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Oktober 2018 · B 1309 | € 7,50 Schweiz CHF 11,50 | Österreich € 8,00 | Be/ne/lux € 8,50

KUNST • ANTIQUITÄTEN • AUKTIONEN

Über 2.000 Termine

Schätzungen Auktionen Ausstellungen

Richard Riemerschmid Zum 150. Geburtstag

Haltung und Gestaltung Hochschule für Gestaltung ulm

Stefan Wewerka Genialer Verformer des alltäglichen


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INHALT

KUNSTMARKT Paul Cézanne

FOTOKUNST Banksy’s Welt, Slg. Schaufler, Slg. Sozzani

18 22

Titelbild: Stefan Wewerka, Armlehnstuhl „B1“, 1978; Foto: TECTA

SAMMLER-SERVICE

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MAGAZIN

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MESSETERMINE

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AUKTIONSNOTIZEN

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AUKTIONSTERMINE

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INSERENTENVERZEICHNIS

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AUSSTELLUNGSTERMINE

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AUSSTELLUNGEN

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LITERATURTIPP

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AUKTIONSPREISE

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VORSCHAU | IMPRESSUM

HfG: HALTUNG & GESTALTUNG von Dr. Wolfgang Hornik

STEFAN WEWERKA von Dr. Bettina Krogemann

26 36

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RICHARD RIEMERSCHMID von Hans-Jürgen Flamm

HENNING KOPPELS „1041“ von Dr. Bettina Krogemann

70 80

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AUKTIONSNOTIZEN

27. bis 29. September

Marie Ellenrieder Zeller, Lindau Darüber, dass Frauen sich an Kunstakademien einschreiben, echauffiert sich heute keiner mehr. Anders 1813. In diesem Jahr wurde Marie Ellenrieder (1791-1863) als erste Frau an der Münchner Akademie aufgenommen. Ellenrieder wurde als vierte Tochter des bischöflichen Hofuhrmachers Konrad Ellenrieder in Konstanz geboren. Der Konstanzer Generalvikar Ignaz Heinrich von Wessenberg, der wohl ein gutes Wort beim bayerischen König für sie eingelegt hatte, verschaffte ihr den Studienplatz in München. Nach Beendigung ihres Studiums wurde Ellenrieder von den Adelsfamilien Fürstenberg und Hohenzollern für Porträts beauftragt, und 1829 ernannte sie der Großherzog Ludwig I. zur badischen Hofmalerin. Während eines längeren Aufenthalts in Italien lernte Ellenrieder einzelne Künstler der Nazarener kennen, deren Stil ihr weiteres Schaffen stark beeinflusste. Zurück in Deutschland schuf sie überwiegend Werke mit religiösem Thema. Zeller versteigert in seiner 138. Int. Bodensee-Kunstauktion eines ihrer Gemälde. Dargestellt ist eine Mutter, die ihre zwei Töchter liebevoll im Arm hält. Nicht nur die Wahl des Formats als Medaillon bezeugt Ellenrieders intensive Auseinandersetzung mit Renaissance-Vorbildern, sondern auch der Symbolgehalt im Bild: Gewandfarben und passende Blumenkränze aus Rosen, Lilien und Vergissmeinnicht symbolisieren Liebe, Unschuld und Treue. Natürlich gibt es neben diesem sinnlichen Gemälde aus dem 19. Jahrhundert auch Kunstgegen-

Marie Ellenrieder, Allegorie auf die Mutterliebe, Öl auf Leinwand, 67 x 67 cm (Limit 3.000 Euro). Zeller, Lindau, 27.-29.09.2018

stände aus anderen Zeiten und Kulturen. Bei ungefähr 2.400 Objekten aus einem Angebot von über 50 Sachgebieten kommt jeder auf seinen Geschmack. TELEFON | 08382/93020 WEBSEITE | www.zeller.de

29. September/27. Oktober

Kopfbedeckung einer Prinzessin Kube, Sugenheim Zwei Spezialauktionen für historische Waffen, Militaria und Orden, bei denen eine Vielzahl attraktiver Kopfbedeckungen sowie alter Klingen, Lanzen und Pistolen ersteigert werden können, führt Kube im Herbst durch. Als Helmsammler sollte man sich auf jeden Fall an beiden Terminen auf den Weg nach Schloss Sugenheim machen, gibt es doch neben vielen Stücken aus der deutschen Kaiserzeit von 1871 bis 1918 von Generalen aus Preußen, Bayern, Sachsen und Württemberg, Gardeund Grenadierhelme, zahlreichen Helmen von deutschen Kleinstaaten wie den extrem seltenen hessischen Artillerie-Offiziershelm Modell 1915 (Limit 6.000 Euro) auch die Grenadier-Offiziersmütze einer Prinzessin. Die Offiziersmütze des „Kaiser Alexander Garde-Grenadier-Regiments Nr. 1 Berlin“ wurde von Herzogin Maria von Sachsen-Coburg und Gotha getragen. Sie war die Tochter des Zaren Alexander II. von Russland, verheiratet mit Herzog Alfred von SachsenCoburg und Gotha. Seit 1895 stand die Prinzessin à la suite dieses Garde-Regiments. Diese extrem seltene Kopfbedeckung aus fürstlicher Provenienz ist ab 9.000 Preußen, Grenadier-Offiziersmütze, Kaiser Alexander GardeGrenadier-Regiment Nr. 1 Berlin, getragen von Herzogin Maria von Sachsen-Coburg und Gotha (Limit 9.000 Euro). Kube, Sugenheim, 27.10.2018


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AUKTIONSNOTIZEN

Euro zu haben. Auch stehen hervorragende Repliken antiker römischer und ritterlicher Helme aus einer internationalen Sammlung auf dem Programm. Einen Schwerpunkt bilden französische Tschakos aus der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts, die mit preiswerten Limitpreisen ab 100 Euro zur Auktion gehen, weil ihr Erhaltungszustand nicht mehr der beste ist. Radschloss-, Steinschloss- und Perkussionsmechanismus haben die angebotenen historischen Schusswaffen, es gibt etliche Kuchenreuter-Pistolen, türkische Pistolen und Gewehre, preußische Steinschlosswaffen und einen Zündnadelkarabiner. Schnittig sind auch die Luxussäbel mit Damastklingen, ein französischer Gardedegen, Kavallerielanzen und Hirschfänger. Sehr umfangreich ist die Sammlung von Koppelschlössern aus 150 Jahren.

