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Generationen im

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M U S I K : A LT T R I F F T J U N G UM DEN WEIHNACHTSBAUM BILDUNG VON ANFANG AN GESICHTER DER RENAISSANCE DAS KREATIVE DUO PRÄSENTIERT BÜCHER – BÜCHER – BÜCHER

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Dialog

! t i m h c i r p

Diese Zeitschrift wird in Zusammenarbeit mit dem Kreisseniorenrat Enzkreis Stadt Pforzheim e.V. und mit Unterstützung der Sparkasse Pforzheim Calw hergestellt.

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2011


Sprechen Sie mit uns…

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…wir sind für Sie da.

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Editorial

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Liebe Leserinnen und Leser,

leben wir in einer Zeit des Werteverfalls? Ich meine nicht die Werte, die sich in Kursschwankungen an der Börse niederschlagen oder solche, die sich im Rahmen der schnelllebigen Eintagsfliegen als kurzfristige Renner enthüllen – nein, ich spreche von Werten, die seit Tausenden von Jahren die Basis sind für ein sinnvolles gemeinsames Leben der Menschen untereinander, die seit unzähligen Generationen mit den Genen in jedes Lebenszeitalter weiter vermittelt werden. Es sind Werte wie Mitleid, Güte, Verständnis, die uns als Basis zum Überleben in die Wiege gelegt worden sind. Und da ist Geld als Platz eins des Lebens ein Thema, das sich seit Gedenken der Menschen immer wieder als Störfaktor beim Ablauf der Geschichte ins Geschehen gemogelt hat, oder Ehrgeiz, oder Gewinndenken, das über Existenzleichen geht. Nein, es gibt Phasen der Menschheitsgeschichte, in der sich die Zeitgenossen auf gültige Werte besinnen sollten, um die Turbulenzen des Geschehens zu bewältigen, in denen sich Liebe in Sex verwandelt, Mitgefühl mit dem Schwachen zur Verachtung des Erfolglosen wird und sich das Verständnis für die Alten, die heute den zeitraffenden Erneuerungen nicht mehr folgen können, in Gleichgültigkeit verliert. Wertedenken tut not. Werte, die Überlebenschancen bieten, Werte, die Krankheiten vermeiden, Werte, die in der Welt der Materie dem Menschen stets geholfen haben, das Leben zu überleben. Die eine Welt, aus der wir kommen, und die Welt, in die wir zurückkehren werden, hat sehr konservative Gesetze, Grundregeln und eine Richtschnur, in die wir eingegrenzt sind. Und diese Richtschnur hat Vorgaben. Als da sind: Wahrheit, Ehrlichkeit, Treue, einen Gott zu leben, und seinem Gesetz, nach dem wir hier angetreten sind. Uns wurde ein Gewissen mitgegeben beim Einstieg in die materielle Welt. Geht es uns verloren, so sind auch wir es. In diesem Sinne ein geruhsames Weihnachtsfest und ein erfolgreiches Neues Jahr. Herzlichst Ihre Gerda Görnemann

IMPRESSUM:  Herausgeber: Gerda Görnemann Lisztstraße 31, 75179 Pforzheim Telefon: 0 72 31/15 53 44 Telefax: 0 72 31/15 53 43 E-mail: cucgg@t-online.de  Redaktion: verantwortl.: Gerda Görnemann  Anzeigen: Eva Hannemann

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 Grafik + Satz: Simone Bok, Agentur für Mediengestaltung, Horb a.N., Daten an E-mail: sbok@kabelbw.de  Bildbearbeitung: Repro-Mayer, Birkenfeld  Druck: Mayer & Söhne, Druck- und Mediengruppe GmbH  Erhältlich beim Herausgeber, über die Geschäftsstellen der Sparkasse Pforzheim Calw und dem Kreisseniorenrat Enzkreis Stadt Pforzheim e.V. Ebersteinstraße 25, 75177 Pforzheim

Prof. Dr. Fischer: Heinrich von Kleists Beitrag zur Bildung 4–5 Thomas Gesterkamp: Wenig Männer in der Grundschule 6 – 7 Innovation von Anfang an 7 Alt trifft Jung: Wally Karveno – ein überbordendes Leben 8–9 Die Jugendmusikschule: Angebote für Erwachsene und Senioren 10 – 11 Musizieren: Verein ObenAuf fördert musische Bildung für Kinder 12 VHS unterm Weihnachtsbaum 13 Sparkasse Pforzheim Calw: „So schützen Sie Ihr Vermögen“ und Kartenbestellung „PS-Gala 2012“ 14 Innovatives Wohnen 15 – 19 Seniorenheime und Geschichten um den Weihnachtsbaum 20 – 32 Der Kreisseniorenrat belohnt die Sparkasse Pforzheim Calw 36 – 37 Rechtsanwältin Isabel Hutter-Vortisch: Das Testament Alleinstehender 38 AOK Nordschwarzwald informiert: Der Demografische Wandel 39 Fachapotheker Wolfgang Reichert informiert: „Die Depression“ 40 – 41 Der Kreisseniorenrat informiert: Aktivitäten und Veranstaltungen 42 – 44 Pforzheimer Reisebüro: 16 Reiseziele im Preisvergleich und Radreise Ostfriesland für Senioren 45 Prof. Dr. Ulrike Krenzlin: Gesichter der Renaissance 46 – 49 Die Welt im Schmuck 50 – 55 Der fahrende Kochtopf – „Du bist was Du isst“ 56 – 57 Rezepte für die Weihnachtszeit 58 – 59 Bücher – Bücher – Bücher 60 – 61 A.L. Szalay: „Kleen, aber gemitlich“ 62 – 63 Der Pforzheimer Hauptfriedhof: „Meine letzte Wohnung“ 64 – 65 Wäscherei Merz: Die „grüne“ Wäscherei – Glanzlicht der Region 66 Sparkasse Veranstaltungskalender 67 Titelfoto: Pianistin Wally Karveno aus Paris und Sopranistin Laura Rieger

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Prof. Dr. Ernst Peter Fischer

Ein großer Aufklärer für

Heinrich

Aufklärung beginnt mit einem Geheimnis – und liefert stets ein neues, wie jeder am Beispiel der Wissenschaft von der Natur nachprüfen kann. Wer etwa das Fallen von Äpfeln durch die Gravitation erklärt, ersetzt das Wundern über den schlichten Vorgang durch das Wundern über den knappen Begriff der Schwerkraft. Die Frage lautet dann nicht mehr: „Warum fällt ein Stück Obst?“ Die Frage lautet jetzt, „Wie kommt die Schwerkraft zustande?“ Und daran rätselt die Wissenschaft bis heute herum. Es bleibt ein offenes Geheimnis. Wenn unsere Suche nach Wissen diese endlose Offenheit erfährt und nutzt, kommt ganz von selbst die Bildung zustande, die diesen Ausdruck verdient hat. „Bildung“ trägt nämlich eine doppelte Bedeutung. Das schöne Wort meint zum einen das Ergebnis eines Tuns – das Gebildete, das Gemachte, das Geformte – und zum zweiten den Vorgang, der zu ihm hinführt – das Bilden, das Machen, das Formen. Bildung erfasst Weg und Ziel zugleich und damit etwas, das von Menschen ein Leben lang im gemeinschaftlichen Gespräch mit anderen unternommen werden und also zu einem gelingenden Leben für sie führen kann. Hierzulande gilt die Feststellung immer noch nicht als selbstverständlich, dass die Naturwissenschaften Freude bereiten können. Disziplinen wie Physik, Chemie und Biologie präsentieren sich durch und durch rational und scheinen wenig Spielraum für andere menschliche Bedürfnisse zu lassen. Sie werden von Personen betrieben, die für sich das strenge Attribut „aufgeklärt“ in Anspruch nehmen. Wissenschaftler sind in der Tat und zu Recht stolz darauf, den „Wahlspruch der Aufklärung“, den Immanuel Kant (1724 – 1804) im September 1784 formuliert hat – „Habe Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen!“ – erfolgreich

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umgesetzt und auf diese Weise den unbefriedigenden Zustand der Unmündigkeit überwunden zu haben. Sie vertrauen auf die exakten Ergebnisse ihrer systematischen Experimente mit den dazugehörigen Theorien, wenden das erworbene Wissen praktisch erfolgreich an – und meinen dabei, das Geheimnisvolle der Welt in Form ihrer Lösungen erledigt und hinter sich gelassen zu haben. Zum Glück erliegen sie dabei einem Irrtum, und mit ihm öffnet sich eine Tür zu einem besseren Verständnis des Abenteuers, das sich Naturforschung nennt. Der romantische Anfang Bildung lohnt jede Mühe, nur dass diese Feststellung nicht die Frage beantwortet, wie man sie erreicht oder wenigstens mit ihr beginnt. Auch bei Kant findet sich leider kein Hinweis, wie man es konkret und praktisch anfangen soll, „sich seines Verstandes ohne Leitung eines anderen zu bedienen“. Womit soll sein Tun beginnen? Was kann er aufgreifen? Vielleicht sollten wir dies selbst herausfinden, weil auf diese Weise die erste Leistung unseres Denkens zustande kommt. Sie könnte zum Beispiel in der Erkenntnis bestehen, dass das Denken nicht mit oder aus sich selbst beginnen kann und vielmehr eine Vorgabe braucht, die zu ihm hinführt oder mit der es seine Tätigkeit beginnen kann. Tatsächlich: So sehr Kants Ermutigung einleuchtet, so unklar bleibt mit ihr, wie der eigene Verstand die ihm zugewiesene Aufgabe erfüllen kann. Denn wenn mir jemand zuruft: „Denke!“ oder „Urteile!“, und vorher nichts weiter passiert ist, dann bleibt diese Aufforderung sinnlos. Mein Organ unter der Schädeldecke kann seinen (meinen) Verstand nicht einfach mir nichts, dir nichts in Gang setzen. Ihm muss dazu erst etwas gegeben sein, und an dieser Stelle hüllen sich Kant und seine philosophischen Nachfol-

ger in Schweigen. Sie beginnen immer gleich mit dem Denken, ohne zu fragen, was diesem inneren Treiben vorausgeht. Die aktuelle Wissenschaft versucht sich dieser Thematik in Form der Entwicklungspsychologie zu nähern, die die Stufen untersucht, mit denen sich in Kindern die Intelligenz herausbildet und sie schrittweise verstehen, was etwa Zahlen und Zeit, Raum und Rhythmen sind. Es gibt aber einen einfacheren und direkteren Zugang, sich dem zu nähern, was Kants Antwort auf die Frage: „Was ist Aufklärung?“ zu ihrer praktischen Umsetzung – etwa in der Schule oder allgemeiner im Alltag – fehlt. Er wurde noch zu den Lebzeiten des Philosophen von einem werdenden Dichter gefunden, der die Lücke in Kants Argument im Jahre 1800 spürte und notierte. Die Rede ist von Heinrich von Kleist (1777 – 1811), dessen 200. Todestag in dem Jahr gefeiert wird, in dem dieser Text entsteht. Als 22jähriger Jüngling merkte Kleist nach vielen Jahren als Soldat, dass ihn diese seiner Familientradition angepasste Berufswahl nicht befriedigte und es etwas völlig anderes war, das er begehrte, und zwar „Liebe und Bildung“, wie er im Oktober 1800 von Frankfurt an der Oder aus an seine damalige Verlobte, Wilhelmine von Zenge (1780 – 1852), schrieb. Kleist unternahm damals eine Reise nach Würzburg, die er selbst mit geheimnisvollem Gemurmel umgab, von deren einzelnen Stationen er aber zahlreiche Briefe schickte, die von Blatt zu Blatt deutlicher spürbar machen, dass hier „ein junger Schriftsteller zu sich selbst, zu seinem eigentlichen Beruf reisen wollte“, wie Gerhard Schulz in seiner Biographie des Dichters ausführt. Das heißt, Kleist begann seine Reise als jemand, der angefangen hatte, sich mit den Wissenschaften zu beschäftigen – mit Mathematik, Logik und Physik zum Beispiel –, wobei die


kleine Leute –

von Kleists Beitrag zur Bildung

von ihm besuchten Vorlesungen immer auch davon handelten, welche Zusammenhänge zwischen den Naturerscheinungen und dem Inneren des Menschen erkennbar waren. Solche Bemühungen gehören zum romantischen Denken der Zeit, das den Menschen als Teil der Natur verstehen wollte und sich unter diesem Aspekt an die Beobachtung ihrer Phänomene machte. Es galt, dem Naturschönen genügend Aufmerksamkeit zu schenken und es angemessen wahrzunehmen, und als sich Kleist an diese Aufgabe machte, schlug er zwei Fliegen mit einer Klappe. Auf der einen Seite hatte er einen Einstieg in den Weg gefunden, der dorthin führte, wo er als Dichter hinwollte, nämlich zu einem Verständnis des Humanen. Und auf der anderen Seite hatte er zugleich erkannt, wie die Forderung von Kant, sich seines Verstandes zu bedienen, aus den theoretischen Höhen des Allgemeinen in die konkrete Praxis des Einzelfalls geholt werden konnte, womit die eigenständigen Denkanstrengungen aller Menschen beginnen konnten – mit der Wahrnehmung der Natur nämlich. Und deshalb bittet er am 16. November 1800 von Würzburg aus in einem Brief „an das Stiftsfräulein“ seine Wilhelmine mit aller Herzlichkeit darum, zuerst „recht aufmerksam zu sein, auf alle Erscheinungen, die Dich umgeben“, denn „keine ist unwichtig, jede, auch die scheinbar unbedeutendste, enthält doch etwas, das merkwürdig ist, wenn wir es nur wahrzunehmen wissen“. Und wenn sie diesen ersten Schritt unternommen und sich anschließend ihre eigenen Fragen zu den „Winken der Natur“ stellt, die ihre Sinne entzückt haben werden, dann kann die Angesprochene beginnen, „recht eigentlich [ihren] Verstand [zu] gebrauchen, denn „dazu haben wir ihn doch“. Kleist geht es ausdrücklich bei seinem Wahrnehmen um Dinge, die „mir kein Buch gesagt haben“ würde, was

Kant bejubelt hätte, und nur das nennt Kleist „recht eigentlich lernen von der Natur“. Jetzt also – nach und mit dem ästhetischen Anfang der Wahrnehmung – kann ein sonst unmündiger Mensch mit seinem Denken beginnen. Die Aufforderung, den eigenen Verstand zu benutzen, ist jetzt sinnvoll und nicht mehr sinnlos, und zwar wortwörtlich. Nun kann sich man sich auf den Weg zur Aufklärung begeben, der ohne die sinnlich-romantische Öffnung unzugänglich geblieben wäre. Jetzt also – nach und mit dem ästhetischen Anfang der Wahrnehmung – kann ein sonst unmündiger Mensch mit seinem Denken beginnen. Die Aufforderung, den eigenen Verstand zu benutzen, ist jetzt sinnvoll und nicht mehr sinnlos, und zwar wortwörtlich. Nun kann man sich auf den Weg zur Aufklärung begeben, der ohne die sinnlich-romantische Öffnung unzugänglich geblieben wäre. Mit ihr und der von ihr vermittelten Freude lässt sich spielend leicht viel lernen, wie Kleist schreibt, etwa wenn man beobachtet, dass ein Sturm zwar einen Baum entwurzeln kann, aber kein Veilchen, während ein lauer Abendhauch zwar das Blümchen bewegt, aber nicht den Baum. Ein Naturbeobachter könnte mit diesen Verhaltensweisen unter anderem erläutern, dass Nachgeben nicht unbedingt von Nachteil sein muss und es gerade die eigene vorgebliche Stärke sein kann, die einem das Genick brechen kann. Natürlich lassen sich ebenso andere Schlüsse ziehen und Einsichten aus anderen Wahrnehmungen gewinnen, zum Beispiel aus der, dass viele Tiere ihren Kopf zum Boden richten, während ein Mensch ihn hochträgt und zu den Sternen aufblickt. Lässt sich damit nicht etwas über irdische Weisheit und himmlisches Streben lernen oder Verständnis dafür erreichen, wie sich unsere Welt in den Kosmos einfügt und in ihm ein schützendes

Dach – zum Beispiel das Sternenzelt – erhält? „An Stoff zu solchen Fragen kann es Dir niemals fehlen, wenn Du nur recht aufmerksam bist auf alles, was Dich umgibt“, schreibt Kleist, der mit diesen liebevollen Worten in meinen Augen ein überzeugendes und nach wie vor unmittelbar nutzbares pädagogisches Grundkonzept für die Schule formuliert hat, das Kinder von sich aus beherrschen und praktizieren, wenn man sie lässt – nämlich die Wahrnehmung der Natur zu betreiben und sich dabei über das zu wundern, was den Sinnen auffällt und uns aufmerken lässt. Das reicht schon aus. Mehr ist wahrscheinlich gar nicht erforderlich, um die naturwissenschaftliche Bildung an den Schulen gedeihen zu lassen, doch offenbar ist der Brief von Kleist von Beamten in Kultusbehörden oder Professoren in Instituten für Didaktik übersehen worden. Dabei drückt der Dichter konkret aus, was die sonst abstrakt bleibende Idee der Aufklärung meint, nämlich die Bereitschaft, mit den Sinnen wahrnehmend Wissen von der Welt zu erwerben, um anschließend mit diesem Vermögen sein eigenes Dasein zu verstehen und die Fähigkeit zu erlangen, fundierte Entscheidungen für den Lebensweg zu treffen, ohne dafür auf Instruktionen oder Erlaubnis von oben zu warten. Die Natur steht uns dafür weit offen. Schaut hin, und ihr kennt euch aus! „Jetzt ist Sehenszeit“, wie es Max Frisch (1911 – 1991) im 20. Jahrhundert wiederholt hat. Aber unsere Kultur hat sich nicht auf diesen Weg begeben und verharrt diesbezüglich in ihrer jetzt erst recht selbst verschuldeten Unmündigkeit vor den TV-Geräten. Wenn wir sehen, dann bestenfalls fern, und da sehen wir nur Leute, die selbst nichts sehen – nicht einmal uns. Warum schaut überhaupt jemand dort hin? Nur Nahsehen führt zu der Bildung, die uns das Fernsehen vorenthält.

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Thomas Gesterkamp

Wenig Männer in der Grundschule

„Mann, werd’

Thomas Gesterkamp, Journalist und Autor.

Der Autor Thomas Gesterkamp ist Journalist und Buchautor zu familien- und geschlechterpolitischen Themen, zuletzt „Die neuen Väter zwischen Kind und Karriere” (2010) und „Die Krise der Kerle” (2007). Für die Koordinationsstelle Männer in Kitas hat er analysiert, wie und wo die Medien das Projekt aufgreifen.

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Um „Mehr Männer in Kitas” kümmert sich ein gut finanziertes Projekt der Bundesregierung. Dass es an Männern in den Grundschulen ebenso mangelt, wird bisher weitgehend ignoriert. Eine ähnliche politische Initiative wäre notwendig. Die Grundschüler aus Agathaberg bei Wipperfürth machten auf ein drängendes Problem aufmerksam. „Mann, werd’ Lehrer!” stand auf neun selbst gestalteten Plakaten, die die Viertklässler an Gymnasien und Gesamtschulen im Bergischen Land aufhängten. Die Arbeitsgruppe „Mentos” (Abkürzung für „Men to school”, Männer an die Schulen) wollte auf diese Weise Abiturienten, aber auch Betriebspraktikanten in der neunten oder zehnten Klasse für den Beruf des Grundschullehrers motivieren. Anlass für die ungewöhnliche Aktion war eine Personalie Der einzige männliche Pädagoge der Schule wechselte im Sommer 2010 seine Stelle. „Wir haben nichts dagegen, von Lehrerinnen unterrichtet zu werden”, betonten die Mitglieder der AG Mentos. Aber „ein männlicher Lehrer kann uns Jungs besser verstehen, wenn wir mal Mist gebaut haben”, erläuterte ein beteiligter Schüler. Eindeutiger Trend Bundesweit gibt es wenig Männer in den Grundschulen. Der durchschnittliche Anteil der Lehrer in der Primarstufe sinkt seit Jahrzehnten, er liegt inzwischen nur noch bei zwölf Prozent. Die niedrige Zahl männlicher Studienanfänger für das Grundschullehramt verheißt keine Trendwende. Viele Schulkollegien freuen sich schon über einen einzigen Mann – der nicht zufällig oft auch der Rektor ist. Denn die Bezahlung

ist im Vergleich schlecht: So erhalten Pädagogen an Gymnasien deutlich mehr Geld als Grundschullehrer. Entsprechend liegt die Männerquote dort höher, mancherorts immer noch bei über 50 Prozent (siehe Kasten). Jungen brauchen männliche Identifikationsfiguren auch außerhalb der Familie; Mädchen brauchen Männer ebenso, als andersgeschlechtliches Gegenüber. Das klingt banal, wird in der Fachdebatte aber zum Teil vernachlässigt oder gar geleugnet. Manche feministisch orientierte Erziehungswissenschaftlerinnen verharmlosen das Thema „schwierige Jungs”, während es umgekehrt von selbst ernannten „Männerrechtlern” dramatisiert wird. Im Schulalltag gelten vor allem bewegungsorientierte Jungen als „Störer” eines von weiblichen Normen bestimmten Regelsystems. Das Ergebnis sind Disziplinarstrafen und schlechtere Noten. „Frauen wissen nicht, wie Jungs ticken”, überspitzt der Hamburger Lehrer und Buchautor Frank Beuster („Die Jungenkatastrophe”). Wenn männliche Schüler auffallen und schwache Leistungen erbringen, so die These, könnte das mit dem klaren Übergewicht der Frauen im Lehrkörper zu tun haben. Ein direkter Zusammenhang lässt sich allerdings wissenschaftlich nicht nachweisen. Es geht weder um Schuldzuweisungen noch um generelle Kritik an der Arbeit der Pädagoginnen. Mehr Männer in den Grundschulen würden jedenfalls ein wichtiges Korrektiv bilden – nicht

weil sie „besser”, sondern weil sie anders sind und die Schulsituation bereichern. Identität und Image Was hält junge Männer davon ab, sich in diese Richtung ausbilden zu lassen? Am Verdienst allein dürfte es nicht liegen – vor allem, wenn man die sichere Berufsperspektive und die vergleichsweise familienfreundlichen Arbeitszeiten berücksichtigt. Wichtigere Hemmnisse bilden Identitätsprobleme und Imagefragen unter Gleichaltrigen. „Wenn ein Mann mit uns singen muss, dann ist ihm das vielleicht unangenehm”, sagt treffend einer der Schüler aus dem Bergischen Land. Dabei sei das „eigentlich gar nicht peinlich”. Die Berufswahl junger Männer ist immer noch von Rollenstereotypen geprägt. An Autos zu schrauben oder Maschinen zu warten gilt in der Clique meist mehr als die Arbeit mit Kindern. Die rein fachlichen Anforderungen erscheinen in der Primarstufe nicht allzu hoch, der Schwerpunkt liegt eher in der Didaktik und im Herstellen emotionaler Nähe. Die Debatte um sexuellen Missbrauch der letzten Jahre, die männliche Pädagogen manchmal pauschal mit Kinderschändern in Verbindung brachte, schreckt zusätzlich ab. Da braucht es viel Selbstbewusstsein, unbeirrt seinen Weg zu gehen. Ermunterungen in diese Richtung geben wollte die wissenschaftliche Tagung „Mehr Männer in die Grundschule? Chancen, Risiken und Perspektiven”, die im Oktober 2011 an der Universität Hildesheim stattfand. An einer der größten Ausbildungsstätten für Grundschullehrer im Land Niedersachsen diskutierten Fachleute, wie mehr Männer motiviert werden könnten, diesen Beruf zu wählen. Die auf der Veranstaltung präsentierten Projekte, etwa in Hamburg und Bremen, bemühen sich bereits


Lehrer!”

Schlüsselqualifikation heute für die Arbeitskraft von morgen

erfolgreich um einen Imagewandel. Mit Angeboten zum Beispiel am Jungen-Zukunftstag „Boys’ Day” wollen sie ein positives Bild der Pädagogik in der Primarstufe zeichnen. Noch handelt es sich bei diesen Initiativen um vereinzelte Leuchttürme. Eine flächendeckende Kampagne für Männer im Grundschullehramt – wie sie das Bundesfamilienministerium für den Erzieherberuf im Projekt „Mehr Männer in Kitas” unterstützt – lässt bislang auf sich warten.

„Bildung von Anfang an“ – Pforzheim hat es sich auf die Fahne seines Masterplanes geschrieben. Die ersten Aktionen sind angelaufen. Die Goldstadt beginnt mit Grundsätzlichem. In Zusammenarbeit mit dem Kulturamt, dem Amt für Bildung und Sport und dem Verein Goldader Bildung startete das Schmuckmuseum im Herbst das Projekt „Kitas auf Museumstour“.

Ungleiche Bezahlung Ein Relikt aus der Kaiserzeit kommt auf den Prüfstand: In Umfragen sprechen sich zwei Drittel der Interviewten dafür aus, Lehrer verschiedener Schultypen gleich zu bezahlen. Dass ein Pädagoge an Gymnasien bis zu 700 Euro im Monat mehr verdient als sein Kollege an Grundschulen, lässt sich mit dem dann stets bemühten Besoldungsrecht für Beamte immer weniger rechtfertigen. Ein vom Verband Bildung und Erziehung bestelltes Gutachten kommt gar zu dem Ergebnis, dass die Unterschiede bei der Vergütung gegen das Grundgesetz verstoßen. Denn diese, so der Bielefelder Rechtswissenschaftler Christoph Gusy, müssten „von Eigenarten geprägt sein, die Ungleichbehandlung rechtfertigen”. Kriterien dafür waren in der Vergangenheit etwa eine anspruchsvollere Tätigkeit und längere Ausbildungszeiten. Die Bewertung dieser Kriterien hat sich Gusy zufolge verändert: „Die Zeiten, in denen der eine Lehrer auf hohem wissenschaftlichen Niveau arbeitet und der andere mit kleinen Kindern spielt, sind vorbei – falls es sie überhaupt je gegeben hat”, betont der Jurist. Zudem habe sich der Aufwand für ein Lehramtsstudium durch die Einführung vergleichbarer Master-Studiengänge vereinheitlicht.

Hierzu eine Erklärung der Kunsthistorikerin Claudia Baumbusch zum Projekt: „Es führt Mädchen und Jungen ab vier Jahren an vier städtische Museen heran, erreicht alle Nationalitäten und Familien unabhängig von der sozialen Zugehörigkeit.“ Weitere ausführliche Informationen hierzu auf Seite 51. Weitere Teilnehmer dieser ersten Informationsrunde waren PD Dr. Friedhelm Pfeiffer, Bildungsökonom und stellvertretender Forschungsbereichsleiter Arbeitsmärkte am Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) und Dipl.-Ing. Dipl.-Wirtsch.Ing. Phillip Paschen, Abteilungsleiter Unternehmensstab Vertrieb, Produktion, Marktpolitik der Fa. Witzenmann GmbH, Pforzheim. „Bildung als Wirtschaftsfaktor: Investitionen in frühkindliche Bildung erzielen die höchsten Renditen“ ist das Vortragsthema, über das Dr. Friedhelm Pfeiffer referiert. Da geht es um relative Wirkungen von zusätzlichen Bildungsinvestitionen im Vorschulalter, es geht um die Fähigkeiten, die in der Familie, der Schule, am Arbeitsplatz und im Freundeskreis gebildet werden, und es geht um die Erfahrung, dass kollektive Lernprozesse in Bildungseinrichtungen dann ertragreich sind, wenn die familiären Investitionen stimmen. Der Einfluss des Familienhintergrundes auf die ungleichen

Schülerleistungen wird bislang stark unterschätzt. Sie sind stärker mit der Verarbeitung ihrer negativen Eindrücke aus der Familie befasst und bleiben im herkömmlichen Unterricht allein gelassen. Dies alles zusammen gefasst im Fazit Bildung und Wirtschaft: Idealerweise sollten wir unsere begrenzten Mittel stärker in die Vorsorge statt in nachträgliche Umverteilungen und Korrekturen lenken. Phillip Paschen bringt seine Stellungnahme zu diesem hochaktuellen Thema aus der unternehmerischen Perspektive mit der Frage: In was wird hier investiert? In Fähigkeiten wie Geduld, Intelligenz, Integration, Mut, Persistenz, Selbstregulation, Handlungsfähigkeit, Sprache oder Problemlösung. Aus Sicht der Wirtschaft sind diese Fähigkeiten maßgeblich für Produktion, Einkommen und Wirtschaftswachstum. Denn – formale Bildungsabschlüsse sind wichtig – aber sie allein sind heute nicht mehr der Garant für einen beruflich erfolgreichen Werdegang.

Dipl.-Ing. Dipl.-Wirtsch.-Ing. Phillip Paschen

PD Dr. Friedhelm Pfeiffer vom Zentrum Europäische Wirtschaftsförderung

Kunsthistorikerin Claudia Baumbusch

Im Hinblick auf die Tatsache, dass diese Thematik mit allen damit verbundenen Maßnahmen einer sinnvollen Durchführung zu einer der wichtigsten Aufgaben der kommenden Jahrzehnte gehört, werden wir dieses Thema in den nächsten Ausgaben weiter behandeln.

