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IM GESPRÄCH MIT MALERIN VIOLA PREISE DER JUGENDMUSIKSCHULEN KFZ-INNUNG: SENIOREN AM STEUER GESCHICHTEN: MEIN SCHÖNSTER TAG SCHÖNHEIT & GLANZ AM ABGRUND

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Diese Zeitschrift wird in Zusammenarbeit mit dem KreisSeniorenRat Enzkreis – Stadt Pforzheim e.V. und mit Unterstützung der Sparkasse Pforzheim Calw hergestellt.

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2016


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Editorial

Inhalt Seite

Liebe Leserinnen, liebe Leser,

es ist der Geist, der sich den Körper baut – dieses Gesetz begleitet den Menschen von der ersten Minute seines Werdens bis zum letzten Atemzug seines Lebens. Die Seniorengeneration erlebt neue Lebensmöglichkeiten. Lag zwei Generationen zuvor das gesegnete und gelebte Alter bei siebzig Jahren, so ist es heute keineswegs außergewöhnlich, das neunzigste Lebensjahr zu erreichen und zu überschreiten. Medizin, Hygiene, Körpertraining und Ernährung machen es möglich, den Körper fit zu halten. Und dann gibt es noch einen Verbündeten: Es ist der Geist, der seine besondere Nahrung fordert. Neu-Gierig ist er – das ist sein Lebenselixier. Erinnerungen sind ein Paradies für die Seele, der Geist braucht neue Nahrung, um in Bewegung zu bleiben. Zu seinen Trainingspartnern gehören die Freude an neuem Wissen, die Lust an neuen Aktivitäten und das spannende Spiel, Bewährtes zu nutzen, um Neues zu Lernen. Und so muss auch der Geist trainiert werden. Es sind geschenkte Lebensjahre, die wir aktiv leben sollten, um sie sinnvoll zu erfüllen. Unsere Zeit ist voller Erlebensmöglichkeiten, in die wir uns nützlich und bestätigend einbringen können, ein Jeder auf seine Weise und mit seinen Vorlieben und Fähigkeiten. All dies hat nichts mit Fleiß oder Pflichterfüllung zu tun. Die Erfüllung dieser Aufgabenstellung ist die Freude und Dankbarkeit über die gewonnenen Jahre. Helfen wir ihnen, diese geschenkte Zeit mit sinnvollem, lebendigem Leben zu füllen. Ihre Gerda Görnemann IMPRESSUM:  Herausgeber: Gerda Görnemann Lisztstraße 31, 75179 Pforzheim Telefon: 0 72 31/15 53 44 Telefax: 0 72 31/15 53 43 E-mail: cucgg@t-online.de  Redaktion: verantwortl.: Gerda Görnemann  Anzeigen: Eva Rank

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 Grafik + Satz: Simone Bok, Agentur für Mediengestaltung, Horb a.N., Daten an E-mail: info@bok-medien.de  Bildbearbeitung: Repro-Mayer, Birkenfeld  Druck: Mayer & Söhne, Druck- und Mediengruppe GmbH  Erhältlich beim Herausgeber, über die Geschäftsstellen der Sparkasse Pforzheim Calw und dem KreisSeniorenRat Enzkreis – Stadt Pforzheim e.V. Ebersteinstraße 25, 75177 Pforzheim

Prof. Dr. Ernst Peter Fischer: „Das kleine Leben …“ 4–5 Dr. Thomas Gesterkamp: „Männerpolitik mit Frauen im Dialog“ 6 – 7 Im Gespräch: Viola, die Malerin 8–9 Die Jugendmusikschulen & Jazz meets Classics 10 – 13 Jubiläum: 250 Jahre Goldstadt 14 – 15 Ein Märchen der Edelsteine … 16 – 17 Eröffnung Arlinger Bürgerhaus 18 – 19 Pforzheimer Bau & Grund: Regeln für ein sicheres Zuhause 20 Stadtbau: Wohnen mit Service 21 Johanneshaus Öschelbronn: „Menschenwürdige Pflege …“ 22 Haus Schauinsland: „Das Pflegestärkungsgesetz“ 23 Senioren erzählen: „Mein schönster Tag …“ 24 – 30 SPPS Pforzheim: Pflegestärkungsgesetz 31 „Ein echter Kraftakt“ – Haus Bethesda 32 – 33 Senioren Residenz „Haus Bergdorf“ und „Haus Büchenbronn“ 34 – 35 Rechtsanwältin Isabel Hutter-Vortisch: „Die Betreuungsverfügung“ 36 Merz: Moderne Textillogistik 37 Kulturhaus Osterfeld: Programm 38 AOK Pforzheim: Hilfe gegen das Ausbrennen 39 Der KreisSeniorenRat: Aktivitäten 40 – 43 Schloss Neuenbürg: „Märchenhaftes Schloss mit Herz“ 44 – 45 Sparkasse Pforzheim Calw berichtet: 46 – 47, 58, 66 Prof. Dr. Ulrike Krenzlin: „Schönheit und Glanz am Abgrund“ 48 – 53 Ausstellung im Schmuckmuseum Pforzheim: „Wilde Mischung“ 54 – 55 KFZ-Innung: „Senioren am Steuer, eine unendliche Geschichte“ 56 – 57 Bücher – Bücher – Bücher 59 – 60 Mit „Thalia“ Bücher gewinnen 61 Der Pforzheimer Hauptfriedhof 62 – 63 Familienerlebnis Europapark 64 – 65 Sparkasse Veranstaltungskalender 67 Titelbild: Die Malerin Viola mit ihrer Tochter Elena und ihrem Enkel Simon, Foto: © Günter Bielz.

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Prof. Dr. Ernst Peter Fischer

Das kleine Leben Es ist zwar noch ziemlich früh im neuen Jahr, aber die wissenschaftlichen Zeitungen scheinen sich schon jetzt sicher zu sein, wem die Schwedische Akademie im Dezember 2016 den Nobelpreis für Medizin oder Physiologie überreichen wird, nämlich dem Trio, dem die Lebenswissenschaften eine Technik zu verdanken haben, die den unaussprechlichen Namen CRISPR-Cas9 trägt – also „krisperkasneun“ oder so ähnlich – und der etwas ganz Besonderes zu verdanken ist. Die Fachwelt spricht von einem „Human Gene Editing“, das jetzt möglich wird und was eine international besetzte Konferenz kürzlich in Washington D.C. ausführlich erörterte. Das zu ehrende Trio besteht aus Jennifer Doudna, Emmanuelle Charpentier und Feng Zang, die in Berkeley, Berlin und Massachusetts arbeiten. Ihre Technik mit dem zungenbrecherischen Namen haben die Forscherinnen und Forscher Bakterien abgeschaut, die von Viren befallen werden und sich auf diese Weise vor ihrer Zerstörung wehren – wobei es anfangs um die Haltbarkeit von Joghurts ging. Inzwischen ist man von den Milchprodukten ausgehend da angekommen, wo Wissenschaft immer hin will, nämlich beim Menschen. Es soll hier aber nicht um die möglichen Eingriffe in unsere Genanlagen gehen, obwohl in England ein erster Eingriff in die Zellen eines Embryos geplant ist und von der Regierung eine Zulassung bekommen hat. Hier soll es darum gehen, wie still diese Forschung mit Bakterien und Viren vor ziemlich genau 100 Jahren begonnen hat. Diese Geschichte soll als Beispiel dafür dienen, was einer der Begründer der Molekularbiologie, der aus Berlin stammende Max Delbrück (1906 – 1981) einmal so formuliert hat: „Als Wissenschaftler kann man die Welt mehr verändern als jeder Feldherr mit seinen Armeen; und während man das tut, kann man ganz still in einer Ecke sitzen“ – bis man im Licht der Nobelfeiern auftreten muss. Von einer dieser Ecken soll erzählt werden, von einem kleinen Leben in einer Schale mit immer größeren Folgen für die Gesellschaft. Wie viele hoffentlich noch aus ihrer Schulzeit in Erinnerung haben, stehen am Anfang der Erbforschung, die seit 1906 Genetik heißt, die Ex-

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perimente, die der Mönch Gregor Mendel im Jahre 1866 in seinem Klostergarten in Brünn mit Erbsen gemacht hat. Mendel bemerkte dabei, dass es so etwas wie Erbelemente gibt, aber er konnte nicht sagen, woraus sie bestehen und wie sie agieren. Nach den Pflanzen wandten sich die Bioforscher den Fliegen zu, die sich schneller vermehren und bis heute untersucht werden, die aber auch zunächst nicht das eigentliche Geheimnis preisgaben, das die Genforscher interessierte. Sie wollten wissen, was die Natur der Erbanlagen ausmacht, die seit 1909 den hübschen und eingängigen Namen Gene tragen. Woraus bestehen Gene? Wie sind sie aufgebaut? Wie verrichten sie ihre Arbeit? Den Antworten auf diese Fragen ist man erst näher gekommen, als die Biologen lernten, sich dem Leben von Mikroorganismen zuzuwenden und es gelang, Bakterien in Schalen zu züchten. Vor einhundert Jahren bemerkten dann Frederick Twort und Felix d’Herelle – zwei heute eher in Vergessenheit geratene Mikrobiologen aus England und Belgien –, dass man erstens aus Bakterien auf einem festen Nähr-

medium einen Rasen bilden kann, in dem sich dann zweitens Löcher stanzen lassen, wenn man etwas hinzugibt, das noch kleiner als die Bakterien ist. Gemeint sind Gebilde, die einen sehr engen Filter passierten, an denen Bakterien hängenblieben und die man deshalb Viren nannte, wobei das lateinische Wort „Virus“ so viel wie „giftiger Saft“ bedeutet. Doch seit Mendel diskrete Erbpartikel gefunden hatte, meinten Twort und d’Herelle, auch die Viren seien winzige Teilchen, was in ihnen die Hoffnung aufkommen ließ, so etwas wie die Atome der Vererbung entdeckt zu haben. Sie haben zu diesem Zweck sogar bei Albert Einstein angefragt, ob die Löcher im Rasen seiner Ansicht nach von solchen biologischen Atomen kommen könnten, und der große Physiker hat gelächelt und „Ja!“ gesagt. So ermutigend dies war, mit ihren Schalen kamen die beiden Bakteriologen mit ihren Experimenten trotzdem nicht weiter, und sie konnten mit dem Hinweis auf Atome nicht viel anfangen. Es dauerte bis in die 1930er Jahre, bevor jemand zeigen konnte, dass Viren tatsächlich kein Saft, sondern winzige Par-


mit großen Folgen tikel sind, die einzeln in Bakterien eindringen und sie vernichten konnten, und es dauerte sogar bis in die Jahre nach dem Zweiten Weltkrieg, bevor sich verstehen ließ, dass man mit Bakterien und Viren sogar Genetik treiben konnte. Zwar hatte man immer gedacht, dass nur höhere Lebensformen über klassische Gene verfügen, aber dann zeigte sich, dass auch Bakterien und Viren so etwas wie Sex haben und dabei ihre genetischen Moleküle auch vermengen und austauschen können. Eine prominente Rolle hat dabei der aus Berlin stammende und oben zitierte Max Delbrück gespielt, der 1969 den Nobelpreis für Medizin bekommen hat, auf den das erwähnte Trio jetzt wartet. Übrigens, es war damals auch ein Trio, das nach Stockholm eingeladen wurde. Delbrück wurde nämlich begleitet von dem Italiener Salvadore Luria und dem Amerikaner Alfred Hershey, die alle zusammen dafür verantwortlich sind, dass aus der eher quantitativen genetischen Wissenschaft ein exaktes Unternehmen wurde. Zwar konzentrierte man sich zu Delbrücks Zeiten zunächst mit aller Macht auf das alte Thema, woraus die Gene im molekularen Detail bestehen und wie sie aufgebaut sind. Doch als die Frage 1953 mit der Vorstellung der berühmten Doppelhelix aus DNA ihre elektrisierende Lösung erhielt, richteten einige Genetiker ihr Augenmerk auf das Wechselspiel zwischen den Bakterien und den Viren, die sie angreifen und zerstören können. Es war längst aufgefallen, dass einige Bakterien in der Lage waren, sich den Angriffen von Viren zu widersetzen und die Eindringlinge zu vernichten, statt von ihnen von innen gefressen zu werden. Genauere Untersuchungen zeigten dann, was dabei im Detail passierte: Bakterien verfügen über eine Art Scheren, mit

denen sie das Erbgut ihrer Feinde erfassen und zerlegen und auf diese Weise unschädlich machen können. Bei weiteren Analysen stellte sich heraus, dass der Schnitt durch das Erbmaterial der Viren so vollzogen wird, dass dabei lose Enden entstehen, wie man sagte. Und mit deren Hilfe lassen sich die Teilstücke der DNA von Viren neu zusammensetzen, und nicht nur das. Bald stellen die Genbastler fest, dass sie jedes Erbgut mit den Scheren der Bakterien durchtrennen und die entstehenden Stücke verleimen können, wie sie wollen. Mit dieser Erkenntnis dauerte es nicht mehr lange, bis erste Teams in den 1970er Jahren die Neukombination von Genen vollziehen konnten, die als Gentechnik bekannt wurde und bis heute Furore macht. Sie erlaubt es, Genmais herzustellen oder Gentherapien auszuführen. Wer nun glaubte, die Qualität und Genauigkeit der molekularen Scheren und die Leistungsfähigkeit der Gentechniker ließe sich nicht übertreffen, muss sich seit ein paar Jahren eines Besseren belehren lassen. Wie nämlich ein intensives und höchst genaues Betrachten der Gene von Bakterien zeigte, wie es ohne gentechnische Hilfe und ohne die im Gefolge dieses Fortschritts entwickelten Methoden undenkbar und undurchführbar geblieben wäre, können Bakterien nicht nur die Gene ihrer viralen Angreifer zerschnippeln, sondern alternativ dafür sorgen, dass ein Teil von deren Erbgut in die eigenen, bakteriellen Gene eingebaut wird. Wenn sich nun erneut ein alter Fressfeind in Form eines bekannten Virus nähert, kann das Bakterium sich problemlos wehren und mit Hilfe der in der eigenen DNA gespeicherten Information die Gene des Gegners erst erkennen und dann besetzen, um sie anschließend auszuschneiden, wodurch es gerettet ist. Die Exper-

ten sprechen bei diesem trickreichen Vorgehen von einer Art Immunsystem der Bakterien, und seit sie es kennen, kommen sie aus dem Staunen nicht mehr heraus. Der Abwehrapparat der Bakterien kann nämlich nicht nur mit genetischen Informationen von Viren, sondern ganz allgemein mit jeder beliebigen genetischen Information bestückt und an ein lockendes Ziel im Erbgut eines Organismus befördert werden. Dort trennt er ein Gen heraus und setzt ein anderes ein, so wie man in einem Text ein Wort streicht und durch ein anderes ersetzt. Bei einem Manuskript ist dies die Aufgabe des Editors, und deshalb kann man jetzt auch das genetische Manuskript von Organismen edieren, und das ganze Verfahren lässt auch Eingriffe in den genetischen Text eines Menschen zu. Human Gene Editing – das ist jetzt eine große Aufgabe. Sie ist auf der einen Seite so einfach, dass sie jeder, der bereit ist, ein paar Hundert Euro zu investieren, in seiner Küche ausführen kann. Und sie ist auf der anderen Seite so wirksam, dass man wirklich überlegen muss, was gehen soll und was nicht gehen darf. Natürlich werden jetzt wieder Ethikkommissionen zu tun haben. Aber sie sollten keine Verbote aussprechen und stattdessen die Richtung wählen, in die man gehen soll. Unabhängig davon bleibt es erstaunlich, aus welch kleinen Anfängen diese großen Möglichkeiten den Menschen zugewachsen sind. Am Anfang betrachtete man das kleine Leben in einer Schale. Jetzt steht das große Leben selbst auf der Waagschale. Wie wird sie sich neigen? Die Zukunft des Menschen war selten so offen wie heute, man darf gespannt sein, auf die Möglichkeiten, die dabei genutzt werden. Wird es wirklich einen neuen Menschen geben, oder bleibt es der alte, nur technisch besser gerüstet? Wer kann das wissen?

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Dr. Thomas Gesterkamp

Männerpolitik – mit

Thomas Gesterkamp, Journalist und Autor.

Wie können männliche Anliegen und Probleme stärker in die Politik eingebracht werden, ohne dabei auf Konfrontationskurs zu Frauen zu gehen? Die Etablierung des „Bundesforums Männer“ als Gegenstück zum weiblichen Dachverband „Deutscher Frauenrat“ macht Hoffnung, ist aber nur ein erster Baustein einer neuen „Männerpolitik“. Männerpolitik ist ein interpretationsbedürftiges Wort, das häufig falsch verstanden wird. Ist der herkömmliche Politikbetrieb nicht schon immer Männerpolitik gewesen – im Sinne der selbstverständlichen Besitzstandswahrung männlicher Privilegien? In einem männeremanzipatorischen Kontext aber meint Männerpolitik einen eigenständigen Ansatz, der männliche Interessen, Bedürfnisse und auch Diskriminierungen unter geschlechterpolitischen Aspekten betrachtet und entsprechend Einfluss zu nehmen versucht – als eigenständiges Pendant zur Frauenpolitik. Gleichberechtigte Strukturen können die Geschlechter nur gemeinsam erreichen. Doch männerpolitische Anliegen sind dabei kein bloßes Anhängsel von Frauenförderung. Diese Deutung hat sich noch längst nicht überall durchgesetzt. Geschlechterpolitik war lange Zeit ausschließlich Frauensache und wurde von den Akteurinnen auch so definiert: als Gleichstellungsstrategie „von und für Frauen”, als Ausgleichspolitik, bei der Frauen gewinnen und Männer auf Vorrechte verzichten sollten. Selbst Männer, die mit frauenpolitischen Zielen im Grundsatz sympathisierten, hatten in diesem Umfeld wenig Gelegenheit, eine produktive eigene Sichtweise einzubringen. Männer waren bei der Institutiona-

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lisierung von Frauenanliegen seit den 1980er Jahren, als in Behörden und anderen Institutionen die ersten Frauenbeauftragten ihr Amt übernahmen, schlicht keine Adressaten von Gleichstellungspolitik. Männer galten nicht als hilfsbedürftig und damit auch nicht als förderungswürdig. Sie schienen in keiner Lebenslage Benachteiligungen zu erfahren oder gar „Opfer” zu sein. Täter-Opfer-Schema überwinden In unserem Nachbarland Österreich war 2001 die Aufregung groß: Das Wiener Bundesministerium für Arbeit, Soziales und Konsumentenschutz richtete damals eine „Männerpolitische Grundsatzabteilung” ein. Anfangs stand das Projekt stark in der Kritik: Frauenverbände fürchteten die Umschichtung von Fördergeldern. Doch der politische Wirbel um die neue „Männerpolitik” in der Alpenrepublik hat sich längst gelegt – und auch anderswo wird die Idee inzwischen entspannter diskutiert. In Deutschland entstand 2010 das Referat „Gleichstellungspolitik für Jungen und Männer”, allerdings nur gering budgetiert und aus wenigen Planstellen bestehend. Im Gegensatz zur österreichischen Situation, wo die „Grundsatzabteilung” isoliert im Sozialministerium platziert wurde, ist das deutsche Männerre-

ferat immerhin fest integriert in die Abteilung Gleichstellungspolitik im Familienministerium. Die institutionellen Voraussetzungen für einen geschlechterpolitischer Dialog sind also durchaus gegeben. Ein produktiver Austausch mit der Frauenpolitik könnte stattfinden, doch die Hürden sind weiterhin hoch. Dringlich ist in vielen Politikfeldern, das Täter-Opfer-Schema zu überwinden. Nicht alle Jungen, doch besonders Schüler aus bildungsfernen Schichten und Migranten, haben mehr Schwierigkeiten als Schülerinnen. Nur langsam etabliert sich für Männer eine spezifische und vom Staat unterstützte Gesundheitsberichterstattung – angesichts der über fünf Jahre geringeren Lebenserwartung des angeblich „starken Geschlechts” war das schon lange überfällig. Dass Gewalt nicht nur von Männern ausgeht, sondern sich (im öffentlichen Raum) auch überwiegend gegen sie richtet, ist ein stark unterbelichtetes Thema. Und bei so mancher Trennung und Scheidung werden Kinder zum Faustpfand in Beziehungskonflikten instrumentalisiert. Zwar lässt sich aus all diesen Beispielen keine flächendeckende Diskriminierung des Mannes qua Geschlecht ableiten. Ein vorbehaltloser Blick auf die Nachteile männlicher Lebensentwürfe ist dennoch sinnvoll. Einseitige Perspektive Der Rollenwandel von Frauen bewegt sich nicht im luftleeren Raum. In der Auseinandersetzung mit gesellschaftlichen Strukturen, aber auch im Alltag privater Beziehungen hängt er stets zusammen mit dem Rollenwandel von Männern. Zumindest Teilgruppen der Männer wollen sich verändern; sie sind „in Bewegung”, wie es die kirchlichen Männerstudien von Paul Zulehner und Rainer Volz zuletzt 2009 formuliert haben. Deshalb sind schein-


Frauen im Dialog schen Union und ihrer Förderpraxis überwiegt jedoch immer noch ein Denken, das Geschlechterpolitik weitgehend mit der Vertretung von Fraueninteressen gleichsetzt. Männer bilden ebenso wenig wie Frauen eine einheitliche Gruppe. Wenn Geschlechterforscher von „hegemonialer Männlichkeit” sprechen, beschreiben sie die offensichtliche Präsenz von Männern an der Spitze von Wirtschaft, Politik und Wissenschaft. Andererseits sind schlecht

lereien, sondern Facetten von nicht durchgängig vergoldeten Männlichkeiten – und damit bedeutsame Ergebnisse eines „gegenderten” Blicks auf sämtliche Politikfelder. Förderprogramme für Jungen oder mehr Männerforschung an den Hochschulen müssen nicht zwangsläufig zu Lasten der Frauenpolitik gehen. Angesichts von Sparprogrammen grassiert zum Teil berechtigt die Angst, der zu verteilende Kuchen werde nicht größer,

Immerhin wird Männerpolitik inzwischen als eigenständiger Bereich betrachtet. Ein Ausdruck davon sind die von den zuständigen Ministerien veranstalteten internationalen Tagungen zur Männerpolitik. Die erste Veranstaltung dieser Art fand 2012 in Berlin statt, im Herbst 2014 folgte ein zweiter Kongress in Wien, im Herbst 2016 wird ein Treffen in Luxemburg folgen. Im deutschsprachigen Raum ist der Dialog zwischen Männer- und Frauenpolitik vorangekommen. In der Europäi-

qualifizierte Männer überdurchschnittlich häufig arbeitslos, leiden Trennungsväter unter der Abwesenheit ihrer Kinder, birgt der traditionelle männliche Lebensstil ein hohes Gesundheitsrisiko. Die einstigen Helden der Industriearbeit ausgemustert; ein Erziehungssystem mit fehlenden männlichen Bezugspersonen; eine Krebsprävention, die als zweitrangig gilt, weil von ihr nicht die biologische Reproduktionsfähigkeit der Gesellschaft abhängt: Das sind keine Erbsenzäh-

sondern eher kleiner. Eine produktive Zusammenarbeit in Geschlechterfragen setzt jedoch voraus, dass die Anliegen der Männerpolitik von aufgeschlossenen Frauen und ihren Organisationen unterstützt werden.

Foto: Fotolia.com © Pathfinder

bar witzige, auf Männer gemünzte Beschreibungen wie „verbale Aufgeschlossenheit bei weitgehender Verhaltensstarre” (ein mittlerweile dreißig Jahre altes Zitat des kürzlich verstorbenen Soziologen Ulrich Beck) oder die angebliche „Scheu vor dem feuchten Textil” (wenn es um die Beteiligung der Männer an der Hausarbeit geht) nicht mehr zeitgemäß. An der vielfältigen Realität heutiger „Männlichkeiten” gehen sie schlicht vorbei.

Dr. Thomas Gesterkamp ist Publizist in Köln. Zuletzt erschienen seine Bücher „Die neuen Väter zwischen Kind und Karriere” (Budrich Verlag 2010) sowie „Jenseits von Feminismus und Antifeminismus” (Springer VS 2014). Internet: www.thomasgesterkamp.de

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Titelgeschichte

ViOLA – Ihre lasziven, schmalen Frauengestalten zeigen sich meist gesichtslos und in farbenleuchtender Eleganz. Individuelle Charaktere vermitteln sich durch Haltung oder minimale Accessoires. Männer finden in ihren gemalten Erzählungen nicht statt – aus welchen Gründen auch immer. Sie wird es uns später erzählen. Blühende Landschaften gehören zum Farbspiel ihrer Kompositionen. Ihre Vita: ViOLA wurde im Pforzheim geboren. Im Alter von 10 Tagen zieht sie mit ihren Eltern in die Nähe von Barcelona. Sie besucht eine deutsche Schule und kehrt 1980 nach Pforzheim zurück. Sie macht ihre Gesellenprüfung an der dortigen Goldschmiedeschule und beginnt 1985 ein Studium zur Schmuck-Designerin an der dortigen Hochschule für

statt und sie finanziert ihre Malerei durch Frühschichten bei der Post und danach als Dozentin bei der Volkshochschule. In dieser Zeit entstehen viele Bilder auf den Rückwänden von Kommoden, Schränken, Spanplatten. Später, bei allmählicher Verbesserung der finanziellen Lage durch den steigenden Verkauf der Bilder bei Ausstellungen, auf Leinwand. monisches lichtdurchflutetes Miteinander von Atelier, Präsentation und Wohnraum auf 250 qm. Hier ist Raum für die lebensgroßen und transparenten Acrylstelen in ihrer faszinierenden Weiblichkeit, und die maximale Wirkung der Bilder im Zusammenspiel ihrer farbenleuchtenden Vielfalt. Man sollte es sich anschauen. Mit voriger Anmeldung ist es möglich. Und da gibt es noch eine Tochter und einen Enkel Beginnen wir mit der Tochter Elena. Sie ist 27 Jahre alt, glücklich verheiratet und hat einen vierjährigen Sohn Simon. Nach Abschluss ihrer

Gestaltung. Die künstlerischen Fächer Malerei, Aktzeichnen und Plastizieren bestätigen sie in ihrer Entscheidung, sich nach dem Diplom 1989 ganz der Malerei zu widmen. Schon während des Studiums findet die erste erfolgreiche Ausstellung

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1996 eröffnet der Umzug in ein größeres Atelier in Bad Liebenzell neue und interessante Ausstellungs- und Ausweitungsmöglichkeiten. Nach nochmaligem Umzug residiert ViOLA heute in ihrem Atelier über der Enz in Pforzheim. Es ist ein har-


die Malerin Ausbildung zur Industriekauffrau übernimmt sie nun die anfallenden Arbeiten im Büro ihrer Mutter. Sie zeigt aber auch ihre künstlerische Seite. Nicht die Malkunst ist der Ausdruck ihrer Leidenschaft. Es ist das „süße Leben“, das ihrer tätigen Ausdrucksmöglichkeit Geltung verschafft, will sagen: „Ich habe mein kreatives Ventil im Backen gefunden. Hier kann ich experimentieren, fantasieren, ausprobieren, kontaktieren und Attraktivität und Genuss mit immer wieder neuen Ideen und Ausführungen ins Blickfeld rücken. Seit drei Jahren blogge ich nun auch auf meiner Webseite „Das süße Leben“. Hier teile ich mein Hobby mit allen Backinteressierten, kommuniziere und zeige eigene Rezepte und Techniken.“ Und Simon, der Enkel? Mit großem Vergnügen schwingt er schon heute im Atelier seiner „Lola“ den Pinsel und spielt mit der Buntheit der Farben.

Gemalte Skulpturen, Frauen auf Acrylstelen Das transparente Trägermaterial wird zum festen Bestandteil ihrer Kunst. Genauso das Thema des weiblichen Körpers – unerschöpflich in der Darstellung zieht es sich bis heute in den Arbeiten durch. Fotos: © Susanne Roth, © Günter Bielz

Übrigens zum Thema Männerkörper: „Frauenkörper reizen mich deshalb in der Malerei, weil ich sie einfach ästhetischer, spannender ,wohlgeformter und graziler als Männerkörper empfinde – wohlgemerkt in der Malerei – kleide ich doch meine Damen gerne in farbige, schwingende Gewänder und das sähe an einem gerade geschnittenen Männerkörper einfach langweilig aus!

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Jugendmusikschule Neuenbürg

Nur erste Preise –

Jugendmusikschule Neuenbürg mit großen Erfolgen bei „Jugend musiziert“

Der 53. Regionalwettbewerb von „Jugend musiziert“ 2016 fand am vergangenen Wochenende in Wildberg bei Nagold statt. Fast 200 Teilnehmer aus dem Nordschwarzwald kamen in Einzel- oder Ensemblewertungen vor eine Fach-Jury und präsentierten ihr Können. Klasse Christian Knebel) und Phoebe Bock (Tuba, Klasse Michael Pietsch) mit 23 Punkten und einem 1. Preis. Die Ehrung der Preisträger wurde im Neuenbürger Gemeinderat am 23. Februar vorgenommen. Das Preisträgerkonzert mit allen Teilnehmern war am 19. März im Evangelischen Gemeindehaus Birkenfeld. Der Landeswettbewerb (ab Altersgruppe II) fand vom 8. – 12. März in Böblingen statt.