Ivan Federovic Choultsé, Gletscher von Spitzbergen, 1911, Öl auf Leinwand, 63 x 90 cm (90.000120.000 CHF). Koller, Zürich, 28.09.2018

TELEFON | 09165/1386 oder 650 WEBSEITE | www.kube-auktionen.de

28. September

Fernsicht Koller, Zürich Die Herbstauktionen für Gemälde alter Meister und des 19. Jahrhunderts bei Koller warten mit einigen kunsthistorisch wertvollen Neuentdeckungen auf. Allen voran eine virtuos gemalte Ölstudie eines Mönchkopfs, die Peter Paul Rubens als Vorlage für den Hl. Dominikus auf dem Altargemälde „Die Heiligen Dominikus und Franziskus von Assisi als Beschützer der Welt vor dem Zorn Christi“ diente, das sich heute im Musée des Beaux Arts in Lyon befindet. Bemerkenswert bei der hier angebotenen Kopfstudie ist die angewandte Technik, die auf eine Fernansicht der Darstellung abzielt. Sie liefert nicht nur einen wertvoller Einblick in den Schaffensprozess des Künstlers, sondern besticht mit ihrem reduzierten Pinselstrich auch durch ihre Modernität. Kunsthistorisch ebenso wertvoll ist das kleinformatige Ölgemälde des Antwerpener Künstlers Simon de Vos mit der Darstellung der Heimsuchung. Es diente als Vorlage für das um 1639 geschaffene Altargemälde in der St. Jacobs Kirche in Antwerpen – unter anderem die letzte Ruhestätte von Peter Paul Rubens und seiner Frau – das einst Victor Wolfvoet zugewiesen wurde. Damit handelt es sich bei dem nun angebotenen Werk nicht nur um eine wertvolle Bereicherung von de Vos’ Oeuvre, sondern es liefert auch wichtige Infor-

mationen über die Schule der flämischen Malerei in Antwerpen zu jener Zeit. Zu den weiteren Highlights zählen eine wiederentdeckte Landschaft von Meindert Hobbema, die seit den 1960er-Jahren nicht mehr auf dem Markt angeboten und zuvor in der Sammlung des Earl Lonsdale war, eine großformatige Darstellung eines Alchimisten des Utrechter Caravaggisten Johannes Moreelse, und eine der frühesten Kircheninnenansichten der Kunstgeschichte von Hans Vredeman de Vries. Die im 16. Jahrhundert von Willem Benson geschaffene Madonna mit Kind ist zudem ein eindrucksvolles Beispiel eines der seltenen Werke dieses flämischen Künstlers von musealer Qualität. Unter den Gemälden des 19. Jahrhunderts sticht die arktische Landschaft von Ivan Federovich Choultsé heraus. Choultsé schuf sie anhand von Skizzen, welche er anlässlich seiner 1907/08 unternommenen Expedition nach Spitzbergen anfertigte. Die daraus entstandenen Gemälde dienten später als Schaubilder für das zoologische Forschungsmuseum Alexander Koenig in Bonn, wo sich ein Teil heute noch befindet. TELEFON | +41(0)44/4456363 WEBSEITE | www.kollerauktionen.ch

6. Oktober

Trio de Luxe Henry’s, Mutterstadt Überaus bekannt und erfolgreich ist Henry’s mit der Reihe seiner Sammleruhren-Auktionen. Zur nächsten am 6. Oktober werden mehr als 330 Zeitmesser verschiedener Hersteller, Epochen und Güteklassen präsentiert. Ein wahres


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AUKTIONSNOTIZEN

5./6. Oktober

Faszination Raubkatze Plückbaum, Bonn

A. Lange & Söhne, Set 165 Years-Homage to F. A. Lange mit Tourbograph Pour le Mérite, Ref. 712.050 in Auflage 50, 1-Tourbillon, Ref. 722.050 in Auflage 150, 1815 Mondphase, Ref. 212.050 in Auflage von 265 (Limit 400.000-700.000 Euro). Henry’s, Mutterstadt, 06.10.2018 © A. Lange & Söhne

Schmankerl ist ein extrem seltenes Set von A. Lange & Söhne mit drei Uhren: „165 Years-Homage to F. A. Lange“ wurde zum 165. Jubiläum der Firmengründung herausgebracht. Von den Uhren wurden nur einige wenige als Dreierset herausgegeben. Alle Gehäuse sind aus besonders hartem 18-karätigem Honiggold hergestellt, beidseitig saphirverglast und mit Krokobändern und Dornschließen ebenfalls in Honiggold ausgestattet. Die Zifferblätter sind ebenfalls aus Gold gefertigt, versilbert und im Zentrum der Zeitanzeige guillochiert. Die Uhren werden mit Papieren und der speziellen, originalen Edelholzbox mit Limitierungsplaketten angeboten. Das Set besteht aus dem Tourbograph Pour le Mérite, einer Lange 1-Tourbillon und einer 1815 Mondphase. Es ist im ungetragenen Zustand, entstammt einer Privatsammlung und soll 400.000 bis 700.000 Euro kosten. Dauerhaft beliebt, weil der Name weiterhin mit einem bestimmten Lebensstil verbunden wird, ist Rolex. Im Vintage-Bereich gibt es eine Datejust in Gold sowie eine Submariner mit Rotschrift. Wer Modelle aus jüngerer Zeit mag, findet einige interessante wie Explorer, Milgauss, Daytona und Submariner. Das Design und der Durchmesser von 43 Millimeter machen den Excelsior Park Chronograph Monte Carlo besonders. Das auf 25 Stück limitierte Sondermodell Carl Friedrich Gauss der Glashütte PanoMaticLunar wurde zur Wiedereröffnung der Gauß’schen Sternwarte in Göttingen hergestellt. Zwar dominieren die Armbanduhren, doch auch drei Taschenuhrmodelle sollten nicht unerwähnt bleiben. Eine Ulysse Nardin Herrensavonette in Gold mit Chronometerhemmung sowie zwei Taschenuhren aus dem Hause Patek Philippe in Gelbgold und Rotgold. TELEFON | 06234/80110 WEBSEITE | www.henrys.de

Die Jagd war seine Leidenschaft, und dies spiegelt sich auch in den Bildmotiven wider, die ein Rheinländer über lange Jahre in seinem Besitz hatte. Jetzt sind die sechs schönen Otto Mühlings aus seiner Privatsammlung bei Plückbaum zu ersteigern. Die vorwiegend jagdlichen Motive des berühmten Vertreters der Düsseldorfer Malerschule Mühling gibt es ab 1.200 bis 9.000 Euro, die ebenfalls farbreichen, detailgetreuen Landschaften bewegen sich zwischen 600 und 1.600 Euro. Von großem Interesse für Liebhaber der impressionistischen Malerei dürfte auch das für Otto Dill charakteristische Gemälde „Die Löwenjagd“ mit fünf Beduinenreitern im Kampf mit einem Löwenpaar sein, zu dem ein Originalbrief Dills von 1956 existiert. Dill, der eine große Faszination für die kraftvoll-schönen Raubkatzen empfand, schuf mit dem 1924 entstandenen, pastosen Werk eine überaus energievolle und dramatische Komposition (3.500 Euro). Überaus realitätsnah und gekonnt stellte der polnischen Maler Jozef Brandt die Heimkehr eines kosakischen Reiters dar. Für Soldatenbilder und Genreszenen aus dem Leben seiner Landsleute bekannt, malte Brandt hier einen wohl ukrainischen Kosaken in polnischen Diensten, der mit seinem Pferd und Hund in sein Heim in sommerlicher Landschaft zurückkehrt (16.000 Euro). Darüber hinaus kommen in der umfangreichen Gemäldeofferte auch interessante zeitgenössische Arbeiten wie fünf abstrakte Collagen der Serie „Anima Mundi“ und „Face“ des international renommierten Künstlers Imi Knoebel (ab 2.000 bis 5.000 Euro) sowie ein informelles Werk Karl Fred Dahmens von 1960 ab 1.800 Euro zum Aufruf. TELEFON | 0228/6883820 WEBSEITE | www.plueckbaum.de

