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Januar 2018

Januar 2018 · B 1309 | € 7,50 Schweiz CHF 11,50 | Österreich € 8,00 | Be/ne/lux € 8,50

Sammler Journal

KUNST • ANTIQUITÄTEN • AUKTIONEN

Über 2.000 Termine Schätzungen Auktionen Ausstellungen

Anita Rée

Faszinierend und rätselhaft

Vorhang auf!

Kunst für die Bretter, die die Welt bedeuten

GEMI

KINDERSTÜHLE

Die Sammlung Gisela Neuwald in der Pinakothek der Moderne


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11.12.2017

15:12 Uhr

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www.artprice.com


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INHALT

FOTOKUNST von Heidrun Th. Grigoleit

KINDERSTÜHLE von Dr. Wolfgang Hornik Titelbild: Kinderstühle aus der Sammlung Neuwald, Foto: A. Laurenzo

SAMMLER-SERVICE

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MAGAZIN

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MESSETERMINE

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KUNSTMARKT

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AUKTIONSTERMINE

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INSERENTENVERZEICHNIS

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AUKTIONSNOTIZEN

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AUSSTELLUNGSTERMINE

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AUSSTELLUNGEN

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LITERATURTIPP

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AUKTIONSPREISE

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VORSCHAU | IMPRESSUM

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VORHANG AUF! von Dr. Bettina Krogemann

KURT OHNSORG von Sabine Spindler

ANITA REE von Anja Iwa

ERNST OPPLER von Dr. Bettina Krogemann

24 28 34 50 66 74

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www.kunstkabinett-strehler.de

www.allgaeuer-auktionshaus.de

www.antik-kunst-messe.de


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MAGAZIN

Jagdfieber Antik & Kunst 2018 in Sindelfingen Es ist ein reiches Spektrum an Kunst und Kostbarkeiten, das auf der Antik & Kunst demnächst zu besichtigen ist: Edle Ebenistenwerke aus vergangenen Jahrhunderten konkurrieren mit stilvollem Artdéco-Schmuck, prachtvollen Gemälden und schickem Mid-Century-Silber. Sammler und Kunstinteressierte – vom dezidierten Connaisseur bis hin zum Crossover-Collector und Edler Trüffelhobel von 1798, Lifestyler – können sich gefertigt aus Elfenbein und Sil- schon jetzt auf eine Messe ber; bei Dr. Birbaumer & Eber- auf höchstem Qualitätsnihardt auf der Antik & Kunst, veau freuen. Sindelfingen Es werden vier Tage voller opulenter Schätze: Vom 11. bis zum 14. Januar bietet die Antik & Kunst wieder ein erlesenes Ensemble aus Antiquitäten und Kunstwerken. Prachtvolle Gemälde, Grafiken, Zeichnungen und Skulpturen, feinstes Porzellan und Silber, Asiatika, dazu Meisterwerke alter Ebenisten- und Juwelierskunst versetzen den Besucher in die verschiedensten Epochen – vom üppig dekorierten Rokoko mit einem Hauch von Marie-Antoinette bis hin zur Jugendstilbrosche aus Kaiser Wilhelms Zeiten oder der Rolex aus den 1930er-Jahren. Das hochkarätige Kunst- und Antiquitätenangebot und die damit verbundene, kompromisslos auf Qualität setzende Besetzungspolitik der vergangenen Jahre haben der Antik & Kunst ein stetig steigendes Renommee sowie kontinuierlich wachsende

Der große, vom Kunsthaus Kende angebotene Art-déco-Tafelleuchter aus Sterling-Silber von Evald Nielsen entstand 1940 in Kopenhagen; Antik & Kunst, Sindelfingen © Christopher Kende

Kostbares Silber vom Kunsthaus Kende: Eine Kollektion an seltenem Vorlegebesteck „Pyramide", Kopenhagen 1931, Sterling-Silber und 830er-Silber, von Harald Nielsen für Georg Jensen; auf der Antik & Kunst, Sindelfingen © Christopher Kende

Besucherzahlen beschert. Mittlerweile, so sagen die Messemacher, gehört das Format zu den bedeutendsten Terminen der Kunst- und Antiquitätenszene in Süddeutschland. Auf die Authentizität der offerierten Objekte, so betont Projektleiterin Birgit Strehler, kann der Kunde sich auf der Antik & Kunst verlassen: „Wir lassen jedes einzelne Exponat in Bezug auf Echtheit und Alter von unserem renommierten Expertenteam jurieren. Denn der Kauf von Kunst ist heute mehr denn je eine Vertrauenssache.“ Der Markt, so Strehler, hat sich verändert: „Hier wirken sich die verschiedensten Strömungen aus.“ Die Änderungen im Bereich der Wohnkultur machen sich dabei wohl am deutlichsten bemerkbar: „Kompletteinrichtungen im Stil einer bestimmten Epoche werden heutzutage immer seltener. Der Trend geht zum epochenübergreifenden Stil-Mix, in dem z.B. moderne Designermöbel mit einem edlen antiken Stück kombiniert werden.“ Dabei, so Strehler, sind vor allem Spitzenstücke von höchster Qualität und bester Provenienz gefragt. Ein weiterer momentaner Trend sind Objekte aus der Mitte des vergangenen Jahrhunderts: „Mid-Century boomt“, bestätigt Birgit Strehler. Wunderbare Objekte aus dieser begehrten Zeit, aber auch aus den Jahrzehnten davor hat z. B. Christopher Kende aus Tübingen im Gepäck: Sein auf hochwertiges Tafelsilber spezialisiertes Kunsthaus zeigt auf der Antik & Kunst unter anderem eine eindrucksvolle Gewürzgarnitur des berühmten dänischen Silberschmieds Georg Jensen, die nach 1945 nach seinem Entwurf aus Sterlingsilber gefertigt wurde. Weitere Glanzlichter unter den Exponaten des Tübinger Kunsthauses sind zum Beispiel ein seltenes Obstbesteck, ein edler Art déco-Tafel-Leuchter und eine große Fußschale aus den 1930er- und 1940er-Jahren. Mit der silbernen George-III-Teedose, die von William Vincent gefertigt wurde, entführt das Kunsthaus Kende den Betrachter in die barocke Pracht des 18. Jahrhunderts: Das edel dekorierte Schmuckstück stammt aus dem Jahr 1778. Von feinster Lebensart aus dieser Epoche erzählt auch ein Exponat des renommierten Antiquitätenhauses Dr. Birbaumer & Eberhardt, das vom fernen Timmendorfer Strand


