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Titel-T-1117-Parfum-dunkel.qxp_TR Titel 05.10.17 11:03 Seite 1

Europas Sammlermagazin

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INHALT 3

TRÖDLER

ISSN 1863-0340

VERLAG

GEMI Verlags GmbH Pfaffenhofener Straße 3 85293 Reichertshausen Tel. 08441 / 4022-0 Fax 08441 / 71846 Internet: http://www.gemiverlag.de eMail: info@gemiverlag.de

GESCHÄFTSFÜHRER

Gerd Reddersen Rudolf Neumeier

CHEFREDAKTEUR

Karl Ruisinger eMail: karl.ruisinger@gemiverlag.de

REDAKTION

Nicola Fritzsch, Joscha Eberhardt, Karin Probst, Helene Stümpfle-Wolf

■ Expertenauskünfte

6

MAGAZIN ■ Ausstellungen – Messen – Märkte

PARFÜM

12

■ Düfte von 4711

AUKTIONEN

20

■ Berichte –Preise – Termine

AUTOREN DIESER AUSGABE

Reinhard Bogena, Susanne Buck Heidrun Grigoleit, Ludger Spielberg

REDAKTIONSASSISTENZ

Heike Genz

TERMINE

Anette Wagner, Tel. 08441/4022-35 Hans Neumeier, Tel. 08441/4022-34 eMail: termine@gemiverlag.de

■ Schwarzes Gold für Sammler

LITHOS, SATZ, HERSTELLUNG

Westner Medien GmbH (Anschrift siehe Verlag)

KULTURGESCHICHTE

ANZEIGEN

Markus Westner, Tel. 08441/4022-13 Hans Neumeier, Tel. 08441/4022-34

KLEINANZEIGEN

Heike Genz, Tel. 08441/4022-18 Marlene Westner, Tel. 08441/4022-12

MUSIK

VERTRIEB

Gerd Reddersen

■ Lili Marleen

ZEITSCHRIFTENHANDEL

VU Verlagsunion KG

MARKTVERTRIEB

Jörg Kirschbaum Mobil 0172/4436638

ABOVERWALTUNG

Gemi Verlags GmbH Postfach 85291 Reichertshausen Tel: 08441/4022-0 Fax: 08441/71846 eMail: info@gemiverlag.de

DRUCK

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LESERFORUM

SCHALLPLATTEN

32 80

■ Die Deutschen und ihre Autos

88 93

ONLINETIPP ■ Websites für Sammler

SPIELZEUG

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■ Coleopter Transportzug

westermann druck Gmbh

FUNDSTÜCKE

98

■ Flohmarktpreise

TERMINE UND ANZEIGEN ERSCHEINUNGSWEISE

monatlich

TITELFOTOS

Susanne Buck / Büro für Kulturgeschichte. – Haus der Geschichte / Axel Thünker

■ ANTIKMARKTTERMINE ■ SAMMLERBÖRSENTERMINE ■ AUSLANDSTERMINE ■ REGELMÄSSIGE TERMINE

Alle Rechte vorbehalten. Kein Teil dieser Zeitschrift darf ohne schriftliche Genehmigung des Verlages vervielfältigt oder verbreitet werden. Unter dieses Verbot fallen die gewerbliche Vervielfältigung per Kopie, die Aufnahme in elektronische Datenbanken und die Vervielfältigung auf CD-ROM.

■ FLOH- UND TRÖDELMARKTTERMINE ■ KLEINANZEIGEN IN DER SAMMLERBÖRSE

Es gilt die Anzeigenpreisliste 1/11 (Preise gültig seit 01.08.2006)

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EXPERTISEN

■ „Waliser Landschaft ?“

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Diese Zeichnung ist mir trotz des kleinen Formats bei einem Flohmarktbummel aufgefallen. Können Sie mir vielleicht bei der Bestimmung und Bewertung dieses kleinen Fundstückes weiterhelfen? Es handelt sich um ein Pastell mit den Maßen 20,5 cm x 14 cm. Das Motiv ist eine Waliser Landschaft, nehme ich an. S. Wagner, o.O.

!

Die Pastellkreide-Zeichnung ist von guter Qualität. Hier hat mit Sicherheit ein geübter Zeichner seine künstlerischen Spuren auf dem Papier hinterlassen. Die Signatur liest sich wie „Renycat Nay (19) 95“. Andere Varianten habe ich durchgespielt, komme aber zu keinem Ergebnis. Vielleicht handelt es sich um ein Pseudonym oder eine Ortsbezeichnung in einer mir nicht bekannten Sprache. Als gekonnte Arbeit eines nicht zu identifizierenden Künstlers kann man einen dekorativen Wert von unter 50 Euro ansetzen. Klaus-Dieter Müller, Lüneburg

■ Impressionistisches Bild

?

Ich habe vor einiger Zeit dieses Bild auf einem Flohmarkt gesehen und für 15 Euro gekauft. Es ist auf Leinwand gemalt und hat die Maße 60 cm x 50 cm, ohne Rahmen. Wie schätzen Sie die künstleri-

!

Es handelt sich hierbei um ein sehr dekoratives Bild in impressionistischer Manier. Dargestellt ist ein junges Paar, gekleidet in der französischen Freizeitmode der 1870er-Jahre. Der Blick auf die Signatur führt hier leider zu nichts, im Gegenteil. Das lenkt den Blick von der Tatsache ab, dass die Komposition sehr gelungen, der Duktus jedoch auf dem Niveau eines Laien ist. Diese Diskrepanz in Kombination mit einem kleinen Format spricht für eine Kopie – und tatsächlich handelt es sich um eine Kopie nach dem Gemälde „Argenteuil“ des berühmten Éduard Manet (1832-

1883) aus dem Jahre 1874. Leider verzichten moderne Kopisten oft darauf ihre Kopien mit dem Hinweise „cop.“ oder „Kopie nach“ als solche zu kennzeichnen. Grundsätzlich sollte man bei älteren Gemälden immer auf Veränderungen in der Nähe der Signatur achten. Bei so mancher Kopie wurde der Hinweis „c.“ oder „cop.“ entfernt und aus der harmlosen Kopie wurde so ein „unsigniertes Meisterwerk“ oder eine „zweite Ausführung“. Die Kopie in ihrem Besitz, signiert „R. Nielsen“ oder ähnlich, hat nur einen dekorativen Wert, unter 50 Euro. Klaus-Dieter Müller, Lüneburg

■ Holzrahmen

?

In unserer Sammlung befinden sich unter anderem drei alte Holzrahmen, über die wir gerne etwas erfahren würden. Diese drei Rahmen waren ursprünglich über

■ In dieser Rubrik beantworten unsere Experten Ihre Fragen zu dem einen oder anderen guten Stück. Doch leider sehen wir uns außerstande, ganze Nachlässe oder sämtliche sich in Ihrem Haushalt befindlichen Trouvaillen bewerten und schätzen zu lassen. Auch bitten wir um Verständnis, wenn es mit der Bearbeitung länger dauert. Senden Sie uns also Ihre Anfrage nur zu einem zu bestimmenden Objekt – mit detaillierter Beschreibung und gutem Foto, auf dem das Objekt ganz abgebildet ist. Noch ein Hinweis zu den Preisen, die von Fall zu Fall von unseren Experten genannt werden: Hierbei handelt es sich um Richtwerte, die anhand von Fotos allein getroffen werden und je nach Zustand des Objekts nach oben oder nach unten korrigiert werden können. Ihre Anfrage schicken Sie bitte an:

sche Qualität dieses Bildes ein und wie hoch würden Sie dessen Wert veranschlagen? Hans-Jürgen Menzel, Ellenhausen 11 / 17

Gemi Verlags GmbH Redaktion Leserforum Pfaffenhofener Straße 3 85293 Reichertshausen


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LESERFORUM 5 kleine Scharniere miteinander verbunden, teilweise sind diese noch an den Rahmen befestigt. Es sind auch Stoffreste an den Rahmen zu erkennen. Das dreiteilige Ensemble aus Holz trägt goldfarbene Verzierungen, die Grundfarbe ist cremeweiß. Die Maße des rechten und linken Rahmens betragen in der Höhe 94 cm, in der Breite 35,5 cm, in der Tiefe 2,5 bis 5 cm. Die Maße des Rahmens in der Mitte sind: Höhe 110,5 cm, Breite 44 cm, Tiefe 2,5 bis 5 cm. Könnten sie Teil eines Altarbildes gewesen sein oder zu welchem anderen Zweck könnten sie gedient haben? Stellen diese Rahmen noch einen Wert dar und wenn ja, wie hoch würden Sie diesen veranschlagen? Claudia Heinrich, o. O.

!

