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Europas Sammlermagazin

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LESERFORUM 4

EXPERTISEN

! Federzeichnung Ich bin auf der Suche nach einem Künstler, von dem ich diese schöne Zeichnung besitze. Man riet mir, mich mit Ihnen in Verbindung zu setzen. Leider ist die Signatur für mich nicht zu entziffern. Ist es Ihnen vielleicht möglich, diese Signatur zu entschlüsseln und mir über den Künstler und diese Zeichnung nähere Angaben zu machen? Lars Reichmann, o. O.

?

Die lavierte Federzeichnung oder Sepiazeichnung zeigt eine Gasse oder Sackgasse. Das Fenster am Eingang der Gasse zeigt eine Rocaille und einen schmiedeeisernen Balkonkorb. Möglicherweise handelt es sich bei dem Gebäude um ein kleines Palais, erbaut Mitte des 18. Jahrhunderts. Der oktogonale Kirchturm mit der weit ausladenden Konstruktion auf der

!

Infrastruktur in den 1970er-Jahren. Vielleicht kann einer der vielgereisten Leser die Örtlichkeit wiedererkennen. Die gekonnte Zeichnung eines unbekannten

Turmhaube ist vermutlich in der gleichen Zeit gebaut worden. Die steinernen Stufen deuten an, dass das Gelände ein Gefälle hat, also befinden sich Berge und auch ein Fluss in der Nähe. Die Signatur unten rechts ist kaum lesbar. Nur die Jahreszahl 1973 ist deutlich erkennbar. Die diakritischen (Sonder)-Zeichen auf dem unteren Schriftzug (*t`achň ??), das sogenannte Karon-Zeichen Haken/haček, könnten auf einen Künstler aus der damaligen Tschechoslowakei hinweisen. Ich kann nur vermuten, dass es sich bei der Stadt um eine im Bereich der ehemaligen Donaumonarchie handelt, eine im 18.Jahrhundert wirtschaftlich prosperierende Stadt und zugleich mit gut ausgebauter touristischer 05 / 21

Schnellzeichners würde ich mit unter 100 Euro bewerten.

Klaus-Dieter Müller, Kunstsachverständiger, Jagdschloss Göhrde

! In dieser Rubrik beantworten unsere Experten Ihre Fragen zu dem ein oder anderen guten Stück. Doch leider sehen wir uns außerstande, ganze Nachlässe oder sämtliche sich in Ihrem Haushalt befindlichen Trouvaillen bewerten und schätzen zu lassen. Auch bitten wir um Verständnis, wenn es mit der Bearbeitung länger dauert. Senden Sie uns also Ihre Anfrage nur zu einem zu bestimmenden Objekt – mit detaillierter Beschreibung und gutem Foto, auf dem das Objekt ganz abgebildet ist. Noch ein Hinweis zu den Preisen, die von Fall zu Fall von unseren Experten genannt werden: Hierbei handelt es sich um Richtwerte, die anhand von Fotos allein getroffen werden und je nach Zustand des Objekts nach oben oder unten korrigiert werden können. Ihre Anfrage schicken Sie bitte an: Gemi Verlags GmbH Redaktion Leserforum Pfaffenhofener Str. 3 85293 Reichertshausen oder per E-Mail an info@gemiverlag.de


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ADVERTORIAL 5

! Sammeln unter Freunden „Ich habe doch das Internet für Recherchen und bin in Facebook-Gruppen. Warum soll ich also Mitglied in der Arbeitsge-

ben fachkundigem Austausch, was die Echtheit eines Sammlerstücks betrifft, spricht außerdem für eine Mitgliedschaft in der AdA. So kam ein Sammler auf die Idee, Prominente um das handschriftliche Lebensmotto mit Unterschrift zu bitten – Motivation für viele andere, es auch zu versuchen. Als Ergebnis entstehen wunderschöne Sammlungen von zeithistorischer Bedeutung. Eine andere Sammlerin weiß, wie man Autogramme vor dem Verbleichen schützen kann, wenn man sie an die Wand hängt. Wiederum jemand kombiniert seine Stücke mit Briefmarken – die Idee hat er von einem Clubmitglied durch die Vereinszeitschrift „Autographensammler“ bekommen. Das Internet jedenfalls kann den persönli-

chen Kontakt und entstehende Freundschaften nicht ersetzen, die in einem Verein wie der AdA entstehen und über die Jahre wachsen. Abgesehen von der gerade herrschenden Pandemie freuen sich viele auf die alljährlichen Mitglieder- und Tauschtreffen, die meist mit Signierstunden von Prominenten aus Sport, Film, Schauspiel und Politik verbunden sind. Für knapp 30 Euro im Jahr bekommt man bei der Arbeitsgemeinschaft der Autographensammler vier 80-seitige Vereinszeitschriften, vier Freianzeigen, Autogrammadressen, Erfahrungsberichte und vieles mehr. Telefon: 05204 8718819 Webseite: www.ada1986.de