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MAGAZIN

Cabaret Fledermaus, 2. Heft. Cwala für die Wiener Werkstätte, 1907; bei Schantl auf der Antiquariatsmesse Ludwigsburg

nach Sindelfingen kommt: „Der Trüffelhobel aus dem Jahre 1798, der hier auf der Antik & Kunst ausgestellt wird, besteht aus Sterling-Silber und Elfenbein und ist von den Meistern Robert und David Hennel“, weiß Birgit Strehler. Für die Freunde der antiquarischen Kunst hält die renommierte Galeristin auf der Antik & Kunst eine ganz besondere Attraktion bereit: einen „Merian-Salon“. Im Jahr 2017, dem 300. Todesjahr der Maria Sibylla Merian, blickt die Kunstwelt voll Bewunderung auf das Leben und Werk der berühmten Malerin, die zugleich auch eine bedeutende Naturforscherin war. Für Birgit Strehler, deren „Kunstkabinett Strehler“ in Sindelfingen zu den bedeutendsten Merian-Adressen in Deutschland gehört, verlief das Gedenkjahr ebenso spannend wie turbulent. Auf der Antik & Kunst 2018 gewährt die Messe-Managerin und Merian-Expertin ihren Besuchern noch eine inspirierende Nachlese: „Nach diesem ganz besonderen Jahr wird es auf der Messe eine kleine, exquisite Sonderschau mit ausgewählten Werken der Maria Sibylla Merian geben.“

Residenz von Stuttgart nach Ludwigsburg und machte Ludwigsburg somit zur dritten württembergischen Residenzstadt. 2018 fragt Ludwigsburg anlässlich dieses Jubiläums, was eine Stadt ausmacht – mit Ausstellungen, Veranstaltungen, Symposien, Zukunftskonferenzen, Stadtlaboren, den Literaturtagen und vielem mehr. Die Antiquaria, vom 25. bis 27. Januar, nimmt dieses HAP Grieshaber, Totentanz von Jubiläum mit dem Rahmen- Basel, 40 Farbholzschnitte, Vorthema „Antiquaria Urbana zugsausgabe, 1966, 12.500 – Die Stadt” auf. Alle Titel Euro; bei Inlibris, Wien + Kotte, dazu sind im Katalog und Roßhaupten, Antiquariatsmesan den Messeständen extra se Ludwigsburg gekennzeichnet. Und wie immer erwartet den Besucher darüber hinaus ein spannendes, umfangreiches Angebot an Büchern, Autographen und Graphiken zu allen Gebieten. Das teuerste Angebot im Katalog ist die Sammlung von über 90 Briefen, Postkarten u.a. von Thomas Mann an seinen Jugendfreund Otto Grautoff (300.000 Euro Inlibris/Kotte). Selten ist das frühe Werk der Fotografie von Pierre Trèmaux „Voyage au Soudan Oriental...,” 1859, mit neun Original-Fotos in Kalotypie/Salzpapier. (50.000 Euro photovintagefrance, Arnaville). Der gesamte Katalog wird ab Mitte Dezember auf www.antiquaria-ludwigsburg.de gestellt und als Printausgabe verschickt. Am zweiten Messetag gibt es unter dem Motto „Einblicke” Gelegenheit, mehr über die Ausstellerinnen und Aussteller

TELEFON | 07034/237558 INTERNET | www.antik-kunst-messe.de

Jubiläum Antiquariatsmesse Ludwigsburg 2018 – Ludwigsburg feiert „Stadt werden“! Vor 300 Jahren, 1718, erhob der Gründer und Herrscher Herzog Eberhard Ludwig von Württemberg die Siedlung, die ab 1709 beim Schloss entstanden ist, zur Stadt, verlegte außerdem seine

Designs von Alma Tadea, Album von 1882; Bachmann & Rybicki, Dresden bei der Antiquariatsmesse Ludwigsburg

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MAGAZIN

und ihre Arbeit zu erfahren. So können die Besucher so manches Geheimnis lüften und Befremdliches verstehen lernen. Zu jeder vollen Stunde wird ein Aussteller an seinem Messestand etwas über sich, seine Arbeit und die Besonderheiten seiner Bücher und Graphiken erzählen. Hier einige Beispiele aus dem Angebot: Prächtige Arbeiten der Wiener Werkstätte präsentiert Schantl (Wien), darunter einen roten Lederband mit reicher Einbandvergoldung, Vorsatzblättern in roter Seide und Prägeschmuck. Der wunderschöne Meistereinband (10.000 Euro) stammt von Josef Hoffmann und dürfte um 1906 gefertigt worden sein. Nicht minder interessant ist der „Almanach der Wiener Werkstätte“ von 1911, ein Lederband mit reichem Prägeschmuck, gleichfalls von Hoffmann gebunden und getrüffelt mit Tafeln von Oskar Kokoschka, Koloman Moser und anderen (5.000 Euro). Zauberhafte Hingucker sind Leo Bloners Luxusausgabe „Himmlische Mär“, 1914 erschienen in Wien bei Reisser und ausgestattet mit sieben farbig lithografierten Tafeln und Buchschmuck von Wenzel Oswald (12.000 Euro) und das zweite Heft von Cabaret Fledermaus, 1907 erschienen in Wien bei Cwala für die Wiener Werkstätte, ausgestattet mit dem Buchschmuck von Carl Otto Czeschka und neun ganzseitigen Illustrationen von Moriz Jung (9.000 Euro). Daneben wird zum 24. Mal der Antiquaria-Preis für Buchkultur am Eröffnungstag der Messe verliehen. Er geht an das Ehepaar Karin und Bertram Schmidt-Friderichs und ihren in visueller Kommunikation und Kreativität führenden Mainzer Verlag Hermann Schmidt. TELEFON | 0711/2348526 INTERNET | www.antiquaria-ludwigsburg.de

Für Bibliophile Stuttgarter Antiquariatsmesse Täglich gehen wir mit Schätzen aus der Welt der Bücher und Grafik um, lesen Handschriften berühmter Persönlichkeiten, lassen uns begeistern und faszinieren von alten Drucken bis zu Künstlerbüchern oder wichtigen Werken der Wissenschaftsgeschichte. Der Verband Deutscher Antiquare e. V. besteht seit 1949 als wichtigstes Netzwerk für den professionellen Antiquariatsbuchhandel. Er veranstaltet jährlich im Januar die Stuttgarter Antiquariatsmesse als größtes Schaufenster für die Bandbreite des Antiquariats- und Grafikhandels in Deutschland, gibt regelmäßig ein Handbuch und Publikationen heraus, veranstaltet Seminare und ist mit seinen Mitgliedern auch in der International League of Antiquarian Booksellers vertreten. Ein weiteres Angebot des Verbands Deutscher Antiquare e. V. und der führenden Buch- und Kunstauktionshäuser ist „Auktionspreise Online” – 1,5 Millionen Auktionsergebnisse auf einen Klick. Die 57. Stuttgarter Antiquariatsmesse, organisiert vom Verband Deutscher Antiquare e. V., ist die älteste und größte Messe für Antiquare, Autografen- und Grafikhändler in Deutschland und findet vom 26. bis 28. Januar 2018 im Württembergischer Kunstverein (Schlossplatz 2), Stuttgart, statt. 64 Antiquare, Autografen- und Grafikhändler aus Deutschland, Großbritannien, Italien, Österreich, der Schweiz und den Niederlanden sind mit von der Partie. Erstmals in Stuttgart sind Philipp Penka aus Berlin und Sokol Books aus London. Die Besucher sind eingelanden, sich auf eine Reise in die Welt der Bibliophilie zu begeben und die Schönheiten der Druck- und Papierkunst zu entdecken. Der durchgehend farbig illustrierte Messekatalog – mit einem Gesamtverkaufswert von rund fünf Millionen Euro – ist Ende Dezember im Internet abrufbar oder als Printversion beim Verband Deutscher Antiquare e. V. erhältlich. TELEFON | 0711/8147283 INTERNET | www.antiquare.de