Der dreiteilige Rahmen in Ihrem Besitz ist aus Holz gefertigt, mit Stuck belegt und lackiert, einige Zierelemente sind herausgebrochen und fehlen. Das Holz auf der Rückseite sieht frisch aus, die Holzober-

fläche ist kaum oxidiert. Die Scharniere sind auch in das 20. Jahrhundert zu datieren. Der weiße Schleiflack zeigt ein minimales Craquelé. Entweder handelte es sich ursprünglich um einen kleinen Stellschirm mit textiler Bespannung (siehe die Reste auf der Rückseite) oder um den Spiegel einer Frisierkommode aus der ersten Hälfte des 20.Jahrhunderts. Der Wert ist eher dekorativ, da sich eine Restaurierung nicht lohnen würde.

meer Raumes ausschließen, ebenso wie aufgrund der Form der Vase einen Ursprung im Südwesten der USA. Allerdings

Klaus-Dieter Müller, Lüneburg

■ Afrikanische Vase

?

Wir haben diesen Krug vor einiger Zeit bei einer Wohnungsauflösung ersteigert. Was können Sie uns darüber sagen, wir selber wissen dazu leider gar nichts Näheres zu berichten. Katharina und Michael Eckhart-Willi, Bern (CH)

!

Diese Vase unbekannter Größe (40 cm?) stellt den Betrachter vor ein nicht so leicht zu lösendes Rätsel. Geometrische Muster scheinen in die DNA menschlichen Gestaltungswillens eingraviert, ähnliche Muster finden sich in alten Kulturen auf der ganzen Welt. Wie auf der Unterseite des Behälters / der Vase erkennbar, hat der Ton eine heterogene Struktur, ist also nicht perfekt durchmischt. Die gelbe und die rote Engobe und das aus Pflanzen gewonnene Schwarz finden sich ebenfalls weltweit. Aufgrund der gut erhaltenen Oberfläche kann man alte Kulturen des Mittel-

finden sich ähnliche Behälterformen in Niger und Burkina Faso. Vermutlich ist der Behälter im 20.Jahrhundert in dieser Region gefertigt worden und ein zugehöriger, konisch geformter Deckel ist wohl verloren gegangen. Der Wert afrikanischer Objekte ist abhängig von einer guten Provenienz, also einem Nachweis über den Fundort und die Sammlungsgeschichte. Ohne diesen Nachweis werden Sammlungsgegenstände aus Afrika nur nach ihrem dekorativen Wert beurteilt. In diesem Fall würde ich einen dekorativen Wert von unter 200 Euro ansetzen. Klaus-Dieter Müller, Lüneburg

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DÜFTE VON 4711 SUSANNE BUCK

„Elegante, erlesene Duftkostbarkeiten"

„Hausbackenes” Image Ende der 1970er-Jahre entwickelte die Firma Audi ihr legendäres PKW-Modell mit Allradantrieb, das im Januar 1980 als „Quattro" auf den Markt kommen sollte. Um ein Haar hätte der Wagen ganz anders geheißen, denn ursprünglich war als Abkürzung für „Coupé All-Rad-Antrieb Turbo" der Name „Carat" vorgesehen. Der Legende nach zog jedoch der damalige Entwicklungsingenieur Walter Treser in der entscheidenden Sitzung eine Parfümflasche aus der Hosentasche, hielt diese hoch und fragte seine Kollegen: „Wollen Sie wirklich, dass unser Auto so heißt wie dieses Hausfrauenparfüm von 4711?" Schnell war der Name „Carat" vom Tisch, und Tresers alternativer Vorschlag „Quadro", abgeleitet vom italienischen Wort für Vier, wurde angenommen. Audi-Entwick-

lungschef Ferdinand Piëch verwandelte die sangbare Vokabel in das schlagkräftigere, an die Rocklady Suzie gemahnende „Quattro". Nebenbei: Eine Verwechslungsgefahr zwischen Parfüm und Auto hätte sowieso nie bestanden, denn der Duft „Carat" wurde Ende der 70er-Jahre eingestellt. Dass den Produkten aus dem Hause 4711 bis heute ein eher hausbackenes

Im Hintergrund ist der Flakon zu sehen, in dem „Tosca" 1921 erstmals präsentiert wurde. – Eine Auswahl der zahlreichen Flakonformen und -größen von „4711 Echt Kölnisch Wasser"

Die Flakons von „Carat" waren in Form geschliffener Edelsteine gestaltet 11 / 17


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PARFÜM 13 kaufte, das die meisten Deutschen für ein Oma-Parfüm halten". Auch der Kassierer war überrascht, einen Kunden unter 70 mit diesem Produkt zu sehen; und als Miguel Matos am Abend in einem exklusiven Bistro speiste, schmunzelte eine unbekannte Dame am Nachbartisch über seine Parfümschachtel. „Ich habe schnell begriffen, dass kein Deutscher unvoreingenommen ist, wenn er ‘Tosca’ riecht", meint der Journalist. Dabei gehören Düfte aus dem Traditionshaus 4711, allen voran „Kölnisch Wasser" und „Tosca", seit Jahrzehnten zu den meistverkauften Parfüms in Deutschland. Aber lassen Sie uns ganz an den Anfang dieser Erfolgsstory und ihre Vorgeschichte gehen.

Parfüm-Geschichte Das Wort „Parfüm” leitet sich vom lateinischen „per fumum" ab und bedeutet

„durch den Rauch". Denn schon vor 5.000 Jahren verbrannten die alten Ägypter duftende Substanzen, um ihre Götter zu verehren. Parfüms in Flaschen, wie wir sie heute kennen, gibt es seit rund 600 Jahren. Einem persischen Arzt war es im 11. Jahrhundert gelungen, durch Destillation ein Rosenwasser herzustellen. Bei ihren Kreuzzügen entdeckten Ritter das wertvolle Elixier und die Methode seiner Herstellung und brachten beides mit nach Europa. Noch wurden Duftessenzen, die man aus Blüten, Kräutern, Wurzeln und Früchten gewonnen hatte, mit Wein vermischt, so dass ein nicht allzulange haltbarer Würzwein entstand. Den Alchemisten des Mittelalters gelang es schließlich, durch wiederholtes Destillieren von Wein, Alkohol in höherer Konzentration zu gewinnen. Das hierbei entstandene Gebräu nannten sie „Aqua vitae rectificata" (gereinigtes Lebenswasser) und waren überzeugt, dass es ein wirksames Mittel bei vielerlei Krankheiten sei. Eben diese Eigenschaften schrieb man fortan auch den

Mitte der 1970er-Jahre entstand der unvergessene Slogan „Mit Tosca kam die Zärtlichkeit". – „Carat", ein kräftiges, herbes und recht markantes Parfüm, wurde ganz gezielt mit Bildern von gepflegten, etwas „reiferen" Damen im Pelz und dem Slogan „Elegant – beschwingt, die bezaubernd klare Duftnote" beworben. – „4711 Kölnisch Wasser" wurde auch 1977 nicht als eigentliches Parfüm, sondern als gesunde Erfrischung und Kopfschmerzmittel für Jung und Alt vermarktet. – Diese Flakons von „4711 Echt Kölnisch Wasser" zierten in den 60er-Jahren Geschenktische und Frisierkommoden Image anhaftet, musste auch im Mai 2016 der portugiesische Journalist Miguel Matos erfahren. Bei einem Besuch in Düsseldorf erwarb der Parfümexperte in einer Drogerie einen Flakon „Tosca" von 4711 und wunderte sich sehr. „Mein deutscher Freund grinste amüsiert, weil ich etwas 11 / 17


