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MUTPROBEN DES MENSCHEN DIE KESSLER-ZWILLINGE AUS DEN MUSIKSCHULEN MEIN SCHÖNSTES FEST DER SCHLOSSBAUMEISTER

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Diese Zeitschrift wird in Zusammenarbeit mit dem KreisSeniorenRat Enzkreis – Stadt Pforzheim e.V. und mit Unterstützung der Sparkasse Pforzheim Calw hergestellt.

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2014


Platz für die ganze Familie. Ein Nest zum Kuscheln für die ganze Familie. Als größte Wohnungsbaugesellschaft in Pforzheim mit rund 3.000 Wohnungen sind wir eng mit der Stadt und den Menschen die hier leben und arbeiten verbunden. Bei uns finden Sie Ihr neues Zuhause.

Wir sind die Pforzheimer. Pforzheimer Bau und Grund GmbH · Erbprinzenstraße 20 · 75175 Pforzheim Tel. 07231 9302-0 · Fax 07231 9302-11 · info@pforzheimer.de · www.pforzheimer.de

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Editorial

Inhalt Seite

Liebe Leserinnen und Leser,

wir leben in einer Zeit der Umbrüche. Da werden alte Festungen gestürmt und zerstört. Aber der Wiederaufbau braucht Zeit, braucht neue Orientierungen, ausgerichtet auf die Aktualität von Bedarf und Bedürfnis. Alte Werte brauchen neue Übersetzungen, und neue Werte ihre Bewährung, um in das Langzeitprogramm der Nutzung eingestellt zu werden. Wichtig ist es dabei, die Spreu vom Weizen zu trennen, um eine gute und lebendige Mischung zu erhalten. Die Informationsmöglichkeiten sind vielschichtig, ebenso wie die Themenbereiche und die Individualität der Leserinnen und Leser. Eine wirkungsvolle Informationsquelle finden wir auch heute noch in einer Zeit der elektronischen Massenangebote, einer Zeit der überbordenden Informationen, in dem, was Bücher und ihre Informanten, ihre Dichter, Denker und Botschafter uns zu sagen haben. Unsere Buchinformationen sind in dieser Ausgabe vielseitiger als bisher, und wir stellen dieses Mal in ihrer Thematik und Umsetzung unterschiedliche vor – für jedes Alter, jeden Anspruch, und das unter dem Gesichtspunkt: „Wer vieles bringt wird manchem etwas bringen, und jeder geht zufrieden aus dem Haus.“ In diesem Sinne – erlebnisreiche Lesestunden! Ihre Gerda Görnemann

IMPRESSUM:  Herausgeber: Gerda Görnemann Lisztstraße 31, 75179 Pforzheim Telefon: 0 72 31/15 53 44 Telefax: 0 72 31/15 53 43 E-mail: cucgg@t-online.de  Redaktion: verantwortl.: Gerda Görnemann  Anzeigen: Eva Rank

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 Grafik + Satz: Simone Bok, Agentur für Mediengestaltung, Horb a.N., Daten an E-mail: info@bok-medien.de  Bildbearbeitung: Repro-Mayer, Birkenfeld  Druck: Mayer & Söhne, Druck- und Mediengruppe GmbH  Erhältlich beim Herausgeber, über die Geschäftsstellen der Sparkasse Pforzheim Calw und dem KreisSeniorenRat Enzkreis – Stadt Pforzheim e.V. Ebersteinstraße 25, 75177 Pforzheim

Prof. Dr. Ernst Peter Fischer: „Die Mutproben des Menschen“ 4– 5 Dr. Thomas Gesterkamp: „Große Helden in Not“ 6– 7 Die Kessler-Zwillinge 8 – 10 Volkshochschule Semesterbeginn 11 Orchesterarbeit an der Jugendmusikschule Pforzheim 12 – 13 2. Bundespreis für Jungpianisten 14 Wohnen mit Service 15 Arlinger Baugenossenschaft 16 – 17 Buch: „Geige, Flöte und Klavier…“ 18 Seniorenresidenzen und Senioren erzählen „Mein schönstes Fest“ 19 – 33 DRK: „Essen auf Rädern“ 34 SPPS Pforzheim: Feierliche Übergabe der Europässe 35 KSR Enzkreis – Stadt Pforzheim: Aktivitäten und Veranstaltungen 36 – 38 AOK: AugenBLICKE erleben 39 Fachapotheker Wolfgang Reichert: „Die Arzneimittel-Allergie“ 40 – 41 Rechtsanwältin Isabel Hutter-Vortisch: „Das Ehegatten-Testament“ 42 – 43 Sparkasse Pforzheim-Calw: – Elektro-Tanksäulen Region Pforzheim 44 – Barrierefreies Online-Banking 45 – Spende Montessori-Kindergarten 56 Prof. Dr. Ulrike Krenzlin: – Andreas Schlüter 46 – 48 – Kendlinger in München 49 – Händel-Festspiele „Arminio“ 50 – Künstlerin Claudia Hauptmann 66 Schmuckwelten: Neues aus den Ateliers der Goldstadt 52 – 53 Schmuckmuseum: Schmuck von Winfried Krüger 54 – 55 Handwerkerinnung: Barrierefreie Wohnungen 57 Bücher, Bücher, Bücher 58 – 60 Treffpunkt Thalia mit Verlosung 61 A.L. Szalay Fortsetzung: „Wir haben alle eine Rolle gespielt“ 62 – 63 Der Pforzheimer Hauptfriedhof 64 – 65 Sparkasse: Veranstaltungskalender 67 Titelbild: Ellen und Alice Kessler im Garten ihres Hauses, Foto: © Barbara Volkmer

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Prof. Dr. Ernst Peter Fischer

Die Mutproben Es ist schon komisch. Da gelingt es Menschen im Verlauf ihrer Kulturgeschichte mit dem Abenteuer namens Wissenschaft zu beginnen, um dabei ihr Vergnügen sowohl an der wahrgenommenen Schönheit der Natur als auch an der spürbar werdenden Leichtigkeit des Lebens erhöhen zu können. Doch sobald dieses ursprünglich europäische Unternehmen voran kommt und weltweit Früchte trägt, machen sich einige Menschen daran, die Naturwissenschaft abzuwerten und als kränkend, öde und gefährlich darzustellen, und seltsamerweise finden sie in der Öffentlichkeit Gehör. Sigmund Freud zum Beispiel hat die Geschichte der Wissenschaften als eine Folge von Kränkungen für den Menschen dargestellt. Sie beginnt ihm zufolge mit seiner Vertreibung aus dem Zentrum der Welt, die auf das 16. Jahrhundert und Nikolaus Kopernikus zurückgeht, und setzt sich fort, als Charles Darwin seinen Artgenossen im 19. Jahrhundert die Krone der Schöpfung abnahm und den Menschen in das Reich der Tiere einfügte. Der selbstbewusste Freud stellte sich abschließend ganz unbescheiden persönlich in die Reihe der großen Menschheitskränker, indem er seinen Zeitgenossen erklärte, sie seien nicht mehr Herr im eigenen Haus und würden vielmehr von unbewusst bleibenden Trieben gesteuert. Zwar bleibt unverständlich, warum ein Arzt zu loben sein soll, der sich bemüht, seine Patienten zu kränken. Aber das hindert aktuelle Intellektuelle nicht, Freuds Reihung zu preisen und fortzusetzen und nach weiteren – vierten und fünften – Kränkungen des Menschen durch die Wissenschaft zu suchen, die offenbar nichts anderes vermag. Das heißt, sie vermag doch noch etwas, und zwar ebenfalls Schlechtes, nämlich die Entzauberung der Welt vorzunehmen, wie der Soziologe Max Weber im frühen 20. Jahrhundert meinte feststellen zu können und wie seine Kollegen Max Horkheimer und Theodor W. Adorno aufgegriffen haben, als sie in ihrer „Dialektik der Aufklärung“ schrieben, das Programm der Aufklärung – und damit der Natur wissenschaft – sei die Entzauberung der Welt. Das heißt, eine wissenschaftlich erklärte und erfasste Welt kann nur langweilig, belanglos und unergiebig sein, und zu diesem Unglück gesellt sich noch die Tatsache, dass viele Theorien etwa der Physik dem gesunden Menschenverstand widersprechen und ihn gar beleidigen, wie oft zu lesen ist, meistens wenn es um Einsteins Theorie der Relativität

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geht, in der Orte im Raum auftauchen, an denen die Zeit stillstehen kann. Solch eine Zumutung liefert dem gewöhnlichen Hausverstand biederer Menschen insgesamt und irgendwann Anlass genug, auf ein Verständnis der Wissenschaft ganz zu verzichten und von ihr keinen Beitrag zu dem zu erwarten, was als Bildung des Menschen verstanden wird, die zu erwerben sich lohnt. Zwar beziehen die meisten Intellektuellen die Grundlagen ihrer Weltbilder aus der Naturwissenschaft – Ökonomen oder Soziologen zum Beispiel, wenn sie Konzepte wie Synergien und Netzwerke für die Wirtschaft übernehmen oder Fremdenfeindlichkeit evolutionär deuten und soziale Kälte als Entropie beklagen –, aber das hindert sie nicht, mit Lust davon zu erzählen, wie viele Risiken der sich als Technik auswirkende Einsatz der Naturwissenschaft für die Gesellschaft und die Erde bringt, die zuletzt im Zeichen des Unheils strahlt – wie die Soziologen gerne sagen, während ihre Wagen mit laufendem Motor warten, sie mit dem Handy einen neuen Termin vereinbaren und danach ein gekühltes Bier in klimatisierten Räumen genießen, ohne sich Gedanken zu machen, wie der Strom in die Steckdose kommt und was die Energie ist, die sie da nicht verbrauchen, sondern nur umwandeln. So stellt man sie hierzulande immer noch gerne dar, die Naturwissenschaften, – als ungeliebte Ursache für

Kränkungen, als ärgerliches Verfahren zur Entzauberung und als unbeholfener Produzent von Risiken, die inzwischen nicht nur aus meist fernen Kernkraftwerken drohen, sondern die schon zu Hause aufkreuzen und im Internet mit seinen Datenströmen stecken, von denen sich selbst kluge Köpfe überfordert fühlen, wenn sie einmal hinter ihrer Zeitung hervorblicken. Welche Verblendung, möchte man gerne rufen, denn keiner der Vorwürfe trifft auch nur im Ansatz zu, und es muss gelingen, eine andere Grundhaltung zur Wissenschaft zu vermitteln. Schließlich hängt die Zukunft des Menschen maßgeblich von ihren Lieferungen und Ergebnissen ab. Wissenschaft kränkt Menschen nicht, sie hilft ihnen. Wissenschaft entzaubert die Dinge nicht, sie vertieft vielmehr das Geheimnis, von dem sie umgeben sind. Und Wissenschaft schafft keine Gefahren, sie nimmt den Menschen dafür die Angst vor Unfällen und Krankheiten, wie jeder Einzelne spürt und wie jede Statistik belegt, auch wenn Soziologen etwas anderes sagen und lieber von einer Risikogesellschaft reden. Der Reihe nach: Zum einen irren Freud und seine Anhänger gründlich, wenn sie meinen, Kopernikus habe den Menschen an den Rand des Universums gedrängt und aus einem bevorzugten Zentrum entfernt. Die Mitte der mittelalterlichen Welt meinte die tiefste Stelle in der kosmischen Ordnung, in deren Rahmen die Gotthei-


des Menschen ten außen angesiedelt waren. Kopernikus hat den Menschen nicht ab-, sondern im Gegenteil aufgewertet, als er sich mutig traute, ihn näher an die Götter heranzurücken, die nun bald auf Augenhöhe herausgefordert werden konnten. Überhaupt mutet die Kopernikanische Sichtweise dem Menschen einiges zu, wie zum Beispiel Erich Kästner in einem Gedicht beschrieben hat, das nur einen Schluss zulässt, nämlich den, dass die Wissenschaft dem Menschen keine Kränkung zumutet, sondern ihm umgekehrt eine Mutprobe gestellt hat, mit der es sich zu befassen gilt: Kopernikanische Charaktere gesucht Wenn der Mensch aufrichtig bedächte: dass sich die Erde atemlos dreht; dass er die Tage, dass er die Nächte auf einer tanzenden Kugel steht; dass er die Hälfte des Lebens gar mit dem Kopf nach unten hängt, indes der Globus, berechenbar, in den ewigen Reigen der Sterne mengt, – wenn das der Mensch von Herzen bedächte, dann würd er so, wie Kästner werden möchte. Tatsächlich kann und sollte das wissenschaftliche Vorgehen des Menschen nicht als peinliche Folge von erlittenen Kränkungen, sondern als eine stolze Reihe von bestandenen Mutproben angesehen werden. Als Darwin den Gedanken eines evolutionären Werdens des Menschen einführte, da nahm er tatsächlich und wörtlich eine riskante Revolution vor, was bedeutet, dass er vor und nach seiner Einsicht den Blick auf etwas Vergleichbares richten konnte. Vor und nach Darwin stand der Mensch an der Spitze des biologischen Stammbaums oder am krönenden Ende der Entwicklung des Lebens, nur dass mit

dem Gedanken der Evolution kein Gott mehr für diese Position verantwortlich gemacht wurde, sondern die Natur, und damit die Menschen selbst, die erst aus ihr hervorgingen und dann auf sie zurückwirken. Die Geschöpfe waren zu Mitschöpfern geworden, die mutig handeln konnten und dabei Verantwortung übernehmen mussten. Mit den Naturwissenschaften stellen sich Menschen Mutproben, und ihr Erfolg beruht darauf, dass einige Exemplare der Art Homo sapiens davor nicht zurückschrecken und die Herausforderungen annehmen und zu bestehen versuchen. Wenn Menschen mit den experimentellen und mathematischen Methoden, die Naturforschern hervorgebracht haben, grundlegend versuchen, den Aufbau und die Abläufe der Natur zu verstehen, dann passiert es immer wieder, dass sie umdenken müssen, was auch so beschrieben werden kann, dass sie den alten Kontinent und ihre bequeme Komfortzone verlassen und mutig wie Columbus die Segel für eine neue Welt der Abenteuer setzen, ohne zu wissen, ob sie dort ankommen können und was sie dort erwartet. Wer das Betreiben der Naturwissenschaften erzählt, kann eine Reihe von Mutproben anführen, die deshalb immer wieder neu gewagt werden, weil sich die Welt als erkundbar und offen erwiesen hat. Am Ende dieses Suchens und Fragens ist dabei keine Entzauberung zu beklagen, sondern das Geheimnisvolle der Dinge hat durch den wissenschaftlich tätigen Menschen eine neue Tiefe erfahren, die stets neue Fragen hervorlockt. Dazu ein einfaches Beispiel: Wer das Fallen von Gegenständen durch die Gravitation erklärt, wie es die Physik unternimmt, verwandelt das sichtbare Rätsel der Bewegung zur Erde hin in das unsichtbare Geheimnis der Schwerkraft, die von Massen ausgeht, ohne dass bis heute jemand erläutern kann, wie diese Kraft aus der Mate-

rie entspringt. Und wer Licht als elektromagnetische Welle darstellt, steht mindestens vor der Frage, wie etwas Elektrisches etwas Magnetisches zustande bringen kann, und zwar mehr oder weniger jeweils aus dem Nichts. Natürlich taucht beim Licht auf jeden Fall noch das Problem auf, dass seine Eigenschaften nur unter der Annahme beschrieben werden können, dass Licht als Welle und Teilchen zugleich auftreten kann, was hier nicht auszuführen ist und nur die folgende Schlussfolgerung verständlich machen soll: Die Naturwissenschaften verwandeln eine geheimnisvolle Welt in eine mysteriöse Erklärung, die wie die Natur selbst ihren besonderen Reiz ausübt. Wer etwas anderes sagt, ignoriert die Geschichte der europäischen Kultur, aus was für Gründen auch immer. Die Naturwissenschaften vertiefen das Geheimnisvolle der Wirklichkeit und vermehren damit das Gefühl, das mit dem Erleben eines Mysteriums einhergeht. Dies bedeutet, dass die Natur wissenschaften die Welt durch Experimente und Theorien nicht entzaubern, sondern umgekehrt durch ihre Deutungen verzaubern. Sie zeigen den Menschen, dass unendlich viele Geheimnisse in dem Wirklichen stecken, und auf diese Weise und in diesem Sinne macht das wissenschaftliche Vorgehen alles auf der Erde schöner und überhaupt lebenswerter. Die Mutprobe der Vernunft zahlt sich umfassend und durchgängig aus. Das größte Risiko bereiten sich Menschen dann, wenn sie vor dieser Mutprobe und der Wissenschaft zurückschrecken, sich davon abwenden und lieber gekränkt zeigen und schmollen, um danach im Faulbett auf die Rente warten. Sie ist in keinem höheren Plan vorgesehen und muss auf Erden selbst erwirtschaftet werden. Die Wissenschaft bietet dabei gerne ihre Hilfe an.

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Dr. Thomas Gesterkamp

Große Helden in Not –

Thomas Gesterkamp, Journalist und Autor.

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Der oberste Repräsentant der Republik hat sich in seinem früheren Amt als Ministerpräsident von Lobbyisten einladen und finanziell unterstützen lassen. Details der Wahrheit gibt er nur scheibchenweise preis. Als es zum Rücktritt keine Alternative mehr gibt, weil die Staatsanwaltschaft ermittelt, sind „die Medien” schuld; er selbst präsentiert sich als reuiges Opfer. Ein italienischer Regierungschef macht durch gockelhaftes und sexistisches Verhalten Schlagzeilen. Eitel färbt er sich mit über 70 Jahren die implantierten Haare und lässt sein Gesicht chirurgisch richten. Zwanghaft spielt er den männlichen Draufgänger: Auf „Bunga-Bunga-Partys” versammelt der alternde Politiker junge Frauen um sich, leitet aus seiner Machtposition sexuelle Verfügungsgewalt ab. Ein Schweizer Bankier will 25 Prozent Rendite erzielen und zockt mit allem, was an den unregulierten Märkten gehandelt wird. Sein Geldinstitut lässt überschuldete Hausbesitzer zwangsräumen, spekuliert gar auf das frühe Ableben von Menschen. Als der Manager vor Jahren vor Gericht stand, wurde sein von zynischem Grinsen begleitetes Victoryzeichen zum Symbol des Finanzkapitalismus. Christian Wulff, Silvio Berlusconi und Josef Ackermann: drei Beispiele für wenig überzeugende männliche Vorbilder aus den vergangenen Jahren. Integre Persönlichkeiten, die als Identifikationsfigur dienen und Orientierung geben könnten, sind in den Führungsetagen von Politik und Wirtschaft schwer zu finden. Ausnahmen (unabhängig von Parteizugehörigkeit oder Programmatik) bestätigen nur die Regel. Zwei Sozialdemokraten demonstrierten, dass auch Fürsorglichkeit zum männlichen Lebensentwurf gehören kann. Franz Müntefering zog sich zeitweise zurück, um seine sterbenskranke Frau zu pflegen; Franz-Walter Steinmeier nahm eine Auszeit, um seiner Partnerin eine Niere zu spenden.

Peinliche Männer „Das peinliche Geschlecht” titelte 2012 die Zeitschrift Men’s Health. Die Überschrift des Reports nahm Bezug auf das erfolgreichste Comedy-Programm der letzten Jahre: „Männer sind peinlich – Frauen manchmal auch” von Mario Barth. Ob in Filmen wie dem autoritären Chef „Stromberg” oder in Buchbestsellern wie Tommy Jauds „Vollidiot”: Was früher der Blondinenwitz war, ist heute das Amüsement über den lächerlichen Mann. Machos, die sich im Bierzelt, am Ballermann oder im Stadion „wie Wilde” aufführen, sind beliebte Objekte des Spottes. Sie zeigen nackte Oberkörper, grölen lautstark seltsame Lieder, trinken bis zum Abwinken: Das alles sind keine neuen Rituale, sie fallen nur stärker auf als früher, weil es kaum noch homogen strukturierte männliche Räume gibt. Auch Frauen gehen zum Fußball, und sie goutieren nicht unbedingt den Möchtegerngorilla auf dem Nachbarsitz. Dass die „Business Class” genauso peinlich sein kann und zum Vorbild wenig taugt, dafür lassen sich in jedem ICE und auf jedem Flughafen ausreichend Belege finden. Geschäftsleute am Smartphone begnügen sich dort selten mit der (manchmal vielleicht notwendigen) Abklärung einer offenen Frage. „Führungskräfte” lieben den großen Auftritt, machen sich in endlosen Mobilgesprächen mit ihrer Mitarbeiterin wichtig, führen öffentlich vor, wie bedeutsam ihre Rolle in der betrieblichen Hierarchie ist. Brüchige Rollen Wozu all das Posieren? Zentrale Elemente, die früher Männeridentitäten ausmachten, sind heute nicht mehr selbstverständlich. Es ist schwierig, ein vorbildlicher Mann zu sein, wenn einst wertgeschätzte Rollen in Frage gestellt, abgewertet oder gar für überflüssig erklärt werden: Der Ernährer als Geldbeschaffer hat an Bedeutung verloren, weil viele Frauen kaum weniger, genauso gut oder gar mehr verdienen. Auf dem

Arbeitsmarkt sind die angelernten Industriearbeiter die Hauptverlierer des Wandels zur Dienstleistungsgesellschaft. In Erziehung und Pflege, im Callcenter, bei der Polizei, in öffentlichen Verkehrsmitteln oder auch beim technischen Service erwarten Arbeitgeber Kommunikationsfähigkeit, Einfühlungsvermögen und Kundenorientierung: Qualifikationen, die sie eher Frauen zutrauen (aber nicht unbedingt besser bezahlen). Der Beschützer ist nur noch in zugespitzten Ausnahmesituationen wichtig, denn trotz aller Panikmache leben wir nicht in Syrien, sondern in einem der sichersten Staaten der Welt. Die alte soldatische Männlichkeit hat in Deutschland nach zwei verlorenen Kriegen ein besonders schlechtes Image – im Unterschied etwa zu den USA oder gar zu Israel, wo archaische Elemente von Maskulinität weiterhin hoch angesehen sind: kämpfen, Land besiedeln, Boden urbar machen. Der Bestimmer hat seine traditionelle Funktion fast vollständig eingebüßt. Das autoritäre (oder gar gewalttätige) Durchsetzen der Werte des männlichen „Haushaltungsvorstands” wurde durch die komplizierten Aushandlungsprozesse einer „Beziehungs- und Familiendemokratie” ersetzt. Die Welt deuten können gut ausgebildete Frauen ebenso, teilweise haben diese Aufgabe auch die Medien übernommen. Die Erosion dieser männlichen Leitbilder bündelt sich wie im Brennglas in einer uneindeutigen und brüchigen Vaterrolle. Welches Kind sagt noch selbstverständlich: „Wenn ich groß bin, will ich werden wie Papa?” Vielleicht möchte es eher werden wie Mama, die angestrengt, aber relativ souverän zwischen den verschiedenen Lebensbereichen jongliert. In den meisten Familien ist die Mutter bei allem Stress nach wie vor präsenter, und manchmal taugt sie sogar zum beruflichen Vorbild. Weil im Job erfolgreiche Väter zu Hause weitgehend abwesend sind, übernehmen Bild-


Über die Schwierigkeiten, als Mann heutzutage Vorbild zu sein schirmhelden aus Film, Fernsehen und Computerspielen die männliche Vorbildfunktion. Altmodische Galanterie Die Rolle des „Gentleman” verliert als ritterliche Geste der Ehrerbietung gegenüber Schwächeren ihren Sinn, wenn keine eindeutige Geschlechterhierarchie mehr vorhanden ist. Die symbolische Abgabe von Herrschaft in privaten Situationen hat nur noch in altmodischen Ritualen der Oberschicht einen Platz – beim Wiener Opernball oder bei den Wagner-Festspielen in Bayreuth. Die selbstlose Devise „Frauen und Kinder zuerst” überdauert dennoch hartnäckig in den Köpfen. Männer sollten Frauen „auf Händen tragen”: Für dieses Ideal fanden sich in der letzten kirchlichen Männerstudie auffällig hohe Zustimmungsraten. Der romantischen Vorstellung ist längst die faktische Grundlage entzogen. Weil nicht mehr klar ist, wie die Macht verteilt ist, entsteht in Alltagssituationen Unsicherheit. Warum sollten Männer Frauen stets zum Essen (oder auch nur zum Kaffee) einladen, wenn das weibliche Gegenüber selbst genügend verdient? Müssen Männer wirklich noch die Tür öffnen und Frauen in den Mantel helfen? Sollen sie anbieten, schweres Gepäck zu schleppen und zu heben? Im Bahnabteil oder an der defekten Rolltreppe bleibt die meist größere männliche Körperkraft eine natürliche Konstante – auch wenn diese Stärke in der digitalisierten Arbeitswelt immer weniger gebraucht wird. Kerle und Krise Ein zu düsteres Szenario? Sind die „großen Helden” überhaupt in Not? Trügt die Diagnose von der „Krise der Kerle”? Jenseits des Kinos und anderer Medien-(Vor-)Bilder ist ein Mann quer durch alle Schichten immer noch ein Mann, wenn er über Geld, Macht und Einfluss verfügt, etwas „Spannendes tut”. Die Arbeit bleibt „Hauptsache” und zentraler Baustein männ-

licher Identität. Erwerbslosigkeit dagegen macht Männer zu doppelten Verlierern: Ohne die Möglichkeit zu „ernähren” finden sie oft auch keine Frau. „Die neuen Berliner Jungs – entspannt und relaxt” titelte das Stadtmagazin Zitty angesichts der gemeinsam mit Frauen jubelnden (und relativ wenig pöbelnden) männlichen Fans bei der Fußball-Weltmeisterschaft in Deutschland 2006. Diese positive Schlagzeile liest sich wie eine vorweggenommene Antwort auf die Feuilletondebatte über „Jammerlappen” und „Schmerzensmänner”, die die 29-jänrige Nina Pauer anfangs in der „Zeit“ angestoßen hat. Älteren Männern kam der Tenor bekannt vor: Im Wesentlichen handelte es sich um eine Neuauflage der Softie-Schelte aus den 1980er Jahren. „Die Brust des Mannes soll stark sein, aber wenn er mit stolz geschwellter Brust flaniert, wird er ruckzuck als Macho beschimpft”, schrieb der Autor Jonathan Widder, ebenfalls um die 30, in einer Replik auf die Klage von Pauer: „Sensibel soll er sein, aber sobald er seine Gefühle zeigt, wird er weinerlich verspottet. Am besten soll er auch noch akzeptieren, dass die Frau das intelligentere, gefühlvollere und moralisch bessere Wesen ist – aber er darf darüber bitte nicht sein unverwundbares Selbstbewusstsein verlieren und seine wilde, männliche Stärke.” Starke Vorbilder Wer darüber nachdenkt, was Männer gut können, läuft schnell Gefahr, Klischees über Geschlechterrollen aufzusitzen. Trotzdem folgt hier ein (sicher angreifbarer) Versuch. Männer weichen nicht aus, sie sind durchsetzungsstark, gehen mutig ihren eigenen Weg. Sie konkurrieren miteinander in „ernsten Spielen”, wollen gewinnen, ohne sich dabei gegenseitig zu vernichten. Das „Fairplay” lernen Jungen früh im Sport, vielen Mädchen und Frauen (nicht allen) fehlt diese Erfahrung. Der vielgeschmähte männliche „Tunnelblick” ist für bestimmte

Tätigkeiten äußerst produktiv, etwa bei naturwissenschaftlichen Versuchen oder beim Programmieren. Eins nach dem anderen abarbeiten, störende Faktoren ausblenden, auf eine Sache vollständig konzentriert sein: Das sind klassische, eher männliche Tugenden bei der Entwicklung von Innovationen. Welche Facetten männlicher Identität also taugen weiterhin (zumindest in veränderter Form) zum Vorbild? Vorbild Ernährer: Der Alleinernährer mag ein Auslaufmodell sein, aber der zuverlässige finanzielle Versorger wird nach wie vor geschätzt. Entgegen mancher Vorurteile arbeiten die meisten Männer nicht deshalb lange, weil sie ihren Job so sehr lieben. Vielmehr betrachten sie das Geldverdienen als einen Dienst an ihrer Familie, an Frau und Kindern.. Vorbild Beschützer: Körperliche Hilfe, Tapferkeit und Schutz machen in bestimmten Situationen immer noch Sinn – auch wenn wir nicht im Gazastreifen leben. Vorbild Deuter: Keiner will den alten Patriarchen zurück, aber Glaubwürdigkeit, Übernahme von Verantwortung und fehlende „Käuflichkeit” sind gewünscht – nicht nur im Amt des Bundespräsidenten. Vorbild Liebhaber: Sexuelle Übergriffe à la Berlusconi sind vorgestrig. Ein achtungsvolles Verhältnis zu Frauen schließt aber Erotik und männlichselbstbewusstes Fordern nicht aus. Vorbild Gentleman: Die alte Schule der Höflichkeit zu integrieren ist ein ständiger Balanceakt. Einerseits beklagen Frauen den Niedergang des Galans, andererseits legen sie Wert darauf, nicht länger als schwächliches Geschöpf betrachtet zu werden. „Der klassische Gentleman kann seine Hilfsbereitschaft nur entfalten, wenn es jemanden gibt, der seiner Hilfe bedarf”, formuliert Christoph Scheuermann im Spiegel. Männer sind irritiert über zwiespältige weibliche Botschaften. Denn „gleichgestellt” sein und zugleich im Privaten ständig hofiert werden wollen, das kann nicht funktionieren.