Gut vernetzt Graphikportal.org

Karos im Grafikkabinett. Ob sich hinter den Karos ein ehemaliges Kabinettsmitglied verbirgt? Stuttgarter Antiquariatsmesse Foto: Antiquariatsmesse Stuttgart 2016

Im Internet nach einem berühmten Kupferstich von Albrecht Dürer suchen und dabei eine zuverlässige Quelle nutzen? Das Grafikportal, eine am Deutschen Dokumentationszentrum für Kunstgeschichte – Bildarchiv Foto Marburg entwickelte kunsthistorische Fachdatenbank, macht einen großen Fundus von Kunstwerken des europäischen kulturellen Erbes online zugänglich. Beim Start Ende 2017 sind rund 250.000 Kunstwerke online, die in bester Qualität digitalisiert wurden. Zu den bislang im Grafikportal integrierten Sammlungen gehören bedeutende Museen, Bibliotheken und Forschungseinrichtungen, wie etwa die Kupferstichkabinette der Staatlichen Museen zu Berlin – Preußi-


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MAGAZIN

Schätze schätzen Expertentage im Porzellanikon Hohenberg a. d. Eger Für Sammler, Liebhaber und Interessenten findet am 25. Januar, von 10 bis 17 Uhr, im Porzellanikon – Staatliches Museum für Porzellan, Hohenberg an der Eger, der erste Expertisentag im neuen Jahr statt. Ein Erlebnis für alle, die sich für Porzellan interessieren. Kommen kann jeder, der zum Beispiel ein Erbstück hat und nicht so recht weiß, ob’s Kunst oder Krempel ist oder aber ein Stück mit garantiert hoher Provenienz besitzt, sich aber nicht über Auflagenhöhe, technische Ausarbeitung oder das Entstehungsjahr sicher ist. Das sind alles Fälle für das Kuratorenteam des Porzellanikons, Petra Werner und Thomas Miltschus. Mit ihrer unnachahmlichen Mischung aus Sachkenntnis und Humor sind ihre Einschätzungen so informativ wie kurzweilig. Während der Wartezeiten lohnt es sich, einen Blick in die neue Sonderausstellung „Meissen: Unendliche Liebe in Porzellan – Von Tradition inspiriert“ zu werfen. Das Porzellanikon präsentiert hier eine Auswahl an atemberaubenden Exponaten der ersten Porzellanmanufaktur Europas und

Graphikportal.org – ein Gemeinschaftsprojekt verschiedener Museen und Institutionen

scher Kulturbesitz, der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden oder der Hamburger Kunsthalle. Auch die Albertina und die MAK-Bibliothek und Kunstblättersammlung in Wien, die Graphischen Sammlungen der ETH Zürich und der Zentralbibliothek Zürich oder die Bibliotheca Hertziana – Max Planck-Institut für Kunstgeschichte in Rom sind mit dabei. Nicht zuletzt werden die Bestände des Virtuellen Kupferstichkabinetts, einer Kooperation des Herzog Anton Ulrich-Museums Braunschweig und der Herzog August Bibliothek Wolfenbüttel, integriert. Alle genannten Institutionen sind Mitglied im internationalen Arbeitskreis „Graphik vernetzt“, der das Ziel hat, gemeinsame Digitalisierungsstandards zu verabreden und Strategien für die weitergehende digitale Vernetzung grafischer Sammlungen zu entwerfen. Diese Vernetzung bietet einen echten wissenschaftlichen Mehrwert, der im Grafikportal zum ersten Mal in diesem Umfang nutzbar ist. TELEFON | 06421/2822202 INTERNET | www.graphikportal.org

Kuratorenteam Thomas Miltschus und Petra Werner in Aktion im Porzellanikon in Hohenberg a. d. Eger

Erfinders des europäischen Hartporzellans mit der ältesten eingetragenen deutschen Marke, den gekreuzten blauen Schwertern. Seit mehr als 300 Jahren steht die Manufaktur Meissen weltweit für höchste Qualität sowie prägende Formen und Dekore. Die Sonderausstellung ist bis 25. Februar 2018 geöffnet. Weitere Experten-Termine für das Jahr 2018 sind der 15. März, 21. Juni, 2. August, 25. Oktober und 13. Dezember. TELEFON | 09287/9180041 INTERNET | www.porzellanikon.org

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KUNSTMARKT

David Hockney Die Stunde der Erneuerung Zwar gehört David Hockney heute zu den bekanntesten zeitgenössischen Künstlern, der schon seit vielen Jahren bei Kulturinstitutionen höchstes Ansehen genießt; für seine Ergebnisse bei Auktionen gilt dies allerdings nicht in gleicher Weise, obwohl es in den neunziger Jahren schon Erlöse in Millionenhöhe gab. Die Dinge ändern sich gerade, wie ein Rekord von mehr als 10 Millionen Dollar zeigt, der im vergangenen Jahr bei einer Auktion erzielt wurde. Am 17. November 2016 versteigerte das Auktionshaus Sotheby's in New York ein Gemälde von David Hockney für 11,7 Millionen Dollar inklusive Aufgeld. Das fragliche Gemälde, „Woldgate Woods, 24, 25 und 26“ (2006), gemalt in vier Tagen auf sechs Leinwänden mit einem Gesamtmaß von mehr als drei Meter, lag innerhalb der Schätzwerte. Die Überraschung liegt insofern weniger im Ergebnis als in der außerordentlichen Neubewertung, die dieser Künstler zur Zeit erfährt, zumal sein vorheriger Rekord ein paar Millionen unter diesem Wert gelegen hatte (Der bisherige Rekord flirtete mit der 8-Millionen-Dollar-Marke für „Beverly Hills Housewife“, ein Gemälde aus der Mitte der 1960er-Jahre, das im Mai 2009 bei Christie's in New York verkauft wurde). Das Werk „Woldgate Woods“ war eines der Meisterwerke, die im Jahr 2012 anlässlich der Hockney-Retrospektive in der Royal Academy in London ausgestellt wurden, die mehr als 600.000 Besucher anzog, bevor sie im Sommer im Guggenheim Museum in Bilbao, dann Ende 2012 Anfang 2013 im Museum Ludwig in Köln fortgesetzt wurde, auch dort jeweils mit durchschlagendem Erfolg. Laut Grégoire Billault, dem Leiter der Abteilung für Zeitgenössische Kunst bei Sotheby's ist David Hockney ebenso eine Säule der britischen Nachkriegskunst wie Francis Bacon und Lucian Freud, deren absolute Rekordsummen sich auf 142,4 Millionen (Three Studies of Lucian Freud) beziehungsweise 56,1 Millionen Dollar (Benefits Supervisor Resting) belaufen. Damit ist gesagt, welch enormes Preispotenzial nach Ansicht der wichtigsten