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Duftwässern zu, die aus diesem Alkohol und zugesetzten Parfümessenzen gemischt wurden. Duftende Substanzen wie Zedernöl, Iriswurzel und Frangipani-Blüte wurden vor allem von den Gerbern und Herstellern feiner Lederwaren eingesetzt, um den unangenehmen Geruch des frisch gegerbten Leders zu überdecken. 1190 gründete der französische König Philipp August II. die Gilde der Handschuh- und Parfümmacher, womit offiziell das Berufsbild des Parfümeurs geboren war. Im 15. Jahrhundert brachten Seefahrer wie Christoph Kolumbus von ihren Reisen neue und exotische Waren aus der ganzen Welt nach Europa. Das wichtigste Handelszentrum war Venedig, wo vor allem Duftstoffe aus dem Orient verkauft wurden. Zum Mekka der Parfümherstellung avancierte 200 Jahre später Grasse in Südfrankreich. In dem bescheidenen Städtchen entwickelte und 11 / 17

perfektionierte man bis heute die Techniken der Duftgewinnung. Darüber hinaus entstanden im Umland von Grasse Felder, auf denen Blüten und Früchte für die Parfümölgewinnung angebaut wurden. Manche Essenzen, zum Beispiel aus Kräutern oder Zitrusschalen, ließen sich recht einfach durch Auspressen oder Destillation gewinnen. Die Gewinnung von Duftöl aus empfindlichen Blüten wie zum Beipiel Jasmin, war ungleich komplizierter. Hierzu mussten Platten aus Glas mit Fett bestrichen und mit dem Blütenmaterial bedeckt übereinander geschichtet werden. Die Blüten wurden so oft erneuert, bis das Fett mit dem Duftstoff gesättigt war. Erst danach konnte das Blütenöl extrahiert werden. Das aufwändige Verfahren wird in dem Roman „Das Parfüm" von Patrick Süskind anschaulich beschrieben; viele dürften es auch aus der gleichnamigen Verfilmung kennen. Parfüms, die auf solche Weise produziert wurden, waren extrem teuer, so dass sich nur wenige Zeitgenossen diesen Luxus leisten konnten. Und das sollte auch noch für sehr lange Zeit so bleiben. Trotzdem wetterten schon damals die Vertreter der Kirche gegen den Gebrauch von Parfüms. Sie seien unkeusche Mittel, welche die Menschen zu Eitelkeit und Sünde verführten. Aber die Mahnungen von der Kanzel stießen auf taube Ohren. Duftwässer wurden immer beliebter, und dies war nicht zuletzt eine Folge der Pest. Nachdem Millionen Menschen der tückischen Krankheit zum Opfer gefallen waren, hatten Mediziner beobachtet, dass die Ansteckungsrate in den öffentlichen Badestuben besonders hoch war. Daraus folgerten sie, der äußere Kontakt mit Wasser sei für den Organismus schädlich, und warnten die Menschen, Wasser und Seife an ihre Haut zu lassen. Vornehme Zeitgenossen wuschen sich fortan gar nicht mehr, sondern wechselten nur noch die Wäsche; Hände und Gesicht wurden mit Parfüm abgerieben. Wir können heute nur ahnen, welche Schwaden von Parfüm und Schweißgeruch die herrschaftlichen Behausungen verpesteten. Besonders schlimm muss es am Hof des französischen Königs Louis XV. um 1775 gewesen sein: Literweise Duftwasser und kiloweise Puder wurden von der Hofgesellschaft verschwendet, um Körperausdünstungen und Schmutz zu übertönen. Madame Pompadour, die berühmte Mätresse des Monarchen, gab Unsummen für Parfüms aus. In dieser Zeit gründeten Hoflieferanten auch die ersten Parfümhäuser in Paris, die zum Teil noch heute existieren.

Eau des Colognes Nahezu gleichzeitig traten im 18. Jahrhundert die leichteren Eau des Colognes ihren Siegeszug an. Mit ihrem geringeren Duftstoffanteil und oft einfacheren Zutaten waren sie deutlich preisgünstiger als Parfüms. Zu ihrem Namen kamen die Erfri-

Geschenkkartons von „Tosca" und „4711 Kölnisch Wasser" aus den frühen 60er-Jahren. Insbesondere bei den Geschenkpackungen spielte die Aufmachung eine große Rolle. Die Schachteln waren geprägt, üppig mit Goldmuster oder dem Bildnis einer barocken Schönheit bedruckt, innen mit Satin ausgelegt. – Als Beigabe zum Bällchen-Zerstäuber befanden sich in der Packung oft noch ein Ersatzröhrchen, eine Vorrichtung zum Reinigen des Zerstäubers und ein Gummistopfen, der in den Flakon eingeschraubt werden konnte, nebst passender Anleitung, damit auf Reisen nichts auslaufen konnte. – In den 20er-Jahren tauchte bei den Werbeanzeigen zum ersten Mal eine Kombination auf, die für Jahrzehnte gleich bleiben sollte: Eine junge Frau präsentiert ein Produkt von 4711. Bis in die 60er-Jahre (diese Anzeige stammt aus dem Jahr 1962) waren die Frauen gemalt oder gezeichnet schungswasser, als sich 1706 ein Italiener mit Namen Giovanni Maria Farina in Köln am Rhein niederließ. Er wurde Bürger der Stadt und kreierte ein Duftwasser, das er „Eau de Cologne" nannte. Für sein Rezept benutzte er Öle und Essenzen aus italienischen Blüten, Kräutern und Früchten, wobei die Bergamotte als markanteste Duftnote herausstach. Unabhängig von diesen Zutaten wird heute die Bezeichnung „Eau de Cologne" für Düfte aller Art verwendet, die einen Duftstoffanteil von 3-5% haben. Bei Eau de Parfums sind es 10-14%, Eau de Toilettes haben 6-9%. 1799 gründete Farina, der seinen Vornamen inzwischen in Johann eingedeutscht hatte, in Köln die erste und bis heute älteste Parfümmanufaktur der Welt. Mit großem Erfolg, denn die Bedingungen waren für sein Unternehmen in vielerlei Hinsicht ideal. Zum einen lag Köln am Schnittpunkt der großen Handelswege, so dass Farina dort problemlos seine Rohstoffe beziehen und seine Produkte in alle Welt verschicken konnte. Zum anderen trugen die Franzosen, die Köln im Oktober 1794 besetzten, dazu bei, sein Eau de Cologne oder Kölnisch Wasser in Paris bekannt zu


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machen. Nachdem dort 1789 die französische Revolution das dekadente Treiben der Fürsten und Höflinge vorläufig beendet hatte, waren auch Puder und Parfüm als Zeichen adeliger Dekadenz eine Weile verpönt. Als bekennender Liebhaber schöner Düfte machte erst Napoleon Bonaparte Parfüm wieder gesellschaftsfähig. Er gehörte zu Johann Maria Farinas berühmtesten Kunden und ließ sich von diesem seine speziellen Duftwässer sogar in die Schlachten nachschicken. Wie bereits erwähnt wurde, dienten Eau de Colognes und ähnliche Duftwässer, die man als „Aqua Mirabilis" (Wunderwasser) betitelte, nicht nur der Reinigung und Erfrischung des Körpers. Sie wurden auch als Medizin gegen eine Vielzahl von Krankheiten gepriesen und mit Wasser oder Wein vermischt getrunken. Nachdem Napoleon 1805 allerdings per Dekret vorschrieb, die Zusammensetzung von Heil-

„echte" Johann Maria Farina seinen Namenszug auf die Etiketten seiner Fläschchen, aber auch dies wurde hemmungslos abgekupfert. Erst 1875 mit der Einführung des deutschen Markenschutzgesetzes durfte der Schriftzug von Johann Maria Farina nicht mehr nachgeahmt werden, und seit 1924 hat die Firma mit der roten Tulpe ein unverwechselbares Markenzeichen.

4711 Zum bis heute bekanntesten Hersteller von Kölnisch Wasser sollte jedoch der Kaufmann Wilhelm Muelhens werden. Nach eigenen Angaben hatte er 1792 zu seiner Hochzeit von einem Kartäusermönch namens Franz Carl Maria Farina

Die Werbenanzeigen für „Tosca" aus dem Jahr 1964 zeigen die Vielfalt der Flakonformen mitteln offenzulegen, boten die Parfümfabrikanten ihre Produkte nur noch als Duftwasser feil, denn das Geheimnis der Rezepturen wollten sie auf keinen Fall an die Konkurrenz preisgeben. Die stand inzwischen zahlreich auf dem Plan, wobei der Name „Farina” so eng mit dem Kölnisch Wasser verbunden war, dass viele Nachahmer versuchten, auf den Erfolgszug aufzuspringen. Weil es noch keinen Patentschutz gab, war es ein Leichtes, den Namen „Farina” in eine Firmenbezeichnung aufzunehmen. Es musste nur eine Person, die genauso hieß, für die Kooperation gefunden werden. Nicht allzuschwer, weil der italienische Name Farina im Umkreis von Köln häufig vorkam. Zwar setzte der 11 / 17


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PARFÜM 16 Mitte der 60er-Jahre wurde der Longseller „Tosca" mit aktuellem Chic präsentiert. Filmstar Audrey Hepburn prägte das Aussehen der abgebildeten Schönheit. – Werbeanzeige für „Tosca" aus dem Jahr 1966. Viele Frauen kannten das Parfüm schon von ihren Müttern und Großmüttern. – „Tosca"Flakon und Geschenkpackung, wie sie Mitte der 60er-Jahre angeboten wurden. – „Tosca"-Flakon der 70er-Jahre

das Originalrezept für ein wundertätiges Wasser bekommen, das gegen Herzklopfen, Schnupfen und Kopfschmerz half und nebenbei auch ganz hervorragend roch. Muelhens errichtete daraufhin in der Glockengasse zu Köln eine Manufaktur zur gewerblichen Herstellung dieses Wässerchens. Die Bezeichnung 4711 kam hinzu, als französische Truppen, die 1794 Köln besetzten, anordneten, alle Häuser in der Stadt fortlaufend zu nummerieren, damit sie die Einquartierung ihrer Soldaten besser koordinieren konnten. Das Haus von Wilhelm Mülhens in der Glockengasse erhielt auf diese Weise die Hausnummer 4711. Ein Vierteljahrhundert später erfand der Destillateur Peter Heinrich Molanus eine

