurück, die sie den Enkeln gewidmet hat. Oft wird sie zum Essen, zum Kaffee trinken oder zum Grillen abgeholt, wo dann die ganze Familie anwesend ist und sie so immer noch das Gefühl hat, aktiv am Leben teilzunehmen. Eine andere Bewohnerin bezog 85jährig nach dem Tod ihres Mannes ein Zimmer in der Senioren-Residenz, Haus Bergdorf, in PforzheimBüchenbronn. Aus Karlsruhe stammend, entschloß sie sich zu diesem Schritt, da ihre Kinder und Enkel und Urenkel in Büchenbronn und Pforzheim wohnen. Sie stellten den einzigen Kontakt nach außen dar, alles andere interessierte sie nicht mehr. Besonders die Enkeltochter besuchte sie fast täglich; das war ihr einziger Lebensinhalt. So konnte sie noch ihr Urenkelchen kennenlernen, was sie ganz besonders freute. Unsere Häuser Bergdorf in Pforzheim-Büchenbronn und Nagoldblick in Pforzheim-Huchenfeld werden als offene, integrative Heime geführt. Der Kontakt zu den Angehörigen,


Weihnachtenmit Enkeln… zu Kindern und Enkeln, wird in beiden Häusern großgeschrieben. Die Verwandten werden zu Festen und Aktivitäten im Haus eingeladen oder in die Umsetzung involviert. Sie sollen auch nach dem Einzug ins Pflegeheim für unsere Heimbewohner ein fester Bezugspunkt bleiben. Weihnachten im CASA REHA Im Alten- und Pflegeheim ist für die Bewohner die Weihnachtszeit oft eine schwierige Zeit. Besonders der Heilige Abend ist mit vielen Erinnerungen, Erwartungen und auch Enttäuschungen verbunden. An Weihnachten möchten auch ältere Menschen gerne ihre Familie um sich haben.

Das Idealbild, dass die Kinder und Enkel an Weihnachten bei den Großeltern sind und alles ganz harmonisch und liebevoll ist, trifft leider in vielen Fällen nicht zu. Die Gründe sind ganz unterschiedlich. Manche Heimbewohner haben keine Kinder und Enkel, bei manchen leben die Angehörigen weit weg, manche sind beruflich verhindert. Es gibt aber auch einige Familien, die sich so zerstritten haben, dass sie sich selbst an Weihnachten nicht sehen wollen. Die Angehörigen, die an Weihnachten ins Heim kommen oder die ihre Angehörigen zu sich nach Hause holen, sind meist dem Kindesalter schon lange entwachsen, häufig sogar selbst schon in Rente. Wenn minderjährige Kinder mit dabei sind, sind es meist Enkel oder Urenkel. Wir haben die Bewohner im CASA REHA Seniorenpflegeheim „Oster-

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feld“ befragt, wie sie gerne Weihnachten feiern würden. Die meisten sagten, es solle so sein wie früher, mit Kindern und Enkeln. Beispielhaft für viele möchte ich eine Beschreibung des Heiligen Abends wiedergeben: Die Kinder und Enkel kommen alle am Nachmittag in ihrer besten Kleidung, richtig herausgeputzt, zu den Großeltern. Auch die Großeltern haben sich schick gemacht und das Haus festlich geschmückt. Zunächst gehen alle zusammen zur Kirche. Anschließend gibt es ein festliches Abendessen. Diesmal gibt es Gänsebraten. Dann liest der Großvater die Weihnachtsgeschichte vor. Als dann die Enkel schon ganz ungeduldig sind und die Erwachsenen vielleicht auch, geht der Großvater alleine ins Wohnzimmer. Dort hatte die Großmutter schon den Weihnachtsbaum geschmückt und allerlei Leckereien für die Enkel daran gehängt. Der Großvater zündet al-

le Kerzen an. Wenn er fertig ist, läutet er mit einem Glöckchen. Die Familie kommt ganz aufgeregt und festlich ergriffen herein. Die Enkel machen große Augen, wenn sie den Baum und die Geschenke sehen. Bevor die Geschenke ausgepackt werden singen alle zusammen Weihnachtslieder. Für kleine Kinder gibt es häufig Geschenke, die von den Eltern selbst gebaut werden. Insgesamt ging es früher bescheidener zu als heute. An Weihnachten durften die Kinder länger aufbleiben als sonst. Auch die Erwachsenen saßen gerne noch beim Kognak und Zi-

garre zusammen. Am ersten und zweiten Weihnachtsfeiertag traf man sich mit anderen Verwandten und Freunden zu festlichen Essen. DRK-Seniorenzentrum Mühlacker „Sie kommt sehr gern zu mir“, erzählt Emilie Knödler, Bewohnerin des DRK-Seniorenzentrums in Mühlacker. Die Rede ist von ihrer kleinen Urenkelin, die sie ein bis zwei Mal in der Woche gemeinsam mit der Enkelin besucht. „Bei schönem Wetter gehen wir spazieren. Und dann schwatzen wir viel: Wie es bei der Arbeit läuft, was sie gekocht und unternommen haben.“ Auch für das Weihnachtsfest haben sich die Töchter von Emilie Knödler wie auch die Enkelin samt Urenkelin angekündigt. „Weihnachten wird hier im Heim gefeiert“, sagt Knödler. Die Familie besucht sie, Geschenke werden ausgetauscht. Dann wird gemeinsam gegessen. „Das ist immer sehr schön“, freut sich Emilie Knödler. Auch Bewohnerin Elsa Schmälzle wird regelmäßig von ihrem Sohn und den beiden Enkelkindern besucht. Die amüsieren sich regelmäßig darüber, dass Oma den Rollator als ihren „Mercedes“ bezeichnet. Ein kleiner Wermutstropfen für Elsa Schmälzle ist, das zwei Urenkel im Amerika leben. „Die können mich natürlich nicht so oft besuchen“, erzählt sie. Weihnachten allerdings ist für sie kein besonderes Ereignis. „Da habe ich noch nie viel darauf gehalten“, sagt sie. Seniorenresidenz GOLDENE PFORTE Als Frau Nittel, noch Zuhause gelebt hat, war für sie Weihnachten immer ein besonderes Fest. Sie hat in ihrem gemütlichen Zimmer, sehr viele Puppen, Stofftiere und viele andere Erinnerungsstücke.


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Weihnachten Frau Nittel, ist mit ihren Kindern, Enkelkindern und fünf Urenkeln gesegnet und Weihnachten, war immer ein Familienfest. Diese Tradition bedeutete ihr sehr viel und alle Lieben an einem Tisch vereint, gab ihr Kraft und Lebensfreude. In der Vorweihnachtszeit, gab es natürlich auch sehr viel zu tun. Gemeinsam mit den Enkeln wurde Kuchen, Plätzchen und sonstige Köstlichkeiten vorbereitet. Auch für das gemeinsame Abendessen an Heilig Abend war immer gut gesorgt und alle Familienmitglieder, also auch die Enkel halfen tüchtig mit. Das Weihnachtsfest bedeutete Harmonie, Gemeinschaft, Tränen und Freude. Viele Erinnerungen sind damit verbunden. Selbstverständlich wurde auch alles festlich geschmückt und davon hatte Frau Nittel, ihre eigene Vorstellung. Das Festessen und die Dekoration bleibt ein Geheimnis. Es wurde auch gemeinsam gesungen, Gedichte vorgetragen und der gemeinsame Kirchgang, gehörte immer dazu. Beim Auspacken der Geschenke freute sich Frau Nittel, über leuchtende Kinderaugen und auch mit Selbstgebasteltem , konnte man noch Freude bereiten. Es roch auch immer gut nach Gewürzen, Kerzen, eigentlich nach ganz vielen guten Düften. Für sie bleibt das Weihnachtsfest das Fest der Liebe, Hoffnung und dem Glauben an das Gute. So ein Fest, wünschen wir uns für alle Menschen! Wenn es am Heilig Abend geschneit hat, war das für Frau Nittel ein Geschenk des Himmels. Erzählt von Frau Nittel (95 Jahre) Verfasserin: Gabriele Pirke (Altenpflegerin)

Weihnachtserinnerungen einer anderen Bewohnerin: Weihnachten ist für uns immer das schönste Fest im Jahr. Die ganze Familie traf sich im Haus meiner Tochter. Die Enkelin Sarah war schon den ganzen Nachmittag aufgeregt,

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denn ums Christkind und dem Weihnachtsbaum wurde ein großes Geheimnis gemacht. Traditionell gab es am 24. Dezember „Kartoffelsalat und Saitenwürstchen“, dann schnell abgespült und schon klingelte das Christkind. Sarah’s Augen strahlten, als die den mit vielen Sternen und Kugeln geschmückten Christbaum sah. Die Freude wurde noch größer, als sie ihre Lieblingspuppe – neu eingekleidet unter dem Christbaum sitzend – erblickte. Aus einer alten Wolldecke nähte ich für ihre Puppe einen Wintermantel und weil ich gerade dabei war, schneiderte ich für Sarah gleich einen mit – türkisfarben und wunderschön. Mit den Geschenken und „dem bunten Teller“ war Sarah glücklich bis sie irgendwann, tot müde auf dem Sofa eingeschlafen war, mit einem Lächeln auf dem Gesicht.

nachtsplätzchen, die gemeinsam mit den Enkeln gebacken wurden und das gemeinsame Singen der Weihnachtslieder. Erinnerungen von Herrn Aldinger Verfasser: Eleonora Lindt (Ergotherapeutin)

HEIM AM HACHEL Das Jahr neigt sich wieder dem Ende und schon bald steht die Weihnachtszeit vor der Tür. Der Weihnachtsmarkt läutet sozusagen die besinnliche Zeit ein. Der herrliche Duft von Plätzchen, Glühwein, Bratwurst und frischgebackenen Waffeln macht sich an diesem Tag im ganzen Haus breit.

Verfasserin: Christa Heidenreich (Altenpflegerin)

Herr Aldinger feierte Weihnachten immer im Kreis der Familie, zu der drei Kinder und ihre Ehepartner, als auch die sieben Enkel gehörten. Weihnachten war immer ein schönes Fest, an dem mit den Kindern und Enkeln gut gegessen und gesungen wurde. Als die Kinder noch klein waren, waren die Zeiten nicht immer rosig. Es musste schon ab November gespart werden, damit es am Heiligen Abend „Gänsebraten“ gab, denn das war ihnen wichtig. Auch die Geschenke fielen manchmal etwas knapper aus. Da waren die Zeiten schon besser, als die Enkelkinder da waren, denn da musste nicht mehr so viel gespart werden. So bekam z.B. jedes Enkelkind für seine Geschenke sein eigenes Geschenkpapier. Da wusste jeder gleich für wen das Geschenk bestimmt war. In guter Erinnerung geblieben sind Herrn Aldinger die erwartungsvollen Kinderaugen, der Duft der Weih-

Ins Haus wird ein Stück der Atmosphäre geholt, die andere Menschen auf den Weihnachtsmärkten in der

Region erleben dürfen. Seit vielen Jahren ist es zur Tradition geworden, dass an diesem Tag viele Aussteller zu uns kommen, um mit Ihrer Kunst Freude zu bereiten. „Vorfreude, schönste Freude“, so wie es in dem bekannten Weihnachtslied besungen wird, so begegnen wir im Alltag der Adventszeit. Gäste sind eingeladen, und möchten mit ihrem Kommen Gutes tun. So zum Beispiel besucht uns in


mit Enkeln… diesem Jahr wieder die Jungschargruppe aus Öschelbronn mit einem Theaterstück. Eine Märchenerzählerin wird da sein, das Musizieren mit der „Veeh Harfe“ wird von Frauen der Diakoniestation Remchingen begleitet und findet Platz in unserem vorweihnachtlichem Programm.

Nun vergeht die Zeit wie mit Riesenschritten und gemeinsam feiern wir wieder „Heilig Abend“. In dieser Zeit gibt es viele Zeichen, die uns Menschen zu Herzen gehen, denen wir Raum geben durch die wir einander ins Herz schließen und dankbar im Herzen tragen. Der Besuch von Angehörigen ist immer wieder sehr wichtig gerade in dieser Zeit, deshalb sind sie herzlich eingeladen und sind im Heim am Hachel immer „Willkommen“. Haus MAIHÄLDEN Frau Walter lebt seit 2 Jahren im Altenwohn- und Pflegeheim Haus Maihälden. Zum Thema „Heilig Abend“ durften wir sie interviewen. Für Frau Walter und ihre Familie ist Heilig Abend ein ganz besonderes Fest; heute sowie auch früher. Es wurde schon immer feierlich und schön dekoriert. Frau Walter erzählte, wie sie früher mit Eltern und Großeltern Heilig Abend feierte. Zuerst gab es Kaffee bei den Eltern von Frau Walter. Anschließend gingen sie gemeinsam auf den Friedhof, wo der herrlich geschmückte Weihnachtsbaum stand. Nach dem Friedhof ging es dann schließlich nach Hause. Dort wurde gemeinsam ge-

gessen. Nach der Mahlzeit wurden dann noch schnell die Kerzen angezündet. Als auch schon die Glöck-

le klingelten und das Christkind zur Bescherung kam. Nach dem Krieg fielen die Geschenke zwar sehr ärmlich aus, jedoch war die Freude über jede Kleinigkeit sehr groß. Sie erzählte auch, wie ihr Bruder vor lauter Aufregung und Freude Fieber bekam und ein Herr aus der Nachbarschaft immer zu ihr und ihrer Familie kam, um gemeinsam mit ihnen Heilig Abend zu feiern, da er keine Familie hatte und an diesem Festtag nicht alleine sein wollte. Da gab es früher auch immer ein besonderes Essen, wie zum Beispiel Schinken im Brotteig. Heute feiert Frau Walter Heilig Abend ähnlich. Bis ca. 18 Uhr ist sie im Altenwohnund Pflegeheim Haus Maihälden anschließend wird sie dann von ihrem Sohn oder ihrer Tochter abgeholt. Bereits wenn sie ankommt ist alles festlich dekoriert und die Kerzen brennen überall. Erst einmal wird in Ruhe ein Glas Sekt getrunken und danach gemeinsam gegessen. Jedes Jahr wird eine Weihnachtsgeschichte vorgelesen, mal vom Enkel mal von der Enkelin. Danach werden noch ein paar Gedichte vor-

getragen und gemeinsam Lieder gesungen. Anschließend gibt es die Bescherung. Die Kinder freuen sich sehr, ihre Augen glänzen vor Freude. Heilig Abend bleibt immer etwas Besonderes und Frau Walter freut sich jedes Jahr auf dieses tolle Fest zusammen mit ihrer Familie. PflegeKlinik SCHÖMBERG feiert „Weihnachten der Generationen“ In der PflegeKlinik Schömberg steckt die diesjährige Adventszeit voller Überraschungen. Am 5. Dezember 2009 treffen sich ab 15 Uhr Enkel und Großeltern zum weihnachtlichen Backen und Basteln. Die Älteren führen vor, wie sie in ihrer Kinderzeit eigenhändig Weihnachtsschmuck hergestellt haben.


Weihnachtenmit Enkeln… Die Kleinen können Geschichten rund um die Weihnachtszeit lauschen und erfahren, über welche Geschenke man sich damals freute, wie der Festbraten zubereitet wurde oder wodurch man sich beim Warten aufs Christkind die Zeit verkürzte. In der Weihnachtsbäckerei werden Rezepte von früher und heute ausprobiert und natürlich vernascht.

Einige süße Leckerbissen werden extra für die Aufführung der Weihnachtsgeschichte am 11. Dezember ab 00 Uhr sowie für das Konzert von Studenten aus der Hochschule für Musik und Theater (Hamburg) am 12. Dezember gebacken. Ab 15 Uhr sind Bewohner und Gäste der PflegeKlinik Schömberg an diesem Tag eingeladen, den musikalischen Hochgenüssen zu lauschen und das ein oder andere Plätzchen zu probieren. Seniorenzentrum PAUL GERHARDT Bald ist Weihnachten. Für Bewohner in Pflegeheimen ist es eine Zeit der Erinnerung an frühere Feste im Kreis der Familie. Für die meisten war Weihnachten ohne Weihnachtsbaum – ganz früher mit „richtigen“ Kerzen, später mit Elektrokerzen – undenkbar. Auch Kugeln, Lametta, Sterne und Engel gehörten dazu. Zum Ablauf des Heiligabends war es für viele Brauch, mit der Familie in die Kirche zu gehen.

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Mit dem Umzug ins Pflegeheim hat sich für manche Bewohner einiges geändert. Die meisten, die Kinder haben, werden mehr oder weniger während des ganzen Jahres regelmäßig besucht. Bei der Generation der Enkel sieht das schon anders aus. Ein Grund dafür ist die heute mehr als früher verlangte Mobilität der Berufstätigen, d. h. die Enkel, die im Beruf stehen, wohnen oft nicht mehr in der Nähe, sondern in anderen Städten oder Ländern. Eine alte Dame in unserem Haus hat drei Enkel, zwei davon leben mit den Eltern in den USA. Begeistert erzählt sie von Besuchen in Florida, von wo aus sie mit dem GreyhoundBus nach Chicago gefahren sind. Dort haben sie mit den Eltern des Schwiegersohns und ihrer Familie Weihnachten im Hotel gefeiert. Das letzte Weihnachtsfest hat sie zusammen mit der anderen Tochter und ihrem Enkel in deren Haus in Eutingen gefeiert, was sie auch sehr genossen hat. Nicht bei allen gibt es an Weihnachten viel Besuch. Fr. G. hat drei Kinder und zwei Enkelkinder. Sie ist traurig, dass die Enkel sie das Jahr über nicht besuchen. Zu Weinachten wurde sie letztes Jahr von ihrem Sohn nach Hause geholt. Das bereitete ihr aber auch nicht nur Freude, denn mit ihrer Schwiegertochter versteht sie sich nicht so gut. Dem kommenden Weihnachtsfest sieht sie mit gemischten Gefühlen entgegen. Auch Fr. R. erinnert sich lieber an früher, als die Enkelkinder noch klein waren. An einem Weihnachtstag fuhren sie ins Kurhaus nach Bad Liebenzell zum Konzert und anschließend gingen sie zum Essen in ein schönes Restaurant. Diese intakten Familienstrukturen bestehen nicht mehr, seit der Sohn geschieden ist und die Enkelkinder bei der Mutter geblieben sind. Von ihren Enkeln hat sie nur noch sehr selten Besuch.

Fr. G. kann sich über mangelnden Besuch nicht beklagen. Sie hat eine Tochter, die regelmäßig kommt, viel mit ihr redet und unternimmt. Früher hat sie in einem Haus mit der Tochter und dem Enkel – Tür an Tür – gewohnt. Der Enkel konnte diese Situation gut für sich nutzen, er hat viel Zeit bei der Oma verbracht. Fr. G. erzählt, dass er bei ihr mehr bzw. andere Sachen machen durfte als bei der Mutter. Da die Tochter früh Witwe wurde, hat sie sehr engen Kontakt mit der Mutter gehalten, die sie immer unterstützt hat, sowohl moralisch wie auch in der Erziehung des Sohnes bzw. Enkels. Fr. G. wird oft angerufen vom Enkel, kommen kann er nicht so häufig, da er beruflich oft weit weg ist von Pforzheim. Er ist inzwischen verheiratet und hat einen Sohn von drei Jahren, sehr zur Freude der Oma und Uroma. Manchmal wird Fr. G. von der Tochter und dem Urenkel im Pflegeheim besucht. Das letzte Weihnachtsfest feierten sie zusammen bei der Tochter, die ganze Familie. Nach einem guten Essen unterm schön geschmückten Weihnachtsbaum gab es Geschenke. Fr. G. erzählt, dass der Urenkel, damals zwei Jahre alt, natürlich den Baum angestaunt hat. Richtig fasziniert war er dann aber nicht von den Geschenken, sondern von den Schleifchen um die Geschenke. Die hat er gesammelt und stundenlang damit gespielt. So vielfältig wie die Schicksale unserer Bewohner sind also auch die Erinnerungen mit Kindern und Enkeln an Weihnachten. Deshalb versuchen wir in unserem Haus eine stimmungsvolle und gemütliche Atmosphäre, besonders an diesen hohen Festtagen, zu schaffen, an dem sich alle wohlfühlen sollen. Frohe Weihnachten. Interviews von Frau Spohn, Ergotherapeutin


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Weihnachten Die eigenen Pflegepersonen haben oft auch selbst noch ihre eigene Familie zu versorgen. Trotzdem wäre es schön, wenn die Wohnung auch vorweihnachtlich geschmückt wäre wie früher, wenn man vielleicht einen Weihnachtsbummel ganz in Ruhe machen könnte und das eine oder andere Geschenk für die Kinder oder Enkelkinder besorgen könnte. Eben weil zum Leben mehr gehört als nur Grund- und Behandlungspflegeleistungen hat der Pflegedienst SPPS Pforzheim GmbH schon immer alles das angeboten und übernommen, was sonst auch zum Leben gehört. SPPS kann alle die Aufgaben übernehmen, die man selbst nicht mehr alleine bewältigen kann. Sei el es zum Beispiel das (möglichst geDer Bratapf meinsame) Schmücken der Wohd ratet, n u t nung, Besorgen von Geschenken m m o k Kindern ! oder das Ausrichten von Feiern. Je t e t a r b was im Ofen nallt und zischt, nach Gesundheitszustand und eigenen Fähigkeiten kann man abHört, wie’s k aufgetischt, r e d sprechen, was man gemeinsam ber i w d bal fel, p a Z r wältigen kann und was die Mitare d , l e f der Zip beiterinnen und Mitarbeiter von . l e f p A der gelbrote SPPS selbständig übernehmen sollen. Die Pflegedienstmitarbeiterint schneller, f u a l nen und Mitarbeiter unterstützen r, e d n i K r, e l l e sie dann „wie eine Tochter oder T n e n holt ei Sohn/ Enkel auf Zeit“. ! l e b a holt eine G en Schnabel Die Dienstleistung wird meist nach Zeit abgerechnet. Da hier vieles Sperrt auf d fel, den Zapfel, p i Z n übernommen wird, zu dem die ane d r ü F apfel, K n e d deren Pflegepersonen keine , l e f p i den K el! f p A n Zeit haben, kann dafür auch e n u a r den goldb die Leistung der Verhinderungspflege (Pflegeversiched prusten, rung) in Anspruch genommen Sie pusten unnd schlucken, werden. SPPS berät sie gerne, die gucken u und schmecken, ob die Voraussetzungen im Einn e z l sie schne , n e k c zelfall vorliegen. Alle Leistune l h c s d sie lecken un en Zapfel, gen, die nicht darüber finantter.de ziert werden, werden privat in r, küchengö den Zipfel, d en Kapfel ael Braune Foto: Mich d , l e Rechnung gestellt. f p i K den fel. p A n e Weil die Weihnachtszeit auch g i r p s den knu die Zeit der Geschenke ist, te mbien renresidenz A io überlegen viele Angehörien S er d n übersandt vo ge, was sie ihren pflegebeSPPS Pforzheim – Weihnachtszeit gemeinsam gestalten Für viele Pflegebedürftige ist die Weihnachtszeit eine schwierige Zeit. Es ist nicht nur länger dunkel und still, auch kommt nicht immer rechte Weihnachtsstimmung auf, wenn man nicht mehr viel selbst machen kann. Zwar gibt es oft auch Angehörige oder andere Pflegepersonen, die sich um einen kümmern. Aber auch diese können nicht immer alles das machen, was man gerne vor dem Fest noch erledigt hätte.

