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Ausgabe 3 / 2012

Miteinander

Das Magazin von Gemeinsam leben und lernen in Europa e. V.

Sonderheft 2012

Zu Besuch in Neapel.

201 2 - E u ropä i sch es J a h r fü r a kti ves Al tern u n d Sol i d a ri tä t zwi sch en d en G en era ti on en

Ehrenamtliches Engagement unter gefährlichen Bedingungen

Drei Tschechen in Passau- Austauschprojekt für ältere Freiwillige

"Volunteer to learn" Lernpartnerschaft über Lern- und Bildungschancen durch Freiwilligenarbeit

Das inklusive Musikprojekt

Social web skills for elderly people

Mit Kompetenz ins Ehrenamt


Inhaltsverzeichnis Inhaltsverzeichnis Editorial

Projekte Europäisches Jahr Aktiv Altern Austausch CZ-DE Senior Volunteers Ehrenamtsschulung Social Web Skills Social Web Skills transnationaler Workshop SocialWebSkills Intergenerational conference

Ausgabe 3 / 2012

„All inclusive – Das Passauer Trash Orchester“ Mit Schrott- und Alltagsgegenständen Percussion-Musik machen – so die Idee des Passauer Trash Orchesters „All inclusive“, einer bunten Truppe von Menschen jeden Alters, mit und ohne Handicap oder Migrationshintergrund. Nach dem Erfolg in der Kunstnacht sieht die Trommel-Combo einem dauerhaftem Fortbestehen und Aufleben durch neue Mitglieder entgegen.

Transnationaler Workshop „Social Web Skills for elder People“ Das Konzept mit Partnern aus Ungarn und Österreich stellt sich auf dem Internationalen Festival der Generationen in Volenje vor. In interaktiven Workshops helfen junge Menschen Älteren, ihre Berührungsängste gegenüber dem Web 2.0 zu überwinden. Sie zeigen einen Austausch zwischen Generationen, von dem Jung und Alt profitieren.

Volunteer to learn

„Mit Kompetenz ins Ehrenamt“

Volunteer to learn Rumänien

So lautet das Motto einer erfolgreichen Schulung im Mehrgenerationenhaus Bad Griesbach. Hier ist der Fokus auf Praxiswissen für ehrenamtliche Tätigkeiten und die Möglichkeit zur persönlichen und spezifischen Begleitung und Beratung. Bei Planung und Umsetzung eines gemeinsamen Projekts lernen die Teilnehmer das nötige Know-How für ehrenamtliches Engagement.

Volunteer to learn Neapel Words connecting generations All inclusive Benefizkonzert

Wie Wörter Generationen verbinden… ein Projekt aus zwei Perspektiven Wie kann mündliche Überlieferung von Geschichte für die jüngere Generation mit Hilfe von modernen Informations- und Kommunikationstechnologien zugänglich gemacht werden? Diesem Thema widmet sich das grenzübergreifende Projekt „Wörter verbinden Generationen“. Zwei Ehrenamtliche, Rahel Rude (22) und Jochen Peters (68), beschreiben ihren persönlichen Eindruck des Zeitzeugenprojektes.

Impressum: Miteinander - das Vereinsmagazin von Gemeinsam leben und lernen in Europa e. V. Herausgeber: Gemeinsam leben und lernen in Europa e. V., Leopoldstraße 9, 94032 Passau; Telefon: 0851 - 213 2740, Fax: 0851 - 213 2739; Mail: sekretariat@gemeinsam-in-europa.de; Chefredaktion: Perdita Wingerter. Grafik: Katharina Grimbs, Franz Szabo; V. i. S. d. P.: Perdita Wingerter, Geschäftsführerin GLL; Miteinander erscheint unregelmäßig. Text- und Bildkopien nur mit Genehmigung. Miteinander ­ das Magazin von


Editorial

2012 war das Europäische Jahr des „Aktiven Alterns und der Solidarität zwischen den Generationen“ und unter diesem Motto haben wir auch diese Ausgabe von „Miteinander“ gestaltet. Wir stellen Ihnen unsere Projekte und Aktionen vor, wo ältere Menschen sich aktiv eingebracht haben bzw. bei denen es darum geht, das Können, die Fähigkeiten und das Wissen älterer Menschen aktiv für freiwilliges Engagement zu nutzen. Auch das selbstverständliche Miteinander von Jung und Alt liegt uns am Herzen, daher haben wir uns auch darüber Gedanken gemacht, wie man die Kommunikation und den Austausch der Generationen aktiv unterstützen kann. Und beim Zusammenstellen dieser Ausgabe ist uns dann aufgefallen, wie viel wir wirklich unter diesem Motto anbieten: Das Alter unserer Mitglieder reicht von 23-73, in unserem Vorstand tragen Jüngere und Ältere die Verantwortung und in unseren vielzähligen Projekten und Aktionen engagieren sich Menschen aller Altersgruppen. Aber den eigentlichen Bezug zum Thema „Aktives Altern“ in meiner beruflichen Karriere habe ich persönlich erst durch unsere Schulung „Erfahrungswissen für Initiativen – Ausbildung zum/zur SeniorTrainer/in“ vor drei Jahren bekommen. Dieses Schulungsangebot für Ehrenamtliche, das wir seit drei Jahren anbieten, richtet sich an Menschen über 55 Jahre, will Praxiswissen für die erfolgreiche Arbeit in Ehrenamtsprojekten vermitteln und das Potential der älteren Generation für unsere Ge-

sellschaft viel besser nutzbar machen. Und das Potential ist unglaublich: so viel Wissen, so viel Erfahrung, so viele Kontakte, so viel Praxiswissen und Gelassenheit. Gerade letzteres habe ich zu schätzen gelernt: mit Menschen zusammenzuarbeiten, die sich zwar einbringen möchten, aber durch ihre Lebenserfahrung Dinge ruhiger und gelassener angehen können und die aber auch viel klarer und deutlicher aufzeigen, was sie wollen oder nicht mehr wollen. Und hier ist – so glaube ich – ein Wandel eingetreten. Die ältere Generation hat sich gewandelt und das hat auch Auswirkungen auf das Ehrenamt. Es finden sich auch unter den Älteren immer weniger Menschen, die sich für ihr Ehrenamt „aufopfern“, d.h. jahrzehntelang in einer Organisation „dienend“ mitarbeiten. Und auf diese aktivere, aber auch fordernde und selbstbewusste ältere Generation müssen sich die Organisationen einstellen. Ich habe viele Menschen kennen gelernt, die zwar im „Ruhestand“ sind, aber alles andere als ein „ruhiges“ Leben führen. Sie haben einen vollen Terminkalender und daher oft keine Zeit, sie sind unterwegs und auf Reisen, sie genießen ihre Unabhängigkeit und Selbstbestimmtheit und freuen sich, wieder Herr bzw. Herrin über den eigenen Terminkalender zu sein. Sie wollen aktiv mitgestalten und mitbestimmen und nicht zu reinen Ausführungsgehilfen degradiert werden. Sie sagen klar und deutlich, was sie wollen und nicht wollen und setzen Grenzen – und das ist auch gut so. In den letzten 3 Jahren habe ich

Gemeinsam leben und lernen in Europa e. V.

viele wunderbare, ältere Menschen mit phantastischen Fähigkeiten und Begabungen kennen gelernt, mit ihnen gearbeitet, viel mit ihnen gelacht, viel von ihnen gelernt und mit manchen Freundschaften geschlossen. Ich hoffe, unsere Berichte motivieren den ein oder anderen, sich selbst – auch im Alter – zu engagieren und aktiv einzubringen, denn - so sagte es Burt Lancaster – „Solange man neugierig ist, kann einem das Alter nichts anhaben.“ Und den Jüngeren unter uns wünsche ich, wieder das selbstverständliche Miteinander der Generationen zu erleben. Denn um mit den Worten von Maurice Chevalier zu schließen „Ein Mann mit weißen Haaren ist wie ein Haus, auf dessen Dach Schnee liegt. Das beweist aber noch lange nicht, dass im Herd kein Feuer brennt.“ Ihre Perdita Wingerter (ehrenamtliche Geschäftsführerin)

Editorial

Liebe Leser/innen,


Das Europäische J ahr Solidarität zwischen

Weitere Publikationen: Der EU­Beitrag für aktives Al­ tern und Solidarität zwischen den Generationen: http://www.ec.europa.eu/so­ cial/BlobServlet?do­ cId=8710&langId=en

Eurostat Broschüre ­ Aktives Altern

und

Solidarität

zwi­

schen den Generationen ­ ein statistisches Portrait der Eu­ ropäischen Union 2012: http://ec.europa.eu/euro­ stat/product?code=KS­EP­11­ 001

Maßnahmen

zur

Förderung

des aktiven Alterns in Europa: EU­Unterstützung für lokale und

regionale

Akteure:

http://ec.europa.eu/soci­ al/BlobServlet?do­ cId=7005&langId=en

Europäisches Jahr für aktives Altern schen

und den

Solidarität

zwi­

Generationen

2012: http://ec.europa.eu/soci­ al/BlobServlet?do­ cId=6773&langId=en

Mit diesem Europäischen Jahr sollte die breite Öffentlichkeit für den gesellschaftlichen Beitrag, den älterer Menschen leisten, sensibilisiert werden. Mit dieser europäischen Initiative sollten aber auch politische Entscheidungsträger und die Interessenträger auf allen Ebenen dazu angehalten werden, bessere Rahmenbedingungen für aktives Altern zu schaffen und die Solidarität zwischen den Generationen zu stärken. Die Initiative sollte vor allem darauf hinwirken, dass Menschen bei guter Gesundheit und als vollwertiges Mitglied der Gesellschaft älter werden, ein erfüllteres Berufsleben führen, im Alltag unabhängiger und als Bürger engagierter zu sein können. Unabhängig von ihrem Alter sollte es Menschen möglich sein, eine Rolle in der Gesellschaft zu spielen und eine höhere Lebensqualität zu genießen. Und letztendlich sollte es gelingen, dass jeder auch im hohen Alter – sein Potenzial ausschöpfen und seine Kenntnisse und Fähigkeiten nutzen und einbringen kann. Im Europäischen Jahr des Aktiven Altern widmeten sich Verantwortliche und Inter-

essierte v.a. folgenden drei Themen:

Beschäftigung

– Durch die zunehmende Lebenserwartung in ganz Europa steigt auch das Renteneintrittsalter an. Viele Senioren befürchten jedoch, ihrer derzeitigen Beschäftigung nicht lange genug nachgehen oder keine neue Stelle finden zu können, um ausreichende Rentenansprüche zu erwerben. Ältere Arbeitnehmern müssen daher bessere Chancen auf dem Arbeitsmarkt bekommen.