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neue Flaschenform, die einen flachen Boden hatte und dadurch stabil stehen konnte. Wilhelm Muelhens versah diese Flasche 1822 zusätzlich mit einer Ausbuchtung am Hals, benannte sie Kropf-Molanus-Flasche und füllte darin sein „4711 Echt Kölnisch Wasser" ab. Ab 1839 wurde die Flasche zusätzlich mit dem typischen blau-goldenen Etikett versehen. Die Marke 4711 wurde 1875 eingetragen und mit dem Bild einer kleinen Glocke in das Design der Marke eingebaut, das bis auf geringe Abwandlungen bis heute überdauert hat. Sechs Jahre später verschwand die Zusatzbezeichnung „Farina” aus dem Namen; bis 1990 sollte die Firma „Eau de Cologne- und Parfümeriefabrik Glockengasse Nr. 4711 gegenüber der Pferdepost von

Ferdinand Muelhens" heißen. Ab Mitte des 19. Jahrhunderts machte die chemische Industrie enorme Fortschritte. Wissenschaftlern aus aller Welt gelang es, Duftstoffe auf synthetischem Wege herzustellen oder zu isolieren. Ein Beispiel ist der für den typischen Heugeruch verantwortliche Stoff Cumarin, der in der Natur in verschiedenen Gräsern, Blüten, Waldmeister und Tonkabohne vorkommt. 1868 gelang die erste synthetische Herstellung, worauf die (heute als toxisch bekannte) Substanz ab 1876 vermarktet wurde. Im Zuge dieser Neuerungen eröffneten sich für die moderne Parfümindustrie völlig neue Möglichkeiten. Schon 1853 wurde diese Entwicklung in der Familienzeitschrift Die Gartenlaube in den höchsten Tönen gepriesen. In einem Beitrag über die Londoner Industrieausstellung konnte die staunende Leserschaft erfahren: „Manche parfümirte Dame würde sich wundern, wenn sie wüßte, woher der Inhalt ihrer Riechfläschchen kommt. (…) Manche schöne Stirne reibt sich mit Eau de mille fleurs ohne zu wissen, daß der Hauptbestandtheil desselben aus der Jauche der Kuhställe gewonnen wird. – Wir haben uns deswegen nicht über Betrug zu beklagen, sondern über die Entwickelung der Chemie zu freuen. Diese künstlichen Fabrikate enthalten ganz dieselben Stoffe, die man früher aus den Früchten und Blumen zog. Aus der Zersetzung der letzteren hat man die Zusammensetzung der ersteren gelernt."


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PARFÜM 17 Der modern gestaltete Flakon von „Janine D." war in eine modisch grüne, in Leinenoptik gestaltete Schachtel gepackt und mit einem flotten Schriftzug versehen

Tosca Standen Ende des 19. Jahrhunderts den Parfümeuren noch rund 150 Duftnoten zur Verfügung, wuchs die Zahl schon in den folgenden 50 Jahren auf über 1000. Und viele dieser künstlich hergestellten Duftstoffe waren vergleichweise billig. Auf diese Weise war es in der Folgezeit möglich, Parfüms, Duftwässer und wohlriechende Seifen in großen Mengen und zu erschwinglichen Preisen anzubieten. Künstlich nachgebaute Veilchen- und Maiglöckchendüfte waren um die Jahrhundertwende enorm populär und lösten wahre Duftmoden aus. Diesen Trend erkannte auch Ferdinand Muelhens, der die Firma 4711 ab 1873 leitete. Er erweiterte das Sortiment um duftende Seifen und zahlreiche andere Pflegemittel. Sein Sohn Peter Paul Muelhens, der 1900 die Geschäftsleitung übernahm, trieb die Expansion der Firma weiter voran. Unter seiner Leitung entstand 1921 der weltberühmte Duft „Tosca", der nach der Titelheldin der beliebten Oper von Puccini benannt wurde. Der eigentliche Schöpfer von „Tosca" soll der Generaldirektor des Unternehmens, Arthur Hermann Schütte, gewesen sein. Ebenso wie „Chanel No 5", das im selben Jahr herausgebracht wurde, war „Tosca" eine moderne Komposition auf der Basis von so genannten Aldehyden. Diese synthetischen Riechstoffe, die bei der Oxydation von Alkohol entstehen, konnten um die

Jahrhundertwende erstmals auf chemischem Wege hergestellt werden. Ihr Einsatz ermöglichte es, völlig neue „Fantasieparfüms" zu kreieren, deren Duft zudem lange anhielt. Die Originalrezeptur von „Tosca" aus dem Jahr 1921 wurde bis zum heutigen Tag nur geringfügig verändert. Fast jeder Leser und jede Leserin kennt den Geruch des Parfüms, weil Mutter oder Großmutter es regelmäßig oder zu höheren Feiertagen benutzten. Lassen wir noch einmal den portugiesischen Journalisten Miguel Matos zu Wort kommen, der Tosca völlig unvoreingenommen testete und so beschrieb: „Es riecht wie eine sehr teure und intensive Seife, die mit Zitrus- und Blütenzutaten durchtränkt ist. Die Orangenblüte ist sehr deutlich, genau wie die Bergamotte. Anfangs ist es sehr scharf, aber wenn man ein bisschen wartet, entwickelt Tosca sich in unzähligen Nuancen." Sein Fazit: „Ein Wunder für jeden aufgeschlossenen Duftliebhaber". Das ist wahrscheinlich auch der Grund, warum „Tosca" seit seiner Einführung weltweit zu den meistverkauften Damendüften gehört, auch – oder gerade weil – es ganz unspektulär und für wenig Geld in jeder gut sortierten Drogerie erhältlich ist. Natürlich hat der Duft heute auch seine eigene Webseite; dort lesen wir: „Mit blumig-intensiven und frischen Duftingredienzien steht ‘Tosca’ für die Tradition herausragender, edelklassischer Damendüfte und verleiht der Trägerin dabei ein elegantes und strahlendes Auftreten." Bis heute polarisiert „Tosca" und wird in Diskussionsforen im Internet höchst unterschiedlich bewertet. „Chanel für Arme" stöhnen die einen, „Blütenchypre vom Feinsten" jubeln die anderen. Zum Glück kann jeder in der nächsten Drogerie prüfen, ob der Kaufpreis wirklich ein Qualitätskriterium ist.

Flakonformen Während sich die Rezeptur bis heute nur in kleinen Details verändert hat, wurde der Flakon im Laufe der Jahrzehnte unzählige Male variiert. Darüber hinaus gab es unterschiedliche Flakonformen für das Eau de Parfum (meist eine kleinere, hochwertiger gestaltete Flasche), das Eau de Toilette und das Eau de Cologne. Das gilt auch für viele andere Düfte von 4711. Heute haben fast alle Parfüms (bis auf Kölnisch Wasser und Rasierwasser) Sprühaufsätze, in früheren Jahrzehnten waren für Eau de Colognes und Eau de Toilettes Schüttflakons mit Schraubverschluss üblich. Die kostbareren Eau de Parfum-Fläschchen waren meist mit einem Glasstöpsel versehen, der bei der Anwendung eine wichtige Rolle spielte. In einem Schönheitsratgeber von 1972 wird diese so beschieben: „Man tupft sich das Parfüm mit dem Kristallstöpsel innen ans Handgelenk, unters Ohr, an den Hals, auf die Schläfe, in die Knie und Armbeuge, zwischen die Brüste." Durch den häufigen Kontakt mit Haut und Luft musste Parfüm zügig aufgebraucht werden, weil es sonst verderben konnte. Die leere Flasche hatte einen positiven Nebeneffekt: Offen in die Wäscheschublade oder in den Schrank gelegt, verbreitete sie noch eine Weile angenehmen Duft. Alleine die Fülle der Glasflaschen der Marke 4711 in allen Größen und Formen stellt heute für ambitionierte Sammler ein reichhaltiges, schier unbegrenztes Gebiet dar. Zum Sammelspektrum gehören ferner die schön gestalteten Verpackungen und die verschiedenen Formen der Reklame, angefangen von Werbeanzeigen in Zeitschriften bis zu edel gestalteten Emailleschildern. Bei den Beispielen in diesem Beitrag ist das Spektrum auf die 50er- bis 70er-Jahre beschränkt. Zum Parfüm „Tosca" und seinen leichteren Varianten gab (und gibt es bis heute) duftenden Puder. Über einen längeren Zeitraum stellte 4711

außerdem Produkte zur Gesichtspflege und dekorative Kosmetik mit dem Namen „Toscana" her. Das Flagschiff der Firma, „4711 Echt Kölnisch Wasser", erhielt ab 1928 noch einmal ein überarbeitetes 11 / 17


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Design: Die Standardflasche bekam eine so genannte Enghalsöffnung und einen Schraubverschluss aus Metall. Die Werbeslogans lauteten „Immer frühlingsfrisch mit 4711" (1930), „4711 – immer dabei" (1954)" oder „Sie alle lieben 4711" (1968).