Unser Autor Thomas Gesterkamp schrieb das Buch „Die Krise der Kerle – Männlicher Lebensstil und der Wandel der Arbeitsgesellschaft”, in dem er sich mit dem Wandel männlicher Identitäten auseinandersetzt (Lit Verlag Münster/ Berlin, 2007).

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Titelgeschichte

Die KesslerDie Kessler- Zwillinge sind am 25. August 1936 geboren und feiern in diesem Jahr ihren 78.Geburtstag. Dies ist der Anlass, mit ihnen ein wenig aus dem „Nähkästchen“ zu plaudern. Gendia: Da die Geburt von Zwillingen ja nicht gleichzeitig stattfinden kann die Frage: Wer von Ihnen hat als Erste das Licht der Welt erblickt? Alice: Ich war die Erste, Ellen ist 45 Minuten später gekommen. Gendia: Sind sie heute immer noch die Erste – z.B. bei Initiativen, Entscheidungen? Alice: Nein. Die Erste ist fast immer die Ellen, obwohl sie 45 Minuten „zu spät“ gekommen ist. Gendia: Wie steht es mit den persönlichen Vorlieben und Leidenschaften? Alice: Ich liebe gute Theaterstücke, Musicals und Golf, meine Leidenschaft gehört einem guten Essen, wobei gut essen nicht immer mit viel essen zu verwechseln ist. Ellen: Bei mir ist es genau das Glei-

York. New n i n ti Mar Dean r mit le s s e lice K und A Ellen

che – so, wissen Sie, wie bei einem alten Ehepaar. Gendia: Können Sie mir sagen, welcher Augenblick der glücklichste in Ihrem Leben war? Alice: Es gibt mehrere glückliche Augenblicke, aber an einen erinnere ich mich ganz besonders: es war die Ankunft in Paris auf den ChampsÉlysées mit dem Arc de Triomphe im Hintergrund – unser erstes Engagement am „Lido“ – das war ein sehr glücklicher Augenblick. Ich war 17 ½ Jahre. Gendia: Und welcher war es bei Ellen? Ellen: Für mich was es ein Musical in Italien. Niemand glaubte daran, dass wir es machen könnten, und es war ein Riesenerfolg. Alle großen italienischen Stars waren in der

Premiere: Anna Magniani, Vittorio de Sica. Alle haben uns applaudiert – und das war für mich der glücklichste Augenblick zu beweisen, dass wir das können. Gendia: Viele berühmte und bekannte Menschen sind Ihnen in der Zeit Ihrer künstlerischen Laufbahn begegnet. Welche Begegnung war die für Sie eindrucksvollste? Ellen: Ich glaube, das ist für uns beide gleich: Es war die Begegnung mir Fred Astaire. Das Ganze war sehr eigenartig. Wir waren in Los Angeles, und der Choreograf von Fred Astaire hatte mit uns im italienischen Fernsehen gearbeitet. Als wir in Los Angeles ankamen, haben wir ihn angerufen, um ihn zu treffen. „Ja, meinte er, kann ich einen Freund mitbringen?“ „Na ja“, dachten wir, „muss ja eigentlich nicht sein, wir wollten uns mit ihm lieber allein unterhalten.“ „Aber“, meinte er, „der Freund wartet in der Garage.“ Wir kamen runter in die Garage, da stand so im Halbschatten ein Herr mit Hut und Trenchcoat. Wir sind auf ihn zugegangen, und da stand Fred Astaire! Da war unsere Freude

The show must go on...

Ohne Fle iß keinen Preis!

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Zwillinge natürlich groß. Das war eine der eindrucksvollsten Erinnerungen, an die ich mich spontan erinnere. Gendia: Und das tragischste Erlebnis? Alice: Ja, da gibt es eigentlich mehrere tragische Erlebnisse. Aber das schmerzlichste ist der frühe Tod der Mutter. Ja, unsere Mutter war so ein bisschen alles für uns. Sie war Schwester, Freundin, auch ein wenig Kind.

Gendia: So, jetzt kommen die Träume. Welche Träume sind für dieses Leben noch unerfüllt? Alice: Eigentlich keine. Das einzige wäre gewesen, mal am Broadway zu spielen. Also, in Amerika sind wir ja aufgetreten, nur eben am Broadway nicht. Heute möchte ich es auch gar nicht mehr machen, denn heute haben sie dort neun Vorstellungen in der Woche, und das ist sehr anstrengend. Wenn es sich vor 20 Jahren ergeben hätte, dann wäre es noch interessant gewesen. Gendia: Gesetzt den Fall, Sie könnten Ihr nächstes Leben gestalten – haben Sie eine Wunschvorstellung? Alice: Das gebe ich weiter an meine Schwester, die Ellen. Ellen: Also, im nächsten Leben – wenn ich das gestalten könnte –

dann würde ich nicht mehr singen und tanzen zu gleicher Zeit. In den klassischen Gesang würde ich gehen. Ich glaube, es ist einfach schöner. Ist natürlich auch anstrengend, der klassische Gesang, aber singen und tanzen ist wahnsinnig anstrengend, und ich glaube, das Publikum weiß es gar nicht zu schätzen. Fred Astaire hat einmal zu uns gesagt, wenn er wieder geboren werden würde, würde er nie mehr singen und tanzen zur gleichen Zeit. Und er hat vollkommen recht. Es ist eigentlich E-Musik (ernste Musik) und nicht U-Musik (UnterhaltungsMusik). Aber das ist eigentlich nur in Deutschland so ausgeprägt, dass die Leute E-Musik mehr schätzen als U-Musik. Das wird sich vielleicht ändern durch die vielen Musicals, die kommen, aber E-Musik steht immer noch an erster Stelle. Jetzt gebe ich Ihnen wieder meine Schwester, die Alice. Alice: Ich will sagen, der klassische Gesang ist langweiliger. Ich würde sagen, unser Tanzen und Singen ist abwechslungsreicher. Aber meine Antwort ist, ich will gar nicht mehr auf die Welt kommen. Vielleicht als

mer a Volk arbar B © Foto:

Gendia: Haben Sie berufliche Pläne für die kommenden Jahre? Wie wäre es mit einem „Studio für Evergreens“– für unsere zahlreichen fit gebliebenen oder fit werdenden Senioren? Ellen: Ein Studio, in dem wir unterrichten? Das kommt für uns nicht mehr in Frage. Als wir jünger waren, hatten wir mal den Gedanken, eine Ballettschule zu eröffnen. Wir sind dann von dem Plan abgekommen, denn bei einem derartigen Studio mit Ihrem eigenen Namen müssen Sie ständig anwesend sein. Nein, wir haben ja auch noch ein paar Hobbies, wir spielen gern Golf und unsere Freizeit möchten wir gern für uns nutzen.

Alice: Im nächsten Jahr – im März 2015 – soll in Italien mit uns ein Spielfilm gemacht werden. Das Thema ist interessant, wir haben das Buch gelesen. Jetzt müssen noch weitere Einzelheiten geklärt werden, wie die Gage, die anderen Mitwirkenden und vieles mehr.

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Titelgeschichte

Die Kessler-Zwillinge Tier oder als Schmetterling. Auch nicht mehr als Zwilling. Das reicht nun. Gendia: Wie ist es mit den unterschiedlichen Wesensarten der Zwillinge? Alice: Sehr verschieden – ich bin ein bisschen das Gegenteil von Ellen. Gendia: Hat sich das als ein guter Ausgleich gezeigt? Alice: Ja, ich denke schon.

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Gendia: Sie lebten lange Zeit in Italien. Sie leben jetzt in München – warum sind Sie nach Deutschland zurückgegangen? Alice: Weil Italien verwaltungsmäßig sehr unsicher war, u.a. mit der Einschätzung der Steuerzahlungen, und da haben wir uns gesagt: Ge-

Alice und Ellen Kess ler

Fotos: © Barbara Volkmer

Die Kessler-Zwillinge – Vita: Sie präsentierten sich den überraschten Zuschauern der diesjährigen Berliner Fashion Week im Hotel Adlon. „Ich wollte die Kessler-Zwillinge unbedingt in meiner Show haben, weil ich Mode für alle Altersklassen machen möchte. Die beiden machen das wunderbar,“ begeisterte sich die Designerin Inna Thomas. Sie sind in die Jahre gekommen, die Kessler-Zwillinge. 2x 77 Lenze schwebten elegant und leichtfüßig über den Laufsteg, schlank und in jugendlicher Anmutung. Alter? Un-

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Gendia: Der eine hört dann auch auf den anderen? Alice: Nicht immer – sie ist spontan, schnell, manchmal zu schnell.

auf ihrer Terrasse am Pool.

wesentlich. Die Ausstrahlung vermittelt andere Jahreszahlen als die Geburtsziffern. Ihr gemeinsamer Lebensweg ist gepflastert mit internationalen Erfolgen dieser berühmtesten Schwestern Deutschlands. Sie sind in Nerchau bei Leipzig geboren, besuchten mit sechs Jahren die Ballettschule, bestanden die Aufnahmeprüfungen für das Kinderballett und die Operntanzschule Leipzig mit Auszeichnung, und mit ihrem ersten Engagement am Düsseldorfer Revuetheater begann der Start in eine internationale Karriere. Die Showbühnen der Welt – Lido

hen wir dahin, wo wir unsere Wurzeln haben, zurück in die zweite Heimat. Gendia: Es ist fast alles gefragt und fast alles gesagt. Wir wünschen Ihnen weiter eine aktive und erfolgreiche Zeit mit vielen glanzvollen Highlights – und – herzlichen Dank für das Gespräch.

allis-Ronc r Circu nd Macher e d i e nder u chen b In Mün mit dem Erfi e r ie m Pre l. rd Pau Bernha

Paris, New York, London, Hongkong, Caracas, Rom, Monte Carlo, Athen, Barcelona, Buenos Aires, Sydney, ebenso wie die internationalen Theaterbühnen waren ihre „Spielwiesen“. Es entstandenen mehrere internationale Spielfilme mit u.a. Danny Kaye, Dean Martin, Bing Crosby, Frank Sinatra, Harry Belafonte, Sammy Davis jun. Ihre Auszeichnungen: Die Goldene Rose von Montreux, Bundesverdienstkreuz am Bande, Premio Guidarello – italienische Auszeichnung für ihr Lebenswerk. Welch eine Karriere – und sie agieren noch immer! Chapeau!


vhs bietet Bildung

für alle Generationen

Die meisten der über tausend Veranstaltungen richten sich an Teilnehmer aller Altersgruppen. Die Volkshochschule hat aber auch spezielle Angebote für ältere Menschen im Programm. Die Schwerpunkte liegen hier in den Bereichen EDV und Internet, Gymnastik und Sprachen. Großer Beliebtheit erfreuen sich momentan auch Kurse, die den einfachen und sicheren Umgang mit Smartphones und Tablet-PCs erläutern. Wer in das Programmheft der Volkshochschule Pforzheim-Enzkreis schaut, bekommt eine beeindruckende Vielfalt an Sprachkursen geboten. „Wir bieten über 300 Kurse in 25 Sprachen an. Das Spektrum reicht vom intensiven Kleingruppenkurs über berufsbezogene Einheiten bis hin zu Konversationskursen auf höchstem Niveau“, erläutert

vhs

vhs-Sprachenreferentin Regina Titelius das Angebot. Die Vielfalt reicht von A wie Arabisch bis zu U wie Ungarisch, von Englisch mit rund hundert verschiedenen Angeboten bis hin zu Tschechisch, das mit einem Kurs im vhs-Programm steht. Viele Sprachkurse werden von Muttersprachlern geleitet, die neben den Sprachkenntnissen auch ihren kulturellen Hintergrund in den Unterricht einbringen. Sprachen kommt sowohl in einem zusammenwachsenden Europa als auch in einer durch die Globalisierung immer enger zusammenrückenden Welt eine zentrale Bedeutung zu. Deshalb finden sich im vhsKursangebot neben den stark nachgefragten Sprachen auch seltener gelernte Sprachen wie Chinesisch, Japanisch oder Russisch. Der zahlenmäßige Schwerpunkt liegt aber

Volkshochschule

Bildung Haben Sie noch Fragen? Eine individuelle persönliche Beratung ist bei uns selbstverständlich.



auf den Sprachen Deutsch, Englisch, Französisch, Italienisch und Spanisch. Hier gibt es auch spezielle Angebote für Teilnehmer, die eine Fremdsprache aus beruflichen Gründen erlernen wollen oder beispielsweise einen international anerkannten Cambridge-Abschluss anstreben. Durchaus typisch für das Foto: © Ariwasabi - Fotolia.com

Das Programm der Volkshochschule Pforzheim-Enzkreis umfasst im Semester Herbst/Winter 2014 weit über tausend Kurse und Einzelveranstaltungen für den Zeitraum von September bis Februar. Dieses umfassende Angebot macht die Volkshochschule zur größten Weiterbildungseinrichtung in der Region Nordschwarzwald. Semesterbeginn für das neue Programm ist am Montag, 29. September.

Sprachenlernen an der vhs ist aber auch der generationenübergreifende Charakter, wenn der 20-Jährige gemeinsam mit seiner 70-jährigen Nebensitzerin im Wörterbuch nach der richtigen Vokabel sucht. Weitere Informationen zu den Kursen gibt es bei der Volkshochschule in der Zerrennerstraße 29, Telefon ( 0 7 2 3 1 ) 3 8 0 0 0 oder unter www.vhs-pforzheim.de.

Pforzheim-Enzkreis

für

GmbH

Ältere

Am Montag, 29.09.2014 ist Semesterbeginn!

Das vhs-Programm erscheint Anfang September!



Z e r r e n n e r s t r. 2 9 , 7 5 1 7 2 P f o r z h e i m • Te l e f o n : 0 72 31 38 00 0 E - M a i l : i n f o @ v h s - p f o r z h e i m . d e • I n t e r n e t : w w w. v h s - p f o r z h e i m . d e

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Jugendmusikschule Pforzheim

Orchesterarbeit an der Jugendmusikschule Ein Sie sind im Strukturplan der Jugendmusikschule Pforzheim ein unverzichtbarer Teil des Angebotes und eine Ergänzung zum klassischen Einzel- und Gruppenunterricht: die Orchester und zahlreichen Ensembles. Darüber hinaus repräsentieren sie Qualität und Güte der Musikausbildung und bieten Erfahrungen, die den Unterschied zu privaten Anbietern von Musikunterricht ausmachen.

Musikschüler an der Jugendmusikschule erwartet ein strukturiertes Angebot, das ihr Know-how sukzessive ausbaut und bereichert. Zunächst durchlaufen die jungen Musiker Ensembles der Unterstufe, wo ein erstes Zusammenspiel und gegenseitiges Zuhören geübt wird. Denn es ist zunächst nicht gerade einfach, die eigene Stimme zu spielen und sich an Tempo- und Lautstärkeschwankungen der Mitspieler gleichzeitig anzupassen. Zudem muss die Zeichengebung eines Dirigenten beachtet werden.

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Nach ersten kleinen Auftritten bei internen Musikschulveranstaltungen und Umrahmungen externer Veranstalter werden die Musikschüler vorbereitet auf die Probenarbeit im Schulorchester. Freitags treffen sich die jungen Orchestermusiker zu regelmäßigen Proben im Orchesterproberaum der Jugendmusikschule unter der Leitung ihres Dirigenten und musikalischen Leiters Oliver Scherke, Geigen- und Bratschenlehrer an der Jugendmusikschule, der selbst über hinlängliche Orchestererfahrung an professionellen Kulturorchestern verfügt. Das Programm des Schulorchesters besteht aus einem Mix von klassischer Literatur bis hin zu „Crossover“-Arrangements bekannter Popsongs aktueller Künstler. Die Auftrittsfrequenz des Schulorchesters hat sich in den letzten Jahren deutlich erhöht und beschränkt sich nicht mehr nur auf Umrahmungen von Veranstaltungen örtlicher Vereine. Brandaktuell ist die Planung des Großprojektes „Crossover Europe“ für das Kulturfestival 2015 in der Goldstadt Pforzheim. Es beinhaltet die Vereinigung von jungen Orchestermusikerinnen und -musikern aus den Ländern Polen, Frankreich und Deutschland. Ein sogenanntes „Trinationales Orchester“ wird aus Musikern der Partnerstädte Tschenstochau in Polen (Musikinternat), St. Maur bei Paris (Conservatoire de

St. Maur) und Pforzheim (Jugendmusikschule Pforzheim) gebildet. Ein bunter Musikmix aus Klassik und Unterhaltung wird zunächst in den einzelnen Musikinstituten vorbereitet und geprobt, bis im Mai 2015 alle Musiker sich erstmals zu Proben und Konzerten in Tschenstochau treffen. Im Juli schließlich findet in St. Maur eine zweite Phase mit Konzert statt, bis dann alle Musiker nach Pforzheim anreisen, um gemeinsam zum Kulturfestival 2015 ihren Beitrag zum europäischen Gedanken beisteuern. Im Begleitprogramm des „Trinationenorchesters“ stehen Informationen und Diskussionen zu europäischen Angelegenheiten im Mittelpunkt. Als Musikschulleiter begleite und unterstütze ich dieses Projekt mit Rat und Tat und voller Überzeugung, denn ich sehe gerade im Austausch junger Menschen verschiedener Nationen einen eminent wichtigen Aspekt der Musikpädagogik – das Treffen anderer Kulturen und Denkweisen auf gleicher Höhe, verbunden durch die Klammer der Musik – der Sprache, die alle Menschen dieser Erde verstehen. Unterstützt wird das Projekt maßgeblich und dankbarerweise von der Stadt Pforzheim durch das Kulturamt mit Dr. Isabel Greschat und dem Amt für Europaangelegenheit, allen voran Anna-Lena Beilschmidt mit ihren Kolleginnen Monika Finna und Susanne Schreck. Fördergelder des Europaprogrammes „Erasmus+“ bilden dabei die Grundlage und belegen durch die Zusage der Unterstützung die Wertigkeit dieses Orchesterprojektes. Man darf gespannt sein auf die musikalischen Ergebnisse und nicht zuletzt auch auf die Erfahrungen im zwischenmenschlichen Bereich sowie der Aufarbeitung der Geschichte der beteiligten Nationen. Nicht zu vergessen sei auch das „Ensemble 2010“ unter der Leitung


Pforzheim GmbH – unverzichtbarer Teil des Musikschullebens von Manfred Staiger, der erwachsene Laien und Profis zu einem Orchesterverband zusammen schmiedet und damit eine gelungene Ergänzung zum Orchesterangebot für Jugendliche an der Jugendmusikschule bietet. Dieses im Jahre 2010 gegründete Orchester widmet sich hauptsächlich der klassischen Literatur und gibt Erwachsenen und Senioren die Möglichkeit, ihrer Liebe zur Musik in freundlicher Atmosphäre nach zu gehen. Das Orchester hat sich in den letzten Jahren durch vermehrte Auftritte in der Öffentlichkeit einen Namen gemacht. Doch welche Qualitäten und Fähigkeiten fordert und fördert das Orchestermusizieren an Musikschulen im Besonderen und allgemein? Der Orchestermusiker – mehr als „nur“ ein Solist? Nicht ohne Absicht stelle ich diese provokante Frage, da der Orchestermusiker gemeinhin als Musiker 2. Klasse hinter dem Solistendasein rangiert. Ist das wirklich so und wenn nicht: welche Qualitäten zeichnen einen Orchestermusiker aus? In meiner Familie wurde sehr oft über dieses Thema gesprochen, zumal mein Vater, 1. und Soloposaunist des SWF-Sinfonieorchesters und mein Onkel 1. Geiger in der Hamburgischen Staatsoper waren. Beide beklagten bei Probespielen allzu oft, dass an den Hochschulen zwar exzellente Solisten ausgebildet würden, die Spezies des typischen Orchestermusikers, der sich in ein gewachsenes Orchester einzufinden vermag hingegen immer seltener werde. Die Hierarchie des Orchesters – Verantwortung und Aufgaben des Orchestermusikers Ganz offensichtlich ist ein Orchester hierarchisch aufgebaut in Bezug

auf Stimmen und Funktionen. Eine 2. Stimme ist nun mal kein Stimmführer und muss sich deshalb im Register klar der 1. Stimme unterordnen, muss sich dem Registerklang verpflichtet fühlen, und alle Register wiederum einem Gesamtklang des Orchesters.

Zusammen musizieren heißt – sich unterstützen Die Orchesterarbeit stellt enorme Anforderungen an die Anpassungsund Reaktionsfähigkeit eines Orchestermusikers. Binnen kürzester Zeit muss er reagieren und sein Agieren neu ausrichten. Er muss

Andreas Michel, Leiter der Jugendmusikschule Pforzheim GmbH.

Registerbezogen existiert also keine Emanzipation der Stimmen untereinander. Anpassungsfähigkeit ohne den Beigeschmack des „Unterdrücktseins“ ist hier die Devise. Sich anpassen bedeutet nicht, sich zu unterwerfen, sondern sich selbstbewusst der manchmal nachrangigen Funktion einer 2. oder 3. Stimme anzunehmen. Der Dirigent – Spiritus rector Über allem steht der Dirigent, der “Führungsqualitäten“ an den Tag legen muss, und natürlich auch eine Gabe zur Überzeugung seiner Sichtweise der Interpretation. Oberstes Gebot ist, dass der Orchestermusiker alle Bewegungen eines Dirigenten kennt und auch selbst dirigieren könnte. Der Orchestermusiker darf sich nicht ablenken lassen und muss sich auf das Wichtige konzentrieren. Ganz wichtig ist es, die Dirigierebene, den sog. Endpunkt des Schlages zu erkennen, denn am Ende der Bewegung steht der zu spielende Ton.

neue Impulse, die aus dem Moment der Aufführung entstehen, aufnehmen und richtig interpretieren. Das perfekte Register praktiziert ein ständiges Geben und Nehmen. Das gemeinschaftliche Zupacken bei vollem Registerklang, das Ausbalancieren der Klangverhältnisse, das Zurücknehmen zu Gunsten der Melodiestimme, aber auch die Fähigkeit, Kritik als konstruktives Mittel zum Zweck zu erkennen – all das ist notwendig für ein gutes, musikalisches Miteinander. Eine über die Dynamik (Lautstärke) der 1. Stimme spielende 2. Stimme ist ein Zeichen von Unkollegialität und schwächt die 1. Stimme. Teamwork ist hier gefragt. Fazit: der Orchestermusiker muss schaffen, was Philosophen und Ethiker von einem „selbstbewussten“ Menschen fordern: die Fähigkeit, das eigene Ego zurück zu stellen zum Vorteil einer gemeinschaftlichen Sache. Es stimmt also: Orchestermusiker sind wahrlich Musiker erster Klasse. Andreas Michel

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Jugendmusikschule Neuenbürg

2. Bundespreis für Jungpianisten: Igor Alexander Knebel Der wichtigste musikalische Jugendwettbewerb „Jugend musiziert“ animiert jedes Jahr deutschlandweit zur Teilnahme tausender junger Künstler aller Altersgruppen. Hier können die jungen Musiker ihre künstlerischen Fähigkeiten öffentlich vor einer Fachjury unter Beweis stellen.

Die konzentrierte Auseinandersetzung mit Werken verschiedener Epochen sowie die Arbeit in Ensembles oder solistisch ist eine besondere Herausforderung für Heranwachsende und ihre betreuenden Lehrer bzw. Ensembleleiter. Der Wettbewerb „Jugend musiziert“ hat in 52 Jahren seines Bestehens weitreichende Impulse für die Musikwelt in Deutschland gegeben. Dabei wechseln jährlich die Kategorien. „Jugend musiziert“ ist offen für alle Schülerinnen und Schüler, die noch nicht in einer musikalischen Berufsausbildung stehen. Der Wettbewerb erfolgt in drei Etappen: Über 140 Regionalwettbewerbe filtern die Teilnehmer für den Landeswettbewerb. Die ersten Preisträger mit mindestens 23 Punkten dürfen dann zur dritten Etappe, zum Bundeswettbewerb. 2014 war in der Region Pforzheim

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und Nordschwarzwald der Wettbewerb Anfang Februar in Remchingen. Der Landeswettbewerb in Baden-Württemberg war im April in Ludwigsburg, der Bundeswettbewerb über Pfingsten in Braunschweig und Wolfenbüttel. In der Kategorie „Klavier solo“ arbeitete sich der 17jährige Jungpianist Igor Alexander Knebel bis zum Bundeswettbewerb in Braunschweig vor. Dort erhielt er dann den zweiten Preis in seiner Altersgruppe. Sein Wettbewerbsprogramm bestand aus Präludium und Fuge aus dem II. Band des Wohltemperierten Klaviers von Bach, einer Bagatelle von Beethoven, der 1. Ballade in g-Moll von Chopin und einer virtuosen Etüde des jugoslawischen Komponisten Papandopulo. Vorbereitet wurde Igor von seiner Lehrerin, Frau Prof. Sontraud Speidel von der Staatlichen Hochschule

für Musik Karlsruhe. Igor besucht dort seit seinem 10. Lebensjahr das sog. PreCollege, die Hochbegabtenklasse für Kinder und Jugendliche der Hochschule. Seine ersten musikalischen Schritte unternahm er bei seinen Eltern Ljiljana Borota und Christian Knebel, sowie an der Jugendmusikschule Neuenbürg. Sein erstes öffentliches Konzert spielte er mit drei Jahren in Baden-Baden und in Catania (Sizilien). Inzwischen war Igor auch international unterwegs, u.a. im „Dom Muzike“ in Moskau auf Einladung der Spivakov-Foundation, außerdem spielte er auf Einladung zum Geburtstag der Fürstin von Liechtenstein. In Pforzheim spielte er im CongressCentrum beim Staatsempfang des damaligen Serbischen Präsidenten Boris Tadi Werke von Franz Liszt und Rodion Shchedrin. Er besucht zur Zeit die Kursstufe I des Reuchlin-Gymnasiums in Pforzheim.


Wohnen mit Service Ein Konzept für Wohnen im Alter des Tiergarten Pforzheim • Naturnahes Wohnen in außergewöhnlicher Umgebung • 2–4,5 Zimmer Wohnungen mit Loggia, Balkon oder Terrasse • Barrierefreiheit, teilweise behindertengerecht • Exklusive Penthauswohnungen • Aufzug • KfW 70 Standard (EnEV 2009) • Einkaufsmöglichkeiten vor der Haustür • 60 Tiefgaragenstellplätze • Angebot an Service- und Pflegeleistungen

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Blick in die Zukunft Am 25. Juni 2014 feierte die Baugenossenschaft Arlinger ihr 100-jähriges Jubiläum mit einem Festakt im Theater Pforzheim.

Den musikalischen Auftakt boten das Südwestdeutsche Kammerorchester Pforzheim und Sebastian Studnitzky. Der Jazz-Musiker hatte eigens zum Arlinger-Jubiläum eine Suite komponiert. Dann begrüßte Moderator Andreas Malessa fünf Mietparteien als Ehrengäste des Abends und würdigte die 15 Mieter als die eigentlichen „Hauptpersonen” beim Jubiläumsfest. Prominente Vertreter aus Wohnungswirtschaft und Politik honorierten Entwicklung und Geschichte der Baugenossenschaft Arlinger. Oberbürgermeister Gert Hager betonte die Bedeutung des größten Vermieters der Region für qualitativ hochwertiges Wohnen und den städtebaulichen Aufbruch in Pforzheim.

Sebastian Studnitzky und das Südwestdeutsche Kammerorchester Pforzheim unter der Leitung von Sebastian Tewinkel.

Jahre Zentraler Programmpunkt des Festakts: Zukunftsforscher Matthias Horx richtete den Blick der Gäste auf die Megatrends des Wohnens und des urbanen Lebens. Unterhaltsam, spannend, humorvoll – so fesselte Horx das Publikum mit seinen teils provozierenden Thesen und Prognosen. Bezeichnend und passend zur Arlinger-Ausrichtung: Matthias Horx ist kein KatastrophenProphet, sondern seine Ausblicke sind immer geprägt von unaufgeregtem Optimismus. Er legt den Fokus eher auf die Chancen als auf die Risiken. Auch Carsten von Zepelin, Vorstandsvorsitzender der Baugenossenschaft, wagte in seinem Schluss- und Dankeswort einen Blick in die ferne Zukunft: „Wer hätte das gedacht?, werden sich in ferner Zukunft bestimmt die Chronisten wieder fragen, wenn sie auf das 100-jährige Jubiläum zurückblicken. Und wie unsere Vorgänger stehen wir in der Verantwortung, das

Die eigentlichen „Stars” des Abends, eine Gruppe von Arlinger-Mietern, wird auf der Bühne gebührend gewürdigt. Oberbürgermeister Gert Hager betont die Bedeutung der Baugenossenschaft für Pforzheim.

Zukunftsforscher Matthias Horx

Unternehmen – bei allen Unwägbarkeiten – vorausschauend, zuversichtlich, mit Engagement und Herzblut weiter zu entwickeln.“ Dann begeisterte noch einmal die berührende Musik Studnitzkys die ca. 500 Gäste. Die komplette „Arlinger-Suite“ kam übrigens tags darauf im Festzelt auf der Arlinger-Wiese zur Uraufführung.


Das Theater Pforzheim bot den idealen Rahmen für den Festakt.

Vorstandsvorsitzender Carsten von Zepelin.

In Feierlaune: Arlinger-Mitarbeiter und -Freunde.

Tags darauf verwandelte sich das Festzelt auf der Arlinger-Wiese in einen Konzertsaal. Dort waren es ca. 800 Gäste – überwiegend Arlinger-Mieter –, die ein mitreißendes, emotionales Konzert erlebten. Für einen Abend ver wandelte sich das Zelt, das in den darauffolgenden Tagen als zentraler Treffpunkt des traditionellen Kinder- und Blumenfestes der Gartenstadt-Gemeinschaft Arlinger diente, in einen stimmungsvollen Konzertsaal.

