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Schutzgebühr 2,- € www.osnabruecker-land.de


Titelseite: Oben: Wasserschloss Schelenburg Links unten: Impressionen im Park Schloss H端nnefeld Mitte rechts: Lichtspiel im Kreuzgang Kloster Malgarten Unten rechts: Schloss Ippenburg


Alte Schätze neu entdecken Quakenbrück 15 Berge Diepholz

Eggermühlen 13 Ankum

12 Neuenkirchen

Bersenbrück

3 Fürstenau

Damme

Merzen

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10 Hunteburg

Bramsche Recke

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Ostercappeln

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14 Bad Essen

Osnabrück

Hörstel 17

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Schledehausen 7

1 Ibbenbüren

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Lengerich

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Georgsmarienhütte

Hagen aTW

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Melle

Bad Iburg Dissen

Bad Rothenfelde

Spenge Borgholzhausen

Glandorf

Die Zeitreise beginnt

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Burg Wittlage

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Kloster Bersenbrück

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Schloss Osnabrück

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Wasserschloss Schelenburg

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Schloss Eggermühlen

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Schloss Iburg

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Gut Ostenwalde

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Ruine Wittekindsburg

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Schloss Fürstenau

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Schloss Gesmold

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Stift Börstel

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Schloss Ippenburg

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Kloster Malgarten

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Kloster Ohrbeck

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Schloss Hünnefeld

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Gut Sögeln

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Kloster Gravenhorst

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Die Zeitreise beginnt... B

urgen, Schlösser und Klöster haben das Osnabrücker Land in besonderer Weise geprägt. Viele dieser alten Schätze sind noch heute erhalten und lohnen einen Besuch. Alles begann mit Karl dem Großen, der Ende des 8. Jh. das Sachsenland eroberte, um das Volk zum christlichen Glauben zu bekehren. Widukind, der Anführer der Sachsen, leistete zwar erbitterten Widerstand, war ihm letztlich aber unterlegen. Nach dem Friedensschluss richtete Karl der Große eine Missionsstation an einer Hasefurt ein. Dieser Ort war der Ursprung Osnabrücks und wurde um 800 zum Bischofssitz erhoben.

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arl der Große setzte nicht nur Grafen, sondern auch Bischöfe als Landesherren ein. Während die Grafen für die Verwaltung der eroberten Gebiete zuständig waren, sollten die Bischöfe die letzten heidnischen Sachsen bekehren. Im Gegensatz zu den Bischöfen hatten die Grafen militärische, richterliche und exekutive Befugnisse. Die Bischöfe waren den Grafen zwar nicht untergeordnet, doch waren sie bestrebt, weltliche Macht zu erlangen: Sie wollten von den Grafen unabhängig sein.

Dom zu Osnabrück

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ls die geistlichen Landesherren im 13. Jh. das Recht erhielten, Befestigungen anzulegen, nutzten sie dieses aus, um ihre Herrschaft auszubauen. Die Iburg bestand bereits als bischöfliche Residenz. Doch nun durften die Bischöfe auch Landesburgen errichten, um die Grenzen des Fürstbistums Osnabrück zu sichern, so die Burg Fürstenau im Nordwesten und die Burg Wittlage im Osten. Zu Wittlage gehörten die Rittersitze Hünnefeld und Ippenburg. Die bischöflichen Landesburgen dienten zudem als Stützpunkte für weitere Landnahmen. Daher kam es im 13. und 14. Jh. zu zahlreichen Fehden mit den Grafen. Das Fürstbistum umfasste schließlich ein Gebiet, das sich annähernd mit dem heutigen Osnabrücker Land deckt.

Reliquienschrein aus dem Osnabrücker Domschatz

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ährend des Dreißigjährigen Krieges blieben Osnabrück und das Osnabrücker Land teilweise evangelisch. Im Laufe der Friedensverhandlungen führte diese Tatsache zu dem Beschluss, dass das Fürstbistum fortan im Wechsel von katholischen und evangelischen Bischöfen regiert werden sollte. Dabei waren die evangelischen Bischöfe immer aus dem Welfenhaus Braunschweig-Lüneburg zu wählen. Nach dem Westfälischen Frieden kam mit Ernst August I. der erste protestantische Bischof ins Osnabrücker Land. Er und seine Frau, Sophie von der Pfalz, eine Enkelin des englischen Königs Jakob I., residierten zunächst auf der Iburg. Dort wurde im Oktober 1668 Sophie Charlotte geboren, die im Jahre 1701 an der Seite von Friedrich I. erste Königin in Preußen wurde.

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Sophie Charlotte


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Englische Krönungskrone

ls die Iburg als Residenz nicht mehr repräsentativ genug erschien, ließ Ernst August I. in Osnabrück ein großes Barockschloss nach französischem Vorbild errichten. Im Jahre 1673 bezog er mit seiner Familie das neue Schloss. Durch seine Verbindung mit Sophie von der Pfalz brachte Ernst August I. das Haus Hannover in die Anwartschaft auf den englischen Thron. Als ihr Sohn Georg Ludwig den englischen Thron bestieg, begann die Personalunion zwischen Großbritannien und Hannover, die bis 1837 bestand. Durch diese weit verzweigten Beziehungen wurde das Schicksal des Fürstbistums Osnabrück immer wieder von außen beeinflusst.

Mit Ernst August I., dem späteren Kurfürsten von Hannover kam im Jahre 1661 seine gebildete Gemahlin Sophie von der Pfalz auf die Iburg ins Osnabrücker Land. Sophie von der Pfalz war eine Enkelin des englischen Königs Jakob I. und gehörte damit zur Dynastie der Stuarts. Im Jahre 1701 erließ das englische Parlament den „Act of Settlement“, der alle Katholiken und damit die männliche Linie des Hauses Stuart von der Thronfolge ausschloss. Damit ging der britische Thron an das deutsche Fürstenhaus Hannover über. Da Sophie von der Pfalz den Thron selber nicht mehr besteigen konnte, wurde ihr Sohn Georg Ludwig, Bruder von Sophie Charlotte, im Jahre 1714 als Georg I. König von England und Hannover.

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achdem die Bischöfe ihre Macht ausgebaut und gesichert hatten, wandelte sich auch die Funktion der Rittersitze. Sie dienten nun nicht mehr in erster Linie der Verteidigung, sondern der Repräsentation. Die wehrhaften Anlagen wurden vom 16. bis zum 18. Jh. zu stattlichen Renaissance- und Barockschlössern ausgebaut.

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eute laden die Burgen, Schlösser und Klöster mit ihrem vielfältigen Angebot zu einem Besuch ein. Historische Ausstellungen, Besichtigungen und Führungen bieten die Möglichkeit, die Geschichte des Osnabrücker Landes und des nahe gelegenen Tecklenburger Landes zu ergründen. Bei Konzerten, Lesungen, Theateraufführungen und Gartenfestivals können Besucher die Anlagen neu entdecken und erleben. Einige Klöster und Stifte verfügen über ein umfangreiches Programm im Bereich der Weiterbildung. Andere präsentieren sich als moderne Kunst- und Kulturzentren. Wer in historischem Ambiente feiern, übernachten oder tagen möchte, findet auch hierzu Gelegenheit. Jede Anlage hat ihre besonderen Vorzüge. Um diese kennen zu lernen, soll dieser Kulturführer eine kleine Hilfe sein.

Gut Bruche

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Schloss Osnabrück

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arocke Oase im Herzen der Stadt Inmitten der Stadt, direkt am viel befahrenen Neuen Graben, erhebt sich die leuchtend gelbe Fassade des Osnabrücker Schlosses. Betritt man den Innenhof durch das repräsentative Torhaus, empfängt einen studentisches Leben. Die ehemalige Residenz des Osnabrücker Fürstbischofs ist heute Teil der Universität Osnabrück. Der großzügige Schlossgarten, der sich hinter dem Hauptgebäude erstreckt, ist nicht nur für die Studenten sondern auch für viele Osnabrücker und Besucher eine Oase des Atemholens in der Hektik der betriebsamen Friedensstadt.

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ine repräsentative Residenz für das „neue“ Fürstbistum Das Osnabrücker Schloss entstand als repräsentativer Sitz des Fürstbischofs von Osnabrück erst Ende des 17. Jahrhunderts. Während des Mittelalters hatte der Bischof von Osnabrück auf der Iburg (s. S. 8/9) südlich der Stadt residiert, in angemessener Entfernung von den Auseinandersetzungen zwischen Hochstift (also dem Bistum) und aufstrebenden städtischen Führungsschichten, die für das Hoch- und Spätmittelalter charakteristisch waren. Nach den Beschlüssen des Westfälischen Friedens, der in Münster und Osnabrück 1648 ausgehandelt worden war, sollte das Fürstbistum Osnabrück abwechselnd von einem evangelischen und katholischen Fürstbischof regiert werden. Nun wollte der erste weltliche (lutherische) Fürstbischof von Osnabrück, Ernst August von Braunschweig-Lüneburg (Fürstbischof 1662-1698), seinen absolutistischen Herrschaftsan-

spruch durch eine angemessene Residenz unterstreichen. Er ließ in den Jahren 1667-1673 die barocke, vierflügelige Anlage errichten. Zuerst wurde das Hauptgebäude (corps des logis) mit dem Wohn- und Gästezimmern errichtet, danach die Flügelbauten um den Innenhof. Im Schloss befand sich neben der Hauskapelle auch ein repräsentativer 25 m langer Festsaal. Der Schlossgarten, der sich auf gut drei Hektar hinter der Terrasse des Haupthauses erstreckt, wurde nach Plänen des Gartenarchitekten Martin Charbonnier gestaltet, dessen bekannteste Gartenplanung der später geschaffene Schlossgarten in Hannover-Herrenhausen ist.

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ie Bande zum englischen Thron Bald nachdem ihr jüngster Sohn Ernst August geboren wurde, zog die Fürstenfamilie 1679 nach Hannover, wo Fürstbischof Ernst August das Erbe seines verstorbenen Sohnes Johann Friedrichs im Fürstentum Hannover antrat. So stand das Schloss lange Zeit leer. Der älteste Sohn Ernst Augusts, Georg Ludwig, wurde 1714 als Georg I. König von England. Durch den act of settlement waren 1701 alle katholischen Erben von der englischen Thronfolge ausgeschlossen worden, sodass der Thron an das Haus Hannover


Tipp

Infos

GEDENKSTÄTTE GESTAPOKELLER OSNABRÜCK 1938 richtete die Geheime Staatspolizei (Gestapo) in der umgebauten Reithalle des ehemaligen Westflügels des Schlosses ihren Osnabrücker Dienstsitz ein. Im Keller befanden sich fünf Haftzellen. Ein erster schrecklicher Höhepunkt der Verfolgung durch das Terrorregime der Nationalsozialisten war die Pogromnacht vom November 1938. Bis zu 90 jüdische Mitbürgerinnen und Mitbürger wurden von der Gestapo in den Haftzellen des Schlosses festgehalten, um anschließend in das Konzentrationslager Buchenwald deportiert zu werden. Ab 1944 richtete das Regime ein Arbeitslager in Ohrbeck ein (s. S. 36-37). Für viele der Opfer begann ihr meist tödlicher Leidensweg im Gestapokeller des Osnabrücker Schlosses. Seit 2001 unterhält der Verein Gedenkstätte Gestapokeller im Schloss Osnabrück e. V. mit Unterstützung der Universität eine Gedenkstätte an diesem Ort. Dauer- und Wechselausstellungen wollen dem Besucher eine fremde Zeit vor Augen führen, den Opfern Gesicht und Stimme und den Täter Namen geben. So ist ein Ort des Erinnern und Gedenken entstanden.

Besichtigung: Eine Außenbesichtigung des Schlosses sowie das Begehen des Schlossgartens sind jederzeit möglich. Während des Semesterbetriebes kann man auch in den Eingangsbereich des Hauptflügels gehen und einen Blick durch die großen Fenster über die Terrasse in den Schlossgarten werfen. Die Gedenkstätte Gestapokeller ist für Besucher an jedem ersten Sonntag im Monat von 14.00-17.00 Uhr geöffnet.

Gedenkstätte Gestapokeller im Schloss Osnabrück e. V. c/o Universität Osnabrück 49069 Osnabrück Tel.: 0541-969-6060 E-Mail: info@gedenkstaette-osnabrueck.de www.gedenkstaette-osnabrueck.de

fiel, das durch die Frau Ernst Augusts, Sophie von der Pfalz, mit dem Haus Stuart verwandt war. Auf dem Weg zu einem Besuch in seiner Heimatstadt Hannover starb Georg Ludwig 1727 auf Schloss Osnabrück und wurde in der Kapelle von Schloss Herrenhausen beigesetzt.

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ach dem Ende des Alten Reiches Nachdem mit dem Untergang des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation 1803 die geistlichen Fürstentümer aufgelöst worden waren, verlor auch das Osnabrücker Schloss seine Funktion als Residenz. In den folgenden Jahrzehnten wurde das Gebäude für Verwaltungszwecke genutzt und beherbergte zu Zeiten des Nationalsozialistischen Terrorregimes Verhör- und Gefängniszellen der Geheimen Staatspolizei. Durch die Bombenangriffe des Zweiten Weltkrieges bis auf die Außenmauern zerstört, wurde das Schloss nach dem Krieg wieder aufgebaut. Der Schlossgarten wurde nach Plänen von Prof. Werner Lendholt auf seiner ursprünglichen Fläche neu gestaltet. Seit 1974 beherbergt das Schloss Präsidium und Verwaltung der neugegründeten Universität Osnabrück. Auch die Fachbereiche Musik und Evangelische Theologie nutzen die Räumlichkeiten des Schlosses.

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eltoffene Heimat für Bildung und Forschung Mit gut 10.000 Studierenden und 1.500 Mitarbeitern ist die Universität Osnabrück eine mittelgroße Universität, die ein breites Fächerspektrum pflegt. Unter dem Motto „Erfolgreich studieren für eine erfolgreiche Zukunft“ bietet die Universität Osnabrück rund 130 attraktive und moderne Studiengänge an. Die Studierenden finden ein breites Lehrangebot vor – von der klassischen juristischen Ausbildung über Lehramtsstudiengänge und einem weit gefächerten Angebot von Bachelor-Studiengängen bis hin zu profilbildenden Master-Studiengängen wie Angewandte Systemwissenschaft, Cognitive Science, Internationale Migration und interkulturelle Beziehungen oder Geoinformatik. Die erfolgreiche Zusammenarbeit verschiedenster Fächer kennzeichnet die Forschung der Universität Osnabrück. Vier interdisziplinär arbeitende Institute, die sich zentralen wissenschaftlichen Fragen der Migrationsforschung, der Kognitionswissenschaft, der Umweltsystemforschung und der Kulturgeschichte der Frühen Neuzeit stellen, prägen ebenso maßgeblich das Profil der Universität Osnabrück wie die Rechtswissenschaft, die sich im „European Legal Studies Institute“ mit Fragen zur Rechtsvergleichung und zur Rechtsvereinheitlichung in Europa befasst.

Führungen: Auf besonderen Wunsch (nur bei Gruppenbuchungen) kann das Schloss in die Altstadt- oder Neustadtführungen durch Osnabrück aufgenommen werden. Dabei wird die Schlossanlage jedoch nur von außen erläutert. Gruppenführungen für den Gestapokeller können über die separate Kontaktadresse (siehe Tipp) gebucht werden. Veranstaltungen: Die herrliche Atmosphäre des Schlossgartens und des Innenhofes bildet häufig den Rahmen für Konzerte, Kulturprogramme und Events aller Art. Aktuelle Termine nennt Ihnen gerne die Tourist-Information. Besonderheiten: Eingangsbereich, Aula und Terrasse des Schlosses können auf Anfrage für Tagungen, Incentives und/oder Rahmenprogramme gemietet werden. Gerne informiert das Tagungs- und Kongressbüro Osnabrück über entsprechende Möglichkeiten und organisatorische Einzelheiten und stellt den Kontakt zu einem Ansprechpartner bei der Universität her. (Tel. 0541/323 3074, E-Mail: kongressbuero@osnabrueck.de) Ein – nicht nur – studentischer Treffpunkt ist die Kneipe „Unikeller“ im Gewölbe des Westflügels. Hier und im Biergarten kann man bei frisch gezapftem Bier und anderen Leckereien den Abend genießen. Kontakt: Universität Osnabrück Neuer Graben 29 / Schloss 49069 Osnabrück Tel. 0541/969-0 www.uni-osnabrueck.de Tourist-Information Osnabrück ı Osnabrücker Land Bierstraße 22/23 49074 Osnabrück Tel.: 0541/323-2202 Fax: 0541/323-2709 E-Mail: tourist-information@osnabrueck.de www.osnabrueck.de

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Schloss Iburg

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uf den Spuren von Sophie Charlotte Manch einer mag sich fragen, warum sich das Fernsehen aus Berlin für Bad Iburg interessiert, warum seit über 25 Jahren eine Städtepartnerschaft zwischen beiden Orten besteht und warum es an der Spree einen Straßenzug namens „Iburger Ufer“ gibt. Die Spuren, die von Bad Iburg nach Berlin und wieder zurück führen, haben ihren Ursprung in der Geschichte des preußischen Königshauses. Berlin-Charlottenburg ist nach Sophie Charlotte benannt, die 1668 auf der Iburg geboren und 1701 an der Seite von Friedrich I. erste Königin in Preußen wurde. Friedrich I. gründete Charlottenburg und wollte mit dem Namen von Stadt und Schloss seine im Jahre 1705 im Alter von nur 36 Jahren verstorbene Frau ehren. Sophie Charlotte lebte mit ihren Eltern Ernst August I. von Braunschweig-Lüneburg und Sophie von der Pfalz bis 1673 auf der Iburg. Dann bezog der erste protestantische Fürstbischof mit seiner Familie das neu erbaute Schloss in Osnabrück. Vorher hatte die Iburg 600 Jahre lang den bischöflichen Landesherren als Residenz gedient.

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ie Festung auf dem Berg Die älteste und umfassendste Festung ist zugleich die einzig erhaltene Höhenburg des Osnabrücker Landes. Sie erhebt sich südlich des Teutoburger Waldes auf einem steilen Berg, der nur vom Osthang her zu erreichen ist.

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Ausgrabungen an der Westspitze des Berges belegen die Anfänge der Iburg im 11. Jh. Es wurde ein turmartiges Gebäude mit seinen späteren Umbauten entdeckt, das wahrscheinlich mit dem Turm von Bischof Benno I. identisch ist. Man geht sogar davon aus, dass diese Anlage auf den Resten einer sächsischen Fluchtburg aus dem 9./10. Jh. errichtet worden ist. Benno II. erkannte die strategisch günstige Lage oberhalb einer von Osnabrück nach Münster verlaufenden Handelsroute und baute die Iburg zu einer bischöflichen Festung aus. In der Vorburg, an der leichter zugänglichen Ostseite des Hanges, richtete er 1080 ein Benediktinerkloster ein, das bis zur Säkularisierung 1802 Bestand hatte. Der erste ständig auf der Iburg residierende Bischof war Konrad IV. von Rietberg. Zwar ließ er Ende des 15. Jh. den achteckigen Bergfried errichten. Doch heute ist der weithin sichtbare Turm allgemein als Bennoturm bekannt. Die unteren Geschosse, die früher als Verlies dienten, könnten bereits im 11. Jh. entstanden sein.