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dürftigen Eltern oder anderen Angehörigen sinnvolles schenken können. Oft sind die klassischen Geschenke wie Lebensmittel („Eierlikör“) und ähnliches nicht mehr so passend, weil sie kaum noch gemocht werden. Eine andere Idee wäre es, Betreuungszeit zu verschenken. Zwar nicht die eigene Zeit, aber Zeit, die Mitarbeiterinnen des Pflegedienstes dann bei dem Angehörigen verbringen können. Wer kann sonst schon Zeit verschenken? SPPS bietet hierzu die Gutscheinkarte „Ihre-Zeit“ an, mit denen man unterschiedlich viel Zeit verschenken kann. Die Zeit wird in 10-MinutenBlöcken gebucht. Was dann alles in dieser Zeit gemacht wird, entscheidet der Pflegebedürftige selbst. So hat der Pflegebedürftige immer dann Gesellschaft, wenn man selbst einmal keine Zeit hat. Enkel, Urenkel und Kinder im SCHAUINSLAND Alle Häuser des Schauinsland sind rund um die Uhr für Besucher, Angehörige, Freunde, Bekannte und insbesondere auch für die Enkel und Ur-Enkel unserer BewohnerInnen und Bewohner offen. Zu unseren vielseitigen jahreszeitlichen Events laden wir Angehörige sowie Nachbarn und Freunde aus den Gemeinwesen gezielt über unser monatliches Rundschreiben, der „Rundschauinsland“ ein. Auch versenden wir auf Wunsch gerne unseren Veranstaltungskalender per E-Mail. Auf unserer Homepage veröffentlichen wir regelmäßig die aktuellsten Fotos unserer Veranstaltungen (siehe hierzu: www. schauinsland-aph.de). Auch treten wir bei öffentlichen Veranstaltungen und Anlässen in den Gemeinden auf. Schulen und Kindergarten werden gezielt in unsere Veranstaltungen in Form von Kooperationen mit einbezogen. Egal


mit Enkeln… ob auf dem Weihnachtsmarkt in der Eutinger Ortsmitte oder dem Faschingsumzug in Dillweißenstein am Fasnetsdienstag, das Schauinsland ist vertreten!

volleyballturnier sind die Kinder aus der Gemeinde und die Enkel unserer Bewohner immer zahlreich vertreten Sie sorgen für den wichtigen Dialog zwischen den Generationen im Schauinsland. Daniel Gerlich, Heimleitung Schauinsland Eutingen

Unsere Bewohnerin Frau Stahl mit Ihren Urenkeln auf der Faschingsfeier in Eutingen. So kommen die Enkel und sogar Urenkel regelmäßig zu uns ins Haus. Auch bei unserem jährlichen Beach-

Adventsfeiern im Seniorenzentrum BETHESDA Im Hause Bethesda gibt es viele Traditionen. Dazu gehören auch die Adventsfeiern, die immer Anfang Dezember stattfinden. Unsere Cafeteria wird zu diesem Anlass festlich geschmückt, der Weihnachtsbaum wird aufgestellt und natürlich auch die Krippe, die unsere männlichen Bewohner selbst angefertigt haben. Die Feiern beginnen gegen 14.00 Uhr. Unser Heimleiter Herr Peter

Mayer und Frau Rowe vom Sozialdienst führen abwechselnd durch das Programm, welches von ehrenamtlichen Musikern begleitet wird. Vor allem pflegen wir das gemeinsame Singen von Weihnachtsliedern und unsere Auszubildenden tragen besinnliche Gedichte vor. Auch das


Weihnachtenmit Enkeln… ist ein schöner Brauch bei uns – die Schülerinnen und Schüler werden mit in die Feste einbezogen und – sie tun es gern für unsere Bewohner. Die Royal Rangers der Volksmission Pforzheim sind ebenfalls am Fest beteiligt, sie decken mit ein und servieren an den Tischen die Speisen und Getränke. Anschließend genießen wir beim gemeinsamen Kaffeetrinken vom Haus gebackene Plätzchen und Linzer Tor-

te. Der heimliche Favorit dabei ist die Eierlikörtorte, die unser Küchenchef Herr Roller jedes Jahr liebevoll selbst zubereitet. Nachdem sich alle gestärkt haben, gibt es eine weitere Tradition in unserem Haus. Ein Prediger hält die Andacht und spricht über die biblische Geschichte – das wirkliche Anliegen des Weihnachtsfestes. Am Ende beten wir gemeinsam, danken Gott und loben und preisen

ihn in weiteren Liedern und Gedichten... Wir haben in den letzten Jahren immer drei Adventsfeiern gestaltet, in diesem Jahr werden es sogar vier sein. Wir freuen uns, dass sehr viele Angehörige gerne an diesen Feiern teilhaben. Wir wünschen allen Leserinnen und Lesern eine besinnliche Adventszeit und ein gesegnetes Weihnachtsfest. Ute Rowe

Was soll man bloß der Oma schenken? Zum Heiligen Abend, eine wahre Geschichte aus meinem Leben…

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In bekannter Üblichkeit muss man sich zur Weihnachtszeit wochenlang das Hirn verrenken: Was soll man der Oma schenken?

Und mit Schrecken wird mir klar, einfach alles hat sie ja: wollne Decken, Taschentücher, Sofakissen, Kräuterbücher,

schlagen ein wie ein Gewitter! All die anderen Verwandten, Neffen , Nichten, Onkel, Tanten, haben Oma mitgebracht,

Warme Wäsche, zuckt es jäh durch den Geist als „Die Idee“! Schlüpfer, warm und lang und wollen, Oma hat sie, die ganz tollen.

Hauspantoffeln, Überschuh, Häkeldeckchen für die Truh, Untersätze, Ohrenwatte, warme Socken, Tortenplatte.

weil sie alle nachgedacht und sich das Gehirn verrenkt, was man wohl der Oma schenkt! Doch die Oma sagt galant,

Denn es hat sie stets bewegt, dass der Mensch was Wollnes trägt. Warme Sachen, die sie schützen, kann man nie genug besitzen.

Für die Füße, für den Magen Magen? Halt! Das könnt es sein! Und mit Wonne fällt mir ein: Oft schon hörte ich sie klagen.

Doch wie wärs mit einem Schal? Gut denkst du, doch warte mal: Sind da nicht viele, breit und lang In Omas großem Kleiderschrank?

Und schon kommt mir die Idee: gegen Omas Magenweh eine Flasche Magenbitter, dadurch wird sie sicher fitter,

– ein Lächeln sich dem Mund entwand : So, wie sie der Magen plage und die Unruh in ihr jage, könnt sie sicher sieben Flaschen gut und gern im Jahr vernaschen!

Denn fast jeder schenkt ihr Schals Auch sie selbst sorgt für den Hals: Kühler Kopf und warme Mandeln Oma nennt dies weises Handeln.

Ja! Genau den schenkst du ihr, voller Freude und Plaisir, das nicht nur Magen und Gedärm, sondern auch ihr Herz erwärm!

Handschuh fallen mir jetzt ein, doch das dürfte auch nichts sein. Willst Gicht vermeiden Du, verwende stets wollne Handschuh für die Hände.

Heiligabend tritts du dann stolz mit deiner Flasche an. Oma nimmt sie in Empfang und stellt sie mit tausend Dank

Ach verflixt! Wo finde ich die Sachen, die der Oma Freude machen? Natürlich muss es praktisch sein, soll es das Oma-Herz erfreun.

unter ihren Tannenbaum. Doch da stehn – du glaubst es kaum, sieben Liter unterm Baum! Kräuterschnaps und Magenbitter,

von Fred Mahlmann Seniorenresidenz Ambiente


25 Jahre

de

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Lebensqualität im Alter Sie sollten immer das Gefühl haben, sicher und komfortabel leben zu können und dabei Geborgenheit und Respekt erfahren. In unserer PflegeKlinik sprechen die professionelle Betreuung und die Qualität der Ausstattung für sich. Wir bieten Ihnen: • Vollstationäre Pflege • Kurzzeit- und Urlaubspflege • Zusätzliche Ärztliche Betreuung • Modernes Chipsystem für Menschen mit Demenz • Sinnesgarten • Einzelzimmer mit Balkon • Probewohnen möglich • Mittagstisch für Jedermann (täglich 11-13 Uhr) • Fußpflege und Friseur

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Altenpflegeheim Sonnhalde

Ein Altenheim

besonderer Art

Etwas ganz Neues – ein Altenheim erhält den Tierschutzpreis. Und – Tiere sind in der Sonnhalde erwünscht. Das ist eine außergewöhnliche Gegebenheit, die in Altenpflegeheimen normalerweise nicht üblich ist. Sicher – man findet schon hier und da auf einer der Etagen einen kleinen abgegrenzten Tummelplatz für zwei Hasen oder 3 Meerschweinchen, oder ein Vogelbauer. Auch gibt es begrenzte Begegnungen mit Hunden am der Leine, deren Besitzer nach Absprache mit dem Heimleiter regelmäßig ihren Rundgang machen und den Bewohnern die Möglichkeit geben, ein paar Streicheleinheiten an das Tier loszuwerden. Aber meist ist das auch schon alles.

jenigen würdigen,die sich im Alltag selbstlos für das Wohl der Tiere einsetzen. Daüber hinaus bietet er die Möglichkeit, das Thema Tierschutz ins Gespräch zu bringen und Menschen für den Tierschutz zu sensibilisieren und zu begeistern“ begründete Minister Hauk die Verleihung des Tierschutzpreises an die Sonnhalde. Hierzu Ludger Schmitt, Heimleiter der Sonnhalde: “ Wir sind in Baden-Württemberg das einzige Heim, das diesen Preis, der auch

merksam, denn nicht jedes Seniorenheim nimmt Senoren mit ihren Lieblingstieren undt treuen Begleitern auf, beherbergt beide, und zwar „jedes nach seiner Art“ und läßt sie ein Leben gemeinsam weiterführen. Eine tolle Sache, und das „Ministerium für Ernährung und Ländlichen Raum“ hat es nicht nur wohlwollend registriert sondern in besonderer Art ausgezeichnet. „Dieser Preis soll dieIn der Sonnhalde sieht das Konzept anders aus. Die liebenswerten Lebensbegleiter – ob Katze, Igel, Hund, Lämmchen oder sonst ein Haustier oder Weggefährte – dürfen in das Heim eingebracht werden. Für diese kleinen oder größeren Partner gibt es den sogenannten „Sonnhaldezoo“, der ihnen nicht nur ein neues Zuhause bietet, sondern auch eine ständige Begegnung mit Frauchen oder Herrchen ermöglicht. Es gibt also in der Sonnhalde keinen Trennungschmerz, und das ist für die Eingewöhnung in eine neue Umgebung ganz sicher hilfreich. Um sich von der Größenordnung dieses Sonnhaldenzoos eine Vorstellung zu machen, sollte man wissen, dass sich zur Zeit hierin ca. 100 Tiere aus 15 verschiedene Tierrassen befinden. Höheren Orts wurde man auf die außergewöhnliche Situation auf-

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noch mit € 3.000,-- dotiert ist, entgegen nehmen darf. Unser Tierkonzept beeinruckte die 8-köpfige Kommission, die im Juli unsere Einrichtung begutachtete. Dabei wurde neben einer artgerechten Tierhaltung auch der Einsatz der Tiere beim Bewohner besonders beleuchtet. Aber ohne die ehrenamtliche Hilfe aktiver Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen wäre diese Aufgabe nicht zu erfüllen.“ Wird dieses ungewöhnliche Konzept, durch das den alten Menschen ebenso wie den Tieren ein lebenswertes Quentchen Glück vermittelt wird, zum Ausgangspunkt einer neuen und begehbaren Altenheimkonzeption avancieren? Man wird sehen.


Die Kreishandwerkerschaft Pforzheim informiert:

Wohnungsplanung

für alle Fälle…

„Mein Heim, meine Burg – und in diesem gewohnten Umfeld, der Selbständigkeit und Gewohnheit werde ich so lange Zeit verbleiben, wie es irgend möglich ist.“ Je älter wir werden, umso länger möchten wir diesen Wunsch verwirklicht sehen. Dies haben das Energie- und Bauberatungszentrum und die Wohnberatung des Kreisseniorenrats zum Anlass genommen, im Rahmen eines gemeinsamen Informationsaustausches maximaler Möglichkeiten von Technik und seniorengerechter Vermittlung einen Weg des gegenseitigen Verständnisses aufzuzeigen. Unter dem Titel „Senioren ticken anders“ referierte Dr. Hedegard Dekant, Fachärztin für innere Medizin und Naturheilverfahren. Zusammenfassend hierzu: Aus verschiedenen Gründen ticken Senioren anders. Wir haben einmal die veränderte Körperlichkeit im Altersprozess und die unerbittlichen Veränderungen der Sozialbezüge. Alt werden ist nichts für Feiglinge. Alt werden ist eine Zumutung im doppelten Wortsinne, biologisch und sozial. Alte Menschen sind sehr unterschiedlich und altern sehr unterschiedlich. Eine große Rolle spielt die Schichtzugehörigkeit, Schulbildung, Berufstätigkeit und

verschiedene Entwicklungsprozesse. Zur Zeit erleben wir einen Strukturwandel der Gesellschaft mit deutlich ansteigender Anzahl alter Menschen und einer abnehmenden Anzahl junger Menschen. Die älteren Menschen werden nicht mehr länger eine Randgruppe der Gesellschaft sein sondern eine ihrer Kerngruppen. Sie werden eine stärkere Teilhabe und Mitverantwortung an der Gesellschaft einfordern. Es wird eine stärkere Nachfrage nach medizinischen und pflegerischen Dienstleistungen geben, aber auch nach gesellschaftlich anerkannten und persönlich befriedigenden Aufgaben im Alter. Die Resourcen des Alters sollten in der Gesellschaft besser genutzt werden. Eine typische Alterskrankheit ist die Demenz vom Vaskulären oder Alzheimer Typ. Sie beginnt häufig mit Vergeßlichkeit, Geruchsstörungen können ein erstes Symptom sein, und Orientierungsschwierigkeiten. Bei über 85 jährigen ist die Demenz die häufigste chronische Krankheit überhaupt. Man schätzt, dass die Demenz ca. 20 Jahre vorher schleichend beginnt. Gründe für das Altern generell sind Hormonmangel, Schäden durch freie Radikale, Nachlassen der Abwehrkräfte, Verzuckerung der

Zellmembranen und Chromosomenschäden. Es sind Veränderungen, bei denen die sogenannte Anti Aging Medizin einiges bewirken kann. Unter dem Thema „Zukunftsfit“ referierte Joachim Butz (siehe Bild oben), Obermeister der Innung für Sanitär und Heizung Pforzheim-Enzkreis und stellvertretender Kreishandwerksmeister. Er kennt aus seiner betrieblichen Praxis nicht nur die Anforderungen und Möglichkeiten in der Sanitärtechnik, sondern koordiniert bei entsprechenden Umbauten und Sanierungen häufig auch die anderen Gewerke. Butz machte in seinem Referat den anwesenden Handwerkskollegen aus den unterschiedlichsten Branchen deutlich, dass die wachsende Gruppe der über fünfzig Jährigen, ein wichtiges Marktsegment für das Handwerk ist und belegte dies mit statistischen Zahlen. Butz zeigte auch auf, dass ältere Kunden meist hohe Qualitätsansprüche sowohl an die handwerkliche Ausführung – wie auch an die Beratungsleistung und die Fachkompetenz haben. „Handwerksmeister müssen sich und ihre Mitarbeiter auf die spezifischen Ansprüche dieser Kunden einstellen und entsprechende Fortbil-

dungsangebote wahrnehmen“, sagte der stellvertretende Kreishandwerksmeister und zeigte an zahlreichen Beispielen auf, wie breit das Spektrum des örtlichen Handwerks ist, um das Wohnumfeld „zukunftsfit“ zu gestalten. Butz unterstrich dabei, dass ein guter Handwerksbetrieb bei jeder Beratung im Zusammenhang mit einem Umbau oder Sanierung diesen Aspekt dem Kunden nahe bringen und den Blick auf die Nutzungsmöglichkeiten auch im Alter lenken muss. Das vielfältige Angebot des Handwerks reicht dabei von der bodenebenen Dusche über Türverbreiterungen, Abbau- oder Überbrückung von Türschwellen, elektrischen Rolläden und Garagentoren, Treppenlift, Farbgestaltung, WC-Erhöhung, Stützund Haltegriffe, bis zum DuschWC und bietet den Nutzern auch im Alter die Möglichkeit eines weitgehend selbst bestimmten und unabhängigen Lebens im eigenen Wohnumfeld. Er lobte in diesem Zusammenhang die gute Kooperation zwischen den Innungsbetrieben der Kreishandwerkerschaft und der Wohnberatungsstelle des Kreisseniorenrates, welche vor allem im Bereich Zuschusswesen- und Förderprogramme ihre hohe Kompetenz einbringen kann.


Seniorenverbraucherkonferenzen Herbst 2009 in Baden-Württemberg:

Verbraucher 60+

aktiv und selbstbewusst, gesund und selbstbestimmt

Staatsrätin Prof. Dr. Claudia Hübner

Sandra Haferkamp UPD Beratungsstelle Stuttgart

Markus Lietz UPD Beratungsstelle Karlsruhe

Die Broschüre rechts kann direkt angefordert werden beim Herausgeber: Die VERBRAUCHER INITIATIVE e.V. (Bundesverband), Georg Abel (V.i.S.d.P.), Elsenstr. 106, 12435 Berlin. Oder download unter: www.verbraucher portal-bw.de

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Im Hinblick auf den demografischen Wandel entwickelt sich die Generation 60+ mit einem Bevölkerungsanteil von 40% zu einem wichtigen und interessanten Verbraucherpotential. In 10 Jahren wird sich der Anteil laut dem Statistischen Bundesamt auf 47% erhöhen. Ob Wohnen, Ernährung oder Gesundheit, dieser demografische Wandel ist eine große Herausforderung. Längst hat das Marketing die Bedeutung dieser Zielgruppe erkannt. Die bewährte Verkaufserfahrung der Generation 50+ ist bekannt. Andererseits entstehen durch die Fülle an unterschiedlichen und zum Teil unüberschaubaren Angeboten, die unterschiedlichen und irritierenden Berichte durch die Medien und den öffentlichen widersprüchlichen Diskussionen bei den älteren Menschen trotz ihrer langjährigen Erfahrungen Verunsicherung und zum Teil Ratlosigkeit. Dies hat man erkannt, sich zu einer Informationsgruppe zusammengeschlossen und unter folgenden Themen 8 Veranstaltungen durchgeführt: • Mündiger Kunde: Mit „individuellen Gesundheitsleistungen“ umgehen • Richtiger Einkaufsort: Wo welche Medikamente und Heilmittel kaufen? • Selbstbewusster Patient: Meine Rechte beim Arzt und im Krankenhaus. Die Veranstalter waren: 1. der Bundesverband der Verbraucher-Initiative e.V. Berlin; 2. die Staatsrätin für Demografischen Wandel und Senioren im Staatsministerium Baden-Württemberg; 3. das Ministerium für Ernährung und Ländlichen Raum; 4. der Landesseniorenrat BadenWürttemberg e.V.; 5. die Verbraucherzentrale BadenWürttemberg e.V.; Unter den ausgewählten Konferenzorten war auch Pforzheim. Hier fand

in Zusammenarbeit mit dem Kreisseniorenrat Stadt Enzkreis e.V. im Landratsamt am 17. November die Verbraucherkonferenz für Senioren mit folgendem Programm statt: • Moderation: Dr. Alexander Dambach (SWR Studio) • Grußworte: Staatsrätin Prof. Dr. Claudia Hübner, Margit Jäger LRA, Gerda Görnemann, KSR • Einführung: Georg Abel, Geschäftsführer DIE VERBRAUCHER

• Vortrag Markus Lietz UPD Beratungsstelle Karlsruhe: „Selbstbewusster Patient: Meine Rechte beim Arzt und im Krankenhaus“ • Vortrag Sandra Haferkamp UPD Beratungsstelle Stuttgart: Mündiger Kunde: „Mit individuellen Gesundheitsleistungen umgehen“– • Abschließend sprach Markus Lietz über das Thema: „Wo welche Medikamente und Heilmittel kaufen?“ Interessant war im Anschluss an die informativen Themen die intensive und anhaltende Diskussion über die Möglichkeiten und Probleme – ein Zeichen dafür, wie groß der Bedarf an individueller Information und Aufklärung ist. Am Nachmittag des Veranstaltungstages stand das Informa-

tionsteam am Telefon der Pforzheimer Zeitung dem Publikum zur Beantwortung weiterer Fragen zur Verfügung. Der Kreisseniorenrat hat sein Interesse an der Übernahme einer Beratungsstelle signalisiert und wird vorerst in engem Kontakt mit den Einrichtungen Karlsruhe und Stuttgart als vermittelnde Anlaufstelle für Pforzheim und den Enzkreis aktiv sein.


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ten auch bei der Beschaffung seiner Behandlungsunterlagen. Eine ausschließlich mit Ärzten besetzte Koordinierungsstelle überprüft dann anhand der vorliegenden medizinischen Unterlagen die Notwendigkeit einer ärztlichen Zweitmeinung, erarbeitet die konkrete Fragestellung und wählt den richtigen Experten aus. Infos zur ärztlichen Zweitmeinung und das kostenlose Faltblatt gibt es in jedem AOK-KundenCenter. Oder unter www.aok-bw.de/Zweitmeinung

Menschen mit schweren Erkrankungen erhalten in der Regel eine gute Therapie bei erfahrenen Medizinern. Doch in komplizierten Fällen wünscht der betroffene Patient oft eine ergänzende Beratung: eine ärztlichen Zweitmeinung. Wie so oft führen auch in der Medizin verschiedene Wege zum Erfolg. So gibt es heute für ein und dieselbe Krankheit häufiger unterschiedliche Behandlungen, die Beschwerden lindern oder heilen können. Patienten stehen oft ratlos vor der Frage, welchen therapeutischen Weg sie wählen sollen. Die AOK Baden-Württemberg lässt ihre Versicherten bei solchen Entscheidungen nicht allein und erweitert als erste Krankenkasse im Land ihr Beratungsangebot für Patienten mit schweren Erkrankungen im onkolo-

gischen und orthopädischen Bereich, die eine intensive Behandlung erfordern. Ein medizinisches Kompetenzteam mit 16 Spitzenmedizinern berät bei schwerwiegenden und für den Versicherten belastenden Fällen in exzellenter Zusammenarbeit mit den behandelnden Ärzten bei der Entscheidung der richtigen Therapie. Die Mediziner genießen einen ausgezeichneten Ruf und sind ausgewiesene Kapazitäten in ihren Fachgebieten. Der Weg zur strukturierten ärztlichen Zweitmeinung führt zunächst über das AOK-KundenCenter. Dort übernehmen speziell geschulte Mitarbeiter eine erste Beratung über das Angebot zur Einholung einer Zweitmeinung. Wenn nötig unterstützen die AOK-Mitarbeiter den Versicher-

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Kreisseniorenrat DIE POSITION DES KREISSENIORENRATS IN DER ZEIT DES DEMOGRAFISCHEN WANDELS

Dr. Ursula Mayer

Herta La Delfa

Gerda Görnemann

Die Vorsitzenden des KSR.