Ein Buch mit über 180 Seiten erschien zum Arlinger-Jubiläum. Darin ist die Geschichte der Baugenossenschaft mit spannenden Texten und vielen eindrucksvollen Fotos dargestellt. Die „Arlinger-Chronik” ist für Mitglieder der Genossenschaft in der Arlinger-Geschäftsstelle, Hohlohstraße 6, kostenlos erhältlich. Für Nicht-Mitglieder bei der Buchhandlung Mumm in Dillweißenstein für 19,90 Euro.


Buchvorstellung:

„Hörst Du, wer da musiziert?“ „So ist die Erziehung durch Musik darum die vorzüglichste, weil Rhythmus und Harmonie am tiefsten in das Innere der Seele dringen, ihr Anmut und Anstand verleihen.“ Sokrates (469 – 399 v. Chr.) „Jeder Mensch sollte in der Lage sein, die Musik als einen wesentlichen Bestandteil seines psychischen Haushalts zu begreifen: als Maßstab, als Forderung, als Traumbild, als Anhalts- und Bezugspunkt. In den Elementarschulen müsste sie Hauptfach sein und von besonders geeigneten und besonders gut geschulten Lehrern vermittelt werden. ,Sage mir Staat, was Du in die musische Erziehung Deiner Jugend investierst, und ich sage Dir, was für ein Staat Du bist’.“ Hans Werner Henze (1986) der, die regelmäßig singen, früher schulfähig sind, als diejenigen, die ohne Musik aufwachsen. Wichtig ist, die Kinder locker und mit viel Spaß für Musik zu begeistern. Das Usborne-Klangbuch „Geige, Flöte und Klavier“ begleitet Kinder im Vorschulalter deshalb ganz spielerisch und altersgerecht bei ihren ersten musikalischen Gehversuchen. Auf Knopfdruck auf die Klangleiste ertönt zu jeder Seite der fröhlich-bunten Geschichte im Buch das passende Instrument. So erleben Kinder mit allen Sinnen, wie das Eichhörnchen fleißig Querflöte übt, der Fuchs fröhlich auf der Geige spielt und der Maulwurf mit seinem Glockenspiel den ganzen Wald verzaubert. Und wie am Ende alle Tiere im harmonischen Zusammenspiel in ihrem großen Waldkonzert glänzen.

Das lustig illustrierte Buch mit integrierter Klangleiste zeigt die musizierenden Waldbewohner.

unten: Das Eichhörnchen übt auf seiner Querflöte für das große Waldkonzert.

Bild rechts: „Im Schatten eines alten Baumes zupft Wiesel die Saiten seiner Gitarre…“

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Es ist nie zu früh, einem Kind die Musik als Wegbegleiter zur Seite zu stellen. Musikerziehung ist dazu da, Kindern die Chance zu geben, mit Musik wie auch mit sich selbst vertraut zu werden, sie mit allen Sinnen und Freuden zu erleben und mit

den gegebenen Möglichkeiten selbst auszuführen. „Früh übt sich, wer später musikalisch werden will“ – dieses Motto verfolgt auch das Usborne-Klangbuch „Geige, Flöte und Klavier – hörst du, wer da musiziert?“. Dank integrierter Klangleiste und einer bezaubernden Geschichte rund um das große Waldkonzert der Tiere, begeistert es Kinder ab 3 Jahren für Klänge und deren harmonisches Zusammenspiel. Musik gehört zu ihrer natürlichen Lebenswelt, löst Freude und Glücksgefühle aus und hat einen nachweislich positiven Einfluss auf das Lern- und Sozialverhalten. Einzelne Studien belegen, dass Kin-

Die Usborne-Neuerscheinung „Geige, Flöte und Klavier“ ist ab sofort für 12,95 Euro bei Usborne unter www. usborne.de und im Buchhandel erhältlich.


Haus Schauinsland:

Wohnen mit Serviceim Tiergarten Wer das ehemalige Kasernenareal auf dem Buckenberg in Pforzheim kennt, wird von den dort passierten Veränderungen angenehm überrascht. Ein lebendiges und modernes Quartier ist entstanden. Mittendrin das Wohnen mit Service im Tiergarten. Als Kooperationspartner der Stadtbau Pforzheim mit dabei: das Soziale Netzwerk Schauinsland. In enger Zusammenarbeit ist ein gemeinsam entworfenes und in Pforzheim einzigartiges Konzept entstanden: Das Wohnen mit Service. Ein breit gefächertes Angebot an Dienstleistungen, vermittelt durch einen Concierge, der sich täglich neuen Herausforderungen stellt, soll das Wohnen und Leben im Tiergarten so angenehm wie möglich gestalten und ein wenig den Charakter „Wohnen wie im Hotel“ ermöglichen. Neben den klassischen Grundleistungen eines Wohnens mit Service, wie z. B. einer 24-Stunden-Rufbe-

reitschaft und Beratungsleistungen, gewährleistet der Concierge am Empfang der Wohnanlage, dass individuelle Servicewunsche persönlich angenommen werden. Gefragt sind beispielsweise hauswirtschaftliche Dienstleistungen, Frühstückservice oder die Betreuung der Wohnung in Abwesenheit des Kunden. Auch auf eine veränderte Lebenssituation im Alter mit Versorgungsleistungen für den Krankheits- oder Pflegefall kann mithilfe des Ambulanten Dienstes Schauinsland und anderen Anbietern flexibel und

Stark beeindruckt von der Anlage und dem Betreuungskonzept zeigte sich auch das Führungsteam des Schauinsland – hier im modernen Treppenhaus des Wohnens mit Service im Tiergarten.

Im Wohnen mit Service Tiergarten ist der Fitnessraum direkt vor der Haustür. Trainerin Jana freut sich über ihre gut besuchten Kurse.

schnell reagiert werden. Nach dem Motto „Wer rastet der rostet“ ist Bewegung ein wichtiger Baustein im Leben. Hierfür betreibt das Schauinsland in der Anlage einen eigenen Fitnessbereich. Dort wird regelmäßig ein auf die Wünsche der Kunden zugeschnittenes Sportprogramm angeboten.

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Ein gelungenes Heim für pflegebedürftige Menschen VIEL LOB FÜR GELUNGENE ARCHITEKTUR –

„Ich übertreibe sicher nicht, wenn ich sage, dass mit dem Haus „Hebron“ die „Altenhilfe-Landschaft“ im Enzkreis um ein tolles, wohnortnahes Angebot reicher geworden ist“, erklärte Landrat Karl Röckinger bei der Einweihung des neuen Pflegeheimes des „Sozialwerks Bethesda“ in Knittlingen. Das Lob des Landrates brachte die allgemeine Ansicht zum Ausdruck, dass das neue Seniorenheim ein außerordentlich gelungenes Bauwerk ist, das beste Voraussetzungen für einen angenehmen Aufenthalt seiner Bewohner und optimale Bedingungen für die Mitarbeiter bietet.

Mit einer eleganten Fassade präsentiert sich das „Hebron“ auch nach außen hin ansprechend. Gemütlich eingerichtete Zimmer und lauschige Sitzecken im Außenbereich runden das Bild ab.

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Viel Lob ging an das Büro „WohnArt“ in Neulingen. Das ArchitektenTrio mit Roland K. Maier, Joachim Theilmann und Klaus Weber hat den Bau geplant und die Ausführung betreut. Ganz bewusst an so zentraler Stelle habe man das Haus gebaut, um auch den Stadtkern mit seiner Infrastruktur nutzen zu können, so Knittlingens Bürgermeister Heinz-Peter Hopp. Ende 2011 hatte der Knittlinger Gemeinderat grünes Licht gegeben, das 2800 Quadratmeter große Grundstück an der ehemaligen Ziegelhütte unweit des historischen Stadtkerns

Als originelles Einweihungsgeschenk überreichte Landrat Karl Röckinger (rechts) eine Spielesammlung für die Bewohner an Peter Mayer und Iris Wiedemann.


– Haus „Hebron“ in Knittlingen eingeweiht INNOVAT IV E S W OHN KON ZE PT Viele Gäste kamen zur Einweihungsfeier in den Andachtsraum, darunter Landrat Karl Röckinger, Landtagsabgeordnete Viktoria Schmid und Knittlingens Bürgermeister Heinz-Peter Hopp (erste Reihe ab Zweiter von links).

an das Sozialwerk zu verkaufen. Für das „Sozialwerk Bethesda“ ist das Knittlinger „Hebron“ nach dem Stammhaus in Bauschlott und den Häusern in Maulbronn, Kieselbronn und Ispringen das fünfte Pflegeheimprojekt, das verwirklicht werden konnte. „Dies ist für uns ein ganz besonderer Tag“, erklärte „Bethesda“-Geschäftsführer Peter Mayer. Der Vorsitzende des Sozialwerks konnte so viele interessierte Gäste begrüßen, dass der Andachtssaal im Obergeschoss, wo die Feier stattfand, sie gerade noch alle aufneh-

Dierolf als Hauswirtschaftleiterin führt das „Hebron“. Im Erd- und Dachgeschoss stehen jeweils zwei Pflegegruppen zu 15 Plätzen zur Verfügung, 60 Plätze insgesamt. Das neuartige Wohngruppenkonzept erlaubt ein quasi familiäres Zusammenleben, mit dem eigenen Zimmer als Rückzugsraum, einem Wohnzimmer und einer kleinen Küche als gemeinschaftliche Einrichtungen, erläutert Architekt Klaus Weber. Im Dachgeschoss befinden sich zudem fünf betreute Wohnungen. Als einladendes Gebäude, hell und lichtdurchflutet, charakterisierte Landtagsabgeordnete Viktoria Schmid das „Hebron“. Schmid sprach ihr Grußwort auch im Namen der weiteren Parlamentarier aus dem Enzkreis. Stellvertretend auch für die

anderen Kirchen würdigte der evangelische Pfarrer Jürgen Götze den guten Geist des Hauses, der sich in seinem Namen „Hebron“, was „Ort der Verheißung von Zukunft“ bedeute, ausdrücke. Jetzt würden die Mitarbeiter des Sozialwerks gemeinsam mit den Bewohnern das Haus „Hebron“ mit Leben erfüllen, erklärte Peter Mayer. „Die Menschen, die sich hier investieren, tun dies mit Herzblut. Für unsere Mitarbeiter ist dies kein Job, sondern eine Berufung.“ Die Einweihungsfeier wurde von Susanne Horsch (Violine) und Ludwig Oettinger (Klavier) musikalisch umrahmt. Die Kinder des evangelischen Kindergartens erfreuten mit Lied und Tanz. Das Weihegebet sprach Pastor Bernhard Röckle, der Vorsitzende der Volksmission.

links: Symbolische Schlüsselübergabe der Architekten (von links) Joachim Theilmann, Klaus Weber und Roland K. Maier vom Neulinger Büro „WohnArt“ an Hausleiterin Iris Wiedemann.

Text und Fotos: Schott

men konnte. Mayer lobte die gute Zusammenarbeit mit Landratsamt und Gemeinde und würdigte die herausragenden Leistungen der Architekten und der beauftragten Baufirmen, die fast alle aus der näheren Umgebung stammten. Denn kaum anderthalb Jahre liegen zwischen dem Spatenstich und dem Einzug der ersten Bewohner. Die eigentliche Bauzeit, nachdem mehr als 100 Pfähle zur Schaffung eines festen Baugrundes eingerammt waren, betrug keine 16 Monate. Am Ende wurde man vor Plan fertig. Das neue Haus stößt auf eine große Nachfrage. Bereits ein erheblicher Teil der Pflegeplätze sind belegt. Ein erfahrenes Team aus dem Haus „Tabor“ in Maulbronn mit Iris Wiedemann als Hausleiterin, Rosi Wittulski als Pflegedienstleiterin und Ellen

unten: Die Kinder des evangelischen Kindergartens erfreuten bei der Einweihungsfeier mit Gesang und Tanz. Erste Reihe von links: Landrat Karl Röckinger, Landtagsabgeordnete Viktoria Schmid und Knittlingens Bürgermeister Heinz-Peter Hopp.

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Mein schönstes „Mein schönstes Fest“ ist das Thema dieser Geschichten, in der die HeimBewohner ihre Erlebnisse erzählen, in Erinnerungen schwelgen und glückliche Stunden zum Leben erwecken. Es ist eine Sammlung von Zeitgeschichte, deren Vielfältigkeit sich aus den unterschiedlichsten Lebenswelten, Regionen und Erlebensbereichen zusammenfindet. Aus dem behüteten Dasein der letzten Jahre ihres lebenslangen Weges ist es ein Innehalten und Einsammeln noch leuchtender Blüten, die den letzten Tagen – hier im Spiegel des glücklichen Augenblicks – eine zarte und sensible Farbigkeit verleihen. SENIORENPFLEGEHEIM ATRIUM Frau Ehnig erzählt: Natürlich gab es in meinem Leben schöne Feste. Meine Hochzeit, die Geburt meiner Tochter und viele schöne Geburtstage durfte ich erleben. Jedes für sich war einzigartig und in dem Moment auch das schönste. Was mir aber jedes Jahr besonders gut gefallen hat und bis heute gefällt ist der Fasching! Ich bin sehr gesellig (früher mehr als heute, aber da war ich auch jünger) und lache gerne. Fasching bedeutet für mich fröhliche Menschen um mich herum, singen, lachen, tanzen. Jedes Jahr gehen wir Senioren von unserem

Seniorenpflegeheim Atrium auf die Faschingsveranstaltung in das Pforzheimer Congress Zentrum. Verschiedene Tanz- und Narrengruppen zeigen ihr Können. Auch die Kleinen, die „Spatzen“ bringen einen Gardetanz auf die Bühne. Besonders angetan hat mir das Tanzmariechen mit den anmutigen Sprüngen. Die Hexen dürfen da auch nicht fehlen. Sie kommen mit ihrem eigentümlichen, fast schleichenden Gang durch den Saal zur Bühne. Naja, etwas unheimlich wirken die schon auf mich. Lustig wird es jedoch wieder, als eine Büttenrednerin auftritt. Mir sind sogar die Tränen vor lau-

ter Lachen gekommen. Und dann noch die Guggenmusik einfach toll! Doch ein Fest ohne gutes Essen und Trinken gibt es nicht. Dazu gehören natürlich auch leckere Faschingskrapfen! Ja, für mich ist Fasching ein besonders schönes Fest! AUGUST-KAYSER-STIFTUNG Im Leben feiert man so viele Feste, dass es schwer ist zu sagen, welches Fest das schönste war: Geburtstag, Hochzeit, Muttertag, Silvester oder Jubiläum? Frau S., aus der Tagespflege, hat sich an ihren 50. Hochzeitstag erinnert, den sie im Jahr 2001 mit Ihrem Mann gefeiert hat. Dieses Fest haben die Kinder organisiert, und es hat im Ratskeller stattgefunden. Am Abend haben sich dort Geschwister, Kinder, Enkelkinder, Familie und Freunde getroffen. Frau S. sagt, wenn die Feier heute stattgefunden hätte, würde noch ein Urenkel dazugehören. Ein Nebenzimmer im Ratskeller wurde mit Kerzen, Gestecken und Blumen dekoriert. Die Dekoration hatte sie sich selbst ausgesucht und in Kieselbronn in der Gärtnerei bestellt. Als ich sie gefragt habe, was für ein Menü es gegeben hätte, sagte sie: „Lauter gute Sachen – und zum Trinken, was man mochte. Es waren nicht weniger als 70 Gäste anwesend, die beste Laune gehabt haben. Ein 3-Personen-Musik-Ensemble war für Unterhaltung und Tanzmusik verantwortlich (bis 1 Uhr in der Nacht).“ Frau S. hat auch mit ihrem Mann den Eröffnungstanz getanzt. Sie weiß noch, dass sie ein schönes Kleid und Schuhe mit höherem Absatz an hatte. Heute trägt sie, aus Bequemlichkeit, nur Hosen. Ihr Mann hatte einen dunkelblauen Anzug an. Außer den vielen Blumen bekam das Ehepaar einen Reisegutschein geschenkt, was sie beide sehr genossen hatten.


Fest Frau S. erzählt, dass sie damals 17 Jahre und ihr Mann 19 Jahre jung waren, als sie geheiratet hatten. Bis heute haben sie eine schöne und gute Zeit zusammen. In 7 Jahren feiern die Eheleute sogar ihren 70. Hochzeitstag!. Wir wünschen ihnen noch viele glückliche Jahre und ein schönes Fest! Für Frau W. war die erste Kommunion und Firmung sehr wichtig in ihrem Leben. Weil Frau W. in Polen geboren ist, wo 99 % katholischen Glaubens sind, hat man auch die erste Kommunion groß mit der Familie gefeiert. Ihre Patentante und ihr Patenonkel waren anwesend, Geschwister, natürlich ihre Eltern und auch Nachbarn mit Kindern. Sie hatte in der Kirche ein weißes, kurzes Kleid an, das man später gegen ein Sonntagskleid getauscht hat. Es gab Mittagessen und viele leckere Kuchen, die Ihre Mutter gebacken hat. Sie kann sich noch gut erinnern, dass vormittags die Sonne geschienen hat und es schönes Wetter war, nachmittags hat es geregnet. Sie weiß auch noch, dass Sie ein kleines Medaillon mit Maria und Jesus bekommen hat. Ansonsten Geld, aber das weiß sie nicht mehr genau. „Ich war an diesem Tag zufrieden und selig. Es war für mich als Kind ein sehr schönes Fest.“ HAUS BETHESDA Ich bin jetzt 81 Jahre alt und habe in meinem Leben schon viele schöne Feste erlebt. In meiner Kindheit und frühen Jugend habe ich mich auf jeden Geburtstag gefreut, auf die Überraschungen, auf das Essen und auf die Gäste. Ich denke auch oft und gern an meine eigene Hochzeit und die Hochzeiten meiner Kinder. Immer waren es schöne Feiern mit wunderbaren Erinnerungen. Nun habe ich lange nachgedacht, welches mein schöns-

tes Fest in meinem Leben war. Es liegt Im Dezember 1949 bereitete ich in meiner Vergangenheit, genauer mit meiner Mutter das Weihgesagt in meiner Kindheit. nachtsfest vor. Wir hatten schon AnIch bin 1933 als drittes Kind gebo- fang des Monats Plätzchen gebaren worden, und ich denke oft und cken und „gehamstert“, damit zum gern an meine Jugend zurück. Mei- Fest ein paar gute Dinge auf dem ne Eltern waren liebevoll, und ob- Tisch stehen konnten. Es waren wohl es ja schwere Zeiten waren, schlechte Zeiten, aber meine Mutversuchten sie alles, dass es uns gut ter ging zu den Bauern, Wäsche geht und an nichts fehlt. waschen, und bekam Lebensmittel Ich habe zwei Brüder, Burkhard und zum Lohn. Günther. Sie sind älter als ich, und Am 24. Dezember stand ich mit obwohl sie während des 2. Welt- meiner Mutter in der Küche. Ich rieb krieges noch jung waren, mussten rohe Kartoffeln für die Klöße, die sie genau wie mein Vater in den es am Abend geben sollte. Auf dem Krieg. Ich war mit meiner Mutter al- Herd brutzelte das Kaninchen, wellein. Wir wohnten in einem kleinen ches mein Vater geschlachtet hatSiedlungshaus, und sie arbeitete als te. Mein Bruder Burkhard schmückSchwester beim „Roten Kreuz“. Wir te in der kleinen Wohnstube den waren uns gegenseitig Stütze in die- Baum. ser schweren Zeit, wir weinten zu- Ich höre noch heute den Freudensammen und wir beteten zusammen. schrei meiner Mutter, als gegen Als der Krieg zu Ende war, warteten wir täglich auf Nachricht, ob unsere Angehörigen noch lebten und wann sie nach Hause kommen. Alle drei waren in Gefangenschaft, aber der älteste, Burkhard, kam bereits 1946 aus Amerika zurück zu uns. Ein Jahr s! Feiern Sie mit un später war auch mein Samstag, 18. Oktober 2014 Vater wieder da und nun warteten wir auf meinen TAG DER OFFENEN TÜR ab 14.00 Uhr Bruder Günther, der in Russland in GefangenHaus- und Garten-Führungen schaft war. Wir hatten Kinderprogramm (Traktorfahrten, Malen, Märchen) keine Ahnung, ob er noch lebte, wir hatten Ausstellungen · Musik, Malen, Eurythmie, Farblichttherapie aber auch keine VerAmbulanter Dienst und stationäre Pflege stellen sich vor misstenanzeige erhalten. Meine Mutter weinte oft, Präsentation anthroposophische Altenpflege-Ausbildung war traurig und verBewohneraktivitäten · Galerie schlossen. Ich war damals noch ein Kind und 19.30 Uhr KONZERT Kalliope Trio, Prag konnte es nicht verstehen. Erst viel später wurde mir klar, wie schlimm Am Eichhof 20 das alles für sie gewesen 75223 Niefern-Öschelbronn sein muss. Telefon 07233 67-9711 info@johanneshaus-oeschelbronn.de www.johanneshaus-oeschelbronn.de


Mein schönstes 11.00 Uhr die Tür aufging und unser Günther herein kam. Er war die letzten 25 km von Leipzig zu uns nach Hause gelaufen. Er war abgemagert, schmutzig und völlig fertig, aber er war unverletzt und wieder zu Hause. Die Freude in der Familie ist nicht zu beschreiben. Die Begrüßung zog sich lange hin, wir lagen uns in den Armen. Mit Feuereifer rieb ich den ganzen Eimer Kartoffeln fertig, und als wir am Abend alle um den Tisch saßen und wieder vollzählig waren, war es einfach nur schön. Es gab viel zu erzählen, die Geschenke waren Nebensache, wir waren wieder alle zusammen. Günther aß 14 Klöße – wir haben es ihm gegönnt und gerne selbst verzichtet. Ich weiß heute – das war mein schönstes Fest. Ute Rowe in Zusammenarbeit mit einer Bewohnerin CASA REHA OSTERFELD Erzählt von der Bewohnerin Irmgard Girrbach: Es war an einem Freitag, dem 5. Mai im Jahr 1945 – meinem 11. Geburtstag. Pforzheim lag in Trümmern – eigentlich ein trauriger Tag. Voller Erwartung, was der Tag wohl für mich bringen mag, stieg ich aus dem Bett und rannte zur Küche, um zu schauen, ob schon Geschenke für mich bereit lagen. Meine Mutter und meine Schwester erwarteten mich schon, weil sie bereits den Küchentisch liebevoll für mich dekoriert hatten. Es lagen dort: ein Päckchen von meiner Schwester, eine Geburtstagskerze und in einer Vase ein Strauß Blumen. Aber mittendrin entdeckte ich zu meiner Freude ein großes Glas Himbeermarmelade, das von unserer Nachbarin für mich abgegeben wurde. Ich konnte es kaum erwarten, davon zu naschen, aber meine Mutter wollte noch, dass ich erst das morgendliche Waschprozedere über mich ergehen ließ. Die

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langen Zöpfe, die man früher trug, nahmen natürlich viel Zeit in Anspruch – für ein Kind war das eine Ewigkeit. Als meine Mutter noch mit Kämmen beschäftigt war, polterte es plötzlich im Treppenhaus – ganz ungewöhnlich – als ob der Nikolaus käme. Wir schauten erschrocken zur Tür, als es auch schon klopfte. Etwas ängstlich und gleichzeitig erwartungsvoll öffnete Mutter die Tür – und zu meiner großen Überraschung stand unser Vater in zerlumpter Kleidung vor uns! War das eine Freude, dass mein Vater ausgerechnet am Tag meines Geburtstages erschien! Ich konnte es kaum fassen, ihn nach so langer Zeit wieder zu sehen. Ich tanzte vor Begeisterung in der Küche herum und rief allen, denen ich begegnete, zu: „Mei Babä isch do!“ Ich erzählte es sogar meiner Puppe, so sehr war ich außer Rand und Band. Für mich war dieses Erlebnis das schönste Fest meines Lebens. Aufgeschrieben von Ursula Walter, Sozialer Dienst SENIORENRESIDENZ GOLDENE PFORTE Bewohnerin Frau P.: Mein schönstes Fest war in jeder Hinsicht, die Geburtstagsfeier zu meinem siebzigsten Geburtstag. Geplant hatte ich eigentlich eine kleine Runde mit meinem Mann und meinen Kindern bei Kaffee und Kuchen. Kein größerer Aufwand, nur ein nettes Zusammensein. Am Tag meines Geburtstages kam meine Tochter lange vor dem vereinbarten Termin zu mir und meinte, sie hätte sich überlegt, mich zum Mittagessen auszuführen. Nur meine zwei Töchter und mein Sohn. Mein Mann sollte zuhause bleiben und sich um den Rest kümmern. Ich war besorgt, denn mein Mann war in der Küche nicht wirklich zuhause. Ehrlich gesagt, wäre er wohl in der Lage gewesen, vor einem ge-

füllten Kühlschrank zu verhungern. Aber da mich meine Tochter so energisch gedrängt hatte, habe ich doch zugesagt, und so gingen wir los. Wir kamen in den Ratskeller und ließen uns das Essen schmecken. Währenddessen bekam meine älteste Tochter einen Anruf und musste sich leider entschuldigen, meinte aber, dass sie spätestens zum Kaffee wieder bei mir zuhause sein würde. Anschließend schlugen meine verbliebenen Kinder noch einen kleinen Verdauungsspaziergang vor. Eigentlich saß ich auf glühenden Kohlen, hatte ich doch meine Kaffeerunde ständig im Kopf. Aber das Wetter war herrlich und so gingen wir noch eine gute Stunde spazieren. Auf der Fahrt kamen mir erste Zweifel, da mein Sohn einen völlig falschen Weg einschlug. Ich sagte ihm immer wieder, dass wir doch bitte langsam zu mir nach Hause fahren müssten, da die Zeit bis zum Treffpunkt nun deutlich näher rückte. Er ließ sich nicht beirren, grinste schelmisch und sagte nur: „Ja, Mama“ Wir fuhren über einen Feldweg an einigen Gärten vorbei und hielten ohne Vorwarnung an einem festlich geschmückten „Stückle“. Man kann sich meine Überraschung nicht einmal vorstellen. Mir war überhaupt nicht klar, dass das hier für mich sein sollte. Im ersten Moment war ich sogar so durcheinander, dass ich beinahe beleidigt war, von meinen Kindern auf eine fremde Geburtstagsfeier gebracht zu werden. Da kam auch schon meine älteste Tochter zum Auto und öffnete meine Tür und meinte, ich solle doch mal bitte mitkommen, sie hätte eine Überraschung für mich. Und so lichtete sich der Nebel langsam. Ich lief zum Gartenhaus. Da saß eine unglaubliche Menge an Menschen. Alles war mit Girlanden und Lampions verziert und am Ende der lan-


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Mein schönstes gen Bank stand mein Mann auf, kam zu mir und umarmte mich. Ich konnte einfach nicht glauben was sich hier abspielte. Nach und nach kamen immer mehr Gäste auf mich zu, gratulierten mir und übergaben mir ihre Geschenke. Ich nahm Platz und versuchte mir nach der ganzen Aufregung, einen Überblick über meine Gäste zu machen. Es waren meine Kinder und meine Schwiegertochter und -söhne, mein Mann, fast alle Enkel, meine drei Geschwister, unsere langjährigen Nachbarn und Freunde der Familie anwesend. Das Fest ging nun wirklich los. Wir aßen Kuchen, tranken Kaffee, und es war bis zu dem Zeitpunkt eine sehr gelungene Feier. Gegen 6 Uhr warf mein Schwiegersohn den Grill an und es wurde gegrillt. Plötzlich fuhr ein Auto vor und hielt direkt auf Höhe des Gartens an. An sich nichts besonderes, aber meine Tochter kam auf mich zu und meinte, nun gäbe es noch eine ganz besondere Überraschung. Aus dem Auto stieg mein ältester Enkel. Das einzige Familienmitglied, das auf der Feier noch gefehlt hatte. Er wohnt in Lübeck und ich hätte niemals erwartet, dass er heute hier auftauchen würde. Dann stieg seine Frau aus und nahm einen komischen Korb aus dem Auto. Freudestrahlend kamen sie auf mich zu, er nahm mich in den Arm, gratulierte mir zum Geburtstag und meinte, er müsse mir mein Geburtstagsgeschenk vorstellen. „Komischer Dialekt bei euch im Norden“, war das Einzige, was ich für die nächsten Minuten noch sagen konnte. Seine Frau stellte den Korb mit einem Neugeborenen und den Worten: „Darf ich vorstellen, das ist dein Urenkel Magnus“ vor mir auf den Tisch. Das war das letzte Mal, dass wir es geschafft haben, die komplette Familie, die um ein wundervolles Famili-

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enmitglied reicher geworden war, an einen Tisch zu bringen. Es war wirklich überwältigend, alle meine Liebsten bei mir zu haben, und deshalb war es das mit Abstand schönste Fest meines Lebens! HAUS MAIHÄLDEN Herr Walter Klotz, ein Bewohner unseres Hauses erinnert sich dankbar und voller Freude an einen großen Festtag in seinem Leben – der Tag, an dem seine Frau und er die Diamantene Hochzeit feierten… Es war das 60. Jahr unserer Eheschließung. Ich hatte eine kleine Feier vorbereitet, um mit unserer Familie und guten Freunden diesen Tag zu verbringen. Die Feier sollte in Ottenhöfen, dem Wohnort meines ältesten Sohnes, stattfinden. An diesem Tag erlebten wir, völlig unerwartet, viele wunderbare Überraschungen. Mein Sohn hatte – ohne unser Wissen – eine „nochmalige Trauung“ durch einen befreundeten Pfarrer organisiert. Dieser Freund meines Sohnes war als Geistlicher in Afrika, im Westen Kenias, tätig. Er hatte dort zusammen mit seiner Ehefrau ein Heim gegründet, das von Hunger, Leid und Elend geprägten Kindern und Jugendlichen, Waisen- und Straßenkindern, ein neues, menschenwürdiges Zuhause und eine Perspektive für die Zukunft bot. Mittlerweile sind viele neue Projekte entstanden – der Bau von Schulen, einer Krankenstation, Handwerksstätten sowie Wasser- und Energieversorgung, Landwirtschaft etc. Mit diesem Hintergrund gelebter Nächstenliebe war diese „erneute“ kirchliche Eheschließung für uns ein ganz besonderes und sehr bedeutungsvolles Ereignis. Für den feierlichen Rahmen sorgte der Organist der evangelischen Gemeinde.