Nick und Luca Gengenbach erleichtert nach ihrem jazzbetonten Wertungsprogramm.

Bild rechts: Béryl Greb (Flöte) und Emilie Bauer (Klavier) mit ihren Lehrern im Einspielzimmer.

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Zwei Preisträgerkonzerte vor Ort fanden statt. Neun Schülerinnen und Schüler aus Neuenbürg waren dieses Jahr mit hohen Auszeichnungen zurückgekommen. In der Kategorie „Violine solo“ traten drei junge Geiger aus der Klasse von Liliana Brzecki an: Evelyn BaoChau Vu in der Altersgruppe I a (25 Punkte, 1. Preis), Ignacy Brzecki in der AG Ib (25 Punkte, 1. Preis) und Emilia Haefner in der AG III (24 Punkte, 1. Preis mit Weiterleitung zum Landeswettbewerb). Sie durfte auch beim Preisträgerkonzert auftreten. Die Korrepetition der Geiger übernahm Astrid Wittösch am Klavier.

In der Kategorie „Klavier und ein Holzblasinstrument“ kamen in der AG III Béryl Greb (Querflöte, Klasse Joanna Trautmann) und Emilie Marie Bauer (Klavier, Klasse Christian Knebel) mit 23 Punkten und einem 1. Preis zum Landeswettbewerb. Das Duo Nick und Luca Gengenbach (Saxophon und Klavier, Klassen Alexander Gorbachev und Christian Knebel) in AG IV wurde mit 25 Punkten und einem 1. Preis weitergeleitet. Ebenso zum Landeswettbewerb darf in der Kategorie „Klavier und ein Blechblasinstrument“ in der AG II das Duo Viktoria Wittmann (Klavier,


Jazz meets Classics Die unterschiedlichen Musikdisziplinen sind in Wahrheit doch erstaunlich kompatibel. Im Schloss Neuenburg erwartet Sie am 16. April ein musikalisches Crossover-Highlight, bei dem sich zwei ECHO-Preisträger die Ehre geben.

Der gebürtige Neuenbürger Sebastian Studnitzky (Bild oben rechts) war schon immer als Wanderer zwischen den Genres Jazz, Klassik und Elektro unterwegs. Seine Vielseitigkeit und stilistische Aufgeschlossenheit zelebriert er durch sein faszinierend emotionales Spiel an Trompete und Klavier. Bei seiner ungewöhnlichen Musik erscheint kein Ton zu viel. Sie ist detailliert, minimalistisch, transparent, dabei von großer emotionaler Tiefe und beeindruckend eigen. Studnitzky setzt sich mit seiner Musik wohltuend vom gängigen Klassik-Jazz-Crossover ab. Hier wird tatsächlich etwas ganz Neues geschaffen. Musik zu kantig für Pop, zu emotional für Jazz, zu üppig für Elektro, zu groovig für Avantgarde. Dass Studnitzky als Trompeter und als Pianist auf internationalem Top-Niveau musiziert, ist

an sich schon eine Sensation. Wie wenige andere Instrumentalisten seiner Generation, ist er in Clubs und auf Festivals weltweit präsent. Studnitzky wurde 2015 mit dem ECHO Jazz-Award in der Kategorie „Bester Blechbläser national“ ausgezeichnet. Lars Danielsson, (Bild links unten) der bekannte schwedische Bassist, Cellist, Komponist und Produzent, ist der Gewinner des ECHO-JazzAward 2015 in der Kategorie „Instrumentalist des Jahres international Bass/Bassgitarre“. Die Faszination für die unbegrenzten Möglichkeiten des vierhändigen Klavierspiels führte 1990 an der Staatlichen Hochschule für Musik, Trossingen, die serbischstämmige Pianistin Ljiljana Borota und den in Stuttgart geborenen Pianisten Christian Knebel (Bild oben links Mitte) zusammen, die ein Duo formten, das sich schwerpunktmäßig mit unedierten und wenig bekannten Werken namhafter Meister des 19. und 20. Jahrhunderts beschäftigt.

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Jugendmusikschule Pforzheim

Musikschüler sahnen erste Fünf Weiterleitungen Ausschließlich mit ersten Preisen wurden beim 53. Regionalwettbewerb „Jugend musiziert“ für die Region Nordschwarzwald in Wildberg die jungen Musikschüler der Jugendmusikschule Pforzheim GmbH für ihre Wettbewerbsvorträge von den Fachjurys belohnt. „Dies ist ein satter Beweis für die erfolgreiche Arbeit an der Jugendmusikschule Pforzheim und zugleich Bestätigung für unsere Lehrkräfte. Wir sind auf dem richtigen Kurs“, bestätigt Schulleiter Andreas Michel. Andreas Michel, Leiter der Jugendmusikschule Pforzheim GmbH.

Die Schulband „Simply Noize“ bei ihrem Auftritt am „Tag der Musik“ in Pforzheim unter der Leitung von Bandcoach Michael Wesssinger, JMS Pforzheim.

Cellounterricht bei Cellolehrerin Magdalene Seith.

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Beim Landeswettbewerb vom 8. bis 12. März 2016 in Böblingen und Herrenberg mussten die Musikschüler ihre Fähigkeiten erneut unter Beweis stellen, als die Besten der Regionen ihre Programme aus unterschiedlichen Epochen vortrugen. „In jedem Falle stellt der Wettbewerb ein wertvolles und prägendes Erlebnis dar. Ohne die Jugendarbeit und Organisation der öffentlichen Musikschulen könnte dieser unter der Schirmherrschaft des Bundespräsidenten stehende Wettbewerb niemals realisiert werden“, so Michel. Eine besondere Würdigung erhielten Lehrkräfte und Musikschüler beim

öffentlichen Preisträgerkonzert in der Jugendmusikschule nach dem Landeswettbewerb. Folgende Ergebnisse erhielten die Pforzheimer Musikschüler: • Kategorie: Streichinstrument, solo: Vonbank, Melinda Dorothea, Violine und Dieringer Ricarda Sophia, Klavier; Altersgruppe III, 1. Preis mit Weiterleitung zum Landeswettbewerb. • Kategorie: Klavier + Holzblasinstrument, Duo: Nguyen, Minh Phuc Bayer, Klavier und Bullert, Celine, Querflöte; Altersgruppe II, 1. Preis.

Jenkner, Fabius, Klavier und Rosenbauer, Leanna, Querflöte, Altersgruppe II, 1. Preis mit Weiterleitung zum Landeswettbewerb. Odenthal, Felicitas, Klavier und Scholz, Mara, Querflöte, Altersgruppe III, 1. Preis mit Weiterleitung zum Landeswettbewerb. Willwerth, Jonas, Klavier und Schran, Lisa Sophie, Oboe, Altersgruppe IV, 1. Preis. Mercier, Gregoir, Klavier und Engert, Leonard, Oboe, Altersgruppe V, 1. Preis mit Weiterleitung zum Landeswettbewerb. • Kategorie: Ensemble Alte Musik: Renkert, Heidi, Blockflöte; Glanz,


Preise ab zum Landeswettbewerb „Jugend musiziert 2016“ Julia, Blockflöte; Schneider, Alice, Blockflöte und Cembalo; Dombrowski, Thomas, Blockflöte und Cello Altersgruppe V, 1. Preis mit Weiterleitung zum Landeswettbewerb. Darstellung großer Bandbreite Die Angebotspalette der Jugendmusikschule ist schon sehr beachtlich: da gibt es den klassischen Musikunterricht in allen Orchesterinstrumenten. Doch wer meint, dass das alles ist, wird eines Besseren belehrt. Das Dach der Jugendmusikschule hat Platz für alle Musikgenres bis hin zu Pop und Rock. Dies bewiesen die Musikschüler am „Tag der Musik“ der Stadt Pforzheim, dessen Organisation von Anfang an die Sektion Musik des Kulturrates inne hatte. Dessen Sprecher ist seit wenigen Wochen Musikschulleiter Andreas Michel. Die Schulband „Simply Noize“, unter der Leitung von Schlagzeuglehrkraft Michael Wessinger, heizte das Kulturhaus Osterfeld so richtig auf. Die fünf jungen Bandmitglieder gaben alles: die Sängerin, die beiden Gitarristen, der Keyboarder und der Schlagzeuger. Man konnte beobachten, wie das Publikum förmlich mitging. Nach einer 30-minütigen Performance der Band, gab sich im Studio die Klavierklasse von Klavierlehrkraft Ljiljana Borota ein Stelldichein. Neben „Jugend-musiziert“-Preisträgern, traten junge Talente mit Selbstbewusstsein auf und überraschten das Publikum mit erstaunlichen Leistungen. Lang anhaltender Applaus belohnten die jungen Talente für Ihre Musikdarbietungen.

Bilder links: Fachlehrkraft für Klavier, Ljiljana Borota, präsentiert ihre Klavierklasse beim „Tag der Musik“, darunter auch Preisträger „Jugend musiziert 2016“.

auf. Zu einem Pauschalpreis kann man testen, ob der Wiedereinstieg Freude macht. In der Regel bleiben die erwachsenen Musiker/innen auch dabei und finden auf diese Weise neue Mit-Musiker/-innen und Spielpartner, demm Musik verbindet. Kosten „5er-Abo“ = Fünf Unterrichtseinheiten: Einzelunterricht 45 Min. 180,– € Ensemble/GR2 45 Min. 95,– € GR3 65,– €, GR4 50,– € Gruppen bei gemeinsamer Anmeldung

Erwachsene musizieren mit dem „5er-Abo“ Wussten Sie übrigens, dass auch Erwachsene in der Jugendmusikschule Pforzheim Unterricht nehmen können? So mancher Erwachsene frischt sein einstmals erlerntes Instrumentalspiel mit dem 5er-Abo wieder

Förderung begabter und bedürftiger Musikschüler: SWP sponsert junge Musikschüler Die Jugendmusikschule Pforzheim will nicht nur Menschen mit der Musik mit anderen Menschen in Dialog bringen – im Sinne des Titels vor-

liegender Zeitschrift „Generationen im Dialog“– sondern auch fördern und fordern. Um dies finanzieren zu können, hat sich die Jugendmusikschule auf ein Sponsoring bei den Stadtwerken Pforzheim beworben und wurde vom Sponsoringgremium für eine Förderung im Jahr 2016 im Rahmen des SWP-Jugendfonds „10x 1.000 Euro“ ausgewählt. Im Rahmen eines Pressetermins wurde Schulleiter Andreas Michel die Spende persönlich durch die Geschäftsführer Wolf-Kersten Meyer und Thomas Engelhard überreicht. Michel nahm die Spende mit großer Freude entgegen und konnte es kaum erwarten, weiteren jungen Talenten den Musikunterricht oder Zusatzstunden in Ensembles und Bands zu ermöglichen, die sich das sonst nicht leisten könnten.

Infos und Anmeldungen: Jugendmusikschule Pforzheim, Deimlingstr. 12, 75175 Pforzheim, Fon 0 72 31 – 39 35 00, Fax 0 72 31 – 39 35 29 www.jugendmusik schule-pforzheim.de info@jugendmusik schule-pforzheim.de

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250 Jahre Goldstadt Festival Im Jahr 2017 feiert Pforzheim den 250. Geburtstag der Schmuck- und Uhrenindustrie. Die Stadt begeht dieses Jubiläum mit einzigartigen Ausstellungen und spektakulären Live Acts, mit Design und Kunst, Tagungen und Kongressen, mit viel Musik und Theater und zeigt, welche Innovationen aus der Traditionsindustrie entstanden sind. Schmuckmanufaktur werfen und gleichzeitig aufzeigen, welche neuen Industrien aus dieser Tradition entstanden sind und welche Möglichkeiten sich dadurch für die Zukunft eröffnen. Als Beispiele können hier die Präzisions-, Medizin- und Stanztechnologie genannt werden sowie die Designkompetenz in Unternehmen und an der renommierten Hochschule Pforzheim. Darüber hinaus bietet das Jubiläumsfestival, gerade in Zeiten des ansteigenden Fachkräftemangels, großartige Möglichkeiten, die Lebens-

Die „timelessmachine“.

Bild rechts: Fräse beim „Tag der offenen Werkstatt“.

Flyer zum Jubiläum jetzt überall erhältlich.

Bildnis-Medaillon um 1690. Foto: Günther Meyer

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Es war Markgraf Karl Friedrich, der im Jahr 1767 das Privileg erteilte, in Pforzheim eine Taschenuhr- und eine Silberwarenmanufaktur zu errichten. Damit setzte er eine Erfolgsgeschichte in Gang, die Pforzheim schließlich zur „Goldstadt“ machen und bis in unsere Zeit prägen sollte. Mehr noch:

Selbst die Zukunft der Stadt als Wirtschafts-, Design- und Hochschulstandort ist unverrückbar mit diesem Ereignis verbunden. Seit einem Vierteljahrtausend hat sich Pforzheim als Dreh- und Angelpunkt des bundesdeutschen und internationalen Schmuckschaffens Ansehen, Können, Kreativität und Design-Kompetenz erarbeitet. „Goldstadt 250“ wird den Blick auf den internationalen Startpunkt der

qualität und das kulturelle Angebot der Goldstadt einer breiten Zielgruppe zu präsentieren. „Goldstadt 250“ ist somit gelebtes Stadtmarketing, von dem Wirtschaft, Wissenschaft und Kultur gleichermaßen profitieren. „Goldstadt 250“ soll zur aktiven, generatiosübergreifenden Teilnahme bewegen und dabei Pforzheim von seinen unterschiedlichen Seiten zeigen.


Pforzheim zum Jubiläum 2017 Ausstellung „Lust auf Schmuck“ 2014.

Die Identität der Stadt Pforzheim und ihrer Bürgerinnen und Bürger wurde bis heute durch die Schmuckund Uhrenindustrie geprägt. Schmuck, Uhren, Edelsteine und Gold – all dies hat schon immer die Fantasie beflügelt und zum Träumen verführt. „Lassen Sie uns gemeinsam die internationale Strahlkraft unserer ‚Goldstadt‘ um die Komponente Design- und Innovations-Metropole für das Jahr 2017 und darüber hinaus erweitern. Lassen Sie uns gemeinsam dafür sorgen, dass Pforzheim und die Region eine prosperierende Zukunft vor sich haben wird.“ So der Aufruf von Gert Hager, Oberbürgermeister der Stadt Pforzheim. Das Engagement des Jubiläumsfestivals „Goldstadt 250“ soll nachhaltig in die „Ornamenta II“ mün-

den, die als internationales Forum für Design, Architektur- und Stadtentwicklung im Jahr 2022 realisiert werden soll.

Collier von Frieda Dörfer.

Designmarkt „Schöne Bescherung“, Foto: Winfried Reinhard.

Weitere Informationen: info@goldstadt250.de Tel. 0 72 31 – 39 39-32 www.goldstadt250.de

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Das Märchen vom Anfang der

Farben,

Im Anfang war das Wort. Hiermit beginnt die großartige Beschreibung über die Entstehung der Welt – der Erde, des Himmels, der Menschen, der Tiere und Pflanzen. Zwar wurde in dieser uralten Geschichte alles genau beschrieben, aber es fehlt noch ein sehr wichtiger Teil: die Entstehung der Farben, der Töne, der Düfte und der Edelsteine. Die über allem stehende Weisheit hat den Kosmos nach einem „ziemlich“ sinnvollen Konzept geschaffen. Die Menschen erkannten dies schon bald und verankerten es in Begriffen wie „Kosmologie“, „wie oben so unten“, Keplers „Weltharmonik“ oder in Sprüchen wie „gegen jede Krankheit hat der Himmel auf Erden ein Kräutlein geschaffen“. So ist es nicht verwunderlich, dass auch Farben, Töne, Düfte, Edelsteine und Metalle ebenso wie Sonne, Mond und Sterne zu diesem kosmologischen Ordnungssystem und zum Menschen gehören. Diese Tatsache gibt den Anlass zu einer Geschichte über den Tag, an dem die Farben, Töne, Düfte und Edelsteine in das Zusammenspiel eingebracht wurden. Es war der Abend nach sechs Tagen harter Arbeit, dem nun ein Ruhetag folgen sollte. Alles war geschaffen, der Himmel mit der Sonne, dem Mond und den Sternen, die Erde mit Wassern, Tieren, Pflanzen und den Menschen. Und man sah, dass es gut war. Ein Rest der Lichtkraft war noch übrig geblieben, lag ungenutzt im himmlischen

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Tresor und wartete auf seine Gestaltung. Da es nach den sechs Schaffenstagen plötzlich so still und ruhig war, wurde die ungenutzte Kraft unruhig. Sie wartete auf ihren Einsatz und donnerte gewaltig an die Tresorwände, so lange, bis der große Meister des Himmels und der Erde den Krach nicht mehr ertragen konnte. „Was ist los da drinnen?“ rief er. „Wir warten auf unseren Einsatz“, tönte es aus dem Tresor. „Mein Werk ist vollbracht“, sprach der Herr, „ich habe für euch im Moment keine Verwendung.“ „Nun gut, dann werden wir sehen, ob Luzifer noch eine sinnvolle Aufgabe für uns hat“. Das war das Stichwort für dessen Auftritt. Den ärgerte es schon lange, dass er an dem großen Werk keinen Anteil hatte. Jetzt sah er seine Stunde gekommen. „Großer Meister,“ begann er seine Rede, „Du hast alles weislich und perfekt geordnet. Aber – wenn ich als Mensch dort unten leben würde – ich würde mich zu Tode langweilen. In einer Welt ohne Musik, ohne Farben, ohne Düfte und ohne die Möglichkeit, sich mit diesen wunderbaren Dingen schmücken zu dürfen werden dir die Menschen für dein Werk niemals dankbar sein. Machen wir eine Wette. Wir bauen dieses Reich der Farben, Düfte, Töne

und Edelsteine in dein Reich ein, in die Tiefe der Erde, in die Individualität der Menschen, der Tiere und der Pflanzen. Sie erhalten es von mir als sinnliche Welt. Mit ihr können sie sich und ihrem äußeren Erscheinungsbild Glanz geben. Du bist in diesem Spiel für die geistige Botschaft zuständig, die dem Menschen so lange verschlossen bleibt, bis er seine Bedeutung erkennt. Bis dahin bin ich der Herr und bestimme die Spielregeln. Erreicht jedoch deine geistige Botschaft den Menschen, dann bin ich bereit, meine Kraft in deine Dienste zu stellen.“ Alle hörten gespannt zu. Das war eine gewaltige Herausforderung. Der Herr kannte seinen Luzifer, den großen gänzenden Verführer mit seiner kraftvollen Lebenslust und seiner Vorliebe für leere prunk- und prachtvolle Äusserlichkeiten. Und er wusste sehr wohl, dass er neben all den geistigen Möglichkeiten, den Menschen auch diese Eigenschaften mitgegeben hatte. Würde Luzifer diese Eigenschaften gegen ihn benutzen? Andererseits hatte die Freude an diesem Thema bereits die gesamten himmlischen Heerschaaren ergriffen. Lange schwieg der Herr. Sein tiefer und sorgenvoller Seufzer lief wie ein fernes Donnergrollen durch den Kosmos. Dann sprach er: „Also gut, du sollst deine Wette haben. Aber ich stelle eine Bedingung: Einen farbenprächtigen Bogen werde ich setzen an den Himmel zum ewig-sichtbaren Zeichen des Bundes zwischen mir und den Menschen.“ „Ich bin mit Deinen Bedingungen einverstanden. Aber warum der Farbbogen bei dieser Vereinbarung?“ „Nun ja,“schmunzelte der Herrscher im Himmel und auf Erden, „ein kleiner Sicherheitsfaktor und eine Er-Innerung für den Fall, dass die Menschen über dein „Schmuck-Spiel“ in dem Teil ihrer ma-


Edelsteine, Düfte und Töne teriellen Welt mein „Schmuck-Spiel“ vergessen. Denn – und da wirst Du mir zustimmen – in der Entwicklung unseres Menschen spielt die geistigen Welt eine wichtige Rolle.“ Damit war nun auch dieser Teil der Aufgabe vorerst zufriedenstellend gelöst. Luzifer ließ die Lichtkräfte, die Energien für Farben und Töne aus dem Tresor, machte aus ihnen ein großes Puzzle-Spiel, programmierte sie für ihre Aufgaben und schickte sie auf die Reise – in die Erde, die Menschen, zu den Sternen, in die Pflanzen, die Musik, die Sprache … Wenn wir heute kontrollieren wollen, ob Luzifer alles richtig gemacht hat, sollten wir auf die Suche gehen. Und wenn wir Glück, Zeit, Geduld und Fantasie haben, so können wir sein großes Puzzle-Spiel vielleicht wieder zusammensetzen. Häufig werden die Puzzle-Teile verwechselt. Dann gibt es Fehl-Informationen, und alles beginnt von vorn. Er hat es schon raffiniert eingefädelt, der Luzifer. Aber wenn wir von Zeit zu Zeit den Regenbogen am Himmel entdecken, dann wissen wir, dass hinter den Edelsteinen, den Edelmetallen, den Farben, den Tönen, den Düften noch ein besonderer Schatz verborgen liegt. Alles war geordnet und in Wesensarten und Aufgaben programmiert. Luzifer war sehr stolz auf seinen Erfolg. „Ich muss aufpassen“ sagte der Meister, „sicher möchte mein egozentrischer Lichtbringer gern etwas von seiner verführerischen Kraft und seinen materiellen Gedanken in meine Welt einbauen. Wir kennen das Ergebnis: die Geschichte vom goldenen Kalb. Vielleicht war es doch nicht richtig, ihn zu beteiligen.“ Sein Gesicht war sorgenvoll. Währenddessen verließ Luzifer den himmlischen Führungstrakt und eilte beflüFotos: © shutterstock.com

gelten Schrittes zu seiner etwas abseits liegenden Wohnstatt. Konnte nun endlich der wohlverdiente Ruhetag beginnen? Nein, denn der Allwissende wusste, dass da noch etwas fehlt. Er hatte heimlich einen winzigen Teil von dem großen Lichtpaket abgezweigt und wieder in den Tresor gesperrt. Als er die Tür vorsichtig öffnete, um ihn herauszulassen, war dieser Lichtteil verschwunden, aber in der Tür war ein klitzekleines Loch. „Donnerwetter,“ schmunzelte der Herr, – wobei ihm dieses Wort nur in den seltensten Fällen entschlüpft – „mit dieser durchschlagenden Kraft ist er bestimmt der Richtige für meinen Plan.“ Er entdeckte den kleinen Lichtpunkt in der Ecke seines Planungsraumes und rief ihn zu sich. „Höre“, begann er, „mit dir habe ich etwas ganz besonderes vor. Als klares Licht meines Geistes, Zeichen meiner unendlichen Liebe und Beweis meiner unbezwingbaren Kraft, sende ich dich zu den Menschen. ADAM – hebräisch „ich gleiche“ – sei dein Name. Durch ihn bist du mit mir und den Menschen verbunden. In diesem Sinn wirst du deinen Platz an der Spitze der Edelsteine einnehmen. Nach Jahrmillionen, in denen du Hitze, Kälte, Druck und Metamorphosen durchleidest und durchlebst, wirst du geläutert daraus hervorgehen und in Deiner Reinheit, Deiner Kraft und Härte den Menschen leuchtendes Vorbild auf ihren Erdenwegen sein. Aber im Laufe der Zeit werden sie deinen Namen verändern, nennen dich „adamas“, dann Diamant und vergessen deine Botschaft.“ Gespannt hatte der Kraftprotz zugehört. Gern hätte er schon vorher

dazwischengeredet, denn eine Frage war so brennend, dass er ganz hell wurde. Jetzt platzte es aus ihm heraus: „Was tue ich aber, großer Vater, wenn niemand mehr weiß, was ich bedeute?“ „Hab’keine Sorge, ich werde die Dinge beobachten. Einige werden es nicht vergessen. Es werden dich alle haben wollen, nun ja, sagen wir – um zu glänzen. Und wenn viele dich besitzen, dann beginnt deine große Zeit und deine Aufgabe. Langsam wird die Information über dei-ne ursprüngliche Bedeutung in das Bewusstsein der Menschen zurückkehren, und du wirst wieder zum Zeichen, Symbol und Vorbild für Liebe, Kraft, Lebensfreude, Reinheit und Harmonie und zum Botschafter meiner Verbundenheit mit ihnen. Und um eines noch bitte ich dich“ – und dabei lächelte er etwas wehmütig – „erzähl ihnen die Geschichte von ihrem Namen – sie sind ja meine Kinder und könnten mir alle gleichen. „Das verspreche ich dir“, rief der Kleine aufgeregt, nachdem er einen großen Seufzer getan hatte. „Wann soll ich absausen?“ „Sofort mein Lieber, es ist höchste Zeit, denn die Entwicklung da unten hat bereits begonnen. Und wenn du Hilfe brauchst, so melde dich. Du weisst, ich bin immer für euch da.“ Bei diesen Worten hob er die Hand, und der Lichtpunkt sauste als ein winzig kleiner Komet davon. Jetzt endlich konnte der Ruhetag beginnen.

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Baugenossenschaft Arlinger:

Neues ArlingerDer Stadtteil Arlinger – ohnehin bekannt für seine exzellente Wohn- und Lebensqualität – hat einen weiteren Pluspunkt hinzu gewonnen: Seit Anfang des Jahres wird das neue Bürgerhaus an der Ecke Mahlberg-/Hohlohstraße von zahlreichen Gruppen und Vereinen genutzt.

Grün umgibt den Raum von drei Seiten.

Freundlich und einladend – das neue Arlinger Bürgerhaus.

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Carsten von Zepelin, Vorstand der Baugenossenschaft Arlinger betont: „Das Bürgerhaus war uns und den Bewohnern des Stadtteils gleichermaßen wichtig. Der Arlinger mit seinen unglaublich engagierten und aktiven Menschen braucht einen zentralen Treffpunkt. Zusammen mit dem Architekturbüro Aescht und Berthold haben wir ein gut durchdachtes Konzept entwickelt und nicht an der Qualität gespart.“ Die Vorgeschichte Das alte Arlinger-Bürgerhaus an der Brendstraße war deutlich in die Jahre gekommen. Die erforderlichen Sanierungsmaßnahmen hätten den Rahmen des Wirtschaftlichen gesprengt. Zudem liefen die Zuschüsse


Bürgerhaus eröffnet für den Betrieb durch die Arbeiterwohlfahrt aus. Mit dem neuen Standort hat man nun auch die organisatorische Herausforderung gut in den Griff bekommen: Die unmittelbare Nähe zur Geschäftsstelle der Baugenossenschaft ermöglicht es, dass Belegung und Betrieb von dort aus übernommen werden können. Von Zepelin: „Das bedeutet sicher einiges an Mehrarbeit für unser Team. Aber diese Einrichtung liegt uns am Herzen und deshalb leisten wir diesen Beitrag gern.“ Wie versprochen, klappte der Übergang vom alten zum neuen Bürgerhaus reibungslos. Alle Gruppen, die sich auch schon im Zentrum an der Brendstraße getroffen hatten, wurden eingeladen, die neuen Räum-

Reizvolles Lichtspiel in dem modern ausgestatteten Multifunktionsraum.

Die Ecke Mahlberg-/ Hohlohstraße hat Profil gewonnen.

lichkeiten zu nutzen. Gleich im Januar kehrte Leben ein, die ArlingerBürger freuen sich über die modernen, liebevoll gestalteten Räume: Viel natürlicher Lichteinfall, helle Holzoberflächen, eine Pinnwand aus Kork über die gesamte Länge des Hauptraumes – die Innenge-

staltung besticht mit warmen und wohnlichen Elementen. Rundum gelungene Architektur Das sah auch der Pforzheimer Gestaltungsbeirat so, der den Entwurf und die städtebauliche Harmonie ausgesprochen lobte.

Fotos: Bernhard Friese

„Das Einzugs-Geschenk hat sich ganz gut entwickelt.“ Eine Arlinger-Wohnung verlässt man nicht gern.

A r l i n g e r B a u g e n o s s e n s c h a f t


Pforzheimer Bau & Grund:

Regeln

für ein sicheres Zuhause

Ein Einbruch in den eigenen vier Wänden ist ein Schock für jeden Menschen. Die Betroffenen fühlen sich danach zuhause nicht mehr sicher. Und das hat gravierende psychische Folgen, die meist größer sind als der materielle Schaden. Auszug aus der Mieterzeitschrift Pforzheimer Bau und Grund Ausgabe 2/2015

Weitere Infos: Pforzheimer Bau und Grund GmbH Erbprinzenstraße 20 75175 Pforzheim Tel. 0 72 31/93 02 - 0 Fax 93 02 - 11 info@pforzheimer.de

Die Polizei Baden-Württemberg gab daher den Mietern der Pforzheimer Bau und Grund GmbH in deren letzten Ausgabe der Mieterzeitung Tipps, wie man sich und sein Zuhause wirksam vor Einbrüchen schützen kann. 1. Halten Sie die Hauseingangstüren auch tagsüber geschlossen. Prüfen Sie immer, wer ins Haus will, bevor Sie die Tür öffnen.

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2. Achten Sie bewusst auf fremde Personen im Haus oder auf dem Grundstück und sprechen Sie diese Personen gegebenenfalls an. 3. Schließen Sie Ihre Wohnungseingangstür immer zweimal ab und lassen Sie die Tür nicht nur ins Schloss fallen. Auch Kellerund Speichertüren sollten verschlossen sein.