So signiert Thomas Gottschalk meinschaft der Autographensammler werden?“ – wird sich mancher fragen. Die Internetrecherche und Facebook-Freunde helfen manchmal weiter. Die Betonung liegt allerdings auf „manchmal“ und nicht immer liegen die vermeintlichen „Experten“ richtig. Viele Händler im Netz verkaufen zweifelhafte Stücke, was die Echtheit betrifft, und mancher Verkäufer für Handgeschriebenes ist mehr als fraglich zu bewerten. Die AdA bietet etwas, was das Internet nicht bieten kann, nämlich eine Gemeinschaft von Gleichgesinnten, die sich austauscht, und das zum Teil seit Jahrzehnten! Man erhält Anregungen von Sammlern, die sich in ihrem jeweiligen Sammlergebiet selbst zu Experten entwickelt haben. Zu den Mitgliedern gehören außerdem namhafte und anerkannte Verkäufer von Autogrammen und Autographen. Ne-

AdA-Autogrammstunde

www.facebook.com/Autographensammler

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MAGAJIN 6

AUSSTELLUNGEN

! Bewegte Welt Wahre Schmuckstücke aus der Produktion des renommierten und weltbekannten Familienunternehmens Margarete Steiff GmbH aus Giengen an der Brenz sind im Spielzeug Welten Museum Basel neu ausgestellt. Wer erinnert sich nicht an die bewegten Szenen in den Schaufenstern an Weihnachten? Für viele waren sie das Highlight des Weihnachtsbummels. Solche mechanischen Schaustücke, welche für Werbezwecke hergestellt worden sind, können neu in Bewegung bestaunt werden. Eine der Attraktionen der Schau ist sicherlich das Wochenende im Tierreich. Es wurde 1928 original mit 47 Steifftieren bestückt hergestellt. Einige dieser Tiere verfügen über spezielle mechanische Vorrichtungen, damit sie sich bewegen können. Das Thema dieses Schaustücks könnte auch aus heutiger Zeit stammen. Die Tiere genießen ein Wochenende im Wellnessbereich. Dazu gehören ein Besuch in der Sauna, gemeinsame Turnübungen oder ein kleiner Boxkampf. Der Gebäudekomplex wurde für damalige Zeiten in einem sehr modernen Stil erstellt, angelehnt an den Bauhausstil. Mit über fünf Metern Länge und zwei Metern Tiefe verfügte das Original-Schaustück über beeindruckende Abmessungen. Obwohl vor allem durch die Erfindung des Teddybären (1902) bekannt, gehört das Familienunternehmen Steiff zu den größten und wichtigsten Puppenherstellern der Welt. Nicht zuletzt aufgrund seiner vielfältigen und künstlerisch sehr wertvollen Puppenkreationen. Von den Anfängen Steiff’scher Puppenkunst um 1890 bis in die Neuzeit schaffte es der Spielwarenher-

Steiff, mechanisches Schaustück ension Hohler Baum, Margarete Steiff GmbH, Giengen a. d. Brenz, 1982; Spielzeugwelten Museum Basel steller immer wieder, Jung und Alt mit spektakulären Innovationen und Weiterentwicklungen zu begeistern. Ein wunderbares Beispiel für dieses außergewöhnliche Können sind die Filzpuppen des Schaustücks „Die Mühle im Grund”. Auf ungefähr 15 Quadratmetern sind gut 70

Steiff, mechanisches Schaustück Wochenende im Tierreich, Margarete Steiff GmbH, Giengen a. d. Brenz, 1985; Spielzeugwelten Museum Basel 05 / 21

alte Original-Steiff-Filzpuppen in idyllischer, ländlicher Umgebung zu sehen. Ein einmaliges und authentisches Stück europäischer Puppengeschichte, welches im Jahr 1926 vom Münchner Puppenkünstler und Steiff-Berater Albert Schlopsnies angefertigt wurde. Das Miniaturvolk besteht aus humorvoll sowie charakteristisch nachgebildeten wirklichkeitsnahen Dorf- und Bauerntypen und zeigt sie bei ihrer alltäglichen Arbeit. Diese beiden Schaustücke wurden 1933 auf der Weltausstellung in Chicago gezeigt. Weiterhin sind noch 13 kleinere bewegliche mechanische Schaustücke von Steiff zu sehen und darüber hinaus auch einige imposante Szenarien wie zum Beispiel das Teddy-Baby mit einer stattlichen Körpergröße von 1,5 Metern oder der Saurier und die Giraffe, die aus der Vitrine schaut. Ab November 1904 wird an jedem SteiffProdukt ein Metallknopf mit eingeprägtem Elefanten befestigt. Der Begriff Knopf im Ohr wird zum Markenzeichen, später ersetzt der Schriftzug Steiff das Elefantenmotiv. Zeitlebens achtete Margarete Steiff streng auf einwandfreie Qualität: Ihr Motto lautete Für Kinder ist nur das Beste gut genug! Diesem Slogan fühlt sich die Firma bis heute verpflichtet. (27. April 2021 bis 27. März 2022) Telefon: )41 Z0(612259595 Webseite: www.swmb.museum


