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Generationen im

contact + communication

€ 2,–

www.generationen-im-dialog.de

O R I E N TA L I S M U S I N E U R O PA W O H N E N M I T S E RV I C E S C H M U C K I N VA R I AT I O N E N OSTERGESCHICHTEN

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Diese Zeitschrift wird in Zusammenarbeit mit dem Kreisseniorenrat Enzkreis Stadt Pforzheim e.V. und mit Unterstützung der Sparkasse Pforzheim Calw hergestellt.

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Sprechen Sie mit uns…

wenn Sie …wenn Sie …wenn Sie …wenn Sie …

den Erwerb einer Eigentumswohnung oder eines Eigenheims planen eine preiswerte und provisionsfreie Mietwohnung suchen die Verwaltung von Hausbesitz oder Eigentumswohnungen wünschen bei der Erstellung Ihres Wohn- oder Gewerbeprojektes betreut werden wollen

…wir sind für Sie da.

B A U & G R U N D

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Erbprinzenstr. 20 • 75175 Pforzheim • Tel 0 72 31/93 02-0 • Fax 0 72 31/93 02-11 I n t e r n e t : w w w. p f o r z h e i m e r. d e • E m a i l : i n f o @ p f o r z h e i m e r. d e

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Editorial

Inhalt Seite

Liebe Leserinnen und Leser,

der Traum von der ewigen Jugend ist spätestens dann ausgeträumt, wenn sich die ersten Fältchen zeigen, sich vervielfältigen und sich im Laufe der Jahre in reichhaltigem Maß unliebsam verbreiten. Soviel über die eine Seite des Zifferblattes unserer Lebensuhr. Sie zählt gnadenlos die Kalenderjahre. Ausnahmen bestätigen die Regel. So können unzählige Töpfchen, Tiegel Packungen und Massagen diesen sich kontinuierlich reduzierenden Verfallsdaten nicht Einhalt gebieten. Und dann geschieht ein kleines Wunder. Mit den sich anreichernden Jahren und Falten kommt man in einen merkwürdigen Spagat – es entsteht eine interessante Diskrepanz zwischen den vom Kalender gezählten und den in der inneren Empfindung gefühlten Jahren. Fazit: Das Lebensgefühl bestimmt das Alter. Das ist neu und sehr spannend. Es ist der Beginn eines neuen Abenteuers „Leben“. Diese Uhr da drinnen zählt die Stunden anders. Sie kümmert sich nicht um die Jahreszahlen der materiellen Welt, bei ihr bestimmt das individuelle Lebensgefühl die Zahl der Jahre. Es ist eine wundersame Begegnung mit dem verfalteten Gesicht im Spiegel und dem Gefühl innerer junger Lebendigkeit. Was tun? Die Falten können wir nicht wegbügeln, aber die innere Spannkraft können wir erhalten. Das Rezept? Kreativ denken und handeln, neue Wege finden, in der Zeit leben, neugierig bleiben, nicht tatenlos zuschauen sondern aktiv mitgestalten, Freude am Tun und positives Denken als liebenswerte Reisebegleiter unter Vertrag nehmen. „Senioren schaffen Schönes“ – hier wurde der Titel vor 30 Jahren das Gestaltungsthema einer Ausstellung. Heute ist es darüber hinaus die Herausforderung an eine Generation, die aufgrund ihrer modernen aktiven Lebensführung sehr wohl in der Lage ist, sich selbst und der Welt, in der sie lebt, diesen Traum zu erfüllen. Herzlichst Ihre Gerda Görnemann

IMPRESSUM:  Herausgeber: Gerda Görnemann Lisztstraße 31, 75179 Pforzheim Telefon: 0 72 31/15 53 44 Telefax: 0 72 31/15 53 43 E-mail: cucgg@t-online.de  Redaktion: verantwortl.: Gerda Görnemann  Anzeigen: Eva Hannemann

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 Grafik + Satz: Simone Bok, Agentur für Mediengestaltung, Horb a.N., Daten an E-mail: sbok@kabelbw.de  Bildbearbeitung: Repro-Mayer, Birkenfeld  Druck: Mayer & Söhne, Druck- und Mediengruppe GmbH  Erhältlich beim Herausgeber, über die Geschäftsstellen der Sparkasse Pforzheim Calw und dem Kreisseniorenrat Enzkreis Stadt Pforzheim e.V. Ebersteinstraße 25, 75177 Pforzheim

Prof. Dr. Ernst Peter Fischer: Warum Spinat nur Popeye stark macht 4–5 Goldschmiede Telgmann 6–7 Jugendmusikschule Neuenbürg für Senioren 8–9 Thomas Gesterkamp: Überschuldung – Millionen in der Falle 10 – 11 Bauvorhaben der Region: Wohnen mit Service 12 – 23 Heime: Ostern in meiner Kindheit 24 – 32 Pflege ist ein Ausbildungsberuf 33 Merz: Sie waschen, sie waschen den lieben langen Tag… 36 – 37 Löbliche Singergesellschaft von 1501 Pforzheim: Konzert 38 Rechtsanwältin Isabel Hutter: Einer zerstrittenen Erbengemeinschaft vorbeugen 39 Der Kreisseniorenrat 40 – 42 AOK erweitert Pflegeheimnavigator um Risikofaktoren 43 Die Apotheke – Wegweiser im Arzneimitteldschungel 44 – 45 Prof. Dr. Ulrike Krenzlin: Orientalismus und Europa – Vergangenheit und Gegenwart 46 – 49 Schmuckmuseum: Georg Dobler – Schmuck 1980 – 2010 50 Schmuckwelten: Sonderverkauf Majolika 51 Bunz-Design 52 – 53 Modenschau der Innung für das Bekleidungshandwerk 54 – 55 Sensai – eine kosmetische Kostbarkeit 56 – 57 Sparkasse Pforzheim Calw informiert: • Kampf dem Datenklau • Die richtige Vermögensstruktur • Energiesparen lohnt sich 56 – 59 Bücher – Bücher – Bücher 60 – 61 Der Pforzheimer Hauptfriedhof: Die pflegeleichte Anonymität 62 – 63 A. L. Szalay: Rapaport hieß er… 64 – 66 Sparkasse Veranstaltungskalender 67 Titelfoto: Familie Telgmann aus Kamen, fotografiert von Michael Kersting im Lichtkunstmuseum in Unna.

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Prof. Dr. Ernst Peter Fischer

Warum Spinat nur In seinem Roman „Kaltenburg“ erinnert sich der Autor, Marcel Beyer, an ein vertracktes Problem seiner Kindheit. Ihm fiel etwas schwer, nämlich „anzuerkennen, dass die Seeschwalbe keine Schwalbe ist“; und das war nicht alles: „Die Krähenrabe ist mit der Krähe nicht verwandt, die Alpenkrähe keine Krähe, so wenig wie die Alpendohle eine Dohle ist, die Wasseramsel keine Amsel, der Wachtelkönig keine Wachtel“ – und erst recht kein König, wie man hinzufügen könnte. Der Autor weigert sich als junger Mann partout, den vogelkundlichen Auskünften seiner Eltern Glauben zu schenken. Er wusste doch: „Der Bergfink lebt nicht in den Bergen, der Austernfischer ernährt sich nicht von Austern, die Schnatterente schnattert nicht, mit Eis hat der Name des Eisvogels nichts zu tun, und das Gefieder des Purpurhuhns ist durch und durch blau.“ Als erwachsener Mann kann der Autor die Fehler zwar erklären – zum Beispiel als Übersetzungsfehler aus einem griechisch-lateinischen Mischmasch – aber er hat mit dem fehlinformierenden Wortsalat vor allem gelernt, dass es nötig ist, jeden Einzelfall persönlich in Augenschein zu nehmen, um das jeweils Richtige höchst selbst in Erfahrung zu bringen. Man sollte nicht einfach nachbeten, was man vorgesagt bekommt, auch dann nicht, wenn es da niemanden gibt, der einen hereinlegen oder anschmieren will. Popeyes Kraftfutter An dieser Maxime orientiert sich mein Buch, „Warum Spinat nur Popeye stark macht“, in dem es um die kleinen und die großen Fehler geht, die sich im öffentlichen Verständnis der Wissenschaften von der Natur breit gemacht haben, die dort hartnäckig als Mythen und Legenden verharren und auf diese Weise ein Verstehen von Wissenschaft blockieren und mehr oder weniger verhindern. Es lohnt sich vor allem dann, genauer hinzusehen und Fehler zu entlarven, wenn dadurch möglicherweise von Menschen Schaden abgewendet werden kann – etwa von den Kindern,

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die immer noch deswegen mit Spinat vollgestopft werden, weil das grüne Gemüse dem Vernehmen nach so viel Eisen enthalten soll. Die Legende vom Kraftfutter Spinat verdankt ihre Verbreitung einer in den frühen 1930er Jahren auf Kinoleinwänden erschienen Comicfigur, die als Seemann Popeye bekannt geworden ist und so ein schön verkniffenes Gesicht mit einem Pfeifchen im Mund zeigte. Immer dann, wenn Popeye irgendwelche finsteren Gestalten verprügeln oder sonst irgendwelche Kraftakte durchführen will, futtert er eine Dose Spinat leer, und er beweist mit seinem jeweils unvermeidlichen Triumph, dass Spinat so stark wie der Zaubertrank der Gallier macht, mit denen Asterix und Co. die Römer in Schach halten. Und unsere lieben Eltern haben dann gleich die dazugehörige Pseudoerklärung mitgeliefert, die sie, weiß Gott woher, hatten (nur nicht aus ihrer Schulzeit). Sie besagte, dass Spinat den Seemann so stark mache, weil er so viel wertvolles Eisen enthielte, das dann auf wunderbare Weise die Blutbildung – und mit ihr zugleich den Muskelumfang – fördere, und zwar bei Popeye an der richtigen Stelle im Oberarm. So klar es ist, dass Popeye den Spi-

natkonsum gefördert hat, so unklar bleibt, wie sein Schöpfer, der amerikanische Zeichner Elzie C. Segar, von der vorgeblich stärkenden und muskelbildenden Wirkung des Grünzeugs erfahren hatte oder überzeugt wurde, die heute in das Reich der Legende zu verweisen ist. Wir können nur vermuten, dass er von der ersten Laboranalyse erfuhr, die ein Schweizer Chemiker mit dem Spinat 1890 unternommen hatte und bei der ein Eisengehalt gefunden wurde – 35 Milligramm Eisen in 100 Gramm getrocknetem Spinat – der zwar zehnmal höher als der heute akzeptierte Wert lag, der damals aber sogleich von allen Ernährungsratgebern übernommen wurde. Sie schwangen sich auf diese quantitative Weise zu gefragten Experten auf, die anschließend Generationen von Müttern dazu gebracht haben, ihren Kindern das von den lieben Kleinen oft als ekelig empfundene Gemüse aufzutischen (was aber ganz sicher keinen Schaden angerichtet hat). Warum die Panne passiert ist und der Eisengehalt bei der ersten Analyse viel zu hoch angegeben worden ist, bleibt im Dunkel der Geschichte verborgen, wobei Gerüchte einfach von einem Schreibfehler berichten, also sagen wollen, dass der zuständige Wissenschaftler 3,5 schreiben wollte und das Komma vergessen hatte. 3,5 mg Eisen pro 100 g Spinat wäre angemessen und vielleicht sogar richtig gewesen; und somit enthält das Blattgemüse weniger Eisen als Schokolade oder Leberwurst, um nur zwei Beispiele zu nennen, die gegenteiliger nicht sein könnten. Wenn man Spinat empfehlen will – was hier trotz allem gerne geschehen soll, vor allem wenn man ihn selbst zerhackt –, dann kann man dies wegen seines Geschmacks – wenn man ihn mag – und einiger Ballaststoffe und Vitamine tun. Aber die kann man sich auch anderweitig einverleiben, wie man leicht herausfinden kann.


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Popeye stark macht Kleine und große Fehler Natürlich haben einige Kinder den aufgetischten Spinat hinuntergewürgt, weil ihre Eltern durch wissenschaftliche Analysen überzeugt waren, etwas Gutes für ihre Schützlinge zu tun. Aber wir wollen dies als einen kleinen und leicht verzeihlichen Fehler ansehen, ebenso wie die oftmals gehörte Behauptung, Schokolade mache glücklich. Wer dies in unseren neurologisch neugierigen Zeiten sagt, versucht den Zusammenhang oft sogar mit der Biochemie der Körper und ihrer Gehirne zu erhärten und zu beweisen. Demnach braucht ein Mensch ein bestimmtes Hormon, um glücklich zu sein, und dieser molekulare Glücksbringer in unseren Nervenzellen trägt den Namen Serotonin. Wer Schokolade isst, so hört man dann immer wieder, lässt sein Serotonin und damit seine Stimmung ansteigen, was gar nicht so falsch ist, wenn es da nicht einen Haken gäbe. Denn Kartoffeln und Müsli, bewirken dasselbe, und zwar ohne die (manchmal unglücklich machende) Nebenwirkung, die man bei vielen Schleckermäulern als Rettungsgürtel um die Hüften herum besichtigen kann. In der Tat – wenn jemand sich biochemisch glücklich essen will, sind Kartoffeln eher angebracht als Schokolade. Auf die zarte Versuchung sollte man aber trotzdem nicht verzichten, vor allem dann nicht, wenn sie einem so gut schmeckt wie dem Autor (der bei weißer Schokolade mit ganzen Nüssen sofort ganz schwach wird). Wer sich anders verhält und sich nicht daran hält, begeht – wie oben erwähnt – wissenschaftlich betrachtet bestenfalls einen kleinen Fehler. Dem steht allerdings direkt der große Bock gegenüber, den auch das Spinatbeispiel erkennen lässt, obwohl er sich gut verbirgt. Den ernstzunehmenden und nachwirkenden Fehler begehen wir dadurch, dass wir meinen, Tatsachen seien unveränderlich,

und zwar vor allem dann, wenn es sich um sogenannte wissenschaftliche Tatsachen handelt, die durch möglichst viele Zahlen untermauert werden. Was durch Experten – siehe oben – präzise gemessen worden ist und mit ihrem Namen versehen schwarz auf weiß gedruckt vorliegt, das muss und wird für alle Zeiten stimmen – so denkt man fröhlich und irrt gewaltig. Die deutschen „Tatsachen“ tragen wie die angelsächsischen „facts“ (Fakten) in dem sie bezeichnenden Wort das Machen und Tun mit sich herum, das sie auszeichnet. „Facio, feci, factum“ haben wir früher noch im Lateinunterricht gelernt und dies unter anderem mit „ich fertige an“ und so weiter übersetzt. Ein „Faktum“ ist etwas, das Menschen angefertigt haben, und dabei können sie bekanntlich irren. Mit anderem Worten, gerade Tatsachen können sich dauernd ändern, und sie tun dies im Laufe der Geschichte immer wieder, und manchmal massiv und entscheidend. Sie tun dies auch dann, wenn sie schon länger in Lehrbüchern stehen und an die Studierenden als wissenschaftliche Wahrheiten mit Ewigkeitsanspruch vermittelt werden. Als ein Beispiel kann man auf die sogenannten Cepheiden verweisen, die zu Beginn des 20. Jahrhunderts als veränderlich leuchtende Sterne am Himmel entdeckt worden waren und durch ihre Helligkeitsschwankungen die Möglichkeit boten, kosmische Entfernungen – etwa von der Erde zum Polarstern – zu bestimmen. Als man anfing, aus den dabei gewonnenen Daten das Alter des Weltalls zu ermitteln, tauchte das paradoxe Ergebnis auf, dass einzelne Sterne älter waren als der Kosmos, zu dem sie gehören. Aufgelöst wurde dieser Knoten durch eine Veränderung von Tatsachen. Plötzlich gab es zwei Klassen von Cepheiden, und als man dies berücksichtigte, rückten sich die Dinge am Himmel zurecht.

Man könnte noch viele falsche Tatsachen aufzählen, die wir der Wissenschaft verdanken – etwa die zu hoch ermittelte Menge an Gold, die Ozeane enthalten und mit der Deutschland die Reparationen nach dem Ersten Weltkrieg bezahlen wollte, oder die immer noch verbreitet geglaubte Möglichkeit, Menschen ließen sich durch unterschwellige („subliminale“) Signale beeinflussen. Daraus kann man den Schluss ziehen, dass es sich lohnt, immer wieder aufmerksam zu sein, skeptisch zu bleiben und bei allem Zusichern Zweifel zu bewahren. Wissenschaft liefert zwar möglichst gute Daten, aber das bedeutet nicht, dass nicht eines Tages bessere auftauchen können, die ein Umdenken erfordern. Damit haben wir die Bühne nicht nur für einen großen, sondern für einen grandiosen Irrtum in der Wissenschaft und über sie bereitet. Er hat damit zu tun, dass wir denken, Wissenschaft bringe Erklärungen zustande, mit deren Hilfe etwas verstanden wird und wodurch das Fragen dann zum Abschluss kommt. Wissenschaft – so denkt man – verwandelt eine geheimnisvolle Natur in eine korrekte und technisch nutzbare Lösung. Genau dies ist nicht der Fall, wie leicht einzusehen ist, wenn man sich erinnert, was große und kleine Forscher ständig und unter dem Kopfnicken des Publikums sagen. Mit jeder Antwort, so kann man da erfahren, stellen sich neue Fragen, und zwar mehr als vorher. Wissenschaft ist also ein offener Vorgang, es ist ein Bildungsprozess, den man in eine etwas paradox klingenden Formulierung so beschreiben kann: Wissenschaft verwandelt eine geheimnisvolle Natur in eine noch geheimnisvollere Erklärung. Sie vertieft das Geheimnis. Deshalb bleibt die Wissenschaft auch dann spannend, wenn wir sie schon länger zu kennen meinen.

Ernst Peter Fischer: „Warum Spinat nur Popeye stark macht: Mythen und Legenden in der modernen Wissenschaft“. Pantheon Verlag www.epfischer.com

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Titelgeschichte: Die Goldschmiede Telgmann in Kamen

Das erfolgreiche TelgmannKreativ denken,

Perfekt in der eigenen Leistung, tolerant im Umgang miteinander, gemeinsam zu einem auf Erfolg ausgerichteten Ziel und in der Liebe zum kreativen Tun. So spielt im Telgmann-Quintett jedes Ensemblemitglied sein eigenes Instrument, vermittelt dem Klangkörper seinen besonderen Ton und präsentiert sich voller Harmonie, Klarheit und Brillanz. Das Rezept für diesen Ensemble-Erfolg? Man suche sich Eltern mit Vorbildqualitäten, die darüber hinaus die Fähigkeit besitzen, mit Verständnis, Konsequenz und sinnvollem Einfluss den Weg der Kinder zu begleiten und zu steuern, und die im gegenseitigen Vertrauen mit ihnen verbunden bleiben.

Auftragsarbeit Brosche „Erinnerung“ Gelbgold, Platin mit Topas

Ring „Vogelflug“ Gelbgold, Platin mit farbigen Brillanten

Armreif „Blaue Blume“ Gelbgold, Acryl mit Topas

Innenhofgestaltung Plastik „Das Gespräch" Bronze mit Bergkristallkugel

Gregor Telgmann Jahrgang 1940, Metallbildhauer und Goldschmied aus Leidenschaft. Musik, Architektur und Natur inspirieren ihn zu Schmuckunikaten und Kunstobjekten. Zahlreiche nationale und internationale Auszeichnungen. „Für die Kunst, die ich gestalte, wird mir sehr viel Freude und Begeisterung entgegengebracht. Diese Begeisterung für das Schöne, und dies mit anderen Menschen zu teilen, erfüllt mich mit großer Dankbarkeit.“

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Marianne Telgmann Jahrgang 1950, verheiratet mit Gregor Telgmann und Mutter der Töchter Alexandra, Stephanie und Dorothée. Geschäftsführerin und für die „besondere“ Präsentation der Goldschmiede im Bereich Verkauf, Kommunikation, Beratung und Events verantwortlich. Sie organisiert und entwirft Veranstaltungsideen, die Schmuck als Erlebnis begreifen lassen. „Um Schmuck-Unikate und Kunst zu präsentieren, bedarf es einer besonderen Sensibilität in der Gestaltung des Umfeldes und der Konzentration auf das Wesentliche.“


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Quintett individuell gestalten, generationenbewusst handeln Ölgemälde „Ein Tag am Meer“ Öl auf Leinwand mit Gelbgoldskulptur

Ring „Perlenzauber“ Gelbgold, Platin mit Perle und Brillanten

Auftragsarbeit Kinderportrait „Marie“ Öl auf Leinwand

Skulptur „Mein Schutzengel" Sterlingsilber mit Blattgold auf Ebenholz

Ring „straight“ Gelbgold mit Tahitiperle

Dorothée Telgmann Jahrgang 1975, Ausbildung als Industriekauffrau im Edelsteingroßhandel mit einem weiteren Jahr Fortführung im Pariser Filialbetrieb. Anschließend Juniorberaterin in einer Düsseldorfer Werbeagentur mit integriertem Kommunikationswissenschafts-Studium. Seit 2003 in der elterlichen Goldschmiede für Öffentlichkeitsarbeit, Marketing und Werbung verantwortlich.

Alexandra Telgmann Jahrgang 1972, entdeckt bereits im Kindesalter die Liebe zur Malerei. Befreundete Künstler der Familie begleiten und fördern ihren Anfangsweg. Staatl. gepr. Designerin, Savannah College of Art & Design in den USA mit dem Schwerpunkt Akt- und Portraitmalerei. Master of fine Arts, Mitglied der Portrait Society of America, Atelier in Oldenburg, Spezialisierung: Portrait-Malerei von Kindern. „Meine Portraits geben mir die Begeisterung wider, die jedes Kind in mir auslöst.“

Stephanie Telgmann Jahrgang 1978, Goldschmiedemeisterin, bereits in der Ausbildung durch ihre außergewöhnlichen gestalterischen Fähigkeiten international ausgezeichnet. Stipendium und weitere Ausbildung in einer Londoner Goldschmiede. Ausstellungen und mehrfach ausgezeichnete Schmuck- und Skulpturarbeiten. „Jeder Mensch ist einzigartig. Diese Einzigartigkeit charakteristisch zu interpretieren und für jeden Menschen ein individuelles Schmuckstück zu entwerfen, inspiriert und fasziniert mich.“


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Christian Knebel, Leiter der Städt. Jugendmusikschule Neuenbürg

Städtische Jugendmusikschule Neuenbürg Die Stadt Neuenbürg und die Trägergemeinden der Städtischen Jugendmusikschule Straubenhardt, Birkenfeld und Engelsbrand starten mit einem Musikprogramm für alle Seniorinnen und Senioren.

gesellschaftlichen Leben öffnen. Und vor allem: Musizieren macht Spaß! Es gibt viele ältere Menschen, die schon immer mal ein bestimmtes Instrument ausprobieren oder mit einem Instrument, das sie vielleicht lange nicht mehr in der Hand gehalten haben, musizieren möchten. Die Städtische Jugendmusikschule Neuenbürg unter Leitung von Musikdirektor Christian Knebel führt dieses Projekt mit erfahrenen Pädagogen durch. In nahezu allen Fachbereichen der Streich-, Blechblas-, Holzblas- und Tasteninstrumente sowie Perkussion und Gesang gibt es reichhaltige Angebote. Das Besondere an diesem Projekt ist die maßgeschneiderte individuelle Behandlung der Interessenten. Sie werden in ihrem jetzigen Wissensstand abgeholt. Bei Ensembles unterschiedlicher Besetzungen werden sogar individuelle Arrangements für die jeweiligen Instrumente erstellt. Der Unterricht wird möglichst nah am Wohnort stattfinden und kann auch vormittags ablaufen. Gebucht werden 10 oder 20 Stunden, die beim Einzelunterricht individuell vereinbart werden.

Inhalte des Projekts „Musik für Senioren“: Wissenschaftliche Studien belegen, dass das Erlernen eines Instrumentes wie auch das Singen eine positive Wirkung für das Gehirn und das Wohlbefinden des ganzen Körpers bewirkt. Die Musik wird für viele Seniorinnen und Senioren Türen zu einer weiteren aktiven Teilnahme am

Folgende Unterrichtseinheiten werden angeboten: • Einzelunterricht nach Terminwunsch (auch vormittags) • Ensemble-Spiel • Musikgeschichte: ein Kurs durch die Welt der Musik • Rhythmik • Atmen – Stimme – Gesang • Musikcafé im Schloss Neuenbürg • „Ständchen auf Rädern“; für Menschen, die nicht mehr mobil sind kommt die Musik zu ihnen nach Hause oder an einen gewünschten Ort (Jubiläen, Feiern, etc.)

Christian Knebel, der Leiter der Städtischen Jugendmusikschule in Neuenbürg

„Junge, komm bald wieder...“ – Ensembleprobe in Conweiler im Bürgertreff.

Das Ehepaar Schöpfer aus Neuenbürg beim Musizieren. Bild rechts: Der Gitarrenkreis.

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Die Durchführung dieses reizvollen Projekts, das als Pilotprojekt bereits seit November 2009 erfolgreich in Straubenhardt durchgeführt wird, erfolgt in Kooperation mit der Städtischen Jugendmusikschule Neuenbürg.

Ferner soll das Ensemblespiel in verschiedensten Instrumentalgattungen für Seniorinnen und Senioren aufgebaut werden, in dem Interessen-


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startet umfassendes Seniorenprogramm

ten geholfen werden soll, in der Gruppe ein geeignetes Repertoire zu erarbeiten und die Proben zu betreuen. Seniorinnen und Senioren sollen so motiviert werden, sich über die Musikschule oder bei sich zu Hause regelmäßig zu treffen, um gemeinsam zu musizieren. Gerne wird eine unverbindliche Schnupperstunde vereinbart.

Seit Oktober 2010 ist die Jugendmusikschule im neuen Landesförderprogramm „Singen – Bewegen – Sprechen“ (SBS) engagiert.

Wichtige Konzerttermine der JMS: • So., 8.5.2011, 11 Uhr, Konzert „Herzenssache“ im Schloss Neuenbürg, Kooperationspartner: SWR 1, Lions Club Bad Wildbad • Sa., 2.7.2011, 17 Uhr, Musikschulkonzert St. Georgskirche, 10 Jahre Schloss Neuenbürg • Sa., 2.7.2011, 19.30 Uhr, JMS und „Elb Meadow Ramblers“ LUS Birkenfeld, Vorkonzert zu „Musik aus Dresden” • Mo., 3.10.2011, 17 Uhr, Lehrerkonzert St. Georgskirche, Kostbarkeiten verschiedener Epochen • Sa., 26.11.2011, ganztägig, Dorfweihnacht Grunbach in der Ev. Kirche, Kooperation mit der Gemeinde Engelsbrand • Mi., 7.12.2011, 19 Uhr, Vorweihnachtliche Stunde im Saal der JMS Nbg., Lesungen mit Musik; Kooperation mit der VHS

Bild links: Musikgeschichte bei Frank Goebel

Kinder beim neu eingeführten Programm „Singen – Bewegen – Sprechen“.

Die Städtische Jugendmusikschule besteht seit 1965. Verwaltungssitz ist Neuenbürg. Getragen wird sie mit ihren ca. 550 Schülern von den Kommunen Neuenbürg, Birkenfeld, Engelsbrand und Straubenhardt. Unterrichtet werden alle Fachbereiche in Einzel,- Gruppen,- und Klassenunterricht. Es gibt Kooperationen mit Musikvereinen, Schulen, KiTas und Kirchen.

Mit 10 Kooperationen werden zur Zeit zusätzlich etwa 150 Kinder in den letzten beiden Kindergartenjahren musikalisch gefördert, was ab 2012 in acht Grundschulen von Klasse eins bis vier bei dann zusätzlich etwa 650 Kindern fortgesetzt wird.

Weitere Infos:

Städtische Jugendmusikschule Neuenbürg Leitung: Christian Knebel Postfach 12 62, 75302 Neuenbürg Tel. 0 70 82/4 07 00, Fax 0 70 82/4 07 03 jms@jugendmusikschule-neuenbuerg.de www.jugendmusikschule-neuenbuerg.de

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Thomas Gesterkamp

Überschuldung:

Millionen

Immer mehr Privathaushalte melden Verbraucherinsolvenz an. Fachliche Hilfe rettet jeden zweiten Betroffenen aus der Krise, dennoch werden die Mittel für die Schuldnerberatung gekürzt.

Thomas Gesterkamp, Journalist und Autor.