4. Verstecken Sie Ihren Haus- und Wohnungsschlüssel nie außerhalb der Wohnung: Einbrecher kennen jedes Versteck. 5. Verschließen Sie Ihre Fenster und Balkontüren auch bei kurzer Abwesenheit. Einbrecher öffnen gekippte Fenster und Balkontüren besonders schnell. Quelle: Landeskriminalamt Baden-Württemberg


Wohnen mit Service Ein Konzept für Wohnen im Alter des Tiergarten Pforzheim • Naturnahes Wohnen in außergewöhnlicher Umgebung • 2–4,5 Zimmer Wohnungen mit Loggia, Balkon oder Terrasse • Barrierefreiheit, teilweise behindertengerecht • Exklusive Penthauswohnungen • Aufzug • KfW 70 Standard (EnEV 2009) • Einkaufsmöglichkeiten vor der Haustür • 60 Tiefgaragenstellplätze • Angebot an Service- und Pflegeleistungen

tiergarten Konversionsgesellschaft Buckenberg mbH

Ihr Ansprechpartner für den Kauf einer Wohnung Karin Günther Stadtbau GmbH Pforzheim Telefon 07231 39 31 35 karin.guenther@stadtbau-pforzheim.de


Haus Öschelbronn:

Johanneshaus Öschelbronn

Menschenwürdige Pflege in aktiver Gemeinschaft Inmitten einer idyllischen Landschaft, umgeben von Feldern, Wiesen und Wald, liegt das Johanneshaus Öschelbronn, das älteren Menschen seit über 40 Jahren eine Heimat ist.

Das Johanneshaus Öschelbronn geht auf die private Initiative von Dr. jur. Conrad Schachenmann zurück. Gemeinsam mit Gleichgesinnten eröffnete er 1974 im kleinen Dorf Öschelbronn bei Pforzheim das „Zentrum für Lebensgestaltung im Alter“. Ausgehend von einem anthroposophischen Menschenbild, war für Schachenmann zentral, die Fragen des Alterns und des Alters in Gemeinschaft positiv und aktiv zu lösen.

Hier L E B E ich!

Wir haben Ihr Zuhause Im Johanneshaus Öschelbronn, Zentrum für Lebensgestaltung im Alter, finden Sie ein Zuhause, in das Sie sich aktiv einbringen können. Zwischen Bewahren und Entwickeln leben wir die Balance zwischen Individualität und Gemeinschaft. Alter verstehen wir als wichtige Lebensphase, in der wir Selbstständigkeit unterstützen und der Individualität Raum bieten. Unser Spektrum reicht vom Betreuten Wohnen in freundlichen Appartements über ambulante und stationäre Pflege bis hin zu Kurzzeitpflege und Gastpflegeplätzen. Gerne senden wir Ihnen Informationsmaterial zu und stehen für persönliche Gespräche zur Verfügung.

Betreutes Wohnen Ambulante und stationäre Pflege Kurzzeitpflege Gastpflegeplätze Johanneshaus Öschelbronn gGmbH Am Eichhof 20 75223 Niefern-Öschelbronn Telefon 07233 67-0 info@johanneshaus-oeschelbronn.de www.johanneshaus-oeschelbronn.de

Den natürlichen Entwicklungsschritt des Alterns zu begreifen und als Chance, das eigene Bewusstsein um die Erfahrung des Älterwerdens zu erweitern, war dabei die Grundlage. Die Begründer des Johanneshauses schufen ein Zuhause, das die Balance zwischen Individualität und Gemeinschaft ermöglichte, aktive Mitarbeit gestaltete und somit einen lebensbejahenden Entwurf des Älterwerdens zur Verfügung stellte. Dieses Konzept zog Bewohnerinnen und Bewohner aus ganz Deutschland und Europa ins Johanneshaus Öschelbronn. Heute deckt das Johanneshaus Öschelbronn das ganze Spektrum der zeitgemäßen Pflege ab: vom Betreuten Wohnen über ambulante und stationäre Pflege bis hin zu Kurzzeitpflege und Gastpflegeplätzen im ambulanten Bereich. Seit 2013 steht mit dem Ernst-Zimmer-Haus zudem eine eigene Abteilung für an Demenz betroffene Menschen zur Verfügung. Für die gut ausgebildeten und engagierten Mitarbeiter spielen neben der täglichen Pflege vor allem Motivation sowie sinnvolle Betätigung eine große Rolle in der Tagesstruktur. Der großzügige Park ist für die Bewohnerinnen und Bewohner ein weiterer wichtiger Erlebnisraum, der sie an der Natur im Wandel der Jahreszeiten teilhaben lässt. Durchgängig barrierefrei gestaltet, können auch Menschen mit Gehbehinderung oder Rollstuhlfahrer das Parkgelände uneingeschränkt nutzen. Der hauseigene Festsaal bietet darüber hinaus ein schönes Ambiente für anspruchsvolle Musik- und Theaterveranstaltungen oder Vorträge interessanter Referenten. Aus dem ursprünglichen Trägerverein ist inzwischen die Johanneshaus gGmbH geworden. Doch der Ansatz ist geblieben: eine moderne, menschenwürdige Pflege in aktiver Gemeinschaft, die neben medizinisch-pflegerischer Versorgung auch seelischen und spirituellen Beistand einschließt. Herzstück ist hierbei das kulturelle Angebot, das bei den Bewohnerinnen und Bewohnern wie auch bei Gästen aus der Umgebung regen Anklang findet.


Haus Schauinsland:

Was bedeutet das Pflegestärkungsgesetz II und was ändert sich dadurch? Das neue Pflegestärkungsgesetz II bringt zu Beginn des Jahres 2017 spannende Änderungen mit sich. Ziel ist, die Situation von pflegebedürftigen Menschen zu verbessern und die besonderen Bedürfnisse von Menschen mit Demenz stärker zu berücksichtigen. Im Zentrum dabei steht der neue Pflegebedürftigkeitsbegriff. Mit ihm soll die individuelle Pflegebedürftigkeit von Menschen besser erfasst und auch mehr Hilfen zum Erhalt der Selbstständigkeit angeboten werden. Umgesetzt wird dies mit einem neuen System der Begutachtung, welches nicht mehr wie bisher drei Pflegestufen, sondern eine Einteilung in fünf Pflegegrade vorsieht. Dabei wird der Grad der Selbstständigkeit der pflegebedürftigen Person in sechs verschiedenen Bereichen festgestellt: Mobilität, kognitive und kommunikative Fähigkeiten, Verhaltensweisen und psychische Problemlagen, Selbstversorgung, Bewältigung und selbstständiger Umgang

mit krankheits- oder therapiebedingten Anforderungen und Belastungen sowie die Gestaltung des Alltagslebens und sozialer Kontakte. Wichtig ist, dass Unterstützungen früher einsetzen sollen als bisher. So hat ein Mensch mit dem Pflegegrad eins zwar noch keinen erheblichen Unterstützungsbedarf, kann aber zum Beispiel dennoch eine Pflegeberatung, eine Anpassung des Wohnumfeldes (z.B. altersgerechtes Bad) oder Leistungen der allgemeinen Betreuung erhalten. Und was passiert mit den Personen, die bereits Leistungen der Pflegeversicherung beziehen? Sie werden automatisch in das neue System der Pflegegrade übergeleitet.

Für Menschen, die schon eine Pflegestufe haben und in stationären Einrichtungen betreut werden, gibt es eine Übergangslösung. Bei Feststellung einer erheblich eingeschränkten Alltagskompetenz, werden sie automatisch in den übernächsten Pflegegrad übergeleitet. Ohne diese Feststellung, findet ein einfacher Sprung in den nächsten Pflegegrad statt. Durch die Einstufung in einen höheren Grad, soll sich der zu entrichtende Eigenanteil nicht erhöhen. Und noch etwas ändert sich: In Zukunft wird der zu zahlende Eigenanteil für Pflege in stationären Einrichtungen, unabhängig des Pflegegrades, gleich sein. Sie wollen wissen, welche Auswirkungen die Änderungen tatsächlich haben und wieviel Geld Sie von der Pflegekasse erhalten werden? Wir beraten Sie gerne unverbindlich! Terminvereinbarung unter Tel. 0 72 31 - 95 55-0. Gerne kommen wir auch mit unserem ambulanten Team zu Ihnen nach Hause.

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Mein schönster Senioren erzählen – unterschiedlich und vielseitig ihre Erlebnisse, die mit dieser Bewertung ausgezeichnet werden und die in ihrer Er-Innerung heute diesen besonderen Platz einnehmen. Auch fällt es manchem schwer, aus den unzähligen Tagen eines langen Lebens den einen und besonderen auszuwählen. Und so finden sich in den beschriebenen schönsten Lebensmomenten unterschiedliche Geschehnisse und Begegnungen. HAUS ATRIUM Als ich Frau Duss fragte, welches ihr schönster Tag war, kam – ohne überlegen zu müssen – folgende Antwort: „Mein schönster Tag ist immer dann, wenn meine Tochter mich besuchen kommt.“ Dabei strahlte sie mich an. „Deshalb müsste es eigentlich heißen: Meine schönsten Tage. Sooft sie kann, kommt sie zu mir. Ich habe das große Glück, dass Iris auch in Pforzheim wohnt. Meine Tochter hat sich schon immer gut um mich geküm-

mert. Sie ist ein sehr aufmerksamer, ganz lieber Mensch. In Krankheitstagen ist sie mir zur Seite gestanden und als ganz plötzlich ihr Mann vor zwei Jahren, gerade mal 60 Jahre alt, plötzlich verstarb, versuchte ich ihr eine Stütze zu sein. Es war der letzte Arbeitstag für meinen Schwiegersohn. Gleich am nächsten Tag wollten die beiden in Urlaub fahren, alles war natürlich gebucht. Das war ein schwerer Schicksalsschlag für Iris. So ganz ist sie noch nicht darüber hinwegge-

kommen. Doch dieses Leid hat uns noch enger zusammengeschweißt. Wie bereits gesagt, kommt Iris oft zu mir. Wir sitzen dann aber nicht hier im Zimmer herum, sondern machen uns immer ein paar schöne Stunden. Mit dem Bus unternehmen wir Tagesausflüge, wie z.B. in den Schwarzwald, Kraichgau und zur Burg Hohenzollern, um nur einige zu nennen. Die weiteste Fahrt ging zum Schloss Neuschwanstein in der Nähe von Füssen. Wir genießen den Tag dann aber nicht nur mit den Augen, sondern auch mit dem Gaumen. Ein gutes Mittagessen sowie Kaffee und Kuchen gehören selbstverständlich dazu. Und da wir immer mit dem gleichen Busunternehmen fahren, haben wir mittlerweile schöne Bekanntschaften geschlossen. Es ist dann meistens recht lustig, so dass es viel zu lachen gibt. Ich hoffe und wünsche mir, dass ich noch viele schöne Tage erleben darf, immerhin bin ich auch schon 83 Jahre alt.“ Gerda Duss AUGUST-KAYSER-STIFTUNG Eine Bewohnerin erzählt uns: „Mit einer Freundin zusammen machte ich eine tolle Urlaubsreise nach Amerika, genau gesagt nach Florida. Wir ließen diese neue Welt intensiv auf uns einwirken und staunten über so Manches. Trotz allem waren wir aber auch mit unseren Gedanken in der Heimat. Eines Tages ging meine Freundin einkaufen, während ich im Hotelzimmer blieb, um mich auszuruhen. Ich schaltete den Fernseher an, obwohl ich die englische Sprache nicht richtig beherrschte. Ich traute meinen Augen nicht, was ich da zu sehen bekam. In Amerika wurden Bilder aus meiner Heimat gezeigt. Wildfremde Menschen lagen sich in den Armen und küssten sich: Die Mauer war gefallen!


Tag ... Meine Freundin war inzwischen zurückgekommen und wir fielen uns in die Arme und weinten zusammen, vor lauter Freude, über das was wir da sahen. Nun hatten wir Hoffnung, dass alles besser werden würde. Wir blieben noch ein paar Tage, bis wir wieder abreisten, und hatten eine unbändige Vorfreude darauf, was uns in der Heimat erwarten würde. Dies war der schönste Tag in meinem Leben, welchen ich niemals vergessen werde!“ HAUS BETHESDA Ich bin jetzt fast 83 Jahre alt und es gab sehr viele schöne Tage in meinem Leben. Ich denke so gerne an meine Konfirmation 1947, an meine Hochzeit 1953, an die Geburt meiner ersten Tochter und natürlich auch an die der zweiten und an unseren Nachzügler – einen Sohn, der noch heute mein absoluter Liebling ist. Schöne Tage waren es dann auch, als unsere drei Kinder heirateten, oder als ich zum ersten Mal Oma wurde. Jetzt – mit 83 Jahren – habe ich 6 Enkelkinder und 9 Urenkel und immer, wenn sie mich besuchen, empfinde ich diesen Tag als einen meiner schönsten Tage. Ich lebe seit Sommer 2009 im Altenheim. Ich bin zufrieden und dankbar für jeden Tag, den ich erleben darf. Ich habe schwere Arthrose in allen Gelenken und bin glücklich, wenn ich die Schmerzen aushalten kann und erträglich sind. Was sollte mein schönster Tag im Leben gewesen sein? Es ist wirklich schwer, mich auf einen Tag oder auf ein Ereignis zu beschränken. Vielleicht war es mein 80. Geburtstag? Zumindest habe ich an diesem Tag im April 2013 noch viele schöne Erinnerungen. Ich hatte mir vorgenommen, noch einmal ein großes Fest mit all meinen Lieben zu feiern. Mei-

ne Tochter nahm die Organisation in die Hand und wir feierten in einem kleinen abgeschiedenen Hotel. Alle meine Gäste waren gekommen, sogar meine beiden älteren Brüder aus Berlin und Bad Lausick mit ihren Frauen. Das war eine Freude, als wir uns alle wieder sahen und in den Armen lagen. Durch unser Alter und die große Entfernung, ist es nicht mehr sooft der Fall, das wir uns sehen können. Es gab so viel zu erzählen – viele lustige Episoden aus unserer Kindheit wurden zum Besten gegeben. Zwischendurch wurde gesungen, Gedichte aufgesagt und ein Programmpunkt folgte dem nächsten. Am Abend war ich ziemlich erschöpft, aber sehr glücklich. Das war ein schöner Anlass, dass die Familie mal wieder zusammentraf. Lange habe ich noch wach gelegen und über die vielen Gespräche nachgedacht. Es war einer meiner schönsten Tage. Aber wie eingangs gesagt, im Leben eines 83-jährigen Menschen gibt es viel mehr als nur einen „schönsten“ Tag. Ute Rowe mit einer Bewohnerin unseres Hauses CASA REHA Einen Tag vor Pfingsten, am 23. Mai 1953, war mein Hochzeitstag. Dieser Tag war der schönste in meinem Leben, allein deshalb schon, weil ich froh war, heiraten zu können. Das war damals nicht selbstverständlich, da wegen des Krieges so viele junge Männer umgekom-

men waren. An das Wetter an diesem Tag erinnere ich mich nicht, ich weiß nur, dass ich im Vorfeld einige Bedenken hatte, die am Morgen meines Hochzeitstages aber alle verschwunden waren. Ich bin sehr früh aufgestanden und habe mich mit der Hilfe meiner Mutter „zurecht“ gemacht. Geträumt hatte ich immer von einem schönen Kleid, ganz in weiß. Tatsächlich trug ich aber ein schlichtes Kleid, das meine Mutter mit viel Mühe selbst genäht hatte. Ich war ihr dankbar, denn das gab es damals nicht, dass man so aufwendige Roben trug. Nun ja, aufgrund hoher Kosten, haben wir uns auf eine standesamtliche Trauung geeinigt, wir Altenhilfeeinrichtung August-Kayser-Str.23 • 75175 Pforzheim Telefon 072 31/ 96 60 -0 • Fax 072 31/ 65 00 32 info@august-kayser-stiftung.de www.august-kayser-stiftung.de

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Wir bieten die persönliche Betreuung und umfassende Pflege nach individuellem Bedarf

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Mein schönster waren der Meinung, das kirchliche Ritual könnten wir nachholen – was bis heute nicht geschehen ist. Also, nachdem ich fertig angezogen und frisiert war, ging ich allein und zu Fuß zum Standesamt, wo mein Bräutigam und unsere zwei Trauzeugen auf mich warteten. Zum „Nervöswerden“ hatte ich gar keine Zeit, unser Termin fand nämlich um 10 oder 11 Uhr (wer weiß das schon so genau) pünktlich statt. Was soll ich noch sagen: die Trauung war so schlicht und einfach wie mein Kleid, aber für mich war es sehr schön. Ein kleines Malheur ist mir beim Unterschreiben der Heiratsurkunde unterlaufen: ich hatte doch tatsächlich aus Gewohnheit heraus mit meinem Mädchennamen unterzeichnet! Nachdem dieser Fehler korrigiert war, erklärte man uns offiziell zu Mann und Frau. Ich war selig und meinen Ring, ja, den bekam ich dann im Anschluss von meinem Mann auf dem Flur des Standesamtes überreicht. So war das damals. Mit den Trauzeugen gingen wir dann gemeinsam zum Mittagessen in ein Lokal, wo ich mir mein Lieblingsgericht „Kartoffelsalat & Würstchen“ servieren ließ. Die eigentliche Hochzeitsfeier fand dann im Hause meiner Eltern statt. Eingeladen waren natürlich unsere ganzen Freunde und die Familien, die bis in die Nacht mit uns feierten. Ich habe bei mir unser Hochzeitsfoto hängen, tatsächlich aber wurde die Fotorafie erst 1 Jahr später aufgenommen. Das lag daran, dass mein Mann – im Gegensatz zu mir – so nervös war, dass er Nasenbluten bekam und er sein schneeweißes Hemd (das einzige, das er besaß!) ruinierte. So platzte unser Fototermin damals. Dennoch oder gerade wegen dieses Fauxpas erinnert mich das Bild an ihn – meinen schönsten Tag! Frau W.

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HEIM AM HACHEL Ich wurde 1931 in Pforzheim geboren und lebe seit 2014 im Heim am Hachel. Als ich mir zum Thema „Mein schönster Tag“ Gedanken machte, durfte ich feststellen, dass es in meinem Leben nicht nur einen „schönsten“ Tag gegeben hat, sondern mehrere „schönste Tage“. Die wohl schönsten Tage waren, als ich erfuhr, dass meine beiden Kinder ohne Komplikationen und vor allen Dingen gesund zur Welt kamen. Nach der Geburt meiner Tochter im alten Siloah Krankenhaus (heutiges Heim am Hachel, wo ich lebe), habe ich mich gleich auf den Weg gemacht, um meine Frau und meine kleine Tochter zu besuchen. Meine Frau überraschte und beglückwünschte ich mit einem riesengroßen Strauß roter Rosen. Ich war froh und dankbar, dass es meiner Frau gut ging und sie die Geburt ohne Komplikationen überstanden hatte. Danach war ich sehr gespannt und auch aufgeregt, meine Tochter zum ersten Mal zu sehen. Damals durften wir Väter noch nicht bei der Geburt dabei sein. Die Neugeborenen waren auch nicht in Mamas Zimmer untergebracht, sondern auf einer Babystation. Dort lagen die Babys in Reih und Glied in ihren kleinen Bettchen. An der Babystation gab es eine große Glasscheibe. Die Schwester zeigte mir hinter der Glasscheibe ein faltiges, schwarzhaariges, braunäugiges Bündel, meine Tochter! Die vielen dunklen Locken haben mich sehr überrascht, die Runzeln und Falten noch mehr! Doch die Schwester versicherte mir, dass nach spätestes einer Woche die Runzeln sich eine glatte Haut verwandeln würden. Und genau so war es. Sie war wunderschön! Meine kleine Tochter! Ich war ein sehr glücklicher, dankbarer und stolzer Vater! Heinz Ehricke, 84 Jahre

HAUS MAIHÄLDEN Herr L., ein Bewohner unseres Hauses, erzählt von einem Ereignis aus seinem Leben, als ihm und seiner Frau zweimal ein Schutzengel zur Seite gestellt wurde… „Ich kannte meine spätere Ehefrau schon von der Schulzeit her. Sie war gerade einmal 20 Jahre jung, als wir geheiratet haben. Wir hatten eine schöne Wohnung in Brötzingen gefunden, alles war perfekt. So langsam wuchs auch der Wunsch in uns, Kinder zu bekommen! Meine Frau arbeitete bei der Sparkasse Pforzheim. Eines Tages, als ich sie von der Arbeit abholte, sagte sie mir, dass sie schwanger sei. Welch eine Freude! Es wurde ein Junge und wir gaben ihm den Namen Marco, alles verlief ganz normal und bestens. Marco sollte kein Einzelkind bleiben, deshalb beschlossen wir, noch ein zweites Kind zu bekommen. Nach einiger Zeit war es wieder soweit, das zweite Kind war unterwegs. Wir wollten vorher noch einmal in Urlaub gehen, der Arzt gab grünes Licht. Wir flogen nach Kroatien. In der ersten Woche war alles okay. In der zweiten Woche jedoch weckte mich meine Frau in der Nacht, weil sie starke Schmerzen hatte und das Bett blutig war. Ich rief sofort einen Arzt an und ein Krankenwagen brachte meine Frau ins 100 km entfernte Krankenhaus. Meine Frau musste stationär behandelt werden und ich fuhr wieder mit dem Taxi ins Hotel zurück. Am nächsten Tag besuchte ich sie wieder und die Ärzte empfingen mich mit der furchtbaren Nachricht, dass meine Frau möglicherweise das Kind verlieren werde. Wir brachen unseren Urlaub sofort ab und beschlossen nach Deutschland zurück zu fliegen, wo meine Frau unverzüglich in ein Pforzheimer Krankenhaus aufgenommen


und dort 8 Wochen stationär behandelt wurde. Wir waren dankbar und glücklich, dass sich schwangerschaftsmäßig alles wieder stabilisierte und meine Frau nach 8 Wochen entlassen werden konnte. Doch so einfach wurde es uns nicht gemacht. Als meine Frau schließlich im siebten Monat schwanger war und wir mit dem Auto auf dem Weg zum Arzt, zu einer routinemäßigen Schwangerenuntersuchung waren, hatten wir einen Unfall… Wir hielten an einer roten Ampel an und plötzlich fuhr uns ein Auto hinten auf. Meine Frau wurde durch die Wucht des Aufpralls gegen die Frontscheibe geschleudert. Zum Glück war der Krankenwagen ziemlich schnell vor Ort und brachte meine Frau sofort ins Krankenhaus. Zwischenzeitlich hatten die Wehen bei meiner Frau eingesetzt. Im Krankenhaus wurde unverzüglich die Geburt eingeleitet und unser „Patrick“ kam acht Wochen zu früh zur Welt. Er wurde in ein anderes Krankenhaus verlegt und wurde die nächsten Wochen intensiv dort betreut. Meine Frau wurde ebenfalls weiter im Krankenhaus behandelt, jedoch nicht im gleichen Haus, so dass anfangs nur ich unseren Jungen besuchen und später auch das Fläschchen reichen konnte. Nach ca. 8 Wochen durften wir Patrick mit nach Hause nehmen und waren dankbar und glücklich. Wenn ich zurückdenke, war dies wohl mein schönster Tag im Leben. Wir hatten zweimal

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Tag ... einen Schutzengel zur Seite und unser „verlorenes“ Kind ist heute 38 Jahre alt, kerngesund und ein kräftiger junger Mann.“ SENIORENZENTRUM PAUL GERHARDT Frau H., 83 Jahre alt, strahlt über das ganze Gesicht, als ich sie nach dem schönsten Tag in ihrem Leben befrage. Wie aus der Pistole geschossen, nannte Sie das Datum 17.10.1942. Bevor dieses wunderbare Ereignis eintrat, erlebte die damals fünfjährige Frau H. im Jahre 1938, also vier Jahre zuvor, einen Schock, als der Vater von einem Café-Besuch zurückkam und ihr und den 3 älteren Schwestern die traurige Botschaft übermitteln musste, dass die Mutter tot zusammengebrochen sei. Von nun an änderte sich das Leben für alle Familienmitglieder auf dramatische Weise. Der Vater versuchte sein Bestes, hatte er doch eine sehr große Verantwortung für sich und seine Töchter zu tragen. Ein Jahr später nahm dann der 2. Weltkrieg seinen unheilvollen Verlauf. Frau H. erinnert sich, dass sie sehr oft in der Nacht geweint habe, weil ihre Mutter ihr so sehr fehlte. Das wurde ihr besonders bewusst, als bei der Einschulung die Eltern der Klassenkameradinnen anwesend waren und bei ihr nur der Vater. Anfang 1942 schien sich dann das Blatt zu wenden. Der Vater lernte eine 16 Jahre jüngere Frau kennen, verliebte sich in sie und verlobte sich an Pfings-

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Mein schönster Tag ... ten des gleichen Jahres. Frau H. und ihre Geschwister lernten diese Frau einige Wochen später kennen. Von Anfang an bemühte sich die Freundin des Vaters sehr um die Kinder. Sie war sehr liebevoll und einfühlsam. Mit ihrem sonnigen Gemüt brachte sie wieder Licht und Hoffnung in die Familie. Sechs Wochen vor der Hochzeit zog die neue Mutti bei ihnen ein. Das Wort Stiefmutter wollte die Seniorin vermeiden, weil dieser Ausdruck ihrer Ansicht nach negativ besetzt ist. Der Vater fragte seine vier Töchter, ob sie einverstanden seien, wenn diese Frau für immer dabliebe. Sie freuten sich alle sehr und stimmten zu. Als ihre neue Mutti am 17.10.1942 ihrem Vater das Ja-Wort gab, jauchzte Frau H. vor Freude und sprang in die Luft, weil sie endlich wieder eine Mutter hatte, die sich rührend um sie und ihre Geschwister kümmerte. Das blieb ein Leben lang so. Somit wurde dieser besagte Hochzeitstag, an dem diese wunderbare Frau ihren Vater heiratete, der schönste Tag in ihrem Leben. Als einige Zeit später ihr Bruder geboren wurde, der ihr ein Leben lang sehr viel bedeutete, war für die Seniorin das Glück perfekt. Erst viel später erfuhr sie, dass die neue Mutti große Bedenken vor der Hochzeit hatte, weil ihr die Verantwortung für die vier Kinder mit einem 16 Jahre älteren Mann viel zu groß erschien. Sie hatte aus diesem Grund einen Abschiedsbrief geschrieben. Als sie diesen in den Briefkasten geworfen hatte, bereute sie diesen Schritt so sehr, dass sie den Briefträger abwartete, der die Post abholte. Sie flehte ihn an, ihr diesen Brief wieder auszuhändigen, was er auch glücklicherweise tat.

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Frau H. empfindet heute noch große Dankbarkeit für ihre fürsorgliche zweite Mutti, weil sie u.a. jedes Jahr bis zu ihrem Tod, im Jahre 2008, ihr zur Erinnerung an den Geburtstag und auch den Todestag ihrer leiblichen Mutter, eine Karte schrieb. Sie hatte auf ihre sensible Art und Weise eine unglaubliche Größe gezeigt. Soziale Betreuung, Aktivierung Beate Baass HAUS SCHAUINSLAND DILLWEISSENSTEIN Ich erinnere mich an meine Mutter. Sie machte den schönsten Tag in meinem Leben so besonders. Wir hatten das Jahr 1934, den 13. Februar – mein 7ter Geburtstag, daher kann ich mich so gut erinnern. Ich wachte morgens auf und merkte sogleich, dass es ein kalter Tag werden würde. Es hatte geschneit, draußen war alles weiß! Meine zwei älteren Geschwister und ich freuten uns so, denn wir wollten an diesem Tag unbedingt Schlitten fahren gehen. Voller Vorfreude hatten wir unser Elternhaus verlassen, hatten unseren schönen Holzschlitten im Schlepptau und eilten das Dorf hinaus. Wir gingen ans „s’Wälle“ und fuhren mit all den andern Kindern den ganzen Tag so oft dort herunter, bis wir ganz erschöpft waren. Total durchgefroren, aber glücklich, gingen wir schließlich wieder nach Hause. Unsere Mutter sah nur die Eiszapfen an unseren Mänteln und merkte gleich, dass wir völlig durchnässt und ausgefroren waren. Mutter legte gleich neues Holz in den Ofen und trocknete uns erst einmal von oben bis unten ab. Sie wickelte uns in Tücher und setzte uns an den Ofen, damit wir schnell wieder auftauen konnten.