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MAGAJIN 7 weitern. „Dank den Vereinsmitgliedern haben wir so manche Highlights in die Museen bekommen. Es gibt immer jemanden, der jemanden kennt. Auch, dass sich die Museen durch Spenden, die Eintrittsgelder und vor allem durch die Mitgliedsbeiträge, selbst tragen, erfüllt mich mit Stolz,“ bekräftig Hermann Layher, seit 2013 gewählter Museumspräsident. Mittlerweile zählt der Verein über 3.500 Mitglieder weltweit, davon fast 150 auf Lebenszeit. „Bei uns ist man Teil einer riesigen Technikfamilie. Jeder Einzelne bringt sein Netzwerk und seine Ideen ein, um so die Museen weiter zu entwickeln. Telefon: 062Ü2 670868 Webseite: www.technik-museum.de

UBIL EN

! 20 ahre Delcampe Am 1. Oktober 2000 gründete Sébastien Delcampe www.delcampe.net, den Marktplatz für Sammler. Der auf Briefmarken und Ansichtskarten spezialisierte Marktplatz ist seitdem sehr schnell gewachsen: Inzwischen stehen mehr als einer Million Mitgliedern mehr als 25.000 Kategorien zur Verfügung. Dank Delcampe wechseln täglich mehr als 10.000 Artikel den Besitzer. Heute, 20 Jahre später, feiert das Unternehmen, das rund 30 Mitarbeiter beschäftigt, seinen Einzug in die Top 30 der größten Marktplätze, laut Cross-Border Commerce Europe, die eine Bestenliste der Top-100-Marktplätzen weltweit erstellt haben. Delcampe ist auf Platz 29 der einzige belgische Marktplatz, der in dieser Rangliste zu finden ist. An der Spitze: Amazon, eBay und AliExpress. Noch besser: In seiner Kategorie „Sammlungen und Antiquitäten" ist Delcampe der erste Marktplatz weltweit. „Es ist ein großer Stolz für unserer KMU, mit diesen Giganten auf einer Stufe zu stehen!“ erklärt Sébastien Delcampe. „Und Erster in unserer Zielgruppe zu sein, ist das Sahnehäubchen auf der Torte zu unserem 20-jährigen Jubiläum!“ Sébastien Delcampe wollte diesen Kuchen mit seinen Mitarbeitern teilen. „Was Delcampe stark macht, ist unser dynamisches Team, das unseren Kunden wirklich zuhört", fügt der CEO und Gründer hinzu. Noch bis zum 1. Oktober 2021 feiert Delcampe sein 20-jähriges Bestehen anhand mehrerer Sonderaktionen. In den kommenden Wochen werden einige glückliche Gewinner unter den Mitgliedern ausgelost, die sich über ganz spezielle Sammlerstücke freuen dürfen. Webseite: www.delcampe.net E-Mail: sales delcampe.com

! Technik Museen feiern 40 Jahre Technik Museum Sinsheim, 30 Jahre Technik Museum Speyer – beide Einrichtungen zelebrieren 2021 ihre Jubiläen. Ein guter Grund, einen Blick auf deren Geschichte zu werfen. Was als eine Idee beim Stammtisch entstand, zählt heute, mit zwei Museen, tausenden Exponaten, zwei IMAX-Kinos und zwei Hotels, zur größten privaten Techniksammlung Europas mit über einer Million Besucher pro Jahr. Die Bilder der beiden Überschallflugzeuge auf dem Dach in Sinsheim und die Boeing 747 vor der Kulisse des Speyerer Doms, sind nicht nur wahren Technikfans bekannt; seit 40 Jahren kommen hier Generationen zusammen, um die Welt der Technik zu erleben – ganz nach dem Leitspruch des Museums: für Fans von Fans. Pünktlich zum Geburtstag soll ein U-Boot die Ausstellung in Sinsheim er-

S+bastien Delcampe mit Torte zum 20- éhrigen Bestehen seiner gleichnamigen Äirma

Die berschall-Legenden Tupoleä Tu-144 und oncorde auf dem Museumsdach in Sinsheim 05 / 21


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DIS)8àa)a ha6T/I) BO)ach8/

Seit öalt Disney 192 mit seinem Bruder /oy OL Disney in Tolly ood das Disney-Imperium gründete, ist es ununterbrochen ge achsenL aus einer kleinen 6rickfilmproduktion urde das eltbekannte cinematografische haiserreich mit entsprechenden Fans und inz ischen auch Sammlerstücken in vielen BereichenL Da gibt es Bilderbücher, Filmprospekte, Schallplatten und Uummifiguren, die „Micky Maus“ und „Schnee ittchen“, „Pocahontas“ und „/atatouille“ darstellen, allerlei Spielzeug, anstecker, seltsame Tüte und vieles mehrL allerdings ist die magische Tandtasche von „Mary Poppins“ immer noch auf keinem Flohmarkt aufgetauchtL aber nie die Toffnung aufgebenj