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Die Welt spricht darüber – bereits seit 30 Jahren – denn bereits zur damaligen Zeit zeichnete sich eine Entwicklung ab, die heute Aktualität besitzt. Die vormals klassische Pyramide, die ein gesundes Wachstum und ein zahlenmäßig stimmiges Verhältnis der Generationen zueinander darstellte, ist ein verlorenes Paradies, aus dem wir uns selbst vertrieben haben und in das wir in absehbarer Zeit nicht mehr zurückkehren können. Bereits in den vergangenen Jahrhunderten galten viele Kinder als ein besonderer Reichtum der Familie. Die wirtschaftlich gut Betuchten waren stolz auf die erfolgreichen Namensträger und Nachfolger der Unternehmen, bei den Menschen in ärmlichen Verhältnissen war der Kindersegen die Hoffnung auf eine Versorgungshilfe im Alter. Aus der formgerecht-klassischen Alterspyramide jener Tage ist ein wackeliges morsches „Building“ geworden, formlos und ohne ein sicheres, tragendes Fundament. Die Paradoxie des Geschehens: Wir haben weniger Kinder, weil wir mehr Zeit haben müssen, um mehr Geld zu verdienen und im Alter versorgt zu sein. Kein Nachwuchs keine Rentensicherheit. So einfach ist das. Offensichtlich haben wir es so gewollt - oder haben wir den Anfang nicht zu Ende gedacht? Hinzu kommt, dass wir aufgrund der Entwicklung der Wissenschaften von Medizin, Hygiene und Ernährung heute ca. 20 Jahre älter werden. Hieraus ergeben sich neue Lebenssituationen, Bedürfnisse, Notwendigkeiten, Aufgaben. Der Kreisseniorenrat hat diese Entwicklung aufmerksam verfolgt und

seit einiger Zeit neben der Fortführung seiner bisherigen bewährten Aktivitäten begonnen, im Blick auf den demografischen Wandel und die entstehenden neuen Bedürfnisse und Notwendigkeiten neue Aktivitäten zu entwickeln. Das heißt: Der KSR ist eine Arbeitsgemeinschaft der auf dem Gebiet der Altenarbeit tätigen Organisationen und Ruth König Einrichtungen im Enzkreis und der Stadt Pforzheim und die zentrale neutrale Anlaufstelle für Fragen und Probleme älJutta Behrendt terer Menschen. Ein ehrenamtliches BüroTeam steht für Auskünfte, Gespräche und Informationen in der Geschäftsstelle zur Verfügung. Herta La Delfa Im Rahmen dieser Aufgabenstellung findet eine enge Zusammenarbeit mit dem Landesseniorenrat und der BAGSO, BundesWaltraud Bopp arbeitsgemeinschaft der Seniorenorganisationen, statt. Die Erfüllung dieser Aufgabe ist heute aktueller denn je und steht im Mittelpunkt der Aktivitäten. Darüberhinaus verlangt die Entwicklung neue Aufgabenstellungen, insbesondere im Hinblick auf die verlängerten Lebensjahre und die dringende Notwendigkeit neuer Tätigkeiten und sozialer Engagements. Nachfolgend geben wir Ihnen eine kurze Darstellung unseres Programms.

FRAG PFORZHEIM-ENZKREIS Die Freiwilligenagentur hat die Aufgabe, Angebot und Nachfrage ehrenamtlicher Tätigkeiten zu vermitteln und zu aktivieren. In Kooperation mit der VHS sind zwei Ehrenamtliche – vom KSR und eine 50%-Hauptamtliche von der VHS für die Durchführung dieser Aufgabe zuständig. Die Nachfrage von FamilienzenBärbel Grötzinger tren, Schulen und Kindergärten sind groß. Insbesondere an den Hauptschulen gibt es immer mehr Schüler und Schülerinnen, die aufgrund ihrer Lebensumstände ohne weitere Hilfe kaum in der Lage sind, die stofflichen und sozialen Lernziele zu erreichen. Eltern von älteren Kindern sind oft nicht mehr in der Lage, bei den Hausaufgaben zu helfen, Gesprächspartner ihrer Kinder zu sein. Gerade in jungen Jahren ist es wichtig, in problematischen Lebenssituationen nicht allein gelassen zu werden. Da die eigenen Ressourcen der Schulen eine weitergehende Einzelbegleitung nur sehr begrenzt ermöglichen, soll hier das ehrenamtliche Angebot der Senioren eine Lücke schließen. Um ihnen für diese wichtige Aufgabe das nötige Handwerkszeug mitzugeben, werden sie vorab geschult und während des Einsatzes begleitet. (Siehe Artikel rechts.) Wie schon berichtet hat sich die Freiwilligen Agentur (FRAG) Anfang 2009 personell neu aufgestellt. Was hat sich seither getan? Im Zeitraum von Anfang Februar bis Ende Oktober 2009 wurden 21 neue Organisationen bzw. Tätigkeitsbereiche in das Angebot aufgenommen. Inzwischen können die ehrenamtlichen Interessierten aus 122 verschiedenen Aufgaben aus-


aktiv

wählen. Das aktuelle Angebot kann man in der FRAG Broschüre, dem aktuellen VHS Programmheft und im Internet unter www.frag-pf-enzkreis.de nachlesen. Insgesamt 126 Anfragen von Freiwilligen sind bei der FRAG im Zeitraum Februar bis Oktober 2009 eingegangen. Über 100 Beratungsgespräche wurden geführt und in mehr als 90 Fällen wurde nach der Beratung der Kontakt zwischen den Interessenten für eine ehrenamtliche

Tätigkeit und einer entsprechenden Organisation hergestellt. Weitere Fälle sind noch in Bearbeitung. Ferner wurde das Projekt „Aktion Lesepaten“ gestartet (siehe unten). Es hat sich viel bewegt, aber es gibt noch viel mehr zu tun. Die Mitarbeiter der FRAG packen es an. SENIORENFREUNDLICHER SERVICE Der „Seniorenfreundliche Service“ ist eine Aktion der Seniorenräte in Baden-Württemberg.

Mit der Aktion und der Zertifizierung der Geschäfte soll beim Einzelhandel auf Veränderungen hingewirkt werden, die auch die immer größer werdende Kundengruppe „ältere Menschen“ berücksichtigen. In Zusammenarbeit mit der IndusMargarete Janßen trie und Handels-

Die FRAG erhält allgemein positive Resonanz auf die „Aktion Lesepaten“ und viele wünschen dem FRAG Team, dass diese Aktion eine Erfolgsstory wird: Denn jeder Lesepate verbessert die Chancen eines Kindes - die Chancen auf einen erfolgreichen Schulabschluss und auf eine qualifizierte Berufsausbildung.

Können Sie sich noch daran erinnern, wie Sie Lesen lernten? Wie sich der Zeigefinger mühsam von Buchstabe zu Buchstabe hangelte? Und wie sich beim lauten Lesen erst im Nachhinein der AhaEffekt einstellte …ach so heißt das… oder Sie weiter vor einem Rätsel saßen ?

Wenn auch Sie Lesepate werden möchten, können Sie sich beim Kreisseniorenrat montags bis freitags von 10 bis 12 Uhr unter 07231-32798 oder bei der VHS montags, dienstags, donnerstags und freitags von 9 bis 12 Uhr und dienstags von 15 bis 18 Uhr unter 07231-380016 melden. Bärbel Grötzinger und Petra Bohnenberger geben Ihnen gerne weitere Informationen.

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Projekt „Aktion Lesepaten“ der Freiwilligen Agentur Pforzheim-Enzkreis Ursula von der Leyen: „Wer viel liest, kann viel gewinnen“. Kinder, die gerne lesen, haben Erfolg in der Schule. Das belegt die Langzeitstudie „Lesesozialisation von Kindern in der Familie“ der Stiftung Lesen, die im Auftrag des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend erstellt wurde. Die Untersuchung zeigt aber auch deutlich: „Lesefreude“ ist nur bei wenigen Eltern ein Erziehungsziel. Oft fehlt es aber nicht nur an der „Lesefreude“ sondern auch an der „Lesefähigkeit“. Heute haben immer mehr Kinder Probleme beim Lesen und ihnen fehlt damit eine wichtige Voraussetzung, auch die anderen Schulfächer bewältigen zu können. Diese Erkenntnis führte wohl auch zu der zunehmenden Nachfrage nach Leseunterstützung. Für die FRAG war es Anlass, ein Projekt zur Gewinnung von ehrenamtlichen „Lesepaten“ zu starten. Im ersten Schritt verschaffte sich die FRAG einen groben Überblick über den Bedarf an Lesepaten. Befragt wurden die Familienzentren in Pforzheim sowie einige Schulen und Kindergärten in Pforzheim und im Enzkreis. Ferner wurde der Kontakt zu bereits bestehenden Lesepatenprojekten gesucht. Ergebnis: Bedarf ist reichlich vorhanden. Über 50 Anfragen nach Lesepaten liegen der FRAG vor und es werden ständig mehr. Die Aktivitäten konzentrieren sich inzwischen auf die Akquisition

geeigneter Lesepaten und auf die Vermittlung dieser Kandidaten an die Einrichtungen, die Lesepaten suchen. Dabei werden die Wünsche der Ehrenamtlichen und der Organisationen berücksichtigt: Wünsche hinsichtlich Zeit, Einsatzort und Inhalt der Tätigkeit. Denn je nach Alter der Kinder liegt der Schwerpunkt auf Vorlesen, Vorlesen lassen, schwierige Wörter erklären und Gelesenes nacherzählen lassen. In jedem Fall soll das Interesse an Büchern und die Freude am Lesen geweckt werden. Was sollte man als Lesepate mitbringen? „Man muss geduldig und offen sein und darf nicht zu hohe Erwartungen haben. Aber es macht großen Spaß.“ sagt Nadine Knab , eine, die es wissen muss. Sie wurde bereits im Vorfeld der „Aktion Lesepaten“ über die Freiwilligen Agentur an das Familienzentrum Au vermittelt. Der Startschuss der „Aktion Lesepaten“ war Ende September mit der Veröffentlichung in der Presse, dem Aufhängen der Plakate und der Verteilung der Lesepaten-Karten. (siehe Bild). Die Aktion ist gut angelaufen. In den ersten Wochen haben sich bereits über 40 Interessenten gemeldet. Der Bedarf aber ist viel größer. Daher ist jede weitere Meldung willkommen.


Kreisseniorenrat kammer, dem Einzelhandelsverband, der Handwerkerinnung und Citymarketing, der Altenhilfe der Stadt Pforzheim sowie der Landratsamt-Altenhilfe wurden erste Überlegungen gestartet. Jetzt gibt es eine Kriterienliste, die vor Ort abgearbeitet werden kann. Auf Antrag der Geschäfte prüft ein Team vom KSR, ob die Voraussetzungen für die Auszeichnung „Seniorenfreundlicher Service“ gegeben sind. Bei erfolgreichem Ergebnis erhalten die Geschäfte in einer Feierstunde ein Zertifikat sowie einen Logo-Aufkleber für Schaufenster oder Ladentür. Das Zertifikat wird den Firmen für jeweils 2 Jahre überreicht und kann nach erneuter Überprüfung verlängert werden. Im April 2008 wurde eine gemeinsame Erklärung der Staatsrätin für demographischen Wandel und für Senioren, Prof. Dr. Claudia Hübner, des Einzelhandelsverbandes BadenWürttemberg e.V. und des Landesseniorenrates Baden-Württemberg e.V. abgegeben. Danach soll in Baden-Württemberg das Bewusstsein für die gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Chancen der demographischen Veränderung gestärkt werden, die Lebensqualität im Alter erhöht und Selbstbestimmung und DIE WOHNBERATUNG – EINE WICHTIGE INSTITUTION FÜR ÄLTERE UND/ODER BEHINDERTE MENSCHEN

Andrea Überall-Schulze

Dieter Müller

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Unterstützung mit Wohnberatung Die eigene Wohnung anpassen oder eine neue Wohnform suchen – das Spektrum an Wohnmöglichkeiten nimmt zu und differenziert sich immer mehr. Um die für Sie persönlich geeignete Wohnform zu finden, ist es wichtig, eine gründliche Selbsteinschätzung bezüglich der Wohnwünsche und persönlichen Ressourcen vorzunehmen, sich mit Angehörigen und Freunden auszutauschen, sich zu informieren, wel-

Unabhängigkeit so lange wie möglich bewahrt werden. Was jedoch Älteren den Einkauf erleichtert , das ist auch angenehm für alle anderen Kundengruppen. Es geht also nicht darum „Geschäfte für alte Leute“ zu schaffen, sondern Verkaufseinrichtungen zu schaffen, die auch ältere Menschen zufrieden stellen. SENIORENKINO IM REX Diese KSR-Veranstaltung erfreut sich seit Jahren zunehmender Beliebtheit. An jedem zweiten Mittwoch im Monat finder eine besondere Kinovorstellung für Senioren statt. Der Film wird nach spezifischen Qualitätskriterien ausgewählt, so dass dadurch im Laufe der Jahre bei den Besuchern die Sicherheit einer gewisse Qualitätsgarantie entstanden ist. Anschließend trifft man sich bei Kaffee und Kuchen zu einem gemütlichen Gedankenaustausch. Die Besucherzahl liegt zwischen 90 und 120 Teilnehmern. VORTRÄGE IM RAUM SMARAGD DER SCHMUCKWELTEN • „Die drei großen Reformen“: Rechtsanwältin Isabel Hutter sprach über die drei großen Themen Patientenverfügung, Erbschaftssteuer. Pflichtteilsrecht. che Angebote vor Ort vorhanden sind und bei Bedarf eine Wohnberatung in Anspruch zu nehmen. Wohnberatung unterstützt Sie • Ihre Wohnsituation so zu gestalten, dass sie Ihren Bedürfnissen und Fähigkeiten angepasst ist. • Bei einer umfassenden Beratung unterstützen die Wohnberater/Innen Sie bei der Entscheidungsfindung, • informieren über die Vor- und Nachteile der vor Ort vorhandenen Wohnangebote. Wir kommen auf Wunsch in Ihre Wohnung, beraten Sie dort über die Möglichkeiten der Wohnungs-

Diese 3 Gesetze, wurden in den letzten Monaten vom Gesetzgeber verabschiedet. Sie unbedingt zu kennen und zu begreifen ist auch besonders für die ältere Generation wichtig. Dies war der Anlass, Frau Hutter um diesen Vortrag und eine fachliche Erläuterung zu bitten. Es wurden viele Fragen gestellt und beantwortet und jeder Beteiligte erhielt entsprechende schriftliche Unterlagen zur Verfügung. • Hundertwasser: Anlässlich der großen Hundertwasser-Ausstellung in den Schmuckwelten gelang es uns, die Kunsthistorikerin Claudia Baumbusch zu gewinnen, im Rahmen der KSR-Vortragsreihen exclusiv für die interessierten Senioren im Raum Smaragd einen Vortrag über den Künstler zu halten. Es wurden Fragen beantwortet und anschließend die Ausstellung besichtigt. Häufig trifft man sich nach diesen Vorträgen zu einem gemeinsamen Kaffee im oberen Restaurantraum, der im Sommer auch die Möglichkeit bietet, außerhalb des Restaurants über den Dächern von Pforzheim Kaffee & Kuchen zu genießen. anpassung, über deren Finanzierung und unterstützen Sie bei der Umsetzung der Maßnahmen. Wir sind seit 10 Jahren die kompetente Anlaufstelle für barrierefreies Wohnen. Nutzen Sie unsere Erfahrungen! Wohnberatungsstelle Kreisseniorenrat Enzkreis – Stadt Pforzheim e. V. Ebersteinstraße 25 75177 Pforzheim Tel.: 07231/357714 Öffnungszeiten: Montag bis Freitag 10 –12 Uhr oder nach Terminvereinbarung


aktiv

• „Parfum“ Der Raum „Smaragd“ in den Schmuckwelten eignet sich durch Größe und Lage – für maximal 80 Teilnehmer und einem Blick hoch über der Stadt – ausgezeichnet für spezielle Vorträge. Hier hat in den vergangenen drei Monaten z.B. Bernauer, Inhaber der Parfumerie Just, aus seinem vielstigen Wissen und seinen Erfahrungen auf dem Gebiet des Parfums berichtet. Ein Hauch Parfum empfing die Zuhörer bereits beim Verlassen des Fahrstuhls in der 7. Etage. Zahlreiche Düfte wurden erschnuppert, erkannt oder blieben ein Geheimnis. Und sicher wurden auch auf der Reise durch Blüten und Hölzer neue Vorlieben wach, von denen man bisher nicht geträumt hatte. SENIOREN SCHAFFEN SCHÖNES Diese Ausstellung ist ein Dauerbrenner unter den langjährigen Veranstaltungen des KSR. Senioren stellen ihre Kreativität unter Beweis mit immer wieder neuen Themen in Kunstwerken wie Malerei, Holz- und Handarbeiten in den unterschiedlichsten Themen und Anfertigungen. Wie im vergangenen Jahr findet die Ausstellung wieder im Volksbankhaus statt. Termin vom19.4. – 24.4.2010 Die letztjährigen Aussteller werden rechtzeitig schriftlich informiert.

FÜR ALLE VERANSTALTUNGEN SIND RECHTZEITIGE ANMELDUNGEN ERFORDERLICH! Geschäftsstelle Kreisseniorenrat Pforzheim Enzkreis e.V. • Ebersteinstr. 25 (Ecke Salierstraße), 75177 Pforzheim • Tel. 0 72 31/3 27 98 oder Fax 0 72 31/35 77 08 • E-Mail: info@kreisseniorenrat-pf.de

Neue Interessenten werden gebeten, sich in der Geschäftsstelle des KSR anzumelden. SENIORENTHEATER Anlässlich des 3. Europäischen Seniorentheater-Festivals im Juli im Kulturhaus Osterfeld hat der KSR sich bemüht, in Pforzheim Interessenten für ein Seniorentheater zu finden. Wichtig war, vorerst die Rahmenbedingungen zu schaffen. Dies ist nun gelungen im Rahmen einer Zusammenarbeit mit dem Kulturhaus Osterfeld dem Amateurverein Pforzheim e.V., dem Kreisseniorenrat Enzkreis Stadt Pforzheim e.V. und mit freundlicher Unterstützung der Ursula und Otto Meixner Stiftung. Das erste Zusammentreffen der ersten Interessenten mit dem Regisseur und Theaterpädagogen Jochen Wietershofer, der für die Aufgabe als als Leiter des Kurses gewonnen werden konnte, fand am 7. Dezember statt. Weitere Interessenten zur Teilnahme an diesem Theaterkurs melden sich bitte in der Geschäftsstelle. Es ist geplant, das für die Proben angedachte erste Stück im Dezember zur Aufführung zu bringen. STERNTREFFEN Das alljährliche Sterntreffen, ein bunter Nachmittag für Senioren, gehört zu den altbekannten Veranstaltungen des KSR. In diesem Jahr

fand es am 17. Oktober in der Erlentalhalle in Ötisheim statt. 450 Seniorenheime, Vereine, Clubs und Freunde hatten sich um 14.00 Uhr dort eingefunden, und so wurde es ein lustiger und abwechslungsreicher Nachmittag. Bürgermeister Werner Henle und Gerda Görnemann, Vorsitzende des KSR, begrüßten die Gäste, durch das Programm führten Andrea Überall-Schulze und Peter Petrausch. Für das Wohl des Leibes sorgten die NaturFreunde Ötisheim, für das Wohl der Seele die zahlreichen Vereine mit ihren vielseitigen und erfolgreichen Darbietungen. Der Musikverein machte den Anfang und brachte Stimmung in den Saal, dann präsentierte sich der TSV Ötisheim mit den Gymnastikgruppen der Kinder und Senioren. Bemerkenswert war die Bläsergruppe der Henri-Arnaud-Schule, die erst vor kurzer Zeit Bekanntschaft mit ihren Instrumenten gemacht hatten und eine ausgezeichnete musikalische Leistung präsentierten. Von besonderem Glanz war die Stimmqualität des Männergesangvereins von Ötisheim, der erst mit mehreren Zugaben von der Bühne verabschiedet wurde. Den Abschluss der Veranstaltung bildete eine Flamenco-Gruppe, die als Zugabe ihrer Vorstellung das gesamte Publikum in den Rhythmus von Bewegung und Musik einbezog.


enioren Residenz „Bergdorf“ Büchenbronn

Im Obergeschoss des Walter-Rittmann-Hauses (Gemeinschaftshaus) unserer Seniorenresidenz ist ein neues Wohnprofil für zwei Wohngruppen entstanden – eine zukunftsweisende und bereits bewährte Wohnform. Je sieben Einzelzimmer zum Teil mit Balkon gruppieren sich um einen großen Gemeinschaftsraum mit einer Küche, einem kleinen Nebenraum für Spezialaktivitäten und einer Dachterrasse.

Warum diese neue Wohnform? Mediziner und Gerontologen predigen es seit Jahren in Vorträgen, Büchern, Fernsehsendungen, Zeitungen etc. Einsamkeit macht alt, krank, trübt den Geist, verdunkelt das Gemüt, verhärtet die Seele. Gerade die aktivierende Wirkung durch

Unsere Angebote im Überblick: • exponierte Lage • Kombination aus Pflegeheim und Betreutem Wohnen • vollstationäre Dauer- u. Kurzzeitpflege • qualifiziertes Fachpersonal • Tag- und Nacht-Präsenz • Großzügige Gemeinschaftsräume • Therapie- und Multifunktionsräume • Dachgarten/Wintergarten • Frischkost aus eigener Küche • Schonkost/Diabetikerkost/Vegetarisch • Fahrdienst/mobiler Hilfsdienst • Wäscherei im Haus • Wohlfühlklima und vieles mehr

Rufen Sie uns an, wir beraten Sie gern

Begegnungen mit anderen Menschen, durch gemeinsames Tun, durch den Gedankenaustausch erhält die Lebendigkeit und Elastizität, die mit zunehmendem Alter ihren wesentlichen Anteil zum Erhalt eines lebensbewussten Alterns beitragen. Wir wissen dies und haben als erste Seniorenresidenz in Pforzheim diese Möglichkeit integriert, die in anderen Ländern längst zu den bewährten und beliebten Wohnmodellen gehört. Oft hören wir bei der Besichtigung dieses Angebotes die ablehnende Bemerkung: „Ach nein, ich möchte lieber allein bleiben“. Hierbei wird offensichtlich vergessen, dass man ja mit seinem Einzelzimmer, das zu diesem Wohnprojekt gehört, stets die Möglichkeit hat, sich zu jeder Zeit zurück zu ziehen.

Die Statistik zeigt uns, dass wir heute im Schnitt 6 Jahre älter werden als unsere Eltern. Es ist ein Geschenk an unser Leben, das wir dankbar annehmen und sinnvoll gestalten sollten. Die Geselligkeit pflegen, sich mit anderen Menschen auszutauschen, sich gegenseitig zuzuhören, miteinander Freude zu haben, Freude zu schenken und anzunehmen, gehört zum Leben ebenso, wie das mit sich Leben und in sich Ruhen. All dies sind Gründe, die für uns wichtig waren, dieses neue Wohnmodell in unsere Senioren Residenz zu integrieren. Die vorliegenden Erfahrungswerte beweisen uns, dass hier eine Wohnform zur Verfügung steht, die richtungsweisend ist für ein lebendiges, anregendes und aktives Miteinander unter dem Dach einer altersgerechten Betreuung und Versorgung.

