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Ausgabe 2 / 2011

Miteinander

Das Magazin von Gemeinsam leben und lernen in Europa e. V.

Sonderheft Ehrenamt

Freiwillig engagiert Ehrenamtliche im Fokus


Verein Inhalt

Soziales Engagement

Editorial

IM GESPRÄCH mit Ehrenamtlichen Patrick Reitinger vom AsylCafé Christel Hoch von der Bahnhofsmission Hubert Huber vom Berufsverband bildender Künstler Niederbayern

Engagement im Sport

Johannes Breit von den Maltesern Passau Reinhilde Keilbach von der Passauer Tafel Rainer Schneider vom Musikförderverein Passau

Für den Schutz von Tier, Umwelt und Natur

Ehrenamtliche Kulturarbeit

Benedikt Wagner vom SV Schalding Emilio Walter von ROCK YOUR LIFE!

Über 5 Millionen Menschen in Deutschland sind Mitglied rund 10.000 lokalen oder regionalen Naturschutz- und Umweltgruppen und -Initiativen bzw. im Tierschutz aktiv tätig. Das freiwillige Engagement in diesem Bereich wächst. Martin und Elke erzählen, warum ihnen ihr ehrenamtliches Engagement so wichtig ist.

Die Vielfalt der kulturellen Angebote basiert zu einem bedeutenden Teil auf dem ehrenamtlichen Engagement vieler Menschen. Viele der kulturellen Einrichtungen und kulturell-künstlerischen Angebote sind überhaupt erst durch das Engagement von Ehrenamtlichen entstanden bzw. können überhaupt nur durch ihr Engagement erhalten bleiben. Hubert ist Künstler und Rainer Musiker. Aber durch ihr Engagement ermöglichen sie es vielen anderen Künstlern und Musikern auch gesehen bzw. gehört zu werden und bereichern damit das Kulturangebot für die Menschen aus der Region.

Die Retter in der Not

Elke Söllner von Tierschutz Aktiv Lena, Max, Basi und Johanna vom Thekenteam des Zeughauses

„Gemeinsam leben und lernen in Europa e. V." setzt sich für die Chancengleichheit ein. Das betrifft auch Jungs: Ihr Lebensweg sieht es oft nicht vor, dass sie Kontakt zu Berufen in sozialen Bereichen finden. Der Aktionstag für Jungs unter der Federführung unseres Vereins setzt sich dafür ein, dass Jugendliche eine weitere Berufsperspektive haben, bevor sie sich entscheiden müssen.

Sport ist der Engagementbereich, in dem sich die meisten Menschen freiwillig engagieren: In 90 000 deutschen Sportvereinen leisten ca. 8,85 Mio. freiwillige Mitarbeiter jährlich über 500 Mio. Stunden für rund 27 Mio. Mitlieder ehrenamtlich Arbeit. Sie tun dies in unterschiedlichen Funktionen als Vorstandsmitglieder, Abteilungsleiter, Sportwart, Übungsleiter, freiwillige Helferinnen und Helfer. Ihr Einsatz ist ein enormer Gewinn an Lebensqualität in unserer Gesellschaft. Ohne den Einsatz der Ehrenamtlichen könnten die meisten Sportvereine nicht bestehen. Im Sport engagieren sich auch mehr Männer als Frauen. Zwei von ihnen möchten wir ihnen vorstellen: den Fußballtrainer Werner und den Kassenwart und Trainer Benedikt.

Martin Scherr vom Bund Naturschutz, Kreisgruppe Passau Werner Reinprecht vom SV Freinberg

Ausgabe 2 / 2011

Inhaltsverzeichnis

Jung und engagiert

Wenn es brennt, Überflutungen oder Naturkatastrophen über einen hereinbrechen, Unfälle geschehen, dann sind sie da: die Retter in der Not. Die meisten von ihnen tun dies ehrenamtlich. Martin ist bei der freiwilligen Feuerwehr.

Das Vorurteil, die Jugend von heute sei eine „Null Bock-Generation“, ist nicht haltbar. Viele Jugendliche sind im hohen Maß engagiert und daran interessiert, sich in die Gesellschaft einzubringen. Allein in Bayern engagieren sich bereits 37 Prozent der Jugendlichen - das sind fast vier Millionen Bürger. Aktuelle Untersuchungen ergaben, dass sehr viele Jugendliche sehr wohl bereit sind, eine sinnvolle soziale Aufgabe zu übernehmen. Wir wissen dass aus der Praxis: Benedikt, Patrick, Emilio, Lena, Max, Basi und Johanna – sei es hinter der Theke im Jugendzentrum oder als Kassenwart im Verein.

Impressum:

Miteinander – das Vereinsmagazin von Gemeinsam leben & lernen in Europa e.V. Hrsg.: Gemeinsam leben & lernen in Europa e.V., Leopoldstraße 9, 94032 Passau, Tel. 0851-2132740, Email: info@gemeinsam-in-europa.de, www.gemeinsam-in-europa.de Chefredaktion: Perdita Wingerter, Redaktion: Dana Flechsig-Warbineck, Mitarbeit: Ramona Schreiner, Andrea Keßler, Christine Zindath, Anke Endreß, Layout: Franz Szabo, Fotos: Holger McCormick oder privat. V.i.S.d.P.: Perdita Wingerter, Geschäftsführerin GLL; Miteinander erscheint unregelmäßig. Text- und Bildkopien nur mit Genehmigung.

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Miteinander ­ das Magazin von


Editorial

Der Verein und seine Ziele

Engagierte Menschen können die Welt verändern. Seien Sie einer davon! Liebe Leser/innen,

Perdita Wingerter ehrenamtliche Geschäftsführerin von „Gemeinsam leben & lernen in Europa“

Aber die Ehrenamtlichen tun nicht 23 Mio. Menschen ab 14 Jahren nur Gutes für Andere und unsere sind in Deutschland freiwillig aktiv. Gesellschaft, sondern sie Und sie engagieren sich in profitieren auch persönlich von vielfältiger Weise für eine gute ihrem Engagement: sie knüpfen Sache: im Sport, im Umwelt- und neue Kontakte, können ihre Naturschutz, für Rettung, Erfahrungen und ihr Wissen Sicherheit & Katastrophenschutz, weitergeben, erhalten im Sozialen oder in Kunst & Kultur Anerkennung für ihre Leistungen, - sei es auf eigene Faust, in erwerben sich neue Kenntnisse Vereinen, Organisationen, sozialen und Fähigkeiten und entwickeln Einrichtungen oder in sich persönlich weiter. Unternehmen. Sie setzen sich für Unser Verein „Gemeinsam leben & den Schutz von Kindern ein, retten lernen in Europa“ setzt sich aktiv Tiere, betreuen Pflegebedürftige für die Förderung des und Kranke, arbeiten mit sozial bürgerschaftlichen Engagements benachteiligten Jugendlichen und, ein. Fast alle unsere Projekte und und, und … Die Palette des Aktionen realisieren wir rein oder freiwilligen Engagements ist so zu großen Teilen ehrenamtlich – bunt und vielfältig, wie die wie auch diese Zeitschrift, die Sie Menschen, die sich engagieren. gerade lesen. In unserer Ohne ihr Engagement wäre Sonderausgabe „Freiwillig unsere Gesellschaft wirklich ärmer, engagiert“ möchten wir Ihnen ein weil viele Bereiche des paar dieser besonderen Menschen öffentlichen und sozialen Lebens vorstellen. Sie erzählen Ihnen, wie ohne Ehrenamtliche kaum mehr und warum sie sich in ihrer existieren würden. Freizeit für eine gute Sache oder Gemeinsam leben und lernen in Europa e. V.

bedürftige Personen engagieren, was sie dazu bewegt hat und was sie motiviert, weiterzumachen. Ich hoffe, die Geschichten dieser Menschen bewegen sie dazu, sich auch zu engagieren oder engagiert zu bleiben. Engagement muss dabei nicht gleich eine Heldentat sein. Jeder Mensch verfügt über wunderbare Talente und Fähigkeiten, kann etwas tun, kann sich einbringen. Wie und in welcher Weise – dabei können wir Ihnen helfen. Nutzen sie unsere Engagementplattform www.tatennetz.de oder unsere Engagementberatung, die wir ehrenamtlich betreiben. Oder werden Sie selbst aktiv, hören Sie sich um, machen Sie die Augen auf – es gibt viel zu tun.

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Gemeinsam leben & lernen in Europa - unser Leitmotiv

“Zweifeln Sie niemals daran, dass eine kleine Gruppe ernsthafter und engagierter Menschen die Welt verändern kann. Tatsächlich sind sie die einzigen, die dies vermögen.“ (Margaret Mead, Anthropologin)


Stichwort: Ehrenam

Multikulti – Wir sagen JA!

Ehrenamtliches En P Patrick Reitinger, Jurastudent an der Universität Passau, engagiert sich seit einem Semester ehrenamtlich im AsylCafé Passau. Zu seinen Hauptaktivitäten zählt die Stellvertretung des Vorsitzenden, die Durchführung und Organisation der vierzehntägigen AsylCafé-Treffen, die Betreuung der Flüchtlinge in Fragen der Integration und Vermittlung der Flüchtlinge in Deutschkurse.

Das AsylCafé Passau ist ein nicht eingetragener gemeinnütziger Verein, der sich überparteilich und konfessionell unabhängig für anerkannte, geduldete und abgelehnte Flüchtlinge aus der Stadt und dem Landkreis Passau engagiert. So organisieren die Ehrenamtlichen regelmäßig Treffen, wo sich Einheimische und Flüchtlinge begegnen können. Zudem organisiert der Verein Deutschkurse, unterstützt die Flüchtlinge bei Ämterangelegenheiten, in Alltagssituationen und bei der Integration. Gleichzeitig bietet er Einheimischen die Gelegenheit, Menschen anderer Kulturen, Weltanschauungen und Religionen kennenzulernen. Bereits seit 2005 engagieren sich StudentInnen der Universität Passau, Bürger/innen, Mitglieder der Evangelischen Studentengemeinde und die ehrenamtliche Asylberatung der Diakonie Passau für das AsylCafé. Der Verein selbst wurde dann offiziell am 30.11.2010 gegründet. Seit August 2011 ist das AsylCafé auch eine eingetragene Hochschulgruppe der Universität.

Wie viel Zeit wenden Sie ungefähr linken Lager fest verankert. Da war es in der Woche für die ehrenamtliche uns wichtig, dass wir nicht als politische Tätigkeit im Asyl-Café auf? Gruppe angesehen werden. Im Moment noch täglich ca. 4-5 Stunden. Aber wenn ich jetzt mein Jurastudium beginne, werden noch etwa 10 Stunden in der Woche möglich sein.

Unsere Arbeit kann man eigentlich in drei Aufgabenbereiche unterteilen: Erstens gibt es die Asylcafé-Treffen. Dort kommen die Flüchtlinge aus ihren Heimen, um mit Deutschen in Kontakt zu treten. Ansonsten kommen die Wie kamen Sie zu der Arbeit beim Flüchtlinge auf uns zu, wenn sie Fragen AsylCafé? haben oder einen Dolmetscher Über die Universität. Es war immer klar, brauchen. Im Bildungsprojekt des Asyldass ich mich irgendwie an der Uni Cafés werden ehrenamtliche engagieren möchte, und das AsylCafé Deutschkurse der evangelischen machte auf mich einen sehr seriösen Studentengemeinde angeboten. Einigen Eindruck. Ich bin dann auch gleich bei Flüchtlingen vermitteln wir Kurse mit den nächsten Wahlen zum Sprachzertifikaten an der vhs. Der stellvertretenden Vorsitzenden gewählt nächste Schritt ist dann die worden. Erst seit August dieses Jahres Schulbildung. Später ist dann auch sind wir eine Hochschulgruppe. Aber der angedacht, dass wir die Leute in eine örtliche Verein besteht schon seit 2010 Ausbildung oder ein Studium vermitteln, und seit 2005 gibt es das Asyl-Café an aber das ist noch Zukunftsmusik. sich. Dort engagieren sich Studenten zusammen mit der Diakonie für Flüchtlinge. Wie viel Zeit wenden Sie ungefähr

Mehr Infos unter: http://asylcafe.blogspot.com

Was sind Ihre genauen Aufgaben?

Meine Aufgabe war es, zunächst einmal die Struktur des Vereins zu definieren. Asyl ist ja in Bayern gedanklich im

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in der Woche für die ehrenamtliche Tätigkeit im Asyl-Café auf? Im Moment noch täglich ca. 4-5 Stunden. Aber wenn ich jetzt mein Jurastudium beginne, werden noch

Miteinander ­ das Magazin von


mt sozialer Bereich

Für Toleranz und kulturelle Vielfalt

ngagement im AsylCafé Passau

Gibt es manchmal Schwierigkeiten oder Probleme?

Leider ist die Fluktuation der Mitglieder sehr groß. Da wir aber mit Menschen, Flüchtlingen, arbeiten, wäre es für sie sehr gut, wenn sie Ansprechpartner hätten, die ihnen länger zur Seite stehen. Problematisch sind auch die verschiedenen Kulturen. Da kommt es natürlich auch einmal zu Sprachschwierigkeiten. Aber wir haben eine Mitarbeiterin aus Kabul, die uns da sehr hilft. Außerdem müssen wir unsere Projekte mit Spenden finanzieren.

Was sind die schönen Momente bei Ihrer Arbeit?

Für mich ist das Schönste das Lächeln der Flüchtlinge, wenn man ihnen helfen konnte und für sie einen Erfolg erreicht hat. Die Flüchtlinge bringen einem auch sehr viel Dankbarkeit entgegen.

von unserer Arbeit überzeugt ist und man merkt, dass es eine sinnvolle Arbeit ist. Wir wollen mit unseren Interviews Menschen auf das Ehrenamt aufmerksam machen.

mal aus Unialltag rauszukommen und auch zu Passauer Bürger/innen Kontakt zu knüpfen, die Umgebung besser kennen zu lernen und Passau von einer anderen Seite kennen zu lernen.

Könnten Sie noch weitere Ehrenamtliche gebrauchen?

Vielen Dank für das Interview.

Auf jeden Fall. Wir suchen vor allem Leute, die auch für längere Zeit bei uns mitarbeiten und so zur Kontinuität beitragen, damit auch während der Semesterferien AsylCafé-Treffen stattfinden können. Künftig wollen wir auch Schüler dazu animieren, sich 2-3 Stunden bei uns zu engagieren.

Was nehmen Sie für sich selbst aus der Tätigkeit im AsylCafé mit?

Es ist ein guter Ausgleich zu meinem Jurastudium. Es erdet mich und ich hebe nicht im juristischen Alltag ab. Aber ich kann auch für mein Studium viel lernen. Da ich später einmal im Europarecht, Völkerrecht, Fühlen Sie sich in Ihrer Arbeit Menschenrecht tätig sein möchte, anerkannt? nehme ich z.B. interkulturelle Ich fühle mich von Seiten der Fähigkeiten mit. Flüchtlinge anerkannt und auch von meinen Kollegen im AsylIn einem Satz: Warum sollte Café. In der Bevölkerung kann man sich gerade beim Asylman in letzter Zeit auch Café engagieren? feststellen, dass sie immer mehr Bei uns hat man die Möglichkeit, Gemeinsam leben und lernen in Europa e. V.

Laut des dritten Freiwilligensurvey engagieren sich von allen Freiwilligen in Deutschland 5,2% im sozialen Bereich, das sind 1,2 Millionen Menschen. Das soziale Engagement hat im Vergleich zu 2004 und 1999 deutlich zugenommen. Dabei ist vor allem ein Zuwachs in diesem Bereich hervorzuheben, welcher besonders auf das zunehmende Engagement der älteren Menschen und der Familien zurückgeht. Die Engagementförderung steht in Deutschland heute vor der Herausforderung, den Teil der Bevölkerung, der dem Engagement noch fernsteht, besser über die Vielfalt interessanter Engagementmöglichkeiten zu informieren, um das vorhandene Potential auch in die Tat umzusetzen.