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„Ich wollte unbedingt mit meinen Freunden mithalten”, sagt Frank Leistner*. Der 37-Jährige arbeitet als Pförtner in einem mittelständischen Industriebetrieb, sein Lebensstil aber ähnelte zeitweise eher dem eines leitenden Angestellten. Er leistete sich teure Abendessen in edlen Restaurants, bestellte eine neue Wohnungseinrichtung, kaufte sich ein schickes Auto – alles auf Pump. Irgendwann stand Leistner mit über 30.000 Euro bei Banken, Möbelhäusern und Handyfirmen in der Kreide. Mitarbeiter von Inkassofirmen besuchten ihn regelmäßig, die Mahngebühren stiegen unaufhörlich, er hatte schlaflose Nächte. Dann fand er den Weg in eine Beratungsstelle, stellte schließlich beim Amtsgericht einen Antrag auf Privatinsolvenz. In sechs Jahren, so hofft Leistner jetzt, ist er seine Schulden los. Ohne Unterstützung von außen, da ist er sicher, „hätte ich das nie geschafft”. Rund drei Millionen Haushalte stecken in Deutschland in der Schuldenfalle. In den letzten beiden Jahrzehnten hat sich die Zahl verdoppelt. Das Stadium der Überschuldung ist erreicht, wenn „Einkommen und Vermögen trotz Reduzierung des Lebensstandards nicht ausreichen, um fällige Forderungen zu begleichen” – so definiert es der Armuts- und Reichtumsbericht der Bundesregierung. Als wichtigste Ursachen listet der Bericht Arbeitslosigkeit, schwere Krankheit, Scheidung, Niedrigeinkommen, unwirtschaftliche Haushaltsführung und gescheiterte Selbstständigkeit auf. Jeder vierte Betroffene hat elf oder mehr Gläubiger; ebenfalls 25 Prozent stehen mit Summen über 50 000 Euro im Soll. Doch nur zwölf Prozent suchen, wie Frank Leistner, eine Schuldnerberatung auf.

„Überschuldung ist ein gesellschaftliches Problem und darf nicht tabuisiert werden”, mahnt die Arbeiterwohlfahrt. Der Deutsche Caritasverband fordert mehr Unterstützung durch öffentliche Beratungsstellen: „Vorwürfe helfen den Leuten nicht weiter.” Mit der bundesweiten Aktionswoche „Der Mensch hinter den Schulden” haben die Wohlfahrtsverbände gemeinsam auf das Thema aufmerksam gemacht. Mehrere Monate, manchmal noch länger müssen Überschuldete hierzulande auf einen Termin warten, weil die öffentlichen Mittel für die Schuldnerberatung drastisch gekürzt wurden. Von den 240 Anlaufstellen, die zum Beispiel die Verbraucherzentralen im Jahr 2000 anboten, sind deutlich unter 200 übrig geblieben. In diese Servicelücke stoßen dubiose private Schuldnerberater, die teilweise am Rande der Legalität arbeiten und die Notsituation der Betroffenen zum eigenen Vorteil ausnutzen. Immerhin gelingt es in jedem zweiten Beratungsfall, durch die Hilfe von seriösen Überschuldungsexperten, einen Ausweg aus der Krise zu finden – etwa mittels der von Frank Leistner beantragten Verbraucherinsolvenz. In einem gerichtlich geregelten Prozess trägt der Schuldner sechs Jahre lang einen möglichst großen Teil seiner Verpflichtungen ab. Auch wenn er seine Gläubiger nicht vollständig zufrieden stellen kann, wird er dann von seinen restlichen Verpflichtungen befreit. Mit rund 70.000 Fällen pro Jahr hat dieses neue Verfahren inzwischen die Zahl der Unternehmensinsolvenzen deutlich übertroffen (siehe Kasten). Banken in der Kritik Für die Kürzungen in der Beratung machen die Wohlfahrtsverbände vor

allem die Bundesländer verantwortlich. Daneben wollen sie Banken und andere Kreditgeber in die Pflicht nehmen. Diese müssten sich an der Finanzierung der Hilfen beteiligen und die Betroffenen auf direktem Wege stärker unterstützen. Schließlich, so argumentieren auch die Verbraucherschützer, trügen die Vermarktungsstrategien der Geldinstitute eine Mitschuld an der ausweglosen Situation vieler Haushalte: Die Werbung der Banken gaukelt eine heile Welt vor, in der sich Wünsche sofort und ohne Aufschub erfüllen lassen. Nach dem Motto „Jetzt kaufen, später zahlen” werden zuerst riskante Kredite und ein allzu großzügiger Dispo eingeräumt – selbst wenn in manchen Fällen offensichtlich ist, dass die Kunden schlicht nie gelernt haben, mit Geld umzugehen. Ist die Überschuldung nicht mehr zu übersehen, folgen kostspielige Mahnverfahren, das Einfordern hoher Sollzinsen und schließlich die Auflösung des Girokontos. Damit geraten die Überschuldeten in einen Teufelskreis: Wenn ihnen die Bankverbindung gekappt wird, sind sie vom bargeldlosen Zahlungsverkehr ausgeschlossen. Sie bekommen dann große Schwierigkeiten, etwa eine passende Wohnung anzumieten oder eine neue Stelle zu finden. Befinden sie sich in einem festen Arbeitsverhältnis, so macht spätestens die Kontokündigung die schwierigen privaten Verhältnisse für Personalabteilung oder Dienststelle offensichtlich. Der so genannte „Schuldenkompass” der Schutzgemeinschaft für allgemeine Kreditsicherung (Schufa) erfasst das Zahlungsverhalten nahezu aller erwachsener Bundesbürger. Der Bericht belegt die wachsenden finanziellen Engpässe vor allem bei jungen Leuten. Eine Schufa-Eintragung kann allerdings kein Grund sein, die Führung eines Girokontos zu verweigern, betonen die Verbände der Kreditwirtschaft. In der Praxis aber


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in der Falle wird diese Selbstverpflichtung der Banken häufig missachtet. Die Caritas fordert deshalb im Einklang mit den Verbraucherzentralen einen Rechtsanspruch auf ein Girokonto für jedermann – als „wichtige Voraussetzung für die Wiedereingliederung in das soziale und wirtschaftliche Leben”. Frank Leistner wird wegen seines niedrigen Einkommens wohl nur einen Teil seiner Schulden zurückzahlen. Dass die Gläubigerbanken ihre Forderungen nicht hundertprozentig durchsetzen können, stört ihn wenig. „Die haben mit ihrer sorglosen Kreditvergabe selbst dazu beigetragen.” Eines aber will er künftig auf jeden Fall vermeiden: das Minuszeichen auf seinen Kontoauszügen. Bei einer Sparkasse hat er sich ein reines Guthabenkonto eingerichtet.

WEGE ZUR SCHULDENFREIHEIT: DIE VERBRAUCHERINSOLVENZ Stufe 1: Der Schuldner versucht, sich mit seinen Gläubigern außergerichtlich zu einigen. Unterstützt von einem Schuldnerberater (oder auch einem Rechtsanwalt) schlägt er einen festen monatlichen Beitrag vor, um die Verbindlichkeiten schrittweise zu verringern. Stufe 2: Wenn die Gläubiger den Vorschlag ablehnen, stellt der Schuldner beim Amtsgericht den Antrag auf Eröffnung eines Privatinsolvenzverfahrens. Das Gericht schlägt den Gläubigern nochmals einen Plan zum Schuldenabbau vor. Stufe 3: Lehnen diese erneut ab, wird die Verbraucherinsolvenz eingeleitet. Der Schuldner muss sechs Jahre lang sein pfändbares Einkommen einem Treuhänder überlassen. Die Pfändungsgrenze liegt bei 990 Euro, hinzu kommen Freibeträge für Kinder und Unterhaltsverpflichtungen. Stufe 4: Nach sechs Jahren endet die so genannte Wohlverhaltensphase. Auch wenn dann nicht alle Schulden getilgt sind, wird der Betroffene von seiner Restschuld befreit.

* Name geändert

Verschuldung bei jungen Erwachsenen:

Sorgloser Umgang mit dem Handy Verbraucherschützern fällt auf, dass die von Überschuldung Betroffenen immer jünger werden. “Kaufe jetzt - zahle später”: Das ist nicht nur ein Werbespruch von Autohändlern oder Versandhäusern, sondern auch die Lebensdevise vieler Jugendlicher und junger Erwachsener. Eine Studie der “Schutzgemeinschaft für allgemeine Kreditsicherung” (Schufa) stellt fest, dass besonders Bankkunden im Alter von 20 bis 24 Jahren in eine Schuldenfalle geraten. Die Zahl der „Vertragsstörungen” sei spürbar angestiegen, heißt es in der Untersuchung. Als Hauptursache hat die Schufa den sorglosen Umgang mit Mobiltelefonen ausgemacht. Immer stärker wuchs in der genannten Altersgruppe die Zahl derjenigen, die ihre Handy- oder Internetrechnung auch nach mehreren Mahungen nicht bezahlen konnten. Hier schnell eine SMS verschickt, da eben kurz vom Zug aus Bescheid gesagt, dann noch ausführlich mit

der Freundin geplaudert, und das alles mehrmals täglich: Die dauernde Nutzung teurer Handyverbindungen verursacht Kosten, die erst sichtbar werden, wenn die Zahlungsaufforderung ins Haus flattert. Schuldnerberater bestätigen, dass in den Gesprächen mit jungen Hilfesuchenden fast immer Verbindlichkeiten bei Mobilfunk-Anbietern eine bedeutende Rolle spielen. „Handykultur und Markenhype” benennt auch das Institut für Grundla-

gen- und Programmforschung als wichtigste Ursache für die wachsende Verschuldung junger Menschen. Vor zwei Jahrzehnten war eine Untersuchung des gleichen Institutes noch zu dem Ergebnis gekommen, dass nur jeder zwanzigste Jugendliche finanzielle Schwierigkeiten hat. Inzwischen liegt diese Zahl deutlich höher, wie aus dem Armuts- und Reichtumsbericht der Bundesregierung hervorgeht. Mindestens jeder fünfte Jugendliche in den alten und jeder siebte in den neuen Ländern ist verschuldet. Das tatsächliche Ausmaß des Problems sei sogar noch drastischer, vermuten Armutsforscher: Es gebe eine Dunkelziffer, weil vor dem Erreichen der vollen Geschäftsfähigkeit mit 18 Jahren formal die Eltern als Schuldner gelten.

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DER REGION:

»Wohnen mit Service« –

»Betreutes Wohnen« Es sind keine neuen Wohnbegriffe oder Wohnmöglichkeiten – aber zu keiner Zeit waren sie so gefragt wie heute. Es ist das Bedürfnis der neuen Alten, so lange als nur möglich in dem gewohnten Umfeld zu verbleiben und erst in ein Senioren- oder Altersheim zu gehen, wenn der gesundheitliche oder geistige Zustand eine Betreuung rund um die Uhr erforderlich macht. Aber ein neuer Gedanke gibt diesem speziellen Bauboom Auftrieb. Man beginnt, sich schon rechtzeitig umzusehen nach einer Wohnmöglichkeit, die auch dem Zustand des zunehmenden Alters gerecht wird. Das bedeutet, Fahrstuhl anstatt Treppen, keine hinderlichen Schwellen für Rollator und Rollstuhl, Bäder, die auch alten- und behindertengerechte Nutzungsmöglichkeiten bieten. Aufgrund der unter-

schiedlichen Angebote heute besteht die Möglichkeit, seinen Umzug rechtzeitig und im Zustand körperlicher und geistiger Frische zu planen und durchzuführen, sodass man für das zunehmende Alter und die damit zusammenhängenden Behinderungen sinnvoll vorgesorgt hat. Hinzu kommt, dass diese neuen Wohnungen meist in unmittelbarer

Nähe von Versorgungsdiensten und/oder Seniorenheimen zu finden sind. Wahlweise und je nach Bedürfnis, Zustand und Entwicklung können hier Serviceleistungen angefordert und sinnvolle Kontakte hergestellt werden. Da ein Teil dieser angebotenen Wohnungen als Eigentum erworben werden kann, besteht darüber hinaus die Möglichkeit einer interessanten Altersabsicherung. Mit zunehmender Langlebigkeit der Menschen heute ergeben sich immer wieder neue Lebensmöglichkeiten, Veränderungen der gesamten Lebensführung und ein neues Lebensgefühl. Vorbei sind die Zeiten, in denen Bismarck die Rente einführte und 60 Jahre das Durchschnittsalter der Menschen betrug.


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Familienheim Pforzheim:

»Modernisierung unseres Hausbesitzes« Wir, die Familienheim Pforzheim Baugenossenschaft eG, legen Wert darauf, dass unser Hausbesitz neuzeitlichen Ansprüchen genügt. Deshalb sind wir schon seit vielen Jahren dabei, unseren Wohnungsbestand sukzessive zu sanieren und zu modernisieren. Eine jährliche Begehung unseres gesamten Wohnungsbestandes dient dazu, die erforderlichen Maßnahmen zu erkennen und zu veranlassen. Dadurch können Schäden vermieden und die nachhaltige Vermietbarkeit der Objekte sichergestellt werden. Alle unsere Wohnungen verfügen über Zentralheizungsanlagen, Warmwasserversorgung, eingebaute geflieste Bäder, neuzeitliche Sanitäreinrichtungen und Elektroinstallationen, Türschlossund Sprechanlagen sowie Gemeinschaftsantenne und weitgehend über Kabelanschlüsse. Bei der Wahl der Heizenergie haben Fernheizung und Gas den Vorrang vor mit Öl betriebenen Anlagen. Alleine im Jahr 2010 haben wir wieder 74 Wohnungen modernisieren können. Im Jahr 2009 waren es 110 Wohnungen, die nach einer Modernisierung fertiggestellt werden konnten. Für Modernisierungsmaßnahmen werden jedes Jahr über 2 Millionen Euro ausgegeben. Grundsätzlich geht es uns bei den Modernisierungen darum, neben dem Erhalt der Bausubstanz, den heutigen Ansprüchen gerecht zu werden. Dazu zählen u.a. ein sparsamerer Verbrauch von Energien, Ressourcenschonung und Barrierefreiheit. Dies bedeutet im Einzelnen: Wärmedämmung der Fassade, Dämmung von Keller- und Dachgeschossdecken, neue Hauszugänge, neue Fenster, aber auch Veränderung von Grundrissen, Verbreitern von Türen (behindertengerecht), Einbau von Aufzügen soweit möglich, Reduzieren von Schwellen innerhalb

der Wohnung und zum Balkon. Dies ist besonders für die älter werdende Gesellschaft von großer Bedeutung, da man länger in den eigenen vier Wänden leben kann, auch wenn das Laufen und Gehen langsam zum Problem wird. In diesem Jahr arbeiten wir u.a. in Pforzheim an der Danziger Straße 2 mit insgesamt 28 Wohnungen. Neben einer neuen Wärmedämmfassade werden die Fenster und Bäder erneuert. Bei der Sanierung des Aufzugs ging es uns u.a. darum, dass er jetzt auf jeder Ebene hält und keinerlei Stufen mehr bis zur Wohnung

überwunden werden müssen. Vor der Sanierung hielt der Aufzug auf dem Zwischenpodest, und jeder Mieter musste ein halbes Stockwerk nach oben oder ein halbes Stockwerk nach unten Treppen überwinden bis zur Wohnungseingangstüre. Die Sanierung soll noch in diesem Jahr abgeschlossen werden.

Ebenfalls sollen die Marienburger Straße 3 in Pforzheim so wie weitere Häuser in Pforzheim in gleichem Maße saniert und modernisiert werden. Mit diesen Sanierungen und Modernisierungen soll noch in diesem Frühjahr begonnen werden. Insgesamt wollen wir in diesem Jahr wieder 122 Wohnungen modernisieren.

Weitere Informationen unter: Familienheim Pforzheim Baugenossenschaft eG Lindenstraße 39, 75175 Pforzheim Telefon: (0 72 31) 93 19 - 0

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DER REGION: „Wohnen mit Service“

Durch den Abzug der französischen Streitkräfte im Herbst 1996 ergaben sich für den Bereich der ehemaligen Buckenbergkaserne städtebauliche Veränderungen, die für die Entwicklung der Stadt Pforzheim und des unmittelbaren Umfeldes neue Impulse und Chancen eröffneten. Die Konversionsgesellschaft Buckenberg mbH hat mit den holländischen Architekten de Cie. aus Amsterdam und der as-Stadtplanung aus Pforzheim eine städtebauliche Konzeption für das Areal der ehemaligen Buckenbergkasernen entwickelt.

her ist ein wichtiger Planungsparameter die barrierefreie Gestaltung der Wohnungsgrundrisse.

Das städtebauliche Konzept sieht für das Baugrundstück eine Wohnanlage, bestehend aus 4 solitären Gebäuden mit übergreifender Tiefgarage vor. Die versetzte Anordnung der Baukörper ermöglicht unterschiedliche Durchblicke, schafft fließende Übergänge und bezieht die parkartige Umgebung mit ein. Die Abmessungen der vier Gebäude betragen ca. 22 m x 21 m. Alle Gebäude haben jeweils vier Vollgeschosse mit Außenräumen in Form Loggien oder Terrassen. Zusätzlich soll von jedem Haus ein Staffelgeschoss realisiert werden. Die Wohnungen sollen generationenübergreifend genutzt werden können, da-

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Beschreibung des Gebäudeprogramms Der überwiegende Teil des Gebäudeprogramms besteht aus Wohnungen. Der Großteil der Wohneinheiten wird in Anlehnung an die DIN 18025 Teil 2 „barrierefrei“ geplant. Ein geringer Teil (4 Wohneinheiten) der erdgeschossigen Wohnungen werden rollstuhlgerecht gem. DIN 18025 Teil1 ausgeführt. Das Wohnbauprojekt „Wohnen mit Service“ Tiergarten Pforzheim ist als ein Gebäudeensemble von vier Wohnhäusern geplant, die erdgeschossig miteinander verbunden sind. Im EG zwischen den mittleren Häusern Haus 2 und Haus 3 sind Serviceeinrichtungen wie der Conciergebereich und

der Mehrzweckraum vorgesehen. Im Untergeschoss ist neben den Mieterkellern und weiteren Serviceeinrichtungen auch eine Tiefgarage geplant. In den Obergeschossen befinden sich ausschließlich Wohnungen. Der Außenbereich der Wohnanlage soll neu gestaltet werden. Das Gestaltungskonzept für den Außenbereich beinhaltet auch die Umgestaltung der begrünten Dachfläche des Einkaufszentrums. Das Einkaufszentrum grenzt nördlich an das Grundstück an. Durch die Hanglage schließt das begrünte Dach ebenerdig an das Baugrundstück an und soll als Grünfläche genutzt werden. Überschreitung der Baugrenze Die südliche Baugrenze entlang der Planstraßen B und C soll mit hervortretenden Bauteilen überschritten werden. Bei Bauteilen handelt es sich um Balkone und Loggien. Über Zulässigkeit der Überschreitung der Baugrenze muss mit dem Baurechtsamt Einvernehmen hergestellt werden. Gemäß § 23 der BauNVO kann ein Hervortreten von Bauteilen über die Baugrenze in geringfügigem Ausmaß zugelassen werden.

H 01 Arbeiten ME 141 NGF 11,09 m2

H 01 Schlafen 02 ME 141 NGF 11,09 m2

H 01 Schlafen 01 ME 141 NGF 16,26 m2

H 01 Bad ME 141 NGF

H 01 Schlafen 02 ME 142 NGF 10,98 m2

H 01 Bad ME 142 NGF 10,96 m2

7,40 m2

H 01 Arbeiten ME 142 NGF 16,68 m2 H 01 Flur 02 ME 142 NGF

H 01 Aufzug NGF

H 01 Küche ME 141 NGF 11,79 m2

ME 141 Wfl. 126,6m²

0,00 m2

H 01 Schlafen 01 ME 142 NGF 18,47 m2

H 01 HWR/WC ME 141 NGF 3,54 m2

H 01 Flur 01 ME 141 NGF 25,12 m2

ME 142 Wfl. 124,6m²

9,28 m2

H 01 Treppenraum NGF 0,00 m2

H 01 Wohnen 01 ME 141 NGF 38,01 m2

H 01 Flur 01 ME 142 NGF

H 01 WC ME 142 NGF

H 01 Wohnen 01 ME 142 NGF 31,27 m2

8,05 m2

3,73 m2

H 01 Küche ME 142 NGF

9,16 m2

H 01

Terrasse

H 01

ME 141 NGF 22,23 m2

Terrasse ME 142 NGF 36,14 m2

Verlegung des Planweges 2 Der Planweg 2 nördlich der Planstraße C muss verlegt und dessen Verlauf an den Entwurf angepasst werden. Eine Verlegung des Planweges 2 führt zu einer Anpassung des städtebaulichen Konzeptes und


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Tiergarten Pforzheim des Bebauungsplanes. Über die Verlegung des Weges muss Einigung mit dem Baurechtsamt und dem Stadtplanungsamt erzielt werden. Stellplätze für Fahrräder und PKW Die Stellplätze für Fahrräder und PKWs werden in der Tiefgarage und durch oberirdische Stellplätze nachgewiesen. Im Bebauungsplan wird für das Mischgebiet ein Stellplatzschlüssel für PKW von 1,5 Stellplätzen je Wohneinheit gefordert. Da es sich bei dem Bauvorhaben um eine Wohnanlage mit Ausrichtung auf ältere Personen handelt, ist nach Erfahrungen des Bauherrn ein Stellplatzschlüssel von 1 Stellplatz je WE ausreichend. Über die Reduzierung der nachzuweisenden Stellplätze muss eine Einigung mit dem Baurechtsamt erzielt werden.

Festlegung der natürlichen Geländeoberkante Im Bebauungsplan wird als Bezugspunkt für die Gebäudehöhe die mittlere natürliche Geländeoberkante im Bereich des Baukörpers definiert. Auf Grund der bestehenden Situation vor Ort und der planerischen Vorgabe das Dach des Einkaufszentrums als Grünfläche nutzbar zu machen, wird die Geländeoberkante für das Bauvorhaben an die Oberkante des begrünten Daches des Einkaufszentrums gekoppelt. Die Referenzhöhe für das Bauvorhaben ist 383,20 m ü. NN.

delt es sich baurechtlich gem. §20 der BauNVO um kein Vollgeschoss. Die Realisierung eines zusätzlichen Staffelgeschosses widerspricht der Festlegung der Gebäudehöhe in dem gültigen Bebauungsplan. Über eine Abweichung von der festgesetzten Gebäudehöhe muss Einigung mit dem Baurechtsamt und dem Stadtplanungsamt erzielt werden.

aufgestellt: Moritz Hartmann Berlin, 21.1.2011 Léon Wohlhage Wernik Architekten

Staffelgeschoss In der aktuellen Überarbeitung von 21.12.10 ist auf jedem Baukörper ein zusätzliches Staffelgeschoss geplant. Bei dem Staffelgeschoss han-

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DER REGION:

Willkommen zu Hause… In den TICO Sevice-Wohnungen leben Sie so privat und eigenständig wie Sie das von jeher gewohnt sind, mit Ihren Möbeln, Ihren Büchern und allem was Ihnen lieb geworden ist. Barrierefrei und seniorengerecht, hell und freundlich, mit Balkon oder Terrasse – das entscheiden Sie. Ob Sie ein kleines Appartement oder eine größere Wohnung wünschen. Sie suchen aus den Wohnungen die aus, die am besten zu Ihnen und ihren Möbeln passt. Wir, das TICO Service-Wohnen, sind auf jede Anforderung eingerichtet. Vor mehreren Jahren entstand der Anspruch, unseren Bewohnern unsere ganze Aufmerksamkeit zu widmen. Die Wünsche und Bedürfnisse stehen dabei im

Vordergrund und prägen unser Tun und Handeln. Dass Sie sich in unserem Haus wohl fühlen und umsorgt leben, liegt uns besonders am Herzen. Ihre Rundumsicherheit – 24 Stunden Notruf und umfassender Pflegedienst – sind nur zwei Elemente unseres Leistungsspektrums. Wird der Notruf aktiviert, ist sofort die examinierte Pflegekraft zur Stelle. Flexibel auf Ihre Anforderungen zu reagieren, macht den Komfort für Sie spürbar. TICO Service-Wohnen bietet Ihnen vielseitige Leistungen und Hilfestellungen an, die auf Ihre persönliche Lebenssituation und Bedürfnisse zugeschnitten sind. „Für Sie“ – rund um die Uhr. Unsere innovative bedienerfreundliche Technik ermöglicht Ihnen ein hohes Maß

an Selbständigkeit. Allein die Videokamera, die Sprechanlage und das Schlüsselmanagement geben Ihnen zu jeder Zeit das Gefühl gut beschützt und geborgen zu sein. In unseren

Häusern arbeiten wir eng und vertrauensvoll mit den ortsansässigen Arztpraxen, Apotheken, Sanitätshäusern und natürlich mit dem benachbarten Pflegeheim zusammen. Die Lage ist jeweils so gewählt, dass Sie im Grünen und doch zen-

tral wohnen. Öffentliche Verkehrsmittel mit einer guten Anbindung bringen Sie überall hin. Unser Handeln und unsere Motivation wachsen aus der Verantwortung für die heutigen und kommenden Generationen. In unseren Projekten setzen wir stets auf Weiterentwicklung und auf Möglichkeiten, die morgen schon von den Bewohnern gefordert werden könnten. Die langjährige Erfahrung der Firma TICO GmbH & Co. KG in allen Bereichen der Geschäftstätigkeit hat zu einer hohen Kompetenz und einem exzellenten Fachwissen geführt. Aus Freude am Wohnen und Liebe zum Detail ist unser Credo, immer den Blick auf die Bewohner und auf Ihre individuellen Wünsche zu richten.


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Das Betreute Wohnen

im Sozialen Netzwerk Schauinsland Das Soziale Netzwerk Schauinsland betreibt mehrere Wohnanlagen für Senioren. Das darin verwirklichte Konzept des Wohnens mit Service ist ein Baustein des Sozialen Netzwerkes Schauinsland mit dem Schwerpunkt auf die Abrufbarkeit von Serviceleistungen jeglicher Art. Das Event- und Betreuungsteam organisiert Ihre individuellen Wünsche, wie Einkäufe, Shuttle-Service oder das Buchen von Veranstaltungskarten. Zu festen Zeiten stehen Mitarbeiter vor Ort oder nach Terminver-einbarung auch bei Ihnen zuhause zur individuellen Beratung zur Verfügung. Wöchentliche Gesundheitsangebote wie Rückenschule, Nordic Walking oder Pilates, sowie die Möglichkeit gemeinsamer Mahlzeiten runden das schauinslandtypische „Alles aus einer Hand“ ab.

Außerhalb der Anwesenheitszeiten des Betreuungsteams in den Wohnanlagen ist die Servicegesellschaft des Unternehmens Schauinsland an 24 Stunden am Tag über eine Telefon-Hotline oder je nach Anlage auch über ein Notrufsystem für alle Kunden erreichbar. Häusliche Pflege, Behandlungspflege, hauswirtschaftliche Hilfen und Essen auf Rädern können jederzeit und auch kurzfristig über die Ambulante Pflege Schauinsland gebucht werden.


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DER REGION:

Wohnen mit Service

in Pforzheims

Auf dem sanft geneigten Grundstück zwischen Kantstraße und Dennachstraße entstehen in „Rufweite“ des Seniorenzentrums August-Kayser-Stiftung 30 Eigentumswohnungen mit jeglichem Komfort. Ideal für alle, die einen perfekt geschnittenen Wohnsitz oder eine verlässliche Kapitalanlage suchen. Die drei organisch geformten Baukörper kontrastieren auf reizvolle Weise mit der Gründerzeit-Architektur des August-KayserGebäudes sowie mit dessen geradlinigem, modernem Anbau des OlympiastadionMünchen-Architekten Günter Behnisch.

Bild unten: Die Lage am Südstadthang Pforzheims eröffnet einen weiten Blick über das Enztal.