Teilhabe an der Gesellschaft

– Das Ausscheiden aus dem Berufsleben bedeutet nicht zwangsläufig Tatenlosigkeit. Der Beitrag, den ältere Menschen durch die Unterstützung anderer – meist der Eltern, der Enkel oder des Ehegatten – zur Gesellschaft leisten, wird meist ebenso übersehen wie ihre ehrenamtlichen Tätigkeiten. Daher soll zukünftig der gesellschaftliche Beitrag älterer Menschen stärker gewürdigt werden und Bedingungen geschaffen werden, diese in ihren Aufgaben und ihrer Rolle zu fördern. Miteinander ­ das Magazin von


für aktives Altern und den Generationen 2012

– Das Altern führt oft zu gesundheitlichen Beeinträchtigungen, wobei diese mittlerweile aber auch deutlich abgemildert werden können. Bereits kleine Veränderungen der Umgebung können für Menschen mit gesundheitlichen Beeinträchtigungen oder Behinderungen einen großen Unterschied bewirken. Aktives Altern bedeutet daher auch die Unterstützung dabei, dass ältere Menschen möglichst lange selbständig bleiben und leben können. László Andor, EU-Kom-

les und Integration, gab am 10. Dezember auf der EU-Abschlusskonferenz in Nikosia (Zypern) seine persönliche Einschätzung des Europäischen Jahres 2012: "Das Jahr hat unsere Auffassung von älteren Menschen und deren Beitrag zur Wirtschaft und zur Gesellschaft erfolgreich verändert. Früher war die wachsende Zahl älterer Menschen ein Problem für uns. Mittlerweile begreifen wir sie als einen Teil der Lösung. Das Europäische Jahr hat die Art geändert, auf die die Menschen über

Ländern das Konzept des aktiven Alterns popularisiert. Es hat ein breites Spektrum an Interessengruppen und Einzelpersonen, Alt und Jung, darauf eingeschworen, Maßnahmen zu ergreifen. Es hat den Anstoß für Tausende neuer Initiativen und Veranstaltungen auf europäischer, nationaler, regionaler oder lokaler Ebene gegeben. Es hat bestimmte politische Initiativen vorangebracht."

Mehr Informationen zum Europäischen Jahr des Aktiven Alterns finden Sie unter: http://europa.eu/ey2012/ey2012main.j sp?catId=971&langId=de

Gemeinsam leben und lernen in Europa e. V.

Das Europäisches Jahr für aktives Altern

Eigenständige Lebensführung missar für Beschäftigung, Sozia- das Altern reden, und in vielen


Ein Freiwilligenaustauschprojekt für

Grundtvig­Aktionen: Freiwilligenprojekte älterer Menschen Durch diese Aktion erhalten ältere europäische Mitbür­ ger und Mitbürgerinnen die Gelegenheit, an Freiwilli­ genprojekten in einem an­ deren europäischen Land teilzunehmen, um vonein­ ander zu lernen sowie Kenntnisse und Erfahrungen auszutauschen. Die Projekte ermöglichen Partnerschaften und den Austausch von älteren Frei­ willigen zwischen lokalen Einrichtungen aus zwei Län­ dern, die am EU­Bildungs­ programm für Lebenslanges Lernen teilnehmen. Wäh­ rend eines zweijährigen Projekts werden von jeder Einrichtung bis zu sechs Freiwillige aufgenommen und entsendet. Freiwillige ab 50 Jahre verbringen üb­ licherweise drei bis acht Wochen im Ausland und be­ teiligen sich an Projekten, unter anderem in den Be­ reichen Sozialschutz, Um­ welt, Sport und Kultur. Die Aktion verfolgt die wichtigen Ziele: 1. Ermöglichung von Frei­ willigenarbeit für ältere Bürger in einem anderen europäischen Land in jeder Art von nicht gewinnorien­ tierter Arbeit als eine Form des informellen (und ge­ genseitigen) Lernens (Wis­ sensaustausch). 2. Die Entwicklung von langfristigen Kooperationen zwischen der entsendenden und aufnehmenden Einrich­ tung im Bereich eines spe­ zifischen Themas oder eine speziellen Zielgruppe durch den Austausch von Freiwilli­ gen.

New Horizons for active Seniors Seit 2010 gibt es zwischen der tschechischen nationalen Freiwilligenorganisation HESTIA und Gemeinsam leben & lernen in Europa eine Partnerschaft. Jeweils 6 ältere Freiwillige aus beiden Ländern hatten Gelegenheit, 3 Wochen ehrenamtlich im Gastland tätig zu sein. Vom 28.4. – 20.5.2012 waren 3 ältere Freiwillige aus Prag bei uns in Passau. Hier sind ihre Geschichten. Anna Máchová

„Anna, kommst du?“, fragten die Bewohner der Lebenshilfe Passau immer öfter. Sie meinten Anna Máchová, die Freiwilligenarbeiterin aus der tschechischen Republik. Im Zeitraum vom 28. April bis 18. Mai arbeitete die 53 Jahre alte Tschechin mit den Behinderten. Die Akzeptanz seitens der Bewohner des Hauses war groß und das Personal berichtete begeistert von Annas gründlicher Arbeitsweise. Dabei fiel Anna die Arbeit alles andere als leicht. In ihrer Heimat hat sie noch nie mit erwachsenen Behinderten gearbeitet, also war diese Tätigkeit eine vollkommen neue Erfahrung. Hinzu kamen die sprachlichen Barrieren: Zwar spricht und versteht die Freiwillige recht gut Deutsch, doch gerade die Kommunikation mit den Behinderten stellte eine erhebliche Schwierigkeit dar. Folglich waren die ersten Tage in Passau voller Hürden. Wie ist Anna mit der Situation umgegangen? Sie hat die Herausforderung angenommen und sich in die Arbeit hineingebissen. Mit Ausdauer und Geduld übernahm sie ihre neuen Aufgaben und gab ihr Bestes. Sie pflegte die Schwerbehinderten, ging mit ihnen spazieren, unterhielt sich mit ihnen, so gut es eben ging. Diese Aufgaben haben früher Zivil-

dienstleistende übernommen, jetzt müssen Freiwillige ran. Normalerweise sind das junge Schulabsolventen, die sich in einem FSJ oder Bundesfreiwilligendienst erproben wollen. Sie arbeiten für mindestens sechs Monate in einer Einrichtung und lernen nach und nach den Ablauf kennen. Für Anna stellte sich die Situation ungleich schwieriger dar. Sie musste in einigen Tagen das Wichtigste lernen und sich innerhalb weniger Wochen so gut wie möglich einbringen. Das Gespräch mit den Mitarbeitern der Lebenshilfe offenbarte den Erfolg der Tschechin. Sie waren mehr als zufrieden mit der Hilfskraft. Sie sei eine große Unterstützung gewesen für die Einrichtung. Trotz den Sprachproblemen und der ungewohnten Umgebung hätte sie ihre Aufgaben immer sorgfältig und leidenschaftlich erfüllt. Am besten bestätiMiteinander ­ das Magazin von


ältere Freiwillige zwischen Passau und Prag gen das wohl die Einwohner des Hauses selbst. Schon nach ein paar Tagen wurde sie als Teil des Betreuerteams akzeptiert und von allen gemocht. Die Behinderten fühlten sich wohl in ihrer Gesellschaft. Ob eine jüngere Freiwillige sich genauso gut und schnell angepasst hätte? Gut möglich. Aber vor allem die Geduld und Ausdauer Annas lassen sich sicher auch auf ihr Alter zurückführen. Hier zeigen sich die Vorzüge älte-

rer Freiwilliger. Sie kennen schwierige Momente und lassen sich nicht entmutigen. Was sie begonnen haben, das führen sie konsequent zu Ende. So beendete auch Anna Máchová ihre Zeit in Deutschland erfolgreich. „Es war eine gute Erfahrung für meine Entwicklung.“, sagt sie rückblickend. Die Arbeit sei aber schon sehr anstrengend gewesen. Deswegen sei sie sich nicht sicher, ob sie eine längere Zeit in der Lebenshilfe arbeiten

wolle. Aber wer könnte das schon von ihr verlangen? Ihr Engagement war außergewöhnlich und bewundernswert, ihre Leistung übertraf alle Erwartungen. Annas Beispiel sollte vielen Älteren Mut machen, noch einmal etwas Neues zu wagen. Vielen Dank!

im Altersheim voll ausleben konnte. Die Demenzkranken sprachen selbst teilweise auch weder gut noch viel und so stellte die sprachliche Barriere ein unbedeutendes Hindernis dar. Das sah wohl auch das Pflegeteam der Malteser so, denn sie waren sehr zufrieden mit dem Engagement des Tschechen. Gerade Seniorenheime leben vom Engagement der Freiwilligen jeden Alters und jeder Herkunft. Die Pflegebedürftigen benötigen dringend Zuwendung externer Hilfskräfte, denn der Umgang mit dem Pflegepersonal allein erfüllt oft nur ihre primären körperlichen Bedürfnisse. Dem Wunsch nach zwischenmenschlichen Kontakten und in-

tensiver Betreuung können die Pfleger kaum nachkommen, dafür reichen die personellen Kapazitäten einfach nicht aus. Deshalb sind alle dankbar für Menschen wie Miroslav, die sich zutrauen, mit den alten und teilweise kranken Mitgliedern unserer Gesellschaft zu arbeiten. Jeder ist in der Lage, sich zu engagieren, wenn er nur will. Es muss ja nicht gleich ein Auslandsaufenthalt werden, wie Miroslav in absolviert hat. Dieser Aspekt seiner Tätigkeit stellte ihn vor besondere Herausforderungen. Nicht allein die

Miroslav Pinos

Mal kümmerte er sich hauptsächlich um die spielerische Beschäftigung der Bewohner, dann konnte er das gute Wetter bei gemeinsamen Spaziergängen genießen. Natürlich übernahm er auch klassische Aufgaben wie das Eingeben der Mahlzeiten und leichte körperliche Pflege. Miroslav war in Tschechien bereits ein Jahr freiwillig tätig. Die drei Wochen in Passau waren seine erste Auslandserfahrung in diesem Bereich. Er spricht nur gebrochen Deutsch und versteht nicht alles. Dies hinderte ihn aber nicht daran, Spaß an seiner Arbeit zu haben. Besonders die Möglichkeit, jeden Tag neue Leute kennenzulernen, kam ihm sehr gelegen. Miroslav tritt gerne mit vielen verschiedenen Menschen in Kontakt, eine Neigung, die er

Gemeinsam leben und lernen in Europa e. V.