Wohngemeinschaft Walter-Rittmann-Haus Senioren-Residenz Bergdorf, Büchenbronn 1. Beispiel: 1-Zimmer-Appartement Kaltmiete Nebenkosten Verpflegung pro Tag € 8,55 Reinigung per m2 € 1,15 Hausnotruf Betreuungspauschale Gesamt 2. Beispiel: 1-Zimmer Appartement mit Südbalkon Kaltmiete Nebenkosten Verpflegung pro Tag € 8,55 Reinigung per m2 € 1,15 Hausnotruf Betreuungspauschale Gesamt

39,30 m2 €/Monat 360,00 140,00 260,00 45,00 20,00 50,00 875,00

52,00 m2 €/Monat 450,00 160,00 260,00 60,00 20,00 50,00 1.000,00

SR Senioren-Residenz GmbH · Siedlungstraße 48 · 75180 Pforzheim ·


enioren Residenz „Nagoldblick“ Huchenfeld

Foto © Michael Block

Am 11. Oktober war es soweit: Mit einer Eröffnungsfeier um 10.00 Uhr und einem „Tag der OffenenTür“ wurde die neue Senioren-Residenz Haus Nagoldblick in Pforzheim-Huchenfeld ihrer Bestimmung übergeben. Nach der Begrüßung durch den Heimleiter Heiner Küllmer überbrachte der Oberbürgermeister der Stadt Pforzheim, Herr Gert Hager, die Glückwünsche der Stadt zu dem gelungenen Pflegehaus. Der Ortsvorsteher Herr Heinrich Bayer erinnerte in seinem Grußwort an die ersten Maßnahmen vor circa zehn Jahren bis zu die-

sem Tag der Realisierung des Vorhabens Pflegehaus. Frau Görnemann, Vorsitzende des Kreisseniorenrates, sprach von der Liebe zu den Bewohnern des Pflegehauses als erste Priorität. Nach der Eröffnung erkundeten im Rahmen des „Tag der Offenen Tür“ unter Begleitung der Pflegedienstleiterin Frau Sylvia Fischer zahlreiche weitere Gäste das Haus. In einem Vortrag im Mehrzweckraum referierte Frau Dr. Buhlinger über das Thema „Alte Grippe/Neue Grippe – welche Gefahr droht?“. Neben Konzentrationsübungen, vorgestellt von Herrn Apotheker Brecht von der St. Hubertus-Apotheke, und Informationen zur Krankengymnastik nach Bobath durch die Krankengymnastikpraxis Central-Reha und einem Vortrag durch das Sanitätshaus Paul zu Ernährung und Zu-

satznahrung wurden zahlreiche Informationen über die umfangreichen Leistungen des Hauses angeboten. Der ambulante Pflegedienst SR-Soziale Dienste informierte über Pflege und Pflegeversicherung. Daneben stellten das Sanitätshaus Heintz, die Fußpflege Rössle, die Ergotherapiepraxis Bosch, Heilpraktikerin Frau Glaser, Fußpflegerin Frau Gaide, die Logopädin Frau Fischer und die Zahnarztpraxis Wenz ihre Produkte und Dienstleistungen vor. Am Nachmittag wurden die Gäste mit einem musikalischen Beitrag durch den Posaunenchor und Alleinunterhalter Klaus Schöttle unterhalten. Das Pflegehaus bietet auf zwei Wohnbereichen, die unter dem Motto „bekannte Gebäude und Gegenden des Enzkreises“ und „Pforzheimer Schmuck“ stehen, 36 Pfle-

geplätze.Alle 30 Zimmer haben eine Nasszelle, von denen ein Teil als rollstuhlfahrergerecht ausgelegt ist. Das Erdgeschoss, über eine Terrasse mit dem Sinnesgarten verbunden, der nächstes Jahr die Bewohner erfreuen soll, wird auch für an Demenz erkrankte Bewohner geeignet sein. Die ersten Bewohner haben sich bereits gemütlich eingerichtet. Die Visitenkarte des Gebäudes stellt die dem Pflegehaus vorgelagerte Eingangssituation mit freundlich gestaltetem Café, Verwaltung und Wartebereich dar. Im Wohl-

fühlbad mit Hubbadewanne, das im hinteren Teil des Eingangsgebäudes an das Café angrenzt, können die Bewohner die stimmungsvolle Gestaltung des Raumes genießen – Ruhe und Entspannung pur unterstützt durch wohltuende Badeessenzen. In Kooperation mit ortsansässigen Kirchenund Krankenpflegevereinen sowie Besuchen des Kindergartens und der Schule freuen wir uns darauf, allen Bewohnern eine angenehme Umgebung zu schaffen, in welcher der Lebensabend mit Freude und Würde gelebt werden kann. Wegen unseres ökologischen Baukonzeptes ist ein wesentlicher Baustoff Holz. Ein Drittel der deutschen Landfläche ist mit Wald bedeckt und jedes Jahr wächst mehr Holz nach als wir verbrauchen. Holz ist ein regenerativer Baustoff. Und Holz bindet den Klimakiller CO2. In einer Zeit schwindender Ressourcen und wachsender Umweltbelastung haben wir uns um intelligente, komfortable aber auch preiswerte Energiekonzepte Gedanken gemacht.Wir müssen zukünftig unsere Energien regenerativ erzeugen. Dazu ist es aber zwingend erforderlich, den Energiebedarf zu senken. Das heißt, vor der Überlegung Heizung kommt die Überlegung Dämmung. Angesichts dessen bedarf es des Einsatzes gut durchdachter wärmedämmender Konstruktionen um den Wärmeabfluss deutlich zu reduzieren. Eine ideale Ergänzung ist eine thermische Solaranlage. Sechs Monate sorgt die Solaranlage vollständig für die Warmwasseraufbereitung und Heizungsunterstützung. Photovoltaik ist unbestritten die eleganteste Art, Sonnenenergie in Strom zu verwandeln. Die Photovoltaikanlage bringt neben dem wirtschaftlichen auch einen bedeutenden Gewinn für unsere Umwelt. Die Sonne ist eben unsere unerschöpfliche Energiequelle. Mit unseren neuen Konzepten möchten wir nicht nur ökologische und wirtschaftliche Akzente in Huchenfeld setzen. Gewinnen sollen vor allem die Senioren. Durch Funktionalität, ein entsprechendes Ambiente mit einer modernen Ausstattung, wozu auch die kontrollierte Wohnraumlüftung mit Wärmerückgewinnung zählt, sowie natürlich fachkundige Pflege mit Herz und Qualität wird ein optimales Zusammenwirken garantiert und alle Voraussetzungen für das persönliche Wohlempfinden geschaffen.

Tel.: 0 72 31/60 55 - 0 · Fax: 60 55 103 · e-mail: sr-senioren-residenz@freenet.de


Prof. Dr. Ulrike Krenzlin

Editha ist Magdeburg! Landesausstellungen zum Mittelalter punkten überall. Niedersachsen feiert in Braunschweig Kaiser Otto IV. Tram vom welfischen Kaisertum. Mit der Präsentation „Ex Oriente lux“ führt Oldenburg seine Auszeichnung als „Stadt der Wissenschaft 2009“ vor. Kaiser Friedrich II., mit dem Prädikat „Stupor mundi“ in die Geschichte eingegangen, wird hier zum zweiten Mal als Begründer unserer Wissensgesellschaft vorgestellt.

Prof. Dr. Ulrike Krenzlin

Bild rechts: Museum und Dom Der Ort der Ausstellung „Aufbruch in die Gotik“, das Kulturhistorische Museum Magdeburg, liegt in unmittelbarer Nähe zum gotischen Magdeburger Dom. © Magdeburg, Kulturhistorisches Museum, Ines Sachsenweger

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2010 wartet sogar eine Dreiländerausstellung mit „den Staufern und Italien“ auf. Doch allen Versuchen, Persönlichkeiten aus den Geschichtsquellen lebendig heraus steigen zu lassen, eignet zu viel Zähigkeit. Jedoch der Landesausstellung SachsenAnhalt in Magdeburg gelang es, in der Öffentlichkeit einen Eklat zu inszenieren. Von dem nüchternen Titel „Aufbruch in die Gotik. Der Magdeburger Dom und die späte Stauferzeit“, seiner anspruchsvollen Ausstellungsinszenierung, war dies eigentlich nicht zu erwarten. Das Museum stellt sich als ein Kompetenzzentrum für Mittelalterforschung vor. Doch kamen im Magdeburger Dom die archäologischen Ausgrabungen des Landesamts für Denkmalpflege Halle hinzu, die größte und teuerste Grabung dieser Art in Sachsen-Anhalt. Diese Institution brachte denn auch den Stein ins Rollen. Ihre Funde wühlten die Geschichte buchstäblich auf, so dass sie ihre Geheimnisse wie ein illuminiertes Buch preiszugeben begann. Das Handlungspersonal aus der Stauferzeit betrat nun wirklich die Bühne des Geschehens: Kaiser Otto., Königin Editha, seine Gemahlin, die beiden Kaiser Otto IV. und Friedrich II., Erzbischof Albrecht von Käfernburg, der geistige Mentor und Erbauer des Domes. Und es passierte, was niemand erwartet hatte, zwischen Bürgern, Museumsdirektor Matthias Pohle, Bürgermeister Lutz Trümper, Kultusminister Jan - Hendrik Olbertz entfachte sich ein ausuferndes Streitgespräch. Ministerpräsident Wolfgang Böhmer sagte dazu in seiner Vi-

deobotschaft: Die Anteilnahme der Bürger am Fund der Gebeine der Königin Editha sei ein Zeichen, dass sie sich mit ihrer Heimat verbunden fühlten. Der Eklat Wegen der Überführung der aufgefundenen Gebeine von Königin Editha aus dem Magdeburger Dom nach Halle in das Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie nach Halle (Museum für Ur- und Vorgeschichte) kam es zum Eklat. Diese soll hier auch zum Problem hinführen. Landesarchäologe Harald Meller, Entdecker der Nebra-Scheibe, behandelte den Grabfund als wissenschaftliche Objekt. Ohne Verantwortliche zu informieren, ließ er ihn stillschweigend abtransportieren. Erst kurz vor der Pressekonferenz am 26. Februar 2009 ist der Fund in Halle bekannt gemacht worden. Die Vorwürfe richteten sich darauf, dass der Sarg auf abenteuerliche Weise vom Landeskonservator aus Magdeburg entführt, die Totenruhe „der wissenschaftlichen Begierde“ (G.

Quast) geopfert worden. Die Nachtund Nebelaktion habe die historische Identität Magdeburgs ausgehöhlt (M. Puhle). Es zähle nur das wissenschaftliche Interesse an den königlichen Knochenüberresten und dem Kiefer. Auch die Leichentücher, in denen sie bei der letzten Translocierung 1510 geborgen wurden, sind bereits gelüftet. Der für die Ausstellung vorübergehend freigegebene Bleisarg ist leer. Die Gebeine bleiben auf absehbare Zeit Laboruntersuchungen überlassen. Domprediger Giselher Quast fordert zwar die „schnellstmögliche Rückkehr“ und Wiederbeisetzung Edithas samt Kasten, hat sie aber bisher nicht bewirkt. Der Evangelische Landesbischof Axel Noack warnte vor dem Bruch der Totenruhe und der Neigung davor, Ehrwürdiges zum Event verkommen zu lassen. Was wollen Wissenschaftler ergründen? Die königliche Identität Edithas. Mit Strontiumanalysen soll dies festgestellt werden. Das im Trinkwasser enthaltene Metall lagert sich ab dem viertem Lebensjahr in Knochen und Zähnen ab. Strontium hat in Wessex eine andere Zusammensetzung als in „Magedeborch“. Edith ist mit siebzehn nach Magdeburg gekommen, so dass Strontium aus Wessex in ihren Knochen gefunden werden müsste, wenn es sich um ihre Gebeine handeln soll. Die Frage wie mit den sterblichen Überresten der Königin verfahren werden sollte, ist in Sachsen-Anhalt bisher offen geblieben. Ministerpräsident Wolfgang Böhmer sagte: „Der Streit darüber, wo die einzelnen Funde hingehören, hat das historische und kulturelle Bewusstsein in unserem Land geschärft. Alle Funde in unserem Boden, deren Besitzer nicht konkret auszumachen sind, gehören dem Land Sachsen-Anhalt. Auf jeden Fall sollen die Funde wissenschaftlich ausgewertet werden. Da die Bergung und Konservierung


Der Magdeburger Dom und die späte Stauferzeit

„Zum Ruhme Christi, des Königs aller Zeiten“ Was war der Ausgangspunkt für den Eklat? Nach jahrelangen „archäologischen Grabungen im Dom zu Magdeburg“, so der Titel des Forschungsprojekts, das das „Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie Halle“ ausrichtet, wurde es im November 2008 endlich und sogleich auf spektakuläre Weise fündig mit einem Bleisarg. Laut Inschrift handelt es sich um die Ruhestätte der in Totentücher gehüllten Gebeine von Königin Editha, der ersten Gemahlin König Otto I., seit 962 Kaiser des Imperium Romanum. „Die sterblichen Überreste der Königin Editha sind in diesem Sarg geborgen… 1510… zum Ruhme Christi, des Königs aller Zeiten.“ Der Bleisarg befindet sich im Inneren des Kenotaphs, der bisher für ein Scheingrab gehalten wur-

de. Der Fund kommt einer Sensation gleich. 70 cm lang, mit vierzig Kilo Gewicht ist er klein, weil Edithas Gebeine in den Rang von Reliquien erhoben und mehrfach umgebettet (transloziert) wurden. Nach ihrem Tod 937 ließ Otto I. seine Gemahlin im St. Mauritius – Kloster beisetzen, dessen Grundmauern unter dem gotischen Domchor verborgen liegen. Edithas letzte Translozierung erfolgte 1510 in den Chorscheitel. Wie eine Heilige ist sie an herausragender Stelle beigesetzt. Den Renaissance-Kenotaph, ein hochschönes plastisches Kunstwerk, hat Erzbischof Ernst von Sachsen gestiftet. Das Stifterpaar, das zuerst in der ottonischen Mauritiuskirche ruhte und in den gotischen Dom „St. Mauritius und Katharinen“ überführt wurde, war bis zur Reformation in einer West-Ost-Achse aufgebahrt: beginnend mit dem Kenotaph Kaiser Ottos I., danach folgten der Hauptaltar mit den Reliquien der Schutzpatrone, das Heilige Grab (heute an der Kanzel) und im Chorscheitel, das Edgith-Grab. Diese Anlage erhebt das Stifterpaar in den Rang der Heiligenverehrung. Otto I. wird so in der Nachfolge des 1215 heilig gesprochenen Kaisers Karl der Große nobilitiert. Editha war wegen ihrer Mildtätigkeit gegenüber Notdürftigen sehr beliebt. Sie wurde noch Jahrhunderte lang wie eine Heilige verehrt. Ihr Namenstag ist bis zur Reformation gefeiert worden. Die mittelalterliche Erinnerungskultur (Memoria) macht es bei Kirchenneubauten erforderlich, Grablegen von hohem Erinnerungswert würdevoll aus dem Vorgängerbau zu übernehmen. Die prominenten Stiftergrablegen Kaiser Otto I. und Königin Editha, die nach ihrer Verlegung im neuen Dom an der alten Stelle

Bleisarg der Königin Edgith. Magdeburg. Dom. Chorumgang. 1510 Wiederbestattung. H 22cm x B 24 cm x L 77 cm. Halle Landesamt für Denkmalpflege, Juraj Lipták

verblieben, sind die eigentliche Ursache für die viel umrätselte Achsenverschiebung des gotischen Domes gegenüber dem Vorgängerbau. Neuerung und Memorie Heuer feiert die erste an der östlichen Grenze des ottonischen Kaiserreichs errichtete gotische Kathedrale ihr 800-jähriges Gründungsjubiläum. August 1209 erfolgte in Magdeburg ihre Grundsteinlegung. Es gab zwei gravierende Gründe dafür, an der Elbe die französische Kathedralgotik einzuführen. Der erste Grund war eine Brandkatastrophe, der die Mauritius-Basilika zum Opfer fiel. Kardinal Albrecht II. von Käfernburg, eben von Papst und Kaiser in seinem Amt als Erzbischof von Magdeburg bestätigt, hielt Karfreitag 2007 feierlichen Einzug in Magdeburg. Wenige Tage später, am 20. April 1207, brannte die Vorgängerkirche lichterloh ab. An der politisch sensiblen Außenstelle des mühsam befriedeten Ostfrankenreichs musste sofort ein Neubau entstehen. Unter Leitung des Domkapitels sorgten ab 1209 viele Kräfte für den Baufortschritt der neuen Bischofskirche „St. Mauritius und Katharinen“. Die Ausstellungsinitiatoren re-

Foto unter: http://commons.wikimedia.org/wiki/File:Saint_Maurice_Magdeburg.jpg

viel Geld kosten, sollten wir sie zulassen, wenn dies respektvoll und mit Würde geschieht.“ OB Lutz Trümper bringt das Problem auf den Punkt „Editha ist Magdeburg!“ Domprediger Giselher Quast: „Einer toten Königin gucke man nicht unter den Rock… wenn man sie schon finde, dann müsse sie auch mit Würde behandelt werden.“ Der sezierende Blick, – ähnlich wie in der Genforschung und bei DNA Analysen – auf die Memoria einer Magdeburger Königin, noch dazu gebunden an seine Kostspieligkeit, macht den Verlust des Glaubensmodells in Sachsen-Anhalt schmerzhaft deutlich. Dieses Vorgehen erinnert an Gunter von Hagens Leichenkonservierung, vorgeblich zu wissenschaftlichem Nutzen. In Braunschweig gab es bei Vorbereitung der Ausstellung von Otto IV. ebenfalls Begehrlichkeiten der Wissenschaft nach einer neuerlichen Untersuchung der Grablege Heinrichs des Löwen. Sie sind von der Evangelischen Kirche grundsätzlich abgelehnt worden.

Hl. Mauritius. um1240. Kalkstein. Torso, H.115 cm. Magdeburger Domchor

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Prof. Dr. Ulrike Krenzlin

Editha ist Magdeburg! Der Magdeburger Dom und die späte Stauferzeit Zum Thema: 1.Aufbruch der Gotik 1209. Der Magdeburger Dom und die späte Stauferzeit. Landesausstellung Sachsen-Anhalt. Aus Anlass des 800. Dom-Jubiläums unter der Schirmherrschaft des Präsidenten des Deutschen Bundestags bis 6.12.2009. Kulturhistorisches Museum Magdeburg. Ausstellungskatalog 2 Bd.e Essays I Katalog II. in Mainz/Zabern. 49,– Euro 2. Ex Oriente Lux? Wege zur neuzeitlichen Wissenschaft. Landesmuseum Natur und Mensch Oldenburg. Augusteum, bis 24.01. 2010. Ausstellungskatalog. Mainz/Zabern 3. Otto IV. – Traum vom Welfischen Kaisertum. Niedersächsische Landesausstellung. Das Kaiserjahr 2009. Braunschweig Landesmuseum bis 8.11. Ausstellungskatalog 4. Die Staufer und Italien. Drei Innovationsregionen im mittelalterlichen Europa. ReissEngelhorn-Museum Mannheim 19.09.2010 bis 20.02 2011

vidieren die Annahme, dass Albrecht von Käfernburg bei seinem Pariser Studium die neue gotische Bauweise kennengelernt und an die Elbe gebracht habe. Studiert hat er die Scholastik, die neueste Strömung der hochmittelalterlichen Theologie. Ihre philosophische Ausdifferenzierung verschaffte sich künstlerisch im Gesamtkunstwerk Ausdruck in der gotischen Architektur, Plastik, Glasmalerei, Musik und Buchillumination. Als künftige Hochburg des Christentums fühlte sich das junge Bistum Magdeburg diesem Geist sofort verpflichtet. In Kürze entstand die Choranlage mit Umgang und Kapellenkranz für Zeremonial-Prozessionen und der Bischofsgang, die bewegende Gemütsbewegung der „Klugen und törichten Jungfrauen“ im Nordportal, von Christus und Maria (bisher als Kaiserpaar„Otto und Editha“ gedeutet) im „Heiligen Grab“ sowie der im Hochchor aufgestellten Apostel-Figuren, der Heiligen Mauritius und Katharina und der Kapitelplastik. Reliquienbehälter und Ausstattungskunst sind Totalverluste.

5. Otto Imperatur. Kaisertum im Ersten Jahrtausend, Ausstellung in Vorbereitung. Kulturhistorisches Museum Magdeburg. Sept. – Dez. 2012

Figurengruppe: Ecclesia: um 1225/1230, rötlicher Sandstein, Straßburg, Musée de l’Euvre Notre-Dame. Heilige Kunigunde: Bamberg, um 1230/1235, Schilfsandstein, aus einem Stück gearbeitet, Bamberg, Diözesanmuseum Bamberg.

Bild rechts oben: Der Magdeburger Reiter. Um 1240. Sandstein. Reiter und Pferd aus 17 Teilen zusammengesetzt. H ca. 140 cm, B 65 cm, T 200 cm. Begleitfiguren H ca. 145 cm. Original. Kulturhistorisches Museum Magdeburg.

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Blicken wir in diesem Beitrag vor allem auf den zweiten Entstehungsgrund des Domes, sein eigentliches Anliegen, die Memoria. Denn von

ihrem Verständnis heraus wird klar, weshalb ab 1209 in Magdeburg das modernste Bauwerk Europas entstand. Sie ist erst neuerdings ins Blickfeld gerückt. Erinnerung gilt den Stiftern Otto dem Großen und seiner Gemahlin. Bereits 250 Jahre zuvor hat der Kaiser die Ostgrenze seines Reichs gegen die wilden Einfälle der ungarischen Reiterei stabilisiert. Die „neuen Hunnen“ aus Pannonien überfielen schutzlose Klöster im christianisierten Ostfrankenland. Den entscheidenden Sieg führt Otto I. 955 auf dem Lechfeld bei Augsburg herbei. Dafür empfängt er 962 die Kaiserkrone durch Papst Johannes XII. Bewundert. Wegen seiner Machtfülle erhält Otto das Prädikat „der Große“. Als Dank für Gottes Hilfe errichtet der Kaiser das Erzbistum Magdeburg und die Suffraganbistümer Brandenburg, Havelberg und Merseburg. In Magdeburg hält er oft Osterhoftag. Der neue Dom, sein der Scholastik verpflichteter gotischer Geist, die Marmorsäulen (Spolien), die Otto zum Ruhme seiner römischen Kaiserwürde aus Italien über die Alpen transportieren ließ, erinnern an Ottos und Editha. Editha Prinzessin Edgith (Aedgyth 910 – 946) stammt aus dem angelsächsischen Königshaus von Wessex. König Heinrich I. bat König Aethelstan um ein Brautangebot für seinen Sohn. Dieser entsendete zwei Schwestern, die er mit großem Gefolge und wertvoller Ausstattung auf den Kontinent schickte. Otto wählte Edgith aus. Die Eheschließung von

Edgith und Otto erfolgte 929. Die von Heinrich I., gestiftete Ehe der englischen Königstochter mit dem König des jungen, noch ungesicherten ostfränkischen Reichs wertete dessen Bedeutung für die Zukunft Europas auf. Die Königskrönung fand 936 in Aachen statt. Mit Otto I. lebte Editha 18 Jahre. Otto I. bestimmte seine Grablege neben ihr im Mauritius-Kloster (973). Doch veränderte der nach dem Brand 1207 errichtete Domneubau die Situation. Der Ort mit Edgiths Grabmal in der Kirche des Mauritius – Klosters ist an gleicher Stelle, also unverändert in den Neubau übernommen worden. Das translozierte Grabmal Edgiths liegt „in der neuen Basilika, Nordseite nach Osten„ (Thietmar von Merseburg). Bis zur Reformation blieb ihr Gedenktag erhalten. Auch die erste Aufbahrung Kaiser Ottos wurde unverändert in den Neubau integriert. Die Maße des Domes mussten sich nach Ottos großem Sarkophag ausrichten. Bis ins Jahr 2008 wusste niemand, wo ihre Gebeine ruhen. Denn ihr Kenotaph galt als Scheingrab. Zu allen diesen Aspekten bietet die Ausstellung neue Forschungsergebnisse. Sie lassen das 13. Jahrhundert lebendiger erscheinen als je zuvor. Dem Museumskonzept folgend, werden in Magdeburg nur Originale ausgestellt. Es handelt sich um ca. 400 Originalkunstwerke aus zehn europäischen und amerikanischen Museen, die sich in Verbundenheit mit der Tradition des Museums zu Leihgaben entschlossen haben.