David Hockney, Breakfast at Malibu, Wednesday, 1989 (Sotheby's, New York, November 2017, Zuschlagspreis 3.353.471 Euro)

Akteure des Kunstmarkts noch im Werk Hockneys schlummert. Die Unruhe am Markt macht sich bereits in Zahlen bemerkbar: Zusätzlich zu dem bereits erwähnten neuen Rekord erzielte ein anderes Gemälde, „The Gate“ (2000) Mitte November bei Phillips in New York 6,97 Millionen Dollar und belegt damit den dritten Platz in dessen Auktionsgeschichte. Am Ende des Jahres 2016 hatten die Werke des britischen Künstlers mehr als 34,6 Millionen Dollar Jahresergebnis erzielt, gegenüber 15,2 Millionen Dollar im vorangegangenen Jahr, das bereits ein gutes Auktionsjahr für Hockney gewesen war. Man beschließt das beste Geschäftsjahr in der Geschichte von Hockney-Auktionen. Eine bemerkenswerter Geburtstag

2017 feierte Hockney seinen 80. Geburtstag. Ein runder Geburtstag im Zeichen der umfassendsten Retrospektive seines Werks in der Tate Britain in London (vom 9. Februar bis 29. Mai 2017), dann im Centre Pompidou in Paris. Die Pariser Ausstellung, die bis zum 23. Oktober 2017 lief, zeichnet sich durch sage und schreibe 40 Gemälde mehr als in London, allerneueste Werke und monumentalere Gemälde als je zuvor aus. Die Ausstellung folgt chronologisch der Biografie des Künstlers und illustriert sie mit Gemälden seiner Heimatstadt, der Industriestadt Bradford und der Entdeckung der amerikanischen Westküste 1964. Hockneys Werk wurde zum Bilderbuch des hedonistischen und sonnigen Kaliforniens. Sein „Bigger Splash“ (1967) erreichte David Hockney, Woldgate Woods, 24.-26. Oktober 2006 (Sotheby's, New York, November 2016, Kultstatus. David Hockney ist ein außerordentlich Zuschlagspreis 9.517.620 Euro) vielseitiger Künstler: Er


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KUNSTMARKT

entwirft Bühnenbilder und Kostüme für die Oper, schafft großformatige Doppelporträts, die mit ihrem Realismus und ihren Perspektiven begeistern, die der Fotografie entlehnt sind, ebenfalls eine Kunstform, die Hockney regelmäßig praktiziert. Zu seinem Geburtstag machte er sich selbst das schönste Geschenk. Der Künstler übergab dem Centre Pompidou am 26. September sein Werk „The Arrival of Spring in Woldgate“, gemalt im Jahr 2011, nachdem er bereits dem Metropolitan Museum und dem MoMA in New York und der Tate in London einige seiner Werke gestiftet hatte. David Hockney kommentierte es mit sehr britischem Humor: „Ich habe beschlossen, mich davon zu trennen. Es ist zu groß für zu Hause, ich glaube, hier ist es sehr gut aufgehoben“. Dieses Stück ist umso willkommener, als der Künstler in den Sammlungen des französischen Museums bisher so gut wie nicht vertreten war. Und dies aus einem einfachen Grund: Das monumentale Werk von zehn Meter Breite und vier Meter Höhe „hat einen Wert von etwa 25 Millionen Euro“, versichert David Hockneys Händler Jean Frémon von der Galerie Lelong. Ein unerschwinglicher Preis für Beaubourg. Derzeit ist diese herrliche Ausstellung im Metropolitan Museum of Art in New York zu bewundern (27. November 2017 bis 25. Februar 2018), in der rund hundert Werke zu sehen sind, die eine sechzigjährige Karriere abdecken und die stete Suche des Künstlers nach Innovation illustrieren. 60 Jahre Karriere David Hockneys, geboren am 9. Juli 1937 in Bradford im englischen Yorkshire. Aber weder sein Alter noch sein Ruhm konnten ihn je verleiten, sich auf dem Stand seines künstlerischen Schaffens auszuruhen.

Hockney erneuert sich und seine Kunst immer wieder, erschließt sich neue Technologien, insbesondere mit seinen jüngsten Werken, die er in einer Serie ab 2010 auf einem iPad schuf. Mit mehr als 70 Jahren wurde der Dandy Hockney einer der ersten Künstler, die den Tablet-Computer nutzten und damit Werke im Pop-Realismus schufen, deren Farbpalette zweifellos klein, dafür aber hell und radikal ist, und die auf vielen Messen für zeitgenössische Kunst auf der ganzen Welt bereits zu sehen waren, auf dem Auktionsmarkt aber noch nicht vertreten sind. Schließlich erhielt dieses Jahr 2017 eine besondere Weihe mit einem königlichen Auftrag: ein Kirchenfenster für das nördliche Querschiff der Westminster Abbey zur Feier des 65. Thronjubiläums der Queen. Hockney schuf eine Landschaft voller Blumen, in denen man die leuchtenden Farben Kaliforniens wiederzuerkennen glaubt. Dies ist eine Gemeinsamkeit zwischen dem Künstler und der Königin: In Sachen Farbe haben sie keinerlei Scheu. QUELLE | artprice.com

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Ohnso rg Kurt Ohnsorg

Zwischen Ernsthaftigkeit und Radikalität Von Sabine Spindler

Kein anderer Österreicher hat in den 1960er-Jahren in der Keramikszene der Alpenrepublik für so viel Unruhe und Aufbruch gesorgt wie Kurt Ohnsorg. Mit Gefäßen, Plastiken und Reliefs von spröder Schönheit und ungestümer Modernität hat er die Grenzen zwischen angewandter und freier Kunst durchbrochen. Nicht umsonst nennen ihn seine Anhänger den „Wotruba der Keramik“.