Produktpalette Bis zum Zweiten Weltkrieg wurde die Produktpalette von 4711 immer umfangreicher. Als neue Marken erschienen die Düfte „Blau-Gold", „Frisco", „Shahi", „Ambra", „Rheingold", „Sinfonie" und „Carat". Letzerer wurde 1938 eingeführt und wurde bis ca. 1980 hergestellt. Darüber hinaus führte Ferdinand Muelhens 1935 die Herren11 / 17

marke „Sir" ein, die ein großer Erfolg im Rasierbereich wurde und bis heute auf dem Markt ist. Nach dem Krieg wurde die Firma unter der Leitung von Maria Muelhens, der Witwe von Peter Paul Muelhens, mit tatkräftiger Hilfe von Arthur Hermann Schütte neu aufgebaut. Produktreihen wie „Echt Kölnisch Wasser”, „Tosca”, „Carat” und „Sir” konnten in den Jahren des Wirtschaftswunders erfolgreich fortgesetzt werden. Zielgruppe für Parfüms wie „Tosca” und „Carat” war nach wie vor die erwachsene Frau, wobei die Altersgrenze für „Reife" vor 40 Jahren noch ganz anders definiert wurde als heute. Jugend galt bis weit in die 1960er-Jahre als ein Zustand, der mit dem 30. Geburtstag vorbei war. Spätestens mit 35 war die Zeit gekommen, in der das Leben in gemäßigteren Bahnen zu verlaufen hatte. In einem Ratgeber von 1969 lesen wir über „die Frau zwischen 35 und 50": „Das ist die Zeit, in der die Frau keine Blüten mehr ins Haar steckt und enge Hosen endgültig gegen ein wenig seriösere Kleider eintauscht. Wer in jungen Jahren leuchtende Farben bevorzugte, beginnt nun langsam, seine Garderobe auf eine dezentere Grundfarbe abzustimmen." Auf Werbeanzeigen für „Tosca" waren in den 1960erJahren erwachsene, aber eindeutig junge Frauen zu sehen, die zudem sehr modisch gekleidet waren. Der passende Slogan hieß: „Tosca – romantisch und modern". Erst in den 1970er-Jahren folgte der unvergessene Satz „Mit Tosca kam die Zärtlichkeit", und ab 1993 warb Schauspielerin Uschi Glas (damals war sie 49) für den Duft mit der Begründung „Warum ich ‘Tosca’ nehme? Weil Zärtlichkeit im Leben einer Frau eine große Rolle spielt. Sie wissen schon…". Es ist also keineswegs so, dass „Tosca" von Anbeginn als Parfüm für Frauen jenseits der Wechseljahre konzipiert war. Stattdessen kam eine Generation, die mit „Tosca" aufgewachsen war, in die Jahre, und der Duft wurde fortan mit diesen älteren Jahrgängen assoziiert. Für ganz junge Frauen war während der 50er- und 60er-Jahre noch kein besonderes Parfüm auf dem Markt, da man ihnen, wenn überhaupt, nur ganz leichte, sportlich-frische Düfte zugestand. Kölnisch Wasser war ohne Altersgrenze erlaubt, und zwar für beide Geschlechter. Ein Kino-Werbefilm von 4711 richtete sich sogar direkt an die jüngere Generation. Darin versicherte ein blondes, adrett gekleidetes junges Mädchen dem Publikum: „Jugend und 4711, die gehören zusammen. Beides ist Frühling, beides ist Frische, beides ist unbeschwerte Lebensfreude. Ja, überall, wo junges Leben sich im Tanze wiegt, da ist 4711 immer dabei." Im weiteren Verlauf des Films wurde auch die Anwendung während einer Tanzveranstaltung vorgeführt: großzügig aus der Flasche auf ein Taschentuch geben, danach den Duft inhalieren, eventuell Schläfen, Hals und Nacken betupfen. „Tief einatmen, dann aufatmen, und weiter geht’s." War ein weibliches Wesen dann in das Alter gekommen, in der Parfüm als passend erachtet wurde, fand es in Ratgebern

Verpackung und Flakons von „Tosca" wurden stets den aktuellen Modetrends angepasst. In den 1970er-Jahren musste es natürlich in der Farbe Orange sein. – Über einen längeren Zeitraum stellte 4711 Produkte zur Gesichtspflege und dekorative Kosmetik mit dem Namen „Toscana" her. – Ende der 70er-Jahre kam die Duftserie „My Melody" heraus, die für romantische Teenager konzipiert war. – Die so genannte „Kropf-MolanusFlasche" in drei Größen zahlreiche Hinweise für die richtige Auswahl: „Für schwarzhaarige Frauen: Exotische und orientalische Duftmischungen, schwere Blumen-Bouquets, Düfte nach kostbaren fremdländischen Hölzern, Gewürzen und Gräsern. Für blonde Frauen: Lichte blumige Düfte, kühle, frische Kompositionen, zarte Blumen-Bouquets. Für rothaarige Frauen: Rassige, aber herbe Düfte, Mischungen aus Hölzern, Gräsern, Blumen und Kräutern, Blumen Bouquets mit würzigen Beimischungen. Für brünette Frauen: Je nach Typ von leichten blumigen Bouquets bis hin zu schweren exotischen Düften, Mischungen aus Gräsern, Kräutern, Hölzern und Blumen". Das Parfüm sollte vor allem derjenigen Person gefallen, der man selbst damit zu gefallen wünschte. In der Regel war dies der Verlobte oder Ehemann. Viele Damendüfte wurden deshalb nicht selbst gekauft, sondern vom Gatten oder einem anderen Familienmitglied geschenkt. Schon in einer „Tosca”-Werbeanzeige aus den 30erJahren wurde die besondere Eignung hierfür betont: „Ein Höhepunkt festlicher Stimmung ist es, wenn ‘Tosca’ als köstliche Gabe liebevoller Aufmerksamkeit in die Hände einer schönen Frau gelegt wird. Wie leuchten die Augen in dankbarer Freude: 4711 ‘Tosca’, der feine, zarte fesselnde Duft soll der anmutigen Schönheit treuester Hüter und Begleiter sein." Jahrzehntelang wurden die weitaus meisten Werbeanzeigen für Parfüm in den Dezemberausgaben einschlägiger Zeitschriften abgedruckt. „Duftende Geschenke für Ihren Gabentisch" präsentierte zum Beispiel die


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Für Frauen ab 20

Zeitschrift Burda 1972 mit dem Hinweis: „Edle Badezusätze und Seifen erfreuen immer. Bei Duftwässern jedoch sollte man die bevorzugte Duftrichtung kennen". Unter den abgebildeten Geschenkpackungen befanden sich auch „Carat" Eau de Cologne mit Kerze für 22,50 DM und „Chanel No 19" mit Taschenflakon für 83 DM, woraus deutlich wird, dass die Produkte von 4711 vergleichsweise preisgünstig und auch bei kleinerem Geldbeutel erschwinglich waren.