Asyl-Café

etwa 10 Stunden in der Woche möglich sein.

Quelle: Dritter Freiwilligensurvey des Bundesministeriums für Familie, Frauen, Senioren und Jugend 2009

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Stichwort: Ehrenamt

Blaue Weste, bunter Alltag Jahr für Jahr kümmert sich die Bahnhofsmission um mehr als zwei Millionen Menschen. Sie hilft jedem, sofort, gratis, ohne, dass vorher bestimmte Voraussetzungen erfüllt werden müssen und meist ohne, dass man sich anmelden muss. Häufig hilft sie zu Uhrzeiten, zu denen andere Hilfe nicht erreichbar ist. Das tut sie seit weit über hundert Jahren, und an derzeit mehr als hundert Orten in Deutschland. Die Bahnhofsmission ist Hoffnung und Anlaufstelle für Menschen aller Schichten. Hier findet man Informationen, Kontakte und einen Ort, der schnell und unkonventionell Hilfe bieten kann. Die Bahnhofsmission steht jedermann offen, insbesondere ortsunkundigen Reisenden, Blinden, Rollstuhlfahrern, allein reisenden Kindern, Müttern mit Kleinkindern, alten Menschen, kranken und behinderten Menschen, sozial Schwachen, Ratsuchenden und psychisch kranken Menschen. Die erste Hilfe unter dem Motto "Menschlichkeit am Zug" kann unter anderem ein Gespräch, eine Stärkung, Vermittlung einer Übernachtungsmöglichkeit, sicheres Geleit oder eine rasche Notversorgung sein. In Passau wird die Bahnhofsmission vom Caritasverband für die Diözese Passau e.V. betrieben. Öffnungszeiten sind Mo – Fr von 8:00 bis 18:00 Uhr und Sa von 08:00 bis 16:00 Uhr. Kontakt: Angelika Leitl-Weber und Heidi Mayrhuber Leitung der Bahnhofsmission Passau Bahnhofstraße 31 94032 Passau Telefon: 0851 52844 Telefax: 0851 8519185 e-Mail: bahnhofsmission@caritaspassau.de Ausführliche Informationen unter www.bahnhofsmission.de

Bahnhofsmission, gehört. Das hat mich so berührt, was sie erzählt hat. Und da war mir klar, dass ich irgendwann mal bei der Bahnhofsmission einsteige.

Was genau sind Ihre Aufgaben dort? Beschreiben Sie doch bitte mal einen typischen Tag.

Erst einmal muss ich fürs leibliche Wohl

Christel Hoch, ehrenamtliche Mitarbeiterin bei der Bahnhofsmission Passau, kam über einen Vortrag zu ihrer Tätigkeit. Sie erfüllt alle Aufgaben, die die Bahnhofsmission bereithält. Die wichtigste Mission ist, Hilfesuchenden zu essen zu geben. Die Fürsorge im Gespräch kommt dabei nicht zu kurz. Ein Augenmerk der Bahnhofsmission ist die Hilfe beim Um- oder Einsteigen bei Müttern mit Kindern oder die Hilfe für Behinderte. Für alle anderen Probleme ist sie ebenso tatkräftig im Einsatz. Hallo Frau Hoch, sie engagieren sich ehrenamtlich bei der Bahnhofsmission. Wie kamen Sie dazu? Ich habe einen Vortrag von der Frau Mayrhuber, die Leiterin der

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sorgen. Die Gäste bekommen von uns ein Brot oder was wir sonst so gespendet bekommen. Und außerdem sind wir eine Anlaufstelle für die Gäste hier, wenn Probleme auftauchen und sie reden wollen, wenn wir sie dann Miteinander ­ das Magazin von


t sozialer Bereich

Ehrenamtliches Engagement bei der Bahnhofsmission Passau Was macht Ihnen denn am meisten Freude bzw. was sind schöne Erfahrungen?

Und wie viele Menschen kommen pro Tag?

Vor allem der Umgang mit Menschen. Besonders schön ist, wenn jemand wiederkommt und uns erzählt, dass er durch uns eine Arbeit oder schöne Wohnung gefunden hat, aus dem schlechten Milieu draußen ist und es ihm besser geht - das freut einen dann sehr. Das heißt, Sie fühlen sich in Ihrer Arbeit auch anerkannt? Ja. Auf jeden Fall! Aber auch von Seiten der Stadt bekommen wir viel Anerkennung. Unser Oberbürgermeister war auch schon hier bei uns und hat direkt vor Ort gesehen, was wir machen.

Wie viel Zeit wenden Sie in der Woche ungefähr für

Aber sicherlich gibt es auch manchmal Probleme, (auch im Hinblick auf finanzielle oder sonstige Unterstützung)?

Was sind das dann für Leute, die zu Ihnen kommen?

Zum einen kommen regelmäßig Menschen, die zum Frühstücken kommen, zum Reden und sich auch gegenseitig unterstützen. Es kommen ganz unterschiedliche Menschen. Und dann sind wir eben draußen am Bahnsteig und helfen Behinderten oder Müttern mit Kindern beim Umsteigen und anderen verschiedenen Problemen am Bahnsteig.

So ungefähr 20-30. Einige davon kommen auch regelmäßig.

Heute, zum Beispiel, haben wir sehr ausführlich mit einer Frau geredet, die von ihrer Situation erzählt hat. Das war schlimm. Sie möchte wegen Gewalt und Alkohol in der Familie raus aus der Wohnung. Es war echt schlimm. Wenn wir können, helfen wir dann, und unterstützen die Leute. Manchmal ist das schwierig, aber vielen geht es schon mal besser, wenn sie einfach über ihre Situation geredet haben.

Was nehmen Sie für sich selbst aus der Tätigkeit bei der Bahnhofsmission mit? Gibt es Erfahrungen, aus denen Sie vielleicht auch für sich selbst lernen? diese ehrenamtliche Tätigkeit auf?

Ich bin jeden Mittwoch hier und wenn Not am Mann ist, auch öfter.

Ja, gerade wenn man so ganz schlimme Schicksale mitbekommt, wird man einfach dankbar, dass es einem selbst gut geht. Für mich selbst ist die Arbeit in der Bahnhofsmission auch ein Lernprozess: Im

Gemeinsam leben und lernen in Europa e. V.

Umgang mit Menschen, gerade wenn es ihnen nicht so gut geht, lernt man ja immer viel dazu!

Wir wollen Menschen auf das Ehrenamt aufmerksam machen. In einem Satz: Warum sollte man sich gerade bei der Bahnhofsmission engagieren?

Es ist eine sinnvolle Aufgabe, weil man im Leben einfach dankbar wird. Man sieht nämlich schon viele Sachen, die einem sehr nahe gehen. Wenn man dann ein kleines bisschen Zeit übrig hat, ist es auch wichtig diese mit Menschen zu verbringen, gerade mit Menschen, denen es nicht so gut geht. Das ist für mich ausschlaggebend, weil ich sowieso gerne mit Menschen zusammen bin. Die personellen Ressourcen in der freiwilligen, ehrenamtlichen Arbeit sind in den verschiedenen Tätigkeitsfeldern recht unterschiedlich: So wird insgesamt zwar der größere Teil ehrenamtlicher, freiwilliger Tätigkeiten von Männern ausgeübt. In bestimmten Feldern wird das ehrenamtliche Engagement aber überwiegend von Frauen geleistet. Insbesondere gilt das für Felder mit relativ hohen Anforderungen und Belastungen wie etwa dem sozialen Bereich oder dem Gesundheitsbereich. (Rosenbladt/Picot 1999). An dieser Situation hat sich zwischen 1999 und 2004 nicht viel verändert. Quelle: Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend

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Bahnhofsmission

weitervermitteln sollen an andere Stellen.


Stichwort: Ehre

Berufsverband bildender Künstler Nieder

Kultur braucht Eh Der Berufsverband bildender Künstler Niederbayern (BBK) ist ein Regionalverband des Landesverbandes Bildender Künstler Bayern. Der BBK ist die große Berufsvertretung in der Bildenden Kunst in Deutschland und setzt sich als gemeinnütziger Verein für die Interessen aller Künstler/Innen ein. Dem Regionalverband Niederbayern gehören etwa 200 Mitglieder an. Das wichtigste Anliegen des Vereins ist es, die Interessen der Künstler effektiv zu vertreten und den Arbeitsplatz "Kunst" zu sichern sowie Bildung und Ausbildung im Kunstbereich zu fördern. Der BBK Niederbayern hat ein Kulturwerk eingerichtet und unterstützt Künstler und Kulturprojekte. Der BBK Niederbayern initiiert, plant und verwirklicht auch viele länderübergreifende Projekte, vor allem mit den Nachbarregionen Böhmen und Oberösterreich. Darüber hinaus bietet der BBK Niederbayern folgende Dienstleistungen an:

Hubert Huber, freischaffender Künstler, hat den Berufsverband Bildender Künstler Niederbayern mitbegründet und ist seit 1987 ihr 1. Vorsitzender. Von 1990 – 1994 war er 1. Vorsitzender des BBK Deutschland. Seit 1992 ist er Initiator und Motor für das "Kulturmodell Bräugasse" in Passau und ist seit 1997 Beirat im Kunstverein Passau.

Hallo Herr Huber, sie engagieren sich ehrenamtlich beim Berufsverband bildender Künstler. Wie kamen Sie dazu?

Ich habe den Verband mitgegründet. Zur Gründung braucht man ja sieben Leute, und ich war eben einer davon. Außerdem bin ich bei den Kunstfreunden als Beirat tätig und auch Vorsitzender vom Förderverein.

Was genau sind Ihre Aufgaben beim Berufsverband bildender Künstler? Beschreiben Sie doch bitte mal einen typischen Tag.

Ehrenamt.

Warum so viel Zeit?

Weil es mir wichtig ist. Ich bin ja selbst Bildhauer und ich sehe, dass man viel bewirken und in die Wege leiten kann, wenn man sich für seinen Beruf einsetzt.

Aber sicherlich gibt es auch manchmal Probleme (auch im Hinblick auf finanzielle oder sonstige Unterstützung)?

Genügend. Zum Beispiel: Bei den bildenden Künstlern ist es ja so, dass bei öffentlichen Bauten 2% für Kunst am Bau Der Berufsverband bildender Künstler ist eingesetzt werden soll. Und ich muss die große Interessensvertretung in dann schauen, dass das auch ausgeführt Deutschland, und vor 26 Jahren haben wir wird, weil die Künstler davon ja auch einen Verband in Niederbayern gegründet profitieren. Ich versuche die Dinge, die die und vertreten jetzt hier die Interessen der Künstler betreffen, auch einzufordern. Künstler. Das Kulturmodell ist entstanden, Und das funktioniert natürlich am besten weil es in Bayern gewünscht war, dass in vor Ort, wo man die Leute kennt. Ähnlich jeder Region ein Künstlerhaus existiert. wie es bei der Musik die Gema gibt, gibt Und so haben wir hier vor ca. 20 Jahren es bei der Kunst die VG Bild-Kunst für das Künstlerhaus gebaut. Träger ist die Urheber- und Bildrechte für die Künstler. Stadt. Wir haben hier unterschiedliche Seit Jahren setzen wir uns auch für die Möglichkeiten: Tanz, Theater, einen Ausstellungsvergütung für Künstler ein. Ausstellungsraum, zwei Malerateliers. Es Das ist nämlich in der bildenden Kunst gibt auch Übernachtungsmöglichkeiten. ganz schwierig, denn die allgemeine Meinung ist, dass die Künstler froh sein Wie viel Zeit wenden Sie in der sollen, überhaupt ausstellen zu dürfen. Woche ungefähr für diese Aber ich versuche dann schon dafür zu ehrenamtliche Tätigkeit auf? sorgen, dass sie nach der Ausstellung Schon sehr viel. Ich würde sagen auch was davon haben, und was mindestens 20 Stunden, ich bin jeden Tag verkaufen. hier. Die Hälfte meiner Zeit ist also

•Beratung bei der Vorbereitung und Ausarbeitung von Wettbewerben •Beratung bei der Planung und Durchführung von Ausstellungen, Kunstpreisen und Stipendien •Organisation von Ausstellungen •Vermittlung von Fachjuroren •Vermittlung von Künstler/innen •Vermittlung von Kunstwerken

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Miteinander ­ das Magazin von


enamt Kultur

rbayern

hrenamt Man versucht Förderprogramme anzuzapfen. Gerade in Passau haben wir von der Öffnung der Grenzen profitiert, als Österreich dann zur EU kam und auch Tschechien. So konnten wir viele Projekte mit Europageldern machen. Wenn jetzt eine Kommune kommt und ein Projekt machen will, dann sagen wir ihnen, was es an Förderungen gibt, sodass sie die Kosten nicht alle selbst tragen müssen. Eine wichtige Sache ist für uns gerade das Projekt „Kunst & Schule“ wo große Nachfrage herrscht, weil die Ganztagsbetreuung immer stärker nachgefragt wird. Auch auf Bundesebene haben wir zwei große Projekte, wo wir Richtlinien herausgeben, die man sich im Internet Kunst bestellen oder auch abrufen kann. Diese gibt es, um sich zu informieren, wie man solche Projekte künstlerfreundlich macht. Auch für bildende Künstler bringen wir Leitlinien („ProKunst“) für Künstler und auch für Kommunen heraus, in denen zum Beispiel Musterverträge enthalten sind.

Fühlen Sie sich in Ihrer Arbeit anerkannt?

Was würden Sie sich von der Öffentlichkeit oder anderen Institutionen wünschen?

Ich würde mir wünschen, dass vieles mehr von selbst gehen würde, damit man nicht immer noch nachhaken muss. Ansonsten: Wünsche haben wir natürlich immer. Die Situation der bildenden Künstler ist, dass nur 2% von ihrer Arbeit leben können. Ich glaube, da gibt es nicht viele Berufsgruppen, bei denen das so ist. Und nur 2% der Bevölkerung interessieren sich für zeitgenössische Kunst. Das zu verbessern war eben mein Ansatz, damit es hier in Niederbayern vielleicht 3-4% werden. Wir haben sehr viele Symposien gemacht, um Menschen künstlerische Arbeit näher zu bringen. Aber auch viele grenzüberschreitende Sachen haben wir gemacht, z. B. mit Tschechien oder Sibirien, gerade weil Passau viele Partnerstädte hat.

Wir wollen mit unseren Interviews Menschen auf das Ehrenamt aufmerksam machen. Könnten Sie noch weitere Ehrenamtliche gebrauchen?

Ehrenamtliche kann man immer gebrauchen! Wenn jemand was Ja, sowohl von den Künstlern als auch von anderen. Ich mache das machen will, sind wir da froh. Die engere Arbeit kann man allerdings ja jetzt schon sehr lange, und wenn man so lange dabei ist, dann nur im kleineren Team machen, wir haben nämlich kein Geld, um kennt man sich gegenseitig und uns ein Büro zu leisten – das hat hat den Vorteil, dass man sehr schnell an die Entscheidungsträger kein Verein, und somit ist dann heran kommt. Die Anerkennung ist das Büro beim Vorsitzenden zuhause. auf jeden Fall da. Gemeinsam leben und lernen in Europa e. V.

In einem Satz: Warum sollte man sich gerade beim Berufsverband bildender Künstler engagieren?