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Titelgeschichte:

Alt trifft Jung:

Wally Karveno –

Ihre Gestalt ist schmal und durchsichtig, ihr Gang vorsichtig suchend, ihre Haltung ein wenig müde – und ihr gesamtes Erscheinungsbild vermittelt die Persönlichkeit einer „Grande Dame“. Wer ist sie, diese Wally Karveno, die im Rahmen eines Sonderkonzerts der Reihe „Musik auf der Höhe“ in Schömberg im Alter von 96 Jahren so technisch sauber und souverän das Klavierkonzert f-moll von Bach spielte? Wer ist sie, deren beeindruckende Komposition „Sans

sammenspiel mit herrlich-jungen Stimmen – voller Freude und Wärme am Klavier begleitete? Auf die Frage, wo sie in der Familiengeschichte anfangen möchte, antwortet sie: „Ich denke als erstes an die Mutter meines Vaters, an meine Großmutter. Man nannte sie

Großmutti. Sie war die älteste von 14 Kindern. Man sagte von ihrer Mutter, sie hätte selten ihre Füße gesehen, denn sie war immer schwanger.“ Die Familie war umfangreich, international weit verzweigt und lebte in einem vielfältigen und lebendigen Miteinander in unterschiedlicher Konfessionen und Nationalitäten. Wally Karveno wurde am 14. Oktober 1914 in Berlin geboren. Ihr Vater Dr. Waldemar Löwenthal war Mediziner, ihre Mutter, die Geigerin Luzy Everaerts, verlebte ihre Kindheit in elterlicher Obhut in Brüssel.

Wally Karveno auf einem ihrer Konzerte.

Wally Karvenos Mutter, die Geigenspielerin Luzy Everaerts.

Wally Karveno in jungen Jahren.

tambour ni trompettes“ – ihrer Mutter gewidmet und eine Erinnerung an den Krieg – gespielt vom Chor und Orchester des Ensembles „Musik auf der Höhe“ unter der Leitung von Gerd-Uwe Klein – so ausdrucksvoll interpretiert wurde? Wer ist sie, die den Gesang ihrer Liederkompositionen – hier in dem Zu-

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Sie ging mit 18 Jahren 1889 nach Berlin, wohnte behütet bei der Familie Löwenthal und studierte bei dem damals international berühmten internationalen Geiger Josef Joachim. Sie wurde eine gute Geigerin, aber das Lampenfieber hinderte sie daran, öffentlich zu spielen. 1946 heiratete sie den Sohn der Familie, nachdem er sein Medizinstudium beendet hatte. 1919 zog die Familie nach Bern. Dort verbrachte Wally ihre Schulzeit. Hatte ihre Mutter die Geige als ihr Instrument gewählt, so war es bei der Tochter das Klavier.


ein überbordendes Leben Mit 13 Jahren spielte sie 1927 in ihrem ersten öffentlichen Konzert mit einem Orchester und großem Erfolg das Schumannkonzert. 1928 starb der Vater. Die Trauer um diesen Verlust war so stark, dass psychosomatische Schmerzen im Arm ihr das Klavierspielen unmöglich machten. „Ich habe mich selbst geheilt, indem ich mit Erlaubnis meiner Mutter Schauspielunterricht nahm mit dem Versprechen, niemals auf die Bühne zu gehen. Ein Jahr später war ich die jüngste Schauspielerin am Staatstheater in Berlin, – und meine Mutter war stolz auf mich.

ter am Konservatorium noch mein Diplom machen.“ Wally Karveno –1914 geboren, verheiratet, drei Kinder – das ist ein geliebtes, gelebtes Leben voller Musik und Kreativität im dramatischen Wechselspiel von Krieg und Frieden, Verfolgung, Inhaftierung und Freiheit, Neuorientierung und Beständigkeit. Die Musik war ihr ständiger Begleiter, Helfer in Not und Verzweiflung, Quelle der Freude, der Kraft, des Erfolges. Sie unterrichtete, gab Konzerte, komponierte, spielte Theater, lebte in Limoge, Bern, Paris und – hinter

den, als Pianistin und Komponistin an einer Konzertveranstaltung teilzunehmen. Da erinnerte ich mich an die Geigensuite und schrieb sie in drei Stücke für Streicher um: Die Einführung im klassischen Stil, tonal und energisch, der zweite Teil – eine Art Blues – ist eine zarte melancholische Melodie, Teil drei erhebt sich als eine Klage über einen stark punktierten Rhythmus, erinnernd an Folter und Krieg. Dann fügte ich einen Acappella-Teil für Frauenstimmen hinzu, erhielt aber die Trennung zwischen Orchesterteil und Frauenchor. Als damalige Organistin der reforWally Karveno und die Sopranistin Angelika Lenter beim Konzert im Kurhaus in Schömberg im Juni 2011. Foto: Pforzheimer Zeitung Wally Karveno und die Mezzosopranistin Laura Rieger vor dem Konzert in Schömberg.

Als sie 1931 nach Berlin ging sagte ihre Mutter: „Du darfst nicht Loewenthal heißen. Das ist ein jüdischer Name. Ich werde einen Namen für Dich finden“. Am nächsten Morgen weckte sie ihre Tochter. In der Hand hielt sie ein Stück Papier und darauf stand: Karweno. „Ich heiße nämlich mit meinem zweiten Vornamen Karla, so hat sie die erste Silbe von Karla und die zweite Silbe von Loewenthal und ein o am Ende, weil es sich gut macht. Ich war jeden Tag auf der Bühne, und so sind die Armschmerzen vergangen, und ich konnte spä-

Stacheldraht in Gurs. Und sie war Organistin in der protestantischen Kirche in Limoge. „Ich brauche das Publikum – und das ist noch heute so. Ich spiele unter anderem zweimal wöchentlich in der Kirche, und die Leute kommen zu mir und sagen, dass es schön war. Und so helfe ich ihnen, zu beten.“ Über ihr Werk für Streicher und Frauenchor „Sans tambour ni trompette“ berichtet sie: „Mit neunzehn Jahren komponierte ich für meine Mutter eine Suite für Violine. Sie wurde nie gespielt. Während des 2. Weltkrieges in Limoge wurde ich eingela-

mierten Kirche in Limoge hatte ich die Möglichkeit, diese Idee umzusetzen. Und so entstand für das Musikfestival ein Werk aus je drei Teilen für Streicher und für Frauenchor. „Sans tambour ni trompette“ wurde erstmalig 1943 unter meiner Leitung in Chateauroux aufgeführt, einige Jahre später in Paris.“ Immer wieder war Paris der Ort der Einkehr. Dort lebt sie heute, unterrichtet, komponiert, gibt Konzerte, arbeitet mit jungen Menschen und vermittelt ihnen durch die Musik Lebensfreude und Überlebenskraft.

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Jugendmusikschule mit speziellem 5er-Abo für Erwachsene unter dem Motto: Es ist nie zu spät. Das Wort „Jugend“ im Logo der Jugendmusikschule Pforzheim mag nicht auf den ersten Blick verdeutlichen, dass dort auch Musikunterricht für Erwachsene und Senioren angeboten wird. Dabei steigt der Anteil des Erwachsenenunterrichtes Jahr für Jahr stetig und nachhaltig. Andreas Michel, Leiter der Jugendmusikschule.

Denn eines steht fest: Deutschland wird immer älter. Innerhalb der EU steht Deutschland an erster Stelle mit dem Anteil älterer Menschen über 65 Jahren: 20,4%, das sind 17 Mio. Menschen über 65 Jahren. Lag der Altersdurchschnitt in Pforzheim 2009 noch bei 43,3 Jahren, so soll er bis 2030 auf 46,1 Jahre steigen. Andererseits sinkt die Geburtenrate, die sich seit dem Jahr 1950 nahezu halbiert hat. Und kein Ende in Sicht. Die demografischen Veränderungen zeichnen sich auch in den Statistiken der Jugendmusikschule Pforzheim ab. Doch zu spät für den Einstieg in ein Instrument ist es nie, so Musikschulleiter Andreas Michel.

steigen möchten. So mancher möchte endlich einmal das Instrument erlernen, was er als Kind schon immer wollte. Angepasst an die oft knapp bemessene Zeit Berufstätiger bietet

sind bei Erwachsenen oft sehr hoch. Unsere Fachlehrer holen die Erwachsenen dort ab, wo sie gerade mit ihrem Können stehen.“ Das Angebot erstreckt sich über alle Instrumente bis hin zum Gesang. Aber auch in Instrumentalgruppen können sich Erwachsene und Senio-

Leiter des Orchesters: Wilfried Staiger.

Neueste Kreation der Jugendmusikschule ist ein 5er-Abo, das sich genau nach den Bedürfnissen von erwachsenen Musikschülern richtet. Schulleiter Andreas Michel spricht damit speziell Erwachsene an, die ihre Fähigkeiten vervollkommnen oder auch neu in das Musizieren ein-

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jedem frei gestellt. Die ersten fünf Anmeldungen erhalten von Musik-City Steinbrecher ein Leihinstrument kostenfrei für 5 Monate, alle weiteren solange Vorrat reicht, für jeweils einen Monat kostenfrei. Das reguläre Unterrichtsangebot der Musikschule kann dann in Anspruch genommen werden. „Wir möchten die Einstiegshürde so gering wie möglich machen, denn es ist nie zu spät mit einem Instrument zu beginnen“, so Schulleiter Andreas Michel und Frank Steinbrecher. „Die Anforderungen an sich selbst

die Musikschule ein Komplettangebot für 5 Unterrichtseinheiten ohne vertragliche Bindung. Die Unterrichtszeit kann individuell gestaltet werden. Ob im Einzelunterricht zu 45 Minuten für 170 Euro oder in der 2er-/3er-oder 4er-Gruppe zu 90, 60 oder 48 Euro pro Teilnehmer bleibt

Dr. Bernhard Elsässer.


Angebot für Erwachsene und Senioren Zusammenarbeit mit Musik-City Steinbrecher ren einbringen, wie beispielsweise im „Ensemble 2010“ unter dem musikalischen Leiter Herrn Wilfried Staiger. Er freut sich über jeden erwachsenen Musiker, der sich in der klassischen Musik betätigen möchte. Werke von Smetana bis Bach sind dort Bestandteil des Repertoires. Im Orchester zählt vor allen Dingen das Zusammenspiel, das Miteinander und die Freude an der Musik. Das Orchester probt donnerstags ab 9.30 bis 12.00 Uhr in der Musikschule. Man erwägt auch einen Abendtermin, um noch Berufstätigen den Einstieg zu ermöglichen. Die Teilnahme ist kostenfrei; eine Mitgliedschaft im Verein der Jugendmusikschule wird erwartet. Gründe, warum immer mehr Erwachsene in die Musikschule finden gibt es viele. So gibt es Menschen ab 30, die einfach zum Spaß ein neues Instrument erlernen möchtenohne Vorkenntnisse. Eine sinnvolle Beschäftigung quasi als „afterwork“Hobby. Abschalten vom Alltag ist hier inklusive, denn Musik bezieht den ganzen Körper mit ein. Der Geist lässt sich auf Melodien ein, die man endlich einmal nicht nur konsumieren, sondern auch selbst interpretieren möchte. Dabei spielt Körperbeherrschung eine ganz wichtige Rolle. Andere musizieren bereits in Musik- oder Gesangsvereinen und Musikgruppen und möchten einfach besser werden. Die Anforderungen im Laienmusikbereich sind enorm gestiegen und jugendliche Mitspieler haben meist eine optimale Musikausbildung an der Musikschule bereits genossen. Ein weiterer Grund kann aber auch sein, einfach einmal das Enkelchen musikalisch im Rahmen des Musikunterrichtes zu begleiten. Viele Omas und Opas bringen ihren Enkel zum Musikunterricht und wurden auf diese Weise zum Musizieren angeregt. Die Hemmschwelle im Erwachsenenalter liegt erfahrungsgemäß sehr

hoch; viel zu hoch, denn das Musizieren im Laienbereich hat neben der musikalischen Leistung einen entscheidenden Aspekt: den der reinen Spielfreude und des sozialen Miteinanders. Die Freude unter gleichaltrig Gleichgesinnten zu musizieren hält nicht nur „jung“, sondern schafft einen Freundeskreis, der gemeinsam den Übergang vom Erwachsenen- zum Seniorenalter vollziehen kann. Man muss immer wieder explizit erwähnen, dass, so lauten medizinische Studien, das Musizieren den kognitiven Abbau im Alter entscheidend verlangsamt. Das Denk- und Merkvermögen wird gefördert und trainiert, besonders auch die feinmotorischen Fähigkeiten von Hand und Extremitäten. Musizieren hat in der Behandlung von Demenz und Alzheimer einen festen Platz im Therapiekanon. Es ist also wirklich nie zu spät, mit dem Musizieren zu beginnen. Bei der Musikschule Pforzheim wird man Ihnen vertrauensvoll weiter helfen. Weitere Informationen über den Einstieg in das Musizieren für Erwachsene und Senioren unter: Jugendmusikschule Pforzheim, Deimlingstraße 12, Tel. 0 72 31/ 39 35 00 zu den üblichen Bürozeiten. Oder www.jugendmusik schule-pforzheim.de

Musikgeragogik – was ist das? Wir werden älter – das hat sich herumgesprochen. Und es hat sich auch herumgesprochen, dass Körper und Geist zusätzlich Nahrung benötigen, die nichts mit Brot, Obst und Gemüse zu tun hat. Wir sprechen hier von geistiger Nahrung, die notwendig ist, um unseren geistigen Körper am Leben zu erhalten. Das Thema Musik nimmt bei der Erfüllung dieser Aufgabe einen wesentlichen Stellenwert ein. Die Wissenschaft weiß es schon längst, merkwürdigerweise spricht es sich nur langsam herum, oder aber es wird als „nicht so wichtig“ verdrängt. Die zahlreichen Beispiele der geistigen Unterernährung von Gehirn und Psyche, die nicht durch Medikamente gesättigt werden kann, sprechen eine erschreckend deutliche Sprache. Die „Musikgeragogik“ kommt ins Spiel. Sie ist ein relativ junger Wissenschaftszweig, eine Fachdisziplin aus dem Bereich der Musikpädagogik, die bisher auf die Musikerziehung von Kindern und Jugendlichen ausgerichtet worden ist. Unter diesem Begriff Musikgeragogik ist eine Alterspädagogik mit dem Spezialbereich Musik eingerichtet worden, die sich als eigene weiterbildende Fachdisziplin versteht. Wir werden in der nächsten Ausgabe ausführlicher darüber berichten.


Die Sparkasse Pforzheim Calw informiert:

Musizieren stärkt das Gemeinschaftsgefühl Verein ObenAuf fördert seit fünf Jahren musische Bildung von Kindern

Die Bläserklasse des Maria von Linden-Gymnasiums Calw unter Leitung von Michael Hochsprung demonstrierte ihr Können nach nur einem Jahr Instrumental-Unterricht.

„Ein kleines Jubiläum in großem Rahmen“ feierte der Verein ObenAuf im Sparkassenhaus Pforzheim mit mehreren hundert geladenen Gästen und einem bunten Festprogramm. Vor fünf Jahren war ObenAuf gegründet worden, um die musische Bildung von Kindern und Jugendlichen zu fördern. „Dieses Ziel ist längst erreicht“, so Moderator Frank Krause, „ObenAuf hat seither mit großem Erfolg über 300 Projekte unterstützt. Und das ist Ansporn für Organisatoren und Sponsoren, auf diesem Weg weiterzumachen.“ strumentalklassen an Schulen bis hin zu offenen Projekten im Bereich bildender Kunst oder „School of Rock“ haben über 200 Sponsoren rund 300.000 Euro beigesteuert. Dies habe letztlich die Anschubfinanzierung von Projekten im Gesamtumfang von 1,1 Millionen Euro bewirkt – viel Geld und eine große Leistung für einen kleinen Verein, der 41 Mitglieder und viele Verbündete hat.

Dr. Helga Breuninger hielt den Festvortrag.

Landrat a.D. HansWerner-Köblitz blickte auf fünf Jahre ObenAuf zurück und hob besonders das Engagement von Geschäftsführer Helmut Wagner hervor.

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Wie erfolgreich die Arbeit von ObenAuf ist, das war beim Festabend im sprichwörtlichen Sinn sicht- und hörbar: Ein Kindergartenund ein Schulchor, eine Bläserklasse, ein Streichensemble und eine Preisträgerin von „Jugend musiziert“ zeigten mit ihren musikalischen Beiträgen eindrucksvoll, wie viel Freude Musik bereitet und wie gern und gut die Kinder und Jugendlichen sich damit beschäftigen. Sparkassenchef Dr. Herbert Müller versicherte in seinem Grußwort, wie wichtig der Sparkasse und auch ihm persönlich die Arbeit von ObenAuf ist und sagte für die Zukunft weiterhin eine positive Begleitung zu. Der Vorsitzende von ObenAuf, Landrat i. R. Hans-Werner Köblitz, konnte eine überaus erfreuliche Leistungsbilanz vorlegen. Für über 300 geförderte Projekte von der Früherziehung im Vorschulalter über In-

Beim ObenAuf-Wettbewerb hatte der Grundschulchor Bad Teinach-Zavelstein unter Leitung von Beate Stahl-Erlenmaier Platz zwei belegt.

Der Evangelische Kindergarten Dietlingen zeigte, welche Früchte die Früherziehung im Vorschulalter trägt.

Tatjana Sandhöfer (Alt-Saxophon) war bei Jugend musiziert erfolgreich und wurde bei der Festveranstaltung vom Streicherensemble der Musikschule Westlicher Enzkreis begleitet.

Für den Festvortrag hatte ObenAuf Dr. Helga Breuninger, die Vorsitzende der gleichnamigen Stuttgarter Stiftung, gewonnen. Die Volkswirtschaftlerin und Psychologin hat aus eigener Tätigkeit selbst viel Erfahrung mit bürgerlichem Engagement. Sie berichtete, wie die Musik von Kindesbeinen an bis zum heutigen Tag ihr Leben prägt und bereichert. Ihren Ausführungen hatte sie die kulturtheoretischen Überlegungen des Philosophen Hans Georg Gadamer zur Sprache und Musik sowie zu Hören und Verstehen zugrunde gelegt. In allen Menschen stecke ein tiefes Bedürfnis nach gemeinschaftlichem Erleben und Empfinden. Gemeinsam zu musizieren bedeute Aufgehen in der Musik. Wer gemeinsam musiziere, höre aufeinander und finde zur Harmonie, während aus Diskussionen häufig Streitgespräche entstünden. Gadamer habe deshalb die Musik als „Weltsprache jenseits aller Sprachen“ bezeichnet. Die Bedeutung des Musizierens, so Helga Breuninger, sei in der Hirnforschung wissenschaftlich nachgewiesen. Musizieren stärke die rechte Hirnhälfte, die für das ganzheitliche Verstehen komplexer Zusammenhänge zuständig ist, der Wert der Gemeinschaft könne dadurch erkannt werden. Diese Erkenntnis setzte Dr. Breuninger zum Schluss ihres Vortrags in die Tat um: Unter Leitung von Dieter Haag, Leiter der Musikschule Calw, stimmten die über 500 Gäste in der Sparkasse den Kanon „Bruder Jakob“ an – und hatten offensichtlich viel Freude dabei. Dankesworte von Barbara Casper, der stv. Vorsitzenden des Vereins, schlossen sich an. Das Gemeinschaftserlebnis wurde danach bei einem kleinen Empfang fortgesetzt.

Uta Volz M. A., Pressereferentin Sparkasse Pforzheim Calw


Dieses Geschenk passt immer! Da hat man sich mit den Weihnachtsgeschenken so viel Mühe gegeben, und hinterher gibt’s dann doch lange Gesichter – „Brauch’ ich nicht“, „Hab’ ich schon“, „Gefällt mir nicht“. Gar nichts falsch machen kann man mit einem Geschenkgutschein der Volkshochschule Pforzheim-Enzkreis. Damit legt man Sprachkenntnisse, Entspannung, Computerwissen, Kochkünste, Allgemeinbildung oder Gesundheit unter den Weihnachtsbaum – je nach Lust und Laune der Beschenkten. Denn diese können mit einem Gutschein beim größten Anbieter von Weiterbildung in der Region Nordschwarzwald aus einem riesigen Kursangebot aussuchen. In jedem Semester bietet die vhs weit über tausend Veranstaltungen in den verschiedensten Fachbereichen an. Und um das Geschenk noch attraktiver zu machen, packt die Volkshochschule zu jedem Geschenkgutschein noch ein praktisches Schreibset in einer ansprechenden Verpackung obendrauf! Ganz hoch im Kurs stehen bei vielen vhs-Teilnehmern neben den Kursen in den Bereichen Entspannung und Fitness die Sprachkurse. „Wir bieten über 300 Kurse in 20 Sprachen an. Das Spektrum reicht vom Intensivkurs für Anfänger bis zum Konversationskurs auf höchstem Ni-

veau“, erläutert vhs-Sprachreferentin Regina Titelius das Angebot. Die Vielfalt reicht von A wie Arabisch bis zu U wie Ungarisch, von Englisch mit über hundert verschiedenen Angeboten bis hin zu Niederländisch, das mit nur einem Kurs im vhs-Programm steht. Viele Sprach-

V o l k s h o c h s c h u l e

vhs

kurse werden von Muttersprachlern geleitet, die neben den Sprachkenntnissen auch ihren kulturellen Hintergrund in den Unterricht einbringen. Dass dieser Unterricht auch in pädagogisch-didaktischer Hinsicht auf einem hohen Niveau stattfindet, dafür sorgen die vier verantwortlichen vhs-Sprachreferenten und ein umfassendes kontinuierliches Fortbildungsangebot für die Kursleiter. In den kommenden Wochen bis Ende Januar beginnen an der Volkshochschule noch hunderte verschiedener Kurse aus allen Fachbereichen. Das neue vhs-Semester Frühjahr/Sommer 2012 mit rund 1.500 Kursen und Einzelveranstaltungen für den Zeitraum von Februar bis Juli beginnt am Montag, 27. Februar. Weitere Informationen zu den Geschenkgutscheinen und zu den Kursen gibt es bei der Volkshochschule Pforzheim-Enzkreis in der Zerrennerstraße 29, telefonisch erreichbar unter (0 72 31) 3 80 00. Das aktuelle Programm steht auch im Internet unter www.vhs-pforz heim.de. Dort können sich die Teilnehmer rund um die Uhr besonders komfortabel anmelden.

P f o r z h e i m - E n z k r e i s

G m b H

Sprachkenntnisse, Kochkünste, Fitness, Computerwissen, Entspannung … – mit einem vhs-Geschenkgutschein schenken Sie die freie Auswahl!

Z e r r e n n e r s t r. 2 9 75172 Pforzheim T e l e f o n : 0 72 31 3 8 0 0 0 E-Mail: info@vhs-pforzheim.de I n t e r n e t : w w w. v h s - p f o r z h e i m . d e


Die Sparkasse Pforzheim Calw informiert:

Expertentipp der Sparkasse Pforzheim Calw:

So schützen Sie Ihr Vermögen

Werner Reinhardt, Abteilungsdirektor Markt Hauptstelle Sparkasse Pforzheim Calw

Das Thema beschäftigt uns zurzeit täglich: viele Menschen fürchten angesichts der Finanzkrise um ihr Erspartes und fragen, was sie tun können. Zunächst einmal möchte ich Sie beruhigen: bei Sparkassen sind Spareinlagen in unbegrenzter Höhe garantiert. Sichere Anlagen wie das gute alte Sparbuch, verschiedene Sparpläne oder auch Fest- bzw. Tagesgeld erleben dadurch einen regelrechten Boom. Wichtig ist bei den aktuellen Turbulenzen an den Finanzmärkten nicht in Panik zu verfallen. Durch unüberlegte Verkäufe z.B. von Aktien oder Fonds, weil der Kurs gerade

fällt, handeln sie sich sonst unter Umständen massive Verluste ein. Man könnte auch die Chance auf günstige Kurse für sich nutzen und zukaufen. Genau umgekehrt ist es beim Gold, das aktuell einen horrenden Kursanstieg erlebt, also extrem teuer ist. Ein Einstieg ist deshalb gut zu überlegen. Denn wie lange dieser Trend anhält, ist kaum abzusehen. Dagegen ist eine solide Immobilie unter dem Aspekt der Altersvorsorge durchaus sinnvoll, zumal Häuslebesitzer sofort davon profitieren. Alternativ kann auch in Immobilienfonds investiert werden. Generell gilt für Anleger, dass eine breite Streuung ihres Vermögens auf

unterschiedliche Anlageformen sinnvoll ist und nicht alles auf eine Karte gesetzt wird. Dadurch fallen Schwankungen einzelner Werte nicht so sehr ins Gewicht. Vor allem sollte man gut überlegen, bevor man seine bisherige Vermögensanlage komplett umbaut. Wichtig dabei ist die Berücksichtigung der Gründe für die ursprüngliche Entscheidung und ob diese noch Gültigkeit haben. Ihr Sparkassenberater hilft Ihnen gern dabei. Unter Einbeziehung Ihrer persönlichen Wünsche und Ziele entwickelt er mit Ihnen gemeinsam ein zu Ihnen passendes Anlagekonzept. Vereinbaren Sie einfach gleich einen Termin.

PS-Gala 2012: Sonderpreis für PS-Sparer – Kostenloser Buszubringer Große Ereignisse werfen bekanntlich ihre Schatten voraus: Am 13. April 2012 geht ab 20 Uhr (Einlass ab 19.00 Uhr) im CongressCentrum Pforzheim wieder die beliebte PSGala über die Bühne. Und wieder einmal präsentiert die Sparkasse Pforzheim Calw ein Programm, das sich – im wahrsten Sinne des Wortes – sehen und hören lassen kann.

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B E S T E L L C O U P O N

Stargäste sind die von Funk und Fernsehen bekannten Pia Malo, Pa-

trick Lindner und Nicole. Durch den Abend führt Rainer Nitschke, Moderator bei SWR 4. Und gleich noch eine gute Nachricht: Für treue PS- Sparer kostet der Eintritt zur großen Gala-Show nur 19 Euro, der reguläre Preis beträgt 25 Euro. Pro PS-Sparer gibt es maximal zwei Eintrittskarten. Erhältlich sind sie ab Anfang Dezember im Kartenbüro im Pforzheimer Sparkassenhaus (Telefon 07231/1442442 oder www.ticket-pf.de), sie kön-

nen aber auch über die SparkassenGeschäftsstellen bestellt werden. Kostenloser Bus-Zubringer Um auch den Gästen aus den Bereichen Nagold, Calw, Oberderdingen und Mühlacker eine bequeme Möglichkeit zu bieten, an der PS- Gala teilzunehmen, organisiert die Sparkasse Pforzheim Calw einen kostenlosen Zubringer- Bus. Die Abfahrtszeiten werden rechtzeitig bekanntgegeben.

KARTENBESTELLUNG PS-GALA AM 13. APRIL 2012 IM CONGRESSCENTRUM PFORZHEIM

 Ich/wir bestelle/n

______ Karte/n zu 25,00 € ______ Karte/n zu 19,00 € – Sonderpreis für PS-Sparer – maximal 2 Karten pro Sparer.

Der Kartenversand erfolgt in der Reihenfolge des Bestelleingangs über die Geschäftsstellen der Sparkasse. Die Plätze sind nummeriert und pro Bestellung immer nebeneinander. Auslieferung an Geschäftsstelle ___________________________________________________________________ Name

Vorname

Straße/Hausnr.

PLZ/Wohnort

Bitte buchen Sie den Gegenwert von meinem/unserem Girokonto Nr. ________________

bei BLZ _________________ ab. Unterschrift des Bestellers ________________________


BAUVORHABEN

DER REGION:

Innovatives Seniorenzentrum

geht in Neuenbürg an den Start

Anfang 2012 wird das neue Seniorenzentrum Neuenbürg in der Trägerschaft des Ev. Diakonissenvereins Siloah bezugsfertig sein. Das hochwertig ausgestattete Haus wurde direkt neben den Enzkreiskliniken Neuenbürg errichtet. Die beiden Einrichtungen sind über einen Gang miteinander verbunden. Die 75 Heimplätze sind in 3 Wohnbereiche mit jeweils 25 Bewohnern aufgeteilt. Jeder Wohnbereich ist nochmals in je 2 Wohngruppen mit 12 bzw. 13 Bewohnern unterteilt. Durch dieses Wohngruppenkonzept können möglichst viele Tätigkeiten direkt im Wohnbereich stattfinden. Besonders der hauswirtschaftliche Bereich (kochen, backen, spülen) bietet dem Bewohner die Möglichkeit den Tagesablauf abwechslungsreich zu gestalten. Tischdecken, abräumen, Kaffee/Teekochen usw. sollen dazu beitragen, die noch vorhandenen Fähigkeiten der Bewohner zu fördern und eine gewisse Normalität der Lebensgewohnheiten zu leben. Die Mahlzeiten werden in Buffetform dargeboten und zum Teil von Bewohnern, den Mitarbeitern der Beschäftigungstherapie und zusätzlichen Betreuungskräften in den Wohnbereichen vorbereitet. Ein besonderes Wellness- Konzept (Wasser-Wärme-Wellness) ist in Planung und wird in Pforzheim und dem Enzkreis neue Maßstäbe setzen. Mehr dazu in den nächsten Ausgaben der „Generationen im Dialog“.

Das Seniorenzentrum Neuenbürg sowie das Altenpflegeheim Sonnhalde, das zukünftig mit ca. 35 Plätzen weiterbetrieben werden soll, stehen unter der selben Leitung. Die Auszeichnung mit dem „Grünen Haken“ für Verbraucherfreundlichkeit sowie die Zertifizierung nach dem Diakoniesiegel „Pflege“ werden im laufenden Jahr angestrebt. Beschreibung: EG: Im Eingangsbereich befindet sich die Cafeteria mit Sitzmöglichkeiten im Innen- u. Außenbereich, in der auch Gäste ihr Mittagessen einnehmen können. Der Betrieb des Nachmittagskaffees ist mit Unterstützung von ehrenamtlichen Helfern geplant. Das ruhige und gemütliche Lesezimmer mit bequemen Sesseln lädt zum Schmökern ein. Der geräumige Andachtsraum kann auch für größere Veranstaltungen genutzt werden. Ein Gruppenraum der Beschäftigungs- u. Kunsttherapie sowie Besucher- u. Behinderten-WCs stehen zur Verfügung.