Mitte der 1970er-Jahre bekamen endlich auch die jüngeren Kundinnen ein speziell auf sie zugeschnittenes Parfüm, und zwar nach amerikanischem Vorbild. 1973 hatte die Firma Revlon einen besonders preiswerten Duft für junge Frauen mit dem Namen „Charlie" lanciert, der in Drugstores, also Läden mit Selbstbedienung, erhältlich war. Auf den Werbeanzeigen waren junge, selbstbewusste Frauen in Hosen zu sehen, in einigen Fernsehspots trat die Schauspielerin Shelly Hack aus der Serie „Drei Engel für Charlie" auf. Charlie, ein grünes, sehr herbes Parfüm, war eine der erfolgreichsten Kosmetikprodukte in den USA und ist bis heute unter der Bezeichnung „Charlie Blue" auf dem Markt. Muelhens folgte diesem Beispiel und brachte 1976 mit der Duftserie „Janine D." das Pendant heraus. Im deutschen Fernsehen erklang nun das einprägsame Lied „Hallo, Janine D., du bist wie die Mädchen von Heute. Dein Duft, dein Stil gehört zu deiner Welt…". Auch die Werbeanzeigen folgten ganz offensichtlich dem Vorbild von Revlon. „Janine D." war für die Zielgruppe „Frauen ab 20" gedacht, ebenso ein weiter grüner Duft mit Namen „Inspiré", der 1978 herauskam. Ende der 70er-Jahre folgte schließlich die Duftserie „My Melody", die für romantische Teenager konzipiert und mit vielen Blümchen dekoriert war. Die Produktion all dieser Düfte ist inzwischen längst eingestellt. „Carat", „Jani-

In der Werbung für Produkte von 4711 wurde von Anfang an die Eignung als Geschenk hervorgehoben. – „Inspiré" wurde ab 1978 hergestellt und sollte eine junge Zielgruppe erreichen ne D.", „Inspiré" und „My Melody" sind nicht mehr erhältlich. Aber das ist auch nicht weiter erstaunlich. Aktuell kommen jedes Jahr über 3.000 neue Düfte auf den Markt, nur jedes zehnte Produkt überlebt das erste Jahr, und nach fünf Jahren sind die meisten wieder vom Markt. Nur ganz wenige Produkte haben das Zeug zum Klassiker. „4711 Echt Kölnisch Wasser" und „Tosca" gehören dazu. Die Firma 4711 hat inzwischen eine wechselvolle Geschichte hinter sich. 1994 verkaufte sie die Familie Mülhens an die Wella AG Darmstadt, die ihrerseits 2003 von dem amerikanischen Waschmittel- und Kosmetikhersteller Procter & Gamble übernommen wurde. Dies hätte beinahe das Ende der Marke eingeläutet. Seit Februar 2007 ist das weltbekannte Unternehmen jedoch wieder in deutschen Händen. Die Kartellbehörden stimmten dem Kauf der Parfümmarke durch den Kosmetikhersteller Mäurer & Wirtz in Stolberg zu, ebenfalls eine Traditionsfirma mit Klassiken wie „Nonchalance" und „Tabac Original". Am 23. Mai 2007 wurde in Stolberg die erste Flasche 4711 produziert. Darüber hinaus erwarb Mäurer & Wirtz das Traditionshaus in der Kölner Glockengasse, das untrennbar mit der Geschichte von 4711 verbunden ist. In den letzten zehn Jahren frischte man das Image von 4711 auf, modernisierte das Logo und erweiterte das Sortiment um neue Produkte wie „Nouveau Cologne" und „Acqua Colonia". Ob sie so lange die Stellung halten wie „Tosca"? Wir dürfen gespannt sein. Abbildungen: Susanne Buck, Büro für Kulturgeschichte

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€ 100-200 Depeche Mode „A Question Of Time 12 Inch”, erschienen in Deutschland 1987 auf Mute/Intercord, Nr. „Int 126.850 12 Bong 12”, limited Edition Grey Marbled Vinyl. Auf der A-Seite Extended Version (aufgenommen in den Hansa-Studios Berlin), B-Seite mit 3 Live-Songs (recorded at Birmingham N.E.C. 1986)

€ 100-150 Depeche Mode „Everything Counts (In Larger Amounts) 12 Inch”, veröffentlicht 1988 auf Mute/Intercord BRD, Nr. „Int 126.813 12 Bong 3”, limited Edition Clear Vinyl, A-Seite mit „Mute Saturn”Logo. Reissue der 1983er-Single mit „Work Out” im East End Remix

€ 70-120 Depeche Mode „Everything Counts And Live Tracks Mini-LP” (33 1/3 & 45 RPM), veröffentlicht 1987 in Deutschland auf Mute/Intercord, Nr. „Int 126.837 L 12 Bong 3”, limited Edition im Clear Vinyl. Auf der B-Seite vier Live-Songs, die schon am 25.10.1982 im Hammersmith Odeon London aufgenommen wurden

€ 400-700 Depeche Mode „In Your Room Mini-LP”, erschienen 1994 auf Mute Records UK, No. „L 12 Bong 24”, black Innersleeve, recorded live in Lievin (Nordfrankreich) by Steve Lyon, mixed at Windhill Lane Dublin € 400-500 Depeche Mode „I Want You Now/Behind The Wheel (Remix) 7 Inch”, erschienen 1988 auf Mute Records Japan als Promo/DJ Copy, No. „ALDJ 104”. Cover-Design von Masashi „Momozo” Oyama (Strange Fruits Inc.) Depeche Mode wurden im Herbst 1980 im Vorprogramm von Fad Gadget im Londoner Club Bridgehouse von Daniel Miller entdeckt. Miller hatte schon 1978 mit The Normal sein eigenes Synthiepop-Label „Mute Records” gegründet. Von der ersten Single „Dreaming Of Me” (erschienen im Februar 1981) an, produzierte er bis 1988 alle Depeche Mode Veröffentlichungen. Das Mute Label wurde im Laufe der Jahre dann zum Motown der „elektronischen Musik”

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€ 400-600 Depeche Mode „I Just Can’t Get Enough 12 Inch”, 1987 Germany auf Mute/Intercord, Nr. „Int 126.801”, limited Edition Grey Vinyl. Auf der A-Seite „Schizo Mix”, auf der B-Seite alternative Version von „Any Second Now”

€ 150-250 Depeche Mode „Love In Itself And Live Tracks 12 Inch”, veröffentlicht 1983 auf Mute/Intercord Germany, Nr. „Int 111.821”. Hier die seltene orange Vinylpressung. Graue und gelbe Vinylpressungen liegen bei circa 70 bis 150 Euro

€ 150-250 Depeche Mode „The Meaning Of Love 12 Inch, erschienen 1987 in Deutschland auf Mute/Intercord, Nr. „Int 126.805”, limited Edition Yellow Vinyl. Auf der A-Seite der „Fairy Odd Mix” und auf der B-Seite der „Development Mix”


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€ 4.500-6.000 Depeche Mode „Music For The Masses LP”, GB 2000er-Jahre. auf Mute Stumm. Dieses von Martyn Atkins gestaltete Cover sollte als „Low Budget Line”-Reissue erscheinen. Nur circa 135 Copies wurden damals gepresst

€ 300-500 Depeche Mode „People Are People LP”, erschienen in England auf BBC Radioplay 1986, No. „Tair 86032”. Audiophile BBC-Compilation-Pressung mit diversen Single-Songs aus Depeche Modes Frühphase

€ 60-120 Depeche Mode „Playing The Angel DOLP”, 2005 in Europa auf Mute „Stumm 260”, No. „0094634020114”. Mit dieser von Ben Hillier produzierten Veröffentlichung gelingt DM wieder mal ein dunkleres Album (Cover-Rückseite Untertitel „Pain & Suffering in Various Tempi”). Mit der großen deutschen Fangemeinde im Rücken landete die DOLP in der BRD für 37 Wochen auf Platz 1 der LP-Charts

€ 100-200 Depeche Mode „A Question Of Lust 12 Inch”, erschienen 1987 in Deutschland auf Mute/Intercord, Nr. „Int 126.841 12 Bong 11”, mit frontseitig Aufkleber „Im Farbigen Vinyl = Grey Marbled Vinyl”. Mit vier Studio-Tracks sowie der Live-Version von „People Are People” für das schweizerische Radio DRS3 (Aufnahme 30.11.1984 in Basel)

€ 200-350 Depeche Mode „Stripped 12 Inch”, 1987 auf Mute/Intercord Germany, Nr. „Int 126.835 12 Bong 10”. Limited Edition weißes Vinyl, blaues Vinyl Wert circa 80 bis 100 Euro

€ 80-100 Depeche Mode „Violator LP”, 1990 auf Mute GB, No. „Stumm 64”, Picture/Lyric-Innersleeve, Siebtes Studioalbum und für viele Fans die DM-„Synthiepop”-Platte schlechthin. Der Bandname wurde übrigens damals von einem französischen Modemagazin entliehen

€ 200-300 Depeche Mode „Songs Of Faith And Devotion LP”, erschienen Ende 1993 auf Mute Records UK, No. „L Stumm 106“, Card Photo Innersleeve. 10-TrackLive-Album, aufgenommen in Kopenhagen, Mailand, Lievin und New Orleans während der weltweiten „Devotion Tour” im gleichen Jahr € 500-800 Depeche Mode „Personal Jesus 12 Inch”, erschienen als lizensierte australische Pressung von Mute GB im blauen Vinyl auf Liberation Records, No. „X14908”. Covergestaltung von Anton Corbjin/Area, fünf verschiedene Versionen vom Song „Personal Jesus”

Alle angegebenen Schallplattenpreise verstehen sich als ungefähre Richtpreise, die bei Internet-Auktionen, Schallplattenbörsen, Sammler-Foren, Festpreislisten, Privatverkäufen etc. erzielt oder angeboten wurden. Die Preise gelten in der Regel für Mint/Mint- Exemplare (neuwertig bzw. minimale Gebrauchsspuren).