Eine weitere, besondere Überraschung stand aber noch aus… Unsere Enkeltochter, gesegnet mit einer wunderbaren Stimme und ihrem angeborenen Gesangstalent trug für uns das „Ave Maria“ in tief beeindruckender Weise vor. Meine Frau und ich (sowie unsere Gäste) waren sehr berührt. Die Freude war riesengroß und die Überraschung mehr als gelungen.

Dieser Tag war eine ganz besondere Festlichkeit. Wir verbrachten mit unseren Gästen einen wunderschönen Tag und freuten uns sehr über all die guten Wünsche, die fröhlichen Beiträge, Reden und die besondere Feststimmung, die uns immer in dankbarer Erinnerung bleiben werden.“ JOHANNESHAUS ÖSCHELBRONN Erika Müller: Mein 80. Geburtstag Meinen 50. Geburtstag feierte ich still mit meinem Mann, weil es mir peinlich war, „schon so alt“ zu sein. Den 60. Geburtstag feierten wir noch stiller, weil mein Mann dem Tode nahe war. Den 70. Geburtstag feierte ich mit einer Freundin auf Lanzarote. Den 80. Geburtstag aber wollte ich mit neuen und alten Freunden zusammen im Johanneshaus in Niefern-Öschelbronn feiern. Seit einem Jahr schon bereitete sich eine Gruppe armenischer Studenten in Jerewan/Armenien darauf vor, bei diesem Anlass in unserem Festsaal mit künstlerischen Darbietungen aufzutreten: armenischer Gesang, armenischer Volkstanz und, da sie alle als Schüler die Jerewaner Waldorfschule besucht hatten,


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Mein schönstes ein armenisches Märchen, dargestellt in Eurythmie. Letztere ist eine Bewegungskunst, die in jeder Waldorfschule gelehrt wird und die ich selbst jahrelang in Jerewan unterrichtet hatte. Außerdem kamen von nah und fern weitere armenische und deutsche Freunde. Gästezimmer mussten organisiert werden, die Küche war alarmiert, Matratzen und Leintücher wurden zusammengetragen für die Jugendlichen, die in einer leerstehenden Wohnung auf dem Fußboden campieren würden. Schließlich wurden die künstlerischen Darbietungen, zu welchen alle unsere Bewohner eingeladen waren, auf 2 Tage verteilt. An meinem Geburtstag selbst fand ein großes Kaffeetrinken mit vielen Gästen statt – und dann war zur allgemeinen Zufriedenheit alles gut zu Ende gegangen. Die auch vorhandenen kleineren Kinder waren im Bett, die etwa 15 armenischen Studenten in ihrer Wohnung, nicht weit von meinem Appartement, in welchem ich nun am späten Abend mit meinen älteren armenischen Freunden erschöpft zusammen saß. Da – Sturmläuten an der Tür – ich schieße hoch, öffne – eine Studentin. „Was sollen wir tun? Wir duschen und das Wasser läuft nicht ab – nicht bei den Jungen und nicht bei den Mädchen!“ Was tun? Zum Glück wohnte ein Mitarbeiter des Hauses, der „alles weiß und kann“ über mir im Haus, ist noch nicht im Bett und schaut sich mit mir die Situation an. Er stellt fest: Der Ablauf ist in Ordnung, ist aber für den Wasserverbrauch und das Temperament der 5 Jungen und 10 Mädchen nicht eingerichtet. Also: langsam, sparsam! Nun ist alles in Ordnung. Ruhe tritt ein. Am Morgen Abreise, Abschied, Aufräumen. Und ich stellte fest: meinen 85. und 90. Geburtstag feiere ich wieder stiller! Nachtrag: Unter diesen Studentin-

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nen waren drei, denen die künstlerische Arbeit für meinen Geburtstag so viel Freude machte, dass sie nach Abschluss ihres Universitätsstudiums in Jerewan in den letzten Jahren noch ein Eurythmiestudium angeschlossen haben. Gerade komme ich von ihrer gelungenen Diplomaufführung in Dornach bei Basel zurück. Nun gibt es in Jerewan und an der dortigen Waldorfschule 6 diplomierte Eurythmistinnen. SENIORENZENTRUM PAUL GERHARD Wenn das Herz und ein fester Wille wirken, kann auch mit einfachsten Mitteln Unvergessliches geschaffen werden. Herr B. wohnt erst seit September letzten Jahres im Paul Gerhard, die Stimmung in seinem Zimmer wirkt aufgeräumt und doch gemütlich. Einige ausgewählte Bilder längst vergangener Tage stehen im Regal. Liebevoll in den Mittelpunkt gerückt fällt ein schwarz-weißes Foto einer hübschen Frau ins Auge. Herr B., noch in jungen Jahren, lehnt sich ungerahmt zart daran an. Er selbst sitzt entspannt in seinem Sessel, hört über Kopfhörer Musik, still und in sich versunken, wirkt etwas müde. Doch als ich mich zu ihm setze und er mir ein bisschen aus seinem Leben erzählt, strömt eine unerwartete Lebendigkeit in seine zarte, gepflegte Statur. Auf die Frage, welches Fest ihm als sein schönstes in Erinnerung geblieben ist, kommt ganz spontan: „Meine Hochzeit!“ Seine ganze Haltung richtet sich plötzlich auf, und seine blauen Augen fangen an zu leuchten. Damit ich verstehe, warum ihm genau dieser Tag so unvergesslich ist, holt er ein wenig aus. Erst aus dreijähriger russischer Gefangenschaft entlassen geht er als 21jähriger junger Mann in Trittau zu einer Tanzveranstaltung. Nach

Jahren voller Schrecken und Armut genießt er hier die schöne Seite des Lebens. Schnell fällt ihm zwischen all den Menschen eine gutaussehende Frau ins Auge, doch leider scheint sie bereits in Begleitung eines recht charmanten Herrn zu sein. Herr B. sieht seine Chance, mit ihr anbändeln zu können, schwinden. Dennoch lässt er es sich nicht nehmen, mit dem Vater der jungen Frau, der mit am Tisch sitzt, ins Gespräch zu kommen. Die beiden Männer verstehen sich gut und Herrn B. fällt ein großer Stein vom Herzen, als er erfährt, dass seine Angebetete „nur“ in Begleitung des Bruders und nicht mit einem Freund da ist. Nun gibt es für Herrn B. kein Halten mehr, es wird getanzt, geflirtet und gelacht. Die zwei jungen Menschen scheinen wie füreinander geschaffen. Nach einem Jahr dieser ersten Begegnung kommt es zur Verlobung. Die Lebensumstände sind schwierig, die finanziellen Mittel knapp, doch Herr B. sieht sich in der glücklichen Lage in der Trittauer Dampfziegelei als Vorarbeiter gut zu verdienen. Um sich die geplante Hochzeit leisten zu können, arbeitet er im Schichtbetrieb bis zum Zusammenbruch, lebt äußerst genügsam und verzichtet auf vieles. Der schönste Tag des Lebens wird gerade in seiner Einfachheit und dank dem Improvisationstalent aller unvergesslich. Zu Hause, im Garten, wird festlich gedeckt, Bruder, Schwester, Tanten und Schwager machen den Frischvermählten ihre Aufwartung. Herrn B.’s Frau hat ein Händchen fürs Dekorieren, schmückt mit einfachen Gartenblumen die Festtafel und zaubert einen leckeren Braten für die Hochzeitsgäste. Und die Sonne strahlt mit dem glücklichen Hochzeitspaar um die Wette. Viele harmonische, glückliche Jahre verbringen die beiden in trauter Zweisamkeit.


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Mein schönstes Herr B. ist am Ende seiner Erzählung, und eine kleine Träne rinnt ihm die rosige Wange hinab. Dass seine geliebte Frau schon vor einigen Jahren aus Krankheitsgründen vor ihm gegangen ist, schmerzt ihn immer noch sehr. Trotzdem ist er sehr dankbar für die vielen schönen gemeinsamen Jahre. Tanja Hüttmann, Aktivierung SCHAUINSLAND TIEFENBRONN Das ist gar nicht so einfach. Viele Feste habe ich schon gefeiert, und jedes war schön. Etwas ganz besonderes allerdings war mein 65. Geburtstag. Diesen besonderen Tag feierte ich bei meinem Bruder in Amerika. Zufällig entdeckten wir ein Reisesonderangebot zu diesem Termin, und der Gedanke, mit meiner Familie in Amerika zu feiern, gefiel uns sofort. Um diese Reise mit meinem Mann zusammen unternehmen zu können verkauften wir alle Tiere unseres landwirtschaftlichen Betriebes. Wir wollten 5 Wochen bleiben, und mit 65 darf man auch langsam etwas Arbeit reduzieren. Eine Woche vor dem großen Tag kamen wir in Detroit an. Während wir uns einlebten und die Umgebung erkundeten, bereitete die Familie meines Bruders ein großes Gartenfest vor. Die Kinder studierten Musikstücke ein, deutscher Kuchen wurde gebacken und ein üppiges Abendbrot vorbereitet. Jeder in der großen Familie trug etwas zum Gelingen des Festes bei. Wir feierten dann bis in den späten Abend meinen Geburtstag und den Muttertag, der in diesem Jahr auf denselben Tag fiel. Ein riesiges Herz bekam ich überreicht. Wieder zuhause brachte ich es über dem Bett an. Es erinnerte mich immer an die Worte der auch aus Deutschland stammenden Schenkenden: „So kehrt mein Herz wieder nach Hause zurück.“

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SCHAUINSLAND EISINGEN Eine Bewohnerin erzählt: Mein schönstes Fest war meine Hochzeit am 30. Oktober 1944. Wir hatten damals nur wenig Geld, und daher konnten wir uns keine aufwendige Hochzeit leisten. Unsere Hochzeitsgarderobe mussten wir uns von meiner Freundin ausleihen. Mein Mann bekam den dunklen Anzug von ihrem Ehemann, und ich bekam ihr Hochzeitskleid mit langem Schleier und dazu die weißen Brautschuhe. Dann kam der besondere Tag, unsere Hochzeit. Die Kirche war mit Blumen geschmückt, die man auf den Feldern gepflückt hatte, und es war einfach wunderschön. Der Gottesdienst und die Predigt waren sehr ergreifend, so dass ich den Tränen nah war. Nach der Eheschließung sind wir mit 20 Personen zu uns nach Hause gegangen. Wir hatten das Wohnzimmer ausgeräumt und Stühle und Tische hineingestellt, damit genug Platz für unsere Hochzeitsgäste war. Schon Tage zuvor hatten wir begonnen, Kuchen und Torten zu backen, und für die ältere Generation hatten wir extra Hefekuchen vorbereitet. Als Hauptspeise gab es Braten und russischen Salat, was zu dieser Zeit etwas ganz Besonderes war. Unseren Gästen hat es sehr gut geschmeckt, und mein Schwager musste sich sogar übergeben, da er zu viel gegessen hatte. Nach diesem besonderen Tag haben wir noch viele Feste gefeiert, aber unsere Hochzeit ist bis heute mein schönster Tag. SENIORENRESIDENZ BERGDORF Aufgewachsen bin ich in einem kleinen Dorf in der Oberpfalz nahe der tschechischen Grenze. Da es nach dem Krieg wenig Unterhaltungsangebote in unserer Gegend gab, beschlossen wir, – einige junge Männer und Frauen – unser eigenes Theater zu gründen.

Vor allem die Operette hatte es uns angetan, und nach einiger Zeit hatte sich ein kleines Orchester und auch die erforderlichen Darsteller und Interpreten zusammengefunden. Als erstes Stück wollten wir die Operette „Gräfin Mariza“ aufführen, und ich sollte die Hauptrolle übernehmen. Die Kostüme nähten wir uns selbst, und das war gar nicht so einfach, da auch Stoff Mangelware war. Doch ich konnte ein schönes Stück roten Samtes ergattern, und da ich schon immer gerne Handarbeiten machte, entstand ein wunderschönes langes, tailliertes Kleid. Ich sehe es heute noch vor mir. Es folgten zahlreiche Proben mit viel Gaudi und Hallo. Wir hatten alle großen Spaß und Freude an der Vorbereitung und waren mit Feuereifer bei der Sache. Nach der schlimmen Kriegszeit war dieses Projekt eine willkommene Abwechslung, und Männlein und Weiblein kamen sich näher. Auch ich hatte einen eifrigen Verehrer, nämlich „die erste Geige“. Im wirklichen Leben war der Sepp Konditor von Beruf und betrieb ein kleines Café in unserem Heimatort. Der Tag der Premiere kam immer näher, und unsere Aufregung stieg ins Unendliche. Überall waren Plakate aufgehängt. Aber würde die Vorstellung auch ausverkauft sein? Wir hatten alle großes Lampenfieber, aber der frenetische Applaus im vollen Saal des alten Wirtshauses war für uns eine schöne Genugtuung. Es war eine gelungene Premiere und ein voller Erfolg! Und ich? Ich bekam vom Sepp einen Strauß roter Rosen und die Frage gestellt, die jede Frau so gerne hört: „Willst Du mich heiraten?“ Ich sagte ja und diese Zeit war für mich ein einziges schönes Fest. Anni Hick, aufgeschrieben von Stella Westermann


Fest SENIORENZENTRUM KELTERN Bewohnerin Else Wieland: An ihrem Hochzeitstag hat sie mit ihrem zukünftigen Mann bis um 13.00 Uhr in der Bäckerei gearbeitet. Dann kam der Bus, um sie beide zur Trauung in der Kirche abzuholen. Auch am nächsten Tag haben beide wie gewohnt weitergearbeitet. Es fand weder ein Fest, noch eine Hochzeitsreise statt. Als viele Jahre später bei der Tochter ein großes Hochzeitsfest anstand, bat die Tochter darum, dass wenigstens ein Tag Pause möglich sei. Sie war sauer, dass sie nicht frei über ihren Hochzeitstermin entscheiden konnte. Heute ist es so, dass durch den „neuen“ Feiertag, den 3. Oktober, die Tochter jedes Jahr automatisch einen freien Tag an ihrem Hochzeitstag hat (der Mensch denkt und Gott lenkt).

Wir mussten immer viel arbeiten, und es war nie die Zeit; um ein schönes Fest auszurichten und zu feiern. Aufgezeichnet von Katharina Starzmann, Beschäftigung Bewohnerin Hilde Finkbeiner: Am 9.9.1953 feierten wir in der evangelischen Kirche in Neuenbürg unsere Hochzeit. Bis Mai 2010 lebten wir in Waldrennach, dann zogen wir ins das Seniorenzentrum Keltern in Ellmendingen. Dort feierten wir am 9.9.2013 unsere Diamantene Hochzeit. Vormittags kam überraschend der Hauschor und sang uns das Lied: „Großer Gott wir loben Dich“, was uns sehr freute. Am Nachmittag kam Pfarrer Maisenbacher und hielt uns, aufbauend auf unseren Trauspruch:

„Sei fröhlich in Hoffnung, geduldig in Trübsal, halte an am Gebet“, eine schöne Andacht. Am Sonntag kamen dann unsere Kinder, Enkel und Urenkel zum Kaffeetrinken. Die Hauswirtschaft deckte uns zu diesem Anlass eine festliche Kaffeetafel. Unsere Kinder brachten selbstgebackenen Kuchen und Torten mit. Da mein Mann an diesem Tag im Rollstuhl sitzen konnte, verbrachten wir alle zusammen einen wunderschönen Tag, an den ich mich noch lange erinnern werde. Unsere Diamantene Hochzeit war unser schönstes, aber leider auch unser letztes gemeinsames Fest, da mein Mann am 10. Juni 2014 leider verstarb. Aufgezeichnet von Jutta Axtmann, Beschäftigung

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Die Statistik zeigt uns, dass wir heute im Schnitt 6 Jahre älter werden als unsere Eltern. Es ist ein Geschenk an unser Leben, das wir dankbar annehmen und sinnvoll gestalten sollten. Die Geselligkeit pflegen, sich mit anderen Menschen auszutauschen, sich gegenseitig zuzuhören, miteinander Freude zu haben, Freude zu schenken und anzunehmen, gehört zum Leben ebenso, wie das mit sich Leben und in sich Ruhen. All dies sind Gründe, die für uns wichtig waren, dieses neue Wohnmodell in unsere Senioren Residenz zu integrieren. Die vorliegenden Erfahrungswerte beweisen uns, dass hier eine Wohnform zur Verfügung steht, die richtungsweisend ist für ein lebendiges, anregendes und aktives Miteinander unter dem Dach einer altersgerechten Betreuung und Versorgung.

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Unsere neue Senioren-Residenz Haus Nagoldblick in Pforzheim-Huchenfeld haben wir Mitte 2009 ihrer Bestimmung übergeben. Die Akzeptanz unserer Einrichtung ist sehr groß und alle haben sich gut eingelebt. Dies motiviert uns in dem Wirken für unsere Bewohner.

Eingangssituation mit freundlich gestaltetem Café,Verwaltung und Wartebereich dar. Im Wohlfühlbad mit Hubbadewanne, das im hinteren Teil des Eingangsgebäudes an das Café angrenzt, können die Bewohner die stimmungsvolle Gestaltung des Raumes genießen – Ruhe und Entspannung pur unterstützt durch wohltuende Badeessenzen.

Das Pflegehaus bietet auf zwei Wohnbereichen, die unter dem Motto „bekannte Gebäude und Gegenden des Enzkreises“ und „Pforzheimer Schmuck“ stehen, 36 Pflegeplätze. Alle 30 Zimmer haben eine Nasszelle, von denen ein Teil als rollstuhlfahrergerecht ausgelegt ist. Das Erdgeschoss, über eine Terrasse mit dem Garten verbunden, ist auch für an Demenz erkrankte Bewohner geeignet. Die Visitenkarte des Gebäudes stellt die dem Pflegehaus vorgelagerte

In Kooperation mit ortsansässigen Kirchenund Krankenpflegevereinen sowie Besuchen des Kindergartens und der Schule freuen wir uns darauf, allen Bewohnern eine angenehme Umgebung zu schaffen, in welcher der Lebensabend mit Freude und Würde gelebt werden kann. In einer Zeit schwindender Ressourcen und wachsender Umweltbelastung haben wir uns um intelligente, komfortable aber auch preiswerte Energiekonzepte Gedanken gemacht.

Unser neues Vorhaben: Barrierefreies Wohnen im Ortskern von Bad Liebenzell

Ein Projekt der

Immobilien GmbH & Co. KG Siedlungstr. 48 75180 Pforzheim Tel. 07231-6055110 e-mail: sr.pf@web.de

Wir müssen zukünftig unsere Energien regenerativ erzeugen. Dazu ist es aber zwingend erforderlich, den Energiebedarf zu senken. Das heißt, vor der Überlegung Heizung kommt die Überlegung Dämmung. Angesichts dessen bedarf es des Einsatzes gut durchdachter wärmedämmender Konstruktionen, um den Wärmeabfluss deutlich zu reduzieren. Eine ideale Ergänzung ist eine thermische Solaranlage. Sechs Monate im Jahr sorgt die Solaranlage vollständig für die Warmwasseraufbereitung und Heizungsunterstützung. Photovoltaik ist unbestritten die eleganteste Art, Sonnenenergie in Strom zu verwandeln. Die Photovoltaikanlage bringt neben dem wirtschaftlichen auch einen bedeutenden Gewinn für unsere Umwelt. Die Sonne ist eben unsere unerschöpfliche Energiequelle. Mit unseren neuen Konzepten möchten wir nicht nur ökologische und wirtschaftliche Akzente in Huchenfeld setzen. Gewinnen sollen vor allem die Senioren. Durch Funktionalität, ein entsprechendes Ambiente mit einer modernen Ausstattung, wozu auch die kontrollierte Wohnraumlüftung mit Wärmerückgewinnung zählt, sowie natürlich fachkundige Pflege mit Herz und Qualität wird ein optimales Zusammenwirken garantiert und alle Voraussetzungen für das persönliche Wohlempfinden geschaffen.


DRK Kreisverband Pforzheim-Enzkreis:

Essen auf Rädern:

Was darf es heute sein? Wie wäre es etwa mit einem Lammkeulenbraten „Provence“ in KräutersoĂ&#x;e, dazu grĂźne Bohnen und Rosmarinkartoffeln? Oder lieber ein buntes Ragout aus SpargelgemĂźse? Gesunde Ernährung trägt wesentlich dazu bei, bis ins hohe Alter kĂśrperlich und geistig fit zu bleiben. Die MenĂźs des DRK-Mahlzeitenservice werden nach neuesten ernährungswissenschaftlichen Erkenntnissen zubereitet. Sie sind nicht nur gesund und abwechslungsreich, sondern auch bequem, preiswert und schmackhaft. So spart man sich mĂźhsames Einkaufen, Vorbereiten und Kochen.





 

 

 









In dem umfangreichen Katalog findet jeder das fĂźr ihn passende MenĂź – von Hausmannskost, anspre chenden PĂźree-Mahlzeiten und Suppen bis hin zu  hochkalorischen  kleineren Portionen fĂźr Menschen,   deren Appetit meist nicht allzu groĂ&#x;  ist. Auch Vorspeise-Suppen, Desserts







NatĂźrlich lecker!





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und Kuchen hält das DRK bereit. Wer vegetarisches Essen bevorzugt oder auf besondere Ernährung beziehungsweise Unverträglichkeiten achten muss, der findet ebenfalls eine breite Auswahl an Mahlzeiten. â&#x20AC;&#x17E;Es gibt nichts, was es nicht gibtâ&#x20AC;&#x153;, sagt DRK-Mitarbeiterin Roswitha

StĂźck erstellt werden. Das DRK bietet jedoch auch fertig gepackte Wochenkartons zum Preis von 48 Euro an. Auch fĂźr den spontanen Bedarf â&#x20AC;&#x201C; etwa bei plĂśtzlicher Krankheit oder Abwesenheit der AngehĂśrigen â&#x20AC;&#x201C; kĂśnnen Mahlzeiten spontan bestellt werden. â&#x20AC;&#x17E;Den GroĂ&#x;teil der im Speiseplan angebotenen Mahlzeiten haben wir direkt auf Lagerâ&#x20AC;&#x153;, sagt Roswitha Uibel. Der Einzelpreis fĂźr die Essen liegen bei tiefgekĂźhlter Ware bei 5,10 Euro und 6,30 Euro fĂźr ein warmes Essen. Rund 200 Kunden betreut der DRKMahlzeitenservice derzeit in Pforzheim und im Enzkreis. Sieben Autos sind täglich unterwegs, um die Kunden mit warmen oder tiefgekĂźhlten Speisen zu beliefern. â&#x20AC;&#x17E;Unsere Mitarbeiter bringen das Essen nicht ein-









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Sie hilft Interesgerne, das fĂźr sie passende MenĂź auszusuchen. Je nach Jahreszeiten gibt es besondere Aktionen wie etwa die Wild wochen oder das Thema Oktoberfest mit deftigen Schmankerln. Ein Speiseplan kann fĂźr bis zu sechs Wochen am

fach nur an die TĂźr, sondern direkt zum Kunden an den Tisch. Dass dabei auch fĂźr ein Gespräch ein paar Minuten Zeit sind, ist fĂźr uns selbstverständlichâ&#x20AC;&#x153;, betont Roswitha Uibel. FĂźr ein besonderes Geschenk stellen die Mitarbeiter auch gerne MenĂźGeschenkgutscheine aus.


SPPS Pforzheim:

Feierliche Übergabe der Europässe bei ungarischer Examensfeier Am 27.06.2014 fanden in Szekszard die Feierlichkeiten der Examensverleihung von ungarischen Krankenpflegerinnen und Krankenpflegern statt. In diesem Zuge übergab Frau Susanne Pletowski den Absolventinnen und Absolventen die Europässe, welche diese durch ein mehrwöchiges Praktikum in Deutschland erlangt hatten. Dieses Praktikum war ein Teil eines deutsch-ungarischen Projektes. Hierbei handelt es sich um ein Berufsbildungsprogramm, bei dem ungarische Auszubildende der Krankenpflegeschule Szekszard die Möglichkeit erhalten, Einblicke in deutsche Einrichtungen des Gesundheitswesens und der Altenpflege zu erlangen. Initiatorin und Projektleiterin des Austauschprogramms ist Frau Susanne Pletowski. Frau Pletowski gründete 1994 die erste ambulante Pflegeeinrichtung der heute fünf Standorte umfassenden Firmengruppe von SPPS. SPPS ist mit inzwischen 200 Mitarbeiter/innen zu einer der größten ambulanten Pflegeeinrichtungen im Südwesten Deutschlands gewachsen. SPPS nutzte als Mitgestalter des Projektes all seine Netzwerke und Arbeitskreise und konnte so den Teilnehmern durch die langjährig bestehenden Kooperationspartnerschaften im stationären Bereich ein breites Spektrum an Einsatzorten bieten. In der Vorbereitung und Umsetzung des Austauschprogramms war es besonders wichtig, ein breit gestreutes Spektrum zu erfassen und sowohl fachlich, als auch in der Gestaltung der Freizeit den Teilnehmerinnen und Teilnehmern ein umfangreiches Gesamtpaket zu bieten. Bei der aktuellen Abschlussklasse handelt es sich bereits um den zweiten Ausbildungsjahrgang, der im September 2013 ein derartiges Praktikum in Deutschland absolvierte. Vor dieser Gruppe waren bereits im März 2013 12 ungarische Schülerinnen und Schüler sowie 2 Lehrkräfte zu Besuch in Deutschland. Alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer erhielten bei diesen Besuchen die Möglichkeit, sowohl eine Klinik, Seniorenheime und einen ambulanten Pflegedienst aktiv zu erleben und in die täglichen Aufgaben und Tätigkeiten eingebunden zu werden. Nach insgesamt 14 Tagen fand ein Wechsel der Einrichtung statt, sodass jeder Teilnehmer in al-

len Einsatzbereichen eingesetzt wurde. Nach jedem Einsatzwechsel fand eine gemeinsame Reflexion statt, um die Erfahrungen auch direkt mit pflegetheoretischen Hintergründen zu festigen. In der Theorie wurden zusätzlich Themen wie beispielsweise Pflegetheorien, Pflegediagnosen, Pflegestandards, Gesundheitswesen in Deutschland, Pflege bei dementieller Erkrankung, Palliativpflege und gesundheitsspezifischer Deutschunterricht angeboten und in der Praxis angewandt und vertieft. Für die Freizeitgestaltung wurden sowohl Outdoor- als auch Indooraktivitäten ausgewählt. Bei den Ausflügen wurden sowohl die Interessen der Teilnehmer, als auch kulturelle und interkulturelle Aspekte einbezogen, die sich durch die geographische Lage – u.a. auch einen Besuch nach Frankreich (Straßburg) – darstellen. Zum Abschluss des Projektes wurde auch ein gemeinsamer Besuch der Altenpflegemesse 2013 in Nürnberg mit allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern organisiert. Der Zusammenhalt der Gruppe wurde durch weitere gemeinsame Aktivitäten wie Schlittenfahren, Kochen,

einen Kino- und Schwimmbadbesuch gefestigt. Finanziell gefördert wurde das Berufsbildungsprogramm durch das „Leonardo-Da-Vinci-Programm“ der Europäischen Union mit 25.000 €. Das Programm unterstützt und ergänzt die Berufsbildungspolitik der teilnehmenden Staaten und fördert zum einen europäische Bürgerinnen und Bürger beim Erwerb internationaler Kompetenzen und zum anderen trägt es durch europäische Modellversuche sowie durch den Transfer bereits entwickelter Produkte und Verfahren zu Innovation und Verbesserung der Berufsbildungssysteme und -praxis bei. Dieses Programm wird seit 2014 zusammen mit anderen EUAustauschprogrammen unter dem Namen „Erasmus+“ fortgeführt. Weitere Besuche und Praktika von ungarischen Krankenpflegeschülerinnen und -schülern sind bereits geplant, und eine weitere Gruppe wird im September 2014 für 6 Wochen nach Deutschland kommen.

Susanne Pletowski, Pflegedienst SPPS.