Verwaltung, Besprechungsraum, Küche, Mitarbeiterumkleide- und Lagerräume komplettieren das EG. 1. – 3. OG: Die einzelnen Wohnbereiche verfügen über je 2 Aufenthaltsräume, 1 Wellness-Bad, 21 Einzel- u. 2 Zweibett-Zimmer. Jedes Zimmer verfügt über eine eigene Nasszelle (WC, Dusche, Waschbecken), ein elektrisches Pflegebett mit Nachttisch (Holz), einen Ein-

bauschrank sowie einen Tisch mit Stuhl. Die Fenster sind behindertengerecht extra niedrig angebracht u. mit elektrischen Rollos versehen. In je einem Aufenthaltsraum können die Bewohner im Rahmen der Beschäftigungstherapie auch selbst kochen u. backen. Auf den großzügigen Wohnbereichsloggien (je eine im Süden und eine im Norden) werden zukünftig neben Sitzmöglichkeiten auch Hasenställe zu finden sein. Außenanlage: Im unteren Gartenbereich werden Rundwege mit Sitzmöglichkeiten und ein Wasserquellstein angelegt. Eine große Terrasse ermöglicht Feierlichkeiten u. Cafeteriabetrieb im Außenbereich. Die Gartenbewässerung erfolgt durch unterirdische Regenwasserzisternen. Bei der Bepflanzung wird besonderen Wert auf eine ganzjährige, bienenfreundliche Blütenvielfalt gelegt.

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„Innovative Technologien in der Gesundheitswirtschaft“ – AAL Telemedizin Im Rahmen einer Vortragsreihe stellte die IHK Nordschwarzwald dieses Thema vor

Was versteht man unter unter „Ambient Assisted Living – AAL“? Sinngemäß ist es zu übersetzen mit „altersgerechte Assistenzsysteme für ein gesundes und unabhängiges Leben.“ Unter diesem Zeichen werden Konzepte, Produkte und Dienstleistungen verstanden, die neue Technologien und soziales Umfeld miteinander verbinden und

verbessern mit dem Ziel, die Lebensqualität für Menschen in allen Lebensabschnitten zu erhöhen. Dorothea Kuhlen, Geschäftsführerin der Firma TICO GmbH & Co. stellte zu Beginn ihres Vortrags die Forderung: „Wir brauchen einen Zukunftsplan. Eine Emnid-Umfrage belegt, dass zwei Drittel eigenständiges Wohnen im Alter von

Das besondere Wohnen

Ihr Mehr-Wert beim Bauen und Wohnen. Willkommen zuhause! 2. P Nachhaltigkeit und qualitätsorientiertes Bauen sind unser Credo. Genauso wie die Partnerschaft mit Fach- und Handwerksbetrieben aus der Region. Gemeinsam arbeiten wir mit hoher Kompetenz, Leidenschaft, Akribie und Verlässlichkeit. Unser Herzblut steckt dabei in unserer ideellen und unternehmerischen Zielsetzung: der Erfüllung der Wünsche und Bedürfnisse unserer Kunden.

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Das feinplanerische Denken entstand in unseren Wurzeln - der Schmuckindustrie. Seit 1996 schafft TICO neue Werte - mit werthaltigen Wohlfühlwelten! Unsere Beratung und unser Handeln sind geprägt von Service- und Dienstleistung, darunter verstehen wir, während der Bauzeit und im späteren Wohnen mitzudenken, mitzuplanen und zu unterstützen. Gemeinsam mit unseren Kunden erarbeiten wir die bestmögliche, innovativste, in die Zukunft gerichtete Lösung. Und deshalb ist TICO auch nach der Wohnungsübergabe immer ein verlässlicher Ansprechpartner! www.tico-wohnen.de Ihre Ansprechpartnerin: Dorothea Kuhlen, Dipl. Ing. (FH) Architektur | TICO GmbH & Co. KG | Goethestraße 35 | 75173 Pforzheim | T 07231 41 54 7-0 | F 07231 41 54 7-20

70 Jahren bevorzugen. Dabei wird von den Befragten die gute Erreichbarkeit täglicher Anlaufstellen und mögliche Hilfestellungen zu Hause von fast allen für wichtig gehalten. Hierfür sind Assistenzsysteme geeignet. “ „Technikunterstütztes Wohnen – selbstbestimmt leben Zuhause“ war das Thema eines diesjährigen Wettbewerbs, das vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend veranstaltet wurde. Hierbei erhielt die Firma TICO für ihre Gesamtlösung den 2. Preis. Zu diesem Thema nahm Kuhlen in ihrem Vortrag bei der IHK noch einmal Stellung: „Die Voraussetzung für einen reibungslosen Ablauf ist das Ineinandergreifen der verschiedenen technischen Hilfen wie Ti-box (Smart-Living-System) Zugangs- und Abrechnungssystem, Audio-Video-Anlage, Hausnotruf und TeleCare, die hier zum Einsatz kommen. Die Firma TICO wird in Kürze ein neues Projekt vorstellen, in dem die technischen Möglichkeiten für ein „intelligentes Wohnen“ in der Planung weitgehend berücksichtigt wurden. Wichtig ist es, neue Angebote am Projekt veranschaulichen zu können, und sich hierdurch über die praktischen Ausführungen von den Annehmlichkeiten überzeugen zu können. Heute stehen wir am Anfang der Entwicklung. Sicher werden im Laufe der Zeit in der Vielfältigkeit der Angebote auch Unterschiedlichkeiten in der jeweiligen Nützlichkeit zu finden sein. Aber hier liegt auch die Freiheit der persönlichen und individuellen Entscheidung.


Die Ambulante Pflege Schauinsland –

Vorteile eines ganzheitlichen Unternehmenskonzeptes Der Mensch als Individuum ist nicht mit einer Schablone zu erfassen Dank dieser Einstellung erhalten die Kunden im Sozialen Netzwerk Schauinsland ein persönlich auf sie zugeschnittenes Konzept. Ziel ist, jedem Menschen die individuellen Hilfen bereitzustellen, die an seine jeweilige Lebenssituation angepasst sind. „Daheim bleibt Daheim“ 1994 gründetet das Unternehmen einen eigenen ambulanten Pflegedienst. Getreu dem Motto „Daheim bleibt Daheim“ kommen die Mitarbeiter des Schauinslands seitdem auch zu den Kunden nach Hause. „Mit dem Herzen dabei“ ist Markus Beihofer, Leiter der

ambulanten Pflege. Die ihm und seinem Pflegeteam anvertrauten Menschen erhalten die größtmögliche Aufmerksamkeit, damit sie trotz Pflegebedürftigkeit in Würde am Leben teilnehmen können. Der Kunde bestimmt! Welche Leistungen in Anspruch genommen werden, legt alleine der Kunde fest. Pflegerische Leistungen, medizinische Behandlungen, hauswirtschaftliche Hilfen und natürlich „Essen auf Rädern“ können jederzeit gebucht werden. Auf Wunsch gibt es eine kostenlose Beratung durch erfahrene examinierte Kräfte. Gleiches gilt für die Beratung bei den zahlreichen finanziellen und tatsächlichen Unterstützungsmöglichkeiten, die es für pflegende Angehörige gibt.

„Was würde ich erwarten, wenn die Situation umgekehrt wäre?“ Neben einer professionellen Pflege stehen immer auch die Selbstbestimmung, Autonomie und Individualität der Kunden im Vordergrund. Hierfür und natürlich auch für die menschliche Zuwendung bieten die Rahmenbedingungen ausreichend Zeit. Und weil das Leben in ständiger Veränderung be-

griffen ist, werden die Dienstleistungen im Schauinsland auch immer wieder dem Wandel der Zeit angepasst. Das ganzheitliche Unternehmenskonzept macht hier ein schnelles Reagieren rund um die Uhr möglich. Es ist die Basis für das Pflegeleitbild aus dem auch das Schauinsland-Motto entstammt: „Was würde ich erwarten, wenn die Situation umgekehrt wäre?“.


BAUVORHABEN

DER REGION:

Wohnen mit Service

in Pforzheims

Auf dem sanft geneigten Grundstück zwischen Kantstraße und Dennachstraße entstehen in „Rufweite“ des Seniorenzentrums August-Kayser-Stiftung 30 Eigentumswohnungen mit jeglichem Komfort. Ideal für alle, die einen perfekt geschnittenen Wohnsitz oder eine verlässliche Kapitalanlage suchen. Die drei organisch geformten Baukörper kontrastieren auf reizvolle Weise mit der Gründerzeit-Architektur des August-KayserGebäudes sowie mit dessen geradlinigem, modernem Anbau des OlympiastadionMünchen-Architekten Günter Behnisch.

Bild unten: Die Lage am Südstadthang Pforzheims eröffnet einen weiten Blick über das Enztal.

Prägendes Prinzip: barrierefrei wohnen mit Service-Plus Jede der Wohnungen (52 – 121 qm Wohnfläche) hat einen Balkon oder eine Terrasse und ist selbstverständlich per Aufzug erreichbar. Einige der Wohnungen sind behindertengerecht ausgebaut und für Rollstuhlfahrer geeignet. Die großzügig geschnittene Tiefgarage im Kellergeschoss ist von allen drei Baukörpern aus über die Aufzüge erreichbar. Ein wichtiger Aspekt: Die zukünftigen Bewohner profitieren je nach Bedarf von der Nachbarschaft mit der August-Kayser-Stiftung: Sei es beim Besuch der Cafeteria oder des Gartens, seien es die zahlreichen Dienstleistungen, die von der Un-

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terstützung im Alltag bis hin zur pflegerischen Betreuung reichen. So stehen beispielsweise Plätze für die Tagespflege zur Verfügung, „Essen auf Rädern“ kann geliefert, hauswirtschaftliche Dienste können geleistet werden. Alles kein „Muss“, sondern Angebote, die nach Wunsch gegen Berechnung in Anspruch genommen werden können. In jedem Fall beschert die gute Nachbarschaft zur August-Kayser-Stiftung ein Plus an Sicherheit und Geborgenheit. Verlässliche Partner Initiatoren des Projekts sind die August-Kayser-Stiftung und die Baugenossenschaft Arlinger. Arlinger hat bereits zusammen mit dem Paul-Ger-


AUGUST KAYSER STIFTUNG

bester Südstadtlage

1OO JAHRE

Selbstbestimmt leben im Alter Der Vorstand des Fördervereins begrüßt und unterstützt dieses innovative Projekt (v. l. n. r. Hans-Carl Gerstung, Jürgen Berges, Dr. Thomas Haug).

hardt-Seniorenzentrum ein ähnliches Projekt realisiert, das auf begeisterte Resonanz stieß. Schon im Frühsommer 2011 soll für das Projekt „ServiceWohnen August Kayser“ der erste Spatenstich erfolgen, im Herbst 2012 werden die Wohnungen bezugsfertig sein. Alle Grundrisse sind übrigens

noch variabel. Wer sich für das Projekt interessiert, kann eine ausführliche Projektbeschreibung samt Kaufpreisen anfordern. Ansprechpartner: Wolfgang Glatz von der Baugenossenschaft Arlinger, Telefon 0723194 62-11, E-Mail: w.glatz@ arlinger.de

Wir werden a l l e ä l t e r.

Wir bieten die persönliche Betreuung und umfassende Pflege nach individuellem Bedarf • Mahlzeitendienste • Tagespflege • Kurzzeitpflege • Stationäre Pflege Altenhilfeeinrichtung August-Kayser-Str.23 75175 Pforzheim Telefon 072 31/ 96 60 - 0 Fax 072 31/ 65 00 32 info@august-kayser-stiftung.de www.august-kayser-stiftung.de

„6000er-DSL für meinen Highspeed-Laptop – die Arlinger-Leute verstehen was von seniorengerechtem Wohnen.“

Aber unsere Ideen nicht.

A r l i n g e r B a u g e n o s s e n s c h a f t

w w w. a r l i n g e r. d e

Josef Straka, Arlinger-Mieter seit 1971


Geschichten um den In jeder Ausgabe der Zeitschrift sind die Seniorenheime eingerahmt mit unterschiedlichen Texten der Bewohner zu den verschiedenen Themen. Daraus sind in der Zwischenzeit schon zahlreiche „Erinnerungen“ entstanden, die wir irgendwann einmal in kleinen Büchern und Themen zusammenfassen werden. Sicher gibt es bereits viele Erinnerungsbücher, aber speziell aus den Heimen ist es ein neuer Gesichtspunkt. Das nächste Thema für die erste Ausgabe im kommenden Jahr ist „Mein erstes Auto“. Wir sind sicher, dass hier viele lustige und erlebnisreiche Beiträge zusammenkommen. ATRIUM SENIORENPFLEGEHEIM Weihnachten in meiner Kinderzeit erzählt von Josef Schönecker Der Zauber des Weihnachtsfestes – wo ist er geblieben? Diese Frage stelle ich mir jedes Jahr aufs Neue. Meine Gedanken wandern zurück in meine Kindheit, so um das Jahr 1920. Dankbarkeit steigt in mir auf, wenn ich zurück blicke auf diese längst vergangenen Weihnachtsfeste. Und der Duft von Bratäpfeln steigt wieder in meine Nase. Ich lebte mit meinen Eltern und 3 Brüdern im Sudetenland. Da die damaligen Wohnverhältnisse sehr beengt waren, schliefen wir Kinder im

Wohnzimmer und die Großmutter hatte ihr Nachtlager in der Küche. In der Adventszeit backte meine Mutter Plätzchen und Christstollen. Sie ermahnte uns, ja nur keine jetzt schon zu essen. Doch kaum bot sich eine Gelegenheit, stibitzten wir ein paar. Bis Weihnachten war es doch noch sooo lange hin! Die Großmutter strickte derweilen fleißig Socken für alle. Endlich stand Weihnachten vor der Tür. Wir Kinder waren völlig aufgeregt, denn wir wussten nicht, ob das Christkind auch zu uns kommen würde. Traditionsgemäß gab es am Heiligen Abend Kartoffelsalat und

Fisch zum Essen. Als Nachtisch dann eingemachte Zwetschgen und Apfelstrudel und für die Erwachsenen einen, oder auch zwei Birnenschnäpse. Wir Kinder gingen zur gewohnten Zeit schlafen. An diesem Abend jedoch wurde vor unserem Bett ein Vorhang gespannt, der unser Schlafgemach zum Wohnzimmer hin abtrennte. Aus gutem Grund nämlich. Unsere Eltern stellten den Weihnachtsbaum erst in der Nacht, während wir schliefen, auf und schmückten ihn mit Kugeln, Strohsternen, Zuckerstücken und Kerzen. Sehr spät am Abend traf sich die Verwandtschaft bei uns und gemeinsam gingen die Erwachsenen dann zur Christmette. Als die Eltern so gegen 1 Uhr (nachts) zurückkamen wurden wir aufgeweckt. Bevor es die lang ersehnte Bescherung gab, sangen wir „Stille Nacht“. Wir bekamen große Augen, als wir unter dem Weihnachtsbaum ein wunderschönes Holzschaukelpferd stehen sahen! Ein Teller, gefüllt mit den selbst gebackenen Plätzchen unserer Mutter, und die selbst gestrickten Socken von der Großmutter fehlten da auch nicht. Das war eine Überraschung! Das Christkind hatte uns nicht vergessen! Unsere Augen strahlten um die Wette. Für uns gab es nichts Schöneres, als stundenlang auf dem Schaukelpferd zu reiten. SENIORENRESIDENZ BERGDORF Wir alle kennen – die meisten lieben – den Weihnachtsbaum. Die schöne, stolze Tanne, die ja bei uns im Schwarzwald beheimatet ist, begleitete mein Leben seit frühester Kindheit. Wie schön ist doch eine Wanderung im Hochsommer im Schwarzwald, wo stolze Tannen wohltuenden Schatten spenden. Im weichen Moos finden wir unter ihren Zweigen erquickende Rast. Im Dezember dieses Jahres werde ich


Weihnachtsbaum 84 Jahre alt und denke noch immer an meine früheste Kindheit, in der ich an der Hand meines geliebten Großvaters in unserem Brötzinger und Büchenbronner Wald am Morgen schon oft in aller Frühe dem Konzert der kleinen Sänger in den Tannenzweigen lauschte. Schon als kleines Mädchen durfte ich beim Schmücken unseres Weihnachtsbaumes mithelfen. Das war für mich immer wieder eine große Freude und Vorfreude auf das Fest aller Feste bei uns. An ein einziges Weihnachtsfest in meiner Kindheit ohne den so geliebten Weihnachtsbaum am Heiligabend werde ich mich immer besonders erinnern. Ich war fünf Jahre alt, als die Großmutter väterlicherseits sehr krank war und unter großen Schmerzen einen Tag vor Heiligabend im Alter von 52 Jahren von uns ging. Da dachte niemand von der Familie daran Weihnachten zu feiern. Selbst ich nicht! Später, als ich zwölf Jahre alt war, bekam ich als bisheriges Einzelkind noch einen Bruder. Er ist heute einen Kopf größer als ich – trotzdem ist er noch immer für mich „mein kleiner geliebter Bruder“! Leider ist unser lieber, humorvoller Papa in Russland gefallen. Das war wie ein Weltuntergang für Mutter und für mich. Trotzdem haben wir für unseren kleinen Schatz die Tradition mit dem Weihnachtsbaum aufrecht erhalten und Heiligabend unter dem Christbaum verbracht. Als ich dann älter war, habe ich, als große Schwester, mich als „Christkind“ versucht. Sorgfältig hüllte ich mich in ein von meiner Tante Else gespendetes, mir etwas zu kurzes, weißes Nachthemd ein. Ein kleiner Schleier verhüllte zart mein Gesicht. Geredet hat das „Christkind“ wenig. Unser kleiner Hans-Peter war ein gemütliches, aufgewecktes Kerlchen. Er war ruhig wie fast immer. Er musterte das Christkind von Kopf bis Fuß, sagte

sein Verslein auf und sein Blick galt aufmerksam den Schuhen des Christkinds. „Au weia“, dachte ich da bei mir! Als sich das „Christkind“ verabschiedet hatte und gegangen war, sagte er zu Mutti: „Mutti, Ola hat

keine Schuhe mehr, das Christkind ist mit ihnen fortgegangen!“ Wieder einmal waren wir so froh, dass wir unseren kleinen Schatz hatten! Es wurde dann noch ein schöner, harmonischer Heiligabend.

In einer großzügig angelegten Parklandschaft am Ortsrand von Öschelbronn finden Sie unsere Einrichtung, die auf der Grundlage des anthroposophischen Menschenbildes geführt wird.

Wohnen selbstständig und betreut in Appartements unterschiedlicher Größe

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Gastpflege ambulant betreut, z.B. als Verhinderungspflege Natur großzügige Parkanlage

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Ambulanter Dienst Alten-und Krankenpflege daheim

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Geschichten um den Ein ganz anderes Weihnachten erlebte ich während eines Aufenthaltes in Kamerun, im Herzen von Afrika, 1984. Unsere Tochter, die mit ihrem Mann, der damals im Entwicklungsdienst dort tätig war, hatte in Ermangelung eines Tannenbaumes einen großen Zweig einer Baumwollpflanze mit selbstgedrehten Wollkugeln geschmückt. Das sah für uns ungewohnt aus, hat aber auch seinen Zweck erfüllt. Nun werde ich hier im Haus Bergdorf – wenn ich es erlebe – am kommenden Weihnachtsfest unter einem wahrscheinlich größeren Weihnachtsbaum „Stille Nacht, heilige Nacht“ singen. Was heißt bei mir schon singen? Leider wurde mir diese Gabe nicht in die Wiege gelegt. Beim Gedichte verfassen und Geschichten zu Papier bringen wurde ich dafür nicht so stiefmütterlich bedacht! Lore Denk, SR Senioren-Residenz, Haus Bergdorf AUGUST-KAYSER-STIFTUNG Geschichten von den Tagespflegegästen: Frau G. (Jg. 34): Alle unsere Tannenbäume waren mit bunten Kugeln, Kerzen und Lametta geschmückt. In einem Jahr, als mein

Mann und ich am 23.12. von der Gutenbergstraße in die Oranierstraße umgezogen sind, haben wir unser gesamtes Hab und Gut zusammen auf einen Lastwagen geladen. Der Umzug kam für uns etwas

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überraschend. An diesem Tag war der Brauhaus-Lastwagen gerade frei und wir durften ihn benutzen, weil mein Mann dort arbeitete. So kam es, dass wir unseren Christbaum, der schon geschmückt war zuoberst auf den Wagen geladen haben. Da haben die Leute aber geschaut. Und das Tollste – keine Kugel ist kaputt gegangen. Nun fällt mir noch etwas ein: Mein Vater arbeitete seinerzeit als Heizer in der Kaserne. Er hatte einen Tannenbaum geschlagen und im Keller der Kaserne gelagert. Kurz vor Weihnachten hat mein Vater eine Lungenentzündung bekommen und konnte nicht mehr aufstehen. Er hat mich zur Kaserne geschickt, damit ich den Baum aus dem Keller holen sollte. Bei der Kaserne fiel mir ein Polizist auf. Wie der Vater gesagt hatte, schleppte ich den Baum, der nicht einmal zusammen gebunden war, auf dem Buckel nach Hause. Der Polizist verfolgte mich. Zuhause angekommen stellte mich der Polizist und fragte, warum ich den Baum gestohlen hätte. Ich, nicht verschrocken, schickte den Polizisten kurzerhand ins Haus hinein, damit der meinen Vater selbst fragen konnte, was es mit dem Baum auf sich hatte. Herr R. (Jg. 30): in der Vorkriegszeit gab es die Möglichkeit große Tannen oder Fichten am Kupferhammer abzuholen. Nach dem Krieg habe ich bei einem arbeitslos gewordenen Uhrmacher einen Baum gekauft, den er am Seehaus geholt hatte. Das hat mir und ihm was eingebracht.

Der Baum wurde geschmückt mit dem, was wir zusammen gesucht hatten, vor allem Kerzen. Am meisten Spaß hat mir gemacht, wenn ich durchs Schlüsselloch gespickelt habe, um den geschmückten Baum zu sehen. Frau L. (Jg. 33): Als Kind hatte ich immer große Angst vor dem Weihnachtsmann. Wenn ich die Glocke hörte und Geräusche von seiner Rute an der Tür, dann versteckte ich mich im Schlafzimmer der Eltern. Wenn der Weihnachtsmann fragte:

„Wo sind die Kinder?“ Musste ich wieder aus meinem Versteck herauskommen und ein Gedicht sagen. Fast hätte ich keinen Ton heraus gebracht vor Angst. Einmal hab ich genau auf seine Schuhe geschaut. Da hab ich erkannt, dass ich die Schuhe kenne. Von da an war meine Angst nicht mehr so groß. Gesammelt und aufgeschrieben von Vera Schaan, Sozialdienst der August-Kayser-Stiftung CASA REHA Meine schönste Geschichte rund um den Weihnachtsbaum erzählt von Bernhardine Huhn. Ich erinnere mich noch an ein sehr schönes Weihnachtserlebnis etwa im Jahre 1936; ich war 15 Jahre alt. Wir Kinder durften zu Weihnachten immer unsere Wünsche äußern. Ich wünschte mir sehnlichst etwas zum Anziehen. Laut Aussage meiner Mutter war ich in dieser Hinsicht sehr anspruchsvoll, auch als Kind. Ich wollte schon immer Mode-


Weihnachtsbaum zeichnerin werden. Doch Vaters Meinung war, dass eine Frau in den Haushalt gehöre, wie das eben so war – früher. Nur der Bruder durfte die höhere Schule besuchen. Also freute ich mich schon im Vorfeld auf etwas ganz spezielles Modisches zum Anziehen. So kam nun der 24. Dezember, und wir aßen das traditionelle Heilig-Abend-Essen: Kartoffelsalat mit Wiener Würstchen. Wie üblich war das Wohnzimmer verschlossen und wir warteten gespannt, bis wir eintreten durften. Auch freute ich mich darauf, endlich von den feinen Weihnachtsplätzchen naschen zu dürfen, die Mutter jedes Jahr in einem großen, weißen Emaille-Eimer im Keller versteckt hielt. Vater und ich gingen dem guten Geruch nach und fanden

die Plätzchen. Wir konnten natürlich nicht widerstehen und naschten öfter davon, was Mutter sehr verärgerte. Endlich war es dann soweit , und wir Kinder durften in das weihnachtlich geschmückte Wohnzimmer. Wie jedes Jahr war der Baum wieder sehr schön geschmückt mit Engelhaar, Vögeln, Glöckchen und Sängerfiguren. Auch Essbares hing da: Schokoladenherzen und -ringe mit Liebesperlen bedeckt. Jedes Kind bekam noch einen extra Teller mit vielen Süßigkeiten. Nun waren wir aber sehr gespannt auf unsere Geschenke. Da lag für mich eine hellblaue Angoramütze und eine Kristall-Garnitur für den Waschtisch, der damals in jedem Schlafzimmer stand, unter dem Weihnachtsbaum.