Józef Brandt (Josef von Brandt), Heimkehr eines kosakischen Reiters, 1886, 43 x 58 cm (Limit 16.000 Euro). Plückbaum, Bonn, 05./06.10.2018


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AUKTIONSNOTIZEN

12./13. Oktober

Schimmernd, reizvoll Dr. Fischer, Heilbronn Seine klassische Herbstauktion von europäischem Glas und Studioglas am 13. Oktober erweitert Dr. Fischer diesmal um einen Termin tags zuvor. Rund 370 Jugendstil- und Biedermeiergläser sowie historische Schmuckstücke werden dann aus einer Privatsammlung versteigert. Sicherlich ein Höhepunkt. Zu den Ausnahmestücken gehört eine Glasfigur von Gabriel Argy-Rousseau, die eine Tänzerin zeigt. Um 1928 vom französischen Bildhauer Marcel Bouraine entworfen ist das Ergebnis dieser Zusammenarbeit eine Momentaufnahme eines weiblichen Aktes in tänzerischer Bewegung, der in der von Argy-Rousseau perfektionierten Pâte-de-CristalTechnik in leuchtendem Grün und Blau ausgeführt wurde. Die grazile Ausführung erinnert sowohl an antike TanagraFiguren und den damals modernen Stil einer Loïe Fuller (Taxe 15.000-18.000 Euro). Nicht oft auf dem Markt ist die Loetz-Vase „Violett Melusin mit Opal“, 1909 von Adolf Beckert entworfen. Die Kombination der metallisch schimmernden Zwischenschicht in Silbergrau und Violett mit dem auf der Wandung geätzten und geschliffenen Ornamentdekor ist reizvoll, die gravierte Signatur Beckerts selten. Dies schlägt sich in der Taxe von 9.000 bis 12.000 Euro nieder. Zu den Schmuckstücken aus fürstlichem Besitz gehören antike Ohrstecker aus Rotgold mit zwei Solitären (45.000-55.000 Euro). Ein Art-Déco-Platinring mit einem Diamanten von elf Karat und sechs Smaragdrechtecken kommt mit 65.000 Euro zum Aufruf. Sammler alten Glases finden wunderbare Exemplare mittelalterlicher Ausgrabungsstücke, venezianischer Trinkgläser und alpenländischer Flaschen am 13. Oktober. Eine blaue Warzenflasche in Birnenform aus dem Alpenland des frühen 18. Jahrhunderts liegt zwischen 9.000 und 12.000 Euro. Eines der teuersten Stücke ist ein Becher aus Schlesien mit dem Wappen der Grafen Schaffgotsch.

Die figürlichen Szenen, die von Akanthusranken und Maskarons umgeben sind, sind meisterlich in Hoch- und Tiefschnitt von Friedrich Winter um 1695 aus der starken Wandung des Glases herausgearbeitet. Nur wenige dieser Beispiele aus Schlesisen haben sich erhalten, was auch die Taxierung von 25.000 bis 30.000 Euro erklärt. Die Bildplatte mit dem Profilbildnis von „Jerome Napoleon Roi de Westphalie“ ist auf das beginnende 19. Jahrhundert zu datieren. Hinter Glas wurde die Darstellung zunächst in Gravur dreidimensional herausgearbeitet und dann in goldstaffierter Malerei detailreich ausgemalt (6.000-8.000 Euro). Ein Highlight beim modernen Glas sind 37 Einzelstücke internationaler Glaskünstler wie Toots Zynsky, Stanislav Libenský und Jaroslava Brychtová, Michael Clancy oder Frantisek Vizner, die aus einer Schweizer Privatsammlung stammen. Ein wahrer Eyecatcher ist das aus mehreren schalenartigen Glasteilen bestehende Objekt „English Red Light Persian Set“ von Dale Chihuly. Die Zusammenstellung der einzelnen Teile in Orange- und Rottönen mit am Rand verlaufenden, blauen Glasfäden ist von ihm genau vorgegeben und entfaltet erst im Aufbau aller Teilstücke seinen Reiz (Limit 10.000 Euro). TELEFON | 07131/155570 WEBSEITE | www.auctions-fischer.de

13. Oktober

Aus dem Rittergut Metz, Heidelberg

Die Ergebnisse der bisherigen Art&Collect-Auktionen von Metz haben gezeigt, dass auch bei diesen unlimitierten, bei den Sammlern sehr beliebten Auktionen Preise erzielt werden, die auf internationalem Niveau mithalten können. Auch für den 13. Oktober ist es dem Heidelberger Haus wieder gelungen, einen umfassenden, unberührten und sehr interessanten Nachlass für die spannende Art&Collect zu akquirieren. Versteigert wird der gesamte Nachlass des Ritterguts St. Georg von Dieter Reinhard von Clemm, Graf von Hohenberg (1938-2017) im pfälzischen Eußerthal. In diesem Nachlass befinden sich zahlreiche Kunstobjekte, aber auch Kuriositäten, Dekoratives und Gegenstände des täglichen Gebrauchs. Museal ist eine Bestecksammlung, deren Teile aus dem 15. bis 20. Jahrhundert stammen und aus den unterschiedlichsten Materialien gefertigt sind wie aus edlen und unedlen Metallen, die Dale Chihuly, English Red Light Persian Set (Taxe 10.000-12.000 Euro). Dr. Fischer, Heilbronn, teilweise mit Emailarbeiten 13.10.2018 versehen sind, aus Elfenbein,


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AUKTIONSNOTIZEN

Chang Dai Ch’ien, Lotusblüte, Aquarell. Karrenbauer, Konstanz, 13.10.2018

Franz Ludwig Küchler, Schutzmantelmadonna, Erbach, Elfenbein, H 23,5 (ohne Limit). Metz, Heidelberg, 13.10.2018

Halbedelsteinen, Glas, Horn oder Holz. Zu einer richtigen Burg gehören natürlich auch Ritterrüstungen mit Zubehör, Hieb- und Stichwaffen, Kanonen, Ahnenporträts und Militaria, aber auch Bronze-, Holz- und Steinplastiken, Mobiliar, Porzellan, Tisch-, Wand- und Standuhren sowie viele Teppiche. Eine ausgiebige Vorbesichtigung bei Metz lohnt auf jeden Fall, um die einzelnen Exponate vor Ort genauestens in Augenschein zu nehmen. TELEFON | 06221/23571 WEBSEITE | www.metz-auctions.com

von Wolken, bekommen hat. Eine Fotografie zeigt die Übergabe der beiden Bilder als Dank der chinesischen Firma an den Ingenieur. Karrenbauer hatte vor gut einem Jahr ein ähnliches Gemälde für mehr als 300.000 Euro versteigert. Woher die große Sammlung tschechischer Nachkriegsgrafik, darunter auch einige Aquarelle, etwa von Adolf Born, stammt, ist dagegen nicht mehr bekannt. Dazu gibt es viel antiken und modernen Schmuck, der aus 20 verschiedenen Schmuckkästchen stammt, sowie zahlreiche Porzellanobjekte, Uhren und Ölgemälde und viele andere geschichtsträchtige Objekte. TELEFON | 07531/27202 WEBSEITE | www.karrenbauer.de