IN RICHTUNG FREIHEIT Als Kurt Ohnsorg 1954 die orangerote Vase mit dem schiefen, nicht ganz mittig gesetzten Hals herstellte, war er gerade einmal 27 Jahre alt. Für den einen mag sie etwas von einem verwachsenen Flaschenkürbis haben. Für den jungen Keramiker, der sich zu dieser Zeit mit dem Herstellen lustiger Kleinstfiguren für die Gmundner Keramikwerkstatt seinen Lebensunterhalt verdiente, war sie ein Bekenntnis: Ausbruch aus der genormten, zentrierten Töpferscheibenperfektion, Ausflug in formale Unkonventionalität, ein vager Schritt in Richtung freie Formgestaltung. Aus heutiger Sicht steht das Objekt auch für das sich anbahnende, neue Selbstverständnis in der österreichischen Keramikszene, die von keinem mit größerer Vehemenz und Kompromisslosigkeit, besonders in den 1960er-Jahren, vorangetrieben wurde als von Kurt Ohnsorg. Er gilt heute als der bedeutendste Erneuerer der österreichischen Gegenwartskeramik. Fast ein halbes Jahrhundert nach seinem Tod 1970 erschien jetzt die erste Werkmonografie dieses Pioniers, dem die Kategorie Gefäßplastik als höchste Ehrenbezeichnung für freie Keramik nicht reichte und der sich mit seinen Plastiken und Reliefs aus Ton oder Schamott der Kunst seiner Zeit stellte. Ein vielschichtiges Œuvre zwischen Archaik und Abstraktion. Experimentell, kühn, unabhängig und nicht zuletzt von spröder Schönheit. Mehr als 400 Arbeiten aus öffentlichen und privaten Sammlungen vereint in bestens wiedergegebenen Sachfotografien die Publikation. Schon Ohnsorgs Gefäße aus den 1950er-Jahren zeigen seine Abkehr von der damals noch fest verankerten Leitidee, dass die Form der Funktion folgen müsse. Wie viele in dieser Zeit stand für ihn die skulpturale Wirkung eines Gefäßes viel mehr im Vordergrund als die Nutzbarkeit. Die


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KERAMIK

Abstraktion in der Bildhauerei mit ihren konstruktiven und organischen Formen hatte das Denken und Selbstverständnis der Keramikszene verändert. Die Zweckmäßigkeit hatte ihre Hoheit verloren, der schöpferische Geist war nicht mehr über die Funktion gezügelt. Ohnsorg zelebrierte die Perfektion des Unperfekten. Flaschenvasen mit leicht krummen Wandungen, einfache Schalen, die an den Formenkanon Jahrtausende alter Keramiken Chinas, des Inkareiches oder Afrika angelehnt waren, sowie die leichte, bewusste Deformierungen zum Prinzip erhoben. Dem Österreicher ging es dabei weniger um die weitere Ästhetisierung der Form wie es etwa Hans Coper in England seit den 1940erJahren mit seinen an Skulpturen von Constantin Brancusi erinnernden, eingedrückten und aufeinandergesetzten Objekten vorführte, als vielmehr um die Erkundung der Ausdrucksmöglichkeiten, die in den überlieferten Formen und in der Oberflächengestaltung liegen. Der klassischen europäischen Keramik gehörte sein Interesse weniger. Der völlig unter einer gefälligen Glasur und dekorativen Mustern versteckte Scherben entsprach in seinen Augen nicht dem Charakter der Keramik. Ohnsorg wollte das Material von der Zähmung befreien. „Im Aufreißen der keramischen Oberflächen in ihrer farblichen und gestalterischen Vitalsierung […] hat er eine bemerkenswerte Singularität bewirkt“, heißt es in der Publikation. Mit schrundigen Glasuren, die die Stücke wie archäologische Fundstücke scheinen lassen, mit grobporigen Lavaglasuren und zum Teil auch mit primitiv wirkenden, dickwandigen Gefäßen versuchte er, die Ausdruckskraft ins Rohe, Ursprüngliche und Barbarische zu steigern. Es ist kein Wunder, dass er auch mit der Raku-Technik experimentierte, die das Erdverbundene und Zufällige betonte. Die japanische Töpferkunst galt seit den 1940er-Jahren mit den

Archaisch anmutendes Gefäß, um 1960, mit grober Oberflächenstruktur, H 9 cm Oben: Experimentell geformte Vase, 1960er-Jahre, roter Scherben mit orangeroter Glasur, H 13 cm Links: Organisch geformte Langhalsflasche, weißbrauner Scherben, orangerote Alle Fotos: © Verlag Bibliothek der Provinz Glasur, H 41 cm

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KERAMIK

Lehren des damaligen Keramikpapstes Bernard Leach als große Antithese zur rein dekorativen, auf den Geschmack der Masse zugeschnittenen Industriekeramik.

AUFBRUCHSTIMMUNG Ohnsorgs Bestrebungen nach einer Öffnung der Keramik in Richtung freie Kunst war kein österreichisches Phänomen. In Deutschland waren es Beate Kuhn, Karl und Ursula Scheid, Bruno und Ingeborg Asshoff und Klaus Lehmann und Signe LehmannPistorius, die sich auf neues Terrain wagten. Beate Kuhn hat mittels Reihungen löffelartiger Formen und scheinbar tanzender Gebilde eine neue Vision von Keramik praktiziert und eine spezifische skulptural-heitere Handschrift entwickelt. Karl und Ursula Scheid führten durch das Aufnehmen futuristischer Formen aus der Architektur die Logik des Gefäßes ad absurdum. Geschwollene Körper kombinierten sie mit engen Hälsen; Gruppen von schmalen Röhren dienten als Verbindungselement zwischen zwei kolbenartigen Segmenten. Auch die Asshoffs durchkreuzten die traditionellen Formen, indem sie auf keulenförmige Gefäße waagerechte Schultern mit mehreren Hälsen setzen, während Klaus und Signe Lehmann in den 196oer-Jahren begannen, aus Platten kubische Gefäße zu montieren und die Töpferscheibe dazu gar nicht mehr brauchten. Es ist nur konsequent, dass etwa Klaus Lehmann später eine Gestaltkeramik hervorbrachte, die nur noch eruptiv

und völlig ohne gegenständliche Assoziationen daher kommt. In den USA, in der bislang die Bauhauskünstlerin und Emigrantin Marguerite Friedlaender-Wildenhain die moralische Instanz der Töpferszene war, beflügelte der abstrakte Expressionismus zu freierem Denken. Maler wie Jackson Pollock oder Franz Kline propagierten eine von der momentanen Befindlichkeit gesteuerte Kunst, bei der es um den Ausdruck des Augenblicks und weniger um Vernunft und Reglementierung ging. Das California Clay Movement ging sogar so weit, dass jeder Künstler seine eigene Ausdrucksweise entwickeln konnte. Diese Idee inspirierte beispielsweise Ken Price und Peter Voulkos. Price, der heute in so renommierten Galerien wie Hauser & Wirth vertreten ist, begann in den 1950er-Jahren, mit der gleichen Wildheit, seine Keramiken zu formen. Wie Willem de Kooning mit seinem Pinsel über der Leinwand Farbe verteilte. Danach folgten psychedelische, biomorphe Plastiken, die er „Blobs“ und „Globs“ nennt. Peter Voulkos hingegen war einer der ersten, der mit scheinbarer Lässigkeit und Spontaneität expressive Formen aus Ton zu mannshohen, ungegenständlichen Skulpturen auftürmte.