Kultur ist ja das einzige, was in der Gesellschaft überbleibt, und eines der wichtigsten Dinge, die es überhaupt gibt. Sich für Kultur zu engagieren ist notwendig, macht riesigen Spaß und gibt einem auch sehr viel, weil man ganz tolle Menschen kennenlernt und auch Dinge kennenlernt, die man vielleicht nicht gleich versteht. Aber wenn man ein bisschen mitarbeitet, bekommt man sehr schnell einen Einblick. Und das ist was fürs Leben.

Vielen Dank für das Interview! Der Bereich „Kultur und Musik“ gehört zu den größeren Bereichen des Engagements und nimmt den fünften Platz im Ranking des Engagements durch alle Bevölkerungsschichten und Altersklassen ein. Mit 5,2% hat sich dieser Bereich fest im Bewusstsein der ehrenamtlichen Helfer und den Menschen, die davon profitieren, verankert. Hervorzuheben ist zudem ein Zuwachs des kulturellen Engagements, welcher besonders auf das zunehmende Engagement der älteren Menschen und der Familien zurückgeht. Die Engagementförderung steht in Deutschland heute vor der Herausforderung, den Teil der Bevölkerung, der dem Engagement noch fernsteht, besser über die Vielfalt interessanter Engagementmöglichkeiten zu informieren, um das vorhandene Potential auch in die Tat umzusetzen. Quelle: Dritter Freiwilligensurvey des Bundesministeriums für Familie, Frauen, Senioren und Jugend

BBK

Wie wird das dann finanziert?

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Stichwort: Ehrenamt U

Anwälte für Natur, Landschaft und Mensch Martin Scherr, ehrenamtliches Mitglied des Bundes Naturschutz, begeisterte sich von klein auf für die Natur, in deren Umgegend er aufgewachsen ist. Heute kauft er Grundstücke auf, auf denen der Biber tätig ist, da die Grundbesitzer gegen den Biber sind. Außerdem kämpft er massiv gegen das Pumpspeicherkraftwerk in Riedl, Jochenstein. Einmal im Monat hat er im Bund Vorstandssitzung. Und am Stelzlhof bespricht er fast jeden Tag Aktionen mit seinem Kollegen.

Der Bund Naturschutz in Bayern e.V. (BN) ist der älteste und größte Umweltschutzverband Bayerns. Er rettet Tiere, Pflanzen und Landschaften überall im Freistaat. Von Konzernen oder Parteien nimmt er kein Geld an. Erst die Unterstützung der Spender und Mitglieder ermöglicht es ihm, Bayerns Schönheit zu bewahren. Der Bund Naturschutz arbeitet wirtschaftlich, parteipolitisch und konfessionell unabhängig. Er versteht sich als unabhängiger Anwalt der Natur und dient ausschließlich gemeinnützigen Zwecken. Sein Ziel ist es, die natürlichen Lebensgrundlagen für Menschen, Tiere und Pflanzen zu erhalten. Er will die natürliche Schönheit und Vielfalt unserer Heimat bewahren. Rund 174.000 BN-Mitglieder sind organisiert in einem flächendeckenden Netz von 76 Kreisgruppen und rund 600 Ortsgruppen. Dazu kommt eine Vielzahl von Kinder- und Jugendgruppen, die von einer eigenen Jugendorganisation, der JBN, betreut werden. Der Bund Naturschutz ist außerdem der bayerische Landesverband des Bundes für Umwelt und Naturschutz Deutschland e. V. (BUND). Die Kreisgruppe Passau hat Ortsgruppen in Aldersbach, Bad Füssing, Fürstenzell, Hauzenberg, Hofkirchen, Hutthurm, Kößlarn, Neukirchen vorm Wald, Obernzell, Ortenburg, Passau, Pocking, Ruderting, Thyrnau, Vilshofen und Wegscheid.

Hallo Herr Scherr, Sie engagieren sich ehrenamtlich beim Bund Naturschutz. Welche Rolle spielt die Natur in Ihrem Leben? Die wichtigste überhaupt! Denn wir können nur mit der Natur existieren und nicht ohne sie. Sie gibt uns die Lebensmittel, die Erholung, die man von der Arbeit braucht, und noch vieles mehr.

Wie kamen Sie dazu, für den Bund Naturschutz zu arbeiten?

Ich war 35 Jahre lang Soldat, und dieser Beruf bringt es mit sich, dass man viel in der Natur ist. Außerdem bin ich in Jochenstein aufgewachsen, an der Donau. Die Donauleite war unser Spielplatz. Die ersten fünf oder sechs Jahre prägen ja im Leben eines Menschen. Ich bin also in der Natur aufgewachsen. Meine Mutter stammt von einem Bauernhof, so durften wir das Leben auf dem Bauernhof auch miterleben. Und damals war das ja noch viel konventioneller als bei den heutigen Agrarfabriken. Und dann eben später der Beruf als Soldat: Im Winter das Skifahren bei den Gebirgsjägern, auf Übungsplätzen.

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Man weiß ja, die Truppenübungsplätze in Deutschland und Europa sind ja heute Naturschutzgebiete, weil sich dort die Natur entfalten konnte, denn sie wurde vom Menschen fast überhaupt nicht gestört. 2007 bin ich dann mit 51 Jahren in Pension gegangen, und war davor schon lange Mitglied im Bund Naturschutz. Da habe ich dann auch den Kreisvorsitzenden hier in Passau, Karl Haberzettel, kennengelernt. Der war mir sofort sympathisch und seitdem kämpfen wir miteinander gegen das, was der Mensch in der Natur verbricht.

Was genau sind Ihre Aufgaben dort? Beschreiben Sie doch bitte mal einen typischen Tag. Ich bin der Vertreter des Kreisvorsitzenden der Kreisgruppe Passau. Unsere Kreisgruppe ist mit ca. 3.500 Mitgliedern so ziemlich die stärkste in ganz Bayern. Das haben wir aber in erster Linie dem Herrn Haberzettel zu verdanken, da er schon seit jungen Jahren für den Naturschutz kämpft. Wir haben auch

Miteinander ­ das Magazin von


Umwelt­ und Tierschutz

Ehrenamtliche beim Bund Naturschutz Kreisgruppe Passau

Wie viel Zeit wenden Sie in der Woche ungefähr für diese ehrenamtliche Tätigkeit auf? Über´s Jahr ca. 2 Tage in der Woche.

Warum so viel Zeit? Was macht Ihnen denn am meisten Freude bzw. was

sind schöne Erfahrungen?

Ich bin zum Beispiel fest davon überzeugt, dass das Pumpspeicherkraftwerk in Riedl nicht gebaut wird. Einen Erfolg haben wir also schon. Sie dürfen nämlich das Ein- und Auslaufkraftwerk nicht unterhalb von Jochenstein bauen, das haben wir bewirkt.

Aber sicherlich gibt es auch manchmal Probleme, (auch im Hinblick auf finanzielle oder sonstige Unterstützung)? Natürlich,

finanzielle Probleme hat ja jeder Verein, das setzt sich ja fort bis zur Staatsregierung. Persönlich habe ich noch keine Angriffe meiner Person erfahren, weil ich beim Naturschutz bin. Natürlich gibt es Menschen, die sagen „Ihr Naturschützer seid ja gegen alles!“ Aber das stimmt nicht. Wir wären zum Beispiel für Pumpspeicherkraftwerke, um bei diesem Beispiel zu bleiben, wenn es sich um ein in sich geschlossenes System handelt. Das heißt, wenn man oben und unten ein Becken hat. Wenn man jedoch das Wasser aus der frei fließenden Donau entnimmt, und somit die Natur massiv zerstört, dann bin ich da schon dagegen, denn wir haben ja immer wieder Niedrigwasser. Wir sind mitten im Gletschersterben und der Inn bringt ohne Gletscherwasser kein Wasser, und die Donau wiederum bekommt ihr Wasser zu 60% vom Inn. Diese 60% gehen uns in 10-20 Jahren ab, und man kann – ganz drastisch gesagt – zu Fuß durch die Donau gehen!

Fühlen Sie sich in Ihrer Arbeit anerkannt?

Ja. Man bekommt immer wieder

Gemeinsam leben und lernen in Europa e. V.

Rückmeldungen, dass das, was man macht, auch was bringt. Es ist ja immer so beim Ehrenamt: Es gibt nur wenige Personen, die sich engagieren, und diejenigen leisten dann schon sehr viel Arbeit.

Wir wollen mit unseren Interviews Menschen auf das Ehrenamt aufmerksam machen. In einem Satz: Warum sollte

man sich gerade beim Bund Naturschutz engagieren? Weil wir ja Nachkommen haben, und unsere Kinder sollten genauso viel Natur erleben können wie nur möglich.

Vielen Dank für das Interview! Über 5 Millionen Menschen in Deutschland sind Mitglied von Natur und Umweltschutzverbänden. Mehrere 100.000 Bürger/innen sind in rund 10.000 lokalen oder regionalen Naturschutz oder Umweltgruppen und Initiativen aktiv tätig. Nach dem letzten Freiwilligensurvey hat sich die Zahl der Engagierten im Natur und Umweltschutz von 2 auf 2,5% der Befragten erhöht. Dieser Zuwach s ist besonders auf

das zunehmende Engagement älterer Menschen und von Familien zurückzuführen. Aus Umfragen ist bekannt, dass sich nahezu 1 /3 der Bevölkerung ein wie auch immer geartetes ehrenamtliches Engagement im Natur- und Umweltschutz vorstellen können.

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Bund Naturschutz

viele Geldgeber, die uns wohlgesonnen sind und keine Nachkommen haben. Die dann viel Geld auf dem Konto haben, das nach ihrem Tod an den Bund Naturschutz übergehen soll. Wir machen einiges: Zum Beispiel kaufen wir Grundstücke auf, auf denen heute der Biber tätig ist. Die eigentlichen Grundbesitzer oder Waldbesitzer drum herum wollen den Biber loswerden. Diese Grundstücksflächen betreuen wir dann. Voriges Jahr habe ich zum Beispiel mit meinem Sohn bei Aicha vorm Wald ein paar Fichten rausgeschlagen, weil die in der dortigen Sumpflandschaft nichts zu suchen haben, die hat ja der Mensch dort angepflanzt. Außerdem kämpfen wir massiv gegen das Pumpspeicherkraftwerk in Riedl, Jochenstein. Ich hab das ja vorhin angesprochen: Ich bin Jochensteiner, in meinen Adern fließt Donauwasser. Solche verrückten Projekte bekämpfen wir massiv! Wir treffen uns dort einmal im Monat in Jochenstein, da gibt es die Bürgerinitiative RIGOJO, die vom Bund Naturschutz unterstützt wird. Einmal im Monat haben wir Vorstandssitzung. Und ich bin fast jeden Tag hier am Stelzlhof und bespreche Aktionen mit Herrn Haberzettel.


Stichwort: Ehrenamt

Das Ehrenamt im Sport

Ehrenamt im Sport

Der Sport insgesamt ist immer noch der Engagementbereich, der zahlenmäßig die meisten ehrenamtlich und freiwillig engagierter Personen umfasst bzw. bindet: ca. 10% der Bevölkerung in Deutschland im Alter ab 14 Jahre engagierte sich im Jahr 2009 im Feld Sport und Bewegung, davon rund 90 % in den Sportvereinen. Freiwilliges und ehrenamtliches Engagement im Sportbereich ist zu 90% vereinsgebunden, d.h. den Sportvereinen gelingt es bisher offenbar relativ konstant, im Handlungsfeld Sport und Bewegung Ehrenamtliche und Freiwillige an sich zu binden. Aber auch im Engagement für Sport und Bewegung geht freiwilliges/ehrenamtliches Engagement zurück: zwischen 2004 und 2009 gab es 650.000 Engagierte weniger.

Werner Reinprecht arbeitet in der Logistik. Seit ca. 15 Jahren trainiert er mit viel Teamgeist Jugendmannschaften des SV Freinberg in Österreich, zurzeit trainiert er mit seinem Ko-Trainer Christian Wagner die U14. Früher war er selbst als Mittelfeldstürmer fester Bestandteil der Kampfmannschaft und auch heute noch spielt er bei der Altherrenmannschaft mit. Er erzählt in seinem Interview, welche manchmal harten, aber auch schönen Aufgaben es im Trainingsalltag zu bewältigen gilt. Welche Rolle spielt Sport in Ihrem Leben?

Sport spielt eine ganz wichtige Rolle in meinem Leben, aber auch für die Kinder. Egal ob man Fußball, Tennis oder vergleichbare Sportarten macht - das Kameradschaftliche ist immer da. Und das ist mir ganz wichtig.

Wie kamen Sie zu Ihrer Tätigkeit als Fußballtrainer? Ach, das ist Zufall gewesen. Ich habe jahrelang selbst gespielt, irgendwann sogar in der Auswahl und so fort. Und dann wurde ich immer mal wieder gefragt, ob ich Trainer werden will. Und irgendwann, als mein eigener Sohn noch noch so klein war, hat man mich wieder gefragt, ob ich Trainer werden will. Und dann habe ich zugesagt und mache es seitdem – obwohl mein Sohn mittlerweile erwachsen ist.

Kinder als Brücke in das Engagement

Eltern eröffnen sich durch ihre Kinder vielfältige Engagementmöglichkeiten z.B. in den Bereichen Schule, Kindergarten, Sport und Kultur. Sie springen häufig nicht nur dort ein, wo es „brennt“, sondern gestalten über ihre Teilhabe auch aktiv die Zukunft ihrer Kinder. Dabei spielt der Anspruch an eine qualitative Aufwertung der Betreuung und Ausbildung des eigenen Nachwuchses eine wichtige Rolle: Kinder zwischen 6 und 14 Jahren im eigenen Haushalt sind eine wichtige Brücke ins Engagement und haben offensichtlich dazu beigetragen, die Engagementquote der 30 bis 50 Jährigen (von 38 auf 42 Prozent in den Jahren 1999-2009) zu steigern.

Welche Voraussetzungen braucht man als Fußballtrainer?

Da braucht man nicht viel, schließlich ist es ein Ehrenamt. Beim Profifußball ist es anders. Ehrenamtliche Trainer zu finden ist schwer, weil die Trainertätigkeit einen großen Zeitaufwand erfordert. Wenn man sich bereit erklärt, Trainer zu sein, gibt es Trainerscheine. Ich habe einen österreichischen Trainerschein bis zur Bezirksliga und einen deutschen, den bayerischen Nachwuchstrainerschein. Diese zu erlangen, benötigt man eine ganze Woche spezieller Ausbildung.

Was macht einen guten Fußballtrainer aus?

Ob man ein guter Fußballtrainer ist, hängt zunächst davon ab, ob man 11

Nachwuchstrainer ist oder die Großen trainiert. Bei der Kampfmannschaft, den Großen, muss man schon ein wenig ernster dran gehen, während man es bei den Kindern doch ein wenig lockerer nehmen muss. Kindern soll es schließlich Spaß machen. Es gibt Leute, die können gut spielen, sind aber keine guten Trainer und umgekehrt. Das kommt auf den Menschen und seinen Charakter drauf an. Das ist wie im Leben. Der eine ist stur, der andere nicht.

Welche Altersklasse trainieren Sie? Was genau sind Ihre Aufgaben?

Ich trainiere zurzeit die U 14. Das ist sehr zeitaufwe ndig: Man muss ein Trainings program m machen, viel telefonier en, alles organisier en, die Fahrten zu den Spielen und dann sowieso die Zeit nocha m Platz. Nach dem Spiel muss man die Spielergebnisse eingeben, das geht alles direkt über den Computer.

Wie viel Zeit wenden Sie in der Woche ungefähr für die Aufgaben als Trainer auf?