Mein 9-jähriger Bruder hatte sich sehnlichst ein Fahrrad gewünscht und seine Blicke wanderten suchend durch das ganze Wohnzimmer. Doch weit und breit war keins zu sehen. Ich erinnere mich auch heute noch an sein enttäuschtes Gesicht. Doch wir wussten beide nicht, dass unsere Eltern das Fahrrad unter einer Tafeldecke versteckt hielten, und den Jungen nur noch ein wenig zappeln lassen wollten. Doch irgendwann konnte selbst mein Vater die Enttäuschung in seinem Gesicht nicht mehr aushalten und zog mit einem schnellen Ruck die Tischdecke vom Fahrrad weg. Da war die Freude groß. Mein Bruder strahl-


Geschichten um den te zuerst übers ganze Gesicht und dann kamen ihm auch noch die Tränen. Wir waren alle so gerührt, dass wir mitweinten. In diesem Moment waren meine eigenen Geschenke zweitrangig, alle haben sich mit dem Bruder gefreut. Mir ist diese Geschichte deshalb so sehr in der Erinnerung haften geblieben, weil mein Bruder mit 18 Jahren im 2. Weltkrieg gefallen ist. Aufgeschrieben von Ursula Walter, Sozialer Dienst DRK-SENIORENZENTRUM Eine Bewohnerin erzählt: Unseren Kindern erzählten mein Mann und ich oft lachend von dem Weihnachten, zu dem wir uns unseren ersten neuen Christbaumständer kauften. Als wir unseren Haushalt gründeten, waren wir jung und hatten noch kein Geld. Also haben wir alle Angebote von Verwandten und Freunden angenommen, doch deren alten, ausgedienten Hausstand in unserem neuen noch eine Chance zu geben, bevor diese Dinge entsorgt werden sollten. So war das denn auch mit dem Christbaumständer. Meine Schwiegereltern hatten noch einen Dreifuß aus Metall auf dem Dachboden gehabt, der uns dann noch zwei weitere Jahre gute Dienste geleistet hatte. In diesem Jahr aber beschlossen wir uns einen neuen, moderneren zu kaufen. Also gingen wir los und holten uns einen mit Keramikschale und Metallhalterung. Das Stellen des Christbaums ging mit diesem auch viel leichter, und man musste den Baum dann auch nicht mehr festbinden. Auch die Weihnachtsgeschenke für unsere beiden Kinder konnten ihn nicht in seinem Stand beeinträchtigen. Und das Beste war: Die Katze brauchte zu dieser Zeit kein frisches Wasser in ihrem Napf, denn das

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Gießwasser für den Baum schmeckte besser. Wir ließen dann den Baum bis zum Schluss der Weihnachtszeit bis Marie Lichtmess, stehen, denn durch das Wasser nadelte er erst spät. Um dann beim Abbauen die doch fallenden Nadeln nicht in der Wohnung zu verteilen, beschlossen wir, den Baum zum Fenster raus zu werfen. Kurz und gut: Ich passte auf dem Gehweg auf, und mein Mann packte herzhaft an. Ruck zuck raus – und ich hörte Scherben klirren! Wir hatten doch tatsächlich vergessen, den Christbaumständer zu entfernen. Als die Fracht aus dem zweiten Stock auf dem Gehsteig aufkam, zerschellte dieser natürlich in zig Scherben. Nach dem gegenseitigen Versprechen, an den Ständer zu denken, kauften wir im nächsten Jahr wieder so einen Christbaumständer. SENIOREN-RESIDENZ GOLDENE PFORTE Erinnerungen aus meiner Kindheit an die Weihnachtszeit Ich bin ein echter Silvester-Scherz aus dem Jahre 1919. Meine ersten Erinnerungen liegen ca. 85 Jahre zurück – ich nenne sie „Gedankensplitter“. Erst in der Adventszeit (und nicht wie heutzutage jetzt schon gleich nach den Sommerferien) wurde die Weihnachtskiste vom Speicher geholt. Darin waren sorgsam Lametta, Glaskugeln, andere Aufhänger, kleine Fensterbilder, Krippenfiguren und dergleichen mehr aufbewahrt. Ein großer Adventskranz wurde selbst gebunden und im Zimmer aufgehängt. Ab dem 1. Dezember wurde vom Adventskalender täglich ein Fenster geöffnet, abwechselnd von meiner Schwester und mir. Abends wurden kleine Geschichten vorgelesen oder Gedichte und Lieder geübt. Die ers-

ten Plätzchen wurden gebacken, Zimtsterne und Honigkuchen ausgestochen, wobei der Teig wohl immer das Beste war!!! Absoluter Höhepunkt war ein Besuch bei Verwandten in Magdeburg, verbunden mit einem Theaterbesuch für Kinder, zum Beispiel: „Peterchens Mondfahrt“ .Dazu kam dann die weihnachtliche Festbeleuchtung, die wir bei uns auf dem Dorfe nicht kannten. Zu Hause lag an manchen Tagen mal ein Lametta-Fädchen am Boden. Wie kam das wohl dahin? Oder eine Puppe war verschwunden, deren Porzellankopf kaputt war, sie war wohl beim Puppendoktor. An Mutters Nähmaschine wurden einem bei der Anprobe irgendeines Kleidungsstückes die Augen verbunden. Was konnte das nur sein? Die Tür zum Weihnachtszimmer war verschlossen und auch das Schlüssellochgucken gab kein Geheimnis preis. Vater brachte den Weihnachtsbaum. Geschmückt wurde er von den Eltern. Später durften wir dann mithelfen. Der Heiligabend war wohl der längste Tag für uns Kinder, bis endlich das Glöckchen zur Bescherung ertönte. Nun durften wir eintreten, mehr oder weniger stockend unser Gedicht aufsagen und endlich staunend vor dem Lichterbaum stehen. Bei uns gab es auch kleine Süßigkeiten. Jeder fand einen bunten Teller an seinem Platz. Auch wir Kinder hatten Päckchen für die Eltern und endlich war auch das Geheimnis von der Nähmaschine gelüftet. Da mir jedes Mal schlecht wurde, hieß es, ich hätte mich überfreut, nicht über(fr)gessen. Mir würden noch viele Gedankensplitter einfallen. Am Ende bleibt mir nur eine tiefe Dankbarkeit für eine so liebevolle Kindheit im Elternhaus, die ich wohl erst jetzt richtig zu schätzen weiß. Damals war alles so selbstverständlich. Heute hilft es mir, mit über 90 Jahren das Leben so dankbar anzunehmen. Johanna Falk


Weihnachtsbaum HAUS HECKENGÄU Die Tannenbaum-Bescherung Eine Bewohnerin erzählt: „Meine Großmutter legte in der Vorweihnachtszeit immer Tannenzweige und Äpfel auf den großen Herd, so dass das ganze Haus nach Wald und Bratapfel duftete. Dazu knisterte im offenen Ofentürle das Holzfeuer so anheimelnd, dass wir Kinder oft zur Großmutter gingen, zumal es dann immer noch die Bratäpfel gab. Die Tannenzweige lagen neben der Eingangstüre auf einem Stapel vor dem Haus bereit. Am 24. Dezember besuchten wir Kinder schon früh morgens die Großmutter, die aber noch einmal weg musste zum Einkaufen. Da sie den Herd bereits angefeuert hatte, aber noch keine Tannenzweige darauf lagen, gingen wir Kinder vor

die Haustür und suchten die Zweige, fanden aber keine. Ein buschiger Tannenbaum lag da, also rissen wir die Zweige ab, die wir mit unseren kleinen Kräften losbekamen, und brachten sie in die Küche. Bald duftete es wie gewohnt, und die Großmutter kam vom Einkauf zurück und hatte noch viel zu tun. Wir Kinder warteten auf den Großvater, mit dem wir den Weihnachtsbaum schmücken sollten. Endlich stapfte er brummend herein und zog einen arg zerfledderten Tannenbaum hinter sich her. „Nichts kann man mehr vor der Tür liegen lassen, ohne dass sich jemand daran vergreift!“, zürnte er wütend. Die Großmutter blickte erschrocken von ihrer Hausarbeit auf, sah uns Kinder be-

treten dastehen, blickte auf die Zweige, die auf dem Ofen ausgebreitet lagen und zählte zwei und zwei zusammen. Sie stand auf und schaute sich die Bescherung genauer an: vor allem an der Spitze fehlten Zweige, die sich leichter hatten abreißen lassen. „Komm Vadder, da können wir noch was retten! Wir nehmen Zweige von unten und du setzt sie oben ein.“ So wurde es dann gemacht, denn der Großvater war ein richtiger Künstler im Weihnachtsbaumausgleichen: Er kürzte den Baum oben und unten, bohrte Löcher wo Zweige fehlten und setzte dafür andere ein. So war der Baum viel kleiner als sonst, aber weil wir Kinder ihn mit dem ge-


Geschichten um den

Weihnachtsbaum

samten Weihnachtsschmuck besonders liebevoll behängten, glänzte er so wunderschön, dass man von den ersetzten Ästen gar nichts mehr sah. Und oben auf die gekürzte Spitze kam ein großer Stern mit viel Engelshaar. Für uns Kinder war er der schönste Weihnachtsbaum, den wir je hatten.“ HEIM AM HACHEL ....es war einmal – eine lustige Geschichte (erzählt von einer Bewohnerin unseres Hauses): Beim Aufräumen des Dachbodens -– ein paar Wochen vor Weihnachten – entdeckte mein Vater in einer Ecke einen ganz verstaubten, uralten Weihnachtsbaumständer. Es war ein besonderer Ständer mit einem Drehmechanismus und einer eingebauten Spielwalze. Beim vorsichtigen Drehen konnte man das Lied „Oh du fröhliche“ erkennen. Das musste der Christbaumständer sein, von dem Großmutter immer erzählte, wenn die Weihnachtszeit herankam. Das Ding sah zwar fürchterlich aus, doch da kam Vater ein wunderbarer Gedanke. Wie würde sich Großmutter freuen, wenn sie am Heiligabend vor dem Baum säße und dieser sich auf einmal wie in uralter Zeit zu drehen begänne und dazu „Oh du fröhliche“ spielte? Nicht nur Großmutter, die ganze Familie würde staunen! Es gelang ihm, mit dem antiken Stück ungesehen in seinen Bastelraum zu verschwinden. „Gut gereinigt, eine neue Feder, dann müsste der Mechanismus wieder funktionieren“, überlegte er. Abends zog er sich jetzt geheimnisvoll in seinen Hobbyraum zurück, verriegelte die Tür und werkelte. Auf neugierige Fragen antwortete er immer nur: „Weihnachtsüberraschung!“ Kurz vor Weihnachten hatte er es geschafft.

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Endlich war Heiligabend. „Den Baum schmücke ich alleine“, tönte Vater. So aufgeregt war er lange nicht mehr. Echte Kerzen hatte er besorgt, alles sollte stimmen. Vater schleppte für Großmutter den großen Ohrensessel herbei. Feierlich wurde sie geholt und zu ihrem Ehrenplatz geleitet. Die Stühle hatte er in einem Halbkreis um den Tannenbaum gruppiert. Die Eltern setzten sich rechts und links von Großmutter, die Kinder nahmen außen Platz. Jetzt kam Vaters großer Auftritt. Bedächtig zündete er Kerze für Kerze an, dann noch die Wunderkerzen. „Und jetzt kommt die große Überraschung!“, verkündete er. Langsam drehte sich der Weihnachtsbaum, hell spielte die Musikwalze „Oh du fröhliche“. War das eine Freude! Oma hatte Tränen der Rührung in den Augen. Immer wieder sagte sie: „Wenn Großvater das noch erleben könnte! Dass ich das noch erleben darf!“ E. Apfelbach Leitung Soziale Dienste JOHANNESHAUS ÖSCHELBRONN Woher kommt der Weihnachtsbaum? Diese Frage bewegt seit Jahren den inzwischen siebenjährigen Johann. So ein schöner Baum mit all den Kringeln, Silberkugeln und Kerzen kann unmöglich im Walde wachsen. Die Mutter erklärt ihm: „Der Weihnachtsmann holt den grünen Tannenbaum aus dem Wald, dann schmückt er ihn in unserem Wohnzimmer und legt noch ein paar Gaben darunter für die ganze Familie. Er freut sich, wenn du nicht neugierig durchs Schlüsselloch guckst, denn es soll am Heiligen Abend eine richtige Überraschung für alle sein.“ „Oh je!“ denkt Johann, „er hat also bemerkt, dass ich durchs Schlüssel-

loch geluchst habe!“ Dann macht er sich einen Plan. Wenn er schon nicht durchs Schlüsselloch sehen darf, dann will er wenigstens einmal beobachten, wenn der Weihnachtsmann den Baum aus dem Wald holt. Er lässt sich von Mutter beschreiben, aus welchem Waldstück die Weihnachtsbäume geholt werden und macht sich drei Tage vor dem Heiligen Abend auf den Weg dorthin. Eine riesige Tanne mit herabhängenden Zweigen steht gleich zu Anfang an dem Waldstück, wo viele kleine und größere Bäume schon auf den Weihnachtsmann warten. Am liebsten hätte er sich gleich den schönsten Baum ausgesucht, doch das darf er nicht, das muss er dem Weihnachtsmann überlassen. Auch weiß er, er darf sich nicht sehen lassen, denn wer neugierig ist, bekommt nichts, hat die Mutter gesagt. Also versteckt er sich unter der großen Tanne, die wie ein Wächter die vielen Tannen bewacht. Da liegt er ganz still. Der Abend kommt, der Mond beglänzt den Wald und schenkt auch den Nadeln der vielen vielen Zweige ein feines Glitzern. Ob es Vorboten sind für das größere Leuchten und Glänzen am Heiligen Abend? Johann ist voll Vorfreude. Doch schließlich wird er müde und schläft unter der riesigen Tanne ein. Im Traum sieht und hört er, wie der Weihnachtsmann mit seiner kleinen silbernen Axt einige Tannen fällt. Kleine Engel helfen ihm, den Baum aufzustellen und auszuschmücken. Johann lacht vor Freude, wenn er sieht, wie sie mit einer Kugel oder einer Nuss in ihren zierlichen Händen den Baum umflattern, diese befestigen und mit kleinen Flügelschlägen wieder nach unten sausen,


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Geschichten um den um aus dem Sack des Weihnachtsmannes rasch ein neues Stück holen. Im Morgendämmern kriecht Johann, steifgefroren aus seinem Nachtquartier hervor. Hat er den Weihnachtsmann verschlafen? Traurig und hungrig läuft er nach Hause zurück. Dort hat man ihn vergebens gesucht. Der Vater will mit ihm schimpfen, doch die Mutter nimmt den Halberfrorenen in den Arm „Johann, wo warst du?“, fragen beide. Da laufen ihm die Tränen über die Backen, während er schluchzt: „Ich wollte doch so gern mal zugucken, wenn der Weihnachtsmann unseren Baum aus dem Wald holt. Da bin ich eingeschlafen und habe ihn verpasst!“ Mutter tröstet ihn: „Denk mal, er ist inzwischen dagewesen und hat einen schönen Baum ins Wohnzimmer gestellt. Zum Schmücken hatte er keine Zeit dieses Jahr. Das sollen wir diesmal selbst besorgen. Er meinte, du wärst nun groß genug, um dabei zu helfen.“ Da trocknete Johann seine Tränen und die verlorene Weihnachtsfreude kehrte tröstend in sein Kinderherz zurück. Friederike Michelsen HAUS MAIHÄLDEN Frau B., eine Bewohnerin unseres Hauses erzählt aus ihrem ostpreußischen Heimatort, nahe der litauischen Grenze. Sie erinnert sich gerne an Weihnachten 1935 und erzählt von ihren Erinnerungen und Eindrücken. Unser Weihnachtsbaum wurde alljährlich mit viel Liebe und Sorgfalt in der Adventszeit ausgesucht. Das Wohnzimmer wurde teilweise ausgeräumt, um dem Weihnachtsbaum einen gebührenden Platz zuweisen zu können. Unser Baum wurde ganz traditionell geschmückt mit vielen Sternen, echten Wachskerzen, bunten Kugeln

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und Figürchen und ein wenig Lametta. In manchem Jahr kam auch neuer Baumschmuck hinzu, unser Baum war aber eher immer dezent und der Zeit entsprechend geschmückt. Am Heiligen Abend stand ich mit meiner jüngsten Schwester in der Küche und wir tanzten vor Aufre-

gung und Freude. Wir konnten es kaum erwarten bis zur Bescherung und warteten sehnsüchtig auf das Klingeln des Glöckchens. Als es endlich soweit war und wir das Wohnzimmer betreten durften, war dort alles vorbereitet, die Geschenke und Tellerchen waren abgedeckt und unsere Spannung wuchs. Der Weihnachtsbaum erstrahlte in hellem Glanz. In unserem Wohnzimmer stand auch ein Harmonium und vor der Bescherung sangen wir zuerst wunderschöne Weihnachtslieder und wurden von meiner Schwester auf dem Harmonium begleitet. Da wir eine sehr große (ich war die vierte von fünf Geschwistern) und musikalische Familie waren, klangen unsere dreistimmigen Weihnachtslieder durch das gesamte Haus, so dass auch die Mitbewohner des Hauses die Weihnachtsmusik genießen konnten. Dazwischen trugen meine jüngste Schwester und ich unsere vorbereiteten Weihnachtsgedichte vor. Wir standen dabei vor dem Weihnachtsbaum und machten artig einen Knicks. Schließlich folgte die Bescherung. Alle abgedeckten Geschenke und

Tellerchen wurden aufgedeckt. Auf den Tellerchen lagen Pfefferkuchen, Marzipan und einige andere Süßigkeiten und die Geschenke waren bescheiden, vorwiegend in Handarbeit gefertigt: Strümpfe, Schals oder auch einen Pullover. Welch eine Freude und Dankbarkeit wir spürten – auch unseren Eltern gegenüber, die sich solche Mühe gemacht hatten! Mit glänzenden Augen saßen wir noch lange gemütlich vor unserem Weihnachtsbaum. SENIORENZENTRUM PAUL GERHARDT Nun war es bald wieder soweit. Die Adventszeit war angebrochen. Bald würde der Förster kommen und die schönsten Tannenbäume markieren. Jede Tanne, die so eine Markierung hatte, wurde auf dem großen Christbaummarkt verkauft. Es war der Traum aller Tannen, an Heiligabend herrlich geschmückt in hellem Licht zu erstrahlen. Das große Wetteifern hatte begonnen. Jede wollte die Schönste sein. Die Kiefer sagte zu ihrer Nachbarin der Blautanne: „Schau mich an. Ich bin die Schönste. Meine Zweige tragen ein dichtes Nadelkleid und mein Stamm ist fast kerzengerade.“ „ Du sagst es“, erwiderte die Blautanne eingebildet. „Fast kerzengerade! Aber eben nur fast! Und was deine Nadeln betrifft, meine sind viel dicker, und außerdem haben sie diesen unnachahmlichen blauen Glanz.“ „Hört auf zu streiten“, meldete sich die Nordmanntanne zu Wort. „Es ist überhaupt keine Frage, wer die schönste Tanne ist. Das kann nur ich sein.“ Um ihren Worten den nötigen Nachdruck zu verleihen, reckte sie sich so weit wie möglich in die Höhe. „Was soll das, die Allerschönste bin immer noch ich“, sagte die Weißtanne und streckte ihre ausladenden Zweige weit auseinander. Da meldete sich


Weihnachtsbaum eine kleine Kiefer, die ganz am Rande stand. „ Warum streitet ihr euch eigentlich. Ihr seid doch alle schön. Ihr werdet alle zum Christbaummarkt kommen.“ „Ja, da hast du recht“, meinte die Blautanne selbstgefällig. „Im Gegensatz zu dir, sind wir wahre Schönheiten. Mit uns kannst du nicht mithalten. Du bist viel zu klein und zu mickrig.“ Die anderen Tannen brachen in schallendes Gelächter aus. Die arme kleine Kiefer ließ traurig ihre Zweige hängen. Was konnte sie denn dafür, wenn sie nicht so stattlich gewachsen war wie die anderen. Sie würde nie ein richtiger Christbaum sein, und zum Zeichen ihrer Traurigkeit ließ sie auch noch ihre Spitze hängen.

Einige Tage später kam der Förster, um die Tannenbäume zu markieren. Den Christbaumverkäufer hatte er gleich mitgebracht. Die zwei Männer wurden sich schnell einig. Der Christbaumverkäufer nahm alle, bis auf eine. „Die bleibt hier“, sagte er, „die kann ich nicht verkaufen.“ Die Bäume wurden einer nach dem anderen gefällt und auf den Lastwagen geladen. Bevor sie ihre Reise antraten, riefen sie der kleinen Tanne zu: „Siehst du, wir haben es dir gleich gesagt! Du bist einfach zu hässlich für einen Christbaum!“ Dann waren sie alle weg. Einsam und verlassen stand sie da, die arme kleine Kiefer. In ihrer Verzweif-

lung fing sie laut zu weinen an. Sie weinte so laut und so bitterlich, dass es bis nach Lappland zum Weihnachtsmann vordrang. Da der aber noch sehr viel zu tun hatte, konnte er sich nicht selbst darum kümmern. Darum schickte er seinen Gehilfen Knecht Ruprecht auf den Weg. Der sollte herausfinden, woher dieses herzzerreißende Weinen kam. Es dauerte nicht lange, da hatte dieser den Schreihals auch schon gefunden. „Weshalb weinst du denn so laut?“, fragte Knecht Ruprecht die kleine Tanne. „Du bist so laut, dass man dich bis nach Lappland hört.“ Die kleine Kiefer verstummte auf der Stelle. „Weißt du“,


Geschichten um den sagte sie, „die anderen Tannenbäume wurden alle abgeholt. Alle dürfen sie Christbäume werden. Nur mich will keiner haben. Die Tannen haben gesagt, ich sei zu hässlich. Nun stehe ich hier ganz alleine.“ Kaum hatte das Bäumchen ausgesprochen, fing es auch schon wieder zu weinen an. Knecht Ruprecht hatte Mitleid und sagte: „Hör auf zu weinen. Ich nehme dich jetzt mit zum Weihnachtsmann. Der weiß am besten, was in deinem Fall zu tun ist.“ So geschah es, dass die kleine Tanne zum Weihnachtsmann kam. Schweigend hörte er dem Bäumchen zu. Dann wiegte er langsam seinen Kopf hin und her, fasste sich an seinen langen weißen Bart und überlegte. „Mal sehen, ob ich dir helfen kann“, sagte er und holte ein dickes goldenes Buch hervor. „Weißt du“, meinte er zu der kleinen Tanne „in diesem Buch stehen die Weihnachtswünsche von allen Kindern dieser Welt.“ Der Weihnachtsmann setzte sich in seinen bequemen Sessel und blätterte in seinem Buch. Nach einer Weile sagte er: „Aha! Ich glaube, ich habe etwas für dich gefunden. Sofie, ein armes kleines Mädchen, wünscht sich nichts sehnlicher als ein kleines Christbäumchen.“ Er schaute die kleine Kiefer freundlich an und meinte: „ Nun, wäre das nicht das Richtige für dich?“ Die kleine Tanne fing vor Freude zu tanzen an. Überglücklich schüttelte sie ihre Zweige und wackelte mit ihrer Spitze. Die restlichen Tage bis Heiligabend, musste sie beim Weihnachtsmann verbringen. Dann war es endlich soweit. Sie wurde mit bunten Kugeln, kleinen goldenen Sternchen, Lametta und Kerzen geschmückt. Ihre Spitze wurde mit einem glitzernden Stern verziert. Das Tannenbäumchen war stolz. Es war geschafft! Endlich war es ein Christbaum.

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Der Weihnachtsmann spannte seine Rentiere vor den Schlitten und packte alle Geschenke, samt dem kleinen Christbaum, oben drauf. Dann ging es los. Der Schlitten erhob sich in die Luft und in schneller Fahrt, rauschte er durch die Nacht. Vor einer alten kleinen Hütte kam der Schlitten zum Stehen. „So, da wären wir“, sagte der Weihnachtsmann. „Hier wohnt die kleine Sofie.“ Auf leisen Sohlen, damit ihn keiner bemerkte, schlich er sich in die Hütte und stellte den kleinen Christbaum mitten in die Wohnstube. Verschmitzt zwinkerte er dem Bäumchen zu und stellte noch ein Körbchen mit feinem Weihnachtsgebäck darunter. Als Sofie am Morgen erwachte, sah sie gleich den kleinen Christbaum. Zuerst war sie erstaunt und sprachlos. Aber dann rief sie nach ihrer Mutter. „Mami, Mami komm schnell. Der Weihnachtsmann hat meinen Brief bekommen und mir meinen Wunsch erfüllt.“ Glücklich, dass sie nun auch Heiligabend feiern konnten, umarmten sich beide. Der kleine Christbaum aber war mehr als zufrieden. Genauso hatte er es sich vorgestellt. Als dann am Abend die Mutter die Kerzen anzündete, strahlte Sofie vor Glück. Aber mehr noch als Sofies Augen strahlte der kleine ChristP. M. baum. HAUS SCHAUINSLAND DILLWEISSENSTEIN Anita Dettling, 78 Jahre, erzählt: Wenn ich so an meine Kindheit denke, erinnere ich mich an die schönsten Jahre meines Lebens, obwohl sie nicht so luxusreich und fortschrittlich waren wie heute. Aber meine Kindheit und gerade die Weihnachtszeit von früher war eine bessere und für mich unvergessliche Zeit.

Wir wohnten in der Herrenstriet-Straße in Pforzheim und hatten ein kleines Holzhaus mit etwas Ackerland. Dieses kleine Stück Land ernährte uns mit allen köstlichen vitaminreichen Lebensmitteln: Von der Kartoffel über gelbe Rüben, Tomaten, Gurken bis hin zu Küchenkräutern, ebenso zahlreiche Obstsorten und vieles mehr, was uns auch noch im strengen Winter ernährte.

Die damalige Familie von Frau Dettling – sie ist das mittlere Mädchen in der zweiten Reihe. Wir lebten dort mit unseren Eltern und meinen 13 Geschwistern. Das Haus war, wie man sagt, klein aber fein. Weil ich so viele Geschwister hatte, haben wir immer zu zweit in einem Bett geschlafen. Aber natürlich Buben und Mädchen getrennt. Es war wie in einem kleinen Paradies. Es gab auch Nachteile, wie der lange Schulweg im Winter bis zur Brötzinger Schule. Aber die Lehrer boten uns einen beheizten Raum zum Aufwärmen, was die Schulzeit im Winter erträglicher werden ließ. Besonders erinnere ich mich an das Weihnachtsfest 1946. Da war ich 13 Jahre alt und der Schnee lag meterhoch.


Weihnachtsbaum „Weihnachtsmann komm in unser Haus, leer dein goldnes Säckle aus. Stell den Christbaum auf den Tisch, dass man sieht, dass Weihnachten ist.“

Die zwei ältesten Geschwister, Artur und Marina, durften als einzige in die verschlossene Stube und den Weihnachtsbaum schmücken. Die habe ich dann so beneidet. Als wir mit unseren Aufgaben fertig waren,

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Mein erster Bruder, der Arthur, war 21 Jahre alt, Mariane 19 Jahre, Marta 18 Jahre, Lydia 17 Jahre, Karl 16 Jahre, Helene 15 Jahre, Margret 14, dann ich, Anita, mit 13, Lore mit 11 Jahren, Renate mit 7 Jahren, Herbert mit 5 Jahren, Christel mit 4 Jahren und Ernst war leider verstorben. Meine arme Mutter hatte sehr viel zu tun. Allein schon die Hausarbeit wie kochen und Wäsche waschen. Urlaub und Ferien gab es nicht. Mein Vater arbeitete damals als Goldschmied. Da kann man sich vorstellen, dass wir finanziell keine großen Sprünge machen konnten. Aber trotzdem hatten wir immer ein sehr schönes Weihnachtsfest. Das Besondere an Weihnachten war immer der schön geschmückte Weihnachtsbaum. Mein Vater kannte den Förster von Büchenbronn. Da durften wir den schönsten Baum selber schlagen. War das eine Freude für uns Kinder! Wenn der Weihnachtsbaum geschlagen wurde, stieg die Anspannung und Vorfreude auf das Weihnachtsfest. Die Zeit rückte näher und näher, und der Baum wurde von meinem Vater in die Stube gebracht, denn er sollte schließlich herrlich geschmückt werden. Ich weiß noch ganz genau, dass unsere Mutter die Stube abgeschlossen hatte. Das fanden wir nie toll. Jeder von uns erhielt seine Aufgaben zur Festvorbereitung. Lydia, die Friseurin erlernte, schnitt uns noch mal die Haare. Die Mädchen bereiteten gemeinsam das Festessen vor und buken auch noch leckere Plätzchen. Es gab unseren selbst gemachten Kartoffelsalat mit Saitenwürstchen. Während der Küchenarbeit wurde bei uns viel über das Fest, die Erwartungen und Vorstellungen gesprochen. Es ging zu wie in Hühnerstall. Wir sangen, lachten, kicherten in einer Tour. Unter anderem riefen wir ganz laut folgenden Weihnachtsvers:


Geschichten um den

Weihnachtsbaum

warteten wir gespannt auf den ersten Anblick des Weihnachtsbaumes und die Bescherung. Der Baum war eine Pracht. Eine herrlich duftende, stattliche grüne Tanne! Die war geschmückt mit einer Weihnachtsbaumbeleuchtung, natürlich traditionsmäßig mit Wachskerzen. Außerdem hingen lauter bunte GlasWeihnachtskugeln und leuchtend gelbe Sternlein am Baum, die mit Engelshaar verziert waren. Das war für uns und mich immer der schönste Weihnachtsbaum, den ich gesehen habe. Aber das Besondere in diesem Jahr 1946 war mein absolutes Traum- und Wunschgeschenk. Als wir die Stube nach unserem gemeinsamen, köstlichen Essen betreten durften, standen immer auf dem Sofa neben den Tannenbaum 13 Teller mit kleinen Süßigkeiten. Die Teller hatte meine Mutter alle mit Namen versehen, damit keiner auf die Idee kam, etwas zu klauen. Unter den Tannenbaum war noch für jeden ein kleines Geschenk. Das aller-allerbeste Geschenk an diesem Weihnachtsfest 1946 bekam ich, so denke ich noch immer. Es war eine selbstgeschneiderte, bestickte und beklebte Puppe, die meine Schwester Marianne für mich gemacht hatte und die mein größter Wunsch war. Ich kann sie kaum beschreiben, weil man ihre Schönheit nicht mit Worten ausdrücken kann. Jedes Mal, wenn ich an Weihnachten denke, dann sehe ich meine Puppe vor mir. Aber das Weihnachtsfest wurde natürlich bei uns auch mit Weihnachtsliedern besungen. Meine Schwester Lydia spielte dazu Ziehharmonika. Aber mal ganz ehrlich, so richtig gut spielen konnte sie nicht. Aber dies gehörte zu unseren Weihnachtsfesten. Ach wie schön wäre es, die Uhr noch einmal zurückzustellen.