Prägendes Prinzip: barrierefrei wohnen mit Service-Plus Jede der Wohnungen (52 – 121 qm Wohnfläche) hat einen Balkon oder eine Terrasse und ist selbstverständlich per Aufzug erreichbar. Einige der Wohnungen sind behindertengerecht ausgebaut und für Rollstuhlfahrer geeignet. Die großzügig geschnittene Tiefgarage im Kellergeschoss ist von allen drei Baukörpern aus über die Aufzüge erreichbar. Ein wichtiger Aspekt: Die zukünftigen Bewohner profitieren je nach Bedarf von der Nachbarschaft mit der August-Kayser-Stiftung: Sei es beim Besuch der Cafeteria oder des Gartens, seien es die zahlreichen Dienstleistungen, die von der Un-

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terstützung im Alltag bis hin zur pflegerischen Betreuung reichen. So stehen beispielsweise Plätze für die Tagespflege zur Verfügung, „Essen auf Rädern“ kann geliefert, hauswirtschaftliche Dienste können geleistet werden. Alles kein „Muss“, sondern Angebote, die nach Wunsch gegen Berechnung in Anspruch genommen werden können. In jedem Fall beschert die gute Nachbarschaft zur August-Kayser-Stiftung ein Plus an Sicherheit und Geborgenheit. Verlässliche Partner Initiatoren des Projekts sind die August-Kayser-Stiftung und die Baugenossenschaft Arlinger. Arlinger hat bereits zusammen mit dem Paul-Ger-


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AUGUST KAYSER STIFTUNG

bester Südstadtlage

1OO JAHRE

Selbstbestimmt leben im Alter Der Vorstand des Fördervereins begrüßt und unterstützt dieses innovative Projekt (v. l. n. r. Hans-Carl Gerstung, Jürgen Berges, Dr. Thomas Haug).

hardt-Seniorenzentrum ein ähnliches Projekt realisiert, das auf begeisterte Resonanz stieß. Schon im Frühsommer 2011 soll für das Projekt „ServiceWohnen August Kayser“ der erste Spatenstich erfolgen, im Herbst 2012 werden die Wohnungen bezugsfertig sein. Alle Grundrisse sind übrigens

noch variabel. Wer sich für das Projekt interessiert, kann eine ausführliche Projektbeschreibung samt Kaufpreisen anfordern. Ansprechpartner: Wolfgang Glatz von der Baugenossenschaft Arlinger, Telefon 0723194 62-11, E-Mail: w.glatz@ arlinger.de

Wir werden a l l e ä l t e r.

Wir bieten die persönliche Betreuung und umfassende Pflege nach individuellem Bedarf • Mahlzeitendienste • Tagespflege • Kurzzeitpflege • Stationäre Pflege Altenhilfeeinrichtung August-Kayser-Str.23 75175 Pforzheim Telefon 072 31/ 96 60 - 0 Fax 072 31/ 65 00 32 info@august-kayser-stiftung.de www.august-kayser-stiftung.de

„6000er-DSL für meinen Highspeed-Laptop – die Arlinger-Leute verstehen was von seniorengerechtem Wohnen.“

Aber unsere Ideen nicht.

A r l i n g e r B a u g e n o s s e n s c h a f t

w w w. a r l i n g e r. d e

Josef Straka, Arlinger-Mieter seit 1971


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DER REGION:

Beispielhafte Wohnform für „Jungsenioren“:

Wohnpark „Eden“ beim Seniorenzentrum „Beim Wohnpark „Eden“ handelt es sich zweifellos um ein Pilotprojekt für das Seniorenwohnen in Baden-Württemberg, und darauf kann der Träger, das Sozialwerk „Bethesda“, zu Recht stolz sein“, erklärt Landrat Karl Röckinger. 29 Bungalows sind seit Herbst 2009 in unmittelbarer Nachbarschaft des Seniorenzentrums „Bethesda“ in Bauschlott entstanden – „und damit fast so etwas wie ein neuer Neulinger Ortsteil“, so der Landrat in der Feierstunde zur offiziellen Einweihung des Wohnparks, die in der Cafeteria des Seniorenzentrums stattfand.

Geradezu ein kleiner, neuer Ortsteil von Bauschlott ist der „Wohnpark Eden“ mit seinen Bungalows.

Von Pastor Gottlob Ling (rechts am Rednerpult), dem Gründer und heutiger Ehrenvorsitzender des Sozialwerks, stammt die Idee des Wohnparks „Eden“, die er bis zur Verwirklichung unermüdlich verfolgte.

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Von Pastor Gottlob Ling, Gründer, jahrzehntelanger Vorsitzender und heutiger Ehrenvorsitzender des Sozialwerks, stammt die Idee für „Eden“: Bungalows für Senioren, die noch mitten im Leben stehen, beweglich und gesund sind, aber die Sicherheit haben möchten, im Bedarfsfall auf Unterstützung zurückgreifen und sogar bis an ihr Lebensende in ihrer eigenen Wohnung gepflegt werden zu können. „Bethesda“-Geschäftsführer und Heimleiter Peter Mayer erinnert sich an die Geburtsstunde der „Eden“-Idee: Damals stand Pastor Ling am Fenster meines Büros und sagte: „Diese Wiesen gegenüber dem Seniorenzentrum haben doch noch eine weitere Bestimmung als nur Weideland zu sein!“ Was das Projekt zum lan-

desweiten Pilotprojekt macht, erläutert Thomas Gengenbach, der Vorsitzende des Sozialwerks: „Die Bewohner von „Eden“ müssen die Bungalows nicht kaufen, sondern

können sie mieten.“ „Außerdem unterscheiden sich die Häuser im Wohnpark in ihrer Großzügigkeit deutlich von anderem SeniorenWohnen im Land“, so Landrat Röckinger, der gemeinsam mit Enzkreis-Dezernent Karl-Heinz Zeller das Projekt von Anfang an aktiv begleitete. „Die Einweihung des Wohnparks ist ein Festtag für uns alle“, erklärte Neulingens Bürgermeister Michael Schmidt. Bereits im Oktober 2003 habe der Gemeinderat mit dem Grundsatzbeschluss zur Fortschreibung des Flächennutzungsplans die entscheidenden Weichen gestellt und bis zum endgültigen Inkrafttreten alle Entscheidungen mitgetragen. Die Gestaltung der Anlage des rund 8.600 Quadratmeter großen Wohnparks mit seinen 29 Bungalows mit wahlweise 75, 85 oder 107 Quadratmetern Wohnfläche erfolgte nach Plänen der Architekten Andreas Kiefner und Christian Müller aus Maulbronn. Den Architekten Roland K. Maier, Joachim Theilmann und Klaus Weber vom Neulinger Büro „Wohn-Art“, die die bauliche Entwicklung des Sozialwerks seit seiner Begründung ent-

scheidend prägen, oblag die Steuerung des „Eden“-Projektes. Gerne hätte er statt der jetzt verwirklichten 29 Häuser auch 60 oder 70 Bungalows gebaut, verriet Pastor Gott-


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Bethesda in Bauschlott offiziell eingeweiht

lob Ling in seiner Festansprache. Die ausführende Firma „Schweizerbau“ aus Burgrieden habe hervorragende Arbeit geleistet. Allen Jungsenioren rät Ling: „Plane dein Alter, bevor andere über dich entscheiden!“ Die neue Wohnform ist au-

genscheinlich attraktiv für viele. „In dieser Woche haben wir bereits den Mietvertrag über den letzten Bungalow abgeschlossen“, erklärte Peter Mayer. Die „Leichtigkeit des Lebens“, eben wie im Garten Eden, der bei der Namensgebung Pate

Thomas Gengenbach (am Rednerpult), Vorsitzender des Sozialwerks Bethesda, sprach bei der Einweihungsfeier des Wohnparks Eden.

Text und Fotos: Schott

stand, wünschte Thomas Gengenbach den Bewohnern des Wohnparks. Die Einweihungsfeier wurde von Waldemar Juhl am Klavier musikalisch umrahmt. Pastor Werner Fraas, Vorsitzender der „Volksmission entschiedener Christen“ als Träger des Sozialwerks Bethesda, beschloss die Feierstunde mit einer Andacht.

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DER REGION:

»Geoteam Ingenieure« baut Senioren Barrierefreie Unabhängigkeit in den eigenen Bequemes und altersgerechtes Wohnen für Menschen der Generation 50plus. Dabei ist die persönliche Unabhängigkeit einer der wichtigsten Faktoren. Wenn dann noch die Möglichkeit auf bedarfsgerechte und individuelle Serviceleistungen vorhanden ist, kann man das Leben frei und unbeschwert genießen. Zentrumsnah, aber dennoch ruhig, liegt der Seniorenpark-Tiefenbronn in der wunderschönen Gemeinde Tiefenbronn. Umgeben von der markanten Natur der nördlichen Ausläufer des Schwarzwaldes und der sanften Hügellandschaft des He-

barrierefreie Ausführung der Wege und der Straße geachtet. Die Straße ist verkehrsberuhigt – es gibt keinen Durchgangsverkehr. Ein kleines Café im angrenzenden Pflegeheim lädt zu Kaffee und Kuchen oder einem Essen in einer geselligen Runde ein.

ckengäus hat der Seniorenpark-Tiefenbronn auch landschaftlich in nächster Umgebung viel zu bieten. Die barrierefreien Wohnchalets befinden sich in einer ruhigen Ringstraße, an die ein Pflegeheim angegliedert ist. Beim Spaziergang laden locker verteilte Sitzgruppen entlang der Fußwege zu einer kurzen Pause ein. Bei der Gestaltung des Gebiets wurde insbesondere auf die

Durch die Nähe zum Ortszentrum können die Geschäfte des täglichen Bedarfs bequem zu Fuß erreicht werden.

alle Räume mit Leben erfüllt – heute wird nur noch die Hälfte der Räume genutzt. Die andere Hälfte steht leer und muss weiterhin gepflegt werden. Zudem verursachen die ungenutzten Flächen erhebliche Kosten, da sie trotz Leerstand beheizt werden müssen. Eine mögliche Lösung wäre die Vermietung der ungenutzten Räume. Doch davor schrecken sehr viele Eigentümer zurück. Dies können zum Einen persönliche Gründe sein, wie z.B. die Einschränkung der Privatsphäre oder die Vermeidung von möglichen Mietstreitigkeiten, die das Alltagsleben erschweren könnten. Zum Anderen kann die räumli-

 Ansicht Seniorenpark-Tiefenbronn: Unabhängig und selbstständig leben, altersgerecht wohnen, auf Wunsch mit individuellem Service.

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Aktuelle Situation vieler Senioren Die Kinder sind schon ein paar Jahre ausgezogen. Das früher so behagliche Heim wirkt plötzlich sehr groß und leer. Früher, als die Kinder noch im Haus wohnten, waren

che Aufteilung der Immobilie einer Vermietung im Wege stehen. Mit zunehmender Einschränkung der Mobilität erschwert die bestehende architektonische Gliederung den gewohnten Alltag. Das Leben auf mehreren Etagen – Vorratshaltung und Waschmaschine im Keller, Leben und Kochen im Erdgeschoss, sowie Bade- und Schlafzimmer im ersten Obergeschoss – ist nicht mehr so


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chalets im Seniorenpark Tiefenbronn vier Wänden – auf Wunsch mit Serviceleistungen derbares WC mit beidseitig ausreichender Bewegungsfläche bieten jeglichen Komfort. Moderne Bäder, mit einer individuell auf persönliche

Hilfe geleistet. Durch die zentrumsnahe Lage ist die Integration in die Gemeinde Tiefenbronn mit sozialer Kommunikation z.B. Bäcker, Metzger, Rathaus etc., vorhanden. Bei Bedarf besteht die Möglichkeit pflegerische Hilfe in den eigenen vier Wänden von geschultem Personal des angrenzenden Pflegeheims oder des örtlichen Krankenpflegevereins zu erhalten – Sicherheit auch in Notfällen.

 Raumaufteilung in einem barrierefreien GEOGen-120 Haus von Geoteam Ingenieure

© Fotolia.de – Günter Menzl

einfach wie früher zu bewältigen. Treppenstufen und schmale Türen behindern das unbeschwerte Wohnen und Leben.

Barrierefreies Wohnen & Leben Die oben genannten Gründe bewegen viele Menschen dazu umzudenken. Es wird nach einer Alternative gesucht, die besser zu ihrer aktuellen und zukünftigen Lebenssituation passt. Hauseigentümer möch-

ten den Komfort von persönlicher Freiheit und Unabhängigkeit nicht aufgeben. GEOTEAM bietet mit den neuen Seniorenchalets in Tiefenbronn barrierefreien Wohnkomfort auf einer Ebene, der speziell auf die Bedürfnisse der Generationengruppen 50plus zugeschnitten ist. Durch die großzügige Gestaltung kann der Eigentümer oder Mieter sich frei entfalten. Viele durchdachte Details sorgen für ein Wohlfühlklima in den eigenen vier Wänden. Ein schwellenfreier Zugang in das Haus und auf die Terrasse, im Haus breite Türöffnungen (rollstuhlgeeignet), bodenebene Dusche und höhenverän-

Wünsche abgestimmten Ausstattung werden in handwerklicher Qualität eingebaut. Service und Sicherheit Um das Wohn- und Lebenskonzept Seniorenpark abzurunden, werden durch GEOTEAM-Services individuell anpassbare Dienstleistungen für Tätigkeiten im Alltag angeboten. Dies befreit und entlastet die Bewohner von eventuell ungeliebten oder nicht mehr machbaren Aufgaben wie beispielsweise der Gartenpflege oder dem Einkauf und bietet die Möglichkeit, das Leben im Haus und Garten zu genießen. In vielen Situationen wird beruhigende Sicherheit und schnelle persönliche

Fazit Barrierefreies und seniorengerechtes Wohnen im Seniorenpark-Tiefenbronn bietet Komfort und Lebensqualität, verbunden mit der Sicherheit einer schnellen und persönlichen Hilfe in vielen Lebenslagen. Bei all diesen Vorzügen ist es wichtig zu betonen, dass Wohnen in einem Seniorenpark keine Sonderwohnform, sondern ein normales Wohnen mit seniorenspezifischen Erleichterungen und Vorteilen darstellt.

 Genießen Sie die Freiheit, den Service und die Sicherheit in den eigenen vier Wänden.

 Ansicht GEOGen-120.

GEOTEAM Ingenieure GmbH

Geschäftsführer Klaus Zoll, GEOTEAM Ingenieure GmbH.

GEOTEAM bietet Ihnen die Kompetenzbereiche barrierefreier Hausbau, Grundstücksplanung, Bewertung (Gutachten) und Verkauf Ihrer Altimmobilie aus einer Hand! Vereinbaren Sie einen unverbindlichen Beratungstermin rund um das Thema altersgerechtes und barrierefreies Bauen. Telefon: 0 72 31/ 97 35 40 · Email: info@geoteam.com Weitere Infos unter www.seniorenpark-tiefenbronn.de

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Ostern „Erinnerungen sind das einzige Paradies, aus dem wir nicht vertrieben werden können.“ Dieses Zitat von Jean Paul (Schriftsteller 1763 – 1825) hat uns ermuntert, zum wiederholten Mal – jetzt für die Zeit um das Osterfest – Erinnerungen aus der Kindheit wachzurufen und zu erzählen. Wie war es in jenen Tagen? Welche Gedanken Handlungen, Bräuche waren vor 60, 70 oder 90 Jahren mit diesem Fest verbunden? Was ging in der Zwischenzeit verloren? Was veränderte sich zur Feier des Festes im Laufe der Generationen? Im Deutschen Wörterbuch der Gebrüder Grimm gibt es vieles unter dem Thema Ostern. Da ist das Osterfeuer oder die Ostertaufe, mit am Osterabend geweihtem Taufwasser. Man bewahrt es das ganze Jahr über auf, schüttet es aufs Feld für die gute Ernte, besprengt zum Schutz das Haus und vertreibt die bösen Geister. ALTENPFLEGEHEIM ATRIUM – Geschichten unserer Senioren: Fr. Höll: „Damals haben wir bei meinen Eltern für die Kinder Eier versteckt. Die Kinder haben lange Zeit im Garten gesucht – leider waren die Verstecke zu gut. Und so kam es, dass mein altester Sohn sogar Tränen vergoss...“ Fr. Müller: „Wir sind früher an Ostern immer auf den Friedhof gegangen. Für kleine Geschenke hatten wir kein Geld. Es war eine arme Zeit. Meine Mutter wusste nichts anderes, als mit uns auf den Friedhof zu gehen. Wir wurden dann „in

Schale geworfen“ und mussten im Sonntagskostüm mit blitzsauberen Schuhen auf dem Friedhof stehen. Viel lieber hätte ich gerne mit den anderen Kindern gespielt; auch wenn ich kein Geschenk bekam...“ Fr. Rosahl: „Ich habe mir als Kind immer eine Puppe gewünscht. Zu Ostern habe ich dann eine bekommen. Eine mit langen Haaren. Meine Mutter machte ein Bild von mir mit meiner Puppe. Ich hatte dieses Bild sehr lange - bis zur Flucht. Diese Puppe war mein Heiligtum, denn sie war mein einzigstes Spielzeug. Dann hatte ich immer den heimli-

chen Wunsch einen himmelblauen Trainingsanzug zu besitzen. Da ich aber wusste, dass wir kein Geld haben, habe ich ihn immer nur im Schaufenster angeschaut, jedoch nie den Wunsch ausgesprochen, ihn zu besitzen. Irgendwie müssen das meine Eltern gemerkt haben, denn an Ostern habe ich ihn bekommen. Mein himmelblauer Trainingsanzug wurde mein ganzer Stolz...“ Hr. Kaiser: „Wir waren sechs Buben und an jedem Osterfest stand für jeden ein kleines Nestchen auf dem Tisch. Gefeiert haben wir nie an Ostern. Für uns Jungs war es viel interessanter, den Frühling zu nutzen, um draußen herum zu tollen. Wir waren eine wilde Bande. Einmal haben wir es so wild getrieben, dass die Straßenlaterne durch unseren Fußball zu Bruch ging. Hat zum Glück niemand herausgekriegt, wer es war...“ AUGUST-KAYSER-STIFTUNG Es war das Jahr 1950 – Frau B. war gerade 10 Jahre alt: Sie erinnert sich, dass es damals ärmere Zeiten waren, doch wunderschöne. Sie hatte eine glückliche Kindheit zusammen mit drei Geschwistern, zwei Jungs und einer älteren Schwester. Damals an Ostern, als die Großeltern noch lebten, saß die Familie an Karfreitag gemütlich zum Maultaschenessen beisammen, natürlich waren diese selbstgemacht. Oma, Opa, Mutter, Vater und vier Geschwister, das war nicht wenig. Alle, auch die Tante von nebenan kochte Eier für Ostern ab. In Sauerkrautbüchsen wurden die Farben vermischt und die Eier wurden von den Kindern gefärbt. Zum Färben wurde z.B. gekochte Zwiebelschale verwendet. Die Eier wurden mit einem großen Löffel versenkt und je nach Farbintensität kürzer oder länger hineingegeben. Danach durften


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in meiner Kindheit die Kinder die Eier mit Buntstiften verzieren. Die Tante hatte die Eier immer zu weich gekocht. Die beiden Brüder haben diese Eier nach uns Schwestern geworfen. Das war nicht immer lustig, doch heute lacht man darüber. Wie das eben so ist. Die ältere Schwester hat Eier in den Schuhen versteckt. Ansonsten wurden die Osternester im Haus und um das Haus herum versteckt. Der Garten war weit entfernt. Damals gab es dann für jedes Kind einen hellen und einen dunklen Osterhasen aus Zuckerkaramell, sowie eine Tüte kleine bunte Ostereier für alle vier Kinder. Außerdem backte die Mutter noch Osterbrezeln, ähnlich der heutigen Neujahrsbrezeln. Sie wurden auch immer sehr gerne gegessen. Gekaufte Socken gab es auch immer für die Kinder. Die selbstgestrickten braunen Hosen, die die Kinder anziehen mussten, haben immer sehr gezwickt. Der Vater fütterte die gehaltenen Tiere, z.B. Schweine und Kühe. An Ostern selbst gab es jedes Jahr selbstgemachten Schweinebraten, selbstgemachte Spätzle und viel grünen Salat. Heute sagt Frau B. mit einem Lächeln auf dem Gesicht: „Wir hatten eine sehr schöne Kindheit und ein warmherziges Elternhaus.“ Sehr gerne blickt Sie auf diese frühere schöne Osterzeit zurück, auch wenn man sehr wenig Geld hatte. Aufgeschrieben von Frau Else B. geb. 1940, verwitwet, zwei Söhne. SENIORENRESIDENZ BERGDORF Lore Denk erzählt: „Seit Januar 2011 bewohne ich hier ein schönes, altersgerechtes Zimmer. Der Blick geht hinaus zum Wald, den ich schon seit frühester Kindheit liebe. Umsorgt von einem liebens- und lobenswerten Pflegeteam in einem ge-

pflegten Heim bei guter, abwechslungsreicher Kost fühle ich mich hier „angekommen“. Ganz in der Nähe, in PforzheimBrötzingen, oberhalb des Tunnels, der nach Dillstein führt, habe ich

meine Kindheit und noch viele Jahre danach verbracht. Meine Eltern waren erst knapp über 20 Jahre alt als ich geboren wurde. Wir lebten noch jahrelang zusammen mit Großvater und Mutters Geschwistern.

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Ostern Die älteste Schwester meiner Mutter, meine geliebte Tante Ottilie, führte den Haushalt, da die Oma schon früh verstorben war. Mein lieber Großvater Otto, war mein Lehrer und Wegbegleiter durch meine früheste Kindheit. Schon im Alter von 2 ½ bis drei Jahren begleitete ich ihn in seiner Freizeit hinaus in unsere Wiesen und zwei Gärten in der Nähe des Brötzinger Waldes. Im damaligen Gasthaus „Waldeslust“ (heute Sonnenberg) bekam ich oft eine „Knackwurst“ und eine Limonade. Das war damals ein richtiger Höhepunkt. Die Zeiten waren ja schlecht, es herrschte große Arbeitslosigkeit. Ein Ostererlebnis, das mich damals lange beschäftige, hatte ich mit drei oder vier Jahren. Neben unserem Haus, waren zwei kleine Anhöhen, links war ein kleiner, dichter Wald mit kleineren Tannenbäumen, rechts standen, etwas höher als das Haus, ca. zwölf große Lärchen. Am Ostersonntag war ich schon in der Frühe aufgeregt und wartete sehr gespannt auf den Osterhasen und ich konnte es kaum erwarten, bis mich mein Papa Alois oder Opa Otto rief, um mein Osternest zu suchen. Endlich, endlich war es dann so weit. Opa war schon im Garten, also rief mich mein Papa. Wo sollte ich anfangen? Es gab ja so viele Plätzchen, wo der Hase seine „Schätze“ verstecken konnte! Ich rannte links hoch ins Tannenwäldchen und suchte. Nichts! Dann eilte ich flugs zu den Lärchen hoch. Trotz eifrigen Suchens fand ich nichts, gar nichts! Auch im Hof war nichts, gar nichts! So langsam wich meine anfängliche freudige Erwartung ängstlicher Mutlosigkeit. Das spürte wohl mein damals ca. 25jähriger, geliebter Papa Alois und er machte sich Gedanken, dass er es diesmal mit seiner Erfindungsgabe etwas zu weit getrieben

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hatte. Er fasste meine kleine Hand und meinte aufmunternd: „Bestimmt hat der Osterhase irgendwo für dich ein Osternest versteckt, sonst hätte ich ihn doch nicht vorhin im Hof gesehen!“ Zuerst machte er mich auf die Leiter aufmerksam, die an unsere Hütte gelehnt stand. – Ja, die hatte doch ihren Platz im Stall, in dem unsere Tiere lebten. Das waren drei bis vier Ziegen, 40 bis 50 Hasen, alte und viele junge Hühner sowie Katzen. Aber ich hatte starke Zweifel, dass der Osterhase etwas mit der Leiter zu tun haben könnte. Nach gemeinsamem, aufmerksamem, sehr gründlichem Suchen haben wir dann doch noch einen Korb in den unteren dichten Zweigen einer jungen Tanne entdeckt. Ich war danach überglücklich, obwohl mich der Gedanke noch lange beschäftigte: „Wie hatte der Hase es nur geschafft, den Korb auf die junge Tanne zu transportieren?“ Selbst als ich schon älter geworden war, musste ich über diesen „listigen“ Osterhasen und seinen jungen „Gehilfen“ lachen!“ SENIORENZENTRUM BETHESDA Seit fast 2000 Jahren feiern Christen und Christinnen die Kar- und Ostertage. Ostern ist im Christentum das Fest der Auferstehung Jesu Christi. Sie geschah dem Neuen Testament nach am dritten Tag nach Jesu Kreuzigung. Daraus entstand die kirchliche Karwoche mit dem Karfreitag als Todestag Jesu und dem Karsamstag als dem Tag der Grabesruhe, auf die der Ostersonntag als Auferstehungstag folgt. Ostern wird im westlichen Kalender immer am Sonntag nach dem ersten Frühjahrsvollmond gefeiert und liegt somit frühestens am 22. März, spätestens am 25. April. Wenn wir an Ostern denken, verbinden wir dies meist mit Bräuchen, wie das

Osterfeuer, Osterlämmer, Eier färben oder dem Osterhasen. Schon früher galt das Ei als Zeichen des Lebens. So legten die Ägypter, Griechen und Römer ihren Toten Eier ins Grab. Mit dem christlichen Glauben erhielt das Ei eine neue Bedeutung. Die Christen sahen es als Zeichen der Auferstehung Jesu. So wie das Küken aus der Eierschale stieg, so stieg Jesus aus dem Grab und zerbrach die Macht des Todes. Der Osterhase hat seinen Ursprung im 17. Jahrhundert. Seit dieser Zeit suchen Kinder Süßigkeiten und bunt bemalte Eier, die der Osterhase versteckt hat. Das Ostern in den 50er Jahren fiel für die Kinder sehr bescheiden aus. Damals gab es ja noch nicht viel, so kurz nach dem Krieg. Süßigkeiten, wie Schokolade oder Zuckerhasen, wie sie heute in den Nestern liegen, kannten die Kinder nicht. Die Eltern waren oft kreativ und stellten mit sehr bescheiden Mitteln Spielzeug oder Nützliches selbst her. So bastelte zum Beispiel der Vater Ausstecherformen aus Holz. Die Mutter stellte aus den wenig verfügbaren Zutaten einen Teig her. Aus diesem wurden dann mit Hilfe von Vaters Formen Ausstecherle ausgestochen und dann im Holzherd gebacken. Für die Kinder ein un-

vergesslicher Genuss. Das Höchste aber waren gefärbte Eier oder ein paar bunte Zuckereier. Tradition haben auch Ostereierspiele, wie das Eierrollen. Hierbei lassen die Spieler ein Ei den Hang hinunterrollen. Das Ei, das am weitesten rollt, hat


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in meiner Kindheit gewonnen. Der Gewinner darf die Eier der anderen einsammeln. Unterm Baum im grünen Gras sitzt ein kleiner Osterhas'! Putzt den Bart und spitzt das Ohr, macht ein Männchen, guckt hervor. Springt dann fort mit einem Satz und ein kleiner frecher Spatz schaut jetzt nach, was denn dort sei. Und was ist's? Ein Osterei! Monika Kipfmüller (Quelle: Internet) SENIORENHEIM CASAREHA Eine Ostergeschichte, an die sich unsere Bewohnerin, Frau Irmgard Girrbach auch später noch immer gerne erinnert. „Es war bei uns Tradition, dass wir am ersten Weihnachtstag und am ersten Ostertag bei den Großeltern im Arlinger eingeladen waren. Die

ganze Familie traf sich dort, samt Kinderschar natürlich, um den Tag zusammen zu feiern. So war es auch an jenem Ostertag, an dem ich mit meinem Mann und den Kindern Uschi und Michael zu Oma und Opa aufbrach. Es war ein herrlicher Sonntagmorgen, schönes Osterwetter gerade richtig um die Ostereier und Osterhasen im Garten verstecken zu können. Die Großeltern hatten dies schon vor unserer Ankunft erledigt und der große Garten eignete sich gut um etliche Verstecke für das große „Eiersuchen“ auszumachen. Auch den Großeltern bereitete es immer große Freude, ganz besonders schwierige Verstecke zu wählen. Es gab immer ein großes „Hallo“, wenn unsere Kinder sich mit den Kindern der restlichen Verwandtschaft trafen. Wir hat-

ten uns viel zu erzählen und die Freude war groß, als Oma den Startschuss zum Eiersuchen gab. Sofort rannten die Kinder los. Wir Eltern gaben, so gut wir konnten, Hinweise und Tipps, wo die Verstecke wohl sein könnten. Es machte auch uns einen Riesenspaß, den Kindern zuzuschauen. Nachdem alle ihre Osternestchen und Geschenke gefunden hatten, war’s auch schon Zeit fürs Mittagessen. Danach durften die Kinder mit ihren Ostergeschenken spielen. Meine Tochter Uschi hatte einen kleinen Bollerwagen geschenkt bekommen, in dem sie ganz stolz ihre eingesammelten roten Zuckerhasen drapiert hatte. Die Männer spielten mit den Kindern ausgelassen Fußball. Die Begeisterung war so groß, dass einer der Jungs beim Rückwärtstrippeln den