Das ist schon viel pro Woche. Ich habe den Trainingsplan, dann viel telefonieren, oft eine Stunde bis man alle erreicht hat. Für das Trainingsprogramm brauche ich Miteinander ­ das Magazin von


t Freizeit/Geselligkeit

Fußballtrainer für den Nachwuchs Christian Wagner coacht im Spiel vorallem den Torwart

Gibt es manchmal Schwierigkeiten mit den jungen Spielern oder auch deren Eltern?

Schon auch. Ich sage mal, es ist die Jugend, Blödsinn macht man mal mit, dann muss man mal wieder was wegstecken. Wenn sie bockig sind, bekomm ich es ab, dann bin ich halt auch mal laut, aber richtig laut werde ich sowieso nicht. Dann lass ich sie ein bisschen zappeln und dann kommen´s schon wieder. Mit den Eltern oder mit den Buben gibt es keine „Schau“. Bei vielen Vereinen, da geht´s anders herum, aber bei uns nicht. Die Nachwuchstrain er in anderen Vereinen, die haben oft keine qualifizierten Wochenpläne, da sind die Eltern am Platz und plärren irrsinnig rein. Das macht es schwierig.

Was sind Momente, bei denen Sie ihre Tätigkeit gerne an den Nagel hängen würden?

Das sind nur Momente. Die verfliegen aber wieder. Wenn man sich momentan mal ärgert, dann ist es aber gleich wieder vorbei, weil es mit den Kindern trotzdem immer Freude macht.

Welche schönen Erlebnisse weil man früher oft gibt es, die sie wiederum für gegeneinander gespielt hat. Da Ihr Ehrenamt motivieren? trifft man sich dann wieder, Für die Kinder wird man ehrgeizig, vor allem wenn man sieht, wie sie sich steigern. Wenn sie so ganz miteinander und mit Ehrgeiz und Biss zusammen spielen und für das Spiel und die Mitspieler und Gegner einen Blick bekommen – das ist toll. Ich habe viele schöne Erinnerungen. Das schönste Erlebnis als Trainer war, als ich unerwartet mit der Mannschaft Meister geworden bin. Das hat mich schon gefreut.

Fühlen Sie sich in Ihrer Arbeit anerkannt?

Ja. Anerkennung findet man bei uns im Verein immer, z.B. wenn unser Obmann oder ein anderer Trainer kommt und sagt „Super g’spuit“. Und manchmal organisieren die Kinder oder die Eltern ein Geschenk für mich, das freut mich dann auch sehr.

Wir wollen mit unseren Interviews Menschen auf das Ehrenamt aufmerksam machen. In einem Satz: warum sollte man sich gerade als Trainer engagieren?

Es ist Wurscht, ob es Fußball, Tennis, Volleyball oder Handball ist, Sport ist einfach etwas, wo der Zusammenhalt da ist, wo die Freunde füreinander da sind. Die Freunde, die du dort findest und um dich hast, die hast du dann für immer, die verliert man nicht. Das ist das Schöne. Genauso im Trainergeschäft. Die Trainer kennen sich oft untereinander,

Gemeinsam leben und lernen in Europa e. V.

jeder kommt her, gibt dir die Hände. Auf dem Fußballplatz trifft man immer alte Bekannte. Das ist das Schöne daran.

Man schließt also Bekanntschaften und Freundschaften fürs Leben?

Ja, auf jeden Fall. Und das ist auch so wichtig für die Kinder in der Schule. Wenn sie zusätzlich Sport treiben, lernen sie Freunde kennen, knüpfen Freundschaften. Die, die allein sind, die nichts tun, die bekommen nie solche Freunde, die fürs Leben sind. Die fangen vielleicht viel eher mit dem Rauchen an, Haschen oder noch Schlimmeres. Sport ist da etwas, was sie von so etwas abhält, da gibt es ganz klar einen Zusammenhang.

Info zum Verein:

Der Sportverein SV Freinberg/ Österreich wurde 1953 mit der einzigen Sektion Fußball gegründet. Der SV Freinberg betreut Fußballmannschaften unterschiedlichen Alters, darunter 4 Jugendmannschaften. Der Verein ist sehr stolz darauf, insgesamt 8 Mannschaften mit ca. 110 aktiven Spielern zu haben, und das in einer Gemeinde mit lediglich 1500 Einwohnern. Neben dem Fußball organisiert der Verein auch noch viele andere Aktivitäten wie z.B. das Zeltfest im Juni, den Punschstand vor Weihnachten, die Sportlermesse mit Frühschoppen und eine mehrtägige Skifahrt.

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SV Freinberg

ungefähr anderthalb bis 2 Stunden, in der Spielzeit dann noch die Fahrtzeiten und die Spiele selbst – da kommt man leicht auf 6 und mehr Stunden.


Stichwort: Ehrenamt G

Ehrenamtliches Engagement b

Dienst an den Kontakt: Malteser Hilfsdienst e.V./gemeinnützige GmbH Vilshofener Str. 50 94034 Passau Tel.: 0851-95666-0 Fax: 0851-95666-44 Mail: info@malteser-passau.de Ansprechpartnerin für die Ehrenamtlichen: Roswitha Mühlberger Tel. 0851-95666-45

Johannes Breit (Sozialwirt) arbeitet seit Abschluss seines Studiums im Ehrenamt bei den Maltesern. Hier hilft er bei Veranstaltungen mit und ist bei Ausflügen für Senioren oder Kinder und Jugendliche dabei.

Mehr Infos unter: http://http://www.malteserpassau.de/

Hallo Herr Breit, sie engagieren sich ehrenamtlich bei den Maltesern. Wie kamen Sie dazu? Nach dem Studium Sozialwirtschaft in Kempten wollte ich wieder zurück nach Passau und mich hier auch ehrenamtlich engagieren. Daraufhin habe ich mich beim „Tatennetz“ eures Vereins schlau gemacht und bin dadurch auf die Malteser aufmerksam geworden.

Die Arbeit bei den Maltesern ist sehr abwechslungsreich

Was genau sind Ihre Aufgaben dort? Beschreiben Sie doch bitte mal einen typischen Tag.

Wie viel Zeit wenden Sie in der Woche ungefähr für diese ehrenamtliche Tätigkeit auf?

Ich helfe bei unterschiedlichen Veranstaltungen mit, die etwa alle zwei, drei Wochen stattfinden, z. B. bei der Verpflegung am Tag des Ehrenamtes oder dem Kinderfest im Bschüttpark. Ich helfe also nicht jeden Tag sondern gezielt

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an bestimmten Terminen, an denen meine Mithilfe benötigt wird. Einen typischen Tag gibt es dabei nicht.

Manche Veranstaltungen füllen den ganzen Tag aus. Vor kurzem war ich z. B. bei einem Ausflug für Senioren, die auf einen Rollstuhl angewiesen sind, nach Schärding mit dabei. An solchen Tagen ist man dann von 6

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Gesundheitsbereich

bei den Malteser der Diözese Passau

Armen und Kranken

Warum so viel Zeit? Was macht Ihnen denn am meisten Freude bzw. was sind schöne Erfahrungen?

Die Arbeit bei den Maltesern ist sehr abwechslungsreich. Ich habe mit Menschen unterschiedlichen Alters, unterschiedlicher Herkunft aus verschiedenen sozialen Milieus zu tun. Diese Vielfalt macht auch den Reiz aus. Nimmt man die Familie aus, hat man ja als junger Erwachsener wenige Möglichkeiten zum Kontakt mit z. B. älteren Menschen. Schöne Erfahrungen und nette Bekanntschaften macht man dabei laufend.

viele soziale Angebote ohne ehrenamtliches Engagement gar nicht geben würde.

Was nehmen Sie für sich selbst aus der Tätigkeit bei den Maltesern mit? Gibt es Erfahrungen, aus denen Sie vielleicht auch für sich selbst lernen?

Ja klar, aus jeder neuen Begegnung und mit jeder neuen Erfahrung lernt man dazu. Außerdem gibt es auch eine Junge-Erwachsenen-Gruppe bei den Maltesern, die sich zum Wandern oder anderen Unternehmungen trifft. In der Gruppe fühle ich mich gut aufgehoben und kann Freizeit und soziales Engagement miteinander verbinden.

Anerkennende Worte gibt es immer wieder

Wir wollen mit unseren Interviews Menschen auf Fühlen Sie sich bei Ihrer das Ehrenamt aufmerksam Arbeit auch anerkannt? Ja, auf jeden Fall, anerkennende machen. In einem Satz: Warum sollte man sich Worte gibt es immer wieder. Dies ist auch sehr wichtig, da es gerade bei den Maltesern engagieren?

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Die Malteser haben eine breite Angebotspalette und dadurch viele Möglichkeiten für ehrenamtliches Arbeiten.

Vielen Dank für das Interview! Dienst an den Armen und Kranken Ehrenamtliches Engagement bei den Malteser der Diözese Passau Der Malteserorden ist eine der ältesten Einrichtungen des christlichen Abendlandes und handelt nach dem Prinzip: Bezeugung des Glaubens und Dienst an den Armen und Kranken. Der ehrenamtlich geprägte Malteser Hilfsdienst ist mit mehr als 1 Mio. Mitgliedern und Förderern einer der großen caritativen Dienstleistern in Deutschland. Die Malteser betreiben Krankenhäuser, Altenhilfe- und Pflegeeinrichtungen, stationäre Hospize, Palliativeinrichtungen, ambulante Pflege, Mobiler Sozialer Dienst, Essen auf Rädern, Hausnotruf, Rettungsdienste, Katastrophenschutz, Krisenintervention, Fahrdienste und Krankentransporte, Schulsanitätsdienst und vieles mehr. Auch in der Diözese Passau werden zahlreiche dieser Dienstleistungen vor Ort angeboten.

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Malteser

Uhr morgens bis 18 Uhr abends beschäftigt. Ansonsten gibt es bei den Maltesern immer die Möglichkeit sich ehrenamtlich zu engagieren, so dass man sich die Arbeit auch so einteilen kann, dass sie mit anderen Terminen vereinbar ist.


Stichwort: Ehrenam

Ehrenamtliches Engageme

Lebensmittel

Derzeit gibt es über 880 Tafeln in Deutschland. Alle sind gemeinnützige Organisationen. Bundesweit versorgen sie regelmäßig über eine Million bedürftige Personen mit Lebensmitteln – ein Viertel davon Kinder und Jugendliche. Die Tafeln in Deutschland schaffen eine Brücke zwischen Überfluss und Mangel: Sie sammeln qualitativ einwandfreie Lebensmittel, die sonst im Müll landen würden, und verteilen diese an sozial und wirtschaftlich Benachteiligte – kostenlos oder zu einem symbolischen Betrag. Am 10. Oktober 2001 wurde die „Passauer Tafel“ offiziell aus der Taufe gehoben. Der Zulauf hat sich in diesem Jahrzehnt stetig gesteigert. An die 120 Personen werden mit Lebensmitteln versorgt, immer wieder kommen neue Bedürftige hinzu. Ca. 20 Läden und Lebensmittelmärkte unterstützen mittlerweile die „Passauer Tafel“ mit regelmäßigen Lebensmittelspenden, dazu kommen einige Sponsoren, die der Tafel immer wieder mit Geldspenden unter die Arme greifen. Seit dem 1. April 2011 arbeitet die „Passauer Tafel“ unter der Trägerschaft des DiözesanCaritasverbandes. An die 50 Ehrenamtliche teilen sich den Dienst, die Einsätze werden von den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern eigenständig koordiniert und eingeteilt. Die „Passauer Tafel“ ist jeden Donnerstag Nachmittag ab 14:30 Uhr für Bedürftige geöffnet. Zu finden ist die Tafel in der Großen Messergasse 1 in Passau.

Oft ist reichlich für die Be Reinhilde Keilbach gründete zusammen mit anderen vor 10 Jahren die Passauer Tafel, die sie auch leitet. In den letzten 10 Jahren hat sich die Tafel zu einem festen Bestandteil und auch als Anlaufpunkt für viele Passauer entwickelt. Frau Keilbach holt mit dem Auto der Passauer Tafel die Lebensmittel von den Märkten ab und bereitet sie zur Weitergabe an die Hilfebedürftigen vor. Im Gespräch baten wir Reinhilde Keilbach, uns ihre Arbeit und Motivation etwas näher vorzustellen. Hallo Frau Keilbach, Sie arbeiten ehrenamtlich bei der Passauer Tafel. Was hat Sie dazu bewegt, die Tafel zu gründen?

Unsere Gründung lief wahrscheinlich ganz anders ab als bei anderen Tafeln. Ich gehöre zum Inner Wheel Club Passau, das ist der Club der Frauen der Passauer Rotarier. Im Rahmen des sozialen Engagements hatte ich mir überlegt, was man mit den Lebensmitteln machen könnte, die die Märkte wegwerfen. So sind wir auf die Idee gekommen, eine Tafel in Passau zu gründen. Mittlerweile sind wir ungefähr 50 Mitarbeiter, und erfreulicherweise melden sich auch noch rund 10 Studenten pro Semester.

Mehr Infos unter: http://www.caritasverbandpassau.de/82451.html

Gab es bei der Gründung Schwierigkeiten oder auch sehr positive Erlebnisse?

Kontakt: Passauer Tafel Große Messergasse 1 94032 Passau Tel. 0851- 490 531 3

Oh ja, es war gar nicht leicht. Damals, vor 10 Jahren, waren die Tafeln noch nicht bekannt. Die Märkte mussten gefragt werden, ob sie mitmachen wollten, und es konnte kein Träger gefunden werden. 15

Außerdem fehlten auch noch geeignete Räume und Transportmöglichkeiten. Hinzu kommt, dass viele Menschen der Meinung waren, dass es in Passau keine Armen gäbe. Letztendlich haben wir es trotzdem geschafft, die Passauer Tafel zu gründen.

Was genau sind Ihre Aufgaben bei der Tafel? Beschreiben Sie doch bitte mal einen typischen Arbeitstag für Sie. Es findet eine wöchentliche Ausgabe statt. Wir schauen darauf, dass möglichst viele Menschen etwas bekommen. Bedürftige Menschen, die einen Tafelausweis besitzen, bekommen dann auch die Lebensmittel. Am Donnerstagabend bekommen die Klöster die übrigen Lebensmittel, damit sie davon für Obdachlose kochen können.

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mt sozialer Bereich

ent bei der Passauer Tafel

l für Bedürftige sucher der Tafel da. Die Produkte sind oft nahe am Mindesthaltbarkeitsdatum, aber trotzdem noch vollkommen in Ordnung und essbar.

Normalerweise ist man so einen halben Tag da. Aber für die Verteilung sollte man vor- und nachmittags in der Tafel sein.

Fühlen Sie sich in Ihrer Arbeit anerkannt?

Von den Menschen, die zu uns kommen, fühlen wir uns auf jeden Fall sehr anerkannt. Uns geht es bei unserer Arbeit nicht darum, anerkannt zu werden. Wir legen auch sehr viel Wert darauf, dass die Bedürftigen respektiert werden. Von außen erhalten wir Spenden von Vereinen, Einzelpersonen, Banken etc.. Wir sind sehr froh darüber, da wir uns keine großen Sorgen über die Finanzierung machen müssen. Wir danken auch dem Bischof, der uns diese Räumlichkeiten zur Verfügung gestellt hat, und der Caritas, mit der wir wunderbar zusammen arbeiten.

Wir wollen mit unseren Interviews Menschen auf

das Ehrenamt aufmerksam machen. Könnten Sie noch weitere Ehrenamtliche gebrauchen?

Wir sind sehr dankbar, wenn jemand vorbei kommt und sagt, dass er gerne mitarbeiten würde. Und wenn wir dann weitere Hilfe brauchen, ist es schön, auf Menschen zurückkommen zu dürfen.

Was nehmen Sie für sich selbst aus der Tätigkeit bei der Tafel mit?