Falsche Brillanten beim Hofball In der ausklingenden Phase des Barock, dem verspielten Rokoko, liebten die Wiener charmante und elegante Feste. So sehr die Landesmutter Maria Theresia auf strenge Einhaltung der Sittlichkeit achtete, war sie selbst – sofern sie nicht gerade im Kindbett lag – begeisterte Besucherin der Redouten und Maskenbälle am Wiener Hof. Sie ließ sogar eigene Ballsäle – dem großen und kleinen Redoutensaal – für die rauschenden Feste erbauen. Natürlich war der Besuch der Ballveranstaltungen am Hof zu Wien ein Privileg der Aristrokratie. Und wenn ein gutsituierter Bürger seine Frau oder seine Tochter entsprechende kleiden konnte, dann stand dem noch die Unmöglichkeit, kostbares Diamantgeschmeide für seine Damen zu erwerben, im Weg. Da war es schon leichter, auf bestimmten Wegen eine Einladung für den Ball zu erhalten. Auch Frau und Kinder des Wiener Goldschmiedemeisters Johann Strasser wollten am Maskenball des Wiener Hofes teilnehmen. Da Johann Strasser selbst nicht über genügend Brillanten zur Herstellung zweier großer Colliers verfügte, suchte er einen Ausweg. Seine Experimente mit Glasmasse, die er mit Bleioxydzusatz versah, waren erfolgreich. Es entstand ein funkelnder künstlicher Schmuck, der nicht vom echten Brillantschmuck zu unterscheiden war. Die Premiere fiel großartig aus. Die hübschen Damen, vor allem die Tochter des Meisters, fanden Anschluss an die Aristokratie.

Die Stunde der Demaskierung näherte sich, und Johann Strasser drängte darauf, den Saal zu verlassen. Aber seine tanzwütigen Damen gaben nicht nach, und so musste die Wahrheit an den Tag kommen. Denn plötzlich begannen sich die Polizeispitzel für das Trio zu interessieren. Noch ehe der Morgen graute war Johann Strasser als Juwelendieb verhaftet. Es dauerte lange Tage, bis sich die Polizei überzeugen ließ, dass es imitierte und keine echten Brillanten waren. Eine Vorführung unter Aufsicht in seiner Werkstatt in der Josefstadt, dem heute achten Wiener Gemeindebezirk, befreite den Meister aus der Haft. Nun wurde er wegen Irreführung und Fälschung bestraft. So sehr er Wien liebte, so sehr war ihm damit das Leben zur Hölle geworden. Er wanderte nach Frankreich aus. Unter dem Namen Pierre de Strass erwarb er mit seinem, Brillantschmuckimitationen ein Vermögen. Der Strassschmuck war geboren.


Das Märchen vom Anfang der Im Anfang war das Wort. Hiermit beginnt die großartige Beschreibung über die Entstehung der Welt – der Erde, des Himmels, der Menschen, der Tiere und Pflanzen. Zwar wurde in dieser uralten Geschichte alles genau beschrieben, aber es fehlt noch ein sehr wichtiger Teil: die Entstehung der Farben, der Töne, der Düfte und der Edelsteine. Die über allem stehende Weisheit hat den Kosmos nach einem „ziemlich“ sinnvollen Konzept geschaffen. Die Menschen erkannten dies schon bald und verankerten es in Begriffen wie „Kosmologie“, „Wie oben so unten“, Kepler’s „Weltharmonik“ oder in Sprüchen wie „Gegen jede Krankheit hat der Himmel auf Erden ein Kräutlein geschaffen“. So ist es nicht verwunderlich, dass auch Farben, Töne, Düfte, Edelsteine und Metalle ebenso wie Sonne, Mond und Sterne zu diesem kosmologischen Ordnungssystem und zum Menschen gehören. Diese Tatsache gibt den Anlass zu einer Geschichte über den Tag, an dem die Farben, Töne, Düfte und Edelsteine in das Zusammenspiel eingebracht wurden. Es war der Abend nach sechs Tagen harter Arbeit, dem nun ein Ruhetag folgen sollte. Alles war geschaffen, der Himmel mit der Sonne, dem Mond und den Sternen, die Erde mit Wassern, Tieren, Pflanzen und den Menschen. Und man sah, dass es gut war. Ein Rest der Lichtkraft war noch übrig geblieben, lag ungenutzt im himmlischen Tresor und wartete auf seine Gestaltung. Da es nach den sechs Schaffenstagen plötzlich so still und ruhig war, wurde die ungenutzte Kraft unruhig. Sie wartete auf ihren Einsatz und donnerte gewaltig an die Tresorwände,

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so lange, bis der große Meister des Himmels und der Erde den Krach nicht mehr ertragen konnte. „Was ist los da drinnen?“ rief er. „Wir warten auf unseren Einsatz“, tönte es aus dem Tresor. „Mein Werk ist vollbracht“, sprach der Herr, „ich habe für euch im Moment keine Verwendung.“ „Nun gut, dann werden wir sehen, ob Luzifer noch eine sinnvolle Aufgabe für uns hat“. Das war das Stichwort für dessen Auftritt. Den ärgerte es schon lange, dass er an dem großen Werk keinen Anteil hatte. Jetzt sah er seine Stunde gekommen. „Großer Meister,“ begann er seine Rede, „Du hast alles weislich und perfekt geordnet. Aber – wenn ich als Mensch dort unten leben würde – ich würde mich zu Tode langweilen. In einer Welt ohne Musik, ohne Farben, ohne Düfte und ohne die Möglichkeit, sich mit diesen wunderbaren Dingen schmücken zu dürfen werden Dir die Menschen für Dein Werk niemals dankbar sein. Machen wir eine Wette. Wir bauen dieses Reich der Farben, Düfte, Töne und Edelsteine in Dein Reich ein, in die Tiefe der Erde, in die Individualität der Menschen, der Tiere und der Pflanzen. Sie erhalten es von mir als sinnliche Welt. Mit ihr können sie sich und ihrem äußeren Erscheinungsbild Glanz geben. Du bist in diesem Spiel für die geistige Botschaft zuständig, die dem Menschen so lange verschlossen bleibt, bis er seine Bedeutung erkennt. Bis dahin bin ich der Herr und bestimme die Spielregeln. Erreicht jedoch

Deine geistige Botschaft den Menschen, dann bin ich bereit, meine Kraft in Deine Dienste zu stellen.“ Alle hörten gespannt zu. Das war eine gewaltige Herausforderung. Der Herr kannte seinen Luzifer, den großen glänzenden Verführer mit seiner kraftvollen Lebenslust und seiner Vorliebe für leere prunk- und prachtvolle Äusserlichkeiten. Und er wusste sehr wohl, dass er neben all den geistigen Möglichkeiten den Menschen auch diese Eigenschaften mitgegeben hatte. Würde Luzifer diese Eigenschaften gegen ihn benutzen? Andererseits hatte die Freude an diesem Thema bereits die gesamten himmlischen Heerscharen ergriffen. Lange schwieg der Herr. Sein tiefer und sorgenvoller Seufzer lief wie ein fernes Donnergrollen durch den Kosmos. Dann sprach er: „Also gut, Du sollst Deine Wette haben. Aber ich stelle eine Bedingung: Einen farbenprächtigen Bogen werde ich setzen an den Himmel zum ewig-sichtbaren Zeichen des Bundes zwischen mir und den Menschen. „Ich bin mit Deinen Bedingungen einverstanden. Aber warum der Farbbogen bei dieser Vereinbarung?“ „Nun ja,“schmunzelte der Herrscher im Himmel und auf Erden, „ein kleiner Sicherheitsfaktor und eine Erinnerung für den Fall, dass die Menschen über Dein „Schmuck-Spiel“ in dem Teil ihrer materiellen Welt mein „SchmuckSpiel“ vergessen. Denn – und da wirst Du mir zustimmen – in der Entwicklung unseres Menschen spielt die geistige Welt eine wichtige Rolle.“ Damit war nun auch dieser Teil der Aufgabe vorerst zufriedenstellend gelöst. Luzifer ließ die Lichtkräfte, die Energien für Farben und Töne aus dem Tresor, machte aus ihnen ein großes Puzzle-Spiel, programmierte sie für ihre Aufgaben und schickte sie auf die Reise – in die


Farben, Edelsteine, Düfte und Töne

Und wenn viele Dich besitzen, dann beginnt Deine große Zeit und Deine Aufgabe. Langsam wird die Information über Deine ursprüngliche Bedeutung in das Bewusstsein der Menschen zurückkehren, und du wirst wieder zum Zeichen, Symbol und Vorbild für Liebe, Kraft, Lebensfreude, Reinheit und Harmonie und zum Botschafter meiner Verbundenheit mit Ihnen. Und um eines noch bitte ich Dich – “ und dabei lächelte er etwas wehmütig – „ erzähl’ ihnen die Geschichte von ihrem Namen – sie sind ja meine Kinder und könnten mir alle gleichen.“ „Das verspreche ich Dir,“ rief der Kleine aufgeregt, nachdem er einen großen Seufzer getan hatte. „Wann soll ich absausen?“ „Sofort mein Lieber, es ist höchste Zeit, denn die Entwicklung da unten hat bereits begonnen. Und wenn Du Hilfe brauchst, so melde Dich. Du weißt, ich bin immer für euch da.“ Bei diesen Worten hob er die Hand, und der Lichtpunkt sauste als ein winzig kleiner Komet davon. Jetzt endlich konnte der Ruhetag beginnen.

© Flacon von YvesSaint Laurent „Paris“.

ten Fällen entschlüpft – „mit dieser durchschlagenden Kraft ist er bestimmt der Richtige für meinen Plan.“ Er entdeckte den kleinen Lichtpunkt in der Ecke seines Planungsraumes und rief ihn zu sich. „Höre“, begann er, „mit Dir habe ich etwas ganz besonderes vor. Als klares Licht meines Geistes, Zeichen meiner unendlichen Liebe und Beweis meiner unbezwingbaren Kraft sende ich Dich zu den Menschen. ADAM – hebräisch ich gleiche – sei Dein Name. Durch ihn bist Du mit mir und den Menschen verbunden. In diesem Sinn wirst Du Deinen Platz an der Spitze der Edelsteine einnehmen. Nach Jahrmillionen, in denen Du Hitze, Kälte, Druck und Metamorphosen durchleidest und durchlebst, wirst Du geläutert daraus hervorgehen und in Deiner Reinheit, Deiner Kraft und Härte den Menschen leuchtendes Vorbild auf ihren Erdenwegen sein. Aber im Laufe der Zeit werden sie deinen Namen verändern, nennen Dich adamas, dann Diamant und vergessen Deine Botschaft.“ Gespannt hatte der Kraftprotz zugehört. Gern hätte er schon vorher dazwischengeredet, denn eine Frage war so brennend, dass er ganz hell wurde. Jetzt platzte es aus ihm heraus: „Was tue ich aber, großer Vater, wenn niemand mehr weiß, was ich bedeute?“ „Hab’ keine Sorge, ich werde die Dinge beobachten. Einige werden es nicht vergessen. Es werden Dich alle haben wollen, nun ja, sagen wir – um zu glänzen.

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Erde, die Menschen, zu den Sternen, in die Pflanzen, die Musik, die Sprache… Wenn wir heute kontrollieren wollen, ob Luzifer alles richtig gemacht hat, sollten wir auf die Suche gehen. Und wenn wir Glück, Zeit, Geduld und Fantasie haben, so können wir sein großes Puzzle-Spiel vielleicht wieder zusammensetzen. Häufig werden die Puzzle-Teile verwechselt. Dann gibt es Fehl-Informationen, und alles beginnt von vorn. Er hat es schon raffiniert eingefädelt, der Luzifer. Aber wenn wir von Zeit zu Zeit den Regenbogen am Himmel entdecken, dann wissen wir, dass hinter den Edelsteinen, den Edelmetallen, den Farben, den Tönen, den Düften noch ein besonderer Schatz verborgen liegt. Alles war geordnet und in Wesensarten und Aufgaben programmiert. Luzifer war sehr stolz auf seinen Erfolg. „Ich muss aufpassen“ sagte der Meister, „sicher möchte mein egozentrischer Lichtbringer gern etwas von seiner verführerischen Kraft und seinen materiellen Gedanken in meine Welt einbauen. Wir kennen das Ergebnis: Die Geschichte vom goldenen Kalb. Vielleicht war es doch nicht richtig, ihn zu beteiligen“. Sein Gesicht war sorgenvoll. Währenddessen verließ Luzifer den himmlischen Führungstrakt und eilte beflügelten Schrittes zu seiner etwas abseits liegenden Wohnstatt. Konnte nun endlich der wohlverdiente Ruhetag beginnen? Nein, denn der Allwissende wusste, dass da noch etwas fehlt. Er hatte heimlich einen winzigen Teil von dem großen Lichtpaket abgezweigt und wieder in den Tresor gesperrt. Als er die Tür vorsichtig öffnete, um ihn herauszulassen, war dieser Lichtteil verschwunden, aber in der Tür war ein klitzekleines Loch. „Donnerwetter,“ schmunzelte der Herr, – wobei ihm dieses Wort nur in den seltens-

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Zeit im

Schmuck…

Ein Pforzheimer kommt nach Wien. Man schreibt das Jahr 1904 Er ist gelernter Zeichner und Graveur, und seine Fähigkeiten sind außergewöhnlich. Das künstlerische Ambiente dieser Stadt um diese Zeit ist geprägt von klingenden Namen wie Hans Markert, Franz Matsch, Gustav Klimt. Die „Sezession“, eine Vereinigung dieser und anderer junger und revolutionärer österreichischer Künstler veranstaltet nationale und internationale Ausstellungen, die außergewöhnliche Beachtung findet. 1906 spaltet sich die „Sezession“ und es entsteht der österreichische Künstlerbund. Die erste Ausstellung dieser abgespalteten Gruppe findet in einem hierfür nach den Entwürfen von Josef Hoffmann errichteten Gebäude statt. Sein Hauptportal trägt eine Inschrift, die ursprünglich das Gebäude-Portal der „Sezession“ krönte: „Der Zeit ihre Kunst, der Kunst ihre Freiheit“. Kokoschka ist erstmalig an dieser Ausstellung beteiligt, und „Der Kuss“ von Klimt wird

DAS SPIEL UM SONNE, FARBEN UND EDELSTEINE Wie entstehen in den transparenten Edelsteinen die Farben, die, gemeinsam verpackt in weißes Licht, in einem Tempo von 300.000 km pro Sekunde um die Erde sausen? Am Anfang steht der Plan. In farblosem Weiß sind die kristallfunkelnden Edelsteine programmiert, alle Stoffe für Struktur und Bausteine entsprechend ausgewählt. Aus Aluminium, Silizium. Sauerstoff, Magnesium, Kalzium und Natrium werden herrlichweiße Kristallpaläste errichtet. Wohl-

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als das beste Gemälde der Ausstellung von der österreichischen Staatsgalerie angekauft. Dieser Zeitgeist prägt auch Philipp Türk, unseren Pforzheimer Zeichner und Graveur. Kurze Zeit drauf gründet Egon Schiele die „Neukunstgruppe“ und weist mit seinen eigenen Arbeiten, von seinen Zeitgenossen verurteilt, bereits stärker auf eine entblößende Expressivität, und seine Aktdarstellungen als einen Zeitgenossen Siegfried Freuds.

1913 wird er durch Klimt in den Bund österreichischer Künstler aufgenommen. Philipp Türk kommt so unmittelbar in Berührung mit dem Geschehen dieser großen Zeit und dem künstlerischen Aufbruch mit all seinen Erregungen, Differenzen, Spannungen, öffentlichen und internen Kämpfen, und auch mit den Interpreten wie Klimt und Schiele. So ist es nicht erstaunlich, dass auch er sich mit den Möglichkeiten einer zeitnahen Umsetzung auseinandersetzt. 1906 eröffnet er eine eigene Prägeanstalt. Die „Goldperiode“ der Malerei – Klimt malt 1903 erstmalig auf einer Reise nach Ravenna Gemälde mit Goldoberfläche – war sicher ein zusätzlicher Impulsgeber, Teile originaler Bildmotive oder in Anlehnung dran in Schmuck umzuwandeln. Die Schmuckmodelle dieser berühmten Vorlagen wurden von ihm sorgfältig gesammelt und konnten über zwei Weltkriege hinweg gerettet werden.

geordnet wachsen die Gitter und Bausteine. Doch trotz der genauen Planung gelingt es ein paar fremden Elementen, die gehütete Ordnung zu durchbrechen. Es sind bunte Wandervögel, die der „Zu-Fall“ dort hinführt. Sie nennen sich Eisen, Chrom, Titan, Mangan, Vanadium, gehören zwar nicht zur Gesellschaft der Kristallpalastbewohner, besitzen jedoch ganz besondere Fähigkeiten. Sie können mühelos eindringen, setzen sich auf freie Bauplätze in den Strukturgittern, lassen sich einfrieren und warten im Schoß der Dunkelheit auf ihren lichten Augenblick. Der kommt nach Jahrmillionen. Die Erde wird geöffnet. Ein Lichtstrahl schießt in den Steinpalast und wandert, gebremst und verlangsamt durch den Widerstand von

Wänden und Gittern, durch die Kristall-Räume. Jetzt werden die bunten Wandervögel aktiv. Sie brechen die weiße Lichtstrahlverpackung auf, und jeder schnappt sich „seine“ Farbe. Die freibleibenden Farbtöne dürfen die Kristallwelt wieder verlassen. Die reisen nun, selbstständig ohne Familie und weißen Tarnmantel, auf ihren ureigenen Schwingungen als energiegetriebene Farbwesen weiter. Nimmt unser Auge, Empfänger und Bildschirm dieser unsichtbaren Wellen, sie auf, so beginnt in uns mit ihnen ein wunderbares Zusammenspiel. Was wäre die Welt, in der wir leben, was wäre die Welt der Edelsteine, mit der wir leben, ohne die leuchtenden Signale dieser wundersamen, winzigen Farbvögel.


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Neues aus den Pforzheimer Schmuckwelten

Hochzeitstage – Feiertage Ein langes gemeinsames Leben mit dem gleichen Partner, eine Wunscheund Traumvorstellung am glücklichen Tag der Eheschließung. Damit dies bestens funktioniert, hier eine Liste von denkwürdigen, wichtigen Erinnerungstagen an den Augenblick der ersten Stunde. Ein willkommener Anlass zum gegenseitigen Bedanken und Freude machen. Es gibt noch einige Hochzeitstage mehr, aber 17 Schwerpunkte in 75 Jahren zusammengerechnet mit den normalen Hochzeitstagen ergeben schon eine ansehnliche Zahl von Möglichkeiten, dem Partner Treue und Zusammengehörigkeit zu signalisieren und ihm Dank zu sagen für die gemeinsamen Jahre. Haus bewirtet. Gewürze sollen die Ehe beleben. • 15 Jahre Hochzeit – Gläserne und Veilchenhochzeit: Glas – Hinweis auf die Zerbrechlichkeit des Glücks und der Schönheit der gegenseitigen Klarheit. Das Veilchen mahnt zu Bescheidenheit und Verständnis.

Die wichtigsten Hochzeitstage und ihre Namen: • Hochzeit – Grüne oder baumwollene Hochzeit • 3 Jahre Hochzeit – Lederne Hochzeit: Unbearbeitetes Leder ist hart, störrisch und unangenehm. Erst die Bearbeitung macht es tragbar und liebenswert. Jetzt beginnt die Vorbereitung für eine langfristige Gemeinsamkeit. • 5 Jahre Hochzeit – Hölzerne Hochzeit: Das Haus wird mit Ketten aus Holzspänen und Pantinen geschmückt. Symbole für Arbeit und Beständigkeit. • 7 Jahre Hochzeit – Kupferne Hochzeit: Kupfer – Metall der Venus. Hinweis auf die Göttin der Liebe und Hüterin der glücklichen Zweisamkeit • 10 Jahre Hochzeit – Rosenhochzeit: Rosenschmuck soll zeigen, dass die Ehe in voller Blüte steht. • 12 Jahre Hochzeit – PetersilienHochzeit: Ehepaar wird von Nachbarn und Freunden im eigenen

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• 20 Jahre Hochzeit – PorzellanHochzeit: Der „Geschirrschrank“ ist zu überprüfen. Porzellan, das im Streite zerschlagen wird, sollte von Zorn befreien und Einsicht, Versöhnung und neues Glück bringen. • 25 Jahre Hochzeit – Silberne Hochzeit: Silber ist das Symbol für Reinheit und strahlende Jugendlichkeit in der Ehe. Braut und Bräutigam werden die Silberkranz und Silberstrauss geschmückt. • 30 Jahre Hochzeit – Perlen-Hochzeit: Perle, Symbol weiblicher Schönheit und Güte. Ehemann schenkt seiner Frau eine Kette mit

30 Perlen – für jedes gemeinsame Jahr eine. • 35 Jahre Hochzeit – LeinwandHochzeit: Die Leinenschränke sollten neu gefüllt werden. Die Aussteuer der Braut (Handtücher und Bettzeug) sind meist verschlissen, • 40 Jahre Hochzeit – Rubin-Hochzeit: Ehefrau bekommt zum Zeichen gleichbleibender Liebe einen Rubin, der auf den Ehering gesetzt wird. • 50 Jahre Hochzeit – Goldene Hochzeit: Für die Braut die „goldene Brautkrone“, für den Ehemann den „goldenen“ Strauß am Revers. Das Paar kauft sich neue Ringe und besiegelt so, häufig durch eine kirchliche Trauung – noch einmal den Bund fürs Leben. • 55 Jahre Hochzeit – Platin-Hochzeit: Platin – Symbol für die geistige Läuterung und Reife. Das Paar wird an diesem Tag mit besonderen Platin-Ringen gekrönt. • 60 Jahre Hochzeit – Diamantene Hochzeit: Krone und Strauß mit „Diamanten“ bestückt. Zeichen der klaren und unvergänglichen Liebe. • 65 Jahre Hochzeit – Eiserne Hochzeit: Ein Tag ohne Krone und Strauß. Dafür aber Symbol für den eisernen Willen, die Ehe über Höhen und Tiefen in bleibender Zweisamkeit zu erhalten. • 70 Jahre Hochzeit – Gnaden-Hochzeit: Tag der Dankbarkeit für die Gnade, so viele Jahre gemeinsam erlebt zu haben. • 75 Jahre Hochzeit – KronjuwelenHochzeit: Diesen Tag gemeinsam begehen zu dürfen ist ein kostbares Geschenk, das in materiellen Werten keine Entsprechung hat.


Die Legende vom Brautbecher Kunigunde war ein bildschönes Ritterfräulein. Sie liebte im geheimen einen jungen und tüchtigen Goldschmied. Kein noch so mächtiger und berühmter Freier konnte diese Liebe zerstören. Als sie sich schließlich ihrem Vater offenbarte, ward dieser sehr zornig und ließ den jungen Mann in den dunkelsten Keller werfen. Kunigunde brach es das Herz. Sie hörte nicht auf zu weinen und wurde sehr krank. Doch des Vaters Herz war hart. „Höre“, sprach er, „wenn der Goldschmied mir einen Becher arbeiten kann, aus dem zwei Personen zur gleichen Zeit trinken können, so soll er frei sein, und Du darfst seine Frau werden.“ Insgeheim glaubte er, dass dies dem Goldschmied niemals gelingen würde. Die Liebe gab dem Goldschmied die Ideen, und seine geschickten Hände formten in wenigen Tagen einen Becher, so reizend, wie ihn noch kein Mensch zuvor gesehen hatte. Auf der Spitze des rockartigen Bechers hatte er seine Geliebte modelliert, ganz edel und schön. In den erhobenen Händen trug sie einen kleinen beweglichen Becher, so zart, als solle er ihre Kräfte nicht überanstrengen. Und nichts war nun leichter, als die gefüllten Becher gleichzeitig zu leeren. Die Geschichte endete glücklich, und beide wurden Mann und Frau. Sie tranken noch oft und besonders an ihrem Hochzeitstag aus diesem Becher und liebten sich bis an das Ende ihrer Tage. Der Becher aber wurde für alle kommenden Zeiten der Hochzeitsbecher vieler Brautleute und blieb bis zum heutigen Tag ein Symbol für die Liebe und Treue. Abgebildeter Brautbecher: Material Silber 925/- · Hersteller Fa. J.D. Schleissner Söhne

Infos zum Workshop „Trauringe“ In Zusammenarbeit mit der Goldschmiedemeisterin Sieglinde Kugler bieten die SCHMUCKWELTEN den Workshop „Trauringe“ an. Paare können in einem 2-tägigen Kurs die persönlichen Trauringe individuell selbst gestalten. • Dauer: 2 Tage je ca. 4 Std. • Inhalte: am ersten Tag schnitzt das Paar ein Wachsmodell, der daraus entstandene Guss wird am 2. Tag bearbeitet und der Ring fertig gestellt. • Termine:nach Absprache mit Frau Kugler, auch an Wochenenden möglich • Ort: Atelier von Frau Kugler in Pforzheim • Kursgebühr: 325,- € für das Paar zzgl. Materialkosten!

