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THEMA

TOURISMUS IM 21. JAHRHUNDERT

PITTERS® KOMMUNALTREND DR. HARALD PITTERS IST TRENDEXPERTE UND

Privatzimmer online – eine zweischneidige Sache!

E

in Schwerpunkt dieses einem legalen und oft günstigeKOMMUNAL ist das immer ren Angebot als bisher auswähbedeutsamere Thema len - manche Touristen können Privatzimmervermietung über sich den Besuch der Gemeinde Onlineportale. In den vergangedadurch überhaupt erst leisten. nen Monaten wurde vermehrt Parallel zeigt der aktuelle Pitdarüber berichtet, dass manche ters® KOMMUNALTrend, dass auch die Gemeinden Gemeinden bzw. Gemeinden selbst in FreizeitStädte etwa das und TourismuseinVermittlungsportal investieren in richtungen sowie Airbnb verboten Freizeit- und in das kulturelle oder beschränkt TourismuseinRahmenprogramm haben. Die Entscheidungsträger richtungen etwa kräftig – um etwa 20 Prozent mehr als im wollen damit 20 Prozent Vorjahr – investieren unter anderem das mehr als im wollen, da die NachPreisdumping für Nächtigungen aufVorjahr, da die frage ansteigt. Es ist daher festzuhalten, halten. Außerdem Nachfrage dass Privatzimmerwissen die Komansteigt.“ vermittlungsportale munen oft nicht, nicht nur einseitiwer dabei auf den ge Folgen für die Kommunen diversen Plattformen Zimmer haben, sondern diese im Sinne oder Wohnungen vermietet und diverser Umwegrentabilitäten ob Steuern oder Abgaben wie auch davon profitieren können. die Ortstaxe ordnungsgemäß entrichtet werden. Unabdingbare Voraussetzungen dafür sind transparente Diese Informationslücken rechtliche Rahmenbedingunmöchten die Kommunen mit gen, fairer Wettbewerb und bestimmten Voraussetzungen nicht zuletzt Zumutbarkeit für und dem Anfordern von Infordie Nachbarn, damit letztlich mationen über die Wohnungsalle Seiten dauerhaft von dievermieter schließen. Zusätzlich sem digitalen Trend profitieren ist es unumgänglich, eine faire können. Balance zu den bestehenden Betrieben zu schaffen. Diese unterliegen höchsten rechtlichen und sonstigen Auflagen und es geht darum, Wettbewerbsverzerrungen unbedingt zu vermeiden. Nur dann office@pitters.at www.pitters.at können Reisende künftig aus

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Wir sind nicht gegen Airbnb, aber es muss einen Wettbewerb auf Augenhöhe geben“ Siegfried Egger, Obmann des Hotellerie-Fachverbandes und Hotelier in Kirchberg in Tirol

Hotellerie-Obmann Egger sieht kein großes Potenzial für Airbnb in Abwanderungsgebieten. „Natürlich kann man mit den Privatvermietungsplattformen auch touristisch abgelegener Regionen forcieren. Große Tourismusinitiativen kann man aber dadurch wahrscheinlich nicht starten, denn auch Airbnb-Gäste wollen wohl eher in Gegenden, in denen bereits viel los ist.“ Wenig Entwicklungsmöglichkeiten. Das sieht auch die Raumplanungsexpertin Gerlind Weber so. „Airbnbn ist eher ein Abstaubermodell und in Regionen offensiv, die ohnehin stark sind.“ Für Abwanderungsgemeinden ist der Tourismus als Zugpferd aus ihrer Sicht eher ungeeignet, weil es meist an der Infrastruktur mangelt. „Eine schöne Landschaft alleine reicht nicht“, meint Weber. Dazu komme noch, dass Regionen, die früher stark im Tourismus waren, aber dann den Anschluss verloren haben, den Anschluss nicht mehr so leicht finden können. „Es gab im Tourismus einen enormen Strukturwandel. Rund 80 Prozent der Gästebetten, die in den 70er-Jahren angeboten wurden, stehen jetzt nicht mehr zur Verfügung, weil die Vermieter die Vermischung von Privat- und Erwerbsleben nicht mehr wollen – also dass etwa die Gäste am Küchentisch sitzen“, so Weber. Die Zimmer, die damals angeboten wurden, hatten oft nur eine Dusche am Gang. Um auf zeitgemäße Standards aufzurüsten, wären enorme Investitionen notwendig, fürchtet sie. Heute gebe es eher professionelle Anbieter, die ohnehin Ortstaxe zahlen, sowie Private, die Apartments anbieten. Weber: „Diese bieten ihre Unterkünfte natürlich zunehmend auch über das Internet an, allerdings erfolgt das meistens eher individuell oder über die Tourismusverbände. Airbnb hat da wenig Entwicklungsmöglichkeit.“

Kommunal 3/2018  
Kommunal 3/2018  
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