20. Oktober

Sehnsuchtsort Venedig

13. Oktober

Quentin, Berlin

Aus Taiwan

Venedig – ein Sehnsuchtsort. Seit jeher Dreh- und Angelpunkt vieler Wünsche und Begehren. Als Reiseziel und Bildmotiv war die Perle der Adria besonders schon bei den Malern des 19. Jahrhunderts beliebt. Auch der österreichische Maler Rudolf von Alt nahm sich der Lagunenstadt gerne motivisch an. Von ihm stammt eines der herausragenden Werke in Quentins Gemälderubrik am 20. Oktober. Alts Venedigansicht, Blick nach San Giorgio von der Mole aus, ist mit 10.000 bis 15.000 Euro angesetzt. Offeriert werden insgesamt rund 100 Gemälde aus allen Jahrhunderten. Für die Freunde der Schwaaner Künstlerkolonie gibt es eine marktfrische Sommerlandschaft bei Schwaan im Großformat von Franz Bunke ab 3.000 Euro. Friedrich der Große ist als Bronzekopf nach Johannes Eckstein auf Marmorsockel zu haben (Schätzung 6.000 Euro). Beim Kunstgewerbe sei auf eine umfangreiche Sammlung von Cadinen hingewiesen, die

Karrenbauer, Konstanz Er wurde 1923, in der Zeit der Hyperinflation, dem adeligen Vorbesitzer abgekauft, als dieser auswandern musste. Jetzt ist der außergewöhnlich schöne Bodensee-Hochzeitsschrank mit vielfältigem Intarsiendekor in sehr guter Erhaltung Teil der Herbst-Offerte von Karrenbauer. Datiert ist er 1817 – das Jahr in dem Konstanz die größte städtische Überschwemmung erlebte. Auch die Herkunft zweier Gemälde des berühmten chinesischen Malers Chang Dai Ch’ien ist geklärt. Sie stammen von einem ehemals in Tawain tätigen Ingenieur, der zum Dank für seine Arbeit ein Aquarell mit Lotusblüte sowie eine Malerei eines Bergmassivs, umgeben

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AUKTIONSNOTIZEN

Rudolf von Alt, Venedigansicht, Blick nach San Giorgio von der Mole aus (Taxe 10.000-15.000 Euro). Quentin, Berlin, 20.10.2018

zahlreiche der seltenen Tierfiguren und Gefäße beinhaltet. Die Limitpreise liegen zwischen 120 und 800 Euro. Selten ist das große Albarello nach italienischem Vorbild. Das schöne Fayence-Gefäß misst 52,8 Zentimeter.

ler Gauermann erweist sich einmal mehr in diesem fantastischen Gemälde aus dem frühen 19. Jahrhundert als ein Meister der Dramaturgie und der spannungsvollen Erzählung (35.000-70.000 Euro). Ein genauer Beobachter der menschlichen, insbesondere der kindlichen Gefühle war hingegen Franz von Defregger, wie es das kleine Gemälde mit den spielenden Kindern zeigt (25.000-50.000 Euro). Marie Egner hingegen folgte fast zeitgleich der modernen Strömung der Landschaftsmalerei und gehörte als eine der ersten Malerinnen zur Avantgarde des späten 19. Jahrhunderts. Von ihr kommt eine Sammlung reizvoller Ölstudien aus verschiedenen Phasen ihres Schaffens zum Aufruf sowie zwei bedeutende Ölgemälde, einmal mit der Schilderung eines Regentages im Südtiroler Sexten, zum anderen mit dem zarten Erwachen des Frühlings in der Wachau. Weit zurück in die Zeit, nämlich in das 4. Jahrhundert vor Christus reichen die drei apulischen Vasen mit ihren reichen Bilderzählungen im typischen Braunrot (25.000-50.000 Euro). Rare Kostbarkeiten der Schnitzkunst stellen die beiden Madonnen dar, eine aus dem Umkreis Nikolaus Gerhaert van Leydens, der am Hof Friedrich III. in Wiener Neustadt wirkte. Erst Ende des 16. Jahrhunderts kam der Bildtypus der Maria Immaculata auf, die Maria auf der von einer Schlange umwundenen Erdkugel stehend zeigt. Ein Exemplar stammt vom bayerischen Meister Martin Zürn (25.000-50.000 Euro). TELEFON | +43(0)1/5324200 WEBSEITE | www.imkinsky.com

TELEFON | 030/21018372 WEBSEITE | www.auktionshausquentin.de

16./17. Oktober

Namhafte Meister Im Kinsky, Wien Der Herbst steht ganz im Zeichen des Jubiläums „25 Jahre Auktionshaus im Kinsky“. Dafür hat man sich für die Auftaktauktion mit Kunst vor 1900 auf ein feines, ausgesuchtes Angebot namhafter Meister und Objekte besonderer Qualität konzentriert. Die Altmeister-Expertin im Kinsky, Kareen Schmid, war mehr als überrascht, als sie in einer privaten Sammlung zwei Bilder aus der Serie von 15 Porträts der Kinder von Kaiser Ferdinand I. entdeckte, die Jakob Seisenegger 1537 vollendete. Einst befanden sie sich in Adelsbesitz, bevor sie nach dem Krieg aufgeteilt und verkauft wurden. Die Kinderbildnisse Erzherzogs Maximilian, des späteren Kaisers, und seiner Schwester Erzherzogin Elisabeth faszinieren aufgrund ihrer Anschaulichkeit und der gleichzeitig existierenden unnahbaren Aura der Macht, die die Kinder ausstrahlen (Schätzung je 50.000-100.000 Euro). Zweifellos von großer Lebendigkeit ist Friedrich Gauermanns Gemälde einer wilden Jagd. Schnatternd und in Todesangst versuchen Wildenten den Fängen dreier Füchse zu entkommen, das Wasser spritzt, die Krallen reißen an der Felswand, hoffnungsvoll aber erscheint das Morgenlicht zwischen dem wolkenverhangenen Himmel. Der geniale Naturbeobachter und feinfühlige Erzäh-

Friedrich Gauermann, Füchse jagen Wildenten, 1849, Öl auf Holz, 63 x 49,5 cm (Schätzpreis 35.000-70.000 Euro). Im Kinsky, Wien, 16./17.10.2018 © Auktionshaus im Kinsky, Wien


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AUKTIONSNOTIZEN

20. Oktober

Klassische Moderne

auf Presentoir für 1.000 Euro. Ein silberner Briefbeschwerer in Form eines Frosches trägt die Fabergé-Punzierung. TELEFON | 07732/971197 WEBSEITE | www.auktionshaus-geble.de

Geble, Radolfzell Mit Cheong Soo Pieng bot Geble im Frühjahr Highlights für den südostasiatischen Markt. Am 20. Oktober stehen Vertreter der klassischen Moderne am Bodensee im Mittelpunkt. Allen voran ein späteres Werk von Karl Schmidt-Rottluff. „Spinnennetz am Fenster“ ist von 1954 und soll mindestens 55.000 Euro bringen. Im originalen Atelierrahmen von Otto Dix gibt es dessen Gemälde roten Mohns in blauem Krug von 1948 (Limit 45.000 Euro). Außerdem hat Geble das Ölbild „Kleine Geraer Landschaft“ von Dix aus dem Jahr 1906 für 9.500 Euro sowie ein großformatiges Pastell einer Heuernte von 1952 für 19.000 Euro im Angebot. Unbekannt ist der Schöpfer des Ölgemäldes mit mythologischer Thematik mit Meernymphe und tosenden Wellen, das genauso wie ein Bild, das einen Scherenschleifer zeigt, auf 2.000 Euro taxiert ist. Detailliert ausgearbeitet ist die Kopie des Holbein-Gemäldes der Madonna des Bürgermeisters Jacob Meyer zum Hasen, die aus dem 19. Jahrhundert stammt und ebenfalls ab mindestens 2.000 Euro zu haben ist. Vom in Bamberg und Würzburg tätigen Bildhauer Ferdinand Dietz stammt ein Puttopaar, das in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts gefertigt wurde (2.000 Euro). Aus Meißen gibt es eine Schneeball-Deckeldose