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Ostern im Wege stehenden Bollerwagen übersah und rücklings in demselben landete. Alle lachten herzlich über dieses komische Bild. Der Tollpatsch hatte sich doch tatsächlich in die roten Zuckerhasen gesetzt, die allesamt zerbrachen. Während die Erwachsenen sich noch über seinen verdutzten Gesichtsausdruck „totlachten“ fingen die Kinder auch schon an zu „plärren“, angesichts der zerbrochenen Hasen. Kein einziger war ganz geblieben und die einzelnen Stücke vermischten sich auch noch mit dem grünen Ostergras. Die Kinder beruhigten sich schnell wieder. Doch alle erinnerten sich bis ins Erwachsenenalter schmunzeld an diesen Vorfall, mit den Worten: „Weißt du noch, damals an Ostern…“ Aufgeschrieben von Ursula Walter, Sozialer Dienst TAGESPFLEGE DRK-SENIORENZENTRUM Für traditionelle Menschen hat sich die Osterzeit nicht sehr geändert. Am Karfreitag war es Pflicht für die Menschen, in die Kirche zu gehen. Es war auch eine schöne Pflicht im Kirchenchor mit zu singen und sich mit den Sangeskollegen die Freizeit zu gestalten. Am Gründonnerstag wurde der Brauch, kein Fleisch zu essen, streng befolgt. Gerne nahmen die Leute aber die Gelegenheit des Täuschens wahr. Sie aßen das Fleisch versteckt in den berühmten Maultaschen. Da wurde Hackfleisch, Schinkenwurst oder auch Fleischwurst reingemischt, welches dann in der Teighülle nicht mehr zu sehen war. Am Ostersonntag zur Mittagszeit wurden dann Ostereier geschmissen. Diese waren gefärbt z.B. mit Zwiebelschalen, roter Bete oder frischem Gras. Die geschmissenen Eier wurden dann am Abend des Ostersonntags gesucht – aber nur die, die dabei ka-

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putt gegangen waren, durften gegessen werden. Die Geschenke fielen damals kleiner aus: Schokoladeoder Zuckerhasen. Diese wollten natürlich auf der Stelle verzehrt werden, so dass viele Kinder am Abend schlotzend in der Stube saßen. Besucher der Tagespflege des DRKSeniorenzentrums in Mühlacker SENIORENRESIDENZ GOLDENE PFORTE Frau Marie Stierle, eine Bewohnerin des Hauses berichtet: „Ostern war früher ein schönes Fest. So wie es damals war, ist es heute bestimmt nicht mehr. Die Ostereier wurden von den Mädchen und Frauen entweder im Kochtopf bunt gefärbt oder mit dem Pinsel bemalt. Meist hat man sich bei Freunden oder Verwandten getroffen, um alles gemeinsam vorzubereiten. Wenn das Haus mit Girlanden, Schleifen, Blumensträußen und einem schönen Kranz an der Haustür bunt geschmückt worden war, wurden die Eier auf der Wiese versteckt. Dazu bohrten die Mädchen mit ihren Absätzen ein Loch in die Erde. Dann galt es, das auf dem Boden liegende Ei mit dem Zeigefinger anzustoßen und möglichst das Erdloch zu treffen. Die Kinder durften später die versteckten Eier und die mit Schokolade und Bonbons gefüllten Osterkörchen suchen. Der Ostersonntag war ein richtiges Fest, erinnert sich Frau Stierle. In die Kirche sind wir jedoch nicht gegangen. Es gab immer ein köstliches Essen mit Schnitzel, Würstchen und vielem mehr. Außerdem wurden Butterweckle gemacht, die dann mit den Eiern belegt und mit etwas Salz bestreut wurden. Das was von den Speisen übrig war, wurde an die armen Kinder verschenkt, die sich darüber sehr freuten. Nach dem Essen traf sich das Dorf auf dem Dorfplatz.

in meiner Ostern war für uns eine richtige Gaudi. Ja, das war einmal... Mit diesen Worten beendet Frau Marie Stierle ihre Erinnerungen an das Fest der Ostertagen. (Adriana Visan Ergotherapeutin) Für Frau Gertrud Bürkle, 96 Jahre, war die Kindheit nicht immer einfach. Sie lebte zusammen mit ihrer Mutter und ihren zwei jüngeren Geschwistern alleine. Der Vater war im Krieg gefallen, als sie drei Jahre alt war. Die Zeiten waren damals arm und das Geld war knapp. Trotzdem versuchte ihre Mutter mit allen ihr zur Verfügung stehenden Mitteln, das Osterfest so schön wie möglich zu gestalten. Das Haus war mit Osterglocken und anderen Blumen, die im Garten und auf der Wiese gepflückt wurden, geschmückt. Gekauft wurde nichts. Es gab für alle Kinder ein Osternest, das einfach, aber liebevoll gemacht wurde: Drei von der Mutter gefärbte Eier, ein roter Zuckerhase und ein kleiner selbstgebackener Osterhase aus Hefeteig. In guten Jahren gab es manchmal ein Stückchen Schokolade dazu. Das war dann immer etwas ganz Besonderes. Von der Schokolade wurde jeden Tag nur ein ganz kleines Stückchen genascht, um so lange wie möglich was davon zu haben. In der Sonntagskleidung ging es an Ostern immer zuerst in die Kirche. Danach durften die Kinder das Osternest suchen. Mutter hatte wirklich ein Näschen dafür, die mit Gras und Wiesenblumen verzierten Nester so gut zu verstecken, dass wir Kinder schon fast am Zweifeln waren, die Nester jemals zu finden. Aber dann war die Freude umso größer, so Frau Bürkle. Während die Kinder eifrig die Osternester suchten, bereitete die Mutter das Os-


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Kindheit teressen vor, sie schaffte es jedes Mal, selbst aus den kläglichsten Resten noch ein schmackhaftes Essen zuzubereiten. Nach dem Essen, bei dem die ganze Familie zusammentraf, wurde ein Spaziergang zur nahe gelegenen Wiese gemacht, wo die alljährliche Osterwette für Kinder stattfand: Wer die Eier am weitesten werfen konnte, hatte gewonnen. Diese wurden im Anschluss natürlich gleich aufgegessen. Dies war immer der Höhepunkt des Tages, an den Frau Gertrud Bürkle sich auch heute noch gerne zurückerinnert. Eleonora Lindt (Ergotherapeutin)

HAUS HECKENGÄU Beim Besuch einer neu eingezogenen Bewohnerin fiel ein besonders schön gearbeiteter Holzhase auf. Auf die Frage, woher sie den Hase habe, erzählte die Bewohnerin, dass sie nach dem Krieg einen Franzosen geheiratet hatte und mit ihm sieben Jahre in Frankreich lebte. Das war in der damaligen Zeit noch immer so ungewöhnlich, dass das in dem kleinen Ort, aus dem die Bewohnerin stammte, allseits bekannt war. Als sie mit ihrem Mann schon längst wieder nach Deutschland zurückgezogen war, machte eine Bekannte Urlaub in Frankreich und brachte ihr den Hasen als Andenken mit.


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Ostern Die Bewohnerin erinnert er daran, wie hart die Zeit für sie damals in Frankreich war: in der Auvergne, wo sie damals lebte, galt der Spruch „Viel Steine gab’s und wenig Brot, die Leute litten große Not.“ Damals war ein Hasenbraten zu Ostern ein Festmahl, auch in Deutschland. Und anstatt Hasen aus Schokolade gab es solche aus Zucker, in Rot oder Karamell – das war das höchste Glück für ein Kind! JOHANNESHAUS ÖSCHELBRONN Friederike Michelsen, Bewohnerin: Nicht nur das Weihnachtsfest, auch Ostern hält für die Kinderseele besondere Freuden bereit. Auch hier liegt die Betonung auf einer Vorbereitung durch die Erwachsenen, deren Geheimhaltung oft einer besonderen Geschicklichkeit bedarf. Vor allem das Verstecken der Eier im Garten hat seinen Reiz durch die frühlingshaft aufblühende Natur, die das Ereignis so zauberhaft umrahmt. Wie reizend leuchtet ein Osternest voll bunter Eier und mit einem Schokoladenhäschen neben einem Büschel gelber Schlüsselblumen und blauer Veilchen. Mit diesem fröhlichen Anblick atmet man zugleich die frische Frühlingsluft ein und eine immer wiederkehrende Hoffnung, von der der Mensch bekanntlich nie genug haben kann. Nun, ich war etwa dreieinhalb Jahre alt, als ich gemeinsam mit Eltern und Geschwistern ein solches Ostereier-Suchen zum ersten Mal bewusst miterlebte. Wir wanderten von Beet zu Beet auf der Suche nach den Nestern. Auch ich bestaunte die mit lautem Jubel von den Geschwistern entdeckten Eier und die grünen Körbchen, die für einen jeden von uns vorbereitet waren. Meine Eltern vermieden es offenbar vom „Osterhasen“ zu sprechen, und so betrachtete ich die freundlichen

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Geschenke ganz einfach als Gaben der Natur, die sie zum lieben Osterfest für uns hervorgebracht hatte. Einige Wochen später - der Garten inzwischen in voller Blüte - ging ich an Mutters Hand wieder all die Wege, die wir an Ostern gegangen waren. Wir betrachteten gemeinsam die schönen Blumen, die inzwischen aufgeblüht waren. Bei bestimmten Plätzen, an denen an Ostern die Osterkörbchen gestanden hatten, blieb ich stehen, deutete mit dem Finger daraufhin und sagte: „Hommt der Eierlein raus!“ Ein wenig Verwunderung aber auch Enttäuschung steckte wohl in dieser kindlichen Äußerung und auch die Frage: Wenn die Erde an Ostern so schöne Eier hervorbringt, warum nicht auch heute? Man sieht daran: Nicht nur der leibliche Hunger, auch der unstillbare Wissensdurst ist tief im Wesen des Menschen verankert. HAUS MAIHÄLDEN Frau Vogel, eine Bewohnerin unseres Hauses ist in Kronstadt (Siebenbürgen) aufgewachsen und erinnert sich gerne an Ostern um 1930 herum, als sie und ihre Geschwister voller Freude das Osterfest erwarteten. „Unsere Familie feierte Ostern sehr lebendig. Vierzehn Tage vor Ostern wurde Kuchen gebacken und die Eier mit Wasserfarbe bunt bemalt. In unserer Wohnküche, die gemütlich und mit einem großen Tisch eingerichtet war, konnte man recht gut malen. Wir Kinder hatten geflickte alte Schürzen an, wir sahen uns an und lachten uns aus. Jetzt ging es los! Jedes Ei wurde sorgfältig gehalten, natürlich gab

in meiner es Kritik und Geschnatter. Oh weh - wie sahen wir aus? Wie bunte Farbkästchen und die Tischplatte oh Schreck - ganz abstrakt! Im Bad wurden wir dann von Mutter recht hart abgebürstet und unsere Haut war ganz rot. Abends fielen wir müde ins Bett. Am Ostermorgen standen wir früh auf und deckten den Tisch, wir wollten Mutter überraschen. Ein schönes Tischtuch, das Geschirr von Oma (welches nur für Festtage gedacht war), ein schöner bunter Tulpenstrauß, Hefezopf zum Tunken... Man musste gut aufpassen und wollte nicht kleckern (das schöne Tischtuch!) – für uns Kinder ein Greuel! So, nun aber in den Garten, Eier suchen! „Da, ich habe ein rotes Ei…!“ Jeder suchte emsig nach Eiern in allen Farben. Alle Büsche wurden untersucht. Nun kam das Tauschen, rot, blau, grün, lila – ein Handeln wie auf einem Markt. Mutter wartete auf uns Rasselbande im Speisezimmer, der Tisch war sehr liebevoll gedeckt. Es wurde gekochter Schinken, Butter, Wurst, Käse, Paprika, Kompott, Brot, Gebäck, Wein, Bier und leckerer Kümmellikör serviert. Wir Mädchen mussten uns schön machen. Die Onkel und Neffen kamen mit einem Fläschchen Parfum und die Mädchen wurden damit bespritzt („sie sollen noch lange blühen“). Meine Schwester und ich beobachteten die Jungen vom Fenster aus, wie sie schließlich in ihre leeren Parfumfläschchen pinkelten. Wir lachten die Spitzbuben aus. Zum Glück waren sie schon bei uns gewesen! Meine Eltern schenkten uns Kindern jedem ein paar Schuhe, für den Sonntag eine Batistschürze, bestickt


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Kindheit mit lauter bunten Punkten und weiße Dreiviertel-Strümpfe. Wir waren fünf Kinder und unsere Freude war groß. Dann kam unsere Verwandtschaft lustig ins Haus – das war eine Begrüßung! Ich zog mich meistens ins Kinderzimmer zurück und dachte an meine liebe Mutter und meinen Vater, wie viel Mühe sie sich für uns machten. Ich dankte im Stillen. Sie waren liebe, gute Menschen, fleißig und gottesfürchtig. Später wurde auch getanzt, Vater spielte gerne Harmonika. War das ein Gelächter – die Töne falsch, aber der Takt ging! Jeder hatte ein frohes Gesicht. Alle gingen zufrieden nach Hause, ein schöner Tag ging zu Ende.“

SENIORENZENTRUM PAUL-GERHARD Mein schönstes Ostern verbrachte ich 1956. Viele Dinge dieses Osterfestes sind prägend in meiner Erinnerung geblieben. Es war zu meiner Jugendzeit, als ich mit meinen 2 Brüdern und meiner Schwester, mein schönstes Ostern auf einem kleinen Bauernhof nahe Stuttgart verbrachte. Schon die Anreise war ein tolles Erlebnis für mich, da ich zum ersten Mal in meinem noch jungen Leben mit dem Zug fahren durfte. Der Bauernhof lebte von Landwirtschaft und Viehzucht und war die Heimat der Pflegeeltern meines Vaters. Mein erster Eindruck von diesem Ort


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Ostern war überwältigend. Der Bauernhof stand mit seinen Düften, Geräuschen und der malerischen Idylle der Landschaft in starkem Kontrast zu dem tristen Alttag den ich bisher erlebt hatte. Statt Betonbauten, Straßenlärm, schlechter Luft und permanenter Geschäftigkeit standen nun herrliches Wetter, Ruhe, saubere Luft und Zeit mit der Familie auf dem Plan. Meine Brüder verbrachten ihre Zeit mit ersten Reitversuchen und Traktor fahren. Ich hingegen, ließ inspiriert von der Schönheit der Landschaft, meiner Träumerei freien Lauf. Es war herrlich für mich, die Zeit fernab von Sorgen, Ängsten und Zwängen mit mir selbst und den eigenen Wünschen, Träumen und Hoffnungen zu verbringen. Und so verflogen die Tage bis zum Ostersonntag für mich viel zu schnell. Doch auch der Ostersonntag war ein Tag der kaum hätte schöner sein können! Er begann mit einem üppigen Frühstück, bei dem die ganze Familie zusammen saß. Danach wurden die Eier im ganzen Garten versteckt. Und kurze Zeit nach dem Mittagessen, welches wir zusammen mit der Bauernfamilie einnahmen, begann auch schon die heiß ersehnte Eiersuche. Meine Geschwister und ich erfreuten uns an jedem gefundenen Ei. Anders als heute war es damals üblich, nur Kleinigkeiten wie Eier oder Schokolade zu verstecken. Doch selbst mit diesen Kleinigkeiten waren wir damals mehr als zufrieden, da uns die Zeit mit der Familie wichtiger war als materieller Besitz. Nach der Eiersuche folgte der Höhepunkt des Tages: eine Fahrt mit dem Goggomobil des Bauern, welche mir selbst heute noch ein Schmunzeln auf die Lippen zaubert. Den Rest des Tages verbrachten wir mit Kinderspielen, in denen die von

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in meiner Kindheit

uns gefundenen Eier Verwendung fanden. Wir schlossen den Tag mit einem gemeinsamen Abendessen ab, tauschten unsere Eindrücke und Erfahrungen aus und hatten dabei viel Spaß. So endete ein für mich unvergessliches Osterfest. Gerhard Hertler, Heimbeiratsvorsitzender HEIM AM HACHEL Bereits im 4. Jahrhundert wurde Ostern als christliches Fest hochgeschätzt und ausgiebig gefeiert. Das altgermanische Frühlingsfest wurde mit der Einführung des Christentums im nördlichen Europa mit dem Osterfest verschmolzen.

Aus beiden Inhalten (Aufkeimen und Aufblühen der Natur und Auferstehung Jesu Christi) ist zum Osterfest ein reiches Brauchtum geworden. So verbindet sich der christliche Inhalt des Festes, die Auferstehung Jesu Christi, mit der Naturerfahrung, dass nach dem entbehrungsreichen Winter die Natur wieder blüht. So ist z.B. das Osterei aus christlicher Sicht ein Symbol der Auferstehung: Die Schale stellt das Grab dar, aus dem neues Leben hervorgeht. Nach altem Volksbrauch ist das Ei ein Symbol für Fruchtbarkeit und ewige Wiederkehr des Lebens.

Neben Weihnachten und Silvester ist das Osterfest das bedeutendste Fest. Aus kirchlicher Sicht beginnen die Feiertage zu Ostern mit dem Grünen Donnerstag, dem Tag an dem Jesus und seine Jünger das letzte Abendmahl einnahmen. Es folgt der Karfreitag, der Tag der Kreuzigung. Der Auferstehung Jesus Christus von den Toten wird am Ostersonntag und am Ostermontag gedacht. Wie sind nun die Bräuche im Heim am Hachel? Natürlich ist das Fest der Feste etwas ganz Besonderes und wird entsprechend begangen. Christliche Bräuche werden gelebt. Das Osterei, als Symbol der Fruchtbarkeit und der Wiederkehr des ewigen Lebens findet hierbei natürlich seinen Platz. Ostereier bemalen, Sträuße dekorieren und schmücken, eigens hergestellte Bastelarbeiten werden zu Dekorationszwecken genutzt. In diesem Jahr wird im Heim am Hachel am 15. April 2011 der erste Ostermarkt stattfinden.

Die Vorbereitungen sind im vollem Gange, und wir sind alle gespannt, wie er von BewohnerInnen und Angehörigen angenommen wird.


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Pflege ist ein

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Natürlich ist es für viele Menschen und Angehörige Alltag: die Pflege und Versorgung ihrer Angehörigen und Lebenspartner. Und alles, was nötig ist haben sie selbst erlernt oder sich beigebracht oder auch im Rahmen eines Pflegekurses gelernt. Oftmals haben auch Mitarbeiter der weise als Krankenpflegehelfer. PflePflegedienste ihnen hilfreiche Tipps ge ist eine anspruchsvolle Tätigkeit, gegeben und spezielle Techniken daher müssen die Mitarbeiter in den gezeigt. Aus der Politik Pflegeeinrichtungen hört man immer wieder, auch gut ausgebildet „pflegen könne ja jesein. der“. Daher könne man Dies hat auch die Firdafür auch auf Personen mengruppe SPPS, die setzen, die ohne pfleaus sechs ambulanten gerische Ausbildung Pflegeeinrichtungen bederzeit arbeitslos sind. steht, erkannt und in die Das stimmt nicht. Nicht Tat umgesetzt: Die Mitjeder kann einfach so arbeiterinpflegen. Für eine qualinen und tativ hochwertige Pflege Mitarbeiter Susanne Pletowski bedarf es mindestens von SPPS vom Pflegedienst SPPS. zweier wichtiger Grundhaben eine lagen: die Motivation und das Fach- gute Grundausbildung. wissen der Person, die die Pflege Die ungelernten Kräfte durchführen soll. Wer einen nahen werden durch eine Angehörigen versorgt, tut dies aus Vielzahl von FortbilVerantwortungsgefühl, Pflichtbe- dungen zu angelernten wusstsein und tiefster Überzeugung. Kräften ausgebildet, Ein Mitarbeiter einer Pflegeeinrich- und alle Mitarbeiter fritung, hat diesen Beruf bewusst ge- schen ihr Wissen rewählt und fühlt sich dazu berufen. gelmäßig im eigenen Es handelt sich in beiden Fällen um Seminarwesen durch eine bewusste Entscheidung und Schulungen und Fortnicht um eine Notlösung, wie es der bildungen auf. Nur so Fall wäre, wenn derzeit Arbeitslo- bleiben sie auf dem se im Bereich der Pflege eingesetzt Laufenden und können werden würden. dauerhaft eine gute Pflege ist ein Ausbildungsberuf. Die Qualität sicherstellen. Pflegefachkräfte, also Altenpflege- Und natürlich ist SPPS rinnen und Altenpfleger, Gesund- auch Ausbildungsbeheits- und Krankenpflegerinnen und trieb. In allen Einrich-pfleger haben nicht nur eine drei- tungen der Firmenjährige Ausbildung zu absolvieren, gruppe kann der Beruf sondern auch eine entsprechende der Altenpflegerin Abschlussprüfung mit staatlicher An- bzw. des Altenpflegers erkennung. Die Ausbildung dauert erlernt werden. Weialso genau so lange wie in vielen terhin sind drei Einanderen Berufen. Die Pflegehilfs- richtungen auch Auskräfte haben oft ebenfalls eine ein- bildungsbetriebe für jährige Berufsausbildung beispiels- den Ausbildungsberuf

„Kauffrau/Kaufmann im Gesundheitswesen“. Doch nicht nur Mitarbeiter werden aus- und weitergebildet, sondern auch pflegende Angehörige haben bei SPPS die Möglichkeit, ihr pflegerisches Wissen in Kursen für pflegende Angehörige zu verbessern. An Motivation mangelt es bei pflegenden Angehörigen nie und das nötige Wissen kann auf diese Weise erworben werden.


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enioren Residenz „Bergdorf“ Büchenbronn

Im Obergeschoss des Walter-Rittmann-Hauses (Gemeinschaftshaus) unserer Seniorenresidenz ist ein neues Wohnprofil für zwei Wohngruppen entstanden – eine zukunftsweisende und bereits bewährte Wohnform. Je sieben Einzelzimmer, zum Teil mit Balkon, gruppieren sich um einen großen Gemeinschaftsraum mit einer Küche, einem kleinen Nebenraum für Spezialaktivitäten und einer Dachterrasse.

Warum diese neue Wohnform? Mediziner und Gerontologen predigen es seit Jahren in Vorträgen, Büchern, Fernsehsendungen, Zeitungen etc. Einsamkeit macht alt, krank, trübt den Geist, verdunkelt das Gemüt, verhärtet die Seele. Gerade die aktivierende Wirkung durch

Unsere Angebote im Überblick: • exponierte Lage • Kombination aus Pflegeheim und Betreutem Wohnen • vollstationäre Dauer- u. Kurzzeitpflege • qualifiziertes Fachpersonal • Tag- und Nacht-Präsenz • Großzügige Gemeinschaftsräume • Therapie- und Multifunktionsräume • Dachgarten/Wintergarten • Frischkost aus eigener Küche • Schonkost/Diabetikerkost/Vegetarisch • Fahrdienst/mobiler Hilfsdienst • Wäscherei im Haus • Wohlfühlklima und vieles mehr

Rufen Sie uns an, wir beraten Sie gern

Begegnungen mit anderen Menschen, durch gemeinsames Tun, durch den Gedankenaustausch erhält die Lebendigkeit und Elastizität, die mit zunehmendem Alter ihren wesentlichen Anteil zum Erhalt eines lebensbewussten Alterns beitragen. Wir wissen dies und haben als erste Seniorenresidenz in Pforzheim diese Möglichkeit integriert, die in anderen Ländern längst zu den bewährten und beliebten Wohnmodellen gehört. Oft hören wir bei der Besichtigung dieses Angebotes die ablehnende Bemerkung: „Ach nein, ich möchte lieber allein bleiben“. Hierbei wird offensichtlich vergessen, dass man ja mit seinem Einzelzimmer, das zu diesem Wohnprojekt gehört, stets die Möglichkeit hat, sich zu jeder Zeit zurück zu ziehen.

Die Statistik zeigt uns, dass wir heute im Schnitt 6 Jahre älter werden als unsere Eltern. Es ist ein Geschenk an unser Leben, das wir dankbar annehmen und sinnvoll gestalten sollten. Die Geselligkeit pflegen, sich mit anderen Menschen auszutauschen, sich gegenseitig zuzuhören, miteinander Freude zu haben, Freude zu schenken und anzunehmen, gehört zum Leben ebenso, wie das mit sich Leben und in sich Ruhen. All dies sind Gründe, die für uns wichtig waren, dieses neue Wohnmodell in unsere Senioren Residenz zu integrieren. Die vorliegenden Erfahrungswerte beweisen uns, dass hier eine Wohnform zur Verfügung steht, die richtungsweisend ist für ein lebendiges, anregendes und aktives Miteinander unter dem Dach einer altersgerechten Betreuung und Versorgung.

Wohngemeinschaft Walter-Rittmann-Haus Senioren-Residenz Bergdorf, Büchenbronn 1. Beispiel: 1-Zimmer-Appartement Kaltmiete Nebenkosten Verpflegung pro Tag € 8,55 Reinigung per m2 € 1,15 Hausnotruf Betreuungspauschale Gesamt 2. Beispiel: 1-Zimmer Appartement mit Südbalkon Kaltmiete Nebenkosten Verpflegung pro Tag € 8,55 Reinigung per m2 € 1,15 Hausnotruf Betreuungspauschale Gesamt

39,30 m2 €/Monat 360,00 140,00 260,00 45,00 20,00 70,00 895,00

52,00 m2 €/Monat 450,00 160,00 260,00 60,00 20,00 70,00 1.020,00

SR Senioren-Residenz GmbH · Siedlungstraße 48 · 75180 Pforzheim ·


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enioren Residenz „Nagoldblick“ Huchenfeld

Im letzten Jahr wurde die neue Senioren-Residenz Haus Nagoldblick in Pforzheim-Huchenfeld ihrer Bestimmung übergeben. Die Akzeptanz unserer Einrichtung ist sehr groß und alle haben sich gut eingelebt. Dies motiviert uns in dem Wirken für unsere Bewohner. Das Pflegehaus bietet auf zwei Wohnbereichen, die unter dem Motto „bekannte Gebäude und Gegenden des Enzkreises“ und „Pforzheimer Schmuck“ stehen, 36 Pflegeplätze. Alle 30 Zimmer haben eine Nasszelle, von denen ein Teil als rollstuhlfahrergerecht ausgelegt ist. Das Erdgeschoss, über eine Terrasse mit dem Sinnesgarten verbunden, der nächstes Jahr die Bewohner erfreuen soll, wird auch für an Demenz erkrankte Bewohner geeignet sein. Die ersten Bewohner haben sich bereits gemüt-

lich eingerichtet. Die Visitenkarte des Gebäudes stellt die dem Pflegehaus vorgelagerte Eingangssituation mit freundlich gestaltetem Café, Verwaltung und Wartebereich dar. Im Wohlfühlbad mit Hubbadewanne, das im hinteren Teil des Eingangsgebäudes an das Café angrenzt, können die Bewohner die stimmungsvolle Gestaltung des Raumes genießen – Ruhe und Entspannung pur unterstützt durch wohltuende Badeessenzen. In Kooperation mit ortsansässigen Kirchenund Krankenpflegevereinen sowie Besuchen des Kindergartens und der Schule freuen wir uns darauf, allen Bewohnern eine angenehme Umgebung zu schaffen, in welcher der Lebensabend mit Freude und Würde gelebt werden kann. In einer Zeit schwindender Ressourcen und wachsender Umweltbelastung haben wir uns um intel-

Unser neues Vorhaben: Barrierefreies Wohnen im Ortskern von Bad Liebenzell

Gebäude erfolgt über einen neu angelegten Vorplatz entlang des neu gestalteten Mühlbaches. Durch die touristisch geprägte Infrastruktur eines Kur- und Badeortes haben Sie alle Möglichkeiten, das Leben ganz nach Ihren Bedürfnissen zu gestalten – die Lebensqualität beginnt hier schon vor der Haustüre. An das Gebäude schließt sich der ehemalige Kirchgarten als Grünfläche zur individuellen Nutzung der Hausbewohner an. In der reizvollen und unmittelbaren Nachbarschaft befindet sich alles was Sie zum täglichen Leben benötigen. Innerhalb des Hauses ist ein Sozialer Dienst vorgesehen, der mit Rat und Tat zur Seite stehen kann. Weiterhin sind Räume zur gemein-

In der kleinen und feinen Kurstadt im Nagoldtal, mit hohem Freizeitwert, in unmittelbarer Nähe zum Kurpark, planen wir die Errichtung von 25 attraktiven Wohnungen mit einer barrierefreien Ausstattung. Es handelt sich hierbei vorwiegend um 2-Zimmer-Wohnungen mit einer Wohnfläche von ca. 60 – 80 m². Das Gebäude zeichnet sich durch seine moderne energiesparende Bauweise und explosive Architektur aus. Helle lichtdurchflutete Räume, große Balkone, gehobene Ausstattung sowie flexible Grundrissaufteilung nach Käuferwunsch. Die vorgesehene Tiefgarage hat eine direkte Verbindung zum Treppenhaus und zum Aufzug. Der Zugang zum

ligente, komfortable aber auch preiswerte Energiekonzepte Gedanken gemacht. Wir müssen zukünftig unsere Energien regenerativ erzeugen. Dazu ist es aber zwingend erforderlich, den Energiebedarf zu senken. Das heißt, vor der Überlegung Heizung kommt die Überlegung Dämmung. Angesichts dessen bedarf es des Einsatzes gut durchdachter wärmedämmender Konstruktionen, um den Wärmeabfluss deutlich zu reduzieren. Eine ideale Ergänzung ist eine thermische Solaranlage. Sechs Monate im Jahr sorgt die Solaranlage vollständig für die Warmwasseraufbereitung und Heizungsunterstützung. Photovoltaik ist unbestritten die eleganteste Art, Sonnenenergie in Strom zu verwandeln. Die Photovoltaikanlage bringt neben dem wirtschaftlichen auch einen bedeutenden Gewinn für unsere Umwelt. Die Sonne ist eben unsere unerschöpfliche Energiequelle. Mit unseren neuen Konzepten möchten wir nicht nur ökologische und wirtschaftliche Akzente in Huchenfeld setzen. Gewinnen sollen vor allem die Senioren. Durch Funktionalität, ein entsprechendes Ambiente mit einer modernen Ausstattung, wozu auch die kontrollierte Wohnraumlüftung mit Wärmerückgewinnung zählt, sowie natürlich fachkundige Pflege mit Herz und Qualität wird ein optimales Zusammenwirken garantiert und alle Voraussetzungen für das persönliche Wohlempfinden geschaffen. schaftlichen Nutzung geplant sowie eine Praxis für Physiotherapie. Barrierefrei leben und wohnen – heißt soviel wie Selbstbestimmung für Menschen mit Behinderung und Senioren. Dies zu ermöglichen ist unser Ziel.