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usikerlebnis im Rittersaal Fürstbischof Philipp Sigismund von Braunschweig-Wolfenbüttel schließlich baute Ende des 16. Jh./Anfang des 17. Jh. die Iburg ganz im Zeichen seiner Zeit zu einer vierflügeligen geschlossenen Renaissanceanlage aus. Neben Bibliothek, Apotheke und Lustgarten mit Jagdschloss entstand um 1600 auch der Saal, auf den der heutige Rittersaal zurückgeht. Da Schloss und Kloster während der Besetzung im Dreißig-


jährigen Krieg stark in Mitleidenschaft gezogen wurden, ließ der 1650 zurückkehrende Fürstbischof Franz Wilhelm von Wartenberg die Residenz erneuern. Den Saal verwandelte er in den Jahren von 1656 bis 1658 in einen barocken Prunksaal, um damit seinen Anspruch auf die Landesherrschaft zu betonen. Der frühbarocke Raum jener Zeit konnte nur durch umfangreiche Restaurierungsarbeiten Ende des 20. Jh. wiederhergestellt werden. Beim Betreten des Rittersaales erhält der Besucher heute einen imposanten Eindruck von der damaligen Vorliebe für antike Themen: Die Deckenmalerei ist ein exzellentes Beispiel perspektivisch gemalter Scheinarchitektur nach italienischem Vorbild. Wer Klassik, Romantik und Musik des frühen 20. Jh. mag, kann den Rittersaal in einer ganz besonderen Atmosphäre erleben. Denn hier finden jährlich von September bis April die Iburger Schlosskonzerte statt.

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chlossgeschichte(n) Wenn der Besucher die Iburg durch das schmiedeeiserne Rokoko-Tor von 1781 betritt, gelangt er über die so genannte Klotzbahn, den einstigen mittelalterlichen Turnierplatz der Vorburg, zu einem Torflügel. Über dessen Durchfahrt befinden sich das Geburtszimmer von Sophie Charlotte und die von ihrem Vater 1664 eingerichtete evangelische Schlosskirche. Während der Rittersaal auch individuell besichtigt werden kann, sind das Zimmer und die Kirche nur im Rahmen einer Führung zugänglich. Neben den Führungen durch Schloss und Kloster werden Rundgänge zu bestimmten Themen wie „Romanik“, „Westfälischer Friede“ oder „Königin Sophie Charlotte“ angeboten. Auch ein „archäologischer Spaziergang“ ist möglich. Wer es humorvoll mag, sollte an der „Schloss-Plauderei“ mit kleinem Umtrunk teilnehmen. Eine Besonderheit ist die Kinderführung „Zu Gast beim Ritterbischof Benno“, bei der ein Kind in Ritterrüstung und Bischofskostüm mit Mitra und Krummstab seine Gäste durch das Schloss führen darf. Sehr empfehlenswert ist auch ein Besuch des Schlossmuseums. Es dokumentiert anhand von Grabungsplänen, Modellen, alten Karten, Fotos und Exponaten die Entstehungsgeschichte der Iburg und gewährt zugleich einen Einblick in das einstige Burgleben. Für Kinder werden spezielle Führungen angeboten. Jedes Jahr findet am ersten Adventswochenende ein historischer Weihnachtsmarkt, der „Iburger Advent“, statt: In den Schlossinnenhöfen und auf der Klotzbahn werden Handwerksvorführungen in historischen Kostümen und mittelalterliche Musik geboten.

Tipp

Infos

Das von Fürstbischof Philipp Sigismund erbaute Haus „Freudenthal“ von 1595 mit den hölzernen Fassadenfiguren des Osnabrücker Bildhauers Adam Stenelt lädt auch heute noch zu einem Besuch ein. Das ursprüngliche Teehaus wurde im Jahre 1650 in den Barockgarten des heutigen Waldkurparks versetzt. Heute befindet sich in dem historischen Fachwerkhaus ein Restaurant mit Bistro.

Besichtigung Schloss und Kloster: Außenbesichtigung: jederzeit Besichtigung des Rittersaals: Mai-Okt., Mo-Do 14-16 Uhr, Eintritt: Erw. 1 €, Kinder 0,50 €

Restaurant „Engels im Jagdschlösschen“ Philipp-Sigismund-Allee 2 49186 Bad Iburg

Besichtigung Schlossmuseum: Dauerausstellung „Befestigung, Bischofsresidenz, Kloster – archäologische Forschungen auf der 1200 Jahre alten Iburg“, Fr-So 14.30-17 Uhr, Gruppen nach Anmeldung, Eintritt: 2 € pro Pers. Führung Schloss und Kloster: Führung Sa-So 15 Uhr, April bis Oktober auch Freitags, Gruppen nach Anmeldung 3 € pro Pers., Kurkarteninhaber 2,50 €, Gruppen pauschal 40 €, Kinderschlossführung nach Anmeldung, Termine bitte erfragen, Kinder 2,50 €, Erw. 3 €, Gruppen pauschal 40 € Themenschlossführungen für Gruppen auf Anfrage, pauschal 40 € „Allerlei Schloss-Plauderei“ mit Umtrunk und Souvenir für Gruppen auf Anfrage, bei 10 Personen 6,50 € pro Pers.; bei 20 Personen 4,50 € pro Pers.; bei 30 Personen 3,80 € pro Pers. Führung Schlossmuseum: Allgemeine und Kinder-Museumsführung jeweils für Gruppen nach Anmeldung, pauschal 40 € Kombinierte Führungen für Gruppen: Schloss und Museum 52 €; Schloss und Stadt Bad Iburg 52 €, Schloss, Stadt und Kurbereich 75 € (Gruppen bis max. 30 Pers.) Konzerte: Iburger Schlosskonzerte im Rittersaal, klassische Musik Sept.-Apr., 8-10 Konzerte pro Saison, jeweils Sa oder So Eintritt: Erw. 15 €, Kurkarteninhaber 12 €, Schüler und Studenten 7 € Abo 100 €, Teil-Abo 60 € (5 Konzerte nach Wahl) Kontakt: Harry Jahns, Tel.: 0 54 03 / 25 63 h.jahns@schlosskonzert.de www.schlosskonzert.de Veranstaltungen: „Iburger Advent“ am ersten Adventswochenende, Sa 14-22 Uhr, So 11-19 Uhr Am Tag des offenen Denkmals werden von 1117 Uhr kostenlose Kurzführungen angeboten. Kontakt: Tourist-Information Bad Iburg Schloßstraße 20, 49186 Bad Iburg Tel.: 0 54 03 / 79 67 80 Fax: 0 54 03 / 60 25 E-Mail: tourist-info@badiburg.de www.badiburg.de

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Schloss Fürstenau

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in Turm wird zum Wahrzeichen Gespannt lauschen die Besucher der Gästeführerin. Schnell wird ihnen klar, warum der mächtige Festungsturm auf der Schlossinsel das Wahrzeichen der Stadt Fürstenau geworden ist: Der über 660 Jahre alte Bergfried trotzte zahlreichen Angriffen. Er bot den Bürgern und Bürgerinnen immer wieder Schutz in einem ehemals stark umkämpften Gebiet. Der oft belagerte und eroberte Turm ist der älteste erhaltene Teil der Burg und der Ursprung Fürstenaus. Um die Grenzen im Nordwesten des Osnabrücker Raumes verteidigen zu können, legte Fürstbischof Gottfried von Arnsberg an strategisch günstiger Stelle eine Landesburg an. Diese ist urkundlich erstmals 1344 als „Vorstenove“ (FürstenAue) erwähnt. Zwischen den Bischöfen von Osnabrück und den Grafen von Tecklenburg hatte es bereits seit einiger Zeit Streitigkeiten um das Grenzgebiet gegeben. Die Tecklenburger beanspruchten es für sich, da sie die Gerichtshoheit in diesem Gebiet hatten. Die Bischöfe setzten ihnen ihren eigenen Machtanspruch entgegen. Daher ließ der Bischof in einer sumpfigen Niederung Sand und Steine zu einer Burginsel aufschütten und einen Wassergraben ausheben. Die Festung, die er errichten ließ, bestand zunächst nur aus einem Turm und einem kleinen Anbau mit Kamin. Diese sind noch heute auf dem Stadtwappen Fürstenaus zu sehen, das auf das ehemalige Siegel der Gemeinde zurückgeht.

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urggarnison und Verwaltungsmittelpunkt Um das Nordland nachhaltig zu sichern, wurde die mittelalterliche Burg im Laufe der Zeit erweitert und immer stärker befestigt. Bischof Johann IV. ließ sie im 16. Jh. im Stil der Renaissance ausbauen und erhob sie zur Hauptfestung des Landes: Er wählte nicht wie seine Vorgänger die Iburg, sondern Fürstenau zur ständigen Residenz. Nord-, Süd- und Ostflügel stammen aus dieser Zeit. Im Südflügel, der einst Marstall, Versammlungssaal und Burgkapelle umfasste, befindet sich seit 1817 die katholische Kirche St. Katharina. Der Westflügel ist erst 1974 errichtet worden, nachdem die Samtgemeinde Fürstenau das Schloss erworben hatte, um dort die Verwaltung unterzubringen. Sie setzt damit eine Tradition fort, denn Fürstenau war von Anbeginn nicht


nur Burggarnison, sondern bis 1885 auch Verwaltungsmittelpunkt des Osnabrücker Nordlandes. Der mächtige Bergfried, der noch heute die Stadt überragt, musste nach einem Blitzschlag erneuert werden und erhielt 1630 seine charakteristische barocke Turmhaube.

Infos

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Führungen: Außen- inkl. Innenführung nach Terminabsprache (Sitzungssaal, Flure, Nord-Ost-Bastion, Gefängnis, Katharinenkirche) 2 € pro Person

ulverturm und Kanonenkugeln Über eine Steinbrücke gelangt der Besucher von der Altstadt zur Vorburg der Schlossinsel. Besonders beeindruckend ist die rechter Hand gelegene Nord-Ost-Bastion, die im Rahmen einer Führung besichtigt werden kann: Der restaurierte Pulverturm mit seinen sechs Meter starken Mauern gilt als einzigartig im Osnabrücker Land. Er wurde mit drei weiteren Geschützbastionen an den Eckpunkten der Burginsel angelegt und war durch einen unterirdischen Gang mit der Burg verbunden. Die bei Ausgrabungen gefundenen und im Schloss ausgestellten Kanonenkugeln aus Blei und Stein erinnern noch heute an die Belagerungen während des Dreißigjährigen Krieges.

Tipp Der Bucksturm in Osnabrück ist ein ehemaliger Wachturm aus dem 13. Jh., der im Mittelalter als Gefängnis und Folterkammer diente. Besucher können hier den so genannten „Johanneskasten“ besichtigen, in dem Graf Johann von Hoya gefangen gehalten wurde. Dieser trieb im 15. Jh. als Raubritter im Osnabrücker Raum sein Unwesen. Auf der Flucht vor seinen Verfolgern versteckte er sich in Fürstenau im Kamin des zum Pfarramt gehörenden Backhauses. Er wurde jedoch entdeckt und mehrere Jahre in einem Kasten aus Eichenbohlen im Bucksturm gefangen gehalten. Bucksturm Bocksmauer 49074 Osnabrück Öffnungszeiten: So 11-17 Uhr, Führungen um 12 und 15 Uhr Eintritt: Erw. 2 €; Kinder 1 € Weitere Führungen unter Tel.: 05 41 / 323 21 52

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eue Töne auf der Schlossinsel Die markante Bastion bietet heute auf zwei Stockwerken Raum für Feierlichkeiten in außergewöhnlichem Ambiente. Es ist beispielsweise möglich, Empfänge, Hochzeiten, Geburtstagsfeiern oder mittelalterliche Feste für bis zu 70 Personen auszurichten.

Besichtigung: Außenbesichtigung: jederzeit Innenbesichtigung: nur Flure, Mo–Mi 8–16 Uhr, Do 8–18 Uhr, Fr 8–12.30 Uhr

Konzerte: Schlosskonzerte im Sitzungssaal und in der Kirche, klassische Musik Veranstaltungen: Weihnachtsmarkt am dritten Adventswochenende, Sa u. So von 14-20 Uhr Am Tag des offenen Denkmals kann die Nord-Ost-Bastion kostenlos in Begleitung von städtischen Gästeführern besichtigt werden. „Schlemmen am Schloss“, am Samstag vor dem ersten Augustsonntag, 19 Uhr Besonderheiten: Standesamtliche Trauungen im Schloss Hochzeiten und Feiern für bis zu 70 Personen in der Nord-Ost-Bastion Vorträge und Seminare im Schloss Wohnmobilstellplätze Kontakt: Schloss Fürstenau c/o Samtgemeinde Fürstenau Schloßplatz 1 49584 Fürstenau Tel.: 0 59 01 / 93 20-0 Fax: 0 59 01 / 93 20-12 E-Mail: info@fuerstenau.de www.fuerstenau.de

Liebhaber klassischer Musik können die Katharinenkirche und den Sitzungssaal des Schlosses während der Konzerte kennen lernen, die hier von Zeit zu Zeit stattfinden. Der Bürgerpark mit dem ehemaligen Burggraben lädt die Besucher auch außerhalb von Führungen immer wieder zu einem Spaziergang rund um das Schloss Fürstenau ein. Eine besondere Gelegenheit bietet der Weihnachtsmarkt am dritten Adventswochenende auf der Schlossinsel.

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Schloss Ippenburg

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lütenpracht und Gartenzauber Reges Treiben herrscht auf Schloss Ippenburg. Die Stimmung ist fröhlich. Bunte Fähnchen und Sonnenschirme in leuchtenden Farben locken immer mehr Besucher in die Parkanlage. Hier zeigen sich faszinierende und geheimnisvolle Gärten in einer betörenden Schönheit: Es ist wieder Gartenfestival auf Schloss Ippenburg. Jedes Jahr im Sommer laden Freiherr und Freifrau Philip und Viktoria von dem Bussche zu einer Gartenkunstausstellung auf Schloss Ippenburg ein und eröffnen diese mit dem international bekannten Schloss- und Gartenfestival „Gartenlust und Landvergnügen“. Bis zu 250 Aussteller bieten auf dieser viertägigen, bundesweit größten Gartenmesse eine Fülle an Pflanzen und Pflanzenraritäten sowie allerlei Wertvolles und Nützliches an: Neben Kunst, Schmuck und Mode gibt es einen reichen Fundus an Garten- und Landhausaccessoires, Stoffen und Antiquitäten. Auch Genießer kommen auf ihre Kosten. Denn ländliche Delikatessen, regionale wie internationale Spezialitäten und Weine runden das Angebot ab. Besucher, die die Ausstellungsgärten in Ruhe genießen möchten, haben dazu an den

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Sonntagen im Juni, Juli und August Gelegenheit. An diesen Sonntagen sind auch das Schlossrestaurant, das Café und der Schlossladen geöffnet. Hauptanziehungspunkt sind rund 40 Schaugärten, durch die das Ippenburger Festival zu einem Treffpunkt für Gartenliebhaber und -experten aus ganz Europa wird. Nationale und internationale Landschaftsarchitekten kreieren alljährlich zu einem neuen Thema farbenprächtige und phantasievolle Gärten sowie künstlerische Installationen. Von traditionell bis avantgardistisch reicht die Bandbreite, bei der ein Kräutergarten ebenso seinen Platz findet wie experimentelle Gartenkunst. Wer den Frühling auf Schloss Ippenburg erleben möchte, kann im April das Narzissenfest mit dem Pflanzenmarkt besuchen. Überregionale Anbieter verkaufen Stauden, Gehölze sowie sommerblühende Zwiebeln und Knollen. Das ländliche Herbstfest im September bildet mit dem Blumenzwiebelmarkt in der Remise den gelungenen Abschluss der Ippenburger Gartensaison.


Tipp Gartenliebhaber können auf der GartenTraumTour „Hinter’m Zaun das Paradies“ auf 146 Kilometern weitere Gärten entdecken, darunter auch den englischen Landschaftspark des benachbarten Schlosses Hünnefeld. Weitere Infos zum Routenverlauf und zu den einzelnen Gärten an dieser Strecke gibt es bei der Tourist-Information Bad Essen. Tourist-Information Bad Essen Lindenstraße 39 49152 Bad Essen Tel.: 0 54 72 / 94 92-0 Fax: 0 54 72 / 94 92-85 E-Mail: touristik@badessen.de www.badessen.info

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on der Trutzburg zum neugotischen Schloss Das Ippenburger Schloss ist nur von außen zu besichtigen. Doch von Zeit zu Zeit finden im Gobelinsaal des Schlosses und in der Remise klassische Konzerte statt. Das neugotische Schloss von 1867 am Fuße des Wiehengebirges ist aufgrund seines Baustils eine Besonderheit in der Region. Die dreiflügelige Anlage mit den markanten Treppengiebeln und den Ecktürmchen wurde nach englischem Vorbild errichtet. Seit über 600 Jahren ist die Familie von dem Bussche auf der Ippenburg ansässig. Diese wurde urkundlich erstmals 1345 erwähnt. Ende des 14. Jh. legte Ritter Johann von dem Bussche in den Sümpfen des Urstromtals der Hunte eine Trutzburg an. Gegen den Willen des Fürstbischofs von Osnabrück machte er die Ippenburg zu einer uneinnehmbaren Festung, worauf er mit dem Bann belegt wurde. Der Fürstbischof hatte Johann von dem Bussche verboten, eine steinerne Burg zu bauen. Er wollte den Rittersitz schwach halten, da es zwischen ihm und dem Ravensberger Grafen Streitigkeiten gab und er eine Gefahr in der Freundschaft des Ritters zur Ravensberger Ritterschaft sah. Die Burg wurde 1811 zugunsten des barocken Herrenhauses aufgegeben, das Clamor von dem Bussche im 17. Jh. weiter nördlich erbaut hatte. Doch auch dieses wurde 1862 abgerissen, da es unrettbar vom Steinschwamm befallen war. Auf den Fundamenten des Herrenhauses erbaute der in den Grafenstand erhobene Wilhelm von dem Bussche schließlich das heutige neugotische Schloss. Von dem Vorgängerbau ist eine 1724 gegossene Glocke erhalten, die zur Hauskapelle des Herrenhauses gehörte. Sie steht heute im südlichen Teil des Gartens. Auch vier barocke allegorische Figuren, die die Tugenden Klugheit, Beständigkeit, Gerechtigkeit und Barmherzigkeit verkörpern, befinden sich noch heute auf einer Brücke vor dem Schloss. Albrecht Philipp von dem Bussche hat sie Ende des 17. Jh. aus Wien mitgebracht.

Infos Besichtigung: Außenbesichtigung im Rahmen der jährlich stattfindenden Gartenkunstausstellung und ihrer Rahmenveranstaltungen zu den angegebenen Öffnungszeiten Führungen: Während der Gartenkunstausstellung finden zu bestimmten Terminen geführte Gartenspaziergänge statt. Konzerte: Klassische Konzerte im Gobelinsaal und in der Remise, 20-30 € pro Pers. Veranstaltungen: Narzissenfest mit Pflanzenmarkt, an einem Wochenende Anfang April, So 11-18 Uhr 10 € pro Pers. Schloss- und Gartenfestival „Gartenlust und Landvergnügen“, Ende Mai bzw. Anfang Juni, Do-So 11-19 Uhr 15 € pro Pers. Gartenkunstausstellung mit Pflanzenverkauf, Juni-August, nur So 11-18 Uhr 6 € pro Pers. Ländliches Herbstfest, Anfang bzw. Mitte Sept., Sa-So 11-18 Uhr, 10 € pro Pers. Für Kinder und Jugendliche bis 18 J. ist der Eintritt frei. Für Gruppen gibt es 10 % Ermäßigung. Die genauen Termine sind jeweils den aktuellen Veranstaltungshinweisen zu entnehmen. Aus Hygiene- und Sicherheitsgründen dürfen Hunde und andere Haustiere nicht auf das Ausstellungsgelände mitgebracht werden. Gastronomie: Café und Restaurant sind während der Veranstaltungen und der Gartenausstellung geöffnet. Kontakt: Schloss Ippenburg Philip Freiherr und Viktoria Freifrau von dem Bussche Schloßstraße 1, 49152 Bad Essen Tel.: 0 54 72 / 44 75 Fax: 0 54 72 / 27 64 E-Mail: v.bussche@ippenburg.de www.ippenburg.de

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Schloss Hünnefeld

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as Geheimnis der dänischen Teestunde Der Besuch des Cafés „Alte Rentei“ auf Schloss Hünnefeld verspricht etwas ganz Besonderes zu werden. Denn die Betreiberin Ilse Heide lädt zu einer dänischen Teestunde ein, um ihre Gäste mit selbst gemachtem dänischem Gebäck und Kuchen zu verwöhnen. Die Antwort auf die Frage, warum im Café auch dänische Spezialitäten zum Tee gereicht werden, ist einfach: Schlossherrin Lene Freifrau von dem Bussche und ihre Schwester Ilse Heide sind Däninnen. Im Sommer können die Besucher die beschauliche Atmosphäre der Schlossanlage im Cafégarten genießen. Sie haben Blick auf einen malerischen Taubenturm mit zahlreichen Einfluglöchern. Der runde Turm von 1710 ist aus Stein und damit eine Seltenheit, da die meisten Taubenhäuser jener Zeit aus Holz gebaut wurden.