20. Oktober

Königlich Breitschuh, Quedlinburg Diesen Herbst wird es königlich bei Breitschuh. Das Quedlinburger Haus versteigert eine prunkvolle und sehr umfangreiche Reisewaschgarnitur von Königin Marie von Bayern. Als preußische Prinzessin heiratete sie Maximilian II. von Bayern und lebte als Königin Marie von Bayern bis 1889 im Schloss Hohenschwangau. Aus der Ehe gingen Ludwig II. und Otto I. als nachfolgende bayerische Könige hervor. Die mit einem Limit von 13.000 Euro angesetzte Garnitur aus 13-lötigem Silber umfasst unter anderem zwei Bürsten, diverse Schalen und Dosen, eine Wasserkanne, Spiegel, eine Glocke und zwei Kerzenleuchter, und ist in einem eigens dafür angefertigten Koffer des Buchbinders Karl Kanzenel perfekt verstaut. Alle Silberteile wurden vom Gold- und Silberschmied C. Julius W. Fleischmann angefertigt und mit einem gekrönten „M“ verziert. Die beigefügte Kopie des Schreibens von Elisabeth Küstner, Prinzessin von Bayern, die diese Garnitur von ihrem Vater geschenkt bekommen hatte, belegt die Provenienz der Herkunft aus dem bayerischen Königshaus. Eine Art-DécoSilberschale aus der Pyramid-Serie von Harald Nielsen wurde Anfang der 1930er-Jahre von Georg Jensen hergestellt und ist für mindestens 900 Euro zu haben. TELEFON | 03946/3751 WEBSEITE | www.versteigerungshaus.de

Karl Schmidt-Rottluff, Spinnennetz am Fenster, 1954, Öl auf Leinwand, 90 x 65 cm (Limit 55.000 Euro). Geble, Radolfzell, 20.10.2018

Reisewaschgarnitur von Königin Marie von Bayern, Silber (Limit 13.000 Euro). Breitschuh, Quedlinburg, 20.10.2018

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AUKTIONSNOTIZEN

23. Oktober

23. bis 26. Oktober

Ettore Sottsass

Warmherzige Dame

Artcurial, Paris

Emporium, Hamburg

Artcurial veranstaltet am 23. Oktober in Paris eine sehr besondere Designauktion, die dem italienischen Kultdesigner Ettore Sottsass gewidmet ist. Die Sonderauktion „Repetorio Sottsass“ umfasst über 40 Objekte aus allen Schaffensphasen Sottsass‘ – von Möbeln über Gemälde bis hin zu Keramik und Glasarbeiten. Zu den Höhepunkten zählt eine seltene Hängelampe, die Sottsass 1957 für Arredoluce entwarf und die auf 50.000 bis 70.000 Euro geschätzt ist. In Sottsass‘ erster Einzelausstellung 1959 in der Il Sestante Gallery in Mailand war eine Keramik zu sehen, die nun zum Schätzpreis von 25.000 bis 35.000 Euro angeboten wird. Sammler erhalten zudem die Möglichkeit, die Bibliothek Mobili Grigi (Schätzpreis 15.000-25 000 Euro) und ein Paar Poufpouf-Sessel (8.000-12 000 Euro) zu ersteigern. Beide stammen aus der Zusammenarbeit mit Poltronova aus den 1970er-Jahren. 1981 gründete Ettore Sottsass die einflussreiche Gruppe „Memphis“. Aus dieser Zeit wird die „Sapho Cup“ von 1986 zu einem Schätzpreis von 3.000 bis 5.000 Euro angeboten.

Das Hamburger Auktionshaus Emporium versteigert im Rahmen seiner großen Herbstauktion auch Asiatika im Störtebeker-Haus. Im Gödeke Michels-Saal im sechsten Stock des firmeneigenen, hanseatischen Kontorhauses veranstaltet die numismatische Abteilung seit rund 15 Jahren Auktionen für Münzen und Medaillen, insgesamt bereits seit fast fünf Dekaden. Im letzten Jahr kamen noch Banknoten und Papiergeld dazu. Generell gilt das Münzhandelshaus Emporium Hamburg als vertrauensvoller Ansprechpartner für Münzen von der Antike bis zur Neuzeit. Zu den Herbstauktionen, bei denen vom 23. bis 26. Oktober Münzen und Medaillen sowie Banknoten versteigert werden, präsentiert Emporium ebenfalls knapp 190 Lose Asiatika mit chinesischen Skulpturen, Vasen, Krügen, Figuren, Töpfereien, Waffenkunst und Schalen aus Seladon, Steinzeug, Bronze, Jade sowie koreanischen Keramiken. In 186 Positionen präsentieren sich feine Stücke im Stil verschiedener Dynastien vieler Jahrhunderte: Song, Ming, Yuan, nördliche Song, Yoa-Chou (Shensijen), Lin-Ju Hsien (Honan), südliche Song, Jin, Tang, Han, Sui, Shang, Zhou, neolithische Periode, Qing, Ch’ein Lung (Qianlong), Sechs Dynastien, Wei, Liangzhu, Zeit der streitenden Reiche, Goryeo, Joseon und Yi. Das Titelstück ist eine große blau- und sancai-glasierte Keramikfigur einer eleganten Hofdame, die im Tang-Stil (618-906) gestaltet ist, die jedoch nicht älter als 100 Jahre ist. Die Figur zeigt die Hofdame Li-knei-fei. Sie war warmherzig und wohlbeleibt. Aufgrund ihres privilegierten Status‘ am Hof des Kaisers wurde „avoirdupois“ (physische Opulenz) während der TangDynastie zu einem Schönheitsideal. Nicht nur die Größe der Figur ist außergewöhnlich, ebenso die blaue Kobaltglasur. Kobalt war einst sehr selten und Glasierungen mit dem Material rar. Der Schätzpreis liegt bei 4.000 Euro. Doch es gibt auch Arbeiten mit sehr günstigen Schätzpreisen ab 80 Euro, sodass für jeden Geldbeutel etwas dabei ist.