Fortsetzung auf der nächsten Seite

New Horizons for active Seniors

Eine abwechslungsreiche Tätigkeit hat Miroslav Pinos in Passau gefunden. Der 53jährige arbeitete im Seniorenheim der Malteser. Dort durfte er jede Woche in einen anderen Bereich der Altenpflege hineinschnuppern.


Fortsetzung

Anna bei der Arbeit

fremde Sprache, sondern vielmehr die kulturellen Unterschiede sind es, die Freiwilligen aus dem Ausland zu schaffen machen. Die Wahrnehmung der Deutschen als strenges, diszipliniertes Volk ist nicht bloß Klischee. Auch den drei tschechischen Gästen fiel die Fixierung auf Regeln und Ordnung auf. Sie sind einen laxeren Umgang mit dem öffentlichen Regelwerk gewohnt. So existiert in Tschechien zwar ein Rauchverbot in Gaststätten, doch umgesetzt wird es nur selten. Die Freiwilligen

bewunderten zwar manchen Aspekt der typisch deutschen Gründlichkeit, doch oft erschien ihnen unsere Gesellschaft auch als zu eng und starr. Deshalb ist auch Miroslav froh, nach drei erfolgreichen, aber anstrengenden Wochen wieder zurück in die Heimat zu können. Die Bewohner des Malteser- Seniorenheims, das Pflegeteam sowie das Team von „Gemeinsam leben und lernen in Europa“ sind dankbar für sein Engagement und wünschen ihm alles Gute für die Zukunft.

Josef Cernoch Josef im Seniorenstift

Miroslav´s Einsatzort

Zu Besuch in München

...und natürlich auf der Maidult

Im Rahmen von „New Horizons for active seniors“ werden auch Menschen wie Josef Cernoch gebraucht. Sein Engagement konzentrierte sich nicht auf die Arbeit in einer sozialen Einrichtung, sondern auf die Unterstützung der Initiative selbst. Ohne diese aktive Gestaltung des EU-Projekts würde es vermutlich schnell an Attraktivität verlieren, beziehungsweise von vielen gar nicht wahrgenommen werden. Josef, der gelernte Elektroingenieur, konnte in Passau eines seiner größten Hobbies einbringen: die Fotografie. Eine seiner Aufgaben bestand in der Dokumentation der Arbeit seiner zwei Kollegen. Er besuchte sie in ihren Einrichtungen und hielt ihre Tätigkeiten fest. Die Fotos sollten später in dieses Sonderheft gelangen. Von vornherein war klar, dass eine bloße schriftliche Beschreibung des Aufenthaltes würde nicht dieselbe Wirkung entfalten könne wie Fotos. Damit hat Josef einen wichtigen Beitrag zur Publikation des Projektes geleistet. Auch an anderer Stelle war er direkt für „Gemeinsam leben und lernen in Europa“ aktiv. So hat Josef beim Workshop „social web skills for elder people“ mitgearbeitet, ein Projekt, das älteren Menschen den Zugang zum Internet und neuen Medien erleichtern soll. Eine Woche lang tat es Josef seinen tschechischen Kollegen gleich und engagierte sich in einer sozialen Einrichtung Passaus. Allerdings trat er

nicht direkt in Kontakt zu pflegebedürftigen Menschen, sondern half bei organisatorischen Angelegenheiten des Personals. Im Seniorenstift der Stadt Passau führte er ein Fotoprojekt durch. Josef machte Bilder von den Räumlichkeiten des Seniorenstifts und stellte sie danach dem Personal zur weiteren Benutzung zur Verfügung. Er fotografierte auch die Mitarbeiter. Mithilfe dieser Fotos wurde später eine Mitarbeiterwand komponiert, die der Information der Bewohner des Altenheims und ihrer Gäste dient. Alles in allem hatte Josef wohl den abwechslungsreichsten Aufenthalt. Die verschiedenen Aufgaben sollten ihn auch inspirieren, denn in Prag wird er auf die Suche nach neuen Beschäftigungsmöglichkeiten gehen. In seinem alten Berufsfeld fand er zuletzt keine Arbeit mehr und will sich jetzt umorientieren. Vielleicht haben die Erfahrungen in Deutschland ja geholfen! Miteinander ­ das Magazin von


Austauschprogramm älterer Freiwilliger

Tschechische Freiwillige in Passau Bei dem Wort Europäischer Austausch und Freiwilligendienst denken wohl die meisten Menschen an blutjunge Schulabsolventen mit einer sozialen Ader, die sich vor dem weiteren Bildungsweg noch ein wenig im Ausland ausprobieren und Erfahrungen sammeln möchten. Kaum einer kann sich vorstellen, dass dies auch etwas für Ältere sein kann. Und noch weniger vorstellbar scheint es, dass ältere Freiwillige aus dem Ausland in Deutschland ehrenamtlich tätig sind. Doch genau das haben drei Freiwillige aus der tschechischen Republik in den letzten drei Wochen getan: Anna Máchová, Josef Cernoch und Miroslav Pinos kommen aus Prag und haben bereits ein erfülltes Berufsleben hinter sich. Sie sind zwischen 59 und 63 Jahre alt und von Beruf Buchhalterin, Ingenieur und Techniker. Schon seit einiger Zeit betätigen sie sich in ihrem Heimatland unentgeltlich in sozialen Bereichen. Nun bekamen sie die Möglichkeit, Passau zu besuchen und hier in Seniorenheimen und Behinderteneinrichtungen ehrenamtlich mitzuarbeiten. Möglich gemacht hat dieses Projekt der Passauer Verein „Gemeinsam leben und lernen in Europa“. Er hat die sogenannten „Senior Volunteers“, also ältere Freiwillige, im Rahmen der europäischen GrundtvigLernpartnerschaft nach Deutschland geholt. Ziel des EU-Programms „Austausch Älterer Freiwilliger 50+“ ist es vor allem, interkulturelle und intergenerationelle Klischees zu überwinden. Ältere Menschen sollen als wichtiger Teil unserer Gesellschaft Anerkennung erlangen und ihr eigenes Selbstvertrauen stärken, schließlich sind ältere Ehrenamtliche für viele Einrichtungen und Organisationen eine echte Bereicherung. Die EU finanziert dabei die Reiseund Unterbringungskosten der Freiwilligen. Bereits Mitte 2011 wurden sieben deutsche Freiwillige nach Tschechien geschickt. Diese waren begeistert von der intensiven Erfahrung. Ähnlich geht es auch den drei Rentnern aus Prag. Anna Máchová, die in der Lebenshilfe Passau tätig war, meint: „Am Anfang war die ungewohnte Arbeit sehr schwer, aber es ging jeden Tag leichter. Es war eine sehr gute Erfahrung.“ Auch Miroslav Pinos ist zufrieden. Er half im Malteserstift St.Nikola bei der Altenpflege. „Mir machte es gar nichts aus, nach

Deutschland zu gehen. Hier lerne ich jeden Tag etwas Neues.“ Auch die Passauer Einrichtungen sind froh, Unterstützung zu bekommen. Sie können jede helfende Hand gebrauchen. Begeistert wurde beispielsweise Annas Engagement aufgenommen. Zwar hatte sie noch nie vorher mit Schwerbehinderten gearbeitet. Doch schon nach einer Woche wirkte sie routiniert und sicher. „Jüngere Freiwillige hätten vermutlich weniger schnell mit der Situation umgehen können,“ waren die Mitarbeiter überzeugt. Der dritte im Bunde, Josef Cernoch, konnte sein größtes Hobby, das Fotografieren, in seine Arbeit miteinfließen lassen. Er erstellte zum Beispiel eine Fotowand für das Seniorenstift Passau und dokumentierte die Tätigkeiten der anderen. Daraus soll eine Dokumentation des Gesamtprojektes werden. Die ehrenamtliche Geschäftsführerin des gemeinnützigen Vereins, Perdita Wingerter, würdigt die Arbeit der drei: „Ich bin total begeistert zu sehen, dass ehrenamtliches Engagement auch grenzüberschreitend funktionieren kann. Es ist toll zu sehen, wie sich ältere Menschen in einem fremden Land mit einer fremden Sprache zurecht finden und noch dazu sozial tätig werden. Ihr Engagement war beeindruckend.“ Einen Lohn bekamen die Freiwilligen nicht, sondern, neben der Unterkunft und Verpflegung, ein kleines wöchentliches Taschengeld. Auch organisierten ein paar sehr engagierte Senioren aus Passau und Umgebung für die drei Besucher zahlreiche gemeinsame Ausflüge. So kam man sich auch menschlich näher. Nach den drei Wochen blickten die Tschechen auf die Zeit in Deutschland als einen großen persönlichen Erfolg zurück. Jetzt freuen sie sich aber wieder auf ihre Familien und das eigene Heim. „Der Rasen in meinem Garten ist jetzt sicher sehr hoch. Da wartet viel Arbeit auf mich“, schmunzelt Josef bei der Abschlussrunde. So endete diese Erfahrung für sie genauso wie für die vielen jüngeren Kollegen, die auf der ganzen Welt in Freiwilligenengagements tätig sind: Mit dem sicheren Gefühl, etwas Gutes getan zu haben und mit der Vorfreude auf Zuhause.

Weitere Informationen unter: www.gemeinsam-in-europa.de

Gemeinsam leben und lernen in Europa e. V.

Senior Volunteers

Drei Senioren aus Prag haben die letzten drei Wochen in Passau gelebt und sich ehrenamtlich engagiert. Vom 28. April bis 18. Mai 2012 waren die drei in sozialen Einrichtungen tätig. Möglich gemacht wurde dieses Engagement durch das EU-Projekt „New horizons for active seniors“.