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töbern im Privatmuseum Für Besucher, die gerne einen Blick in die Familien- und Kulturgeschichte des Hauses werfen möchten, haben die von dem Bussches ein Privatmuseum im Nordflügel des Schlosses eingerichtet. In liebevoll restaurierten Räumen zeigen sie mittelalterliche Reliefs, alte Gesellschaftsspiele und allerlei Ku-

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riositäten, die sich im Laufe der Jahrhunderte angesammelt haben. Schon seit über 550 Jahren lebt die Familie von dem Bussche auf Schloss Hünnefeld. Derzeit führt Tochter Luise Freifrau von dem Bussche die Geschäfte.

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in Blick in die Schlossgeschichte Das in einer Niederung nördlich von Bad Essen gelegene Schloss wurde erstmals 1146 urkundlich erwähnt und im 13. Jh. zu einer stattlichen Wasserburg ausgebaut. Im Jahre 1447 gelangte das Gut in den Besitz der Familie von dem Bussche. Rund 150 Jahre später fiel Hünnefeld infolge einer Erbteilung an Gerhard Clamor von dem Bussche und seine Ehefrau Hedwig von Münchhausen. Ihr Plan, eine vierflügelige geschlossene Wasserburg im Renaissancestil zu errichten, wurde im Laufe der Jahrzehnte verworfen, da sich der Zeitgeschmack änderte. Daher erscheint Hünnefeld heute als offene, barocke Dreiflügelanlage, die das einstige Bedürfnis des Adels nach Repräsentation widerspiegelt. Charakteristisch ist der nach französischem Vorbild angelegte „cour d’honneur“, ein weiter Ehrenhof, der es mehrspännigen Karossen erlaubte, bis zum Haupthaus vorzufahren. Vom Selbstbewusstsein und neuen Lebensgefühl zeugt auch der Bau des Taubenturms, da Taubenhaltung seinerzeit dem Adel und der hohen Geistlichkeit vorbehalten war. Der ebenfalls für jene Zeit typische Barockgarten ist Anfang des 19. Jh. in einen englischen Landschaftspark umgewandelt worden.


Tipp

Infos

Der historische Kirchplatz in Bad Essen, der von denkmalgeschützten Fachwerkhäusern und alten Linden umgeben ist, lädt zum Verweilen ein. Im Südwesten des Platzes befindet sich die Patronatskirche der Familien von dem Bussche zu Ippenburg und Hünnefeld. Die evangelische Kirche St. Nikolai zeigt an der Südseite Grabplatten mit lebensgroßen Reliefs und im Kircheninneren vier bemerkenswerte Epitaphien, darunter das Grabmal für die Erbauer des neuen Schlosses Hünnefeld, Gerhard Clamor von dem Bussche und seine Ehefrau Hedwig von Münchhausen.

Besichtigung: Außenbesichtigung der vorderen Schlossanlage: jederzeit Innenbesichtigung: nur Privatmuseum, Mai-Okt., Sa 14-17 Uhr, So 11-17 Uhr, Mi-Fr auf telefonische Anfrage, Mo u. Di geschlossen, Eintritt: 4 € pro Pers.

Tourist-Information Bad Essen Lindenstraße 39, 49152 Bad Essen Tel.: 0 54 72 / 94 92-0 Fax: 0 54 72 / 94 92-85 E-Mail: touristik@badessen.de www.badessen.info

Führung: Außenanlage und engl. Landschaftspark nach Vereinbarung, für Gruppen ab 20 Personen, 5 € pro Pers. Privatmuseum nach Vereinbarung, für Gruppen ab 15 Personen, 4 € pro Pers. Beide Führungen zusammen (ca. 1½h), bei 20 Personen 8 € pro Pers., bei 30 Personen 7 € pro Pers., bei 40 Personen 6 € pro Pers.

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xotisches im Park Das von 1600 bis 1658 erbaute Schloss ist in seiner ursprünglichen Form erhalten. Zwei Wassergräben umgeben die Anlage, von denen der breitere das Schloss mit dem Ehrenhof umschließt. Das dreiflügelige Herrenhaus bietet auf seiner Rückseite Zugang zum Park. Über eine Terrasse, die sich oberhalb eines Gewölbes im Schlossgraben befindet, gelangt man zu einer kreisförmigen, die Welt symbolisierenden Insel. Diese ist über eine weitere Brücke mit dem prachtvollen englischen Landschaftspark verbunden, der bei Gruppenführungen besichtigt werden kann. Sehenswert sind die Mitte des 19. Jh. angepflanzten exotischen Bäume und seltenen Gewächse.

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ühne frei für Spiel und Gesang Im Sommer lädt die Familie von dem Bussche zu den „Hünnefelder Hoffestspielen“ ein, bei denen die Besucher Theater unter freiem Himmel erleben können. Zu den Aufführungen können die Gäste ihr eigenes Picknick mitbringen. Es ist natürlich auch möglich, sich vom Café „Alte Rentei“ verpflegen zu lassen. Der restaurierte Kaminraum in der historischen Kutscherremise kann für Feiern auf Anfrage genutzt werden. Es steht sogar ein Klavier zur Verfügung. Das Herzstück des Raumes ist ein Kamin von 1570.

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ntspannen mit Bed & Breakfast Wer länger auf Schloss Hünnefeld bleiben möchte, kann in einem der drei Doppelzimmer im Obergeschoss der „Alten Rentei“ übernachten. Liebevoll und individuell hat Ilse Heide das Efeu-, Lavendel- und Weinlaubzimmer eingerichtet. Ein längerer Aufenthalt bietet Gelegenheit, die Umgebung zu erkunden. Der nur 2,5 Kilometer entfernte Kurort Bad Essen mit seinem schönen Kirchplatz ist in jedem Fall einen Besuch wert.

Ausstellungen: Dauerausstellung im Privatmuseum Familien- und Kulturgeschichte aus dem Hause Hünnefeld (Möbel, Gemälde, Glas, Silber etc.), Öffnungszeiten s. o. Veranstaltungen: „Hünnefelder Hoffestspiele“: Open-Air-Theater im Sommer Am Tag des offenen Denkmals kostenlose Besichtigung des engl. Landschaftsparks Besonderheiten: Geburtstagsfeiern, Hochzeiten und andere Feiern im restaurierten Kaminraum nach Vereinbarung möglich (bis zu 65 Pers.) Gastronomie: Café „Alte Rentei“ mit Bed & Breakfast und Cafégarten, Mi-Fr 15-18.30 Uhr, Sa u. So 11-18.30 Uhr, Mi u. Sa dänische Teestunde, Sa u. So Sektfrühstück nach Anmeldung, Tel.: 0 54 72 / 49 62 Übernachtung: 1.2.-15.12. Drei Doppelzimmer mit jeweils eigenem Bad und TV Übernachtung mit Frühstück, Preise auf Anfrage und auf der Internetseite, Frau Ilse Heide, Tel.: 0 54 72 / 49 62 Jeder Übernachtungsgast bekommt eine dänische Teestunde gratis (Mi oder Sa). Kontakt: Schloss Hünnefeld Luise Freifrau und Lene Freifrau von dem Bussche Clamors Allee, 49152 Bad Essen Tel.: 0 54 72 / 44 28 Fax: 0 54 72 / 94 99 608 E-Mail: luisevdbussche@gmx.net www.schloss-huennefeld.de

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Burg Wittlage

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erienfreizeiten und Tagungen auf der Burg Ein fröhliches Lachen klingt vom Burginnenhof herüber. Die Jugendlichen fühlen sich auf der Burg Wittlage sichtlich wohl. Es ist spannend, in einer ehemaligen Festung zu wohnen und kaum vorstellbar, dass der mittelalterliche Bergfried aus dem 14. Jh. stammt. Die Burggebäude aus dem 18. Jh., in denen sich ein Tagungsund Gästehaus befindet, wurden komplett saniert und sind jüngst wiedereröffnet worden. Burg Wittlage bietet sich an für Ferienfreizeiten und Klassenfahrten, für Vereinstreffen, Seminare und Tagungen. Möglich gemacht hat dies die Heilpädagogische Hilfe Osnabrück als Träger der Burg. Es sind Übernachtungsmöglichkeiten für 63 Personen vorhanden. Morgens und abends gibt es ein reichhaltiges, abwechslungsreiches Buffet, mittags sorgt die hauseigene Küche für eine köstliche Mahlzeit. Wer einen Ausflug plant, kann ein Lunchpaket bekommen. Außerdem stehen moderne Sanitäranlagen und gut ausgestattete Gruppen- und Tagungsräume für die Gäste bereit. Das nördlich vom Bergfried gelegene Heuerhaus kann für größere Seminare und Tagungen genutzt werden: In der Diele finden bis zu 100 Personen Platz. Abends lädt das Heuerhaus zu einem gemütlichen Beisammensein am Kamin ein.

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in Verlies für Störenfriede Der Bergfried überrascht die Besucher mit interessanten Details. Im Jahre 1309 ließ der Osnabrücker Bischof Engelbert II. den Turm am Fuße des Wiehengebirges als Wasserburg

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anlegen, um die Landesgrenzen zu sichern und das Territorium gegen Eindringlinge verteidigen zu können. Der Bergfried wurde an der Heerstraße Osnabrück – Minden gebaut. Wenn Gefahr drohte, wurde die Straße einfach blockiert. Denn es war bekannt, dass die Gegner sich davor hüteten, die Straßen zu verlassen: Das umliegende Land war wegen der Moore und Sümpfe nur schwer passierbar. Da die Bischöfe gleichzeitig ihre eigene Macht ausdehnen wollten, nutzten sie die Burg als strategischen Ort für weitere Landnahmen. Die Stiftsburg bestand zunächst nur aus dem 32 Meter hohen Bergfried, dessen Mauern in den unteren Geschossen 3,5 Meter stark sind. Der Keller war vom Erdgeschoss durch eine Luke im Boden zugänglich. Zum ersten Stock gab es keine Verbindung. Auch zwischen dem ersten und zweiten Stockwerk gab es keinen Aufgang. Diese Etagen waren nur über eine Leiter zu betreten und dienten in späteren Zeiten als Gefängnis. Im zweiten Stock weisen ein Kamin und ein Abort-erker an der Ostseite darauf hin, dass der Turm anfangs auch bewohnt werden konnte. Rechts und links vom Abort befinden sich zwei Schießscharten. Über eine Holztreppe bzw. eine Leiter gelangte man in den dritten und vierten Stock. Die Fenster dieser Etagen befinden sich ebenfalls an der Ostseite. Von außen sehr gut zu erkennen sind auch die Schießscharten der Dachetage. Dank der Restaurierungsarbeiten erstrahlt die Turmuhr von 1897 wieder in neuem Glanz. Sie war früher am Torhaus angebracht, das sich an der Stelle des heutigen Tores befand.


Tipp

Infos

Im benachbarten Thermalsoleheilbad Bad Essen warten viele Sehenswürdigkeiten darauf, entdeckt zu werden. Zu den schmucken Fachwerkhäusern im Ort gehört die „Alte Apotheke“, deren Einrichtung noch aus dem 19. Jh. stammt. Am südlichen Ortsausgang liegt die historische Wassermühle von 1780. Hier finden von April bis Oktober an jedem Sonntagnachmittag Mahlvorführungen statt. Besucher können sogar ein Mühlendiplom erwerben, indem sie knifflige Aufgaben lösen. Wer das gemahlene Korn nicht nur nach Hause mitnehmen, sondern wissen möchte, wie man vor über 200 Jahren daraus Brot und Kuchen gemacht hat, sollte das Hüseder Backhaus besuchen. Jeden zweiten Sonntag im Monat wird hier der Steinofen angeheizt. Die Gäste können sich aber nicht nur über die Steinofenbäckerei informieren. Sie dürfen sich den leckeren Bauernstuten, das Rosinenbrot oder die herrlich duftenden Kuchen auch schmecken lassen. Im Beihaus, einem ehemaligen Kornspeicher neben dem Backhaus, werden die Köstlichkeiten serviert. Noch mehr alte Handwerkskunst können Interessierte bei Führungen in der Harpenfelder Dorfschmiede erleben. Weitere Infos gibt es bei der TouristInformation Bad Essen.

Besichtigung: Außenbesichtigung: Febr.-Nov., Mo-Fr 9-13 Uhr Innenbesichtigung: Mittelalterlicher Wehrturm, nach telefonischer Anmeldung, Eintritt: Erw. 3 €, Kinder 1,50 €

Tourist-Information Bad Essen Lindenstraße 39, 49152 Bad Essen Tel.: 0 54 72 / 94 92-0 Fax: 0 54 72 / 94 92-85 E-Mail: touristik@badessen.de www.badessen.info

Veranstaltungen: Jedes Jahr im Sommer findet ein Burgfest statt. Am Tag des offenen Denkmals kann der Turm besichtigt werden.

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rüher und heute Der Osnabrücker Fürstbischof Gottfried von Arnsberg, der die Landesburg Fürstenau anlegte, vergrößerte auch die Burg Wittlage. Er ließ die Burg im 14. Jh. mit Mauern umgeben und eine Kemenate, ein mit Kamin ausgestattetes Wohnhaus, südlich an den Bergfried anbauen. Die östliche Wand der Kemenate ruht auf der Burgmauer. Seit einigen Jahren befindet sich in diesem rundum erneuerten Flügel eine Kurzzeitpflegeeinrichtung für Behinderte. Die Nachfolger von Gottfried von Arnsberg erweiterten den Komplex im 15. Jh. um ein Herrenhaus und eine Außenburg mit Wirtschaftsgebäuden. Der Westflügel der Burg geht auf das

Führung: Wehrturm mit Gefängniszellen, nach telefonischer Anmeldung Konzerte: Das Heuerhaus kann nach Absprache für kleinere Konzerte zur Verfügung gestellt werden.

Besonderheiten: Gästehaus für Jugendgruppen, Vereine und Tagungsgäste 3 Tagungsräume für 20, 30 und 60 Personen Diele mit Kamin für 100 Personen Seminare und Tagungen nach Vereinbarung Amtshaus zurück, das der Osnabrücker Fürstbischof Ernst August II. im 18. Jh. auf den Fundamenten des Vorgängerbaus errichten ließ. Die Burg hatte ihre Funktion als Festung verloren und diente jetzt als Verwaltungssitz. In dem schlichten zweistöckigen Gebäude befindet sich heute das modern eingerichtete Tagungs- und Gästehaus. Die gesamte Anlage ist von einem Burggraben umgeben, der von der nahe gelegenen Hunte gespeist wird. Der Wassergraben, der früher die innere Burg umgab, ist heute trockengelegt. Auf dem Gelände gibt es einen Sportplatz, eine Minigolfanlage und einen Grillplatz.

Übernachtung: Gästehaus mit 63 Betten, moderne sanitäre Anlagen Die Gäste werden über die hauseigene Küche verpflegt. Das Tagungs- und Gästehaus ist rollstuhlgerecht eingerichtet. Kontakt: Burg Wittlage Tagungs- und Gästehaus Burgstraße 3 49152 Bad Essen Buchungen über: osnabrücker werkstätten gGmbH Postfach 4224, 49032 Osnabrück Industriestraße 7, 49082 Osnabrück Tel.: 05 41 / 99 91-320 Fax: 05 41 / 99 91-493 E-Mail: c.klemenz@os-wfb.de www.os-hho.de

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Wasserschloss Schelenburg

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Die einstige Wehrhaftigkeit zeigt sich an noch vorhandenen Schießscharten für Armbrust und Hakenbüchse, der ältesten brauchbaren Handfeuerwaffe. Auch dort, wo sich heute Fenster befinden, gab es bis ins 16. Jh. nur Schieß- bzw. Lichtschlitze. Geschützt war die Anlage durch ein dreifach gestaffeltes Grabensystem, das auch heute noch weitgehend erhalten ist.

Die Umgestaltung der Schelenburg von einem mittelalterlichen Wehrund Schutzbau zu einem repräsentativen Renaissanceschloss spiegelt die gesellschaftspoli-

in mächtiger Turm auf Eichenpfählen Mächtig und zugleich elegant erhebt sich die Schelenburg aus dem Wasser. Die untergehende Sonne taucht sie in ein warmes Licht. Viele Gäste zieht es an diesem Abend auf die am Wassergraben gelegene Burgterrasse, um den Tag bei einem Glas Wein ausklingen zu lassen. Der mittelalterliche Wehrturm aus dem 12. Jh. mit seinen vier Ecktürmchen ist der älteste Teil der Burg. Es ist bemerkenswert, dass der rechteckige Turm, der noch heute die Burganlage beherrscht, mehr als 800 Jahre ohne Mauerrisse und Absenkungen überdauert hat. Denn der Bau mit seinen über zwei Meter dicken Mauern ruht auf Eichenpfählen, die in den morastigen Grund getrieben wurden. Heute befindet sich im ersten Stockwerk ein modern eingerichteter Saal, der für kulturelle Veranstaltungen wie Konzerte und Ausstellungen, aber auch für Tagungen und Seminare genutzt werden kann.

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ufbruch in eine neue Zeit Die Burgterrasse ist Teil des Renaissanceflügels, der Anfang des 16. Jh. an den mittelalterlichen Turm angefügt wurde, nachdem ein Feuer das ursprüngliche Wohn- und Wirtschaftsgebäude aus Fachwerk zerstört hatte. Der Baumeister Jörg Unkair verstand es, beim Bau des neuen Wohnhauses Elemente der italienischen Renaissance mit spätgotischen Formen zu verbinden. Er prägte den Stil der so genannten frühen Weserrenaissance. Diese regionale Ausprägung zeigt sich bei der Schelenburg in den Giebelhäusern, deren Stockwerke durch Gesimse klar gegliedert sind und deren Treppengiebel von halbrunden Aufsätzen abgeschlossen werden.


Tipp

Infos

Der malerische Luftkurort Schledehausen mit Kurpark und idyllischem Waldbad gehört zum Feriengebiet Bissendorf, in dem man weitere geschichtliche Spuren entdecken kann. So ist Holte mit der erstmals 1153 erwähnten Kirche und seinem erhaltenen historischen Ortskern ein eindrucksvolles Beispiel für die in dieser Region typische Siedlungsform einer Kirchburg. Südlich von Holte kann man Spuren der Ruine Burg Holte erkunden, einer Höhenburg deren Anfänge wohl ins 11. Jahrhundert zurückreichen. Noch ältere kulturelle Zeugnisse stellen die Großsteingräber dar, die aus der Zeit der Megalithkultur vor etwa 5000 Jahren stammen. Gut erhalten Gräber finden sich in den Ortsteilen Jeggen, Wulften und Waldmark.