Es war ganz still im Zimmer. Nur das wärmende helle Feuer und das Knistern und Knacken vom Holz. In diesem Moment, als ich mit meinen Geschwistern dort saß, blickte ich zu meiner Mutter rüber und mir wurde einfach nur warm ums Herz. Noch heute, 82 Jahre später, sehe ich meine Mutter vor mir, an diesem einen Tag. „Die Erinnerung ist das einzige Paradies, aus dem wir nicht vertrieben werden können.“ SENIORENZENTRUM KELTERN Frau M. meinte zunächst, ob es denn die Hochzeit sein sollte oder was auch immer? Sie wollte jedoch auf ihre Kinder- und Jugendzeit zurückgreifen. Als sie dann ins Erzählen kam, strahlten ihre Augen, als würde sie diesen Tag noch einmal ganz intensiv durchleben. Sie erzählt: „Für mich war in meiner Kindheit der 1. Mai ein ganz besonderer Tag. Ich dürfte so um die 8 Jahre alt gewesen sein. Also schreiben wir das Jahr 1935. Schon einen Tag zuvor war ich dafür zuständig, dass alle Wanderschuhe geputzt auf der Mauer stehen würden. Ebenso die Rucksäcke, welche gefüllt wurden mit Getränken, Pflaster, Binden, warmen Mützen und warmen Schals. Mein Vater – damals Organist und Chorleiter – weckte uns an diesem 1. Mai als wir noch alle schliefen. Er machte bei jedem die Tür auf spielte auf seinem Harmonium und sang das Lied „Der Mai ist gekommen“. Meine zwei Brüder und ich sprangen sofort aus den Betten. In allererster Linie waren die Kleider wichtig (zumindest für uns Kinder). Erstens, durfte ich an diesem Tag mein blau-weißes Dirndl mit weißen Söckchen und zweitens, durften die Jungs kurze Hosen, Kniestrümpfe und ihre Wanderstiefel anziehen. Nach dem Frühstück machten wir uns auf den Weg von Dietlingen


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Mein schönster Tag ... über die Sommerhalde/Weinberge Richtung Ranntal. Dort sollte unser Ziel sein. Dabei war es unserem Vater wichtig, dass er auf dem Wingert sah, was alles an Arbeit noch anstand. Aus der Ferne hörten wir schon die Blasmusik mit Mailiedern. Wir Kinder rannten voraus, setzen uns an einen der Tische bis unsere Eltern kamen. Es gab Knackwurst. Diese war ein „Himmelreich“ für uns, denn die gab es immer nur am 1. Mai. Die Eltern tranken Dietlinger Wein und wir Kinder Zitronensprudel, denn den gab es zu Hause nicht. Es kamen Nachbarn dazu. Die Jungs spielten Fußball und die Mädchen Reigenspiel. Dabei sangen wir alle Mailieder, die wir kannten. Auf dem Nachhauseweg pflückten wir im Wald Maiglöckchen. „Jeder nur ein kleines Sträußchen“, denn das Lebensmotto meines Vaters hieß: „Pflückst du Blumen, sei bescheiden, nimm nicht gar so viele fort. Sieh, die Blumen müssen leiden und sie zieren ihren Ort. Pflückt ein paar und lasst die anderen stehen im Gras und an dem Strauch. Andere, die vorüber wandern, freuen sich an den Blumen auch.“ Zuhause angekommen stellten wir die Maiglöckchen gleich in die Vase. Wie hat das wunderbar geduftet. Dann gab es noch ein Vesper und wir fielen todmüde ins Bett. Für mich war das der schönste Tag.“ SR SENIOREN-RESIDENZ, HAUS BERGDORF Für unsere Bewohnerin Frau Eisemann ist die Geburt ihrer Tochter Kim der schönste Tag und so be-

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sonders, dass sie sich noch gut daran erinnern kann. Sie berichtet: „Es war früh am Morgen, ich erwachte aus einem traumlosen Schlaf. Fühlte mich sehr erholt! Aber in meinem dicken Bauch rumorte es. Das heißt nicht, dass ich Blähungen hatte, sondern mein Baby darin beschwerte sich über irgendwas. Ich dachte, dass es raus wollte. Aber es war noch sechs Wochen zu früh dran. Das Kinderzimmer hatte ich erst in vier Wochen zur Lieferung bestellt. Meine Mutter war auch noch nicht da, sie wollte mir beistehen. Ich rief sie an. ‚Mama, kannst Du jetzt schon kommen? Ich glaub‘ es geht los!‘ – ‚Warum jetzt schon?‘, fragte sie mich.

,Ich hab ja keine Ahnung! Das weiß ich doch nicht! Warum jetzt? Sie will wohl die weite Welt sehen!‘ ‚SIE – weißt Du, was es ist???‘, fragte mich meine Mutter. ‚Ja, es ist ein Mädchen. Kim soll sie heißen. Kim Christine Eisemann‘, gab ich ihr zur Antwort. (…) Aber jetzt muss ich nur noch das Wichtigste hinter mich bringen, damit Kim auch ihren Namen feiern kann’. (…) Und dann kam Kim auf die Welt. Sie war so süß und klein und zerbrechlich! Nach dem ersten Fläschchen und dem dazugehörigen eindrucksvollen Bäuerchen wurde meine Tochter satt und müde. Sie schlief in meinen Armen ein. Ein herrliches Gefühl! Es war so schön, solch ein Vertrauen zu spüren. Für mich der schönste Tag!!!“ Petra Eisemann

Mondnacht Es war, als hätt’ der Himmel Die Erde still geküsst, Dass sie im Blütenschimmer Von ihm nun träumen müsst’. Die Luft ging durch die Felder, Die Ähren wogten sacht, Es rauschten leis’ die Wälder, So sternklar war die Nacht. Und meine Seele spannte Weit ihre Flügel aus, Flog durch die stillen Lande, Als flöge sie nach Haus. Joseph von Eichendorff


SPPS Pforzheim:

Das zweite Pflegestärkungsgesetz (PSG II) Was verändert sich? Was müssen Sie beachten?“

Bereits im November 2015 wurde das zweite Pflegestärkungsgesetz vom Bundestag verabschiedet. Das Gesetz ist seit dem 1.1.2016 in Kraft getreten, die wesentlichen Inhalte gelten jedoch erst ab dem 1.1.2017 vollständig. Im Folgenden möchten wir Ihnen die neuen Regelungen und die wichtigsten Änderungen vorstellen.

tionär) und des Pflegegeldes nach § 37 SGB XI. Auf diese Veränderungen werden wir in der nächsten Ausgabe eingehen. Für alle Pflegebedürftigen ist jedoch ein Bestandsschutz vorgesehen, sodass es zu keiner Verschlechterung des Leistungsumgangs kommen kann. Unser Tipp: Da der Pflegegrad einen hohen Einfluss auf die späteren Leistungen ab 1.1.2017 hat, sollten alle Betroffenen aktuell hinterfragen, ob die derzeitige Pflegestufe dem Pflegebedarf entspricht und ob ggf. eine eingeschränkte Alltagskompetenz vorliegt.

Umstellung auf Pflegegrade Die vermeintlich größten Veränderungen des PSG II stellt der neue Pflegebedürftigkeitsbegriff dar. Ab dem 1.1.2017 gibt es anstelle der drei Pflegestufen fünf Pflegegrade. Dies bedeutet, dass alle bis Ende 2016 eingestuften Pflegebedürftigen in die neuen Pflegegrade übergeleitet werden. Dies erfolgt automatisch, sodass alle Betroffenen bis Jahresende 2016 einen entsprechenden Be-

Tabelle 1: Überleitung von Pflegestufen in Pflegegrade ohne eingeschränkte mit eingeschränkter Alltagskompetenz Alltagskompetenz Pflegestufe 0 Pflegegrad 2 (aber festgestellte eingeschränkte Alltagskompetenz)

Pflegestufe Pflegestufe Pflegestufe Pflegestufe

1 2 3 3 u. Härtefall

Pflegegrad Pflegegrad Pflegegrad Pflegegrad

scheid von ihrer Pflegekasse erhalten werden. Pflegebedürftige ohne eingeschränkte Alltagskompetenz kommen hierbei aus der jeweiligen Pflegestufe in den nächst höheren Pflegegrad (einfacher Stufensprung). Pflegebedürftige mit eingeschränkter Alltagskompetenz vollziehen einen zweifachen Stufensprung (siehe Tabelle 1). Nicht nur die Begrifflichkeiten haben sich hier von „Pflegestufen“ zu „Pflegegraden“ verändert, sondern auch die einzelnen Leistungen werden sich verändern. Dies betrifft beispielsweise die monatlichen Beträge der Pflegesachleistungen nach §36 SGB XI (ambulant), der Sachleistungen nach § 43 SGB XI (sta-

2 3 4 5

Pflegegrad Pflegegrad Pflegegrad Pflegegrad

3 4 5 5

Das neue Begutachtungsverfahren Ebenfalls ab dem 1. Januar 2017 wird das neue Begutachtungsverfahren für die Einstufung in einen Pflegegrad wirksam. Hier wird dann im Zuge der Begutachtung der Grad der Selbstständigkeit in den folgenden sechs Bereichen erhoben: Mobilität, kognitive und kommunikative Fähigkeiten, Verhaltensweisen, psychische Problemlagen, Selbstversorgung, Umgang mit

Krankheit und die Gestaltung des Alltags. Die Bereiche außerhäuslicher Aktivitäten und die Hauswirtschaft werden im Rahmen der Module Mobilität und Selbstversorgung erfasst. Die einzelnen Module werden unterschiedlich gewichtet. Den Schwerpunkt bilden mit 50% weiterhin die grundpflegerischen Verrichtungen. Gerne steht Ihnen das Team von SPPS auch im Zuge des neuen Begut achtungsverfahrens und im Hinblick auf die Umstellung auf Pflegegrade mir Rat und Tat zur Seite.

Susanne Pletowski, Pflegedienst SPPS.


Ein echter Kraftakt: Senioren- und Pflegeheim für 4 Millionen Euro Wer schon einmal sein Haus hat umbauen lassen, während er selbst darin wohnte, der weiß: Ein richtig großer Umbau, mit Wänden einreißen und allem drum und dran, steht einem Neubau in nichts nach. Im Gegenteil: Der feine Gesteinsstaub dringt in jede Ritze, vom Hämmern und Klopfen sowieso ganz abgesehen, und schließlich bringt praktisch jeder Umbau unvorhergesehene Überraschungen, die das Projekt noch größer werden lassen als ohnehin geplant. Mit einer Feierstunde in der Caféteria des Hauses Bethesda wurde die Fertigstellung des grundlegend erneuerten Seniorenheims gefeiert. Peter Mayer, Vorstandsvorsitzender des Sozialwerks Bethesda, richtete dabei auch einen Appell an die Politik in Sachen stationärer Pflege und deren Finanzierbarkeit.

Ein Geschenk zur Einweihung übergab Neulingens Bürgermeister Michael Schmidt (links) an Peter Mayer vom Sozialwerk Bethesda.

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Auf Basis solcher Erfahrungen kann man ansatzweise ermessen, was es bedeutet, ein Senioren- und Pflegeheim mit über 100 Bewohnern und Dutzenden von Mitarbeitern bei laufendem Betrieb umzubauen. Diesen Kraftakt leistete jetzt das „Sozialwerk Bethesda“ an seinem Stammsitz, dem „Haus Bethesda“ in Neulingens Ortsteil Bauschlott. Anderthalb Jahre lang wurde dort jetzt das „Haus A“, das als erstes Seniorenheim des Sozialwerks vor 35 Jahren gebaut worden war, komplett umgebaut, grundlegend modernisiert und nach den neuesten Bauvorschriften für Pflegeheime gestaltet. „So, als ob es neu wäre, ist das Haus, das Lebensmittelpunkt für so viele Menschen ist, nun wieder. Das soll uns Grund sein für eine richtige Einweihungsfeier“, sagt Peter Mayer, Vorsitzender des Sozialwerks Bethesda. „Endlich ist der Tag gekommen, da die Bauarbeiten abgeschlossen sind“, freut sich Mayer, der weiß, dass Bewohnern wie Mitarbeitern mit dem Umbau viel zugemutet wurde.

Die Kosten für den Umbau, mehr als vier Millionen Euro, machen das Ausmaß der geleisteten Arbeit deutlich, für die die Handwerker, allesamt aus der Region, bei der jetzigen Feierstunde viel Lob erhielten. Ebenso viel Lob erhielt das Architekturbüro „Wohn-Art“ in Neulingen mit Joachim Theilmann, Klaus Weber und Roland K. Maier. Letzterer hatte bereits vor 35 Jahren den Bau des jetzt renovierten Gebäudes geplant. „Es hat sich einiges getan für Bewohner und Mitarbeiter.“ „Die Investition hat sich definitiv gelohnt und wir denken, das Ergebnis kann sich sehen lassen“, erklären Edgar Kipfmüller vom „Bethesda“, der als Projektleiter vor Ort wirkte, und Hausleiter Andreas Lang. Architekt Joachim Theilmann benannte die wesentlichen Veränderungen. Im Mittelpunkt steht die Erhöhung der Attraktivität der Wohnbereiche. Dies wurde zum einen durch einen neuen lichtdurchfluteten, geräumigen Aufenthaltsraum auf jedem Stockwerk erreicht. Dazu wurde jeweils die

Fläche eines Zimmers zusätzlich einbezogen. Für die neuen großen Räume mussten aus statischen Gründen erhebliche Umbauten vorgenommen werden. Freundliche Zimmer, neues Möbel, die Ersetzung von Kunststoff und Stahl, wo möglich, durch Holz und die komplette Erneuerung sämtlicher Nasszellen zählen dazu. Viel Geld und Arbeit floss auch in die geforderten zusätzlichen Brandschutzmaßnahmen, energetischen Sanierungen und neuen gesetzlichen Anforderungen an die Ausgestaltung der Räume. Wie dieser Umbau bei laufendem Betrieb überhaupt möglich wurde, erläuterte Peter Mayer. „Das Startsignal war die Fertigstellung unseres Hauses ,Hebron’ in Knittlingen im Frühjahr letzten Jahres“, so Mayer. Dorthin zogen die 26 Bewohner des obersten Stockwerks des „Bethesda“ hin. Dann wurde dieses Stockwerk saniert, die Bewohner des Geschosses darunter zogen hoch, und so weiter, bis schließlich die Senioren aus Knittlingen wieder in das fertig renovierte Haus A nach Bauschlott zurückgekehrt sind. Neulingens Bürgermeister Michael Schmidt würdigte die „überaus gelungene Umbau- und Sanierungsmaßnahme“. Für die älteren Mitbürger zu sorgen, sei eine große Aufgabe unserer Zeit, zumal in den nächsten Jahren die Zahl der Hochund Höchstbetagten weiter ansteigen werde. Das Sozialwerk Bethesda unter seinem Gründer und heutigen Ehrenvorsitzenden Gottlob Ling stehe seit nunmehr über 35 Jahren für eine wohnortnahe Versorgung von alten und pflegebedürftigen Menschen, so Schmidt, der auch die Grüße von Landrat Karl Röckinger überbrachte. Pastor Bernhard Mast weihte das renovierte Gebäude ein. Das Instrumentalquartett der evangelisch-methodistischen Kirche Bauschlott um Rudi Farr umrahmte die Feierstunde. Text und Fotos: Martin Schott


„Haus Bethesda“ in Bauschlott bei laufendem Betrieb komplett erneuert Hilferuf an Politik Einen deutlichen Appell richtete Sozialwerks-Vorstandsvorsitzender Peter Mayer an die Politik, die in der Feierstunde mit den Landtagsabgeordneten Viktoria Schmid (CDU) und Hans-Ulrich Rülke (FDP) vertreten war. Überbordende Vorschriften und mangelnder Realitätssinn des Gesetzgebers bedrohten die stationäre Pflege und überforderten deren Finanzierbarkeit. „Wir brauchen auch in Zukunft leistungsfähige, stationäre Einrichtungen. Es ist nicht alles ambulant möglich.“ Entgegen mancher politischer Überzeugung seien ambulante Wohngemeinschaften oder nur Einzelzimmer (wie ab 2019

zwingend vorgeschrieben) nicht flächendeckend möglich. „Das ist schon angesichts der schieren Zahl der benötigten Plätze eine Illusion“, erklärte Mayer. Pflegeplätze müssten bezahlbar bleiben, und letzten Endes entscheidend seien nicht die Zahl der Vorschriften oder die Hülle eines Gebäudes. „Entscheidend ist das, was im Inneren passiert, sind die Mitarbeiter, die sich um die Bewohner mit Fürsorge, Menschlichkeit und christlicher Nächstenliebe kümmern“, erklärt Peter Mayer. Wenn die Dienstleistung gut ist, und Bewohner und Angehörige zufrieden sind, müsse man nicht ständig an der Qualitäts- und damit Kosten-

schraube drehen. „Ich bitte Sie, diese Hilferufe in die Gremien zu tragen, damit es eine Verbesse-

rung zum Positiven geben kann“, so Mayer an die Adresse der Abgeordneten.

Auch im bautechnisch nicht einfachen Dachgeschoss wurden helle und freundliche Gemeinschaftsräume geschaffen. Einen Rundgang durch das grunderneuerte Haus unternahmen (von links) Peter Mayer (Vorsitzender Sozialwerk Bethesda), Architekt Joachim Theilmann, Hausleiter Andreas Lang, Pflegedienstleiterin Claudia Patti, Edgar Kipfmüller, Friedlinde Ling, Gottlob Ling (Ehrenvorsitzender des Sozialwerks) und Stefan Fegert (Sparkasse Pforzheim Calw).


enioren Residenz „Bergdorf“ Büchenbronn

Im Obergeschoss des Walter-Rittmann-Hauses (Gemeinschaftshaus) unserer Seniorenresidenz bieten wir ein Wohnprofil für zwei Wohngruppen an – eine zukunftsweisende und bereits bewährte Wohnform. Je sieben Einzelzimmer, zum Teil mit Balkon, gruppieren sich um einen großen Gemeinschaftsraum mit einer Küche, einem kleinen Nebenraum für Spezialaktivitäten und einer Dachterrasse.

Warum diese neue Wohnform? Mediziner und Gerontologen predigen es seit Jahren in Vorträgen, Büchern, Fernsehsendungen, Zeitungen etc. Einsamkeit macht alt, krank, trübt den Geist, verdunkelt das Gemüt, verhärtet die Seele. Gerade die aktivierende Wirkung durch

Unsere Angebote im Überblick: • exponierte Lage • Kombination aus Pflegeheim und Betreutem Wohnen • vollstationäre Dauer- u. Kurzzeitpflege • qualifiziertes Fachpersonal • Tag- und Nacht-Präsenz • Großzügige Gemeinschaftsräume • Therapie- und Multifunktionsräume • Dachgarten/Wintergarten • Frischkost aus eigener Küche • Schonkost/Diabetikerkost/Vegetarisch • Fahrdienst/mobiler Hilfsdienst • Wäscherei im Haus • Wohlfühlklima und vieles mehr

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Begegnungen mit anderen Menschen, durch gemeinsames Tun, durch den Gedankenaustausch erhält die Lebendigkeit und Elastizität, die mit zunehmendem Alter ihren wesentlichen Anteil zum Erhalt eines lebensbewussten Alterns beitragen. Wir wissen dies und haben als erste Seniorenresidenz in Pforzheim diese Möglichkeit integriert, die in anderen Ländern längst zu den bewährten und beliebten Wohnmodellen gehört. Oft hören wir bei der Besichtigung dieses Angebotes die ablehnende Bemerkung: „Ach nein, ich möchte lieber allein bleiben“. Hierbei wird offensichtlich vergessen, dass man ja mit seinem Einzelzimmer, das zu diesem Wohnprojekt gehört, stets die Möglichkeit hat, sich zu jeder Zeit zurück zu ziehen.

Die Statistik zeigt uns, dass wir heute im Schnitt 6 Jahre älter werden als unsere Eltern. Es ist ein Geschenk an unser Leben, das wir dankbar annehmen und sinnvoll gestalten sollten. Die Geselligkeit pflegen, sich mit anderen Menschen auszutauschen, sich gegenseitig zuzuhören, miteinander Freude zu haben, Freude zu schenken und anzunehmen, gehört zum Leben ebenso, wie das mit sich Leben und in sich Ruhen. All dies sind Gründe, die für uns wichtig waren, dieses neue Wohnmodell in unsere Senioren Residenz zu integrieren. Die vorliegenden Erfahrungswerte beweisen uns, dass hier eine Wohnform zur Verfügung steht, die richtungsweisend ist für ein lebendiges, anregendes und aktives Miteinander unter dem Dach einer altersgerechten Betreuung und Versorgung.

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Unsere Senioren-Residenz Haus Nagoldblick in Pforzheim-Huchenfeld haben wir Mitte 2009 ihrer Bestimmung übergeben. Die Akzeptanz unserer Einrichtung ist nach wie vor sehr groß. Dies motiviert uns in dem Wirken für unsere Bewohner.

Das Pflegehaus bietet auf zwei Wohnbereichen, die unter dem Motto „bekannte Gebäude und Gegenden des Enzkreises“ und „Pforzheimer Schmuck“ stehen, 36 Pflegeplätze. Alle 30 Zimmer haben eine Nasszelle, von denen ein Teil als rollstuhlfahrergerecht ausgelegt ist. Das Erdgeschoss, über eine Terrasse mit dem Garten verbunden, ist auch für an Demenz erkrankte Bewohner geeignet. Die Visitenkarte des Gebäudes stellt die dem Pflegehaus vorgelagerte Eingangssituation mit freundlich gestaltetem Café,Verwaltung und Wartebereich dar. Im Wohlfühlbad mit Hubbadewanne, das im hinteren Teil des Eingangsgebäudes an das Café angrenzt, können die Bewohner die stimmungsvolle Gestaltung des Raumes genießen – Ruhe und Entspannung pur unterstützt durch wohltuende Badeessenzen. In Kooperation mit ortsansässigen Kirchen- und Krankenpflegevereinen sowie Besuchen des Kindergartens und der

Schule freuen wir uns darauf, allen Bewohnern eine angenehme Umgebung zu schaffen, in welcher der Lebensabend mit Freude und Würde gelebt werden kann. In einer Zeit schwindender Ressourcen und wachsender Umweltbelastung haben wir uns um intelligente, komfortable aber auch preiswerte Energiekonzepte Gedanken gemacht. Wir müssen zukünftig unsere Energien regenerativ erzeugen. Dazu ist es aber zwingend erforderlich, den Energiebedarf zu senken. Das heißt, vor der Überlegung Heizung kommt die Überlegung Dämmung.Angesichts dessen bedarf es des Einsatzes gut durchdachter wärmedämmender Konstruktionen, um den

Wärmeabfluss deutlich zu reduzieren. Eine ideale Ergänzung ist eine thermische Solaranlage. Sechs Monate im Jahr sorgt die Solaranlage vollständig für die Warmwasseraufbereitung und Heizungsunterstützung. Photovoltaik ist unbestritten die eleganteste Art, Sonnenenergie in Strom zu verwandeln. Die Photovoltaikanlage bringt neben dem wirtschaftlichen auch einen bedeutenden Gewinn für unsere Umwelt. Die Sonne ist eben unsere unerschöpfliche Energiequelle. Mit unseren neuen Konzepten möchten wir nicht nur ökologische und wirtschaftliche Akzente in Huchenfeld setzen. Gewinnen sollen vor allem die Senioren. Durch Funktionalität, ein entsprechendes Ambiente mit einer modernen Ausstattung, wozu auch die kontrollierte Wohnraumlüftung mit Wärmerückgewinnung zählt, sowie natürlich fachkundige Pflege mit Herz und Qualität, wird ein optimales Zusammenwirken garantiert und alle Voraussetzungen für das persönliche Wohlempfinden geschaffen.

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Rechtsanwältin Isabel Hutter-Vortisch

Die Betreuungsverfügung Vormund, Betreuer, Vorsorgevollmacht und Betreuungsverfügung, dieses alles sind Begriffe, die mehr oder weniger häufig verwendet werden, wenn es darum geht zu klären, wer eigentlich für eine Person handeln soll, die selbst nicht mehr in der Lage ist, für sich zu entscheiden. Rechtsanwältin Isabel Hutter-Vortisch

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Zunächst ist eine Begriffsbestimmung nötig. Vormund war früher die Person, die vom Betreuungsgericht eingesetzt wurde, wenn jemand entmündigt war, also für sich nicht mehr handeln konnte. Inzwischen hat sich die Begrifflichkeit gewandelt, die Person, die früher Vormund war, wird heute als Betreuer bezeichnet. Entmündigungen gibt es nicht mehr. Letztendlich wird von einem Betreuungsrichter, einem Arzt und einem Mitarbeiter der Betreuungsbehörde festgestellt, in welchem Umfang eine Person nicht mehr für sich handeln kann und dann wird vom Betreuungsgericht die Betreuung in dem entsprechenden Umfang angeordnet und eine Person zum Betreuer bestellt. Dieses soll vorrangig ein Familienmitglied sein, kann aber ebenso, wenn keine Familienangehörigen vorhanden oder geeignet sind, eine fremde Person sein, die nunmehr die Angelegenheiten des sog. Betroffenen regelt. Mit einer Vorsorgevollmacht kann dem Eingriff des Staates vorgebeugt

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werden. Eine geschäftsfähige volljährige Person kann für den Fall, dass sie auf Grund einer psychischen Krankheit oder einer körperlichen, geistigen oder seelischen Behinderung ganz oder teilweise ihre Angelegenheiten nicht selbst besorgen kann, einen Bevollmächtigten bestellen. Liegt eine Vorsorgevollmacht vor, ist, soweit diese reicht, kein Raum mehr für die Anordnung der Betreuung. Was nun ist eine Betreuungsverfügung? Mit einer Betreuungsverfügung kann eine volljährige Person für den Fall ihrer Betreuung Vorschläge zur Auswahl des Betreuers oder Wünsche zur Wahrnehmung der Betreuung äußern. Es ist sinnvoll eine Betreuungsverfügung dann zu machen, wenn man keine Vorsorgevollmacht erteilen kann oder möchte. Dieses kann der Fall sein, wenn es keine geeigneten Personen gibt, oder gewünscht ist, dass diese nur durch das Betreuungsgericht kontrolliert handeln. Liegt

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eine Vorsorgevollmacht vor, ist eine Betreuungsverfügung oft nicht mehr erforderlich, weil durch die Vorsorgevollmacht die Betreuung ausgeschlossen ist. Die Betreuungsverfügung gibt dem Betreuungsgericht in dem Fall, dass eine Betreuung angeordnet werden muss, Hinweise darauf, welche Vorstellungen der Betroffene bezüglich seiner dereinstigen Betreuung hatte. Hier geht es zunächst um die Person des Betreuers. In der Betreuungsverfügung können sowohl Wünsche dazu niedergelegt werden, wer zum Betreuer bestellt werden soll als auch dazu, wer unter keinen Umständen die Betreuung übernehmen soll. Es können Anweisungen dazu erteilt werden, zu wem der Kontakt erhalten bleiben soll, auch wenn sich der Betroffene selbst darum nicht mehr kümmern kann, wie die Pflege erfolgen soll und in welchem Heim. Was mit Haustieren geschehen soll, wer bezüglich einer Bestattung zu kontaktieren ist usw. All diese Hinweise sind von einem Betreuer zu beachten. Jede Schriftform ist beim Aufsetzen der Betreuungsverfügung ausreichend. Es stellt sich schließlich die Frage, wie das Betreuungsgericht von einer solchen Betreuungsverfügung Kenntnis erhält. Es ist möglich, Betreuungsverfügungen bei der Bundesnotarkammer registrieren zu lassen. Beim Register der Bundesnotarkammer fragen die Betreuungsgerichte grundsätzlich an, ob eine Vorsorgevollmacht oder eine Betreuungsverfügung vorliegt, bevor die Betreuung angeordnet wird. Durch eine solche Registrierung kann also sichergestellt werden, dass der Betreuungsrichter rechtzeitig von der Betreuungsverfügung Kenntnis erlangt und darin enthaltene Anweisungen zur Auswahl des Betreuers noch berücksichtigen kann.