Für mich ist wichtig, dass Menschen die in Not sind, Hilfe bekommen. Es gibt genügend Lebensmittel, die weggeschmissen werden, obwohl sie eigentlich in Ordnung sind. Und diese bekommen dann Menschen, die sie wirklich brauchen. Denn diesen Menschen, die in Not gekommen sind, zeigen wir, dass wir sie mit Würde und Respekt behandeln. Persönlich freue ich mich darüber, wenn wir durch unsere Arbeit ein Lächeln auf das Gesicht der Hilfebedürftigen zaubern können oder wenn mir

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jemand erzählt, dass es ihm nun besser geht.

Vielen Dank für Das Interview! Tafel-Engagement

„Die große soziale Leistung, die die Tafeln erbringen, ist dem immensen bürgerschaftlichen Engagement von rund 35.000 Ehrenamtlichen in ganz Deutschland einerseits und zehntausenden von Förderern andererseits zu verdanken. Über die vergangenen 15 Jahre gerechnet haben die Tafeln auf diese Weise mehreren Millionen bedürftigen Menschen helfen können. Kleine und große Unternehmen, Stiftungen sowie private Spender haben neben Lebensmitteln Sachund Geldwerte in Millionenhöhe gespendet. Viele von ihnen haben ihr Engagement für die Tafeln über die Jahre ausgeweitet.“ Gerd Häuser, Vorstandsvorsitzender des Bundesverbandes Deutsche Tafel e.V. 16

Passauer Tafel

Wie viel Zeit wenden Sie in der Woche ungefähr für diese ehrenamtliche Tätigkeit auf?


Stichwort: Ehrena

Der Musikförderverein Passau schafft Raum für regionale Bands & Musik an den Rändern der Popkultur

Die Tabakfabrik Rainer Schneider, engagiert sich ehrenamtlich als 1. Vorstand des Musikfördervereins Passau in der Tabakfabrik. Seine Hauptaufgabe dort ist die PR (Public Relations). Darüberhinaus organisiert er Events in der Tabakfabrik, ist bei der Verleihung des Smokey Joe Musikpreises involviert und arbeitet in der wöchentlichen MFV Sitzung zusammen mit Vorstandschaft, Ausschuss und weiteren Aktiven beim MFV an einer Vielzahl von Projekten und Aufgaben.

Vor über 20 Jahren entstand an einem Musiker-Stammtisch in Passau die Idee, etwas Besonderes für die Musikszene in der Region zu tun. Es entstand die Idee, einen Musikförderverein (MFV) zu gründen, um das kulturelle Angebot in der Region zu fördern, Aktivitäten diverser Gruppen, vor allem in der Musik, zu unterstützen, ein Miteinander unter Gleichgesinnten zu ermöglichen, Feste zu organisieren und Talente, insbesondere junge Musiker, zu fördern. Der MFV ist politisch und konfessionell neutral. So wurde z.B. Events wie das Kühbach Open Air, Act, Rock am Ort, der Smokey Joe Musikpreis, Jugend findet Stadt und vieles mehr organisiert. Heute musiziert ein Großteil der mittlerweile rund 150 Mitglieder des MFV unter dem Dach der ehemaligen Tabakfabrik in der Innstadt in Passau. Es ist ein großartiges Bandraum- und Veranstaltungsprojekt erwachsen, an einem verwunschenen Ort im Grünen, unmittelbar an der Grenze zu Österreich. Die Öffnungszeiten sind Mo von 1820 Uhr und Fr – Sa von 19 – 1 Uhr. Kontakt: Mühltalstrasse 10, 94032 Passau Tel. +49 851 36836 tabakfabrik@googlemail.com

ehrenamtliche Tätigkeit auf? Ich bin fast jeden Tag da.

Hallo Rainer, du engagierst dich ehrenamtlich bei der Tabakfabrik. Wie kamst du dazu?

Warum so viel Zeit?

Es ist eine sinnvolle Tätigkeit. Ich bin da einfach so hineingewachsen, weil ich auch selbst viel mit Musik zu tun habe und es macht mir unheimlich viel Spaß.

Bereits seit 2000 bin ich schon in der Tabakfabrik. Zunächst nur als Musiker; ich spiele in der Band „Landflucht“, und irgendwann habe ich dann angefangen, mich auch im Vorstand zu engagieren.

Was genau sind Ihre Aufgaben dort? Organisation von Auftritten für regionale Bands oder z. B. das Festival „Jugend findet Stadt“. Jedes Jahr verleihen wir auch den Smokey Joe Musikpreis. Dafür können sich nicht nur regionale Bands anmelden. Wir hatten auch Einschreibungen aus Linz, München, Augsburg, etc.. Im Erdgeschoß ist unser Veranstaltungsraum, wo wir Konzerte veranstalten, vor allem mit regionalen Musikern, aber auch internationale Teilnehmer aus dem Dreiländereck sind immer wieder mit dabei. Hier im Haus haben wir 20 Proberäume, die an Bands vermietet werden und auch ein Tonstudio und das Label p-townrecords. Damit die Miete auch für Bands zu bezahlen ist, kooperieren wir mit der Stadt Passau, die uns Geld gibt, damit der MFV die Miete für die Tabakfabrik bezahlen kann und sie nicht auf die Bands umlegen muss.

Mehr Infos unter: http://www.mfv-passau.de

Wie viel Zeit wenden Sie in der Woche ungefähr für diese 17

Aber sicherlich gibt es auch manchmal Probleme, oder? (auch im Hinblick auf finanzielle oder sonstige Unterstützung)

Natürlich ist es manchmal schwierig, denL aden am Laufen zu halten. Mittlerweile pflegen wir ein sehr gutes Verhältnis zu Behörden und Nachbarn, anderen Vereinen und vielen, vielen Bands.

Fühlen Sie sich in Ihrer Arbeit anerkannt?

Ja auf jeden Fall. Viele Musiker bleiben z. B. auch weiterhin Mitglied im Verein, obwohl sie nicht mehr in der Tabakfabrik proben, weil sie unser Konzept unterstützen wollen und es gut finden

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amt Kultur und Musik

was wir machen.

Wir wollen mit unseren Interviews Menschen auf das Ehrenamt aufmerksam machen. Könnten Sie noch weitere Ehrenamtliche gebrauchen? Ja. Es wäre toll, wenn sich so punktuell für spezielle Events Gruppen zusammenschließen würden, die dann zuverlässig, zusammen an diesem Projekt arbeiten.

Tabakfabrik engagieren?

Der MFV ist einer der wenigen Vereine, die sich so konkret um Musik und Nachwuchsmusiker kümmert. Wir agieren jenseits des Mainstreams, kooperieren mit vielen anderen Vereinen, z.B. mit österreichischen Kulturvereinen oder anderen Bandhäusern. Und vor allem junge und regionale Kultur und Musik ist es einfach immer wert, gepusht und gesponsert zu werden.

In einem Satz: Warum sollte Vielen Dank für das man sich gerade bei der Interview!

Im dritten Freiwilligensurvey des Freistaates Bayern von 2009 nimmt der Bereich Kultur und Musik 11% über alle Engagementbereiche hinweg ein. Die Organisation in Vereinen ist dabei dabei die beliebteste Organisationsstruktur. Mit großem Abstand folgen kirchliche Gruppen und kommunale Einrichtungen, wobei letztere seit 1999 eher gewachsen bzw. stabil geblieben sind. Zuwachs erfahren selbstorganisierte Gruppen sowie Initiativen und Projekte, d.h. weniger in Strukturen eingebettete und vielleicht auch individuellere Gruppen und Netzwerke. Vielleicht kann dies als ein Hinweis gelten, dass die Zivilgesellschaft sich selbst formiert und dabei auf die eigene Strukturierungsfähigkeit setzt – oder zuerst den Schwerpunkt auf den Inhalt und nicht auf die Struktur legt. Diese Entwicklung einer Zivilgesellschaft von unten liegt im Interesse Bayerns, wo die strukturelle Förderung, die Raum und Unterstützung für solche „Graswurzelbewegungen“ bietet, ein wichtiges Ziel darstellt. Gemeinsam leben und lernen in Europa e.V.

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Tabakfabrik

Engagement im Bereich Kunst und Musik


Stichwort: Ehren

Der Verein Tierschutz-Aktiv

Engagierte

Elke Söllner kümmert sich mit Herz und Schnauze liebevoll um ihre Pfleglinge im Tierheim, wo sie sich seit vielen Jahren ehrenamtlich engagiert. Der Umgang mit Tieren, die liebevolle Zuwendung, die ihr die Tiere entgegenbringen, motiviert sie jeden Tag, sich mit allem Einsatz den – wenn auch hoffentlich nur vorübergehenden Waisen – zu widmen

Im April 1998 trafen sich eine Handvoll engagierter Passauer Tierfreunde, um den Verein Tierschutz Aktiv e.V. Passau Stadt und Land zu gründen. Die Aufgabe des Vereins besteht darin, vernachlässigten, ausgesetzten und misshandelten Haustieren schnell und unbürokratisch zu helfen. Es wurde Kontakt zu anderen seriösen Tierschutzorganisationen aufgenommen, bedürftige Tierhalter und Tiere erhielten Unterstützung. Eine Tierärztin wurde die Vereinsveterinärin. Sie begleitet und betreut die Tiere sehr liebevoll seit vielen Jahren. Mehr Infos unter: http://www.tierschutzaktiv.de

Hallo Frau Söllner, Sie engagieren sich ehrenamtlich im Tierheim/Tierschutz. Welche Rolle spielen Tiere in Ihrem Leben?

Warum so viel Zeit? Was macht Ihnen denn am meisten Freude bzw. was sind schöne Erfahrungen?

Wie kamen Sie zum Tierschutz Aktiv?

Aber sicherlich gibt es auch manchmal Probleme (auch im Hinblick auf finanzielle oder sonstige Unterstützung)?

Eine sehr große Rolle. Ich wünschte mir immer einen Hund. Meine Großmutter sagte, ich könnte mir selber einen Hund kaufen, wenn ich einmal genügend Geld hätte. Zu meiner Kommunion (9 Jahre) musste sie ihr Versprechen dann einlösen. Seitdem habe ich alles tierischer Natur mit nach Hause gebracht, es aufgepäppelt, umsorgt.

Kontakt: Tierschutz-Aktiv Passau Stadt und Land e.V. Gartenstr. 16 a 94036 Passau Tel. +49 (0) 851 / 986205 4 Handy 0171 1517261 hundkatzemaus@tierschutzak tiv.de

Bereits in der Schule war ich im Tierschutz. So bin ich nun seit 25 Jahren aktiv dabei.

Wie sieht Ihre ehrenamtliche Tätigkeit aus?

Ich bin die Vorsitzende vom Verein Tierschutz-Aktiv in Passau. Ich hole Fundhunde ab, pflege die Tiere, bringe sie zum Tierarzt, vermittle sie, mache Platzkontrollen, ob das Tier dort auch gut aufgehoben ist. Nicht jeder Hund passt zu jedem Besitzer, es muss ein liebevolles Verhältnis sein. Wir stehen aber auch nach der Vermittlung noch für Fragen zur Verfügung, oder unser Tierarzt. Und natürlich schmusen wir ganz viel mit den Tieren.

Wenn ein Hund mit mir schmust, dankbar ist, wenn er mir zeigt, dass er sich freut, wenn wir da sind. Wir gehen dann mit dem Hund auch in die Hundeschule. Die schönste Freude ist dann, wenn man den Hund an jemanden vermitteln kann, bei dem man weiß, dass der Hund es dort gut haben wird. Denn das Tierheim soll nur eine Durchgangsstation sein, aber nie etwas auf Dauer.

Finanzieller Notstand herrscht im Tierschutz immer. Aber ich möchte auch nicht von Schwierigkeiten sprechen. Tiere kosten nun einmal viel Geld, die Zuschüsse sind zu gering. Die Leute denken, dass es im Tierheim alles umsonst gibt. Wir erwarten auch eine Spende, wenn wir ein Tier vermittelt haben. Denn der Aufbau des Tieres hat ja auch Geld gekostet.

Wie viel Zeit wenden Sie in der Woche ungefähr für diese ehrenamtliche Tätigkeit auf?

Am Tag mindestens zwei bis drei Stunden.

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namt Tierschutz

für Stadt und Landkreis Passau

Ihre Hunde liegen Elke Söllner besondes am Herzen.

Fühlen Sie sich in Ihrer Arbeit anerkannt?

Wir werden gelobt von Menschen, denen wir ein Tier vermittelt haben, und die jetzt eine Riesenfreude mit dem Tier haben.

Dankbarkeit der Tiere. Tiere bauen auf, wenn man einen schlechten Tag hat.

In einem Satz: Warum sollte man sich gerade im Tierheim engagieren? Die Tiere verdienen es, dass

Was würden Sie sich von der man ihnen hilft, für sie da ist. Öffentlichkeit oder anderen Und auch für die Menschen ist Institutionen wünschen? es eine Bereicherung. Wenn ich Wir würden uns vor allem mehr Unterstützung von der Öffentlichkeit wünschen. Und natürlich mehr Freiwillige.

Wir wollen mit unseren Interviews Menschen auf das Ehrenamt aufmerksam machen. Könnten Sie noch weitere Ehrenamtliche gebrauchen?

meine Mutter zum Beispiel im Altenheim besucht habe und meinen Hund mitbrachte, konnte ich miterleben, wie sie nur Augen für ihn hatte und aufblühte und Freude an dem Tier hatte.

Ja, wir bräuchten jede Menge Ehrenamtliche, da wir nicht das Geld haben, jemanden zu bezahlen. Im Moment haben wir nur einen Festangestellten.

Was nehmen Sie für sich selbst aus der Tätigkeit bei Tierschutz-Aktiv mit? Die Freude durch den Umgang mit Tieren. Tiere sind für mich einfach meine Welt. Die

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Die Tierrechtsbewegung kam in den 70er Jahren auf und spaltet sich in eine (traditionelle) Tierschutzbewegung und eine (radikalere) Tierrechtsbewegung. Seit den 1980er Jahren haben sich zahlreiche neue Tierschutzund Tierrechtsorganisationen gebildet. Die Ziele und Arbeitsweisen sind unterschiedlich. Viele haben sich auf eine Thematik spezialisiert, um wirksame Arbeit leisten zu können. Aufgaben können z.B. sein: Aufklärung der Öffentlichkeit, Kontrollen, Dokumentationen und die enge Zusammenarbeit mit den zuständigen Behörden dafür einsetzt, dass die geltenden Tierschutzbestimmungen bei Tiertransporten eingehalten werden. Protestaktionen gegen die industrielle Tierhaltung und Tierversuche, Schutz von Wildtieren, Betrieb von Tierheimen oder Gnadenhöfen, Vermittlung von Tieren und vieles mehr. Die Methoden, mit denen die Organisationen versuchen, ihre Ziele zu erreichen, sind sehr unterschiedlich. Viele Tierschützer engagieren sich in Tierheime oder Gnadenhöfe, beraten, qualifizieren und informieren Mitglieder und Interessenten im Sinne des Tierschutzes oder versorgen ausgesetzte und geschwächte Tiere. Für die Öffentlichkeitsarbeit werden Infostände organisiert, Rundbriefe verfasst oder auch symbolische bis hin zu spektakulären Aktionen und Demonstrationen durchgeführt.