Tel.: 0 72 31/60 55 - 0 · Fax: 60 55 103 · e-mail: sr.pf@web.de


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Wäscherei Merz in Wurmberg

Sie waschen, sie waschen Am Anfang steht der Bedarf – aus ihm entsteht die Idee – am Ende steht die Zahl. Um das Rätsel auf den Punkt zu bringen: Wir sprechen von der Leistung der Wäscherei Merz. Man kann es auch anders ausdrücken: Pro Tag wäscht die Waschanlage 13.000 kg Bettwäsche und 2.000 kg Oberbekleidung, d.h. pro Jahr – und dieses hat 242 Arbeitstage – durchlaufen 3 Millionen 630 Tausend Kilogramm Schmutzwäsche die Waschanlage und kommen leuchtend sauber gebügelt und sortiert, schrankfertig in die Auslieferung. Welch eine Leistung! Und das unter der Bewahrung streng ökologischer Gesichtspunkte! Der Verarbeitungsablauf: Bevor die angelieferte Wäsche und Oberbekleidung in den Verarbeitungsvorgang kommt wird jedes einzelne Stück mit einem Barcode versehen. Wasch- und Schleudermaschinen arbeiten im NiedrigComputerverfahren, die Trocknung erfolgt in einem Öko-Wertvoll-

Die Wäscherei Merz arbeitet mit einer heute maximal möglichen technischen Ausrüstung und präsentiert einen perfekt ausgewogenen Kundenservice. Beide Faktoren ergeben ein modernes vielfältiges Leistungssystem.

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Trockner. Neu im Ablauf der Verarbeitung ist eine Hängebahn, die in der obersten Etage der Halle installiert wurde. Hier hängen aufgereiht die großen Wäschesäcke mit der bereits sortierten Frottéewäsche, die von der unteren Verarbeitungsebene auf Abruf heruntergeholt und den dort anstehenden Lieferungen zugeordnet werden können.

Die großen Wäschestücke werden blitzschnell von einer hierauf spezialisierten Maschine gebügelt und zusammengelegt. Am Ende des Verfahrens steht der letztordnende Hangriff eines Mitarbeiters. Unweit davon wird in Handarbeit die Oberbekleidung behandelt: Nacht- und Oberhemden, Blusen, TShirts usw. Zwei Mitarbeiter sind am Werk. Blitzschnell wird in Teamarbeit und Bügelapparatur Stück um Stück perfekt versorgt. Jedes fertige Wäschestück wird über den Code wieder gesammelt, seiner eingelieferten „Wäschefamilie“ zugeordnet, vom PC erfasst und seinem Auslieferungsplatz zugeordnet. Wie man erfahren hat, können Besichtigungen dieser perfektionierten modernen „Waschfrau“ stattfinden. Für jede Frau, die noch letzte Erinnerungen an die Waschtage jener


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den lieben langen Tag… bis ins hohe Alter zu nutzen und wahlweise Serviceleistungen in Anspruch nehmen zu können. Hierzu wird ganz sicher auch die Möglichkeit des Waschdienstes gehören, zumal man davon ausgehen kann,

Waschfrau Museum Bad Münder, © Mediclin AG.

Zeiten in Erinnerung hat, an denen ein schnelles Essen geplant war, um die Zeit in der Waschküche nur kurz zu unterbrechen, in denen Müh und Plage zur maximalen Höchstleistung mutierten, ist eigentlich eine Besichtigung dieser modernsten „Problemlösung“ ein sensationelles Erlebnis, auch wenn man kein Maschinenfreak ist. Niemand wird sich dieser modernen Logistik und faszinierenden Perfektion entziehen können. Wir erfahren zur Zeit eine neue Entwicklung im Bereich des Themas „Wohnen in der dritten Lebensphase“. Es ist das Thema „Wohnen mit Service“. Es entstehenWohnobjekte, die behindertengerecht ausgerüstet, da sie oft in unmittelbarer Nähe von Seniorenheimen sind, die Möglichkeit bieten, die Wohnung

dass es sich innerhalb dieses neuen Wohnens im Wesentlichen um ältere und alte Menschen handelt. Bei der bereits angewandten Logistik der Wäscherei Merz ist es da überhaupt kein Problem, die gesamte Mieterschaft eines Hauses gemeinsam und individuell zu bedienen.


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Löbliche Singergesellschaft von 1501 Pforzheim:

Konzert in der Evangelischen Stadtkirche Pforzheim Am Freitag, dem 10. Juni 2011, findet um 19.30 Uhr in der Evangelischen Stadtkirche Pforzheim „Musik trifft Wirtschaft – Hommage zum 200. Todestag an Markgraf Karl-Friedrich“, dem späteren 1. Großherzog von Baden und ersten „Wirtschaftsförderer Pforzheims“ statt. westdeutsche Hofmusik der Heidelberger Akademie der Wissenschaften, des Evangelischen Landes- und Bezirkskantorates und der Stadtkirchengemeinde. S.K.H. Bernhard Prinz von Baden übernimmt die Schirmherrschaft und ist persönlich anwesend.

Markgraf KarlFriedrich von Baden. © Badisches Landesmuseum, Karlsruhe (Zähringer Stiftung)

Bild rechts: Südwestdeutsches Kammerorchester Pforzheim. Foto: © Uta Suesse-Krause

wiederentdeckt und gilt als einer der bedeutendsten Sinfoniker der seinerzeit berühmten „Mannheimer Schule“. Das 1. Klavierkonzert (eMoll in zeitgenössischer Fassung mit Streichorchester) von Chopin leitet über in die musikalische Romantik. Es entstand 1830 in Warschau, kurz bevor Chopin nach Paris übersiedelte, und gibt der Solistin Gelegenheit, alle Facetten ihrer Ausdruckskraft und Virtuosität darzustellen. Karten zum Preis von 18,– Euro zzgl. Versandkosten 1,50 Euro ab 2. Mai 2011 beim Kammerorchester, Tel. 07231/464644 und bei der Volksbank Pforzheim, Westliche Karl-Friedrich-Straße 53, Pforzheim,

Mit dabei sind: Südwestdeutsches Kammerorchester Pforzheim, Solistin: Eliane Rodrigues, Klavier, Leitung: Sebastian Tewinkel. Mit freundlicher Unterstützung der Volksbank Pforzheim, der Forschungsstelle Süd-

Eliane Rodrigues, Klavier.

Im Rahmen des Karl-FriedrichFestes präsentieren die bekannte brasilianische Pianistin Eliane Rodrigues und das Südwestdeutsche Kammerorchester Pforzheim, das in der Konzertsaison 2010/11 sein 60-jähriges Bestehen und den 100. Geburtstag seines Gründers Friedrich Tilegant feiert, Musik aus Klassik und Romantik. Neben einer der beliebtesten Sinfonien des erst 16-jährigen Mozart (Sinfonie A-Dur KV 134) erklingt mit der g-Moll-Sinfonie von Anton Fils auch Musik eines badischen Komponisten: Fils wird heute zu Recht

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Telefon 07231-1841550 oder Fax 07231-1848861, E-mail: vb-event@ vbpf.de sowie an der Abendkasse ab 18.30 Uhr. Nach dem Konzert besteht die Möglichkeit, mit den Künstlern in der Werktagskirche ins Gespräch zu kommen. Weitere Termine, Daten, Geschichten und Geschichte aus Pforzheim und Region finden Sie im Internet unter: www.loebliche-singer-pforz heim.de Text: Claus Kuge


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Einer zerstrittenen Erbengemeinschaft vorbeugen Eine zerstrittene Erbengemeinschaft, die über viele Jahre ein Haus leer stehen lässt und sich über die notwendigen Reparaturen und Instandhaltungsmaßnahmen nicht einig wird, Kinder, die sich im Erbfall derartig zerstreiten, dass sie nur noch über Anwälte mit einander verkehren, aber auch Erben, die nicht die Zeit haben einen Nachlass vernünftig zu bewirtschaften, Minderjährige, die ein Vermögen erben, und es, sobald sie volljährig sind, durchbringen, all das sind Fälle, die ein Erblasser vorhersehen kann und in denen er vorbeugen kann und sollte. Hier ist eine Testamentsvollstreckung eine gute Möglichkeit, sicherzustellen, dass der unter Mühen erwirtschaftete Nachlass im Erbfall nicht sinnlos vergeudet wird. Was ist ein Testamentsvollstrecker? Der Testamentsvollstrecker ist eine Person, die sich der Erblasser bereits zu Lebzeiten aussucht und die im Erbfall dafür zuständig ist, den Nachlass im Sinne des Erblassers zu regeln. Eine Anordnung nach dem Tod des Erblassers ist nicht mehr möglich. Wer kann Testamentsvollstrecker werden? Der Erblasser kann sich für jede Person entscheiden, der er zutraut, die von ihm gesetzte Aufgabe zu erfüllen. Testamentsvollstrecker kann ein „Profi“ also ein Rechtsanwalt, Notar oder Steuerberater sein, ebenso wie ein Verwandter, Bekannter oder jemand aus dem Freundeskreis. Bei einer Erbengemeinschaft kann der Erblasser sogar einen der Miterben zum Testamentsvollstrecker benennen und damit sicherstellen, dass dieser innerhalb der Erbengemeinschaft eine durchsetzungsfähige Position erhält. Welches können die Aufgaben des Testamentsvollstreckers sein? Aufgabe kann es zum Beispiel sein, für eine zerstrittene Erbengemein-

schaft den gesamten Nachlass abzuwickeln und an die Erben so wie im Testament vorgesehen den Erlös auszukehren. Der Testamentsvollstrecker kann nur dafür zuständig sein, ein bestimmtes Grundstück umschreiben zu lassen für einen Erben, der Schwierigkeiten hätte, sich bei Ämtern und Behörden zurecht zu finden. In wieder einem anderen Fall ist der Testamentsvollstrecker z.B. eingesetzt, um für einen minderjährigen Erben bis zum Erreichen von dessen 23. Lebensjahres den Nachlass zu verwalten, also bis der Erbe in die Verantwortung hineingewachsen ist. Es kann aber auch eine lebenslange Testamentsvollstreckung sein, weil z.B. für einen Behinderten über ein Behindertentestament der Lebensstandard gesichert werden soll. In den meisten Fällen wird sich der Testamentsvollstrecker auch um die Erbschaftsteuererklärung kümmern müssen. Letztendlich ist es jedoch der Erblasser, der im Testament regelt, welche Aufgaben der Testamentsvollstrecker zu erledigen hat. Wer überprüft den Testamentsvollstrecker? Der Erbe ist derjenige, der überprüft, ob der Testamentsvollstrecker sich korrekt verhält. Wichtigstes Instrument dazu ist das Nachlassverzeichnis, das der Testamentsvollstrecker zur Information für den Erben aufzustellen hat. Ist der Erbe der Überzeugung, dass der Testamentsvollstrecker nicht korrekt arbeitet, kann er über das Nachlassgericht die Ablösung des Testamentsvollstreckers beantragen.

Bürgerlichen Gesetzbuch nur eine vage Vorstellung geregelt, nämlich, dass der Testamentsvollstrecker „die übliche Vergütung“ erhält. Hierzu gibt es inzwischen diverse Abrechnungsansätze, die vom Wert des Nachlasses abhängen und der Aufgabe des Testamentsvollstreckers. Die Abwicklung eines Nachlasses wird anders vergütet, als die dauerhafte Verwaltung eines Nachlasses. Der Erblasser kann aber auch eigene Vorstellungen zur Vergütung in das Testament aufnehmen und z.B. Stundensätze, eine Pauschale oder auch einen Prozentsatz vom Nachlass als Vergütung festlegen. Eine sehr gängige Abrechnungsmethode ist der Vorschlag des Bundesnotarvereins zur Vergütung von Testamentsvollstreckern. Danach ist die Vergütung gestaffelt und beträgt z.B. bei einem Nachlasswert von bis zu 250.000 EUR 4% des Nachlasses, wobei ein höherer Nachlasswert auch gleichzeitig zu einem geringeren Vergütungsprozentsatz führt. Die oben angeführten „Profis“ erhalten zusätzlich noch die Umsatzsteuer vergütet, die an das Finanzamt abzuführen ist.

Rechtsanwältin Isabel Hutter-Vortisch

Wer sollte Testamentsvollstreckung anordnen? Jeder Erblasser, der meint, dass seine Erben mit dem Nachlass, aus welchen Gründen auch immer, nicht gut zurecht kommen.

Was kostet eine Testamentsvollstreckung? Dieses ist die häufigste Frage, die sich im Zusammenhang mit einer Testamentsvollstreckung stellt. Der Gesetzgeber hat im

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Aktivitäten &

Gerda Görnemann 1. Vorsitzende

Herta La Delfa 2. Vorsitzende

Die Gruppe des Seniorentheaters Pforzheim.

NACHRUF

INFORMATIONSZENTRUM FÜR SENIOREN UND IHREN ANGEHÖRIGEN Der Kreisseniorenrat Enzkreis Stadt Pforzheim ist ein Informationszentrum für ältere Menschen. Er arbeitet in Kooperation mit dem Landesseniorenrat und der Bundesarbeitsgemeinschaft der Seniorenorganisationen (BAGSO) und zahlreichen örtlichen Einrichtungen, die auf dem Gebiet der Altenarbeit tätig sind. Er vermittelt Hilfe im Alter und fördert die Meinungsbildung und den Erfahrungsaustausch auf dem sozialen, wirtschaftliche, kulturellen, politischen und gesellschaftspolitischen Gebiet. Der KSR ist parteipolitisch und weltanschaulich neutral. In der zentral gelegenen Ge-

schäftsstelle steht ein Büroteam für Auskünfte, Informationen und Beratungen zur Verfügung. Die geschulten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter arbeiten ehrenamtlich.

Das Spektrum der Angebote ist: Beratungen, Begleitungen im Bereich „altersgerechtes Wohnen“, Patientenverfügungen, PC-Schnupperkurse für Senioren, vielseitige Vorträge und vieles mehr. Der KSR führt Ausstellungen und ein jährliches Sterntreffen durch, er vermittelt im Rahmen der Freiwilligen Agentur ehrenamtliche Arbeiten in sozialen Einrichtungen. Er prüft Geschäfte und vergibt Auszeichnungen für „seniorenfreundlichen Service“. An jedem zweiten Mittwoch im Monat steht ein Kinobesuch in Pforzheim auf dem Programm SENIOREN-THEATERGRUPPE „EULEN-SPIEL“ Das jüngste Kind in der Aktivitätenkette des KSR ist die Senioren-Theatergruppe „Eulen-Spiel“. In Zusammenarbeit mit dem Kulturhaus Osterfeld und unterstützt von der Ursula-Meissner-Stiftung und der Firma Witzenmann haben fünf weibliche und drei männliche „Eulenspieler“ unter der Leitung von Bärbel Gerstenäcker ihre erste Probezeit absolviert. Premiere ihres ersten Stückes „EulenSpiel“ ist im Studio des Kulturhauses Osterfeld am 9.6.11, um 19.00 Uhr. Am 5. Mai, um 16.30 Uhr, werden sich die „Eulen“ erstmalig im Programm der Veranstal-

Wir trauern um Dr. rer. nat. URSULA MAYER. Sie verstarb am 12.01.2011

1928 wurde sie in Pforzheim geboren. An der Universität in Tübingen studierte sie Physik, erwarb 1954 das Diplom mit „sehr gut“. Den Grad „Doktor der Naturwissenschaften“ erlangte sie 1957 in den Fächern Physik, Astronomie, und Physiologische Chemie. Sie rüstete mehrere astronomische Forschungsexpeditionen aus, baute 1961 mit Kollegen in Südafrika ein Feldobservatorium auf, führte dort astronomische Messungen durch und organisierte eine eigene Arbeitsgruppe zur Erforschung der Grundlage der ultraweichen Röntgenstrahlen. 1970 wechselte sie zur Industrie und 1990 trat sie in den Ruhestand. Seit 1996 war sie im Vorstand des KSR und wurde 1998 erste Vorsitzende. Schon frühzeitig setzte sie sich tatkräftig, verantwortungsbewusst und richtung weisend für eine erfolgreiche Entwicklung in eine neue Zeit der Seniorenarbeit ein.

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tung „Senioren schaffen Schönes“ des KSR vorstellen. Es ist ein Spiel um die Namensgebung der Gruppe – ein Symbol der Weisheit, der Klugheit, der Geduld aber auch der Dämonie. Man darf gespannt sein.

Die Gitarrengruppe: Ökomenischer Gitarrenkreis Bilfingen SENIOREN SCHAFFEN SCHÖNES Goldenes Pforzheimer SechstageEvent für Senioren: Verkaufsausstellung vom 2. – 7. Mai im Volksbankhaus. Seit über 30 Jahren veranstaltet der Kreisseniorenrat unter diesem Thema eine Ausstellung, in der Senioren aus Pforzheim und dem Enzkreis ihre Kreativität und ihre Kunstfertigkeit unter Beweis stellen. Die diesjährigen Ausstellung im VolksbankHaus wird am Montag, dem 2. Mai, um 10.00 Uhr, eröffnet. 40 Aussteller zeigen eine Woche lang ihre fantasiereiche Vielseitigkeit. Begleitet wird diese Verkaufsausstellung von zahlreichen musikalischen Darbietungen und einer Reihe interessanter Vorträge und Aktivitäten. Und rund um die Besucherzeit sorgt ein Kaffee- und Kuchen-Service, unterstützt von Schülern der Gustav-Heinemann-Schule, der Fachschule für Altenpflege und der Fachschule für Altenpflegehilfen Siloah für das leibliche Wohl. Der Erlös aus einer Tombola mit 300 Gewinnen geht als Spende an „Herzenswünsche e.V.“ – Wunscherfüllung schwer- und todkranker Kinder – und die Gustav-HeinemannSchule der Außenstellen Dennach und Pfinzweiler.


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Veranstaltungen FRAG PFORZHEIM-ENZKREIS Der Altersdurchschnitt der Ehrenamtlichen, die im letzten Jahr von der Freiwilligen Agentur (FRAG) vermittelt wurden beträgt 47 Jahre. Und das bei einer Altersspanne der Freiwilligen von 15 bis 84. Nicht sehr viele der FRAG-Kunden sind „frischgebackene Rentner“, also aus der Gruppe der Bevölkerung, die „endlich Zeit hat“. Sicher – auf manche wartet im Anschluss an den Beruf schon eine Aufgabe im „Unternehmen Familie“: Betreuung der Enkel oder Kümmern um pflegebedürftige Eltern. Aber das ist ja nicht immer so. Viele Rentner wollen – insbesondere in der ersten Phase des Ruhestandes – endlich frei und ungebunden sei. Der Reiz der großen Freiheit. Aber es gibt auch diejenigen, die trotz Hobbys Bedenken haben, nach der Pensionierung in ein Loch zu fallen. Die Vorstellung, nicht mehr gebraucht zu werden oder die ganze Zeit zu Hause zu sitzen, gefällt ihnen gar nicht. Sie wollen sich für andere engagieren, etwas Sinnvolles tun – vielleicht auch etwas ganz anderes als im Beruf – Neuland betreten. Zu ihnen gehört Werner Raab. Vor etwas mehr als zwei Jahren kam er zur Freiwilligen Agentur und hat in der FRAG-Broschüre ein Angebot des CVJM gefunden. In der Nachkriegszeit war das für ihn als Jungendlicher eine wichtige Anlaufstelle. In der Ausschreibung wurde jemand gesucht, der gerne mit Jugendlichen Kontakt hat und handwerkliche Fähigkeiten mitbringt. Die Freiwilligen Agentur hat den Kontakt zu der Einrichtung hergestellt. Herr Raab hat sich die Sache angeschaut und ist seither Mittwochund Donnerstagabend im Schlossbergzentrum tätig. Die Einrichtung wurde inzwischen vom Stadtjugendring übernommen und nennt

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FÜR ALLE VERANSTALTUNGEN SIND RECHTZEITIGE ANMELDUNGEN ERFORDERLICH! Geschäftsstelle Kreisseniorenrat Pforzheim Enzkreis e.V. • Ebersteinstr. 25 (Ecke Salierstraße), 75177 Pforzheim • Tel. 0 72 31/3 27 98 oder Fax 0 72 31/35 77 08 • E-Mail: info@kreisseniorenrat-pf.de

sich „Internationaler Jugendtreff Innenstadt“. Mit Werner Raab’s CVJM von einst ist das nicht vergleichbar. Bei den Jugendlichen handelt es sich überwiegend um junge Männer mit Migrationshintergrund, die wenig Freizeitmöglichkeiten haben bzw. sie aus finanziellen Gründen nicht wahrnehmen können. Anfangs war Werner Raab für die handwerklichen Dinge zuständig: anfallende Renovierungs- und Instandhaltungsarbeiten und natürlich Reparaturen, z. B. wenn der Tischkicker defekt ist. Inzwischen hat sich sein Tätigkeitsfeld erweitert. Er ist zu einem Teammitglied geworden und beaufsichtigt u.a. auch Brettspiele und Tischfußball. Über die Aktivitäten gilt es Kontakt und Vertrauen zu den Jugendlichen aufzubauen. Was bewertet er als Erfolg seiner Tätigkeit? „Wenn eine gewisse Annäherung gelingt und eine Vertrauensbasis entsteht. Wenn die Jugendlichen meine Haltung respektieren und etwas annehmen.“ Und um das zu erreichen, muss man schon auch einstecken können, muss Geduld haben, sollte neugierig aufnehmen, was es alles gibt und wie sich die Jugendlichen artikulieren. Letztendlich möchte er die Jugendlichen weiterbringen, so dass sie sich unserer Gesellschaft annähern und nicht ausgegrenzt bleiben. Die Jugendlichen sehen Werner Raab als wichtigen Bestandteil des Jugendtreffs. Für Mahmud (15 Jahre) gehört er zu den „korrekten Leuten“, das heißt er ist in Ordnung, wird respektiert und ein guter Rat von ihm wird gerne angenommen. Mahmud kommt dreimal die Woche in den Jugendtreff. Das ist besser als auf der Straße „abzuhängen“. Er wünscht sich gute Freunde, mit denen man Spaß in der Freizeit haben kann. Beim Billard, Tischfußball und

sonstigen Spielen, beim gemeinsamen Kochen und anschließendem Essen. Dass Mahmud diese Möglichkeiten im Jugendtreff geboten werden, verdankt er auch dem ehrenamtlichen Engagement von Werner Raab. Die pädagogische Leiterin des Jugendtreffs, Sabine Pfisterer, kann dies nur bestätigen. Sie schätzt ihn als zuverlässigen Partner. „In schwierigen Zeiten, als krankheitsbedingte Ausfälle und Personalwechsel zusammengekommen sind, wäre es hier ohne Werner gar nicht weitergegangen.“ Sabine Pfisterer und Werner Raab sind ein gutes Team. Im Gespräch mit den beiden macht sich dies sofort bemerkbar. Und so wünscht man sich die Zusammenarbeit von Hauptamtlichen und Ehrenamtlichen.

Bärbel Grötzinger

Katharina Krings, VHS; Bärbel Grötzinger, KSR und Renate Poignée, VHS.

Aus dem Angebot der Freiwilligen Agentur hat sich Werner Raab sicher nicht die einfachste Aufgabe ausgesucht. Aber ihm gefällt sie. Das Angebot an ehrenamtlichen Tätigkeiten ist breit gefächert, und das Team der FRAG ist überzeugt, für (fast) alle, die sich ehrenamtlich engagieren wollen, etwas Passendes zu finden. Bei Interesse erhalten Sie gerne weitere Infos von Bärbel Grötzinger beim Kreisseniorenrat (Tel. 0 72 313 27 98) und Renate Poignée bei der Volkshochschule (Tel. 0 72 3138 00 16).

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Aktivitäten & Veranstaltungen

Margarete Janßen

SENIORENFREUNDLICHER SERVICE Zertifizierungs-Aktion Die Aktion erfolgt in Zusammenarbeit mit der IHK Nordschwarzwald, dem WSP Citymarketing, der Handwerkskammer Karlsruhe und der Altershilfe Stadt Pforzheim. Ziel der Zertifizierung ist es, die Bedürfnisse älterer Menschen verstärkt zu berücksichtigen und seniorengerecht Lösungen, Produkte und Dienstleistungen zu aktivieren. Bei Erfüllung der anhand einer Liste vorgegebenen Kriterien erhalten die Geschäfte das Prädikat „Seniorenfreundlicher Service“, das für den Kunden sichtbar im Geschäft platziert ist. Nach Ablauf von zwei Jahren erfolgt eine Überprüfung der Auflagen und gegebenenfalls Fortführung der Zertifizierung. Bisher erhielten 25 Geschäfte des Enzkreises und der Stadt Pforzheim diese Auszeichnung. Am 30.07. erhielten weitere zehn Einrichtungen in Pforzheim und im Enzkreis das begehrte Zertifikat für ihre Qualifikation in der Geschäftsstelle des KSR. DIE WOHNBERATUNG – EINE WICHTIGE INSTITUTION FÜR ÄLTERE UND/ODER BEHINDERTE MENSCHEN

Andrea Überall-Schulze

Dieter Müller, Architekt

Wohnen ohne Hindernisse Die Fachabteilung „Wohnberatung“ im Kreisseniorenrat Enzkreis Stadt Pforzheim ist eine kompetente Informationszentrale für Wohnen ohne Hindernisse. Uns ist bekannt, wie lebenswichtig ein bedürfnisgerechtes Wohnungsumfeld für das Wohlbefinden der Menschen ist. Und wir wissen, dass bei auftretenden körperlichen Behinderungen durch Unfall oder Alter Anpassungen im Wohnbereich notwendig werden.

Roland Hübner, Amtsleiter des Sozialamts Enzkreis, überbrachte die Grüße von Landrat Karl Röckinger und Oberbürgermeister Pforzheim Gert Hager und überreichte zusammen mit Margarete Janssen, verantwortlich im KSR für die Aktion, die Zertifikate und Plaketten. Frank Schneider, Oberbürgermeister der Stadt Mühlacker, nahm die Auszeichnung für seine Stadtverwaltung persönlich entgegen.