TELEFON | +33(0)1/42992020 WEBSEITE | www.artcurial.com

TELEFON | 040/21909950 WEBSEITE |www.emporium-numismatics.com

Ettore Sottsass. Artcurial, Paris, 23.10.2018

© Yves J. Hayat 1994

Figur einer Hofdame, Keramik, Blau- und Sancai-Glasur, H 56,5cm (Schätzpreis 4.000 Euro). Emporium, Hamburg, 26.10.2018


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AUKTIONSNOTIZEN

23. bis 25. Oktober

25. bis 27. Oktober

Artemisias Frauen

Schöner Wohnen

Dorotheum, Wien

Wendl, Rudolstadt

Eines der extrem seltenen und begehrten Gemälde der italienischen Barockmalerin Artemisia Gentileschi, die Lucretia, offeriert das Dorotheum in seiner Auktionswoche im Oktober. Das zwischen 500.000 und 700.000 Euro taxierte Bild befand sich seit Mitte des 19. Jahrhunderts in einer Privatsammlung und gelangt nun zum ersten Mal in seiner Geschichte in eine Auktion. Artemisia Gentileschi ist eine der ersten Malerinnen, die in den Kanon der Kunstgeschichte aufgenommen wurden, und die bereits zu Lebzeiten Berühmtheit erlangte. 1593 in Rom als Tochter Orazio Gentileschis geboren, wurde sie später seine Schülerin. Bereits ab 1614 war sie als anerkannte Malerin in Florenz tätig. Ihr außergewöhnliches, bewegtes Leben machte sie zu einer Berühmtheit jener Zeit. Sie ist für ihre kraftvollen heroischen Frauen der antiken und christlichen Mythologie und der naturalistischen Darstellung dramatischer Szenen bekannt. Ihre „Tötung des Holofernes“, heute in den Uffizien, wird heute als Ausdruck für die Verarbeitung eigener Gewalterfahrung gesehen. Als Opfer sexuellen Missbrauchs im Alter von 16 Jahren brachten sie und ihr Vater, ganz unüblich damals, ihren Peiniger vor Gericht. Wiederentdeckte Protokolle dokumentieren, dass sie einen für die damalige Zeit bespiellosen, für sie grauenvollen und demütigenden Prozess durchstehen musste. Stilistisch entwickelte Artemisia Gentileschi innovative Bildfindungen. In der Nachfolge des Malers Caravaggio zählten Realismus, Dramatik bei Thema und Darstellung sowie das Chiaroscuro, der starke Kontrast von Hell und Dunkel, Licht und Schatten. Ihre „Lucretia“ zeigt den Moment, bevor sich die römische Aristokratin nach der Vergewaltigung durch Tarquinius erdolcht. Diese Geschichte aus dem 6. Jahrhundert vor Christus gehört zum Gründungsmythos Roms. Lucretia gilt als Beispiel für Tugendhaftigkeit.

Die Herbstauktion in Rudolstadt zeichnet sich in diesem Jahr durch eindrucksvolle Einrichtungsstücke besonderer Qualität und Provenienz aus. Das komplette Mobiliar der klassizistischen Villa Rühl wird im Auftrag der Universität Kassel versteigert, die das Anwesen vom früheren Eigentümer, dem Automatenhändler für Süßwaren, Getränke und Spiele, Otto-Horst Rühl erbte und nun sanieren möchte. So schmücken nahezu 200 Positionen, darunter gut erhaltene Barockkommoden, ein Frankfurter Wellenschrank sowie Biedermeier-Eckschränke und Sofas die Wendl’sche Villa, bis sie vom 25. bis 27. Oktober zur Auktion kommen. Jugendstilbegeisterte dürfen sich auf drei extravagante Möbelstücke des Wiener k&k-Kunst-Hoftischlers Bernhard Ludwig jun. freuen, die neben einem von Otto Ubbelohde entworfenen Wandbehang der Scherrebeker Webschule zur Geltung kämen, oder mit dem von Karl Riemerschmid gestalteten Spiegel ergänzt werden könnten. Dazu kommen Porzellane der Wiener Manufaktur Augarten sowie eine Sammlung von Biskuitporzellanen. Weiterhin erwähnenswert sind einige qualitätsvolle Porzellangemälde der KPM Berlin und zahlreiche frühe Arbeiten aus Meißen wie eine um 1774 hergestellte Potpourrivase, die um 1760 gefertigte Allegorie des Herbstes – beides KaendlerModelle –, ein um 1770 auf den Markt gebrachtes siebenteiliges Déjeuner mit bukolischen Szenen sowie eine Platte mit einer figürlichen Szene aus Goethes Werther. Platten dieser Art wurden zwischen 1775 und 1790 ausschließlich in Meißen hergestellt. Besondere Highlights in der Gemäldeofferte sind ein Blumenstillleben mit Früchten und Falter des österreichischen Porzellan- und Blumenmalers Joseph Nigg, der Bahnhof Gare de Lyon in Paris von Eugène Galien-Laloue, ein Jugendstilgemälde mit einer jungen Dame mit Hut der Scholle-Schule sowie ein Pechstein-Blatt mit drei Kurenkähnen zwischen zwei Bäumen.

TELEFON | +43(0)1/515 600 WEBSEITE | www.dorotheum.at

TELEFON | 03672/424350 WEBSEITE | www.auktionshauswendl.de

Artemisia Gentileschi, Lucretia, Öl auf Leinwand, 133 x 106 cm (Schätzwert 500.000-700.000 Euro). Dorotheum, Wien, 23.10.2018 © Dorotheum

Max Pechstein, Drei Kurenkähne zwischen zwei Bäumen, 1911, Tusche/Papier, 58 x 45 cm (Limit 3.000 Euro). Wendl, Rudolstadt, 25.-27.10.2018

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AUKTIONSNOTIZEN

26. Oktober

Stadtgeschichten Scheublein Art & Auktionen, München Ein breites Angebot an Silber, Möbeln und Schmuck bildet den Kern der herbstlichen Fundgrube-Auktion von Scheublein. Eine Bleistiftzeichnung von Georg von Dillis, mit einem Schätzpreis von 600 Euro angesetzt, zeigt im für den Landschaftsmaler typischen, an Claude Lorrain orientierten Stil das Naturidyll jener Isarinsel, die später als Praterinsel bekannt wurde, dokumentiert aber auch ein Stück Münchner Stadtentwicklungsgeschichte. Die Phase zwischen 1790 und 1860 markiert nicht nur den Beginn der Verwandlung Münchens von der beschaulichen Residenzstadt teilweise noch mittelalterlicher Prägung hin zur modernen Großstadt, sondern auch die Erweiterung des Stadtgebiets nach Osten auf die andere Isarseite hinüber. Zwischen 1851 und 1874 wurde die Maximilianstraße als Prachtstraße von den Residenzbauten im Stadtkern bis zum in Planung befindlichen Maximilianeum am östlichen Isarhochufer angelegt, 1854 die rund um den künftigen Bauplatz gelegene Ortschaft Haidhausen eingemeindet. 1857 schließlich begann der Bau der Maximiliansbrücke, die die Prachtstraße über die Isar hinweg fortsetzen sollte. Auf Dillis‘ Zeichnung der Insel unterhalb der späteren Brücke ist von all diesen Wandlungen noch nichts zu entdecken. Zwischen den Bäumen lässt sich der Umriss des Gasthauses erkennen, das 1810 auf der Insel errichtet und in Anlehnung an den Wiener Vergnügungspark „Praterwirtschaft“ genannt wurde und der Insel den bis heute verwendeten Namen gab. Gut 40 Jahre lang fungierte die Insel als überaus beliebtes Ausflugsziel, bis die Brückenbauarbeiten dessen Attraktivität dermaßen einschränkten, dass das Lokal schließen musste. Der vollendete Brückenbau markierte schließlich auch das Ende der Praterinsel als Naturraum: 1870 errichtete Anton Riemerschmid dort seine „Königlich Bayerische privilegierte Weingeist-, Spiritus-, Likör- und Essigfabrik“, deren Gebäude zum Teil bis heute erhalten sind. Ein weiteres Highlight ist ein geschnitztes und gefasstes „Auge Gottes“ im Barockstil, das auf 400 Euro taxiert wird. Die Darstellung greift einen Bildtypus auf, der schon in vorchristli-

chen Mythologien anzutreffen ist und vor allem seit der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts Einzug in evangelische wie auch katholische Kirchenausstattungen hielt: Ein in ein Dreieck eingebettetes, von einer Gloriole umstrahltes menschliches Auge, ein Symbol, das bereits 1525 Pontormo auf seinem „Abendmahl in Emmaus“ verwendete und das heute auch auf der Rückseite der Ein-Dollar-Note zu finden ist. TELEFON | 089/23886890 WEBSEITE | www.scheublein.com

