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Ausgabe 1 / 2012

"New Horizons for Active Seniors": 7 ältere Freiwillige wagen das Abenteuer Tschechien Filmfestival "ueber Mut" berührt barrierefrei

Miteinander

Das Magazin von Gemeinsam leben und lernen in Europa e. V.

2011 - Ein Jahr im Zeichen des Ehrenamts

Einmal über den Tellerrand, bitte: Der Aktionstag für Jungs 2011 Freiwilligendienst aller Generationen Gemeinsam leben & lernen in Europa und Caritas Passau informiert über Versicherungsschutz im Ehrenamt Kinder - erleben - Kulturen 2 Passauer bei EU-Konferenz in Brüssel World Family Organization: Alter schützt vor Taten nicht: 15 ältere Freiwillige beenden Ausbildung zum ehrenamtlichen Projektmanager Forschungsprojekt der Hochschule WürzburgSchweinfurt "Hand in Hand für Senioren" EU-Programm "Integration durch Austausch"

EU-Lernpartnerschaft "Gender Problem Scanning Techniques"

Jahrmarkt des Ehrenamts:

Interessierte Bürger informieren sich über Möglichkeiten, sich ehrenamtlich zu engagieren


Verein Inhalt Editorial

Projekte

Inhaltsverzeichnis

2011: Das Europäische Jahr der Freiwilligentätigkeit Die Europäische Union rief das Jahr 2011 zum Europäischen Jahr der Freiwilligentätigkeit aus. Dadurch viel der Fokus vielmals auf ehrenamtliche Organisationen - wichtig genug, denn oft scheint die Gesellschaft sie und ihre ausschließlich ehrenamtliche Struktur trotz der Wichtigkeit ihres Engagements nicht zuletzt bei Fragen der Finanzierung zu vergessen. "Gemeinsam leben & lernen in Europa e.V." setzt sich daher auch stark für Förderung und Honorierung des Ehrenamts ein.

Tschechien-Austausch "New horizons for active seniors" Vortrag "Versicherungsschutz im Ehrenamt" Tatenzettelaktion Jahrmarkt des Ehrenamts Franz Szabo in Ipswich Senior Trainer: Kurs "Erfahrungswissen für Initiativen" Freiwilligendienst aller Generationen EU-Programm "Integration durch Austausch" Forschungsprojekt "Freiwilligenmanagement in Unterfranken" EU-Konferenz ,,Volunteer! Make a difference" Lagfa-Tagung World family Organisation Die Ehrenamtskarte Filmfestival ,,ueber mut" Aktionstag für Jungs

Ausgabe 1 / 2012

Neue Wege weisen: Der Aktionstag für Jungs 2011 Im April letzten Jahres organisierten wir zum fünften Mal den Aktionstag für Jungs, der Jungen die Möglichkeit gibt, in Berufe jenseits ihrer engen "geschlechtertypischen" Auswahl hineinschnuppern zu können. Dass solche Arbeitsbereiche jedoch auch für Jungen attraktiv sind, zeigt die rege Beteiligung am Projekt.

"Volunteer! Make a difference" Die EU-Konferenz stellt wichtige Weichen für die Förderung ehrenamtlichen Engagements in Europa. Mit dabei: Die Passauer Perdita Wingerter und Paul Steiner.

Filmfestival "ueber Mut" Auch 2011 fand wieder ein Filmfestival der Aktion Mensch in Passau statt. Die Filme zeigten diesmal Menschen, die sich leidenschaftlich für ihren Traum von Veränderung einsetzen, sich mutig ihren eigenen Ängsten und Widersprüchen stellen und darüber offen sprechen.

Impressum: Miteinander - Das Vereinsmagazin von Gemeinsam leben & lernen in Europa e.V. Herausgeber: Gemeinsam leben und lernen in Europa e.V., Leopoldstraße 9, 94032 Passau; Telefon: 0851-213 27 40, Fax: 0851-213 27 39; Mail: info@gemeinsam-in-europa.de, www.gemeinsam-in-europa.de Chefredaktion: Perdita Wingerter, Redaktion: Dana Flechsig-Warbineck, Mitarbeit: Alexa Rieger, Layout: Franz Szabo, Fotos: Holger McCormick oder privat. V.i.S.d.P.: Perdita Wingerter, Geschäftsführerin GLL; Miteinander erscheint unregelmäßig. Text- und Bildkopien nur mit Genehmigung.


Editorial von: Perdita Wingerter

(ehrenamtliche Geschäftsführerin von Gemeinsam leben & lernen in Europa) Anforderungen an das Ehrenamt steigen damit: um finanziert zu das Jahr 2011 war das werden, muss man professioneller „Europäische Jahr der arbeiten. Um professioneller zu Freiwilligentätigkeit“ – ein gutes werden, braucht man mehr Motto für unseren Verein, Ressourcen … ein schwieriges schließlich realisieren wir all Unterfangen. Und natürlich unsere Projekte und Aktionen mit besteht die Gefahr, dass das Freiwilligen und tauschen uns Ehrenamt funktionalisiert wird, um über unsere Erfahrungen mit Haushaltslöcher zu stopfen oder europäischen Partnern aus vorhandene Strukturen und insgesamt 14 Ländern aus. Ich Leistungsangebote mit Hilfe des selbst hatte die Gelegenheit von Ehrenamts zu stützen bzw. sie der EU-Kommission erhalten, durch´s Ehrenamt zu ersetzen. zusammen mit 200 Freiwilligen Aber ehrenamtlich heißt nicht aus ganz Europa der Kommission kostenlos. Das Ehrenamt darf Vorschläge zu einer besseren auch nicht missbraucht werden, Unterstützung der um Kosten zu sparen! Freiwilligenarbeit zu erarbeiten. Es Aber auch die Ehrenamtlichen war schon eine ganz besondere selbst sind anspruchsvoller Atmosphäre inmitten dieser geworden. Früher konnte man Menge aus engagierten Menschen noch leichter Menschen für die zu sein. Und ich machte erneut gute Sache gewinnen, weil „man die Erfahrung, die ich schon auf das so macht“. Früher war es lokaler und bayerischer Ebene leichter Menschen zu finden, die gemacht habe: Ehrenamtliche sind oft bis an ihr Lebensende treu für ganz besondere Menschen. Man einen Verein tätig waren. Dies findet schnell eine gemeinsame wird zunehmend die Ausnahme, Ebene, tauscht sich aus, das Ehrenamt auf befristete Zeit unterstützt sich, packt an und die hingegen die Regel. Ehrenamtliche Sache steht im Vordergrund, nicht heute wollen ihr Engagement der monetäre Vorteil oder der selbst aktiv mitgestalten, ihre persönliche Gewinn. Erfahrungen und Kenntnisse Aber wir alle kämpfen mit den einbringen, sich selbst gleichen Problemen: Es wird verwirklichen und Wertschätzung immer schwieriger, Gelder für die und Anerkennung spüren. Sie eigene Arbeit zu bekommen, die wollen nicht einfach die Arbeit von Beschaffung von finanziellen bezahlten Kräften leisten bzw. zu Ressourcen frisst viel Zeit und bloßen Hilfskräften der Motivation und selten ist jemand Hauptamtlichen degradiert bereit, die Infrastruktur von werden. Wenn es Organisationen ehrenamtlichem Engagement (z.B. nicht gelingt, deren individuelle Miete, Strom, EDV, Verwaltung) Bedürfnisse zu berücksichtigen, finanziell zu unterstützen. Die dann verschwinden sie schnell und Liebe Leser/innen,

sind unwiederbringlich weg. Deswegen müssen sich Vereine und Organisationen an den Wandel des ehrenamtlichen Engagements anpassen. Sie müssen rechtzeitig reagieren und strategisch planen: Wie müssen wir strukturiert und aufgestellt sein, um neue Ehrenamtliche zu gewinnen und längerfristig an uns zu binden? Wo liegen unsere Prioritäten, wenn personelle und finanzielle Ressourcen knapper werden? Welche Ressourcen haben wir überhaupt, um Ehrenamtliche professionell zu begleiten? Aber ich möchte Ihnen Mut machen: Wenn man sich auf die veränderten Bedingungen einlässt und Ehrenamtlichen Raum für Kreativität, individuelle Gestaltung und neue Ideen gibt, sie wertschätzt und gut begleitet, dann werden unglaublich viel positive Kräfte frei. Neue Projekte und Aktionen entstehen und alle Seiten werden gewinnen : die Organisationen – die Freiwilligen – und unsere Gesellschaft.


Das EU­Programm Grundtvig Mit seinen Förderprogrammen möchte die EU unter anderen das Lebenslange Lernen fördern. Das Programm Grundtvig zielt auf die Schaffung von unterschiedlichen Bildungsmöglichkeiten für Personen jedes Alters ab um formales, non­ formales oder informelles Lernen zu fördern. Freiwilligenarbeit wird zunehmend als sehr nützlicher Beitrag zu in­formalen Lernerfahrungen für Menschen aller Altersgruppen angesehen. Insbesondere wurde Freiwilligenarbeit als eine Möglichkeit für Lernerfahrungen für ältere Bürger in Europa erkannt, die den Prozess des aktiven Älterwerdens fördert und den Beitrag von Senioren in unseren Gesellschaften betont. Tatsächlich sind ältere Bürger eine reiche Quelle der Weisheit und Erfahrungen aus denen die Gesellschaft einen weit größeren Nutzen ziehen sollte, als in der Vergangenheit. Diese Aktion ermöglicht eine neue Form der Mobilität für ältere Bürger in Europa und erlaubt ihnen in einem anderen als ihrem eigenen Europäischen Land zu lernen, Wissen und Erfahrungen auszutauschen. Grundtvig­Aktionen: Freiwilligenprojekte älterer Menschen Durch diese Aktion erhalten ältere europäische Mitbürger und Mitbürgerinnen die Gelegenheit, an Freiwilligenprojekten in einem anderen europäischen Land teilzunehmen, um voneinander zu lernen sowie Kenntnisse und Erfahrungen auszutauschen. Die Projekte ermöglichen Partnerschaften und den Austausch von älteren Freiwilligen zwischen lokalen Einrichtungen aus zwei Ländern, die am EU­ Bildungsprogramm für Lebenslanges Lernen teilnehmen. Während eines zweijährigen Projekts werden von jeder Einrichtung bis zu sechs Freiwillige aufgenommen und entsendet. Freiwillige ab 50 Jahre verbringen üblicherweise drei bis acht Wochen im Ausland und beteiligen sich an Projekten, unter anderem in den Bereichen Sozialschutz, Umwelt, Sport und Kultur. Die Aktion verfolgt die wichtigen Ziele: 1. Ermöglichung von Freiwilligenarbeit für ältere Bürger in einem anderen europäischen Land in jeder Art von nicht gewinnorientierter Arbeit als eine Form des informellen (und gegenseitigen) Lernens (Wissensaustausch). 2. Die Entwicklung von langfristigen Kooperationen zwischen der entsendenden und aufnehmenden Einrichtung im Bereich eines spezifischen Themas oder eine speziellen Zielgruppe durch den Austausch von Freiwilligen.

Abenteuer Tschechien „Ich interessiere mich für unser Nachbarland Tschechien und möchte meine Schere im Kopf oder den eisernen Vorhang verändern“, beschrieb Günter Kastenhuber aus Salzweg seine Motivation, an einem Austausch mit Tschechien teilzunehmen.

Willi Landgraf aus Waldmünchen wollte gerne sein Tschechisch verbessern, während es Michael Bauer aus Ruderting unbedingt erlernen wollte, um mit den Gästen seiner Partnergemeinde aus Stachy endlich mal auf Tschechisch reden zu können. Sieben ältere Freiwillige im Alter zwischen 55 und 69 nahmen an dem Projekt „New Horizons for Active Seniors“ des Vereins „Gemeinsam leben & lernen in Europa“ teil. „Eines unserer Vereinsziele ist es, Begegnungen zwischen Menschen in Europa zu organisieren. Darum haben wir uns zusammen mit unserer tschechischen Partnern, der nationalen Freiwilligenagentur HESTIA an dem EUProgramm „Freiwilligenprojekte älterer Freiwilliger“ beteiligt“, erklärt Perdita Wingerter, ehrenamtliche Geschäftsführerin des Vereins, die das Projekt koordinierte und durchführte. Die EU übernahm die Kosten für die Vorbereitung auf den Auslandsaufenthalt, die Reise-, Verpflegungs- und Unterbringungskosten für die Teilnehmer im Gastland. Insgesamt sollten jeweils 6 Freiwillige im Gastland 3 Wochen lang ehrenamtlich tätig werden. Ziel des Projektes war es, durch das praktische Tun und Erleben voneinander zu lernen und durch die konkreten Begegnungen von Mensch zu Mensch Vorurteile abzubauen

und interkulturelle Kompetenzen zu erwerben. Wegen der guten Vernetzung des Vereins waren die Teilnehmer auf deutscher Seite schnell gefunden. 3 Monate lang lernten die Teilnehmer Tschechisch. „Tschechisch ist eine wirklich schwierige Sprache“, erzählt Jochen Peters aus Niedertaufkirchen.