Wäscherei Merz · Wurmberg

Moderne und innovative Textillogistik Innovationen sind seit dem Neubau im Jahre 2008 zu einer tragenden Säule im Unternehmen der Firma Merz herangewachsen. Bereits damals waren die energetischen Konzepte und Umsetzungen, auch zur Schonung der Umwelt, einmalig. Textile Dienstleistungsbetriebe auf der ganzen Welt sind diesem Beispiel gefolgt und haben gezeigt, dass die Wäschereibranche weit mehr ist, als Textilien hygienisch und sauber aufzubereiten. Bei Merz sieht man sich als textiler Logistiker, da das Waschen aufgrund moderner und technisch unterstützter Waschverfahren zu der wichtigsten ,,Nebensache“ geworden ist. Durch computergestützte Auftragsverfolgung wissen die Mitarbeiter zu jeder Zeit, wo sich die Wäsche des Kunden im Betrieb befindet und welche Bausteine des Wäschesortimentes noch in der Warteschlange stehen. Ähnlich wie am Flughafen, sehen Sie auf einem großen Bildschirm, zu welchen Zeiten die Wäsche fertig sein muss

und wie viel Zeit noch zur Bearbeitung bleibt. Logistik, Anpassungsfähigkeit, Reaktionsvermögen, Individualität. Schlüsselkompetenzen die den Kunden bei Merz wichtig sind. „Durch offene Gespräche mit unseren Partnern wachsen wir gemeinsam jeden Tag in unserer Zusammenarbeit. Bestehende Strukturen hinterfragen und gemeinsam mit dem Partner für ihn passende Konzepte zu erarbeiten, sind ein spannender und wichtiger Teil unserer täglichen Arbeit“

Ein weiterer Meilenstein ist die Versorgung der Bewohnerwäsche im Chip-Verfahren. Der Chip ermöglicht schnellere Durchlaufzeiten, eine noch geringere Fehlerquote und in Zukunft eine individuelle Bearbeitung auf Wunsch der Bewohner, Angehörigen oder der Einrichtung. „Handbügeln, Nähservice, Sonderbearbeitungen auf Wunsch. All dies ermöglicht uns die Chip-Technologie. Wir freuen uns auf die Herausforderungen im Gesundheitswesen. Die Ansprüche und Wünsche unserer Kunden sind unser Antrieb.“

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Kulturhaus Osterfeld:

Programm Mai – Juli 2016 MAI 2016 RALF SCHMITZ Aus dem Häuschen Das neue Programm! Sa., 07.05.2016, um 20.00 Uh,r CCP - CongressCentrum Pforzheim JAZZY DINNER Dinner und Live-Musik So., 08.05.2016, um 17.30 Uhr, Kulturhaus Osterfeld, Comedia NEUROSPIRITUELLE BALANCE Vortrag von Ingo Jahnke, Beratung, Meditation, Seminare Di., 10.05.2016, um 19.30 Uhr, Kulturhaus Osterfeld - Großer Saal 100 JAHRE CHRISTOPH SONNTAG Die Jubeltour XXL mit Stargast Guido Cantz Di., 10.05.2016, um 20.00 Uhr, CongressCentrum Pforzheim ANNETTE POSTEL Ausziehn ...! Stimme, Witz und Glitzerkram. Und ein Jazzpianist. Do., 12.05.2016, um 20.00 Uhr, Kulturhaus Osterfeld, Großer Saal STEFAN WAGHUBINGER Außergewöhnliche Belastungen – Philosophie und Humor der Steuerklasse 1 Fr. 13.05.2016, um 20.30 Uhr Kulturhaus Osterfeld, Studio JUNI 2016 QUEENZ OF PIANO Tastenspiele, Entertainmentkonzert an 2 Flügeln Sa., 04.06.2016, um 20.00 Uhr, Kulturhaus Osterfeld, Großer Saal NOCHE DE TANGO Tango Argentino – Tanzabend über den Dächern der Stadt Sa., 04.06.2016, um 21.00 Uhr, Kulturhaus Osterfeld, Singsaal

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PHILOSOPHISCHES CAFÉ Thema: Wahrheit Mit Prof. Dr. Ansgar Häfner So., 05.06.2016, um 15.00 Uh,r Kulturhaus Osterfeld, Raum 407 KARLSSON VOM DACH Von Astrid Lindgren Theater-Zirkus-Projekt für Kinder von 8 –14 Jahren So., 05.06.2016, um 16.00 Uhr, Kulturhaus Osterfeld, Studio SAMANTHA AUGENSTEIN „FreiRaum“ – Malerei So., 05.06.2016, um 17.00 Uhr, Galerie im Comedia LALELU – 20 JAHRE LALELU Jubiläumsprogramm des A-Cappella-Comedy-Quartetts So., 05.06.2016, um 20.00 Uhr, Kulturhaus Osterfeld, Großer Saal KLOPF-AKKUPRESSUR Vortrag von Walter Seitz, Entspannungscoach Di., 07.06.2016, um 19.30 Uhr, Kulturhaus Osterfeld, Großer Saal MATHIAS RICHLING Deutschland to go Do., 09.06.2016, um 20.00 Uhr, Kulturhaus Osterfeld, Großer Saal FUSSBALL-EM 2016 Public Viewing auf Großleinwand im Osterfeld, alle Spiele mit deutscher Beteiligung, Eintritt frei

SCHNEEWITTCHEN Ballettcentrum Sterago – ein Märchenballett mit Musik von Sergei Prokofiev Fr., 24.06.2016, um 19.30 Uhr, Kulturhaus Osterfeld, Großer Saal SENIORENTHEATER EULENSPIEL „Entfesselt“ – ein Buch für Frau Meyer, Körpertheater Fr., 24.06.2016, um 20.30 Uhr, Kulturhaus Osterfeld, Studio JULI 2016 AKTE LUFTBALLON Eine deutsch-deutsche Geschichte Schauspiel von/mit Stefanie Wally und Annelie Eichhorn-Pezzi Sa., 02.07.2016, um 19.00 Uhr, Kulturhaus Osterfeld, Studio – Welturaufführung RÜCKENPROBLEME? Neue Lösung zur Schmerzfreiheit Vortrag von Beate Ziegler, Feinstoffpraktikerin NDGM Di., 12.07.2016, um 19.30 Uhr, Kulturhaus Osterfeld, Großer Saal 100 JAHRE CHRISTOPH SONNTAG Die Jubeltour Do., 14.07.2016, um 20.00 Uhr, Stadthalle Maulbronn KINDER- UND JUGENDTHEATERTAG 2016 Amateurtheater Ensembles aus Pforzheim/Enzkreis So., 24.07.2016 Großer Saal, Eintritt frei VORSCHAU AUGUST

Deutschland – Ukraine So., 12.06.2016, um 21.00 Uhr, Deutschland – Polen Do., 16.06.2016, um 21.00 Uhr, Nordirland – Deutschland Di., 21.06.2016, um 18.00 Uhr,

OPENAIR KINO PFORZHEIM Kino unterm Sternenhimmel 04.08. – 03.09.2016 Kulturhaus Osterfeld, Innenhof Programm & Vorverkauf ab Mo., 20.06.16, auf www.openairkinopforzheim.de


AOK Pforzheim:

Hilfe gegen das

Ausbrennen

Burnout ist sowohl für Betroffene als auch für Angehörige eine schwierige Situation. Unterstützung bietet die Initiative Burnout Nordschwarzwald e.V. kurz IBO, die gemeinsam mit der AOK Nordschwarzwald initiiert wurde. Im Juni 2015 ging die überparteiliche, konfessionsfreie und unabhängige Initiative an den Start. Seit Beginn der dunklen Jahreszeit werden regelmäßige Angebote in Pforzheim, Calw, Nagold, Freudenstadt und Horb für Betroffene und Familienmitglieder von Betroffenen durchgeführt. Als „Burnout“ bezeichnet man einen anhaltenden Zustand psychischer Erschöpfung. Es handelt sich dabei um keine Diagnose, sondern um bestimmte Symptome, die auf eine beginnende oder bereits bestehende Depression, Angststörung oder Suchterkrankung hinweisen, die in jedem Alter auftreten kann. Als gefährdet werden auch alleinlebende Menschen im höheren Alter gesehen. Bei Burnout bestehen Symptome wie Schlafstörungen, Reizbarkeit und Antriebsschwäche. Oft kommen psychosomatische Beschwerden, wie z.B. Tinnitus, Bauchschmerzen, Rückenschmerzen oder Herzbeschwerden hinzu. Die Leistungsfähigkeit lässt nach, es wird schwerer, sich zu konzentrieren und zu organisieren, das Gefühl der Sinnlosigkeit wächst. Bei einem Verdacht auf Burnout, sollte möglichst rasch ein Arzt des Vertrauens aufgesucht werden. Dieser hat die Möglichkeit, die Bedeutung und den Schweregrad der Symptomatik, eventuell zusammen

mit einem Spezialisten auszuloten und entsprechende Hilfsmaßnahmen zu veranlassen. Da Burnout aus zu hohen eigenen Anforderungen und/oder Erwartungen von anderen resultiert, müssen bei der Vorbeugung sowohl das individuelle Verhalten als auch die Lebensverhältnisse berücksichtigt werden. Jeder sollte sich täglich etwas Zeit gönnen, um aktiv zu entspannen. Das bedeutet z.B. regelmäßige Spaziergänge oder Entspannungsübungen, vielleicht auch ein schönes Buch, ein Konzert, oder eine Unterhaltung mit guten Freunden. Ungeeignet sind Fernsehen,

Surfen im Internet oder Alkohol. Belastende Verhältnisse, z.B. am Arbeitsplatz oder in der Familie sollten direkt an- oder mit vertrauenswürdigen Menschen besprochen werden. Immer wieder ergeben sich in solchen Gesprächen neue Gesichtspunkte, die zu besserem gegenseitigen Verstehen und neuen Lösungsmöglichkeiten führen. Als gemeinnütziger Verein folgt IBO dem Grundsatz, zu vermitteln und möchte Betroffenen und Angehörigen Wege aufzeigen, wie und wo sie Hilfe bekommen können. Nachdem über einen Arzt die individuelle Ausprägung und Dringlichkeit der Beschwerden abgeklärt ist, wollen wir helfen, möglichst rasch Hilfsund Therapiemaßnahmen zu organisieren. Therapeutische Hilfe kann IBO nicht leisten. Damit Ratsuchende uns finden, plant die IBO an verschiedenen Orten regelmäßige Informationsveranstaltungen. Weitere Infos zu IBO gibt es unter: www.burnout-ibo.de.


Aktivitäten &

Dieter Müller, Architekt 1. Vorsitzender Wohnberatung & Seniorenfr. Service

Petra Bok 1. Vorsitzende

DER KREISSENIORENRAT ENZKREIS – STADT PFORZHEIM E.V. ist ein Informations- und Beratungszentrum für ältere Menschen sowie Menschen mit Behinderungen. Der KSR vermittelt Hilfe im Alter und fördert die Meinungsbildung und den Erfahrungsaustausch auf sozialem, wirtschaftlichem, kulturellem, politischem und gesellschaftlichem Gebiet. In der zentral gelegenen Geschäftsstelle steht ein dynamisches Büroteam für Auskünfte, Informationen und Beratungen zur Verfügung. SENIORENTREFFEN IM REX An jedem 2. Mittwoch im Monat findet im Rex eine Kino-Veranstaltung mit einem speziell ausgewählten qualitativ hochwertigen Film mit anschließender Kaffeestunde statt.

Herta La Delfa 2. Vorsitzende

Dr. Angela Ulrich 2. Vorsitzende

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THEATERKARTEN Beim Stadttheater Pforzheim gibt es pro Spielzeit vier vergünstigte Seniorenvorstellungen. Informationen hierzu beim KSR.

SENIORENFREUNDLICHER SERVICE Die begonnenen Aktivitäten werden weiterhin verstärkt, indem der KSR auf Institutionen und Geschäfte zugehen wird, um die gebotene Aufmerksamkeit für Senioren zu erhalten und zu intensivieren. NEU: INFORMATIONS-NEWSLETTER Seit letztem Jahr erscheint in regelmäßigen Abständen per E-Mail der neue kostenfreie InformationsNewsletter des KSR. Dieser informiert über Aktionen und Veranstaltungen, die durch den KSR organisiert werden – oft mit besonderen Veranstaltungen und Trainings in Kooperation mit öffentlichen Trägern. Interessenten können sich zum Newsletter anmelden unter www. kreisseniorenrat-pf.de oder auch per E-Mail: info@kreisseniorenrat-pf.de.

CREATIVACTIV Bereits zum 10. Male veranstaltet der KreisSeniorenRat Enzkreis Stadt Pforzheim die Kunsthandwerksausstellung mit begleitendem Veranstaltungsprogramm – mit dem neuen Namen „creativactiv“. Die bisherige Bezeichnung „Senioren schaffen Schönes“ wurde modernisiert, um die 1-wöchige Veranstaltung einem breiteren und auch jüngeren Interessenskreis zu öffnen.

Norbert Poff Schatzmeister

Waltraud Bopp Beisitzerin/ Bürotätigkeiten

ERSTEINSTIEG FÜR SENIOREN IN DIE COMPUTERWELT Der KSR bietet Neueinsteigern die Möglichkeit, erste Informationen über den Umgang mit dem PC, Laptop, Tablet-PC, Smartphone, SeniorenHandy und Apps zu erhalten. Kerstin Müller und Clemens Beisel stehen als Computer-Fachleute ehrenamtlich zur Durchführung dieser Veranstaltung zur Verfügung. Geräte können mitgebracht werden. Termine werden rechtzeitig in der Presse bekannt gegeben. Eine Anmeldung ist erforderlich. Die Teilnehmerzahl ist auf 10 begrenzt.

Der diesjährige Veranstaltungszeitraum von „creativactiv“ ist in der 2. Maiwoche vom 9. bis 13.5.2016 – wieder im Atrium 3 des VolksbankHauses Pforzheim und bietet begleitend zu den ca. 30 Ausstellern wieder ein sehr interessantes Unterhaltungsprogramm.

Die Highlights sind beispielsweise das Pforzheimer Figurentheater Raphael Mürle, das Gesangs-Duo Lilian Huynen und Bariton Klaus Gerber vom Stadttheater Pforzheim. Die Aktion „Besucher gestalten gemeinsam ein Gemälde“ wird fachkundig begleitet von der Künstlerin VIOLA. Bei Kaffee und vielfältigen Kuchen, haben die Besucher die Möglichkeit, weitere Veranstaltungs-Darbietungen zu erleben. Aktivierende Themen wie „Tanz in geselliger Form“ oder „Bewegung und Sturzprophylaxe“

sind ebenso interessant wie ein Vortrag der Kriminalprävention der Poizei Baden-Württemberg oder ein Informations-Podium über Fragen zu Internet, Sicherheit und modernen Medien wie Smartphones und Tablet-Anwendungen. Über 30 Kunsthandwerksaussteller präsentieren auch in diesem Jahr Künstlerisches und Selbstgemachtes aus den Bereichen Bilder, Holzkunst, Genähtes, Dekoratives sowie individuelle Objekte – und freuen sich auf regen Zuspruch.


Veranstaltungen

FÜR ALLE VERANSTALTUNGEN SIND RECHTZEITIGE ANMELDUNGEN ERFORDERLICH! Geschäftsstelle KreisSeniorenRat Enzkreis – Stadt Pforzheim e.V. • Ebersteinstr. 25 (Ecke Salierstraße), 75177 Pforzheim • Tel. 0 72 31/3 27 98 oder Fax 0 72 31/35 77 08 • info@kreisseniorenrat-pf.de · www.kreisseniorenrat-pf.de

• 16:00 Uhr Gesangsduett Stadttheater Pforzheim, Lilian Huynen mit Bariton Klaus Gerber und Pianist Tobias Leppert • 17:00 Uhr Musikalischer Ausklang Musikschule Neuenbürg, Leitung: Christian Knebel, Dank und Verabschiedung durch den KreisSeniorenRat Pforzheim.

9. – 13.5.2016 · VolksbankHaus PROGRAMM Montag, 9. Mai • 14.00 Uhr Eröffnung der Ausstellung Grußworte: Frank Bischoff, Vorstand Volksbank; Monika Müller, Bürgermeisterin; Dieter Müller, KreisSeniorenRat; Musikalische Begleitung: Jugendmusikschule Pforzheim, Leitung: Andreas Michel • Nach der Eröffnung die Aktion: Besucher gestalten gemeinsam ein Gemälde, unter Anleitung der Pforzheimer Künstlerin Viola

Dienstag 10. Mai • 14:00 Uhr Figurentheater Raphael Mürle • 14:45 Uhr Drehorgelspieler Gregor Schaier aus Ersingen • 15:00 Uhr Tanz in geselliger Form, Andrea Überall-Schulze • 15:30 Uhr Haustürgeschäfte, Enkeltrick, Einbruchschutz Markus Regelmann, Kriminalprävention der Polizei Baden-Württemberg

Mittwoch, 11. Mai • 14:00 Uhr Comedy: Lustiges und Amüsantes mit Karl Knopf • 14:45 Uhr Bewegung und Sturzprophylaxe AOK Pforzheim, Sabine Liefke • 15:30 Uhr Locker durch Bewegungstanz, Barbara Eppelsheimer • 15:45 Uhr Comedy: Lustiges und Amüsantes mit Karl Knopf • 16:00 Uhr Neues Pflegestärkungsgesetz, Björn Hoffmann, SPPS Pforzheim Donnerstag, 12. Mai • 14:30 Uhr Osteopathie bei chronischen Schmerzen, Thomas Wilhelm, GENIUS Gesundheitszentrum Kieselbronn • 15:00 Uhr Besucher fertigen ein Bild mit der Pforzheimer Künstlerin Viola, Atelier über der Enz • 15:45 Uhr Gitarrenorchester Herta La Delfa mit ihren Freunden zum Mitmachen • 16:15 Uhr Entspannungsübungen, Barbara Eppelsheimer Freitag, 13. Mai • 14:00 Uhr Informationspodium Internet, Sicherheit, neue Medien Sie haben Fragen? Wir antworten! Kerstin Müller, Dipl.-Wirtschaftsinformatiker Klaus Bütow • 15:15 Uhr Seniorentanzgruppe „Goldstadtsterne“, Leitung: Heidi Ulrich

Ilse Kästner Beisitzerin/ Seniorenfr. Service

Ruth König Beisitzerin/ Theater-Service

Öffnungszeiten der Veranstaltung: Mo: 14:00 – 18:00 Uhr Di – Do: 11:00 – 18:00 Uhr Fr: 11:00 – 17:00 Uhr

Barbara Krauß Beisitzerin

Täglich Mittagstisch wie aus den Vorjahren bekannt, durch den „fahrenden Kochtopf“ von 12:00 – 13:00 Uhr. Täglich Kaffee und Kuchen von 14:00 – 17:00 Uhr. Kerstin Müller Beisitzerin/ Computerhilfe

Clemens Beisel Computerhilfe

Gerda Görnemann Ehrenvorsitzende

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Aktivitäten & WERDEN SIE MITGLIED IM KREISSENIORENRAT! Durch Ihre Mitgliedschaft mit einem Jahresbeitrag von Euro 35,– unterstützen Sie die ehrenamtliche Arbeit und die Aktionen des KreisSeniorenRats Enzkreis Stadt Pforzheim e.V. für Senioren und Menschen mit Behinderung. Mitglieder haben folgende Vorteile: • Eine persönliche Mitgliedskarte des KreisSeniorenRats Enzkreis Stadt Pforzheim e.V. ermöglicht den Mitgliedern eine um 20% vergünstigte Teilnahme an allen Veranstaltungen, die durch den KreisSeniorenRat Enzkreis Stadt Pforzheim e.V. organisiert werden.

• Teilnahme an weiteren verschiedenen Veranstaltungen für Senioren und Menschen mit Behinderung wie z. B.: • Trainingsveranstaltungen, • Kino-Angebote monatlich mit speziell ausgewählten Programmen und anschließendem Erfahrungsaustausch bei Kaffee und Kuchen (zum Spezialpreis) • Unterhaltungs-Veranstaltungen • Wohnberatung: Möglichkeiten einer barrierefreien Wohnraumanpassung bei Behinderung • Patientenverfügung – inklusive ausführlicher Beratung in der Geschäftsstelle des KSR • Computer-Kurse • Vorträge

AKTIV UND ENGAGIERT – AUCH IM ALTER Der 19. März 2016 stand beim KreisSeniorenRat ganz unter dem Motto „Senioren – sicher im Straßenverkehr“. Auf dem Messplatz in Pforzheim haben rund 40 Senioren ihr Fahrkönnen mit Auto oder Pedelec – meist E-Bike genannt – verbessert. Egal mit welchem Fahrzeug die Senioren unterwegs sind, der KreisSeniorenRat setzt sich dafür ein, dass seine „Kundschaft“ sicher unterwegs ist.

Risiko beim Fahren mit einem Pedelec ist höher, da die Geschwindigkeit höher ist. Zudem nutzen viele Wiedereinsteiger das „Fahrrad mit eingebautem Rückenwind“, denen die Routine fehlt. Vor diesem Hintergrund hat der KreisSeniorenRat schon seit Längerem nach einem entsprechenden Trainingsangebot gesucht und ist nun fündig geworden.

„Pedelecfahren? – aber sicher!“ Viele Senioren haben für sich das „Fahrrad mit Unterstützung“ – meist E-Bike genannt, Pedelec ist die korrekte Bezeichnung – entdeckt. Für die hügeligen Verhältnisse in und um Pforzheim ein ideales Gefährt. Bewegung mit Genuss, kein mühsames Abstrampeln, gar Absteigen und Schieben, wenn’s bergauf geht. Doch auch Pedelecfahren will gelernt sein. Mehr Unfälle von Radfahrern Die Unfallstatistiken zeigen, dass die Stürze zugenommen haben. Das

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Pedelec-Training Das Amt für Umweltschutz hat in Kooperation mit dem Allgemeinen Deutschen Fahrradclub (ADFC), der

• Weitere seniorenrelevante Informationen & Beratungsleistungen • Regelmäßiger E-Mail-Newsletter (siehe Abb. unten) mit aktuellen Informationen zu Veranstaltungen des KSR. Anmeldungen in der Geschäftsstelle oder per E-Mail: info@kreisseniorenrat-pf.de.

Verkehrswacht, der Radwelt Pforzheim und der Endlich GmbH ein Pedelec-Schnupperkurs zusammengestellt. Dem KreisSeniorenRat ist es gelungen, Plätze für Senioren zu reservieren. Die Vormittagsveranstaltung war sogar zu 100 Prozent mit älteren Radfahrern belegt. Theorie und Praxis Die Verkehrswacht hat im theoretischen Teil erklärt, dass ein Pedelec (Fahrrad mit Tretunterstützung bis 25 km/h) rechtlich wie ein Fahrrad behandelt wird, im Gegensatz zu andere Varianten des E-Bikes, die Führerschein, Zulassung und Versicherung voraussetzen. Der Theorieteil umfasste ferner die Radverkehrsbestimmungen der Straßenverkehrsordnung. Im Anschluss wurde unter Anleitung von Herrn Kappes vom ADFC das Fahren mit dem Pedelec zunächst im geschützten Umfeld auf dem Messplatz und danach im innerstädtischen Verkehr geübt. Die Radgeschäfte hatten Pedelecs zur Verfügung gestellt, so dass auch Senioren, die sich ein solches Gefährt vielleicht erst zulegen wollen, mit von der Partie sein konnten.


Veranstaltungen Fazit Die Teilnehmer beurteilten den theoretischen Teil sehr positiv: „Vieles war neu für mich. Das war ein toller Überblick.“ Die praktischen Übungen kamen vor allem bei denen, die schon länger nicht mehr Rad gefahren sind gut an: „Das war einfach prima. Ich werde mir ein Pedelec kaufen.“ Ein Punkt kam allerdings nicht gut an. Das war das Wetter. Es war windig und kalt. Schade. Fahrsicherheitstraining für Senioren Ebenfalls am 19. März hat der KreisSeniorenRat gemeinsam mit der Verkehrswacht das vielfach bewährte Fahrsicherheitstraining für Senioren durchgeführt. Das aktive Ausprobieren eines sicheren Fahrstils Schwerpunkt des Trainings waren Gefahrenbremsungen aus verschiedenen Geschwindigkeiten auf trockener und nasser Fahrbahn.

FÜR ALLE VERANSTALTUNGEN SIND RECHTZEITIGE ANMELDUNGEN ERFORDERLICH! Geschäftsstelle KreisSeniorenRat Enzkreis – Stadt Pforzheim e.V. • Ebersteinstr. 25 (Ecke Salierstraße), 75177 Pforzheim • Tel. 0 72 31/3 27 98 oder Fax 0 72 31/35 77 08 • info@kreisseniorenrat-pf.de · www.kreisseniorenrat-pf.de

haus oder am Straßenrand. Da kann geholfen werden. Die Übungen, die sich die Trainer der Verkehrswacht zu den beiden Themen ausgedacht haben, kamen

Auf Wunsch von ehemaligen Teilnehmern, wurden zwei Themen neu ins Programm aufgenommen: Sicher durch enge Straßen – Thema Seitenabstand In vielen Wohnvierteln wird die Fahrspur immer schmäler. Rechts und links parken Autos und dann auch noch Gegenverkehr. Was tun? Tipps und Übungen zum Einparken Mit dem Auto in die Stadt? Einige ältere Autofahrer fühlen sich unsicher beim Einparken, sei es im Park-

bei den Teilnehmern sehr gut an. Sie haben sich von Runde zu Runde sicherer gefühlt. Selbst für den Zuschauer waren die Fortschritte der Fahrer bezüglich Einschätzung ihres Fahrzeugs deutlich zu sehen. Fazit Am Ende des 3-stündigen Trainings war die Resonanz der Senioren durchweg positiv. Sie haben nicht nur einiges dazu gelernt, sondern es hat auch richtig Spaß gemacht! KSR, Bärbel Grötzinger

SENIORENTHEATER EULENSPIEL Senioren spielen Theater im Osterfeld, Offene Probe – Körpertheater Sa, 25.6.2016, 19:00 Uhr, Studio. Welche Möglichkeiten uns auszudrücken stehen uns zur Verfügung, wenn wir uns nicht der Sprache bedienen? Welche Ausdrucksmöglichkeiten stellt uns unser Körper zur Verfügung? Welche Kreativität können wir entwickeln, wenn wir Körpersprache bewusst anwenden? Mit diesen Fragen setzt sich die Seniorentheatergruppe EulenSpiel auseinander. Bei einer öffentlichen Probe zeigt die Gruppe einige Auszüge des bisher erarbeiteten und lädt gleichzeitig zum Mitmachen ein. Lassen Sie sich überraschen und von der Faszination des Körperspiels mitreißen! Der Eintritt ist frei!

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Schloss Neuenbürg

Märchenhaftes

Malerisch eingebettet, inmitten der Höhenzüge des Nordschwarzwalds, liegt die Stadt Neuenbürg bei Pforzheim. Im 13. Jahrhundert erstmals urkundlich erwähnt, prägen noch heute historische Gebäude das Stadtbild.

oben: Blick auf den Schlossberg, Foto: © Schloss Neuenbürg

Mitte: St. Georgskirche, Blick ins Innere, Foto: © Schloss Neuenbürg,

rechts: Ali Baba und die Vierzig Räuber © Brüder Grimm-Gesellschaft e.V. Kassel, Foto: © Fernand Schultz-Wettel

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Neuenbürgs Wahrzeichen und zugleich Highlight der Region, ist das hoch über der Enz thronende Schloss. Wo einst die Kelten vor mehr als 2000 Jahren einen ihrer bedeutendsten Standorte nördlich der Alpen hatten, erhebt sich heute das bereits von weitem sichtbare Renaissanceschloss. Errichtet wurde es im 16. Jahrhundert unter den württembergischen Herzögen auf den noch sichtbaren Resten einer mittelalterlichen Burg. Bereits um das Jahr 1000 hatten verschiedene Grafengeschlechter die Region maßgeblich geprägt: die Pfalzgrafen von Tübingen, die Grafen von Calw-Vaihingen, die Grafen von Eberstein, die Markgrafen von Baden und die Grafen von Württemberg. Auf dem bewaldeten Umlaufberg der Enz, lag die Burg Neuenbürg strategisch äußerst günstig,

da sich von hier aus das Umland gut erschließen und verteidigen ließ. Doch auch die nahegelegenen Eisenerzgruben (heute: Besucherbergwerk „Frischglück“) mögen die weitere Besiedlung des Enz-Nagold-Gebietes gefördert haben. Es waren schließlich die Grafen von Württemberg, die um 1320 die Neuenbürg erwarben und hier einen Amtssitz für die Stadt und fünf Dörfer einrichteten. Heute zählt Schloss Neuenbürg zu den herausragenden Baudenkmalen

des deutschen Südwestens. Zu seinem Gesamtensemble auf dem Schlossberg gehören die St. Georgskirche mit spätmittelalterlichen Wandmalereien, eine Burgruine aus dem 14. Jahrhundert sowie der von Heinrich Schickhardt, im 17. Jahrhundert, angelegte Lustgarten. Seit 2001 beherbergt das Schloss neben einem Restaurant auch ein vielbeachtetes Museum zur Kulturgeschichte des Nordschwarzwalds. Das Herzstück dieser deutschlandweit einzigartigen, multimedialen Museumsinszenierung ist das be-

gehbare Märchen „Das Kalte Herz“ von Wilhelm Hauff. Hier wird der Museumsbesuch zum Erlebnis, wenn der Besucher selbst eintaucht in die packende Geschichte um den mittellosen Köhler Peter Munk, der aus maßloser Gier nach Macht und Reichtum einen teuflischen Pakt eingeht und dabei sein Herz verliert. Ergänzt wird das Museum durch ein umfangreiches und familienfreundliches Kulturprogramm. Dazu gehören zweimal jährlich stattfindende Sonderausstellungen und Veranstaltungen wie der landesweite Schlosserlebnistag jeweils am 3. Sonntag im Juni (19. Juni 2016, 12 – 18 Uhr), Konzerte, Theateraufführungen sowie der stimmungsvolle Adventmarkt, der jeweils am 3. Advent-


Schloss mit Herz wochenende stattfindet und schon wegen seiner außergewöhnlichen Kulisse, weit über die Region hinaus, seine Liebhaber gefunden hat (10. und 11. Dez. 2016). Mit der aktuellen Sonderausstellung „Scheherazade erzählt. Märchen aus 1001 Nacht“ kehrt nun ein Hauch von Orient in das fürstliche Gemäuer ein. Die in enger Kooperation mit

oben: Torwärterhäuschen, Foto: © Schloss Neuenbürg

der Brüder-Grimm-Gesellschaft e.V. Kassel entstandene Schau zeigt bis 11. September in vier Räumen rund 130 Exponate, darunter historische Landkarten, Märchenillustrationen des 19. und 20. Jahrhunderts sowie aufwendig ausgestattete Buchausgaben, die Einblicke in die orientalische Märchentradition geben. Das Buch „Tausendundeine Nacht“ geht ursprünglich auf eine Sammlung indischer Erzählungen aus dem 8. Jahrhundert zurück, die unter dem persischen Titel Hezar Afsane (Tausend Erzählungen) bekannt wurden. Das über 300 orientalische Erzählungen umfassende Gesamtwerk zählt bis heute zu den berühmtesten der arabischen Literatur. Dank der ersten Übersetzung durch den französischen Orientalisten Jean-Antoine Galland, Anfang des 18. Jahrhunderts, wurden die Geschichten auch in Europa bekannt. Eine sechsbändige Originalausgabe dieses Bestsellers von 1745 ist nun auch in Schloss Neuenbürg zu sehen. Die Sehnsucht nach dem Fremden und Exotischen im 18. Jahrhundert spiegelte sich wider in einer zu-

links: Filmausschnitt aus: © Die Abenteuer des Prinz Achmed von Lotte Reiniger, 1923/26 Mitte oben: Familienführung über die Kelten auf dem Schlossberg mit Dr. Günther Wieland, Landesamt für Denkmalpflege im Regierungspräsidium Stuttgart, Foto: © J. Maltzahn Mitte unten und daneben: Ausschnitte aus dem begehbaren Märchen „Das kalte Herz“ von Wilhelm Hauff, Foto: © Schloss Neuenbürg

nehmenden Orientbegeisterung, die in der Literatur, der Musik und in der Bildenden Kunst gleichermaßen ihren Niederschlag fand. Dank der Verbesserung der Drucktechnik im 19. Jahrhundert konnten Ausgaben von „Tausendundeiner Nacht“ nun sehr viel aufwendiger illustriert werden. Die so bebilderten Abenteuergeschichten um „Aladin und die Wunderlampe“, „Sindbad der Seefahrer“ und „Ali Baba und die Vierzig Räuber“ begeistern noch heute ein breites Publikum.