on Micky zu Milliarden Alles begann mit Walt Disneys in Handarbeit hergestellten kleinen Cartoons und schließlich der Erfindung von „Micky Maus“ (im Original „Mickey Mouse“) als Filmfigur in Kooperation mit seinem Angestellten Ub Iwerks 1928. Diese vermenschlichte Maus war die Hauptperson im weltweit ersten Zeichentrickfilm mit Ton und sie wurde ab 1930 auch der Held von Comic-Heften. Wie bei allen Sammlerstücken gibt es hier ausgewiesene Experten, und der Markt für „Micky Maus“-Comics und alles, was den Maus-Kosmos ausmacht, ist groß (inklusive Minnie-Maus-Minikleidchen als Party-Kostüm). Aber das war ja erst der Beginn des Erfolges von Walt Disneys Firma. Nach dem ersten Micky-Film folgten viele weitere kurze Trickfilme, die in Deutschland größtenteils unbekannt blieben, aber in den USA Millionen von Dollars einspielten. Ab 1934 war übrigens auch Donald Duck als Figur mit im Personal der Micky-Filme, und seine Daisy durfte ihn ab 1937 begleiten. (Der sagenhaft reiche Onkel Dagobert Duck wurde erst 1947 von Comic-Zeichner Carl Barks (1901-2000) erfunden. Der ältere Enterich entwickelte sich zum Inbegriff des geizigen Multimilliardärs. Im Englischen wird Dagobert auch als „Scrooge McDuck“ mit dem menschenfeindlichen, superreichen Ebenizer Scrooge verglichen, den Charles Dickens in seiner weltbekannten Weihnachtsgeschichte erfunden hatte. In diese Zeit fällt auch die Geburtsstunde dessen, was wir heute unter 'Disney-Film' verstehen: Walt Disney setzte sich 1937 Kinks: Micky und Minnie Maus, Postkarte von 19w2 Oben: „Kustige 6aschenbücher“ NBdL 207 mit Donald Dagobert Duck von 19r5

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1950 in den bundesdeutschen Lichtspieltheatern. In Frankreich war der Film zu der Zeit schon längst bekannt und beliebt, und es kam 1949 zu einem skurrilen Prozess: „Walt Disney“, so schrieb „Der Spiegel“ (Ausgabe 15/1949), „Schöpfer des Schneewittchenfilms, verklagte eine französische Schokoladenfirma auf eine Million Francs Schadenersatz, weil die Firma Zuckerwaren mit dem Namen seines Films „Schneewittchen“ verkauft habe. Das Pariser Gericht wies, literarisch beschlagen, die Klage zurück. Wenn jemand das Recht hätte, in diesem Fall zu klagen,

dann seien es die längst verstorbenen Brüder Grimm.“ Die Grimms wurden dann über die Jahre des Öfteren als Referenz herangezogen, um Disney-Geschichten zu inspirieren. Dabei gelang es in der Regel, das Grimmsche Motiv im Ansatz zu erhalten, aber auch komplett neu erfundene Entertainment-Figuren zu ergänzen. Das von Disney adaptierte Schneewittchen-Märchen jedenfalls setzte schon 1937 auf die Begleitung der unschuldigen Heldin durch viele, sehr niedliche Tiere und deren Hilfe im Haushalt, darin ist es dem später ebenfalls verfilmten Aschenputtelmärchen („Cinderella“, Disneytrickfilm 1950) sehr ähnlich. Auch der Abwasch im Hause der Zwerge lässt sich mit tierischer Hilfe (in späteren Filmen dann alternativ durch Zauberei) erledigen: Da wandelt sich der Eichhörnchenschwanz mal eben zur Spülbürste, die Vögelchen pfeifen dazu. Und auch gesungen wird schon kräftig: Die Heldin darf solo in pathetischen Liebesliedern schwelgen, die Kontrastfiguren fürs Komische, die sieben Zwerge nämlich, bilden einen fröhlichen Chor. Übrigens war der Prinz für Sammelnde meist uninteressant: Figuren gab es in der Regel nur von der jungen Prinzessin und ihren sieben alten, nach ihren Eigenschaften benannten Freunden „Happy“, „Grumpy“, „Bashful“, „Doc“, „Sneezy“, „Sleepy“ und „Dopey“. Weitere Highlights der Serie von DisneyPrinzessinnen-Märchen bilden neben „Cinderella“ (also Aschenbrödel, RealfilmRemake 2015) auch die Erzählungen der gleichen Geschichte aus Sicht der bösen Fee „Maleficent“ (Realfilme 2014 und

gegen sein eher skeptisches Umfeld mit der Idee durch, einen abendfüllenden, farbigen Trickfilm zu produzieren. „Schneewittchen und die sieben Zwerge“ („Snowwhite and the Seven Dwarfs“) kam zu Weihnachten in die US-Kinos und wurde enorm erfolgreich. Das Konzept war aufgegangen.