STUDIOKERAMIK UND WERKBUNDGEDANKE Von Beate Kuhn bis Peter Voulkos – für ihre Arbeiten hat sich heute der Begriff Studiokeramik eingebürgert. In ihrem individuellen und künstlerischen Charakter unterscheidet sie

Von oben nach unten: Gefäß, um 1955, malerisch anmutende, ockerfarbene Glasur, 57 x 11 cm Foto © Verlag Bibliothek der Provinz/Nieder österr. Landesmuseum

Block, 1960er-Jahre Steinzeug, braune und beige Glasuren, 48 x 40 x 17,5 cm Foto © Verlag Bibliothek der Provinz

Ziegel mit rundem Durchbruch, Steinzeug in Raku-Technik gebrannt, schlammfarFoto © Verlag Bibliothek der Provinz bene, poröse Glasur, H 23 cm


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KERAMIK

sich von der seriellen Werkstattkeramik und allemal von der Industriekeramik. Auch Kurt Ohnsorg arbeitete im Sinne der Studiokeramik, doch gingen seine Ideen von einer zeitgemäßen, künstlerischen Keramik noch ein Stück weiter: über die des Künstlerkeramikers hinaus. Anfang der 1960er-Jahre verfasste er ein Manifest, in dem er folgende Aussage trifft: „Die Werkstätte als Erzeugungsort hat im industriellen Zeitalter ihren Sinn überhaupt verloren. Kleinproduktion mit gebrauchsstörenden Fehlern, welche als handwerkliche Reize gewertet und gefördert werden, stellt einen Anachronismus dar. Notwendig wäre jedoch die Herstellung eines freien Zusammenspiels zwischen Industrie, Gewerbe, Kunst. Künstler gehen in die Fabrik, kennen die Fabrik, schaffen Unikate und die Fabrik nimmt Formelemente auf.“ Dass Ohnsorg hier eine Wiederbelebung des Werkbundgedankens oder der Strategie der Wiener Werkstätte vorschwebte, verrät das 1961 von ihm und Alfred Seidl, selbst Keramiker und zugleich Assistent von Ohnsorgs Akademielehrer Robert Obsieger, gegründete „Joseph-Hoffmann-Seminar für keramische Gestaltung“ schon im Namen. Mit dieser Institution wollte er den Brückenschlag vom Kreativen zur Industrie herstellen. Ohnsorg hatte viele Ideen und Eisen im Feuer. In der Architektur etwa sah er ein Betätigungsfeld für Keramiker. Er entwickelte ganz eigene Theorien über den Zusammenhang von bauplastischen Arbeiten und keramischer Pla-

stik. Ohnsorg selbst war all die Jahre selbst mehr oder weniger in die Produktion von bedeutenden keramischen Firmen eingebunden, zum Teil als Berater, zum Teil als Entwerfer und künstlerischer Leiter großer Wandreliefs wie etwa im Salzburger Festspielhaus oder in der TU Wien am Getreidemarkt. Für die größten Diskussionen über den künstlerischen Wert der Keramik in der Gegenwartskunst aber dürften all die Jahre die von Ohnsorg organsierten und geleiteten Sommerseminare und Sommersymposien in Gmund gewesen sein, für die Ohnsorg jahrelang Firmen wie die ÖSPAG (Österreichische Sanitär-Keramik und Porzellan-Industrie AG) als Sponsoren gewinnen konnte. Ohnsorg hatte in dieser Zeit zahlreiche internationale Ausstellungen. Schon 1963 schickte das österreichische Kulturministerium seine Werke ins „Austrian Cultural Forum“ nach New York, es folgte eine Ausstellung in der Académie Internationale de la Céramique in Genf, 1969 in Holland, wo ein Großteil seiner Werke sofort verkauft wurde. Doch trotz dieser Erfolge hat er auch Zurückweisungen hinnehmen müssen. Eine Professur an der Akademie für angewandte Kunst wurde ihm verwehrt.

KERAMIK UND PLASTIK Kurt Ohnsorg hat früh die Verbindung zwischen Keramik und moderner Plastik erkannt. Das 1950 entstandene, bizarre Gebilde aus Draht und Beton, das Assoziationen an den

Von oben nach unten: Zylindrisches Gefäß mit umlaufenden Fäden, 1960, hellbrauner Scherben, verschieFoto © Verlag Bibliothek der Provinz denfarbige, gegossene Glasuren, H 21,5 cm Deckeldose mit aufgeplatzter, borkenähnlicher Oberflächenstruktur, 1968, Foto © Verlag Bibliothek der Provinz schlammfarbene Glasur, H 16,5 cm Block, um 1958, Steinzeug mit schlammfarbener Glasur, 20 x 12 x 7,5 cm Foto © Verlag Bibliothek der Provinz

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fiebrigen Strich des Malers Bernard Buffet oder an die ausgemergelten Figuren Alberto Giacomettis wach ruft, ist entfernt noch dem Gegenständlichen verpflichtet, während er mit dem 1958 entstandenen, grauen „Block“ den Schritt in die abstrakte Plastik vollzogen hatte. Wieder hatte Ohnsorg mit der Tradition gebrochen, die Jugendstilkeramik eines Michael Powolny war ihm ebenso fern wie die expressive Keramik einer Wally Wieselthier. Es ist offensichtlich, mit welchen Kunstströmungen er korrespondierte. So wie zu dieser Zeit in der bildenden Kunst die ersten monochromen Reliefbilder entstehen, ähnlich wie der später ZERO-nahe Künstler Hans Bischoffshausen mit seiner Malerei Strukturforschung betrieb, so sah auch Kurt Ohnsorg seine aus dem Ofen stammende Arbeit als Kunstwerk, dessen visuelle Kraft auf der zum Teil bestimmten, zum Teil vom Zufall diktierten Struktur des Steinzeugs, auf der die schlammfarbene Glasur alle Löcher, Risse, Einschlüsse freigibt und durchaus abstrakt-bildhaften Charakter annimmt. Zwischen Ernsthaftigkeit und Radikalität suchte Kurt Ohnsorg nach neuen Formen und Ausdrucksmöglichkeiten für die Keramik. In Ohnsorgs Atelier in Wien trafen sich viele Künstler. Das streitbare Klima, das die Wiener Aktionisten Anfang der 1960er-Jahre erzeugten, die mit Happenings und Inszenierungen die Nachkriegskunst aus ihrer Erstarrung befreien wollten, drang auch in die Werkstatt in der Porzellangasse. Vielen Arbeiten aus dieser Zeit, sieht man an, dass er Grenzen sprengen

