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GESUNDHEIT

LAND & LEUTE

12 MILLIONEN FÜR NEUE LEHRPRAXEN

DAMIT DER HAUSARZT WIEDER ATTRAKTIV WIRD Bund, Hauptverband und Länder haben eine Einigung zur Finanzierung neuer Lehrpraxen getroffen. Diese sollen den Beruf des Hausarztes wieder attraktiver werden lassen.

D

er drohende Ärztemangel stellt die Gesundheitsversorgung im ländlichen Raum vor eine große Herausforderung. Wurde mit den Primärversorgungseinheiten bereits eine erste Maßnahme beschlossen, um die Qualität der Versorgung zu sichern und dem Mangel an Landärzten entgegenzuwirken, konnten sich nun Bund, Länder und Kassen nach zweieinhalb Jahren der Ausbildungsreform für Mediziner auf die Finanzierung ärztlicher Lehrpraxen einigen. Die Kosten dafür liegen pro Jahr bei zwölf Millionen Euro. Bund, Länder, Kassen und Praxisinhaber teilen sich Finanzierun. Die Ausbildung von Allgemeinärzten sieht künftig nicht nur den Spitalsturnus, sondern auch eine verpflichtende Lehrpraxis vor. Damit werden junge Ärzte am Ende ihrer Ausbildung ein halbes Jahr lang in einer Arztpraxis mitarbeiten und erste Erfahrungen im Alltag einer ärztlichen Praxis sammeln. Pro Praktikant kostet das rund 27.000 Euro, wobei jährlich 450 Arztanwärter erwartet werden. Die Kostendeckung der insgesamt zwölf Millionen Euro teilen sich Bund, Länder, Kassen und Praxisinhaber: Der Bund übernimmt 25 Prozent (gedeckelt mit vier Millionen Euro), Länder und Kassen je 32,5 und die Praxisinhaber zehn Prozent. Die zugesagten 12 Millionen Euro decken insgesamt drei Viertel der entstehenden Gehaltskosten plus Sonderzahlungen ab. Meilenstein zur Förderung der Allgemeinmedizin. Die beteiligten Parteien zeigen sich froh über den Beschluss und blicken positiv in die Zukunft der Allgemeinmediziner. „Das beschlossene Finanzierungspaket zur Lehrpraxis ist ein Meilenstein, mit dem die Allgemeinmedizin

Vor allem für ländliche Gemeinden könnte der Beschluss eine Chance zum Aufschwung der Landärzte bedeuten.

gefördert wird“, so Gesundheitsministerin Beate Hartinger-Klein. Auch Alexander Biach, Chef des Hauptverbands der Sozialversicherungsträger, ist von dem Beschluss überzeugt und sieht darin vor allem Potenzial zur Steigerung der Attraktivität des Hausarztberufs, was vor allem für ländliche Gemeinden eine Chance zum Aufschwung der Landärzte bedeuten könnte: „Die Einigung stellt einen Motivationsschub für den Medizinernachwuchs dar, in den Hausarztberuf zu starten.“

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Kommunal 3/2018  
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