„So habe ich Prag wirklich gut kennengelernt und viele interessante Gespräche geführt.“ Valentine Antoni, Passau

„Ich habe sehr schnell gemerkt, dass ich es nie schaffen werde, in den 3 Monaten Tschechisch so zu lernen, dass ich mich unterhalten kann. Ich habe jahrelang mit Migranten gearbeitet. Jetzt lerne ich mal aus eigener Erfahrung, wie das ist, sich mit geringen Sprachkenntnissen zurecht zu finden.“ Sarka Maresova, die TschechischLehrerin kam dann auf die Idee, mit den Teilnehmern zu singen. „Es war immer sehr nett, wenn montags immer fröhliche tschechische Melodien aus dem Nachbarzimmer klangen“, erinnert sich Irmi Sedlmayr, die im Verein arbeitet. Mit Miteinander ­ das Magazin von


Austausch älterer Ehrenamtlicher mit Tschechien

Basiskenntnissen in Tschechisch und vielen Liedern ausgestattet ging die Reise dann nach Prag, wo die Teilnehmer die 3 Wochen lang von Hana Kuskova von HESTIA fürsorglich betreut wurden. Valentine Antoni aus Passau und Johannes Schmidt aus Ruderting arbeiteten 3 Wochen lang in der Jüdischen Gemeinde mit. „Hannes und ich brachten alten Pflegebedürftigen täglich Essen und machten Besuchsdienst. So habe ich Prag wirklich gut kennengelernt und viele interessante Gespräche geführt.“ Die anderen fünf Teilnehmer wurden im Zentrum für soziale Dienste in Bechovice in der Nähe von Prag eingesetzt. „In Tschechien ist das Ehrenamt gar nicht so verbreitet, wie bei uns“, fiel allen Teilnehmern auf. „Daher wurden wir am Anfang eher als Gäste behandelt, da man sich anscheinend nicht vorstellen konnte, dass wir wirklich mit anpacken würden. Wir mussten uns anfangs

regelrecht aufdrängen,“ erinnert sich Günter Kastenhuber. Aber nach kurzer Zeit legte sich das und die Teilnehmer halfen in der Seniorenbetreuung mit, legten einen Garten in einem Frauengefängnis an, reparierten die Boccia-Bahn im Seniorenzentrum, gestalteten einen Seniorennachmittag mit Dia-Vortrag und Musik. Willi Landgraf verblüffte das Personal im Seniorenheim, indem er ihnen zeigte, wie er als Ehrenamtlicher Gedächtnistrainings mit Demenzerkrankten durchführt.

„Der Einsatz Ehrenamtlicher in der Bewährungshilfe in Tschechien ist undenkbar. “

Günter Kastenhuber, Salzweg Günter Kastenhuber, der auch als Supervisor arbeitet, brachte dem Personal ein paar Methoden zum Teambuilding

Gemeinsam leben und lernen in Europa e. V.

bei. Aber es kam auch zum Fachaustausch. Michael Bauer diskutierte mit dem Bürgermeister von Bechovice über Kommunalpolitik. Günter Kastenhuber, selbst ehrenamtlicher Bewährungshelfer, erfuhr von einer Kollegin, dass der Einsatz Ehrenamtlicher in der Bewährungshilfe in Tschechien undenkbar sei. Besonders bewegend waren für alle Teilnehmer die Begegnungen mit Opfern des Holocaust in der Jüdischen Gemeinde. „Die persönlichen Erzählungen der Opfer haben mich sehr betroffen gemacht,“ berichtete Jochen Peters. „Aber ich hoffe, dass wir dazu beitragen konnten, das negative Bild von Deutschen zu verbessern.“ „Irgendwie waren wir auch Botschafter“, ergänzte Günter.

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Der Begriff „Freiwilligenarbeit“ bezieht sich auf alle Formen der ehrenamtlichen Tätigkeit, ob formal oder informal. Die Tätigkeiten werden von den Personen aus freiem Willen, freier Auswahl und Motivation ausgeführt, sowie ohne Berücksichtigung eines finanziellen Gewinns ausgeführt. Es ist auch eine Möglichkeit für einzelne Personen und Einrichtungen menschliche, soziale oder umweltbezogene Bedürfnisse und Anliegen anzusprechen, Freiwilligenarbeit wird oft mit Unterstützung einer nicht gewinnorientierten Einrichtung oder auf Gemeindeebene ausgeführt. Ehrenamtliche Tätigkeiten haben einen positiven Nutzen für die Gesellschaft, jedoch ersetzen sie nicht professionelle und bezahlte Mitarbeiter. Diese Form der Mobilität unterstützt auch die Kooperation zwischen den Einrichtungen, die gegenseitig Freiwillige entsenden und aufnehmen. Dadurch sollen auch neue Arten von Organisationen am Grundtvig Programm teilnehmen, ihre Tätigkeiten werden durch den Austausch von bewährten Verfahren bereichert und es sollen nachhaltige Formen der Europäischen Zusammenarbeit zwischen den Einrichtungen entstehen.

Willi Landgraf begeistert alle mit seinem Akkordeon: Seniorennachmittag in Bechovice

Spätestens als Willi sein Akkordeon rauspackte und die Teilnehmer tschechische Lieder schmetterten, eroberten sie die Herzen im Sturm.

„In Tschechien ist das Ehrenamt gar nicht so verbreitet, wie bei uns!“ Mike Bauer, Ruderting

„Ich habe jahrelang mit Migranten gearbeitet. Jetzt lerne ich mal aus eigener Erfahrung, wie das ist, sich mit geringen Sprachkenntnissen zurecht zu finden.“

Jochen Peters aus Niedertaufkirchen

Filmbeiträge:

http://www.trp1.de/nachrich­

ten/Neue_Horizonte_fuer_Senio­ ren­7914.html

http://www.youtube.com/watch ?v=AtTGJnwC40o

Dass das Projekt ein gutes Beispiel für grenzüberschreitende Kooperation im Bereich Ehrenamt gesehen ist, wird auch in Tschechien so gesehen. So wurde Perdita Wingerter vom tschechischen Bildungsministerium und Jugendinstitut eingeladen, über das Projekt auf einer europäischen Konferenz zum Thema Freiwilligenengagement in Prag zu erzählen. Außerdem machte das nationale tschechische Fernsehen eine Reportage über den Einsatz der deutschen Freiwilligen in Tschechien. Alle Teilnehmer waren am Ende froh, sich auf ihre „alten Tage“ noch einmal auf so ein Abenteuer eingelassen zu haben und würden es jedem empfehlen. Karl-Heinz Krüger aus Traitsching ging

sogar weiter. Er plante mit seinem Fußballteam, das er als Jugendtrainer betreut, wiederzukommen. Er möchte ein Freundschaftsspiel organisieren und sein neuer Freund Miroslav, mit dem er die Gartenanlage baute, wird ihm dabei helfen. „Und außerdem sind wir mit dem Garten noch nicht ganz fertig. Meine Jungs sollen helfen, das fertig zu machen, was ich begonnen habe.“ Und auch Willi Landgraf war schon ein zweites Mal auf privater Initiative an seiner Wirkungsstätte: „Ich habe mal gescheites Werkzeug besorgt und denen gebracht, damit wir das nächste Mal besser arbeiten können.“ Mehr Infos zum Programm: http://ec.europa.eu/education/llp/doc/call11/­ fiches/grund7_de.pdf

Verantwortlich für die Umsetzung des Programms für das Programm ist das BIBB. http://www.na­ bibb.de/grundtvig/freiwilligenprojekte_50.html Ansprechpartnerin: Constanza Correa Sarmiento, Tel. 0228 ­107 1775

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Versicherungsschutz im Ehrenamt Viele Vereinsvertreter warender Einladung gefolgt, um sich über

Dr. Karin Stiehr, Sozialwissenschaftlerin und Geschäftsführerin des Instituts für Soziale Infrastruktur

Malte Jörg Uffeln, Rechtsanwalt, Fachanwalt für Vereins- und Verbandsrecht sowie Vereinssteuerrecht

Die Referenten wurden finanziert über:

Versicherungsschutz zu informieren.

Am 30.Mai 2011 veranstaltete der Verein gemeinsam mit dem Caritasverband für die Diözese Passau e.V. einen Informationsabend zum Thema Versicherungsschutz im Bürgerschaftlichen Engagement. Grundzüge gesetzlicher und privater Versicherungen für Engagierte wurden anschaulich von den Referenten dargestellt. Im Mittelpunkt standen Informationen zur Unfallversicherung und Haftungsrisiken. Darüber hinaus wurden die Versicherungsverträge des Freistaates Bayern für bürgerschaftlich Engagierte erläutert. Versicherungsschutz – was bedeutet das genau für die Beteiligten?

Die Räumlichkeiten stellt zur Verfügung:

Grundsätzlich kann es auch während ehrenamtlichen Tätigkeiten zu Unfällen oder Schäden kommen. Für berufliche Tätigkeiten gibt es meistens eine Betriebshaftpflichtversicherung, für außerberufliche Tätigkeiten empfiehlt sich eine eigene Privathaftpflicht und Unfallversicherung, die auch für Schäden im Rahmen ehrenamtlichen Engagements eintritt.

Bayerische Ehrenamtsversicherung

Da aber nicht alle Privatpersonen über eine eigene Haftpflicht- und Unfallversicherung verfügen, hat Bayern zur Absicherung ehrenamtlich tätiger Personen für alle Nichtversicherten bzw. nicht ausreichend Versicherten entsprechende Unfall- und Haftpflichtversicherungen für Ehrenamtliche abgeschlossen, die so genannte Bayerische Ehrenamtsversicherung. Dieser Versicherungsschutz gilt aber nur subsidiär, d.h., soweit kein anderer

Versicherungsschutz eintritt.

Wer ist Ehrenamtlicher im Sinne der Versicherung?

Ehrenamtlich im Sinne der Bayerischen Ehrenamtsversicherung ist das im Auftrag einer Vereinigung freiwillige, unentgeltliche Handeln eines Einzelnen im gemeinnützigen Bereich.

Bin ich im Rahmen der Bayerischen Ehrenamtsversicherung geschützt?

Grundsätzlich nein! Ehrenamtlich Tätige, die sich in Institutionen zum Gemeinwohl engagieren und deren Engagement in Bayern ausgeübt wird oder von Bayern ausgeht, können über die Ehrenamtsversicherung unfallversichert sein. Dieses gilt auch für die direkten Wege von und zu den Einsätzen. Der Versicherungsschutz tritt aber nur subsidiär und eingeschränkt dann ein, wenn der Ehrenamtliche nicht über die gesetzliche oder eine private Unfallversicherung der Institution oder eine eigene Versicherung abgesichert ist.

In welchem Umfang bin ich im Rahmen der Ehrenamtsversicherung geschützt?

Für bestimmte Bereiche und Personengruppen gilt die Ehrenamtsversicherung nicht. Die dabei verursachten Schäden können folglich nicht übernommen werden. Dazu gehören: Spontane Gefälligkeitshandlungen, familiäre Hilfe, Arbeitnehmer, Praktikanten, Aushilfen, Betreute und Teilnehmer an Veranstaltungen. Nicht versichert sind außerdem eigene Sachschäden der Ehrenamtlichen und Drittschäden durch KFZ und Eigenschäden am KFZ.