Disney und die MGrchen Obwohl bereits 1938 eine deutsche Synchronfassung hergestellt wurde, lief Disneys „Schneewittchen“ kriegsbedingt erst Uanz oben: Franz(sische Postkarte um 19 r zum „Schnee ittchen“-Film Oben: Diverse Disney-Prinzessinnen-Ob ekte N„cinderella“, „Die Sch(ne und das Biest“, „arielle“, „Dornr(schen“ und „Schnee ittchen“7 Mattel-Barbies „cinderella“, „Pocahontas“, „arielle“ und „/apunzel“ mit Prinz 05 . 21


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2019), „Dornröschen“ (1959), „Die Schöne und das Biest“ (Trickfilm 1991, RealfilmRemake 2017) oder auch „Arielle“ (1989), wobei die Geschichte der kleinen Meerjungfrau hier (im Gegensatz zum ursprünglichen Märchen von Hans Christian Andersen) ein gutes Ende nimmt. Weitere klassische Titelheldinnen sind „Pocahontas“ und „Mulan“, und es ist daher kein Wunder, dass es eine Mattel-Barbie-Serie von Disney-Prinzessinnen bzw. Heldinnen gibt. Schließlich boten sich die Figuren meistens auch an, einmal in ärmlicher Kleidung und zusätzlich in bombastischer Festgarderobe verkleidet zu werden, ideal also für das Puppensegment!

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6rickfilm-Motive Aber nicht nur die Grimms und andere Märchen inspirierten Disney: „Mary Poppins“ (adaptiert 1964) und auch „Winnie Puuh“ (nach Alan Alexander Milnes „Pu der Bär“, ab 1966 in verschiedenen Geschichten auf der Leinwand) wären als reine Literatur ohne die Disney-Verfilmungen sicher nur halb so populär geworden. Der biografische Film „Saving Mr. Banks“ von 2013 macht zum Thema, wie der amerikanische Unternehmer Walt Disney die Britin Mrs. Pamela Travers überzeugen konnte, ihm ihre „Mary Poppins“-Bücher zur Verfilmung zu überlassen, weil er es seinen Töchtern versprochen hatte. Die Geschichte erzählt von dem freundlichen, aber sehr energischen Kindermädchen Mary Poppins in London zu Beginn des 20. Jahrhunderts, das die Kinder der Familie Banks hüten soll. Der Vater ist Banker, die Mutter eine Sufragette. Während also die Eltern sich aushäusig betätigen und in der

bedrohlich-riesigen Bank zwischen völlig spaßbefreiten Chefs und Kollegen Geld verdienen müssen oder sich demonstrierend für Frauenrechte einsetzen, stellen die Kinder Jane und Michael bald fest, dass das Aufräumen mit Hilfe von Mary Oben von links nach rechts: „Mary Poppins“ E Buch von 19w5 mit 4ucker-K(ffel von 201W „öinnie Puuh“-Bilderbuch von 19wr „Pinocchio“-Buch von 19rW 3nten von links nach rechts: „Dschungelbuch“ E Tefte als „haba“-öerbung von 19wW Peter Pan als „Bullyland“-Figur von 199 „Merlin und Mim“ E „Tappy“-Buch von 19wr


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Poppins' Zauberkräften Spaß machen kann und sie entdecken das ihnen bisher unbekannte Stadtleben: skurrile Nachbarn, die auf den Dächern tanzende Gemeinschaft der Schornsteinfeger und eine Fantasielandschaft im Inneren von Straßenmalerei sind nur einige ihrer Ausflugsziele. Dieser Film verknüpfte erfolgreich Realfilm und Trickfilmelemente zu einem sehr bunten, fröhlichen Familien-Musical, das am Ende den Bankern das Drachen-Steigenlassen mit den Kindern als Ergänzung zur stupiden Arbeitswelt anbietet. Bei einem zweiten „Mary Poppins“-Film („Mary Poppins' Rückkehr“) hat Disney 2018 mit großem Merchandising-Aufwand versucht, an den Erfolg der 1960er-Jahre anzuknüpfen. Ein als Anbietschälchen zu nutzender Riesenlöffel wurde zum Beispiel für die Fangemeinde produziert, um den Ohrwurm vom „Löffelchen voll Zucker“, das „bitt're Medizin versüßt“, regelmäßig in Erinnerung zu bringen. Auch andere literarische Highlights wie „Pinocchio“ (von Collodi), „Peter Pan“ (von James Matthew Barrie) und das „Dschungelbuch“ (von Kipling) dienten 1940, 1953 bzw. 1967 als Trickfilmvorlagen. Die Geschichten von der naseweisen Holzpuppe Pinocchio, des von der Fee Tinkerbell begleiteten Peter Pan und das herzerfrischende Dschungelmusical mit dem ungeniert neugierigen Mogli machen alle immer wieder deutlich, dass es darum geht, was der fliegende Herr über Nimmerland verkörpert: Er ist der Verfechter der ewi-