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MUSIK 88

LILI MARLEEN REINHARD BOGENA

Ein Lied zwischen Krieg und Frieden

Kriegers Abschied: Karte aus dem Ersten Weltkrieg; eine Situation, die Hans Leip zum Text von „Lili Marleen” inspiriert hat. – „Lili Marleen” als Single. – Eine Dokumentation

„Vor der Kaserne …” Dass eine Musik rund um die Welt geht, gehört seit Bill Haley, Elvis Presley, den Beatles und den Rolling Stones zur Normalität. Doch viele Jahre vorher, nämlich 1939, gab es bereits einen Song, der sich weltweit verbreitete und bald überall bekannt war: Die Rede ist vom „Lied eines jungen Wachtpostens" mit dem Titel „Lili Marleen". „Vor der Kaserne / vor dem großen Tor / stand eine Laterne, / und steht sie noch davor, / so wolln wir uns wiedersehn, / bei der Laterne / wolln wir stehn / wie einst Lili Marleen / wie einst Lili Marleen." Obwohl dieser alte Schlager, der eigentlich als Soldatenlied bezeichnet wird, schon jahrzehntelang nicht mehr zum üblichen Rundfunkprogramm gehört, gibt es kaum jemanden, der die Melodie und zumindest den Anfang des Textes nicht im Kopf hat. Entstanden ist dieser Text tatsächlich bereits im Ersten Weltkrieg. Demzufolge hat er auch einen ernsten Hintergrund, denn es geht darin um einen Wachtposten, der in Kriegszeiten vor seiner Kaserne Wache schieben muss. Soweit erscheint das zunächst einmal nicht ungewöhnlich, doch 11 / 17

wer genau hinhört, muss schnell erkennen, dass Teile davon in der Vergangenheit geschrieben sind („...stand eine Laterne"), während an anderer Stelle in die Zukunft geblickt wird („...und steht sie

noch davor"). Warum sollte die Laterne eines Tages nicht mehr dastehen? Nun, es herrschte Krieg und die Zukunft, besonders für Soldaten im Einsatz, war ebenso ungewiss wie ein Wiedersehen mit den Zurückgebliebenen nach Kriegsende. Das Glück junger Paare wurde auf eine harte Probe gestellt: „Unsere beiden Schatten / sahn wie einer aus. / Daß wir so lieb uns hatten, / das sah man gleich daraus...". Besorgnis, wenn nicht gar Angst spricht aus diesen Zeilen: Was würde geschehen? Wie würde dieser Ort nach Kriegsende aussehen?


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MUSIK 89 Ein sehr rares Zeitdokument: originale Broschüre des Soldatensenders Belgrad von 1941. – Auf Seite 2 ist die Erkennungsmelodie mit Text abgedruckt. – Seite 3 mit dem Bildnis von Lale Andersen und den Gebieten, in denen Radio Belgrad empfangen werden konnte. – Im Stil der Zeit gestaltete Rückseite der Broschüre de; die Laterne hat ihn wohl vergessen, seine Lili ebenso? „Und sollte mir ein Leid geschehn, / wer wird bei der Laterne stehn / mit dir, Lili Marleen...?". Was ist, wenn mir was passiert? Diese Möglichkeit hat der Soldat im Krieg stets vor Augen. Wer wird dann seine Lili Marleen umarmen, sie unter der Laterne küssen? „Aus dem stillen Raume, / aus der Erde Grund / hebt mich wie im Traume / dein verliebter Mund. / Wenn sich die späten Nebel drehn, werd' ich bei der Laterne stehn / wie einst Lili Marleen...". Auch wenn es nicht direkt ausgesprochen wird, ist der Soldat offensichtlich ein Opfer des Krieges geworden, gefallen an der Front und vermutlich irgendwo im Feld beerdigt worden. Noch im Tode muss er an die zurückgelassene Freundin / Braut denken. So wird Lili Marleen zu einem traurigen Lied mit wehmütiger Melodie und gesungen in einem ebensolchen Tonfall.

Komponisten und Interpreten Den Text verdanken wir dem Dichter und Schriftsteller Hans Leip (1893-1983). Er verarbeitete darin persönliche Erlebnisse und schrieb ihn im Jahr 1915 während des Ersten Weltkriegs. Während die erste Vertonung aus dieser Zeit als vergessen gilt, stammt eine weitere Fassung vom Komponisten Rudolf Zink (1910-1983), die bekannteste Melodie aber vom Komponisten Norbert Schultze (1911-2002), der sie 1938 komponierte. Lale Andersen verlieh

Gedanken eines Soldaten „Schon rief der Posten, / sie blasen Zapfenstreich, / es kann drei Tage kosten. / Kamerad, ich komm sogleich. / Da sagten wir auf Wiedersehn. / Wie gerne wollt ich mit dir gehen, / mit dir, Lili Marleen...". Die Pflicht ruft, der Soldat muss zurück in die Kaserne und von dort aus wahrscheinlich an die Front, obwohl er lieber bei seinem Mädel bleiben möchte. Angesichts des möglicherweise drohenden Unheils fällt ihm der Abschied schwer. Des Weiteren geht es um die Laterne, die als alter Treffpunkt im Kopf des Soldaten untrennbar mit der Freundin verbunden ist: „Deine Schritte kennt sie / deinen zieren Gang, / alle Abend brennt sie / doch mich vergaß sie lang..." – Gedanken eines Soldaten im FelLiedpostkarte mit Original-Flugblatt 11 / 17


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MUSIK 90 dem Lied 1939 die passende Stimme, nachdem es zuerst – mit wenig Erfolg – von einem Mann (Jan Behrens) gesungen wurde. Über den Textinhalt wurde viel gerätselt, aber auch wenn die beschriebene Situation in Kriegszeiten von vielen Paaren erlebt wurde, so gilt inzwischen als sicher, dass es eine Frau mit dem Namen Lili Marleen nie gegeben hat. Heute glaubt man zu wissen, dass Lili der Spitzname einer heimlichen Geliebten von Hans Leip gewesen sein muss und Marleen eine Hilfsschwester hieß, die im Lazarett von Leips Kaserne tätig war. Mit ihr hatte der Dichter eine kurze, aber innige Beziehung (nachzulesen in „Lili Marleen – ein Lied bewegt die Welt", Leibovitz/Miller, Herder Verlag). Als „Lili Marleen” bei Electrola auf Schellackplatte geschnitten wurde, begann mit dem Überfall auf Polen fast auf den Tag genau der Zweite Weltkrieg. Und in den USA nahm das Orchester Glenn Miller fast zeitgleich den berühmten Song „In The Mood" auf. Beides schickten die jeweiligen Soldatensender als Stimmungsmacher für

Liedpostkarten. – Englische Fassung des Songs von Bing Crosby. – Marlene Dietrich kam ebenfalls nicht an „Lili Marleen” („Lili Marlene”) vorbei. – Lale Andersen in den 60er-Jahren

die Truppen durch den Äther. Dabei wurde „Lili Marleen” sogar von gegnerischen Sendern gespielt. Als der Reichsregierung bekannt wurde, dass Lale Andersen Kontakt zu Juden pflegte, ließ Propagandaminister Joseph Goebbels das Lied auch mit dem Vorwurf der Wehrkraftzersetzung im Jahr 1942 verbieten und die Sängerin bekam Auftrittsverbot. Das plötzliche Verschwinden von Lied und Interpretin wiederum schürte die Gerüchteküche, der britische BBC-Rundfunk verbreitete gar die Vermutung, dass die Sängerin im Konzentrationslager stecke. Um dem entgegen zu wirken, wurden die Auflagen für Lale Andersen wieder gelockert; allerdings blieb das Lied im Deutschen Reich bis Kriegsende mit einem Tabu belegt. Zur 11 / 17


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MUSIK 91 weiteren Bekanntheit trug auch die bekannte Schauspielerin und Sängerin Marlene Dietrich bei; sie hatte Lili Marleen 1944 dicht hinter der Frontlinie zur Betreuung alliierter Truppen bei der Landung auch mit englischem Text vorgetragen: „Underneath the lantern / By the barrack gate / Darling I remember / The way you used to wait...". Selbst Bing Crosby (hierzulande vor allem bekannt durch „White Christmas") gab diesem Song hingebungsvoll auf Schellackplatte seine Stimme im typisch amerikanischen Stil der

schrieben) war damals exakt zur richtigen Zeit gekommen. Für Verbreitung und Bekanntheit des Liedes bei Freund und Feind gleichermaßen sorgte zuallererst der Soldatensender Belgrad (Hauptstadt des ehemaligen Jugoslawiens), der 1941 auf Sendung ging und es nach einigem Hin und Her trotz des Tabus der Reichsregierung irgendwann regelmäßig gegen 22 Uhr am Ende der viel beachteten Sendung „Wir grüßen unsere Hörer" ausstrahlte. Lili Marleen wurde damit schnell zur Erkennungsmelodie der Radiostation, die sogar eine vierseitige Broschüre damit drucken ließ. Ursprünglich stammte diese Platte aus dem Reichssender Wien, der verbotene Platten („Schmachtfetzen") ausgemu-