• Abwicklung: Erstkontakt über den Besucherservice der SCHMUCKWELTEN und Aufnahme der Kontaktdaten der Interessenten. Frau Kugler stimmt die Details selbst mit dem Paar ab. • Bezahlung:Die Kursgebühr von 325,- € wird im Voraus in Rechnung gestellt. Das Material wird direkt von Frau Kugler abgerechnet. • Stornogebühren: Bei einer Stornierung bis 7 Tage vor dem Kurstermin wird die Kursgebühr komplett erstattet. Wird der Kurs danach storniert, so fällt eine Stornogebühr von 10% der Kursgebühr an, die mit der Rückerstattung verrechnet wird.


Neue Ausstellungen im Pforzheimer Schmuckmuseum

Maskenmacht Maskenmacht und Königszeichen Perlarbeiten aus Kamerun – Die Sammlung Klaus Paysan im Schmuckmuseum Pforzheim. Ausstellung im Dialog: „same same, but different“ – Schmuck von Johanna Dahm, 14. November 2009 bis 7. Februar 2010. Glasperlen und Kaurischnecken dienten in Afrika jahrhundertelang als Zahlungsmittel. Der Besitz von perlenbestickten Gegenständen und kostbarem Glasperlenschmuck ist jedoch hohen Würdenträgern vorbehalten. Denn sie verkörpern Reich-

Bild oben: Hutmaske mit Tiergestalt, Pflanzenfaser, glasperlenbestickter Stoff, Bamileke, Bandjoun, Kamerun, Sammlung & Foto Klaus Paysan. Das aus der in Gewässern lebenden Otterspitzmaus und Elefantenstoßzähnen kombinierte Tier symbolisiert die Herrschaft des Königs über das Wasser und das Land.

Bild rechts: Perlenfigur eines Schimpansen Bamileke, Bana oder Bandjoun, Kamerun Sammlung & Foto Klaus Paysan

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tum, Einfluss und internationale Beziehungen der Besitzer. Die Ausstellung „Perlarbeiten aus Kamerun“ zeigt Objekte aus der Sammlung Klaus Paysan, die der Stuttgarter Fotograf und Naturwissenschaftler in über 45 Jahren und mehr als 100 Reisen zusammengetragen hat. Sie stammen von Ethnien aus dem Kameruner Grasland, vor allem von den Bamileke sowie den Bamoum und aus der Nordwestprovinz. Im Schmuckmuseum und in der Ausstellungshalle des Kunstvereins Pforzheim sind insbesondere farbenprächtige perlenbestickte Masken und Figuren, außerdem Armringe, Ketten, Hocker und Throne zu sehen. Großformatige Aufnahmen des Reisefotografen und Videos von Maskentänzen lassen die Objekte in ihrem rituellen Umfeld lebendig werden. Mit der Veranstaltungsreihe „Fokus Afrika“ lenkt der Kunst-

verein den Blick auf die komplexen Wechselwirkungen zwischen traditionellen Kulturen und aktuellen Strömungen postkolonialer und urbaner Lebensformen auf dem afrikanischen Kontinent. In der Galerie zum Hof sind aktuelle Arbeiten der Schmuckkünstlerin Johanna Dahm ausgestellt, die Gusstechniken der Ashanti in Ghana und der Dokra in Indien anwendet und mit eigenen Herangehensweisen verbindet.

HÖFISCHE MASKENKUNST Charakteristisch für das Kameruner Grasland sind seine Königtümer. Sie haben erste Reisende beeindruckt, und auch wenn Kamerun heute Präsidialrepublik ist, sind die Königtümer im traditionellen Sinn nach wie vor wichtigste politisch-soziale und religiöse Macht.

Ihre Pracht und Größe kommt besonders bei Feierlichkeiten wie denen zum Tod eines Königs oder der Wahl und Inthronisation seines Nachfolgers zum Ausdruck. Hier haben Masken und andere der ausgestellten Objekte ihren Platz. Masken spielen zudem in Medizingesellschaften und Geheimbünden eine wichtige Rolle. Bei den Bamileke bestehen sie oft aus perlenbesticktem Stoff und geflochtenem Pflanzenmaterial als Stütze. Die leuchtend-farbigen Oberflächen zeigen symbolhaltige geometrische Muster wie Dreiecke und Zickzackbänder. Typisch für die Nordwest-Provinz sind dagegen ausdrucksstark geschnitzte Masken aus Holz, mit gewölbten Brauen über vortretenden Augen, betonten Wangen und kräftigen Nasen. Charakteristisch für die Kunst des Graslandes sind Tiersymbole. Häufig finden sich Elefant, Leopard oder Büffel als Motive – sie sind „Königstiere“ und stehen für Majestät, Wachsamkeit und Kraft: „Unser Fon (König) ist ein Büffel, und wir sind seine Hörner“, wie Hans Knöpfli in „Sculpture and Symbolism“ schreibt. Reisefotograf u. „Freund des Königs“ Der heute 79-jährige Klaus Paysan ist zwischen 1960 und 2008 oft mehrmals jährlich in Afrika gewesen. Bei diesen Reisen sind zahlreiche Kontakte und enge Freundschaften entstanden. Seine engagierte Arbeit und mehrere Publikationen in Europa und Afrika haben sowohl zu assoziierten Mitgliedschaften in Medizinbünden – wie der Maskengesellschaft vom Gott der Medizin „Obasi Njom“ in Ashum – und anderen Kulten Kameruns geführt als auch zu ehrenvollen traditionellen Titeln. Beispiele dafür sind: „Freund des Königs“ oder Shey, Fai, Shu-Faay in Königreichen der Nordwestprovinz; Nji in Foumban, der Haupstadt der Bamum; Mwembe – Berater des


und Königszeichen Königs – in Bafoussam, der Hauptstadt der Bamileke. Dies ermöglichte ihm die Teilnahme an geheimen Zeremonien sowie ungewöhnliche fotografische Freiheiten und Blickwinkel. Einige der Objekte und Fotografien aus der Sammlung Klaus Paysan waren 2004 im Museum Schloss Rosenstein in Stuttgart ausgestellt, bei der Schau „Afrika – Tiere, Masken und Magie“. AUSSTELLUNG IM DIALOG: „SAME SAME, BUT DIFFERENT“ – SCHMUCK VON JOHANNA DAHM In der Galerie zum Hof zeigt das Schmuckmuseum Pforzheim Arbeiten der Schmuckkünstlerin Johanna Dahm. 1947 in Basel geboren, wuchs sie in Südafrika auf und machte an der Züricher Hochschule der Künste ihre Ausbildung zur Goldschmiedin. Von 1990 bis 2005 war sie Professorin des Studiengangs Schmuck und Objekte der Alltagskultur an der Hochschule Pforzheim und machte in dieser Zeit sie zwei Feldforschungen zur

Gusstechnik vorstellen. 1999 ist „Lost and Found – Ein Ashanti-Weg der Ringe – The Asante Trail to Rings“ erschienen; 2008 „same same, but different – Der Dokra-Weg der Ringe – The Dokra Trail to Rings“. Sie sind im Museumsshop erhältlich. CirePerdue-Gusstechnik, auch Wachsausschmelzverfahren genannt. In Ghana wurde sie beim Goldschmied des Ashanti-Königs in die Lehre aufgenommen; in Orissa, Ostindien arbeitete sie mit Dokra-Gussmeistern. Im Vergleich zu anderen Cire-Perdue Verfahren sind die Techniken der Ashanti und der Dokra sehr ähnlich und vor allem einmalig. Durch diesen Kontakt baut Johanna Dahm Brücken zwischen den Kulturen und entwickelt ihre eigene künstlerische Arbeit weiter. In der Ausstellung sind sowohl ihre „Ashanti“- als auch ihre „fast ASHANTI“-Ringe zu sehen. Johanna Dahm hat zwei Bücher geschrieben, die ihre Arbeiten und Forschungsreisen sowie die einmalige

Debut im Schmuckmuseum Pforzheim: JUNGE SCHMUCKDESIGNERINNEN STELLEN AUS 28.11.09 – 10.1.2010, Eröffnung Freitag, 27.11.09, 19 Uhr. Bereits zum dritten Mal bietet das Schmuckmuseum Pforzheim jungen Schmuckdesignern die Gelegenheit, in der modernen Sammlung des Hauses auszustellen. In diesem Jahr sind Stephanie Hensle, Laura Pregger und Susanne Wolbers ausgewählt, ihre Abschlussarbeiten zu präsentieren. Alle drei haben sie 2009 den Studiengang Schmuck und Objekte der Alltagskultur bei den Professoren Christine Lüdeke und Andreas Gut an der Hochschule Pforzheim abgeschlossen. Ihren Arbeiten wohnt ein großer Kontrast zwischen dem verwendeten Material und seinen üblicherweise damit verbundenen Eigen-

FOKUS AFRIKA Der Kunstverein nimmt die Ausstellung traditioneller Objekte aus der Sammlung Paysan zum Anlass seiner Auseinandersetzung mit zeitgenössischer Kunst und Kultur in Afrika. Ein Lese- und Informationspool in der Ausstellung, Filme (in Kooperation mit dem Kommunalen Kino Pforzheim), Workshops (im Rahmen der ArGe Kinder & Jugendkunst) und der Ausstellungsbesuch (mit Gespräch) von „Dak’Art, 8. Biennale zeitgenössischer afrikanischer Kunst“ im Institut für Auslandsbeziehungen Stuttgart stehen auf dem Programm und bieten Einblicke in die vielfältigen, teils widersprüchlichen afrikanischen Lebenswelten zwischen Tradition und Moderne.

schaften inne. Vor allem durch die unerwartete Art der Verarbeitung von Pelz, Kunststoffen und Porzellan entstehen Assoziationen, die sich bei näherer Betrachtung zerstreuen. Die Arbeiten zum Thema Fleisch von Stephanie Hensle bringen dessen ambivalente Eigenschaften zum Ausdruck: das Sinnliche, Erotische, Lebendige; das Morbide, Ekelerregende, den Tod. Da werden Kunststoffe, Steine und traditioneller Schmuck in Würste oder Braten gehüllt oder Überreste als Aufschnitt verpackt. Die feine Grenze zwischen Schönheit und Ekel wird sichtbar. „Reihen + Folgen“ stehen im Mittelpunkt der Arbeiten von Laura Pregger. Die Baslerin hat für ihr Diplom Schmuck aus industriell

Fingerringe, Gelbgold im Hohlguss, Johanna Dahm, 1998, Foto Reinhard Zimmermann

Bilder unten: links: Fleisch-Brosche 2, Kunststoff, Bratennetz, Silber. Stephanie Hensle 2009. Foto Petra Jaschke Mitte: LP 09 // D1.6.1 Schalenlampe, Porzellan Laura Pregger, 2009, Foto Laura Pregger rechts: Halsschmuck, Pelz, Lack, Bioresin, Edelstahl, Silber, Susanne Wolbers, 2009 Foto Petra Jaschke

hergestellter Porzellanware gefertigt. Das Porzellan wird dabei völlig aus dem vorigen Kontext und Zweck gelöst, lediglich als Material verwendet und verändert. Indem sie serielle Unikate entstehen lässt, kehrt die Schmuckdesignerin die Entwicklung vom Unikat zur Serienfertigung um. Bei ihr ist aus Bestehendem Neues geworden, das durch die Reduktion wiederum an Wert gewinnt. In der Arbeit von Susanne Wolbers „Gangart – die Kunst des Gehens“ überzeugt die Einbeziehung von Naturmaterialien wie Muscheln, Fell oder Baumpilzen. Diese überführt sie sehr feinfühlig in einen künstlerischen Kontext, ohne deren Eigenart zu beschädigen.

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Dr. H. Dekant, Fachärztin für Innere Medizin

Chronisch krank durch

Chemikalien Nach den Erkenntnissen von vielen Wissenschaftlern gibt es offenbar einen universellen biochemischen Krankheitsmechanismus für viele chronisch entzündliche und degenerative Erkrankungen, die in der Medizin bislang unabhängig voneinander betrachtet wurden. Diese Krankheiten beinhalten einen Verstärkungskreislauf mit positiver Rückkopplung durch pathogene Zwischenprodukte, die auf ihre Syntheseenzyme und Ausgangsrezeptoren verstärkend zurückwirken und damit den Krankheitsprozess beschleunigen.

Dr. H. Dekant

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Wir sprechen hier von Erkrankungen wie MCS (Multiple Chemical Disease), chronisches Erschöpfungssyndrom, posttraumatisches Stress Syndrom, Fibromyalgie, Morbus Parkinson, Alzheimer Erkrankung, Multiple Sklerose, viele Autoimmun-Erkrankungen und chronisch entzündliche Erkrankungen wie Rheuma, Morbus Crohn, Colitis ulcerosa, Diabetes mellitus, Arteriosklerose, Herz- und Hirninfarkt, und Krebserkrankungen. Chemisch induzierte Erkrankungen können schwere Symptome haben und letztendlich das Leben der betroffenen Patienten stark beeinträchtigen. Die hohe Empfindlichkeit der MCS Patienten gegenüber Chemikalien ist durch eine Kombination von mindestens 20 verschiedenen Verstärkermechanismen zu erklären, wobei die positiven Rückkopplungsmechanismen eine große Rolle spielen. Diese Mechanismen kann man am besten mit einem Dominoeffekt vergleichen, wie er sich derzeit Global beim Klimawechsel abspielt. Der Eisverlust an den Polen führt zu einer stärkeren Absorption von Strahlenenergie, was wiederum die Temperaturerhöhung verstärkt. Durch die Erwärmung der Dauerfrostböden in den arktischen Regionen Sibiriens, Alaskas und Kanadas werden Methan und CO2 freigesetzt, was ebenfalls den Klimawandel verstärkt. Es ist das Prinzip lebender Systeme: Sie beruhen auf einem sehr labilen Gleichgewicht von Regulationsmechanismen, die bei Überschreitung bestimmter Toleranzschwellen umkippen in Richtung zerstörerischer Prozesse, die durch po-

sitive Rückkopplung gekennzeichnet sind. Dies geschieht auf verschiedenen Ebenen lebender Systeme, auf der Ebene des einzelnen Organismus sowie auf der Ebene ganzer Ökosysteme. Bei Kenntnis dieser Vorgänge müssten Patienten mit chronisch entzündlichen oder degenerativen Erkrankungen eigentlich gesellschaftlich besonders geschützt werden. Sie müssten von den auslösenden Krankheitsfaktoren völlig abgeschirmt werden, damit die Verstärkerkreisläufe unterbrochen werden und eine Genesung überhaupt möglich ist. Bis jetzt ist das eine stark vernachlässigte Denkweise. Es müsste ein Paradigmenwechsel in Politik und Medizin stattfinden, der primäre Prävention zur Hauptaufgabe und Voraussetzung für alle weiteren Maßnahmen zum Schutz der Gesellschaft macht. Statt dessen sehen sich die Betroffenen häufig ausgegrenzt und als Fälle für die Psychiatrie abgeschoben, weil die beschriebenen Symptome entweder nicht anerkannt oder aber auch wider besseren Wissens verdrängt werden. Myriam S. bekam MCS als Folge einer nachgewiesenen Belastung durch Isocyanate, Formaldehyd und mehrerer Organo-Chlor-Pestizide, die u.a. aus neu erworbenen Polstermöbeln stammten. Die Möbel wurden zurückgegeben, aber die Erkrankung der Frau verschlimmerte sich. Sie wurde überempfindlich auf alle flüchtigen organischen Stoffe, Duftstoffe, Autoabgase, Lösungsmitteldämpfe und entwickelte eine Medikamentenüberempfindlichkeit. Durch diskriminierende Behandlung u.a. auch durch Ärzte brachte sie sich im Jahre 2008 um. Rolf B. wuchs mit Lösungsmitteldämpfen in einem Malergeschäft auf. Durch die Renovierung seines Hauses 2004 erkrankte er an einer Lösungsmittel Polyneuropathie und einer chemischem Überempfindlichkeit (MCS) in schwerer Form. Er musste sein Haus verlassen, kann sich nur

noch in gekachelten, schadstofffreien Räumen aufhalten, sein Büro kann nur mit klarem Wasser gereinigt werden, als Fortbewegungsmittel kann er nur das Fahrrad benutzen. Viele Chemikalien auf der Basis der ChlorKohlenwasserstoffe, die hauptsächlich als Pestizide, aber auch als Weichmacher, Flammschutzmittel und Isolierstoffe dienten, wie z.B. DDT, PCB, Pentachlorphenol und Lindan wurden in den 80er und 90er Jahren verboten, weil sie wegen ihrer hohen Giftigkeit und ihrer Eigenschaft, sich in Fettgewebe, Nervenscheiden und Gehirn sowie in der Nahrungskette anzureichern, nicht mehr tragbar waren. Es bleiben aber genügend bedenkliche Chemikalien und die Industrie entwickelt jedes Jahr immer mehr neue Produkte für immer neue Anwendungen, ohne dass mögliche toxische Wirkungen vorher genau untersucht worden wären. Seit 1980 gibt es Hinweise auf kritisch hohe Phthalat-Werte in BabySpielzeug, aber erst im Jahre 2005 wurden 3 Phthalate in Spielzeug und Babyartikeln verboten. Die Diagnostik chemisch bedingter Krankheiten ist nach wie vor schwierig, die Therapie muss sehr individuell erfolgen. Es gibt auch nur sehr wenig Ärzte, die sich mit Umwelt und chemischen Belastungen auseinander setzen. Selbsthilfegruppen sind hier wichtig. Chemisch bedingte Erkrankungen sind als Ausdruck einer Umweltkrise zu sehen. Da ist einmal die immer intensivere industrielle Landwirtschaft, die ihre Erträge nur durch immer höheren Einsatz von Pestiziden und Düngemittel sichern kann. Wir alle kennen den rasant zunehmenden Straßenverkehr mit größten Zuwachsraten bei LKWs, Fahrzeugen mit dem höchsten Schadstoff-Ausstoß. So spielen auch der fortschreitende Klimawandel und die zunehmende Luftverschmutzung mit der Intensivierung des Ozon-Smogs im Sommer eine große Rolle.


Rechtsanwältin Isabel Hutter-Vortisch

Die Betreuungsverfügung Vormund, Betreuer, Vorsorgevollmacht und Betreuungsverfügung, dieses alles sind Begriffe, die mehr oder weniger häufig verwendet werden, wenn es darum geht zu klären, wer eigentlich für eine Person handeln soll, die selbst nicht mehr in der Lage ist, für sich zu entscheiden. Zunächst ist eine Begriffsbestimmung nötig. Vormund war früher die Person, die vom Vormundschaftsgericht eingesetzt wurde, wenn jemand entmündigt war, also für sich nicht mehr handeln konnte. Inzwischen hat sich die Begrifflichkeit gewandelt, die Person, die früher Vormund war, wird heute als Betreuer bezeichnet. Entmündigungen gibt es nicht mehr. Letztendlich wird lediglich festgestellt, in welchem Umfang eine Person nicht mehr für sich handeln kann und dann wird vom Vormundschaftsgericht die Betreuung angeordnet und eine Person zum Betreuer bestellt. Dieses soll vorrangig ein Familienmitglied sein, kann aber ebenso, wenn keine Familienangehörigen vorhanden oder geeignet sind, eine fremde Person sein, die nunmehr die Aufgaben des sog. Betroffenen regelt. Mit einer Vorsorgevollmacht kann dem Eingriff des Staates vorgebeugt werden. Eine geschäftsfähige volljährige Person kann für den Fall, dass sie auf Grund einer psychischen Krankheit oder einer körperlichen, geistigen oder seelischen Behinderung ganz oder teilweise ihre Angelegenheiten nicht selbst besorgen kann, einen Bevollmächtigten bestellen. Liegt eine Vorsorgevollmacht vor, ist kein Raum mehr für die Anordnung der Betreuung. Was nun ist eine Betreuungsverfügung? Mit einer Betreuungsverfügung kann eine volljährige Person für den Fall ihrer Betreuung Vorschläge zur Auswahl des Betreuers oder Wünsche zur Wahrnehmung der Betreuung äußern. Es ist sinnvoll eine Betreuungsver fügung dann zu machen, wenn man keine Vorsorgevollmacht erteilen

in einem Notariat zu hinterlegen. Die weitere Möglichkeit, davon Kenntnis zu geben, dass eine Betreuungsverfügung existiert, ist, diese bei der Bundesnotarkammer registrieren zu lassen. Beim Register der Bundesnotarkammer fragen die Vormundschaftsgerichte grundsätzlich an, ob eine Vorsorgevollmacht oder eine Betreuungsverfügung vorliegt, bevor die Betreuung angeordnet wird. Durch eine solche Registrierung kann also sichergestellt werden, dass der Vormundschaftsrichter rechtzeitig von der Betreuungsverfügung Kenntnis erlangt und darin enthaltene Anweisungen zur Auswahl des Betreuers noch berücksichtigen kann.

kann oder möchte. Liegt eine VorRechtsanwältin sorgevollmacht vor, ist eine BetreuIsabel Hutter-Vortisch ungsverfügung oft nicht mehr erforderlich, weil durch die Vorsorgevollmacht die Betreuung ausgeschlossen ist. Die Betreuungsverfügung gibt dem Vormundschaftsgericht in dem Fall, dass eine Betreuung angeordnet werden muss Hinweise darauf, welche Vorstellungen der Betroffene bezüglich seiner dereinstigen Betreuung hatte. Hier geht es zunächst um die Person des Betreuers. In der Betreuungsverfügung können sowohl Wünsche dazu niedergelegt werden, wer zum Betreuer bestellt werden soll als auch dazu, wer unter keinen Umständen die Betreuung übernehmen soll. Es können Anweisungen dazu erteilt werden, zu wem der Kontakt erhalten bleiben soll, auch wenn sich der Betroffene selbst darum nicht • Facharzt für Orthopädie, mehr kümmern kann, wie die Pflege erfolgen soll und Naturheilverfahren in welchem Heim. Was mit Tätigkeitsschwerpunkt: Osteopathie Haustieren geschehen soll, und biologische Schmerztherapie wer bezüglich einer Bestattung zu kontaktieren ist usw. • Fachärztin für Innere Medizin, All diese Hinweise sind von einem Betreuer einzuhalten. Naturheilverfahren, Jede Schriftform ist beim Ernährungsmedizin Aufsetzen der BetreuungsTätigkeitsschwerpunkt: Anti-Aging, verfügung ausreichend. Bioresonanz, Es stellt sich schließlich die Frage, wie das Vormundbiologische Tumortherapie schaftsgericht von einer solchen Betreuungsverfügung • Zehnthofstr. 10, 75175 Pforzheim Kenntnis erhält. Es ist mögTel. 0 72 31/12 59 20, Fax 12 59 222 lich Betreuungsverfügungen

PRAXIS DRS. DEKANT

www.dr-dekant.de

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Die Geschichte von Morgengold Ein Service-Gedanke wird geboren – vor 25 Jahren – und erhält den vielversprechenden Namen „Morgengold“. Er avanciert mit steigender Tendenz bis heute zum liebsten Kind vieler Haushalte. Ob Alte oder Junge, Alleinstehende oder Familien, wenn morgens die frischen Brötchen an der Tür liegen fängt der Tag schon gut an. Ein beliebter Service aus früheren Zeiten, sehnsuchtsvoll in der Erinnerung gespeichert, Morgengold, der Frühstücksdienst macht’s wieder möglich. Die Fortsetzung: Vor 13 Jahren wird ein zweiter ServiceGedanke geboren. Er erhält den Markennamen „Der fahrende Kochtopf“ und versorgt all jene, die sich aus welchen Gründen auch immer von Herzen wünschen, mit einer warmen Mahlzeit versorgt zu werden.