gen Kindheit. Walt Disney selbst starb kurz vor Vollendung des Dschungelbuchs, nicht ohne noch sein Okay für die Produktion von „Aristocats“ gegeben zu haben. Die „Dschungelbuch“-Verfilmung, also die anrührende Geschichte eines menschlichen Waisenkindes, das von Wölfen aufgezogen wird, unter den Tieren verschiedenste Freunde gewinnt, den Tiger besiegt und am Ende in die Menschensiedlung zurückkehrt, hatte mehrere Elemente, die sie bis heute zu einer der erfolgreichsten Disneyproduktionen machen: Zum ei-

nen gelang es, den sympathischen Figuren geradezu archetypische Charakterzüge zu verleihen. So ist Balu, der Bär, die ideale Verkörperung des entspannten, gutmütigen Freundes, der nur im wirklichen Ernstfall, wenn es um das Glück seiner Freunde geht, seine enormen Kräfte einsetzt. Das Lied „Probier's mal mit Gemütlichkeit“ ist seine Hymne an das Nichtstun. Und das ist auch das zweite, wesentliche Element des Films – der Soundtrack. Ein fröhlicher, mitreißender Marsch, den die Elefantenherde singt, fehlt dabei ebenso wenig, wie der köstliche, von den Geiern gegebene Männerchor „Sei zur Freundschaft bereit“ oder der wilde Jazz des Affenkönigs „Ich will so sein wie du“.

Oben von links nach rechts: Illustrierte Film-Bühne zu „Susi und Strolch“ von 195w „Bambi“-Bilderbuch Net a 19507 6iergeschichten ä la Disney 3nten: „aristocats“-Kiteratur und Puzzle 05 . 21


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Die legendären britischen Gestalten „Merlin“ (mit der neu erfundenen Gegenspielerin „Mim“, 1963) oder „Robin Hood“ (1973) amüsierten ebenfalls mit viel Humor ganze Familien. „Merlin und Mim“ erzählt die Geschichte des freundlichen britischen Kindes Artur, das irgendwann in alter Zeit von seinem großväterlichen Freund Merlin bis zur Erlangung der Königswürde durch diverse Abenteuer begleitet wird. Weitere Figuren der Geschichte sind die wunderbar böse Madame Mim, eine Hexe, die als zaubernde Gegnerin Merlins auftritt, und der Uhu Archimedes, dessen größte Freude es ist, sich über die flugunfähigen Menschen lustig zu machen. Die „Robin Hood“-Geschichte wiederum erzählt die Legende des Räubers (in Fuchsgestalt), der von den Reichen nimmt und an die Armen schenkt, als von Tieren besetzte TrickfilmKomödie, in der der dumme König John

(ein heimlich daumenlutschender Löwe, beraten von der fiesen Schlange Sir Hiss) Robin Hoods Umtriebe zu verhindern sucht, während Lady Marian (passenderweise ebenfalls eine Füchsin), obwohl adelig, sich hochromantisch auf Robins Seite schlägt. Gemeinsam retten sie die bettelarmen Kirchenmäuse und besiegen den Tyrannen. Hier sind die menschlichen Gestalten tierisch besetzt, in anderen Filmen geht es um Tiergeschichten in deren mehr oder minder real existierenden Welt, wie bei „Dumbo“ (1941), „Bambi“ (1942), „Susi und Strolch“ (1955), „101 Dalmatiner“ (1961) und der Geschichte der „Aristocats“ (1970). Der in Paris angesiedelte, bunte Zeichentrickfilm „Aristocats“ konnte mit Hits wie „Everybody wants to be a cat“ beinahe nahtlos an den musikalischen Erfolg des Dschungelbuchs anknüpfen. Die Lovestory zwischen einer edlen weißen Hauskatze namens Duchesse und dem attraktiven, ritterlichen Straßenkater Thomas

O'Malley ist eingebunden in eine Kriminalgeschichte. Der Butler einer alten Dame (beide Menschen) möchte verhindern, dass das Erbe seiner Chefin den Tieren zu Gute kommt, und versucht daher, Duchesse und ihre drei quirligen Katzenkinder Marie, Toulouse und Berliosz umzubringen, was ihm natürlich nicht gelingt, weil zwei köstlich komische englische Touristinnen (die Gänse Abigail und Amalie), die Maus Rocquefort, ein Pferd und die Straßenkaterbande ihnen helfen. 1994 gab es einen der größten Disney-Erfolge mit dem „König der Löwen“ und dessen Soundtrack: Der Suaheli-Spruch „Hakuna Matata“ (übersetzt: „Es gibt keine Probleme“ oder „Alles bestens!“) war danach in aller Munde. Es folgten ein weltweiter Siegeszug des darauf basierenden Musicals und in jüngster Zeit (2019) sogar ein Remake als Realverfilmung mit computeranimierten Tieren.