wollte. Das Gefäß ist bei ihm ein Artefakt aus Feuer und Erde, das nicht gefallen, aber eine Botschaft in sich tragen muss. Von der inneren Balance, von der Schönheit des Zufalls oder von der Utopie der Unform. Ohnsorg ist in der Bearbeitung seiner Keramiken durchaus ungewöhnliche Wege gegangen. Er hat sie behauen, bestoßen, ausgebuchtet sowie mit Holzspänen oder chemotechnisch überarbeitet. Die Quittung für das Ausscheren aus der Gefälligkeit der Norm hat er 1962 bekommen. Er durfte nicht an der Ausstellung „Form = Qualität“ in der Wiener Secession teilnehmen. Um 1960 entwickelte er beispielsweise einen Gefäßtypus, der aus Ringen und Wülsten bestand und den er im Laufe des Jahrzehnts in eine skulpturale Deformiertheit überleitete, die durchaus als künstlerisch-anarchistischer Schlag gegen das Ordnungsprinzip gesehen werden kann. Gleichzeitig entstanden Skulpturen, die aus verschiedenen, einzelnen keramischen Formelementen aufgebaut wurden und mit den bildnerischen Möglichkeiten spielten. Er fertigte Reliefs, die mit ihren glasierten, strukturierten Oberflächen an die informelle Malerei erinnerten, und immer wieder blockartige, monolithische Plastiken, die er mittels Schnürungen, Dellen oder reliefartige Attribute variierte. Als ihm 1962 das österreichischen Museum für angewandte Kunst in Wien eine erste große Ausstellung widmete, zeigte er vor allem Gefäßskulpturen mit der bei seinen Arbeiten häufig anzutreffenden geritztem, schlammfarbenem Erscheinungsbild, das den

Von oben nach unten: Objekt, ca. 1950, Metallskelett und Beton, H 63 cm

Foto © Verlag Bibliothek der Provinz

Deformiertes Gefäß mit gerillter Wandung, vor 1967, Steinzeug, H 14 cm Foto © Verlag Bibliothek der Provinz/Foto: Kurt Spurey

Abstrakte Skulptur, 1966, H 48,5 cm

Foto © Verlag Bibliothek der Provinz


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Arbeiten etwas Borkiges, Aufplatzendes und Virulentes verpassen. An der Wand hingen dort die ersten Reliefs von ihm – abstrakte Formstudien, die an verwitterte Architektur erinnert. Die Ausstellung zeigte nur eine Seite, und zwar die eher konventionelle Seite Ohnsorgs, möglicherweise aus Angst vor dem Unverständnis des Publikums für Experimentelles. Alfred Schmeller, später Direktor des bis 2001 existierenden Museum des 20. Jahrhunderts Wien, aus dem das heutige Museum für moderne Kunst hervorging, beschrieb damals das Werk Ohnsorgs treffend: „Grau ist seine Stärke, viele Nuancen von Grau gibt es […] Doch ist der Eindruck, den die keramischen Arbeiten von Kurt Ohnsorg im Museum für angewandte Kunst hervorrufen, gemischt. Gemischt wie das Œuvre dieses bedeutenden Keramikers […].“ Die breit angelegte Visualisierung seines Werks in der Monografie, die von Carl Aigner und Reinhard Linke herausgegeben wurde, macht deutlich, was Schmeller andeutet. Kurt Ohnsorg hatte eine kühne Vision von der Entstigmatisierung der Keramik als Kunstgewerbe. Und er hatte ein großes Quantum an kreativer Energie, die in den 1960erJahren noch nicht ihre endgültige Richtung gefunden hatte. Einerseits blieb er bei den Gefäßformen, die er in den 1950er-Jahren entwickelt hatte. Andererseits rückte er in seiner künstlerischen Freiheit so nah an die bildende Kunst seiner Zeit heran, dass das Material völlig in den

Hintergrund gedrängt wurde. 1965 kreiert er beispielsweise aus Ton und Schamott eine abstrakte Kleinplastik, die an Köpfe mit schrundigen Oberflächen erinnert und als eine Entgegnung auf Antoni Tàpies informelle Sand- und Staubgemälde erscheint. Zwei Jahre zuvor schichtet er für eine seiner „Strukturplastiken“ Platten – in ihrer unregelmäßigen Form wie behauener Schiefer – zu einer turmartigen Stele aufeinander und reflektierte über das Thema von Balance und Struktur wie es erst Jahrzehnte später der englische Bildhauer David Nash mit Holz exerziert. Der zufälligen, unfertigen, undefinierten Form, die er aus Erde formte und brannte, hat er künstlerische Bedeutung abgewonnen, wie auch die letzte Plastik in seinem reichen Werk offenbart. Er hatte sie im Sommer 1970 begonnen. Sie blieb unvollendet, da er sich in diesem Jahr mit nur 43 Jahren das Leben nahm. Mit Arbeiten wie diesen und mit seinen innovativen Gefäßplastiken hat er sich seinen Platz unter den bedeutenden Erneuerern der keramischen Kunst erobert. Es wird Zeit, ihn auch außerhalb Österreichs zu entdecken.

Literatur: „Kurt Ohnsorg – Keramik aus Leidenschaft“. Eine Werkmonografie. Mit Beiträgen von Carl Aigner, Otto Breicha, René Edenhofer, Elfriede Jelinek, Josef Krawina, Hanns Kreczi, Reinhard Linke, Kristian Sotriffer, 176 Seiten, Verlag Bibliothek der Provinz, Weitra/Österreich

Von oben nach unten: Ziegel mit Schnürungen, ca. 1965, Reduktionsbrand, H 19,5 cm Relief mit informellem Bildgehalt, um 1963, Schamott, 65 x 57 cm Gefäß, vor 1958, scheinbar fließende, ockerfarbige Glasur, Keramik, H 13,4 cm Landessammlung Niederösterreich/Foto: Christoph Fuchs

Keramische Plastik, 1970, roher Ton, 28 x 38,5 x 17 cm, unvollendet Alle Fotos: © Verlag Bibliothek der Provinz


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Ernst Oppler Ernst Oppler Der Tanzmaler

Von Dr. Bettina Krogemann

Ernst Oppler, der 1867 in Hannover geboren wurde und 1929 in Berlin verstarb, war Mitbegründer der Berliner Secession. Er zeichnete, radierte und malte Porträts, Interieurs und das Strandleben in den Nordseebädern. Und vor allem begeisterte ihn der Bühnentanz.