Aktivitäten &

Gerda Görnemann 1. Vorsitzende

Dieter Müller, Architekt 1. Vorsitzender Wohnberatung & Seniorenfr. Service

Herta La Delfa 2. Vorsitzende

Bärbel Grötzinger 2. Vorsitzende Engagement im Alter

Norbert Poff Schatzmeister

Ruth König Theater-Service

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DER KREISSENIORENRAT ENZKREIS – STADT PFORZHEIM E.V. ist ein Informations- und Beratungszentrum für ältere Menschen sowie Menschen mit Behinderungen. Er arbeitet in Kooperation mit dem Landesseniorenrat und der Bundesarbeitsgemeinschaft der Seniorenorganisationen. Der KSR vermittelt Hilfe im Alter und fördert die Meinungsbildung und den Erfahrungsaustausch auf sozialem, wirtschaftlichem, kulturellem, politischem und gesellschaftlichem Gebiet. In der zentral gelegenen Geschäftsstelle steht ein dynamisches Büroteam für Auskünfte, Informationen und Beratungen zur Verfügung. Das Spektrum der Angebote ist breit gefächert. Es reicht von Beratungen und Begleitungen im umfangreichen Bereich „Altersgerechtes Wohnen“ über das Thema „Patientenverfügung“ bis zu den „PC-Schnupperkursen“, dem Fahrsicherheitstraining für Senioren, dem Rollatoren-Training, den vielseitigen Vorträgen und Veranstaltungen bis zum alljährlichen „Sterntreffen“. Er prüft Einzelhandel und Dienstleister und zertifiziert diese Institutionen zum Thema „Seniorenfreundlicher Service“. Da werden Kino- und Theaterbesuche organisiert, und bei der Gruppe „Seniorentheater“ können die künstlerischen Fähigkeiten unter Beweis gestellt werden. Kurz zusammengefasst, der KSR unterstützt qualifiziert die Anliegen älterer Menschen. Die zahlreichen Seniorentreffs- und Clubs, Vereine, kirchlichen und gemeinnützigen Gruppen, aber auch interessierte Einzelmitglieder, finden hier ein Forum, in dem sie sich austauschen können. SENIORENKINO IM REX an jedem zweiten Mittwoch des Monats findet im Rex-Kino eine Kinoveranstaltung für Senioren statt. Hierfür wird ein besonders qualifizierter Film aus dem aktuellen Programm gewählt. Anschließend trifft man sich zu einer gemeinsamen Kaffeestunde. Informationen werden in

der Presse rechtzeitig bekannt gegeben oder sind beim KSR zu erfragen. AKTIV UND ENGAGIERT – AUCH IM ALTER Das Fahrsicherheitstraining für Senioren ist inzwischen ein fester Bestandteil im Jahresprogramm des KreisSeniorenRats. Die Kurse, die der KreisSeniorenRat gemeinsam mit der Verkehrswacht seit nunmehr drei Jahren durchführt, erfreuen sich einer großen Nachfrage. Es gibt sogar einige Teilnehmer, die als „Wiederholungstäter“ dabei sind. Teils weil sie überzeugt sind, dass eine Auffrischung nach zwei Jahren nicht schaden kann, teils, weil sie ihr Fahrkönnen auch mit dem Zweitwagen testen wollen.

Am 28. März 2014 war es wieder soweit. 12 Senioren waren auf dem Messplatz in Pforzheim am Start und haben unter Anleitung von qualifizierten Trainern der Verkehrswacht ihr Können verbessert. Schwerpunkte des Fahrtrainings waren unter anderem Gefahrenbremsungen aus verschiedenen Geschwindigkeiten auf trockener und nasser Fahrbahn, Ausweichen vor Hindernissen, Slalom-, Vor- und Rückwärtsfahren, sowie Wenden und Einparken auf engem Raum.

Erstmals war auf Initiative des KreisSeniorenRats auch eine Sporttherapeutin mit von der Partie. Vanessa

Striebing von der TG Stein zeigte den Teilnehmern Übungen zur Erhaltung und Verbesserung des Reaktionsvermögens und der für das Autofahren wichtigen körperlichen Beweglich-

keit, wie z. B Kopf drehen, über die Schulter schauen, Mobilität im Schulter- und Hüftbereich. Bei der „Seniorenaktion – Autofit“ des KreisSeniorenRats wird auf diese Aspekte der Fahrtüchtigkeit ganz besonders hingewiesen. Zum einen, weil Reaktionsvermögen und Beweglichkeit für die Fahrsicherheit sehr wichtig sind, aber auch, weil speziell ältere Fahrer in diesen Bereichen durch regelmäßiges Training etwas für ihre Fahrtüchtigkeit tun können. Fazit: Am Ende des 3-stündigen Trainings war die Resonanz der Senioren durchweg positiv. Sie haben nicht nur einiges dazu gelernt. Es hat den Teilnehmern auch richtig Spaß gemacht. THEATERKARTEN Entsprechend einer Vereinbarung mit dem KSR gibt es beim Stadttheater Pforzheim pro Spielzeit vier vergünstigte Seniorenvorstellungen. Informationen über Programm und Termine sind in der Geschäftsstelle des KSR zu erhalten. Die bereits bekannten Theaterbesucher werden rechtzeitig informiert. Der Kostenbeitrag beträgt 5 Euro. Kontakt: Ruth König. Für alle Veranstaltungen sind rechtzeitige Anmeldungen erforder-


Veranstaltungen lich! Bestellungen für die Theaterkarten erfolgen über die Geschäftsstelle des KSR. DIE WOHNBERATUNG DES KSR Viele Wohnungen werden den Anforderungen im Alter nicht mehr gerecht. Häufig ist es aber möglich, mit einfachen Mitteln und geringem Aufwand die Wohnung altengerecht auszustatten, um einen Umzug in ein Heim zu vermeiden. Die Wohnberatung bietet älteren und behinderten Menschen Informationen, persönliche Beratung und individuelle Hilfen zu: • allen Fragen des barrierefreien Wohnens • zu Fragen der Wohnraumanpassung, z.B. bauliche oder technische Veränderungen bei Einschränkungen im Gehen, Installation von Handläufen, rollstuhlgerechte Nasszellen • zu Fragen der Unterstützung durch medizinische und technische Hilfsmittel, z.B. Installation eines Badewannenlifters, Benutzung von unterschiedlichen Gehhilfen • zu Fragen der wohnraumbedingten Sicherheit, z.B. Hausnotrufsystem, Sicherheitsvorkehrungen im Sanitär- und Küchenbereich • zu Fragen der Finanzierung der oben genannte Maßnahmen Kontakt: Telefon 0 723 1-35 77 14. Öffnungszeiten: Montag bis Freitag 10 bis 12 Uhr oder nach Terminvereinbarung PC-SCHNUPPERSTUNDEN Es ist keine Frage des Alters mit einem Computer, dem Internet und allen gängigen Programmen, wie MS Word, MS Excel und vielen anderen Software-Programmen umzugehen. Alle interessierten Seniorinnen und Senioren sind herzlichst eingeladen, sich das Medium Computer und dessen Möglichkeiten im Zusammenspiel mit dem Internet zu erschließen. Der KreisSeniorenRat Pforzheim er-

FÜR ALLE VERANSTALTUNGEN SIND RECHTZEITIGE ANMELDUNGEN ERFORDERLICH! Geschäftsstelle KreisSeniorenRat Enzkreis – Stadt Pforzheim e.V. • Ebersteinstr. 25 (Ecke Salierstraße), 75177 Pforzheim • Tel. 0 72 31/3 27 98 oder Fax 0 72 31/35 77 08 • info@kreisseniorenrat-pf.de · www.kreisseniorenrat-pf.de

möglicht das Kennenlernen des Computers mit der Einrichtung der PCSchnupperstunden. Sie sind immer gut besucht und werden zu unterschiedlichen Software-Themen, wie zum Beispiel: „E-Mail und Sicherheit im Internet“, „Fotobücher“ oder „Bilder, Digitalkamera und PC“, etc. angeboten. PC-Neueinsteigern/-Anfängern bietet sich 1x im Monat für je 2 Stunden die Möglichkeit, an diesen PCSchnupperstunden teilzunehmen. Ehrenamtlich werden diese von Kerstin Müller, KM-Computerhilfe & Kurse, geleitet. Gerne hilft sie dabei, sich mit den Grundlagen und Begriffen dieser neuen Technik vertraut zu machen und eventuell vorhandene Berührungsängste abzubauen. Das Interesse, im Anschluss an die PC-Schnupperstunden, „zu Computern“ ist groß. Sehr häufig wird im Anschluss nach entsprechenden Kursangeboten gefragt. Es gibt einige gute Kursanbieter, die Sie einfach nach Ihren jeweiligen Anforderungen und Wünschen entsprechend auswählen.

Wie beim Erlernen einer Sprache sollten Sie sich die entsprechenden Grundkenntnisse in einem Kurs aneignen und sie festigen. Das schafft Vertrauen in die Technik und baut unnötige Berührungsängste ab. Die PC-Schnupperstunden finden regelmäßig in den Schmuckwelten im 6. Obergeschoss statt. Die aktuellen Termine erhalten Sie auf Anfrage beim KreisSeniorenRat oder aus der Tagespresse. Eine Anmeldung ist unbedingt erforderlich. Für die Teilnahme an den PC-Schnupperstunden, ist ein Beitrag von 5 Euro an den KreisSeniorenRat zu entrichten.

THEATERGRUPPE EULENSPIEL Seit 2010 probt die lebenslustige Truppe des Seniorentheaters EulenSpiel im Kulturhaus Osterfeld in Pforzheim. Die Gruppe besteht aus durchschnittlich 12 Mitgliedern im Alter zwischen 61 und 86 Jahren.

Ilse Kästner Seniorenfr. Service

Waltraud Bopp Bürotätigkeiten

Wichtig war der Regisseurin und Gruppenleiterin Bärbel Gerstenäcker kein „Rentnertheater“ zu machen, sondern anspruchsvolles Amateurtheater, nur eben mit Senioren. So zeigen sich die „Eulen“ stets ehrgeizig, aufgeschlossen und lernbegierig neuen Methoden gegenüber. Zu alt, um etwas Neues auszuprobieren? Niemals! Dass sie an den Texten für ihre Stücke mitarbeiten, ist nicht nur für die Regisseurin zur Selbstverständlichkeit geworden. Kreativ von Schnabel zu Kralle ist jede der Eulen. Die einen bringen das durch selbstgeschriebene Texte zum Ausdruck, andere tanzen auf der Bühne. Wichtig ist der Truppe im Probenprozess immer auch ihr gegenseitiges Feedback. Professionell betrachten sie sich szenenweise von außen, loben sich gegenseitig und üben Kritik. Das Stück „Zur Nachteule“ist noch an folgenden Tagen im Kulturhaus Osterfeld zu erleben: • Samstag, 11. Oktober, 18.00 Uhr; • Sonntag, 12. Oktober, 15.00 Uhr; • Dienstag, 14. Oktober, 16.00 Uhr.

Ingrid Pälmer Wohnberatung

Kerstin Müller Computerhilfe

Barbara Krauß Beisitzerin

Dr. Angela Ulrich Beisitzerin

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www.kreisseniorenrat-pf.de Der italienische Tenor Michele Ferracane begeistert das Publikum

Auch diese lustigen Puppen gehören zum attraktiven Austellungspotential.

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SENIOREN SCHAFFEN SCHÖNES Beginnen wir beim Bericht über die Aktivitäten der vergangenen Monate mit dieser 6-tägigen Veranstaltung, die seit 35 Jahren zum jährlichen Standardprogramm gehört. Nun, 35 Jahre ist zwar noch keine Jubiläumszahl, aber in unserer schnelllebigen Zeit des Wechsels und der Veränderungen bekommt die Lebensdauer von Üblichkeiten einen neuen Stellenwert. Hier sind die Gegebenheiten allerdings etwas anders. Die Senioren werden älter, bleiben länger beweglich, also können sie auch länger Schönes schaffen. War die Veranstaltung in den frühen Jahren eine reine Besichtigung der Ausstellungstücke, so sind im Laufe der Jahre viele schmükkende und attraktive Unterhaltungsthemen hinzugekommen. Das tägliche Rahmenprogramm bietet zahlreiche unterschiedliche Attraktionen, die nachmittäglichen Kaffeestunden beginnen bereits in den späten Vormittagsstunden – und viele gewinnen bei Tombola und Ratespielen. Da zeigen die Bewohner der Seniorenheime, dass sie sehr wohl in der Lage sind, liebenswerte Einzigkeiten herzustellen, da präsentieren die noch aktiv-selbständigen Senioren ihre gedrechselten, gebastelten, geknüpften oder gemalten individuellen Geschenke, da ist das Spinnrad wieder aus alter Zeit hervorgeholt und die Puppendoktorin repariert während der Ausstellung die beschädigten Patienten. Ab 14 Uhr gibt es Kaffee und selbstgebackenen Kuchen, und es gibt täglich zahlreiche interessante Vorstellungen. Das Seniorenorchester der Pforzheimer Jugendmusikschule unter der Leitung von Wilfried Staiger begeistert mit klassischer Musik, Gisela Stork liest „Geschmunzeltes“, Ruth Köhler „Lächerlichkeiten“ , Badischer Mundartpreisträger Wolfgang

Müller präsentiert Sprachliches, und die Autorengruppe „Federleicht“ liest aus eigenen Werken. Die Städtische Musikschule Neuenbürg überzeugt durch solistischen Leistungen ihrer kleinen und großen Schüler, „Lebe Balance“ ist das Vortrags- und Anwendungsthema der AOK, das Bilfinger Gitarrenorchester spielt zum Mitsingen auf, und der Tanzkreis Andrea Überall-Schulze lädt zum Mittanzen ein. Der Ersinger Orgelmann

cane. Mit dem gewaltigen Potential seiner Stimme und der Auswahl seiner mitreißenden und bekannten italienischen Lieder war er der Star der Stunde. Mit dem Titel „Mode bequem“ hatte die Modenschau und Verkaufsausstellung Renate Hildbrand das letzte Wort.

Die Kleinen und Großen der Musikschule Neuenbürg zeigen in solistischen Darstellungen ihr musikalisches Können.

Holzarbeiten in allen Variationen, ob zum Spiel, zum Gebrauch oder zur Dekoration. Eine große Auswahl ist gezeigt.

Bewegung tut Not. Der Tanzkreis Andrea Überall-Schulze lädt zum Mittanzen ein, und alle machen fröhlich mit. Das Bilfinger Gitarrenorchester hat eine lange Liste von Volksliedern auf dem Programm, und alle singen mit.

Abschlusszeremonie: Herta La Delfa beim Verteilen der Ausstellerurkunden. Die Gäste genießen das Programm bei gemütlicher Kaffeestunde mit selbstgebackenem Kuchen.

Das Seniorenorchester der Jugendmusikschule hier bei der Generalprobe für das Nachmittagskonzert.

Gregor Schraier entlockte seinem Leierkasten, im Wechsel mit Helmut Hanel mit dem Akkordeon, viele bekannte Lieder. Musikalischer Höhepunkt war der Tenor Michele Ferra-

Die Ausstellung „Senioren schaffen Schönes“ ist Aufruf und Information an alle „Ruheständler“, die nach dem Ende ihrer arbeitsreichen Lebensphase daran erinnert werden sollen: „Eine aktive Ruhezeit ist es, die das Alter lebens- und liebenswert erhält. Dazu gibt es auch im Rahmen einer derartigen Ausstellung zahlreiche Anregungen und Informationen. Gehen wir auf Entdeckungsfahrt, bleiben wir neugierig und geben wir unseren grauen Zellen die Information, dass sie noch sehr lange gebraucht werden.“


AOK Pforzheim:

AugenBLICKE erleben „Oh Augenblick, verweile doch!“ Dieses Zitat von Johann Wolfgang von Goethe aus Faust I beschreibt besonders schön, was die Besucher bei den Naturpark-AugenBLICKEN erwartet. „Was ist das für ein Berg?“, „Wie heißt die Burg dort drüben?“ Wie oft fallen diese Fragen bei Einheimischen oder Gästen, die gerade eine schöne Aussicht genießen? Sicher millionenfach, denn Landschaften und ihre Besonderheiten, bieten immer Gesprächsstoff. Brandneu sind die Naturpark-AugenBLICKE in Deutschlands größtem Naturpark. Diese ganz besonderen Aussichtspunkte sind jeweils mit Sitzbank, kleinem Tisch und beschrifteter Panoramatafel ausgestattet, deren Gestaltung an das Naturpark-Logo angelehnt ist.

Zu jedem AugenBLICK gehört auch eine „AugenBLICK-Runde“, eine Rundwanderung, die auf einheitlich beschilderten Wegen zum AugenBLICK und wieder zurück zum Ausgangspunkt führt. Zwischendurch lädt nicht nur der Aussichtspunkt selbst, sondern auch Gastronomen entlang des Weges zur Rast ein. Die AugenBLICKE im Naturpark

Schwarzwald Mitte/Nord können auch virtuell besucht werden. Im Internet unter www.naturpark-augenblicke.de kann man sich einen Vorgeschmack auf das einholen, was einen beim AugenBLICK erwartet. Das Besondere: Mit der modernen Gigapixel-Technik wurde vom je-

weiligen AugenBLICK aus ein hochauflösendes 360Grad-Panoramafoto der umliegenden Schwarzwaldlandschaft aufgenommen. Besucher der Website können sich bis ins kleinste Detail in die Bilder hineinzoomen. So lässt sich sogar die Uhr-

zeit auf der Kirchturmuhr ablesen. Am schönsten ist es aber immer noch, die AugenBLICKE nicht vom heimischen Sofa aus, sondern vor Ort zu erleben, ganz egal ob in Loßburg, Pfalzgrafenweiler oder Sasbachwalden. Der Bad Wildbader AugenBLICK, der auf der Panoramaterrasse der Sommerbergbahn zu finden ist, bietet übrigens noch ein weiteres Highlight für seine Besucher: den WebFotoPoint. Durch Knopfdruck kann man vor der Kulisse des Enztals ein Foto von sich selbst machen und dieses direkt am Smartphone oder zu Hause am Computer unter www. bad-wildbad.de/fotopoint anschauen, runterladen oder sogar an Bekannte verschicken. Ein ganz besonderes Andenken.

„Wie schenk ich mir ein bisschen mehr Aufmerksamkeit?” Mit der AOK-Gesundheitsaktion stärker durchs Leben. Erfahren Sie mehr – auch über sich: Lebe-Balance.de AOK-DirektService 07441-9328415 AOK – Die Gesundheitskasse Nordschwarzwald KundenCenter Pforzheim, Zerrennerstr. 49, 75172 Pforzheim

Zitat Uwe Renz: „In unserer großen Gesundheitsaktion ,Lebe Balance’ geht es darum, wieder achtsamer zu sein und die Aufmerksamkeit auf den Moment zu richten. Die AugenBLICKE des Naturparks bieten dazu eine gute Gelegenheit. Bewegen, ausspannen und einfach mal die Gegenwart genießen.“

Jetzt im Handel! Das Buch zur großen AOK-Gesundheitsaktion Lebe Balance: mit vielen nützlichen Tipps und Übungen.


Fachapotheker Wolfgang Reichert:

Die Arzneimittel-

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Ein Medikament soll unsere Beschwerden heilen oder zumindest lindern. Doch Arzneimittel können auch unerwünschte Wirkungen hervorrufen. Zu den seltenen, aber potenziell gefährlichen Nebenwirkungen gehören die Arzneimittelallergien.

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In den meisten Fällen kommt es dabei zu Hautveränderungen in Form eines juckenden Ausschlages (Arzneimittelexanthem). Es können jedoch auch alle anderen Symptome einer Allergie auftreten, von Schnupfen über Asthmaanfälle bis hin zu einem lebensbedrohlichen allergischen Schock. Wer nach der Einnahme eines Medikamentes solche Symptome an sich beobachtet, sollte unbedingt einen Arzt aufsuchen. Der dreijährige Phillip zum Beispiel stellte sich mit einem stark juckenden Ausschlag am ganzen Körper in der Notfallsprechstunde vor. Ursache war ein Antibiotikum, das er zur Behandlung einer fieberhaften Mittelohrentzündung drei Tage lang eingenommen hatte. Der Notfallarzt verschrieb ein neues Antibiotikum sowie einen juckreizstillenden Saft (Antihistaminikum) zur Behandlung der Allergie. Gerade bei Kindern kann es schwierig sein, ein Arzneimittelexanthem

von einem Masern- oder anderem Virusexanthem zu unterscheiden. Unklare Hautausschläge sollten daher immer von einem Facharzt abgeklärt werden, sagt der Kinderarzt und Allergologe Dr. Wolfgang Rebien, Präsident des Ärzteverbandes Deutscher Allergologen (ÄDA). Mit Arzneimittelallergien zum Allergologen Bei Verdacht auf eine Arzneimittelallergie sollte frühestens zwei Wochen nach dem Rückgang der Beschwerden, jedoch möglichst innerhalb der nächsten sechs Monate, eine Allergietestung bei einem auf Allergien spezialisierten Arzt durchgeführt werden. In einigen Fällen ist es möglich, mit Hilfe verschiedener Haut- und Bluttests Hinweise auf die auslösende Substanz zu erhalten. Gewissheit bieten aber nur relativ aufwändige und nicht ganz ungefährliche Untersuchungen, bei denen der Patient das Medikament unter ärztlicher Überwachung noch einmal einnimmt, berichtet der Göttinger Allergologe und Dermatologe Professor Dr. Thomas Fuchs. Er kritisiert, dass für Deutschland auch von offizieller Seite keine Daten darüber verfügbar sind, wie hoch das Risiko für lebensbedrohlich verlaufende Arzneimittelallergien ist. Hier besteht dringender Handlungsbedarf, so Fuchs. Der Allergietest bringt Klarheit Relativ häufig werden Arzneimittelallergien von Antibiotika, Epilepsiemedikamenten und Schmerzmitteln ausgelöst. Auch sanfte Naturheilmittel wie Echinacea oder Kamille können Allergien hervorrufen. Gelegentlich stellt sich bei der allergologischen Diagnostik heraus, dass der Betroffene nicht auf den Wirkstoff des Arzneimittels, sondern auf einen sogenannten Hilfs- oder Zusatzstoff allergisch reagiert. Das kann ein Farb-, Aroma- oder Kon-


servierungsstoff sein. Die vermeintliche Penicillinallergie wird also unter Umständen gar nicht durch das Penicillin ausgelöst, sondern zum Beispiel durch einen Farbstoff in der Tablette. In diesem Fall ist die AllergieDiagnostik von großer Bedeutung, denn der Betroffene kann dann sehr wohl Penicillin einnehmen. Es muss nur die Tablette eines anderen Herstellers sein, die diesen Farbstoff nicht enthält, erklärt Fuchs. Allergiepass mitführen Es ist bei Arzneimittelallergien daher sehr wichtig, das Ergebnis der Allergietestung in einen Allergiepass eintragen zu lassen und diesen bei Arztbesuchen immer vorzulegen. Dann ist jeder Arzt in der Lage, ein

optimal wirksames und verträgliches Medikament herauszusuchen. Die wirksamste Therapie der Arzneimittelallergie besteht darin, die auslösende Substanz konsequent zu meiden. Die Betroffenen sollten neue Medikamente nur nach Rücksprache mit ihrem Arzt einnehmen. Menschen, die bereits einmal allergisch auf ein Arzneimittel reagiert haben, müssen auch bei allen anderen Medikamenten aufpassen. Sie besitzen ein zehnmal höheres Risiko, weitere Arzneimittelallergien zu entwickeln. Aspirin kann Asthmatiker atemlos machen Nicht in jedem Fall steckt hinter den Symptomen einer Arzneimittelaller-

gie aber eine echte allergische Reaktion. Es kann sich auch um eine so genannte Pseudoallergie handeln. Im Unterschied zur allergischen Reaktion, die gewöhnlich erst einige Tage nach der ersten Medikamenteneinnahme auftritt, kann es hier schon bei der ersten Einnahme zu Beschwerden wie Hautausschlag, Schnupfen oder Atemnot kommen. Ein Beispiel für eine Pseudoallergie ist ein durch das Schmerz- und Rheumamittel Acetylsalicylsäure (ASS) ausgelöstes Asthma bronchiale. In der Normalbevölkerung liegt das Risiko hierfür bei unter einem Prozent. Dagegen reagiert etwa jeder fünfte erwachsene Asthmatiker auf die Einnahme von ASS mit einem Asthmaanfall.

Foto: Thomas Zigann

Allergie

Wolfgang Reichert, Fachapotheker für Offizinpharmazie, ist seit 1980 selbstständiger Apotheker in Pforzheim.


Rechtsanwältin Isabel Hutter-Vortisch

Das Ehegatten-

Rechtsanwältin Isabel Hutter-Vortisch

Vielen Ehepaaren ist nicht bekannt, zu welchen Ergebnissen die sog. gesetzliche Erbfolge, d.h. Erben, wenn kein Testament vorhanden ist, führen kann. Das Erbrecht ist ein reines Verwandtenerbrecht, in dem der Ehegatte eine Sonderstellung einnimmt. Deshalb erbt der überlebende Ehegatte nach dem Gesetz nicht allein, wenn keine Kinder vorhanden sind, sondern, die Erben der sog. 2. Ordnung, also Eltern oder Geschwister des Erblassers und, falls die Geschwister bereits verstorben sind, deren Abkömmlinge, sind zu ¼ am Nachlass beteiligt, wenn die Ehegatten in Zugewinngemeinschaft gelebt haben. Diese oft ungewollte Folge kann durch ein Testament zugunsten des Ehegatten vermieden werden. Nur wenn es keinerlei Erben in der 1. und 2. Ordnung gibt, erbt der Ehegatte auch ohne Testament allein. Das gemeinschaftliche Testament ist nicht immer die richtige Wahl Nach dem Bürgerlichen Gesetzbuch dürfen Ehegatten gemeinsam ein Testament errichten, d.h., nur ein Ehegatte schreibt den gemeinschaftlich überlegten Text, der andere Ehegatte unterschreibt das Testament lediglich. Hierbei sollte allerdings beachtet werden, dass diese Testamentsform in anderen Ländern nicht üblich ist, so dass – sollte einer der Ehegatten nicht die deutsche Staatsangehörigkeit haben oder Vermögen, insbesondere Grundeigentum im Ausland vorhanden sein – zunächst zu klären ist, ob das gemeinschaftliche Testament die richtige Form hat und im Erbfall nicht zu Problemen führt. Der Inhalt des „Berliner Testamentes“ Der „Normalfall“ eines Ehegattentestamentes ist das sog. Berliner Testament. Dabei wird der länger lebende Ehegatte Erbe des Zuerstversterbenden und weitere Personen werden als Erben auf den zweiten Todesfall eingesetzt. Sollte es sich bei den Schlusserben auf den Tod des Längerlebenden um gemeinschaftliche Kinder handeln, sind diese, da der überlebende Ehegatte nach dem Tod des Zuerstversterbenden Alleinerbe wird, automatisch „enterbt“, können also nur ihr gesetzliches Pflichtteilsrecht geltend machen.