Der 6ierfreund Warum Walt Disney als Tierfreund galt, zeigte sich aber auch in den ebenfalls von ihm produzierten Dokumentarfilmen. Heute wenig bekannt sind manche Kassenschlager von damals wie „Die Wüste lebt“ („The living Desert“, 1953). Die 67 Minuten lange Dokumentation, die unter der Regie von James Algar (1912-1998), die Tierund Pflanzenwelt einer Gebirgskette und der Sierra Nevada zeigt, überschreitet insofern erstmalig die Grenzen der reinen Information, als die Kommentare Witz haben dürfen und Musik unterlegt worden ist. Der Regisseur Algar war übrigens voher bereits als Zeichner schon an „Schneewittchen“ (für die Waldtiere) und 1942 für den „Bambi“-Trickfilm tätig. Auch die frühen Spielfilme von Disney sind oftmals inzwischen vergessen, dabei gab es so manches Highlight darunter. Die Jules Verne-Verfilmung „20.000 Meilen unter dem Meer“ mit Kirk Douglas hatte zu Weihnachten 1954 in den USA Premiere und kam 1956 in die westdeutschen Kinos, ab 1966 lief er auch in der DDR. Es war der erste Disney-Film mit gefeierten Hollywoodschauspielern und ist nicht der letzte geblieben. Die inzwischen fünfteilige „Fluch der Karibik“-Reihe mit Johnny Depp, Orlando Bloom und Keira Knightly (2003 bis 2017) gehört zu den erfolgreichsten Filmreihen der Welt. So hat Disney alles ausprobiert, was die cinematografische Technik je zu bieten hatte, dennoch bleibt das Lieblingskind Oben von links nach rechts: Illustrierte Filmbühne zum 6ierfilm „)ikki“ von 19w2 „Die öüste lebt“-Fotobuch von 1955 3nten: 6asse und Ulas mit „h(nig der K( en“Motiv

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der Studios der (inzwischen animierte) Trickfilm. Hierbei begann 1991 die Kooperation von Disney mit den innovativen Pixar-Kreativen und 1995 erschien mit „Toy Story“ der erste vollständig am Computer erstellte Langfilm. Eine der fröhlichsten Gestalten der jüngeren Disney-Geschichte aus der Pixar-Studio-Produktion ist sicher die kochende französische Ratte Remy aus dem Film „Ratatouille“ (2007) – so benannt nach einem traditionellen Gemüse-Eintopfgericht. In der rasanten und charmanten Geschichte einer naiven Landratte, die voller Begeisterung in der großen Stadt Paris kochen lernt und trotz aller Skepsis der Menschen als gejagtes Tier unter Lebensgefahr zum Chef eines Sterne-Restaurants wird (in dem der Geist des verstorbenen Küchenmeisters spukt, der Paul Bocuse nachempfunden ist), kommt natürlich auch eine ganz menschliche Liebesgeschichte vor. Der hinreißend schusselige Küchenjunge Linguini wird dabei, wie könnte es anders sein, als Remys Freund und Beschützer der zweite Held in der Suppenkellenkomödie. Für Sammler ist neben „Ratatouille“-Puzzles, -Büchern, -Plüschtieren und -Figürchen das passende Kinderkochbuch (erschienen 2007 im Xenos-Verlag) interessant. Es ist gebraucht bereits für etwa 5 bis 8 € zu haben. „Donald Ducks Kochbuch“ dagegen erschien schon 1986 bei EHAPA und wird zwischen 30 und 70 € gehandelt.

sen mit der amerikanischen Fluggesellschaft „PAN AM“ nach New York oder zu den olympischen Spielen nach Rom gewinnen. Disneys Konzept zur Vergnügung der Welt war quasi allumfassend: Vergnügungsparks („Disneyland“) und DisneyKreuzfahrten gehören schon lange zum Erfolgskonzept dazu. Hier können sich Kinder und junggebliebene Fans erst in Karrussels vergnügen und dann im Shop

schon mal neu einkleiden, bei Haarschleifen und Hüten angefangen. Der erste Park entstand 1955 in Kalifornien (Anaheim). Inzwischen gibt es auch ein Disneyland in Florida (bei Orlando, seit 1971), in Tokio (seit 1983), Paris (seit 1992), Hongkong (seit 2005) und Shanghai (seit 2016). Das Ganze wird seit 1995 ergänzt durch eine kleine Kreuzfahrt-Flotte mit eigenem Hafen auf einer Insel der Bahamas.

Das Imperium der Firma Kinder, die „Micky Maus“-Hefte lasen, konnten 1960 bei Preisausschreiben ReiOben von links nach rechts: Tut aus dem Disneyland Paris N201r7 Illustrierte Film-Bühne zu „20L000 Meilen unter dem Meer“ N195w7 „Micky Maus“-/eklame in hooperation mit Pa) aM von 19w0 3nten: „/atatouille“-Bücher und Puzzle von 200r 05 . 21