Ausgezeichnet wurden: • Pforzheim: Reformhaus Eden, Central-Apotheke, Braun, Orthopädie und Schuhtechnik; • Mühlacker: Metzgerei Lindner, Stadtverwaltung, Allianz Versicherungen, Stadtwerke EDEKA, Apotheke am Bahnhof; • Wimsheim: Söhnle, Uhren und Schmuck

NACHRUF Wir trauern um Studiendirektor CONRAD WEILER Er verstarb am 31.01.2011. Conrad Weiler wurde 1927 in Karlsruhe geboren. In Heidelberg und Tübingen studierte er Fremdsprachen, ging im internationalen Lehrer- und SchülerAustausch mehrere Jahre nach Schottland und USA und war von 1961 – 1991 Studienrat, dann Direktor des Korntaler Gymnasiums. Im Rahmen seiner engagierten Jugendarbeit war er Vorsitzender des Kreisjugendrings, Vorstand der Landesakademie für Jugendbildung und entwickelte Konzepte für internationale Zusammenarbeit. Nach seinem Ausscheiden 1993 widmete er sich den Seniorenfragen, wurde Vorstandsmitglied und Schriftführer des KSR. Sein Taufspruch prägte sein Leben und sein Handeln gegenüber all denen, die ihn kannten und mit ihm arbeiteten: „Ich will Dich segnen, und Du sollst ein Segen sein.“

Hier hat es sich der Kreisseniorenrat mit seinen Mitarbeitern der Fachabteilung „Wohnraumanpassung“ zur Aufgabe gemacht, gemeinsam mit den Betroffenen Lösungen zu finden, die ein Verbleiben in den gewohnten eigenen vier Wänden gewährleisten. Wirtschaftliche und örtliche Gegebenheiten werden hierbei eine beachtliche Rolle spielen. Nutzen Sie die Gelegenheit dieser wertneutralen Information, Beratung, Betreuung und Ausführung durch geschulte und fachkompetente Ansprechpartner für Altenpflege. Das Beratungsteam wird unterstützt von berufserfahrenen Architekten im Bereich des barrierefreien Bauens .

Ziele der Wohnraumanpassung sind: • eine selbstständige Lebensführung zu erhalten • die häusliche Pflege zu ermöglichen bzw. zu erleichtern • den Umzug in ein Heim zu vermeiden bzw. hinaus zu zögern Kreisseniorenrat – Wohnberatung Enzkreis – Stadt Pforzheim e.V. Beratung und Informationszentrum für Senioren Ebersteinstr. 25, 75177 Pforzheim Tel. 0 72 31/35 77 14 wohnberatung@kreisseniorenrat-pf.de

Öffnungszeiten: Montag bis Freitag 10 – 12 Uhr oder nach Terminvereinbarung


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AOK Nordschwarzwald informiert:

AOK erweitert Pflegeheimnavigator um „Risikofaktoren“

Nutzer werden aufgefordert genau hinzuschauen

Ab sofort können Nutzer beim AOKPflegeheimnavigator im Internet alle Bewertungen von 709 Einrichtungen mit einem Transparenzbericht des Medizinischen Dienstes der Krankenkassen (MDK) – auch bekannt als „Pflegenoten“ – nach Risikofaktoren sortieren. „Diese Risikofaktoren beziehen sich auf die Pflege des Heimbewohners und zeigen so auf den ersten Blick, wie es um die Pflegequalität im ausgewählten Heim steht“, erklärt Christian Kratzke von der AOK-Bezirksdirektion Nordschwarzwald. Bisher sei zwischen Pflegeheimen und den Pflegekassen vereinbart, dass alle Aspekte der Qualität in

Pflegeheimen gleich gewichtet werden. „Dies hat zur Folge, dass ein Heim eine sehr gute Gesamtnote haben kann, obwohl einzelne Noten in lebenswichtigen Bereichen schlechter ausfallen. Dem wirkt die AOK mit der neuen Sortierung nach Risikofaktoren, die je nach Wunsch auf- oder absteigend angezeigt werden können, entgegen“, erklärt Christian Kratzke. Trotz diesem neuen Service sei die Überarbeitung der Pflegenoten durch den MDK dringend notwendig. „Die Einführung der Pflegenoten war grundsätzlich positiv zu bewerten, da der Versicherte damit erstmals durch standardisierte Fra-

Wie finde ich mein Heim? Viele Ratsuchende kommen mit dieser Frage in die Geschäftsstelle des Kreissenorenrats. Es sind die Suchenden selbst oder aber die Angehörigen, die eine Betreuung nicht übernehmen können und eine Lösung suchen. Bevor es um die Qualität der Einrichtung geht, ist es wichtig, den bevorzugten Wohnsitz zu klären. Und nun gibt es viele Kataloge, Broschüren, Zusammenstellungen – aber das allein ist nicht ausreichend, um einen Überblick über die Gesamtleistungen der einzelnen Einrichtungen zu erhalten. Aus diesem Grund ist auch die Benotung der differenzierten Leistungen wichtig für eine notwendige Transparenz und die diesbezügliche Aktivität der AOK begrüßenswert. Durch die laufende Veränderung im Bereich der Strukturen, Bedürfnisse und Vorstellungen im Senioren-Betreuungs- und Pflegebereich ist eine Flexibilität der Angebote erforderlich. Hinzu kommt, dass sich bereits heute ein nicht ausreichendes Angebot an Pflegekräften bemerkbar macht. Darüberhinaus erfordert die zunehmende Zahl an Demenzpatienten eine völlig neue Gestaltung der Wohnbereiche. Es sind also viele Wandlungen, die eine außerordentliche Flexibilität im Aufgabengebiet der Seniorenbetreuung erfordern.

gestellungen eine gewisse Transparenz über die Qualität von Pflegeheimen erhält. Dennoch sind wir mit der derzeitigen Bewertungssystematik nicht zufrieden. Hier müssen schnellstmöglich Nachbesserungen erfolgen, beispielsweise in der Berechnungssystematik der Gesamtnote, in die bisher keine Risikokriterien einfließen. Mit den Risikofaktoren als neues Suchinstrument versuchen wir diesen Missstand auszugleichen, fordern aber dennoch eine grundlegende Neugewichtung“, so Kratzke. Den AOK-Pflegeheimnavigator gibt es im Internet unter: www.aokpflegeheimnavigator.de

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Die AOK Nordschwarzwald rät, sich bei der Auswahl eines Pflegeheimes im Internet nicht auf die Gesamtnote zu konzentrieren, sondern sich die Einzelbewertungen genau anzusehen.

Beste Qualität für Ihre Gesundheit: Mit AOKCuraplan bieten wir Ihnen umfassende ärztliche Betreuung und Begleitung sowie die persönliche Beratung durch unsere AOK-Ansprechpartner. Damit Sie besser mit Ihrer Erkrankung zurechtkommen und mehr Lebensqualität gewinnen – bei Diabetes mellitus 1 und 2, Asthma, COPD, koronaren Herzkrankheiten oder Brustkrebs.

AOK – Die Gesundheitskasse Nordschwarzwald Zerrennerstraße 49 75172 Pforzheim Info-Telefon 07441 9328415 www.dmp-aok.de

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Die Apotheke – Wegweiser Im April 2007 trat das Wettbewerbstärkungsgesetz für die gesetzliche Krankenversicherung in Kraft. Seitdem werden Patienten, Apotheker und Ärzte vermehrt mit den sogenannten Rabattverträgen konfrontiert.

Markus Wieschollek, Apotheker, Filialleiter der Center-Apotheke Wilferdinger Höhe Foto: Thomas Zigann

Bild rechts: Überblick verloren? Foto: © Rainer Sturm, PIXELIO

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Ein „Rabattvertrag“ bedeutet, dass ihre Krankenkasse bei Bezug ihres Arzneimittels aus der Apotheke vom Hersteller einen Rabatt in unterschiedlicher Höhe erhält. Immer mehr Arzneimittel unterliegen diesen Rabattverträgen. Die meisten Patienten dürften seither mit den Rabattverträgen in Kontakt gekommen sein, nicht immer ging dieser Kontakt ohne Probleme vonstatten. Manch einer fühlte sich nur unzureichend von seiner Krankenkasse informiert oder musste in der Apotheke längere Wartezeiten in Kauf nehmen. Die Umsetzung dieser Verträge hat nämlich einen enormen zeitlichen Beratungsaufwand in den Apotheken erforderlich gemacht. Oft ist es dennoch so, dass man als Patient sein gewohntes Arzneimittel nicht mehr erhält, weil die eigene Krankenkasse einen Vertrag mit einem anderen, für sie günstigeren, Hersteller geschlossen hat. Wir in der Apotheke sind verpflichtet, diese Verträge zu beachten, ansonsten

mindest der Geldbeutel entlastet. In jedem Fall ist zu sagen, dass Sie uns gerne bei jeder Frage, die Sie zu diesen komplizierten Verträgen haben, kontaktieren können, wir geben gerne Auskunft. Weitere Fragen beantworte ich natürlich bei unserem Diskussionsvortrag am 5. Mai im Volksbankhaus, zu dem Sie herzlich eingeladen sind.

erstattet uns die Krankenkasse die Kosten für das Arzneimittel nicht. Wie meistens gibt es natürlich auch hier Ausnahmen: Setzt der Arzt im Rezeptformular ein Kreuz im „ Autidem-Feld“ ist der Rabattvertrag ausgehebelt. Dann erhält der Patient genau das vom Arzt verschriebene Medikament. Ebenso ist es im Notdienst oder wenn pharmazeutische Bedenken gegen das rabattierte Arzneimittel sprechen. Dies ist z.B. bei Arzneimitteln der Fall, wo die Verarbeitung des Wirkstoffs, die sog.

ERNÄHRUNG BEI ARTHROSE Arthrose betrifft nicht nur alte Menschen – obwohl die Wahrscheinlichkeit mit fortschreitendem Alter steigt. Neben einer erblich bedingten Veranlagung sind es jedoch auch Faktoren wie eine ungesunde Lebensführung und schlechte Ernährung, die Arthrose zu einer Volkskrankheit gemacht haben.

Galenik, großen Einfluss auf die Wirkung hat. Beispiele hierfür sind Betäubungsmittel oder Antiepileptika. Es ist also manchmal auch eine Einzelfallentscheidung, welches Mittel abgegeben werden darf. Für einige Patienten können sich auch durchaus positive Aspekte des Gesetzes ergeben: teilweise sind die Rabattarzneimittel von der gesetzlichen Zuzahlung befreit; so ist zu-

Falsche Ernährung: Arthrose durch Übersäuerung Ein großer Faktor bei der Entstehung von Arthrose ist ungesunde Ernährung. Dadurch entsteht schnell eine Übersäuerung (Azidose). Als Folge lagern sich sogenannte Schlacken an den Gelenken ab. Beim Versuch diese wieder auszuscheiden entstehen schmerzhafte Entzündungen der Gelenke. Zusätzlich


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geht der Körper an eigene Mineralien-Reserven, wenn diese dem Körper nicht ausreichend durch eine abwechslungsreiche Ernährung zugeführt werden. Durch den dauerhaften Mangel an Mineralien kann kein neuer Knorpel aufgebaut werden. Eine basische Ernährung ist deshalb wichtig, um die Übersäuerung zu stoppen. Auch kann z.B. die Omega-3-Fettsäure Entzündungen hemmen und somit Arthrose-Symptome lindern. Durch gesunde Ernährung Arthrose lindern Lebensmittel wie Obst, Salate, Gemüse, Kartoffeln, Naturreis, Dinkel, Magermilchprodukte und Kaltwasserfische wie Tintenfisch, Forelle, Ka-

beljau, Heilbutt oder auch Austern, werden bei Arthrose besonders empfohlen. Hirse soll zur Regeneration der Knorpelmasse beitragen. Zudem sollten Sie nur kaltgepresste Öle wie Olivenöl, Walnussöl, Sesamöl, Distelöl oder Rapsöl verwenden. Zur Entsäuerung eignen sich basischer Kräutertee oder Teemischungen aus Fenchel, Süßholz, Kümmel, Anis oder Maisbart. Alternativ verkaufen Apotheken fertiges Pulver verschiedener Hersteller. Eine entzündungshemmende Wirkung hat grüner Tee, der damit Arthrose-Schmerzen lindern kann. Diese Wirkung wird noch durch eine Beigabe von Zitrone verstärkt. Da auch freie Radikale im Verdacht stehen, an den Entzündungsprozessen einer Arthrose

Foto: Thomas Zigann

im Arzneimitteldschungel

beteiligt zu sein, empfiehlt sich ein Vitamin A, Vitamin E und Vitamin C haltiger Speiseplan. Auch Selen und Kupfer dürfen nicht fehlen.

Wolfgang Reichert, Fachapotheker für Offizinpharmazie, ist seit 1980 selbstständiger Apotheker in Pforzheim.


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Prof. Dr. Ulrike Krenzlin

Orientalismus und Europa

Prof. Dr. Ulrike Krenzlin

Duplizität der Ereignisse. Gerade als in München die große Schau „Orientalismus in Europa“ eröffnet wurde, geriet die arabische Welt in Bewegung, zuerst in Ägypten, anschließend in Libyen. Ungewollt rückte auch die Kunst dieser Länder ins Zentrum des Interesses. Wie ein Lauffeuer hatte sich das Aufbegehren der Menschen in Ägypten ausgebreitet. Ihm folgte der Sturz ihres Machthabers. Rasch schlug das Feuer über nach Libyen. Die Gnadenlosigkeit dieser Kämpfe mit vielen Menschenopfern ist ohne Auseinandersetzung mit den europäischen Staaten kaum zu verstehen. Sind doch Gesellschaftsmodelle, Wissenschaft und Künste ursprünglich aus dem Orient nach Europa gelangt, nicht umgekehrt. Prozesse gegenseitiger Einflussnahme verliefen in der Folge selten friedlich. Mit schwankender Intensität durchflechten sie die Jahrhunderte. Denn die Interessen unterliegen Tradition und Kultur des Christentums und des Islams. Erwartet wird von uns Verständnis für die aktuellen Aufbrüche im Vorderen Orient als Ausdruck dafür, dass die Menschen neue Wege in ihre eigene Zukunft suchen. Doch Verständnis aufzubringen verlangt Kenntnis der Geschichte beider Kulturen. Auseinandersetzungen zwischen Europa und dem Orient haben ihre Geschichte. Arabische Wissenschaft und Kultur waren Europa um Jahrhunderte voraus. Lebendige Begegnung von Menschen aus beiden Kulturen fand jedoch nur in Spanien statt, das seit 711 – über siebenhundert Jahre hinweg – von Arabern erobert war und erst 1492 durch die Reconquista befreit worden ist. Arabisches Wissen, in den christlichen Klöstern bewahrt und vervielfältigt, gelangte von Spanien aus an die höfischen Eliten. Zum Ersten Kreuzzug rief Papst Urban II. im Jahr 1095 auf, um die vom Islam eroberten Heiligen Stätten in Jerusalem zu befreien. Denn Jerusalem gilt als Hauptstadt der Christenheit. Diese Kämpfe um Jerusalem haben in den nachfolgenden Jahrhunderten die Kunstwelt zu herausragenden Gestaltungen angeregt. Das „Rolandslied“ um 1100, Ludovico Ariosts „Rasender Roland“ und Torquato Tassos „Das Befreite Jerusalem“ sind diejenigen Versepen, die Dichtern, Musikern und Künstlern bis Ende des 18. Jahrhunderts ihre Stoffe lieferten. Diese Geschichten ha-

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ben kaum noch etwas mit den blutigen Ereignissen der historischen Kreuzzüge selbst zu tun. Liebe, Erotik, Verführung liefern den Stoff, aus dem die schönsten Liebesgeschichten der Weltkunst gesponnen sind. Die christlichen Helden Rolando, Tancredi und Ruggero vergaßen ihre Kampfgelübde rasch, wenn es um schöne muslimische Frauen ging wie Angelica, Erminia und Clorinde oder um die trügerische Heidin Armida, die fast alle christlichen Ritter zu Fall brachte. Diese Kreuzritter kümmerten sich weniger um den heiligen Krieg, ausgiebig aber um Liebesschmerz, Verrat und Ehre. Das Beherrschen der arabischen Sprache unter Christen war Voraussetzung für ihre Abenteuer in muslimischen Lagern. Liebesabenteuer werden auch in der arabischen Welt gern erzählt. Von Indien sind die Geschichten nach Persien gelangt, um 800 ins Arabische übersetzt unter dem Titel Geschichten aus „Tausendundeiner Nacht“, „Aladin und die Wunderlampe“, der „Kleine Muck“ auf seinem fliegenden Teppich haben unser Bild vom Orient tief geprägt.

Abb.1 Armida. Oper von Chr. Willibald Gluck in der Inszenierung von Calixto Bieito, zurzeit an der Komischen Oper Berlin. Behandelt wird in Quinaults Libretto nur die Geschichte der muslimischen Verführerin Armida aus dem 4. Gesang von Tassos „Befreitem Jerusalem“. Nach ihrem Sieg über das christliche Heer gerät Armida dennoch ins Unglück wegen ihrer entbrannten Liebe zum Feind Rinaldo. Der Katalane Bieito macht aus seiner Inszenierung ein Spiel erotischer Obsessionen, die alte Vorstellungen von exzessiver orientalischer Erotik in jeder Hinsicht überbieten. Foto: © David Baltzer


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Vergangenheit und Gegenwart

Ägyptomanie Den Belagerungen von Wien durch das Osmanische Weltreich in den Jahren 1529 und 1683, die Europa in Panik versetzt haben, folgen Phasen, in denen orientalische Moden, Kaffeekultur und Lebensweise geradezu als Narkotika auf Europa gewirkt haben. Auslöser der modernen Orientforschung war die „Expedition nach Ägypten“. Napoleon brach am 1. Juli 1798 in das Land am Nil auf. Ihm folgen 160 Fachleuten, darunter Orientalisten, Geographen, Zoologen, Künstler, die dem Kunstkenner Vivant Denon unterstanden. Später entzifferte Champollion am Stein von Rossillon Hieroglyphen. In der Folge entstehen vielbändige Hauptwerke über Geschichte und Geographie Ägyptens (Abb. 2). Seither besuchen Künstler berühmte Orte aus dem Alten Testament als Touristen. Der biblische „Auszug Israels aus Ägypten“ und „Joseph und seine Brüder“ erscheinen nunmehr vor realitätsnahen Kulissen. Sie erhalten eine bis dahin unbekannte Echtheit des Ortes sowie eine theatrale Dramatik. Ein Monumentalwerk

dieses Genres ist Poynters „Isarael in Ägypten“. Die Detailkenntnis beobachtete der Künstler bei Errichtung des Suezkanals, der am 17. November 1869 eingeweiht worden ist. Diesem Ereignis sind außerordentliche Kunstwerke gewidmet. Sultane und Serails Mit dem Riesengemälde (Abb. 3) „Tod des Sardanapal“ von 1828 (Louvre) trieb Eugène Delacroix Aus-

einandersetzungen mit dem Orient auf die Spitze. Er erfand ein spektakuläres Thema. Sardanapal hatte Babylon vor einem Griechenüberfall verteidigt. Jedoch überschwemmte danach der Euphrat die Stadt sintflutgleich. Der König bestimmte den Ablauf seines Todes. Der Legende nach soll er in seiner Todesstunde ein Massaker am Personenkreis des Inneren Palastbezirks, dem Harem, verübt haben. Hauptfrauen und Lieblingspferde werden von Eunuchen

Abb. 2. Israel in Ägypten. 1867. Edward Poynter. Öl/Lw. 137,2 x 317,5 cm. London. Guildhall Art Gallery.

Abb.3. Der Tod des Sardanapal. 1844. Eugène Delacroix. 73,7 x 82,4 cm. Philadelphia. The Philadelphia Museum of Art. The Henry P. McIIhenny Collection. Variante des Originals von 1828.

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Prof. Dr. Ulrike Krenzlin · Fortsetzung

Orientalismus und Europa vor des Herrschers Augen getötet. Diese Darstellung führte im Pariser Salon zu einem Skandal. Die französische Öffentlichkeit verstand das Großmassaker im Bild als Diffamierung asiatischer Herrschertraditionen und boykotierte es. Der Künstler geriet in eine Existenzkrise.

Abb. 4. Der Traum des Eunuchen. 1874. Jean Lecomte du Nouy. Öl/Holz. 39,3 x 65,4 cm. Cleveland, The Cleveland Museum of Art. Gift Mrs. Noah Butkin

Harem (haram), … … benennt den von Eunuchen bewachten Innenbezirk eines Serails. Vom 16. bis 19. Jh. erreichten Sultanspaläste ihre Blüte. Bestimmt ist der Harem ausschließlich für angehörige Frauen und unmündige Kinder eines Sultans oder muslimischer

Würdenträger. Der Harem diente dem Erhalt dynastischer Erbfolge, war damit notwendiges Instrument Osmanischer Reichspolitik. Polygamie gehörte zur festen Tradition muslimischer Oberschichten. Leben und sexuelle Vergnügen im Harem folgen strengem Regelwerk und Hierarchien. Die Ausbildungsund Vorbereitungszeit einer Konkubine dauerte 18 Monate, nachdem sie vom Sultan als Sklavin persönlich dafür bestimmt war. Schönheit galt nicht als ihr einziger Vorzug. Gefordert waren intellektuelle Fähigkeiten, Absolvierung eines Ausbildungsprogramms ähnlich dem

der europäischen Prinzenerziehung. Die sexuelle Beziehung zum Sultan währte nur bis zu ihrer Schwangerschaft. Zur Entbindung und Kindeserziehung kehrte die Konkubine zum Alt-Serail zurück. Danach widmete sie sich der Erziehung des Kindes. An der Spitze eines Serails steht die Sultansmutter (Valide). In der europäischen Literatur und Kunst wird der Harem, den Unbefugte niemals betreten haben, jedoch als ein Ort phantastischer Männerträume geschildert, an dem der Sultan und sein Personal tagein tagaus der Liebe mit beliebig vielen Frauen frei und ungehemmt pflegen

Zur Revision des europäischen Blickes auf den Orient fordert die große in Frankreich erarbeitete Bonner Ausstellung auf „Napoleon und Europa – Traum und Trauma“. Atemberaubend ist die Neubeurteilung Napoleon Bonapartes. Sie überzeugt, weil Napoleon in seinem Widerspruch zwischen Faszination und Abscheu vor Augen geführt wird. Nicht übersehen werden kann, dass die „Ägypten-Expedition“ am Anfang jener Neuordnung Europas stand, in dem wir heute leben.

Gefahren für den Sultanspalast sind offenbar auch nachts gering. Denn sein Wächter, ein Eunuch, kann abschalten und sich mit offenen Kleidern auf einem Teppichlager lümmeln, neben sich ein Tischleindeckdich. Der aufsteigende weiße Rauch aus seiner Pfeife (Tschibuk) formt das vom Haschisch erzeugte lang andauernde Traumbild der Geliebten Zélide. Doch schwebt mit ihr ein Cherub mit Messer im Arm herbei, mit diesem wurde an Cosrou die Kastration vollzogen. Diesem Werk liegen nicht etwa Beobachtungen vor Ort zugrunde, sondern die „Persischen Briefe“, ein Briefroman, 1721 anonym erschienen, sofort verboten, brachte er Charles de Montesquieu Weltruhm. Nouys Szene behandelt den 53. Brief, in dem Zélide, eine Harems Sklavin, ihrem Briefpartner Usbek von den Vorzügen einer möglichen Heirat mit dem Weißen Eunuchen Cosrou schwärmt.

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Napoleon und Europa. Traum und Trauma. Gebundenes Buch, Pappband mit Schutzumschlag, 384 Seiten, ISBN: 9783-7913-5088-2, Prestel-Verlag, € 39,95


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Vergangenheit und Gegenwart konnte. Der Begriff ist in der Kunst unscharf geblieben wegen der Geheimnisse, die ihn aus Mangel an Schriftquellen umgeben. In „Der Entführung aus dem Serail“ führte Mozart das Thema 1782 beispielgebend in die deutsche Oper ein. Sie hat sich seither auf den Bühnen der Welt gehalten. Calixto Bieito, brachte in der Komischen Oper Berlin auch eine aufsehenerregende Deutung heraus. In ihr wird der Harem mit einem Bordell nach europäischem Muster geschildert. Diese Inszenierung schockierte wie Delacroix’ Sardanapal-Skandal von 1828. Eunuchen Kastration von Männern, entweder durch Früh- (vor der Pubertät) oder Spätkastration (an 20- bis 25jährigen), die zum Verlust der Mannbarkeit führte, gab es in allen Kulturen. Im Osmanischen Reich blieb Verlust der Zeugungskraft vor allem an die Erwartung gebunden, in Eunuchen ein zuverlässiges Führungspersonal zu haben als Hüter der Frauen im Sultanspalast. Eunuchen leiteten den Unterricht und überwachten die Körperpflege der Frauen im Harem, außerdem oblag ihnen die Geschäftsführung. Das Personal bestand aus Schwarzen und Weißen Eunuchen. Allen Eunuchen eines Serails stand ein Oberster Eunuch vor. Er verfügte über außerordentliche Vollmachten. Odalisken (osmanisch Gemach, Zimmer) sind im Osmanischen Reich Bedienstete der Haremsfrauen in einem Serail. Sie unterstehen der Sultansmutter (Valide), werden aber als Konkubinen auch dem Sultan zugeführt. Für Odalisken bevorzugte man Sklavinnen aus Georgien. Sofern die Wahl des Sultans auf eine ausgebildete Sklavin fiel, stand ihr eine große Karriere bevor (Abb. 5).

vre ist in der Malerei des 19. Jahrhunderts nicht mehr überboten worden. Das 19. Jahrhundert entdeckte Vorlieben für weitere Themen aus der arabischen Welt. So führte die Mischung aus arabischer und spanischer Kultur in Südspanien zum Mudèjar-Stil.

Abb. 5. Die weiße Sklavin. 1888. Jean Lecomte du Nouy. Öl/Lw. 149,5 x 118,3 cm. Nantes, Musée des Beaux-Arts. Foto: RMN/ Gérard Blot

Abb. 6. Die kleine Badende. 1826. Jean-Auguste Dominique Ingres. Öl/Lw. 32,7 x 25,1 cm. Washington, The Philips Collection

Abb. 5: Die porzellanweiße entblößte Rückenpartie dieser jungen rothaarigen Konkubine wirkt erotisierend. Sie raucht eine HaschischZigarette, gerät in Rausch. So empfindet sie das Leben im Harem als andauerndes Fest. Der Genuß von Reis, Getränken, Datteln und Früchten verkürzt ihr stundenlanges Warten auf sexuelle Erfüllung. Auf wen wartet sie denn? Die Dargestellte befriedigt Phantasien vom Innenbezirk eines Harems, wie es in den Phantasien des europäischen Mannes lebte.

Mit der Wirklichkeit haben diese Bilder kaum etwas zu tun. Da der Harem Unbefugten grundsätzlich verschlossen war sind die Phantasien von Sex und Lust ins schier Unermessliche gewachsen. Jean-Auguste Ingres (Abb.6), Frankreichs größter romantischer Klassizist, gehört zu denjenigen, die weder Ägypten, noch andere Regionen des Osmanischen Reichs bereist haben. Doch angeregt durch die immense Ausbeute, die Napoleons Ägyptenfeldzug 1798 mit sich brachte, öffnet er eines seiner Lieblingsthemen, den weiblichen Akt, bereits 1808 mit „Der Großen Badenden von Valpincon“ (Louvre) der arabischen Exotik. Mit „Der Großen Odaliske“ von 1814 begründet er seinen Ruhm. Fortan variierte Ingres seine Badenden im Türkischen Bad (Hammam) über viele Jahrzehnte. Das Türkische Bad von 1863 im Lou-

Kathedralen und Paläste wie die Alhambra in Granada zeugen von dieser großen Vergangenheit. Mauresken, zum Christentum konvertierte Araber, brachten die arabische Tanzkunst nach Europa. Halluzinationen und ihre Folgen werden in Wort und Bild gestaltet. Entdeckt wurde Ägypten als das Land der Pyramiden, der Wüste und ihrer Gefahren. Es begannen die Morgenlandfahrten in den Orient. Dieser Aufbruch in Kunst, Literatur und Musik, gehört heute zum Weltkulturerbe. AUSSTELLUNG: Orientalismus in Europa – von Delacroix bis Kandinsky. Vom 28. Januar bis 1. Mai 2011 in München. Kunsthalle der Hypo-Kulturstiftung. Katalog: Hg. Roger Diederen, Davy Depelchin. Hirmer Verlag. Darin alle 150 Exponate aus Weltmuseen in Farbe. Euro 39,90

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Das Schmuckmuseum Pforzheim informiert:

Georg Dobler

Schmuck 1980 bis 2010

Foto © Georg Dobler

Brosche: Silber, Plexiglas, Spinelle, 2009 Privatsammlung, Helsinki

umsleiterin Cornelie Holzach. Das älteste Stück, eine Brosche aus Stahl und lackiertem Neusilber stammt aus dem Jahr 1982, als Georg Dobler

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Brosche: Naturabguss Käfer, Gold, Lemoncitrin, 2005

Inspirationsquelle für ihn. In seinem Schmuck, für den er z.B. Stahldraht verwandte, spiegelt sich dies im strengen Aufbau und der Verwendung eindeutiger Farben wider. Ab dem Jahr 1986 änderte er seinen Kurs, und Naturformen tauchen auf. Dieser neue Ansatz war nicht unumstritten. Er fiel in eine Zeit, da man gerade erst angefangen hatte darüber zu diskutieren, wie »schön« Schmuck sein dürfe. In seinen neue-

Foto © Georg Dobler

Brosche: Naturabguss Reben, Silber, 1990

sten Arbeiten kehrt Dobler, der sich selbst als Strukturen- und Formensammler bezeichnet, wieder zu abstrakten Kompositionen zurück. Begleitend zu der Ausstellung, die schon in Hamburg und noch in Hanau und Bielefeld zu sehen sein wird, ist ein Katalog mit dem gleichen Titel erschienen, der für 39,80 € im Museumsshop und Buchhandel erhältlich ist. Brosche: Naturabguss Äste, Silber, 1990

Foto © Georg Dobler

In der Sammlung des Schmuckmuseums Pforzheim sind insgesamt 17 Stücke aus seinen unterschiedlichen Schaffensphasen vertreten. »Diese im Rahmen einer Einzelausstellung in ihrer Fülle zeigen zu können und damit die Bedeutung Doblers für die Schmuckkunst zum Ausdruck zu bringen, ist mir ein besonderes Anliegen«, erläutert Muse-

Foto © Rüdiger Flöter

Brosche: Naturabguss Ast, Silber, Koralle, 2009

gerade erst drei Jahre als Schmuckgestalter tätig war. Denn nach seiner Ausbildung an der Berufsfachschule in Pforzheim hatte er zunächst als klassischer Juweliersgoldschmied gearbeitet. Davon hatte er sich 1979 losgesagt – zu einer Zeit, da Avantgardeschmuck nicht en vogue war - und sich intensiv mit dem Konstruktivismus auseinandergesetzt. Außerdem war die Architektur Berlins

Foto © Georg Dobler

Foto © Georg Dobler

Geometrie und florale Elemente zeichnen den Schmuck Georg Doblers aus. Vielfach glänzen den Betrachter Schwarzchrom oder oxidierte Silberoberflächen in irisierendem Schwarz an. Während der Schmuckkünstler anfangs streng geometrisch arbeitete, finden sich ab Mitte der 1980er Jahre organische Elemente in seinen Schmuckstücken, beispielsweise in Form von Abgüssen von Ast- oder Rankenwerk. Sie sind einerseits nah an der Natur, andererseits verfremdet – und entstehen zu einer Zeit, als das Stichwort »Naturalismus« out ist. Gerade das aber machte Dobler zum Vorreiter für andere. Heutige Arbeiten sind eine Symbiose der verschiedenen Elemente seiner Schaffenszeit. Die Ausstellung, die vom 8. April bis zum 26. Juni im Schmuckmuseum Pforzheim zu sehen ist, zeigt das Oevre Doblers von den frühen 1980er Jahren bis heute.