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Tierschutz Aktiv

er Tierschutz


Stichwort: Ehrenam

Jugendliche engagiere

Das Thekentea Das Jugendzentrum Zeughaus ist eine Einrichtung des Amtes für Kinder, Jugend und Familie. Das Zeughaus bietet für Jugendliche der Stadt Passau und Umgebung Räume zum Spielen, Entspannen, Hausaufgaben machen, Musik hören sowie eine Mini-Ramp zum Skaten. Im Musikraum können Bands kostengünstig proben, und der Gruppenraum bietet echte Arbeitsatmosphäre. Kernstück des Zeughauses ist allerdings das Jugendcafé, welches Ausgangsort für alle stattfindenden Aktivitäten ist. Es ist gleichzeitig Kommunikationsplattform und Ort für jugendliche Freizeitgestaltung. Vier Jugendliche aus Passau arbeiten ehrenamtlich im Thekenteam des Zeughauses, wo sie als Stammgast in den Mitarbeiterstamm Einstieg fanden.

Lena, Max, Basi und Johanna, ihr seid alle Mitglied im Thekenteam hier im Zeughaus in Passau. Wie wird man denn Teammitglied und wie seid ihr zum Zeughaus gekommen? Um Mitglied im Thekenteam zu werden, muss man erst mal Stammgast im Zeughaus sein und dann muss man mindestens 14 Jahre alt sein. Die Teammitglieder sind alle zwischen 14 und 21 Jahre alt. Man hat dann einen Probemonat, in dem man zeigen muss, dass man die Arbeit gut macht und ins Team passt, und danach wird dann nicht nur von Edmund und Stefan, unseren Leitern, sondern vom ganzen Team beschlossen, ob wir das neue Mitglied aufnehmen. Zum Zeughaus sind wir alle über Freunde gekommen, die uns einfach mal mit hier her genommen hat.

Mehr Infos unter: www.zeughaus-passau.de/ Kontakt: Zeughaus Edmund Kriegl Heilig-Geist-Gasse 12 94032 Passau Telefon, 0851/35553 zeughaus@passau.de

Was genau sind Eure Aufgaben dort? Wir sind hauptsächlich hier um die Theke zu leiten, Getränke und Essen auszugeben. Dabei bleibt aber auch noch 21

genügend Zeit, selbst Billard zu spielen und abzuhängen. Einmal im Monat ist Live-Session, da kommen Jugendbands um ihre neuen Lieder vorzutragen und alle zwei Wochen ist Stufenlos, ein Projekt bei dem behinderte und nicht-behinderte Jugendliche zusammen ihre Freizeit verbringen. Da sind wir dann auch immer da und helfen hinter der Theke. Wir organisieren aber auch Veranstaltungen z. B. Karaokeabende, eine Schnitzeljagd oder demnächst das Rollirennen. Das Rollirennen wird zusammen mit dem Verein Stufenlos, einer Initiative für behinderte und nichtbehinderte Jugendliche, veranstaltet, um Leuten zu zeigen, wie das Leben im Rollstuhl so ist, das man ihnen zeigt, welche Komplikationen es da gibt. Wie organisiert ihr eure Freiwilligenarbeit? Wir machen immer kleine Teamsitzungen, in denen wir dann besprechen, wer welche Aufgabe bekommt. Damit wir wissen, wofür wir zuständig sind, und was wir organisieren müssen.

Wie viel Zeit wendet Ihr in der Woche ungefähr für diese ehrenamtliche Tätigkeit auf?

Wir sind manchmal nur zwei oder drei Tage da, aber meistens fast jeden Tag. Wir müssen das eigentlich nicht absprechen, wann wer kommt, weil eigentlich immer irgendwer da ist.

Miteinander ­ das Magazin von


mt sozialer Bereich

en sich im Jugendzentrum

m vom Zeughaus

Es ist toll mit so vielen anderen Jugendlichen zusammen zu sein, Billard, Kicker, Tischtennis zu spielen oder zu skaten. Wir gehen auch nicht alles auf die gleiche Schule. Also ist es toll, dass es das Zeughaus gibt, wo wir uns dann trotzdem alle sehen. Das Coolste was wir bis jetzt gemacht haben, war das Teamwochenende, denn wir treffen uns nicht nur im Zeughaus, sondern unternehmen auch so manchmal was nur mit dem Team. Wir sind von Donnerstag bis Sonntag in die Steiermark gefahren, sind dort zum Klettern und waren auch raften. Wir haben in den Sitzungen abgestimmt, was wir denn gerne machen würden. Outdoorsport/Teamsport war vorgegeben, damit wir lernen uns untereinander zu vertrauen und zu unterstützen. Den Rest, z. B. die Übernachtung, haben dann die Leiter des Zeughaus‘ Edmund und Stefan übernommen.

Aber sicherlich gibt es auch manchmal Probleme, oder?

Wen ein Teammitglied uns verlässt, dann ist das sehr traurig, weil wir alle durch unsere Arbeit im Team sehr gute Freunde geworden sind. Aber wenn wir irgendwie Probleme haben, egal ob in der Schule oder zu Hause, mit den Eltern, können wir immer zu Edmund und Stefan gehen, die immer einen guten Rat für uns haben. Denn das Zeughaus soll ein Schutzraum für die JUGEND sein. Die Leute denken immer, dass wenn so viele Jugendliche ständig zusammen rumhängen, dass es dann Stress gibt, dass man sich streitet. Aber das ist eigentlich überhaupt nicht der Fall, wir verstehen uns alle super gut und können uns gut absprechen, damit auch jeder was für das nächste Projekt zu tun hat, das ihm Spaß macht.

In einem Satz: Warum sollte man sich gerade im Zeughaus engagieren? Hier trifft man jeden Tag junge Leute, die auch ganz schnell sehr gute Freunde werden.

Gemeinsam leben und lernen in Europa e. V.

Im ehrenamtlichen Bereich sollten bei Jugendlichen die Potenziale abgerufen werden:

Junge Menschen sind auch heute eine zivilgesellschaftlich aktive und engagierte Gruppe. Allerdings ist in den letzten 10 Jahren ein leichtes Absinken der EngagementBeteiligung der 14- bis 24jährigen zu beobachten. Da besteht Handlungsbedarf, denn vor allem in dieser Altersgruppe ist die Bereitschaft, sich freiwillig zu engagieren, jedoch überragend: zusätzlich zu den bereits engagierten Jugendlichen würden weitere 49 Prozent eine Tätigkeit übernehmen, 16 % sogar nicht nur eventuell, sondern mit bestimmter Absicht. Insbesondere junge Menschen üben ihr Engagement interessenbezogen aus, um sich durch ihr Engagement zusätzliche beruflich verwertbare Qualifikationen und Kompetenzen anzueignen. Quelle: Bundesministerium für Familie, Frauen, Senioren und Jugend

Zeughaus

Warum so viel Zeit? Was macht Euch denn am meisten Freude bzw. was sind schöne Erlebnisse?

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Stichwort: Ehrenamt Fre

Ehrenamt heißt auch, Veran

Vorstandsarbeit

Ehrenamt im Sport

Der Sport insgesamt ist immer noch der Engagementbereich, der zahlenmäßig die meisten ehrenamtlich und freiwillig engagierter Personen umfasst bzw. bindet: ca. 10% der Bevölkerung in Deutschland im Alter ab 14 Jahre engagierte sich im Jahr 2009 im Feld Sport und Bewegung, davon rund 90 % in den Sportvereinen. Freiwilliges und ehrenamtliches Engagement im Sportbereich ist zu 90% vereinsgebunden, d.h. den Sportvereinen gelingt es bisher offenbar relativ konstant, im Handlungsfeld Sport und Bewegung Ehrenamtliche und Freiwillige an sich zu binden. Aber auch im Engagement für Sport und Bewegung geht freiwilliges/ehrenamtliches Engagement zurück: zwischen 2004 und 2009 gab es 650.000 Engagierte weniger.

Benedikt Wagner, 24 Jahre alt, ist aktuell 1. Kassier des FC Schalding. Zudem ist er aktiver Fußballspieler und spielt zusätzlich seit 5 Jahren in der Theatergruppe des FC Schalding mit.

Welche Rolle spielt Sport für Sie?

Sport spielt für mich schon immer eine große Rolle im Leben. Egal ob früher beim Kinderturnen in der Krabbelgruppe, im Schul-Sportunterricht oder jetzt im Sportverein. Sport ist einfach unverzichtbar für die körperliche Fitness.

Kinder als Brücke in das Engagement

Was hat Sie zu Ihrem Ehrenamt motiviert?

Eltern eröffnen sich durch ihre Kinder vielfältige Engagementmöglichkeiten z.B. in den Bereichen Schule, Kindergarten, Sport und Kultur. Sie springen häufig nicht nur dort ein, wo es „brennt“, sondern gestalten über ihre Teilhabe auch aktiv die Zukunft ihrer Kinder. Dabei spielt der Anspruch an eine qualitative Aufwertung der Betreuung und Ausbildung des eigenen Nachwuchses eine wichtige Rolle: Kinder zwischen 6 und 14 Jahren im eigenen Haushalt sind eine wichtige Brücke ins Engagement und haben offensichtlich dazu beigetragen, die Engagementquote der 30 bis 50 Jährigen (von 38 auf 42 Prozent in den Jahren 19992009) zu steigern.

Kurz gesagt, der Verein liegt mir sehr am Herzen. Dies war der Hauptgrund, warum ich “Ja” gesagt habe, als mich die Vorstandschaft gefragt hat, ob ich ein Amt übernehme. Motivierend ist dabei jeder Schritt vorwärts den man macht, wenn man ein gutes Zusammenspiel in der Vorstandschaft und allen anderen ehrenamtlichen Helfern hat, denn nur dann macht die Arbeit Spaß.

Was tun sie konkret? Was sind Ihre Aufgaben?

Ich bin Kassier/Schatzmeister beim FC Schalding. Das umfasst u. a. folgende Tätigkeiten: Lastschrift der Mitgliederbeiträge, Bezahlung sämtlicher Rechnungen, Finanzierung gewisser getätigter Investitions- und Sanierungsmaßnahmen, Buchung der gesamten Geschäftsvorfälle, Kassenabrechnungen, Beantragung von Zuschüssen, Umsatzsteuer- und Körperschaftssteuererklärung, Gesamtabrechnungen bei Veranstaltungen, Liquiditätsplanung, Zuwendungsbestätigungen erstellen, usw.

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Wie viel Zeit wenden Sie pro Woche für das Ehrenamt?

Wenn ich alle Tätigkeiten, von Sitzungen bis hin zu den Instandhaltungsarbeiten am Vereinsheimgebäude sowie Außenanlagen, summiert sich das auf ca. 10 Std./Woche.

Gibt es Schwierigkeiten/ Probleme (auch im Hinblick auf finanzielle oder sonstige Unterstützung)? Gibt es Momente in denen Sie am liebsten alles an den Nagel hängen wollen?

Wenn man in einem Verein ehrenamtlich aktiv ist, tauchen immer wieder Probleme auf. Ein großes Problem ist vor allem, dass man Menschen findet, die sich überhaupt noch ehrenamtlich engagieren wollen. Da in der heutigen Zeit viele Menschen einfach für jede Leistung, die sie erbringen, einen Gegenleistung erwarten. Diese Einstellung stellt aber nicht den ideellen Gedanken einer ehrenamtlichen Tätigkeit dar, dieser beinhaltet eigentlich das Motto “viel mehr Geben als Nehmen”! Auch der finanzielle Aspekt spielt eine große Rolle, da leider auch bedingt durch die Finanz- und Wirtschaftskrise, viele Unternehmen kein Interesse mehr daran haben, Vereine oder gemeinnützige Institutionen finanziell zu unterstützen. Somit wird es für viele kleine Vereine sehr schwer sich finanziell über Wasser zu halten. Natürlich gibt es auch Momente an denen man am liebsten alles hinschmeißen will. Beispielsweise wenn Spieler zum Training kommen und eine tolle gepflegte Sportanlage vorfinden, kostenlos Duschen Miteinander ­ das Magazin von


eizeit/Geselligkeit

ntwortung zu übernehmen

t im Sportverein Grundsätzlich bin ich nicht der Typ, der für die geleistete Tätigkeit Anerkennung oder Lob benötigt. Doch leider ist in unserer Gesellschaft weit verbreitet, dass das ehrenamtliche Engagement vieler nicht mehr anerkannt und gewürdigt wird. Viele Menschen befinden alles für selbstverständlich! Diese Einstellung sollte sich ändern, denn wenn viele nur einen kleinen Beitrag leisten, kommt am Ende Großes heraus.

Was wünschen Sie sich?

Generell wäre es toll, wenn sich mehr ehrenamtliche Helfer finden würden, sodass man nicht immer um Helfer betteln muss. Zudem würde ich mir Welche positiven Erfahrungen wünschen, dass Menschen nicht machen Sie im Rahmen Ihres immer voreilig über gewisse freiwilligen Engagements? Was Entscheidungen und Arbeiten im ist das Schönste? Verein urteilen, denn die meisten Es gibt viele positive Erfahrungen die können sich nicht vorstellen, wie viel ich gemacht habe, leider kann ich Arbeit hinter dem ganzen steckt. nicht alle aufzählen, aber einige Zumal die Entscheidungen ja zum davon möchte ich kurz erzählen. Wohle des ganzen Vereins, der Eine der schönsten Überraschungen, Mitglieder und der ganzen welche ich gemacht habe ist, dass wir gesellschaftlichen Umgebung vor nicht allzu langer Zeit Trainer für getroffen werden, denn die Eltern eine D-Junioren-Mannschaft gesucht sind ja auch froh, wenn Ihre Kinder hatten. Leider haben alle potentiellen einen Ort zum Spielen haben und sich Trainer, welche seitens des sportlich betätigen können. Dies Vorstandes gefragt wurden, sollte bedacht werden bevor abgesagt. Doch dann erklärten sich unqualifizierte Aussagen getroffen damals noch A-Jugend-Spieler werden. Auch wäre es bereits, dieses Ehrenamt als Trainer wünschenswert, wenn sich jetzt in zu übernehmen. Dies macht mir Zeiten des Wachstums wieder Hoffnung, dass es auch junge Unternehmen finden würden, die verantwortungsbewusste Menschen nicht nur den Kommerz vor Auge gibt, welche für ehrenamtliche behalten, sondern Vereine und Tätigkeiten nachwachsen. gemeinnützige Organisationen Was mir auch noch sehr imponiert ist, unterstützen. dass - trotzdem ich nicht mehr Was nehmen Sie aus Ihrer Jugendleiter sondern Kassier bin ehrenamtlichen Tätigkeit für sich noch alle ehemaligen A-Jugendspieler selbst mit? Was macht Ihr sofort “quer bei Fuß” stehen und Ehrenamt so spannend und helfen, wenn man sie braucht. Bestes wichtig?/ Was gibt Ihnen Ihr Beispiel dafür ist unser jährliches Ehrenamt? Warum lohnt sich Sportplatzfest, wenn es darum geht, ehrenamtliches Engagement für das Bierzelt und Biertische und Bänke Sie? aufzustellen. Für mich persönlich ist es sehr schön, Fühlen Sie sich in Ihrem nicht nur ehrenamtlich beim FC freiwilligem Engagement Schalding tätig zu sein, sondern auch anerkannt/ gewürdigt? Mitglied zu sein. Ich finde es toll Gemeinsam leben und lernen in Europa e. V.

finde, wie wir es Jahr für Jahr schaffen, die ganze Anlage allein zu betreuen und auch der alleinige Eigentümer zu sein, was mittlerweile sehr selten geworden ist. Es gibt in der Stadt Passau nur noch 3 Vereine, welchen die gesamte Sportanlage selbst gehört. Ehrenamtliches Engagement lohnt sich immer, nicht nur für andere, sondern auch für sich selbst. Erstens ist es ein tolles Gefühl etwas im Verein bewegt zu haben, außerdem lohnt es sich zu sehen, wenn die eigene Arbeit Früchte trägt, vor allem in Sachen Jugendarbeit. Man kann sich sportlich betätigen, danach gemütlich Beisammensitzen, ein Gemeinschaftsgefühl entwickeln und Kameradschaft erlernen, solche Erfahrungen macht man nur, wenn man sich in einen Verein einbindet. Über unser Tatennetz wissen wir, dass Ihr Verein dringend Trainer braucht. Welche Voraussetzungen braucht man als Trainer? Es kommt immer darauf an, ob man eine Jugend- oder Herrenmannschaft trainiert. Für Jugendtrainer ist es wichtig, dass man sehr gut mit Kindern umgehen kann. Auch muss man wissen, wie man mit bestimmten Charakteren arbeitet. Manche Kinder brauchen z.B. straffere Zügel und klare Ansagen, andere hingegen müssen ein bisschen behutsam behandelt werden. Natürlich sollte man auch eine gewisse Fachqualifikation vorweisen können. Aber grundsätzlich gilt, der Spaß am Sport sollte im Vordergrund stehen!