Auch in Nachkriegszeiten wurde das Lied gerne gehört. – Single von Electrola

nes Geld (bis 5 Euro) zu haben – im Gegensatz zur ersten Aufnahme auf Schellackplatte, die kaum unter 50 Euro angeboten wird. Selbst Nachkriegspressungen mit Lale Andersen von Electrola, Polydor oder Telefunken werden selten günstiger gehandelt, mit Ausnahme von Singles. „Lili Marleen” (später auch mit einem „e" geConnie Francis singt „Lili Marleen” als Schlager. – Picture-Disc im LP-Format zum Fassbinder-Film. – Picture-Disc, Rückseite

stert und in Kisten gelagert hatte. Und weil der Belgrader Sender nicht genügend Schallplatten zum Abspielen besaß, „organisierte" jemand ausgerechnet jene Kiste mit Lale Andersens Electrola-Platte.

Nach dem Krieg Das Zusammenspiel von Text, Melodie und Stimme traf den Nerv der Zeit und

40er-/50er-Jahre. Wer daran Gefallen findet, sollte sich vielleicht auch die britische Sängerin Vera Lynn (Spitzname: „The Forces Sweetheart") mit ihrer Interpretation anhören.

Vermarktung Bald nachdem die Platten Verbreitung fanden, wurden Ansichtskarten mit drei unterschiedlichen Motiven und dem Text vom „Lied eines jungen Wachtpostens" gedruckt. Sie sind noch relativ häufig für klei11 / 17


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Bücher rund um den Mythos „Lili Marleen”. – Auf dem Titel: Hanna Schygulla schien geradezu eine orakelhafte Vorhersage für die drohende und unaufhaltsam auf das Volk zukommende Katastrophe zu sein. Aber genau darum hat es so viele Menschen bewegt und berührt, dass sie sich noch Jahre nach Kriegsende damit auseinandergesetzt haben. Als erste deutsche Schallplatte wurde „Lili Marleen” mehr als eine Million Mal verkauft. Neben vielen anderen Interpreten versuchten sich auch Sängerinnen wie Greta Garbo und 1961 sogar Connie Francis (mit einer Schlagerversion) an diesem Lied; es soll in etwa 50 Sprachen übersetzt worden sein. Schließlich wurden sogar Romane um „Lili Marleen” geschrieben und Filme mit gleichnamigem Titel gedreht. 1956 kam ein Constantin-Film mit dem Originalsong von Lale Andersen in die Kinos.

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Fassbinder Der wohl bekannteste Film hingegen stammt von Regisseur und Produzent Rainer Werner Fassbinder. Er hatte sich 1980 dieses Soldatenliedes angenommen und als Grundlage für seinen Film mit Schauspielerin Hanna Schygulla in der Hauptrolle die Autobiografie von Lale Andersen herangezogen („Der Himmel hat viele Farben”). So ist Lili Marleen bis heute unvergessen und erinnert uns daran, welche Zeit unsere Väter und Großväter durchleben mussten. Fotos: Reinhard Bogena

Programmhefte zum Constantin-Film „… wie einst Lili Marleen”


98_Fundstuecke.qxp_Trödler Rubriken 05.10.17 16:06 Seite 2

FUNDSTÜCKE 98

FLOHMARKTPREISE n Literatur „Die Rote Armee an Ruhr und Rhein. Aus den Kapptagen 1920”, Dr. Hans Spethmann (1885-1957, deutscher Wirtschaftsgeograph und Geologe, u.a. Autor „Der Ruhrkampf 1923-1925“, „Der Maistreik 1924 im Ruhrbergbau“, „Das Schicksal in der Landschaft“), Verlag von Reimar Hobbing in Berlin, dritte Auflage (1932), Hardcover, gebunden. Mit einer doppelt gefalteten, 2-farbigen Karte gegenüber Titelblatt, 32 Tafeln und 9 Textabbildungen, Umschlag von Schiemenz, Berlin, Charakterbild von Karl Severing, 250 Seiten, insgesamt noch gut erhalten. Die „Rote Ruhrarmee" wurde zum Synonym für die Ereignisse im Frühjahr 1920, die in der Literatur u.a. als „Ruhrkrieg", „Ruhrkampf 1920", „Ruhraufstand" oder auch „Märzrevolution" bezeichnet werden. Die Kämpfe forderten in den Reihen der „Roten Ruhrarmee" (bestehend aus circa 80.000 Arbeitern) weit mehr als 2.000 Tote, darunter auch Frauen. Bei der Reichswehr und den Freikorps-Verbänden waren es etwa 350 Tote. Faktenreiche Darstellung des Ruhrkampfes aus bürgerlicher Sicht (trotz sehr tendenziöser antikommunistischer Darstellung aufgrund faktenreicher Dokumente aufschlussreich), im Antiquitäten-Buchhandel für circa 30 bis 60 Euro zu beziehen. Flohmarktpreis: 20 Euro

n Design Fünf Party-Leuchten (Komplet-Set), Entwurf Hans Gugelot (1920 Makassar auf Celebes - 1965 Ulm), Hersteller Varta AG Ellwangen, ab circa 1971, mit OriginalKarton, bezeichnet „Mit Batteriebetrieb Varta Party-Leuchen für drinnen und draußen, ausgezeichnet mit dem Prädikat „Die gute Industrieform 1972, größter Batteriehersteller Europas“, Maße circa 15,5 x 16,5 cm. Konstruktion aus weißem und lichtdurchlässigem, buntem Kunststoff (fünf Farben), für Blockbatterien, unterseitig bezeichnet „Varta, Deckel nur von innen öffnen 640“. Die Lampen können sowohl als schwimmende Pool-Leuchten als auch hängend als Partyleuchten oder auf Möbeln oder Fußböden benutzt werden. Gugelot studierte Architektur an der ETH Zürich, 1950 gründete er sein eigenes Büro (u.a. Entwicklung des Möbelsystems „M 125“), von 1954 bis zu seinem frühen Tod 1965 war er Dozent an der Hochschule für Gestaltung in Ulm (HfG). Er gilt als einer der wichtigsten Designer der „Zweiten Moderne". Durch ihre bunte Farbgestaltung und ihre zugleich universellen Einsatzmöglichkeiten sind die poppigen Leuchten auch noch aktuell sehr nachgefragt. Sammler zahlen für ein komplettes Set mit Originalkarton oftmals 100 bis 200 Euro.

„P 324104“, hergestellt ab 1938 (wohl hier eine Vorkriegsversion), mit originaler und sehr schön bedruckter Schachtel, originalem Innen-Karton-Schutz und beiliegendem Patentzettel, Triode-Hexode mit Oszillator/Mischer-Regelung, Sockel mit Außenkontakt, Topf P8A (ab 1934) mit UF 20 Volt Heizung für den Radio/TV-Empfang etc. Farbenfrisch erhaltene Original-Telefunken-Röhren-Verpackungen der „CCH 1“ werden für circa 20 Euro im Handel angeboten, unbenutzte und neuwertige Röhren (je nach Herstellungsalter) für circa 30 bis 40 Euro. Flohmarktpreis: 25 Euro

Flohmarktpreis: 60 Euro

n Reklame Röhre „CCH 1“, Hersteller Telefunken Deutschland (TFK, Gesellschaft für drahtlose Telegrafie Telefunken mbH). Die 1903 gegründete Gesellschaft für drahtlose Telegraphie Telefunken mbH, eine zu gleichen Teilen dotierte Tochter von AEG und S&H, wechselte 1941 (mit über 40.000 Telefunken-Beschäftigten weltweit) vollständig in den Besitz von AEG und S&H. Nach dem Krieg wird Telefunken 1967 zur Aktiengesellschaft AEG-Telefunken. Die defizitäre Telefunken Fernseh & Rundfunk GmbH wurde dann 1983/84 an den französischen Konzern Thomson-Brandt verkauft. Unbenutzte Telefunken-Röhre Typ „CCH 1“ mit Kenn-Nr. „223“ und Stempel

Erscheinungstermin Dezember-Ausgabe: Abo-Versand 20.11.2017 Erstverkaufstag Handel 24.11.2017


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05.10.2017

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