Tatenzettelaktion

– ein Netz von Organisationen mit ehrenamtlichen Angeboten zog sich für interessierte Bürger durch die Stadt Sie spannten das Tatennetz (v.l.n.r.): Anke Endreß, Andrea Keßler, Christine Zindath, Ramona Schreiner

Oft wissen interessierte Bürger nicht, wo und wie sie sich einbringen können. Ob jung oder alt, berufstätig oder bereits im Ruhestand, ob als Privatperson oder als Unternehmen – jeder kann sich ehrenamtlich engagieren. Im Rahmen der bundesweiten Woche des bürgerschaftlichen Engagements, welche vom 16. bis 25. September 2011 stattfand, veranstaltete der Verein „Gemeinsam Leben und Lernen in Europa e.V.“ die Aktion „Ein Tatennetz zieht sich durch die Stadt“ in Passau. Hierbei wurden an öffentlichen Plätzen und in der Fußgängerzone der Stadt Wäscheleinen gespannt, woran „Tatenzettel“ gehängt wurden. Auf diesen sollte gemeinnützigen Organisationen die Gelegenheit geboten werden, ihre ehrenamtlichen Angebote zu präsentieren. Passanten konnten sich daraufhin bei Interesse einen Tatenzettel von der Leine und ihn mit nach Hause nehmen.

verschiedenen Angebote wurden in fünf Kategorien eingeteilt und Farben zugeordnet: Orange stand für Soziales, Rot für Rettung & Sicherheit, Grün für Umwelt-, Natur- und Tierschutz, Lila für Kunst und Kultur und Blau für Sport. Nachdem bei vielen verschiedenen Geschäften und Institutionen nachgefragt wurde, haben sich die Praktikantinnen auf sechs Orte festgelegt.

auch auf der Internetplattform www.tatennetz.de zu finden. Interessierte BürgerInnen können sich dort vorab schnell und unkompliziert informieren. Die Organisationen verfolgen gemeinnützige soziale, kulturelle oder sonstige Zwecke, z.B. aus den Bereichen Sport, Umweltschutz, Rettung, oder Sicherheit und konnten zur Tatenzettelaktion ihren konkreten Bedarf an Freiwilligen in Form Die Leinen wurden an der einer Stellenbeschreibung Innpromenade, dem Exerzierplatz, eintragen. Der Verein dem Domplatz, in der Europa„Gemeinsam leben und lernen Bücherei, im Cineplex und in der e.V.“ ist, wenn es um die Sparkasse gespannt und die Vermittlung geht, ein kompetenter bunten Tatenzettel daran Ansprechpartner. Der Verein bietet aufgehängt. Des weiteren wurden zusätzlich eine Plattform im einige Tatenzettel in der VR-Bank Internet sowie die ausgelegt. Auch in diesem Jahr ist Engagementberatung für Die hinter dem Projekt stehenden eine Tatenzettelaktion vom Verein Organisationen oder interessierte vier Praktikantinnen konnten auf geplant. freiwillige BürgerInnen an. insgesamt knapp 50 Angebote von Die Organisationen, bei denen Organisationen zurückgreifen. Die man sich engagieren kann, sind


Jahrmarkt des Ehrenamts 2011 Ein interessantes

Rahmenprogramm

Infostände für interessierte Bürger/innen

Schirmherr OB Dupper mit Geschäftsführerin Perdita Wingerter

Bürgerschaftliches Engagement aktivieren Bürgerschaftliches Engagement ist in unserer Gesellschaft nicht mehr wegzudenken. Trotzdem sinkt die Bereitschaft, sich ehrenamtlich zu engagieren, so dass gemeinnützige Organisationen und Vereine Schwierigkeiten haben, genügend Helfer für ihre Projekte und Aktionen zu mobilisieren. Der Verein hat sich unter anderem zum Ziel gesetzt, das bürgerschaftliche Engagement zu fördern und betreibt z.B. die InternetEhrenamtsplattform „TatenNetz“. Er bietet Engagementberatung an oder bildet ältere Menschen zu ehrenamtlichen Projektberatern und –managern aus. „Wir wollen im Rahmen unserer beschränkten Möglichkeiten dazu beitragen, interessierte Bürger/innen zu motivieren und zu informieren, wo sie aktiv werden können“, erläutert die ehrenamtliche Geschäftsführerin des Vereins, Perdita Wingerter die Situation. Der Jahrmarkt fand letztes Jahr im Rahmen des Europäischen Jahres der Freiwilligentätigkeit statt. Am 2. Juli 2011 konnten gemeinnützige Organisationen aus allen Bereichen, wie z.B. „Soziales – Rettung & Sicherheit – Sport – Kunst & Kultur – Natur & Umwelt“, sich den Bürgerinnen und Bürgern im Cineplex-Kino - im Zentrum der Stadt präsentieren. Die Planung und Organisation nahm viel Zeit und Kosten in Anspruch. Dank eines engagierten Teams und trotz eines sehr geringen

Budgets war der Jahrmarkt auch 2011 wieder ein großer Erfolg. Da der Verein über keinerlei Finanzierungsmittel verfügt, war er auf Spenden jeglicher Art angewiesen. Tatkräftige Unterstützung hatten die Veranstalter schon gefunden, nämlich bei der Stadt Passau. So hatte Oberbürgermeister Dupper, der sich selbst seit

Ziel des Vereins ist es unter anderem, das bürgerschaftliche Engagement zu fördern. Hierfür bietet der Jahrmarkt des Ehrenamts eine einmalige Chance. vielen Jahren für das Ehrenamt einsetzt und ehrenamtlich tätig ist, erneut die Schirmherrschaft für den Jahrmarkt des Ehrenamtes übernommen. Wer mit seiner gemeinnützigen Organisation an zukünftigen Freiwilligenmessen teilnehmen möchte oder den Verein bei der Organisation auch weiterhin unterstützen möchte, kann sich beim Verein melden. _________________________________________ ________________________________________


Franz Szabo zum Ipswich/England Bevor ich mit dem Bundesfreiwilligendienst begonnen habe, arbeitete ich als Bürgerarbeiter im Verein Gemeinsam leben und lernen in Europa. Einer meiner Hauptaufgaben ist das Layouten dieser Zeitschrift.

Als freiwilliger Mitarbeiter im Verein „Gemeinsam leben und lernen in Europa e. V.“ hatte ich im Oktober 2011 die Gelegenheit, mit Perdita Wingerter nach Ipswich zu reisen, um im Rahmen der GrundtvigLernpartnerschaft Volunteer to learn in die Freiwilligenarbeit vor Ort reinzuschnuppern.

britischen Wohltätigkeitsorganisation „Community Service Volunteers“. Hier werden u.a. unterschiedlichste Kurse angeboten, welche die Beschäftigungsfähigkeit und den Umgang mit modernen Medien fördern sollen. Einige dieser vielfältigen Projekte wurden uns von den Mitarbeitern genauer vorgestellt. Von EnglischSprachkursen für Migranten (ESOL) bis zu einer eigenen Radiostation, bei der wir sogar Am ersten Tag wurde unsere während einer Live-Übertragung Gruppe von einer Mitarbeiterin in einem Interview den Zweck des CSV Media Clubhouses zu unserer Reise erklären durften. einer ausführlichen Besichtigung Desweiteren gibt es das SAM dieser Einrichtung abgeholt. Das Projekt, dessen Ziel die CSV ist ein Multimedia Center Förderung und mit Musik- und KunstWiedereingliederung von Einrichtungen und Teil der ausgegrenzten und sozial


Erfahrungsaustausch in schwachen Menschen in den Arbeitsmarkt ist. Diese Beispiele sind nur ein kleiner Auszug aus dem breiten Angebotsspektrum dieses für alle Bürger offenstehenden Zentrums. In diesem recht unscheinbaren Gebäude in der Nähe des Stadtzentrums werden hier täglich fast 200 Menschen von ehrenamtlichen Mitarbeitern in diversen Angeboten betreut. Dies hat mich schwer beeindruckt. Nach einer kurzen Mittagspause gab es eine Besichtigung in einem JobCentre (ähnlich unserer Agentur für Arbeit). Bei einem Rundgang durch einzelne Abteilungen wurde uns erläutert, wie ehrenamtliche Arbeiten innerhalb dieses Systems funktionieren und welche Leistungsansprüche Arbeitsuchende in England haben. Der informationsreiche Tag endete mit einem leckeren Abendessen in einem sehr gemütlichen Pub, wo wir den Tag Revue passieren ließen und über unsere

Eindrücke ausführlich diskutierten. Am nächsten Morgen und meinem letzten Tag in England fuhren wir mit dem Bus zu Ipswich´s Community Garden. Diese städtische Einrichtung entstand 2007 durch eine engagierte Bürgergemeinschaft, um an einem landesweiten Wettbewerb für Fördergelder teilzunehmen. Mit den gewonnenen 82000 Pfund konnten daraufhin drei Mitarbeiter fest eingestellt werden. Das Ziel dieses Gartenprojektes ist es, allen naturinteressierten Bürgern einen Platz zur Verfügung zu stellen, wo sie Gartenarbeit und Gemüse/Fruchtanbau lernen und regelmäßig ausüben können. Im gespräch im Ipswich Community Radio. http://www.

mediaclubhouse.org.uk/

Mittlerweile arbeiten ungefähr 50 Ehrenamtliche, sodass verschiedene Kurse wie z.B. Kräuterkunde gehalten werden können. Das Projekt genießt inzwischen weit über die Stadtgrenzen hinaus einen Vorzeigestatus. Hier holen sich andere Gemeinden Tipps und Anregungen, um eigene Kleingartenkolonien aufbauen zu können. Am Nachmittag musste ich mich leider von diesen sehr netten, engagierten Menschen verabschieden, um meine Heimreise anzutreten. Als Erinnerung an meine Ipswich-Reise nehme ich viele positive Eindrücke mit.

Der People´s Community Garden http://www.townandbridge. org.uk/garden


10 Jahre EFI: 700 EFIs in Bayern – 28 davon in Passau

Gelungene Umrahmung der Feierstunde Duo MAX BROD

Christoph Althoff

Am 10. November 2011 wurden im Passauer Rathaussaal die Absolventen der Passauer EFI-Schulung 2011 im Rahmen einer Feierstunde durch die Regierung von Niederbayern geehrt.

Querflöte,

Wolfgang Weissengruber, Hang

Am 10. November 2011 wurden im Passauer Rathaussaal die Absolventen der Passauer EFI-Schulung 2011 im Rahmen einer Feierstunde durch die Regierung von Niederbayern geehrt. Gestartet hat die Schulung im Februar mit 20 Interessenten; diesmal mit 13 Absolventen (2 Männer, 11 Frauen), neun davon aus der Stadt, zwei aus Eggenfelden und je eine Dame aus Vilshofen und Haibach bei Schärding/Österreich. Teilgenommen an der Schulung haben Leute, die in das Ehrenamt einsteigen, ihr ehrenamtliches Engagement ausweiten wollen oder aber auch solche, die schon seit langen Jahren in diesem Bereich sehr aktiv sind. Manche Menschen sind sich gar nicht bewusst, dass sie „ehrenamtlich unterwegs“ sind, so auch Ursula Bachhuber. Sie hatte vor einigen Jahren einen Nichtraucherstammtisch ins Leben gerufen. Ein Vortrag zum Thema Versicherung im Ehrenamt, der zur Vertiefung der Schulungen angeboten wurde, brachte ihr ein Aha-Erlebnis: damit eine Gruppe unter die Bayerische Ehrenamtsversicherung fällt, müssen bestimmte Voraussetzungen erfüllt sein, der „öffentlichen Auftritt“ der Gruppe spielt eine ganz entscheidende Rolle.

Man ist nie zu alt zum lernen

Beim Jahrmarkt des

Alle 3 – 4 Wochen trafen sich die Kursteilnehmer und absolvierten 35 Stunden theoretische Ausbildung. Die Bandbreite reichte von der Vermittlung so genannter „Schlüsselqualifikationen“, wie Projekt- und Zeitmanagement, Kommunikation, Teamführung, Konfliktmanagement bis zu sachlichen Themen, wie Öffentlichkeitsarbeit oder Finanzen und Recht rund um das Ehrenamt und den Verein. Auch wenn man schon lange im Vereinsgeschäft tätig ist,

Ehrenamts

wurden die erworbenen Kenntnisse

gleich in die Praxis umgesetzt.

1

wie Valentine Maier, die Vorsitzende der deutsch-russischen Gesellschaft, staunt man immer wieder über die Komplexität des deutschen Vereinswesens. Neben dem theoretischen, bekamen die Schulungsteilnehmer auch viel praktisches Rüstzeug mit auf den Weg. Das Wissen wurde auch gleich erfahrbar gemacht, die Methoden ausprobiert, sei es durch Rollenspiele, Gruppenarbeiten oder ganz real durch die Vorbereitung und Durchführung eines gemeinsamen Projekts, was einige Teilnehmer zunächst nur für eine theoretische Aufgabenstellung hielten - so, wie man das halt aus der Schule gewohnt ist… Verschiedene

Geschafft! Urkundenv 10.11.11 im Passau

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EFI - Erfahrungswissen für Initiativen ging 2011 in die zweite Auflage

Reinhold Jungwirth präsentiert seine Stiftung Sigrid beeindruckte mit ihren Erfahrungen zum Voluntary Service in Großbritannien

Arbeitsgruppen bereiteten die Bereiche Organisation, Öffentlichkeitsarbeit, Fundraising und Rahmenprogramm vor. Am 02.07.011 war es dann so weit: Im Passauer Cineplex fand der „Jahrmarkt des Ehrenamts“ statt, bei dem sich etwa 30 gemeinnützige Organisationen und Gruppierungen vorstellten und den einen oder anderen von den ca. 300 Besuchern für ein Engagement begeistern konnten. Im Rahmen der Schulung wurden die Teilnehmer je nach Bedarf auch persönlich beraten und begleitet, individuelle

verleihung am uer Rathaus

Möglichkeiten des Engagements ihnen aufgezeigt oder Tipps zur Professionalisierung des Engagements gegeben. Auch für „alte Hasen“ im Ehrenamt hat diese Schulung noch viel bieten: „Ich bin seit 40 Jahren im Tierschutz aktiv, doch im Kurs habe ich noch einmal viel dazu gelernt“ meinte Reinhold Jungwirth, der schon seit Jahrzehnten im Tierschutzbereich tätig ist und im März den Verein „Lichtblicke für Mensch und Tier“ gegründet hat. Bestehendes Engagement kann überdacht werden und gewohnte Methoden oder Strategien können analysiert und eventuell für die Zukunft neu ausgerichtet werden. Auch in Punkto Rhetorik und Sozialkompetenz haben die Schulungsteilnehmer einiges dazu gelernt. „Ich habe zum Beispiel gelernt, wie ich mich und mein Anliegen anderen Menschen präsentiere“, meint dazu die Teilnehmerin Gisela Wunderlich. Der EFI-Kurs bietet ein ideales Forum, sich selbst in der Gruppe zu erproben, mal vor Leuten zu sprechen, Gruppenprozesse genauer zu betrachten und zu lernen, sie besser zu verstehen und mit ihnen umzugehen. Ursula Bachhuber, eine Teilnehmerin aus Vilshofen arbeitet mittlerweile im neu gegründeten Arbeitskreis Asyl mit und ist hier insbesondere für die interne Kommunikation zuständig.