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Frau Schulz feierte neulich ihren 106. Geburtstag und ist derzeit die älteste Bürgerin der Stadt Pforzheim. Sie erzählte uns eine kurze Episode: „An das Weihnachtsfest erinnere ich mich kaum noch. Aber das Einzige was mir nicht aus dem Kopf geht ist Folgendes: Es war zum Nikolaus im Jahre 1910. Ich war da mal gerade 5 Jahre alt. Mein Vater wollte immer für mich das Beste und plante bei den Feierlichkeiten mit meiner Mutter den Festablauf gemeinsam. Für den Nikolaustag am 6 Dezember 1910 engagierte er einen Mann, der den Nikolaus spielte und dessen Aufgabenrolle übernahm. An diesem Tag kam ein stattlicher, dickbäuchiger, mit Kostümanzug bekleideter Nikolaus. Ich weiß noch genau, was für eine dicke große Goldkette er um den Hals trug. Er sagte mit freundlicher Stimme: „Liebe kleine Katharina, sag‘ doch mir einen schönen Vers zum Nikolaustag auf“ Ich weiß nicht warum und wer mir den Vers verraten hat, aber ich sagte folgenden Vers auf: „Engele, Engele komm und mach mich fromm, dass ich zu dir in den Himmel komm. Eins, zwei, drei und vier, Mädle geh in den Keller und hole mir eine Flasche Bier.“ Da hat sich der Nikolaus von mir weggedreht und herzlich laut gelacht. Mein Vater, der mit anwesend war, lachte auch von ganzem Herzen. Das Schönste war, das ich keinen Ärger mit meinen Eltern bekommen und meine Süßigkeiten vom Nikolaus trotzdem erhalten habe.“ Andreas Fuchs, Heimleitung SENIORENZENTRUM KELTERN Gestern Abend vor dem Zubettgehen erzählte mir unsere Bewohnerin Fr. Helene Muntowitz folgende Geschichte aus ihrer Kindheit:

Ich stamme aus Arensburg bei Hamburg. Meine Eltern betrieben dort eine kleine Landwirtschaft zur Selbstversorgung. Salate und Gemüse sowie Wirsing, Weiß- und Rotkraut wurden angepflanzt. Auch die Großmutter und ihre 3 Geschwister lebten dort. Der Großvater lebte leider nicht mehr. Er war im 1. Weltkrieg gefallen. Mein Vater war auch im Krieg und so mussten – wie nahezu überall damals – die Frauen und Kinder alleine den Hof umtreiben. Das war, weiß Gott, nicht immer leicht. Wir mussten fest mit anpacken; und dann war da immer die Frage, ob Vater wenigstens rechtzeitig zum Weihnachtsfest heimkommen konnte. Denn eigentlich war es immer seine Aufgabe gewesen, den Baum für Heiligabend auszusuchen und in dem kleinen Wäldchen, das uns auch gehörte, zu fällen. Jedes Jahr stellte mein Vater den Baum auf einen kleinen Tisch und schmückte ihn mit verschieden farbigen Kugeln, echten Kerzen und am Schluss natürlich auch mit Lametta. Die Geschenke wurden dann unter dem Baum verteilt. Natürlich durfte da keiner helfen, geschweige denn zuschauen. Nein, Vater machte das alles alleine. Wir Kinder durften erst an Heiligabend nach dem Abendessen, zu dem es immer Kartoffelsalat und Saitenwürstchen gab, den Baum und die Geschenke sehen. An dieser Stelle verstummte Frau Muntowitz plötzlich und sprach nichts mehr. Aufgeregt wartete ich neben ihr, wie die Geschichte wohl weiterging. Plötzlich fingen ihre Augen an zu leuchten und man konnte zusehen, wie der Blick, den sie nach innen weit in die Vergangenheit gerichtet hatte, sich wieder klärte und dann sagte sie: „Ja, das war der schönste Moment, als mein Vater vor der Tür stand. Er war doch noch rechtzeitig und unverletzt vor Heiligabend nach Hause gekommen!“ Aufgezeichnet von Heidi Peichl


Weihnachten mit SPPS „Das Schönste, was es in der Welt gibt, ist ein leuchtendes Gesicht.“ Albert Einstein Es ist wieder soweit, Weihnachten, das Fest der Liebe und Besinnlichkeit steht unmittelbar bevor. Viele Familien kommen an Heiligabend zusammen, es wird eine köstliche Weihnachtsgans mit Knödeln und Rotkohl verspeist, es duftet nach Lebkuchen, Kinderherzen erstrahlen bei den schönen Geschenken, die sie dann auspacken dürfen. Die Menschen, die man liebt und wertschätzt, sitzen im vertrauten Kreis beieinander und es wird fröhlich und ausgelassen gelacht und gefeiert. Für den ambulanten Pflegeservice SPPS steht in dieser Zeit die Menschlichkeit besonders im Vordergrund. Nicht alle Menschen können diese Zeit mit ihren Verwandten und Freunden verbringen. SPPS bietet diesen Menschen die Möglichkeit neben der Grund- und Behandlungspflege, die über die Festtage selbstverständlich uneingeschränkt erbracht wird, weitere Leistungen in Anspruch zu nehmen. Wenn der Kunde es wünscht, können die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit ihm gemeinsam Adventskränze basteln, Weihnachtslieder singen, Lichterketten und Weihnachtsschmuck dekorieren, Plätzchen backen, einen Weihnachtsbummel machen, Geschenke für Kinder oder Enkelkinder einkaufen, einen Weihnachtsbaum besorgen, ihn aufstellen und schmücken oder einfach Gesellschaft leisten, damit Weihnachten für jeden ein Fest der Freude und Geselligkeit wird. Viele dieser Leistungen werden zu einem Zeitpunkt erbracht, in dem die Pflegepersonen selbst im Weihnachtsstress sind und wenig Zeit haben. Aus diesem Grund besteht die Möglichkeit, diese zusätzlichen Hilfestellungen und Betreuungen über die Verhinderungspflege (Pflegekasse) abzurechnen. SPPS berät Sie gerne, ob die entsprechenden Voraussetzungen im Einzelfall vorliegen.

Mit dem Angebot dieser zusätzlichen Leistungen, mit einem kleinen Geschenk für alle Kunden und mit

der immer sehr herzlichen Art der Mitarbeiter, möchte SPPS allen Kunden ein schönes Weihnachtsfest ermöglichen und das Gefühl von Trauer und Einsamkeit vertreiben. SPPS, der ambulante Pflegedienst, wünscht in diesem Sinne allen Menschen eine besinnliche und von Glück erfüllte Zeit.

Susanne Pletowski Geschäftsführerin SPPS Pforzheim GmbH

Susanne Pletowski vom Pflegedienst SPPS.

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enioren Residenz „Bergdorf“ Büchenbronn

Im Obergeschoss des Walter-Rittmann-Hauses (Gemeinschaftshaus) unserer Seniorenresidenz ist ein neues Wohnprofil für zwei Wohngruppen entstanden – eine zukunftsweisende und bereits bewährte Wohnform. Je sieben Einzelzimmer, zum Teil mit Balkon, gruppieren sich um einen großen Gemeinschaftsraum mit einer Küche, einem kleinen Nebenraum für Spezialaktivitäten und einer Dachterrasse.

Warum diese neue Wohnform?

Mediziner und Gerontologen predigen es seit Jahren in Vorträgen, Büchern, Fernsehsendungen, Zeitungen etc. Einsamkeit macht alt, krank, trübt den Geist, verdunkelt das Gemüt, verhärtet die Seele. Gerade die aktivierende Wirkung durch

Unsere Angebote im Überblick: • exponierte Lage • Kombination aus Pflegeheim und Betreutem Wohnen • vollstationäre Dauer- u. Kurzzeitpflege • qualifiziertes Fachpersonal • Tag- und Nacht-Präsenz • Großzügige Gemeinschaftsräume • Therapie- und Multifunktionsräume • Dachgarten/Wintergarten • Frischkost aus eigener Küche • Schonkost/Diabetikerkost/Vegetarisch • Fahrdienst/mobiler Hilfsdienst • Wäscherei im Haus • Wohlfühlklima und vieles mehr

Rufen Sie uns an, wir beraten Sie gern

Begegnungen mit anderen Menschen, durch gemeinsames Tun, durch den Gedankenaustausch erhält die Lebendigkeit und Elastizität, die mit zunehmendem Alter ihren wesentlichen Anteil zum Erhalt eines lebensbewussten Alterns beitragen. Wir wissen dies und haben als erste Seniorenresidenz in Pforzheim diese Möglichkeit integriert, die in anderen Ländern längst zu den bewährten und beliebten Wohnmodellen gehört. Oft hören wir bei der Besichtigung dieses Angebotes die ablehnende Bemerkung: „Ach nein, ich möchte lieber allein bleiben“. Hierbei wird offensichtlich vergessen, dass man ja mit seinem Einzelzimmer, das zu diesem Wohnprojekt gehört, stets die Möglichkeit hat, sich zu jeder Zeit zurück zu ziehen.

Die Statistik zeigt uns, dass wir heute im Schnitt 6 Jahre älter werden als unsere Eltern. Es ist ein Geschenk an unser Leben, das wir dankbar annehmen und sinnvoll gestalten sollten. Die Geselligkeit pflegen, sich mit anderen Menschen auszutauschen, sich gegenseitig zuzuhören, miteinander Freude zu haben, Freude zu schenken und anzunehmen, gehört zum Leben ebenso, wie das mit sich Leben und in sich Ruhen. All dies sind Gründe, die für uns wichtig waren, dieses neue Wohnmodell in unsere Senioren Residenz zu integrieren. Die vorliegenden Erfahrungswerte beweisen uns, dass hier eine Wohnform zur Verfügung steht, die richtungsweisend ist für ein lebendiges, anregendes und aktives Miteinander unter dem Dach einer altersgerechten Betreuung und Versorgung.

Wohngemeinschaft Walter-Rittmann-Haus Senioren-Residenz Bergdorf, Büchenbronn 1. Beispiel: 1-Zimmer-Appartement Kaltmiete Nebenkosten Verpflegung pro Tag € 8,55 Reinigung per m2 € 1,15 Hausnotruf Betreuungspauschale Gesamt 2. Beispiel: 1-Zimmer Appartement mit Südbalkon Kaltmiete Nebenkosten Verpflegung pro Tag € 8,55 Reinigung per m2 € 1,15 Hausnotruf Betreuungspauschale Gesamt

39,30 m2 €/Monat 360,00 140,00 260,00 45,00 20,00 70,00 895,00 52,00 m2 €/Monat 450,00 160,00 260,00 60,00 20,00 70,00 1.020,00

SR Senioren-Residenz GmbH · Siedlungstraße 48 · 75180 Pforzheim ·


enioren Residenz „Nagoldblick“ Huchenfeld

Im letzten Jahr wurde die neue Senioren-Residenz Haus Nagoldblick in Pforzheim-Huchenfeld ihrer Bestimmung übergeben. Die Akzeptanz unserer Einrichtung ist sehr groß und alle haben sich gut eingelebt. Dies motiviert uns in dem Wirken für unsere Bewohner. Das Pflegehaus bietet auf zwei Wohnbereichen, die unter dem Motto „bekannte Gebäude und Gegenden des Enzkreises“ und „Pforzheimer Schmuck“ stehen, 36 Pflegeplätze. Alle 30 Zimmer haben eine Nasszelle, von denen ein Teil als rollstuhlfahrergerecht ausgelegt ist. Das Erdgeschoss, über eine Terrasse mit dem Sinnesgarten verbunden, der nächstes Jahr die Bewohner erfreuen soll, wird auch für an Demenz erkrankte Bewohner geeignet sein. Die ersten Bewohner haben sich bereits gemüt-

lich eingerichtet. Die Visitenkarte des Gebäudes stellt die dem Pflegehaus vorgelagerte Eingangssituation mit freundlich gestaltetem Café, Verwaltung und Wartebereich dar. Im Wohlfühlbad mit Hubbadewanne, das im hinteren Teil des Eingangsgebäudes an das Café angrenzt, können die Bewohner die stimmungsvolle Gestaltung des Raumes genießen – Ruhe und Entspannung pur unterstützt durch wohltuende Badeessenzen. In Kooperation mit ortsansässigen Kirchenund Krankenpflegevereinen sowie Besuchen des Kindergartens und der Schule freuen wir uns darauf, allen Bewohnern eine angenehme Umgebung zu schaffen, in welcher der Lebensabend mit Freude und Würde gelebt werden kann. In einer Zeit schwindender Ressourcen und wachsender Umweltbelastung haben wir uns um intel-

Unser neues Vorhaben: Barrierefreies Wohnen im Ortskern von Bad Liebenzell

Gebäude erfolgt über einen neu angelegten Vorplatz entlang des neu gestalteten Mühlbaches. Durch die touristisch geprägte Infrastruktur eines Kur- und Badeortes haben Sie alle Möglichkeiten, das Leben ganz nach Ihren Bedürfnissen zu gestalten – die Lebensqualität beginnt hier schon vor der Haustüre. An das Gebäude schließt sich der ehemalige Kirchgarten als Grünfläche zur individuellen Nutzung der Hausbewohner an. In der reizvollen und unmittelbaren Nachbarschaft befindet sich alles was Sie zum täglichen Leben benötigen. Innerhalb des Hauses ist ein Sozialer Dienst vorgesehen, der mit Rat und Tat zur Seite stehen kann. Weiterhin sind Räume zur gemein-

In der kleinen und feinen Kurstadt im Nagoldtal, mit hohem Freizeitwert, in unmittelbarer Nähe zum Kurpark, planen wir die Errichtung von 25 attraktiven Wohnungen mit einer barrierefreien Ausstattung. Es handelt sich hierbei vorwiegend um 2-Zimmer-Wohnungen mit einer Wohnfläche von ca. 60 – 80 m². Das Gebäude zeichnet sich durch seine moderne energiesparende Bauweise und explosive Architektur aus. Helle lichtdurchflutete Räume, große Balkone, gehobene Ausstattung sowie flexible Grundrissaufteilung nach Käuferwunsch. Die vorgesehene Tiefgarage hat eine direkte Verbindung zum Treppenhaus und zum Aufzug. Der Zugang zum

ligente, komfortable aber auch preiswerte Energiekonzepte Gedanken gemacht. Wir müssen zukünftig unsere Energien regenerativ erzeugen. Dazu ist es aber zwingend erforderlich, den Energiebedarf zu senken. Das heißt, vor der Überlegung Heizung kommt die Überlegung Dämmung. Angesichts dessen bedarf es des Einsatzes gut durchdachter wärmedämmender Konstruktionen, um den Wärmeabfluss deutlich zu reduzieren. Eine ideale Ergänzung ist eine thermische Solaranlage. Sechs Monate im Jahr sorgt die Solaranlage vollständig für die Warmwasseraufbereitung und Heizungsunterstützung. Photovoltaik ist unbestritten die eleganteste Art, Sonnenenergie in Strom zu verwandeln. Die Photovoltaikanlage bringt neben dem wirtschaftlichen auch einen bedeutenden Gewinn für unsere Umwelt. Die Sonne ist eben unsere unerschöpfliche Energiequelle. Mit unseren neuen Konzepten möchten wir nicht nur ökologische und wirtschaftliche Akzente in Huchenfeld setzen. Gewinnen sollen vor allem die Senioren. Durch Funktionalität, ein entsprechendes Ambiente mit einer modernen Ausstattung, wozu auch die kontrollierte Wohnraumlüftung mit Wärmerückgewinnung zählt, sowie natürlich fachkundige Pflege mit Herz und Qualität wird ein optimales Zusammenwirken garantiert und alle Voraussetzungen für das persönliche Wohlempfinden geschaffen. schaftlichen Nutzung geplant sowie eine Praxis für Physiotherapie. Barrierefrei leben und wohnen – heißt soviel wie Selbstbestimmung für Menschen mit Behinderung und Senioren. Dies zu ermöglichen ist unser Ziel.

Tel.: 0 72 31/60 55 - 0 · Fax: 60 55 103 · e-mail: sr.pf@ web.de


Die Sparkasse Pforzheim Calw informiert:

Zweite Auszeichnung fü r Sparkasse in Pforzheim:

Kreisseniorenrat belohnt

„Diese Auszeichnung freut uns ganz besonders“, bekannte Vorstandsvorsitzender Dr. Herbert Mü ller, „denn wir schätzen ältere Menschen als unsere Kunden.“ Beim Projekt „Seniorenfreundlicher Service“, einer Aktion des Landesseniorenrates und der Seniorenräte in Baden-Wü rttemberg, wurde die Sparkasse Pforzheim Calw mit einem Zertifikat ausgezeichnet. Nach „Beste Bank“ im Focus Money-Citykontest schon die zweite Auszeichnung binnen weniger Tage.

Mit der Aktion und der Zertifizierung von Geschäften soll beim Einzelhandel auf Veränderungen hingewirkt werden, welche die immer größer werdende Kundengruppe „ältere Menschen“ berü cksichtigen. Bisher erhielten 35 Geschäfte des Enzkreises und der Stadt Pforzheim diese Auszeichnung. Sie wurden auf eigenen Antrag getestet und bewertet. Gegebenenfalls wurden Änderungen angemahnt und deren Einhaltung ü berprü ft. Die Aktion „Seniorenfreundlicher Service“ wird vom Kreisseniorenrat Enzkreis – Stadt Pforzheim – in Zusammenar-

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beit mit der IHK Nordschwarzwald, dem WSP Citymarketing, der Handwerkskammer Karlsruhe, dem Einzelhandelsverband, der Altenhilfe Enzkreis und der Altenhilfe Stadt Pforzheim durchgefü hrt. Kreisseniorenratsvorsitzende Gerda Görnemann ging auf das Prozedere der Zertifizierungsaktion ein. Bei Erfü llung vorgegebener Kriterien erhalten die Geschäfte nach ausgiebigen Tests eines unangekü ndigten Prü fers das Prädikat „Seniorenfreundlicher Service“, das fü r die Kunden gut sichtbar platziert wird und als Auszeichnung und Leis-

tungsnachweis wirkt. Nach Ablauf von zwei Jahren werden die Kriterien und Auflagen erneut ü berprü ft und gegebenenfalls wird die Zertifizierung fortgefü hrt. Zu den wichtigsten Kriterien gehören u. a. die Qualität der Beratung (Fachkompetenz, Hilfsbereitschaft, Geduld, Freundlichkeit), die problemlose Vermittlung des Angebotes, barrierefreie und rollstuhlgerechte Zugänge und sonstige seniorengerechte Maßnahmen. Bisher wurden 14 Geschäftsstellen der Sparkasse Pforzheim Calw im Stadtgebiet und in Mü hlacker nach den vorliegenden Kriterien geprü ft, eine Zertifizierung weiterer EnzkreisGeschäftsstellen der Sparkasse ist fü r 2012 vorgesehen. Diese Geschäftsstellen wurden fü r ihren „Seniorenfreundlichen Service“ ausgezeichnet: • Hauptstelle Sparkassenhaus • Hohenzollernstraße • Östliche • Dillweißenstein • Au • Brötzingen • Konradplatz • Dillsteiner Straße • Am Messplatz • Wilferdinger Höhe • Eutingen • Sonnenhof • Tiergarten • Mü hlacker Bei Neu- und Umbauten gehört bei der Sparkasse Pforzheim Calw Barrierefreiheit längst zum Standard. Immerhin sind bereits 119 der aktuell 153 Geschäftsstellen entsprechend umgestaltet worden. So wird behinderten Menschen die Erledigung von Bankgeschäften erleichtert und auch Mü tter mit Kindern können die Sparkassen-Geschäftsstellen


„Seniorenfreundlichen Service“ uneingeschränkt nutzen. Nach und nach sollen – wo dies bautechnisch möglich ist – sämtliche Gebäude der Sparkasse rollstuhl- und kinderwagengerecht gestaltet werden. Zudem sollen verstärkt seniorengerechte Lösungen, Produkte und Dienstleistungen angeboten werden. Auch vor dem Hintergrund der demografischen Entwicklung erscheint dies sinnvoll, denn bis 2050 wird sich die Zahl der 80-Jährigen und Älteren nahezu verdreifachen. Wie sich ältere Menschen im Alltag fü hlen, konnte der 17-jährige Auszubildende Yannik Kuppinger dann am eigenen Leib erfahren. Denn er

durfte den Simulationsanzug „Gerd“ des Designers und Ergonomen Wolfgang Moll ausprobieren und stellte schnell fest, dass Vieles beschwerlicher wird, Seh- und Hörvermögen eingeschränkt sind. „Ich bin lieber wieder jung und werde langsam alt“, erklärte der junge Mann nach absolviertem Test. Über die InternetHomepage der Sparkasse Pforzheim Calw www.sparkassepforzheimcalw. de kann unter der Rubrik „Ihre Sparkasse“ eine Aufstellung sämtlicher Geschäftsstellen aufgerufen werden. Am weißen Rollstuhlsignet auf blauem Grund ist hier sofort ersichtlich, ob ein barrierefreier Zu-

gang vorhanden ist. Ebenso ist auf den ersten Blick zu erkennen, ob Kontoauszugsdrucker, Geldausgabeautomat, Einzahlungsautomat, SBTerminal, Mü nzrollengeber, Schließfächer, Brieffächer und/oder Nachttresor vor Ort sind. Zudem bietet die Sparkasse Pforzheim Calw eine Fü lle weiterer seniorenfreundlicher Kommunikationswege wie Onlineund MobileBanking, Telefon- und Fax-Banking sowie den Kunden-Direkt-Service an. Außerdem werden Kunden auch gerne zu Hause beraten – nach Terminvereinbarung Montag bis Freitag von 8 – 20 Uhr.

Sparkasse Pforzheim Calw steht für Nachhaltigkeit Nähe, Vertrauen und Verlässlichkeit gehören zum Selbstverständnis Nähe, Vertrauen und Verlässlichkeit gehören seit mehr als 175 Jahren zum Selbstverständnis der Sparkasse Pforzheim Calw. Damit steht die Sparkasse wie kaum ein anderes Unternehmen für Nachhaltigkeit in unserer Region. Nachhaltig ist und wirkt ein Unternehmen dann, wenn es den Wandel der Zeit erkennt und mitmacht, gleichzeitig aber seinen Werten verpflichtet bleibt. Wertorientierung wiederum bedeutet gleichermaßen eine ökologische Ausrichtung, langfristig ausgelegtes ökonomisches Handeln und umfangreiches gesellschaftlich soziales Engagement. All dies zeichnet die Sparkasse Pforzheim Calw aus. Ein modernes Geschäftsstellen-Netz, hervorragend ausgebildete Mitarbeiter, ein umfassendes Produkt- und Dienstleistungsangebot, Innovationsfreude, Kreativität und Schnelligkeit sind die Voraussetzungen für nachhaltigen Geschäftserfolg. Große Resonanz auf „Glanzlichter der Wirtschaft“ Die Resonanz der Unternehmen in der Stadt Pforzheim, dem Enzkreis

und dem Landkreis Calw auf die Mittelstandsinitiative „Glanzlichter der Wirtschaft“ war ausgesprochen gut. Über 360 Teilnehmer reichten rund 400 Beiträge in den Kategorien Technologie, Unternehmensethik, Soziale Kompetenz, Ökologie und Gesellschaftliches Engagement ein. Die 100 Gewinner stehen inzwischen fest. Neben der Auszeichnung „Glanzlicht der Wirtschaft“ werden sie in einem Bildband, in den alle Teilnehmer aufgenommen werden, detailliert vorgestellt. Das Buch soll im Sommer 2012 erscheinen. Sparkasse sichert Beratungsqualität Nachhaltigkeit kennzeichnet auch die Beratungsphilosophie der Sparkasse. Im Vordergrund steht nicht der schnelle Verkaufserfolg, sondern die bedarfsorientierte Beratung der Kunden. Dieser Qualitätsanspruch erzeugt die notwendige Vertrauensbasis zwischen Kunde und Berater und ist Voraussetzung für eine dauerhafte Geschäftsbeziehung. Angeboten wird nur, was der Kunde

benötigt und was Berater und Kunde gleichermaßen verstehen. Grüne Sparkasse – ein Beitrag zur Nachhaltigkeit Zukunftsfähig wirtschaften bedeutet für die Sparkasse, unseren Kindern und Enkelkindern ein intaktes ökologisches, soziales und ökonomisches Gefüge zu hinterlassen. „Das eine ist ohne das andere nicht zu haben.“ Auch die Sparkasse teilt diese Zielsetzung vorbehaltlos. So geht das Engagement der Sparkasse Pforzheim Calw zur Umwelt- und Ressourcenschonung bereits auf Anfang der 1990er Jahre zurück. Damals wurden die Grundlagen für die Einsparung von Energie und Rohstoffen gelegt. Ein besonderes Augenmerk liegt derzeit bei folgenden Themen: Spareinlagen der Kunden zu Investitionen in der Region einsetzen, energetische Maßnahmen im Finanzierungsbereich und Bürgerenergiegenossenschaften. Weiter verfolgt werden Nachhaltigkeit beim Neu- und Umbau von Geschäftsstellen sowie der Energieeinsparung in eigenen Gebäuden.

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Rechtsanwältin Isabel Hutter-Vortisch

Das Testament Alleinstehender Wenn jemand alleinstehend ist, sei es weil er verwitwet und kinderlos ist, sei es, weil er ledig geblieben ist, ist es für ihn häufig besonders schwierig, sich zu überlegen, wer Erbe werden soll. Hierbei sind verschiedene Gesichtspunkte zu bedenken. Rechtsanwältin Isabel Hutter-Vortisch

An erster Stelle ist zu klären, ob man überhaupt ein Testament errichten kann oder eventuell durch frühere Verfügungen gebunden ist. Der häufigste Fall, der dazu führt, dass ein neues Testament nicht mehr wirksam errichtet werden kann ist, dass man mit seinem inzwischen verstorbenen Ehegatten in einem gemeinschaftlichen Testament Regelungen getroffen hat, an die man auch nach dem Tod des Ehegatten weiterhin gebunden ist, z.B. die wechselseitige Einsetzung von Nichten und Neffen aus beiden Familien. Eine Bindung kann auch durch einen notariell abgeschlossenen Erbvertrag eintreten, von dem man sich zum Teil nur mit Zustimmung des Vertragspartners wieder lösen kann. Ist das Aufsetzen eines neuen Testamentes möglich, ist die Zusam-

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mensetzung des Nachlasses zu festzustellen: Bankguthaben, Immobilien, andere Wertgegenstände, Andenkenstücke. Anschließend sollte geklärt werden, welcher Personenkreis bedacht werden soll. Hier sind Familienangehörige, Freunde und Bekannte, Patenkinder oder auch karitative Organisationen zu nennen. Desweiteren ist zu überlegen, wie die Bestattung und die Grabpflege organisiert sein sollen. Schließlich stellt sich die Frage, ob die zu bedenkenden Personen die Abwicklung des Nachlasses übernehmen sollen oder ob eventuell ein Testamentsvollstrecker zu bestimmen ist. Nach diesen Vorüberlegungen muss geklärt werden, welche Personen Erben sein sollen, d.h. den Großteil des Nachlasses erhalten und in die

Fußstapfen des Erblassers treten, um Verträge zu kündigen, den Haushalt aufzulösen etc. Erben können eine oder mehrere Personen oder Organisationen sein. Hier ist zu beachten, dass ihr jeweiliger Anteil am Nachlass festgelegt werden muss. Darüber hinaus möchte man eventuell eine oder auch mehrere Personen mit einzelnen Gegenständen oder Geldbeträgen bedenken, diesen Personen werden Vermächtnisse ausgesetzt. Die Grabpflege kann über eine Grabpflegeauflage geregelt werden, so dass ein Erbe oder ein Vermächtnisnehmer die Grabpflege gegen Auslagenersatz aus dem Nachlass regelt. In vielen Fällen, kann man sich vorstellen, dass nicht die Erben den Nachlass auflösen sollen, sondern ein Rechtsanwalt, Steuerberater oder eine andere Person, der man diese Aufgabe zutraut, dann sollte diese Person bereits im Testament zum Testamentsvollstrecker benannt werden und dessen Aufgaben festgelegt werden. Schließlich ist noch zu beachten, dass die bedachten Personen bei der Erbschaftsteuer wahrscheinlich erhebliche Beträge zu zahlen haben werden, weil sie entfernter oder auch überhaupt nicht verwandt sind. Das bedeutet z.B. für Geschwister, Nichten und Neffen, die in Erbschaftsteuerklasse 2 sind, dass sie bei Erwerben über ihren Steuerfreibetrag von 20.000 EUR hinaus 15 oder auch 20% Erbschaftsteuer zu zahlen haben. Sind die bedachten Personen in Steuerklasse 3 eingruppiert, also gar nicht oder sehr entfernt verwandt, zahlen sie für alles, was ihren Steuerfreibetrag von 20.000 EUR übersteigt, 30% Steuern. In all diesen Fällen, sollte man sich beim Abfassen des Testamentes beraten lassen, um eventuell eine steuerlich günstigere Lösung zu finden.


AOK Nordschwarzwald informiert:

Der Demografische Wandel

Durch die höhere Lebenserwartung der Bevölkerung bei gleichzeitig rückläufiger Geburtenrate steigt der Anteil älterer Menschen gegenüber dem Anteil Jüngerer. Die Auswirkungen des Demografischen Wandels stellen Gesetzgeber, Kommunen, Wohlfahrtseinrichtungen, Wirtschaft und Bürger vor neue Aufgaben. Die Folgen wirken sich auf zahlreiche Handlungsfelder aus wie zum Beispiel Schule, Kindertagesstätten, Verkehr, Gesundheit, Altenhilfe, Personalwesen, Absatzmärkte und Infrastruktur. Gesundheitswesen und Altenpflege müssen sich auf ansteigende Zahlen pflegebedürftiger Menschen und sinkende Zahlen für deren Pflege einstellen. Die Problematik der Pflegeversicherung entspricht dort weitgehend der der gesetzlichen Rentenversicherung. Das Umlageverfahren ist nicht demografiefest und der demografische Wandel wird daher zu steigenden Beitragssätzen führen. Uwe Renz, Diplompsychologe und Systemischer Coach (ECA) ist bei der AOK Nordschwarzwald für das betriebliche Gesundheitsmanagement verantwortlich. Wir stellten ihm einige Fragen zur demografischen Entwicklung im Nordschwarzwald:

Herr Renz, ist die demografische Entwicklung ein Nordschwarzwaldproblem oder betrifft es ganz Deutschland? Grundsätzlich betrifft der demografische Wandel jede Region in der Bundesrepublik. Das Angebot an Arbeitskräften wird weiter deutlich sinken. Allerdings verläuft der Wandel in den einzelnen Regionen unterschiedlich – abhängig vor allem auch vom Ausmaß der Zuwanderung. Wie reagieren Kommunen, Krankenhäuser, Altenpflegeheime und Arbeitgeber auf die veränderten Rahmenbedingungen? Laut einer Studie der Unternehmensberatung McKinsey fehlen in zehn Jahren in Deutschland rund zwei Millionen Arbeitskräfte. Bereits ab dem Jahr 2015 werden Unternehmen demnach zunehmend Schwierigkeiten bekommen, freie Stellen zu besetzen. Doch das Phänomen der alternden Belegschaften ist schon jetzt sichtbar, und der Alterungsprozess wird sich beschleunigen. Unternehmen und Betriebe müssen also schnell lernen, mit einer im Durchschnitt älteren Belegschaft zu arbeiten und innovativ zu bleiben. Überdies müssen sie Wege finden, zusätzliche Arbeitskraft-Potenziale zu aktivieren, um auch in Zukunft im internationalen Wettbewerb bestehen zu können. Pauschallösungen wird es sicher nicht geben! Überall in der Pflege hört man, dass Pflegekräfte fehlen und durch Roboter ersetzt werden die dort leichte Aufgaben übernehmen sollen. Wie denken Sie als Psychologe darüber? (lacht) Ich denke, man muss kein Psychologe sein, um zu wissen, dass der Mensch nicht vom Brot alleine lebt. Es ist richtig und man kann es nicht genug betonen, dass bei allen Alterserkrankungen die menschliche Zuwendung ein ganz entscheiden-

der Faktor für eine gute Pflege darstellt. Insofern ist eine Weiterentwicklung der Versorgungsstrukturen mit wohnortnahen Betreuungsangeboten, neuen Wohnformen und auch die Unterstützung der pflegenden Angehörigen unabdingbar.