Zahlreiche Illustrationen und Märchenbücher werden in der Sonderausstellung ergänzt durch die Inszenierung eines orientalischen Gewürzbazars, eine Hörstation, Sitz- und Leseecken sowie Lotte Reinigers berühmten Silhouettenfilm „Die Abenteuer des Prinz Achmed“ von 1926, der mit einer Spiellänge von 65 Minuten als erster abendfüllender Animationsfilm der Filmgeschichte gilt. Ein Besuch lohnt!

Die Ausstellung ist bis einschließlich 11. Sept. 2016 zu sehen. Die Öffnungszeiten sind Di – Sa 13 – 18 Uhr, So und Feiertage 10 – 18 Uhr. Kontakt: Jacqueline MaltzahnRedling M.A. Stellv. Museumsleitung Schloss Neuenbürg 75305 Neuenbürg Tel. 0 70 82 - 79 28 61 j.maltzahn@ schloss-neuenbuerg.de www.schlossneuenbuerg.de

Text: Jacqueline Maltzahn-Redling

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Die Sparkasse Pforzheim Calw:

Weiterhin die Größte in Baden-Württemberg

Sparkasse 2015 hat die Sparkasse Pforzheim Calw auf ihre erfolgreiche Geschäftspolitik der Vorjahre aufgebaut. Nach einem relativ guten Geschäftsjahr wurde ein stabiler Jahresüberschuss auf Vorjahresniveau in Höhe von 15 Millionen Euro erzielt. Mit einer auf 10,8 Milliarden Euro leicht angestiegenen Bilanzsumme verteidigt die Sparkasse Pforzheim Calw weiterhin ihren Platz als größte Sparkasse in Baden-Württemberg. Die 2.005 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Sparkasse, einschließlich der 164 Auszubildenden, konnten ein Betriebsergebnis vor Bewertung von rund 93 Millionen Euro erwirtschaften.

Präsentierten eine gute Jahresbilanz: die Sparkassenvorstände Sieghardt Bucher, Vorsitzender Stephan Scholl, Dr. Georg Stickel und Hans Neuweiler.

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Das Kundenkreditvolumen stieg gegenüber dem Vorjahr um 6,2 Prozent auf 7,4 Milliarden Euro an. Aufgrund des niedrigen Zinsniveaus wurden insbesondere langfristige Finanzierungen nachgefragt. Die Einlagen von stiegen um 180 Millionen auf rund 5 Milliarden Euro. Dies entspricht einem Wachstum von 3,7 Prozent. Die Darlehenszusagen stiegen um 23 Prozent auf 1,6 Milliarden Euro. Damit konnte die Sparkasse die positive wirtschaftliche Entwicklung in

der Region maßgeblich unterstützen. Außerdem wurden Investitionen und Wachstumsfinanzierungen bei den mittelständischen Unternehmen und Handwerksbetrieben der Region ermöglicht. Existenzgründungen auch weiter sehr gefragt Der Fachbereich GründerCenter der Sparkasse wird im Jahr 2016 bereits zehn Jahre alt. Das zeigt, dass Existenzgründungen auch weiterhin attraktiv und gefragt sind. Im Jahr

2015 begleitete die Sparkasse 119 Existenzgründungen und damit gut 13 Prozent mehr als im Vorjahr. Das Finanzierungsvolumen lag bei über 20 Millionen Euro. Insgesamt 276 Arbeitsplätze konnten durch Neugründungen, Nachfolgeregelungen und Betriebsübernahmen in der Region geschaffen oder gesichert werden. Die Sparkasse Pforzheim Calw ist in Deutschland unter den Banken einer der größten physischen Goldhändler. Das Handelsvolumen belief sich 2015 auf mehr als 13 Tonnen Gold und 86 Tonnen Silber. Bei Privatanlegern erfreute sich das Goldanlagekonto (in Gramm geführtes) weiterhin großer Beliebtheit. Sie unterhalten 2.660 Konten mit einem Goldguthaben von beinahe 2,5 Tonnen. Online- und Handy-Banking weiter auf dem Vormarsch Zum Jahresende wurden über 181.000 Girokonten mittels OnlineBanking geführt. Das entspricht einer Quote von 52 Prozent. Ebenso nahm die Anzahl der elektronischen Buchungen auf knapp 20 Millionen zu. Mehr als ein Fünftel der OnlineBanking-Teilnehmer wählen sich durchschnittlich 16 Mal pro Monat per Handy ein. Die anhaltende Tiefzinsphase wirkt sich weiterhin auf das Sparverhalten aus: Ersparnisse wurden – in der Hoffnung auf künftig wieder steigende Zinsen – kurzfristig, z.B. auf Tagesgeldkonten, geparkt. Hier nahmen die Einlagen bei Privatkunden um knapp 11 Prozent auf 2,6 Milliarden Euro zu. Die privaten Spareinlagen blieben nahezu auf dem Vorjahresniveau und betrugen rund 2 Milliarden Euro. Hohe Nachfrage bei privaten Wohnbaufinanzierungen Eine außerordentlich gute Entwicklung war bei privaten Wohnbaufinanzierungen zu verzeichnen, mit


Pforzheim Calw mit stabilem Jahresabschluss einem Zuwachs von 24 Prozent auf mehr als 700 Millionen Euro verteilt auf beinahe 6.000 Einzelabschlüsse. Damit ist die Sparkasse Pforzheim Calw der Top-Baufinanzierer in der Region. 2015 war für die Sparkasse ein sehr erfolgreiches Immobilienjahr. Die Nachfrage war – auch angesichts des niedrigen Zinsniveaus – weiter ungebrochen, das Angebot am Markt jedoch nicht immer entsprechend. Insgesamt wurden 487 Immobilien mit einem Gesamtumsatz von über 98 Millionen Euro vermittelt. Besonders begehrt waren Eigentumswohnungen, die immer mehr

Menschen als ideale Wohnform ansehen. Auch als Kapitalanlage sind Immobilien stark nachgefragt – sie sind wertstabil, bringen gute Renditen und können nachhaltig vermietet werden. Die Immobilienpreise sind grundsätzlich moderat gestiegen. 2016 wird die Sparkasse mit dem Vertrieb mehrerer Neubauprojekte beginnen und somit der großen Nachfrage nach hochwertigen Eigentumswohnungen nachkommen. Gute Entwicklung der Vermögensanlagen Die Vermögensanlagen stiegen im

vergangenen Jahr um über 200 Millionen auf 9,3 Milliarden Euro. Im Wertpapierbereich waren es insbesondere Investmentfondsanteile, die von den Kunden nachgefragt wurden. In der europäischen Tiefzinsphase sind Wertpapier-Anlagen eine gute Alternative zu klassischen Sparprodukten. Die speziell geschulten WertpapierExperten der Sparkasse zeigen den Kunden gerne – die individuell zu ihrem jeweiligen Anlagehorizont, zur Renditeerwartung und zur Risikoneigung passenden Möglichkeiten – auf.

„Die Konjunktur läuft eigentlich gut“ Prof. Wienerts Ausblick beim Wirtschaftsforum Pforzheim „Die Konjunktur läuft eigentlich gut – und wird 2016 wohl positiv bleiben.“ Im Kern war die Einschätzung von Prof. Dr. Helmut Wienert beim Wirtschaftsforum im Sparkassenhaus Pforzheim zwar positiv, doch der Volkswirtschaftler sieht auch jede Menge Unwägbarkeiten: „China unklar, USA belastet, Zusammenbruch der Rohstoffpreise, Schwellenländer hoch verschuldet.“ Und Prof. Wienert warnt: „Wenn die EU zusammenbricht, sind die Investitionen der letzten zehn Jahre obsolet. Starke Auswirkungen auf die Wirtschaftsentwicklung sieht Wienert wenig überraschend im starken Flüchtlingszustrom, „ein Konjunkturprogramm par excellence.“ In den nächsten Jahren sei von zusätzlichen Staatsausgaben von 12 bis 25 Milliarden Euro auszugehen. Und „Fahrlehrer, Arabisch-Übersetzer und Immobilienmakler“ könnten gute Geschäfte machen. Auf lange Sicht entscheide jedoch die Integration am Arbeitsmarkt, wie sich der Zustrom auf Dauer auswirke. Freilich brauche die Wirtschaft „junge, gut ausgebildete Leute“, Angebot und Nachfrage stimmten bekanntlich jedoch nicht überein.

Hier seien hohe Investitionen nötig, um bis in fünf Jahren 50 Prozent der Flüchtlinge aus Nordafrika in den Arbeitsmarkt zu bekommen. Diesbezüglich ist der Wissenschaftler allerdings „sehr skeptisch.“ Den Rohstoff-Preisverfall sieht er als „gigantisches, weltweites Umverteilungsprogramm, die Globalisierung als „eigentlich unglaubliche Erfolgsgeschichte“ in den letzten 30 Jahren. Sie habe „hunderten von Millionen geholfen, aus der Armut rauszukommen.“ Weil aber der Ordnungsrahmen, an den sich alle halten, fehle, kämen regionale Konflikte hoch, auf die Europa „null vorbereitet“ sei.

Dass die digitale Vernetzung gleichsam Vorteile wie Risiken bietet, zeigte im Anschluss an Wienerts Vortrag die Diskussion einer Expertenrunde auf. Durch Hackerangriffe auf Firmenund Verwaltungsnetzwerke entstünden allein in Deutschland jährlich Schäden von mindestens 40 Milliarden Euro. Bestmögliche Sicherung koste zwar Geld, verhindere schlussendlich jedoch größeres Unheil.

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Prof. Dr. Ulrike Krenzlin

Schönheit und Glanz FRANZ XAVER WINTERHALTER – ANTON TSCHECHOW

Prof. Dr. Ulrike Krenzlin

Franz Xaver Winterhalter (1905 – 73) hat Schönheit und Glanz äußerste Raffinesse abgerungen. In Porträts und Gruppenarrangements bevorzugt er die Personage der europäischen Höfe und Adelshäuser. Kaiser, Könige und Fürsten erscheinen bei ihm treffender als bei Adolph Menzel, den Malerfürsten Franz Lenbach und Hans Makart. Menzel mischte unter das Schöne ungehemmt seinen kritischen Blick. Unverkennbar treten Verachtung und lächerliche Seiten von Personen des preußischen Hofs hervor. Auftraggeber ärgerten sich deshalb oft über seine Bilder. Doch diese Frage stellt sich bei Winterhalter anders. Waren nicht das Selbstverständnis des „Königs der Franzosen“ (Roi Citoyen) Louis-Philippe I. oder im Zweiten Kaiserreich von Napoleon III., bis in den letzten Sinn hinein, vom Porträtisten zu ergründen, also Individualität, äußere Erscheinung und Zeitgeist zu einer idealen Einheit zu verschmelzen? Sollte nicht ein Idealbild entstehen, in dem sich der Epochengeist vollendete so wie es die Realität nirgendwo zu leisten vermochte? Winterhalter war ein außerordentlich beliebter Gesprächspartner für seine Auftraggeber. Im Verlauf seiner Aufträge lernte er den Menschen kennen, der hinter der hochrangigen Maske stand. Noch unerforscht ist, wie das Leben dieses Malers, der allerhöchste Gagen hatte, nie verheiratet war, trotz unentwegter Nähe zur Königsebene nicht zum Malerfürsten avancierte, sondern seiner Heimat und Familie immer treu geblieben ist. Das Königtum vom Elend einer Violetta Valéry in Verdis Oper „La Traviata“ aus zu betrachten, war jedoch nicht sein Anliegen. Das liegt auf einer ganz anderen Ebene. Ließ sich nicht die Eigenart der Königin Victoria von Großbritannien mit ihrer Familie in einem Winterhalter-Bildnis viel besser verstehen, als Mutter eines riesigen Kolonialreichs, in dem es allen so gut ging, anstatt in Facetten an den bröckelnden Rändern der Gesellschaft herumzustochern, um zu zeigen, dass dieses Reich noch vor dem Jahrhundertende zerfallen war. War nicht Winterhalters Ganzfigurenporträt der Kaiserin Elisabeth (1865) in der Robe vom ersten Künstler als Modist, Charles Fredrick Worth, mit den Silbersternen in Kleid und Haar so viel schöner als nur ein einziger Tag im Leben dieser Frau? Denn bald folgten der Selbstmord ihres Sohnes Rudolf, 1898 ihre Ermordung in Genf durch einen Anarchisten. Unverkennbar, dieser Kaiserin, die anonym die Welt bereiste, waren Auftrag und Sinn des Kaisertums entglitten. Immer ist man versucht, zugleich nachzusehen, wo die Schönheit von Winterhalters Personen jeweils hinführte, wo die Belle Epoque an ihr Ende gestoßen ist. Auch mit den schönsten neuzeitlichen Schlössern Linderhof, Neuschwanstein und Herrenchiemsee hat Ludwig II. von Bayern das Königtum im 19. Jahrhundert nicht mehr bewältigt. Sein Weg in den Tod blieb bis heute ein ungelöstes Rätsel. Große Ausstellungen widmeten London und Paris dem Künstler vor dreißig Jahren. Deutschland schätzt Cover: „Franz Xaver Winterhalter – Maler im Auftrag Ihrer Majestät“, H. Kessler Aurisch, L. Schabanne, Tilmann von Stockhausen, M. Straub, Arnoldsche Verlagsanstalt Stuttgart 2015, Euro 39,80 (D) ISBN 978-3-89790-4449-1, die Ausstellung im Augustinermuseum in Freiburg im Breisgau endete bereits am 20.3., The Museum of Fine Arts, Houston (US) bis 14.8.16, Palais de Compiègne (FR) bis 15.1.17.

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Winterhalter nicht. Hier kennt ihn fast nur die Fachwelt. Doch jetzt hat das Augustinermuseum in Freiburg im Breisgau dem Gesellschaftsmaler eine umfassende Ausstellung gewidmet. Wieso dieses überraschende Bekenntnis? Auch Kunsthistoriker folgen dem mainstream, meist so, dass sie selbst bei Sammlungen mit Mittelaltersprofil auf Biegen und Brechen das 20. Jahrhundert in Jahresausstellungskonzepte hineinzwingen mit Kleinbeiträgen zu Kubismus, Dada, Expressionismus und deren Folgen bis in die Gegenwart. Das Maß an Langeweile kann so kaum mehr überboten werden. Wer aus diesem


am Abgrund Abb. 1: Schweizer Mädchen aus Interlaken, 1840. Dieses Porträt ist ausnahmsweise kein Auftragswerk, es stellt eine vom Künstler bevorzugte junge Frau dar. Ihre Identität ist nicht ganz klar. Noch heute gehört das Bildnis in den Familienbesitz. Das zurückhaltende junge Antlitz, geschmückt mit glattem Haar und hochgestecktem Zopf in der Seidenschleife sind ebenso schön, wie alle Details des kostbaren Trachtenkleides. Doch die baumwollfeine Bluse im Samtmieder, der getriebene Silberschmuck am steifen Mieder, die Perlenbänder an der Seite, das alles erscheint vom wilden Schwung erfasst, der sich in die Landschaft mit dem Hochgebirgszug (Jungfrau) entlädt und der die Gestalt nach vorne schiebt, als ob sie, ohne inneren Rahmen, zu uns herausdrängt. (Öl/Lw 126 x 93 cm. Privatbesitz. © Foto: Axel Kilian)

Franz Xaver Winterhalter 1805 – 73, geboren in Menzenschwand im Hochwarzwald, Sohn eines Bauern und Harzers, lernt ab 1818 in Freiburg i. Br. das Zeichnen, die Kupferstecherei, danach im Herderschen Kunstinstitut die neue Lihtografie-Technik für Buchillustrationen des Herder verlages. Der Vater zahlte für vier Lehrjahre 200 Gulden, frei waren Kost und Logis, 1823 erhält Winterhalter von einem Förderer die Ausbildung als Maler an der Münchner Akademie, lernte bei J. Karl Stieler, dem Biedermeier-Porträtisten und Hofmaler Ludwig I. 1830 war er in Karlsruhe, vom Großherzog von Baden Leopold erhielt er große Porträtaufträge und ein Rom-Stipendium, er erweitert sein Können auf Genre- und Gruppenarrangements im Stil der französischen Romantik. Aufstieg zum Hofmaler des Großherzogs von Baden. Gründung eines Ateliers in Paris, zusammen mit seinem Bruder. Beide Künstler heiraten nie. Alsbald erfolgen Aufträge von König Louis-Philippe I., das war der Auftakt für Porträtaufträge auf der Königsebene ganz Europas. 1873 starb der Künstler an Typhus in Frankfurt am Main.

Boot aussteigt, muss viel riskieren. Mut dazu hat Tillmann von Stockhausen, Direktor des Augustinermuseums, bewiesen. Die Idee, den vergessenen Winterhalter ins Scheinwerferlicht zu rücken, flog ihm aus dem Museum of Fine Arts in Houston (H. Keller-Aurisch) zu. Aufgegriffen wurde sie auch von Laure Chabanne im Palais de Compiégne (Réunion des Musées Nationaux). Diese Häuser setzen die Präsentation mit anderen hochkarätigen Werken in den nächsten zwei Jahren fort. Doch realisiert hat von Stockhausen das ehrgeizige Projekt in einem Städtischen Museum, durch dessen Türen die Großformate ohne Sonderlösungen gar nicht gepasst haben. Leihgaben aus Privatbesitz erfolgten großzügig. Großformate zu restaurieren erforderte außerordentliche Anstrengungen von den Werkstätten der „Städtischen Museen“, die wegen ihrer Mittelaltersammlungen stark sind. Die Arnoldsche Verlagsanstalt Stuttgart bringt in drei Sprachen einen fulminanten Katalog heraus. Der Bauernsohn Franz Xaver Winterhalter (1805 – 73) aus Menzenschwand im Hochschwarzwald zog nach Freiburg i. Breisgau. Vier Jahre lernte er im Herderschen Kunstinstitut Zeichnen und Lithografie für die neuartigen Buchillustrationen im Herder-Verlag. Das war eine solide Ausbildung wie sie auch der junge

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Prof. Dr. Ulrike Krenzlin · Fortsetzung

Schönheit und Glanz am Abgrund FRANZ XAVER WINTERHALTER – ANTON TSCHECHOW

Abb. 2: Fürstin Leonilla zu Sayn-Wittgenstein-Sayn, 1843. Für ein Ganzfigurenporträt ist hier ein Querformat bestimmt und sehr gekonnt ausgespannt. Nach französischem Muster wird die Liegefigur zwischen leuchtend rotem Vorhang und drapierter Säule platziert. Die 27jährige Fürstin (1816 – 1918) erscheint als Odaliske, die eben von der Ottomane auf den Teppichboden herabgerutscht ist, um sich in verführerischer Haltung zu präsentieren. Das war Zeitgeschmack im Kolonialstil (Ägyptenfeldzug Napoleons). Das Gegenlicht verleiht ihrer Schönheit einen unauflösbaren Zauber. Das Aufregende des Bildes verbirgt sich jedoch im Seidenkleid, das mit seinen Brüchen und Schattenmulden vom bewegten Leben einer hauptsächlich erotisch orientierten Schönheit erzählt. Was die rosa geknoteten Gürtelschleife im Schoß noch unterstreicht, die wie eine Schlange im Zackenstil, geradezu auf den Betrachter zustürzt (Öl/Lw. 142 x 212 cm. J. Paul Getty Museum, Los Angeles, IN 86. PA 534 © J. Paul Getty Museum).

Adolph Menzel in Breslau in der Lithografenanstalt seines Vaters erhielt. Nach vier Jahren Lehre in Freiburg findet Winterhalter 1823 Förderung an die Königliche Akademie der bildenden Künste in München. Er verinnerlichte die französischen Romantiker mit ihrem beschwingt ausgreifenden Feinstil. 1830 ging er zurück nach Karlsruhe. Dort erhielt er Porträtaufträge von Großherzog Leopold, der Winterhaltes Karriere förderte mit einem Romsti-

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pendium. Der Blick für Genre- und Gruppenarrangements wuchs ihm zu. Bald zum Hofmaler in Karlsruhe erhoben, gab Winterhalter dort auf, um sich dauerhaft in Paris nieder zu lassen. Rasch fand er höfische Auftraggeber. König Louis-Philipp I. überschüttete ihn mit Porträts seiner Familie. Das war der Auftakt für fortlaufende Aufträge an allen europäischen Königshöfen und Adelshäusern in Madrid, Paris, London, Brüssel, Wien und St. Petersburg.

„Mein Gefühl ist wie ein verschlossenes Klavier“ Wenn wir uns Winterhalters Arrangements als „lebende Bilder“ vorstellen, dann drängen sie geradezu Fragen dazu auf, wie diese vom Schicksal scheinbar so bevorzugten Adelspersonen ihre Tage verbracht haben? Einer, der darüber Bescheid wusste, ist Anton Tschechow. Nehmen wir als Beispiel sein Drama „Drei Schwestern“. Leander Haussmann inszeniert Anton Tschechows


Abb. 3: Baronesse Lydia Stael von Holstein. Um 1857/58. Öl/Lw 143 x 109,2 cm, Bogenabschluss im neugotischen Rahmen. Virgina Museum of Fine Arts, Richmond, Adolph D. and Wilkins C. Williams, IN 2004.69 © Virginia Museum of Fine Arts, Fotos von Travis Fullerton Abb. 4 (unten): Fürstin Pauline von Metternich. 1860. Pauline Clementine Fürstin von Metternich (1830 – 1921) war eine berühmte Salonnière. Wo sie ìhre Cercle auch führte, ob in Dresden, Paris oder Wien, war sie in Modesachen immer tonangebend. Mit dem Modegestalter Charles Frederick Worth aus London trat erstmals ein Künstler an die Öffentlichkeit, mit ihm kam der Begriff der Haute Couture auf. Als hochintelligente Frau griff Pauline Metternich in das künstlerische Leben ihrer Zeit ein. Sie förderte Wagners Opernschaffen. Auch ihr soziales Engagement wurde damals geschätzt. Pauline war nicht so schön wie Winterhalter die 30jährige malte. Er setzt sie seitlich ins Bild und steigert ihren Ausdruck so, dass ein wunderbarer Kleiderärmel ihre rechte Schulter entblößt, wie man sie in der Tat nie betrachten könnte. Sie ist von einem in sich bewegten Tüllschleier umfangen. Ganz frei schwingt darin der Gedanke von Salomes Tanz nach. Paulines Schönheit liegt ganz und gar im Kleid. (ÖL/Lw. 115 x 87,5 cm. Oval. Privatbesitz. © Foto: Augustinermuseum, Städtische Museen Freiburg i.Br.)

Stück im Berliner Ensemble (Premiere war am 17. Dezember 2015). Haussmanns Inszenierung ist herausragend. Seine Devise, dass er dankbar dafür sei, jedem Regieeinfall abzusagen, hat ihm hier den Erfolg gebracht. Die Personage handelt tatsächlich im russischen Milieu mit Bildungsanspruch. Man staunt, dass es wieder geht, die Bühne in ein russisches Haus mit Salon und Saal zu verwandeln, Kostüme wie aus der Entstehungszeit zu entwerfen. Kurz um, ein Ambiete zu schaffen, in dem die Schwestern mit ihren Beziehungspersonen ihre Dialoge von Tschechow herausschleudern, weinen und lachen und sie so ausspielen, dass die große Fülle ihrer Charaktere, ihrer Hoffnungen, Enttäuschungen, Verzweiflung zum Vorschein kommen. Der Betrachter wird sich nicht entziehen. Er wird mit Heulen und Lachen hineingezogen in eine Welt, die nicht so weit von uns entfernt ist. Manche Kritiker haben diese Inszenierung deswe-

gen als altmodisch eingeschätzt. Allerdings konnte ich darin nicht den geringsten Sinn für Tschechows Sprachhöhe erkennen, die Haussmann von innen nach außen gekehrt hat. Die Töchter Irina (20), Olga, die Älteste, vier Jahre Lehrerin in einer Mädchenschule und Mascha, als einzige verheiratet. Sie können Englisch, Französisch und Deutsch und halten dieses Wissen ohne Anwendungsmöglichkeiten für Ballast. Sie suchen verzweifelt nach Auswegen aus der Lebenslangeweile. Zur Familie Prosorow gehört noch ein Bruder, Wissenschaftler ohne Anstellung, der von einer Professur in Moskau träumt. Alle wollen zurück nach Moskau. In vier Lebensjahre dieser vier Personen blendet sich Tschechow ein. Zuerst an einem 5. Mai. Im schönen elterlichen Haus mit Kinderfrau und Hausarzt wird

Namenstag der Jüngsten – und der 1. Todestag ihres Vaters, einem Brigadekommandeur des zaristischen Militärs – gefeiert. Vor elf Jahren war dieser aus Moskau in die Gouvernementsstadt abkommandiert worden. Seit seinem Tod ist das Haus verwaist. Denn auch die Mutter starb bereits in Moskau. Heute jedoch ist schon von morgens an zum großen Fest eingeladen. Der neue Batteriechef Oberst Werschinin hält mit

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Prof. Dr. Ulrike Krenzlin · Fortsetzung

Schönheit und Glanz FRANZ XAVER WINTERHALTER – ANTON TSCHECHOW Abb. 5: Olga (Laura Tratnik), Mascha (Antonia Bill), Irina (Karla Sengteller). Anlässlich Irinas Geburtstags gedenken die drei verwaisten Schwestern ihres verstobenen Vaters. © Foto: Lucie Jansch

Symbol für eine höhere Entwicklungsstufe …“ Der Offizier wird den Abschied vom Militär einreichen, in einer Ziegelei Dienst annehmen, um Irina zu heiraten. Doch hier zeigt sich die erste Katastrophe. Mascha heiratete ihren Mann, einen Lehrer, mit 18. Sie fand ihn anfangs so „schrecklich klug …“. Das legte sich allerdings rasch. Wereschin verliebt sich stehenden Fußes in die verheiratete Lehrersfrau. Sie stürzt sich in diese Liebe eines Mannes, der den Typus des Pessimisten vertritt. Mannschaft Antrittsbesuch. Die Plattform ist eröffnet. Das Drama beginnt. Die Jüngste redet am Geburtstagsmorgen entzückt. „Jedes Pferd bringt mehr zustande … als eine Frau, die mittags um zwölf Uhr aufsteht, im Bett ihren Kaffee trinkt und sich danach zwei Stunden lang anzieht…“. Sie nimmt sich vor zu arbeiten, zuerst wird sie im Telegraphenamt tätig. Doch ist ihr das zu anstrengend. Leutnant Baron von Tusenbach, ein lebensfroher Endzwanziger, verliebt sich in die junge Irina und umwirbt sie. Hochgestimmt verspricht er ihr, sie täglich vom Telegraphenamt abzuholen, „zehn Jahre, zwanzig Jahre lang, bis sie mich wegjagen …“. Sie gibt auf, geht in die Stadtverwaltung. Auch das gefällt ihr nicht. Sie ist verzweifelt und hat gekündigt. Auch die Liebe zu Tusenbach löscht nicht den Traum aus von einem Liebhaber in Moskau, den es nicht gibt, so dass sich der Graben zwischen ihren Träumen und wirklichen Leben immer mehr vertieft. Tusenbach erkennt den Lebenssinn in der Stetigkeit, das „kleine Unglück, der Tod in weichen Schuhen …“ bleiben dennoch. Sie sind „das Abb. 6: Nach Abzug des Militärs aus der Provinzstadt finden sich die Schwestern wieder im Lichte ihrer Zukunft, das ist lähmende Langeweile, weit und breit kein Verehrer und kein Liebhaber mehr. © Foto: Lucie Jansch

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am Abgrund

HOLBEIN IN BERLIN. Die Madonna der Sammlung Würth mit Meisterwerken der Staatlichen Museen zu Berlin Herausgegeben von Stephan Kemperdick und M. Roth, Petersberg 2016, Katalog zur Ausstellung im Bode-Museum bis 8. Mai 2016 ISBN 978-3-7319-0327-7 Euro19,95 Die Schutzmantelmadonna von Hans Holbein d. J., im Berliner Gropiusbau kürzlich inmitten einer Werkauswahl der Sammlung Würth als Publikumsrenner präsentiert (siehe Bericht Ausgabe 3/2015), kann im Anschluss daran, bis 8. Mai, am geeigneteren Ort, im Bode-Museum auf der Berliner Museumsinsel, bewundert werden. Zugeordnet sind ihr hier 27 zeitgenössische Werke. In diesem Kontext erscheint ihr Rang als bedeutendstes cisalpines Gemälde des 16. Jahrhunderts unbestritten. Zugleich nutzen Spezialisten die Gelegenheit, im Katalog, die auf der spärlichen Quellenlage grün-

grablege, aufgehängt werden sollte. Die in Basel 1528 durchgesetzte Reformation verhinderte jedoch das altgläubige Modell. KRIEG – Eine Archäologische Spurensuche Von Harald Meller und Michael Schefzik (Hg). Theiss-Verlag Darmstadt 2015, Begleitband zur Sonderausstellung im Landesmuseum für Vorgeschichte Halle/Saale, bis 22. Mai 2016, ISBN 97-3-944507-28-6 Euro 39,95 denden Forschungsergebnisse, seit 150 Jahren, mit ihren 300 Publikationen zu überprüfen. Hervorstechend im Katalog Stephan Kemperdicks feinsinnige Ausführungen zu Standort und Ikonographie der Tafel. Er konstruiert die These, dass das Werk 1526 von der Familie des (Baseler) Bürgermeisters Jakob Meyer zum Hasen als Memorialbild beauftragt war, das nach dessen Tod in St. Martin, bei der Familien-

Abb. 7: Olga, Mascha, Irina mit herab gestürztem Kronleuchter, nach einem Hausbrand im Salon ihres Hauses. © Foto: Lucie Jansch

Ausstellungen & Literatur

Das Militär wird gänzlich unersetzlich, in dem es einen Brandherd in der Stadt gelöscht hat. Doch es folgt der Abschied der Brigade in eine andere polnische Stadt. Für die Frauen, die sich alle an einen der Zufallsgäste gebunden haben, eine komplette Katastrophe. Sie sehen nur den Rückfall in die „Friedhofsruhe“. Am Tag vor der Hochzeit mit Tusenbach gesteht ihm Irina: Ich werde dir eine treue Frau sein, aber lieben kann ich dich nicht … mein Gefühl ist wie ein verschlossenes Klavier, zu dem keiner den Schlüssel findet.“ Er stellt sich noch am selben Tag einem Duell und stirbt. Nichts Positives bleibt.