Besichtigung: Außenbesichtigung: jederzeit

Weitere Informationen: Tourist-Information Bissendorf Im Freeden 7 49143 Bissendorf Tel.: 0 54 02 / 404-0 FAX: 0 54 02 / 404-33 E-Mail: info@bissendorf.de www.bissendorf.de

Führungen: Außenführung nach Terminabsprache, Einzelpersonen und Kleingruppen: 25 € / ½h, Gruppen von 20-40 Personen: 2 € pro Pers. (1h) Innenführung nur am Tag des offenen Denkmals (ehemaliger Rittersaal, Treppenhaus, Restaurant und Weinstube) Konzerte: Klassische und zeitgenössische Musik jährlich von Sept.-Nov. im Saal und im Schlosshof, Anfragen bitte an das Restaurant oder die Eigentümer Ausstellungen: Auf Anfrage im Saal und im Restaurant

tischen Veränderungen jener Zeit wider. Mit der Umwandlung der Lehen in freies Eigentum bauten viele Adlige ihre Festungen aus und ergänzten sie um stattliche Wohnanlagen, um damit ihren wirtschaftlichen Wohlstand und ihr neues Lebensgefühl auszudrücken. Der Aufbruch in eine neue Zeit war gekennzeichnet durch die Verbreitung von Ideen und Gedanken, die den christlichen Dogmatismus ablehnten. Der Humanist Jasper von Schele, der bei Martin Luther in Wittenberg studiert hatte und von Philipp Melanchthon promoviert war, wurde ein bedeutender Förderer und Verteidiger der Reformation im Osnabrücker Land: Er beschaffte Schriften Martin Luthers, mit dem er auch nach seinem Studium in Verbindung blieb, und bot verfolgten Protestanten auf seiner Burg Schutz.

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eheimtipp für Genießer Bei einem Spaziergang rund um die Schelenburg lassen sich das „Försterhaus“, das als Wagenremise Ende des 18. Jh. gebaut worden ist, und die 500 Meter flussabwärts an der Wierau gelegene Mühle entdecken. Die ehemalige Schlossküche mit Kamin lädt zu einem Besuch ein. Denn hier befindet sich heute ein gepflegtes Restaurant mit Café, das Zugang zur malerischen Terrasse am Burggraben bietet. Neben Selbstgebackenem gibt es regionale, saisonale und internationale Gerichte. Diese kann der Gast in der eindrucksvollen Atmosphäre des Kreuzgewölbes und in den historischen Nebenräumen, dem Tonnengewölbe und der Weinstube, genießen. Das Restaurant kann für unterschiedliche Anlässe nach den Wünschen der Gäste gestaltet werden. Es ist sogar möglich, sich in der Schelenburg standesamtlich trauen zu lassen. Auch der Innenhof bietet eine hervorragende Kulisse für Konzerte, Empfänge oder Präsentationen. Der Weihnachtsmarkt, der hier jährlich am zweiten Adventswochenende stattfindet, ist besonders stimmungsvoll.

Veranstaltungen: Weihnachtsmarkt jährlich am zweiten Adventswochenende, Fr 17-23 Uhr, Sa 14-22 Uhr und So 11-19 Uhr Besonderheiten: Nach Vereinbarung standesamtliche Trauungen Tagungen und Seminare für bis zu 120 Personen Empfänge und Präsentationen im Schlossinnenhof Gastronomie: Restaurant, Café, Terrasse am Burggraben, Mi-Sa 15-22 Uhr, So und Feiertag 12-22 Uhr, Kontakt: Herr Dejan Ristic, Tel.: 0 54 02 / 74 44, Fax 64 20 62 dejan@schelenburg.de www.schelenburg.de Kontakt: Wasserschloss Schelenburg Joachim und Dorothee Kellermann von Schele Burgweg 1 49143 Bissendorf-Schledehausen Tel.: 0 54 02 / 82 01 Fax: 0 54 02 / 64 20 65 E-Mail: kellermann@schelenburg.de Tourist-Information Bissendorf Im Freeden 7 49143 Bissendorf Tel.: 0 54 02 / 404-0 Fax: 0 54 02 / 404-33 E-Mail: info@bissendorf.de www.bissendorf.de

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Gut Ostenwalde

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ontgomery und die Frösche Noch heute singen die Frösche im Schlossgraben von Gut Ostenwalde. Daran hat auch der Oberkommandierende der britischen Besatzungstruppen, Feldmarschall Montgomery, nichts ändern können. Nachdem er 1945 das Gut als Hauptquartier ausersehen hatte, machte er Jagd auf die dort lebenden Frösche. Denn als der Frühling kam, raubten ihm deren herzergreifende Lieder nicht nur seinen kostbaren Schlaf, sondern auch die letzten Nerven. Er befahl den Bauern aus dem nahe gelegenen Dorf Ostenwalde, alle Frösche einzufangen. Nach getaner Arbeit überließ Montgomery ihnen großzügig ihre Beute. Da gebratene Froschschenkel aber nicht auf dem Speiseplan der Ostenwalder standen, setzten sie die Tiere im Brandteich ihres Dorfes aus. Doch schon am nächsten Morgen begegneten ihnen Scharen wandernder Frösche. Diese hatten die neue Heimat nicht akzeptiert und hüpften alle geradewegs nach Ostenwalde zurück. Und so erklang nach drei Tagen das Froschkonzert in voller Lautstärke wieder aus dem Schlossgarten. Durch diese Anekdote, die der Heimatdichter Wilhelm Fredemann überliefert hat, bleibt die Zeit unvergessen, in der Gut Ostenwalde von den Engländern besetzt war.

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amilientradition auf Ostenwalde Der Ursprung des Rittersitzes Ostenwalde liegt vermutlich in

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einer Burg, die zum Schutz eines Passes zwischen dem Moseler Berg im Norden und der Diedrichsburg im Süden angelegt wurde. Das Gut wurde auf den alten Grundmauern der Burg errichtet und ist seit 1316 als Sitz der Familie von Vincke bezeugt. Dass die Familie noch heute dort lebt, ist durchaus

bemerkenswert, betrachtet man die oft wechselnden Besitzverhältnisse auf anderen Herrensitzen. Gut Ostenwalde ist wie viele andere Rittersitze zur Zeit des Barocks zu einem dreiflügeligen Herrenhaus mit offenem Ehrenhof ausgebaut worden. Der zweigeschossige Westflügel, das heutige Hauptgebäude, stammt von 1698. Im Jahre 1780 wurde der Mittelbau, Anfang des 20. Jh. der Ostflügel mit dem malerischen Turm erneuert. Von den Gräften ist nur an der Südseite des Hauses ein Wassergraben erhalten, der zu einem Teich erweitert ist.


Tipp

Infos

Unterhalb der Diedrichsburg hat die Familie von Vinkke im Jahre 1963 einen Wildpark eingerichtet. In dem 200 Hektar großen Jagdgatter befinden sich rund 150 Wildschweine sowie Dam- und Schwarzwild. Durch regelmäßige Fütterungen und Ruhezeiten kann eine Schädigung des Waldes vermieden werden. Auf einem Wildschweinlehrpfad gelangt man sowohl vom Nord- als auch vom Westtor zur hoch oben gelegenen Diedrichsburg. Hinweisschilder informieren über die Lebensweise der Wildschweine, die Entwicklung vom Wild- zum Hausschwein und über das Damwild. Auf dem letzten Stück des Pfades zur Diedrichsburg gibt es auch Stationen mit interaktiven Spielen wie „Tasten und Raten“, die vor allem bei Kindern sehr beliebt sind. Besonders spannend wird es, wenn man den Wildschweinen begegnet. Mit etwas Glück und Geduld kann man sie zum Beispiel an einer Futterstelle beobachten.

Besichtigung Außenbesichtigung: Orangerie, Ölmühle Innenbesichtigung: Orangerie: während der Ausstellungen und nach Vereinbarung

Wildpark Diedrichsburg in den Meller Bergen Öffnungszeiten: 1.4.-30.9.: täglich von 10 Uhr bis zum Anbruch der Dunkelheit 1.10.-31.3.: Sa, So und Feiertag von 10 Uhr bis zum Anbruch der Dunkelheit Eintritt: frei Weitere Infos: Tourist-Information Melle, Markt 22, 49324 Melle Tel.: 0 54 22 / 96 53 11 und 96 53 12, Fax: 0 54 22 / 96 53 20 E-Mail: tourist@stadt-melle.de, www.stadt-melle.de

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unstgenuss und altes Handwerk Ein Schmuckstück der früheren Vorburg ist die restaurierte Orangerie, die heute vor allem als Kunstausstellungshalle genutzt wird. Begleitend zu den Ausstellungen werden jedes Jahr Workshops angeboten, in denen Kinder und Jugendliche kreativ werden können. In Absprache mit dem Meller Kunstverein ist die Orangerie auch für andere kulturelle Veranstaltungen wie Lesungen, Kabarett oder Konzerte zu mieten. Während in der Orangerie auch größere Kunstwerke wie Schmiedearbeiten oder große Stahl- und Messingskulpturen aufgestellt werden können. Dem Gut direkt gegenüber findet man das reich gestaltete große Tor der ehemaligen Scheune, das von einem Bürgerhaus in Osnabrück stammt. Etwas versteckt am Oldendorfer Mühlenbach liegt die Ölmühle aus dem 15. Jh., die ebenfalls zum Gut Ostenwalde gehört. Aus Früchten wie Leinsamen, Bucheckern oder Raps wurde hier einst Öl gewonnen. Die vollständig restaurierte Mühle wird heute noch bei Vorführungen in Betrieb genommen.

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uf zur Diedrichsburg Südlich von Ostenwalde erhebt sich auf einem 220 Meter hohen Bergrücken der Meller Berge mitten in einem Wildpark die Diedrichsburg. Ihren Grundstein legte General Ernst Freiherr von Vincke im Jahre 1844. Die bei der Errichtung gefundenen Fundamentreste, eine Speerspitze und eine Spinnrockenkugel deuten darauf hin, dass es hier schon früher eine Fluchtburg gab. Die heutige Diedrichsburg wurde in den Jahren von 1844 bis 1860 gebaut und ahmt einen mittelalterlichen Wehrturm nach. Sie gehört zu den Bauten, die im Zuge der Burgenromantik entstanden sind. Auf dem 26 Meter hohen, mit Zinnen bekrönten Bergfried gibt es eine Aussichtsplattform, die Besuchern bei klarem Wetter eine Sicht bis nach Osnabrück bietet. Schon im 19. Jh. war der Turm ein beliebtes Wanderziel. Der Aufstieg zur Diedrichsburg lohnt sich noch heute: Gäste können hier die schöne Aussicht genießen und sich im Café-Restaurant für den Rückweg stärken. Außerdem befindet sich im Turmzimmer eine Ausstellung zur Tier- und Pflanzenwelt des heimischen Waldes, die auch für Kinder interessant ist. Jeden Sonntag gibt es ein Frühstücksbuffet im rustikalen Rittersaal. Darüber hinaus kann der Rittersaal auch für Feiern angemietet werden.

Führung: Ölmühle, Innenbesichtigung mit Vorführungen nach Absprache, Mühlenverein „Ölmühle Ostenwalde e. V.“, Gert Möller, Tel.: 0 54 27 / 66 82 Konzerte: Regelmäßige Konzerte in der Orangerie Infos beim Meller Kunstverein, Barbara Manke, Tel.: 0 54 27 / 18 86 und Claus Reddel, Tel.: 0 54 22 / 13 60, www.kunstverein-melle.de Ausstellungen: Regelmäßige Wechselausstellungen in der Orangerie, Infos unter Tel.: 0 54 27 / 18 86 und www.kunstverein-melle.de Dauerausstellung „Wald im Grönegau“ in der Diedrichsburg Öffnungszeiten: 1.4.-30.9.: Mi-So 10-19 Uhr 1.10.-31.3.: Sa, So und Feiertag von 10 Uhr bis zum Anbruch der Dunkelheit Veranstaltungen: Lesungen und Kabarett in der Orangerie und der Galerie 24. Die Orangerie kann nach Absprache mit dem Meller Kunstverein für kulturelle Veranstaltungen gemietet werden. Tel.: 0 54 27 / 18 86 oder Tel.: 0 54 22 / 13 60 Im Spätsommer finden jährlich an einem Wochenende die „Ostenwalder Natur- und Jagdtage“ auf dem Gut statt. www.ostenwalder-jagdtage.de Gastronomie: Café und Restaurant in der Diedrichsburg Angelika und Karl-Heinz Schlacke Tel.: 0 54 27 / 300, Fax: 0 54 27 / 92 23 06 Frühstücksbuffet im rustikalen Rittersaal, jeden Sonntag, Reservierung erbeten Feiern, Vorträge und Tagungen im Rittersaal, nach Absprache Café-Restaurant und Aussichtsplattform: 1.4.-30.9.: Mi-So 10-19 Uhr 1.10.-31.3.: Sa und So, Feiertag von 10 Uhr bis zum Anbruch der Dunkelheit Kontakt: Gut Ostenwalde Christian Freiherr von Vincke – Graf von Perponcher Osnabrücker Straße 75, 49324 Melle-Oldendorf Tel.: 0 54 22 / 82 57, Fax: 0 54 22 / 78 42 www.gut-ostenwalde.de Verein zur Förderung von Kunst und Kultur in Melle e. V. Osnabrücker Straße 79, 49324 Melle-Oldendorf E-Mail: info@kunstverein-melle.de, www.kunstverein-melle.de Barbara Manke, Tel.: 0 54 27 / 18 86, Claus Reddel, Tel.: 0 54 22 / 13 60 Ölmühle Ostenwalde e. V. Gert Möller Niedereschweg 13, 49328 Melle Tel.: 0 54 27 / 66 82 E-Mail: gertmoeller@t-online.de, www.kultur-in-buer.de Diedrichsburg Melle Café-Restaurant und Aussichtsplattform Angelika und Karl-Heinz Schlacke Holzhausener Straße 17, 49328 Melle Tel.: 0 54 27 / 300 , Fax: 0 54 27 / 92 23 06

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Schloss Gesmold

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in ungewöhnlicher Barockgarten Die Vase aus weißem Carraramarmor ist nach mehreren Standortwechseln an ihren Platz zurückgekehrt. Sie bildet wie einst das Zentrum des Barockgartens, der sich direkt an der Auffahrt von Schloss Gesmold befindet. Im Jahre 1997 ließen die heutigen Eigentümer Freiherr und Freifrau Hans-Adam und Henriette von Hammerstein den Garten in Anlehnung an Pläne aus dem 18. Jh. wieder barock gestalten: Eine Wegekreuzung teilt die Fläche in vier symmetrisch angelegte Rasenparterres, die mit Blumenrabatten begrenzt und mit Buchsbaumhecken umgeben sind. Dass die Anlage früher wie eine kleine Insel erschien, wird durch den teilweise wieder freigelegten Wassergraben angedeutet. Der neu gestaltete Garten zieht immer wieder Experten in seinen Bann: Denn es ist gelungen, den Charakter des ehemaligen Barockgartens aufleben zu lassen, wenngleich die Art der Bepflanzung und die verwendeten Materialien auf die moderne Gartenarchitektur verweisen. Die Anlage umgibt eine Ringmauer mit barocken Bögen, an deren Südseite sich eine zweiläufige Treppe mit Belvedere und Grotte befindet. Das Belvedere aus dem 17. Jh. wird von zwei Kriegerinnen aus Sandstein geschmückt und bietet den Besuchern eine wundervolle Aussicht auf den barocken Lustgarten.

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ustwandeln im großen Park Im 17. Jh. gab es neben dem Herrengarten den so genannten „grand parc“, der sich nördlich des Schlosses erstreckte. Dieser große und aufwendig gestaltete Barockpark nach französischem Vorbild ist heute noch in Ansätzen erkennbar. Er umfasste einen Tiergarten sowie ein begehbares Labyrinth. Der ehemalige Park wird heute teilweise land- und forstwirtschaftlich genutzt. Durch Spazierwege ist ein großer Teil auch Besuchern zugänglich.

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lles begann mit einem Wehrturm Schloss Gesmold erhielt sein barockes Aussehen im 17./18. Jh., doch seine Ursprünge reichen bis ins 12. Jh. zurück. Von einer wehrhaften Verteidigungsanlage entwickelte es sich zu einer repräsentativen barocken Residenz. Die Herren von Gesmelle errichteten im Jahre 1170 mit Erlaubnis des Bischofs einen Wehrturm in der Elseniederung, da sie immer wieder von räuberischen Banden überfallen worden waren. Der romanische Bergfried war nur über eine einziehbare Leiter bzw. Holztreppe zu erreichen. Es gab einen Keller, der als Vorratsraum diente, sowie drei einräumige Obergeschosse, in denen sich heute Speisesaal mit Kamin, Bibliothek und Archiv befinden. Ein Treppenschacht in den über 2,5 Meter starken Mauern verband die einzelnen Stockwerke miteinander. Die Lichtscharten wurden im 16. Jh. durch Fenster ersetzt. Die Balustrade mit den vier Evangelisten stammt aus der Zeit, in der die Osnabrücker Bischöfe die Hausherren auf Schloss Gesmold waren (1608 – 1664).


Tipp

Infos

Die Hase teilt sich nahe Gesmold in zwei eigenständige Flüsse. Sie gibt einen Teil des mitgeführten Wassers an die Else ab, die noch heute die Wassergräben von Schloss Gesmold speist. Um die Entstehung dieser Zweigabelung („Bifurkation“) ranken sich viele Geschichten, die in einem Themenpark nachzulesen sind. Dieser wurde im Jahre 2000 rund um den Scheidepunkt von Hase und Else angelegt. Besucher erfahren, dass Hermann von Amelunxen etwa Mitte des 16. Jh. die Erlaubnis erhielt, Wasser von der Hase abzuleiten, um seine Schlossmühle besser zu versorgen. Jahre später warf ihm die Stadt Osnabrück vor, die Abzweigung eigenmächtig erweitert zu haben. Dies war der Beginn zahlreicher Streitigkeiten, die bis ins 19. Jh. andauerten. Erst als die Hasegabelung durch Mauerwerk befestigt wurde, war die Wasserverteilung geregelt. Heute ist der Scheidepunkt der Flüsse ein beliebtes Ausflugsziel. Weitere Infos gibt es bei der Tourist-Information Melle.

Führung: Besichtigung nur im Rahmen von Führungen durch Schloss und Garten Führungen für Gruppen ab 10 Personen nach Vereinbarung Tel.: 0 54 22 / 442 16 5 € pro Pers.

Tourist-Information Melle Markt 22, 49324 Melle Tel.: 0 54 22 / 96 53 12, Fax: 0 54 22 / 96 53 20 E-Mail: tourist@stadt-melle.de, www.stadt-melle.de

Theateraufführung in englischer Sprache im Binnenhof, im September, auch für Schulklassen interessant Besonderheiten: Standesamtliche Trauungen im romanischen Turmsaal nach Anmeldung beim Standesamt Melle möglich

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ultur im Binnenhof Als die Familie von Gesmelle ausstarb, übernahm die Familie von dem Bussche die Burganlage. Im Jahre 1540 heiratete Erbtochter Anna von dem Bussche Hermann von Amelunxen. Dieser baute die von Gräften und Wällen umgebene Rundburg zu einer rechteckigen Renaissanceanlage aus. Von 1544 bis 1559 entstand das heutige zweiflügelige Herrenhaus im Renaissancestil, dessen Nordflügel die Verbindung zum Wehrturm darstellt. Um den für Renaissanceburgen typischen geschlossenen Charakter zu erreichen, wurden im 17. Jh. im Süden und Westen breite begehbare Mauern errichtet, die im frühen 18. Jh. durch eine Galerie mit Balustern verziert wurden. Es entstand ein Binnenhof, der heute ein- bis zweimal im Jahr für kulturelle Veranstaltungen, wie Theateraufführungen oder Lesungen, genutzt wird.