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Neues aus den Schmuckwelten Pforzheim:

Sonderverkaufsaktion Majolika in der Galerie Schmuck und Design Seit ihrer Gründung am 4. Januar 1801, zählt die Majolika-Manufaktur in Karlsruhe zu den international künstlerisch führenden Keramikmanufakturen und ist heute die einzige ihrer Art.

Die Pforzheimer Schmuckwelten starten im Rahmen einer Sonderaktion vom 1. bis zum 30. April eine außergewöhnliche Osterüberraschung. Eine besondere Auswahl von Majolika-Arbeiten kann im Rahmen eines

Sonderverkaufs in dieser Zeit mit einer Preisreduzierung von 30% erworben werden. Man sollte sich diese außergewöhnliche Möglichkeit nicht entgehen lassen. Eine umfangreiche und vielsei-

tige Auswahl ist in der Galerie zu finden. Vom Jugendstil bis heute ist Majolika ein Markenzeichen für Kunst und Keramik, und prominente Künstler führten die Manufaktur zu internationalem Ansehen.

250 Gäste erleben buntes Geburtstagsprogramm in den SCHMUCKWELTEN Seit nun einem Jahr begeistert der neue Souvenir- und Markenshop in der SCHMUCKWELTEN-Mall die Besucher. Zur Einweihung waren Einwohner der Region aufgerufen, dem Shop einen Namen zu geben. Den ersten Geburtstag nutzte der Geschäftsführer Michael Buck zur Bekanntgabe des Gewinners. Die Jury entschied sich für den Namen „Goldrichtig“ und belohnte Brigitte Ilg mit einer Fahrt im Heißluftballon. Fünf weitere Teilnehmer durften sich noch über Preise freuen, bevor die

Gäste auf Entdeckungsreise durch die SCHMUCKWELTEN gingen. Führungen in der Mineralien- und Erlebniswelt, der Besuch des Sparkassenturms, Fahrten mit dem Goldliner oder der Besuch der neu eingerichteten Schmuckmanufaktur erweckten bei kleinen und großen Besuchern das Interesse für Gold, Edelsteine und Schmuck. Am Ende des Tages sah man überall nur strahlende und zufriedene Gesichter – in den SCHMUCKWELTEN waren die Besucher an diesem Samstag einfach „goldrichtig“.

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Mit feinen Edelmetallfarben und ihrer Leuchtkraft schreiben unsere Ringe Designgeschichte.

2011 Spannender Streifzug durch Material-Innovationen: 950 Platin/750 Gelbgold und Trio mit 750 RosĂŠgold.

1979 Scheinbar schwebend und doch sicher gehalten: Präsentation des ersten Diamant-Spannringes der Marke Bunz.


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2011 Sanft und schwungvoll: Ringe aus 950 Platin, 750 Gelbgold, 750 RosĂŠgold. Mit brillanten Akzenten oder pur.

BUNZDESIGN GmbH Bunzallee 75335 Dobel Telefon (07083) 92 28 0 Fax (07083) 43 38 info@bunz.de www.bunz.de


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Die Handwerksinnung Pforzheim informiert:

Haute Couture

Modenschau der Innung

Die neue Saison beginnt, und man orientiert sich. Welche Farben, welche Stoffen welche Linien werden das Modebild bestimmen. Am 18. März zeigten die Ateliers in und um Pforzheim in der Schalterhalle der Sparkasse, was sie zu diesem Thema zu sagen haben. Red Carpet/Mode und Design Akademie für Kommunikation in BW 

„Marakesch“: Atelier Piaskowy-Otto

Atelier Bettina Piaskowy-Otto 

Romantisches Landleben: Danielle Christiansen

„Frühling“: Atelier Piaskowy-Otto

„Plastique phantastique“ – Mode und Design Akademie für Kommunikation in BW

Fünf Ateliers – Günther, Christiansen, Mehner, Piaskovy-Otto und Winter – präsentierten ihre neuen Modelle in ihrer individuellen Handschrift. Die Palette reicht von romantisch verspielt über das sportliche Freizeitoutfit bis zur klassischen Eleganz.

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für das Bekleidungshandwerk Hosenanzüge für den besonderen Abend, Atelier Hildegard Günther

Brautkleid, Atelier Hildegard Günther

„Golden Ladies“: Atelier Piaskowy-Otto

Berta Benz im Autodress: Atelier Hildegard Günther

Mode und Design Akademie für Kommunikation in BW 

Die kräftigen Farben und die Wollkombinationen geben erste Signale für die kühlere Jahreszeit. Der Frühling zeigt sich mit zarter Baumwolle und überbordend-wallenden Tüllstoffen. Coco Chanel findet sich im SchwarzWeiß und Maritim, der Orient in

grafisch großartigem Stoffdesign, und das sommerlich-ländliche Outfit weckt Feriengefühle. Besonders witzig und spannend die Gestaltung der Kunststoffmodelle der Akademie für Kommunikation in Baden-Württemberg Mode und Design. Im Unterschied

zu all den Modeangeboten in ihren interschiedlichen und vielfältigen „Formulierungen“ kann „Frau“ sich bei diesen Designern der Modenschau ihre „Couture“, ihr einmaliges und individuelles Outfit arbeiten lassen.

Baden-Württemberg feiert 125 Jahre Automobil

Wir sind dabei! Kfz-Innung Pforzheim-Enkreis Das Kfz-Handwerk mit seinen Meisterfachbetrieben ist ein starker Wirtschaftsfaktor unserer Region. Wir sorgen für Mobilität – damals – heute – und auch in Zukunft.

MOTORISSIMO www.audole.de

DAS FEST DES AUTOMOBILS

FR 24.– SO 26. JUNI 2011


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Kanebo Cosmetics stellt vor:

– eine Spätestens dann, wenn die Natur ihren Winterschlaf beendet hat und die Wälder,Wiesen und Felder ihr erstes Frühlingskleid anlegen, spätestens dann ist es an der Zeit, den Frühjahrsputz in die Planung einzubeziehen. Sicher ist es wichtig, das Umfeld diesem reinigenden Ordnungsprinzip zu unterwerfen. Aber nicht weniger wichtig ist es, mit dieser reinigenden, feuchtigkeitsspendenden und pflegenden Notwendigkeit unsere Haut, unser Gesicht, unseren Körper zu verwöhnen und zu pflegen. Aus diesem Grund werden wir Ihnen nachfolgend eine erste Information über die Neuheiten der SENSAI-Kosmetik und deren Anwendung und Wirkung übermitteln. REINIGUNGSMASKE: »SILK PEELING MASK« Auf Knopfdruck erfüllt dieses Reinigungsgenie drei Aufgaben in einem Schritt. • als Tiefenreinigung • als Reinigungsmaske • als Feinschliff-Peeling Mit zwei aktiven Wirkstoffen: • Concentrated Aqua Fit Enzyme: Dieser patentierte Wirkstoff von Kanebo basiert auf 20 Jahren Forschung in der Enzym-Technologie. Die Enzyme entfernen effektiv Unreinheiten und verhornte Hautzellen und tragen diese sanft und gründlich ab. • Silk Scrub: Feine, locker miteinander verbundene SeidenpuderPartikel lösen sich durch eine leichte Massage auf der Haut auf. Dadurch werden auch Poren verstopfende Unreinheiten und überschüssiger Talg mühelos und tiefenwirksam entfernt. Beide Wirkstoffe agieren ohne mechanische Reizung und hinterlassen im Handumdrehen ein feines, glattes, frisches und ebenmäßiges Hautbild ohne lästige Rückstände von Peeling-Partikeln.

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Die einzigartige Seiden-Technologie: • Mild Silk Formulation: Diese luxuriöse Formel besteht aus mehr als 40 Prozent Feuchtigkeit spendenden Seidenpeptiden und Pflanzenextrakten. Ihre Reinigungs-Ak-

tivität basiert auf Aminosäuren, welche die Haut unter Bewahrung ihres natürlichen Hydrolipidfilms reinigen. Gleichzeitig spenden Seidenpeptide der Haut intensive Feuchtigkeit. Dieses einzigartige Wirkstoff-Duo verleiht SILK PEELING MASK neben der perfekten Reinigung auch ein außergewöhnlich wohltuendes Hautgefühl. Sie wird auf die von Make-up gereinigte, gut angefeuchtete Haut aufgetragen und leicht einmassiert. Danach eine Minute einwirken lassen und den Geist entspannen. Das Reinigungsgenie verrichtet seine Aufgaben ganz selbstständig. Anschließend abspülen. Dadurch werden verhornte Zellen und Schmutzrückstände mühelos entfernt. Der Teint erhält eine frische Ausstrahlung und die Haut ist optimal auf folgende Pflegeprodukte vorbereitet. Für jeden Hauttyp geeignet. Ideal auch für Männer. FALTENREPARATUR MIT: »SENSAI CELLULAR PERFORMANCE WRINKLE REPAIR COLLAGENERGY« Der beste Start in den neuen Tag ist ein gesundes Frühstück. Es holt uns aus dem morgendlichen Tief, versorgt uns mit ausreichend Energie und macht uns leistungsfähig. Gut gefrühstückt ist halb gewonnen. Warum nur halb? Weil nicht nur unser Körper und Geist morgens ,in den Seilen hängen’ können, sondern auch unsere Haut. Sie ist mit ihrer Leistungsfähigkeit zu dieser Zeit auf einem Tiefpunkt. Ihre Temperatur und Mikrozirkulation laufen auf niedrigstem Niveau, der morgendliche Blick in den Spiegel ist ein häufiger Beweis. Aufgeweckt! Hier kommt das Power-Frühstück für die Haut: • Weckt die Hautzellen, um ihre träge Leistungsphase am Morgen


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kosmetische Kostbarkeit •

rasch zu überwinden und dadurch ein höheres Leistungsniveau herzustellen. Kehrt den täglichen Biorhythmus der Haut um und steigert die Quantität und Qualität des Kollagens von innen heraus. Wirkt als Weichzeichner durch die hauteigene Aufpolsterung tieferer Falten von innen heraus und lässt sie sofort frischer, intensiv geglättet und makellos erscheinen. Belebt jeden Morgen Geist und Sinne mit dem erfrischenden ‚Refresh Aroma’. Schützt die Haut tagsüber vor äußeren Stressfaktoren und lichtbedingter Hautalterung mit SPF 20.

Das Energie-Frühstück für die Haut: die Wirkstoffe – »STAR FRUIT LEAF COMPLEX« Bei uns bekannt als ‚Sternfrucht’ oder ‚Karambole’ ist diese exotische Frucht auf den Okinawa-Inseln beheimatet. Ihr Fruchtfleisch enthält einen hohen Anteil an Ballaststoffen sowie Kalium. Zusätzlich gilt die Sternfrucht als kraftvolles Antioxidans. Diese Frucht erfüllt hier zwei Trägerfunktionen: • Die Anregung der Hautzellen am Morgen und somit die Reaktivierung der Kollagenproduzierenden Fibroblasten. So kommen die Hautzellen schnell auf Touren und nehmen ihre tägliche Arbeit auf. • Zusätzlich bietet Star Fruit Leaf Extract eine außergewöhnliche, kontinuierliche antioxidative Wirkung und hilft, die natürliche Frische und Qualität des Kollagens zu bewahren.

Moon Peach Leaf Extract und CPX Vital Extract: Moon Peach Leaf Extract (auch bekannt als Muschelingwerextrakt) und CPX Vital Extract (enthalten in allen SENSAI CELLULAR PERFORMANCE Linien) fördern gemeinsam den Abbau von verhärtetem Kollagen, beschleunigen die hauteigene Kollagenbildung und aktivieren die Erneuerung der Fibroblastenzellen. So werden selbst tiefe Falten von innen heraus aufgepolstert. Diese kombinierte Wirkungsweise aller Aktivstoffe macht die Hautzellen während des gesamtenTages leistungsfähiger und zugleich resistenter gegen äußere Stressfaktoren. Die Sinne essen mit Sie werden gleich doppelt verwöhnt durch die einzigartige Textur mit dem verheißungsvollen Namen: Awakening Formula. Diese milchige Formulierung mit seidiger, erfrischender Konsistenz, wird während des Auftragens transparent und sofort von der Haut aufgenommen. Sie bildet eine glatte, gleichmäßige Oberfläche und ist die perfekte Make-up-Unterlage. Für frischen Schwung sorgt das Refresh Aroma Eine köstliche Komposition aus holzigen Noten an der Basis, münden in florale Kopfnoten und vertreiben die letzten Anflüge von Müdigkeit durch fruchtige, zitrusartige Kopfnoten. Die stimulierende Wirkung des Refresh Aromas ist wissenschaftlich nachgewiesen. Aktivierung der Hyaluron-Synthese und damit die Aktivierung des Feuchtigkeitsgehaltes in allen Hautschichten, während die Oberfläche permanent mit Feuchtigkeit versorgt wird.

GETÖNTE TAGESCREME: »HYDRACHANGE TINTED GEL CREAM« Weniger als eine Foundation und mehr als Sie erwarten! Und mehr können wir hier auch nicht erzählen. Wählen Sie Ihren Farbton und lassen Sie sich von einer schimmernden, zart getönten Haut und der Perfektion Ihres Teints überraschen! Das ‚Sahne- oder Mousse au Chocolat-Häubchen’ von dem wir zu Beginn gesprochen haben, liegt in einer völlig neuen, exklusiven wasserbasierenden Gel-Formulierung mit geschmeidiger Textur und einem zart getönten Finish. Das Rezept dieser besonderen Gel-Formulierung beruht auf zwei exklusiven SENSAI Technologien: Silky Fibre Drop und Hydra Sphere Technology. Silky Fibre Drop Eine besondere Polymer-Technologie sorgt für eine besonders flexible Textur und setzt so auf der Haut Feuchtigkeit frei. Die elastische Textur ermöglicht eine besonders leichte Verteilbarkeit und ein frisches Hautgefühl. Hydra Sphere Technology Feuchthaltende Substanzen auf Wasserbasis umhüllen Pigmente in unterschiedlichen Farbtönen um die Feuchtigkeit spendende Wirkung zu verstärken. Sie bilden die einzigartigen ‚Moisture-coated Pigments’ von SENSAI, welche eine gleichmäßige Verteilung der Farbpigmente gewährleisten und eine natürlich wirkende Tönung erzielen.

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Die Sparkasse Pforzheim Calw informiert:

Kampf dem Datenklau:

Jetzt auf chipTAN umsteigen! Schützen Sie sich vor Datenklau und entscheiden Sie sich für ein besonders sicheres Online-BankingVerfahren mit dem neuen chipTAN der Sparkasse Pforzheim Calw. Das bringt Ihnen die gleichen Vorteile wie ein Programm-Update auf Ihrem Rechner: es erhöht die Sicherheit beim OnlineBanking und bietet zusätzlichen Komfort. Dank des handlichen TAN-Generators

brauchen Sie keine Nummern mehr zu suchen und durch die Kontrollfunktion schützen Sie sich wirksam vor Angriffen durch Phishing oder Banking-Trojaner. Die aktuellen Trojaner werden tech-

kömmlichen TAN von der Papierliste geben Sie in diesem Fall sogar selbst die manipulierte Überweisung frei. Immer mehr Kunden der Sparkasse Pforzheim Calw steigen auf das neue chipTAN-Verfahren um. Die TAN wird hier aus Bestandteilen des OnlineBanking-Auftrags im Chip der SparkassenCard berechnet und dann im TAN-Generator angezeigt. Auf dem Display sehen Sie dann vor Freigabe einer Überweisung Teile der Transaktionsdaten (z. B. Betrag und Kontonummer des Empfängers). Beim oben beschriebenen Trojanerangriff zeigt der Generator Ihnen also die gefälschten Daten in Klarschrift an. Damit verhindern Sie wirksam Betrugsversuche zu Lasten Ihres Kontos. Ihre Vorteile auf einen Blick: • Sicheres Online-Banking • Einfache Erzeugung von TANs. • Schutz vor Phishing und Trojanern • Papier-TAN-Liste und mühsames Abstreichen verbrauchter TANs entfällt • Keine Software- oder Hardwareinstallation notwendig • Der mobile TAN-Generator passt in jede Hosentasche Den TAN-Generator erhalten Sie zum Selbstkostenpreis von 9,90 Euro in jeder Sparkassen-Geschäftsstelle. Eine geringe Investition, die sich mehr als lohnt. Mehr zu chipTAN im Internet unter www.sparkasse-pforzheim-calw.de/ chiptan.

nisch immer ausgereifter und greifen massiv das iTANVerfahren an. Wurde Ihr PC mit einem solchen Trojaner infiziert, können sogenannte Echtzeit-Manipulationen stattfinden. Das heißt, Sie sehen auf dem Monitor z.B. die Originalüberweisung, im Hintergrund läuft aber eine völlig andere Überweisung an einen anderen Empfänger. Mit einer her-

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INFO: Als Trojaner bezeichnet man ein Computerprogramm, das als nützliche Anwendung getarnt oder über Schwachstellen in Programmen (z.B. Browsern) ohne Wissen des Anwenders im Hintergrund eine unerwünschte oder schädliche Funktion ausüben.


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Expertentipp: Die

richtige Vermögensstruktur – der Schlüssel zu Ihrem Anlageerfolg!

Wir blicken auf ein spannendes Jahr 2010 zurück. Einerseits beherrscht durch die Nachwirkungen der Finanzkrise sowie der Schuldenkrise der Euro-Staaten, andererseits gelang es der Konjunktur, die Weichen in Richtung Aufschwung zu stellen. Dieser Aufschwung wird besonders durch eine gute konjunkturelle Lage in Deutschland angeführt. Dank starker Exportzahlen ist die deutsche Wirtschaft im zweiten Halbjahr 2010 kräftig gewachsen. Deshalb bleibt Deutschland auch nach der Krise die Konjunktur-Loko-

motive Europas. Auch dieses Jahr bleibt die Spannung erhalten. Beispielsweise wird das Thema Inflation 2011 wieder eine gewichtigere Rolle spielen. Gerade jetzt kommt es auf die Mischung Ihrer Anlagen an. Die Kunst der optimalen Vermögensstrukturierung ist dabei der erste Schritt, eine intelligente Kombination aus Liquidität, Renten, Immobilien, Aktien, Rohstoffen und Währungen zu finden. Nutzen Sie ein persönli-

Machen Sie mit: Energiesparen lohnt sich! Spätestens seit der Klimawandel weltweit für Furore sorgt, sind Windräder, Sonnenkollektoren oder gute Wärmedämmungen ein beherrschendes Thema. Solche neuen Technologien nutzen nicht nur der Umwelt, sondern letztlich auch dem Geldbeutel, denn immerhin 40% des europäischen Energieverbrauchs könnten mit verbesserter Technik ohne Abstriche am Komfort eingespart werden. Auch die Sparkasse Pforzheim Calw ist sich seit langem ihrer Verantwortung bewusst und widmet sich verstärkt umweltrelevanten Themen. So wurden z.B. durch neue, verbrauchsärmere Geräte und automatisches Abschalten im Ruhezustand bei Geldautomaten, Kontoauszugsdruckern und sämtlichen ITArbeitsplätzen 50 Tonnen Kohlendioxidausstoß eingespart. Das entspricht einer Emissionsmenge, die bei 130 Mallorca-Flügen für zwei Personen entsteht. Auch bei den eigenen Immobilien des flächendeckenden Geschäftsstellennetzes werden bei Neu- bzw. Umbauten Ressourcen wie Material und Energie

so effizient wie möglich eingesetzt bzw. auf erneuerbare Energien umgestellt. Neben solchen Maßnahmen in eigener Sache gibt es noch eine Fülle von Angeboten, von denen energiebewusste Kunden profitieren können. Hier eine Auswahl: + Eine Geldanlage, mit der nachhaltig wirksame Projekte in der Region finanziert bzw. unterstützt werden (der Schwerpunkt liegt dabei im ethischen, sozialen und ökologischen Bereich) + Der günstige Energiespar-Kredit für die energetische Sanierung bzw. Modernisierung Ihrer vier Wände + Die Neu-Auflage des Wettbewerbs „Energiesparer des Jahres“ für alle, die eine energetische Maßnahme in 2011 vorgenommen haben: mitmachen und gewinnen + Neu im Internet: die EnergieSparkasse mit vielen guten Tipps zum Thema. www.sparkasse-pforzheimcalw.de/privatkunden/energiesparkasse

ches Strukturierungsgespräch, um Ihr Vermögen anhand veränderter Rahmenbedingungen bestmöglich auszurichten. Unsere erfahrenen und kompetenten Anlageberater helfen Ihnen dabei, die passende Strategie zu entwickeln, die exakt Ihren Zielen, Wünschen und Ihrer persönlichen Situation entspricht.

Stefanie Schweizer Vermögensmanagement, Abteilungsleiterin

PS-Sparen und gewinnen: Auf Los geht’s los Tolle Kombination: regelmäßig sparen, gleichzeitig die Chance auf hohe Bargeldgewinne und Gutes tun! Schon mit fünf Euro pro PS-Los der Sparkasse Pforzheim Calw sind Sie dabei, vier Euro gehen auf Ihr Sparkonto, ein Euro ist Ihr Gewinneinsatz. Natürlich können Sie so viele Lose kaufen, wie Sie wollen. Ihre Gewinnchancen steigen Los für Los, denn jeden Monat gibt es eine Auslosung mit Bargeldpreisen bis 10 000 Euro. Wenn Sie zwölf Mal mitgemacht haben, bekommen Sie als Dankeschön eine 13. Chance bei der zusätzlichen Extra- Jahresauslosung mit besonders wertvollen Gewinnen. „PSSparen und Gewinnen“ ist gleichzeitig eine Lotterie, die Gutes tut, denn 25% des Spieleinsatzes werden für gemeinnützige oder soziale Zwecke in der Region gespendet und kommen so letztlich der Bevölkerung zugute. Ein Tipp: Sichern Sie sich Ihre Teilnahme an allen Auslosungen einfach per Dauerauftrag. Vielleicht wird ja eine Glückssträhne daraus… Mehr Infos unter www.sparkassepforzheim-calw.de

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• Bücher • Bücher • Bücher • Bücher Diogenes Verlag – „Bei den Brunettis zu Gast“ Rezepte von Roberta Pianaro und kulinarische Geschichten von Donna Leon Immer wieder wurde Roberta Pianaro von den Lesern ihrer Bücher gebeten, doch einmal ein Buch mit den Rezepten der herrlichen Gerichte zu schreiben, die in ihren Romanen ständige Begleiter im Kampf um das Verbrechen sind. Dieses Buch liegt jetzt vor. Es sind Rezepte, wie sie Paola in den Brunetti-Romanen kocht, aufgezeichnet von Donna Leons Freundin und Lieblingsköchin Roberta Pianaro. Eingeschleust – sozusagen als Zwischengang – sind sechs kulinarische Geschichten von Donna Leon. Schon beim ersten Durchblättern ist man gefangen von der Lust italienischer Tafelfreuden. Sie sagt: „Wenn es in meinen Büchern ums Essen geht, wird alles plötzlich langsamer, die Handlungen, die Charaktere beruhigen sich. Ich glaube, dass jeder am Tisch wieder Kind wird, man fühlt sich sicher, geborgen, redet freier, weil man mit vertrauten Menschen zusammensitzt.“ Ariston Verlag – Leo Martin: „Ich krieg Dich“ Menschen für sich gewinnen – Ein Exagent verrät die besten Strategien Geheimwaffe Vertrauen: Es ist ein Buch über die Kunst, Menschen an sich zu binden, geschrieben von einem Agenten, dessen Aufgabe es war, V-Männer aus dem Bereich der organisierten Kriminalität zu gewinnen, um an brisante Informationen zu gelangen. Wildfremde Menschen vertrauten ihm und verrieten ihm geheimstes Insiderwissen.

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Hier gibt er erstmals sein Erfolgsgeheimnis preis und verrät auf eindrucksvolle Weise, wie es uns allen ganz leicht gelingt, Kontakt aufzunehmen, Vertrauen zu gewinnen und andere von sich zu überzeugen. Hanser Literaturverlage – Elke Heidenreich: „Nero Corleone eine Katzengeschichte“; Illustriert von Quint Buchholz „Nero nennen sie den kleinen Kater auf dem Bauernhof in Italien, weil er ganz schwarz ist mit nur einer weißen Vorderpfote. Eine liebenswerte Geschichte und ein beliebter Bestseller. Heyne Verlag – Raimund H. Drommel: „Der Code des Bösen“ – die spektakulären Fälle des Sprachprofilers Die Sprache des Verbrechens wird entschlüsselt. Auch wenn der Täter Handschuhe trägt – sein sprachlicher Fingerabdruck verrät ihn. Eine junge Frau wird tot aufgefunden, doch ihr letzter Brief entlarvt den Mörder. Ein Industrieller wird verschleppt, aber das Erpresserschreiben wird den Entführern zum Verhängnis. Raimund H. Drommel ist Deutschlands renommierter Sprachprofiler. Erstmals erzählt er seine spektakulärsten Fälle aus 25 Jahren, gewährt Einblicke in seine Methoden und entschlüsselt den Code des Bösen.

Verlag Kiepenhauer & Witsch – Giovanni di Lorenzo, Axel Hacke: „Wofür stehst Du?“ Was in unserem Leben wichtig ist. Ein Plädoyer gegen die Gleichgültigkeit. Giovanni di Lorenzo und Axel Hacke haben zusammen ein ungewöhnliches Buch geschrieben. Sie stellen die große Frage nach den Werken, die für sie maßgeblich sind oder sein sollten. Zwei Freunde, nahezu gleichaltrig, stellen fest, dass sie sich in Jahrzehnten über vieles Private ausgetauscht haben, Leidenschaften, Ehen und Trennungen, Erfolge, Ängste und Todesfälle, dass aber eines zwischen ihnen seltsam unausgesprochen bleibt. An welche grundlegenden Werte glaubst du eigentlich, wenn es nicht um dich, sondern um uns alle geht? Was ist wirklich wichtig in diesem Land? Für welche Ziele der Gemeinschaft bist du bereit, dich einzusetzen? Kurz: Wofür stehst Du? Wir leben in Zeiten unübersehbaren Rückzugs ins Persönliche, einer verbissenen, ja verzweifelten Glückssuche im Privaten, der massenhaften Ablehnung gesellschaftlicher Verantwortung, in Zeiten von Missmut, Frust und Gemoser über den Staat. In diesem Buch versuchen die Autoren zu beschreiben, welche Werte sie für wichtig halten – und dies auf sehr ungewöhnlichen Wegen: nicht als abstrakter Tugendkatalog, sondern als eine Art Inventur bisheriger Lebensführung.