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Pflichtteilsstrafklausel und Stundung des Pflichtteils Um zu verhindern, dass die Kinder durch das Pflichtteilsverlangen den überlebenden Ehegatten in finanziel-

le Schwierigkeiten bringen, wird häufig in das Testament aufgenommen, dass ein Pflichtteilsberechtigter, der nach dem Tod des Erstversterbenden seinen Pflichtteil geltend macht, auch nach dem Tod des zuletztversterbenden Ehegatten nicht erbt, sondern wiederum nur den Pflichtteil erhält. Damit erhält ein Pflichtteilsberechtigter, der sich nicht an die Wünsche im Testament hält, jeweils nur die Hälfte der gesetzlichen Erbquote. Bei einer solchen Pflichtteilsstrafklausel sind jedoch verschiedene Fallkonstellationen zu beachten, denen meistens zu wenig Aufmerksamkeit geschenkt wird. Insbesondere sollte darauf geachtet werden, wie die Klausel formuliert ist, also, in welchen Fällen sie wirklich eingreift und ob es Möglichkeiten gibt, sollte sich der überlebende Ehegatte mit dem „untreu“ gewordenen Kind wieder versöhnen, die Enterbung für den zweiten Erbfall rückgängig zu machen. Häufig haben Ehegatten Angst, das Haus in dem sie wohnen im Erbfall verkaufen zu müssen, um die Pflichtteilsansprüche der Kinder befriedigen zu können. Sollte es sich bei dem Haus um den einzigen Vermögensgegenstand handeln und kein weiteres Vermögen vorhanden sein, aus dem sich der Anspruch befriedigen ließe, dann kann beim Amtsgericht Stundung des Pflichtteilsanspruches beantragt werden. Der Wiederverheiratungsfall Neben der Pflichtteilsstrafklausel ist auch darauf zu achten, dass geregelt

wird, was passieren soll, wenn der überlebende Ehegatte sich erneut verheiratet. Das Gesetz sieht vor, dass er binnen eines Jahres nach der Eheschließung das Ehegattentestament anfechten und damit hinfällig machen kann. Dieses Anfechtungsrecht kann auch von dem neuen Ehegatten ausgeübt werden. Bei der Formulierung des Ehegattentestamentes ist daher darauf zu achten, ob solche Anfechtungsmöglichkeiten ausgeschlossen werden sollen oder eventuell noch weitergehende Maßnahmen ergriffen werden sollen, um den Kindern den Nachlass zu sichern, in dem der überlebende Ehegatte im Falle der Wiederverheiratung die Kinder an der Substanz des Nachlasses des vorverstorbenen Ehegatten zu beteiligen hat. Sollten keine Kinder vorhanden sein, kommen Regelungen für den Wiederverheiratungsfall normalerweise dann in Betracht, wenn einer der Ehegatten den Hauptteil des Vermögens in die Ehe eingebracht hat und für den Fall seines Vorversterbens sicherstellen möchte, dass dieses nicht einem neuen Ehegatten zugute kommt. Es ist bei solchen Klauseln zu beachten, dass diese nicht zum absoluten Ehehindernis werden, dadurch könnte die Klausel unwirksam werden, oder der überlebende Ehegatte entscheidet sich gegen eine Wiederverheiratung. Die Abänderung des Testamentes Weiterhin sind die Abänderungsmöglichkeiten zu bedenken. Falls beide Ehegatten noch leben, können sie das Testament gemeinsam ändern, wenn sie sich einig sind. Sobald einer der Ehegatten nicht mehr in der Lage ist, Änderungen vorzunehmen, durch Demenz oder andere seine Testierfähigkeit beeinträchtigende Krankheiten, ist die Änderung nur noch durch den vollständigen Widerruf des Testamentes möglich, was jedoch zur Folge hat, dass der nicht mehr testierfähige Ehegatte kein neues Testament mehr abfassen kann, nach ihm also die gesetzliche Erbfolge gilt. Hier


Testament muss der andere Ehegatte gut abwägen, wie er weiter vorgehen möchte. Aber auch Änderungen nach dem Tod eines Ehegatten vorzunehmen, kann schwierig sein, da die in einem Ehegattentestament getroffenen Verfügungen häufig mit dem Tode des ersten Ehegatten eine solche Bindungswirkung entfalten, dass der überlebende Ehegatte sie kaum aufheben kann. Deshalb sollten Ehepaare, die ein gemeinsames Testament abfassen, in dieses Testament eine Abänderungsklausel aufnehmen. Solche Abänderungsklausel ist auf den jeweiligen Bedarf abzustimmen und kann eine generelle Abänderungsmöglichkeit für den überlebenden Ehegatten beinhalten, so dass er ein komplett neues Testament erstellen kann. Sie kann aber auch nur die Möglichkeit eröffnen, bezüglich der zu Schlusserben eingesetzten Kinder, die Erbquoten abzuändern oder auf Katastrophenfälle in deren Familien zu reagieren. Häufig nicht bedacht: die Ersatzerben Viele Ehegatten, insbesondere wenn keine Kinder vorhanden sind, überlegen den Fall, dass die auf den Tod des letztversterbenden Ehegatten eingesetzten Erben vorher versterben, nicht. Dadurch läuft das Testament auf den Tod des Längstlebenden ins Leere, nach ihm gilt die gesetzliche Erbfolge, obwohl dies häufig nicht gewollt ist. Insoweit sollten die Ehegatten überlegen, wer als Ersatzerbe in Betracht kommt. Sollte es sich dabei um eine oder mehrere caritative Organisationen, auch z.B. Stiftungen, handeln, ist es sinnvoll, für diesen Fall einen Testamentsvollstrecker einzusetzen. Der Testamentsvollstrecker Zum Testamentsvollstrecker kann der Erblasser in seinem Testament jede Person bestimmen, zu der er das Vertrauen hat, dass sie den Nachlass in seinem Sinne regelt. Aufgaben eines Testamentsvollstreckers können ins-

besondere sein, für die Bestattung zu sorgen, den gesamten Nachlass abzuwickeln und den verbleibenden Geldbetrag den jeweiligen Erben zur Verfügung zustellen. Er kann darüber hinaus aber auch dazu verpflichtet werden, zu überwachen, dass im Testament genannte Zwecke, die von den Erben zu erfüllen sind, auch wirklich erfüllt werden. Die Testamentsvollstreckung ist bereits im Testament anzuordnen, nur dann kann eine Person als Testamentsvollstrecker tätig werden. Patchworkfamilien Auch die Familienverhältnisse, insbesondere, ob alle Kinder aus der gemeinsamen Ehe stammen, ist von entscheidender Bedeutung. Eltern in Patchwork-Familien sind erbrechtlich zu besonderer Aufmerksamkeit aufgerufen. Betroffen sind die Familien, in denen wenigstens einer der Partner Kinder aus einer früheren Verbindung in eine Ehe einbringt. Vielen ist gar nicht bewusst, dass solche Familienverhältnisse für den Erbfall einer besonderen Vorsorge bedürfen, damit gewährleistet ist, dass sowohl der Partner als auch die Kinder zu ihrem Recht kommen. Hier ist das Berliner Testament, in den meisten Fällen nicht geeignet, da durch diese Testamentsform die Kinder des Zuerstverstorbenen quasi gezwungen sind, ihren Pflichtteilsanspruch geltend zu machen. Auch besteht häufig das Interesse, den leiblichen Kindern den eigenen Nachlass zuzuwenden, ohne die Kinder des anderen Ehegatten daran teilhaben zu lassen, insoweit ist die Regelung von Vor- und Nacherbschaft, oder eine Erbeneinsetzung der eigenen Kindern mit Nießbrauchsbestellung für den überlebenden Ehegatten häufig eine Möglichkeit die gewünschte Verteilung zu erreichen.

Die Erbschaftsteuer Abschließend noch ein Blick auf die nach der Erbschaftsteuerreform für Ehegatten geltenden Steuersätze: Für Ehegatten liegt der Steuerfreibetrag derzeit bei 500.000 EUR. Das bedeutet, dass zwischen Ehegatten Vermögenstransfers bis zur Höhe von 500.000 EUR in einem Zeitraum von 10 Jahren steuerfrei sind. Sind seit der letzten Schenkung mehr als 10 Jahre vergangen, kann der Ehegatte weitere 500.000 EUR steuerfrei erben. Eine interessante Regelung betrifft das so genannte „selbst genutzte Familienheim“. Erbt der Ehegatte das bisher gemeinsam bewohnte Haus und bleibt er für einen Zeitraum von 10 Jahren in dem Haus wohnen, so ist der Erwerb des Hauses erbschaftssteuerlich neutral. Das Haus kann somit zusätzlich zu Vermögenswerten in Höhe des Freibetrags geerbt werden, ohne dass Steuer anfällt. Eine Übertragung des gemeinsam genutzten Hauses zu Lebzeiten beider Ehegatten an den anderen Ehegatten war bisher schon steuerneutral und bleibt es auch. Sollte im Erbfall der überlebende Ehegatte innerhalb der 10-Jahresfrist das Haus nicht mehr bewohnen können, weil er zum Pflegefall wird, wird die Erbschaftsteuer nicht nacherhoben.


Die Sparkasse Pforzheim Calw:

Sparkasse gibt Impuls für die Region Zum Start ElektroEinen vielbeachteten Impuls für die Region gab die Sparkasse Pforzheim Calw in Sachen Elektro-Mobilität: Sie stattet in einem ersten Schritt die vier großen Standorte Pforzheim, Mühlacker, Calw und Nagold mit E-Zapfsäulen aus, an denen Kunden, Gäste und Touristen Strom tanken können. Und der hauseigene Fahrzeug-Pool wurde mit ElektroMobilen und mit Erdgas betriebenen Fahrzeugen umweltfreundlich aufgerüstet. Der Öko-Strom wird von den regionalen Lieferanten Stadtwerke Pforzheim, Stadtwerke Mühlacker und Energieversorgung Calw (ENCW) kostenlos zur Verfügung gestellt. Auch die Träger der Sparkasse (Enzkreis, Landkreis Calw und Stadt Pforzheim) werden jeweils Zapfsäulen für die Bürger installieren. In

Präsentierten in Calw eine von zunächst vier Elektro-Zapfsäulen der Sparkasse: v.l. der stellvertretende Vorstandsvorsitzende Hans Neuweiler, Vorstandsvorsitzender Stephan Scholl. Landrat Karl Röckinger (Enzkreis), der Pforzheimer OB Gert Hager, Landrat Helmut Riegger (Calw) und Vorstandsmitglied Hans-Heiner Bouley.

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diesem Netzwerk sind außerdem der Regionalverband Nordschwarzwald, die Wirtschaftsförderung Zukunftsregion Nordschwarzwald GmbH und der Eigenbetrieb Wirtschaft und Stadtmarketing Pforzheim (WSP) vertreten. „E-Mobilität kann nicht von alleine gehen, da brauchen wir starke Partner“, betonte Enzkreis-Landrat Karl Röckinger bei der Präsentation der Initiative. Und der Calwer Landrat Helmut Riegger unterstrich, dass die

Initiative „total in die Linie des Kreises Calw“ passe. Natürlich wolle man mit diesem Impuls auch „dazu animieren, auf E-Mobilität umzusteigen“, bekannte Sparkassenchef Stephan Scholl. Die Sparkasse selbst hat für ihren Fahrzeug-Pool, der von Mitarbeitern mit Außenterminen genutzt wird,

drei Elektro-Smarts neu angeschafft, die an den drei Standorten Pforzheim, Calw und Mühlacker genutzt werden. Die Fahrzeuge sind weißrot lackiert, mit dem Logo der Sparkasse versehen und werden für Fahrten innerhalb des Nahbereichs eingesetzt. Sie können an jeder Haushaltssteckdose innerhalb von acht bis zehn Stunden aufgeladen werden. An den Schnell-Ladesäulen der Sparkasse dauert dies sogar nur eine Stunde. Es ist beabsichtigt, alle

28 Filialdirektion im Landkreis mit solchen E-Tanksäulen auszustatten. Bereits 2011 hat die Sparkasse das erste Auto mit Erdgasantrieb angeschafft. Wegen der guten Erfahrungen sind es heute fünf. Autos mit Erdgasantrieb haben einen deutlich geringeren CO2-Ausstoß und sind speziell auf langen Strecken deutlich günstiger im Unterhalt als herkömmliche Autos. Grundsätzlich arbeitet das führende Kreditinstitut in der Region in Sachen Nachhaltigkeit eng mit dem Sparkassenverband Baden-Württemberg zusammen. Erstmalig war es bei der Messe „Fair Trade“ Anfang April als Gast beim Stand des Verbandes vertreten. Diese renommierte internationale Messe zeigt global verantwortungsvolles und nachhaltiges Handeln in Wirtschaft, Finanzwesen, Tourismus und Konsum. Mit der Messeteilnahme macht die Sparkasse deutlich, dass Nachhaltigkeit bei ihr keine Modeerscheinung, sondern gelebter Bestandteil der Geschäftspolitik ist. Kurzum: Die Sparkasse Pforzheim Calw ist ökonomisch, ökologisch und sozial.


Tanksäulen in Pforzheim, Mühlacker, Calw, Nagold Die Sparkasse Pforzheim Calw gewann 2013 zum vierten Mal in Folge beim FOCUS MONEY CityContest die Auszeichnung „Beste Bank in Pforzheim“ sowie zum zweiten Mal das Prädikat „Beste Bank in Calw“. Diese Auszeichnungen bestätigen die hervorragende, ganzheitliche Beratung der Kunden. Nachhaltigkeit bedeutet für die Sparkasse Pforzheim Calw, wirtschaftlichen Erfolg mit den sozialen und ökologischen Grundlagen unserer Gesellschaft in Einklang zu bringen. Und mit der EnergiesparGeldanlage UmweltZins-Sparen bietet die Sparkasse ihren Kunden ja

auch seit 2011 die Möglichkeit, ihr Geld gezielt für private, gewerbliche und kommunale Vorhaben im Bereich Energie-Effizienz und im sozialen Bereich einzusetzen. So werden beispielsweise der Bau von Solaranlagen oder Wärmedämmungen bzw. die Anlage von Kinderspielplätzen ermöglicht. Bisher wurden insgesamt knapp 41 Millionen Euro gesammelt und in die Region investiert. Die Sparkasse Pforzheim Calw engagiert sich nicht erst seit kurzem für eine gesunde Umwelt, vielmehr hat sie dieses brandaktuelle Thema seit mehr als zwei Jahrzehnten auf

der Agenda. Bereits 1993 wurde sie mit dem Umweltpreis des Landes Baden-Württemberg ausgezeichnet. 2011 gewann die Sparkasse den „GreenIT Best Practice Award“ des Bundeswirtschaftsministeriums. Und jüngst erhielt die Sparkasse das GOGREEN Zertifikat der Deutschen Post. Es bescheinigt den Ausgleich der Menge Kohlendioxid, die bei der Beförderung der Briefsendungen im vergangenen Jahr verursacht wurde. Durch den Umstieg auf den Duplexdruck konnten bisher mehr als 1.200.000 Einzelblätter Kopierpapier im Gesamthaus eingespart werden.

Auch im Internet bestmöglicher Service Barrierefreies Online-Banking: Das Ziel, ihren Kunden den bestmöglichen Service zu bieten, ist ein wesentlicher Bestandteil der Geschäftsphilosophie der Sparkasse Pforzheim Calw. Folgerichtig wird bei der Gestaltung der Geschäftsstellen auf Barrierefreiheit geachtet und generell auf die Belange betagter und körperlich eingeschränkter Kunden Rücksicht genommen. Für Menschen mit beeinträchtigtem Sehvermögen gibt es nun ein auf ihre Möglichkeiten abgestimmtes Online-Banking. Auch bei der Weiterentwicklung des Online-Bankings werden die Standards für eine barrierefreie Gestaltung berücksichtigt. Die barrierefreie InternetFiliale beinhaltet die wichtigsten und am häufigsten genutzten Geschäftsvorfälle. Sie richtet sich hauptsächlich an sehbehinderte und sehschwache Menschen, Funktionsumfang und Darstellung sind daher stark reduziert. So bietet die so genannte „Internet-Filiale light“ große, gut lesbare Schriften und eine Funktion zur Umstellung des Farbkontrasts. Außerdem

Meine Sparkasse & ich eröffnen eine Filiale auf der Terrasse.

können sich Kunden von sogenannten „Screenreadern“ die Inhalte vorlesen lassen. Das direkte Ansteuern einzelner Bereiche ist per Tastenkombination möglich. (www.sparkassepforzheim-calw.de/barrierefrei) Folgende Funktionen sind im barrierefreien Online-Banking der Sparkasse nutzbar: • Finanzstatus • Umsatzanzeige • Anzeige IBAN/BIC • Einzelüberweisung • Terminüberweisung inkl. Kalenderfunktion • PIN ändern

Und wo hätten Sie Ihre Filiale gern? Regeln Sie Ihre Finanzen doch, wo Sie wollen: Bei uns haben Sie überall dort Zugriff auf Ihr Konto, wo Sie und Ihr Smartphone, Tablet oder PC auch gerade sind. Dank sicherem Online- und Mobile-Banking und den cleveren Sparkassen-Apps. Mehr zur großen Banking-Freiheit unter

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Prof. Dr. Ulrike Krenzlin

Das Drama des Schlossbau

Prof. Dr. Ulrike Krenzlin

Abb.1 (rechts): Schlüter. Allegorie der Diskretion. Relief an Fassade der Alten Post. Tondo. Um 1703. Sandstein. Ø 97cm. © Skulpturensammlung und Museum für Byzantinische Kunst. Staatliche Museen zu Berlin IN AE 225. Foto Antje Vogt Für das Postgebäude deutet Schlüter Allegorien neuzeitlich: das Studium, die Klugheit, Diskretion, Treue und Verschwiegenheit.

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Mein Leipziger Universitätslehrer Johannes Jahn behandelte die Barockkunst von 1600 bis 1750 mit feinsinniger Fachliebe. Zuerst den italienischen Barock mit Glanznamen wie Gian Lorenzo Bernini und Alessandro Algardi, den Barock in Österreich und dann die klassizistische Variante in Frankreich. Zum norddeutschen Barock kam nur ein kurzer Kommentar, ungefähr so: „Da gibt es Andreas Schlüter und das Berliner Schloss. Obwohl dieser hochbarocke Vierkantbau wie ein Gefängnis wirkt, ist er doch der bedeutendste Profanbau im protestantischen Norden.“ Wir sahen dann mit qualitätsvollen Alinari-Diaprojektionen an der Hörsaalwand Schlüters ungeheures Werk mit seiner fulminanten Außenhautplastik, die Reihung der dickbäuchigen Adler mit weitaufgespannten Flügeln an der Balustrade zur Lustgartenseite, muskulöse Karyatiden die kraftvoll vorspringenden Hofportale tragen, kühne Treppenläufe im Inneren, die alles Hergebrachte hintan setzen, den Wendelstein und die Reiterschnecke. Das Schloss erschien uns also unversehrt, obwohl es 1950 durch die DDR-Regierung gesprengt worden ist. In der Kunstgeschichte gilt auch ein verlorenes Bauwerk als immer noch vorhanden. Virtuell besteht es also ewig. Die Ausstellung im neubarocken Bodemuseum in Berlin würdigt den 300.Todestag des Künstlerarchitekten. Doch darüber hinaus will sie Schlüters Gesamtwerk zugleich als ein Résumée derjenigen Generation vorführen, die sich erfolgreich für die Wiedererrichtung des gesprengten Schlosses eingesetzt hat. Denn schon im Jahr 2017 soll es mit seiner kompletten Außenhaut wieder auf dem Schlossplatz stehen. Der Schlossbaumeister Knapp zwanzig Jahre, von 1694 bis zu seiner frühzeitigen Entlassung 1706, war Andreas Schlüter bestallter Schlossbaumeister für die kurfürstliche Residenzstadt und ab 1701 Königsstadt Berlin. In rascher Folge entwarf er eine handvoll Architekturwerke. Unter seiner Leitung sind sie in Windeseile regelrecht aus dem Boden herausgestampft worden. Entstanden sind Sonderleistungen des norddeutschen Hochbarock, die bis heute fast ganz aus dem Stadtbild Berlins verschwunden sind. In der Ausstellung können sie daher nur zweidimensional in Aufrissen, Gemälden, Fotos, manchmal mit Modellen gezeigt werden. Neben dem Schloss entstanden das technisch neuartige Gießhaus, die Alte Post (Palais Wartenberg), die Lange Brücke mit der Reiterfigur des Großen Kur-

fürsten und die Ministerialvilla Kameke. Nur das Zeughaus Unter den Linden, ein Arsenal für Waffen und Trophäen (heute das Deutsche Historische Museum), ist erhalten geblieben. Diese Verluste haben zur Folge, dass uns der größte norddeutsche Barockkünstler kaum noch bekannt sein kann. Kein Bildnis zeugt von ihm, kein Grabmal ist bekannt. Geburtsjahr 1660 und -ort (Danzig) waren bis 1937 unbekannt. Das alles beengt die Vorstellungskraft des Betrachters. Schlüter hat immer auf der Königsebene gearbeitet, für den polnischen König Jan III. Sobieski, für zwei Preußenkönige Friedrich I. (s. Abb. 2) und Friedrich Wilhelm I. (1713 – 40). Letzterer beendete 1713 das Dienstverhältnis mit dem erst 53jährigen Künstler, der dem König bis dahin nur noch als Hofbildhauer gedient hat. Danach trat

er als „Oberbaudirector“ in den Dienst Zar Peter I. und reiste nach St. Petersburg. Der Zar hatte Schlüters Werke 1712 bei einer Reise durch Preußen kennengelernt. Die Zarenaufträge für Paläste, darunter das Sommerpalais, Vorarbeiten zur Kunstkammer, Entwürfe für Druckereien sowie technische Erfindungen wie das Perpetuum mobile überforderten die Kräfte des Künstlers. Er wurde krank und starb im Frühsommer 1714 in St. Petersburg, nach einem Jahr im Zarendienst. Über diese späte Le-


meisters Andreas Schlüter bensphase des Künstlers und die russischen Quellen ist das letzte Wort noch nicht gesprochen. Schlüter schuf die Königsstadt Sein rasches Scheitern in Berlin hing zusammen mit den forcierten Bemühungen des

Großen Kurfürsten Friedrich Wilhelm von Brandenburg (1620 – 88) um die Königswürde. Um 1700 waren die Würfel gefallen. Der Kaiser des Heiligen Römischen Reichs (HRR) Leopold I. fühlte sich wegen des Todes von König Carlos II., dem letzten Habsburger auf dem spanischen Thron, zum (Spanischen) Erbfolgekrieg herausgefordert. Kurfürst Friedrich Wilhelm III., Sohn des Großen Kurfürsten, bezahlt dem Kaiser diesen Krieg. 1701 schon anerkennt dieser dem Kurfürsten den Titel Kö-

nig in Preußen. Die kaiserliche Diplomatie kann die aufgeregten europäischen Altmächte damit beruhigen, dass das Herzogtum Preußen nicht zum HRR gehörte. Die Krönung Friedrich I. fand in Königsberg statt. Aus dem Nichts heraus brauchte das neue Königreich Preußen eine Hauptstadt. Andreas Schlüter war dazu erkoren, für den neuen König Friedrich I. in Preußen eine Königsstadt nach europäischen Maßstäben zu schaffen. Die Doppelstadt Berlin-Cölln, zwei Nester, die infolge des 30jährigen Kriegs auf 2.000 Einwohner dezimiert worden sind, musste sich unter den Hauptstädten der Altmächte sehen lassen können. Zuerst sollte Schlüter die Holzbrücke zwischen Berlin und Cölln durch eine Steinbrücke ersetzen. Sie erhielt ein Reiterstandbild mit dem Großen Kurfürsten, den ersten norddeutschen Großbronzeguss. Paris hatte damals 450.000 Einwohner. Prag besitzt seit 1350 die steinerne Karlsbrücke. Der neue Staat Preußen schafft unter den Altmächten Unruhe und stört das Gleichgewicht.

Schlosskomplex mit nur einem Geschoss für die Münzprägung, stürzt vor Erreichen der geplanten Hundertmeterhöhe schon bei 80 Meter ein. Bauarbeiter werden unter dem Schutt begraben. Schlüter hatte mehrfach schriftlich auf ingenieurtechnische und Sandbodenprobleme hingewiesen. Doch der König duldet keine Widerrede. Unbedingten Gehorsam forderte er schriftlich für die zügige Ausführung seines HauptstadtProjekts.

Der Eklat Schlüters Tätigkeit als Baumeister für den ersten König in Preußen (Kurfürst Friedrich Wilhelm III.), musste zwangsläufig in ein Fiasko führen. Der nahezu unübersehbaren Auftragsstrudel ist bis heute unentwirrt. Die Ereignisse überstützen sich. Der Münzturm, eigentlich die zentrale Wasserversorgung für den gesamten Abb. 2. Andreas Schlüter. Statue Kurfürst Friedrich III. v. Brandenburg. 1698. Bronzeguss Johann Jacobi. Original Verlust. Nachguss 1972. Bronze: H. 213 cm, Staatl. Museen zu Berlin. Skulpturenslg. u. Museum für Byzantinische Kunst. IN 166 Foto: Antje Vogt Diese beschwingte glanzvolle Gestalt führt den noch jugendlichen Kurfürsten Friedrich III. als halb römischen, halb modernen Feldherrn vor. Weil dieser kurz darauf zum ersten preußischen König Friedrich I. (1701 – 13) gekrönt wurde, galt das Standbild als überholt und wurde vergessen.

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Prof. Dr. Ulrike Krenzlin

Das Drama des Schlossbaumeisters Andreas Schlüter Abb. 5: Teodor Lubieniecki. Sterbender Krieger, 1698, nach A. Schlüter, Feder in schwarz, 30,7 x 20 cm. Wien Albertina, Graphische Sammlung. IN 13119

Der Bildhauer Überzeugender gelingt die Darstellung des Bildhauers Schlüter. Mit seiner Plastik konnte der gebürtige Danziger um 1700 dem Niveau des europäischen Barock Paroli bieten. Der artifiziellen Raffinesse eines Bernini war ohnehin nichts hinzuzufügen. Und sie gehörte nach Italien.

Im Zeughaus Hof sind die künstlerisch herausragenden Masken sterbender Krieger erhalten. Schlüter entblößt den Todeskampf abgeschlagener Kriegerköpfe, die als Trophäen aufgestockt waren. Es waren gefallene Türken. Diese Werke sind angeregt vom Sieg über die Türken, den der Jan III. Sobieski unter seinem Feldherrn Prinz Eugen von Savoyen am 12. September 1683 vor Wien errungen hat.

Abb. 3 (links): Medusa. Gianlorenzo Bernini: Medusa, um 1635. Carrara Marmor. H 50 x B 41x Tiefe 38 cm. Sockel schwarzer Portoro Marmor. H 18cm Ø 20 cm. Rom: Musei Capitolini, Palazzo dei Conservatori. IN S/1166 Foto Andrea Jemolo/ Scala, Florence Die sterbliche Medusa aus Ovids Metamorphosen IV, 782-803 wird vom Meeresgott Neptun ausgerechnet im Tempel der Athena vergewaltigt. Diese Göttin rächt sich an Medusa für die Tempelschändung, verwandelt ihr goldenes Haar in züngelnde Schlangen. Wer sie so betrachtete, wird versteinert. Bernini schuf die raffinierteste Medusa Interpretation der Weltkunst.

Katalog: „Andreas Schlüter und das barocke Berlin“, Skulpturensammlung und Museum für Byzantinische Kunst, BodeMuseum, Berlin. Hg. Hans-Ulrich Kessler, Hirmer-Verlag, ISBN 978-3-7774-2199-5 Euro 49,90

Abb. 4 (rechts): Schlüter. Büste Landgraf Friedrich II. von Hessen-Homburg. 1701. Bronze. 115 x 80 cm Sockel 25 cm © Schloss Bad Homburg v. d. Höhe. IN 321/Foto: Renate Deckers-Matzko Mit dieser herrlichen Porträtbüste des Prinzen von Homburg, dem Kleist ein wunderbares literarisches Denkmal gesetzt hat, hat Schlüter europäisches Spitzenniveau erlangt. Das wild bewegte Bildnis zeigt den berühmten Feldherrn, der 1675 bei Fehrbellin die Schweden geschlagen und mit diesem Sieg dem Kurfürsten Friedrich zum Titel „Großer Kurfürst“ verhalf. Der Feldherr war ein kühner Kämpfer, der im Kampf mit 26 Jahren ein Bein verlor.

Schlüter kannte die römische und französische Kunst von Reisen und Stichwerken. Was machte er daraus? Der Mittdreißigjährige mischte diese Hochformen auf mit dem Maß an Brutalität, Derbheit und Einfalt, das er im Kurfürstentum Brandenburg und im Kriegsgeschehen zur Zeit seiner Berufung 1694 vorfand (s. Abb. 5).


Kendlinger in München Als Shakespeare die Literatur im europäischen Manierismus zur Weltblüte brachte, gab es die herausrufenden Liebesqualen von „Romeo und Julia“ in der Musik noch lange nicht. Hundertfünfzig Jahre später hat Goethe diese Liebessprache im „Werther“ an unsere Zeit herangeführt. Die Musik holte inzwischen auf. Im 20. Jh. gibt es keine Reihenfolgen mehr, erst recht keinen Vorrang einzelner Strömungen oder gar einen Stilnachtrag. Es gilt nur noch die Qualität. Wenn von der atonalen und Zwölftonmusik bis hin zur algorithmischen Komposition der 1990er Jahre der Dialog mit der Vergangenheit komplett eingestellt worden ist, dann gilt das nur für diese schmale Strömung der musikalischen Moderne innerhalb anderer Richtungen. Der Komponist Matthias Georg Kendlinger füllte am 31. Mai im Münchner Herkulessaal erstmals einen ganzen Konzertabend aus mit dem Dirigat eigener Kompositionen: zwei sinfonischen Dichtungen und einem Klavierkonzert. Diese drei Werke handeln von Menschen, die heutzutage auf dem Pilgerweg ihres Lebens begleitet sind von Freunden („Larissa“), im „Verlorenen Sohn“ von Konflikten, innerer Not und in „Heilung“ von Krankheit und Rettung. Damit wir den Ernst unserer Lage verstehen, „erzählt“ der Musiker Kendlinger gern Geschichten. Manch einer mutmaßt, wo ein neutestamentarisches Thema auftaucht, muss das Werk altmodisch, musikalisch also aus der Vormoderne sein. Der „Verlorene Sohn“, die Sinfonische Dichtung op. 2, ist untermalt von einer hochpoetischen Bildkomposition Larissa Kendlingers, vorgetragen als orchesterbegleitendes Chorwerk. Interpretiert wird darin das „Prinzip Hoffnung“ in unserer Zeit. „Larissa“, Kendlingers Frau, die mit dem Komponisten schon lange den schwierigen Weg einer Künstlerehe geht, ist auch sein erstes Klavierkonzert Nr.1 in C-Dur op. 7 gewidmet. In drei Teilen entfalten sich hellfröhliche, aufjubelnde, schroff einhaltende und leiden-

schaftlich aufbrausende Tonfolgen, in denen Aspekte dieser Lebensgemeinschaft zum Ausdruck gelangen. Das Werk ist nicht nur ein wunderbares Geschenk eines Mannes für seine Frau, sondern auch eine musikalische Eruption. Mit ungebrochener Lust, Leidenschaft und wild könnerisch macht der junge Pianist Philipp Scheucher dieses Konzert zum Ereignis. Freude und Hoffnung haben sich mit diesem virtuosen Klaviervortrag im Herkulessaal ausge-

Komponist und Dirigent Matthias Georg Kendlinger. © DaCapo/ Heitmann.

breitet. Fast zu viel Frohgestimmtheit. Kein Wunder, dass Kendlinger als Dirigent nach der Pause mit der Sinfonie Nr. 5 in e-Moll op.64 die Nähe zu Tschaikowsky suchte.

„Mensch-Sein“ K&K Sinfoniekonzert 2014 31. Mai 2014, Residenz München Philipp Scheucher, Klavier Musikalische Leitung: Matthias Georg Kendlinger (1964) „Der verlorene Sohn“, Sinfonische Dichtung op.2 „Heilung“, Meditative Dichtung für Streichorchester op. 6 „Larissa“, Klavierkonzert Nr. 1 C-Dur op.7 (UA 24.5.2014 Graz)

Abb. oben: Die K&K Philharmoniker im Wiener Musikverein. © DaCapo/ Lehmann

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Prof. Dr. Ulrike Krenzlin

Arminio

Händel-Festspiele in Halle:

Eine von Händels letzten Opernkompositionen entsteht 1736, wird 1737 vom Komponisten im eigenen Londoner Unternehmen uraufgeführt, dem Theatre Royal in Covent Garden. Händel erreicht mit der italienischen Oper keine Einnahmen mehr. Denn nach 1710 war die Londoner Gesellschaft zur stärksten Kolonialmacht aufgestiegen. Strukturell hatten sich dem Wandel auch Kunst und Literatur angepasst. Künstler stellen sich grundlegend auf ureigene englische Probleme ein. Die antiken Königsdramen interessieren nicht mehr. Die Oper in italienischer Sprache wird daher abgelehnt. Stattdessen erlangt das geistliche Leben eine neue Blüte. rechts: Tusnelda (Melanie Hirsch) und Arminio (Hagen Matzeit) unten Mitte: Sigismondo (Jeffrey Kim) zwischen seiner Schwester Tusnelda (Melanie Hirsch, links) und seiner Geliebten Ramise (Julia Böhme, rechts) darunter: Tullio (Ki-Hyun Park) rät Varo (Robert Sellier), Arminio zu töten.