Gemeinsam leben und lernen in Europa e. V.

Seit 10 Jahren gibt es EFI in Deutschland, ursprünglich wurde es 2002 vom Bundes- ministerium für Familien, Frauen, Senioren und Jugend in 10 verschiedenen Bundesländern/35 Kommunen durchgeführt und wissenschaftlich begleitet. Schließlich wurde es 2010 von einigen Bundesländern, darunter auch Bayern, übernommen. Ca. 700 EFI- Absolventen gibt es mittlerweile in Bayern, 28 davon wurden in den Jahren 2010 und 2011 von „Gemeinsam leben und lernen in Europa“ ausgebildet. Der Verein bekam dafür pro Jahr 10.000 Euro Fördermittel. Leider wurden die Fördermittel ab 2012 auf weniger als 1.000 Euro pro Jahr zusammen gestrichen. So muss man nun neue oder andere Wege finden, dieses Erfolgsmodell fortzuführen: ein tolles Forum, Wissen zu vermitteln, Erfahrungen auszutauschen und sich so auch gegenseitig zu unterstützen und damit den vielfältigen Anforderungen des ehrenamtlichen Engagements gerecht zu werden.

Übrigens treffen sich die EFILeute jeden zweiten Donnerstag im Monat um 12h im Goldenen Schiff in Passau. Der Austausch geht also weiter.

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Freiwilligendienst Profil der Freiwilligendienste aller Generationen •Alter: Jede und Jeder konnte einen Freiwilligendienst aller Generationen nach Erfüllung der Schulpflicht leisten. •Dauer und Umfang: Die Freiwilligen engagierten sich mindestens acht Stunden pro Woche für wenigstens sechs Monate. •Schriftliche Vereinbarung: Das Profil des Dienstes sah eine schriftliche Vereinbarung zwischen Freiwilligen, Trägern und Einsatzstellen vor. Sie verlieh der Verbindlichkeit des Dienstes Ausdruck. •Träger: Einrichtungen zur Förderung gemeinnütziger, mildtätiger sowie kirchlicher Zwecke oder eine juristische Person des öffentlichen Rechts konnten Träger eines Freiwilligendienstes aller Generationen sein. •Vielfältige Einsatzfelder: Die Einsatzfelder deckten alle Engagementbereiche ab. Sie reichten von der Kinder- und Jugendbetreuung über die Pflege von Seniorinnen und Senioren, der Unterstützung von Menschen mit Behinderung bis hin zu relativ neuen Feldern, wie Kultur, Migration sowie Umwelt- und Naturschutz. •Qualifizierung: Die Trägerorganisation stellte die Qualifizierung der Freiwilligen und der sie anleitenden Fachkräfte durch die vom Bund bereitgestellten Fördermittel sicher. Die Freiwilligen bekamen Fort- und Weiterbildung im Mindestumfang von durchschnittlich 60 Stunden pro Jahr. •Kontinuierliche Begleitung: Der Träger sorgte für eine kontinuierliche Begleitung der Freiwilligen durch das kompetente Personal der Organisation. •Gesetzliche Unfallversicherung: Für die Freiwilligen bestand Schutz durch die gesetzliche Unfallversicherung, §2 Abs. 1a SGB VII. Die schriftlichen Vereinbarungen waren Voraussetzung für den Unfallversicherungsschutz. •Haftpflichtversicherung: Der Träger musste die Haftpflichtversicherung der Freiwilligen sicherstellen. Für Freiwillige, die nicht für einen bestimmten Träger aktiv waren, traten die Sammelhaftpflichtversicherungen der Länder ein.

(Informationen aus: www.freiwilligendienste-allergenerationen.de)

Alexander Haack informiert über Möglichkeiten des Engagements

Seit Januar 2009 gab es vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend die Initiative „Freiwilligendienste aller Generationen“. Sie richtete sich an Menschen aller Altersgruppen. Mit Beginn des Bundesfreiwilligendienstes wurde das erfolgreiche Modell nun beendet. Unser Verein durfte im Rahmen dieses bundesweiten Dienstes ebenfalls Freiwillige vermitteln. Ein Ehrenamtlicher informierte und beriet für Niederbayern interessierte

Freiwillige sowie gemeinnützige Organisationen, die eine Einsatzstelle für den Freiwilligendienst einrichten wollten bzw. einen Freiwilligendienstler suchten. Dazu gehörten auch Impulse für die Entstehung neuer Freiwilligenplätze und die Qualitätssteigerung vor Ort. Insgesamt wurden über zehn Interessierte vermittelt, unter anderem an den Verein selbst, an pro familia und an Hochschulgruppen der Universität Passau.

Alle konnten mitmachen Es ging beim FDAG darum, dass sowohl jüngere als auch ältere Menschen die Chance haben sollten, freiwillig aktiv zu sein. D.h. jeder, der mindestens 16 Jahre alt ist, konnte nach Erfüllung der Schulpflicht mitmachen. Besonders interessant war dieser Dienst für Studenten, Arbeitslose und Rentner. Dabei gibt es für sie die unterschiedlichsten ehrenamtlichen Einsatzfelder wie z.B. Gesundheit/Pflege, Bildung, Kultur,

Umwelt, Sport, Familienassistenz, aber auch übergreifende Ziele wie die Integration von Migranten. Alexander Haack, selbst Ehrenamtlicher, berät Interessierte und Organisationen. Er erklärte den Unterschied zum üblichen Freiwilligenengagement: „Der Freiwilligendienst aller Generationen war für alle Beteiligten verbindlicher gestaltet: Der Freiwillige arbeitete mindestens sechs Monate und jeweils acht Stunden pro Woche ehrenamtlich. Die Institutionen, die den


aller Generationen

Olivia Hahn, Leiterin des Mobilen Kompetenzteams Bayern, zu Besuch in Passau

Freiwilligendienst einrichteten, konnten dem/der Freiwilligen für Aufwendungen maximal 175 € entschädigen. Zudem mussten sie für den Ehrenamtlichen eine Unfall- und Haftpflichtversicherung abschließen.“ Eine schriftliche Vereinbarung über Umfang, Dauer und Profil gab den Trägern Sicherheit und den Freiwilligen Rahmenbedingungen für ihre Arbeit. Um auch noch später etwas vorweisen zu können, erhielten die Freiwilligen am Ende ein offizielles Engagementzertifikat. Im Rahmen des FDAGs hatte der/die Freiwillige auch Anspruch auf Fort- und Weiterbildung in einem von ihm gewählten Bereich, unabhängig vom Einsatzgebiet des Ehrenamtes. Pro Halbjahr betrug der Umfang für Bildungskurse mindestens 30 Stunden. Die Kosten für die Kurse wurden vom Bund und dem Freistaat Bayern anteilig mit 40 Euro pro Bildungstag übernommen. „In Passau gab es zum Beispiel spezielle Bildungsgutscheine von der VHS,“ erklärt Alexander Haack.

Verschiedenste Einsatzmöglichkeiten. Wer sich fragte, was genau er denn jetzt machen konnte, der bekam eine simple Antwort:„Man kann einfach alles machen!“, sagt Alexander Haack. Jeder hat natürlich seine Stärken in unterschiedlichen Bereichen. Das Angebot war unbegrenzt und damit fand sich nach einer Beratung für jeden eine passende Tätigkeit. Ein paar Beispiele waren Hausaufgabenhilfe, Pflegebegleitung, Nachbarschaftshilfe, Trainer im örtlichen Sportverein, Gewaltprävention und Unterstützung des Schulsportunterrichts. Beliebt waren Einsätze bei Einrichtungen zur Förderung gemeinnütziger, mildtätiger oder auch kirchlicher Zwecke. Franz Szabo wurde z.B. vom Verein an den Landkreis Cham vermittelt. Dort betreute er einige Monate die Internetplattform MigNet-Cham. „Das MigNet ist eine Plattform für ausländische

Mitbürger, die zum Beispiel Informationen über Behörden und Anträge, aber auch Freizeitaktivitäten und Sprachkurse suchen. Die Infos und Kontaktdaten sind in jeweils 5 Sprachen verfügbar. Meine Aufgabe war es, die Seite zu aktualisieren, bei Neuerungen dafür sorgen, dass diese auch in den anderen 4 Sprachen vorhanden sind und Korrekturen vorzunehmen,“ erklärt er seine Tätigkeit. Auch bei der Gestaltung von Flyern über die Freiwilligenarbeit im Landkreis konnte er intensiv mitarbeiten. Seine Bildungsgutscheine nutzte er für weiterführende EDV-Kurse.


Kostenloser Tschechisch-Sprachkurs mit

EU-Programm „IdA -

Inhalt / Zeitplan IdA – Integration durch Austausch

ständig individuelle Beratungen individuelle Termine für Profiling Erstellung eines Bewerberprofiles

Till Senninger und Simon Leikam aus dem Landkreis Freyung haben es gewagt: sie nutzten die Chance über das EU-Programm „Integration durch Austausch“ (IDA) in Budweis ein Praktikum zu machen.

Vorbereitungs- und Qualifizierungsphase (Dauer 3 Wochen)

Sprachkurs Tschechisch Landeskunde Tschechien Vermittlung von Sozialkompetenzen Training interkultureller Kompetenzen Bewerbungstraining Berufsvorbereitende Inhalte Vermittlung beruflicher Grundfertigkeiten Vorbereitung auf den Auslandsaufenthalt

Sprachkurs in Tschechien (Dauer 2 Wochen) Praktikum in Tschechien (Dauer 8 Wochen) Betriebspraktika Praktika in Qualifizierungs- und Beschäftigungsprojekten Begleitend bei Bedarf Sprachkurs Tschechisch Kultur- und Freizeitaktivitäten

Nachbereitungsphase (Dauer bis zu 6 Wochen) Auswertung der Erfahrungen Evaluierung des Projektes Unterstützung bei der Ausbildungsund / oder Arbeitsplatzsuche Unterstützung bei Bewerbungsaktivitäten Integration

Leistungen an Teilnehmer während des Projektes:

Weiterbezug der Leistungen der Agentur für Arbeit oder ARGE SGB II Fahrtkosten zur Schulung Lern- und Arbeitsmittel Fahrtkosten zum Auslandspraktikum Unterbringungskosten während des Praktikums (20€ die ersten 14 Tage, dann 10 Euro am Tag) Verpflegungskosten während des Praktikums (12€ am Tag)

Till wusste, dass er im September eine Ausbildung zum Erzieher machen würde und nutzte die Zeit bis dahin, ein Praktikum in einem Kindergarten in Tschechien zu machen. „Das IdA­Programm ist super. In meinem Praktikum in einem Kindergarten in Budweis habe ich mich unwahrscheinlich wohl gefühlt. Zu meiner Ausbildung zum Erzieher, die ich im September begonnen habe, passte dieses Praktikum sehr gut.“ Simon Leikam hingegen will sich beruflich in eine ganz andere Richtung orientieren: „Das Praktikum leistete ich als Vermessungstechniker bei Gefos in Budweis. Die tschechischen Kollegen haben mir sehr viel gezeigt und beigebracht. Einige der tschechischen Kollegen sind mittlerweile gute Freunde geworden.“ Auch Budweis gefiel beiden sehr gut. Damit war ihre Teilnahme an dem IDA­Programm eine wirklich gute Sache.