Ausstellung im Schmuckmuseum Pforzheim bis zum 12. Juni 2016

»Wilde Mischung« –

neue Schmuck

Vor zehn Jahren wurde das Schmuckmuseum Pforzheim neu gestaltet und mit größerer Ausstellungsfläche wieder eröffnet. Seither konnte die einzigartige Sammlung des Hauses durch Ankäufe, Dauerleihgaben oder Schenkungen um mehr als 400 Neuerwerbungen erweitert werden. In der Ausstellung, die noch bis zum 12. Juni 2016 läuft, ist eine Auswahl dieser neuen Exponate zu sehen, eine »wilde Mischung« aus historischen und zeitgenössischen Schmuckstücken aller Art.

Etruskisches Armband, Gold, 3. Viertel 7. Jh. v. Chr. © Schmuckmuseum Pforzheim Schenkung Ruth Reisert-Hafner Foto Petra Jaschke

Brosche Ferrotypie, Silber, Gold Bettina Speckner, Übersee, 2013 © Schmuckmuseum Pforzheim Foto Bettina Speckner

Verlobungsanhänger Gold, Lapislazuli, Bernstein, Textil Oskar Walter ((Mitglied der Zunft Jungkunst), Pforzheim, 1920er Jahre © Schmuckmuseum Pforzheim Schenkung Hans Walter, Pforzheim Foto Petra Jaschke

»Miniatur Glut« Silber lackiert Therese Hilbert München, 2007 © Schmuckmuseum Pforzheim Foto Rüdiger Flöter

Öffnungszeiten: Di bis So und feiertags 10 – 17 Uhr (außer Hl. Abend und Silvester). Weitere Infos unter www.schmuck museum.de Maskenring Silber, Paul »Sam« Müller Ottenhausen/Pforzheim um 1938/39 © Schmuckmuseum Pforzheim Schenkung aus Privatsammlung Foto Petra Jaschke Ring Gold, Rubin, Brillanten Reinhold Schmidt Eisingen, 1967 © Schmuckmuseum Pforzheim Foto Petra Jaschke

Armspange Bronze Villanova-Kultur 2. Hälfte 8. Jh. v. Chr. © Schmuckmuseum Pforzheim Foto Petra Jaschke

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Medusa-Köpfchen (Goldplakette), Gold griechisch, 5. Jh. v. Chr. © Schmuckmuseum Pforzheim Foto Petra Jaschke


stücke aus der Sammlung Bild links Mitte: Halsschmuck Gold, Metalle Claus Bury, 1972 © Schmuckmuseum Pforzheim Foto Petra Jaschke

Denn einerseits liegt der Fokus der Sammlungserweiterung darauf, bislang noch nicht vorhandene historische Stücke zu erwerben, andererseits verfügt das Schmuckmuseum Pforzheim über eine einzigartige moderne Sammlung von Schmuck der Nachkriegszeit bis heute. Hier gelingt es der Leiterin und Kuratorin der Ausstellung Cornelie Holzach immer wieder, Tendenzen zeitgenössischer internationaler Schmuckkunst aufzuspüren. Zu entdecken ist die ganze Bandbreite an Schmuckstücken: Ringe, Halsketten, Broschen oder Medaillons und Anhänger sowie Armspangen und Uhren. Auch die unterschiedlichen Materialien belegen eine große Vielfalt: von Edelmetallen und -steinen bis hin zu Glassteinen oder Plastik. Anhand der unterschiedlichen Schmuckstücke, ob historisch oder modern, lässt sich die Ent-

Halsschmuck »Arbeiten« Eisen, Neusilber Katrin Feulner, Pforzheim 2015 ISSP-Förderankauf »Junge Schmuckkunst im Museum« 2015 © Schmuckmuseum Pforzheim

Brosche Silber teilvergoldet, Edelsteine, Email Gustav Braendle, Theodor Fahrner Nachf. Pforzheim, um 1929 © Schmuckmuseum Pforzheim Foto Petra Jaschke

Brosche »Beatles« Gold, Eisen, Glas, 4 Holographien Falko Marx 2008 © Schmuckmuseum Pforzheim Foto Winfried Reinhardt

wicklung der Sammlung in den vergangenen zehn Jahren ablesen. Neben vielen anderen Exponaten wird aus der historischen Sammlung ein etruskisches Armband gezeigt, das dem Schmuckmuseum Pforzheim von einer Privatperson geschenkt wurde, sowie eine spiralförmige Armspange aus Bronze, die im 8. Jahrhundert v. Chr. gefertigt wurde und auf einer Auktion ersteigert werden konnte. Aus dem Jahr 1783 konnte eine mit »Hofmann und Viala« signierte Spindeltaschenuhr erworben werden, also aus der Frühzeit der Pforzhei-

mer Traditionsindustrien, denn Viala war 1767 einer ihrer Mitbegründer. Eine Schenkung des Museumsfördervereins ISSP ist eine Jugendstil-Brosche mit Frauengesicht von der ebenfalls einst in Pforzheim ansässigen Firma Zerrenner. Die moderne Sammlung wurde unter anderem bereichert durch einen extravaganten Ring aus Glassteinen von Karl Fritsch sowie einen üppigen, aus Stoff genähten Halsschmuck von Lisa Walker. Eine wilde Mischung, anhand derer auch die Entwicklung der Schmuckkunst in all ihren Facetten sichtbar wird.

Im Rahmen der Eröffnung erfolgte eine Übergabe des Förderankaufs »Junge Schmuckkunst im Museum« 2015 des Fördervereins ISSP an das Museum: Halsschmuck »Arbeiten« von Katrin Feulner.

Spindeltaschenuhr Hofmann & Viala Pforzheim, 1783 © Schmuckmuseum Pforzheim Foto Petra Jaschke

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Kreishandwerkerschaft Pforzheim Enzkreis – die KFZ-Innung:

Senioren am Steuer –

Foto: © Kurhan - Fotolia.com

Für jeden Menschen, der seinen Platz hinter dem Steuer ein Leben lang lustvoll besetzt hat, kommt irgendwann die Stunde der Wahrheit, die da lautet: „Wie viel Sicherheit hat mein Verhalten im Verkehr noch zu bieten?“ Wir haben über dieses Thema sowohl mit Klaus Berchthold, dem stellvertr. Vorsitzenden der Verkehrswacht Pforzheim Enzkreis e.V. und Timo Gerstel, dem Vorstandsvorsitzenden der KFZ-Innung und Geschäftsführer eines Pforzheimer Autohauses gesprochen.

Gibt es heute bereits speziell für Senioren zugeschnittene Modelle? Was sollte beim Kauf berücksichtigt werden? Welche Möglichkeiten gibt es, privat seine Fahrtüchtigkeit überprüfen zu lassen? Hier einige Ausführungen von den beiden Experten.

Klaus Berchtold, Verkehrswacht.

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Klaus Berchtold, Verkehrswacht: „Ältere Menschen zählen zu den schwächsten Verkehrsteilnehmern. Die altersbedingt nachlassende körperliche Widerstandskraft, unsichere Bewegungsabläufe oder zunehmende Reaktionsschwächen führen dazu, dass Senioren häufig in schwere Verkehrsunfälle verwickelt sind. Die häufigsten Unfallursachen sind Vorfahrtsfehler sowie Fehler beim Abbiegen, Wenden, Rückwärtsfahren, Ein- und Anfahren.“

GenDia: „Gibt es seniorengerechte Fahrzeuge?“ Bechthold: „Für ein seniorengerechtes Fahrzeug sind folgende Kriterien von Bedeutung: uneingeschränkte Rundumsicht, komfortabler Ein- und Ausstieg, Anordnung der Bedienelemente, Kofferraum, Nachtfahrt, Komfort, Ausstattung. Außerdem gibt es Fahrerassistenzsysteme. Sie bremsen im Notfall, warnen vor Fahrzeugen im toten Winkel und sorgen für die richtige Beleuchtung. Fahrerassistenzsysteme sind verlässliche Hilfen im Straßenverkehr und sind offenbar Männersache. Eine repräsentative Forsa-Umfrage im Auftrag des DVR ergab: Die Mehrheit der Autofahrer kennt sich gut oder sehr gut mit Fahrerassistenz-

systemen aus. Experten empfehlen, sich ausführlich über Fahrerassistenten zu informieren und den Autoverkäufer darauf anzusprechen.“ GenDia: „Können Sie uns einige der Assistenzsysteme nennen?“ Bechtold: „Der Notbremsassistent, er warnt vorausschauend den Fahrer vor Kollisionen und hilft ihm, bestmöglich zu bremsen. Der Notbremsassistent ist jederzeit aktiv und kann kritische Situationen rechtzeitig erkennen. Er berechnet, wie stark das Fahrzeug abgebremst werden muss. Bremst der Fahrer nicht ausreichend stark, erhöht der Notbremsassistent den Bremsdruck auf das erforderliche Maß. Der Spurwechselassistent, er unterstützt den Fahrer beim Fahrspurwechsel. Er warnt vorschnell herannahenden und sich im toten Winkel befindlichen Fahrzeugen und reduziert das Unfallrisiko mit Fahrzeugen auf der Nachbarspur. Der Spurhalteassistent, er hilft dem Fahrer, in der Fahrspur zu bleiben und reduziert Unfälle, die durch Verlassen der Fahrbahn entstehen. Der Parkassistent, er hilft beim Finden der passenden Parklücke, schlägt im richtigen Moment das Lenkrad ein und übernimmt das Einparken. Der Lichtassistent, er leuchtet die Fahrbahn perfekt aus ohne andere zu blenden. Das Fahrlicht wird automatisch eingeschaltet, wann immer die Verkehrssituation es erlaubt und erfordert. Durch die Kurvenausleuchtung wird das Fahren bei Nacht sicherer. Der Verkehrszeichenassistent, er erkennt die aktuellen Geschwindigkeitseinschränkungen. Überschreitungen und die damit verbundenen Sanktionen können so vermieden werden. Der Müdigkeitswarner, er erkennt nachlassende Konzentration und wann eine Pause notwendig ist.


eine unendliche Geschichte

GenDia: „Besteht bei der Fülle von hilfreichen Möglichkeiten nicht auch die Gefahr der Überlastung von Technik und eine Irritation des Fahrers?“ Berchthold: „Wir haben hier die Möglichkeiten von Fahrassistenzsystemen, die zur Auswahl zur Verfügung stehen. Allerdings sollte ein Fahrzeug nicht mit Technik überfrachtet werden. Der Fahrzeugführer sollte immer in der Lage sein, die eingebauten Systeme zu erkennen und zu verstehen. Auf keinen Fall darf durch die Systeme eine Ablenkung erfolgen. Im Rahmen der von der Verkehrswacht durchgeführten Verkehrssicherheitstage werden Interessierte auch über die Fahrsicherheitssysteme informiert.“ KAUFVERHALTEN VON SENIOREN BEI NEUWAGEN Das Thema „Senioren am Steuer“ wird heute nicht nur hinter vorgehaltener Hand diskutiert. Die Industrie hat im Laufe der letzten Jahre zahlreiche Möglichkeiten entwickelt, um dem älteren Menschen technische Hilfsmittel zur Erleichterung und Sicherung des Fahrvermögens an die Hand zu geben. Wir haben Timo Gerstel, den Geschäftsführer eines Pforzheimer Autohauses und Vorstandsvorsitzenden der KFZ-Innung gebeten, uns aus seinem Erfahrungsbereich beim Kauf von Neuwagen über Wünsche und Beratungsschwerpunkte zu berichten. Gerstel: „Das Kaufverhalten Älterer unterscheidet sich beim Autokauf

sehr markant vom Verhalten jüngerer Menschen. Ist es beim jüngeren Fahrer das mit Raffinessen ausgestattete sportliche Auto, so zählen beim älteren Menschen Komfort und Übersichtlichkeit. Die meisten Hersteller von universellen Autos tragen diesem Umstand Rechnung und positionieren bestimmte Modellreihen für Altersgruppen und Modellreihen, die mit bestimmten Ausstattungspaketen bestellt werden, die schon eine Reihe von korrespondierenden Ausstattungsmerkmalen mitbringen, beispielsweise Komfort- und Beleuchtungspakete. Wir sehen bei älteren Kunden vor allem die Schwerpunkte bei Kompaktautos und Minivans, also kom-

lich sind. Zum Beispiel besteht die neueste Generation von Scheinwerfern aus LED-Lichtern, die eine überlegene Helligkeit und Blendfreiheit bieten. Fahrerassistenzsysteme sind bei allen Autoherstellern immer stärker im Kommen und bieten eine Reihe von Hilfssystemen für den Autofahrer. Selbst ältere und vorsichtige Autofahrer müssen jedoch nicht befürchten, durch die Assistenten überfordert zu werden. Genau das Gegenteil ist der Fall, denn alle modernen Assistenzsysteme aller Autohersteller werden selbstverständlich umfassend auf Bedienung und Fahrsicherheit getestet, und das auch mit aktiver Unterstützung von älteren Testfahrern.

Timo Gerstel, Geschäftsführer eines Pforzheimer Autohauses und Vorstandsvorsitzender der KFZ-Innung.

Foto: © michaeljung - Fotolia.com

Der Nachtsichtassistent, er erkennt Gefahren und verhindert so Kollisionen mit Fußgängern, unbeleuchteten Radfahrern, Wildtieren am Straßenrand. Außerdem sind weitere Hilfen für Senioren denkbar: automatische Handbremse, Warnung beim Türöffnen, wenn sich ein Fahrzeug nähert.“

pakten Großraumlimousinen in Fortführung der klassischen Kombis. Diese Klasse ist bei älteren Semestern vor allem wegen der höheren Sitzposition und dem leichten Einstieg sehr beliebt. Gern bestellt werden auch ergonomisch geformte und zertifizierte Sitze. Auch besteht bei älteren Menschen der Wunsch nach einem langlebigen, zuverlässigen und wartungsfreundlichen Fahrzeug. Das beginnt schon bei der Ausstattung eines Neuwagens, bei dem technische Neuerungen gern weggelassen werden, obwohl sie mitunter sehr nütz-

Wichtig ist immer noch die ausführliche Erklärung der technischen Möglichkeiten eines Autos und eine Probefahrt. Hier sollten gerade ältere Menschen vom Einsteigen bis zum Aussteigen auf alles achten was beschwerlich sein könnte. Ist der Einstieg problemlos zu bewältigen? Sind die Sitze gut einstellbar? Sind die wichtigsten Bedienelemente nach kurzer Zeit zu verstehen? Interessenten sollten nicht zögern, beim Fahrzeugkauf alles genau zu prüfen und den Verkäufer auch mit Fragen zu löchern. Dafür sind wir Verkäufer schließlich da.“

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Die Sparkasse Pforzheim Calw:

Kooperation mit Caritas und Diakonie Sparkasse bietet Betreuungsverfügungen an

Unter dem Motto „Zukunft gestalten – Werte erhalten“ bietet das Generationenmanagement der Sparkasse Pforzheim Calw ein Konzept mit den drei Säulen Nachfolge- und Zukunftsplanung, Testamentsvollstreckung und Stiftungen. Als jüngster Dienstleistungsbaustein ist nun noch die Betreuungsverfügung in Kooperation mit dem Caritasverband e.V. Pforzheim Betreuungsverein und dem Betreuungsverein der Diakonie im Landkreis Calw e.V. hinzugekommen.

Stellten die neue Kooperation vor: v.l. Bereichsdirektor Stefan Saile, Private Banking, Abteilungsleiter Matthias Belser, Generationenmanagement, Vorstandsmitglied Sieghardt Bucher, Dekan Ralf Albrecht, Bernd Schlanderer, beide Evangelischer Diakonieverband, Frank-Johannes Lemke und Thomas Vogel, beide Betreuungsverein der Caritas Pforzheim.

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Professionelle Regelung der Nachfolge- und Zukunftsplanung Die Betreuer des Generationenmanagements unterstützen die Kunden der Sparkasse bei der Gestaltung der Vermögensnachfolge. Sie entwickeln zusammen mit den Kunden Schritt für Schritt Lösungen für den gewünschten Vermögensübergang. Zusammen mit den Steuerberatern und Rechtsanwälten der Kunden begleiten sie die Umsetzung. Das Generationenmanagement der Sparkasse kümmert sich auch um die Errichtung und Begleitung von Stiftungen. Je komplexer die Vermögens- und Familienverhältnisse eines Kunden sind, umso anspruchsvoller ist die Umsetzung seines letzten Willens. Durch die Festlegung eines Testamentsvollstreckers im Rahmen einer testamentarischen Verfügung kann sichergestellt werden, dass die Vorgaben so umgesetzt werden, wie es sich der Kunde vorgestellt hat. Seit Dezember

2015 kann die Sparkasse auch diese stark nachgefragte Dienstleistung anbieten. Kooperation bei Betreuungen Jeder kann in die Situation kommen, nicht mehr eigenständig handeln zu können, zum Beispiel nach einem Unfall, einem Schlaganfall oder bei Demenz. Mit einer Betreuungsverfügung kann man seine Interessen im Voraus absichern. Sie ist dann sinnvoll, wenn es keine Vorsorgevollmacht gibt, weil z. B. keine Vertrauensperson vorhanden ist. Mit dem Caritasverband Pforzheim Betreuungsverein und dem Betreuungsverein der Diakonie im Landkreis Calw stehen der Sparkasse jetzt zwei kompetente Netzwerkpartner zur Seite. Sie stehen den Kunden für persönliche Angelegenheiten zur Verfügung, während die Vermögenssorge im Betreuungsfall mittels einer Vollmacht durch die Sparkasse Pforzheim Calw wahrgenommen wird.

Zu Unrecht belastet – so vermeiden Sie Kreditkartenmissbrauch im Urlaub Im Urlaub mit der Kreditkarte das Hotel oder den Mietwagen bezahlt? Und zu Hause festgestellt, dass zu viel abgebucht wurde? Dann hilft nur eines: Beschwerde einlegen. Kreditkarten sind einfach und bequem, vor allem beim Bezahlen im Ausland. Allerdings sollte, wer sie einsetzt, auch einen Blick auf die Abrechnungen haben, denn es kann vorkommen, dass zu viel abgebucht wurde. So kann beispielsweise von der Kreditkarte mehr Geld abgebucht werden, als vereinbart war: Ein Hotel stellt zum Beispiel Getränke aus der Minibar in Rechnung, obwohl der Kunde nichts entnommen hat. Viele Hotels fragen schon beim Einchecken zur Sicherheit nach der Kreditkartennummer, das heißt, sie ist dort bekannt und kann belastet werden. In Betrugsfällen wird dann mehr abgebucht, als notwendig und vereinbart war. Vor Ort lässt sich der Betrugsversuch in der Regel nicht erkennen, denn er findet ja im Prinzip erst später statt. Aber natürlich sollte man die Abrechnungen genau prüfen, bevor man sie unterschreibt, und sich einen Durchschlag geben lassen. Außerdem ist es wichtig, regelmäßig die Kreditkartenumsätze zu kontrollieren – am besten nicht erst, wenn die monatliche Abrechnung kommt, sondern auch zwischendurch. Wenn Sie am Kreditkarten-Banking teilnehmen, können Sie alle Rechnungen online abrufen und dort auch die aktuellen Buchungen sehen. Fragen Sie dazu Ihren Sparkassenberater. Wenn zu Unrecht Geld abgebucht wurde, muss sich der Kunde beschweren, und zwar beim Vertragspartner, also im genannten Beispiel beim Hotel. Aber auch bei der Bank, die ihm die Kreditkarte ausgestellt hat. Sie muss nachweisen, dass der Kunde das Geschäft getätigt hat, also beispielsweise einen Abbuchungsbeleg vorlegen. Übrigens: Wenn Sie Ihre Kreditkarte verlieren, müssen Sie sie sofort sperren lassen unter der Telefonnummer 116 116, aus dem Ausland mit der Vorwahl +49. Pro Tag haften Sie im Falle eines Missbrauchs bis dahin mit maximal 50 Euro.


• Bücher • Bücher • Bücher • Bücher wandeln lassen oder wenn mir ein ausrangiertes Möbel seine Geschichte erzählt hat. Und dann kann ich manchmal gar nicht so schnell schreiben wie ich es Ihnen erzählen möchte. Und je mehr ich schreibe, desto intensiver denke ich, dass Sie mit am Tisch sitzen und dann passiert mir das, was wir von Begegnungen mit Menschen kennen, die sich auf Anhieb verstehen. Du willst eigentlich förmlich sein, aber kannst nicht verhindern, dass sich Vertrautes in die Unterhaltung einschleicht. So beginne ich, in Gedanken zum Beispiel, sofort an dich zu schreiben, wenn ich Dinge auf dem Flohmarkt entdecke, deren Potential bisher unbekannt blieb. Denn du sollst davon erfahren, bevor andere den gleichen Geistesblitz haben und am Ende für uns nichts mehr zu finden ist. Oder wenn ich eine Idee aushecke, mit der wir viel Geld sparen können, beim Verschönern unseres Zuhauses … Sehen Sie? Es liegt daran dass wir die gleichen Dinge mögen! Ist es da ein Wunder, dass ich mit „wir“, „Sie“ und „du“ durcheinanderkomme? Wenn ich dich nun aber ein ganzes Buch lang duzen würde, glaubst du vielleicht ich arbeite heimlich für einen schwedischen Inneneinrichter? Während Sie mich mög-

MICHAEL LÜDERS: „WER DEN WIND SÄT“ – WAS WESTLICHE POLITIK IM ORIENT ANRICHTET Verlag: C. H. Beck Eine Geschichte erscheint in unterschiedlichem Licht, je nachdem, wie man beginnt, sie zu erzählen. Das iranische Verhältnis zum Westen etwa versteht nur, wer den von CIA und MI6 eingefädelten Sturz des demokratischen Ministerpräsidenten Mossadegh im Jahre 1953 berücksichtigt.

Ohne den Irakkrieg von 2003 und die westliche Politik gegenüber Assad in Syrien, lässt sich der Erfolg des „Islamischen Staates“ nicht begreifen. Eindrücklich zeigt dieses Buch, wie in der Region alles mit allem zusammenhängt und wie sich der Westen seine Feinde immer selbst schafft.

licherweise für spröde halten, wenn ich konsequent förmlich bleibe. Ein „Wir“ drückt am besten aus, was ich mit meinen Büchern will. Fotos: © Sonia Folkmann

MARTINA GOERNEMANN: „WER WOHNEN WILL, MUSS FÜHLEN“ Fotos: Sonia Volkmann frechverlag Vorwort: „In den Zeiten in denen ich schreibe, muss alles was ich trage geräumige Taschen haben. Tief genug um einen Notizblock aufzunehmen und einen Bleistift. Der Bleistift ist eigentlich, kein Stift mehr, sondern ein Bleistummel, denn er begleitet mich seit sechs Büchern und hat dabei sehr an Länge eingebüßt. Natürlich könnte ich die Gedankenblitze ebenso in mein elegantes Smartphone tippen, aber das wäre eben nicht ebenso gut. Allenfalls beim Sitzen hätte es Vorteile, weil ein Handy in der Hosentasche weniger in der Leiste piekt als ein frisch gespitzter Stift. Kurz und gut: ich brauche echte, analoge Buchstaben, wenn ich mir Notizen mache. Abends lege ich meine Zettel auf den Tisch neben meinen Computer. Und während ich meine krakeligen Aufzeichnungen in allgemein verständliche Sätze verwandle, fühlt es sich an, als würde ich mich mit ihnen unterhalten. Sie erfahren es als erste, wenn ich neue Farben entdeckt habe, mit denen sich zigarrenbraune Kleiderschränke mühelos in freundliche Mitbewohner ver-

Ich will, dass wir alle ein Zuhause haben, das uns wärmt in guten wie in schlechten Tagen. Aber ich mag nicht an die Briefe denken, die ich von Deutschlehrern und -innen bekäme, wenn ich meine Leser und Leserinnen ein ganzes Buch lang „wirzen“ würde. Ich habe mich deshalb entschlossen, Seite für Seite bei der Anrede meinem Herzen zu folgen. Denn nicht nur „wer wohnen will, muss fühlen“, wer schreiben will auch. Herzlich Ihre und Eure Martina Goernemann

Michael Lüders beschreibt die westlichen Interventionen im nahen und mittleren Osten und zeigt ihre desaströsen Folgen, darunter Terror, Staatszerfall und der Siegeszug islamischer Milizen. Sein neues Buch liest sich wie ein Polit-Thriller – nur leider beschreibt es die Realität.

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• Bücher • Bücher • Bücher • Bücher ELKE HEIDENREICH: „ALLES KEIN ZUFALL“ Verlag Hanser „Die Urgroßmutter sah streng über ihre Brille und sagte: ,Friss Vogel, oder stirb.’“ Elke Heidenreichs Liebe gilt den kurzen, eigensinnigen Vögeln, die weder alles fressen wollen, noch sterben. So wie sie selbst einer ist – und viele andere der Menschen, von denen sie erzählt. Denn wenn man genau genug hinschaut, ist so ein Leben mit seinen Höhen und Tiefen, seinen Glücks- und Unglücksfällen alles andere als ein Zufall. Sie erzählt von uns allen mit einem unbestechlichen Blick, doch immer mit Zuneigung und Wärme. Elke Heidenreich, geboren 1943, lebt in Köln. Sie studierte Germanistik und Theaterwissenschaften und arbeitete bei Hörfunk und Fernsehen. RITA FALK: „LEBERKÄS-JUNKIE“ Verlag dtv Schwere Zeiten für den Eberhofer Franz, Cholesterinwerte sind so hoch wie seine Laune im Keller. Dr. Brunnenmeier rät: dringend auf Entzug! Keine warmen Semmeln, statt Schlemmerorgien bei der Oma nur noch Kaninchenfutter auf dem Teller. Nein Danke! Und ausgerechnet jetzt steht er vor dem schwierigsten Fall seiner Ermittlerkarriere: Eine Tote im Fremdenzimmer von der Mooshammer Liesl. Der siebte Fall führt den Eberhofer diesmal echt an seine Grenzen. Rita Falk, Jahrgang 1964, geboren in Oberammergau, ist Mutter von drei erwachsenen Kindern und hat in weiser Voraussicht damals einen Polizeibeamten geheiratet. Mit ihren Provinzkrimis und ihren Romanen „Hannes“ und „Funkenflieger“ hat sie sich in die Herzen der Leserinnen und Leser geschrieben – weit über die Grenzen Bayerns hinaus.