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Tauchen Sie ein in die faszinierende

Welt der Bücher Unsere Highlights Mai bis Juli 2011: Bücher gewinnen

Autoren treffen – bei Thalia!

Donna Leon: Bei den Brunettis zu Gast

Axel Hacke: Wofür stehst Du?

Diogenes

Kiepenheuer & Witsch

Freitag | 20. Mai 2011 | 12–13 Uhr Signierstunde mit

Donna Leon in unserer Buchhandlung • auf der Bühne im Obergeschoss • Einritt frei Foto: Cpoyright © Regine Mosimann / Diogenes Verlag

Elke Heidenreich: Nero Corleone kehrt zurück

Dienstag | 24. Mai 2011 | 20.15 Uhr

Leo Martin: Ich krieg dich

Hera Lind

Ariston

„Der Überraschungsmann“ © Susi Knoll

Hanser

Lady-Lounge-Veranstaltung in unserer Buchhandlung Einritt € 7,-

Mittwoch | 6. Juli 2011 | 20.15 Uhr

_________________________________________________________ Name _________________________________________________________

© Thomas Dashuber

Coupon ausfüllen und bis zum 31. Mai 2011 einsenden: Contact + Communication, Gerda Görnemann Lisztstraße 31, 76179 Pforzheim

Axel Hacke „Das Beste aus aller Welt und andere Texte“ in unserer Buchhandlung Einritt € 10,-

Straße _________________________________________________________ PLZ, Ort _________________________________________________________ Telefonnummer

TASCHENBUCHMARKT Do 26. – Sa 28. Mai 2011 vor unserer Buchhandlung

Thalia-Buchhandlung Westliche 27-29 75172 Pforzheim Tel.: 0 72 31 / 13 42-0 Fax: 0 72 31 / 13 42-15 thalia.pforzheim@thalia.de

Es entscheidet das Los. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Thalia-Mitarbeiter und deren Angehörige dürfen nicht teilnehmen.


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<

Der Pforzheimer

Die pflegeleichte Anonymität Wer trifft die Entscheidung? Die Betroffenen? Die Kinder? Welche Gründe spielen bei der Entscheidung eine Rolle? Die Angebote der Friedhöfe und der Bestatter sind im Laufe der Jahre vielfältiger geworden, haben sich den unterschiedlichen Wünschen und Gegebenheiten der Betroffenen angepasst. Im Rahmen der Möglichkeiten spielt das Thema Anonymität eine besondere Rolle. Der Verstorbene ist unauffindbar, der Ort seiner Ruhestätte wird zum Geheimnis, eine Begegnung mit ihm am Platz der letzten Wohnung ist nicht möglich.

Wer trifft die letztwillige Entscheidung? Auf jeden Fall sollte sie von den Betroffenen schon zu Lebzeiten festgelegt werden. Niemand spricht vorzeitig gern über dieses Thema. Aber man sollte es tun. Die Entscheidung für eine anonyme Bestattung wird nicht nur von Menschen getroffen, die einsam leben, keine Angehörige und Freunde mehr haben, für die der Besuch der Grab-

Thilo Meier, Pforzheimer Bestattungshaus GmbH.

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stelle als eine Begegnung auch nach dem Tod des Verstorbenen wichtig ist. Auch Eltern entscheiden sich für die Anonymität, weil sie den Kindern den Druck der Pflichterfüllung ersparen möchten, regelmäßig für die Grabpflege sorgen oder aber die Gedenkstätte besuchen zu müssen. Jedoch wird diese Entscheidung häufig ohne gemeinsame Absprache mit den Kindern getroffen.

Thilo Meier vom Pforzheimer Bestattungshaus kennt die Probleme, die sich hieraus ergeben. Der Besuch am Grab ist in vielen Fällen ein nicht unwesentlicher Bestandteil der Trauerarbeit. Das Grab wird zur Begegnungsstätte, zum Ort der gemeinsamen gedachten Gespräche mit den Verstorbenen. Und so kommen Angehörige in Unkenntnis der anonymen Platzierung oder aber auch in Unkenntnis der Notwendigkeit dieser Begegnung häufig zu ihm, um den anonymen Platz zu erfahren. Leider ist dies jedoch nicht möglich, denn das Gesetz bestimmt: Der letzte Wille des Verstorbenen ist über seinen Tod hinaus gültig.


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< Hauptfriedhof  BLUMEN-VOLLMER Sommerweg 21 75177 Pforzheim Tel. 0 72 31/31 47 68

 BLUMEN-KIEHNLE Hachelallee 3 75179 Pforzheim Tel. 0 72 31/31 34 55

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 FRIEDHOFSGÄRTNEREI HILLIGARDT Wolfsbergallee 53 75177 Pforzheim Tel. 0 72 31/10 69 18  GESTALTUNG IN STEIN ANDREAS MISSENHARDT STEINBILDHAUERMEISTER Ispringer Straße 40 75177 Pforzheim Tel. 0 72 31/31 38 78

 H. + W. ALBERT STEINBILDHAUERMEISTER Höhenstraße 58 – 60 75179 Pforzheim Tel. 0 72 31/44 16 64  STEINMETZ UND STEINBILDHAUERARBEITEN EUGEN MARTIN Inh. T. Schreiber · Bernhardstr.36 75177 Pforzheim Tel. 0 72 31/31 32 58  PFORZHEIMER BESTATTUNGSHAUS GMBH Ispringer Straße 42 75177 Pforzheim Tel. 0 72 31/1 54 23 00

IHRE BESTATTUNGSPARTNER IN DER REGION

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von A. L. Szalay

Rapaport Es ist keineswegs so, dass wir in Ungarn etwas nicht haben, was die Deutschen nicht haben. Nein, nein, so ist es nicht. Wir haben z.B. den „Bácsi“ und das „Árvalányhaj“. Der „Bácsi“ ist der Onkel ohne verwandtschaftliche Beziehung. So einer war der Rapaport in einer besonderen Ausführung. Er war ein kleiner, krummbeiniger orthodoxer Jude mit Bart, Schläfenlocken, auch Peies genannt, angezogen in Schwarz, meistens im Kaftan, die Kopfbedeckung war auch schwarz und bei Feiertagen, natürlich jüdischen, mit Pelzhut (Stramel). Er hat in der Mitte der Gemeinde, die sich im Übergang vom Dorf zur Stadt befand, einen „Mischkonzern“ in Miniaturform gehabt. Es war ein Schlauchgeschäft von der Form her, lang und schmal. Am Pult konnten die Kunden nur nebeneinander in einer Reihe stehen und das Kommen und Gehen, war mehr oder weniger für die Dünnen vorgesehen. Die Dicken und die vollbusigen Bäuerinnen mussten schon beim Überholen – in welcher Richtung auch immer – den Atem anhalten und Entschuldigung flüstern. Für uns Kinder war es besonders reizvoll, dass die Tür zum „Konzerneingang“ eine Klingel hatte. Man konnte die Tür ein bisschen öffnen, dann ein bisschen schließen und dann immer wieder, und es bimmelte die ganze Zeit, solange, wie der liebe Rapaport „Bácsi“ endlich den Tunichtgut bemerkt hatte und sagte: „Komm, dein Bonbon wartet schon auf dich!“ Das Bonbonräubern blieb natürlich in der Schule nicht unbemerkt, jetzt

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wollten alle ein Bonbon, sogar diejenigen, welche eigentlich in die andere Richtung nach Hause hätten gehen müssen. Was nun? Jeden Tag etwa 100 Bonbons zu verteilen, hätte den „Mischkonzern“ zum Konkurs geführt. Er, der Clevere – nicht nur die Schwaben sind clever, sondern auch die Juden, sogar die Orthodoxen – machte notgedrungen in der Ortschaft die erste Marketingarbeit. Er vereinbarte mit den Klassensprechern, dass jeden Monat jede Klasse einmal schön brav in Reihe stehend an der Bonbonverteilung teilnehmen kann, zusätzlich bekommt jedes Kind beim Einkauf jeweils 1 Bonbon. Damit hörte die nervtötende Bimmelei an der Tür auf. Außerdem, wo sollten die lieben Kinderchen einkaufen, wenn Mutter sie für Petroleum oder für Backpulver geschickt hat? Na wo? Natürlich bei dem Rapaport „Bácsi“! Das „Àrvalányhaj“ ist eine unnütze Pflanze, dünn, gelb etwa 20 – 30 cm lang und wuchs auf den Feldern wild herum. Es hieß, sie wuchs nur in Ungarn. Darauf waren wir stolz, warum, das wusste niemand. Das Wort „Àrvalányhaj“ ist wieder mal so ein Wort, das man nicht übersetzen, sondern nur umschreiben kann. Na eben so, wie bei dem Film: „Ich denke oft an Piroschka“ der Name der Bahnstation „Hódmezövásárhelykutasipuszta“. Ich dachte manchmal, dass die Ungarn ihre Sprache mit Absicht zur Uner-

lernbarkeit als Schutzwall gegen die Fremden gestaltet hätten. Falsch gedacht! Im Laufe der Geschichte kamen sie aus allen Himmelsrichtungen, manche friedlich und manche feindlich. Auch Herr Luther kam einmal und er sagte zu einem Dorfpfarrer, der ein Donauschwabendorf betreute: „Wenn Du schon hier bist, dann lerne die Sprache der Magyaren.“ Nun, er hatte es getan und schrieb fortan die schönsten Renaissanceerzählungen, natürlich in ungarischer Sprache. Damit war deren Zauber vorbei und die Aussage des großen Komponisten, Franz Liszt: „Diese Sprache ist nicht erlernbar!“ wurde nach einigen Sprachstunden widerlegt. Dafür hat er aber ungarische Rhapsodien komponiert. Nun, zu dieser berühmten Pflanze. Sie heißt zu deutsch „das Haar des Waisenmädchens“. Sie wurde gebraucht, wenn die Dorfburschen die gesundheitliche Eignungsprüfung zum Militär bestanden hatten. Dann begann für die Burschen und ihre Liebchen die rührselige Wartezeit bis zum Einzug zum Militär. Das Liebchen, um ihre Schmerzen schon im Voraus zu demonstrieren, pflückte, je größer die Liebe war, um so mehr von den gelben Pflanzen und schmückte damit den Hut des zukünftigen Helden. Am Hut wurden dann farbige Bänder angebracht, die fast bis zur Erde flatterten. Die Zahl der Bänder spiegelte die Intensität der Liebe und das Aussehen des Mädchens. Böse Zungen sagten, je weniger schön die Schöne sei, umso mehr Bänder habe sie bei Rapaport „Bácsi“ gekauft. Dann begann das Üben des Abschiednehmens, mal lustig, mal traurig, mal mit Wein und Zigeunermusik. Alles war flatterhaft, ohne feste Zukunft. Die Liebespaare


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hieß er… wollten nicht sparen, weder in der Liebe noch in den Finanzen. Nun, diese zwei voneinander sehr abweichenden Erscheinungsbilder, des Rapaport „Bácsi“ in dem Kaftan mit Bart und Peies und die Burschen mit dem Hut, bewegten meinen kindlichen Entdeckungsgeist. Diese waren einfach da, zwar in anderen Personen jedoch in denselben Erscheinungen, wie schon seit einigen Jahrhunderten vor meiner Geburt. Also – ich bin neu gekommen und nicht die zwei Erscheinungen. Mit den Burschen mit den Hüten kam ich schnell zu Recht. Ich begann schon im Kindergarten den Unterschied zwischen Weiblein und Männlein zu entdecken und liebäugelte mal mit der einen, mal mit der anderen der Zuckerpuppen. In der damaligen Zeit galt als Feigheit, wenn ein Bursche versuchte, sich vor der Militärzeit zu drücken. Feigheit hin, Feigheit her, ich habe entschieden, dass ich meine kleinen Freundinnen wegen eines gefährlichen Heldenspielens aus Vaterlandsliebe anderen Jungen nicht überlassen werde. Immer wieder versuhe ich , mich daran zu erinnern, wann ich die Juden zum ersten Mal wahrgenommen hatte. Wir wohnten etwa 2 – 3 km von der Gemeinde entfernt, am Ufer eines Flusses, an dem meine Eltern eine Mühle gehabt hatten. Zum Kindergarten haben sie mich mit der Kutsche gebracht und ebenso abgeholt. So habe ich als kleines Kind von der Gemeinde wenig gesehen. Wie auch immer, meine erste Erinnerung dürfte gewesen sein, als ich, auf „Matzen“ gewartet habe. Mat-

zen ist ein ungesäuertes Brot, so etwas wie bei den Katholiken die Oblate, genau so dünn, nur im Durchmesser viel größer. Meine Mutter sagte: „Sei artig, der Rapaport ,Bácsi’ kommt gleich und bringt dir Matzen!“. Er kam. Aber der Matzen hat mir nicht geschmeckt. Dies dürfte meine erste Begegnung mit dem Judentum gewesen sein. Übrigens, diese Gemeinde hieß und heißt Beled. Seit 1714 lebten hier Juden, ausschließlich orthodoxe. Im Jahr 1816 waren es 592 Katholiken, 156 Calvinisten, 145 Juden. Durch natürliche Vermehrung und durch Zuwanderung haben die Juden ihren Anteil weitgehend gehalten, bis zu etwa 15% der Einwohner. Es ist also nicht so, dass ich in einer rein christlichen Gemeinde aufwuchs und dann plötzlich kamen die Juden. Keineswegs! Als ich auf die Welt kam, war diese Mischung mit all ihren Besonderheiten, einerseits die Juden und andererseits die Burschen, gegeben. Man arbeitete miteinander ohne sich miteinander zu vermischen. Ich glaube der Grund gegen eine Vermischung lag bei den strengen orthodoxen Glaubensregeln. In den Städten, wie z.B. Budapest, war die Assimilation schon im Gange. Dort waren hauptsächlich Juden aus dem Westen. Die Orthodoxen kamen aus dem Osten. Im Jahre 1871 wurde in Beled bereits die israelische Glaubensgemeinschaft gegründet. In der Umgebung von Beled hatte fast jede Ortschaft ihre 1 – 2 jüdische Familien. Aus etwa 40 solcher Gemeinden schlossen sich die Juden, die alle orthodox waren, der Beleder Glaubensgemeinschaft an. Diese hatte sogar eine eigene Schule für etwa 40 – 45 Kinderchen, natürlich nur jüdische.

Der Großteil der Juden in Beled und in der Umgebung waren hauptsächlich im Handel tätig. In der Umgebung fast eine Monopolstellung. Man konnte mit großer Wahrscheinlichkeit annehmen, dass in der Synagoge nicht nur gebetet, sondern auch über die Geschäfte nachgedacht wurde. Dementsprechend hatte die Beleder Glaubensgemeinschaft eine Anziehungskraft auf die umliegenden Dörfer gehabt und hatte als „Zentralstelle“ die wirtschaftliche Entwicklung von Beled positiv beeinflusst. Es gab auch Geschäfte, weniger bedeutend, die nicht den Juden gehörten, doch ohne jegliches Zusammengehörigkeitsgefühl. Den Menschen aus den anderen Religionen blieben die Landwirtschaft, die Mühlen, die Holzverarbeitung, das Bauwesen und die Drehereien. Trotz fehlender Assimilation klappte es mit der Zusammenarbeit tadellos, auch mit den Burschen. Mein Vater war der Sohn eines reichen Großbauers. Klein oder groß, die Bauern waren immer ein bisschen knauserig. Die Väter und Großväter der Burschen haben gewusst, wie ihre Sprösslinge die Geldprobleme lösen, denn sie haben selbst in ihrer Burschenzeit oft genug die Art der Geldbeschaffung praktiziert. Wie ich so um 10 – 11 Jahre alt wurde, ging ich hin und wieder für ein paar Tage in den Geburtsort meines Vaters. Seine früheren Kumpel und einige ältere Märchenerzähler haben nichts Wichtigeres gehabt, als mich über die Jugendsünden meines Vaters aufzuklären. Dass er z.B. bei jeder Kirmes die Tage und Nächte in allen Umgebungsortschaften durchgetanzt hatte. Kirmes war in jedem Dorf einmal jährlich. Nun, er war bei Kräf-

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von A. L. Szalay · Fortsetzung

Rapaport hieß er… ten. Bei der Armee hatte er die 3 Disziplinen – Schwimmen, Laufen, Fechten – gewonnen. Seitdem fechten wir alle, jetzt auch meine Enkelsöhne. Dann erzählten sie, wie ungeschickt er und sein Bruder bei der üblichen Geldbeschaffung einmal waren. Mein Großvater hatte seinen Lagerschlüssel immer in seiner Westentasche gehabt. Wenn die beiden aus dem Lager Getreide klauen wollten, dann mussten sie die Lagerschlüssel für eine kurze Zeit aus der Westentasche meines schlafenden Großvaters „borgen“. Um nicht zahlreiche Säcke schleppen zu müssen, klaute man immer – auch die anderen Burschen – das teuerste Saatgut: Kerne für Inkarnatklee. Als sie die Schlüssel hatten, nahmen sie noch eine Petroleumlampe mit, um sehen zu können, und dann ging es los. Die Lagertür wurde geöffnet und die Petroleumlampe hingestellt, um die Säcke füllen zu können. Dann schleppten sie die Beute aus dem Lager und schlossen die Lagertür zu. Danach wurde der Schlüssel professionell in Großvaters Westentasche zurückgesteckt. Dann zogen sie los zu dem Käufer. Als die beiden von ihrer Geschäftstätigkeit in den Hof zurückkamen, merkten sie, dass sie die brennende Petroleumlampe im Lager stehen gelassen hatten. Inzwischen begann der Bauernhof lebendig zu werden. Auch Großvater zog sich an, die Weste auch, und damit war es nicht mehr möglich den Schlüssel neu unter die Fittiche zu kriegen. Die Lampe blieb brennend im Lager. Großvater merkte natürlich die Untat und beschimpfte seine beiden Söhne, versprach aber, ihnen in der Zukunft mehr Geld zu geben.

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Als ich dann fragte, wer der Käufer gewesen sei, der bereit war, diese Geschäfte in der Nacht zu tätigen, wollten sie es nicht glauben, dass ich so dusselig war, diese alte Sitte nicht zu kennen. Der Käufer war natürlich der jüdische Kaufmann der Gemeinde. Auch deswegen war es notwendig, in jeder Ortschaft einen verlässlichen Juden zu haben. Mein Rapaport „Bácsi“ war ein hochanständiger Orthodoxe und ich ein hochanständiger katholischer Junge. Ich bekam von meinem Vater immer so viel Geld, wie ich unbedingt gebraucht habe. Wahrscheinlich wollte er nicht, dass ich schon als kleiner Bengel begann, Säcke zu schleppen. Nein, meine Beziehung zu „Rapaport“ war überaus respektvoll. Wenn man über 70 ist und vielleicht auch etwas erreicht hat, will mal der eine, mal der andere Reporter über einen etwas schreiben. Auf die Frage, wie ich zu meinem Vermögen gekommen sei, erzähle ich vorab immer den Witz über den amerikanischen Reichen: Bekanntlich sind dort die meisten – zurecht oder zu unrecht – stolz darüber, dass sie ganz klein und arm angefangen haben. Einer z.B. fand einen Apfel, machte ihn sauber, verpackte ihn hübsch und verkaufte ihn für 5 Cent. Für die 5 Cent kaufte er 2 Äpfel – noch mal dieselbe Prozedur – und verkaufte die beiden für 10 Cent. Der Reporter fragte dann: „Wie lange haben Sie dies gemacht?“ Die Antwort war: „Solange ich nicht geerbt habe!“ Nun, mich hat ein intelligenter Reporter gefragt, wer die Menschen waren, die mich geprägt hätten? Ich hielt diese Frage für interessant, weil ich generell der Meinung bin,

dass es gut ist, wenn es in den jungen Jahren gelingt, korrekte, leistungsbewusste Vorbilder zu erwischen. Ich nannte 4 Namen: zuerst meinen Vater, dann einen Benediktiner- Mönch, als drittes einen deutschen Volkswirtschaftsprofessor und als viertes den Rapaport. Wie kam ich dazu, diesen kleinen orthodoxen Juden, als einen für mich so bedeutenden Menschen zu nennen? Was hat er mir für mein Leben gegeben? Womit hat er zu meinem Erfolg beigetragen? Meine Mutter schickte mich in den „Schlauchladen“ von Rapaport für 2 Liter Petroleum. Er nahm meine kleine Kanne und sagte: „Warte mal, ich gehe nur ins Lager und bringe dir dein Petroleum sofort.“ Er ging aus seinem „Schlauchladen“ nach hinten in sein Lager. Ich habe gewartet und gewartet und dann begann ich, das Springspiel zu spielen. Dreimal auf einen Fuß und dann mit beiden Füßen und dann drehen und dann wieder auf einen Fuß. So sprang ich zufällig vorne aus dem „Schlauchladen“ auf die Straße und dann – was sehen meine kindlichen Augen? Der Rapaport „Bácsi“ kam im Laufschritt, in seiner Rechten die Kanne vollgefüllt mit Petroleum. Statt mir zu sagen, er habe leider kein Petroleum, war er zur Konkurrenz gelaufen, um mir Petroleum zu kaufen, um mich zu bedienen. Seitdem, wenn es mir schwer fällt etwas zu tun, denke ich – auch heute noch – immer wieder an die Leistung dieses Mannes einem Kind gegenüber. Dann schaue ich kurz nach oben zum Himmel oder zu den Wolken und dann tue ich es, meistens.


07.04.2011

16:33 Uhr

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In Ihrem KartenBüro der Sparkasse Pforzheim Calw erhalten Sie Tickets für alle Stücke aus dem Repertoire des Stadttheaters Pforzheim. Ebenso für alle Veranstaltungen des Kulturhauses Osterfeld, die Abo- Konzerte des Südwestdeutschen Kammerorchesters, des Oratorienchors Pforzheim, für Veranstaltungen des Figurentheaters von Raphael Mürle in Brötzingen, der Volkshochschule Mühlacker, des Tollhauses Karlsruhe und viele, viele mehr !!! Hier bieten wir Ihnen einen nur kleinen Auszug unseres Angebotes:

Baden-Baden Festspielhaus 13.+16.6.11 Strauss: Salome

€ 118,00 – 231,00

19.6.11

Beethoven: 9. Sinfonie

€ 78,00 – 151,00

6.7.11

Cecilia Bartoli

€ 98,00 – 191,00

Congress Centrum Pforzheim 12.5.11 Dr. Eckart von Hirschhausen 16.5.11 Helge Schneider 20.9.11 Olaf Schubert

€ 24,30 – 32,50 € 25,50 – 35,50 € 28,10

Varieté täglich außer Mo. Friedrichsbau Varieté Stuttgart

Kulturhaus Osterfeld Pforzheim 29.4.11 Wolfgang Ambros 7.5.11 Lisa Doby

€ 22,60 – 30,00 € 13,40 – 17,60

Schleyerhalle Stuttgart 28.4.11 Lena 7.5.11 Sade 7.6.11 Iron Maiden 8.6.11 Helene Fischer 20.6.11 Peter Maffay 23.10.11 Die große Schlagerparade

€ 41,24 – € 50,20 – € 61,55 – € 40,00 – € 55,85 – € 36,00 –

Liederhalle Stuttgart 26.4.11 Gentleman & The Evolution 28. + 29.4.11 Helge Schneider 5.6.11 Cindy aus Marzahn 6. – 11.9.11 Rocky Horror Show 30.10.11 Annett Louisan 31.10.11 STS & Band

€ 30,70 € 23,90 – € 30,00 € 26,00 – € 28,80 – € 27,55 –

Musicals Di. bis So.: Di. bis So.:

€ 48,85 – 142,00 € 48,85 – 142,00

Porsche Arena 30.4.11 5.5.11 10. + 11.5.11 20.5.11 21. – 25.9.11

Tanz der Vampire Ich war noch niemals in New York Clueso & Band Das Frühlingsfest der Volksmusik Michael Mittermeier ABBA – The Concert Cirque du Soleil: Alegria

Theaterhaus Stuttgart 2.5.11 Nigel Kennedy & Band 7. + 17.5.11 Giora Feidman & Friends 17.6.11 Günter Grünwald LKA Stuttgart 14.5.11 25.5.11 Karlsruhe 29.4.11 30.4.11 30.4.11 7.5.11 3.6.11 23.9.11

Bushido Saxon Nigel Kennedy & Band, Stadthalle The Ten Tenors, Stadthalle Bushido, Festhalle Durlach Helene Fischer, Europahalle Cindy aus Marzahn, Schwarzw.halle Otto, Schwarzwaldhalle

€ 31,50 – € 46,30 – € 28,85 – € 30,90 – € 55,20 –

46,16 96,20 65,55 64,50 82,30 66,00

37,00 82,00 49,30 62,05

36,10 67,90 38,95 60,90 94,55

€ 44,65 – 59,60 € 46,20 – 57,20 € 25,70 – 32,30 € 30,40 € 32,20 € 37,50 – 59,50 € 30,50 – 50,00 € 30,60 € 40,00 – 64,50 € 30,00 € 48,20 + 55,60

€ 26,00 – 41,00

Die Geschenk-Idee: Wir haben Geschenk-Gutscheine für eine Vielzahl von Veranstaltungen (Geldbetrag frei wählbar); Kinogutscheine für REX-Filmpalast, CINEPLEX-Kino Pforzheim. Mannheim 29.5.11

Yusuf Islam, SAP-Arena

€ 64,25 – 92,75

7.6.11

Helene Fischer, SAP-Arena

€ 50,90 – 64,50

22.6.11

Elton John & Band, SAP-Arena

€ 57,50 – 98,00

29.6.11

David Garrett, SAP-Arena

€ 52,50 – 87,00

16.7.11

Bon Jovi, Maimarktgelände

€ 66,00

Sonstige (Auswahl) 14.6.11 Herbert Grönemeyer, Cannst. Wasen € 55,68 – 70,05 € 163,50

3. – 5.6.11

Rock am Ring, Nürburgring

3. – 5.6.11

Rock im Park, Nürnberg Zeppelinfeld € 163,50

11.6.11

Jan Delay & Disko Nr. 1 Stuttgart Neues Schloss Ehrenhof

17. – 19.6.11

Southside Festival, Neuhausen o. Eck € 127,25 Take-Off, Gewerbepark

1. – 3.7.11

Summerjam, Köln Fühlinger See

€ 98,00

2.7.11

Calw rockt, Calw Marktplatz

€ 44,50

8.7.11

Adoro, Wertwiesenpark Heilbronn

€ 40,90 – 70,90

10.7.11

Unheilig, Wertwiesenpark Heilbronn

€ 38,90

15.7.11

BAP, Freilichtbühne Killesberg

€ 40,80

20.7. – 21.8.11

Andre präsentiert MAGNIFICO Zeltpaläste Cannstatter Wasen

€ 40,00 – 90,00

21.7.11

Simple Minds Winterbach Festivalgelände

€ 43,00 + 49,00

28.7.11

Queen Revival Show, Kloster Hirsau

€ 22,50 – 34,50

29.7.11

Peter Kraus, Kloster Hirsau

€ 44,50 – 59,50

29. – 30.7.11

Rock of Ages, Seebronn Festplatz

€ 85,90

29. + 30.7.11

Dieter Thomas Kuhn Freilichtbühne Killesberg

€ 30,90

€ 35,85

31.7.11

AIDA, Kloster Hirsau

€ 39,50 – 54,50

3.8.11

Die 12 Tenöre, Kloster Hirsau

€ 31,50 – 44,50

4.8.11

Hansi Hinterseer, Kloster Hirsau

€ 44,50 – 59,50

5.8.11

Kaya Yanar, Kloster Hirsau

€ 26,90 – 32,90

7.8.11

Kloster in Flammen, Stargast Eva Lind € 39,50 – 54,50 Kloster Hirsau

26.8.11

Chiemsee Reggae Summer Übersee Festival Gelände

€ 86,25

Preise incl. Gebühren und ges. Mwst. Angaben ohne Gewähr.

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07.04.2011

15:29 Uhr

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Generationen im Dialog Ausgabe 1-2011  

Zeitschrift für Jung & Alt, Generationen, Familie, Eltern, Großeltern, Kinder, Enkel, wissenschaft, kultur, kunst, bauen, wohnen, seniorenhe...

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