Roswitha Kempe und ihr Sohn, Roman Kempe.

Der fahrende Kochtopf ist stets und pünktlich zur Stelle, ob an Wochentagen oder -enden, an Sonnoder Feiertagen. Alles kommt frisch geerntet in den Topf und frisch gekocht auf den Teller. Die Erfüllung der individuellen Ernährungswünsche sind selbstverständlich und Bestandteil des Menüangebotes, das nicht in Wegwerfbehältern sondern niveauorientiert auf einem Porzellangeschirr serviert wird. Flexibilität ist Trumpf – und so können Änderungswünsche noch am Tag vor dem Servicetermin berücksichtigt werden.

Kochtopf landen und der Mahlzeit die für den Menschen so wichtige Qualität zur Gesundheit von Körper, Geist und Seele vermitteln. Genießt die Qualität der leiblichen Genussmittel Priorität, so ist der freundliche Service dem ebenbürtig. Und da kann es schon passieren, dass bei

Bedarf im Weggehen ein Papieroder Müllsack noch rechtzeitig zum Abholen auf die Straße bugsiert wird.

Selbstverständlich hat das Haus Kempe als Exklusivpartner der Firmengruppe Essig für Pforzheim auch ein Bio-Menüprogramm in dem breitgefächerten Angebot, das sich bei dem zunehmenden Qualitätsbewußtsein im Ernährungsbereich zunehmender Beliebtheit erfreut. Die Lieferverträge mit den Biobauern sind die verläßliche Basis für den Anbau der Nahrungsmittel, die im

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Und wer ist Morgengold und Kochtopf? Zwei Generationen sind am Werk, und dieses nun schon seit 8 Jahren. Der „Fahrende Kochtopf“ saust seit 20 Jahren durch Pforzheim und den Enzkreis, um für ein pünktliches Mittagessen zu sorgen. Selbstverständlich wird hier jede Mahlzeit frisch gekocht, es werden keinerlei Tiefkühlprodukte verwendet und die Vielseitigkeit der Gerichte ist außergewöhnlich. Fisch, Fleisch, Soßen Gemüse, Salate, Beilagen und Des-

serts – alles wird täglich frisch zubereitet. Auf der attraktiven Speisekarte stehen täglich pro Woche sechs verschiedene Auswahlmahlzeiten. Sie geben jedem „Gast“ die Möglichkeit, entsprechend seinem individuellen Gesundheitszustands, die für ihn notwendige Ernährung auszuwählen. Da gibt es das Menü Silber und das Menü Gold, die Leichte Kost, das Menü für Diabetiker, das vegetarische Menü und das Mini-Menü. Hierzu kommen Tagessuppen und Große Salatschüsseln, die sinnvolle Variationen ermöglichen. Außerdem können Diabetiker und Vegetarier sich vor der Entscheidung über die Kalorien ihrer Mahlzeit informieren. Unter der Vielzahl der Rezepte finden wir zahlreiche Spezialitäten aus der Region, die nach Originalrezepten frisch zubereitet werden. An jedem Freitag erhalten die Kunden einen Menüplan für die übernächste Woche, aus dem sie in aller Ruhe ihre Lieblingsspeisen auswählen können, und der dann bis spätestens bei der Anlieferung am Donnerstag ausgefüllt wieder zurückgegeben werden kann. Die erste Bestellung beim „Fahrenden Kochtopf“ kann telefonisch mit Angabe von Kontonummer und Bankleitzahl erfolgen. Die Anlieferung erfolgt zwischen 10.00 und 13.00 Uhr. Gern kann die persönliche Anlieferzeit genannt werden. Die Bezahlung erfolgt wöchentlich und im Nachhinein per Bankeinzug und der Kunde erhält einen Beleg, auf dem Art und Anzahl der jeweils gelieferten Menüs mit Datum und Preis aufgeführt sind. Erfährt und erlebt man diese verantwortungsbewusste Konsequenz, mit der hier ein Ernährungskonzept durchgeführt wird, so weiß man sehr wohl, dass dies in heutiger Zeit bei den zahlreichen Küchen, die für die Ernährung des Menschen sorgen – sei dies nun in den Privathaushalten oder in der großräumlichen Versor-


und dem fahrenden Kochtopf gung – keine Selbstverständlichkeit ist. Und dies, obwohl Koch- und Küchensendungen, Ernährungsvorträge, Zeitungsartikel und kluge Bücher den Verbraucher in epischer Breite und nicht endenwollender Langmut und Intensität ständig auf die dringende Notwendigkeit einer gesunden Ernährung hinweisen. Wir sind noch nicht am Ende der Generationenthematik, mit der sich die Kempes – Mutter Roswitha und Sohn Roman – ins gemeinsame Getriebe stürzen. Denn Sohn Roman hatte vor 8 Jahren eine Idee. Was machen die Menschen morgens, wenn sie nichts lieber haben würden als ein knuspriges Brötchen zu dem morgendlichen Kaffee. Es gab Zeiten, in denen dies zu den selbstverständlichen Serviceleistungen der Bäcker gehörte. Wehmütige Erinnerungen sind geblieben, nur, das bringt keine Brötchen auf den morgendlichen Frühstückstisch. Roman machte sich an’s Werk, und das begann im regionalen Umfeld, bei den Kochtopf-Kunden. Kontakte wurden genutzt, neue kamen hinzu, und so zeigte Morgengold erste Erfolge. Heute ist das Netz schon weit gesponnen und geht weit über das re-

gionale Umfeld hinaus. Auch Stuttgart und das Umfeld genießen die Frühstücksbrötchen. Und nicht nur diese, denn das morgendliche Backwarenangebot geht weit über die zahlreichen Brötchenvarianten hinaus. Die kleinen und großen süßen Stückchen gehören ebenfalls zum Bringeangebot. Natürlich gehört ebenfalls dazu auch der ansässige Bäcker, die den Morgengold-Auslieferservice mit der erforderlichen Munition ausstatten. Selbstverständlich gibt es auch da eine Auswahl von verschiedenen Frühzeitbedürfnissen, die morgendliche Kaffeestunde zu vergolden. Besonders wichtig ist es um diese Zeit, freundlichen Gesichtern zu begegnen. Dies gilt besonders für den Morgenservice. Da wird die Zeitung aus dem Briefkasten geholt, und hier und da ein kleiner Service, wie zum Beispiel einen Knopf zu schließen oder aber einen Brief zum Postamt mitzunehmen, erbracht, Hilfeleistungen, die den Tag schon in einem rosigen Licht erscheinen lassen. Oder wenn es nur die Tatsache ist, das man den Tag mit einem

Täglich frisch gemacht, heiß gebracht. Der fahrende Kochtopf das „Restaurant“ zu Hause. Rufen Sie uns an und testen Sie uns. Unsere Bürozeiten sind von Mo. – Fr. 10 – 12 Uhr und 14 – 16 Uhr.

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freundlichen Gespräch beginnen kann. Sohn Roman hat mit dem Titel seiner Aufgabenstellung einen Begriff gewählt, der für die Hoffnung auf einen gelungenen Tag steht. Und die ausführenden Mitarbeiter vor Ort vermitteln, wie es bisher offensichtlich der Fall ist, diese Botschaft an dem „point of sale“ – vermitteln ein Marketingkonzept, das selbst bei den Brötchen funktioniert. Es ist schon eine merkwürdige Sache mit dem Begreifen von Bedarf und Bedürfnis. Kochtopf und Morgengold haben es begriffen – in einem kleinen Generationenteam – eigentlich ganz einfach – auch für die Großen – oder?

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• Bücher • Bücher • Bücher • Bücher Ana Kugli: Bei uns in Pforzheim – Geschichten und Anekdoten Wartberg Verlag Kommst Du, Fremder, nach Pforzheim, so wandere durch die Straßen, erlebe die Stadt heute, und erst dann, wenn Du dieses Büchlein zur Hand nimmst, wirst Du die ureigene Lebendigkeit, das „Wesentliche“ über diese Stadt erfahren. Es sind liebenswerte Geschichten, Anekdoten, Ereignisse und Erlebnisse – Erzählungen über Gegebenheiten, die diese Stadt und ihre Men-schen geprägt haben. Erinnerungen sind es, die Bombennächte überlebt haben und dem Portrait der Stadt und seinen Menschen die Farbigkeit und den liebenswerten Charme ihrer spezifischen Mentalität geben. Wanderer, kommst Du nach Pforzheim, so lies dieses Büchlein, und Du wirst die Stadt und ihre Menschen lieben lernen. Dr. Ana Kugli, 1975 in Pforzheim geboren, fühlt sich ihrer Heimatstadt sehr verbunden. Als Autorin und Journalistin beobachtet sie das Geschehen in der Goldstadt aufmerksam und mit wachem Interesse. Über die Grenzen Deutschlands hinaus ist sie für ihre Bücher und Aufsätze zu Bertold Brecht bekannt. Claude Montignac: Die MontignacMethode für Einsteiger – Montignac 100 Rezepte, Artulen Verlag 18 Millionen verkaufte Exemplare sprechen für sich. Montignac im Doppelpack. „Die wissenschaftlich bewiesene Methode zur Gewichtsabnahme und Cholesterinsenkung mit Langzeiterfolg.“

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Im Einführungsexemplar fasst der deutsche Medizinjournalist Hans Finck gemeinsam mit Montignac zum Zwecke schneller Information die wesentlichen Elemente der Methode zusammen. Um sich genussvoll schlank zu schlemmen findet der Leser in der Ausgabe „!00 Rezepte für Genießer“ all die Möglichkeiten, die dem Leser vorgeschlagen werden, um „ohne Reue“ genussvoll schlemmen zu können. Vor über zwanzig Jahren entdeckte der französische Ernährungsfachmann Michel Montignac den Zusammenhang zwischen moderner Ernährung, Blutzuckerspiegel, Insulin und Gewichtszunahme. In seinen europaweit verkauften Ernährungsratgebern schreibt er den Ausweg aus der Ernährungsfalle. So findet man Rezeptvorschläge für jede Tageszeit und für jede Vorliebe. „Und die neuesten Studien zeigen: Die Ernährung nach dem glykämischen Index (GI/GLYX) verhindert Übergewicht, beugt ernährungsbedingtem Diabetes Typ2 und Herz-Kreislauf-Erkrankungen vor.“ Freerk Baumann: Die Macht der Bewegung – bahnbrechende Erkenntnisse der Bewegungstherapie. Verlag Irisia Den Körper fordern, die Heilung fördern – ein Plädoyer für eine revolutionäre neue Form der Reha. Bewegung in der Natur fördert die Gesundheit, diese leicht nachzuvollziehende Erkenntnis ist für Gesunde nahezu selbstverständlich. Doch und auch gerade bei Men-

schen, die eine schwere Krankheit überstanden haben, ist Bewegung und nicht Schonung angesagt, um wieder Vertrauen in den eigenen Körper zu gewinnen. Die erstmals veröffentlichten hier vorliegenden wegweisenden Studien zu Bewegung als Reha-Maßnahmen lassen keinen Zweifel offen: Bewegungstherapie in der frischen Luft ist für die Gesundheit und vor allem für eine nachhaltige Heilung von größter Bedeutung. Erstmals werden hier die Ergebnisse der wegweisenden Studien des Autors im Auftrag der Sporthochschule Köln zu Bewegung als nachhaltig wirksame Reha-Maßnahme veröffentlicht. Wandern ist eine Bewegungsform, die seit Urzeiten wie keine andere Bewegung im menschlichen Leben verankert ist. Freerk Baumann beweist anhand der Ergebnisse zahlreicher von ihm geleiteter Studien mit Menschen, die schwer erkrankt waren, dass Wanderungen über Wochen für die Gesundheit von größter Bedeutung sind. Das Hauptaugenmerk seiner Forschung liegt auf der Nachsorge von Krebspatienten. Jedes Jahr erkranken in der Bundesrepublik Deutschland über 436.000 Menschen neu an Krebs. Diese Zahl lässt erahnen, dass eine effektive Reha neben der individuellen automatisch auch eine sozialökonomische Dimension hat. Durch den bewegungstherapeutischen Ansatz von Feerk Baumann lässt dich die Lebensqualität nachweislich steigern. 800 Kilometer Wandern durch


• Bücher • Bücher • Bücher • Bücher Hitze und Schnee, über 10.000 Höhenmeter, sieben Wochen fern der Heimat – das hört sich nicht gerade nach RehaMaßnahmen an. Doch der Sportwissenschaftler hat 12 Brustkrebspatientinnen auf dem Jakobsweg bewusst diesen Strapazen unterzogen. Ebenso ließ er eine Gruppe an Prostatakrebs erkrankten Männer auf dem Weg von München nach Venedig innerhalb von fünf Wochen 520 Kilometer und 20 000 Höhenmeter überwinden. Diese beiden spektakulären Projekte stehen für das revolutionäre neue Reha-Konzept von Dr. Freerk Baumann. Er will den Patienten die Chance geben, das durch den Krankheitsverlauf verlorengegangene Vertrauen in den Körper mit dessen Leistungsfähigkeit wieder zu finden. Für den Aufbau von Wander-Projekten mit Krebspatienten wurde der engagierte Wissenschaftler mit dem Helmut-Wölte-Preis für Psychoonkologie 2009 ausgezeichnet. Freerk Baumann ist Jahrgang 1975, studierter Sportwissenschaftler mit den Schwerpunkten Rehabilitation und Sportmedizin, arbeitete 3 Jahre als Sporttherapeut in der Akut-Klinik für Knochenmarktransplantation und Hämatologie/Onkologie IdarOberstein. In dieser für ihn prägendsten Zeit lernte er die Belange, Wünsche und Bedürfnisse der Patienten kennen, arbeitete als wissenschaftlicher Mitarbeiter und Dozent am Institut für Rehabilitation und Behindertensport, wechselte dann an das Institut für Kreislaufforschung und Sportmedizin der Deutschen Sporthochschule Köln. Sein Forschungsschwerpunkt ist das Thema Bewegung, Sport und Krebs und er ist Verfasser zahlreicher wissenschaftlicher Publikationen.

Sky & Mirja du Mont: Unsere tägliche Krise gib uns heute Verlag: Gräfe und Unzer Inmitten ernsthafter Literaturthemen zur Entspannung ein witziger Schlagabtausch über bekannte Klischees in den Denk- und Verhaltensweisen der Geschlechter. So plaudern sie aus dem Nähkästchen – oder auch nicht – sehr direkt und ein bisschen flapsig, und manchmal sehr komisch. Sicher eine anregende „Textur“ für einen gemeinsamen Gedankenaustausch unter dem Weihnachtsbaum. Sabine Kuegler: Jägerin und Gejagte, Verlag: Droemer Dieses Buch ist die Fortsetzung ihres Weltbestsellers Dschungelkind. „Es gibt Geschichten, die ich noch nie erzählt habe: von der Zeit, als ich meine Seele verlor, als mich eine große Kälte ergriff, als ich versuchte, meine Einsamkeit zu verdrängen und meine Angst durch Härte zu ersetzen. Ich fing an zu kämpfen und wurde von der Gejagten zur Jägerin…“ Der ungeschminkte Bericht einer Frau, der es heute auf eine einzigartige Weise gelingt, unserer Kultur von außen und innen zugleich zu sehen – und die im Schreiben bei sich selbst angekommen ist. Sabine Kuegler ist 1972 in Nepal geboren un kam mit 5 Jahren in den Dschungel von West Papua, wo ihre Eltern, deutsche Sprachwissenschaftler und Missionare, einen neuen Wirkungskreis

gefunden hatten. Mit 17 Jahren kehrte sie nach Europa zurück, machte ihr Abitur in einem Schweizer Internat, und kämpfte hart darum, beruflich und privat im Westen Fuß zu fassen. Heute hat sie vier Kinder aus zwei Ehen und lebt als sozial engagierte Autorin in der Nähe von München. Bernhard Wolff: Denken hilft – Frische Ideen für Gedächtnis und Kreativität, Verlag Heyne Wo sind eigentlich die Ideen, bevor man sie hat? Wie kann man Kreativität und Gedächtnis auf Leistung trimmen? Und was tun, wenn ein Name auf der Zunge liegt? Unterhaltsam und motivierend vermittelt der „Enterbrainer“ Bernhard Wolf, wie man seinen privaten und beruflichen Alltag einfallsreicher gestaltet. Er verrät, wie man spielerisch Wortschatz Sprachfertigkeit trainiert. Wie das Merken von Namen, Telefonnummern und Geheimzahlen leichter gelingt, welche kreativen Techniken wirklich funktionieren – und wie man problemlos das Alphabet rückwärts spricht. Die leicht erlernbaren Tricks machen aus den Gewohnheitstieren ideenreiche Querdenker und aus vergesslichen Kurzzeitspeichern effektive Superhirne. Zudem erzählt Wolff zahlreiche Anekdoten und persönliche Erfahrungen und stellt in seinem Lexikon der Assoziationen Eselsbrücken zu über 1000 Nachnamen. Bernhard Wolff, geboren 1966, arbeitete als Werbetexter, spezialisierte sich nach seinem Studium der

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• Bücher • Bücher • Bücher • Bücher Wirtschaftspädagogik auf Kreativität und Kommunikation, gründete 1998 das „Think-Theater“, Deutschlands erste Show zum Thema Denken und Gehirn, war in über 40 TVShows und arbeitet für Unternehmen als Moderator, Berater und Gastredner. Ildefonso Falcones: „Die Kathedrale des Meeres“, Verlag Fischer Der kleine Arnau flieht mit seinem Vater Bernat vor einem brutalen Lehnsherren in das mittelalterliche Barcelona. Die Stadt steht in höchster Blüte, die Viertel wachsen bis hinunter ans Meer. Im Barrio der Töpfer und Hafenarbeiter finden Vater und Sohn Unterschlupf. während Bernat in der Töpferei seines Schwagers arbeitet, zieht Arnau durch die Straßen und Gassen Barcelonas. Dort erlebt der junge Arnau den Bau von Santa María del Mar, einer riesigen Kirche, die vom Volk für das Volk gebaut wird. Im Schatten des mächtigen Bauwerks erfährt er, welch schweres Los die Arbeit dort ist: Mit den anderen Steinträgern schleppt der Vierzehnjährige die riesigen Felsblöcke vom Montjuïc bis hinunter an den Hafen. Doch während sich die Kathedrale des Meeres in den Himmel reckt, wirft sie auch dunkle Schatten auf das Leben der Menschen. Das Volk leidet unter der Willkür des Adels, die Pest lauert vor den Toren. Und Arnaus Aufstieg zu einem der angesehens-

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ten Bürger der Stadt droht ihm zum Verhängnis zu werden: Er wird Opfer einer Intrige, und sein Leben gerät in höchste Gefahr. Ildefonso Falcones de Sierra arbeitet als Anwalt in Barcelona. Er ist verheiratet, Vater von vier Kindern und wurde vom Erfolg seines Buches, an dem er fünf Jahre geschrieben hat, völlig überrascht. »Die Kathedrale des Meeres« erscheint in über 30 Ländern und hat sich in Spanien bisher 2 Millionen mal verkauft. Falcones widmet den Roman dem Volk von Barcelona, das es geschafft hat, in dem kurzen Zeitraum von 55 Jahren eine der schönsten gotischen Kirchen der Welt zu bauen. Muriel Barbery: „Die Eleganz des Igels“, Verlag dtv Renée ist vierundfünfzig Jahre alt und lebt seit Jahrzehnten als Concierge in der Rue de Grenelle in Paris. Sie ist klein und hässlich, ist seit langem Witwe und führt ein Doppelleben. Sie spielt die einfältige Concièrge, in Wirklichkeit aber ist sie ungemein gebildet. Sie kennt die großen Werke der Weltliteratur und der Philosophie und blickt höchst wachsam auf die Welt und das oft eigenartige Treiben ihrer reichen Nachbarn. Paloma ist zwölf, hat reiche Eltern und wohnt in demselben Stadtpalais. Altklug wie sie ist, hat sie beschlossen, erst gar nicht in die verlogene Welt der Erwachsenen einzutauchen – und sich an ihrem dreizehnten Geburtstag umzubringen.

Dieses höchst vergnüglich zu lesende und gescheite Buch und eine lebenskluge Geschichte, die – so der Tagesspiegel – dem Vergleich mit Harold und Maude standhält. Muriel Barbery, geboren 1969, studierte Philosophie in Frankreich und lebt derzeit in Kyoto. „Die letzte Delikatesse“, ihr erster Roman, wurde in 14 Sprachen übersetzt „Die Eleganz des Igels“, übersetzt in 30 Sprachen, wurde ein internationaler Bestseller. Susanne Graf: „Der Bildermacher“, Verlag Heyne Die hohe Kunst des Mordens. Wie ein Kunstwerk sitzt er auf einem Stuhl, von oben bis unten gelb lackiert. Es handelt sich um den bekannten Künstler Broski. Doch er ist tot. Ermordet. Für die junge Kriminalkommissarin Carmen Henning ist dies der erste große Fall, bei dem ihn ausgerechnet der verhasste Kollege Albert Schneider zugeteilt wird. Dieser Kriminalroman ist der Auftakt einer neuen originellen Krimiserie um das ungleiche Ermittlungspaar Carmen Henning und Albert Schneider. Während sie den Kreis der Verdächtigen eingrenzen und sich mit Bildhauern, Schauspielern und Galeristen herumschlagen, taucht die zweite Leiche auf. Diesmal ist sie grün. Susanne Graf schreibt hauptberuflich für die Badische Neueste Nachrichten in Karlsruhe und hat bereits mehrere Sachbücher verfasst. „Der Bildermacher“ ist ihr erster Roman und Auftakt einer Krimiserie um das Ermittlerduo.


Unsere Öffnungszeiten zur Weihnachtszeit: Am Samstag, 28. November

9-24 Uhr

ab 1. bis 23. Dezember Montag bis Samstag

24. Dezember, Heilig Abend 31. Dezember, Silvester

8-14 Uhr 9-14 Uhr

9-20 Uhr

Samstag, 2. Januar 2010

9-20 Uhr

Thalia-Buchhandlung | Westliche 27-29 | 75172 Pforzheim | Tel.: 0 72 31 / 13 42-0 | Fax: 0 72 31 / 13 42-15 | thalia.pforzheim@thalia.de

Highlights Januar 2010 Bücher gewinnen

Autoren treffen – bei Thalia! Bernhard Wolff „Denken hilft“

Susanne Graf „Der Bildermacher“

Samstag | 2. Januar 2010 | 11-16 Uhr

Glückstag bei Thalia Stoßen Sie mit uns auf das Neue Jahr an! Ihre persönliche Glücksbotschaft geleitet Sie durch das Jahr 2010.

Eintritt frei! Ana Kugli „Bei uns in Pforzheim“

Ildefonso Falcones „Die Kathedrale des Meeres“

Donnerstag | 21. Januar 2010 | 19 Uhr im PZ-Forum

Seyran Ates¸ „Der Islam braucht eine sexuelle Revolution. Eine Streitschrift“

Muriel Barbery „Die Eleganz des Igels“

Coupon ausfüllen und bis zum 31. Oktober 2009 einsenden: Contact + Communication, Gerda Görnemann Lisztstraße 31, 76179 Pforzheim _________________________________________________________ Name _________________________________________________________ Straße _________________________________________________________ PLZ, Ort ______________________________________________________ Telefonnummer Gewinnspielclubs und autom. Einträge über Gewinnspiel-Roboter sind nicht zulässig. Jeder Teilnehmer kann max. einen Preis gewinnen. Es entscheidet das Los. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Der Gewinn ist nicht in bar auszahlbar. Mitarbeiter der beteiligten Unternehmen und deren Angehörige dürfen nicht teilnehmen. Es gilt der Poststempel! Die Gewinner werden schrfitlich benachrichtigt.