Sagen Sie in einem Satz, warum man sich gerade in Ihrem Verein ehrenamtlich engagieren sollte. Unter allen Mitgliedern herrscht ein familiärer Umgang, und sind gegenüber einander sehr hilfsbereit. Und wir sind auch jederzeit zum Feiern bereit!

Vielen Dank für das Interview!

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FC Schalding

können, kostenlos Trainer und Trainingsgeräte gestellt bekommen und im Verhältnis nur einen geringen Beitrag zahlen müssen, und dennoch alles für selbstverständlich ansehen und sogar noch Forderungen stellen. Oder wenn man über einige Wochen eine Veranstaltung plant, um für das Dorf-, Vereins- und Gesellschaftsleben ein abwechslungsreiches Jahr bieten zu können und diese dann einfach aus Sturheit nicht besucht und angenommen werden. Natürlich kommt das nur einmal oder zweimal im Jahr vor und die guten Erlebnisse im Verein überwiegen bei weitem, aber ärgern kann man sich darüber trotzdem!


Stichwort: Ehrenamt Feu

Immer wenn’s bre

Die Freiwillige Feu Für die Freiwillige Feuerwehr in Passau Ries haben wir Martin Ramsch interviewt, der sich schon in seiner Kindheit für Feuer begeisterte. Seit 6 Jahren ist er aktiv bei der Feuerwehr dabei, und sieht sich darin bestätigt, wenn Hilfe benötigt wird, zu helfen.

Die Freiwillige Feuerwehr Ries begann 1901, mit 400 Mark eines Darlehens von einer Gastwirtsschaftswitwe, Monturen für die Feuerwehr anzuschaffen. Heute ist die FF Ries eingebunden in das Gesamtschutzkonzept der Passauer Feuerwehren und mit einem modernen Tragspritzenfahrzeug mit Wasser TSF-W ausgerüstet.

Hallo Martin, Du engagierst dich ja ehrenamtlich bei der Feuerwehr, wie kamst Du dazu? Es hat schon in meiner Kindheit angefangen, nämlich mit dem Drachen Grisu, der Feuerwehrmann werden will. Den fand ich schon immer toll. Konkret war es dann später so, dass mein Vermieter mich gefragt hat, ob ich denn nicht Lust hätte, mal mit zu kommen, weil sie gerade Leute bei der Stadtteilfeuerwehr Ries suchen würden. Also bin ich zu der Informationsveranstaltung und dann gleich eingestiegen. Und so bin ich jetzt schon seit 6 Jahren dabei.

Neben den 11 Stadtteil-Feuerwehren, die aufeinander abgestimmt und passend zu ihren Schutzbereichen ausgestattet sind, werden in Fachbereichen der Feuerwehr auch übergreifende Aufgabenfelder abgedeckt wie die Stadtbrandinspektion, wo z.B. die Zeiten für das Verbrennen von Gartenabfällen geregelt sind, die Ausbildung bei der Feuerwehr, die Atemschutzübungen, das KAT-ABC, worunter z.B. der Gefahrguttag stattfindet, die UG-ÖEL mit Hochwassereinsatz oder „Blaulichttag“, Funk und EDV, die Technik, das Ordnungsamt mit Sirenenprobealarm oder Brandschutz und die Seelsorge für Angehörige der Feuerwehrleute.

Was genau sind Deine Aufgaben dort?

Einmal im Monat treffen wir uns zu einer praktischen Übung, die ist Pflicht. Dieses Jahr machen wir zum ersten Mal Übungen im vierzehntägigen Rhythmus. Im Winter sind es theoretische Übungen und im Sommer praktische Übungen. Für Atemschutzträger gibt es dann noch zusätzliche Übungen. Dann machen wir auch Ausflüge z.B. zur Brandschutzanlage in Osterhofen. Monatlich gibt es auch noch einen geselligen Stammtisch.

Wie erfährst Du, dass Du zu einem Einsatz musst?

Infos: www.ffpassau.de

Es gibt drei verschiedene Wege. Ganz klassisch ist natürlich die Sirene, die man hört. Da allerdings alle Sirenen gleich klingen, muss man auf die Richtung achten, von der man sie hört. Der zweite Alarmierungsweg sind die Piepser, ein kleines Funkgerät, das man am Gürtel dabei hat. Der ist eigentlich am

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wichtigsten, denn es gibt auch stille Alarme ohne Sirene z. B. wenn man eine Ölspur binden soll, wenn keine unmittelbare Eile geboten ist. Da bekommt man nur über den Piepser eine Meldung. Seit einem knappen Jahr gibt es nun auch die SMS-Alarmierung.

Wie viel Zeit wendest Du in der Woche ungefähr für diese ehrenamtliche Tätigkeit auf?

Da ich inzwischen auch schon zweiter Maschinist bin - darf also das Fahrzeug fahren und mich darum kümmern - und eine Atemschutzschulung gemacht habe, wende ich mehr Zeit für die Feuerwehr auf als andere Kollegen. So komme ich auf circa 4-5 Std. in der Woche.

Warum so viel Zeit? Was macht Dir denn am meisten Freude bzw. was sind schöne Erfahrungen?

Der altruistische Wunsch kommt da schon ein bisschen in mir auf, wenn ein Notfall ist, helfen zu können. Das ist meine Hauptmotivation. Außerdem ist unsere Feuerwehrgruppe super nett. Ich bin vor acht Jahren auf die Ries gezogen. Aber erst seit ich bei der Feuerwehr bin, ist ein richtiges Heimatgefühl aufgekommen, da ich nun in jedem dritten Haus jemanden über die Feuerwehr kenne. Am meisten Spaß machen mir die Miteinander ­ das Magazin von


uerwehr/Rettungsdienste

ennt sind sie bereit

uerwehr Passau Ries Da ich eben nicht gebürtiger Rieser bin, ist es toll einfach dazuzugehören, ohne auch nur im Geringsten ausgeschlossen zu werden.

Aber sicherlich gibt es auch manchmal Probleme, oder?

Alle Feuerwehren suchen eigentlich Mitglieder, können dringend Leute gebrauchen. Auch meine Rieser Feuerwehr. Ein Löschfahrzeug, damit es auch zum Einsatz kommen darf, braucht neun Leute für eine Löschgruppe. Da bei einer freiwilligen Feuerwehr aber nie garantiert ist, dass alle Leute kommen, ist eine dreifache Besetzung vorgeschrieben. Und das wird bei vielen Feuerwehren sehr knapp.

Eigentlich sehr wenig. Natürlich ist man mit manchen Entscheidungen vielleicht nicht ganz glücklich. Aber man wird sich eigentlich immer einig. Das liegt sicherlich auch am Kommandanten und am Vorstand. Die Hierarchien sind recht flach. Natürlich muss der Kommandant während der Übung klare Anweisungen geben, aber wenn wir hinterher wieder zusammen sitzen, ist er einfach ein Kollege und nicht der Chef.

Fühlst Du dich in Deiner Arbeit anerkannt?

Absolut. Man bekommt durchaus mal Lob zugesprochen für seine Arbeit oder wenn der Kommandant einem Verantwortung übergibt. Z.B. wenn ich in einer Übung mal eine kleine Gruppe anleiten darf, das bedeutet für mich dann, dass er mit meiner Arbeit zufrieden ist und erkennt, dass ich das bereits kann.

Wir wollen mit unseren Interviews Menschen auf das Ehrenamt aufmerksam machen. Könntet ihr noch weitere Ehrenamtliche gebrauchen?

Was nimmst du für dich selbst aus der Tätigkeit bei der Feuerwehr mit?

Das Gefühl, die Hoffnung helfen zu können. Zudem bin ich in der Stadtteilgemeinschaft Ries aufgenommen worden und ein richtiger Teil davon geworden.

In einem Satz: Warum sollte man sich gerade bei der Feuerwehr engagieren?

Feuerwehr erfüllt eine ganz wichtige Schutzaufgabe. Es ist eine Bürgerhilfe: Bürger helfen Bürgern. Denn wenn man selber

Gemeinsam leben und lernen in Europa e. V.

will, dass einem im Notfall geholfen wird, sollte man sich auch selber engagieren, zu helfen.

Die Freiwilligen Feuerwehren, wichtigste Stütze der aktiven Gefahrenabwehr in Deutschland, haben ausschließlich ehrenamtliche Mitglieder. Auch den Katastrophenschutz der Bundesrepublik Deutschland gewährleisten größtenteils ehrenamtliche Kräfte. In den letzten Jahren konnte das Engagement bei der Freiwilligen Feuerwehr bzw. den Unfall- und Rettungsdiensten von 2,8 % auf 4,9 % gesteigert werden. Damit liegen sie im Mittleren Engagementbereich. Der Anstieg bei der Freiwilligen Feuerwehr und den Fettungsdiensten beruht vor allem auf einem zunehmenden Engagement der 35- bis 55Jährigen. Für jüngere Menschen ist ein Engagement schwierig, weil sie den Einstieg in Berufsleben schaffen bzw. ihre berufliche Position festigen müssen. Auch ein Engagement mit Beruf und Familie zu vereinbaren ist nicht leicht. Immer noch ist die Engagementquote von Männern höher als der der Frauen. Es gibt viele Bestrebungen, den Frauenanteil in diesem Bereich zu erhöhen. So konnte in den letzten Jahren das Engagementpotential von 28% auf 39 % gesteigert werden.

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Freiwillige Feuerwehr

Übungen, vor allem die Großübungen, wenn zwei oder drei Feuerwehren zusammen arbeiten. Über ein Drittel der Mitglieder sind bei uns Frauen, das ist schon sehr bemerkenswert, und auch viele junge Menschen sind dabei. So ist unser Stammtisch wie ein geselliger Familienabend.


Stichwort: Arbeit

Studierende coachen Hauptschüler

ROCK YO Haben Sie schon vorher was mit Jugendlichen zu tun gehabt?

ROCK YOUR LIFE! Passau e.V.

Im Sinne von ehrenamtlicher Arbeit mit Jugendlichen? Nein, das ist auch für mich alles neu.

Lindental 8b 94032 Passau

Was tun Sie konkret? Was sind Ihre Aufgaben?

Meine Arbeit bei ROCK YOUR LIFE! setzt sich aus zwei Teilen zusammen: Zunächst bin ich Mitglied des Emilio Walter ist 21 Jahre und Orga-Teams. Das sind die studiert Rechtswissenschaft im 3. sogenannten Menschen hinter den Semester an der Universität Coachingbeziehungen, die überhaupt Passau. Seit Oktober 2011 ist er erst den Rahmen für eine Partnerschaft bei ROCK YOUR LIFE! Mitglied des zwischen Schülern und Studierenden schaffen. Das fängt bei der Akquisition Organisationsteams und Coach. von Schülern und Studierenden an, geht über die Begleitung der zwei jährigen Partnerschaften weiter bis hin zur Schaffung und Pflege eines Unternehmensnetzwerk. Wir haben Wie kamen Sie dazu als Coach bei zurzeit 105 Coachingpaare, gehören ROCK YOUR LIFE! tätig zu sein? jetzt schon zu den drei größten Was hat Sie zu Ihrem Ehrenamt Standorten in Deutschland. Diese motiviert? Paare müssen natürlich tatkräftig Kurz bevor ROCK YOUR LIFE! seine unterstützt werden. Der Coach soll sich diesjährige Infoveranstaltung komplett auf seinen Coachee abgehalten hatte, habe ich im konzentrieren können, das ist schon Juridicum der Universität Passau ein eine große Herausforderung. Um alles großes Plakat gesehen, das eben auf andere kümmert sich das Orga-Team. diese Veranstaltung hingewiesen hatte. Darüber hinaus bin ich seit knapp 4 Im Internet habe ich mich dann über Wochen auch ein Coach für einen 14 die Hochschulgruppe ROCK YOUR jährigen Schüler. Ich habe ihn beim LIFE! und ihr Programm informiert. „Matching“ kennengelernt und mich Ich war sofort begeistert; es war genau schon nach ein paar Minuten dazu das, wonach ich seit langen gesucht entschieden ihn in den letzten 2 Jahren habe. Endlich eine Hochschulgruppe, seiner Schulzeit zu begleiten. Zwischen an der man sich beteiligen kann, um uns passt einfach die Chemie, wie man konkret Hilfe zu leisten. Hier sehe ich, so schön sagt. Meine Aufgabe als ob meine Bemühungen Früchte tragen. Coach ist weitaus komplexer und Hier geht es nicht darum durch bedarf viel Fingerspitzengefühls. verschiedene Veranstaltungen Zunächst geht es darum ein möglichst viel Geld zu sammeln, um es Vertrauensverhältnis aufzubauen mit dann später an unbekannte Hände dem wir später Arbeiten können. Das weiterzureichen. Die individuelle geht nur durch viel miteinander Reden Partnerschaft zwischen Schüler und und Ehrlichkeit. Ich muss seine Ängste Studierenden, die voneinander und und Sorgen genauso gut kennen, wie miteinander Lernen ist produktiver und seine Wünsche und Träume. Der Weg nachhaltiger als jede Spende. Wie dahin ist die erste von vielen Hürden wollen Sie sonst Vorurteile und die wir gemeinsam überwinden Stereotype aufbrechen, wenn nicht im müssen. Erst dann entscheidet es sich Dialog. ROCK YOUR LIFE! ermöglicht wie die Coachingbeziehungen das. gemeinsam ausgestaltet wird. Ich habe

passau@rockyourlife.de passau.rockyourlife.de

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Miteinander ­ das Magazin von


t mit Jugendlichen

auf dem Weg zum Beruf

OUR LIFE!