Englisch wird Literatursprache. Geistlichen Musiken wie Oratorien und Anthems (Chormusik) erobern Waisenhäuser, Kirchen und Konzertsäle. Als Fünfzigjähriger muss Händel eine Existenzkrise überstehen. Doch sucht er nach neuen Wegen. Zunächst setzte er in der Oper den römischen Heldenepen ein Ende.

Mit Arminio beschwor er die Niederlage Roms durch den germanischen Feldherrn Arminius. Dieser war der Anführer der germanischen Etrusker-Stämme, die gegen die römische Besatzung kämpften. Neun nach Christi konnte Arminius den Römern im Teutoburger Wald (bei Salzuflen an der Werre) eine entscheidende Niederlage bereiten. Die Varusschlacht führt dazu, dass sich der Feldherr Publius Quinctilius Varus wegen der Schande, die sie für den römischen August bedeutet, selbst richtete. Die Schlacht leitet das Ende des Römischen Weltreichs ein. Die römischen Kaiser haben die beabsichtigte Eroberung Germaniens bis an die Elbe nicht weiter betrieben. Wie kam Händel auf Arminius? Der Germane betritt die Bühne des Ge-

50 Fotos von Mikesh Kaos (© Theater, Oper und Orchester GmbH Halle)

schehens erst im Jahr 1507, als die Annalen „Germania“ vom römischen Autor Tacitus im Kloster Corvey wieder gefunden werden. Die darin erhaltenen Ausführungen zu Arminius, veranlasst den Reformator Ulrich von Hutten zu einer Abrechnung „Germaniens“ mit den unmoralischen Erscheinungen in der altgläubigen römische Kirche. Diese Tugenden steigen so erst spät aus der Gestalt des Arminius heraus. In Kunst und Literatur spielt Arminius bis 1800 eine herausragende Rolle. In Händels Arminius Personage stehen sich Germanen und Römer nicht eindeutig gegenüber. Liebe und Leidenschaft dominieren die Verhältnisse. Segeste, ein mit Arminius rivalisierender Germanen-Fürst (Chatten), Vater von Tusnelda, der Ehefrau von Arminius, verrät seine beiden Kinder Segeste und Ramises an die Römer, weil ihm dafür ein Posten in der römischen Verwaltung versprochen war. Tusnelda gibt ihren Mann nicht auf, obwohl er in römischer Gefangenschaft den Tod zu erwarten hat. Am Ende gewinnt das Gewissen Sigismondos, des Schwagers von Arminius, die Oberhand. Arminius wird befreit. Der schlägt Varus, so dass er sich wegen dieser Niederlage nur noch selber töten kann. Händel hat zu diesem neuartigen antirömischen Stoff auch eine neue Opernstrategie entwickelt. Die Arien übertreffen an Zahl und Leidenschaft seine bisherigen Opern. Die Rezitative treten zurück. Arminio. Oper in drei Akten HWV 36. Libretto nach Antonio Salvi. Erstaufführung nach der Hallischen Händel-Ausgabe. Premiere: 6. Juni 2014, Opernhaus Halle. Gemeinschaftsproduktion der Oper Halle und der Händel-Festspiele Halle. Musikalische Leitung: Bernhard Forck. Inszenierung: Nigel Lowery mit Hagen Matzeit als Arminio, Melanie Hirsch als Tusnelda. Robert Sellier als Varo.


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Schmuckwelten Pforzheim

Galerie für Schmuck und Design:

Individuelle Kostbarkeiten aus Die Galerie für Schmuck und Design der „Schmuckwelten“ ist zukünftig in „erhöhter Position“ zu finden. In der ersten Etage präsentiert sie sich in einer weiträumig-attraktiven und individuell gestalteten Vielfalt. Im Mittelpunkt des Geschehens stehen all die Werke der Goldschmiede, Designer, Werkstätten und Gestalter in und um Pforzheim. Als spannender Kontrapunkt wird dieser Präsentation in regelmäßigem Wechsel der angesagte Künstler einer anderen Provenienz gegenübergestellt. Der Schmuck von Kerstin Henke ist modern, doch greift sie auf traditionelle Ornamente und Typographie zurück. Es gibt einen Anhänger mit Ornamenten, der beim Blick in den Spiegel überrascht. Plötzlich werden Worte lesbar: „Heiterkeit entlastet das Herz“

Kerstin Henke: Anhänger in 925/– Silber, teilw. Roségold plattiert

interessanten Oberflächenrelief z. B. wie Reptilhaut, im breiten Herrenring ist der passende Negativabdruck, so als habe man den schmalen Ring dort hineingedrückt. Iris Merkle, die seit vielen Jahren in der Galerie für Kunst und Design ausstellt, hat im Frühjahr 2014 den Staatspreis Baden-Württemberg „Gestaltung Kunst Handwerk“ gewonnen. Die Jury schreibt: „Der Halsschmuck von Iris Merkle ist von großer Zartheit und Leichtigkeit. Er ist gut tragbar und elegant.“ Dies trifft auch auf ihre Ketten „Fö“ zu.

Iris Merkle: Kette in 925/– Silber mit Carnéol

KERSTIN HENKE 1978 in Stuttgart geboren, macht sie nach ihrem Abitur eine Ausbildung zur Goldschmiedin. Bis 2006 studiert sie erfolgreich an der Fachhochschule für Gestaltung, Pforzheim, den Studiengang „Schmuck und Objekte der Alltagskultur“. Seither ist sie selbstständig tätig als Diplom-Schmuckdesignerin. Sie tätigt viele Ausstellungen und Messe-Auftritte, erhält Preise und Auszeichnungen.

Iris Merkle: Kette in 750/– Gelbgold mit Amethyst

– Wer möchte dem nicht zustimmen? Von ihr stammen auch wunderschöne Medaillons, außen klassisch schlicht, innen mit Text, z. B. „die große Liebe“. Zum Thema Trauringe hat Kerstin Henke ihre ganz eigene Interpretation gefunden. Da gibt es doch den alten Spruch von Topf und Deckel – daraus ist eine ganze Ringkollektion entstanden mit so netten Namen wie „Glückchen“ und „Reptilchen“. Der schmale Damenring hat einen hervorstehenden Ringkopf mit einem

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Kerstin Henke: Topf und Deckel – Ringe, die die Zusammengehörigkeit zweier Menschen verbildlichen – man sagt schließlich, dass jeder Topf seinen passenden Deckel findet! Ringe in 925/– Silber und 750/– Gelbgold


den Ateliers der Goldstadt

unten von Iris Merkle: Kette in 750/– Gelbgold mit Süßwasserperlen

Kerstin Henke: Anhänger in 925/– Silber, teilw. Roségold plattiert

rechts von Kerstin Henke: Medaillon in 925/– Silber Gold plattiert

Während die meisten Halsketten aus aufgefädelten Elementen bestehen, beschäftigt sich Iris Merkle mit der Technik des Faltens. Dabei entsteht ein interessanter Effekt: Die einzelnen Blättchen stehen in alle Richtungen und legen sich leicht und verspielt um den Hals der Trägerin. Durchdacht ist auch der Verschluss: ein kleiner Schmetterling, der mit seinen Flügeln die Kette zusammenhält. Dieser Verschluss darf beim Tragen gern nach vorne rutschen.

IRIS MERKLE

Alles andere als Standard

1972 in Aalen geboren, studiert sie an der University of Art and Design in Helsinki, danach Produkt- und GrafikDesign in Stuttgart. Ab 1996 studiert sie an der Hochschule für Gestaltung Pforzheim, Studiengang „Schmuck und Gerät“ und schließt 2001 mit Diplom ab. Nach der Ateliereröffnung „Fingerglück“ in 2006 macht sie Schmuckgestaltung in selbstständiger Tätigkeit. Sie erhält Auszeichnungen und DesignPreise – stellt im In- und Ausland aus.

UNIKAT- UND DESIGNSCHMUCK In der Galerie Design ein Designern In d er G a l e r i e für f ü r Kunst Ku n s t & D e s i g n ffreut re u t ssich ich e i n TTeam e a m vvon on D esignern und Goldschmiedinnen darauf, das Besondere begeistern. u nd G oldschmiedinnen d a ra u f , SSie i e ffür ür d as B e s o n d e re zzu ub e g e i s te rn . UNIKATUND DESIGNSCHMUCK OBJEKTE über Künstlern und U N I K AT - U ND D E S I G N S C H M U C K ssowie 0K ünstlern u n d SSchmuckc h m u c kow i e O B J E K T E vvon on ü b e r 880 Die Adresse besondere Geschenke! sschaffenden c h a f fe n d e n werden we rd e n Sie S i e ffaszinieren. e s o n d e re G e s c h e n ke ! a s z i n i e re n . D ie A d re s s e ffür ür b uns am SSie i e ffinden inden u n s iin n der d e r SSCHMUCKWELTEN-Mall m LLeopoldplatz. eopoldplatz. C H M U C K W E LTT E N - M a l l a 07231 8000 TTel. el. 0 7231 8 0 0 0 623 6 2 3 · galerie@schmuckwelten.de ga l e r i e @ s c h mu ck we l t e n . d e


Schmuckmuseum Pforzheim

„No Title“ – Schmuck von Winfried Klare Konturen, kühne Formen und Oberflächen, ein Spiel mit Kontrasten – dies sind nur einige Merkmale, die den Schmuck Winfried Krügers (*1944) ausmachen. Ob aus reinem Silber, Email oder Papier, die Vielfalt reizvoller Eindrücke in seiner Umgebung sind viel zu inspirierend, als dass er sich nur bestimmten Materialien oder einem Sujet zuwenden würde. Der Goldschmied und Schmuckdesigner war bis 2010 Lehrer für Schmuckgestaltung am Berufskolleg der Goldschmiedeschule in Pforzheim und erhielt 1992 den Staatspreis Baden-Württemberg für Kunsthandwerk. Die Ausstellung im Schmuckmuseum Pforzheim vom 19. Juli bis zum 19. Oktober 2014 mit rund 120 Objekten ist eine Retrospektive auf sein Schaffen seit den frühen 1960er Jahren.

Halsschmuck Silber, Email Winfried Krüger 1997

„Es ist sehr schön, das Werk eines Künstlers über mehr als fünfzig Jahre vor sich zu haben, die Zeit ablesen zu können und vor allem auch die stetige Veränderung der künstlerischen Handschrift vor Augen zu haben“, erläutert Museumsleiterin Cornelie Holzach. Der Schmuck Winfried Krügers, genannt Vincy, zeichnet sich durch klare Konturen und kühne Formen aus. Er arbeitet mit verschiedensten Oberflächen, vornehmlich in Silber, und spielt dabei mit Kontrasten — sei es in Bezug auf Materialität oder Farbigkeit, im Wechsel von Spielerischem mit Streng-Geometrischem oder dem Zusammenspiel von Präzision und Robustheit. Während in Krügers frühen Arbeiten die traditionelle Gestaltung anklingt, lässt er diese bald hinter sich und sucht seine eigene künstlerische Linie.

Brosche (zweiteilig) Silber, Aluminium, Lack, Winfried Krüger, 1987

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Er folgt dem Lustprinzip und macht Neues, Anderes, was ihm aufregend erscheint. In der Zeit der großen Experimente und des Ausbrechens aus althergebrachten Beschränkungen in den 1980er Jahren bewegt er sich frei zwischen Schmuck, Zeichnung, Malerei und Inszenierung. Seine neuesten Arbeiten sind kühl, klar, glatt und präzise, meist aus mattsilbernem Metallblech. Bis heute hat er auf unabhängige

Brosche Silber Winfried Krüger 1967/68


Krüger AUSSTELLUNG NOCH BIS 19. OKTOBER 2014

Abb. rechts: Dose Silber, Oxyd Winfried Krüger 1999

Brosche Aluminium, Tempera, Lack Winfried Krüger 1984

und uneitle Weise oft Neuland betreten, hat mit scharfem Blick Eindrücke aus dem Alltag gesammelt und in Schmuck verwandelt, immer mit einem gut Teil Humor und gelassener Distanz: „Was sehen und in Schmuck herüberziehen — das ist es,“ fasst er seine Herangehensweise selbst in Worte. Oder anders von der Leiterin der Goldschmiedeschule Sigrid Kopittke ausgedrückt: „Im Grunde ist nichts vor ihm sicher, um eine Verwandlung in Schmuck zu erfahren.“ Winfried Krüger gehört einer Generation von Schmuckkünstlern an, die die Anfänge des Avantgarde-Schmucks in den 1960er Jahren miterlebt hat. Mit 16 begann der „Pforzheimer Junge“ seine Ausbil-

Halsschmuck Silber, Oxyd, Bleiband, Textil Winfried Krüger 2009

dung zum Juwelengoldschmied an der hiesigen Berufsfachschule und studierte dann an der Kunst + Werkschule bei Reinhold Reiling. Auf das Studium folgte eine Zeit in Berlin, in der er in Ateliergemeinschaft mit Manfred Bischoff und Georg Dobler Möbel baute, Kunstgeschichte studierte, Hüte modellierte oder beim Film arbeitete — „als nach allen Seiten hin offenes Multitalent“, wie Barbara Maas in ihrem Katalogbeitrag schreibt. Ab 1989 unterrichtete er für über 20 Jahre lang am 1988 gegründeten Berufskolleg. Dabei ist ihm gedankliche Freiheit stets wichtig gewesen, und er betrachtet technisch-handwerkliches Können und Gestaltung als gleichwertige Elemente.

Biografie 1944 1960 – 1963

1963 – 1969

1969 – 1970

1970 – 1974

1974 – 1979

Publikation Galerie Marzee, Nijmegen (HG.): Winfried Krüger. No Title. Arnoldsche Verlagsanstalt, Stuttgart, 2014. 224 Seiten, ca. 400 Abbildungen, ISBN 978-389790-417-0, Euro 39,80.

seit 1974

1989 – 2011

1970 – heute

Geboren in Bauschlott Ausbildung zum Juwelengoldschmied an der Berufsfachschule für Goldschmiede und in der Firma Hermann Hottinger in Pforzheim Studium an der Kunst + Werkschule Pforzheim bei Prof. Reinhold Reiling Industriedesigner bei der Firma Paul Heinrich Gerhard in Pforzheim Als Designer selbstständig, Mitarbeit in der Galerie Ophir in Berlin Studium der Theaterwissenschaft und der Kunstgeschichte an der Freien Universität Berlin eigene Werkstatt, Einzelschmuck und Malerei Lehrer am Berufskolleg für Design, Schmuck und Gerät, Pforzheim fast jährlich Ausstellungen und Beteiligungen im In- und Ausland

Fotos: © Petra Jaschke · Schmuckmuseum Pforzheim

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Die Sparkasse Pforzheim Calw:

Inklusion bei Montessori schon lange selbstverständlich Pforzheimer Kindergarten erhält 10.000-Euro-Spende der Sparkasse Inklusion wurde hier schon umgesetzt, als der Begriff noch gar nicht allgemein bekannt war. Denn die Integration von Behinderten war im Montessori Kinderhaus der Lebenshilfe Pforzheim Enzkreis bereits bei der Gründung vor zehn Jahren selbstverständlich. Rechtzeitig vor dem Jubiläum im September gab’s von der Sparkasse jetzt einen Spendenscheck über 10.000 Euro. Davon soll nun weiteres Montessori- und Ergotherapie-Material angeschafft werden.

Kinder und Mitarbeiter des Montessori-Kinderhauses Pforzheim freuen sich über die 10.000 Euro-Spende der Sparkasse mit v.r. dem stellvertretenden Vorstandsvorsitzenden Hans Neuweiler, Firmenkundenberaterin Nathalie Kern (Projektfinanzierungen), Lebenshilfe Geschäftsführer Dirk Zeuchner und der stellvertretenden Leiterin Heike Maier.

Aktuell werden von sechs Mitarbeitern mit Montessori-Diplom 42 Kinder in drei Gruppen betreut. Es gibt sowohl einen integrativen wie einen Schulkindergarten – „Hexenhaus“ und „Räuberhöhle“ benannt – und Krippenplätze im „Gespen sterschloss“. Die Lebenshilfe-Geschäftsführer Oliver Keppler und Dirk Zeuchner bedankten sich ebenso herzlich beim stellvertretenden Vorstandsvorsitzenden Hans Neuweiler und der Firmenkundenberaterin Nathalie

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Kern (Projektfinanzierungen) sowie bei der stellvertretenden Kinderhaus-Leiterin Heike Maier. Der große Spendenscheck soll jetzt für Kinder und Eltern gut sichtbar im Flur angebracht werden. „Das Kinderhaus folgt der Pädagogik von Maria Montessori, die sich unmittelbar am Kind orientiert und konsequent dessen Bedürfnisse berücksichtigt,“ erklärt die stellvertretende Leiterin Heike Maier. Ziel der von Beate Andraschko geleiteten Einrichtung ist es, den

Bildungsauftrag für jedes Kind zu gewährleisten. So steht Mathematik von Anfang an auf dem Plan, „damit früh für die Kinder eine Menge zu sehen und zu fühlen ist“ und dass sie begreifen: „Alles hat seinen Wert.“ Stets führt der Weg dabei „vom Konkreten zum Abstrakten“. Mit Montessori-Material – Numerischen Stangen und Holzwürfeln usw. – wird eine Aufgabe anschaulich und führt im Laufe der Zeit spielerisch zum „echten“ Rechnen.


Die Handwerkerinnung informiert

An die Zukunft denken – barrierefreie Wohnungen garantieren längere Selbstständigkeit Selbständigkeit im Alter scheitert oft an Äußerlichkeiten: Wohnungen in einem oberen Stockwerk, Stufen oder Treppen in den eigenen vier Wänden, kleine, nicht funktionale Badezimmer. Wer auch in späteren Jahren beruhigt und sicher in seiner Wohnung leben will, sollte vorausschauend planen und handeln. Dies betrifft vor allem den Sanitärbereich.

Foto: © Jörg Lantelme - Fotolia.com

Mit zunehmendem Alter lässt generell die Bewegungsfreiheit nach. Die Folge: Tägliche Handhabungen können sich zu handfesten Schwierigkeiten ausweiten. Auch junge Menschen mit zeitweiligen oder ständigen Gehproblemen haben bereits einen kleinen Vorgeschmack auf die Alltagssorgen von Senioren bekommen.

mehr unterzogen worden. Hohe Duscheintritte, rutschige Fliesen, fehlende Haltegriffe sind Tücken, mit denen Bewegungsbehinderte kämpfen müssen. Selbst bei neuinstallierten Bädern fehlt oft die vorausschauende Planung. Noch immer misst das bundesdeutsche Durchschnittsbad 7,7 Quadratmeter. Ausreichende Bewegungsflächen, unterfahrbare Waschtische und rollstuhlgerechte Zugänge kommen in den Planungen nicht vor. Ein einfacher Blick in die Badezimmer signalisiert in den meisten Fällen: Für Bewegungseingeschränkte nicht zu gebrauchen!

bedürfnisorientierten Planung durch den Sanitär-Heizung-Klima Fachbetrieb – zu erkennen am blau, rot, gelben Eckring – können diese Produkte ihre Vorteile ausspielen und dem Nutzer die tägliche Hygiene erleichtern. Quelle: Fachverband SHK Baden-Württemberg

Ob Neubau, Sanierung oder Modernisierung – wir sind für Sie da und beraten Sie zu:

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16 Prozent der Bevölkerung sind bereits heute über 65 Jahre. In den nächsten fünfzig Jahren wird sich dieser Prozentsatz verdoppeln. Barrierefreie Wohnungen werden zukünftig ein Standortfaktor sein. Leicht zugänglichen Hauseingängen oder „befahrbare“ Badezimmer verlängern die „Verweildauer“ in den eigenen vier Wänden. Das Badezimmer kann sich im Alter als „Schicksal“ erweisen. Viele Bäder sind seit mehreren Jahrzehnten keiner größeren Modernisierung

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Senioren- und behindertengerechte Produkte, die sich durch komfortable Bedienung auszeichnen gehören heute bei vielen Herstellern zum Standard. Design- und Stilrichtungen können auch hier frei gewählt werden. Doch nur in Kombination mit einer

de kbw. h s v f . www Die Fachbetriebe der Innung für Sanitär + Heizung Pforzheim-Enzkreis


• Bücher • Bücher • Bücher • Bücher Thomas Kretschmar und Martin Tzschaschel: „Die Kraft der inneren Bilder nutzen – Seelische und körperliche Gesundheit durch Imagination“ Verlag: Südwest

Die Erzeugung von innerlichen Bildern kann bei psychischen Belastungen und Krankheiten eine erstaunliche heilende Kraft entfalten, zum Beispiel bei akuten Krisen, Burnout, Ängsten, Phobien, Zwängen, Verhaltensstörungen und Traumata. Prof. Dr. Thomas Kretschmar, Jahrgang 1963, leitet das Mind Institute SE in Berlin. Methoden der imaginativen Psychotherapie setzt er nicht nur bei der Therapie seiner Patienten ein, sondern auch als Coach von Führungskräften und in der psychologischen Unternehmensberatung. Martin Tzchaschel, Jahrgang 1954, schreibt als leitender Redakteur beim Wissensprogramm P.M. über Medizin und Psychologie. Er ist Autor des Buches „Wie war das noch? – Schulwissen neu aufpoliert“ und beschäftigt sich seit Jahren mit dem Thema Selbstheilungskräfte und Imagination.

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Evelyn Waugh: „Wiedersehen mit Brideshead“ – Die heiligen und profanen Erinnerungen des Hauptmanns Charles Ryder, Verlag: Diogenes „Wiedersehen mit Brideshead“ ist eines der bedeutendsten Bücher der englischen Literatur und das englische Gegenstück zum amerikanischen „Großen Gatsby“. Es ist ein Portrait der Schönen und Reichen in den Jahren zwischen den Weltkriegen, die Chronik einer Vertreibung aus dem Paradies bei Anbruch der modernen Zeit – und die Geschichte einer unmöglichen Liebe. Selten war ein Buch so romantisch und melancholisch, so deprimierend und so fesselnd. Ein Juwel der englischen Literatur.

kolade, Kaffee und Gewürzen. Manche cremig gefüllt und köstlich ummantelt, andere schlicht und puristisch: großer Geschmack in kleiner, feiner Form.

Auf charmante, elegant-nostalgische Art inszeniert, präsentiert sich in diesem Buch feinstes Gebäck mit Klassikern und neuen Rezepten. Michael Wissing und Andreas Neubauer: „Tafelfreuden – Himmlische Gerichte aus besten Zutaten“, Verlag: GU Faszinierende Fotografien, authentische Produkte kunstvoll arrangiert, Gerichte ungewöhnlich und ideenreich inszeniert. Ein Buch, das einmal durch Optik und Ausstattung verführt.

Evelyn Waugh war nach dem Studium (Geschichte und Kunst in Oxford und London) als Journalistin tätig und unternahm ausgedehnte Reisen in Europa, im Nahen Osten und in Amerika. 1930 konvertierte zum Katholizismus. „Plätzchen, Kekse, Cookies und Makronen – Feines Teegebäck – Stück für Stück ein Stückchen Glück“ Verlag: Bassermann Inspiration Knusprige Köstlichkeiten mit Früchten, Mandeln und Nüssen, mit Scho-


• Bücher • Bücher • Bücher • Bücher Doch wer blättert möchte mehr, möchte genau das kochen: die gebackenen Sardinen, die kleinen gefüllten Gemüse, die Lammfilets mit gegrilltem Zucchetti, den Spargel aus der Folie mit Langostini. Damit aus dem optischen auch ein echter Genuss für den Gaumen wird. Michael Wissing und Andreas Neubauer haben ein wunderbares Buch geschaffen, an dem einfach alles stimmt. Ein Buch für Ästheten und Genießer. Robert Betz: „Willst du NORMAL sein oder GLÜCKLICH? – Aufbruch in ein neues Leben und Lieben“ Verlag: Heyne Der Diplom-Psychologe Robert Betz zählt zu den erfolgreichsten Lebenslehrern und Seminarleitern im deutschsprachigen Raum. Auf seinen Veranstaltungen begeistert er jährlich über 30.000 Menschen. Seine Bücher gehören zu den Bestsellern der Lebenshilfe-Literatur.

„Jeder Mensch kann sich ganz bewusst für ein glückliches Leben entscheiden“, sagt der Diplompsychologe Robert Betz. Und er zeigt, wie jeder sein Leben in die eigenen Hän-

de nehmen und ihm eine völlig neue Richtung geben kann – jetzt. Wer jetzt beginnt, sich endlich mit seiner Vergangenheit auszusöhnen und sich selbst wieder zu lieben, schafft die Basis für die große Wende. Dieser Weg des Herzens gilt (noch) nicht als normal, aber ganz langsam spricht es sich herum. Luis Angel Diaz: „Das intelligente Bewusstsein der Zellen“ Verlag: Trinity Leid und Schmerz werden meist durch Blockaden hervorgerufen, die in Form destruktiver Muster in den Zellen gespeichert sind.

oder in der frühen Kindheit im Zellgedächtnis speichert. Im Laufe der Jahre definieren wir uns über diese unbewussten Muster und unterdrückten negativen Gefühle. Unsere Lebenskraft wird mehr und mehr beschnitten, das Leben überfordert uns. Luis Angel Diaz zeigt in seinem Praxisbuch, wie wir das Bewusstsein der Zellen zur Selbstheilung nutzen und uns von destruktiven Emotions- und Verhaltensmustern befreien können. Mithilfe seiner kraftvollen Techniken können wir lernen, uns mit positiven Gefühlen aufzuladen, das Schmerzgedächtnis zu löschen und negative Glaubenssätze aufzulösen. Denn sobald unsere Lebenskraft wieder ungehindert fließt, können wir das Leben wieder auskosten, kreativ und im Flow sein. Programmieren Sie Ihre Zellstrukturen neu und entdecken Sie unbegrenzte Möglichkeiten! Hanns-Josef Ortheil: „Die Berlinreise“ Verlag: Luchterhand Anfang der sechziger Jahre hat Hanns-Josef Ortheil zusammen mit seinem Vater eine Reise in das geteilte Nachkriegsberlin unternommen.

Wir spüren dies durch chronische Störungen unseres Energiefelds. Und dieses wiederum beeinflusst die Art, wie wir das Leben wahrnehmen, unsere Beziehungen und unsere Gesundheit. Doch das Bewusstsein unserer Zellen lässt sich umprogrammieren: Luis Angel Diaz stellt eine Vielzahl von Übungen und Techniken vor, die auch Anfängern den Weg zur Zellentransformation ebnen. Unser Körper gleicht einem hoch entwickelten Biocomputer, der Informationen wie: traumatische Erfahrungen der Vorfahren, im Mutterleib

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• Bücher • Bücher • Bücher • Bücher Es ist eine Reise zurück an die Orte, an denen sein Vater und seine Mutter als junges Paar während des zweiten Weltkrieges gelebt haben. Geduldig und fasziniert hört er zu, was der Vater ihm von dem Leben damals erzählt. Instinktiv begreift er, welche Bedeutung Berlin für das Leben seiner kleinen Familie hatte und für ihn immer noch hat. Tag für Tag notierend und schreibend, sucht der gerade einmal zwölfjährige Junge nach der Verbindung zu dieser Welt. Es ist eine wunderbare Geschichte in dieser besonderen Form der Achtsamkeit, des gegenseitigen Hinhörens und Verstehens, in der Vater und Sohn miteinander umgehen. Und es ist unglaublich, dass dieses Reisebuch bereits damals von dem zwölfjährigen Jungen Hanns-Josef Ortheil anhand seiner zahlreichen Notizen geschrieben wurde. Hanns-Josef Ortheil wurde 1951 in Köln geboren. Er ist Schriftsteller, Pianist und Professor für Kreatives Schreiben und Kulturjournalismus an den Universitäten Hildesheim. Seit vielen Jahren gehört er zu den bedeutendsten deutschen Autoren der Gegenwart. Sein Werk ist mit vielen Preisen ausgezeichnet worden. Seine Romane wurden in über 20 Sprachen übersetzt. Jana Haas: „Der Seelenplan – Was unser Schicksal bestimmt“ Verlag: Trinity Jana Haas hat russische Wurzeln und lebt seit 1992 in Deutschland. Von Kindheit an verfügt sie über die Gabe der Hellsichtigkeit und kann geistige Dimensionen genauso deutlich sehen wie die materielle Welt. Mit den Einsichten, die ihr auf diese Weise zuteil werden, bringt sie den Menschen die Zusammenhänge zwischen beiden Welten näher. Wir sind die Schöpfer unseres Lebens: Bereits ehe wir inkarnieren,

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bestimmt unsere Seele einen Plan für die Entwicklung und Entfaltung.