Wie kann man an IDA teilnehmen? im Reisebüro des größten Wer zwischen 18 und 30 Jahre ist und zurzeit auf der Suche nach einer Arbeit ist, kann das ungewöhnliches Angebot des EU-Programms nutzen. Nämlich kostenfrei ein Auslandspraktikum in Budweis von 3 Wochen bis 2 Monaten machen. Die Palette der Praktikumsplätze ist vielfältig: bei E.ON Tschechien kann man z.B. in den verschiedenen Abteilungen hineinschnuppern. Bei dem grenzüberschreitenden Kulturprojekt Kulturní most helfen die Praktikanten bei der Veranstaltungsorganisation oder bei der Erstellung von Prospekten mit, in der Südböhmischen Wirtschaftskammer kann man in der EDV-Abteilung oder im Außenhandel Erfahrungen sammeln. Oder man arbeitet als Kinderbetreuer in einem Kindergarten mit, hilft im Informationszentrum aus oder arbeitet

südböhmischen Busunternehmens mit.„Natürlich ist das Erlernen der tschechischen Sprache die größte Herausforderung für die Teilnehmer“, erklärte Lisa Jocham, die Projektleiterin. „Daher organisieren wir erst hier vor Ort einen 3-wöchigen Intensivsprachkurs und dann direkt in

Eine vielfältige Palette: Praktikumsplätze bei dem Kulturprojekt Kulturní most, E.ON Tschechien, bei der Südböhmischen Wirtschaftskammer, als KindergärtnerIn oder im Reisebüro eines Busunternehmens. Tschechien noch mal einen 2-wöchigen Sprachkurs. Zusätzlich können die Teilnehmer dann noch während ihrer


Auslands-Praktikum in Budweis

Integration durch Austausch“

Till Senninger in seinem Kindergarten

Simon Leikam in der Vermessung bei Gefos

zweite Vorbereitungskurs in Passau. Ein Einstieg ist jederzeit möglich. „Gerne arbeiten wir da mit der vhs Regen zusammen“, erklärt die ehrenamtliche Geschäftsführerin des Vereins, Perdita Wingerter. „Schließlich eröffnet das Programm jungen Menschen die Möglichkeit, unser Nachbarland, die Menschen und die Sprache besser kennen zu lernen und dort auch noch zu arbeiten – also ganz im Sinne unseres Vereinszieles. Praktikumsphase mit zusätzlichem Tschechischunterricht unterstützt werden.“ Das Projekt ist für die Teilnehmer kostenfrei. Die Kosten für den Tschechisch-Sprachkurs, die Reisekosten sowie die Unterbringungs- und Verpflegungskosten werden über das EU-Programm IdA

„Integration durch Austausch“ finanziert. In unserer Region setzt das Programm die vhs Regen um. Um das Programm auch in Stadt und Landkreis anbieten zu können, kooperiert die vhs Regen mit dem Verein „Gemeinsam leben & lernen in Europa“. Dort startete Montag, den 10.10.2011 der

Es sind noch Plätze frei. Wer Interesse an einer Teilnahme hat, kann sich bei Perdita Wingerter (Tel. 08512132740, wingerter@gemeinsam-ineuropa.de) oder direkt bei Leander Paul (vhs Regen, Tel. 09921 950438, paul@vhsregen.de) melden.


Prof. Dr. rer. pol. Doris Rosenkranz ist seit 1 998 Professorin für Sozialmanagement an der Hochschule für angewandte Wissenschaften Würzburg-Schweinfurt und leitet das hier vorgestellte BMBF-Projekt. Sie arbeitet und lehrt seit vielen Jahren zum Freiwilligenmanagement und betreute zahlreiche praxisorientierte empirische Evaluationsprojekte zum Thema.

Haupt- und Ehrenamt: Hand in Hand für Senioren Wer koordiniert eigentlich das Ehrenamt in der Praxis der Seniorenarbeit? Was wünschen sich KoordinatorInnen, was benötigen Sie? Während bislang vor allem die Motive der Ehrenamtlichen untersucht werden, weiß man über das Umfeld der Koordinierenden vergleichsweise wenig. Dazu führt die Hochschule Würzburg-Schweinfurt ein mehrjähriges Forschungsprojekt durch, dessen erste Ergebnisse hier skizziert werden.

Hintergrund des Projektes Brigitte Limbeck ist wissenschaftliche Referentin im BMBF-Forschungsprojekt „Freiwilligenmanagement“ an der Hochschule für angewandte Wissenschaften Würzburg-Schweinfurt. Die staatlich anerkannte Erzieherin studierte Soziale Arbeit mit dem Schwerpunkt Sozialmanagement und schloss als Diplom-Sozialpädagogin (FH) ab.

Kontakt:

Prof. Dr. Doris Rosenkranz Brigitte Limbeck BMBF-Projekt „Freiwilligenmanagement“ Hochschule für angewandte Wissenschaften Fachhochschule WürzburgSchweinfurt Münzstr. 12, 97070 Würzburg Telefon: 0931 /3511 81 53

doris.rosenkranz@fhws.de brigitte.limbeck@fhws.de

Informationen zur Weiterbildung „Professionelles Management von Ehrenamtlichen“ www.hochschul-kooperationehrenamt.de

Ehrenamtliches Engagement in der Seniorenarbeit ist der Schwerpunkt des Projektes. Seniorenarbeit wurde ausgewählt, weil dies der Bereich ist, der sich in den nächsten Jahren am stärksten verändern wird. Aufgrund des demographischen Wandels gewinnt dieser Sektor an Bedeutung: Immer mehr Senioren fragen künftig Unterstützungen im Alltag nach. Gleichzeitig sind ein Rückgang der familialen und professionellen Hilfen zu erwarten sowie eine schwächer werdende Finanzstruktur. Ehrenamt kann diese Probleme selbstverständlich nicht alleine lösen, wird aber ein zentraler Baustein in der Bewältigung der Zukunftsaufgaben sein. Die Autorinnen gehen für die Zukunft davon aus, dass Leistungen im Bereich der Altenhilfe, stärker als bisher, durch eine Koproduktion von Hauptamtlichen und freiwillig Engagierten erbracht werden. Die Organisation von freiwilligem Engagement wird in diesem Sinne zur zentralen Zukunftsaufgabe für Gemeinden oder Wohlfahrtsverbände. Das Forschungsprojekt „Freiwilligenmanagement in Unterfranken“ an der Hochschule Würzburg-Schweinfurt untersucht, bundesweit einmalig, für eine ganze Region die Struktur der Koordination Freiwilligen Engagements für den Bereich der Seniorenhilfe.

Das Projekt wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) für drei Jahre gefördert. Die Studie wurde in Kooperation mit allen Landratsämtern und kreisfreien Städten der Region, zahlreichen Wohlfahrtsverbänden und ehrenamtlichen Initiativen durchgeführt. (Infos im Internet unter www.zukunftehrenamt.de).

Ehrenamt: Interesse von Gemeinden und Städten herausragend In einem ersten Forschungsschritt wurden alle Gemeinden und Städte in Unterfranken zu dem Engagement für Senioren vor Ort befragt. Das Ergebnis dieser Befragung zeigt deutlich: Verwaltungen und politische Entscheidungsträger haben ein herausragendes Interesse an diesem Thema und dessen Weiterentwicklung. Überwältigende 93 Prozent der Kommunen in Unterfranken gaben Antwort. Im Rahmen einer aufwändigen Adressrecherche wurden dann alle Akteure der Seniorenarbeit in der Region ausfindig gemacht – stationäre wie ambulante Einrichtungen, Hospize, Sozialverbände, Seniorenclubs, aber auch Pfarrgemeinden und freie ehrenamtliche Initiativen etc. Schriftlich wurden dann Personen befragt, die haupt- oder ehrenamtlich freiwillig Engagierte in der Seniorenarbeit betreuen. Diese werden hier als „Koordinatoren“ bzw. als „Freiwilligenmanager“ bezeichnet. Miteinander ­ das Magazin von


Forschungsprojekt der Hochschule WürzburgSchweinfurt analysiert Koordinierung ehrenamtlicher Angebote für Senioren

Wer sind die Koordinierenden?

Vernetzung der Koordinierenden

Die Organisation der Freiwilligen ist in ambulanten und stationären Einrichtungen häufig Aufgabe der Leitungsebene. Mehr als jeder Fünfte gibt an, als Heim- oder Pflegedienstleitung die Betreuung des Ehrenamtes durchzuführen. Allerdings wird in diesem Bereich ein deutliches Defizit deutlich, da nur etwa jede zweite Einrichtung Personal für die Organisation des Ehrenamtes im eigenen Hause zur Verfügung stellt.

Werden die Freiwilligenmanager nach ihrer Vernetzung mit anderen Stellen oder Personen gefragt, so wird der Wunsch nach mehr Informationen und nach mehr Austausch deutlich: Nur etwa 40 Prozent geben an, fachlich vernetzt zu sein! Knapp zwei Drittel lösen ihre Fragen „in Eigenregie“ individuell und vor Ort. Insgesamt zeigt sich daher trotz vieler bestehender und erfolgreich arbeitender Angebote in Bayern ein deutliches Vernetzungsdefizit an der Basis der Seniorenarbeit, vor allem auch bei den kleineren Initiativen. Hier sollten die vorhandenen Strukturen durch z.B. Internetforen oder Arbeitskreise regional ausgebaut werden. Regionale Fachkongresse könnten hier einen wertvollen Beitrag leisten: Die (landkreisübergreifende) Vernetzung würde vorangetrieben und fachlicher Austausch von Experten einer Region ermöglicht.

Ehrenamtliche prägen die Organisation von Angeboten für Senioren Über die Hälfte führt die Koordination von Freiwilligen in der Seniorenarbeit selbst ehrenamtlich durch. Die Anleitung von Nachbarschaftshilfen oder die Betreuung von Angeboten in Pfarrgemeinden wird – wenig überraschend - besonders häufig von Frauen übernommen. Im Gegensatz dazu sind die Männer vor allem in den Wohlfahrtsverbänden aktiv. Beim Alter der Koordinatoren zeigt sich, dass sich besonders Senioren für Senioren engagieren: Die Mehrzahl der Koordinatoren der ehrenamtlichen Angebote sind Personen zwischen 50 und 72 Jahren. Ganz ähnlich ist es auch bei den Ehrenamtlichen selbst, welche die Angebote für die Senioren durchführen: Fast jeder Dritte ist hier über 60 Jahre alt.

Ehrenamt: Weder nebenher noch umsonst! Die Untersuchung zeigt deutlich, dass freiwilliges Engagement weder nebenher organisiert werden kann noch umsonst zu haben ist. Wollen Organisationen oder Kommunen erfolgreich mit Ehrenamtlichen zusammenarbeiten, müssen dafür erst die notwendigen Rahmenbedingungen geschaffen werden. Eine besondere Bedeutung kommt hier auch der Ausbildung der „Freiwilligenmanagern“ zu. Hier bietet aktuell die bayerische HochschulKooperation die Fort- und Weiterbildung „Professionelles Management von Ehrenamtlichen“ an. Dies ist die bundesweit erste Fortbildung auf Hochschulniveau zu diesem Thema – in einem Jahr werden 14 Seminartage durchgeführt und durch Fachkräfte intensiv begleitet. Der dritte Durchgang startet im Februar 2012. Infos unter: www.hochschul-kooperationehrenamt.de

Gemeinsam leben und lernen in Europa e. V.


Zwei Passauer in Brüssel

EU-Konferenz “VOLUNTEER! MAKE A DIFFERENCE“

2011 ist das „Europäische Jahr der Freiwilligenarbeit“. Aus diesem Grund hatte die EU-Kommission 300 Freiwillige aus ganz Europa nach Brüssel eingeladen, um von der Arbeit der Freiwilligen aus erster Hand zu erfahren, was Ehrenamtliche brauchen, um gut arbeiten zu können und um mit Ehrenamtlichen gemeinsam darüber zu diskutieren. Von den 300 von der EU-Kommission eingeladenen Freiwilligen kamen 13 Delegierte aus Deutschland, zwei aus Bayern, nämlich Paul Steiner und Perdita Wingerter – beide aus Passau. Beide wurden wegen ihres ehrenamtlichen Engagements ausgewählt. Paul Steiner, Jura-Student aus Passau,

„American Field Service“ (AFS) ist eine der größten und seit 1946 bestehend ältesten gemeinnützigen Jugendaustauschorganisationen weltweit. engagiert sich bei „AFS Interkulturelle Begegnungen“, eine der größten und ältesten gemeinnützigen Jugendaustauschorganisationen weltweit. „Ich hatte das große Glück, meinen Zivildienst mit AFS im Ausland zu machen. Ich habe in Kuala Lumpur, Malaysia für AFS ein Jahr gearbeitet. Seit meiner Rückkehr habe ich mich bei AFS in vielerlei Hinsicht ehrenamtlich engagiert, wobei meine Hauptaufgabe darin lag, Teilnehmer über 18 Jahren auf ihr Jahr im Ausland in Form von Workshops vorzubereiten“, erzählte Paul Steiner. „Auch in Passau engagiere ich mich für AFS. Wir suchen z.B. immer nach Schülern

(9.-11. Klasse), die Interesse an einem Schüleraustausch haben, sowie nach Gastfamilien, die bereit sind, Austauschschüler für ein Jahr bei sich aufzunehmen.“ Über seine ehrenamtliche Arbeit für AFS Deutschland bekam er auch die Chance, AFS Deutschland auf europäischer Ebene zu vertreten, und zwar bei EFIL (European Federation for Intercultural Learning), einem Interessenverbund der nationalen europäischen AFS Organisationen. Seine Hauptaufgabe ist es, das AFS Netzwerk in der EU zu vertreten. „Als einer von 25 Ehrenamtlichen bin ich Teil des Programms EPoR (European Pool of Representatives), dass die Interessen EFILs auf internationalen Veranstaltungen vertreten soll. So kam ich zu meiner Einladung nach Brüssel.“ Perdita Wingerter, ehrenamtliche Geschäftsführerin des Vereins „Gemeinsam leben & lernen in Europa“ hingegen wurde von der britischen nationalen Freiwilligenorganisation CSV („Community Service Volunteers“) als Delegierte vorgeschlagen. „Wir arbeiten mit CSV im Rahmen einer europäischen Lernpartnerschaft zum Thema Freiwilligenarbeit zusammen. Nach einem Besuch in Passau war der Projektleiter von CSV so begeistert von unserem vielfältigen ehrenamtlichen Engagement, dass er mich als Delegierte vorschlug“, erzählt Perdita Wingerter.