3. November

20. Jahrhundert Karbstein, Düsseldorf Zu den gesuchtesten Designobjekte aus dem 20. Jahrhundert gehört der in den 1950er-Jahren hergestellte Dreharmlehnstuhl von Ray und Charles Eames: „Herman Miller PAW Pivoted Arm Chair Rope Edge” ist eines der Stücke, die Karbstein Anfang November im Angebot hat. Um die 3.500 Euro sollten dafür eingeplant werden. Auf Kunst und Design des 20. Jahrhunderts liegt der Schwerpunkt. Ein Hauptvertreter des Tachismus ist Georges Mathieu. Eines seiner energiegeladenen Gemälde, die er in einem Malakt schuf, der von Meditation, Improvisation, Konzentration und Geschwindigkeit bestimmt war, lockt mit einer Schätzung von 6.000 bis 8.000 Euro. Vom österreichischen Bildhauer Ernesto di Fiori, der ab 1911 in Paris Anschluss an die Avantgarde bekam und später von Flechtheim gefördert wurde, stammt die frühe Bronze „Knieende“. Die Aktdarstellung von 1920 ist von reduzierter Formgebung geprägt (8.000-10.000 Euro). Diesen Herbst wird Walter Ophey im Museum Kunstpalast eine Einzelausstellung gewidmet. „Dörfliche Impressionen“ ist in harmonischen Farben gehalten, weist impressionistische Tendenzen auf, stammt aus den ersten Jahren nach 1900 und ist bis auf 11.000 Euro geschätzt. TELEFON | 0211/906161 WEBSEITE | www.auktionshaus-karbstein.com

Georg von Dillis, Insel unterhalb der heutigen Maximiliansbrücke in München, Bleistiftzeichnung, 24,5 x 39,5 cm (Schätzpreis 600 Euro). Scheublein Art & Auktionen, München 26.10.2018

Ernesto di Fiori, Knieende, Bronze, 1920, H 76,5 cm (Schätzpreis 8.000-10.000 Euro). Karbstein, Düsseldorf, 03.11.2018


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AUKTIONSNOTIZEN

9./10. November

Vermessung der Welt Hermann Historica, München Außergewöhnliche Instrumente und Messgeräte sind Teil der großen Herbstauktionen von Hermann Historica. Das Erfassen, Ordnen und Verstehen der Welt ist ein urmenschliches Bedürfnis, das seit Jahrtausenden die Menschheit antreibt und begleitet. Maße und Gewichte ermöglichen in diesem Bestreben wissenschaftliche Erkenntnisse, erlauben Beleg- und Vergleichbarkeit, sind somit Ordnungssystem sowie Orientierung und daraus folgend auch Basis für die Durchsetzung von Herrschaftsansprüchen ebenso wie von Verwaltungsnormen. Dass all dies nicht erst seit Johann Carl Friedrich Gauß und Alexander von Humboldt zum Tragen kommt, zeigt eindrucksvoll ein einzigartiger spätrömischer Messbecher, ein Sextarium, dessen Inschrift die Entstehung in die Jahre 402 bis 408 nach Christus zuweist. Bildnisse von gleich drei römischen Kaisern mit Diadem bilden in Form stilisierter Büsten den Abschluss auf dem Henkel des annähernd zylindrischen Gefäßes. Dargestellt sind laut umlaufendem Schriftband die drei Kaiser Arcadius, Honorius und der Sohn des Arcadius, Theodosius II. Der geografische Ursprung wird hier mit Arcadia im römischen Ostreich benannt. Form und Bearbeitungspuren des antiken Artefaktes, wie die Stärke der Wandung, Weitung der Mündung und die Wölbung des Bodens, lassen eine langjährige Zweitverwendung als Mörser vermuten. Ein wichtiges Denkmal von Metrologie und Verwaltungsgeschichte der Spätantike, das ab 8.000 Euro ersteigert werden kann. Gleiches Themenfeld, deutlich jüngeren Datums, aber nicht minder interessant ist eine Sammlung seltener Messgeräte mit Schwerpunkt auf Messinginstrumenten aus dem 19. Jahrhundert. Höchst komplex gearbeitet und von bestechender Präzision und Ästhetik präsentieren sich hier rund 85 feinmechanische Kunstwerke namhafter Hersteller, wie Stanley, C. Collins, Troughton & Simms, alle London, oder Fraunhofer, München. Von Mikroskopen über Theodoliten bis hin zu Globen und Sextanten, können die raren Stücke erworben werden. So ausgespro-

chen augenfällige Theodoliten, die aus Messing, Glas und Nickel gefertigt, mit schwenkbarem Fernrohr, Spiegeln und Linsen, fernab ihrer Funktion nicht nur einer jeden Fachsammlung, sondern auch der Dekoration eines jeden ästhetischen Umfelds zur Ehre gereichen. Ab 150 Euro im Aufruf, bieten sich hier auch jungen Sammlern und Freunden attraktiver Feinmechanik beste Möglichkeiten zum Erwerb an. TELEFON | 089/54726490 WEBSEITE | www.hermann-historica.com

6. bis 10. November

Doppeldukat Felzmann, Düsseldorf Drei Goldmünzen, die besonders eng mit der frühen bundesdeutschen Geschichte verwoben sind, kommen bei Felzmann Anfang November unter den Hammer. Ursprünglich waren sie Teil eines Goldcolliers aus elf teils sehr seltenen Münzen und wie der Doppeldukat vom Münzmeister Christian Pfahler geprägt auf die Brüder und gemeinsamen Herrscher Georg, Ludwig und Christian des schlesischen Hauses Liegnitz-Brieg (1639-63). Die beiden anderen Münzen sind früh- und spätneuzeitliche Unikate. Das Collier wurde vom ehemaligen Aufsichtsratsvorsitzenden der Deutschen Bank und Ratgeber Konrad Adenauers, Hermann Josef Abs, erworben. Abs, der passionierter Münzsammler gewesen ist und unter anderem das Welfenhaus beim Verkauf der hauseigenen Münzsammlung aus 40.000 Stücken an das Land Niedersachsen begleitete, schenkte das Münzcollier später der Ehefrau eines engen Vertrauten. Solche Schmuckstücke, die bis in die 1970er-Jahre durchaus als modische Accessoires galten, stellen heute meist einen nicht unerheblichen Realwert dar, immer gemessen an der Qualität und Seltenheit der verarbeiteten Münzen. Professionell aus den ursprünglichen Schmuckstücken gelöst, sind sie für Sammler auf Grund ihrer Marktfrische von besonderem Interesse. TELEFON | 0211/55044 0 WEBSEITE | www.felzmann.de