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Der Demografische Wandel beschreibt die Tendenzen der Bevölkerungsentwicklung, und zwar die Veränderungen bezüglich der Altersstruktur der Bevölkerung, dem quantitativen Verhältnis von Männern und Frauen, den Anteilen von Inländern, Ausländern und Eingebürgerten an der Bevölkerung, der Geburten- und Sterbefallentwicklung, den Zuzügen und Fortzügen. In Deutschland ist die Alterungsstruktur dadurch gekennzeichnet, dass seit 1972 die Sterberate höher ist als die Geburtenrate. Dadurch verliert die Bundesrepublik Deutschland insgesamt an Bevölkerung.

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Fachapotheker Wolfgang Reichert informiert:

Ist man mal schlecht drauf, ist es schnell dahingesagt: „Ich glaube, ich hab’ eine Depression.“ Doch ab wann ist jemand wirklich depressiv, wo läuft die Grenze zwischen niedergeschlagener Stimmung und behandlungsbedürftiger Erkrankung? Symptome für eine Depression sind ernstzunehmen.

Foto: shutterstock

Was ist eine Depression? Depressionen gehören zu den psychischen Krankheiten. Und zwar ist bei einer Depression das gesamte Gefühlsleben des Menschen, das man Affektivität nennt, betroffen. Dazu gehört die jedem Menschen eigene Grundstimmung und alles, was mit seinen Gefühlen zusammenhängt: zum Beispiel die Intensität und Dauer, mit der Gefühle wahrgenommen werden. Dabei ist jeder

Mensch ganz verschieden und hat eine ihm eigene Affektivität. Von einer Depression spricht man, wenn über mindestens zwei Wochen ein Stimmungszustand auftritt, der von der sonst normalen Grundstimmung auf depressive Art abweicht. Daneben gibt es auch Störungen der Af-

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fektivität, die mit einer erregten Art einhergehen (Manien) oder die nicht in Phasen verlaufen, sondern dauerhaft sind (Dysthymie und Zyklothymie). Depression: Symptome und Anzeichen Die traurige Grundstimmung – die depressive Verstimmung – ist meist das stärkste der Symptome. Daneben gibt es aber eine ganze Reihe weiterer Symptome: Depressive Menschen sind oft nicht in der Lage, Freude zu empfinden oder Interesse für irgendetwas aufzubringen. Sie klagen über mangelnden Antrieb, das heißt, sie können sich nicht aufraffen, etwas zu tun, ihnen fehlt die Energie. Dabei fühlen sie sich aber innerlich getrieben und unruhig (agitiert). Außerdem kommt es als Symptome oft zu Konzentrationsschwächen und Gedächtnisstörungen. Dabei fällt das Denken extrem schwer: Gedanken, die normalerweise schnell kommen und gehen, entstehen langsam und zäh, dabei wird lange über eigentlich einfache Sachverhalte gegrübelt. Daneben treten als Symptome Schlafstörungen, Angst, Appetitlosigkeit, seltener Missempfindungen sowie wahnhafte Ideen auf. Wie erkennt man eine Depression? Anders als bei vielen Erkrankungen merkt man bei einer Depression selbst oft als letzte(r), dass mit einem etwas nicht stimmt. Meist ist es so, dass Freunde oder Angehörige stutzig werden, wenn man längere Zeit

Die Trübsal bläst und sich die Stimmung überhaupt nicht mehr bessert. Besonders wichtig ist das Wissen und die Aufklärung über diese Erkrankung – nur wenn möglichst viele Menschen sich mit den Symptomen und den Behandlungsmöglichkeiten einer Depression auskennen, werden Betroffene frühzeitig angesprochen und können von einer adäquaten Therapie profitieren. Ein erfahrener Psychologe, Nervenarzt oder Psychiater kann anhand eines ausführlichen Gesprächs und mit verschiedenen Tests eine Bestandsaufnahme von Bewusstsein und Psyche machen und genau bestimmen, wie depressiv Sie sind. Formen von Depressionen Meist hat eine Depression nicht nur genau eine Ursache, sondern entsteht durch das Zusammenspiel von verschiedenen Faktoren. Inzwischen weiß man, dass einerseits die Botenstoffe Serotonin und Noradrenalin eine Rolle spielen. Wenn zu wenig von ihnen im Gehirn vorhanden ist oder ihre Signale nicht richtig weitergegeben werden, entwickelt sich eine Depression. Andererseits gibt es eine Reihe von Erkrankungen, bei denen die Depression eines der Symptome darstellt: Alzheimer, Parkinson, Multiple Sklerose, aber auch Herzinsuffizienz, viele Autoimmunerkrankungen, Porphyrie und Diabetes mellitus. Es gibt außerdem noch eine ganze Reihe von Depressions-Sonderformen: bei der atypischen essen und schlafen die Betroffenen viel und die saisonale Depression tritt meist nicht in Frühjahr und Herbst, sondern v.a. im Winter auf. Was kann man gegen eine Depression tun? Wichtig ist eine rasche Behandlung durch einen Fachmann! Dabei kann die Therapie darin bestehen, dass intensive Gespräche über die Ursa-


chen der Depression geführt werden und keine medikamentöse Behandlung nötig ist – das kommt allerdings eher bei einer leichten depressiven Episode vor. Meist wird eine Kombination aus medikamentöser Behandlung und Psychotherapie angewandt, denn viele Studien zeigen, dass die Kombination schneller und nachhaltiger zum Erfolg führt als die Einzeltherapie. Es gibt sehr viele verschiedene Medikamente gegen Depressionen. Diese Medikamente werden Antidepressiva genannt und müssen je nach Schweregrad der Depression, Ausprägung der Symptome, Lebensalter und weitere Erkrankungen sorgfältig ausgesucht und miteinander kombiniert werden. Beispiele für

Antidepressiva sind die Wirkstoffe Mirtazapin und Citalopram. Auch im Bereich Psychotherapie gibt es verschiedenste Formen wie Verhaltenstherapie, interpersonelle Psychotherapie oder kognitive Psychotherapie. Eine immer größere Rolle spielt die Psychoedukation: Damit ist die gezielte Aufklärung des Patienten über seine Erkrankung gemeint - so wird das Selbsthilfepotential des Patienten und seiner Angehörigen gefördert. Meist werden Gruppenprogramme von Kliniken oder psychiatrischen Praxen angeboten. Schlafentzug, Lichttherapie und Elektrokrampftherapie sind weitere Therapieoptionen, die nur in speziellen Fällen eingesetzt werden. Die Mag-

Foto: Thomas Zigann

Depression

netstimulation ist eine neue Behandlungsmethode, die weniger belastet und möglicherweise bald die Elektrokrampftherapie ablösen kann.

Wolfgang Reichert, Fachapotheker für Offizinpharmazie, ist seit 1980 selbstständiger Apotheker in Pforzheim.


Aktivitäten &

Herta La Delfa 2. Vorsitzende

Ruth König, Büroleitung

Barbara Gerstenäcker Regisseurin „Eulenspiel“

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gigkeit so lange wie möglich schäfte im Rahmen einer Feibewahrt werden. Tatsache erstunde ein Zertifikat sowie ist auch: Wo ältere Kunden ein Logo – Aufkleber für auf Probleme stoßen, haben Schaufenster bzw. Ladentür. auch jüngere Kunden häufig Das Logo wird einheitlich verSchwierigkeiten. Also sind wendet und gewinnt dadurch die Einkaufserleichterungen an Bedeutung. Das Zertifikat Ilse Kästner wird den Firmen für jeweils 2 Seniorenfr. Service für die älteren Kunden auch eine Entlastung für die anJahre überreicht und kann nach erneuter Überprüfung verlän- deren Kundengruppen. gert werden. Im April 2008 wurde eine gemeinsame Erklärung der Staats- STERNTREFFEN rätin für demographi- Jedes Jahr im Oktober findet das traschen Wandel und für ditionelle Sterntreffen statt. Es ist ein Senioren, Frau Prof. Dr. bunter Nachmittag, an dem sich zwiClaudia Hübner, des Ein- schen 400 und 500 Senioren aus zelhandelsverbandes Baden-Würt- Pforzheim und dem Enzkreis zu eitemberg e.V. und des Landessenio- nem bunten Nachmittag zusammenrenrates Baden-Württemberg e.V. he- finden. rausgegeben. Es soll in Baden-Würt- Da gibt es Aufführungen aus den jetemberg das Bewusstsein für die ge- weils örtlichen Vereinen, die Schulsellschaftlichen und wirtschaftlichen kinder zeigen ihre neuesten LeistunChancen der demographischen Ver- gen im Singen, Turnen oder in Aufänderung gestärkt werden. Die Le- führungen, da beweisen die stimmbensqualität soll im Alter erhöht und gewaltigen Chöre, dass Singen ein Selbstbestimmung und Unabhän- Lebenselixier der besonderen Art ist,

SENIOREN SPIELEN THEATER Proben und Einsatzbegeisterung zeigen ihre Wirkung. Die „Eulen“, das bereits in der vergangenen Ausgabe vorgestellte neue Ensemble aus 10 Seniorinnen und Senioren, präsentierte am 8.6.11 im Rahmen einer Osterfeld-Premiere das erste Resultat einer intensiven Probenzeit. Dieses „Eulenspiel“ ist die Zusammenstellung einer bunten Szenen- und Themenvielfalt und das Spiegelbild individueller Verhaltensweisen mit „eulen-weisem“ Augenzwinkern. Es waren Szenen, die Denkanstöße geben sollten Da geht es um den Zeitdruck, um die verlorene Lebensqualität in der Gemeinsamkeit, um Jugendwahn, um Vereinsamung, und im Rahmen dieser thematischen Interpretation auf die kommende Erarbeitung eines geschlossenen Stückes. Erstaunlich das sichere und selbstbewusste Spiel aller Mitglieder des

über die Weiterarbeit gemacht. Das Kulturhaus braucht eine langfristige Planung. Die EULEN möchten ein „richtiges“ Theaterstück erarbeiten. Das Stück ist nun gefunden: Dr. Knock oder: Der Triumph der Medizin von Jules Romains wird im Juni nächsten Jahres zur Aufführung kommen. Bis dahin haben sich die EULEN mit Sprache, Atmung und Stimme beschäftigt. Um das möglichst praktisch umzusetzen, hat sich jede EULE ein „Lieblingsgedicht“ mitgebracht, einen Text, der einem persönlich wichtig ist. So haben sich die EULEN in den letzen Wochen mit der Interpretation von Text, hier also Gedicht, intensiv beschäftigt. Die Gedichte haben eines gemeinsam: Sie haben alle nichts gemeinsam. Diese Besonderheit wurde bei der Matinee am 22.11. im Osterfeld präsentiert, musikalisch umrahmt von Heide Sommer am Klavier.

EULEN SPIEL

SENIORENTHEATER IM OSTERFELD

Foto: Winfried Reinhardt

Gerda Görnemann 1. Vorsitzende

SENIORENFREUNDLICHER SERVICE IN PFORZHEIM ENZKREIS Der „Seniorenfreundliche Service“ ist eine Aktion der Seniorenräte in Baden Württemberg. Mit der Aktion und der Zertifizierung der Geschäfte soll beim Einzelhandel auf Veränderungen hingewirkt werden, die bei der ständig wachsenden Kundengruppe „ältere Menschen“ zu berücksichtigen sind. In Zusammenarbeit mit der Industrie- und Handelskammer, dem Einzelhandelsverband, der Handwerkerinnung und Citymarketing, der Altenhilfe der Stadt Pforzheim sowie der Landratsamt-Altenhilfe wurden die ersten Überlegungen gestartet. Es gibt eine Kriterienliste, die vor Ort abgearbeitet wird. Auf Antrag der Geschäfte prüft ein Team vom KSR, ob die Voraussetzungen für die Auszeichnung „Seniorenfreundlicher Service“ gegeben sind. Bei erfolgreichem Ergebnis erhalten die Ge-

Matinée

Di.22.11.201111 Uhr

„EULENALLERLEI“ Gereimtes in ungereimter Zeit Texte, die uns angehen Osterfeldstr. 12 75172 Pforzheim Tel. 07231/ 31 82 15 www.atv-pf.de www.kulturhaus-osterfeld.de

Ensembles! Die Regisseurin Barbara Gerstenäcker hat hervorragende Vorarbeit geleistet. Zu der weiteren Entwicklung dieses Ensembles befragt, sagt sie: „Die EULEN haben sich nach ihrem Bühnendebut Gedanken


Veranstaltungen Tanzgruppen zeigen nachahmungswerte Beschwingtheit und große ortsansässige Orchester sorgen für die Stimmung im Saal. Die Örtlichkeit der Veranstaltung wird im Wechsel von Enzkreis und Pforzheim ausgewählt. In diesem Herbst war Huchenfeld der Veranstaltungspartner. Die Hochberghalle ist in Ausstattung, Fassungsvermögen und Verkehrsmittelanbindung ein idealer Veranstaltungsort. Unverändert sind die differenzierten Veranstaltungsabläufe. Allerdings war erstmals in diesem Jahr eine Veränderung der Besuchergruppen festzustellen. Waren es bisher im Wesentlichen die Heime mit ihren Bewohnern, so machte sich hier erstmalig eine reduzierte Teilnahme bemerkbar. Der Grund hierfür findet sich zweifellos in der Struktur der Bewohner. Die älteren Menschen bleiben länger in ihren eigenen Wohnungen, gehen später und hilfsbedürftiger in ein Heim, und damit reduziert sich die Möglichkeit und die Lust, an außerhalb stattfindenden Veranstaltungen teilzunehmen. Zugenommen hat dagegen die Zielgruppe der noch selbstständig lebenden Senioren. Diese Veränderung machte sich auch am Kuchenbuffet bemerkbar. Der Kuchenappetit der selbstständigen Senioren scheint den der Heimzielgruppe offensichtlich zu übersteigen. Da musste für Nachschub gesorgt werden. Die Bilderserie zeigt eine kleine Dokumentation von Besuchern und Veranstaltungen. Hier finden wir u.a. den Musikverein Pforzheim, das Seniorenorchester „Die Diatoniker“, die Grundschule und den Turnverein Huchenfeld und die „Tanzmäuse“. Durch den Nachmittag führte Andrea Überall-Schulze, und für das leibliche Wohl sorgten die Mitglieder des DRK Pforzheim. Hans Augenstein, Leiter der Altenhilfe-Fachberatung Pforzheim, begrüßte die Gäste.

FÜR ALLE VERANSTALTUNGEN SIND RECHTZEITIGE ANMELDUNGEN ERFORDERLICH! Geschäftsstelle Kreisseniorenrat Pforzheim Enzkreis e.V. • Ebersteinstr. 25 (Ecke Salierstraße), 75177 Pforzheim • Tel. 0 72 31/3 27 98 oder Fax 0 72 31/35 77 08 • E-Mail: info@kreisseniorenrat-pf.de


Bärbel Grötzinger Freiwilligen-Agentur

Andrea Überall-Schulze

Dieter Müller, Architekt

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FRAG Pforzheim-Enzkreis Die Freiwilligen Agentur PforzheimEnzkreis (FRAG) hat im Oktober die Aktion „Sternstunden“ gestartet. „Alle sprechen von Geld – wir bitten um ein noch wertvolleres Geschenk“, so bringt Gerda Görnemann, Vorsitzende des Kreisseniorenrats, das Anliegen der Aktion auf den Punkt.

Die Zielgruppe der Aktion „Sternstunden“ sind Menschen, die ihren Lebensabend in einem Seniorenheim verbringen, insbesondere Heimbewohner und Heimbewohnerinnen, um die es einsam geworden ist, die nie oder nur selten Besuch bekommen, deren Angehörigen in einer anderen Stadt, vielleicht sogar im Ausland leben oder die keine Angehörigen mehr haben. Von ihren Freunden sind viele schon gestorben und die übrigen sind meist nicht mehr so rüstig, um sich den Weg zuzutrauen. Die Heimbewohner und Heimbewohnerinnen können aufgrund körperlicher Einschränkungen oft nicht mehr am sozialen Leben außerhalb des Seniorenheimes teilnehmen. „Wenn diese Menschen, die auf eine Begegnung warten, Zeit geschenkt bekommen, ist das für sie eine Sternstunde“ – das erklärt den Namen der Aktion.

Die Freiwilligen Agentur sucht in Pforzheim und im Enzkreis Ehrenamtliche, die bereit sind, diesen Menschen etwas Zeit zu schenken und je nach Möglichkeit eine Stunde in der Woche oder im Monat mit einem Heimbewohner oder einer Heimbewohnerin zu verbringen. Mit ihnen spazieren gehen, dabei gegebenenfalls den Rollstuhl schieben, sich unterhalten oder einfach nur zuhören, vorlesen, gemeinsam singen, musizieren oder zum Zeitvertreib etwas spielen. Es wäre schön und wichtig, wenn die Besuche im Seniorenheim regelmäßig stattfinden könnten. Denn ist der Kontakt erst mal aufgebaut, freuen sich die alten Menschen auf ihren Besuch und warten auf die nächste „Sternstunde“. Nähere Infos zu der Aktion erhalten Sie von Bärbel Grötzinger beim Kreisseniorenrat (Tel. 07231/32798) sowie Renate Poignée und Katharina Krings bei der Volkshochschule (Tel. 0 72 31/38 00 16).

DIE WOHNBERATUNG – EINE WICHTIGE INSTITUTION FÜR ÄLTERE UND/ODER BEHINDERTE MENSCHEN Zu Beginn ein Auszug aus einem Schreiben der BAG Wohnungsanpassung e.V. und dem Landesseniorenrat BW zum Thema „Altersgerecht Umbauen“: „Aller Protest im Vorfeld hat nichts genützt. Das Programm „Altersgerecht Umbauen“ der KfW Bank soll zum Ende des Jahres eingestellt werden. Die Bundesarbeitsgemeinschaft Wohnungsanpassung e.V. kann die Entscheidung der Bundesregierung nicht nachvollziehen. Die Anpassung der Wohnungsbestände auf die Bedürfnisse Älterer und Menschen mit Behinderung ist neben der energetischen Sanierung die Zukunftsaufgabe der Wohnungswirtschaft.“ Somit rückt die bewährte Beratungsstelle des KSR mit den hilfreichen Fachleuten wieder verstärkt in den Mittelpunkt des Bedarfs für Menschen, die durch

Alter und/oder Behinderungen selbst Umbaumaßnahmen treffen müssen, um in ihrem gewohnten Umfeld bleiben zu können. Darüber hinaus befasst sich die Wohnberatung neben den bekannten Beratungen für das „Barrierefreie Wohnen“ auch mit dem „Ambient Assisted Living „(AAL) übersetzt„Altersgerechte Assistenzsysteme für ein gesundes und unabhängiges Leben“. Angesichts des mittelfristig bevorstehenden Engpasses der„Pflegekräfte“ soll AAL helfen, durch einfach bedienbare Module (integriert z.B. in die Fernbedienung von TV-Geräten) zu kommunizieren, das heute bereits möglich ist. Im Hinblick auf die zu erwartende starke Reduzierung der Hilfskräfte werden die elektronischen Hilfsmittel zwangsläufig als Helfer der Menschen in den Vordergrund rücken. Sicherheitsvorkehrungen, Serviceleistungen, wahlweise Informationen und Kommunikationsmöglichkeiten sind nur einige Bereiche aus der Vielfalt der künfti-

gen Angebote und ermöglichen vielen Menschen unter Beibehaltung der eigenen Wohnung wieder die Teilnahme am täglichen Leben. Unsere Architektensprechstunde in der Pforzheimer Geschäftsstelle hat sich bewährt. Diese Sprechstunden sind für Menschen aller Altersklassen eingerichtet. Vorherige Terminabsprachen unter Tel. 07231/32798. Auch im Pflegestützpunkt Mühlacker steht das Team der Wohnberatung KSR Pforzheim Enzkreis nach vorheriger Terminvereinbarung zu Beratungen zur Verfügung. Kreisseniorenrat – Wohnberatung Enzkreis – Stadt Pforzheim e.V. Beratung und Informationszentrum für Senioren Ebersteinstr. 25, 75177 Pforzheim Tel. 0 72 31/35 77 14, Fax 35 77 08 wohnberatung@kreisseniorenrat-pf.de

Öffnungsz.: Mo. – Fr. 10 – 12 Uhr oder nach Terminvereinbarung


Radreise Ostfriesland „Rad up Pad“ Norden - Aurich - Leer - Papenburg - Emden - Norden Reisebegleitung Margarete Janssen und Ilse Kästner: „Rad up Pad“ – was die Bedeutung dieser plattdeutsche Formulierung anbelangt, mag so mancher „Nicht-Ostfriese“ lediglich verständnislos mit dem Kopf schütteln. Ins Hochdeutsche übersetzt bedeutet „Rad up Pad“ etwa soviel wie „Rad auf dem Weg“. Wer Ostfriesland auf dem Sattel kennen lernen will, der sollte auf der Friesenroute „Rad up Pad“ auf Entdeckungsreise gehen.

Ilse Kästner

Margarete Janssen

Der Fahrradrundkurs führt durch Gemeinden des Landkreises Aurich und in die Stadt Emden. Die Reise geht zu Burgen, Schlössern, Kirchen und Windmühlen, entlang abwechslungsreicher Landschaften wie Geest, Marsch, Moor, Küste und natürlich immer am Wasser vorbei. Die Reise ist auch für weniger geübte Radfahrer geeignet. Frau Janssen und Frau Kästner haben die Radreise bereits selbst unternommen und begleiten Sie durch Ostfriesland. Reiseleistungen: • Bahnfahrt Pforzheim – Norden und zurück in der 2. Klasse • Sitzplatzreservierung • 7 Übernachtungen inklusive Frühstück in guten und sehr guten Hotels der

Mittelklasse in Zimmern mit Bad oder Dusche/WC • täglicher Gepäcktransport in das jeweilige Hotel • Reisebegleitung durch Frau Janssen und Frau Kästner • Fährüberfahrt Dietzum – Pektum • Führung in der Meyer-Werft in Papenburg • Sicherungsschein Reiseveranstalter: Pforzheimer Reisebüro GmbH Bahnhofstr.9,75172 Pforzheim Wir haben Ihr Interesse geweckt? Dann fordern Sie die ausführliche Reisebeschreibung an oder Sie kommen zur Informationsveranstaltung am Sonntag, dem 4. Dezember 2012, 17.15 Uhr, im Lufthansa City Center, Pforzheimer Reisebüro, Bahnhofstraße 9, 75172 Pforzheim.


Prof. Dr. Ulrike Krenzlin

Gesichter der

Meisterwerke italienischer Porträt-Kunst

Prof. Dr. Ulrike Krenzlin

Abb. 1 Sandro Botticelli. Bildnis Giuliano de’ Medici. 75,5 x 52,5 cm Tempera auf Holz.um 1478 Washington, National Gallery of Art. © Art Ressource, NY

Worin liegt aber nun die Faszination unserer Zeit an der Renaissance? Es ist ihr alles durchdringende Konzept, das uns in seinen Bann zieht. Denn dieses „concetto“ von Schönheit und Glanz ist uns abhanden gekommen. Künstler haben seit dem frühen 20. Jahrhundert jedes Interesse an Schönheit verloren. Die Kunsttheorie folgte dieser Absage. Sie verästelte sich seither in diffusen Auffassungen von Schönheit. Jedermann kann erkennen, dass Übereinkünfte zum Schönen, die von der Renaissance bis zur Aufklärung alle Künste durchdrangen, seitdem schroff zurückgewiesen wurden und heute geradezu zerstört sind. Weil der Nutzen von Schönheit in unserer Welt nicht klar zu Tage tritt, wird in der Suche nach ihr keine kulturelle Notwendigkeit mehr erkannt. Hinzu kommt, dass alle natürlichen Interessen, die vornehmsten Quellen von Schönheit, außer Kraft gesetzt sind. Ihre Plätze sind inzwischen besetzt von der Jagd nach Lebensglück. Erlebnisräusche aus Events, Sex und Erotik stehen auf der Glückskugel ganz oben. Erfahrungen wollen um jeden Preis gemacht werden. Schon die Psychoanalyse von Sigmund Freud weiß über Schönheit nichts mehr mitzuteilen. Die Rede ist dort vom einzigartigen Reiz, der im Sexualobjekt liege. Seitdem kommt es im Kunstwerk auf Enthüllung der Wahrheit an. Wir leben in einer Zeit der „Krisis des Schönen“(Th. W. Adorno). Daher agieren Theater, Oper und die bildende Kunst unter dem Motto: „Le beau est négatif“ (Paul Valéry). Wir können staunen, dass trotz dieser auf allen Ebenen inszenierten Demontage die Sehnsucht der Menschen nach Schönheit nicht verloren gegangen ist. Bei den gegenwärtigen Renaissance-Ausstellungen bricht sie eruptiv hervor. Wenn wir an einigen wunderbaren Beispielen der Weltkunst nach dem verlorenen Geheimnis von Schönheit suchen, dann stoßen wir darauf, dass dieses begründet war in der Weltanschauung dieser Zeit. Es ist die Scholastik, ein hohes theologisch-philosophisches Programm, das von der göttlichen Dreieinigkeit ausgeht. In Der schöne Giuliano mit tiefschwarzem Haar und dunklem Teint wird vom Steinrahmen eingefasst. Hinter seinem Brustbild öffnet sich ein Fenster. Wir glauben, dem Bewunderten nahe zu sein. Nur Giulianos Wendung ins Dreiviertelprofil und seine geschlossenen Augen gebieten Abstand. Vor ihm sitzt eine Turteltaube, ein Symbol der Treue. Aristoteles erklärte in der „Historia animalium“, das diese Taubenart nach dem Tod des erwählten Lebenspartners für immer allein bleibt.

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ihr liegen Wahres (Erkenntnis), Gutes (Tugendlehre) und Schönes (pulchritudo absoluta) begründet. Höchste Schönheit (prima bellezza) lässt sich also nur in Gott finden. Dieses Programm vom Himmlischen Glanz, der über allem lag, stellen die Ausstellungen „Himmlischer Glanz“ in Dresden und „Die Erfindung des Bildes“ in Hamburg heraus. Die Medici in Florenz Dieses Bildnis stellt eine posthume Hommage für Giuliano I. de’ Medici dar, die nach seiner Ermordung, am Ostersonntag, den 26. April 1478, entstanden ist. Giuliano wurde im Florentiner Dom Santa Maria

Abb. 1

del Fiore rücklings erstochen. Als vereinbarter Auftakt zum Mord galt der Beginn des Hochamtes, wenn der Priester die Hostie erhebt. Ein Attentäter sticht mit dem Dolch auf Giuliano ein. Ein Zweiter tötet ihn mit schnellen Stichen. Inmitten der aufgeregten Menge verblutet Giuliano. Initiiert haben das Attentat die rivalisierenden Florentiner Bankiersfamilien Salviati, Pazzi sowie Girolamo Riario, ein Neffe Papst Sixtus IV. Dieser unterstützte das Bankhaus Pazzi, obwohl er von den Medici finanziert wurde. Lorenzo Il., Giulianos älterer Bruder, dem der Anschlag ebenso galt, wird nur verwundet und überlebte. Er führte das Bankhaus der Familie Medici zu großem Erfolg. Das Standgericht Diese brutale Geschichte kommt einem spannenden Krimi gleich. Aufgebrachte Florentiner töten Verschwörer sofort, die sie im Dom ergreifen konnten. Jacopo de’ Pazzi wurde aus einem Fenster gestoßen, nackt durch die Straßen gejagt, in den Arno getrieben. Der Name Pazzi wird spurlos getilgt. Erzbischof Salviati wird am Palazzo della Signorina gehängt. Die Signorina der Republik Florenz beschloß, auch die Verräter standrechtlich zu hängen. Botticelli, sonst Maler edler Themen, hatte rasch freskale Schandbilder der Verräter über


Renaissance –

und die „Krisis des Schönen“ in unserer Zeit das Portal della Dogana am Palazzo Capitano geschaffen. Damit setzte er sich kämpferisch für seinen mäzenatischen Freund Giuliano ein. Der entflohene Napoleone Franzesi war in Effigie, d.h. in Abwesenheit, getötet worden. Wegen seiner Flucht kam ihm die schandhafte Todesart zu, am Fuß erhängt zu werden. Die Entflohenen wurden durch Sicherheitsdienste der Medici in ganz Italien gestellt. Das Ereignis weist hin auf die Schärfe der Machtkämpfe in höchsten Finanz- und Kunstkreisen. Dennoch wird von Künstlern der Schönheitskanon grundsätzlich nicht in Frage gestellt. Die Medici regierten in der dritten Generation in Florenz. Der reiche, schöne und kunstsinnige 24jährige Giuliano verkörperte die Hoffnung der Menschen auf die Zukunft der Republik Florenz. Daher war nach seinem Tod der Wunsch nach Erinnerungsbildnissen so groß. Sandro Botticelli Botticelli konnte die Ausstrahlung des 24jährigen Giuliano in Bildnissen so einfangen, dass die Nachwelt bis heute den Atem anhält. Selber tief gläubig, hat Botticelli in dieser Lichtgestalt der Florentiner Gesellschaft um 1478 die Vollkommenheit göttlicher Schöpfung in einem Menschen wiedererkannt. Der Ruhm, der der Familie Medici bis heute anhaftet, liegt also nicht in ihrem erfolgreichen Bankhaus, sondern in ihrem Mäzenatentum mit einem einzigartigen Förderprogramm für Künstler. Die Geförderten lebten mit ihren Förderern zusammen wie Freunde. Beide, Sandro Botticelli und Lorenzo Il Magnifico (der Prächtige) sind bis heute Glanzgestalten der Kunstgeschichte. Das Liebespaar im Bildnis Dieses Werk ist für die italienische Porträtkunst bahnbrechend aus drei Gründen: Erstens als frühes Doppel-

porträt, zweitens als Bildnis mit einer Frau im Mittelpunkt und drittens als Bildnis mit Landschaftshintergrund. Der erste Blick auf die Geliebte am Fenster kommt als Motiv in der Liebeslyrik vor. Im Hohelied Salomo (2,9) heißt es vom Bräutigam (Christus): Ja, draußen steht er/an der Wand unseres Hauses; er blickt durch das Fenster, späht durch die Gitter.“

Abb. 2: Fra Filippo Lippi. Bildnis eines Mannes und einer Dame in einer Fensternische. Tempera auf Holz. 64,1 x 41,9cm. Um 1440/44 NY, MET of Art © MET of Art NY

Abb. 2 Dargestellt sind die Florentiner Lorenzo di Rinieri Scolari und Agnola die Bernardo Sapiti. Sie heirateten1436. Das kostbare Kleid und der Hennin (Kopfbedeckung) entspricht burgundischer Hofmode. In ihrem damastenen Ärmelaufsatz ist das Motto eingestickt: lealtà (Treue). Neu ist der konzentrierte, in sich gesammelte über die eigene Schulter ins Bild gerichtete Blick. Wieso? Die Lichtführung gleitet und erzeugt so Tiefe. Das Hermelinfell nimmt feinste Helligkeit auf, gibt sie weiter an die Hand. Nach der jüngsten Mode ist die Dame gekleidet. Die Perlen heben sich ab vom zarten Inkarnat.