Doch wie können wir unser Potential, wie Hindernisse überwinden? Aus der Quelle ihrer Hellsichtigkeit schöpfend, erklärt Jana Haas die Wirkmechanismen der geistigen Gesetze auf der Erde. Durch unseren freien Willen obliegt es uns, die Welt nach unseren Vorstellungen zu erkennen, Tugenden und Werte liebevoll zu integrieren oder abzulehnen. Aus der daraus resultierenden Resonanz ziehen wir die entsprechenden Menschen und Geschehnisse in unser Ereignisfeld. So gestaltet sich fortlaufend unser zukünftiges Schicksal. Durch ihre liebevolle, klare Ausstrahlung und ihre Bücher eroberte Jana Haas eine große Fangemeinde. In Vorträgen, Seminaren und Schulungen gibt sie ihr Wissen weiter. Die Autorin lebt am Bodensee. Andreas Föhr: „Totensonntag“ Verlag: Droemer Knaur Feuertaufe für Kommissar Wallner Herbst 1992: Bei einer Feier auf einer Berghütte am Tegernsee geraten der frisch gebackene Kommissar Wallner und sein junger Kollege Kreuthner in ein Geiseldrama.

Der Geiselnehmer kommt schließlich unter dramatischen Umständen zu Tode und gibt Kommissar Wallner mit seinen letzten Worten Rätsel auf: In der Gruft von Sankt Veit sollen die Gebeine einer vor vielen Jahren ermordeten Frau liegen. In einem edelsteinbesetzten Sarg. Ein toter Geiselnehmer und ein mysteriöses Skelett. Der erste Fall für Kommissar Wallner, der ihn weit zurück in die Geschichte des Tegernseer Tals führen wird. Andreas Föhr, Jahrgang 1958, gelernter Jurist, arbeitete einige Jahre bei der Rundfunkaufsicht und als Anwalt. Seit 1991 verfasst er erfolgreiche Drehbücher für das Fernsehen mit dem Schwerpunkt Krimi.

Zusammen mit Thomas Letocha schrieb er u.a. für „SOKO 5113“, „Ein Fall für Zwei“ und „Der Bulle von Tölz“. Für seinen Debütroman „Der Prinzessinnenmörder“ ist er mit dem begehrten Friedrich-Glauser-Preis ausgezeichnet worden. Mit „Schwarze Piste“ stand Föhr monatelang unter den Top 10 der Spiegel-Bestsellerliste. Andreas Föhr lebt in Wasserburg.


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Thalia Thalia Autorenlesung Autorenlesung

Mi 8. Oktober 2014

Hanns-Josef Ortheil

Beginn: 20:15 Uhr

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Eintritt: € 10,– Ort: VolksbankHaus

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Beginn: 20:15 Uhr

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Mi 29. Oktober 2014

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Beginn: 20:15 Uhr

Legende Nachtcafe

Eintritt: € 12,– Ort: VolksbankHaus

T halia Kr iminacht Thalia Kriminacht

Mi 19. November November 2014

Eine mörderische Deutschlandreise mit

Beginn: 20:15 Uhr

Simone Buchholz, Tatjana Kruse, Andreas Föhr

Eintritt: € 14,– (inkl. Cocktail) Ort: Thalia Pforzheim

© T. Silz

Mit Thalia Pforzheim Bücher gewinnen Andreas Föhr:

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Coupon ausgefüllt bis 10.09.2014 einsenden: Contact + Communication, Gerda Görnemann Lisztstraße 31, 75179 Pforzheim Name

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Thalia-Buchhandlung Westliche 27-29 • 75172 Pforzheim Tel. 07231 1342-0 • thalia.pforzheim@thalia.de

Telefonnummer Es entscheidet das Los. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Mitarbeiter von Thalia und deren Angehörige dür fen nicht teilnehmen.


von A. L. Szalay · Fortsetzung von Ausgabe 1’14

Wir haben alle Der Arzt ging, und ich drehte mich in Richtung meines Freundes mit der Frage: „Aus welcher Flasche habe ich getrunken?“ Er sagte: „Hier lag einer mit Ruhr. Und da dies eine ansteckende Krankheit ist, wurde er in das städtische Krankenhaus gebracht. Und da ich beabsichtige, weiter hier zu bleiben, habe ich dem Arzt gesagt, dass ich aus der Flasche des Kranken getrunken habe. Damit es mir hier nicht langweilig wird, hast Du auch aus der Flasche getrunken. Klar?“ Da wir als mögliche Infektionskranke eingestuft wurden, bekamen wir ein Zelt, das ca. zwei Kilometer von allen anderen Lebewesen entfernt aufgestellt und eingezäunt war. Es war verboten, die Quarantäne zu verlassen oder irgendjemanden zu empfangen. Essen wurde täglich mit einer Backschaufel hereingereicht. Damit wir uns nicht allzu sehr langweilten, hatten sie uns einige Bücher von Lenin und Stalin gegeben. Wir hatten diese ironische Tat verstanden, Strafe muss sein! Solange die anderen bei den Militärübungen schwitzten, sollten wir uns „bilden.“ So blieb uns nichts anderes übrig, als Witze zu erzählen und Schinkenklopfen zu spielen; entweder mit der linken oder mit der rechten Hand. Einige Jahre später traf ich den Arzt im Zug zwischen Budapest und Győr. Ich erzählte, dass mit meinem Fuß eigentlich gar nichts gewesen sei. Er sagte, dass er es vermutet hätte, aber nachdem er zahlreiche Simulanten mit dämlichen Erfindungen weggejagt hätte, musste er mal einem „Glauben schenken“, schon aus Spaß. Nach der Beendigung der Hochschule kam dann die dreimonatige Offiziersausbildung. Zwei Monate davon in Nordungarn in einem Wald. Die einzige Aufregung war dabei, dass am Ende dieser Zeit Offiziere aus dem Verteidigungsministerium kamen, um die zwischenzeitlich ermittelten „Klassenfeinde“ auszusortieren. Einige von uns wurden sofort nach Hause geschickt. Und man konnte sehen, dass zahlreiche von uns Angst gehabt hatten. Wie schon erwähnt, das Thema war nicht, ob man Offizier werden dürfe oder nicht, sondern ob man als

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regulärer Soldat eingezogen würde oder verschont bliebe. Ich durfte bleiben, Gott sei Dank. Entweder waren meine Unterlagen stichfest oder aber der Prüfer war selbst ein bisschen „Klassenfeind“. Im dritten Monat waren wir dann in Budapest, wo wir das Wochenende jeweils zu Hause verbringen durften. Wir mussten zahlreiche Prüfungen ablegen, vor allem über die Versorgung von Militäreinheiten mit Lebensmitteln und Bekleidung. Problematisch war dabei nur eine einzige Prüfung für mich: Bei Budapest gibt es einen Berg, den „Jánosberg“. In Vierer-Gruppen mussten wir nach einer bestimmten Reihenfolge mehrere auf dem Berg eingerichtete Kontrollstellen mit Hilfe von Landkarte und Kompass passieren. Unsere Gruppe bestand aus vier außerordentlich Begabten, von denen der Allerklügste verkündete, dass wir weder Karte noch Kompass bräuchten. Er kenne die Gegend. So marschierten wir los, bis wir nicht mehr wussten, wo wir waren. Die einzige Möglichkeit bestand darin, zum Anfang unseres Leidensweges wieder zurück zu gehen und neu, ordentlich mit Karte und Kompass, unsere Prüfungsaufgabe wahrzunehmen. Die Brauchzeit für die Strecke wurde gepunktet, und zu unserem Nachteil hatten wir etwa 25 Minuten verloren. Wir versuchten diese 25 Minuten wieder aufzuholen. Das heißt, wir begannen aufs Neue, Schlaumeier zu spielen. Die Kontrollstellen mussten passiert werden, weil die Prüfer mit dem Bestätigungsstempel – Gruppe X, Namen, Ausrüstung und Zeit – dort saßen. Aber zu den Kontrollstellen, so glaubten wir aus

der Karte zu ersehen, konnte man entweder über den Berg oder durch Umrunden der Erhöhungen gelangen. Der Weg durch Umgehen schien ein bisschen länger zu sein, dafür aber weniger beschwerlich. Wir nahmen den Umweg. Kurz vor dem Ziel war eine ebene Strecke von etwa 500 Metern. Wir sahen das Ziel, jedoch ohne Militärgruppen. Beim Ankommen begannen wir stolz herum zu lästern: „Es ist wohl kein Wunder, dass wir Ungarn seit 1485 – damals gegen Wien – keinen Krieg gewonnen haben. Nicht mal für den Rückzug sind wir geeignet! Oh Gott, sind die anderen dämlich!“ Und noch einige militärische Ausdrücke dazu. Von unserem Geschwafel erwachte ein Soldat, der neben der Straße in einem Busch ein Nickerchen gemacht hatte. Er kroch schläfrig heraus und teilte uns unfreundlich mit, dass die anderen schon vor zwei Stunden mit dem Militärfahrzeug in die Kaserne gefahren seien. Er wurde hier gelassen, um uns „Wildschweinjäger“ aufzufangen und mit der Straßenbahn in die Kaserne zu fahren. Trotz dieses peinlichen Versagens wurden wir dennoch Reserveoffiziere, übrigens alle. Sogar einer, ein sehr ordentlicher Junge mit deutscher Abstammung, der alle Prüfungsfragen bewusst falsch beantwortet hatte. Er wollte nicht Offizier dieser „Volksarmee“ werden. Am Anfang wollten wir ihm noch im Geheimen helfen, aber dann bemerkten wir, dass er gar nicht wollte. Danach wurde ich von der Hochschule einer Außenhandelsgesellschaft als Referent zugeordnet. Etwa drei Monate später wurde ich zum besten Arbeiter der Abteilung gewählt. Auf meinen Schreibtisch kam eine kleine rote Fahne. Ich wurde dann solange wiedergewählt, bis sie mich rausgeschmissen hatten. Die liebe Tante Szabó, bei der ich in dieser Zeit als Untermieter wohnte, bemerkte: „Gott oh Gott, wie sind dann die anderen?“ Sie beließ es


nicht bei dieser Bemerkung und bohrte nach: „Wie viele Leute sind bei dieser berühmten Abteilung?“ „80“, sagte ich. „Und wie viele weibliche und wie viel männliche?“ „Etwa 70 Frauen und 10 Männer,“ flüsterte ich leise. „Und wie alt sind diese Menschen?“ „Bei den Männern bin ich der Jüngste und die Frauen ab 35 nach oben.“ „Dann verstehe ich die Wahl. Sie haben ihnen einen Gefallen getan und nehmen es nicht ernst.“ Ich durfte aber nicht unbedingt schlecht gewesen sein, weil ich für die Außenhandelsabteilung in Jakarta vorgesehen war. Manche meinten aber, der wahre Grund dafür sei die Eifersucht des Generaldirektors gewesen. Das einzige Ereignis zwischen seiner Schönen – die gar nicht so schön war – und mir spielte sich im Lift ab. Das vierstöckige Haus steht noch in voller Größe in der Mitte von Budapest, hinter dem Kaffee Gerbeaud. Der Lift war sehr alt, uralt. Auch das Losfahren und auch das Anhalten geschah ruckartig, so dass man Grund hatte, sich abzustützen, wie und bei wem auch immer. Bei so einem Anhalten, rein aus Spaß, hatte ich mich mit zwei Händen so gestützt, dass die Schöne zwischen meinen Armen gewesen war. Danach hat sie hin und wieder aus Spaß gefragt, wann wir das nächste Mal Lift fahren wollten. Dieser Satz wurde bei der Gesellschaft ein geflügelter Satz. Warum auch immer, ich wurde für Jakarta vorgesehen. Damals waren die Grenzen in Ungarn vollkommen geschlossen, nicht mal nach Bratislava durfte man gehen. Demzufolge war ein Job in einer Auslandsvertretung etwas Besonderes. Die Aspiranten wurden auf ihre Abstammung hin bis zu den Großeltern und auf Regimefreundlichkeit streng überprüft. Einige Sätze von Marx auswendig zu lernen, reichte nicht. Statt nach Jakarta zu kommen, wurde ich dann entlassen. Die Personalabteilung hatte dem Verteidigungsministerium dies pflicht-

bewusst mitgeteilt. Ein Klassenfeind durfte wohl auch kein Reserveoffizier sein. Zwar verschwand der Lift aus meiner Erinnerung, aber er verließ meinen beruflichen Werdegang nicht. Nämlich noch in der Zeit meiner Zugehörigkeit zu der Außenhandelsgesellschaft bin ich einer Aufforderung, Vorschläge zum Stromsparen abzugeben, nachgekommen. Ich hatte vorgeschlagen, dass der berühmte Lift nur im Erdgeschoss (logisch), in der zweiten und in der vierten Etage stehen bleiben sollte. Die jungen Menschen könnten zur ersten Etage zu Fuß hoch gehen und die alten Menschen von der zweiten Etage herab. Zur zweiten Etage könnten dann alle wieder mit dem Lift fahren und zur dritten Etage könnten die jungen Menschen wieder von der zweiten Etage zu Fuß hochlaufen und die Alten von der vierten Etage herabgehen. Und diejenigen, die auf der vierten Etage gearbeitet hatten, könnten wieder alle mit dem Lift fahren. Als ich dann später, nach meiner „Flucht“, in Deutschland, um 1968 herum, Marketingleiter für die „sozialistischen“ Länder bei einer großen deutschen Firma war und begann, auch wieder nach Ungarn zu reisen, kam ich auch wieder in dieses Haus, in dem ich früher gearbeitet hatte. Inzwischen war eine andere Außenhandelsgesellschaft in diesem Haus, aber immer noch derselbe Lift. Den ungarischen Geschäftspartner der Außenhandelsgesellschaft, den ich besuchte, um ihm ein größeres Angebot abzugeben, hatte ich vorher auf der Messe in Leipzig getroffen. Ich sagte ihm, dass ich etwa in zwei Wochen käme und fragte, in welchem Zimmer er sitzen würde. Er sagte es mir. Gegenüber seinem Zimmer hatte ich damals gearbeitet. Besucher, insbesondere westliche, mussten sich damals bei der Rezeption im Erdgeschoss mit Ausweis und Einreisegenehmigung melden. Dann wurde nach Rücksprache mit dem Gastgeber gehalten, wann man ab-

geholt werde. Das war normal. So ging es bei den meisten großen Firmen, ob West oder Ost. Beim Besuch in meiner früheren Arbeitsstelle hatte ich nun ein Heimspiel. Ich ging einfach zu dem berühmten Lift. Drückte auf Etage eins und fuhr auf Etage zwei. Dann ging ich zu Fuß zur Etage eins und klopfte an die Tür des Herrn. Ich wusste, dass das Zimmer ein Einmannzimmer ist. Nach der Begrüßungszeremonie erlaubte ich mir, dem Geschäftspartner zu sagen, dass sie einen komischen Lift hätten. Er sagte: „Hier war mal ein Verrückter, der vorgeschlagen hatte, Strom zu sparen, und wir sind noch verrückter, dass wir die Umpolung noch immer nicht zurückgepolt haben. “ Dann ist mir eingefallen, dass ich der Verrückte war. Aber zurück zu meinen Militärereignissen. Nach dem Rausschmiss von der Außenhandelsgesellschaft wurde ich zum Verteidigungsministerium beordert. Ich wurde in ein kaltes, möbliertes Zimmer gesetzt und es hieß, ich solle warten. Nach einer längeren Wartezeit kamen zwei jüngere Offiziere, kaum älter als ich. Sie begannen vor mir auf und ab zu gehen, so richtig zackig, und dabei beschimpften sie mich flegelhaft. Unter anderem sei ich ein Verbrecher, ich hätte das ungarische Volk betrogen, dem Land Schaden zugefügt und eigentlich müsste man mich erhängen, aber man müsste mir den Offiziersrang auf jeden Fall aberkennen. Der eine von den beiden kam mir bekannt vor, als ob ich ihn mal in einem Tanzlokal in Zivil gesehen hätte. Dies gab mir ein bisschen Mut und ich stellte die Frage, ob sie mir den Rang schon aberkannt hätten? „Nein, noch nicht.“ „Dann sprechen sie mit mir, wie man mit einem Offizier zu sprechen hat.“ Die beiden guckten sich an und begannen zu lachen. Der eine sagte zu dem anderen: „Eigentlich hat er Recht.“ Sie ließen mich gehen, mit der Bemerkung „Fortsetzung folgt.“

Fortsetzung in der nächsten Ausgabe.

eine „Rolle“ gespielt

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Der Pforzheimer

www.martin-grabmale.de

Wir stellen vor: Fa. Eugen Martin, Inh. Thomas Schreiber, Steinmetz und Steinbildhauer

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Im Rahmen der Vorstellung der Bestattungspartner am Pforzheimer Hauptfriedhof sprechen wir mit dem Steinmetz und Bildhauer Thomas Schreiber, dem Inhaber der Firma Eugen Martin.

Die Firma wurde 1932 von seinem Großvater Eugen Martin gegründet, von dessen Tochter Ilse Schreiber und Ehemann Gerhard weiter geführt und von dem Sohn Thomas Schreiber 1999 übernommen. Wir finden hier eine Familientradition, die uns durch drei Generationen führt – bis heute – denn die vierte Generation steht bereits am Start: sein Sohn Robert Schreiber, der sich zur Zeit in der Ausbildung zum Mediengestalter befindet. Die endgültige Berufsentscheidung wird dann im kommenden Jahr getroffen, schon heute aber übernimmt er seinen Part im väterlichen Ge-

schäft. Zur Zeit gehören drei Facharbeiter und ein Auszubildender zum Mitarbeiterteam, seine Frau Edith Schreiber hat die kaufmännische Leitung des Unternehmens. Schwerpunkt der Aufträge heute sind Grabmale, sehr persönlichkeitsbezogen, sowohl hinsichtlich des Materials, als auch der Gestaltung. Diese Tendenz macht sich verstärkt, als Ausdruck der heutigen Zeit, bemerkbar.

Das Rohmaterial, die Steine, kommen überwiegend aus der Region, aus Deutschland und Europa.

Unter dem Titel „Tag des Lebens und der Erinnerung“ informierten auf dem Hauptfriedhof, im Rahmen einer Ausstellung, am 19. und 20. Juli 2014, die Friedhofsgärtner, Steinmetze/ Bildhauer und Bestattungsunternehmen, in Kooperation mit der Initiative „Runder Tisch Trauer“, die Besucher über ihre Tätigkeit.


< Hauptfriedhof IHRE BESTATTUNGSPARTNER IN DER REGION  BLUMEN-VOLLMER Sommerweg 21 75177 Pforzheim Tel. 0 72 31/31 47 68  BLUMEN-SCHÄFER Hohenzollernstr. 41 Tel. 0 72 31/31 64 54 und Hachelallee 3 Tel. 0 72 31/31 34 55 75177 Pforzheim  FRIEDHOFSGÄRTNEREI HILLIGARDT Wolfsbergallee 53 75177 Pforzheim Tel. 0 72 31/10 69 18  H. + W. ALBERT STEINBILDHAUERMEISTER Höhenstraße 58 – 60 75179 Pforzheim Tel. 0 72 31/44 16 64

 GESTALTUNG IN STEIN ANDREAS MISSENHARDT STEINBILDHAUERMEISTER Ispringer Straße 40 75177 Pforzheim Tel. 0 72 31/31 38 78  STEINMETZ UND STEINBILDHAUERARBEITEN EUGEN MARTIN Inh. T. Schreiber Bernhardstraße 36 75177 Pforzheim Tel. 0 72 31/31 32 58  PFORZHEIMER BESTATTUNGSHAUS GMBH Thilo Meier Ispringer Straße 42 75177 Pforzheim Tel. 0 72 31/1 54 23 00

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Prof. Dr. Ulrike Krenzlin

ClaudiaHauptmann Was mir Tag für Tag an Kunst entgegendrängt, ist einfach überwältigend. Sei es in Museen, Galerien, und Katalogen. Geradezu wehren muss ich mich, alles zur Kenntnis zu nehmen. Aber was soll ich aus der Fülle auswählen? Was hilft mir das Leben, dies zu bewältigen? Minimal- und Concept Art sind es nicht, sondern eine Kunst, die mit den Großen der Vergangenheit redet, bis hin zu Body Art, in der sich einer im Ringen um Positionen fast selbst beschädigt. Claudia Hauptmann schont sich nicht. Ihre Malerei bleibt nahe am Menschen. Rundes Bild: Claudia Hauptmann „Meine Freiheit“. 2008.Öl/Tempera auf Leinwand. Ø 80 cm. Privatbesitz in Italien.

Claudia Hauptmann „Hülle und Fülle“. 2013 Öl/Leinwand. 140 x 110 cm. Im Besitz der Künstlerin.

Hülle und Fülle Diese Allegorie vom Reichtum unseres Inneren befindet sich im vorpommerschen Heinrichsruh. Claudia Hauptmann schuf für das dortige Künstlerhaus ein vielteiliges Wandbildensemble, wozu die Vier Jahreszeiten gehören. Nach alter Art erzählen diese Bilder vom Leben im Frühjahr, Sommer, Herbst und Winter. In unserem Fall ist der Herbst dargestellt als Zeit der Reife, Erntezeit, Lebensbilanz. Schöne Kleider haben wir erworben. Hier ist es symbolisch ein Rokokokleid mit Rüschen und Reifrock. Aber was ist drinnen? Aus der Hülle fallen so viele Masken heraus. Wir

erschrecken darüber. Und fragen uns: Haben wir mit Menschen, denen wir begegnet sind, vielleicht zu viel abgerechnet und sie fallen gelassen? Oder konnten wir reich werden im Umgang mit ihnen und in der Liebe zu ihnen? Die Nobelpreisträgerin Herta Müller spricht dafür, dass Lebensprobleme, ob banal oder schön, künstlerisch auch heute genau

noch so wie zum Beispiel bei Torquato Tasso und Ludivico Ariost in der Kunst allegorisch überhöht werden sollten, um sie wahrnehmbar zu machen. Die Malerin Claudia Hauptmann verbindet die Allegorie des Herbstes mit dem Vanitas-Motiv: „Gedenke bei deinem Handeln stets des Endes“. Meine Freiheit Auf diesem Tondo stellt sich die Künstlerin als Pegasus dar. Das Pferd, hier ein Mischwesen aus Frau und Pferd, ist, der griechischen Mythologie zufolge, ein Sohn des Meeresgottes Poseidon mit der Gorgone Medusa (s. S. 48 Abb. 3). Nur hat es immer Flügel am Pferdeleib, mit denen es durch die Lüfte fliegt. Die fehlen hier. In dem geflügelten Pegasus haben Künstler seit allen Zeiten die Quelle ihrer Anregung, Inspiration und Weisheit gesucht. Claudia Hauptmann stellt sich mit Palette und Staffeleistab in diese Tradition. Es ist aber ein flügelloser Pegasus, vielleicht auch nur ein Kentaur, der gewöhnlich nicht fliegt. Denn noch bis in die Neuzeit stand diese herrliche Quelle der Inspiration zu künstlerischen Leistungen nur Männern zu. So ist ihr Symbol neu.

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In Ihrem Karten Büro in den SCHMUCKWELTEN Pforzheim erhalten Sie Tickets für alle Stücke aus dem Repertoire des Stadttheaters Pforzheim. Ebenso für alle Veranstaltungen des Kulturhauses Osterfeld, die Abo-Konzerte des Südwestdeutschen Kammerorchesters, des Oratorienchors Pforzheim, für Veranstaltungen des Figurentheaters von Raphael Mürle in Brötzingen, der Volkshochschule Mühlacker, des Tollhauses Karlsruhe und viele, viele mehr!!!

Kulturhaus Osterfeld Pforzheim 16.10.2014 Michael Fritz – Erfolg 19.10.2014 Michael Hatzius – Die Echse und Freunde 26.10.2014 Eva Mattes – Werft eure Herzen über alle Grenzen 21.11.2014 Max Uthoff – Kabarett 29.11.2014 SWR 2 Studio – Brettl XXL 30.11.2014 Django Asül – Rückspiegel 2014 11.12.2014 Weihnachten bei den Buddenbrooks – Friedrich von Thun & Südwestdeutsches Kammerorchester Pforzheim 20.12.– 6.1.15 Winterträume – Varieté

€ 26,60 € 20,90 – 25,40 € 34,30 – 41,20 € 31,00 – 71,00 € 22,15 – 42,50 € 43,69 – 66,69 € 65,90 – 115,90 € 24,30 € 19,80 € 24,30 € 18,70 € 16,50 € 19,80

Theaterhaus Stuttgart 19.01.2015 TAO – Die Kunst des Trommelns

€ 34,90 – 50,90

Porsche Arena 23.10.2014 16.11.2014 26.11.2014 10. – 14.12.14

Lindsey Stirling Chris Rea Mando Diao Holiday on Ice

€ 39,15 € 62,15 – 73,65 € 44,90 € 30,90 – 60,90

Paul Panzer, Schwarzwaldhalle James Blunt, dm-Arena Ina Müller & Band, Schwarzwaldhalle Ehrlich Brothers: Magie – Träume erleben! Schwarzwaldhalle

€ 33,30 € 45,60 – 59,40 € 43,75 – 54,75 € 40,20 – 67,80

Karlsruhe 04.10.2014 19.10.2014 16.11.2014 28.12.2014

Substage Karlsruhe 24.10.2014 Electro Baby: Motorjesus & The Hellboys € 12,00 11.12.2014 Suicide Silence: Marek Lieberberg presents € 30,25

€ 19,00 – 39,00 € 16,20 – 51,00

Schleyerhalle Stuttgart 28.09.2014 Pharrell Williams 05.10.2014 Bülent Ceylan 10.10.2014 Il Divo 14.10.2014 Jan Delay & Disko No.1 08.11.2014 Lenny Kravitz 04.12.2014 Bryan Adams 06.12.2014 Cro 13.12.2014 Beatsteaks 20.12.2014 Fanta Vier 27.12.2014 Broilers

€ 50,65 – € 34,65 € 48,75 – € 36,25 € 70,90 – € 71,35 – € 41,60 € 38,00 € 52,20 – € 34,00

Liederhalle Stuttgart 09.10.2014 Roger Cicero & Big Band 04.11.2014 Hubert von Goisern 10.11.2014 Lang Lang 17.11.2014 Milow 19.11.2014 Jethro Tull’s Ian Anderson 04.12.2014 MIA.

€ 47,00 – 66,50 € 36,90 – 50,80 € 57,00 – 123,00 € 43,90 – 45,95 € 35,80 – 63,80 € 37,85 – 42,25

LKA Stuttgart 17.11.2014 26.11.2014 01.12.2014

€ 22,60 € 37,40 € 36,30

George Ezra Uriah Heep Nazareth

€ 50,89 – 131,39 € 56,79 – 153,33 € 49,74 – 158,99

Mamma Mia Tarzan (ab Nov.) Chicago

62,15

Baden-Baden Festspielhaus 23.10.2014 Mnozil Brass „Happy Birthday“ 19.11.2014 Chris Rea Mannheim 02.10.2014 05.10.2014 19.10.2014

83,25 87,90 82,85

56,70

06.11.2014 11.11.2014

€ 36,80 – 55,20 € 77,25 – 95,65

The Sound of Classic Motown – Sweet Soul Music Revue, Capitol € 43,00 – 47,00 Bushido: Sonny Black Tour, Maimarkt Club € 38,55 Ulrich Tukur & Die Rhythmus Boys – Let’s Misbehave, Capitol € 40,20 – 48,25 CRO: Mello Tour 2014, Maimarkthalle € 40,60 Elaiza – Gallery Tour, Capitol € 35,20 – 41,80

Sonstige (Auswahl) täglich außer Mo. Friedrichsbau Variété Stuttgart 06.09.2014 A-Rock-Night 2014 (Open Air) mit CRO,Madcon und Culcha Candela Mercedes-Benz Werk Rastatt 03.10.2014 A-Capella-Nacht, Kurhaus Baden-Baden 04.10.2014 Passenger, Festhalle Frankfurt 30.10.2014 Onerepublic, Festhalle Frankfurt 01.11.2014 Lily Allen, Capitol Offenbach 21.11.2014 Mario Barth „Männer sind schuld, sagen die Frauen“, MHP – Arena Ludwigsburg 23.11.2014 Annett Louisan, Scala Ludwigsburg 20.12.2014 Lex van Someren’s TRAUMREISE Kurhaus Baden-Baden 22.12.2014 Marshall & Alexander: Alle Jahre wieder – Weihnachtskonzert, St. Bernhard Kirche Baden-Baden 22.01.2015 Fanta Vier, Festhalle Frankfurt

€ 27,00 – 57,00 € 32,00 € 30,30 € 33,40 € 44,90 – 56,40 € 54,30 € 35,95 € 45,55 € 49,00 – 71,00

€ 39,90 € 52,20 – 56,70

Kartenbüro in den SCHMUCKWELTEN Pforzheim Eingang Ecke Kiehnle- und Museumstraße . Poststr. 3 . 75172 Pforzheim Wir sind für Sie da: Montag – Freitag 10 – 19 Uhr Samstag 10 – 15 Uhr www.ticket-pf.de . info@ticket-pf.de

Telefon 07231 1442-442 Fax 07231 1442-443

Preise incl. Gebühren und ges. Mwst. Angaben ohne Gewähr.

Congress Centrum Pforzheim 20.09.2014 Bodo Wartke „Klaviersdelikte“ 02.10.2014 Hagen Rether 15.11.2014 Salut Salon, Die Nacht des Schicksal 19.11.2014 Verka Serduchka & Band 28.11.2014 Cinderella – Das Popmusical 10.12.2014 The Chippendales 29.12.2014 Night oft the dance

Musicals Mi. bis So. Di. bis So. Mi. bis So.


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Gendia Ausgabe-2'14 = August'14  

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