Mit Kompetenz ins Ehrenamt "Ich finde es wichtig, dass Ehrenamtliche professionelles und praxisnahes Wissen an die Hand bekommen, um ihr ehrenamtliches Engagement zu verbessern, aber auch um im Ehrenamt nicht auszubrennen." Perdita Wingerter

"Menschen mit ganz verschiedenen Lebenswegen und Geschichten kommen bei dieser Schulung zusammen. Die Teilnehmer sind selbst erstaunt, wie viel sie selbst mitbringen und wie wichtig jeder für die Gruppe ist." Irmi Sedlmayr

„Ich will mich engagieren und freue mich, dass ich hier lernen kann, wie man das am besten tut“. Adelheid H., eine junge Frau aus Vilshofen, ist eine von 28 Teilnehmern, die an der Schulung „Mit Kompetenz im Ehrenamt“ teilnimmt, die das Caritas Mehrgenerationenhaus Bad Griesbach und die Koordinierungsstelle Ehrenamt des Landratkreises Passau in Zusammenarbeit mit dem Verein „Gemeinsam leben und lernen in Europa“ organisiert. Herr Walter Taubeneder MdL und Vertreter des Landkreises und Herr Christoph Taeger, Geschäftsführer des Caritasverbandes für den Landkreis Passau begrüßten die Teilnehmer im Cafe des Altenheims Skt. Elisabeth. Sie waren überrascht, wie vielfältig und engagiert die Teilnehmer sind. HansPeter W. z.B. ist nach seiner Pensionierung von Nordrhein-Westfalen in den Landkreis Passau gezogen und engagiert sich schon als Lesepate und im Seniorenbeirat seiner Gemeinde. „Aber man lernt nie aus. Vielleicht bekomme ich hier etwas vermittelt, was ich für meine ehrenamtliche Arbeit brauche“, beschreibt er seine Motivation zu kommen. Hermine S. hingegen ist im Frau-

enbund aktiv und wünscht sich neue Impulse für ihre Vorstandsarbeit. Joachim B., Leiter einer Altenpflegeschule, hat die Be-

„Wir brauchen ihr Engagement. Ohne ihre ehrenamtliche Arbeit wäre unser Landkreis ärmer“

Walter Taubeneder MdL

deutung der Ehrenamtlichen in der Altenpflege erkannt. Ihn interessiert vor allem, wie Hauptamtliche und Ehrenamtliche gut miteinander zusammenarbeiten können. Miteinander ­ das Magazin von


Schulung für Ehrenamtliche im Mehrgenerationenhaus Bad Griesbach erfolgreich gestartet rung und Konfliktmanagement. Über die gesamte Schulungsphase besteht für die Teilnehmer/innen die Möglichkeit zur persönlichen Begleitung und Beratung bei ihrem ehrenamtlichen Engagement. Am Ende werden die Teilnehmer ein gemeinsames ehrenamtliches Projekt planen und umsetzen. „Die Gewinnung der Teilnehmer gestaltete sich wirklich schwierig und langwierig. Umso mehr freut mich, dass wir jetzt so viele engagierte Menschen gefunden haben, die mitmachen. Es macht

richtig Spaß, mit ihnen zusammenzuarbeiten,“

freut sich Beate Faber, Leiterin des Mehrgenerationenhauses in Bad Griesbach.

Ehrenamtsschulung

„Wir brauchen ihr Engagement. Ohne ihre ehrenamtliche Arbeit wäre unser Landkreis ärmer“, erklärte MdL Taubeneder. In der Schulung bekommen die Teilnehmer unter der Leitung von Frau Perdita Wingerter und Frau Irmi Sedlmayr vom Verein „Gemeinsam leben und lernen in Europa“ viel Praxiswissen für ihre ehrenamtliche Tätigkeit vermittelt. Themen der Schulungen sind z.B. Formen und Möglichkeiten des Ehrenamts, Projekt- und Zielmanagement, Kommunikation, Rhetorik, Moderation, Teamfüh-

Gemeinsam leben und lernen in Europa e. V.


Aktive Teilhabe an Auch die Gutachter der Nationalen Agentur Bildung für Europa beim Bundesinstitut für Berufsbildung, die für die GRUNDTVIG Lernpartnerschaften zuständig sind, bewerteten die Ergebnisse des "Social Web Skills for elder people"-Projekts positiv: "Im vorliegenden Endbericht wird deutlich, dass die Partnereinrichtungen sehr gut miteinander kooperiert und die angestrebten Ziele erreicht haben. Die Lernpartnerschaft hatte die Entwicklung von Methoden zum Ziel, durch die jüngere Menschen Ältere beim Erlernen des Umgangs mit digitalen sozialen Netzwerken zu unterstützen. Jede der Partnereinrichtungen hat einen Workshop zum Thema konzipiert und durchgeführt. Hauptergebnis ist ein Leitfaden, der auf der eigenen Projektwebseite (http://www.sowskills.eu/210-Startseite.html) zum freien Download zur Verfügung steht und somit von nachhaltigem Nutzen ist, beispielsweise für Einrichtungen, die ähnliche Projekte planen. Außer auf der Webseite wurde das Projekt über verschiedene weitere Wege verbreitet, wie beispielsweise eine FacebookSeite oder auf einer intergenerationalen Konferenz in Slowenien. Bemerkenswert sind die vielseitigen Aktivitäten zur Evaluation des Projektes, die während der gesamten Laufzeit durchgeführt wurden. Zusammengefasst wurden sie in einem Bericht, der auf der Projektwebseite zum Download zur Verfügung steht. Die lokal durchgeführten Aktivitäten sind beschrieben und der Beitrag zum Projekt lässt sich über die komplette Laufzeit gut nachvollziehen. Zusammenfassend ist der Bericht sehr gut nachvollziehbar und demonstriert eine sehr gute, prozessorientierte Durchführung des Projektes im Sinne der Aktion GRUNDTVIG-Lernpartnerschaften."

EU-Lernpartnerschaft „Social

Junge Menschen sollen Älteren helfen, ihre Be „Die kennen sich im Internet doch sowieso nicht aus“. Das ist ein weit verbreitetes Vorurteil gegenüber der älteren Generation unserer Zeit. Doch was viele nicht wissen: Viele ältere Menschen leiden unter ihrem fehlenden Wissen über das dominierende Medium. Deutsche, österreichische und slowenische Mitglieder des grenzübergreifenden Grundtvig-Programms haben sich jetzt europaweit zur Aufgabe gemacht, diesen Umstand zu bekämpfen. Aus diesem Entschluss heraus entstand das Projekt „Social web skills for elderly people“. Es verfolgt dabei zwei Ziele: Zum einen sollen ältere Bürger „internettauglich“ gemacht werden, zum anderen soll der Austausch zwischen den Generationen gefördert und so ein besseres Verständnis einander gegenüber geschaffen werden. Geplant ist zunächst, dass 15 bis 25-jährige Tutoren jeweils mehrere kleine Grup-

pen an über 50-Jährigen unter ihre Fittiche nehmen und über verschiedene

Aspekte des Internets aufklären. Außerdem bringen sie ihnen einige praktische Miteinander ­ das Magazin von


sozialen Netzwerken

web skills for elderly people“

Anwendungen des Web 2.0, wie Wiki-Artikels bei. Mögliche Theetwa das selbständige Erstellen men sind dabei zum Beispiel die Nutzung von Social Networks wie Facebook und die über das Internet neu gewonnene Mobilität in Form von Online-Reisebuchungen, -Banking oder –Einkäufen via Amazon, Ebay etc. sowie die direkte Navigation innerhalb der virtuellen Welt. Damit sich das Erlernte bei den Senioren besser verankert, haben diese sogleich die Möglichkeit, andere Gruppen über ihr Thema zu informieren. Und natürlich werden die Jugendlichen nicht unvorbereitet auf die Senioren „losgelassen“. Im Vorfeld des Trainings besuchen sie spezielle Vorbereitungsseminare, in denen ihnen vor allem ein seneines Profils bei einem sozialen sibilisierter Umgang mit älteren Netzwerk, eines Blogs oder eines Personen und grundlegende InGemeinsam leben und lernen in Europa e. V.

formationen über deren Ängste und Vorstellungen, aber auch ihren eigenen Unterricht nahegelegt werden. Über ein solches Projekt erhoffen sich die teilnehmenden PartnerOrganisationen Gemeinsam Leben & Lernen in Europa, das österreichische AHAPunkt Institut und die slowenische INTEGRA einen deutlich höheren Anteil älterer Teilnehmer im Netz. Denn diese würden ihrerseits über FacebookProfile, Blogs und ähnliches einen dauerhaften Austausch der Generationen zumindest im Internet gewährleisten.

Social web skills for elderly people

erührungsängste gegenüber dem Web 2.0 zu überwinden


Länderübergreifend – Auch die Gutachter der Nationalen Agentur Bildung für Europa beim Bundesinstitut für Berufsbildung, die für die GRUNDTVIG Lernpartnerschaften zuständig sind, bewerteten die Ergebnisse des "Social Web Skills for elder people"-Projekts positiv: "Im vorliegenden Endbericht wird deutlich, dass die Partnereinrichtungen sehr gut miteinander kooperiert und die angestrebten Ziele erreicht haben. Die Lernpartnerschaft hatte die Entwicklung von Methoden zum Ziel, durch die jüngere Menschen Ältere beim Erlernen des Umgangs mit digitalen sozialen Netzwerken zu unterstützen. Jede der Partnereinrichtungen hat einen Workshop zum Thema konzipiert und durchgeführt. Hauptergebnis ist ein Leitfaden, der auf der eigenen Projektwebseite (http://www.sowskills.eu/210-Startseite.html) zum freien Download zur Verfügung steht und somit von nachhaltigem Nutzen ist, beispielsweise für Einrichtungen, die ähnliche Projekte planen. Außer auf der Webseite wurde das Projekt über verschiedene weitere Wege verbreitet, wie beispielsweise eine FacebookSeite oder auf einer intergenerationalen Konferenz in Slowenien. Bemerkenswert sind die vielseitigen Aktivitäten zur Evaluation des Projektes, die während der gesamten Laufzeit durchgeführt wurden. Zusammengefasst wurden sie in einem Bericht, der auf der Projektwebseite zum Download zur Verfügung steht. Die lokal durchgeführten Aktivitäten sind beschrieben und der Beitrag zum Projekt lässt sich über die komplette Laufzeit gut nachvollziehen. Zusammenfassend ist der Bericht sehr gut nachvollziehbar und demonstriert eine sehr gute, prozessorientierte Durchführung des Projektes im Sinne der Aktion GRUNDTVIG-Lernpartnerschaften."