Ein ambitioniertes Programm für 2 Tage stand auf dem Programm Zwei Tage lang diskutierten die beiden mit Vertreter/innen aus allen europäischen Ländern miteinander, tauschten ihre Erfahrungen aus und knüpften Kontakte. Wichtigste Aufgabe der Delegierten war es jedoch, konkrete Vorschläge für die EUKommission zu erarbeiten, wie die EU die Arbeit der Freiwilligen unterstützen und fördern könnte. Jeder Freiwillige hatte die Chance, selbst Vorschläge zu unterbreiten bzw. von seinen Erfahrungen zu berichten. Am Ende der Konferenz wurden die wichtigsten Vorschläge direkt an den Präsidenten des Europäischen Parlaments, Jerzy Buzek, der Vize-Präsidentin der Europäischen Kommission, Viviane Reding, und dem Präsidenten des Europäischen Wirtschafts- und Sozialausschusses, Staffan Nilsson vorgestellt. Eine spannende Erfahrung für die beiden Passauer. Paul Steiner: „Für mich war es die erste Konferenz auf EU-Level. Es hat doch ein wenig gedauert, bis ich mich in diesem Setting zurechtgefunden habe. Ich habe gemerkt, dass wir Ehrenamtliche von EFIL nicht genug über die Probleme der Finanzierung und Durchführung der EUProgramme wussten, um Anstöße für Änderungen voranzutreiben. Aber es war dennoch sehr interessant, da ich vieles von Arbeitsbedingungen von Ehrenamtlichen in anderen EU-Ländern kennen lernen konnte.“ Konkrete Vorschläge hingegen konnte Perdita Wingerter einbringen, da sie schon einige Erfahrungen mit

EU-Programmen mitbringt, und um die Probleme weiß. „Gerade kleine Organisationen und Freiwilligenprojekte können meist nicht an EU-Programmen teilnehmen, weil sie nicht genügend Geld für die benötigte nationale Kofinanzierung auftreiben können, die mindestens 25% der Projektkosten beträgt. Zudem bringen die meisten Ehrenamtlichen in der Regel nicht die nötige Erfahrung und das Wissen mit, um sich im EUFörderdschungel auszukennen, Anträge zu stellen und die komplizierten Durchführungsbestimmungen umzusetzen.“ Sie machte daher den Vorschlag, den Arbeitseinsatz und die Arbeitszeit von Ehrenamtlichen als Kofinanzierung anzuerkennen und auf nationaler Ebene für kleine, finanzschwache Organisationen kostenlose Seminare zu EUProjektförderung und –management anzubieten. „Ich bin ganz stolz, dass diese zwei Vorschläge von allen Teilnehmern zu den 4 wichtigsten gewählt wurden.“

der EU-Abgeordnete Ismail Ertug sich die Zeit für ein kurzes Gespräch am Rande der Konferenz nahm. Auch er zeigte sich sehr interessiert an den Vorschlägen und versprach, sie im Rahmen seiner Möglichkeiten voranzubringen. Und so ziehen die beiden Passauer Delegierten ein positives Fazit: „Ich habe ganz tolle Menschen aus ganz Europa kennengelernt und viele Inspirationen für die Freiwilligenarbeit vor Ort bekommen“, erklärt Perdita Wingerter. „Was die Konferenz auf jeden Fall bewirkt hat, ist, dass die Herren und Damen von der EU innerhalb von zwei Tagen sehr viele Probleme und Wünsche von ehrenamtlichen Organisationen zusammentragen konnten. Wir hoffen natürlich, dass davon hoffentlich auch einiges angepackt wird!“ so Paul Steiner.

Mehr Infos zur Konferenz: http://europa.eu/volunteer ing/de/node/2413

Außerdem nutzte sie die Chance, am zweiten Tag mit einigen Delegierten ganz konkrete Verbesserungsvorschläge für die Finanzierung von Freiwilligenprojekten zu erarbeiten. „Ich habe wirklich das Gefühl bekommen, für mein Engagement anerkannt zu werden, eine Stimme zu Paul Steiner und Perdita bekommen und gehört zu werden“, fasst Perdita Wingerter Wingerter ihre Erfahrung zusammen. Besonders gefreut hat sie, dass


lagfa-Tagung am 19. und 20. Juli 2011 in Nürnberg Die lagfa bayern e.V. ist die „Landesarbeitsgemeinschaft der Freiwilligen-Agenturen und Freiwilligen-Zentren in Bayern e.V.“ und besteht seit 1998. Dieser Zusammenschluss der lokalen FA/FZ stärkt die kommunale Infrastruktur zur Förderung des bürgerschaftlichen Engagements. Außerdem dient die lagfa bayern e.V. als fachliches Netzwerk für die freiwilligen und beruflichen MitarbeiterInnen der FA/FZ.

„Die Arbeit von Freiwilligen-Agenturen/FreiwilligenZentren/Koordinierungszentren in unseren Nachbarländern“ Im Gespräch: Lagfa-Chef Wolfagng Krell mit Verteterinnen aus Pilsen, Bern und London

Nähere Informationen dazu finden Sie auf www.lagfa.de

Piotr Sadowski (CSV London, re. im Bild)

Unsere zentrale Überzeugung ist, dass sich jeder freiwillig engagieren kann, ganz egal wer er ist und woher er

kommt. Deshalb wird von CSV keiner zurückgewiesen ­ wir wollen sicherstellen, dass

freiwilliges Engagement mit

CVS keine Einbahnstraße ist, sondern eine Erfahrung, bei

der die Freiwilligen genauso viel zurückerhalten wie die Menschen und die

Gemeinschaften, denen sie helfen.

Auf der letztjährigen Tagung der Lagfa waren wieder Vertreter von Freiwilligenagenturen aus ganz Bayern angereist, um sich über die Arbeit verschiedener ehrenamtlicher Organisationen unserer europäischen Nachbarländer zu informieren. Mit dabei waren das Berliner BBE-Europabüro, das Londoner CSV European Office und die Freiwilligen-Agenturen aus Bern und Pilsen. In mehreren Reden wurden die unterschiedlichen Herangehensweisen und Projekte der Länder spannend und aufschlussreich vorgestellt. So berichtete Piotr Sadowski, Generalsekretär von CSV und Partner in unserer europäischen Lernpartnerschaft Volunteer to learn über das Freiwillige Engagement in England. In diesem Rahmen wurde den Anwesenden nochmals eine starke Zusammenarbeit der Freiwilligenorganisationen innerhalb der Europäischen Union nahegelegt, die auch nach dem „Europäischen Jahr der Freiwilligentätigkeit 2011“ nicht abreißen dürfe. Perdita Wingerter von „Gemeinsam leben und lernen in Europa e.V.“ betonte, dass es dabei besonders wichtig sei, EU-Anträge zu stellen und von den Erfahrungen anderer Länder zu

profitieren. Auf EU-Ebene wäre es ebenfalls ideal, eine hohe Qualität des Engagements, Infrastrukturen zur Förderung und Erleichterung von grenzüberschreitenden Projekten sowie die Anerkennung des Engagements als Eigenmittel in Förderanträgen zu sichern. Im Laufe der Diskussion wurden aber auch Unterschiede und gemeinsame Probleme deutlich: Das Verständnis vom „Ehrenamt“ ist nicht einheitlich; es gibt in den Ländern unterschiedliche „Kulturen“ des freiwilligen Engagements. Auch die gesetzlichen Regelungen bzw. die Unterstützung – vor allem finanzieller Art – sind sehr unterschiedlich. Insgesamt fehlt es in Europa an finanzieller Förderung für den Aufbau und Erhalt von Infrastruktur des freiwilligen Engagements. Außerdem gibt es wenige Möglichkeiten, sich auf europäischer Ebene auszutauschen und zu vernetzen. Schließlich ist aber jeder Teilnehmer davon überzeugt,dass die europäische Zusammenarbeit durch das „Europäische Jahr der Freiwilligentätigkeit 2011“ dauerhaft erleichtert wurde.


Nun auch weltweit vernetzt Gemeinsam leben & lernen in Europa wird Mitgliedsorganisation der „World Family Organization“ der UN Im März dieses Jahres waren Vertreterinnen von ANJAF, einer nationale Familienorganisation aus Portugal, im Rahmen unserer EULernpartnerschaft „Gender Gap Problem Scanning Techniques“ in Passau zu Gast. Die Partner informierten sich über die Rolle und Situation von Frauen und Männern in Deutschland und über bestehende Diskriminierungen und Ungleichheiten von Männern und Frauen. Als Beispiele, wie man Diskriminierungen und Ungleichheiten bekämpfen kann, stellte unser Verein u.a. unseren internationalen Frauentreff, den Aktionstag für Jungs sowie einige unserer ehrenamtlichen Projekte vor. Gerade unser ehrenamtliches Engagement und unsere erfolgreichen Aktivitäten trotz geringer finanzieller Mittel begeisterte unsere Partner so sehr, dass sie uns vorschlugen, Mitgliedsorganisation der „World Family Organization“ (WFO) der UN zu werden. ANJAF koordiniert nämlich die Aktivitäten der WFO auf europäischer Ebene. Unser Verein stellte daraufhin den Antrag auf Mitgliedschaft und wurde vom Exekutivrat auf seiner 185. Vorstandssitzung vom 1.-5.4. in Curitiba/ Brasilien als neue Mitgliedsorganisation begrüßt. “The World Family Organization is very pleased to inform you that the request for Gemeinsam leben und lernen in Europa e.V. affiliation was analysed and accepted. It is with great pleasure that we welcome Gemeinsam leben

und lernen in Europa e.V. as a member of the WFO Family and it is our belief that the participation of such a significant and respected organization will enrich our work and activities, both current and new. Our number of members is growing and we are expecting that you as a member become a pillar of our intervention. Families worldwide are counting on our action and together we shall strive to make it stronger and deeper.”

Isidro de Brito, Vice­ President for Legal and Administrative Affairs, Headquarter der World Family Organization Paris.

Hauptziel der World Family Organization ist die Vertretung der Familie auf allen Ebenen. Und das auf der ganzen Welt. Damit ist unser kleiner Verein Teilein er illustren Gesellschaft, sind doch große Institutionen wie das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, das Diakonische Werk der evangelischen Kirche in Deutschland oder das Deutsche Rote Kreuz e.V. Mitglied in der World Family Organization.

Organization“ ist die Vertretung der Familien in der ganzen Welt auf allen Ebenen, die Verteidigung ihrer Interessen sowie mit ihnen und für sie auf Augenhöhe mit Regierungen auf nationaler und lokaler Ebene Vereinbarungen zu treffen. Die World Family Organization fungiert als Bindeglied zwischen den beiderseitigen Bestrebungen und Leistungen der Familien und der Arbeit, die bei den Vereinten Nationen für sie getan wurde. Ursprünglich zeichnet die World Family Organization für folgende Hauptaufgaben: Die Zusammenführung getrennter Familien aufgrund des zweiten Weltkrieges, Dokumentation, Verbindung zwischen allen Bürgerbewegungen zugunsten eines besseren Lebens für alle Familien und die Verbindung zugunsten der Familien zwischen den Regierungen, der öffentlichen Meinung sowie internationalen Organisationen, begonnen mit den Vereinten Nationen.