Thalia-Buchhandlung Westliche 27-29 75172 Pforzheim Tel.: 0 72 31 / 13 42-0 Fax: 0 72 31 / 13 42-15 thalia.pforzheim@thalia.de

Musliminnen, die selbst entscheiden wollen, wen sie lieben, werden mit dem Tode bedroht. Muslime, die sich gegen eine arrangierte Ehe wehren, werden von ihren Familien verstoßen. Wer sich im Islam offen zu seiner Homosexualität bekennt, begibt sich in Lebensgefahr. Dennoch behauptet die islamische Welt, die bessere, die moralischere Religion zu haben. Seyran Ateş plädiert für eine Sexuelle Revolution im Islam. Nur so können Freiheit und Menschenwürde in der islamischen Welt wirklich gelebt werden.

Eintritt: € 5,–

288 Seiten gebunden Ullstein Verlag € 19,90

Eine Veranstaltung in Kooperation mit der


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Der Pforzheimer

Individualität und Vielfalt bis über den Tod hinaus Nicht nur das Leben bringt uns heute eine fast unüberschaubare Vielfalt von Lebensmöglichkeiten. Auch in der Frage nach der letzten Ruhestätte haben sich Wünsche, Vorstellungen, Angebote und Bedürfnisse in den letzten 20 Jahren vielfältig gewandelt. Friedwald ist einer der neuen Begriffe, der für viele zu einer beflügelten Traumvorstellung mutiert. Ist es die Vorstellung von der großen weiten Welt, in die man sich schlussendlich verlieren möchte, getragen im hohen Flug in ein anderes Land, verstreut über einen fremden Wald – aufgelöst.

Thilo Meier, Pforzheimer Bestattungshaus GmbH.

Durch diesen Aschenflug ins Nirgendwo verlieren wir uns im Nichts. „Bestattung“ ist ein Wort, dem der Begriff „bestätigen“ zugrunde liegt. Diese Bestätigung des Todes durch die Bestattung und die damit verbundene Trauerarbeit gehört zu den wesentlichsten Aufgaben in der Verarbeitung des Todes für all die Menschen, die mit dem Verstorbenen verbunden sind. In der gesamten Geschichte der Menschheit hat stets die Bestattung der Toten eine wesentliche Rolle gespielt und ist ein wesentlicher Bestandteil der Lebensgrundlage. Über diesen Weg der „Er-Innerung“ können wir den Tod annehmen, verarbeiten und uns befreien. Sicher können wir davon ausgehen, dass heute viele Menschen ohne

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Angehörige sterben oder aber die Hinterbliebenen nicht mit den Aufgaben der Grabpflege belasten wollen, oder aber der Wunsch, anonym und/oder an einem Baum beigesetzt zu werden Priorität hat. Friedhofsverwaltung und das Pforzheimer Bestattungsinstitut haben auch diesen Gedanken in ihr vielseitiges Bestattungsprogramm aufgenommen. Es ist deshalb wichtig, sich über die verschiedenen Möglichkeiten genau zu informieren. Vielleicht sollten wir schon selbst rechtzeitig unseren Bestattungswunsch bedenken und die notwendigen Vor-

kehrungen treffen. Der Entschluss wird jedem leichter fallen, wenn er weiß, dass der Pforzheimer Hauptfriedhof mit seinem Team und dem Bestattungshaus jederzeit beratend zur Verfügung steht.


< Hauptfriedhof  BLUMEN-VOLLMER Sommerweg 21 75177 Pforzheim Tel. 0 72 31/31 47 68

 BLUMEN-KIEHNLE Hachelallee 3 75179 Pforzheim Tel. 0 72 31/31 34 55

 BLUMEN-SCHÄFER Hohenzollernstr. 41 75177 Pforzheim Tel. 0 72 31/31 64 54

 FRIEDHOFSGÄRTNEREI HILLIGARDT Wolfsbergallee 53 75177 Pforzheim Tel. 0 72 31/10 69 18  GESTALTUNG IN STEIN ANDREAS MISSENHARDT STEINBILDHAUERMEISTER Ispringer Straße 40 75177 Pforzheim Tel. 0 72 31/31 38 78

 H. + W. ALBERT STEINBILDHAUERMEISTER Höhenstraße 58 – 60 75179 Pforzheim Tel. 0 72 31/44 16 64  STEINMETZ UND STEINBILDHAUERARBEITEN EUGEN MARTIN Inh. T. Schreiber · Bernhardstr.36 75177 Pforzheim Tel. 0 72 31/31 32 58  PFORZHEIMER BESTATTUNGSHAUS GMBH Ispringer Straße 42 75177 Pforzheim Tel. 0 72 31/1 54 23 00

IHRE BESTATTUNGSPARTNER IN DER REGION

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A. L. Szalay

Der verflixte Jähzorn – Ich stand neben meiner sitzenden Mutter und hielt meinen Mund. Es störte mich nicht mal, dass der Direktor über sein Züchtigungsverfahren so offen, locker vom Hocker sprach. Weit und breit im Ungarnland war es bekannt, dass die Kadettanstalten im Verhältnis zu diesem Internat als Mariakongregationsvereine galten. Das Internat war auf Jahre ausgebucht. Viele der zahlungsfähigen Eltern haben ihre Kinderchen sicherheitshalber bereits unmittelbar nach der Taufe angemeldet. Es entspricht auch der Wahrheit, dass aus diesem Internat in Verbindung mit dem Gymnasium der Benediktiner eben die Leistungsstarken der Gesellschaft hervorgegangen sind. Natürlich wurden wir nicht Tag für Tag 24 Stunden lang geprügelt, sondern täglich nur ein – zweimal und dann auch nur kurz, einige Stockhiebe. Ansonsten wurden wir in allen möglichen schulischen, sportlichen und reglementarischen Disziplinen trainiert. Interessant, wir waren stolz „Rákocziáner“ sein zu dürfen. Nach dem Krieg wurde dieses Eliteinternat nicht wieder in Betrieb genommen. Es wehte ein anderer Wind. Nach dem Krieg ging ich weiter zu den Benediktinern in die Schule und wohnte zeitweilig auch in dem Internat. Bei den Benediktinern wurden zwar keine Erziehungsstöcke gebraucht, aber sie behielten ihren „Ora et labora“ Stil. Alles schön christlich, puritanisch und spartanisch. Zurück zu der Sitzung bei dem Herrn Direktor Prikoszovics: Meine Mutter antwortete: „Aber Herr Direktor, er ist trotz alledem mein Sohn. Und mein Mann und ich haben unseren Sohn deswegen zu diesem Internat gegeben, damit aus ihm etwas Gerechtes gemacht wird. Nun, an einigen Stockhieben wird er schon nicht sterben. „Er ist trotz alledem mein Sohn“ so meine Mutter und dann die „beruhigende“ Mitteilung des Direktors: „Na, dann machen wir es weiter“. Ich stand da als der verlorene Sohn

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und dachte, dass Widerstand zwecklos ist. Meine Mutter pflegte, wenn Sie was wichtiges vor Gott und den Menschen verkünden wollte, meinen Vater in die Entscheidungsgewalt mit einzubeziehen, ohne ihn gefragt zu haben. (Mein Vater war nämlich weich, insbesondere uns Kindern gegenüber. Wenn er mich abgeholt hätte, nicht auszudenken. Es wäre vorbei mit der Bändigung und mit meiner Schulausbildung.) Meine Mutter führte die klare Linie in der Kindererziehung. Ihre Vorfahren kamen aus Sachsen, irgendwann nach der Türkenzeit, d.h. Ende des 17. – Anfang des 18. Jahrhunderts. Ob noch die sächsischen Gene ihre Führungsrolle geprägt haben? Wie auch immer, alle ihre 4 Söhne haben Universitätsbildung und 2 wurden sogar deutsche Beamte. Mutter ist heute über 97 und herrschsüchtig wie früher. Auf ihre Erziehungsmethoden angesprochen, macht sie eine klare Aussage: „Ich habe alles richtig gemacht“. Es muss etwas an dieser Aussage dran sein, da alle ihre Kinder sie verwöhnen. Noch eine Kleinigkeit zu Mutters Auftritten uns Kindern gegenüber: Ein Knabe in der Verwandtschaft wollte nicht ins Internat und teilte seiner Mutter mit, wenn er gehen muss, wird er aus dem Fenster sprin-

gen. Nun, die beängstigte Mutter fragte meine Mutter, was sie tun würde, wenn ihr Kind es sagen würde. Die Antwort war, „ich würde ihm das Fenster aufmachen.“ Später, langsam erfuhr ich, dass mehrere meiner männlichen Vorfahren vom Jähzorn geplagt wurden, obwohl alle liebenswürdig, großzügig und sozialbewusst waren. Der Schlimmste war, so die schlechten Zungen, der Urgroßvater meines Vaters, der Ferenc. Er hat im Jähzorn seinen Kutscher mit den Füßen aufgehängt und sein Kalb erschlagen. Der Kutscher wurde noch lebendig runtergeholt und das Kalb verspeist. Zwar sind laut meiner Mutter diese Erzählungen nur Anekdoten ohne Wahrheitsgehalt, etwa Stammtischerfindungen und zwar aus Neid. Nämlich er, der Ferenc, hat den Reichtum für unsere Familienlinie erarbeitet oder na, eben, wann kam schon ein Reichtum nur auf gerechte Weise zustande. Aber trotz alledem, obwohl der Ferenc um die Revolutionszeit von 1848 /49 vom Jähzorn getobt hat, d.h. fast vor 100 Jahren, beobachteten Mutteraugen mit Argwohn, ob bei ihren Kindern Anzeichen für Jähzorn zu entdecken sei oder nicht. Ich war in ihren Augen als der Erstgeborene der Gefährdeteste. Bei der geringsten Ungezogenheit hörte ich die Stimme meines Lebensspenders „ich will nicht einen zweiten Franc hier haben“. Ob ihre Ängste tatsächlich unbegründet waren? Möglich, dass manche Tragödien durch Jähzornanfälle entstehen und danach folgt das große Heulen. Ich persönlich habe immer Angst gehabt, dass ich im Jähzorn etwas nicht Wiedergutzumachendes tue und dass ich die Gefahren in dem Augenblick nicht erkenne. Das Schämen ist, was mich hauptsächlich geheilt hat, soweit wie, na nicht eben ganz.


Fortsetzung aus der Ausgabe 2/09

ist er zu bändigen? Ich habe schon über einige meiner Schandtaten berichtet. Und wie heißt es in der Bibel „der soll mit Steinen werfen, der noch nicht gesündigt hat“. Ich habe mal bei einem für mich unangenehmen Gespräch mein Telefon zur Wand geschmissen. Zu meiner Erziehung behalte ich das beschädigte Telefon und schaue es immer wieder an, insbesondere bei unangenehmen Ereignissen. Zur nächsten Generation: Mein ältester Sohn war etwa 4 Jahre alt. Wir kamen mit ihm von einem Spaziergang nach Hause. Er hat sein Mäntelchen ausgezogen und einfach auf den Fußboden geschmissen. Ich will jetzt meiner Mutter keineswegs Schuld zuweisen, aber die liebe Dame, die bei der Kindererziehung einige Ohrfeigen für notwendig erachtet hatte, sagte zu mir einmal: „Es tut mir Leid, Dir (d.h. mir) sagen zu müssen, dass ich meinem Sohn hin und wieder einige Ohrfeigen geben muss.“ Nun, ich, der in meiner Kinderzeit an die Züchtigung jeder Art gewöhnt war, hielt natürlich die Fortführung dieser Erziehungsart für nichts Besonderes. Und so ging es los. „Heb Dein Mäntelchen auf“ mehrmals und er war nicht bereit. Ich wollte erzieherisch richtig handeln und habe seinen Po versohlt. Ich erreichte gar nichts und so kam aus Zwang heraus mir die Idee zu sagen: „Demnach brauchst Du Dein Mäntelchen nicht, ich hebe es auf und werfe es aus dem Fenster“. Nun, er hat sich gebückt und hat sein Mäntelchen aufgehoben. Ich denke oft an diese Geschichte und schäme mich immer wieder, fürchterlich. Immer wieder denke ich, wie konnte ich so dumm sein, ohne zu Denken, einfach mit Gewalt. Zwischenbemerkung: Vor einigen Wochen kam ich mit meiner Enkeltochter, einer kleinen charmanten

und raffinierten Dame von 3,5 Jahren, nach Hause. Die Süße zog ihr Mäntelchen aus und schmiss es ganz einfach hin. Ich dachte an das Ereignis von damals und sagte, „hebe dein Mäntelchen auf“. Die Reaktion, ein bezauberndes Lächeln mit „nein“. „Soll Opa das Mäntelchen aufheben?“, fragte ich und das „Ja“ Wort kam, begleitet wieder mit dem bezaubernden Lächeln. Ich lachte mit und hob das Mäntelchen auf. Eine Zeitlang habe ich den Tick gehabt, so Sonntag nachmittags bei einer Flasche Wein (oder bei mehreren) die Wiener Schnulzen von der Schallplatte zu hören und mit zu dudeln. Dass meiner Preußenfrau dies zu blöd vorkam, war nicht zu verübeln. Die Dame nahm dann einfach die Platte weg. Mich packte der Jähzorn und ich trat mit dem Fuß in die Tür unseres Esszimmerschrankes. Der Tritt beruhigte mich und habe mich dann auch geschämt. Nun, die Tür musste repariert werden. In der Reparaturwerkstatt erklärte meine liebe Frau, dass wir die Tür falsch schließen wollten. Das Problem war nur, dass ich dieselbe Tür einige Wochen später wieder eintrat. Welche Gründe jetzt mal in kürzester Zeit für die Beschädigung meine Frau erfunden hat, das weiß ich nicht. Ich kam mir dann aber endgültig so blöd vor, dass ich aufgehört habe mit der Wiener Dudelei. Meine Frau war aber liebenswürdig. Sie hat die Platte in den Mülleimer geworfen, dann aber wieder herausgenommen und sauber gemacht. Dies war schon die wahre Liebe. Über das Thema „Jähzorn“ sprach ich mal mit meiner Schwester und fragte sie, ob es wahr sei, was man über unseren Urur Ferenc so hört. Sie sagte, suche nicht die Gründe bei unseren Vorfahren. Die Menschen sind nur dann jähzornig,

wenn sie jähzornig sein dürfen. Ich stimmte Ihr zu. „Er ist doch mein Sohn, Herr Direktor,“ kam mir hin und wieder in Erinnerung, und ich dachte an den Satz meiner Mutter. Warum sollte ich mich bemühen, ich werde beschützt. Als Erwachsener oder sagen wir mal als Halberwachsener, ab der Phase des Unwirksamwerdens des Mutterschutzes begann ich zu begreifen, dass Niemand Verständnis hat für meinen Jähzorn. Jähzorn hat auch etwas beleidigendes in sich. Man verletzt die Menschenwürde des Anderen. Wenn ich mein Leben anständig und erfolgreich gestalten will, dann habe ich eben einige Regeln nach dem gesunden Menschenverstand einzuhalten. Ich sah ein, dass der Versuch, mich mit der Erbsünde zu rechtfertigen, mir niemand abnimmt. Man muss die Gefahr des Jähzorns erkennen und in den Griff kriegen. Besonders heilsam ist es, wenn ich mit meinem Vater spreche. Ich schaue seine Bilder an und plaudere mit ihm über Recht und Unrecht. Ich mag auch an seinem Grab in Marburg weilen, sitzend auf einer Bank unweit seines Grabes. Die Benediktiner haben versucht, uns Jugendliche zu Exerzitien (Nachdenkbetrieb) zu bewegen, bei mir mit wenig Erfolg. Ich habe an vieles gedacht, nur nicht an mein Seelenheil. Die Engelchen erschienen zwar in meinen Gedanken, aber solche, deren Blüschen trotz fehlender Flügel von Fall zu Fall immer mehr Spannung vermittelten. Aber nachzudenkend ist schon zu empfehlen Nachzudenken; über die Menschenwürde und zwar nicht nur über die Eigene. Bei diesem Satz komme ich mir so richtig edel vor, d.h. ich bin noch nicht geheilt.

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Stufen

Wie jede Blüte welkt und jede Jugend Dem Alter weicht, blüht jede Lebensstufe, Blüht jede Weisheit auch und jede Tugend Zu ihrer Zeit und darf nicht ewig dauern. Es muss das Herz bei jedem Lebensrufe Bereit zum Abschied sein und Neubeginne, Um sich in Tapferkeit und ohne Trauern In andre, neue Bindungen zu geben. Und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne, Der uns beschützt, und der uns hilft zu leben. Wir sollen heiter Raum um Raum durchschreiten, An keinem wie an einer Heimat hängen. Der Weltgeist will nicht fesseln uns und engen, Er will uns Stuf’ um Stufe heben, weiten. Kaum sind wir heimisch einem Lebenskreise Und traulich eingewohnt, so droht Erschlaffen; Nur wer bereit zu Aufbruch ist und Reise, Mag lähmender Gewöhnung sich entraffen. Es wird vielleicht auch noch die Todesstunde Uns neuen Räumen jung entgegen senden, Des Lebens Ruf an uns wird niemals enden . . . Wohlan denn, Herz, nimm Abschied und gesunde ! Hermann Hesse

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8. – 10.02.2010

Riverdance

€ 73,65 – 96,65

28.02.2010

Thriller – Live

€ 50,90 – 80,90

09.03.2010

Jean Michel Jarre

€ 49,90 – 80,60

18.03.2010

Semino Rossi

€ 38,40 – 68,90

22.03.2010

Militär & Blasmusikparade 2010

€ 30,00 – 46,00

CongressCentrum Pforzheim 09.01.2010 Musical Highlights

€ 35,45 – 40,95

12.05.2010

Das Frühlingsfest der Volksmusik

€ 45,30 – 66,90

28.01.2010

Phantom der Oper

€ 53,20 – 62,70

16.05.2010

DJ Bobo

€ 25,90 – 59,90

02.02.2010

Giora, Feidman & Gershwin Streichquartett

€ 30,00 – 41,00

25.02.2010

The Very Best of Black Gospel

€ 26,00

Theaterhaus Stuttgart 12.01.2010 Mother Africa Circus der Sinne

€ 41,70 – 50,40

27.02.2010

Abba Hautnah

€ 35,45 – 40,95

26.01.2010

Element of Crime

€ 32,70

12.03.2010

Jürgen von der Lippe

€ 26,35 – 35,90

27.02.2010

Emil: Drei Engel!

€ 31,90

14.03.2010

Die Nacht der Musicals

€ 34,90 – 55,90

27.03.2010

Kastelruther Spatzen

€ 44,50 – 56,50

07.04.2010

Die Rückkehr der Shaolin

€ 30,00 – 45,00

LKA Stuttgart 16.12.2009

Doro

€ 29,80

23.04.2010

Capt. Cook u. seine singende Saxophone

€ 40,90 – 50,90

19.12.2009

Fanny von Dannen

€ 19,15

14.05.2010

Rüdiger Hoffmann

€ 28,50

20.12.2009

Bushido und Fler

€ 29,00

08.06.2010

Bülent Ceylan

€ 25,50

23.12.2009

Die Happy

€ 22,20

Karlsruhe 18.12.2009

Brunner & Brunner, Konzerthaus

€ 36,00 – 46,00

19.12.2009

Silbermond, Europahalle

€ 30,65

05.01.2010

Chin. Nationalzirkus, Joh.-Brahms-Saal

€ 29,80 – 44,00

05.01.2010

Dieter Nuhr – Nuhr die Ruhe, Schwarzwaldhalle

€ 27,90

13.10.2010

Urban Priol

€ 20,90 – 25,40

12.11.2010

Dieter Nuhr

€ 20,90 – 25,40

20.11.2010

The Chippendales

€ 44,15 – 55,55

Kulturhaus Osterfeld Pforzheim 28.12.09 – 2.01.10 Winterträume

€ 17-50 – 49,00

21.01.2010

Münchner Lach- u. Schießges. – last minute

€ 17,60

30.01.2010

Christina Lux pure & live

€ 14,20

24.01.2010

Wishbone Ash, Substage

€ 21,20

07.02.2010

Gardi Hutter – die tapfere Hanna-

€ 18,70

04.02.2010

Kastelruther Spatzen, Schwarzwaldhalle

€ 38,50 – 56,35

€ 20,90 – 25,40

04.02.2010

Ingo Appelt, Badnerlandhalle

€ 25,20

06.02.2010

Andre Rieu & Orchester, Joh.-Brahms-Saal

€ 55,50 – 80,50

06.02.2010

Max Raabe & das Palastorchester Konzerthaus

€ 41,90 – 58,40

19.02.2010

Hagen Rether – Liebe

Schleyerhalle Stuttgart 19.01.2010 Excalibur – The Celtic Rock Opera

€ 48,00 – 113,00

16.+ 17.02.2010

Best of Musical-Gala 2010

€ 47,85 – 93,85

20.02.2010

André Rieu und das Joh. Strauß Orchester

€ 46,70 – 86,90

25.02.2010

Hansi Hinterseer, Schwarzwaldhalle

€ 38,00 – 63,00

23.03.2010

Eros Ramazzotti

€ 52,30 – 66,30

17.09.2010

Bodo Wartke, Badnerlandhalle

€ 24,50

26.+27.03.2010

Porsche Oldie Night 2010

€ 25,00 – 56,00

Liederhalle Stuttgart 26. + 27.12.2009 The Bar of Buena Vista

Baden-Baden Festspielhaus 19.12.2009 Bruckner: Sinfonie Nr. 5

€ 28,00 – 91,00

€ 31,45 – 60,70

23. + 25.12.2009

Tschaikowsky: Schwanensee

€ 37,00 – 121,01

19.01.2010

David Garrett

€ 54,85 – 73,25

17. – 21.02.2010

Mamma Mia

€ 66,85 – 107,10

08.04.2010

Lord of the Dance

€ 49,65 – 78,40

26.02.2010

Lang Lang

€ 58,00 – 152,99

25.04.2010

Nigel Kennedy

€ 48,40 – 95,70

Musicals Di. bis So.

WICKED – Die Hexen von Oz

€ 48,85 – 142,00

Dinosaurier – Im Reich der Giganten SAP Arena

€ 38,00 – 55,50

Di. bis So.

We will rock you

€ 48,85 – 142,00

20.01.2010

David Garrett, Rosengarten Mozartsaal

€ 50,75 – 64,55

Ab 06.03.2010

Tanz der Vampire

€ 48,85 – 142,00

Porsche Arena 9. – 13.12.2009

Sonstige 13.01.2010

Musical Starlights, Frankfurt Jahrhunderthalle

Holiday on Ice 2009

€ 14,90 – 48,90

€ 40,90 – 61,70

16.12.2009

Silbermond

€ 30,90 – 35,50

18.02.2010

Chris Rea, Frankfurt Festhalle

€ 58,25 – 69,75

15.01.2010

Abba – The Show

€ 34,50 – 59,60

19. – 21.02.2010

Riverdance, Frankfurt Jahrhunderthalle

€ 49,75 – 101,50

18.01.2010

Ben Becker – Die Bibel

€ 41,15 – 69,90

DIE GESCHENK-IDEE:

06.02.2010

Roger Ciecero & Big Band

€ 39,90 – 59,20

07.02.2010

Hansi Hinterseer

€ 33,00 – 63,00

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Generationen im Dialog Ausgabe 3-2009  

Zeitschrift für Jung & Alt, Generationen, Familie, Eltern, Großeltern, Kinder, Enkel, wissenschaft, kultur, kunst, bauen, wohnen, seniorenhe...

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