Transnationaler Work elder People“, 30.3.20 In unserer Lernpartnerschaft „Social Web Skills for elder People“ hatten wir uns ja zum Ziel gesetzt, gemeinsam mit Partnern aus Velenje/Slowenien und Wien ein Konzept zu entwickeln, wie jüngere Menschen ältere Menschen dabei unterstützen können, sich die Weiten der sozialen Netzwerke im Internet zu erschließen und dadurch den Dialog der Generationen zu fördern. Zu diesem Zweck hatten wir auf nationaler Ebene ehrenamtlich organisierte Workshops für Ältere durch jüngere Freiwillige durchgeführt. Als sich die Möglichkeit bot, unser Projekt auf dem Internationalen Festival der Generationen in Velenje/ Slowenien vorzustellen. Da wir die Präsentation nutzen wollten, sowohl jüngere als auch ältere Menschen zu motivieren, selbst solche Workshops zu organisieren bzw. an solchen teilzunehmen, sollte die Vorstellung des Projekts für die Zuhörer sehr praxisnah in Form eines interaktiven Workshops gestaltet werden. Gemeinsam entwickelten die Projektpartner und Senioren aus Deutschland und Studenten aus Slowenien einen gemeinsamen Workshop. Und das Interesse war groß: es waren ca. 50 jüngere und ältere Leute gekommen, um sich überzeugen zu lassen. Im ersten Teil des Seminars stellte Sanja Salmic Hojander, von Integra/Slowenien

das Projekt insgesamt vor. Um die Teilnehmer über die Fülle der Möglichkeiten der sozialen Netzwerke zu informieren, hatte Perdita Wingerter Beiträge von Senioren aus unserer Region gesammelt, die das Internet in vielfältiger Weise nutzten: in einer Präsentation wurden ihre Portraits gezeigt und ein Zitat, wie und warum sie bestimmte Dienste nutzten. Damit wurde nicht nur die Vielfalt der Angebote im Internet sichtbar, sondern es war auch deutlich, dass diese Angebote auch ohne Probleme von Senioren genutzt werden können und nicht nur ein Privileg der Jugend ist.

Im zweiten Teil wollten wir die Bedenken und damit Barrieren, die normalerweise Senioren im Umgang mit dem Internet haben, aufgreifen und entkräften. HansPeter Weska, ein aktiver Rentner aus Hauzenberg, spielte den „Advocatus Diaboli“ und stellte kritische Fragen im Umgang mit Miteinander ­ das Magazin von


shop „Social Web Skills for 12 in Velenje, Slowenien

dem Internet, z.B. welche Gefahren drohen, Datensicherheit, Risiko von Onlinebanking, Schutz der Privatsphäre, Ängste im Umgang mit der Technik etc. Natasa Zorko, IT-Studentin aus Slowenien, die sich auch als ehrenamtliche Mentorin für Kurse für Ältere in Velenje engagiert hatte, ging auf diese Fragen ein und stellte in einfachen Worten und Beispielen dar, wie man sich vor diesen Gefahren schützen bzw. diese minimieren kann. Anschließend übernahm Sylvia Danninger von AHA-Punkt aus Wien die Moderation und griff

Fragen der Zuhörer auf und motivierte sie, von ihren eigenen Erfahrungen zu sprechen. So erzählte ein Teilnehmer, dass er einen intensiven Kontakt zu seinem Enkel hat, seitdem er einen neuen Rechner hat.

Nicht nur hatte der Enkel ihm alles beigebracht, was er brauche, er komme nun auch den Opa gerne besuchen, der den viel besseren Rechner und damit die viel interessanteren Spiele habe.

Gemeinsam leben und lernen in Europa e. V.

Eine andere Teilnehmerin berichtete, dass sie über Facebook eine alte Schulfreundin wiedergefunden haben, die ausgewandert sei. Sie seien nun wieder im regen Austausch. Aber eines wurde aus der Diskussion deutlich: egal aus welchem Land die Senioren oder die jungen Menschen kamen, es war immer wieder festzustellen, dass die ältere Generation immer erst Fragen der Sicherheit und des Sinns und des Nutzens der sozialen Netzwerke wissen möchten, bevor sie sich darauf einlassen, während für die junge Generation der Umgang damit ein selbstverständlicher Teil ihres Alltags ist. Wo beide Generationen voneinander lernen können ist, dass die Jüngeren mehr für Fragen der Sicherheit, des Datenschutzes und der Wahrung der Privatsphäre durch die Älteren sensibilisiert werden können, während die Älteren von den Jungen die Freude am Entdecken und des vermeidlich ziellosen Ausprobierens vermittelt bekommen.

Transnationaler Workshop „Social Web Skills for elder People“

Generationsübergreifend


Internationales Festival der Generationen 29.-30.3. 2012 Velenje, Slowenien

Im Rahmen unserer europäischen Lernpartnerschaft „Social Web Skills for elder people“ hatten wir die Gelegenheit, an dem internationalen Mehrgenerationen-Festival in Velenje, Slowenien teilzunehmen. Sonja Bercko, Direktorin des Instituts Integra und unsere Kooperationspartnerin, hatte das Festival in Kooperation mit der Universität des Dritten Lebensalters und der Stadt Velenje organisiert. Ziel des Festivals war es, für das selbstverständliche Miteinander der Generationen in allen Bereichen des Lebens zu werben und aufzuzeigen, was die Generationen verbindet und wie sich Menschen jeder Altersgruppe aktiv gesellschaftlich einbringen und engagieren können. Marjan Sedmak, Präsident der Europäi- einbringen können und dieses voll genutzt schen Plattform „Europäisches Jahr des aktiven Alterns und der Solidarität zwischen den Generationen“ sprach die Herausforderungen an, die der demografische Wandel mit sich bringt: auf der einen Seite leben wir immer länger, während die Geburtenrate europaweit ständig sinkt. „Wir müssen uns bewusst werden, dass dies auch Auswirkungen auf die sozialen Strukturen und Rahmenbedingungen, aber auch auf die Beziehungskultur zwischen Menschen und den Generationen hat.“ Im Kern ginge es beim aktiven Altern um zwei zentrale Aspekte: erstens sollten ältere Menschen nicht als gesellschaftliche Belastung betrachtet werden und zweitens müsse gewährleistet sein, dass sie an allen Bereichen des gesellschaftlichen Lebens teilhaben können und sie ihr Potential voll

wird. Dies mache jedoch auch eine angemessene soziale Infrastruktur notwendig, die die Inklusion der älteren Generation ermöglicht. Dr. Wolfgang Eisenreich , Institut WIN, Österreich, wollte in seinem Vortrag „IntimAge - Awarness Raising for Intimicy in the Third Age“ das Tabu, öffentlich über das Thema Sexualität und Intimität im Alter zu sprechen, aufbrechen. Er ging der Frage nach, warum Sexualität im Alter überhaupt tabuisiert wird. Die Ursachen dafür liegen in normativen Werten der Gesellschaft, aber auch an frühkindlichen Erfahrungen, wo Sexualität unter älteren Menschen Verlegenheitsgefühle bis hin zu Ekel hervorruft. Dabei zeigen wissenschaftliche Untersuchungen, dass Liebe und eine gesunde Sexualität auch im Alter

Miteinander ­ das Magazin von


Veränderung herbeizuführen. Dies sei vor allem nur durch zwischenmenschliche Beziehungen möglich. Man müsse wieder fördern, dass Menschen wieder miteinander ins Gespräch kommen, sich austauschen und wieder Empathie lernen. Ein gutes Bespiel hierfür sei das Konzept der „Lebendigen Bücher“, wo man sich für kurze Zeit einen Menschen für ein persönliches Gespräch „ausleihen“ kann, um so mehr von ihm / ihr zu erfahren. Prof. Milan Pavliha stellte in seinem Vortrag „Freiwilligenarbeit im Kulturbereich“ vor allem die Leistungen von Älteren im Ehrenamt in den Vordergrund. „Wir Älteren sind voller Energie, Fähigkeiten und Lebenserfahrungen. Wir müssen als Ältere zwei Dinge beachten: zum einen müssen wir für uns selbst unsere körperliche und geistige Frische erhalten und gleichzeitig uns nützlich machen, und uns selbst für andere Menschen und für bessere zwischenmenschliche Beziehungen einsetzen.“ Durch ehrenamtliche Arbeit sei dies möglich. Außerdem trage ehrenamtliches Engagement dazu bei, neue Lernerfahrungen zu machen, soziale Fähigkeiten

Gemeinsam leben und lernen in Europa e. V.

und Kompetenzen zu erwerben sowie die Solidarität zwischen den Generationen und die Demokratie zu stärken. Sonja Bercko, Leiterin des Instituts Integra befasste sich in ihrem Beitrag „Glück“ mit der Frage „Wie man den Menschen helfe, erfolgreich zu sein und glücklicher zu werden?“ Unser Gefühl hat einen enormen Einfluss auf kognitive Prozesse. So fördert positives Denken Kreativität, Geselligkeit und Einfallsreichtum sowie die Wahrnehmung und Verarbeitung von positiven Informationen – bis ins hohe Alter hinein. Daher sollte es unsere Aufgabe im 21. Jh. sein, Begeisterung zu wecken, positive Gedanken und Gefühle zu initiieren und Menschen zu motivieren und zu ermutigen. Dann kann man auch sein Potential voll entfalten und glücklich werden. Abschluss des Festivals der Generationen war ein transnationales, generationsübergreifendes Seminar, das wir im Rahmen unserer europäischen Lernpartnerschaft „Social Web Skills for elder People“ entwickelt hatten. Nähere Infos dazu siehe im nächsten Artikel.