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rangenbäume in Norddeutschland 1664 vereinbarte der Osnabrücker Fürstbischof Ernst August I. mit Georg Christoph von Hammerstein einen Tausch. Er überließ seinem Hofmarschall Schloss Gesmold und erhielt dafür im Gegenzug dessen Güter im Iburger Raum. Die Familie von Hammerstein bewohnt noch heute das Schloss. Georg Christoph von Hammerstein ließ 1667 den barocken Torturm bauen, durch den man die Schlossanlage betritt. Er brachte von seinen Reisen auch die Idee mit, eine Orangerie einzurichten. Die Ausgestaltung des Schlosses mit barocken Gartenanlagen und Skulpturen fand im Wesentlichen unter ChristophLudolf von Hammerstein statt. Ferner wurde die innere Vorburg durch zwei Flügelhäuser symmetrisch angelegt: durch das Brauhaus im Norden, das später als Pferdestall genutzt

Veranstaltungen: Autorenlesungen im Rahmen des Meller Sommers

wurde, und den Viehstall im Süden, der im Jahre 1836 zur neuen Orangerie umgebaut wurde. Die alte Orangerie auf der äußeren Vorburg, die als die älteste Orangerie in Norddeutschland gilt, wurde aufgegeben, da man mehr Platz brauchte und selbst Orangenbäume züchten wollte. In der neuen Orangerie war dies durch eine geschickte Nutzung der Räume möglich: Im Keller wurde eine Backstube, im Dachgeschoss eine Räucherkammer eingerichtet. Regelmäßig strömte heiße Luft durch hohle Ton- und Steinplatten. Dies bewirkte, dass die Temperatur nie unter Null Grad Celsius sank. Um die Pflanzen vor zu starker Sonneneinstrahlung und gegen Frost zu schützen, konnte man an den Fenstern Schilfrollos herunterlassen.

Kontakt: Schloss Gesmold Hans-Adam Freiherr und Henriette Freifrau von Hammerstein Schloßallee 5 49326 Melle-Gesmold Tel.: 0 54 22 / 442 16 E-Mail: schlossgesmold@aol.com

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Kloster Malgarten

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ie alles begann… Meterhoch schlugen die Flammen aus dem Dachstuhl. Die Ordensschwestern hatten nur das Notwendigste retten können und sahen nun mit Entsetzen, wie ihr Kloster in Flammen aufging. Alle brauchten jetzt eine neue Unterkunft, die Nonnen, die Laienschwestern und das vom Kloster beschäftigte Gesinde. In ihrer Ungewissheit wandten sie sich an die Stifter ihres Klosters, den Grafen Simon von Tecklenburg und dessen Mutter Eilika. Da es dem Grafen nicht möglich war, das Kloster in Essen (Oldenburg) nach nur etwa 20 Jahren mit eigenen Mitteln wieder aufzubauen, entschloss er sich, die Klosterfrauen auf seinem Gut in Malgarten unterzubringen. So ähnlich könnte es sich im Jahre 1194 einer Gründungslegende zufolge zugetragen haben. Die beschaulich an der Hase gelegene Klosteranlage gehört heute zu einem der sehenswertesten Kunst- und Baudenkmäler im Osnabrücker Land. Besonders interessant wirkt der niedrige Kirchturm mit dem hohen Pyramidendach. Seine außergewöhnliche Lage deutet darauf hin, dass er seinen Ursprung im ehemaligen Wehrturm der alten gräflichen Burg hat. Der Kreuzgang des Westflügels und die Klosterkirche sind die ältesten Gebäude der Klosteranlage. Sie sind im spätromanischen Stil erbaut und nach einem Brand Ende des 15. Jh. durch gotische Elemente erneuert worden.

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ra et labora Malgarten blieb stets ein einfaches Kloster, da die erlangten Besitzungen und Zehntrechte für eine weitergehende Entwicklung nicht ausreichten. Die Chor- und Laienschwestern lebten bescheiden nach der Regel des Heiligen Benedikt: „Ora et labora. – Bete und arbeite.“ Ihren Lebensunterhalt

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sicherten sie sich durch ihre Mitgift, die sie bei ihrem Eintritt in das Kloster mitgebracht hatten und durch Eigenwirtschaft. Die Bramscher Region war früher ein bedeutender Tuchmacherstandort. Noch heute weisen die Schafscheren im Klosterwappen darauf hin, dass sich auch die Benediktinerinnen hauptsächlich der Schafzucht und der Herstellung hochwertiger Tuchwaren widmeten. Nach 1772 trat keine Schwester mehr in das Kloster ein, so dass die Säkularisation 1802 auf keinen nennenswerten Widerstand traf. Ab 1819 war das ehemalige Kloster über 100 Jahre lang Sitz des Amtsgerichts. Aus dieser Zeit stammen das Amtsrichterhaus von 1820 und drei dunkle Gefängniszellen im Bereich des Kreuzgangs.

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atholische Insel im protestantischen Bramsche Während der Reformationszeit und des Dreißigjährigen Krieges wurde die Kirchengemeinde zu Bramsche protestantisch. Das Kloster Malgarten hingegen blieb katholisch. In der ehemaligen Klosterkirche findet man heute Kunst aus der Zeit des Barock und des Rokoko. Die Rokoko-Stukkaturen des Kirchengewölbes aus dem 18. Jh. sind in ihrer Verbindung mit der spätromanisch-gotischen Architektur eine Rarität im nordwestdeutschen Raum.


Infos

Tipp Das prämierte Tuchmacher Museum Bramsche ist deutschlandweit das einzige Museum zur Geschichte der Textilproduktion, in dem die Verarbeitung von der Schafwolle bis zum fertigen Tuch mittels historischer Maschinen vollständig zu sehen ist. In den Gebäuden aus dem 18. und 19. Jh. hatte die Tuchmacherinnung einst ihre Spinnerei. Jeden Sonn- und Feiertag findet um 11 Uhr eine Führung ohne Anmeldung durch die gesamte Anlage statt.

Besichtigung: Außenbesichtigung: jederzeit Innenbesichtigung: Kloster und Kirche: Sa u. So 13-18 Uhr und nach Vereinbarung, Tel.: 0 54 61 / 88 08 33, Eintritt: 2 € pro Pers.

Tuchmacher Museum Bramsche Mühlenort 6, 49565 Bramsche Tel.: 0 54 61 / 94 51-0 Öffnungszeiten: Di-So 10-17 Uhr Führungen unter Tel.: 0 54 61 / 94 51-20

Führung: Kloster und Kirche, Koordination über Frau Elberg, Tel.: 0 54 61 / 94 51 20, Gruppen 36 € +10 € Eintritt

Stadtmarketing Bramsche GmbH Maschstraße 9, 49565 Bramsche Tel.: 0 54 61 / 93 55-0 Fax: 0 54 61 / 93 55-11 E-Mail: stadtmarketing@bramsche.de www.bramsche.de

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algarten in neuem Glanz Das Kloster Malgarten, das seit 1987 in Privatbesitz ist, hat sich in jüngster Zeit zu einem beachtlichen Kultur- und Veranstaltungszentrum entwickelt. Der Besucher hat die Möglichkeit, wechselnde Ausstellungen zeitgenössischer Kunst und klassische Konzerte zu besuchen. Er kann aber auch selbst kreativ werden in verschiedenen Kunst- und Musikateliers. Die Galerie, die sich zum Teil im ehemaligen Kreuzgang des Westflügels von 1230 befindet, besteht seit Herbst 1999. Der Osnabrücker Künstler Claus Gero Heitmann, der die Galerie durch Ausstellungen nationaler und internationaler Künstler über die Grenzen der Region hinaus bekannt gemacht hat, lebt und arbeitet im Kloster Malgarten. Interessierte können in einem Kunstseminar oder einem der Malund Zeichenkurse das Kloster von einer neuen Seite kennen lernen. Für Musikliebhaber und passionierte Laienmusiker jeden Alters organisiert der InternZtionale Arbeitskreis für Musik e. V. (iam) Konzerte und Musikkurse, darunter auch Chor- und Orchesterkurse. Die Abschlusskonzerte, bei denen die einstudierten Werke der Öffentlichkeit präsentiert werden, finden bei Musikfreunden großen Anklang. Der Verein, der im barocken Torhaus von 1717 seinen Sitz hat, bietet Musikern und Musikpädagogen zudem ein breites Angebot im Bereich der beruflichen Weiterbildung.

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eben Kunst und Kultur auch Kulinarisches Ein Café und Restaurant im ehemaligen Amtsrichterhaus lädt die Besucher des Klosters Malgarten zum Verweilen ein. Der „Amtsrichter“ bietet Kulinarisches in urigem Ambiente. Die Gäste haben im Sommer Gelegenheit, sich unter den alten Linden im Biergarten zu erfrischen. Im Winter können sie es sich vor dem brennenden Kamin gemütlich machen. Ein besonderes Highlight kann das mittelalterliche Mönchsbankett in der Konzertscheune mit erlesenen Gaumenfreuden, Gesang und Spiel sein, das auf Anfrage buchbar ist. Für Feierlichkeiten der besonderen Art bietet das Restaurantteam den Gästen einen speziellen Service. Je nach Art des Festes gestaltet es die verschiedenen Räumlichkeiten den individuellen Wünschen entsprechend. Es gibt an jedem zweiten Samstag im Monat sogar die Möglichkeit, im Kloster Malgarten standesamtlich zu heiraten. Gäste, die die beschauliche Atmosphäre des Klosters ausgiebiger genießen möchten, können dort auch übernachten, auf Wunsch in den ehemaligen Nonnenzellen. Auch Seminar- und Tagungsgäste sind herzlich willkommen.

Konzerte: Mehrheitlich klassische Musik, i. d. R. ein Konzert pro Monat, Sa oder So, Tel.: 0 54 61 / 99 63-0, www.iam-ev.de Ausstellungen: Galerie für Gegenwartskunst, Sa u. So 13-18 Uhr (Sommermonate) und nach Vereinbarung, Tel.: 0 54 61 / 88 08 33 Veranstaltungen: Mittelalterliches Mönchsbankett in der Konzertscheune auf Anfrage Besonderheiten: Kunstseminare, Mal- und Zeichenunterricht, Anmeldung unter Tel.: 0 54 61 / 88 08 33 Musikkurse, Konzerte und Seminare des iam, Tel.: 0 54 61 / 99 63-0, www.iam-ev.de Tagungen und Seminare auf Anfrage, Tel.: 0 54 61 / 99 63-0 Hochzeits-, Familien- und Firmenfeiern im Kloster oder im „Amtsrichter“, Tel.: 0 54 61 / 886 90 45 Kirchliche Trauungen und Taufen, Pfarrer A. Behrens, Tel.: 0 54 61 / 618 62 Gastronomie: „Zum Amtsrichter“, Café und Restaurant mit Biergarten Mai-Sept.: Mo, Mi-Fr ab 15 Uhr, Sa ab 12 Uhr, So ab 9 Uhr Sept.-Mai: Di und Mi Ruhetage, sonst die gleichen Öffnungszeiten Tel.: 0 54 61 / 886 90 45 E-Mail: info@zum-amtsrichter.de, www.zum-amtsrichter.de Übernachtung: 16 Zimmer (Einzel-, Doppel-, Mehrbettzimmer) mit insgesamt 30 Betten im Kloster und im „Amtsrichter“ 12-25 € pro Pers. ohne Frühstück, Tel.: 0 54 61 / 88 08 33. Zimmer mit Frühstück, Halb- oder Vollpension über das Café-Restaurant möglich, Tel.: 0 54 61 / 886 90 45 Kontakt: Kloster Malgarten Internationaler Arbeitskreis für Musik e.V. (iam) Am Kloster 1a, 49565 Bramsche-Malgarten Tel.: 0 54 61 / 99 63-0 Fax: 0 54 61 / 99 63-10 E-Mail: iamev@t-online.de www.kloster-malgarten.de Stadtmarketing Bramsche GmbH Maschstraße 9, 49565 Bramsche Tel.: 0 54 61 / 93 55-0 Fax: 0 54 61 / 93 55-11 E-Mail: stadtmarketing@bramsche.de www.bramsche.de

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Gut Sögeln

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m Wasser erbaut Über eine alte Lindenallee erreicht der Besucher Gut Sögeln bei Bramsche. Inmitten von Feuchtwiesen liegt das Haupthaus von Gräften umgeben, die durch die Sögelner Hase gespeist werden, einem künstlich angelegten Wasserlauf, der selbst aus der Hase abgeleitet wird und auch dorthin zurückfließt. Dieses durch Menschenhand geschaffene ökologische System konnte durch das Engagement der jetzigen Besitzer bewahrt werden und bietet mit seinen Jahrzehnte lang unberührten Flächen einen wertvollen Untersuchungsgegenstand für die Wissenschaft. Vorangegangene Generationen nutzten die Kraft des Wassers noch für den Betrieb einer Mühle, deren denkmalgeschützte Gebäude heute als Privatwohnungen vermietet sind.

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on der Burg zum Rittergut Das Haupthaus, ein funktional schlichter, zweigeschossiger Bau, mit drei Flügeln aus dem Ende des 18. Jahrhunderts, ist repräsentativ für ein Rittergut im ehemaligen Fürstbistum Osnabrück. Es wurde an Stelle einer alten, wehrhaften Wohnstätte errichtet, die erstmals im 14. Jahrhundert als habitatio (=befestigtes Wohnhaus) in der Bauernschaft Sögeln urkundlich erwähnt wird. Jüngst sind bei Bauarbeiten die mächtigen Fundamente dieser alten Anlage, die noch im 16. Jahrhundert als Burg bezeichnet wurde, zu Tage getreten. Der älte-

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ste Teil der heute noch stehenden Anlage dürfte indes der Torturm sein, der in seinen Ursprüngen auf einen wehrhaften Wohnturm zurückgehen könnte. Von diesem wehrhaften Charakter zeugen noch die Schießscharten im Erdgeschoss, während die barocke Turmhaube mit der Uhr aus dem 18. Jahrhundert stammt.

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oderne Gastlichkeit im Herzen der VarusRegion In einem der landwirtschaftlichen Nebengebäude hat die Familie von Bock seit kurzem Übernachtungsmöglichkeiten eingerichtet. In einem der ehemaligen Wirtschaftsgebäude stehen dem Gast zwei komfortable Doppelzimmer mit Bad zur Verfügung, die im Erdgeschoss durch einen großzügigen, gemeinsam genutzten Aufenthaltsraum ergänzt werden. Hier kann bei Bedarf auch eine komplett ausgestattete Küchen-


Tipp

Infos

Für Übernachtungsgäste auf Gut Sögeln bietet sich der Standort als idealer Ausgangspunkt für Entdekkungstouren durch die VarusRegion an. Das gut ausgebaute und erschlossene Radwandernetz ermöglicht kurzweilige Ausflüge auf dem Fahrrad; darüber hinaus finden Wanderfreunde herrliche Strecken. Als Ausflugsziele bieten sich neben dem benachbarten Kloster Malgarten (s. S. 24) auch das Tuchmacher Museum und der Museumspark in Kalkriese zur berühmten Varusschlacht an. Die Stadt Bramsche selbst ist ein lohnenswertes Ziel für einen Einkaufsbummel und bietet gastronomische Abwechslung. Wer das nasse Element liebt, besucht die Varustherme, das Naturfreibad Darnsee oder den Alfsee mit seinem großen Freizeitangebot..

Besichtigung: Gut Sögeln ist bis heute in Privatbesitz. Die Eigentümer bitten um Verständnis, dass in der Regel keine Besichtigungen möglich sind. Übernachtungsgäste haben jedoch Zugang zum Gelände und können besondere Angebote wahrnehmen.

Weitere Informationen: Stadtmarketing Bramsche GmbH Maschstraße 9 49565 Bramsche Tel.: 05461/9355-0 Fax: 9355-11 E-Mail: stadtmarketing@bramsche.de www.bramsche.de

Übernachtungen: Seit Mai 2008 bietet Gut Sögeln in einem Nebengebäude 2 Doppelzimmer für Feriengäste an. Die besondere Kombination aus zwei Doppelzimmern und einem großzügigen Aufenthaltsraum mit Küchenzeile im Erdgeschoss ermöglicht es, sowohl ein bed & breakfastAngebot wahrzunehmen als auch die gesamte Wohneinheit als Ferienwohnung zu nutzen. Die Räume sind liebevoll eingerichtet und bieten allen Komfort in einem besonderen Ambiente aus Alt und Neu. Preise für das Doppelzimmer: 90,00 € / 70,00 € bei Einzelbelegung pro Nacht, inkl. Frühstück Alle Räume als Ferienwohnung/-haus: 150,00 € pro Nacht für bis zu 4 Personen

zeile genutzt werden. Die unter Verwendung natürlicher Werkstoffe eingezogenen Wohnetagen, dominiert von den unbehandelten Holzträgern, harmonieren in ihrer gradlinigen Architektur in eindrucksvoller Weise mit dem über 150 Jahre alten Wirtschaftsgebäude. Für die Urlauber besteht die Möglichkeit, die Sögelner Hase mit dem Boot zu erkunden; Kindern bietet das Gut mit seinen vielen Tieren, so auch einem Pony und einem Esel, vielfache Möglichkeiten Natur hautnah zu erleben. Die Familienkapelle, die in den Parkanlagen hinter dem Herrenhaus gelegen ist, kann für Hochzeiten angemietet werden. Für die anschließenden Feierlichkeiten steht eine ehemalige Scheune zur Verfügung, die auch für größere Gesellschaften Platz bietet.

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eschichte und Geschichten Sögeln wechselte während der Jahrhunderte häufig seinen Besitzer. 1793 erwarb Friedrich Philipp

von Hammerstein zu Equord das Gut und veranlasste den Neubau des Haupthauses. Der Altbau entsprach offensichtlich nicht mehr den Ansprüchen der Zeit, sowohl hinsichtlich der Repräsentationsfunktion als auch des Wohnkomforts. Nachdem er hochverschuldet und ohne direkten Erben 1802 starb, wurde das Gut 1817 vom Generalsteuereinnehmer Rathgen erworben. Über seine Stieftochter gelangte der Besitz an die Familie von Rappard, deren Nachfahren die heutigen Besitzer, die Familie von Bock und Polach, sind. Während der Jahre um 1870 besuchte der junge preußische Leutnant Paul von Bebeckendorf und Hindenburg häufiger das Gut. Der spätere Reichspräsident war mit Irmengard von Rappard verlobt, die 1871 mit nur 17 Jahren verstarb. Der Familienüberlieferung nach erlag sie den Folgen einer Lungenentzündung, die sie sich durch einen Sturz in die Gräften zugezogen hatte. Bis zu seinem eigenen Tod sandte Hindenburg jedes Jahr zum Todestag seiner Verlobten einen Kranz.

Info & Buchung: Tourismusverband Osnabrücker Land, Tel.: 0541/9511195 Fax: 9511120, E-Mail: tv@osnabruecker-land.de , Online-Buchung unter www.osnabruecker-land.de Besonderheiten: In der idyllisch gelegenen Familienkapelle sind kirchliche Trauungen möglich. Für Hochzeiten und andere Feierlichkeiten kann darüber hinaus eine historische Scheune mit einem großzügigen Vorplatz angemietet werden. Sanitäre Einrichtungen sind vorhanden. Kontakt: Frau Gisela von Bock und Polach, An der Lindenallee 1, 49565 Bramsche-Sögeln mobil: 0172 / 4322282 Fax: 0 54 61 / 63655 E-Mail: gutsoegeln@web.de

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Kloster Bersenbrück

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it dem Nachtwächter auf Spurensuche Ausgerüstet mit kleinen Laternen begleiten die Besucher den Nachtwächter, der ihnen im Lichtschein ihrer Lampen das historische Bersenbrück zeigt. Vom Rathaus führt er sie zur malerisch am Markt gelegenen Klosterpforte von 1700, dem heutigen Wahrzeichen der Stadt. Das Torhaus bildet den Eingang zum ehemaligen Zisterzienserinnenkloster. Zum Komplex gehören eine Doppelkirche, mehrere Klostergebäude und die ehemalige Klostermühle. Graf Otto von Ravensberg gründete den Konvent im Jahre 1231 auf seinem Familiengut und legte damit den Grundstein für das heutige Bersenbrück. Das Gebiet gehörte damals noch zur Grafschaft Ravensberg. Der Stifter stattete sein Hauskloster mit Ländereien und Liegenschaften aus, um den Lebensunterhalt der Nonnen zu sichern. Zudem schenkte er den Klosterfrauen die gräfliche Eigenkirche, die 1221 erstmals in einer Urkunde erwähnt ist und heute mit der Klosterkirche eine Doppelkirche bildet. Als das Kloster 1787 aufgehoben wurde, galt es als das reichste der Region. Dem Konvent war es gelungen, durch kluges Wirtschaften zahlreiche Güter zu erwerben.