Die WFO ist die internationale Union der Familienorganisationen. Hauptziel der „World Family

http://www.worldfamilyorganization.org/


Warum erhält man als Ehrenamtlicher überhaupt einen Ehrenamtsnachweis? Engagierte erhalten mit der Urkunde ein Dankeschön und werden motiviert, ihre Tätigkeit fortzuführen. Sie können den detaillierten Nachweis über ihre Tätigkeiten nutzen, um ihn z.B. bei der Bewerbung für einen Ausbildungsplatz, ein Praktikum oder einen Arbeitsplatz vorzulegen – er dokumentiert persönliche und fachliche Qualifikationen in offizieller Form. Organisationen können das Engagement ihrer ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit dem offiziellen Dokument angemessen würdigen. Sie motivieren ihre Ehrenamtlichen, indem sie ihnen ermöglichen, sich ihrer Kompetenzen und Fähigkeiten bewusst zu werden. Unternehmen können aus dem Nachweis die Bereitschaft zu gesellschaftlichem Engagement und weitreichende Schlüsselkompetenzen von potentiellen Mitarbeitern ersehen. Sie können ebenfalls durch die Berücksichtigung des Nachweises zur Aufwertung und Anerkennung bürgerschaftlichen Engagements beitragen. Menschen, die ihr Umfeld aktiv mitgestalten und Verantwortung für ihre Mitmenschen übernehmen, können für Unternehmen wertvolle Mitarbeiter sein.

Ein sichtbares Zeichen der Anerkennung für besonderes bürgerschaftliches Engagement

Die Ehrenamtskarte

Dort, wo bürgerschaftliches Engagement stattfindet, in der Gemeinde, der Stadt, dem Landkreis, dort, wo die Ehrenamtlichen wohnen, also vor Ort, sollen die Menschen auch die Anerkennung für ihre Aktivitäten erhalten. Deshalb ist in Zusammenarbeit des Freistaates Bayern, der kreisfreien Städte und der Landkreise Bayerns die Ehrenamtskarte entstanden, ein sichtbares Zeichen der Anerkennung für besonderes bürgerschaftliches Engagement. Die Karte wird in Bayern vom Sozialministerium an verdiente Ehrenamtliche verliehen und vermittelt Vergünstigungen in öffentlichen und privaten Einrichtungen in allen Landkreisen und kreisfreien Städten, welche sich an der Bayrischen Ehrenamtskarte beteiligen. Die Karte gibt es darüber hinaus auch in vielen anderen Bundesländern, Städten und Kommunen. Damit man die Karte bekommt, müssen einige Voraussetzungen erfüllt werden: Allgemein muss sich der Landkreis oder die kreisfreie Stadt, in dem oder der der Ehrenamtliche wohnt, an der Einführung der Ehrenamtskarte beteiligen. Auch persönliche

Voraussetzungen des Ehrenamtlichen müssen erfüllt sein. Der Ehrenamtliche muss freiwillig unentgeltlich mindestens durchschnittlich fünf Stunden pro Woche, bei Projektarbeiten mindestens 250 Stunden jährlich engagiert sein. Um die Karte zu bekommen, muss er mindestens schon zwei Jahre gemeinwohlorientiert aktiv im bürgerschaftlichen Engagement arbeiten. Das Mindestalter von 16 Jahren muss erreicht sein. Für Inhaber einer Juleica (Jugendleiter/in-Card) oder Inhaber des Ehrenzeichens des Ministerpräsidenten ist die Ehrenamtskarte sofort erhältlich.

Der Ehrenamtsnachweis

Der Ehrenamtsnachweis Bayern wurde 2009 auf Initiative des LandesCaritasverbands Bayern und des Bayerischen Landesverbands des Katholischen Deutschen Frauenbundes mit Unterstützung des Bayerischen Sozialministeriums ins Leben gerufen. Zunächst für den sozialen Bereich eingerichtet, kann er mittlerweile auch für andere Tätigkeitsfelder ausgestellt werden. 2011 kamen die großen Engagementbereiche Musik und Sport hinzu, weitere Träger und Themenfelder aus Kultur, Wirtschaft, Umweltarbeit etc. sind dazu


eingeladen, den Ehrenamtsnachweis ebenfalls zu nutzen. Über den ideellen Wert hinaus hat der Ehrenamtsnachweis einen beruflichen Nutzen: Für Menschen, die einen Ausbildungsplatz suchen, die nach der Familienphase wieder in den Beruf einsteigen oder sich beruflich verändern wollen. Sie alle können den Nachweis ihrer Bewerbung beilegen und so für ihren beruflichen Werdegang nutzen. Beantragen können den Ehrenamtsnachweis ehrenamtlich Engagierte, die dem Trägerkreis Ehrenamtsnachweis angehören. Sie wenden sich an die Organisation, bei der sie tätig sind. Wenn die Organisation keinem Trägerkreis angeschlossen ist, wenden sich die Ehrenamtlichen an ihr Landratsamt oder ihre Kommune. Außerdem können Organisationen, die vom Trägerkreis die Berechtigung dazu erhalten haben, selbst die Initiative ergreifen und ehrenamtlich Engagierte auszeichnen. Ausgestellt wird der Ehrenamtsnachweis von Verbänden, Institutionen und Organisationen und deren

Mitgliedern, die vom Trägerkreis, dessen Vorsitz die Landesarbeitsgemeinschaft der Freien Wohlfahrtspflege in Bayern (LAGFW) innehat, zum Ausstellen des Ehrenamtsnachweises Bayern autorisiert sind. Wie bei der Ehrenamtskarte gibt es auch beim Ehrenamtsnachweis Voraussetzungen, die vom Ehrenamtlichen erfüllt werden müssen. So müssen pro Jahr mindestens 80 Stunden Bürgerschaftliches Engagement oder eine entsprechende Mitarbeit an einem zeitlich befristeten Projekt geleistet werden. Das Mindestalter beträgt 14 Jahre. Schülerinnen und Schüler müssen pro Jahr mindestens 60 Stunden bürgerschaftliches Engagement oder eine entsprechende Mitarbeit an einem zeitlich befristeten Projekt nachweisen können. Beim Entgelt gilt folgendes: nicht bescheinigt werden Tätigkeiten, die wie eine vergleichbare berufliche Aktivität vergütet werden. Der Ersatz tatsächlich entstandener, nachgewiesener Auslagen steht der Ausstellung eines Ehrenamtsnachweises ebenso wenig entgegen wie Aufwandspauschalen und

geringfügige, nicht dem „marktüblichen“ Entgelt entsprechende Vergütungen, wenn die Steuerfreibeträge des § 3 Nr. 26, § 3 Nr. 26a EStG nicht überschritten werden. Der Steuerfreibetrag für die Übungsleiterpauschale beträgt derzeit 2.100 € im Jahr. Für Einkünfte aus ehrenamtlichen Tätigkeiten, die nicht unter die Übungsleiterpauschale fallen, beläuft sich der Steuerfreibetrag aktuell auf 500 € im Jahr. Ausgestellt werden kann der Ehrenamtsnachweis für alle dem Gemeinwohl dienenden Tätigkeiten im Rahmen eines bürgerschaftlichen Engagements.

Mit dem Ehrenamtsnachweis Bayern kann zum einen ehrenamtliches Engagement ausgezeichnet werden, zum anderen können mit dem Engagement verbundene Kompetenzen dokumentiert werden.


Mut ist aus Fehlern zu lernen! Mut ist nach einer Niederlage immer wieder aufzustehen. Mut ist auf andere Menschen zuzugehen und sich mit anderen Meinungen auseinanderzusetzen. Mut bedeutet, das was man kennt, und wo man sich sicher und geborgen fühlt, hinter sich zu lassen, um etwas Neues auszuprobieren. Mut ist, wenn man seine Ängste bekämpft. Mut ist, wenn man sich nicht verbiegen durch andere lässt und zu seiner Meinung und seinem Charakter steht. Antworten von Jugendlichen des Passauer Jugendzentrums

Folgende Organisationen

beteiligten sich als lokale Filmpartner: Aktion

Sühnezeichen Friedensdienste Regionalgruppe Passau, Amnesty International, Bayerischer Blinden- und Sehbehindertenbund e.V., Beratungsstelle für Frauen – Bildung & Beruf, Berufliche Fortbildungzentren der Bayerischen Wirtschaft (bfz) gGmbH Passau, BRKBlindenreport Passau, Bund Naturschutz in Bayern e.V., Caritasverband für die Diözese Passau e.V., Greenpeace Passau, Katholischer Deutscher Frauenbund, K-Schule Passau, Lebenshilfe Passau e.V., Malteser Jugend, Seniorenstift Passau, Soroptimist International Deutsche Union – Club Passau, pro familia e.V., Runder Tisch gegen Rechts, Unternehmerinnennetzwerk wild & weiblich e.V., Zeughaus Passau.

Menschen mit unterschiedlichen Anliegen in der Gesprächsrunde

Was ist Mut? Auch in diesem Jahr beteiligte sich unser Verein zum mittlerweile dritten Mal an einem Filmfestival der Aktion Mensch, dieses Jahr unter dem Motto „ueber Mut“. In insgesamt 10 Filmen zeigte das Festival Menschen, die sich leidenschaftlich für ihren Traum von Veränderung einsetzen: Sei es für würdige Lebensbedingungen von obdachlosen Menschen in Frankreich, gegen den Missbrauch und die Vernachlässigung von Kindern und Jugendlichen in Südafrika oder für die rückhaltlose Aufarbeitung der NSVergangenheit in der Bundesrepublik. So breit gefächert die Themen der Filme waren, so unterschiedlich waren auch die lokalen Organisationen, die sich bereit erklärt hatten, für einen oder mehrere Filme eine Filmpatenschaft zu übernehmen. Vom Caritasverband Passau über den Runden Tisch gegen Rechts bis zum Bund Naturschutz stieß das Motto des Festivals auf großes Interesse, so dass letztlich 19 lokale Filmpartner gewonnen werden konnten. In Form von Vorträgen, Gesprächsrunden und Infoständen gaben die Filmpartner den Besuchern des Passauer Filmfestivals die Möglichkeit, über Themen wie gewaltfreier politischer Widerstand, Engagement im Alter oder

Umweltaktivismus zu diskutieren. Als Filmfestival der Aktion Mensch ging es in ueber Mut natürlich auch um Menschen mit Behinderungen. Der Eröffnungsfilm „Antoine“ handelte von einem blinden Jungen, im Film „Monika und David“ ging es um die Hochzeit eines Pärchens mit Down-Syndrom. Beide Filme zeigten, wie mutig und selbstbestimmt Menschen mit Behinderungen ihr Leben in die Hand nehmen.

„Mut ist: zu sich selbst stehen, Unmögliches möglich machen, hinschauen, die Wahrheit sagen.“ Jugendliche des „Zeughauses“ Passau

Aus diesem Grunde freute es den Verein sehr, dass als lokale Schirmherrin Petra Asenbauer gewonnen werden konnte. Die engagierte junge Frau, die selbst an spastischen Lähmungen leidet, hat das Projekt „Stufenlos“ initiiert. Das is ein offener Freizeittreff für Jugendliche mit und ohne Behinderungen, der alle zwei Wochen im Jugendzentrum Zeughaus in Passau stattfindet. ueber Mut erzählte jedoch nicht nur von


Filmfestival „ueber mut“ der Aktion Mensch vom 05. - 18. Mai 2011 im ScharfrichterKino

"Mut ist strahlend, freundlich, stufenlos durchs Leben spazieren und nicht nur vom Zehnmeterturm zu springen. Sei OFFEN und MUTIG für alles. Denn wann man/frau MUTIG zu seiner Sache steht, können die Zweifler überzeugt werden. Wenn wer den Mut hat, etwas Neues anzugreifen, dann kann das Leben interessanter und vor allem spannender werden." (Petra Asenbauer)

Menschen mit Behinderungen, sondern das Filmfestival selbst sollte auch für Menschen mit Behinderungen zugänglich sein. Alle Filme waren für gehörlose Zuschauer mit Untertiteln ausgestattet, die anschließende Diskussion wurde von einer Gebärdendolmetscherin übersetzt. Um gezielt gehörlose Menschen auf das Filmfestival aufmerksam zu machen, konnten die Organisatoren die Unterstützung des Gehörlosenvereins Passau e.V. gewinnen. Blinde Menschen konnten die Filme als Audiodeskription über spezielle Funkkopfhörer verfolgen. Als Eröffnungsfilm des Festivals am 05. Mai wurde deshalb der Film „Antoine“ ausgewählt, um mit diesem Film auch zugleich auf die besondere Barrierefreiheit des Festivals hinzuweisen. Im Anschluss an den Film hatten

Filmpartners K-Schule Passau Interessierten seinen sehbehindertengerecht ausgestatteten Arbeitsplatz vorführte. Das Angebot des barrierefreien Kinos wurde sowohl von blinden als auch gehörlosen Menschen sehr gut wahrgenommen, und von diesen als Bereicherung und Wertschätzung erlebt. Damit konnten nicht nur blinde und gehörlose Menschen erstmalig in

die Filmpartner Bayerischer Blinden- und Sehbehindertenbund sowie der BRK-Blindenreport eine blinde Frau eingeladen, die aus ihrem Alltag mit Blindenführhund berichtete. Anschließend wurde zu einer großen Eröffnungsfeier mit Live-Musik und Büfett geladen, während ein sehbehinderter Schüler des