Abb. 3

Das Bode-Museum – am Ende der Berliner Museumsinsel – ist mit Pauken und Trompeten aus seinem Dornröschenschlaf geweckt worden. In seiner hundertjährigen Geschichte hat das speziell für Renaissance-Kunst eingerichtete Museum noch keinen Ansturm erlebt wie mit der Ausstellung „Gesichter der Renaissance“. An den temporären Container-Kassen vor den Museumstreppen bilden sich täglich unübersehbare Warteschlangen. Tagestickets sind spätestens 14 Uhr ausverkauft. Mit dem erworbenen Ticket erwartet den Museumsbesucher in den Innenräumen eine weitere stundenlange Wartezeit bis zum Aufruf seiner Nummer über Display. Merkwürdige Ruhe, gar eine Art Glückseligkeit stahlen diese Besucher in der Ausstellung oder bei einer Cafépause aus, als ob sie einem großen Geheimnis auf die Spur gekommen wären. Ich habe viele gefragt, weshalb sie dem Zauber der Renaissance-Bildnisse erlegen seien. Doch brachten die Befragten bei der Suche nach einer Antwort kaum mehr heraus als die Worte „Sehnsucht nach Schönheit“.

Abb.3 Leonardo da Vinci. Dame mit dem Hermelin (Portrait der Cecilia Galllerani) 54,7 x 40,5 cm.1489/90. Öl/Tempera auf Holz. Krakau. Prinz Czartoryski Stiftung. Nationalmuseum Krakau. ©bpk/Scala

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Prof. Dr. Ulrike Krenzlin · Fortsetzung

Gesichter der

Meisterwerke italienischer Porträt-Kunst Abb. 4 Antonio del Pollaiuolo. Bildnis einer Dame. Um 1460/65. Öl/Tempera auf Pappelholz. 52,5 x 36,5 cm. Berlin SMB. Gemäldegalerie© SMB, Jörg P. Anders

Abb. 4

Dantes Beschreibung von Beatrice in der Göttlichen Komödie trifft den Kern des Bildnisses. Es heißt dort: „Wie kann ein Wesen so rein sein, so geschmückt, das sterblich nur?“ Abb. 5: Sandro Botticelli. Profilbildnis einer jungen Frau (Simonetta Vespucci). 47,5 x 35 cm. Tempera auf Holz. um 1476.© Gemäldegalerie. SMB. Jörg P. Anders Das lose wehende Haar war ein Novum. Es gehört zum concetto vom Bildnis. Simonetta verkörpert den Typus der Himmlischen Liebe. Der Simonetta Kult war in Florenz ein Topos. Für sein großes Ritterturnier hat Giuliano de Medici die verheiratete Simonetta Vespucci zur Königin des Festes auserwählt. Die Kunstgeschichte ist voller Missdeutungen dieser Beziehung. Simonetta starb 1476 dreiundzwanzigjährig. Giulianos uneheliches Kind – der spätere Papst Clemens VII. – wurde einen Monat nach seinem Tod, am 26. Mai 1478, geboren.

Abb. 6

Abb. 5 Abb. 6: Desiderio da Settignano. Büste einer jungen Frau (Marietta Strozzi) Marmor. 52,5 cm. um 1460 © Skulpturensammlung SMB, Jörg P. Anders Dieses Frauenbildnis des Florentiner Quattrocento war ein Meisterstück höchster Vollkommenheit. Die Dargestellte ist wohl die Tochter von Lorenzo Strozzi. 1448 galt sie als eine der besten Partien in Florenz.

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Lippi war bei Zeitgenossen angesehen als „über alle Maßen kunstfertig“. Wie Petrarca vertritt er ein Konzept. Die Malerei ist nicht nur eine memoria, in dem Fall an ein Verlöbnis. Sie erklimmt die Höhen poetischer Schöpfung. Es geht um Begehren und Liebe. Aber bereits am Kleiderärmel der Braut steht: Treue. Hier ist kein ritratto dal naturale zu sehen, sondern wiederum eine Al-

legorie. Cecilia Gallerani war von 1489 bis 1491/92 die Geliebte des Herzogs von Mailand Ludovico Sforza, gen. Il Moro. Er war der große Mäzen von Leonardo da Vinci. Für die Deutung dieses Bildnisses spielt die Legende vom Hermelin eine Rolle. Sie ist der spätmittelalterlichen Tugendanthologie entnommen, in der Moralbegriffe an Tieren abgehandelt werden. Das Hermelin liebt die Sauberkeit über alles. Wer es fangen will, soll seine Höhle beschmutzen, dann geht es nicht mehr hinein und lässt sich vom Jäger wehrlos fangen. Im übertragenen Sinn gilt für Ritter: Malo mori, quam foederi. Lieber tot als schmutzig. Gemeint ist Sforza als der Jäger, Cecilia die freiwillig Gefangene. Es geht um gegenseitiges Begehren und die Forderung nach Tugend. Il Moro heiratete alsbald Beatrice d’ Este aus dem Herzogtum Mantua. Cecilia schenkte er einen palazzo, indem sie einen Salon führte. Zum concetto der Zeit gehörte die Trennung von irdischer und himmlischer Liebe. Eine Kurtisane wird nicht am Maßstab der Tugenden gemessen. Das Bildnis und die neue Ölmalerei Die Ölmalerei wirkt plastischer als die bisher dominante Temperamalerei. Sie hebt den Glanz des Haares und der Stofflichkeit. Ihre Lichthelligkeit kommt dem „concetto“ von der Geburt der Schönheit aus der göttlichen Vollkommenheit entgegen. Antonio stellt das weibliche Idealbild in diesem Sinn vor den blauen Himmel. Wir haben gesehen, dass unsere Sehnsucht nach Schönheit einer Zeit gilt, dem italienischen Quattrocento, in dem ein anderes Programm vom Schönen (bello) und von der Schönheit (belezzo) galt. Es hat die Künste einzigartig beflügelt und


Renaissance –

und die „Krisis des Schönen“ in unserer Zeit Ausstellungen Kunst der Renaissance Gesichter der Renaissance. Meisterwerke der italienischen Porträt-Kunst Bis 20.11.11 Bode-Museum Berlin. 19.12.2011 – 18.3.2012 New York. MET of Art. Katalog. € 29,– Buch € 47,50 Hirmer Verlag München in engl. u. dt. Erfindung des Bildes. Frühe italienische Meister bis Botticelli Aus dem LindenauMuseum Altenburg. Bucerius Kunst Forum Hamburg bis 8.1.2012 Katalog € 29.90 Hirmer Verlag München Dürer, Cranach, Holbein. Die Entdeckung des Menschen: das deutsche Porträt um 1500 Kunsthalle der Hypo-Kulturstiftung München. Bis 15.1.2012. Katalog Hirmer München € 25 Perugino – Raffaels Meister Alte Pinakothek München bis 15.01.2012. Katalog € 29.90 Hatje Cantz Verlag Himmlischer Glanz Raffael, Dürer und Grünewald malen die Madonna Staatliche Kunstsammlungen Dresden. Bis 8.1.2012 Katalog € 24.95 bei Prestel München

durchdrungen. Das grundlegende theologische Programm war gebunden an die Moral- und Tugendlehre. Quellen dafür liegen bei den antiken Philosophen. In der hochmittelalterlichen Scholastik und später in der Mystik einer Birgitta von Schweden sind diese Quellen christlich umgedeutet worden. Alles gründet in Gott. In ihm sind höchste Schönheit (pulchritudo absoluta) und tiefste Wahrheit vereint. Die Ausstellung in Dresden „Himmlischer Glanz Raffael, Dürer und Grünewald malen die Madonna“ legt das christliche concetto der Renaissance offen.

Abb. 9

Abb. 7

Abb. 7 oben: Matthias Grünewald. Stuppacher Madonna.1516. Kasein auf Holz, 185 x 150 cm, Bad MergentheimStuppach, Kirchengemeinde Maria Krönung

Abb. 10

Abb. 9 oben rechts: Raffael. Die Madonna von Foligno. 1511/12 von Holz auf Lw. übertragen, 301,5 x 198,5 cm. Musei Vaticani, Città del Vaticano, IN 129 Abb. 8: Raffael. Die Sixtinische Madonna. 1512/13. Öl/Lw. 269,5 x 201 cm. SKS Dresden. Gemäldegalerie Alte Meister. Gal.-Nr. 93

Abb. 8

Abb. 10: Albrecht Dürer. Dresdener Altar. Um 1496. Tempera Lw. Mittelbild 114 x 96,5 cm, beide Seitenflügel 114 x 45 cm. SKS Dresden. Gemäldegalerie Alte Meister, Gal. Nr. 1869

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Das Schmuckmuseum Pforzheim informiert:

Serpentina –

die Schlange im Schmuck der Welt

Ausstellung im Rahmen von »50 Jahre Reuchlinhaus« Sünde und Versuchung, Klugheit und List, Tod und Unheil, aber auch Ewigkeit und Erneuerung, Schutz und Heilkraft – die symbolischen Bedeutungen der Schlange sind vielfältig. Zu allen Zeiten und in allen Kulturen faszinierte sie den Menschen und inspirierte ihn zu herausragenden Kunstwerken – und Schmuckstücken. Erstmals in dieser Vielfalt aufgearbeitet, widmet sich die Ausstellung der gesamten Bandbreite der Schlange im Schmuck. Vom 26. November 2011 (Eröffnung Freitag, 25. November, 19 Uhr) bis zum 26. Februar 2012 werden rund 120 bedeutende Schlangenpreziosen aus vielen Epochen Europas, aus Afrika, Asien und Amerika im Schmuckmuseum Pforzheim zu sehen sein. Die Ausstellung findet im Rahmen des Jubiläumsjahres 50 Jahre Reuchlinhaus statt. Kurator ist Fritz Falk, der das Haus über 30 Jahre leitete. Schlangenarmreif Gold, Granat, griechisch-hellenistisch, 3. – 2. Jh. v. Chr., Schmuckmuseum Pforzheim, Foto: Günther Meyer

Schlangenanhänger, Gold, Wachsfadentechnik; Baule, Republik Elfenbeinküste

Jugendstils sowie von Schmuckkünstlern des 20. Jahrhunderts. Auch Schalen oder eine Weinkanne sowie Zeichnungen sind ausgestellt. Besucher- und Führungsinfo unter Telefon 07231/39-2126 Brustschmuck »Schlangen« René Lalique, Gold, Email, Paris, 1898/99 © VG Bild-Kunst Bonn 2011

Schlangenohrschmuck, Gold, Email, Rubine, Diamanten Cartier Paris, Sonderanfertigung für María Félix 1971, N. Welsh, Cartier Collection © Cartier

Sammlung Liaunig © HL Museumsverwaltung GmbH

Zur Ausstellung findet ein umfangreiches Veranstaltungsprogramm statt, und bei der ARNOLDSCHEN Verlagsanstalt Stuttgart erscheint unter gleichem Titel ein Begleitbuch von Fritz Falk, das in Buchhandel und Museumsshop erhältlich ist.

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»Je mehr wir uns mit dem Thema beschäftigten, umso deutlicher wurde, wie reichhaltig und faszinierend es ist«, erläutert Museumsleiterin Cornelie Holzach. »Es ist mir eine große Freude, einmalig für diese Ausstellung Schlangenschmuckstücke aus aller Welt in Pforzheim zeigen zu können, mit Leihgebern von Japan bis New York, von Athen bis Lissabon.« Bei den Exponaten handelt es sich um Ohrschmuck und Lockenspiralen, prachtvolle Pektorale, Broschen und Fibeln, Armreife und Ringe: von der Uräusschlange im alten Ägypten über Schlangenreife und Ringe aus der griechischen und römischen Antike bis zu herausragenden Beispielen von Cartier und Fabergé aus

dem 19. Jahrhundert oder extravaganten Kreationen von René Lalique und Wilhelm Lucas von Cranach aus der Zeit des

Begleitprogramm • So., 27.11.11, 4.12.11, 8. + 22.1.12, 5. + 26.2.12, 15 Uhr, Führung durch die Ausstellung • So., 4.12.11, 14.30 Uhr, Schmucke Schlangen – Faszination und Schönheit einheimischer und exotischer Schlangen, Vortrag mit anschließender Kurzführung durch die Ausstellung • Do., 15.12.11, 19 Uhr, Serpentina – die Schlange im Schmuck, Vortrag in Kooperation mit der PZ, im PZ-Forum, Eingang Ecke Post-/Luisenstraße • So., 18. 12.11, 15 Uhr, Mythologien der Antike rund um die Schlange, Literarische Sonntagsführung in Kooperation mit der vhs Pforzheim-Enzkreis • Do., 12.1.12 + 9.2.12, 19 Uhr, Kuratorenführung mit »Cobra Libre«-Cocktail

Stockknauf Rauchquarz, Gold, Diamanten Carl Fabergé St. Petersburg um 1900 Private Collection

• Fr., 20.1.12, 19 Uhr, Von guten und bösen Schlangen Ein literarisch-musikalischer Abend in der Stadtbibliothek Pforzheim

Für Kinder und Jugendliche • Fr., 2.12.11 + 3.2.12, 14.30 – 16:45 Uhr, Was kreucht und fleucht denn da? Workshop über Tiere im Schmuck mit Besuch der Sonder- und Dauerausstellung, Anmeldung unter 07231/39-2126 • So., 11.12.11, 8.1.12, 5.2.12, 14.30 – 15.15 Uhr, Schatzsuche mit Schmucki der Perlsau, Führung durch die Sonder- und Dauerausstellung mit Raphael Mürle, Figurentheater Pforzheim • Mi., 16. – Do., 19.2.12, 15 Uhr, Das Dschungelbuch, Filmvorführung Kommunales Kino Pforzheim


Innovation von Anfang an –

das Projekt »Kitas auf Museumstour«

Schlüsselqualifikationen heute für die Arbeitswelt von morgen Was kann »Bildung von Anfang an« bedeuten? Dieses Motto stellt im Rahmen des Masterplan-Prozesses der Stadt Pforzheim ein bedeutendes Querschnittsthema dar. Ein Beispiel für »Bildung von Anfang an« ist das Kooperationsprojekt »Kitas auf Museumstour« von Schmuckmuseum Pforzheim, Kulturamt, Amt für Bildung und Sport und dem Verein Goldader Bildung, das es seit 2009 gibt. Es führt Mädchen und Jungen ab vier Jahren an vier städtische Museen heran, erreicht alle Nationalitäten und Familien unabhängig von der sozialen Zugehörigkeit, fördert Schlüsselqualifikationen wie Sprach-

ren eine entscheidende Rolle im Arbeitsleben. Von der Produktion, die Maschinen erledigen, hat sich der Fokus hin zu Team- und Projektarbeit verschoben. Um sich in diese Arbeitsprozesse einbringen und be Kita Matthäusgemeinde beim Drechseln im Stadtmuseum.

Kita Maihälden mit Stadtplan auf dem Weg zu den Museen-

 Kita am Klinikum beim Korn mahlen im Archäologischen Schauplatz Kappelhof.

Kita Matthäusgemeinde vor der Vitrine mit dem PapageiAnhänger im Schmuckmuseum.

und Kommunikationskompetenz, mathematisches und naturwissenschaftliches Interesse, ästhetische Bildung, Neugier und interkulturelle Kompetenz und wirkt identitätsstiftend und integrativ. Im Projekt entwickeln Kinder, pädagogische Fachkräfte und Museumspädagogen gemeinsam nachhaltige Konzepte für innovative frühkindliche Bildungsangebote und nutzen dabei die Museumsschätze dieser Stadt, vom Schmuckmuseum über Pforzheim Galerie und Stadtmuseum bis zum Archäologischen Schauplatz Kappelhof. »Im heutigen Informationszeitalter spielt die Fähigkeit zu kommunizie-

haupten zu können, sind Kommunikations- und Sozialkompetenz unabdinglich. Und genau die werden durch ein Projekt wie ›Kitas auf Museumstour‹ stark gefördert«, erläutert Museumspädagogin Claudia Baumbusch. Der Erwerb dieser Schlüsselqualifikationen heute für die Arbeitswelt von morgen ist außerdem als Wirtschaftsfaktor von Bedeutung, nicht zuletzt in einer sozial eher benachteiligten Stadt wie Pforzheim. Mit diesem innovativen kulturellen Bildungskonzept leistet das Projekt »Kitas auf Museumstour« einen nachhaltigen und zukunftsfähigen Beitrag zur Bildungsförderung am Wirtschaftstandort Pforzheim.

Öffnungszeiten des Schmuckmuseums Pforzheim: Di. bis So. und feiertags 10 – 17 Uhr (außer Hl. Abend und Silvester) • Eintritt in die Dauerausstellung 3 €, ermäßigt 1,50 €, z.B. mit der SWR2-Kulturkarte, bis 14 Jahre und mit Oberrheinischem Museumspass frei • Gruppenführungen auf Anfrage • Öffentliche Führung durch die Dauerausstellung sonntags 15 Uhr, 5 €, ermäßigt 3,50 € • Partner von Kulturland BadenWürttemberg • Medien- bzw. Kulturpartner des Schmuckmuseums sind Pforzheimer Zeitung und SWR2 • Weitere Informationen unter www.schmuckmuseum.de

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Die SCHMUCKWELTEN informieren:

Ausstellung in der Galerie für Kunst und Design in den Schmuckwelten:

Mutter und Tochter – ein kreatives Duo Mutter Ruthild Haas-Kölmel, Jahrgang 1940, und Tochter Barbara Haas-Di Giorgi, Jahrgang 1965 – ein Zusammenspiel künstlerischer Fertigungen im Rahmen einer generationenbewussten Tradition. Lackmalerei und die Herstellung von Schmuck waren seither in der Familie zwei Themen, die sich heute in einer neuen und außergewöhnlichen Dualität fortsetzen. Gilde und Mitglied der Künstlergilde Buslat. Tochter Barbara lebt seit 17 Jahren in Florenz und erfüllt ihre künstlerische Aufgabe in der Herstellung von Schmuckunikaten und Skulpturen. Ruthild Haas-Kölmel und Tochter Barbara Haas-Di Giorgi.

Das Fundament des handwerklichen und künstlerischen Leistungspotentials von Mutter und Tochter bildet eine hervorragende Ausbildung und das erfolgreiche Studium an Fachund Hochschulen – und dies getragen von der Freude am Material und der Liebe zur Gestaltung. Mutter Ruthild ist heute neben der Gestaltung fantasievoller Lack-Arbeiten u.a. Vorsitzende der Lukas-

In einer umfangreichen und informativen Auswahl zeigen die „Schmuckwelten“ im Rahmen einer Verkaufsausstellung einen Ausschnitt dieser künstlerisch individuellen und attraktiven Arbeiten. Sicher werden beim Betrachten der sehr wirkungsvollen und dekorativen Einzelstücke Weihnachtswünsche wach.

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UNIKAT- UND DESIGNSCHMUCK In d er G a l e r i e ffür ür K unst & D e s i g n ffreut re u t ssich ich e i n TTeam e a m vvon on D esignern u nd G oldschmiedinnen d a ra u f , In der Galerie Kunst Design ein Designern und Goldschmiedinnen darauf, S i e für f ü r das d a s Besondere B e s o n d e re zzu ub e g e i s te rn . U N I K AT - U ND D E S I G N S C H M U C K ssowie ow i e O B J E K T E vvon on ü b e r 880 0K ünstlern Sie begeistern. UNIKATUND DESIGNSCHMUCK OBJEKTE über Künstlern u n d SSchmuckschaffenden c h m u c ks c h a f fe n d e n werden we rd e n Sie S i e faszinieren. fa s z i n i e re n . Die D i e Adresse A d re s s e ffür ür b e s o n d e re G e s c h e n ke ! und besondere Geschenke! S i e ffinden inden u n s iin nd e r SSCHMUCKWELTEN-Mall C H M U C K W E LT E N - M a l l a m LLeopoldplatz. eopoldplatz. Sie uns der am TTel. el. 0 7231 9 9-4438 · g a l e r i e @ s c h mu ck we l t e n . d e 07231 99-4438 galerie@schmuckwelten.de


Georg Bunz. 35 Jahre konzeptionelles Design f眉r Schmuck und Uhren.

www.bunz.de 路 info@bunz.de


Der fahrende Kochtopf

Roswitha Kempe und ihr Sohn, Roman Kempe.

Zu kaum einer Zeit hat das Thema Essen einen so informativintensiven Stellenwert besessen wie heute. Vielfältig und fantasievoll zeigen sich die unterschiedlichen Interpreten, Darsteller, Verkünder, Mahner und Liebhaber dieser so lebens- und liebenswerten Thematik. Zahlreiche Anbieter preisen ihre vorprogrammierten Fertiggerichte, die Hetze des Alltags treibt die Kunden zu den vielfältig bestückten Regalen, und mit mehr oder weniger schlechtem Gewissen wandern die lt. Packungsaufschrift zum Verzehr geeigneten Sättigungsmittel in die kleinen und großen hungrigen Mäuler.

Dies ist die eine Möglichkeit, sich der Mittel des Lebens zu bedienen: bequem, zeitsparend, unkompliziert. Aber bei dem Wort ,nützlich’ zeigen sich die ersten Stolperfallen. Und damit kommt die andere Seite zu Wort: die grüne, die gesunderhaltende, die verantwortungsbewusste, die „gourmetische“, die fantasievolle, die intelligente – und so fort. Kein Fernsehkanal ohne Kochsendung. Keine Zeitung ohne Koch-

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rezepte und ernährungswissenschaftliche Informationen, kein Arztbesuch, ohne die Frage nach der Erhaltung der Gesundheit durch typgerechte und gesunde Mahlzeiten. Und zu dem Thema ,Was man isst’,

kommt die Ermahnung zu prüfen: „Woher kommt das, was ich esse?“ Und es kommt natürlich auch die Frage: „Wie werde ich nach dem, was ich esse? Werde ich schlank oder dick? Ist es gut für den Kopf, den Magen, die Leber? Trägt es mich in höhere geistige Welten oder aktiviert es die Lust der Lebensgeister?“ Nun, es ist ein weites Feld, und die Mahlzeit besitzt seit der Existenz des Menschen von der Wiege bis zur Bahre einen außergewöhnlichen Stellenwert. Kommen wir nun zu einem Thema, das sich auch im Rahmen unserer demografischen Wandlung verstärkt in den Vordergrund drängt. Es geht um die Menschen, die aufgrund ihrer gesundheitlichen Verfassung oder aber auch aus Mangel an Zeit nicht mehr in der Lage sind einzukaufen, jeden Mittag den Kochtopf auf den Herd zu stellen und für eine gesunde Mahlzeit zu sorgen. Ist es nun nicht der eigene, so gibt es

für diese heute zahlreichen Fälle einen „fahrenden Kochtopf“, der all die zeitgerechten gültigen Kriterien einer gesunden Ernährung kennt, berücksichtigt und eine wertvolle Mahlzeit herstellt. Unser Credo: Essen ist ein ganzheitliches Thema mit vielen Aspekten: Geschmack, Gesundheit, Abwechselung und Ästhetik. Es wird nicht mehr nur das gegessen, was


– „Du bist was Du isst“ Mikrowelle oder im Backofen regeneriert werden. „Der fahrende Kochtopf“ in Pforzheim sorgt mit seinem freundlichen Personal dafür, dass der Kunde sein Wunschmenü täglich immer pünktlich auf seinem Tisch hat. Testen Sie das „Mikrosystem“ – Sie werden begeistert sein. Telefonisch erreichen Sie den „Fahrenden Kochtopf“ Montag bis Freitag von 9 – 16 Uhr unter 0 72 31/5 66 10 10 oder rund um die Uhr unter www.fahrenderkochtopf.de auf den Tisch kommt, sondern man wählt aus einem vielfältigen Angebot. Dieses realistische Bild des modernen Kunden stellt uns als „Frischmenüservice“ vor Herausforderungen, denen wir gern begegnen.“ Da werden frische Vollkost-, Diabetiker- und leichte und fleischlose Vegetariermenüs geliefert. Zu jedem Menü können Sie eine köstliche Suppe bestellen, und es gibt Salate der

Saison, eine Süßspeise, frisches Obst oder Joghurt. Das Essen wird täglich frisch gekocht, gekühlt angeliefert und kann zum gewünschten Zeitpunkt in der

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Die Kreishandwerkerschaft Pforzheim-Enzkreis präsentiert:

Mathias Morlock Geschäftsführer Kreishandwerkerschaft Pforzheim-Enzkreis

Welche »Weihnachtsbrödle« man(n) Foto unter: www.roma-antiqua.de

Zedernbrot

Weihnachtsrezepte

Zutaten (Mengen bezogen auf ca. 45 Stück): 3 Eiweiß (90 g) 250 g Staubzucker 250 g geriebene Mandeln Saft und Schale 1/3 Zitrone Zum Auswellen: Grießzucker Glasur: 165 g Puderzucker Saft 1 Zitrone

Der steife Eischnee wird mit gesiebtem Zucker, der leicht abgeriebenen Schale und dem Saft der 1/3 Zitrone 0,5 Stunden gerührt. Dazu gibt man Mandeln, arbeitet den Teig auf dem Wellbrett zusammen und lässt ihn 0,5 Stunden in der Kälte ruhen. Dann wellt man ihn auf Grieß-

zucker 0,5 cm dick aus, sticht mit einem Halbmondförmchen Brötchen aus, welche man auf ein mit Backpapier belegtes Blech setzt und in schwacher Hitze (120°C) 35 – 40 Minuten bäckt. Während dieser Zeit rührt man gesiebten Staubzucker mit Zitronensaft glatt, glasiert damit die

erkalteten Brötchen und lässt sie trocknen. Vor dem Verzehr stellt man die »Brödle« offen 2 – 3 Tage in einen kalten Raum, damit sie weich werden. Zum Aufbewahren legt man sie in eine Blechdose.

Dann Kügelchen (2 – 3 cm) formen und auf Backblech setzen.

(weiß) oder mit Puderzucker, der mit Kakao vermengt ist (braun) wälzen.

Bei 180°C ca. 15 – 20 Minuten backen, danach sofort in Puderzucker

Viel Spaß!

Rezeptur aus Koch- und Haushaltungsbuch (Wundt Rothmund Künzler) 25. Jubiläumsauflage 1960.

Schnee bällchen Joachim Butz Obermeister Innung Sanitär Heizung Pforzheim Enzkreis

Zutaten: 150 g Butter 70 g Zucker 1 Ei 1 Pckg. Vanillezucker 100 g gemahlene Mandeln 100 g geraspelte Schokolade 200 g Mehl

Butter, Zucker, Ei und Vanillezucker schaumig rühren. Mandeln, Schokolade und zuletzt das Mehl nach und nach unter ständigem Rühren dazugeben bis Teig kompakt ist.

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zum Nachbacken sich am liebsten zum Fest wünscht...

Buttergebackenes & Mandelmakronen Rezept für MANDELMAKRONEN 130 g Zucker 1 Päckchen Vanillezucker 3 Eiweiß 1 kl. Prise Salz 6 Tropfen Bittermandelaroma 250 geriebene Mandeln kleine Obladen

Rezept für BUTTERGEBACKENES 500 g Butter schaumig rühren 400 g Zucker langsam dazugeben, 6 Eigelb, 1 kg Mehl, den Saft und das Abgeriebene einer Zitrone oder Orange, evtl. einige Tropfen Bittermandelaroma, je nach Geschmack.

Alles verrrühren und den Teig mindestens 1 Stunde ruhen lassen, dann auswellen und beliebige Formen ausstechen. Bei ca. 200°C ca. 10 Min. leicht bräunen. Verzieren nach eigenem Ermessen und Wünschen. Evtl. noch mit Puderzucker-Guss überziehen.

Rolf Nagel Kreishandwerksmeister

Eiweiß sehr steif schlagen, Zucker und Vanillezucker löffelweise dazugeben, noch etwas weiter schlagen, bis ein steifer Schnee entstanden ist. Bittermandelaroma dazugeben und die Mandeln langsam unter den Eischnee heben. Mit 2 Teelöffeln Teighäufchen auf die Oblaten setzen. Bei 160°C ca. 12 Minuten backen.