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nteressante Ein- und Aussichten An die Pfarrkirche wurde im 13. Jh. die Schwesternkirche als zweites Schiff angebaut. Sie hatte, ähnlich wie im Stift Börstel, einen höher gelegenen Chor und eine vom Wohnflügel aus erreichbare Nonnenempore. Sie war durch eine Wand von

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der Pfarrkirche getrennt und damit für die Dorfbewohner nicht zugänglich. Außerdem besaß sie ein eigenes Satteldach. Erst im 16. Jh. erhielten die beiden Kirchen ein gemeinsames Dach; Ende des 18. Jh. wurden sie schließlich zu einer zweischiffigen Hallenkirche, der St. Vincentiuskirche, vereint. Der Turm, den die Pfarrkirche im 16. Jh. erhielt, kann im Rahmen der nächtlichen Stadtführung erkundet werden. Die Besucher können Turmuhr, Glocken und Gewölbe besichtigen und haben zugleich eine schöne Aussicht auf das erleuchtete Bersenbrück. Als bedeutendes Kunstwerk der Kirche gilt das Bersenbrücker Krippchen, ein bemaltes Sandsteinrelief von 1410 /1415, das die Geburt Christi zeigt.

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as Schlafgemach der Nonnen An die Kirche grenzt süd-östlich der frühgotische Kreuzgangflügel an. Er stammt ebenfalls noch aus dem 13. Jh. Vom Klosterinnenhof aus sind die Fenster der ehemaligen Nonnenzellen zu erkennen. Die Funktion der Sandsteinplatten, die neben den Fenstern aus der Mauer ragen, ist bis heute nicht ganz geklärt. Es wird vermutet, dass die Nonnen auf den Vorsprüngen ihr Nachtgeschirr abgestellt haben. Einst war das Dormitorium ein einziger großer Saal. Erst gegen Ende des Mittelalters, wahrscheinlich nach einem Brand, baute man hier die


Tipp

Infos

Die ehemals zum Kloster gehörende Hasemühle aus dem 13. Jh. wurde im 18. Jh. komplett erneuert und ging nach der Klosterauflösung zunächst in Pacht, dann in Privatbesitz über. Sie war als Getreide-, Öl- und Sägemühle bis 1990 in Funktion. Heute wird die Wasserkraft für die Stromerzeugung genutzt. Wer mehr über die Mühlengeschichte wissen möchte, kann sich einer Führung anschließen oder den deutschen Mühlentag besuchen (jährlich am Pfingstmontag). Die Räume der Hasemühle werden derzeit vom Kulturzentrum „Krabat“ insbesondere für Kunstausstellungen genutzt. Die genauen Termine sind auf den Internetseiten der Hasemühle und der Samtgemeinde Bersenbrück zu finden. Interessierte Künstler, die eine Ausstellung oder einen Künstlerworkshop veranstalten möchten, können sich direkt an den Verein wenden:

Besichtigung Kloster: Außenbesichtigung: jederzeit Innenbesichtigung: Kirche: täglich außerhalb der Gottesdienstzeiten von 8-18 Uhr

„Krabat“ Kulturzentrum in der SG Bersenbrück e. V. Johannes Koop Lindenstraße 2 49593 Bersenbrück Tel.: 0 54 39 / 96 22 26

Nonnenzellen ein. Die übrigen Flügel des Klosters wurden im 17. Jh. wegen Baufälligkeit ersetzt.

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eue Aufgaben für das Kloster Mit der Gründung des Amtes Bersenbrück wurde das Kloster 1817 zum Verwaltungssitz. Aus dieser Zeit stammen auch die Gefängniszellen im Nordflügel der Klosterpforte, die noch heute zu sehen sind. Der Südflügel der Klosterpforte diente lange Zeit als Kirchenspeicher und Schänke, bevor die Räumlichkeiten zu Wohnungen ausgebaut wurden. Als Verwaltungsmittelpunkt entwickelte sich der Ort beständig und erhielt 1956 die Stadtrechte. Die Klostergebäude werden heute vom Amtsgericht und vom Museum des Landkreises Osnabrück genutzt.

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nschauliche Regionalgeschichte im Kloster Das Kreismuseum ist in einem Gebäude des Ostflügels aus dem frühen 18. Jh. untergebracht. In diesem Teil des Klosters befanden sich einst die Äbtissinnenwohnung und mehrere Wirtschaftsräume. Der Name Hermann Rothert ist untrennbar mit der Museums-Sammlung verbunden. Denn der spätere Geschichtsprofessor trug in seiner Amtszeit als Landrat von 1911 bis 1933 bäuerliches Kulturgut zusammen, das für das gesamte Osnabrücker Land von regionalgeschichtlicher Bedeutung ist. In der Dauerausstellung erhalten Besucher einen Einblick in das ländliche Leben. Karten, Urkunden und wertvolle Exponate geben Auskunft über die ländliche Besiedlung, das Brauchtum, die Kunstfertigkeit des Handwerks und das Alltagsleben. Zu sehen sind beispielsweise bäuerliche Möbel, Keramik oder auch Spielzeug. In der Museumsscheune lassen Ackergeräte aus dem 19. Jh. erahnen, wie hart die Landarbeit in der damaligen Zeit war. Ferner wird die Kultur des Artlandes dargestellt, das mit seinen prächtigen alten Fachwerkhöfen eine ganz eigene Bauernkultur besitzt.

Ausstellungstermine und weitere Infos zur Hasemühle: Bernd Zur-Lienen Hasemühle 2a 49593 Bersenbrück Tel.: 0 54 39 / 23 84

Eine Besonderheit der Ausstellung sind die Werke des Bersenbrücker Malers Franz Hecker (1870 – 1944), der auf einfühlsame Weise Land und Leute porträtiert hat. Darüber hinaus ist auch Kunst aus Kirchen und Rittergütern zu bewundern. In regelmäßigen Sonderausstellungen werden Aspekte der Dauerausstellung vertieft oder ergänzende kulturgeschichtliche Themen wie „Hygiene auf dem Land“ aufgegriffen. In der Galerie des Museums finden regelmäßig Ausstellungen zeitgenössischer Künstler und Keramiker statt.

Führung Kloster und Klostermühle: „Führung durch das historische Bersenbrück“ am Tag „Nachtwächtergang“ am Abend (Rathaus, Klosterpforte, Kloster, Kirche und Kirchturm, Hasemühle) Führung bis 10 Pers.: 40 € / 2 ¾h (jede weitere Pers. 4 €) Kurzführung bis 10 Pers.: 30 € / 2h (jede weitere Pers. 3 €) Miniführung bis 10 Pers.: 20 € / 1h (jede weitere Pers. 2 €) Tel.: 0 54 39 / 15 72 E-Mail: m.kalmlage@gmx.de Besichtigung Museum: Di-Fr 9-12 Uhr und 14-17 Uhr, Sa u. So 14-17 Uhr Eintritt: Erw. 1,50 €, Kinder ab 12 J. 1 €, Familienkarte 3,50 € Führung Museum: Auf Anfrage, Tel.: 0 54 39 / 441 Ausstellungen: Dauerausstellung zur Regionalgeschichte des Osnabrücker Landes mit Werken des Bersenbrücker Malers „Franz Hecker“ (1870 – 1944) Regelmäßige Sonderausstellungen zu einzelnen Aspekten der Dauerausstellung und ergänzenden kulturgeschichtlichen Themen Wechselausstellungen zeitgenössischer Künstler und Keramiker aus der Region Öffnungszeiten des Museums und Eintritt s. o. Veranstaltungen: Am Tag des offenen Denkmals können Besucher den Kreuzgang, die Klosterinnenhöfe, den Remtersaal und die Vincentiuskirche besichtigen – auch im Rahmen kostenloser Kurzführungen. Kontakt: Kloster Bersenbrück mit Klostermühle (Hasemühle) Am Markt, 49593 Bersenbrück Infos: Manfred Kalmlage Gartenstraße 10, 49593 Bersenbrück Tel.: 0 54 39 / 15 72 E-Mail: m.kalmlage@gmx.de Museum des Landkreises Osnabrück Stiftshof 4, 49593 Bersenbrück Tel.: 0 54 39 / 441, Fax: 0 54 39 / 60 93 73 E-Mail: kulturbuero@lkos.de www.landkreis-osnabrueck.de Tourist-Information Samtgemeinde Bersenbrück Markt 4-6, 49593 Bersenbrück Tel.: 0 54 39 / 96 24 70 Fax: 0 54 39 / 96 24 77 E-Mail: tourismus@bersenbrueck.de www.bersenbrueck.de

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Schloss Eggermühlen

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rlaub auf dem Rittergut Bei dem Slogan „Urlaub auf dem Bauernhof“ vermutet wohl kaum jemand, dass er seine Ferien auf einem ehemaligen Rittersitz verbringen kann. Auf Schloss Eggermühlen ist dies möglich. Denn das Gut wird auch heute noch voll bewirtschaftet. Dort, wo sich einst Pastorat, Brauhaus, Haferscheune und andere Wirtschaftsgebäude befanden, stehen heute acht Ferienwohnungen zur Verfügung. Diese werden vornehmlich von Familien mit Kindern genutzt. In der Nähe des Schlosses gibt es noch ein Ferienhaus, das vor allem für größere Gruppen geeignet ist. Die Ferienwohnungen „Brauhaus“ und „Pastorat“ befinden sich in einem Fachwerkbau, der sich südlich an das Schloss mit eigener Schlosskapelle anschließt. Im kleinen Innenhof befinden sich zwei ebenerdige Wohnungen, die Senioren einen ruhigen und entspannten Aufenthalt bieten. Die anderen Ferienwohnungen umgeben den weitläufigen ehemaligen Wirtschaftshof, der dem Schloss vorgelagert ist.

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om Bauernerbe zum Rittersitz Das Gut Eggermühlen fand seine erste urkundliche Erwähnung im Jahre 1352 und war bis ins 16. Jh. ein einfacher abgabepflichtiger Bauernhof. 1585, zwei Jahre nachdem der Adelige Georg von Langen den Besitz erworben hatte, wurde das Lehen des Osnabrücker Bischofs in freies Eigentum

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umgewandelt. Der Bischof gewährte dem Edelmann die üblichen Privilegien, das Recht zur Jagd und Fischerei sowie das Staurecht. Georg von Langen machte aus dem Bauernerbe einen stattlichen Rittersitz.

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stfriesen auf Eggermühlen Ende des 16. Jh. gelangte das Gut in den Besitz des ostfriesischen Häuptlings Caspar von der Wenge, der Drost von Fürstenau wurde. Doch die ostfriesische Familie sollte nicht lange auf Eggermühlen bleiben. Denn Sohn Bojocco stellte sich während des Dreißigjährigen Krieges auf die Seite der Dänen und raubte u. a. die Klöster Rulle und Bersenbrück aus. Daraufhin beschlagnahmte der Osnabrücker Bischof den Rittersitz und verpachtete ihn zeitweise. Im Jahre 1654 kaufte Oberstleutnant Joachim von Boeselager das Gut. Er vergrößerte den Besitz erheblich und baute 1666 ein neues Herrenhaus, das bis heute im Seitenflügel des Schlosses erhalten ist. Seit über 350 Jahren lebt die Familie von Boeselager jetzt auf Eggermühlen.

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as Barockschloss Der Enkel Joachims, Franz Heinrich Anton von Boeselager, schuf zwischen 1714 und 1718 den heutigen barocken Hauptflügel mit der Doppeltreppe aus Sandstein. Er plante


Tipp

Infos

Vier Sandsteinfiguren, die einst die Terrasse vor der Orangerie in Eggermühlen zierten, stehen heute auf der Gartenseite vor dem Osnabrücker Schloss, einem der größten Barockschlösser Niedersachsens. Die überlebensgroßen Statuen verkörpern die Erdteile Europa, Afrika, Asien und Amerika. (s. S. 6/7, Schloss Osnabrück)

Führung: Außenbesichtigung und Besichtigung der Kapelle nur mit Führung, Mi nachmittags und auf Anfrage, nur für Gruppen ab 10 Personen nach Anmeldung, 2 € pro Pers.

Schloss Osnabrück Neuer Graben 29 49074 Osnabrück

Konzerte: Nach Absprache möglich Ausstellungen: In der Orangerie im Herbst „Rund um die Jagd“ und nach Absprache Vernissagen: In der Orangerie im Frühjahr und Herbst

eine repräsentative dreiflügelige Anlage nach französischem Vorbild. Realisiert wurde letztlich ein zweiflügeliger Barockbau. Franz Heinrich Anton von Boeselager ließ das Herrenhaus von 1666 über einen quadratischen Eckturm mit dem neuen Haupthaus verbinden und die gesamte Anlage mit einem 15 Meter breiten Wassergraben umgeben. Eine barocke Haube schmückt noch heute den Turm. Direkt an das Schloss grenzt eine kleine neugotische Gutskapelle von 1869, in der man sich kirchlich trauen lassen kann. Im Inneren befinden sich ein Rokoko-Altar sowie mit Wappen geschmückte Totenschilde, die sich wie eine Ahnentafel der Familie von Boeselager lesen. Eine Besonderheit ist die Orangerie im Park, die auf einen Entwurf von Johann Conrad Schlaun, dem bedeutenden Architekten des westfälischen Barock, zurückgeht. Der Ziegelbau beherbergt noch heute mediterrane Kübelpflanzen wie Lorbeer- und Feigenbäume, die im Sommer die Terrasse vor der Orangerie schmücken. Leicht geschwungene Treppen führen auf die lang gestreckte Terrasse, auf der man die Sonne genießen kann. Im Garten gibt es noch einen kleinen Pavillon, der gleichfalls zum Entspannen und Lesen einlädt. Auf dem Gut Eggermühlen wird heute noch Land- und Forstwirtschaft betrieben. Im Sommer herrscht ein reges Treiben, denn Schloss und Umgebung bieten den Gästen, vor allem den Kindern, vielfältige Möglichkeiten: Sie können die Gegend mit Fahrrädern und Gokarts erkunden, am Schlossteich angeln, auf Ponys reiten, Waldtiere beobachten, Abenteuer im Wald erleben oder die Tiere auf Schloss Eggermühlen füttern.

Besonderheiten: Kirchliche Trauungen in der Gutskapelle Übernachtung: 8 Ferienwohnungen mit jeweils separatem Eingang, je nach Größe für 4-8 Pers., 3-4 ZKB, Frühstück auf Wunsch, Details auf der Internetseite, Preise auf Anfrage 1 Ferienhaus, 8 ZKB + 2 DU + 2 WC + Gäste-WC, 3 Doppelbett-, 1 Zweibett- und 3 Vierbettzimmer, für max. 22 Pers., Frühstück auf Wunsch, Details auf der Internetseite, Preise auf Anfrage Kontakt: Schloss Eggermühlen Große Allee 1 49577 Eggermühlen Tel.: 0 54 62 / 74 21-0 Fax: 0 54 62 / 74 21-10 E-Mail: info@schloss-eggermuehlen.de www.schloss-eggermuehlen.de Tourist-Information Samtgemeinde Bersenbrück Markt 4-6 49593 Bersenbrück Tel.: 0 54 39 / 96 24 70 Fax: 0 54 39 / 96 24 77 E-Mail: tourismus@bersenbrueck.de www.bersenbrueck.de

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Ruine Wittekindsburg

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ber dem Nettetal Wenn man nach einer gut halbstündigen Wanderung vom Nettetal durch den dichten Wald zur Ruine der Wittekindsburg hinaufgestiegen ist, kann man von der einstigen Befestigungsanlage noch etliche Fundamente entdecken. Diese Anlage, auf einem Höhenzug bei Wallenhorst-Rulle gelegen, ist mit ihrer Grundfläche von etwa 16 Hektar die größte frühmittelalterliche Befestigungsanlage in Norddeutschland. Archäologische Ausgrabungen in den letzten Jahren haben bestätigt, dass die Burg im 9. und 10. Jahrhundert genutzt wurde, auch wenn es offensichtlich keine dauerhafte Besiedlung gab. Die Wallanlage, in denen diese frühmittelalterlichen Gebäude errichtet wurden ist um einiges älter. So könnte sie den Sachsen Ende des 8. Jahrhunderts durchaus als Fluchtburg vor den Franken gedient haben.

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idukinds vergeblicher Kampf mit Karl dem Großen Die örtliche Tradition verbindet diese Anlage mit dem sächsischen Heerführer Widukind (auch Wittekind genannt). Widukind führte den Widerstand der Sachsen gegen die Eroberungszüge Karls des Großen an, der Sachsen in das fränkische Großreich eingliedern und christianisieren wollte. Dieser Sachsenkrieg forderte über 30 Jahre lang seine Opfer und dauerte auch nach der endgültigen Niederlage Widukinds, der sich 785 unterwarf und im Beisein Karls des Großen taufen ließ, noch an. Das weitere Schicksal Widukinds lässt sich nicht mehr mit Sicherheit erschließen. Nach seiner Niederlage an der Hase 783 soll er gemäß münd-

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licher Überlieferung auf der Wittekindsburg über dem Nettetal Zuflucht gesucht haben. Es spricht einiges dafür, dass zumindest das Gebiet um das Nettetal zu den Besitzungen der Familie Widukinds gehörte, sodass die Namensgebung der Anlage hierin ihren historischen Kern haben dürfte. Die sterblichen Überreste Widukinds sollen sich in der Stiftskirche zu Enger befinden.

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ie Alte Alexanderkirche in Wallenhorst und die Christianisierung Sachsens Erst mit der Niederschlagung der letzten sächsischen Aufstände 804 und den unmittelbar darauf folgenden Bistumsgründungen in Münster, Minden und Osnabrück war im sächsischen Gebiet Ruhe eingekehrt. Auf diese Phase der Christianisierung geht auch die Alte Alexanderkirche in Wallenhorst zurück. Karl der Große soll nach einer späteren Inschrift 777 die erste Kirche an dieser Stelle eingeweiht haben. Er habe veranlasst, anstelle des Kreuzes eine goldene Henne auf den Turm zu setzten, als Zeichen, dass diese Mutterkirche gleich einer Glucke viele weitere Kirchen für die Region ausbrüten möge. Grabungen haben erwiesen, dass auf dem Findlingsfundament der Kirche, das Teil ei-


Tipp

Infos

Das Nettetal bietet ein abwechslungsreiches Freizeitangebot. Ausgehend vom Gasthaus Knollmeyer kann man die Umgebung erkunden oder auf der Minigolfbahn oder beim Bosseln aktiv werden. Eine besondere Attraktion ist der Kletterwald, der auf unterschiedlichen Parcours für sportlichen Nervenkitzel bei Jung und Alt sorgt. Direkt durchs Nettetal führt mit der Niedersächsischen MühlenTour ein ausführlich dokumentierter und gut ausgeschilderter Radwanderweg, der auf 395 km die Wind- und Wassermühlen im Naturpark des Osnabrücker Landes erschließt. Auch für Spaziergänger und Wanderer ist das Nettetal ein lohnender Start- und Zielpunkt. So verlaufen hier der Hünenweg, auf dem man u. a. die Oestringer Steine, ein in der Nähe gelegenes Großsteingrab, erreichen kann und der Mühlenweg am Wiehengebirge.