Matching November 2011 Mittelschule St. Nikola darüber Buch zu führen. Schließlich bin ich kein Angestellter. Mit dem Studium lässt es sich durchaus gut vereinbaren, schließlich opfere ich keine Studienzeit, sondern Freizeit und in meiner Freizeit mache ich gerne sinnvolle Sachen. So ein Tag hat 24 Stunden, davon schlafen sie in der Regel ja bis zu 10. In 14 Stunden schafft man so einiges. Und sollte das nicht reichen, so bin ich froh drüber, dass wir gleich 365 Tage im Jahr haben.

uns Anhaltspunkte für einen Lösungsansatz bieten können. Hellseher sind wir alle nicht, aber wir können zumindest durch Erfahrung erahnen, ob der Weg den wir einschlagen der richtige ist. Ich glaube der „Könner“ ist dann noch in der Lage vorauszusehen, welche Schwierigkeiten mit diesem Weg verbunden sind und der Optimist sieht ihnen lächelnd entgegen. Schwierigkeiten stehen uns viele bevor, wir haben aber auch viele „Könner“ und Optimisten. Wie viel Zeit wenden Sie pro Das wir als gemeinnütziger Verein Woche für dieses Engagement Gibt es Schwierigkeiten/ auf Spenden angewiesen sind, ist auf? Und wie schaffen Sie es, Probleme (auch im Hinblick natürlich kein Geheimnis. Für die dieses Engagement mit ihrem auf finanzielle oder sonstige Schüler ist das Programm Studium zu vereinbaren? Unterstützung? kostenlos und das muss auch Mit meinem Coachee treffe ich Wenn sie mit Schwierigkeiten und weiterhin so bleiben. Aber auch mich einmal die Woche für Probleme Herausforderungen dafür haben wir speziell mindestens eine Stunde. Diese meinen, dann gibt es noch ausgebildete Leute, die sich nur Treffen muss ich natürlich vor unzählige die auf uns warten und um die Finanzen des Vereins –und nachbereiten, sodass ich für nach einer Lösung verlangen. Ich kümmern. Ich glaube aber auch, die Coachingbeziehungen in der mache mir da keine Illusionen, dass unsere Unterstützer nicht Woche um die 4 bis 5 Stunden dass alles reibungslos ablaufen lange überzeugt werden müssen. aufwenden muss. Meine Arbeit im wird. Unser Hauptinstrument ist Das Programm spricht für sich, Orga-Team ist ja schon fast Saison schließlich ein Miteinander und der der Erfolg ist messbar und abhängig. Wenn bestimmte Mensch ist sehr vielschichtig und erkennbar. Eine bessere Rendite Veranstaltungen anstehen, dann komplex in seinem Handeln und als durch die Investition in den kommen schon ein paar Stunden Denken. Die Schwierigkeit liegt Menschen bekommen wir nicht. zusammen. Aber ich habe mich darin, verschiedene bis jetzt noch nicht dabei ertappt, Instrumentarien zu entwickeln, die

Gemeinsam leben und lernen in Europa e. V

.

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Rock your life

natürlich schon einen groben Plan für meinen Coachee, diesen müssen wir aber noch gemeinsam mit seiner Persönlichkeit, eben jenen Ängsten, Sorgen, Träume und Wünsche individuell auf ihn zuschneiden. Zusätzlich werde ich natürlich noch mit Eltern und Lehrern sprechen. Diktieren was er zu tun oder zu lassen hat, werde ich nicht, kann ich auch gar nicht, aber wir können versuchen gemeinsam seine Ziele Stück für Stück zu erreichen.


Stichwort: Arbeit m

Gibt es Momente in denen Sie am Was wünschen Sie sich? liebsten alles an den Nagel hängen Ich wünsche mir noch lange ein Teil wollen? von ROCK YOUR LIFE! sein zu können.

ROCK YOUR LIFE! Passau e.V.

Bis jetzt wollte ich nichts an den Nagel hängen. Momente der Frustration stehen einem bei so einer Arbeit bestimmt noch bevor, aber wie zuvor erwähnt, wir haben dafür das OrgaTeam und über diesen den Vorstand des Vereins, der den einzelnen auffängt.

In 10 Jahren möchte ich zurückblicken und sagen können, ich war ein Teil davon.

Welche positiven Erfahrungen machen Sie im Rahmen Ihres freiwilligen Engagements? Was ist das Schönste?

Sagen Sie in einem Satz, warum man sich gerade bei ROCK YOUR LIFE! ehrenamtlich engagieren sollte.

Lindental 8b 94032 Passau passau@rockyourlife.de passau.rockyourlife.de

Das lässt sich sehr schnell beantworten. Ich sehe den Erfolg meiner Arbeit. Fühlen Sie sich in Ihrem freiwilligem Engagement anerkannt/ gewürdigt? Natürlich ist es schön, wenn andere Menschen es anerkennen, aber das sollte nicht die prinzipielle Motivation sein. Das ist sehr gefährlich, denn man verliert schnell das Wesentliche aus dem Auge, nämlich dass es um die Hilfe an sich geht und nicht um die Anerkennung, die aus ihr erwächst. Mir würde es viel lieber gefallen, wenn die Menschen das Engagement meines Coachees mehr würdigen und anerkennen würden. Wir müssen den Wert und die Arbeit eines jeden einzelnen mehr schätzen lernen. In Passau fangen 105 Personen heute damit an. 29

Was nehmen Sie aus Ihrer ehrenamtlichen Tätigkeit für sich selbst mit?

ROCK YOUR LIFE! schafft das, wovon die Politik nur träumen kann. Aber es liegt an uns die Dinge zu ändern, wo es Änderungsbedarf gibt. Die soziale –und demographische Ungleichheit mit all ihren Schwierigkeiten, können wir nur ändern, wenn wir unsere Art zu Denken umstellen. Ich reiche meinem Nächsten nicht die Hand damit er mich wählt, ich reiche sie ihm, weil er meine Hilfe braucht. Bitte erlauben sie mir noch eins dazu zu sagen: Wir stehen uns ständig als Konkurrenten gegenüber, wenn wir das Glück, wie wir es uns vorstellen, auch erreichen wollen. Es gilt sich stets von der Masse abzuheben. Und so gibt es auch Dinge die ich tue, um mich von der Masse abzugrenzen, die mich attraktiver für spätere Arbeitgeber machen. Ich denke, das ist kein Geheimnis und auch richtig so. Aber daneben gibt es auch Dinge, die wir für uns und unseren Seelenfrieden unternehmen. Sie dürfen raten wozu ich ROCK YOUR LIFE! zähle.

Es gibt sehr viele Programme und Institutionen worin man sich engagieren kann, aber nur sehr wenige davon sind in der Lage die Gesellschaft nachhaltig ein so zu verbessern, wie wir es uns erträumen. ROCK YOUR LIFE! ist eins davon.

Vielen Dank für das Interview!

Miteinander ­ das Magazin von


mit Jugendlichen

ROCK YOUR LIFE! Passau e.V. Wir bauen Brücken zwischen Schülern, Studierenden und Unternehmen. Deutschlandweit. ROCK YOUR LIFE ! verfolgt eine einfache Vision: eine Gesellschaft, in der Bildungsgerechtigkeit, Chancengleichheit und soziale Mobilität Realität sind. Wir wollen möglichst vielen jungen Menschen die Chance geben, ihr individuelles Potential zu entfalten und ihren Weg in den Beruf erfolgreich zu meistern. Dazu geben wir ihnen Coaches an die Hand, die ihnen Mut machen, aufmerksam sind und sie auf ihrem Weg von der Schule in den Beruf unterstützen. Eins zu Eins: denkbar einfach, einfach wirkungsvoll. Durch ein intensives Qualifizierungsprogramm werden Studierende als Coaches ausgebildet, die zwei Jahre lang einen Schüler kontinuierlich, Eins-zu-Eins auf dem Weg in den Beruf oder eine weiterführende Schule unterstützen. Ziel ist es, die Eigeninitiative des Schülers zu stärken und gemeinsam den erfolgreichen Berufseinstieg vorzubereiten. Das Coaching wird durch ein bundesweites Unternehmensnetzwerk ergänzt, um den Ausbildungseinstieg der Schüler zu erleichtern. ROCK YOUR LIFE! stellt so eine Plattform für die Begegnung von Ausbildungsgebern und –suchenden dar und übernimmt eine „Matchingrolle“. Unternehmen profitieren von motivierten Azubis; Hauptschülern wird der erfolgreiche Einstieg in das Berufsleben erleichtert. ROCK YOUR LIFE! Passau e.V. wurde im November 2011 gegründet. Mittlerweile begleiten Studierende aller Fachrichtungen über 100 Hauptschüler der Mittelschulen Salzweg und St. Nikola Eins zu Eins auf ihrem Weg. Weitere Informationen unter: http://www.passau.rockyourlife.de

Gemeinsam leben und lernen in Europa e. V.

Rock your life

Wer sich als Coach engagieren möchte, kann dies allerdings erst wieder ab Oktober 2012, da ROCK YOUR LIFE! nur zu Beginn des Schuljahres das Coaching startet. Es besteht aber fortlaufend die Möglichkeit sich im Organisationsteam einzubringen - dort sind helfende Hände immer herzlich willkommen. Aber auch Kontakte zu Ausbildungsgebern vor Ort, die an einer individuellen Kooperation interessiert sind, sind willkommen. Freiwillige/Interessenten wenden sich Email an Maria Larissa Stoy, Vorsitzende passau@rockyourlife.de

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Stichwort: Wer

Die Macher/innen dieser Zeitschrift

Auch diese Ausgabe ist mit rein ehrenamtlicher Mitarbeit entstanden: die ehrenamtliche Praktikantinnen, unsere ehrenamtliche Geschäftsführerin, ehrenamtliche Mitarbeiter und ein Bürgerarbeiter haben dieses Heft zusammengestellt. Auch unser Fotograf Holger McCormick hat gegen eine geringe Aufwandsentschädigung für uns die meisten dieser Bilder gemacht. Wir hoffen, Sie mit dieser Ausgabe zu motivieren, sich selbst ehrenamtlich zu engagieren bzw. es weiterhin zu tun. Wir wollen Ihnen aber kurz die Macher/innen vorstellen. Sie erzählen von ihrem Engagement in unserem Verein:

v. links: Anke Endreß, Andrea Keßler, Christine Zindath, Ramona Schreiner

Anke Endreß, Studentin Master European Studies

In meinem Praktikum beschäftigte ich mich mit dem Projekt "Social Web Skills". Die EU-Lernpartnerschaft „Social web skills" hat es sich zum Ziel gesetzt, gemeinsam Wege und Methoden zu entwickeln, wie jüngere Menschen Ältere dabei unterstützen können, sich die Welten der sozialen Netzwerke im Internet zu erschließen und dadurch auch den Dialog der Generationen zu fördern. Dafür erstellte ich einen Workshopleitfaden, wie man das in einem praktischen Training umsetzen kann. Dies war für mich in mehrerer Hinsicht eine Herausforderung. Für mich war dies aber gleichzeitig auch eine große Chance, viel über mich und meine Mitmenschen zu lernen. Einerseits konnte ich völlig selbstständig einen Leitfaden erarbeiten und andererseits die Welt der sozialen Medien für mich und aus dem Blickwinkel von Senioren entdecken. In jeder Hinsicht war dieses Praktikum also ein persönlicher

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Zugewinn und ich hoffe, dass ich dazu beitragen kann, dass Senioren ebenfalls die vielfältigen Möglichkeiten und Chancen des Internets mit Freude in Zukunft kennenlernen werden.

Andrea Keßler, Studentin B.A. International Cultural and Business Studies (Kulturwirtschaft), Universität Passau

Gemeinsam mit drei weiteren Praktikantinnen durfte ich die Aktion „Ein Tatennetz zieht sich durch die Stadt" organisieren, und auch eine Interviewreihe zum Thema ehrenamtliches Engagement durchführen. Ich fand es sehr gut, dass uns so viel Verantwortung übertragen wurde und wir selbständig arbeiten konnten. Außerdem habe ich meinem Kollegen Alexander, der dort ehrenamtlicher Engagementberater ist, bei der Organisation eines FreiwilligenInfotags im Rathaussaal in Passau geholfen, für den Referenten von Freiwilligendiensten eingeladen wurden Miteinander ­ das Magazin von


sind wir?

Christine Zindath, Studentin B.A. International Cultural and Business Studies, Universität Passau

„Ich durfte bei dem Projekt „emPower of migrants" mitarbeiten, bei dem es um die gesellschaftliche Integration von Migranten geht. Ich erstellte zu dem Thema einen Länderbericht, bereitete die Study Visit unserer Partner vor, an der ich auch teilnehmen konnte. Zusammen mit den anderen Praktikantinnen habe ich an dem Projekten „Ein Tatennetz zieht sich durch die Stadt" und „Interviews mit Ehrenamtlichen" gearbeitet. Dabei habe ich viele interessante Institutionen in Passau kennen gelernt, die man als Student so nicht wahrnehmen würde. Nur mit einer kurzen Beschreibung, wie das Projekt laufen soll, konnten wir alles selbst organisieren und hatten somit viel Freiraum um unsere eigenen Ideen mit einzubringen.

Ramona Schreiner, Studentin B.A. International Cultural and Business Studies (Kulturwirtschaft), Universität Passau

Ich arbeitete an dem Projekt "Gender Problem Scanning Techniques", was ich sehr interessant fand, weil es ein transnationales Projekt ist und ich somit auch mit den Partnern aus anderen Ländern in Kontakt treten und interkulturelle Erfahrung sammeln konnte. Zusammen mit drei weiteren Praktikantinnen organisierten wir die Aktion "Ein Tatennetz zieht sich durch die Stadt", die wir komplett selbständig planen und

durchführen durften. Für die Vereinszeitschrift haben wir gemeinsam eine Interview-Reihe durchgeführt, bei der wir ehrenamtlich tätige Menschen unterschiedlicher Bereiche zu ihrem Engagement befragt haben. Insgesamt ist der Verein ein toller Ort für das Praktikum: Ich fand es gut, dass man so viel Verantwortung hat, sehr selbständig arbeiten darf und von den vielen Projekten des Vereins etwas mitbekommt. Ich bin gerne hierher gekommen und habe mich bei der Arbeit sehr wohlgefühlt, was vor allem auch an dem guten Arbeitsklima und an den netten Kollegen liegt!

Franz Szabo, Fachkraft für ECommerce und Internetmarketing

Als zuverlässiger und kompetenter Mitarbeiter des Vereins ist Franz Szabo als Bürgerarbeiter für alles Graphische und die Webseiten zuständig. Für das Layout der Zeitschrift ist also er verantwortlich. „In der Zeit, die ich hier im Verein arbeite, konnte ich meine Kenntnisse in vielen Bereichen erweitern. Es ist eine sehr kreative und abwechslungsreiche Arbeit mit sehr netten Kollegen. Ich freue mich jeden Tag auf die neuen Herausforderungen, die mir der Verein bietet.“

Dana Flechsig-Warbinek, freiberufliche Ernährungstherapeutin und –beraterin

Gemeinsam leben und lernen in Europa e. V.

Dana arbeitet seit Oktober 2011 ehrenamtlich im Verein mit. Sie arbeitet als Redakteurin für die Mitgliederzeitschrift und hat die ganzen Interviews bearbeitet. Ihre Eindrücke im Ehrenamt beschreibt sie wie folgt:

„Das Team um Perdita nahm mich von Anfang an kompromisslos in seiner Mitte auf und behielt mich auch immer dort. Die Arbeit im Verein macht richtig Spaß und da es schon immer mein Wunsch war, an einer Zeitung Mitverfasser zu sein, bekam ich diese Chance auch. Meinen Kollegen und dem Team den herzlichsten Dank für die liebevolle Geste.“

Perdita Wingerter, ehrenamtliche Geschäftsführerin

Perdita hat den Verein nicht nur ins Leben gerufen, sondern führt ihn auch schon seit 3 Jahren als Geschäftsführerin ehrenamtlich. Daneben arbeitet sie als Geschäftsführerin von pro familia Passau und als freiberufliche Referentin und Projektmanagerin.

„Ich hatte die Vision, einen Ort zu schaffen, wo sich die unterschiedlichsten Menschen aktiv in die Gesellschaft einbringen können. Und ich bin immer wieder begeistert, was möglich ist, wenn Menschen ihre Zeit, ihr Know­How und ihr Engagement schenken. Und das motiviert mich jeden Tag auf Neue.“

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Die Macher/innen dieser Zeitschrift

und Schüler und junge Leute vor Ort über die Möglichkeiten des freiwilligen Engagements in Europa informiert werden sollten. Insgesamt fühlte ich mich sehr wohl bei Gemeinsam Leben und Lernen in Europa, sodass ich beschlossen habe, künftig weiterhin ehrenamtlich neben meinem Studium an einem geplanten Projekt mitzuarbeiten.

Miteinander Ausgabe 3 (Dezember 2011)  

Miteinander - Das Magazin von Gemeinsam leben und lernen in Europa e.V.

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