S oci al WebS ki l l s I n terg en erati on al con feren ce

positive Wirkungen hat: Herzprobleme und stressbedingte Krankheiten werden reduziert, die emotionale mentale Gesundheit wird verbessert, Heilungsprozesse werden beschleunigt, man hat weniger Schmerzen, stabilisierende Wirkung auf den Blutdruck, Gehirntätigkeit wird aktiver und insgesamt kann es zu einer höheren Lebenserwartung führen. Lada Zei, Projektleiterin von ZDUS stellte sich die Frage, ob es einen Generationenvertrag wirklich heutzutage noch geben kann. Sie betonte, dass es in der Geschichte der Menschheit immer notwendig war, dass die Generationen immer darauf angewiesen waren, füreinander zu sorgen, vor allem in Not- und Krisenzeiten sei dies oft überlebenswichtig. Aufgrund der Sicherheit der Lebensumstände sei dieser Generationenvertrag aufgebrochen worden, weil man sich nicht mehr ums Überleben sorgen musste, sondern vielmehr ginge es heute meist um das Mehren und die Sicherung des eigenen Wohlstands. Auch sei die Empathie für die ältere Generation erloschen. Frau Zei plädierte daher dafür, dass es Zeit sei, wieder eine


Zu Besuch in Prag

"Volunteer to learn" Lernpartnerschaft über Lern- und Bildungschancen durch Freiwilligenarbeit „Es ist unglaublich, wenn eine Vision Realität wird,“ freut sich Perdita Wingerter. Sie hatte den Wunsch gehabt, sich mit anderen Organisationen aus Europa darüber auszutauschen, welche Fort- und Weiterbildungsangebote es für Ehrenamtliche gibt, wie diese organisiert und finanziert werden. Außerdem wollte sie wissen, inwieweit man die Lernchancen und den Erwerb von Kompetenzen und Fähigkeiten durch das Ehrenamt marketingmäßig nutzen kann, um neue Freiwillige für das Ehrenamt zu gewinnen. Bei ihrer Suche nach Kooperationspartner in ganz Europa nutzte sie das Internet und alte Kontakte zu ehemaligen europäischen Kooperationspartnern. Und die Suche war erfolgreich: als Kooperationspartner konnte die nationale britische Freiwilligenorganisation CSV gewonnen werden, die dieses Jahr auch das europäische Sekretariat für das „Europäische Jahr der Freiwilligenarbeit“ inne haben. Weitere Kooperationspartner wurden die nationale tschechische Freiwilligenorganisation „HESTIA“ aus Prag, die rumänische Freiwilligenorganisation Centrul de Volontariat Cluj-Napoca

und die italienische Freiwilligenorganisation CSV aus Napoli. Als besonderer Erfolg ist zu werten, dass alle Projektpartner von ihren Nationalagenturen bewilligt wurden, d.h. gemeinsam starten konnten. Und die Zusammenarbeit auf europäischer Ebene gestaltete sich sehr erfolgreich.

„Ich habe die Erfahrung gemacht, dass Menschen, die sich fürs Ehrenamt stark machen, auch ähnlich ticken. Wir schauen nicht darauf, ob es sich „rechnet“ etwas zu tun, sondern bei uns steht die Sache bzw. der Mensch im Vordergrund.“ Auch Konkurrenz zählt nicht, vielmehr teilten alle beteiligten Organisationen gerne ihr Wissen und ihre Erfahrungen. Bei gegenseitiMiteinander ­ das Magazin von


gen Besuchen zeigten die Partner den Teilnehmern Freiwilligenprojekte, erklärten ihre Bildungs- und Trainingskonzepte für ihre Ehrenamtlichen, es gab einen regen Austausch und lebendige Gespräche zwischen Freiwilligen aus den Ländern. Und diese Erfahrungen und das Wissen wollten die Partner auch mit anderen teilen. Auf der Webseite www.volunteertolearn.eu haben die Partner ihre gemeinsamen Erkenntnisse formuliert, aber auch eine Sammlung von guten Beispielen aus den fünf Ländern zum Download für andere bereitgestellt. Aber Freiwilligen sollte eine Stimme gegeben werden. Freiwillige aus allen 5 Ländern erzählen, was sie durch ihr ehrenamtliches Engagement gelernt haben. Höhepunkt der Partnerschaft war aber sicher auch ein gemeinsamer Workshop auf einer europäischen Freiwilligentagung in Edinburgh/Schottland. Ge-

meinsam boten die Partner für Freiwilligenorganisationen aus ganz Europa einen Workshop an. Mit interaktiven Methoden und Beispielen aus allen 5 Ländern sollten die Teilnehmer dafür sensibilisiert werden, auf welchen Wegen Freiwillige zu ihrem Ehrenamt kommen: durch Mund-zu-Mund-Werbung, durch Freiwilligenagenturen, durch das Internet, durch Broschüren oder durch gezielte Werbung der Organisationen. Gemeinsam mit den Teilnehmern wurden dann die Vor- und Nachteile der verschiedenen Wege der Freiwilligengewinnung erläutert, als Empfehlungen zusammengefasst und ebenfalls auf der gemeinsamen Webseite bereitgestellt. Darüber hinaus beteiligte sich die Partnerschaft im Rahmen des „Europäischen Jahrs der Freiwilligenarbeit“ daran, Empfehlungen zum Thema Freiwilligenarbeit für die EU-Kommission zu formulieren. Insgesamt also war die Partnerschaft ein voller

Gemeinsam leben und lernen in Europa e. V

.

Erfolg. So sah das auch die Nationale Agentur Bildung für Europa beim Bundesinstitut für Berufsbildung in ihrer Abschlussbewertung des Projekts: „Die Lernpartnerschaft bearbeitete in vielschichtiger Weise das aktuelle Thema Freiwilligenarbeit. Es wurden umfassende Ergebnisse erzielt und Produkte erstellt. Positiv fallen auch die vielfältigen lokalen Aktivitäten und die Einbindung unterschiedlicher lokaler Akteure und Initiativen auf. Insgesamt wurde der europäische Rahmen intensiv von den beteiligten Partnern genutzt, um verschiedene Aspekte zur Freiwilligenarbeit zu bearbeiten. Die Lernpartnerschaft zeichnet sich insgesamt durch eine starke Umsetzung des Nachhaltigkeitsgedankens, die Ausstrahlung in die Region und eine gute Breitenwirkung aus.“ Mehr Infos zur Partnerschaft und zu den Ergebnissen unter: www.volunteertolearn.eu

Volunteer to learn

Zu Besuch in England


„Volunteer to learn“

Das Ziel von CNVC ist es die Bürger von Cluj mittels Freiwilligenarbeit in die Problemlösungen der Gemeinschaft einzubinden und somit den Stellenwert des Ehrenamtes zu stärken. Sie wollen die Anzahl der Freiwilligen erhöhen, bieten umfangreiche Infoveranstaltungen und Schulungen rund um das Thema Ehrenamt an und vernetzen sich regelmäßig mit anderen Organisationen um ihre Projekte weiterzuentwickeln.

Was man so als älterer Freiwilliger in einem europäischen Projekt erleben kann

felden und die Lesepatin Margot Bofinger mit dabei. In einer Konferenzschaltung wurde der italienische Vertreter des Pro-jekts von CSV Napoli zeitweise mit beteiligt. Die Vertreter der teilnehmenden Partnerländer berichteten über die Fortschritte in den von ihnen zu koordinierenden Aufgabenbereichen und unterbreiteten Vorschläge für das weitere Vorgehen.

Ein Bericht Rüdel

"Beeindruckend waren Romanas Stadtführung in Cluj sowie die Besichti­ gung des stillgelegten Salzbergwerkes in Turda, so dass wir auch einen Eindruck über die dortige Umgebung mitnehmen konnten." 31. März 2012 Christoph Rüdel

von

Christoph

GRUNDTVIG ist ein Programm der Europäischen Union für „Mobilität und Zusammenarbeit in der Erwachsenenbildung in Europa“ als Teil des EU-Initiative „Lifelong Learning Programme“. Innerhalb dieses sehr umfangreichen Programmes GRUNDTVIG gibt es auch sogenannte Lernpartnerschaften, wo sich Organisationen aus ganz Europa zu bestimmten Themen austauschen und zusammenarbeiten können. Ich und zwei andere ältere Freiwillige hatten die Gelegenheit, an einem Austauschtreffen der europäischen Lernpartnerschaft „Volunteer to learn“ vom 22.-23.3.2012 in Cluj-Napoca, Rumänien teilzunehmen, an dem Partner aus Deutschland, England, Italien, Rumänien und Tschechien beteiligt sind. Gastgeber und Veranstalter war das Freiwilligenzentrum „Centrul de Voluntariat Cluj-Napoca“. Unsere deutsche Delegation wurde von Frau Perdita Wingerter, ehrenamtliche Geschäftsführerin von „Gemeinsam leben und lernen in Europa“ (GLL) in Passau vertreten. Neben mir waren noch meine Frau Inga Rüdel als Projektleiterin der „Lesepaten“ in Eggen-

Dank der hervorragenden Vorbereitung, der perfekten Organisation und der professionellen Moderation dieses Workshops durch die rumänische Seite wurde ein sehr anspruchsvolles Programm in einer von echter Partnerschaft geprägten Atmosphäre durchgeführt, so dass die gesetzten Ziele erreicht werden konnten. Am Ende der Tagung waren sich alle Teilnehmer einig, dass u.a. nachfolgende Ergebnisse erzielt werden konnten:

•Detailkenntnisse über die Ehrenamtsbewegung in Rumänien •Kenntnisse über die Arbeit des „ClujNapoca Volunteer Centre“, speziell die Aus- und Weiterbildungsangeboten für ehrenamtlich tätige Bürger •Festlegung von Lernzielen für ehrenamtlich tätige Bürger •Kontakt und Zusammenarbeit mit örtlichen Organisationen Miteinander ­ das Magazin von


Teilnehmer des Workshops aus 4 Nationen (von links): Mehmet(UK), Christoph(GE), Romana(RUM), Sarah(UK), Inga(GE), Oana(RUM), Nicoleta(RUM), Perdita(GE), Hana(CSR), Margot(GE), Lisa(UK)

tigkeit insbesondere durch Ausbildung und Hilfe in Projekten und führt selbst Projekte für Bürger durch mit dem Ziel, die Demokratie zu stärken und weiterzuentwickeln.