Besichtigung / Führungen:

Gemeinde Wallenhorst Rathausallee 1 D-49134 Wallenhorst Tel.: (05407) 888-0 Fax: (05407) 888-999 E-Mail: posteingang@wallenhorst.de www.wallenhorst.de Gasthaus Knollmeyer www.gasthaus-knollmeyer.de Kletterwald Nettetal im Osnabrücker Land www.klettertal.de

Die Ruine Wittekindsburg ist frei zugänglich und mit Informationstafeln beschildert Alte Alexanderkirche Wallenhorst Öffnungszeiten: sonntags und feiertags 15.30 bis 17 Uhr oder nach Vereinbarung mit Georg Hemme unter Tel. 05407/2429 oder Franz Beering unter Tel. 05407/39888. Unter diesen Telefonnummern können auch Termine für Führungen vereinbart werden. Informationen zu Führungen in der Alte Wassermühle im Nettetal bei Martin Läer 49134 Wallenhorst-Rulle Telefon: 05476/902081

Gastronomie:

ner ehemals heidnischen Kultstätte gewesen sein könnte, im 9. Jahrhundert bereits ein Gebäude stand. Dieses Gebäude, das vermutlich zuerst aus Fachwerk errichtet wurde, verdankt seinen Namen der Überführung von Reliquien des Hl. Alexander, die an diesem Ort vorbei 851 von Rom kommend zum Kloster Wildshausen gebracht wurden. Die heutige gotische Hallenkirche stammt aus dem 14./15. Jahrhundert.

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as Nettetal als Ausgangspunkt einer historischen Entdeckungstour Wer sich heute auf den Weg zur Wittekindsburg begibt, startet vom unterhalb der Ruine gelegenen Nettetal, einem reizvollen Ausflugsziel vor den Toren der Friedensstadt Osnabrück. Der Aufstieg zur Wittekindsburg ist gut ausgeschildert und wird durch Informationstafeln zur Ruine ergänzt. Neben dem reichhaltigen Freizeitangebot rund um das Gasthaus Knollmeyer (s. Tipp), lohnt ein Abstecher zur alten Wassermühle. Die Gründung dieser Mühle wird auf Karl den Großen zurückgeführt, eine erste urkundliche Erwähnung der Stau- und Wasserrechte im Nettetal datiert aus dem Jahr 1253. In den 80er Jahren des letzten Jahrhunderts wurde diese ehemalige Doppelmühle aufwendig mit historischen Baustoffen restauriert. Heute wird in der Mühle wieder Korn gemahlen. Dabei werden mit dem alten Steinmahlwerk Vollkornmehle aus ökologisch kontrolliertem Anbau gewonnen.

Im Nettetal zu Füßen der Ruine liegt das Gasthaus Knollmeyer mit einem einladenden Biergarten Gasthaus Knollmeyer Nettetal 4 49134 Wallenhorst Telefon 05406/4432 E-Mail: info@gasthaus-knollmeyer.de www.gasthaus-knollmeyer.de

Kontakt: Gemeinde Wallenhorst Rathausallee 1 D-49134 Wallenhorst Tel.: 05407/888-0 Fax: 05407/888-999 E-Mail: posteingang@wallenhorst.de www.wallenhorst.de

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Stift Börstel

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in Ort der Stille Gut eine Stunde dauerte im Mittelalter der Fußweg zum Stift Börstel, das beschaulich an einem Bach im Börsteler Wald liegt. Wie seit Jahrhunderten befindet sich das ehemalige Zisterzienserinnenkloster auch heute noch in völliger Abgeschiedenheit. Es ist fünf bis sechs Kilometer von den umliegenden Siedlungen entfernt. Besucher können das Stift jedoch mit dem Fahrrad oder dem Auto erreichen. Für Reittouristen ist das einstige Kloster ebenfalls ein lohnendes Ziel. Im einsam gelegenen Stift können die Gäste die einstige Ruhe des Klosterlebens spüren und die Stille genießen. Das Zentrum der ungewöhnlich gut erhaltenen Klosteranlage aus dem 13. Jh. bildet die schlichte, aus rotem Ziegelstein erbaute Kirche „St. Marien“ mit Kreuzgang. Nach Norden schließen sich zwei Klosterflügel an. Im Kreuzgang des östlichen Klostergebäudes lassen sich noch Reste alter Zellen erkennen. Die Stiftskirche und der Kreuzgang sind in der Zeit von 1252 bis 1273 entstanden und neben einem mittelalterlichen Kornspeicher aus Granitquadern die ältesten erhaltenen Gebäude der Klosteranlage.

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er Umzug der Zisterzienserinnen nach Börstel Doch die Geschichte des ehemaligen Frauenklosters beginnt bereits einige Jahre früher: 1244/46 gründeten Graf Otto I. von Oldenburg und sein Neffe Johann das Kloster „Rosental“ auf einem Meierhof zu Menslage. Auf Wunsch der Nonnen wurde das Kloster 1250/51 nach Börstel verlegt. Bauhisto-

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rische Untersuchungen haben ergeben, dass es hier seit dem 11./12. Jh. eine wehrhafte Anlage gab. Unterhalb des Kirchenchores wurde ein Raum entdeckt, der vermutlich ebenso wie der erhaltene mittelalterliche Kornspeicher Teil dieser befestigten Anlage war. Es ist zwar nicht überliefert, welche Gebäude bei der Ankunft der Nonnen noch vorhanden waren, doch ist davon auszugehen, dass ihre Unterbringung gewährleistet war. Darüber hinaus boten die natürlichen Gegebenheiten die besten Voraussetzungen für die Eigenversorgung: Der Bach trieb die Klostermühle an, und der Wald bot nicht nur Bau- und Brennholz, sondern war auch für die Schweinemast von Bedeutung.

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pirituelles und kulturelles Zentrum Während der Reformation bekannten sich immer mehr Frauen zum lutherischen Glauben. Gemäß den Bestimmungen des Westfälischen Friedens ist Börstel daher heute ein evangelisches Stift, in dem zwei Kapitelplätze katholischen Stiftsdamen vorbehalten sind. Das Stift organisiert neben Vorträgen und Autorenlesungen im alten Kornspeicher auch Konzerte, die überwiegend in der Kirche stattfinden. Die mittelalterliche Kulisse des Stiftes verleiht den Veranstaltungen eine ganz besondere Atmosphäre. Zum Stift Börstel gehört eine Tagungsstätte, die in drei historischen Gebäuden über modern eingerichtete Seminarund Tagungsräume verfügt. Auf Wunsch


Tipp

Infos

Die „Alte Stifts-Schänke“ Börstel ist rund 200 Meter vom Stift entfernt. Sie befindet sich in einem Fachwerkhaus von 1881, das die Äbtissin von Düring erbauen ließ. Immer wieder kam es gegen den Willen des Stifts zum Ausschank alkoholischer Getränke, bis im Jahre 1910 der neue Pächter eine Konzession für Kaffee, Wein und Bier erhielt. Von 1934 bis 1974 war im Haus auch eine Poststelle untergebracht. 1984 wurde es zum Restaurant ausgebaut, und seit 1990 gibt es fünf Hotelzimmer in der „Alten Stifts-Schänke“. Auf dem Speiseplan stehen neben selbstgebackenem Brot und Kuchen auch Forellen aus dem eigenen Teich. Zu bestimmten Terminen wird ein Brunch mit Führung durch das Stift angeboten.

Besichtigung: Außenbesichtigung: jederzeit, ausführliche Beschilderung Innenbesichtigung der Kirche und des Stiftsmuseums: nur in Verbindung mit einer Führung Bitte auf dem Parkplatz gegenüber der Stiftseinfahrt parken.

„Alte Stifts-Schänke“ Sabine Warzeska & Gerard Ramakers Börstel 9 49626 Berge Tel.: 0 54 35 / 4 18 März-Okt.: Di-Fr ab 14.30 Uhr, Sa u. So ab 11 Uhr (im Juli und Aug. Di-So ab 12 Uhr) Nov.-Febr.: Fr-So ab 11 Uhr

kann auch im Speicher getagt werden. Wer länger bleiben möchte, kann in der Tagungsstätte, der „Alten Stifts-Schänke“ oder in den ländlich-rustikalen Gästehäusern des Stifts übernachten. Diese werden gerne von Schulen, Jugendgruppen oder Reittouristen angemietet.

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as alte Mauern erzählen Zu den Besonderheiten der heutigen Klosteranlage gehört die Stiftskirche aus dem 13. Jh., die im Stil der norddeutschen Backsteingotik erbaut worden ist. Sehenswert ist der Kircheninnenraum, der sich in eine Unterkirche, einen höher gelegenen Chorbereich und eine Nonnenempore unterteilt. In der niedrigen, gewölbten Unterkirche fanden einst die Laien und Dienstleute ihren Platz. Heute befinden sich hier noch einfache Bohlenbänke ohne Rückenlehne, die vermutlich aus dem 13. Jh. stammen. Von der Unterkirche blickt der Besucher auf den erhöhten Chor mit dem barocken Altarbereich. Auffällig ist der in rötlichem Ton gemalte Wandteppich, in den eine Sakramentsnische eingelassen ist. Darin befindet sich die vom Oldenburger Grafen gestiftete Skulptur der thronenden Maria aus der Zeit um 1230, die erst im 20. Jh bei Restaurierungsarbeiten wieder aufgetaucht ist. Man hatte sie zur Zeit des Dreißigjährigen Krieges eingemauert und dann vergessen. Vom Chor aus gelangt der Besucher über eine schmale Treppe zu der schmuckvoll ausgestalteten Nonnenempore, die sich über der Unterkirche befindet. Unter dem Chor liegt der Raum, der Teil der ursprünglichen Wehranlage war. Dieser ist als Andachtsraum ausgebaut und nur von außen zugänglich. Zu der Klosteranlage gehören verschiedene Wohn- und Wirtschaftsgebäude, eine erst 1856 erbaute Abtei und eine Sägemühle. Wer mehr über die Geschichte des Klosters, die Funktionen der einzelnen Gebäude und das Klosterleben erfahren möchte, sollte das Stiftsmuseum besuchen, das im angrenzenden Klostergebäude über dem Kreuzgang eingerichtet ist. Besucher können die Stiftskirche und das Museum im Rahmen einer Führung besichtigen.

Führung: Kirche und Stiftsmuseum, auf Wunsch auch Außenanlagen, Apr.-Okt., Sa um 11, 15 und 16 Uhr, So u. Feiertage 15 und 16 Uhr sowie auf Anfrage, Gruppen nach Anmeldung 3 € pro Pers., ab 20 Personen 2,50 € pro Pers., Schüler 1 €, Kinder unter 6 Jahre frei Konzerte: Kammerkonzerte: 5 Kirchenkonzerte im Sommer (MaiSept.), 10 € pro Pers. und 1 Konzert in der Abtei im Winter (Jan.), Eintritt = Spende Ausstellungen: Dauerausstellung zur über 750-jährigen Geschichte des Klosters im Stiftsmuseum, Öffnungszeiten s. o. Veranstaltungen: 5 Autorenlesungen und Vorträge im alten Kornspeicher, Okt.-Dez., Febr.-März Am Tag des offenen Denkmals können die Kirche, der Klosterinnenhof und der Kreuzgang besichtigt werden. Wöchentlich stattfindender Gottesdienst, So 11.30 Uhr (von Karfreitag bis Silvester) Besonderheiten: Tagungen im Speicher. Preise auf Anfrage, Tel.: 0 54 35 / 95 42-0 Tagungen, Vorträge und Seminare in der Tagungsstätte: a) ohne Übernachtung, mit Verpflegung b) mit Übernachtung und Verpflegung Preise auf Anfrage, Tel.: 0 54 61 / 32 30 und unter www.stift-boerstel.de Gastronomie: „Alte Stifts-Schänke“ (siehe Tipp) Übernachtung: Tagungsstätte: 9 EZ, 3 DZ, 5 App., für insgesamt 25 Personen, Preise auf Anfrage und auf der Internetseite, Buchung unter Tel.: 0 54 61 / 32 30 Stift: 3 Gästehäuser und 1Whg., Platz für insgesamt 46 Personen, für Selbstversorger, Preise auf Anfrage, Buchung unter Tel.: 0 54 35 / 95 42-0 Kontakt: Stift Börstel Äbtissin Britta Rook Börstel 1, 49626 Berge Tel.: 0 54 35 / 95 42-0, Fax: 0 54 35 / 95 42-19 E-Mail: info@stift-boerstel.de, www.stift-boerstel.de Tagungsstätte Stift Börstel Börstel 3, 49626 Berge Anfragen und Reservierungen c/o Superintendentur Bramsche, Frau Schröder Tel.: 0 54 61 / 32 30, Fax: 0 54 61 / 71 79-5

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Kloster Ohrbeck Haus Ohrbeck

Die große Kuppel von Ohrbeck Schon von weitem ist die große Kuppel der Klosterkirche in Holzhausen/Georgsmarienhütte zu sehen. Die Rundkirche des Franziskanerklosters Ohrbeck ist eine Seltenheit in der Region und lockt daher immer wieder Besucher an. Im Osnabrücker Land gibt es nur zwei Kirchen dieser Art: die St. Petruskirche in Gesmold und das Gotteshaus in Ohrbeck. Beim Betreten der modern eingerichteten Kirche fällt dem Besucher sofort das große Altarbild von Hermann Gottfried aus dem Jahre 1998 auf. Das Franziskanerkloster, die Rundkirche und Haus Ohrbeck wurden Anfang des 20. Jh. im neobarocken Stil erbaut. Heute ist Haus Ohrbeck eine anerkannte Heimvolkshochschule des Landes Niedersachsen, die im Bereich der Erwachsenenbildung tätig ist. Träger sind die Diözese Osnabrück und der Franziskanerorden.

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eminare, Vorträge und Foren Das ganze Jahr über bietet Haus Ohrbeck ein- bis mehrtägige und auch mehrwöchige Seminare aus den Bereichen „Spiri-

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tualität und Theologie“, „Persönlichkeitsbildung und berufliche Kompetenz“ sowie „Kultur und Lebensgestaltung“ an. Jedes Jahr finden zudem Vorträge und Foren zu einem aktuellen Schwerpunktthema statt.

Die Bildungsstätte möchte die Auseinandersetzung mit soziokulturellen und gesellschaftlichen Themen, aber auch mit der persönlichen, familiären und beruflichen Situation fördern. In den Seminaren geht es nicht um reine Wissensvermittlung, sondern um die dialogische Erarbeitung der verschiedenen Themen und um die Wahrnehmung des Menschen im Sinne eines christlichen Menschenbildes. Auch kreative Seminarformen spielen dabei eine Rolle. Wer ein Seminar verschenken möchte, kann dafür einen Gutschein erwerben.

Gastgruppen sind herzlich willkommen Für Veranstaltungen, Tagungen und Kongresse stellt Haus Ohrbeck seine Raum- und Arbeitsmöglichkeiten auch Gastgruppen zur Verfügung. Neben einer großen Aula und einem Vortragssaal gibt es mehrere Seminar- und Gruppenräume. Technische Geräte und alle für die Seminararbeit notwendigen Hilfsmittel sind vorhanden. Auf Wunsch ist das Team von Haus Ohrbeck auch bei der Organisation und der inhaltlichen Durchführung der Veranstaltungen sowie bei der Vermittlung von Referenten behilflich.


Infos Besichtigung: Außenbesichtigung: jederzeit Innenbesichtigung: Rundkirche täglich 8-18 Uhr Führung: Außenanlage, Kirche und verschiedene Räume der Bildungsstätte, Anmeldung unter Tel.: 0 54 01 / 336-34 Ausstellungen: Regelmäßige Wechselausstellungen, Infos unter www.haus-ohrbeck.de Veranstaltungen: Vorträge, Foren und Seminare

Tipp In der Nähe von Haus Ohrbeck (ca. 1 km) befindet sich die Gedenkstätte Augustaschacht, die an die Opfer des Nationalsozialismus im Osnabrücker Land erinnert. Der Augustaschacht ist ein denkmalgeschütztes Pumphaus. Während des Zweiten Weltkrieges richtete die Gestapo hier das Arbeitserziehungslager (AEL) Ohrbeck ein. Dieses KZ-ähnliche AEL diente zur Einschüchterung und Bestrafung von 2000 Zwangsarbeitern aus 18 Ländern. Nach dem 20. Juli 1944 wurden hier auch Gewerkschafter, Sozialdemokraten und Kommunisten aus Osnabrück und Umgebung interniert. Der Verein Gedenkstätte Augustaschacht zeigt in den ehemaligen Lagerräumen drei Ausstellungen: zur Geschichte des Ortes, zur Zwangsarbeit in der Region Osnabrück und zum Kriegsende im Osnabrücker Land. Diese können von Montags bis Freitags von 14-17 Uhr und Sonntags von 10-17 Uhr besucht werden. Führungen sind nach Voranmeldung ganzjährig möglich. Der Außenbereich ist jederzeit zugänglich: Info-Tafeln sowie Gedichte der niederländischen Künstlerin und ehemaligen Widerstandskämpferin Truus Menger erinnern hier an die Opfer von Kriegen und das Schicksal der Gestapo-Häftlinge. Ferner sind eine Installation und ein Mahnmal des Künstlers Volker Johannes Trieb zu besichtigen. Gedenkstätte Augustaschacht Zur Hüggelschlucht 49205 Hasbergen (Ortsteil Ohrbeck) Tel.: 0 54 05 / 895 92 70 info@augustaschacht.de www.augustaschacht.de

Lernen und leben in Haus Ohrbeck Seminarteilnehmer und Gastgruppen, die über einen längeren Zeitraum bleiben möchten, können in der Bildungsstätte übernachten. Es sind Unterbringungsmöglichkeiten für rund 100 Personen vorhanden. Für das leibliche Wohl sorgt die hauseigene Küche mit täglich vier Mahlzeiten. Jeder Gruppe steht ein eigener Freizeitraum zur Verfügung. Bei gutem Wetter kann auch am Gartenhaus gegrillt werden. Im „Garten der Sinne“ oder im Park können die Teilnehmer die Natur genießen. Für Wanderungen bie-

tet sich der Teutoburger Wald mit seinen zahlreichen Wanderwegen an. Auch Kulturliebhaber kommen auf ihre Kosten: Sie finden in der nahe gelegenen Stadt Osnabrück ein breites Angebot.

Besonderheiten: Eigenes Seminarangebot im Bereich der Fortund Weiterbildung Raum- und Arbeitsmöglichkeiten auch für Gastgruppen Technische Geräte und Arbeitsmittel sind vorhanden. Haus- und Seminargäste werden über die hauseigene Küche verpflegt, auch vegetarische Kost und Diätkost sind möglich, Preise auf Anfrage Übernachtung: 52 Einzelzimmer, davon 32 mit eigener Dusche und WC, sowie 26 Doppelzimmer mit Dusche und WC, Preise auf Anfrage Buchung unter Tel.: 05401 / 336-34 Das Haus ist weitgehend rollstuhlgerecht eingerichtet. Kontakt: Haus Ohrbeck Am Boberg 10 49124 Georgsmarienhütte Tel.: 0 54 01 / 336-0 Fax: 0 54 01 / 336-66 E-Mail: info@haus-ohrbeck.de www.haus-ohrbeck.de

Tourist-Information Stadt Georgsmarienhütte Oeseder Straße 85 49124 Georgsmarienhütte Tel.: 0 54 01 / 85 02 55 Fax: 0 54 01 / 85 04 48 E-Mail: info@georgsmarienhuette.de www.georgsmarienhuette.de

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Kloster Gravenhorst

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lostergeschichte(n) Wer mit der Äbtissin Oda in die Tiefen der Vergangenheit hinabsteigt, kann bei einer Reise durch die Jahrhunderte spannende Geschichten erleben. Bei flackerndem Kerzenschein erzählen Nonnen, Mägde und Beichtväter Begebenheiten aus ihrer Zeit im Kloster und bringen so manches, bisher verborgen Gebliebenes ans Licht. Die inszenierte Abendführung „Ferner Zeiten Licht“ ist nur eine der Klostergeschichten, die Besucher zusammen mit historischen Personen erleben können. Dienstmagd Miktrinken etwa weiß mit ihrem lockeren Mundwerk nicht nur einiges über die Schule der höheren Töchter zu berichten, sondern auch über die drohende Schließung des Klosters. Das ehemalige Zisterzienserinnenkloster wurde im Jahre 1256 von Konrad von Brochterbeck und seiner Frau Amalgardis von Budde gegründet. Ihre Tochter Oda war die erste Äbtissin des Konvents, dem in der Regel 10 bis 14 Frauen aus dem niederen Adel angehörten. Als die Reformbewegungen des 15. Jh. auch das Kloster Gravenhorst erreichten, blieb dieses zwar offiziell katholisch, doch lebten die Nonnen kaum noch in Klausur. Sie führten ihren eigenen Haushalt, empfingen Besuch von Freunden und Verwandten und verreisten sogar. Im Jahre 1543 wurden die Klausurbestimmungen offiziell aufgehoben. Die Zisterzienserinnen richteten im 18. Jh. eine Schule für höhere Töchter ein, in die Mädchen beider Konfessionen aufgenommen wurden. Einige der im Unterricht benutzten Bücher befinden sich noch heute in der Klosterbibliothek. Nach der Säkularisation 1803 wurde das Kloster unter weltlicher Herrschaft noch bis 1808 weitergeführt. 1811 aber mussten auch die letzten Nonnen das Kloster verlassen.