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• Bücher • Bücher • Bücher • Bücher Eva Mattes: „Wir können nicht alle wie Berta sein“ – Erinnerungen Verlag: Kindler Tatort-Kommissarin, beliebte Theaterschauspielerin, Kultfigur des Neuen Deutschen Films, eine Frau, die zwischen den Rollen zu sich selbst findet. Ein sehr persönliches Buch und ein spannender Streifzug durch die Deutsche Theater- und Filmgeschichte. Rainer Würth: „Wildwechsel“ Verlag: Goldmann Rainer Würth, geboren 1967, schreibt Romane, Erzählungen, Literarische Reisebücher und Gedichte. Als gelernter Journalist hat er mehrere literarische Auszeichnungen erhalten. Nach „Krötenwechsel“ ist „Wildwechsel“ sein zweiter spannender Kriminalroman. Anna Kugli: „Pforzheim“ Verlag: Wartberg Ana Kugli, geb. 1975, studierte Literaturwissenschaft, Neuere und Neueste Geschichte und Soziologie, promovierte 2004 an der Universität in Karlsruhe und ist seither als wissenschaftliche Autorin und Journalistin tätig. „Wir laden Sie ein zu einem Spaziergang durch Pforzheim. Die Bauwerke, die Straßen, Brücken und Skulpturen dieser Stadt erzählen uns viele Geschichten. Vielleicht inspirieren Sie die Fotografien dieses Bandes, selbst einen Streifzug zu unternehmen und die malerischen Winkel der Stadt zu entdecken.“ Lucinda Riley: „Das Orchideenhaus“ Verlag: Goldmann Lucinda Riley hat viele Jahre ihrer Kindheit in Bangkok verbracht und

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ist auch noch heute dem Fernen Osten besonders verbunden. Nach erfolgreicher Schauspielkarriere konzentriert sie sich heute ganz auf das Schreiben. Sie lebt in Norfolk im Osten Englands. „Das „Orchideenhaus“ ist ein rührendes Epos über Liebe, Krieg und Hoffnung“ (Freundin Donna). Diese Geschichte ist spannend, packend, voller Gefühl und Überraschungen.

Joyce Hawkes: „Das Bewusstsein der Zellen“ Wie Gedanken auf der Zell-Ebene heilen. Verlag: Knaur Joyce Hawkes ist promovierte Zellbiologin, Biophysikerin und war wissenschaftliche Mitarbeiterin des Nationalen Gesundheitsinstitutes in den USA. Sie erforscht, wie das Bewusstsein kranke Zellen heilt. In zahlreichen wissenschaftlichen Fachmagazinen sind bereits Veröffentlichungen der Autorin erschienen. Kirsten Boie: „Der kleine Ritter Trenk“ Verlag: Oetinger Boie studierte Deutsch und Englisch als Stipendiatin in England und promovierte in Literaturwissenschaft. Von

1978 bis 1983 unterrichtete sie an einem Gymnasium und an einer Gesamtschule. Mit der Adoption ihres ersten Kindes gab sie die Lehrertätigkeit auf und begann mit dem Schreiben. 1985 erschien ihr erstes Buch, das sofort ein Erfolg wurde. Jonas, Alter 7 Jahre, rezensiert, was ihm an dem Buch gefällt: „Ich finde das Buch toll, weil es so schön ist, weil es gut anfängt und gut aufhört, weil dort kein Krieg geführt wird und keiner getötet wird und weil es um eine andere Zeit geht als die, in der wir leben. Ich finde es toll, weil es so spannend ist und weil es schöne Bilder hat, und weil es gut geschrieben ist. Und weil sie einen Drachen haben.“ Was seinen Eltern an dem Buch gefällt? „Das Buch ist sprachlich ausgezeichnet gelungen, mit einem großen Wortschatz und einer hervorragenden Ausdrucksweise. Die Ritterzeit wird detail- und lehrreich dargestellt. Streckenweise ist das Buch so spannend, dass man es nicht mehr weglegen möchte.“


Unsere Öffnungszeiten zur Weihnachtszeit: Am Samstag, 3. Dezember 9-24 Uhr ab 1. bis 23. Dezember Montag bis Samstag

24. Dezember, Heilig Abend 31. Dezember, Silvester

9-14 Uhr 9-14 Uhr

9-20 Uhr

Thalia-Buchhandlung | Westliche 27-29 | 75172 Pforzheim | Tel. (0 72 31) 13 42-0 | thalia.pforzheim@thalia.de

Veranstaltungshighlights Herbst Winter 2011/2012

Bücher gewinnen W 7ARTBERG6ERLAG

ddeutsch e u t s c h eenglish n g l i s h ffrançais rançais

Ana Kugli/ Janusch Tschech:

Fr | 18. November 2011 | 20.15 Uhr

Eva Mattes:

Pforzheim

Wir können nicht alle wie Berta sein

Wartberg

Ullstein

6. Pforzheimer Kriminacht mit Rainer Würth, Wolfram Fleischhauer, Wolfgang Burger

A Ana na K Kugli u g l i · JJanusch anusch T Tschech schech

Pforzheim Pforzheim

in unserer Buchhandlung Einritt € 14,- (inkl. eines mörderischen Cocktails)

Lucinda Riley:

Rainer Würth:

Das Orchideenhaus

Wildwechsel

Di | 22. November 2011 | 20.15 Uhr „Neue Bücher von der Buchmesse 2011“

Goldmann

Präsentiert von Bernt Ture von zur Mühlen

Goldmann

in unserer Buchhandlung Einritt € 3,-

Sa | 3. Dezember 2011 |

Coupon ausfüllen und bis zum 31. Dezember 2011 einsenden: Contact + Communication, Gerda Görnemann Lisztstraße 31, 76179 Pforzheim

W 7ARTBERG6ERLAG

Lange Einkaufsnacht bis 24 Uhr

12–15 Uhr Ana Kugli / Janusch Tschech signieren den neuen Pforzheim Bildband

_________________________________________________________ ddeutsch e u t s c h eenglish n g l i s h ffrançais rançais

Ana A n a Kugli K u g l i · Janusch J a n u s c h Tschech Ts c h e c h

Pforzheim Pforzheim

Name

in unserer Buchhandlung Einritt frei

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Do | 26. Januar 2012 | 20.15 Uhr

Straße PLZ, Ort _________________________________________________________ Telefonnummer

Thalia-Buchhandlung Westliche 27-29 75172 Pforzheim Tel.: 0 72 31 / 13 42-0 Fax: 0 72 31 / 13 42-15 thalia.pforzheim@thalia.de

© Wolfgang Georgsdorf

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Eva Mattes „Wir können nicht alle wie Berta sein“ im VolksbankHaus Einritt € 12,-


von A. L. Szalay

„Kleen, aber …sagte er, der Brautvater, der „alte“ Rechtsanwalt Horenstein in einer Etagenwohnung in Tel Aviv, inmitten seiner „Mischpoke“. Es war der Abend vor der Hochzeit seiner sehr attraktiven Tochter Ronit mit dem sehr gut aussehenden jungen Rechtsanwalt Shai. Übrigens; sie sind noch immer verheiratet und sie haben inzwischen 3 Kinder. Ob die Wohnung kleen oder nicht kleen war, konnte ich gar nicht übersehen. Ich war beschäftigt, saß mit meiner Preußenfrau und mit unserem etwa 9 jährigen Sohn Christian zwischen 42 Juden, aus Tel Aviv, aus New York und Chikago. Die Mischpoke der Braut wurzelte in Ostpreußen und die des Bräutigams in Kassel, Deutschland. Ich habe noch niemals so viele Küsschen innerhalb von drei Stunden gekriegt, wie in dieser Wohnung; ich dachte, sie werden mich noch zum Juden küssen. Wie auch immer ich das Wort „Mischpoke“ deute, passte es nach meinem Empfinden keineswegs zu dieser Horenstein-Versammlung, nicht mal dann, wenn die Großmutter aus dem Film „ Die Abenteuer des Rabbi Jakob“ sympathisch erscheint, wie sie ihre Großfamilie als Mischpoke bezeichnet. Auch meine Preußenfrau pflegte ihre Verwandtschaft hin und wieder als „Mischpoke“ zu bezeichnen. Wenn ich leise gegen diese Bezeichnung protestiert habe, meinte sie: „Wenn man das Wort ein bisschen mit Liebe umhüllt, dann hat es keinen negativen Tatsch, und nur im Deutschen hat es eine abwertende Bedeutung, im Jiddischen nicht“. Die 2 Familien verkörperten einen gebildeten Mittelstand; die meisten von ihnen waren Rechtsanwälte, Ärzte, Bankangestellten, Goldschmiede und Juweliere. Ihre Frauen waren hübsch, charmant und gebildet, vor allem gut geschminkt.

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Wir drei Christen wurden integriert, als wenn wir zu beiden Familien verwandtschaftliche Beziehungen gehabt hätten. Was mich bewegt hat und was ich außerordentlich ehrenhaft empfand, war, dass wir drei nicht nur zu der großen Hochzeit mit etwa 350 Gästen eingeladen wurden, sondern auch zu dem Familienfest der Brautmutter bei ihr zu Hause. Ich fragte mich, ob sie mit uns ein bisschen Wurzelmilieu bzw. ein bisschen alte Heimat herzaubern wollte? Wir lebten jahrelang in Kassel, und ein Teil der Familie meiner Frau, mit Hugenottenopa, stammte aus Ostpreußen. Ich glaube, ich als Ungar, wurde lediglich als Mitbringsel in Kauf genommen. Wie kamen wir zu dieser liebenswürdigen Einladung? Ein junger Mann mit seiner jungen Freundin aus Israel besuchte in Deutschland einige Hersteller für Steckverbindungen. Bei uns hatten sie sich auch angemeldet. Sie haben sich verfahren und fragten uns telefonisch, ob sie außerhalb der Geschäftszeit am Abend kommen dürften. So empfingen wir die beiden privat bei uns zu Hause. Somit platzten sie in eine „komplexlose“ Familie hinein, die frei war von „oh Gott, oh Gott, kommen die Juden, wie und wann sollen wir unser Haupt mit Staub bewerfen“? Im Laufe des Abends kam ich immer mehr zu der Überzeugung, dass unsere jungen Gäste es genossen haben, in einem freien Milieu, in einer ehrlichen Familie – Mutter, Vater und 3 Kinder zwischen 9 und 20 – gelandet zu sein und als Zugehörige behandelt zu werden. Mit diesem Abend begann eine bis zu dem heutigen Tag anhaltende Freundschaft. Bis 1956 lebte ich in Ungarn, und es wäre mir nicht mal im Traum eingefallen, gegen irgendwelche Menschen oder Gruppen oder Staaten Schuldgefühle zu pflegen. Es be-

deutet nicht, dass ich jede Gewalt, schon als Kind, nicht abgelehnt hätte, und an Mitgefühl fehlte es mir auch nicht. In meinem Elternhaus und bei den Benediktinern wurden die christliche Nächstenliebe und die 10 Gebote bis zum ,geht nicht mehr’ gelehrt. Im Gegensatz zu diesen Lehren wurde mir, als 12 jährigen Bengel, insbesondere in der letzten Phase des Krieges die Gewalt als etwas Selbstverständliches Tag für Tag vorgeführt. Dabei waren wir die Geprügelten. Oh Schande, wer die Gewalt hat, dem fehlte es nicht an Mitläufern! Meistens waren es immer dieselben Figuren mit krimineller Neigung. Mit den Juden lebten wir Jahrhunderte zusammen. Es wurden Freundschaften geschlossen und Mischfamilien gegründet. Der Wiener Bürgermeister nannte die Hauptstadt der Ungarn nicht Budapest, sondern Judapest. Paul Lendvai, ein Jude, hat u.a. das Buch „Die Ungarn“ geschrieben, in diesem auch über das Leben zwischen den beiden Gruppen „in guten und in schlechten Zeiten“. Horthy, der Reichsverweser der Ungarn – er wurde beim Nürnberger Gericht nur als Zeuge geladen – konnte mit seiner Frau (nach dem Krieg) vor allem Dank der großzügigen Unterstützung durch zwei jüdische Familien lange Jahre ein komfortables Leben im Exil führen. Bei der Heimführung seiner sterblichen Überreste von Lissabon zu seinem Geburtsort Kenderes in Ungarn, stand auf einem Kranz „die dankbaren Juden.“ Mit Schuldgefühlen habe ich mich erst in Deutschland auseinander zu setzen gehabt. Ich heiratete eine Preußin, noch dazu aus Liebe. Wir bekamen 2 Kinder, später noch ein Drittes, den berühmten Mitreisenden nach Israel. Als die 2 ersteren 5 – 6 Jahre alt waren, besuchten wir meine alte Heimat. Als wir aus der Kirche kamen, flüstern die beiden


gemitlich“… miteinander. „Was flüstert ihr da herum?“, fragte ich. Meine oberkluge Tochter sagte: „Ich habe eben meinen kleinen Bruder, natürlich leise, aufgeklärt, dass wir nicht laut deutsch sprechen dürfen, weil wir im Ausland nicht beliebt sind. Oh, oh Gott – so etwas haben sie von mir nicht gelernt. Wir Ungarn sind immer stolz, meistens grundlos, und jetzt wollten meine Kinder ihre Muttersprache verleugnen? Ich, in den Augen meiner kleinen Kinder, der starke Mann, verkündete selbstbewusst: „Ihr habt eine deutsche Mutter und damit die deutsche Muttersprache. Sprecht so laut deutsch, wie ihr wollt! Wenn jemand etwas dagegen hat, den trete ich eigenfüßig in den Hintern.“ Hierfür wären sowieso nur die männlichen Kirchgänger in Frage gekommen, da die Frauen damit beschäftigt gewesen waren, die beiden „Flüsterer“ abzubusseln.

Abgesehen davon, dass ich an Platos These geglaubt habe: „Man kann zwei Menschen im Elend nicht vergleichen und behaupten, der eine sei glücklicher als der andere“, überlegte ich, wie weit ich die Geschichte eines Gastlandes mitzutragen hätte. Ich hätte auch 1956 in die USA gehen können. Hiroschima und Nagasaki wären schon geeignete Anhaltspunkte für einen Canossagang. Und die Engländer? Hatten sie mich nicht gemeinsam mit den Amis bombardiert? Bei den Engländern könnte ich auch noch den Burenkrieg in Erwägung ziehen.

Zurück zu unseren Freunden aus Tel Aviv. Wir bekamen eine Einladung zur Hochzeit. Nun, ich dachte: Sie rechnen sowieso nicht damit, dass wir kämen. Sie haben aber wöchentlich 2 – 3 mal angerufen, dass sie sich freuen würden, wenn wir kämen. Aber konnte das gut gehen: „der liebe Ungar“ und zu meiner Rechten die deutsche Frau? Während ich herum philosophiert habe, kam die selbstbewusste Entscheidung von meiner Preußin: „Ich lasse eine jüdische Hochzeit nicht aus!“

Die alte Dame an dem Tisch des Brautpaares wollte uns nicht begrüßen. Ich habe damit gerechnet, dass einige die Nase hoch ziehen würden, wenn sie erfuhren, dass wir aus Deutschland sind. Es gab aber überhaupt keine Nasezieherei, nur die alte Dame stellte sich quer. Ich habe gemerkt, dass unsere Freunde und ihre Eltern die Dame bewegen wollten, uns zu begrüßen. Nicht für die Götter! Ich begann schon meine Frau feinfühlig trösten zu wollen: „Sei nicht traurig Liebling, man muss

So landeten wir in Tel Aviv. Am Abend hatten wir die erste angenehme Überraschung. Das Brautpaar, das nicht weniger hübsch war, als bei unserem Kennenlernen, brachte uns in ein elegantes arabisches Restaurant. Die Wirtsleute, jung und arabisch aussehend, begrüßten das Brautpaar mit Umarmung und Küsschen links und rechts. Ich dachte, wenn der Mittelstand der Befeindeten sich fände, dann gäbe es Hoffnung für die Zukunft. Obwohl die große Hochzeit mit etwa 350 Menschen eine alkoholfreie Hochzeit war, bekam ich eine Flasche Whisky, da sie gewusst haben, dass ich gerne Whisky trinke. Wir saßen neben dem Tisch des Brautpaares, ihrer Eltern und einer alten Dame. Die Hochzeit war zeremoniell schön und bewegend, elegant und lustig. Ein Glas wurde von dem Brautpaar zertreten, denn Scherben bringen Glück.

eben im Leben auch was ertragen können. Außerdem, Du wolltest eine jüdische Hochzeit nicht auslassen; jetzt hast Du eben das Ergebnis!“ Da sagte meine Frau leise zu mir: „Wenn meiner Familie das geschehen wäre, was wahrscheinlich bei der Familie der alten Dame passiert ist, würde ich auch nicht die Kraft haben, meine Hand zu reichen.“ Als hätte die Dame die Sätze meiner Frau gehört, stand sie plötzlich auf und kam zu uns. Wir standen auch auf, mit unserem Sohn Christian. Die Dame streichelte das Gesicht des Jungen und sagte: „Wenn deine Seele so edel, wie dein Gesicht schön ist, dann wirst du ein guter Mensch.“ Und sie reichte ihre Hand meiner Frau. Da kamen uns allen die Tränen. Dies war auch eine Hochzeit, die schönste Fremdhochzeit meines Lebens.

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Der Pforzheimer

Meine letzte Wohnung Irgendwann sollten wir uns mit diesem Thema beschäftigen, denn sonst tun es andere, solche, die nach uns gehen, solche, die für uns sorgen, solche, die als Kinder, Verwandte, Freunde oder Fremde dafür zuständig sind. Aber wissen diese Menschen wirklich, wie wir es gern hätten? Wenn wir schon den wesentlichen Teil unseres Lebens selbst gestaltet haben, sollten wir dies nicht auch bei der Verabschiedung tun? Sicher, der Gedanke , diese Welt zu verlassen, besitzt in vielen Fällen keine besondere Attraktivität. Das bedeutet aber nicht, dass dieser Tag nicht kommen wird.

Thilo Meier, Pforzheimer Bestattungshaus GmbH.

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Im Hinblick auf diese Tatsache ist es doch sinnvoll, die letzte Verabschiedung selbst zu bestimmen – die Worte, die Musik, die Gestaltung, die Stelle der letzten Wohnung. Da gibt es eine Fülle von unterschiedlichen Vorschlägen und Abläufen. Für den Pforzheimer Hauptfriedhof z.B. ist das dortige Bestattungshaus zuständig. Und Thilo Mayer steht als erfahrener Berater zur Seite. Er kann zahlreiche Gestaltungsmöglichkeiten unterbreiten und die vielfältigen Einzelheiten und Durchführungen in Ruhe mit den Ratsuchenden besprechen. Damit werden den sonst für diese Aufgabe zuständigen Menschen viel Mühe und Verantwortung abgenommen. Aller-

dings sollte man die eigene Entscheidung noch einmal mit den Kindern abstimmen, denn auch sie möchten sicher gern ihre Wünsche um die Stätte des Gedenkens und der Trauer an den verstorbenen Nächsten einbringen. Keine Sorge, passieren wird es sowieso, dieses „aus der Zeit Gehen“ – irgendwann. Die Bestimmung liegt nicht bei uns, und die Angst, dass er da ist, dieser Tag, wenn wir unseren Abschiedsgruß bestimmt haben, sie ist unbegründet. „Gott lässt nicht mit sich würfeln.“ Aus dieser Lebenszeit werden wir erst dann entlassen, wenn die Uhr hier abgelaufen ist und die ewige Lebenszeit uns wieder bei sich aufnimmt.


< Hauptfriedhof  BLUMEN-VOLLMER Sommerweg 21 75177 Pforzheim Tel. 0 72 31/31 47 68

 BLUMEN-KIEHNLE Hachelallee 3 75179 Pforzheim Tel. 0 72 31/31 34 55

 BLUMEN-SCHÄFER Hohenzollernstr. 41 75177 Pforzheim Tel. 0 72 31/31 64 54

 FRIEDHOFSGÄRTNEREI HILLIGARDT Wolfsbergallee 53 75177 Pforzheim Tel. 0 72 31/10 69 18  GESTALTUNG IN STEIN ANDREAS MISSENHARDT STEINBILDHAUERMEISTER Ispringer Straße 40 75177 Pforzheim Tel. 0 72 31/31 38 78

 H. + W. ALBERT STEINBILDHAUERMEISTER Höhenstraße 58 – 60 75179 Pforzheim Tel. 0 72 31/44 16 64  STEINMETZ UND STEINBILDHAUERARBEITEN EUGEN MARTIN Inh. T. Schreiber · Bernhardstr.36 75177 Pforzheim Tel. 0 72 31/31 32 58  PFORZHEIMER BESTATTUNGSHAUS GMBH Ispringer Straße 42 75177 Pforzheim Tel. 0 72 31/1 54 23 00

IHRE BESTATTUNGSPARTNER IN DER REGION

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Wäscherei Merz in Wurmberg

Die »grüne« Wäscherei –

Forschung macht’s möglich

Es ist ein weiter Weg von den Anfängen der Wäscherei Merz bis heute. Es begann 1945 mit einem kleinen privaten dampfbetriebenen Betrieb. 40 Jahre später – mit der Übernahme der Geschäftsführung durch Volker Burkhardt – hält das neue technische Zeitalter Einzug.

Die Gruppe der „Ökologischen Glanzlichter“: Sechster von rechts Volker Burkhardt, Inhaber der Fa. Merz GmbH & Co. KG in Wurmberg.

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Auf einer Produktionsfläche von 1.800 qm entsteht hier das weltweit erste Wäschereiprojekt, das konsequent auf ein energiesparendes Konzept ausgerichtet ist. Der Markt ist

in Bewegung, die Technik bestimmt das Geschehen und bietet ständig neue Ansätze und Möglichkeiten zur Durchführung umweltschonender Verbesserungen und Einsparungen. Da geht es um die Reduzierung von Wasserverbrauch oder den schonenden Einsatz von Waschmitteln und vieles mehr. Ständig ist Volker Burkhard auf der Suche nach neuen Möglichkeiten zur Verbesserung eines umwelt- und verantwortungsbewussten Fertigungsablaufs. In seinem Unternehmen werden 80 Menschen im Alter zwischen 22 und

65 Jahren beschäftigt, davon 7 Menschen mit Behinderung. Die Sparkasse Pforzheim Calw hatte zu einem Wettbewerb aufgerufen. „Glanzlichter“ war das Thema. „Glanzlichter“, das mittelständische Unternehmen in Pforzheim und im Enzkreis auszeichnet, die, verantwortungsbewusst und zuverlässig, eine gesunde und tragfähige Basis für ein Umfeld bilden, das unweit von Metropolen und internationalen Börsenspekulationen, die Grundwerte unternehmerischen Denkens repräsentiert. Die insgesamt Auszeichnungen fanden in fünf Kategorien statt: Technologie, Unternehmensethik, Ökologie, gesellschaftliches Engagement, Sozialkompetenz. Die Firma Merz gehört in der Kategorie „Ökologie“ zu den ausgezeichneten Unternehmen.


Congress Centrum Pforzheim 12.01.2012 Giora Feidman & Gitanes Blondes 14.01.2012 Musical Highlights 22.01.2012 Lebenslust Abokonzert 3 29.02.2012 Night of the Dance 02.03.2012 Hagen Rether 04.03.2012 Bach Plus Abokonzert 4 09.03.2012 Kastelruther Spatzen 10.03.2012 Sascha Grammel 24.03.2012 Amigos 29.03.2012 Paul Panzer 31.03.2012 Pasion de Buena Vista 02.04.2012 Die Nacht der Musical 22.04.2012 Ernst Hutter & Die Egerländer 25.04.2012 Christoph Sonntag

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30,00 – 33,67 – 17,60 – 33,90 – 20,90 – 17,60 – 47,60 – 27,00 – 30,85 – 29,20 30,55 – 33,90 – 30,60 – 23,50 –

Kulturhaus Osterfeld Pforzheim 01.12.2011 Achim Knorr 02.12.2011 Robert Kreis 03.12.2011 The Bulgarian voices 04.12.2011 Django Asül 06.12.2011 Christmas Time in New Orleans 07.12.2011 Matthias Deutschmann 10.12.2011 Chaostheater Oropax 16. + 17.12.2011 Harald Hurst und Gunzi Heil 18.12.11 – 8.1.12 Winterträume 25.01.2012 Georg Schramm

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14,20 18,70 23,20 16,50 16,50 18,70 18,70 16,50 14,20 – 49,00 26,60

Schleyerhalle Stuttgart 17.12.2011 Kaya Yanar 22.12.2011 Die Fantastischen Vier 28.12.2011 Frei.Wild 06.01.2012 Andrea Berg 17. – 19.02.2012 Best of Musical – Gala 2012 23.02.2012 André Rieu 25.02.2012 Udo Jürgens 07.03.2012 Deichkind 10. – 11.03.2012 Appasionata 23./24.03.2012 Porsche Music Night 28.03.2012 Bryan Adams 30.03.2012 The BossHoss

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30,90 40,25 – 51,85 33,99 27,90 – 60,90 54,64 – 100,64 46,80 – 86,90 70,40 – 105,40 34,60 29,80 – 59,50 29,00 – 61,00 64,45 – 71,35 40,95

Liederhalle Stuttgart 12.12.2011 German Brass 16.12.2011 The Very Best of Black Gospel 25.02.2012 ABBA a dream – Die Show 31.03.2012 Max Raabe & Palastorchester 03. – 08.04.2012 Grease 29.04.2012 Paul Panzer

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41,60 – 22,00 – 40,00 – 40,20 – 23,50 – 29,65

41,00 41,92 39,60 60,90 25,40 39,60 57,70 33,90 45,80 45,40 60,90 40,40 29,50

59,20 37,00 50,60 65,20 88,10

Musicals Di. bis So. Ab 17.12.2011

Ich war noch niemals in New York Di. bis So. Rebecca

€ 49,89 – 143,04 € 49,89 – 143,04

Porsche Arena 8.12. – 11.12.11 12.01.2012 13.01.2012 20.02.2012 10.03.2012 20.03.2012 23.03.2012 31.03.2012

Holiday on Ice – Festival ABBA The Show Dieter Nuhr Chris Rea Internationale Musikparade 2012 Adoro Semino Rossi Hansi Hinterseer

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19,90 – 36,90 – 32,20 – 59,50 – 35,00 – 45,50 – 40,60 – 34,60 –

Theaterhaus Stuttgart 06. – 08.12.2011 Hans Klok 14.12.2011 Subway to Sally 01.02.2012 Laith Al-Deen 29.02.2012 Mother Africa – Circus der Sinne 24./25.04.2012 Oliver Pocher

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56,70 – 63,60 30,80 30,75 – 37,25 43,20 – 52,10 29,60

LKA Stuttgart 15.12.2011 16.12.2011

Luxuslärm J.B.O.

€ 21,70 € 27,70

René Marik, Schwarzwaldhalle Höhner & Spider Murphy Gang Europahalle Knock out Festival 2011 Europahalle Mathias Richling, Konzerthaus In Extremo, Europahalle Cinderella – das Popmusical Johannes-Brahms-Saal Laith Al-Deen, Festhalle Paul Panzer, Badnerlandhalle Semino Rossi, Europahalle

€ 29,60 € 40,60 – 48,70

Karlsruhe 01.12.2011 03.12.2011

10.12.2011 17.12.2011 29.12.2011 30.12.2011 04.02.2012 05.02.2012 23.02.2012

Baden-Baden Festspielhaus 21. + 22.12.2012 Schwanensee 25.01.2012 Udo Jürgens 27.01.2012 The Harlem Gospel Singers Show 23.02.2012 Lang Lang 09.03.2012 Anne Sophie Mutter

50,90 61,90 36,60 73,30 57,00 73,90 73,40 66,30

€ 52,00 – 56,00 € 25,45 – 35,35 € 39,00 – 41,00 € 21,05 – 32,60 € 30,95 € 30,50 € 40,55 – 73,90 € € € € €

37,00 – 121,00 73,00 – 133,00 41,50 – 53,00 64,00 – 211,00 58,00 – 191,00

Die Geschenk-Idee: Wir haben Geschenk-Gutscheine für eine Vielzahl von Veranstaltungen (Geldbetrag frei wählbar); Kinogutscheine für REX-Filmpalast, CINEPLEX-Kino Pforzheim. Mannheim 09.01.2012

26.01.2012 14.02.2012 03.03.2012

Anna Nebtrebko & Erwin Schrott Rosengarten Mozartsaal Martin Rütter, SAP-Arena André Rieu, SAP-Arena Andrea Berg, SAP-Arena

€ 140,75 – 370,75 € 30,90 € 53,10 – 84,20 € 27,90 – 60,90

Preise incl. Gebühren und ges. Mwst. Angaben ohne Gewähr.

In Ihrem KartenBüro der Sparkasse Pforzheim Calw erhalten Sie Tickets für alle Stücke aus dem Repertoire des Stadttheaters Pforzheim. Ebenso für alle Veranstaltungen des Kulturhauses Osterfeld, die Abo-Konzerte des Südwestdeutschen Kammerorchesters, des Oratorienchors Pforzheim, für Veranstaltungen des Figurentheaters von Raphael Mürle in Brötzingen, der Volkshochschule Mühlacker, des Tollhauses Karlsruhe und viele, viele mehr!!! Hier bieten wir Ihnen einen nur kleinen Auszug unseres Angebotes:


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Generationen im Dialog Ausgabe 3-2011  

Zeitschrift für Jung & Alt, Generationen, Familie, Eltern, Großeltern, Kinder, Enkel, wissenschaft, kultur, kunst, bauen, wohnen, seniorenhe...

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