sein, sich mit ihnen austauschen und interessante Gespräche zu führen. Gefreut hat uns auch das wirkliche Interesse an unserer ehrenamtlichen Arbeit. Es war ein sehr anregendes Miteinander und Beeindruckend waren Stadt- wir kamen sehr inspiriert zuführung der einheimischen rück. Wir freuen uns schon

Ehrenamtlichen Romana in Cluj sowie die Besichtigung des stillgelegten Salzbergwerkes in Turda, so dass wir auch einen Eindruck von der dortigen Umgebung mitnehmen konnten. Der Austausch war für mich, meine Frau und Margot ein einmaliges Erlebnis. Wir haben es genossen, mitten unter so vielen jungen Menschen zu

Gemeinsam leben und lernen in Europa e. V.

auf den nächsten Besuch in Deutschland. Da wollen wir den Partnern mal unser Lesenpate-Projekt vor Ort vorstellen. Mehr Infos unter: www.volunteertolearn.eu

Volunteer to learn Cluj/Rumänien

Während der Konferenz wurde wiederholt über aktuelle Projekte berichtet und diskutiert. Besonders wertvoll waren die Berichte von drei jungen Menschen aus Deutschland und den Niederlanden, die z.Zt. ein freiwilliges Jahr in einem Kinderkrankenhaus in Cluj leisten, bevor sie mit ihrem Studium beginnen. Besonderes Interesse fanden auch die Gespräche über aktuelle Projekte, wie z.B. das von Inga Rüdel vorgestellte Lesepatenprojekt in Eggenfelden oder das „Banana-Box- Projekt” von Fred Margerum aus England, das ausschließlich von Ehrenamtlichen in England getragen wird und vor allem einzelne Handwerker in Afrika unterstützen soll. Insbesondere die Vertreter der jeweils anderen Länder waren sehr an umfangreiche Informationen über diese beiden Projekte interessiert. Weitere Kontakte zu diesen Projekten wurden vereinbart. Die Gespräche und Diskussionen wurden mit einem Besuch der NGO „Ratiu Center for Democracy“ in Turda eindrucksvoll abgeschlossen. Diese private Stiftung unterstützt alle Formen ehrenamtlicher Tä-


Ehrenamtliches Engagement

Ein Besuch bei einer CSV Napoli (Centro di

servizio per il volontariato) gibt es seit 2004. Diese "second-level Non-Profit-Organisation" fördert ehrenamtliches Engagement und berät Freiwilligenorganisationen . Sie bieten Fortbildungen zum Thema Ehrenamt an, arbeiten mit Schulen und Studenten zusammen und vermitteln junge und ältere Freiwillige auch in andere europäische Länder. Bei ihrer Arbeit stehen Themen wie soziale Inclusion, Integration von Migranten, Vernetzung der Generationen u.v.m. im Vordergrund. Gerade in den sozialen Mißständen Neapels sehen die Organisatoren viel Handlungsbedarf und hoffen mit vielen Freiwilligen etwas verändern zu können.

Im Rahmen der Lernpartnerschaft „Volunteer to learn“ waren wir im Mai 2012 in Neapel/ Italien. Die beiden älteren Ehrenamtlichen Christoph Rüdel und Margot Bofinger hatten die Geschäftsführerin Perdita Wingerter begleitet, um zu erfahren, welche ehrenamtlichen Projekte in Neapel durchgeführt werden. „Wir waren schon bei der Studienreise in Rumänien dabei gewesen und haben so viele Inspirationen mit nach Hause genommen,“ erzählt Christoph Rüdel. „Ich freue mich, wieder dabei sein zu können.“ Und die drei erlebten ein kleines Abenteuer in diesen drei Tagen. Als erstes fiel der Müll auf. Man hatte zwar schon mal davon in der Zeitung gelesen oder im Radio gehört, dass die Müllabfuhr in Neapel ein Problem sei, aber wenn man überall Müll rumliegen sieht, ist das etwas anderes. „Das ist gar nichts. Zurzeit ist es sogar ganz sauber für Neapeler Verhältnisse“, erzählt Gabriele Gesso, der italienische Projektkoordinator. Er engagiert sich in einer Bürgerbewegung, die eine von Bürgern getragene Müllentsorgungsanlage bauen wollen, weil die jetzige Müllentsorgung in den Händen der Mafia ist, die die-

se dazu nur nutzt, um mit so wenig Einsatz wie möglich, so viel Geld wie möglich zu verdienen. Aber Gabrieles Einsatz ist nicht ungefährlich: er hat schon mehrere Drohungen erhalten. Mut hatten auch die Initiatoren des Jugendzentrums „Asterix“: engagierte Bürger/innen, vor allem aus dem kulturellem Bereich, hatte in einer stillgelegten Schule in einem üblen Viertel einen Ort für Kinder und Jugendliche geschaffen, wo diese aus ihrem Alltag der Armut und Gewalt eine Oase finden, wo ihnen jemand hilft die Hausaufgaben zu machen, wo sie spielen, singen und tanzen können. Das Zentrum, das immer von akuter Finanznot bedroht ist, wird größtenteils von Freiwilligen betrieben, die kulturelle Aktivitäten wie Theater, Kunst und Musik für die Kinder und Jugendliche und auch Freizeit- und Unterhaltungsangebote organisiert (z.B. Videoworkshops, Ausflüge, Disco, Sportangebote und Festivals). Wie wichtig dieser Ort für die Kinder war, sah man später im Taxi auf der Rückfahrt. „Hier sieht es aus wie in einem DritteWelt-Land und nicht wie in Europa“, zeigte sich Christoph Rüdel sichtlich geschockt als der Taxifahrer die üblichen Routen Miteinander ­ das Magazin von


unter gefährlichen Rahmenbedingungen

Freiwilligenagentur in Neapel Auch die Sozialhilfen und Beihil- wie ein Mensch in einer Seitenfen für Arme wurden in den letz- straße erschossen wurde. Noch ten drei Jahren um 87 Prozent größer war der Schock, dass die Menschen einfach weiterhasteten Hier werden die Be- und einfach alles weiterlief, als hinderten nicht ver- wäre nichts geschehen. steckt, sondern sind Insgesamt war der Besuch auch ein selbstverständli- eine Herausforderung für uns cher Teil der Gesell- Deutsche: Die Tagesordnung war schaft“ , sagt Margot Bofinger. nur eine grobe Orientierung, Pläne wurden kurzfristig geändert, gekürzt. Seit eineinhalb Jahren kleine Kaffeepausen eingelegt, erhalten alle Hilfsorganisationen um sich kurz neu zu orientieren, für die Unterstützung der ärmsten die Organisation locker und unKinder kein Geld vom Staat mehr. strukturiert. Wenn das so weitergeht, werden Insgesamt war der Besuch jedoch auch die sozialen Organisationen, eine wichtige Erfahrung. „Es wur-

die bisher noch Hilfe für die Armen und Benachteiligten boten, schließen müssen. Vieles sei überhaupt nur noch möglich, weil es so viel ehrenamtliches Engagement gäbe. Wie alltäglich auch Gewalt in Neapel ist, musste auch Perdita Wingerter erfahren. Als sie eine zweistündige Pause im vollen Programm nutzte, um in einer großen Geschäftsmeile zu schlendern, sah sie aus kürzester Nähe,

Gemeinsam leben und lernen in Europa e. V.

de mal wieder deutlich wie wichtig Ehrenamt ist. Auch mit wenigen Mitteln und viel eigenem Engagement kann man tolle Projekte und Aktionen auf den Weg bringen. Man darf sich nur nicht von den Schwierigkeiten abbringen lassen. Und die Herzlichkeit und Offenheit der Menschen war wirklich eine schöne Erfahrung!“ zieht Margot Bofinger Bilanz.

Volunteer to learn Neaple

verließ und eine Abkürzung durch das Viertel nahm. Beeindruckt waren wir aber vor allem von dem Fest „Giochi senza barriere – Diritti alla festa“, das eine Vielzahl von ehrenamtlichen Organisationen organisiert hatte. Kinder mit und ohne Behinderung spielten selbstverständlich miteinander oder sangen zusammen auf der Bühne. „Ich bin wirklich begeistert, mit welcher Leichtigkeit hier Inklusion gelebt wird. Hier werden die Behinderten nicht versteckt, sondern sind ein selbstverständlicher Teil der Gesellschaft“, sagt Margot Bofinger. Sie kennt auch einige Eltern von behinderten Kindern, die deswegen ihren Urlaub auch immer in Italien machen. Aber Neapel hatte auch wunderschöne Seiten: eine schöne Altstadt, tolles Essen, freundliche und offene Menschen, wo jung und alt, behindert, nicht behindert miteinander umgehen. Aber es gab auch viel Armut und viel Verfall zu sehen. Aber es ist eine Stadt die trotz ihrer Armut pulsiert und die Menschen trotz der Schwierigkeiten nicht aufzugeben scheinen. Von den Schwierigkeiten einer Kommune, die mit geringen Mitteln versuchen muss, soziale Infrastrukturen zu schaffen bzw. zu erhalten, berichtete der stellvertretende Bürgermeister von Neapel Sergio D’Angelo. Die aktuelle Finanzkrise habe die Situation noch verschärft. Die Hilfen für bedürftige Familien seien kontinuierlich gekürzt worden. Das durchschnittliche mittlere Einkommen der Neapolitaner ist in wenigen Jahren von einst 680 auf heute 550 Euro gesunken.