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enk-Mal-Atelier = DA In dem ehemaligen Kloster befindet sich seit 2004 das DA, Kunsthaus Kloster Gravenhorst. Der neue Kunstort ist ein

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Denk-Mal-Atelier, in dem aktuelle Kunst gezeigt und erfahren, über Kunst diskutiert und Kunst geschaffen wird. In Workshops, Sommerateliers, Ideenwerkstätten und offenen Kunstprojekten werden Kinder, Jugendliche und Erwachsene zum Mitdenken, Mitmachen und Miterleben eingeladen. Das Herzstück des Kunsthauses ist das Projektstipendium KunstKommunikation, bei dem kommunikative Kunstprojekte gefördert werden. Diese leben von Handlung und Laienbeteiligung und greifen gesellschaftsrelevante Themen auf. Dabei werden auch die Geschichte und die Umgebung des Klosters mit einbezogen. Neben wechselnden Ausstellungen, Installationen, Performances und Projekten zur regionalen, nationalen und internationalen Gegenwartskunst werden im DA auch kulturelle Veranstaltungen geboten. Inszenierte Führungen, Konzerte, Lesungen, Theateraufführungen und Feste wie der „Marktzauber“ laden Jung und Alt zu einem Besuch des ehemaligen Klosters ein. Im Klostercafé können Besucher selbstgebackene Kuchen und Brote sowie verschiedene saisonale Gerichte genießen. Die Sonnenterrasse im Innenhof und an den Gräften lädt zum Eisessen ein. Jeden Sonn- und Feiertag gibt es ein großes Frühstücksbuffet und wer möchte, kann sogar private Feste im Klostercafé ausrichten.

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acken, brauen und fischen Das einstige Kloster bietet mit der Kirche, den Konventgebäuden, der Mühle, dem Mühlteich sowie dem Back-


Tipp

Infos

Die Klostermühle Gravenhorst ist Teil der Hörsteler Mühlenroute, die acht Mühlenstandorte in und um Hörstel umfasst. An diesen Orten sind drei historische Wassermühlen und zwei Windmühlen (ohne Flügel) erhalten und z. T. zu besichtigen. Die ersten urkundlichen Belege zu Mühlen in der Stadt Hörstel reichen ins 13. Jahrhundert zurück, so wird die zum Kloster Gravenhorst gehörende Mühle in einer Urkunde des Grafen von Ravensberg 1262 erstmals erwähnt.

Besichtigung: Außenbesichtigung der Klosteranlage und der Kunstwerke im Außenraum: jederzeit Innenbesichtigung: Di-Sa 14-18 Uhr, So u. Feiertage 11-18 Uhr

Informationen zur Route und zu den Besichtungsmöglichkeiten und –zeiten: Touristinformation Hörstel Kalixtusstraße 6 48477 Hörstel-Riesenbeck Tel.: 0 54 54 / 911-112 Fax: 0 54 54 / 911-102 verkehrsverein@hoerstel.de www.hoerstel.de

und Brauhaus das Bild einer fast vollständig erhaltenen Anlage und ist damit einzigartig in der Region. Es zeigt sich, dass ein Zisterzienserkloster nicht nur ein spiritueller Ort, sondern immer auch eine Wirtschaftseinheit war. Ein kleiner Fluss versorgte das Kloster mit frischem Wasser, trieb die Mühle an und speiste den Fischteich. Brot und Bier dienten dem leiblichen Wohl und wurden selbst gemacht. Bei einer Themenführung können Besucher anhand beeindruckender Beispiele etwas über das ausgeklügelte System der Wasserversorgung und -entsorgung der Zisterzienserinnen erfahren. Archäologen haben bei Ausgrabungen im Westund Südflügel Wasserkanäle aus Sandbruchstein und ausgehöhlten Eichenstämmen entdeckt. Die heutige Mühle, das Müllerhaus sowie das Back- und Brauhaus stammen aus der zweiten Hälfte des 17. Jh. In der restaurierten Mühle erhalten Besucher einen Einblick in das Mühlenhandwerk und die Mühlentechnik.

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auliche Spuren verschiedener Epochen Die ehemalige Klosterkirche, eine frühgotische einschiffige Saalkirche mit geradem Chorabschluss, wurde 1280 vollendet. Anfang des 14. Jh. wurde mit der Errichtung der Klostergebäude begonnen, die im Laufe der Jahrhunderte immer wieder bauliche Veränderungen erfahren haben. So bieten vor allem der West- und der Südflügel des Klosters einen Querschnitt von der Gotik über die Renaissance bis zum Barock. Im Inneren und in den Außenwänden sind noch Reste mittelalterlicher Bausubstanz, z. B. Umrisse ehemaliger Maßwerkfenster erhalten. Besonders hervorzuheben ist der kreuzgratgewölbte Kapitelsaal im Westflügel, der ursprünglich der Wohn- und Arbeitsbereich der Nonnen war. Heute befindet sich hier ein großer Veranstaltungsraum für ca. 300 Personen. Der Südflügel, der einst die Klosterküche und das Refektorium umfasste, beherbergt heute das Foyer, kleinere Veranstaltungsräume und das Klostercafé. Im Obergeschoss gibt es Atelierräume und Appartements für die vor Ort schaffenden Künstler, Schüler- und Studentengruppen. Die ehemalige Klosteranlage am Fuße des Teutoburger Waldes ist mit ihren Gräften, Streuobstwiesen und historischen Brücken auch ein beliebtes Ausflugsziel für Familien, Wanderer und Radfahrer.

Führungen: Führungen zur Klostergeschichte und zur Kunst sowie inszenierte Schauspielführungen mit historischen Figuren: Oktober bis März jeden 1. und 3. Sonntag im Monat, 2 € pro Pers., Tel.: 0 54 59 / 91 46-0 Gruppenführungen: Alle Führungen sind nach Vereinbarung auch für Gruppen buchbar. April bis September jeden Sonntag, jeweils 15 Uhr (Änderungen vorbehalten), Anmeldung erforderlich, Tel.: 0 54 59 / 91 46-0 Führungen für Grundschulklassen und Kindergruppen Nach Vereinbarung, Tel.: 0 54 59 / 91 46-0 Für alle Führungen gilt: Max. 25 Teilnehmer pro Gruppe (Abendführung „Ferner Zeiten Licht“: 50 Teilnehmer), Treffpunkt: Foyer Konzerte: Im Sommer Konzerte im Klosterinnenhof zur Förderung der regionalen Musikkultur, Eintritt: 6 € bzw. 8 € pro Pers. Ausstellungen: Wechselnde Ausstellungen und Installationen, Performances und Projekte zur Gegenwartskunst im regionalen, nationalen und internationalen Kontext Veranstaltungen: „Marktzauber“ - Markt mit regionalen Produkten, traditionellem Handwerk und Kleinkunst Am Tag des offenen Denkmals ist das DA, Kunsthaus Kloster Gravenhorst geöffnet Besonderheiten: Nach Vereinbarung Vermietung für Tagungen, Vorträge und Seminare, Präsentationen und Empfänge, Firmenfeiern Tel.: 0 54 59 / 91 46-0 Gastronomie: „Klostercafé Gravenhorst“ mit Sonnenterrasse im Innenhof und an den Gräften Sommerzeit: Di-So und Feiertag ab 10 Uhr, Ende offen Winterzeit: Di-Sa ab 14 Uhr, Sonn- und Feiertag ab 10 Uhr Burkhard Altmann Tel.: 0 54 59 / 91 49 48, Fax: 0 54 59 / 91 47 49 E-Mail: info@klostercafe-gravenhorst.de www.klostercafe-gravenhorst.de Kalte und warme Gerichte, hausgemachte Kuchen und Brote, Kaffee- und Teespezialitäten, Eiskreationen Frühstücksbuffet, jeden Sonn- und Feiertag ab 10 Uhr Firmen- und Familienfeiern, Hochzeiten nach Absprache Übernachtung: Übernachtungsmöglichkeiten im Kloster für 15 bis 20 Künstler (einfache Mehrbettzimmer), im Rahmen von Kunstprojekten Kontakt: DA, Kunsthaus Kloster Gravenhorst Klosterstraße 10, 48477 Hörstel Bürozeiten: Mo-Fr 10-12 Uhr, Mo-Do 14-16 Uhr Tel.: 0 54 59 / 91 46 - 0, Fax: 0 54 59 / 91 46 - 30 E-Mail: da-kunsthaus@kreis-steinfurt.de www.da-kunsthaus.de Öffnungszeiten: Di-Sa 14-18 Uhr, So u. Feiertage 11-18 Uhr

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Willkommen zu einer Zeitreise durch eine jahrtausend alte Kulturlandschaft Lange bevor hier die Römer auf die Germanen trafen und Karl der Große Osnabrück gründete, ließen sich die ersten Siedler aus der Jungsteinzeit im Osnabrücker Land nieder. Heute kündet eine enorme Dichte an 5000 Jahre alten Großstein- oder Megalithgräbern eindrucksvoll von den Riten und Gebräuchen unserer Vorfahren. Später dann wurde europäische Geschichte geschrieben: In Bramsche-Kalkriese findet man das antike Schlachtfeld der berühmten Varusschlacht vom Jahre 9.n.Chr., auf dem Arminius die römischen Legionen bezwang. Ganz im Zeichen des Friedens stand hingegen das Jahr 1648, in dem der Westfälische Friede in Osnabrück geschlossen wurde und nach fünfjährigen Verhandlungen hier und in Münster dem Dreißigjährigen Krieg ein Ende setzte. Zahlreiche Burgen und Schlösser, Kirchen und Klöster, romanische Steinwerke, Wind- und Wassermühlen sowie historische Ortskerne setzen unverwechselbare Akzente. Ausgedehnte, schattige Laubwälder prägen die Landschaft und das Klima inmitten des UNESCO-Naturparks im Osnabrücker Land. Sein Markenzeichen ist die landschaftliche Vielfalt, wie sie sonst kein Naturpark in Deutschland zu bieten hat. 300 Millionen Jahre Erdgeschichte spiegeln sich hier wider, die 150 Mio. Jahre alten Saurierspuren in Bad Essen-Barkhausen sind die spektakulärsten Zeugen der Urzeit. Wer Wellness und Gesundheit in seinem Urlaub an die erste Stelle setzt, der ist in den Vitalbädern des Osnabrücker Landes genau richtig. Aus Thermal- und Solequellen bietet die Natur ihre gesundheitsfördernden Kräfte an. Die einzigartige Kulturlandschaft des Artlandes im Norden der Region ist durch die fruchtbaren Böden, welche die Hase hier abgelagert hat, entstanden. Hunderte denkmalgeschützte und reich verzierte Hofanlagen prägen die sanfte Parklandschaft. Für Wanderer und Radwanderer ist das Osnabrücker Land ein Eldorado. 2.500 km durch ein komfortables Leitsystem erschlossene Radwanderwege stehen zur Verfügung. Die Wanderwege reichen von kleinen Rundtouren bis zu Anschlüssen an europäische Fernwanderwege und motorisierte Entdecker nutzen gerne drei Auto-Ferienstraßen.

Königlicher Service: Alle Infos und aktuelle Nachrichten über die Schlösser und Burgen im Osnabrükker Land finden Sie im Internet unter www.osnabruecker-land.de Hier bieten wir Ihnen auch online sämtliche Übernachtungsmöglichkeiten und Kurzreisen, z.B. auf der Schlösser-Tour per Rad oder zu besonderen Events in historischen Gebäuden. Gerne steht Ihnen unser freundliches Service-Team unter der Tel.-Nr. 0541/9511195 zur Verfügung! Wir freuen uns auf Sie!

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Besonders übernachten im Osnabrücker Land Ob herrschaftlich in einem Schloss oder beschaulich in einem Kloster; im Osnabrücker Land finden Sie auch Übernachtungsangebote, die alles andere als alltäglich sind. > Das Schloss Hünnefeld, wo Sie im Café Rentei eine dänische Teestunde genießen und das private Museum der Familie besuchen können, bietet eine besondere Art von bed & breakfast an. > Im Schloss Eggermühlen haben Sie die Möglichkeit, Natur und das Flair des ehemaligen Rittergutes ganz ungezwungen und entspannt zu erleben. > Erfreuen Sie sich einer gastfreundlichen Zeit in einer ehemaligen Scheune auf Gut Sögeln. Übernachtungsgäste der liebevoll gestalteten Doppelzimmer finden hier Ruhe und einen charmanten Ausgangspunkt für Entdeckungstouren. > In den ehemaligen Zellen und Zimmern der Nonnen im Kloster Malgarten lässt es sich sehr komfortabel und wunderbar übernachten. Wer Ruhe sucht und sich zugleich von der Landschaft und den schönen Künsten inspirieren lassen will, ist hier goldrichtig aufgehoben. > Ruhig und beschaulich, wie es sich für ein Kloster gehört, liegt Stift Börstel mitten im Wald nahe dem Ort Berge bei Fürstenau. Lassen Sie sich von der Magie der Ruhe verzaubern und nächtigen Sie in dem wahrhaft malerischen Ort. Neugierig geworden? Informieren Sie sich bei unserem freundlichen Serviceteam, das für Sie passende Kurzreisen und spontane Wochenend-Trips garantiert finden, Ihre individuellen Wünsche erfüllen und unverzüglich buchen wird. Oder schauen Sie unter www.osnabruecker-land.de im Menü „Übernachten – Besonders übernachten“ nach.

Schlösser-Tour

Krone und Hermelinmantel können Sie getrost zu Hause lassen – Sie müssen kein König sein, um die Schlösser-Tour, die Sie durch ländliche Idylle, Wiesen und Felder und die Wälder des Wiehengebirges führt, erfahren zu können. Das Osnabrücker Land ist eine geschichtsträchtige Region und bietet schon seit Jahrhunderten „beste Wohnlage“. Auf dem 125 km langen, gut ausgeschilderten Radwanderweg liegen 16 stolze Burgen und Schlösser an denen Sie vorbeiradeln. Alle sind in Privatbesitz und einige können Sie besuchen. Schlosscafés oder Restaurants erwarten Sie auf der Schelenburg in Bissendorf-Schledehausen oder Schloss Hünnefeld in Bad Essen, wo zudem ein kleines Privatmuseum adelige Einblicke erlaubt. Reizvolle und weitläufige Gartenanlagen laden zum Besuch auf Schloss Ippenburg in Bad Essen ein und vielleicht kommen Sie ja rechtzeitig zu den Natur- und Jagdtagen auf Gut Ostenwalde vorbei?

Unser Tipp: Radeln Sie ein Wochenende „First Class auf der Schlösser-Tour“ und lassen Sie sich in Drei und Vier-Sterne-Hotels verwöhnen! Sind Sie auf den Geschmack gekommen? Lassen Sie sich von unserem kompetenten Serviceteam beraten!

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Culture & Castles Ein innovatives Konzept zur Denkmalsicherung setzt sich durch

Vergangenheit für die Zukunft bewahren „Herrschaftlich zu Gast“ – Unter diesem Motto wurden auf 14 Burgen, Schlössern und Herrensitzen im deutsch-niederländischen Grenzgebiet exklusive Übernachtungsmöglichkeiten geschaffen. Im Rahmen eines INTERREG IIIA Projektes der EUREGIO Gronau koordiniert der Schlösserverein Culture & Castles die organisatorischen Maßnahmen zur Erschließung der Anwesen. Dabei liegt dem Projekt das mit dem Tourismuspreis 2005 ausgezeichnete Konzept des Vereins zu Grunde: Die einmaligen historischen Gemäuer öffnen ihre Pforten und laden zu stilvollen Übernachtungen ein; die Einnahmen kommen wiederum dem Erhalt der wertvollen Anwesen zu Gute.

Das EUREGIO-Gebiet umfasst

Weitere geschichtsträchtige Anwesen

auf deutscher Seite das Münsterland, den Landkreis Grafschaft Bentheim, die Stadt und den Landkreis Osnabrück sowie Teile des südlichen Emslandes, auf niederländischer Seite die Regionen Twente und Achterhoek sowie Teile von Nordost-Overijssel und Südost-Drenthe.

in Deutschland, den Niederlanden, Belgien und Frankreich locken ebenfalls mit außergewöhnlichen B&B-Angeboten sowie als malerische Kulisse für Festlichkeiten aller Art und sind ideale Ausgangspunkte für Streifzüge durch die Region.

Informationen: Culture & Castles e.V. Mühlenstege 11 47546 Kalkar Tel. 02824 - 95 20 00 Fax: 02824 - 95 20 10 info@culture-castles.de www.culture-castles.de


Impressum: Herausgeber:

Tourismusverband Osnabrücker Land e. V. Krahnstraße 52/53, 49074 Osnabrück Tel.: 0541/95111-0, Fax: 0541/95111-22 team@tvosl.de, www.osnabruecker-land.de

Texte:

Bernadette Jongebloed, Bodo Gundelach

Redaktion und Koordination: Bodo Gundelach, Sabine Böhme Gestaltung:

middendorf grafik & design

Illustrationen:

Olaf Thielsch

Druck:

Druck- und Verlagshaus Fromm

Fotos:

sämtliche Copyrights der Abbildungen liegen beim Tourismusverband Osnabrücker Land e. V., dem Landkreis Osnabrück, allen beteiligten Objekteigentümern, Städten, Gemeinden und Samtgemeinden sowie den Fotografen Hartwig Wachsmann und Roger Witte

Einen herzlichen Dank an alle, die zum Gelingen dieser Broschüre beigetragen haben. Ein besonderer Dank gilt dem Landkreis Osnabrück, Regialog e.V. und dem Bischöflichen Generalvikariat Osnabrück für die gute Zusammenarbeit. Das Kulturprojekt „Zeitreise – Alte Schätze neu entdecken“ wurde gefördert durch die Stiftung der Sparkassen im Landkreis Osnabrück und wäre ohne diese Unterstützung nicht möglich gewesen. Gleiches gilt für das Engagement und die freundliche Kooperation des Initiativkreis Region Osnabrück e.V.. Alle Angaben sind nach bestem Wissen und Gewissen zusammengestellt. Für die Richtigkeit kann der Herausgeber jedoch nicht garantieren. Die Verwendung oder Reproduktion von Teilen dieser Broschüre in jedweder Form (Nachdruck, Kopie, Verwendung für elektronische Medien, etc.) ist untersagt. Insbesondere Fotos und Grafiken sind urheberrechtlich geschützt. 2. aktualisierte und erweiterte Auflage, Stand: Juli 2008


Tourismusverband Osnabr端cker Land www.osnabruecker-land.de

Osnabrücker Land - een reis door de tijd  

De brochure “Een reis door de tijd” nodigt de lezer uit, om in het Osnabrücker Land juwelen uit vervlogen tijden te gaan ontdekken. De regio...

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