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ALBRECHT MAHR: „VON DEN IILLUSIONEN EINER UNBESCHWERTEN KINDHEIT UND DEM GLÜCK ERWACHSEN ZU SEIN“ Verlag Scorpio Die Kindheit, von den vorgeburtlichen Erfahrungen bis zur Pubertät und darüber hinaus, ist für viele von uns alles andere als unbeschwert, sondern sehr oft mit viel Leid verbunden. Die Fortdauer kindlicher illusionärer Vorstellungen im Erwachsenenleben kann Fortschreibung kindlichen Leidens bis ins hohe Alter, ja bis in den Tod hinein führen – wir alle können als gealterte und bedrückte Kinder stehenbleiben. Das Erwachsensein dagegen wird in diesem Buch als das geschätzt, was es sein kann, ein immer reifendes Bewusstsein, welches das Beste in uns fördert und herausfordert, nur Vorteile hat und nichts weniger als Lebensglück begründet. Dr. med. Albrecht Mahr, geb. 1943, ist Facharzt für Psychosomatische Medizin, Psychotherapie, Psychoanalyse. Er arbeitet in eigener psychoanalytisch-systemischer Praxis in Würzburg, leitet das Institut für Systemaufstellungen und integrative Lösungen und gibt weltweit Trainings in der Kunst des Erwachsenseins. LACY MUCKLOW/ANGLA PORTER: „ZENCOLOR: RUHE UND KRAFT“ Frechverlag 100 Bilder zum Ausmalen und Entspannen. Ruhe und Kraft schöpfen. Eine Pause von der alltäglichen Hektik und Zeit für sich selbst zu finden, ist nun ganz einfach. Dieses Buch bietet 100 Motive für Erwachsene zum Ausmalen und Entspannen. Die vielfältigen meditati-

ven Bilder regen die Fantasie an und lassen die täglichen Sorgen vergessen. In sechs Kapiteln erwarten Sie ganz unterschiedliche Motive, die aufgrund ihrer beruhigenden Wirkung ausgewählt wurden. Harmonische Mandalas, gleichmäßige Muster und idyllische Landschaften laden dazu ein, der Kreativität freien Lauf zu lassen. Alles ist erlaubt, Sie brauchen keine Vorkenntnisse. Ob mit Filzstift, Wasserfarben oder Buntstift, Sie können jedem Bild Ihre ganz persönliche Note geben. Das große Bastelvergnügen für die ganze Familie. Der Hauptverlag hat folgende vier Bücher herausgebracht: RAPHAELE VIDALING: „DA STAUNST DU!“ Verblüffende Bastel- und Kochideen für die ganze Familie CONSTANZE GUHR/ ANNA ZIMMERMANN: „DAS KUNTERBUNTE NATURBASTELBUCH“ Bastelnd durch das Jahr ANTJE VON STEMM: „POP-UP-WERKSTATT FÜR KINDER“ Falten, schneiden, malen, kleben HOHBERGER/LÜDER: „SELFI MIT LÖWENZAHN“ Mit dem Smartphone auf der Pirsch. Der vielseitige Ideenreichtum dieser Bücher hält die gesamte Familie in Schwung und vermittelt durch zahlreiche kreative Aktivitäten eine Fülle von Anregungen. Sie sollten in keinem Familien-Kommunikationsprogramm fehlen.


Mit Thalia Pforzheim Bücher gewinnen

TREFFPUNKT THALIA

Michael Lüders »Wer den Wind sät« C.H. Beck

Veranstaltungen in Pforzheim

Rita Falk »Leberkäs-Junkie«

FRÜHJAHR 2016

dtv

Mittwoch, 13. April 2016 – 20.15 Uhr AUTORENLESUNG

Elke Heidenreich »Alles kein Zufall«

»Zencolor – Ruhe & Kraft«

Veranstaltungsort: Thalia Pforzheim Eintritt € 10,–

TOPP

Dienstag, 19. April 2016 – 19.00 Uhr Elke Heidenreich »Alles kein Zufall«

AUTORENLESUNG

Wilfried F. Schoeller »Franz Marc«

Hanser

Veranstaltungsort: Kunsthaus 19/21 Pforzheim Eintritt € 6,–

Freitag, 22. April 2016 – 21.00 Uhr AKTION

9. Lange Lesenacht bei Thalia Pforzheim

Coupon ausgefüllt bis 30.04.2016 einsenden: Contact + Communication, Gerda Görnemann, Lisztstraße 31, 75179 Pforzheim Abschneiden und im Aktionszeitraum einsenden.

Veranstaltungsort: Thalia Pforzheim Eintritt € 8,– (inkl. Miternachtsimbiss + Frühstück) Maximal 50 Personen. Anmeldeschluss: 16.04.16

Name Vorname Straße

Telefonnummer



PLZ, Ort

Es entscheidet das Los. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Mitarbeiter von Thalia und deren Angehörige dürfen nicht teilnehmen. Thalia-Buchhandlung | Westliche 27-29 | 75172 Pforzheim | Tel. 07231 13420 | thalia.pforzheim@thalia.de

12. – 14. Mai 2016 AKTION

Pforzheimer Taschenbuchmarkt Veranstaltungsort: Thalia Pforzheim, vor Buchhandlung

Thalia-Buchhandlung Westliche 27-29 | 75172 Pforzheim Tel. 07231 1342-0 | thalia.pforzheim@thalia.de


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Der Pforzheimer

Wir stellen vor:

Adrienne Bueß Azubi zur Bestattungsfachkraft Hatten wir in der Ausgabe 3/2015 dieser Zeitschrift die jüngste Bestattungsfachkraft des Pforzheimer Friedhofs im Gespräch, die wenige Tage vorher ihren Dienst angetreten hatte, so liegen heute – nach vier Monaten Tätigkeit – aber schon einige Erfahrungen vor. Hat ihre Begeisterung für den Beruf diese Monate überstanden? Gibt es für die eine oder andere Aufgabe Vorlieben? Und wir erfahren: AB: „Die Entscheidung, diesen Beruf zu wählen, war absolut richtig. Ich habe bisher noch keine Aufgabe bekommen, die mit negativen Erlebnissen verbunden war.“

Adrienne Bueß

Foto: Fotolia.com © Kzenon

GenDia: „Welche Aufgaben übernehmen Sie besonders gern?“ AB: „Die Gestaltung der Trauerfeier mit ihren individuellen Möglichkeiten. Die Abstimmung der Farben der

Halle mit den Farben der Tücher, den Farben der Blumen und auch den Lieblingsblumen des Verstorbenen. Aber auch die Vorbereitung des Verstorbenen zur Grablegung, die man zu Zweit macht. Und besonders gern bin ich auf dem Friedhof, wenn von den Gärtnern die Blumen für die individuelle Grabgestaltung geliefert werden.“ GenDia: „Haben Sie auch schon Informationsgespräche mit den Hinterbliebenen geführt?“

AB: „Ja, aber noch nicht allein. Da hatte ich noch den erfahrenen Chef zur Seite. Es ist sehr Vieles, das man bedenken muss. Da gibt es zwar eine komplette Liste, aber sie enthält auch zahlreiche individuelle Möglichkeiten.“ GenDia: „Erleben Sie, dass Angehörige Wünsche haben, die nicht auf Ihrer Liste stehen?“ AB: „Ich habe es noch nicht erlebt, aber gehört, dass zum Bespiel eine Tochter zur besonderen Erinnerung an ihre Mutter um eine Haarlocke bat, die sie dann in einem Schmuckkästchen aufbewahrt hat oder die zu einem Diamant verarbeitet wurde. Aber das gab es bereits in grauer Vorzeit.“ GenDia: „Nun ja, auch die Trauer um einen geliebten Menschen ist so individuell wie die unterschiedliche Wesensart der Menschen selbst. Doch Eines ist sicher: Nur über die lebendige Er-Innerung ist es möglich, die Nähe der Verstorbenen zu bewahren. Wir wünschen Ihnen für Ihre weitere berufliche Aufgabe viel Kraft, Menschenliebe, Verständnis und hilfreiche Gedanken.

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< Hauptfriedhof IHRE BESTATTUNGSPARTNER IN DER REGION  BLUMEN-VOLLMER Sommerweg 21 75177 Pforzheim Tel. 0 72 31/31 47 68  BLUMEN-SCHÄFER Hohenzollernstr. 41 Tel. 0 72 31/31 64 54 und Hachelallee 3 Tel. 0 72 31/31 34 55 75177 Pforzheim  FRIEDHOFSGÄRTNEREI HILLIGARDT Wolfsbergallee 53 75177 Pforzheim Tel. 0 72 31/10 69 18  H. + W. ALBERT STEINBILDHAUERMEISTER Höhenstraße 58 – 60 75179 Pforzheim Tel. 0 72 31/44 16 64

 GESTALTUNG IN STEIN ANDREAS MISSENHARDT STEINBILDHAUERMEISTER Ispringer Straße 40 75177 Pforzheim Tel. 0 72 31/31 38 78  STEINMETZ UND STEINBILDHAUERARBEITEN EUGEN MARTIN Inh. T. Schreiber Bernhardstraße 36 75177 Pforzheim Tel. 0 72 31/31 32 58  PFORZHEIMER BESTATTUNGSHAUS GMBH Thilo Meier Ispringer Straße 42 75177 Pforzheim Tel. 0 72 31/1 54 23 00

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Europapark Rust – Saisonstart 2016:

Der Europa-Park wird grüner –

Irischer

Die Saison 2016 steht für den weltweit beliebtesten Freizeitpark ganz im Zeichen der Familie. Dafür sorgt besonders der neue Themenbereich „Irland – Welt der Kinder“, der im späten Frühjahr mit zahlreichen Attraktionen, einer großen Indoor-Spielewelt und neuen gastronomischen Angeboten das Highlight der neuen Saison darstellt. Mit einer landestypischen und detailverliebten Gestaltung werden die kleinen und großen Gäste Irland von seiner schönsten Seite erleben können.

Roland und Jürgen Mack begrüßen die irische Musiklegende Johnny Logan am St. Patricks Day im 4-Sterne Superior Hotel Bell Rock.

Darüber hinaus lockt mit „Happy Family“ ein neues Film-Abenteuer im Magic Cinema 4D, auf der YoungStar Achterbahn „Pegasus Coastiality“ erleben die Besucher ab Saisonstart eine schaurig-schöne „Happy Family“ Animation und ein neues Jumping-Game von MackMedia sorgt zudem für beste Unterhaltung. Die schnellste Rennserie der Welt rund um die Formel 1 mit einer ihrer legendärsten Strecken, dem Grand Prix von Monaco, steht im Mittelpunkt der neuen „WON WORLD“-Ausstellung in der Mercedes-Benz-Hall. Mehr als 100 Attraktionen und Shows sowie 14 europäische Themenbereiche auf 95 Hektar Fläche warten auf die Besucher. Die fünf parkeigenen Erlebnishotels machen den Europa-Park zu einer einzigartigen Kurzreisedestination im Dreiländereck Deutschland – Frankreich – Schweiz.

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Neuheiten 2016 Auch in dieser Saison erwarten die Besucher viele tolle Überraschungen und Neuheiten. So wird zwischen dem Französischen und Englischen Themenbereich auf der ehemaligen Fläche der „Welt der Kinder“ bis im späten Frühjahr 2016 mit der „grünen Insel“ ein neuer Themenbereich gestaltet. Inmitten der Hügel Irlands entsteht ein idyllisches Fischerörtchen, welches die Besucher zum Verweilen einlädt. Ob auf der Kinderschiffsschaukel „Dancing Dingie“, der Kinderachterbahn „Ba-a-a-Express“ oder bei der Traktorfahrt „Old Mac Donald‘s Tractor Fun“, in der märchenhaften Oase kann die ganze Familie zahlreiche neue Attraktionen erforschen. Die große überdachte Spielewelt „Limerick Castle“ garantiert zudem zu jeder Jahreszeit einmalige Abenteuer. Neue gastronomische Angebote wie „The O’Mackay’s Café and Pub” locken

ebenso wie eine neue Show und der „Shamrock Gifts and Treats“-Shop. Im Magic Cinema 4D lockt ein brandneues Abenteuer mit dem Titel „Happy Family“. Der von MackMedia produzierte Film handelt von der äußerst gewöhnlichen Familie Wünschmann, die einen mehr als ungewöhnlichen Tag in einem Freizeitpark erlebt. „Happy Family“ (vormittags) wird im Wechsel mit dem Erfolgsfilm aus dem vergangenen Jahr, dem 4DAbenteuer „Das Zeitkarussell“ (nachmittags) gezeigt. Mit Familie Wünschmann werden die Fahrgäste ab Saisonbeginn auch auf der YoungStar Achterbahn „Pegasus Coastiality“ unterwegs sein. Nachdem die Weltpremiere der ersten Virtual Reality Achterbahn, dem „Alpenexpress Coastiality“, seit September 2015, bei Besuchern wie auch Medien für Furore sorgt, wird dieses Jahr die beliebte Familienachterbahn im Griechischen Themenbereich ebenfalls mit dieser innovativen Technik ausgestattet. Sie lässt die Besucher mithilfe der Samsung Gear VR-Brille durch die schaurig-schöne „Happy Family“-Welt brausen. Der neue 4D-Film und das „Pegasus Coastiality“-Erlebnis sind nur ein Vorgeschmack auf den von MackMedia koproduzierten Kinofilm „Happy Family“, der 2017 in die deutschen Kinos kommen wird. Wie die Entstehungsgeschichte des Europa-Park gewesen sein muss, erfahren die großen und kleinen Zuschauer in Grimms Bibliothek im Märchenwaldkino. Ab dem späten Frühjahr 2016 nimmt es Ed Euromaus im sagenhaften Kurzfilm „Die Rettung des Märchenwalds“ von MackMedia erneut mit seinem Widersacher, dem Nachtkrabb, auf. Die schnellste Rennserie der Welt – rund um die Formel 1 Doppel-Weltmeisterschaft 2015 – steht im Mittelpunkt der neuen „WON WORLD“Ausstellung in der Mercedes-BenzHall. Der Besucher taucht dabei in


Themenbereich ab spätem Frühjahr 2016 die faszinierende Motorsport-Welt ein und findet sich auf einer der legendärsten und spannendsten Rennstrecken der Welt wieder: dem Grand Prix von Monaco. Wie in der Realität, liegt das Fürstentum auch im Europa-Park gleich neben dem Französischen Themenbereich. Die „Küchen der Welt“ sind im neuen Restaurant „Spices“, direkt neben dem Colonial House, zuhause. Je nach Jahreszeit können die Gäste hier indische, afrikanische oder auch südamerikanische Spezialitäten von Übersee genießen und sich auf weitere Spezialitäten aus fernen Ländern freuen. Im Holländischen Themenbereich lockt das „Molencafé“ schon von fern mit dem süßen Duft von Poffertjes. Darüber hinaus können sich die Gäste auch über leckere Pommes frites des „Friethuys“ freuen, das Erdäpfel auf typisch niederländische Art zubereitet. Das Restaurant „Don Quichotte“ im Spanischen Themenbereich wird um den gemütlichen Wintergarten „El Pescador“ erweitert, der es den Gästen ermöglicht, das Essen in entspannter Atmosphäre zu sich zu nehmen. Zudem erhält die im Herzen des Europa-Park gelegene Aktionsfläche im Rahmen des Luxemburger Festes, am 11. und 12. Juni, mit dem „Luxemburger Platz“ ein neues Wahrzeichen. Der Schweizer Kinderbuch-Klassiker „Schellen-Ursli“ ergänzt ab dem Frühjahr den gleichnamigen Themenbereich. Die Besucher dürfen sich über den Nachbau des Schellen-Ursli Hauses freuen, der zahlreiche original Requisiten des Kinofilms präsentiert und zugleich den neuen Zugang zur Schweizer Bobbahn darstellt. Auch die schwäbisch-alemannische Fastnachtstradition erhält mit rund 130 Masken unterschiedlichster Zünfte aus der Region Einzug in den Europa-Park. Ein Europa-Park Zeppelin wird im April seinen Passagieren die Welt rund um Deutschlands größten Freizeitpark zu Füßen legen und bis

Ready for departure: Roland Mack und David Safier (1. Reihe) kurz vor dem Start auf „Pegasus Coastiality“ im Europa-Park.

Oktober in der Bodenseeregion fliegen. Aus diesem Anlass waren auch Wolfgang von Zeppelin (Verwandter von Ferdinand von Zeppelin) und Thomas Brandt, Geschäftsführer der Deutschen Zeppelin-Reederei GmbH, bei der Pressekonferenz am 17. März 2016 anwesend. Auch im Gaming-Bereich gibt es Neuigkeiten Nach dem ersten Casual Game „Das geheimnisvolle Labyrinth von Schloss Balthasar“, das im vergangenen Jahr zum 40. Geburtstag des Europa-Park erschienen ist, legt MackMedia in Sachen Games nach. Neben einem Update für das erste Spiel, geht es im zweiten Game hoch hinaus – das Jumping-Game „Cannon Flight“ verspricht rasanten Spielespaß mit Ed Euromaus und seinen Freunden in der Rolle wagemutiger Stuntmen. „Cannon Flight“ wird für PC und Mac sowie Smartphones mit iOS, Android oder WindowsPhone erhältlich sein. Filmsets, Kulissen und Kameras – diese cineastischen Requisiten bilden den roten Faden der neuen VarietéShow im Teatro dell’Arte im Italienischen Themenbereich. Unterhaltsame Comedy-, faszinierende Luft- und spektakuläre Dance-Acts sorgen darüber hinaus täglich für ein Enter-

tainment-Erlebnis der Extraklasse. Auch im Italienischen Themenbereich wird den Europa-Park Gästen eine neue Show präsentiert. Ed Euromaus, sein Freund Eurofant als lässiger DJ und die Band „Die Rustis“ legen auf der Freilichtbühne richtig los. Zudem sind alle Parkbesucher zur täglichen „Ed’s Party Parade“ eingeladen. Sie führt quer durch Deutschlands größten Freizeitpark und brilliert durch toll gestaltete Paradewagen. Hinter den Kulissen des Europa-Park wird ebenso investiert. Auf der Fläche des ehemaligen Mitarbeiterparkplatzes entsteht ein neues Logistikzentrum, das sämtliche Warenströme im Park verantwortet. Ebenso wurde eine Fischtreppe an der Elz errichtet, um dem Fischbestand ein leichtes Vorankommen in dem Gewässer zu ermöglichen. Schließlich entsteht im Laufe des Jahres auch eine neue Multifunktionshalle, die zukünftig neben Messen und Tagungen auch Konzerte und weitere Veranstaltungen beherbergen wird. Sie wird auf dem Gelände der „EP-Arena“ entstehen, dieses entsprechend ersetzen und aufgrund der Bauweise die Anwohner noch besser vor Lärmbeeinträchtigungen schützen.

Der Europa-Park ist in der Sommersaison 2016 vom 19. März bis zum 6. November täglich von 9 – 18 Uhr geöffnet (längere Öffnungszeiten in der Hauptsaison). Infoline: 0 78 22 - 77 66 88. Weitere Infos unter www.europapark.de

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Die Sparkasse Pforzheim Calw:

Vorsicht, falscher Enkel! Polizei und Sparkasse bieten kostenlose Infoveranstaltungen an

mehr zu Fuß bewältigen kann. Auf diese Weise haben Enkeltrick-Betrüger oft schon Beträge im fünfstelligen Eurobereich erbeutet. Skrupellos werden häufige Handikaps älterer Menschen wie Seh- und Hörschwäche, Vereinsamung, Zerstreutheit und Demenz ausgenutzt.

Gesprächspartner Geld von Ihnen fordert. • Vergewissern Sie sich, ob der Anrufer wirklich ein Verwandter ist: Rufen Sie unter der bisher bekannten und benutzten Nummer an und lassen Sie sich den Sachverhalt bestätigen. • Geben Sie keine Details zu Ihren familiären oder finanziellen Verhältnissen preis. • Übergeben Sie Unbekannten niemals Geld. • Wählen Sie die Notrufnummer 110, wenn Ihnen ein Anruf verdächtig vorkommt. • Wenn Sie Opfer geworden sind, erstatten Sie Anzeige bei der Polizei.

Die Polizei rät älteren Mitbürgern deshalb: • Seien Sie misstrauisch, wenn sich jemand am Telefon nicht mit Namen meldet. • Legen Sie einfach auf, sobald Ihr

Anfragen für kostenlose Infoveranstaltungen mit Martina Bieringer (Sparkasse) und Kriminalhauptkommissar Wolfgang Koesling per E-Mail martina.bieringer@skpfcw.de oder Tel. 0 72 31 – 99-33 37.

Der so genannte „Enkeltrick“ ist eine besonders hinterhältige Form des Betrugs. Er richtet sich gezielt gegen ältere Mitmenschen und kann für Opfer oft existenzielle Folgen haben. Die Zahl dieser Delikte bzw. Versuche ist 2015 in Pforzheim und im Enzkreis von 29 auf 221 gestiegen. Dabei entstand ein Schaden von 320 000 Euro. Über Gefahren – und vor allem wie man sie vermeiden kann – bieten Polizeidirektion Pforzheim und Sparkasse kostenlose Infoveranstaltungen an. In diesem Jahr wurden bereits zehn Termine vereinbart. Mit Formulierungen wie „Rate mal, wer hier spricht“ rufen Betrüger bei älteren, allein lebenden Menschen an, geben sich als Verwandte, Enkel oder auch gute Bekannte aus und bitten kurzfristig um Bargeld. Ein finanzieller Engpass oder eine Notlage wird vorgetäuscht und die Lage äußerst dringlich dargestellt. Ist das Opfer dann zahlungsbereit, wird ein Bote angekündigt, der das Geld abholt. Nicht selten ruft der Täter sogar ein Taxi, wenn das Opfer das Geld nicht parat hat und den Weg nicht

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Treue zahlt sich jetzt noch mehr aus! Willkommen in der Stammkunden-Vorteilswelt:

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www.sparkasse-pfcw.de/stammkunden

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n Sie finde r in de uns jetzt FriedarlWestl.-K 56 ! rich-Str. In Ihrem Karten Büro in den SCHMUCKWELTEN Pforzheim erhalten Sie Tickets für alle Stücke aus dem Repertoire des Stadttheaters Pforzheim. Ebenso für alle Veranstaltungen des Kulturhauses Osterfeld, die Abo-Konzerte des Südwestdeutschen Kammerorchesters, des Oratorienchors Pforzheim, für Veranstaltungen des Figurentheaters von Raphael Mürle in Brötzingen, der Volkshochschule Mühlacker, des Tollhauses Karlsruhe und viele, viele mehr!!! Congress Centrum Pforzheim 12.06.2016 Hochromantisch Abokonzert 6 € 22,00 – 48,40 03.07.2016 6. Sinfomiekonzert € 16,50 – 33,00 14.07.2016 Christopher Cross – Live 2016! € 40,50 – 49,50 21.07.2016 VoxxClub-Schlagerparty € 38,40 – 49,40 27.09.2016 Michael Mittermeier € 25,50 – 39,00 29.09.2016 Fantasy € 39,90 – 53,70 10.10.2016 Die Giraffenaffenband Live 2016 € 19,90 – 26,90 28.12.2016 Ernst Hutter & Egerländer Musikanten € 40,90 – 50,90 20.01.2017 Die Teddy-Show € 36,75 01.04.2017 Dieter Nuhr – Nur Nuhr € 29,90 – 34,40

LKA Stuttgart Musicals Di. bis So. Tarzan

€ 58,64 – 156,39

Mi. bis So.

€ 58,90 – 167,89

Kulturhaus Osterfeld Pforzheim 05.06.2016 LaLeLu – 20 Jahre LaLeLu 12.10.2016 Florian Schröder – Entscheidet Euch! 19.10.2016 Alfons 22.10.2016 Die Nacht der Stimmen 12 – Mit basta und Delta Q 03.11.2016 Dave Davis, brandneues Soloprogr.

07.03.2017

€ 21,00 € 22,10

Figurentheater Raphael Mürle 07.05.2016 Kleinkunstperlen

€ 16,50

30.07.2016

€ 16,50

Freilichttheater & Livemusik

Schleyerhalle Stuttgart 22.05.2016 Silbermond 01.06.2016 Rod Stewart 01.10.2016 Zucchero 15.10.2016 Die Schlagernacht des Jahres 28.- 30.10.16 Peter Maffay & Tabaluga Live 24.11.2016 Placebo 13.12.2016 Night of the proms 2016 16.12.2016 Mega 90er – live on Stage 22.23.12.16 Die Fantastischen Vier: Vier und Jetzt Tour 2016/2017 Liederhalle Stuttgart 23.05.2016 Horst Lichter 25.05.2016 2Cellos 03.06.2016 Flo Rida 16.07.2016 Carl Orff: Carmina Burana 02.10.2016 Matthias Reim 17.12.2016 Paul Carrack & SWR Big Band & Streichorchester 17.12.2016 Blechschaden 18.12.2016 UNESCO – Weihnachtsgala 26.03.2017 Wise Guys

€ € € € € € € €

Theaterhaus Stuttgart 03.11.2016 Angelo Branduardi 17.11.2016 Sebastian Fitzek 18.11.2016 Quadro Nuevo Tango

€ 36,90 – 57,90 € 26,90 € 32,80 – 48,20

Porsche Arena 24.05.2016 07.10.2016 08.12.2016 10.12.2016

€ € € €

Karlsruhe 26.05.2016 05.11.2016

€ 52,20 – 60,25 € € € € €

26,75 – 43,90 – 50,55 – 15,00 – 37,50 –

45,15 61,15 54,05 26,00 64,50

€ € € €

41,10 – 33,00 – 40,00 – 32,90 –

60,90 50,50 50,00 37,40

46,90 – 58,90 40,15 55,50 – 90,15 30,95 – 37,85

Die CubaBoarischen, Tollhaus € 27,40 – 31,80 Mundstuhl „Mütze-Glatze! € 29,85 Simply the Pest“, Badnerlandhalle Dr. E. v. Hirschhausen – Wunderheiler € 39,05 – 49,40 Konzerthaus

Baden-Baden Festspielhaus 21.10.2016 Pepe Lienhard Big Band – Swing Live 18.11.2016 Al Jarreau NDR Big Band

€ 43,00 – 80,00 € 21,00 – 92,00

Mannheim 28.05.2016

€ 50,05

02.10.2016 31.10.2016

36,90 – 47,90 62,10 – 172,10 50,95 – 73,95 50,00 – 76,00 47,90 – 95,90 56,25 38,90 – 82,90 41,05

Niedeckens BAP Steel Panther Excalibur Dodokay & Friends

26.11.2016

Rea Garvey Get loud Open Air Tour Maimarktgelände Mannheim Nickelback, SAP Arena José Carreras – Final World Tour Rosengarten Xavier Naidoo, SAP Arena

Sonstige (Auswahl) tägl. außer Mo. Friedrichsbau Variété Stuttgart 11.5. – 5.6.16 Cirque du Soleil: AMALUNA Frankfurt Festplatz am Ratsweg 14.05.2016 Ü30-Party, ahg Pforzheim 22.05.2016 Chris Brown, Festhalle Frankfurt 28.05.2016 Udo Lindenberg Mercedes-Benz Arena Stuttgart 11.06.2016 Ü30-Party, Autohaus Stiefel Mühlacker 24.06.2016 Calw rockt! mit Suzie Quatro, The Hooters und Sweet Calw Marktplatz 16.07.2016 Gregor Meyle SpardaWelt Freilichtbühne, Killesberg 07.08.2016 SIDO, Kollegah & Kool Savas Ludwigsburg Residenzschloss 29.9.–2.10.16 3. Pforzheimer Oktoberfest Pforzheim Messplatz 16.10.2016 Jean-Michel Jarre, Festhalle Frankfurt 28.10.2016 Katie Melua, Jahrhunderthalle Frankfurt 29.11.-1.12.16 Hannes und der Bürgermeister Stadthalle Leonberg

€ 67,90 – 74,80 € 67,50 – 148,00 € 60,00 – 71,50 € 27,00 – 57,00 € 36,00 – 200,00 € 10,00 € 62,15 – 67,90 € 51,40 – 90,90 €

9,00

€ 56,90 € 40,90 € 49,90 € 132,35 – 212,35 € 58,30 – 98,50 € 64,00 – 99,30 € 35,00 – 41,60

.DUWHQEURLQGHQ6&+08&.:(/7(13IRU]KHLP $FKWXQJQHXH$GUHVVH:HVWOLFKH.DUO)ULHGULFK6WU3IRU]KHLP :LUVLQGIU6LHGD 0RQWDJ±)UHLWDJ ±8KU 6DPVWDJ ±8KU  ZZZWLFNHWSIGH LQIR#WLFNHWSIGH

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Preise incl. Gebühren und ges. Mwst. Angaben ohne Gewähr.

€ 21,00 € 21,00 € 22,10

Rocky – Das Musical


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Miteinander ist einfach. Alles für Sie und Ihre Familie. Die Regelung Ihrer eigenen Vermögensnachfolge gehört zu den sensibelsten Entscheidungen, die Sie im Laufe Ihres Lebens treffen. Zugleich können die Gestaltung und Umsetzung höchst komplex sein. Wir unterstützen und begleiten Sie bei der Nachfolge- und Zukunftsplanung, der Testamentsvollstreckung und der Errichtung von Stiftungen. Wir, das Team des Generationenmanagements, stehen Ihnen mit besonderem Einfühlungsvermögen und Spezialistenwissen gerne zur Seite. Zukunft gestalten – Werte erhalten

Wenn‘s um Geld geht

Generationen im Dialog Ausgabe 1-2016  

Die generationenübergreifende Zeitschrift für kommunikative Impulse, Titelthema: Die Künstlerin Viola

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