Unsere Partner: Koordination:

LOS – Liberecká obcanská spolecnost, o.s. Luzická 31 460 01 Liberec 1/Tschechien www.losonline.eu

Words Connecting Generations

Im Projekt "Worte verbinden Generationen" (Words connecting Generations) tauschen sich Partner aus Tschechien, Österreich, Polen und Deutschland über gute und bewährte Projekte, Methoden und Aktionen zur Überlieferung von mündlich übertragener Geschichte („oral history") aus. Gemeinsam erarbeiten sie Vorschläge und gute Beispiele wie es gelingen kann, die „Geschichte(n)" der älteren Generation durch Einsatz von Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT) zu bewahren und vor allem für die jüngere Generation zugängig zu machen. Damit möchte das Projekt den Dialog zwischen den Generationen fördern. Unsere beiden Mitglieder Jochen Peters (68 Jahre) und Rahel Rude (22) arbeiten im Projekt mit. Hier ihre ersten Eindrücke …

Jochen Peters (68) coobra – cooperativa braccianti Herklotzgasse 21 1150 Wien/ Österreich www.coobra.at

Fundacja na Rzecz Studiów Europejskich Foundation for European Studies Baluckiego 1/16 50-034 Wroclaw/ Polen ww.feps.pl

Unsere Projektwebseite:

“words connecting generations” http://http://www.wor dsconnectinggeneratio ns.eu/

In der Vorstellungsrunde habe ich folgende Ereignisse auf meiner Lebenslinie angesprochen: Vor Kriegsende geboren, beruflich zuerst als Wirtschafts Ingenieur gearbeitet, dann nach einem Zweitstudium als Erwachsenenpädagoge in einer Begegnungsstätte, zugleich Familien- und Selbsthilfezentrum, in Mühldorf am Inn. Nun als Rentner und Großvater bin ich noch mit „kleinen“ Projekten beschäftigt: Beratungen zu Freiwilligenengagement, Volunteer z.B. 2011 für 3 Wochen in Prag, Erfassung einer Ahnentafel mit Familienstamm der jüngeren Generationen, Babysitting, … Die Motivation für unser Projekt geht von meinem Interesse an einem Generationendialog aus, in dem Jung und Alt aus einem gegenseitigen Verständnis kulturübergreifend miteinander Zukunft gestalten. In diesem Projekt ist mir dann der Begriff „Oral History“ begegnet, den ich mit meinen „Familiengeschichten“ verbinden kann. Auch andere Geschehnisse in meinem Lebensumfeld z.B. KZ-Außenstelle Mühldorf und der „Mühldorfer Todeszug“ zu Kriegsende bieten sich an, Zeitzeugengeschichten aufzuarbeiten und anderen zugänglich zu machen. In dem Zusammenhang ist mir auch bewusst geworden, dass ich mittlerweile selbst „Zeitzeuge“ geworden z.B. für die Zeit um 1968 und 1989.

Zudem habe ich im ersten Workshop schon interessante andere Beispiele der Projektpartner zu unserem Thema kennen gelernt. Solche „Good Practice“-Projekte sind es wert, weitergegeben zu werden. Sie sind lebendige Geschichte wie die vorgestellte „Living Library“ oder die erlebte Zeitzeugenbefragung unserer tschechischen Partnerorganisation LOS. Hierzu wollen wir gemeinsam eine Sammlung von guten Beispielen für andere Interessierte zusammen mit einer didaktischen Aufbereitung erstellen. Auch wollen wir uns gemeinsam überlegen, welche Methoden, Werkzeuge und Wege zu diesen Themenbereichen geeignet sind. Das scheint mir eine sehr nützliche Arbeit zu sein. Die Aufbereitung mit Hilfe der neuen Medien (ICT) ist ein Arbeitsfeld, in dem gerade die Kompetenzen der jüngeren Generation eine wertvolle Unterstützung der Älteren sein kann, denen diese Techniken nicht so vertraut sind. Insoweit ist das gemeinsame Partnerprojekt auch ein Erfahrungs- und Übungsfeld von Jung und „nicht mehr so Jung“. Es bietet auch einen Raum, wo Worte wie auch Geschichte(n), Gefühle oder Werte Generationen verbinden. Auch bei der Gestaltung von Flyern über die Freiwilligenarbeit im Landkreis konnte er intensiv mitarbeiten. Seine Bildungsgutscheine nutzte er für weiterführende EDVKurse.

Miteinander ­ das Magazin von


Bevor wir uns auf den Weg nach Tschechien gemacht haben, hatte ich eine sehr vage Vorstellung davon wie es werden könnte. Auf alle Fälle hatte ich mir vorgestellt, dass wir Geschichten aus der NSZeit sammeln – nur eben aus Perspektiven von verschiedenen Ländern. Außerdem hatte ich mir vorgestellt, dass wir ein einheitliches Konzept zur Sammlung von „oral history“ erstellen, was dann ohne Kreativitätsfreiheiten in allen Ländern angewandt wird. Des Weiteren hatte ich mir vorgestellt, dass wohl mehr als 10 Leute an diesem Projekt teilnehmen würden und dass daher die Motivation und die Ideen der einzelnen Teilnehmer keine Rolle spielen würden. Ich hatte nicht erwartet, dass ich bei diesem Projekt aktiv mitplanen würde, sondern viel mehr gedacht, dass ich einen groben Eindruck davon kriege, wie man ein Projekt plant und durchführt und, dass ich nette Menschen und ihre Kultur etwas kennen lernen kann. Grundsätzlich war mir auch nicht klar, dass wir keinen schon fertiggestellten Projektplan vorgesetzt bekommen, sondern ich dachte vielmehr, dass wir uns über Methoden austauschen würden, die das Projekt betreffen. Daher war ich recht überrascht, dass die ganze Projektplanung erst vor Ort vorgenommen wurde und ich daher direkt eine Mitge-

stalterin war. Ich war beeindruckt, dass Kasia so viel Kraft und Freude in die Organisation eines kleinen Treffens wie diesem gesteckt hat und dafür gesorgt hat, dass unser Aufenthalt ökonomisch genutzt wurde. Generell war ich beeindruckt von den Motivationen und Erfahrungen aller Teilnehmer und war vor allem beeindruckt wie viel Energie alle für ein freiwilliges Projekt aufgewendete haben. Ich fand es schön, dass es bei dem Treffen nicht nur um die Planung eines Projekts ging, sondern dass es auch wichtig war sich kennenzulernen und sich gegenseitig zu motivieren und zu inspirieren. Die Anfangsphase der Projektdefinierung und Planung selber habe ich als etwas anstrengend empfunden, weil so viele verschiedene Charaktere, Wünsche und Anmerkungen schwierig zu fusionieren waren. Ich fand es aber sehr schön, dass jede Idee gleichwertig behandelt und diskutiert wurde. Je klarer die Grundidee und Ausführung des Projekts wurde, desto wohler habe ich mich gefühlt. Doch ich denke für die Zukunft habe ich schon einmal gelernt, dass es grundsätzlich besser ist sich im Voraus intensiver mit den verschiedenen Ländern und ihrer Geschichte sowie verschiedenen Auslegungen von Projektideen auseinanderzusetzen.

Gemeinsam leben und lernen in Europa e. V.

Letztendlich habe ich mich darüber gefreut, dass nicht der Nationalsozialismus im Vordergrund dieses Projekts stehen wird, sondern allgemein (geschichtliche) Themen eine Rolle spielen. Außerdem fand ich es schön, dass wir zwar alle etwas gemeinsam machen, aber eben auch selbst kreativ werden können – besonders, weil es meiner Meinung nach nicht viele thematische Eingrenzungen gibt. Alles in Allem habe ich mich gefreut, dass das Treffen so gut geklappt hat, dass wir uns insgesamt gut verstanden haben und natürlich auch das Projekt ordentlich planen konnten. Ich freue mich schon auf die weiteren Treffen und die Umsetzung des Projekts und bin mir sicher, dass es inspirierend wird und ich viel lernen werde!

Words connecting Generations

Rahel Rude (22)


ALL INCLUSIVE

Eine Auswahl der ausgestellten Fotos:

Was ist Jugendlichen wichtig? Stimmen.

Abschlussbericht:

Interkulturelles Adventskonzert 2012

Das interkulturelle Advents-Konzert und -Fest in Passau am 8.12.2012 in der „Alten Apotheke“ war ein besonderes Erlebnis. Die Location hat eine ganz eigene, angenehme, gemütliche Atmosphäre, der versammelte bunte Kreis sehr verschiedener Menschen war sehr offen für die eigenwillige Mischung unterschiedlichster Musik und Stimmungen, die die Kapelle Franck zu bieten hat. Die Alte Apotheke war mit ca. 50 Menschen im Publikum, den 9 Musikern aus Linz, und dem Team der freiwilligen Organisatoren aus Passau voll besetzt. Hier trafen sich Menschen verschiedensten Alters und unterschiedlichster Nationalität, aber auch Menschen mit Behinderungen zu einer verbindenden und bewegenden Veranstaltung. Die Kapelle Franck spielte in voller Besetzung: zwei Gitarren, ein Cello, eine Violine, eine Blockflöte, ein Akkordeon, eine Klarinette und eine Trommel. Fast dominanter war jedoch der teils solistische, teils mehrstimmige Gesang aller MusikerInnen.

Nach einem 1-stündigen Konzert gab eine lange Pause Raum für Begegnung. Das liebevoll hergerichtete internationale Buffet lud die Gäste zur Verkostung vieler besonderer Leckereien ein. Der Eingangsbereich der alten Apotheke war mit Sitz- und Stehplätzen bis zum Rand gefüllt, die Theke dagegen war gefüllt mit kulinarischen Köstlichkeiten und Getränken. Es gab einen regen herzlich „grenzüberschreitenden“ Austausch zwischen den Gästen aus Passau und Linz. In der Pause hatten die Zuschauer auch die erste Gelegenheit die Fotoausstellung „überall dabei“ mit Fotographien von Holger McCormick und Perdita Wingerter sowie mit einer Auswahl aus dem Fotoprojekt „Ganz schön krank“ von Andrea Krallinger anzuschauen. In den Bildern ging es um ganz selbstverständlich gelebte Inklusion in unserer Region. Es wurden Menschen mit Beeinträchtigungen in Alltagssituationen gezeigt und neben jedem Bild war auch noch eine kurze GeMiteinander ­ das Magazin von


Vereinsaktivitäten 2009 - Umfrage YourChance Benefizkonzert

schichte der abgebildeten Menschen zu lesen. Durch die Bilderausstellung kamen auch Menschen mit Behinderungen zu der Veranstaltung. In der Veranstaltung gelang es, die beiden Themen Integration und Inklusion zu verbinden und auch Menschen zu entsprechenden Gesprächen anzuregen. Nach der ausführlichen Pause gab es im zweiten Teil des Konzerts vor allem internationale Stücke und Songs, die Raum ließen für gemeinsamen Gesang mit den Zuschauern. Nach dem letzten Stück “Evening Rise“, (ein Indianer-Lied) und 3 Zugaben war nicht etwa Schluss, sondern die Begeisterung für den gemeinsamen Austausch ging noch bis in die Nacht.

Gemeinsam leben und lernen in Europa e. V

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Miteinander Ausgabe 5 (März 2013)