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Merchandising Produkte Eine der ersten „Mickey Mouse“-Lizenznehmerinnen war die Porzellanfabrik „Rosenthal“. „Schon 1930 wurden RosenthalMickeys als Aschenschalen, Pfefferstreuer, Korkenhalter und Sparbüchsen gefertigt“, berichtet der Werbefachmann Michael Mosch (im Ausstellungskatalog „WunderbareWerbeWelten“ des Berliner Museums für Kommunikation 2001, S. 173), und konstatiert: „Innerhalb kürzester Zeit setzte die Vermausung der Welt ein.“ Die ursprünglich amerikanische, inzwischen britische Uhren-Firma Ingersoll stellte ab 1933 den berühmten „MickeyMouse“-Wecker her, bei dem die Hände des Nagers als Zeiger fungieren. Diese verkaufte sich innerhalb von zwei Jahren 2,5 Millionen Mal. Die 1985 gegründete belgische Modefirma Donaldson, die 2008 Insolvenz anmelden musste, war die erste Lizenznehmerin für Disneys Comicfiguren im Kleidungssektor. Auf Spielwaren (zum Beispiel auf Gummibällen der hessischen Firma Peter aus Klein-Auheim) fanden sich Micky oder auch Bambi aber schon viel länger. Dazu kommen musikalische Ergänzungen – schließlich sind die Soundtracks der Filme auf Vinyl-Schallplatten, Kassetten und CDs zu haben, inzwischen werden ebenfalls bestimmte VHS-Kassetten als Sammlerstücke gehandelt. Die LP zum „Dschungelbuch“ enthält beispielsweise auch noch die Filmgeschichte zum Nachlesen.

Sammlerstücke und Preise Was das Merchandising betrifft, war Disney schon immer extrem findig. Daher gibt es eine riesige Auswahl an Objekten, und wer ein bisschen sucht, wird auf dem Trödelmarkt sicher oft fündig, kann aber auch gleich im Supermarkt bei Kosmetiktuchkartons, Partydekoration oder Senfgläsern seine Lieblinge finden. Der hochpreisigere Sektor umfasst eher Motive und Gegenstände aus der Zeit der 1950er- und 1960er-Jahre. Aber auch im Disneyland verkaufte Anstecker („Collectible Pins“) sind teilweise sehr gesucht: Der 2005 verkaufte, kleine Pin „Gateway to Dreams“, der Cinderellas drei Feen zeigt, wird zum Beispiel inzwischen, obwohl erst 15 Jahre alt, für mehr als 130 € gehandelt. Diverse Sammlerstücke sind in dem Disney-Buch von Jim Fanning bereits abgebildet, allerdings ohne Preise. Darunter finden sich auch ein Leuchtstab („Magic Wand“) von Peter Pans Begleiterin „Glöckchen“ alias „Tinkerbell“ aus den 1950ern oder ein Set Disneyland-Radiergummis aus den 1960er-Jahren. Die bereits erwähnten Rosenthal-Objekte aus den 1930er-Jahren kommen für mehrere hundert Euro in den Handel (wie Goldrandteller der Serie „Elite“ mit mehreren schwarzen Mäusen oder ein mausförmiger Salzstreuer in schwarz-weiß). Es gibt unzählige Maus- und andere Filmfiguren aus Porzellan, Glas und Gummi, da lohnt es sich, genau nach Herkunft und Al-

ter zu schauen. Idealerweise (wie bei der Kooperation der Firma Hummel mit Disney) sind die Objekte sogar datiert. Auch alte Soundtracks oder Filmplakate gelten als erstrebenswerte Sammelobjekte.

8mpfehlens erte Kiteratur Über Disney zu lesen ist eigentlich nicht halb so schön, wie in den originalen Büchern, Heften der „Illustrierten Film-Bühne“ oder „Panini-Sammelbilder“-Alben zu blättern, die zu den Filmen erschienen sind. Dennoch lohnt es sich, von David Kunzle „Carl Barks. Dagobert und Donald Duck. Welteroberung aus Entenperspektive“ (Fischer Verlag, Frankfurt am Main 1990) zur Geschichte der Comics und von Jim Fanning „The Disney Book. A Celebration of the World of Disney“ (Dorling Kindersley, London 2019) über alles Andere zu lesen. Letzteres gab es 2016 auch in deutscher Übersetzung: „Das Disney Buch: Die magische Welt von Disney“. Über den Schöpfer selbst schrieb der Journalist und Comic-Experte Andreas Platthaus unter dem Titel „Die Welt des Walt Disney. Von Mann und Maus“ 2001 im Berliner Henschel Verlag eine Biografie, in der er zu dem Schluss kam: „Walt Disney ist heute eine Legende, die niemanden unberührt lässt. Deshalb wird das neue Jahrhundert zwar nicht mehr als das seine betrachtet werden können, aber als eines, dessen Erscheinungsbild sich ihm und seinen Vorstellungen verdankt. Wir haben viel gelesen von Mann und Maus. Wir werden noch viel hören von Mann und Maus.“ Alle Abbildungen privat, die Reklame entstammt dem Marburger Anzeigenarchiv, www.kabinettstueckchen.de

Kinks: Disney-öeihnachtssingle von 6elefunken N19w07 Oben: Micky Maus als hapitGn, „Bullyland“-Figur von 1991 05 . 21

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Trödler 05/2021  

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