Sammlung seltener Messgeräte, vor allem Messinginstrumente des 19. Jahrhunderts. Hermann Historica, München, 09./10.11.2018

Münzmeister Christian Pfahler, Doppeldukat, Georg, Ludwig und Christian Liegnitz-Brieg. Felzmann, Düsseldorf, 06.-10.11.2018

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AUKTIONSNOTIZEN

Perle der Amalfiküste Karbstein, Düsseldorf Einer der ausgemachten Höhepunkte bei Karbstein im Juni waren die vier „Love“-Siebdrucke des jüngst verstorbenen PopArt-Künstlers Robert Indiana. Ein Bieter aus England bestätigte die Schätzung von 20.000 Euro der einst bei Hans Mayer in Düsseldorf erstandenen Blätter. Kunst aus der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts stand von Beginn der 131. Auktion im Fokus des Interesses. Für ein, unter Einsatz von ausklappbaren Kleiderbügeln gestaltetes Objekt von Rolf Glasmeier, ein Vertreter der konkreten Kunst, wurde der Schätzpreis von 1.000 Euro auf 5.500 Euro verfünffacht und die Arbeit einer rheinischen Privatsammlerin zugeschlagen. Die vom Kunstverein für die Rheinlande und Westfalen herausgegebene Vorzugsausgabe des Buches „Zeichnungen 1947-59 I“ von Joseph Beuys wurde gar von 800 Euro auf 8.800 Euro gehoben. Tschechische Kunst der Nachkriegszeit erfreut sich immer stärkerer Beliebtheit und rief in Düsseldorf naturgemäß Bieter aus Tschechien und der Slowakei auf den Plan. Für ein Paar Ritzobjekte von Milan Mölzer entbrannte beim Anfangsgebot von 2.000 Euro ein Bietgefecht, bis sich ein Sammler am Telefon mit 10.000 Euro durchgesetzt hatte. Auch eine frühe Zeichnung von Jiri John ging weit über die verlockende Taxe von 150 Euro hinaus. Die erzielten 6.500 Euro sind bis dato der höchste Zuschlag für eine Papierarbeit des Künstlers auf dem internationalen Auktionsmarkt. Walter Ophey wird im kommenden Herbst mit einer Einzelausstellung im Museum Kunstpalast Düsseldorf geehrt. Dies, die mediterran anmutende Farbgebung seiner „Gasse in Positano“ und vielleicht auch der Ruf Positanos als Perle der Amalfiküste, hatten wohl einen telefonischen Bieter

Walter Ophey, Gasse in Positano, Öl auf Leinwand, 69,5 x 64 cm (Zuschlag 24.000 Euro/Schätzpreis 15.000 Euro). Karbstein, Düsseldorf, 16.06.2018

überzeugt, bis 24.000 Euro mitzugehen. Wie Ophey gehörte Gert Wollheim der expressionistischen Künstlergruppe „Das Junge Rheinland“ an. Sein Aquarell mit der Darstellung eines fratzenhaften Gesichtes von 1920 bestätigte die obere Schätzung von 8.000 Euro und geht nach Norddeutschland. Ein heftiges Bietergefecht lieferten sich mehrere telefonische Bieter gegen Saalbieter aus dem In- und Ausland für das, einem unbekannten Maler zugeschriebene Gemälde mit der Darstellung holländischer Galeeren vor einer Hafenstadt in altmeisterlicher Qualität. Die Preisvorstellung der geschätzten 1.700 Euro wurde rasch aufgegeben. Letztlich fiel der Hammer erst bei 18.000 Euro für einen belgischen Bieter. TELEFON | 0211/3558205 WEBSEITE | www.auktionshaus-karbstein.com

Galant Wendl, Rudolstadt Dass den beiden Wendl-Frauen das Versteigern Spaß macht, ist deutlich zu merken. Besonders, wenn man sich mit den Einlieferern über unverhoffte Ausreißer freuen kann. Vielversprechend war bereits der Auftakt der Juni-Auktion, als zwei aus Hessen eingelieferte Alben mit historischen Fotos aus Peking, Tsingau und Shanghai aus der Zeit um 1900/20 auf 2.400 und 2.000 Euro hochschnellten (Limitpreise jeweils 260 Euro). Der Besitzer erstand sie vor Jahren preiswert auf einem Flohmarkt. Eine ebenso schöne Überraschung war der in allerletzter Minute eingelieferte Logenglas-Pokal, der dank internationaler Bieter von 40 Euro auf 1.400 gesteigert wurde. Er ging an einen Sammler aus den USA und stand vorher kaum beachtet in einem Haushalt in Jena. Mit 800 Stücken lag der Schwerpunkt auf Porzellan – passend für Wendl, wo in Rudolstadt und Volkstedt doch Anfang des 20. Jahrhunderts über 20 Porzellanmanufakturen produzierten. Unter den zerbrechlichen Kunstwerken gab es Sammlungen mit vielen Biskuitporzellanfiguren und welchen von Paul Scheurich. „Harlekin und Columbine“ mit Schwertermarke vor 1924 wurde für 5.000 Euro zugeschlagen. Auch Altthüringer Porzellane erbringen in Rudolstadt immer wieder sehr gute Preise. Der von Wenzel Neu um 1765/70 für Kloster Veilsdorf entworfene „Apollo“ stieg von 750 Euro auf 2.400 Euro. Noch jung an Jahren war die nicht minder seltene Figur „Der Sammler“, die von 2.800 Euro auf 3.600 Euro gehoben wurde. Sie zeigt den Schauspieler Armin Müller-Stahl in der Rolle des Barons Kaspar Joachim von Utz beim Betrachten der Figuren der Commedia dell´Arte. Peter Strang entwarf sie 1992 nach einem unvergesslichen Kinoerlebnis auf der Biennale. Ein Novum, das nach dem erfolgreichen Start fortgesetzt wird, war die Zusammenarbeit mit dem Auktionshaus Bergmann aus Erlangen. Unter der Rubrik „Porzellan Partnerauktion Bergmann“ wurden im Namen der Erlangener 68, vorrangig Meißener Figuren zu 100 Prozent versteigert. Den höchsten Zuschlag gab es mit 7.500 Euro für die 14 zierlichen Musiker der „Galanten Kapelle“. TELEFON | 03672/424350 WEBSEITE | www.auktionshaus-wendl.de


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SAMMLER JOURNAL 11/2018 MEDEAS LIEBE Die Schau im Frankfurter Liebieghaus

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Es gilt die Anzeigenpreisliste 1/08 vom 01.11.2008 Bildnachweise links: Apulische Schale © SMB/Antikensammlung, Foto: Johannes Laurentius; Mapplethorpe, Foto: © Schirmer/Mosel Verlag; Robert Mapplethorpe Dieser Ausgabe liegt ein Prospekt vom Auktionshaus Metz bei. Wir bitten um Beachtung.

Sammler Journal 10/2018  
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