Entscheidend geprägt wurde Ernst Opplers Werk von einem Zufall: 1909 besuchte er mit seinen Secessionskollegen eine Vorstellung des Russischen Balletts in der Berliner Kroll Oper und war von der Darbietung der Tänzer so beeindruckt, dass er fortan zum wichtigsten künstlerischen Chronisten des Bühnentanzes wurde. Das brachte ihm den Beinamen „Der Tanzmaler“ ein. Eine Ausstellung im Deutschen Tanzarchiv in Köln und eine umfangreiche, gerade erschienene Publikation erinnert an seinen 150. Geburtstag. Verfasser der grundlegenden Monografie zu Oppler ist der in Berlin geborene Tanzwissenschaftler und Kunsthistoriker Frank-Manuel Peter. Die bilinguale Publikation in Deutsch und Englisch gliedert sich in drei ausführliche Tafelteile, in ebenso viele thematische Kapitel und eine Art Epilog mit vier Texten aus der Zeit, die von herausragenden Kunstschriftstellern wie Max Osborn, Oscar Bie, Wolfgang Bruhn und von Oppler selbst stammen. Peter beginnt sein Schrifttum mit einer Einführung zur Position Opplers in der Kunstgeschichte, die sich gerade auf dem Weg zur Wiedererlangung seiner einstigen Bedeutung befindet. Tatsächlich scheint dieser Weg noch nicht ganz abgeschlossen, was sich auch in den Preisen, die der Kunstmarkt für Oppler-Werke zugesteht, widerspiegeln mag. Anders als die Gemälde seines Kollegen Max Liebermann sind vergleichbare Arbeiten von Oppler bis heute günstig zu erwerben. Da Oppler Jude war, verliefen die Geschicke seines künstlerischen Vermächtnisses nach 1933 auch nicht einfach: Der Kunsthistoriker Karl Schwarz bekam für die Einrichtung des Jüdischen Museums in Berlin viele seiner Werke durch die begüterte Familie des Künstlers zugestiftet. Jedoch konnte Opplers Werk dort nicht verwahrt, gepflegt und präsentiert werden, da das Museum 1938 geplündert wurde. Nach 1945 tauchten 16 Gemälde aus diesem Bestand wieder auf, wurden nun nach Israel gebracht und gingen zum Teil in


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die Sammlung des Israel Museum ein. Ein weiterer Teil davon wanderte in die Vereinigten Staaten von Amerika und gehörte sodann zum Bestand des Foosaner Art Museum in Florida. Es gab einen dritten Teilnachlass, der Opplers Bruder Berthold zukam. Dieser nahm sich, um dem Holocaust zu entgehen, das Leben. Seine Witwe verkaufte diesen Bestand an Gemälden, Zeichnungen und Druckgrafiken nach 1945. Heute befindet er sich im Deutschen Tanzarchiv Köln. Auf einen biografischen und stilistischen Überblick zum Oeuvre Opplers folgt das dem Russischen Ballett mit Anna Pawlowa als Schlüsselerlebnis gewidmete zentrale Kapitel der Monografie. Nach Stationen in München, den Niederlanden und Nordfrankreich war Oppler schließlich in die Reichshauptstadt Berlin gezogen, wo er schnell bekannt wurde. Neben Max Liebermann und dem Galeristen und Verleger Paul Cassirer war Oppler nun der wichtigste Protagonist der Berliner Secession. In diesem Umfeld traf er auch auf sein Lieblingsthema, das Ballett. Paul Cassirer hatte im Jahr 1909 ein zweiwöchiges Gastspiel des Kaiserlichen Russischen Balletts in Berlin arrangiert. Einen Tag vor dem Gastspiel gab das Ensemble eine geschlossene Voraufführung für die Mitglieder der Secession mit einem anschließenden Bankett für das geladene Publikum und die Tänzer. Ein enorm fruchtbarer Austausch zwischen den Künstlern nahm nun seinen Lauf. Für den Maler Ernst Oppler war die Berliner Aufführung ein Schlüsselerlebnis, wie er später schrieb: „Dem überwältigenden Eindruck vom ersten Auftreten des Russischen Balletts haben wohl wenige

Künstler sich entziehen können.“ Am meisten faszinierten Oppler die Bewegungen der Primaballerina Anna Pawlowa (1881-1931), was sich in seinem Werk deutlich niedergeschlagen hat. Seit ihrem ersten Berliner Auftritt im Jahr 1909 schuf er unzählige Porträts von ihr und skizzierte sie immer wieder im Tanz. Zu ihrem berühmtesten Tanzsolo, „Der sterbende Schwan“, schuf er viele malerische und zeichnerische Werke, auch Radierungen. 1912 reiste Oppler nach London, um sie zu porträtieren, und noch 1925 besuchte er ihre Proben und Aufführungen, als sie mit ihrer mittlerweile eigenen Ballett-Kompanie wieder in Berlin gastierte. Opplers Arbeit war ein schweres Unterfangen. Sie verlangte solide Kenntnisse des Balletts und seiner Technik ab, forderte eine enorm gute Beobachtungsgabe. Um nach der Natur arbeiten zu können, konstruierte Oppler einen beleuchteten Stift, der es ihm ermöglichte, im abgedunkelten Zuschauerraum zu zeichnen. Dort und auf den Probebühnen versuchte er in Hunderten von Kohle-, Kreideoder Bleistiftskizzen die Tänzerinnen und Tänzer in den schnellen Bewegungen zu erfassen. Zum Kreis der von Oppler Dargestellten gehört nicht nur Anna Pawlowa, auch Waslaw Nijinsky, Tamara Karsavina, Adolph Bolm, Michail Fokine, Léonide Massine und der Impresario Serge Diaghilew fanden Eingang in sein Werk. Ausstellung: Berliner Secession & Russisches Ballett: Ernst Oppler. Deutsches Tanzarchiv Köln, bis 28. Januar 2018 Literatur: Frank-Manuel Peter, Der Maler Ernst Oppler, Köln, 2017

Rechts: Ernst Oppler, Nijinski als Harlekin in „Carnaval“, Öl/Lw, ca. 1922; Anna Pawlowa und Laurent Novikoff, Nymphe und Faun in „Bacchanale“, Öl/Holz, 1922; Pawlowa als Sterbender Schwan, Radierung, 1923; Karsawina und Nijinsky in „CarnaFoto aus: Der Maler Ernst Oppler, 2017 val“, Bleistift, 1910/12 Links: „Les Sylphides“ (Hinter den Kulissen), Öl auf Leinwand, ca. 1915 Foto: Courtesy & © Deutsches Tanzarchiv Köln, SK Stiftung Kultur der Sparkasse KölnBonn


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Bildnachweise: Ernst Würtenberger, Selbstbildnis im Malkittel, 1906 Kopie der Maske des Agamemnon in Gold, Foto: Archiv HSM


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