Passau an einem Filmfestival teilnehmen, sondern es wurden auch die übrigen Besucher auf die Problematik sehbehinderter und gehörloser Menschen aufmerksam gemacht. Den Zuschauern wurde bspw. durch die Anwesenheit der Gebärdensprachdolmetscherin bewusst, dass taube Menschen im Regelfall von öffentlichen

Die Organisatorinnen Johanna Niederhofer und Perdita Wingerter mit Schirmherrin Petra Asenbauer (Mitte)

Diskussionen ausgeschlossen bleiben. Über die Vernetzung im Rahmen des Filmfestivals hat zudem der Gehörlosenverein erstmals von barrierefreien Maßnahmen im Cineplex in Passau erfahren. Den Abschluss des Festivals bildete am 18. Mai schließlich ein sehr positiver Film, „Monica und David“. Die Vorstellung war so gut besucht, dass viele Besucher keinen Einlass mehr fanden. Im Anschluss fand wiederum ein großes Fest mit Musik und Büffet statt. Zudem zeigte der Filmpartner Lebenshilfe Passau eine Fotoausstellung über behinderte Paare aus der Region. Diese Ausstellung war während des gesamten Zeitraums des Festivals bereits im Cineplex Passau zu sehen. Trotz schönen Wetters war das Festival insgesamt sehr gut besucht, und die Filme wurden von vielen als Bereicherung und wichtiger Denkanstoß empfunden. Mehr Infos zum Filmfestival:

www.passauer-filmfestival.de Und zur Filmfestival-Initiative von Aktion Mensch:

http://www.aktionmensch.de/filmfestival/start. php oder www.uebermut.de


Rückblick „Aktionstag für Jungs – Jobs mit Menschen“ „Ab Februar 2011 war ich für die Organisation des Aktionstages für Jungs zuständig. Von der Öffentlichkeitsarbeit über die Sponsorenakquise bis hin zur Anwerbung von Schulen und Betrieben und der Evaluation konnte ich den gesamten Bereich des Eventmanagements kennen lernen.“ … „Eine neue Lernerfahrung für mich war vor allem der Einblick in die Arbeit eines gemeinnützigen Vereines. Für mich selbst war es erstaunlich zu sehen, wie viel Arbeitsaufwand in Projekten steckt, die von außen so einfach erscheinen. Zusätzlich musste ich erfahren, dass auch in der gemeinnützigen Branche knallhartes Business vorherrscht. Es werden, vor allem von öffentlichen Vertretern, oft Versprechungen gemacht, die hinterher nicht eingehalten werden. Die Realität gemeinnütziger Vereine ist ein ständiger Kampf um Unterstützung, öffentliche Anerkennung und Kooperation. Dies miterleben zu dürfen ist eine große Bereicherung für mein zukünftiges Berufsleben.“ Evelyn Grünberger

Am 14.04.2011 fand zum ersten Mal bundesweit der Boys´ Day statt. Ziel der Initiative ist es, Jungen neue Wege und vielfältige Perspektiven für ihre individuelle Berufs- und Lebensplanung aufzuzeigen. Der Verein feierte hingegen schon das fünfjährige Bestehen des „Aktionstages für Jungs“. Kfz-Mechaniker, Elektroniker, Anlagenmechaniker, Maler und Lackierer – die Liste der beliebtesten Berufe, die Jungs ergreifen wollen, ist seit Jahren unverändert. Und Berufe wie Kindergärtner oder Altenpfleger tauchen hingegen so gut wie nie auf. Wie auch die meisten Mädchen, wählen Jungen meist aus einem begrenzten Berufsfeld – ungeachtet der Chancen, ob sie später in diesen Berufen überhaupt einen Job bekommen. Um den Jungen neue Perspektiven für ihre Berufswahl zu eröffnen, veranstaltete der gemeinnützige Verein „Gemeinsam leben und lernen in Europa e.V.“ am 14. April 2011 parallel zum bundesweiten Girls’ Day den Boys’ Day, den 5. „Aktionstag für Jungs“ für Stadt- und Landkreis Passau. An diesem Tag hatten Jungen ab 14 Jahren im

Zuge eines Tagespraktikums die Möglichkeit, für sie „untypische“ Berufe aus dem sozialen, pflegerischen oder erzieherischen Bereich kennen zu lernen. Die praktischen Erfahrungen und gesammelten sozialen Kompetenzen der Arbeit in Kindergärten, Altenheimen, sozialen und pflegerischen Einrichtungen und Hilfsdiensten konnten die Jungs in ihre individuelle Berufs- und Lebensplanung mit einbeziehen. „Es arbeiten einfach zu wenige Männer im Erziehungs-, Pflege- und Sozialbereich. Männliche Bezugspersonen und Rollenvorbilder fehlen in diesen Berufsfeldern viel zu häufig.

Jungen können für sie „untypische“ Berufe kennenlernen Dabei ist gerade die Präsenz und Arbeit von Männern in Kindergärten, Horten, Grundschulen, Pflege- und Sozialeinrichtungen ebenso wichtig wie die der Frauen“ erklärt Perdita Wingerter, die Initiatorin und Projektleiterin, ihre Motivation für die Organisation des Aktionstages. Unterstützung erhält sie da von Heinz Fuchs, Leiter des Staatlichen Schulamts „Das erzieherische Umfeld und

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Der Verein lud in Passau zum Aktionstag für Jungs ein

der Bildungsbereich sind feminisiert. In Bayern arbeiten im pädagogischen Bereich nur 2% Männer, im Grundschulbereich sind es nur 14%. Wenn man dann noch die hohe Rate der Alleinerziehenden heranzieht, dann erleben Jungen oft keinen männlichen Part in ihrer Erziehung“, beschreibt Heinz Fuchs vom Staatlichen Schulamt die Problemlage. Leider ziehen Jungs solche Berufe bei ihrer Lebens- und Berufsplanung oft nicht in Betracht, weil sie als typische „Frauenberufe“ angesehen werden. Diese Klischees und Hemmschwellen hindern viele junge Männer daran, die vielfältigen Chancen und Möglichkeiten dieser Berufe wahrzunehmen. „Durch den Aktionstag für Jungs wollen wir Jungen die Möglichkeit eröffnen, Erfahrungen in Berufsfeldern zu sammeln, die sie so in der Regel nicht bekommen und damit neue Wege und vielfältige Perspektiven für ihre individuelle Berufs- und Lebensplanung aufzeigen“, erläutert Wingerter.

Im Schnupperpraktikum erwarteten die Jungs Betriebserkundigungen, Informationsgespräche, Vorträge über die Arbeitswelt und Ausbildungswege und die Mitarbeit im Tagesablauf. „Die Resonanz bei den Betrieben war sehr gut! Ingesamt haben 67 Betriebe Tagespraktika für die knapp 200 Jungen, die mitgemacht haben, bereitgestellt“, berichtet Evelyn Grünberger, die maßgeblich die Organisation des Aktionstages übernommen hatte. Regionale Einrichtungen aus Passau, Vilshofen, Fürstenzell, Tittling, Hauzenberg, Pocking und Bad Griesbach hatten sich dazu bereit erklärt, die interessierten Schüler an Ihrem sozialen Alltag teilnehmen zu lassen. Insgesamt beteiligten sich 11 Schulen unterschiedlichsten Schultyps aus Stadt und Landkreis Passau am Aktionstag und ermöglichten so 195 Jungs, wichtige Erfahrungen zu sammeln. Den Jungen gefiel jedoch nicht nur, eine neue Erfahrung gemacht zu haben, sondern

Gemeinsam leben und lernen in Europa e. V.

auch die konkreten Tätigkeiten selbst stießen auf positive Resonanz. Die Jungen, die einen Kindergarten besucht hatten, beschrieben vielfach den Umgang mit Kindern als positiv.

„Jungen erleben oft keinen männlichen Part in ihrer Erziehung.“ Heinz Fuchs

Zum einen standen hierbei die aktiven Betätigungen mit Kindern im Vordergrund: „mit den Kindern zu spielen“, „mit den Kindern lustige Sachen zu unternehmen“ oder auch das Basteln, Bauen und Malen mit Kindern. Viele Jungen nannten darüber hinaus jedoch auch eher fürsorgliche und erzieherische Betätigungen: „auf die Kinder aufpassen“, „den Kindern helfen“, „den Kindern etwas beibringen“. Auch die Jungen, die ihr Schnupperpraktikum in

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Die Unterstützer

1. Reihe: Peter Niedermeier (Abt. „Arbeit & Qualifizierung der Stadt Passau), Renate Braun (Sparkasse Passau), Anton Kreuz (Rotary Club Rottaler Bäderdreieck), 2. Reihe: Evelyn Grünberger, Markus Sackmann (Staatssekretär BaySTMAS), Perdita Wingerter, Josef Federhofer (stellv. Landrat Landkreis Passau), Dr.med. Markus Higi (Rotary Club PassauDreiflüssestadt), Dr. Klaus Stein (Agentur für Passau), Heinz Fuchs (Staatliches Schulamt Passau)

Logos Unterstützer

Seniorenheimen absolviert hatten, hoben einzelne Tätigkeiten als positiv hervor: „Brettspiele mit den Leuten spielen“ oder auch „die Leute zu füttern“. Negativ fielen den Jungen am Aktionstag ebenfalls sehr konkrete Bestandteile der jeweiligen Berufe auf. So gaben einige Jungen, die ihr Praktikum im Kindergarten absolviert hatten an, dass sie bestimmte Eigenschaften der Kinder als sehr anstrengend empfanden. Die Kinder wurden als „zu anhänglich“, „zu energievoll“, und vor allem als zu laut empfunden. Ein Teilnehmer fand den Praktikumstag als „sehr anstrengend, weil die Kinder immer beobachtet werden müssen“. Praktikanten im Seniorenheim erschienen ebenfalls konkrete Tätigkeiten als negativ, wie „das Waschen von Frauen.“ Von der Wichtigkeit eines solchen Aktionstages sind auch die beiden Schirmherren überzeugt. Markus Sackmann, Staatssekretär im bayerischen Staatsministerium ist überzeugt: „Ich appelliere an die Jungen: Durchbrecht alte Muster und nutzt die Angebote am Aktionstag von „Gemeinsam Leben und Lernen in Europa e.V.“, um in Krankenhäusern, Kindergärten oder Pflegeheimen Sozial- und Gesundheitsberufe kennen zu lernen. Mehr Informationen zu diesen vielseitigen Berufen erfahrt ihr unter: www.herzwerker.de.“ Dem stimmt auch Dr. Klaus Stein, Chef der Passauer Arbeitsagentur zu: „Der Aktionstag bietet eine gute Möglichkeit für Jungs, neue Berufsfelder zu entdecken, Vorurteile gegenüber – für Jungs ungewöhnliche – Berufe abzubauen sowie manche Hemmschwelle zu überwinden.“ Schwierig war für die Organisationen wie jedes Jahr, finanzielle Mittel für die Organisation des Aktionstages aufzutreiben. Denn obwohl der Boys’ Day mittlerweile eine bundesweite Initiative ist, gibt es neben Infomaterialien keine Gelder für die Organisation vor Ort. Neben einem kleinen Budget durch das Bayerische Staatsministerium wurde der Verein finanziell von der Sparkasse Passau, der Stadt Passau, den Rotariern Rottaler

Bäderdreieck und Passau – Dreiflüssestadt, den Staatlichen Schulämtern in der Stadt und im Landkreis Passau, dem Landkreis Passau und der Bundesagentur für Arbeit Passau unterstützt. Aber was hat der Aktionstag den Jungen gebracht? Eine Befragung der Jungen vor und nach dem Aktionstag sowie der Betriebe ergab Folgendes: „Die Jungen begegnen sozialen Berufen durchaus mit Neugier und Offenheit, wenn sie die Chance dazu erhalten, diese in der praktischen Mitarbeit kennen zu lernen. Abschreckend wirken auf die Jungen jedoch vor allem die fehlende Anerkennung, sowie die geringen Einkommens- und Aufstiegsmöglichkeiten im Vergleich zu den Anforderungen und Belastungen der Berufe. Dennoch gab etwa ein Fünftel der Jungen nach dem Aktionstag an, dass sie sich durchaus vorstellen können, später in diesen Berufen zu arbeiten.“, fasst Johanna Niederhofer, die die Auswertung vorgenommen hatte, die Ergebnisse zusammen. „Der Einsatz lohnt auf alle Fälle“, betont Perdita Wingerter. „Selbst wenn die Jungen nachher keinen dieser Berufe ergreifen, haben sie doch alle ganz persönlich erfahren und erkannt, was für eine wertvolle und anstrengende Arbeit in diesen Berufen geleistet wird.“

Wer mehr über den bundesweiten Boys’ Day wissen will: www.boysday.de

Mehr Infos zum Aktionstag für Jungs für Stadt und Landkreis Passau : www.aktionstag-fuer-jungs.de

Dort findet man auch die Evaluationsberichte zum Download

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Miteinander Ausgabe 4 (Mai 2012)