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GAZETTE VERBRAUCHERMAGAZIN

Dezember 2017

Wilmersdorf Wilmersdorf · Schmargendorf · Grunewald · Halensee

Liebe Leserinnen, liebe Leser, langsam wird das Jahr nun alt, Kerzenschein im Blätterwald verheißt ruhige Weihnachtstage auf der Redaktions-Etage. Grafik- und Layout-Programm zünden sich ein Lichtlein an, sogar der Fehlerteufel schweigt, angesichts der Festtags-Zeit. „Danke“ sagen wir den Kunden, die „Stamm“ oder uns neu gefunden. Doch weh einem Verbraucherblatt, das keine treuen Leser hat! Ein dickes „Danke“ auch an sie, die teure Leserschaft, für die wir weiter uns Gedanken machen mit Themen, ernst oder zum Lachen. Wir wünschen frohe Weihnachtstage und – natürlich, keine Frage – sind wir auch weiter für Sie da. Bis bald im nächsten Neuen Jahr! Ihr Gazette Verbrauchermagazin GRATIS ZUM MITNEHMEN


2  |  Gazette Wilmersdorf  |  Dezember 2017

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WORT DES BEZIRKSBÜRGERMEISTERS

Gazette Wilmersdorf  |  Dezember Gazette Wilmersdorf | 122017  |  3 2017 | 3

Liebe Bürgerinnen und Bürger in Charlottenburg-Wilmersdorf! Am 28. November habe ich auf dem Joachimsthaler Platz gemeinsam mit der Senatorin breitenbach, Staatssekretär bunde und Geschäftsführer möller von der Wall GmbH die WeihnachtsReinhard Naumann beleuchtung für die City West gestartet. Damit beginnt für uns in Charlottenburg-Wilmersdorf die Adventszeit. es ist die zeit der Vorfreude auf Weihnachten und auf den Jahreswechsel – für viele die schönste zeit des Jahres. Wir überlegen, wie wir unseren Angehörigen eine Freude machen können und suchen Geschenke aus. In unserem bezirk laden Weihnachtsmärkte zum bummeln ein, unzählige Konzerte, basare und Veranstaltungen von Kirchengemeinden, sozialen und kulturellen einrichtungen, Vereinen und vielen anderen vermitteln weihnachtliche Stimmung und viele Geschäftsstraßen sind festlich beleuchtet.

Gedenkzeichen Unvergessen ist der Terroranschlag auf dem Weihnachtsmarkt rund um die Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche. Am 19. Dezember des vergangenen Jahres sind zwölf menschen getötet und zahlreiche weitere Personen teils schwer verletzt worden. Anteilnahme und betroffenheit über die Tat sind national und international nach wie vor groß. Auch wurde immer wieder der Wunsch nach einem dauerhaftem Gedenken geäußert.

Der vom Preisgericht gekürte entwurf sieht vor, dass ein Teil des bodens auf dem breitscheidplatz einen riss erhält und dieser durch eine goldfarbene Legierung aufgefüllt wird. Die Namen der Opfer und ihre Herkunftsländer werden auf der Vorderseite der Stufen vor der Kaiser-Wilhelm-Gedächtnis-Kirche zu lesen sein. Dieses individuelle Gedenken war insbesondere den Angehörigen wichtig, auch mir persönlich. Das Gedenkzeichen wird zum ersten Jahrestag am 19. Dezember offiziell eingeweiht.

an von Krieg und Terror geflüchtete menschen, die dringend Hilfe und Unterstützung für eine gelungene Integration brauchen. Ich freue mich sehr, dass viele bürgerinnen und bürger in Charlottenburg-Wilmersdorf diese Willkommenskultur weiterhin ganz selbstverständlich praktizieren und mit vielen Angeboten und vor allem mit ihrer menschlichen zuwendung engagiert helfen. mit dem Integrationspreis wollen wir solche beispiele der mitmenschlichkeit bekannt machen und zur Nachahmung anregen.

Integrationspreis

Kiezspaziergang

Am 18. Dezember werden wir im rathaus Charlottenburg zum sechsten mal den Integrationspreis für besondere Aktivitäten und Leistungen um das interkulturelle zusammenleben und die Förderung des Gemeinsinns im bezirk Charlottenburg-Wilmersdorf verleihen. Die Unterstützung und Fortentwicklung eines friedlichen und respektvollen miteinanders im bezirk steht dabei im mittelpunkt dieser ehrung. Das Preisgeld in Höhe von 1.500 euro wird je zur Hälfte vom bezirksamt und der bezirksverordnetenversammlung gestiftet. 1.000 euro sind für die Verleihung an Institutionen und Verbände sowie 500 euro an einzelpersonen vorgesehen. Neben dem Geldpreis wird auch eine Anerkennungsurkunde ausgehändigt. ziel meiner Politik ist es weiterhin, eine Willkommenskultur in unserem bezirk zu fördern, die sich einerseits an tatkräftige Unternehmerinnen und Unternehmer, die hier Arbeitsplätze schaffen, richtet, andererseits aber auch

mein Stellvertreter Carsten engelmann wird Sie beim nächsten Kiezspaziergang am 9. Dezember begrüßen und durch einen Teil Wilmersdorfs führen. Treffpunkt ist der südöstliche Ausgang des U-bahnhofs berliner Straße um 14 Uhr. Durch die Prinzregentenstraße geht es zur musikschule City West und entlang der Kleingartenanlange „Am Stadtpark“ richtung Volkspark Wilmersdorf. Sie gehen dann an der Jugendverkehrsschule vorbei über die bundesallee zum Pflegestützpunkt Wilmersdorf und zum Seniorenzentrum Werner bockelmann und weiter zum Schoeler-Schlösschen. Der Kiezspaziergang endet in der Schwedischen Kirche in der Landhausstraße. Die Teilnahme ist wie immer kostenfrei. Alle Interessierten sind willkommen. Informationen über die bisherigen Kiezspaziergänge finden Sie im Internet unter www. kiezspaziergaenge.de.

unserem bezirk für die bürgerinnen und bürger das ganze Jahr über einsetzen, dabei immer zuverlässig und hilfsbereit sind und oft auch schwierige Situationen zu bewältigen haben. Vor allem Feuerwehrleute und Polizeibedienstete sowie die beschäftigten im Gesundheitswesen müssen immer einsatzbereit sein und leisten einen oft schwierigen Dienst für uns alle. Ich bin froh, dass wir uns auf sie verlassen können. Aber auch den mitarbeiterinnen und mitarbeitern unserer bezirksverwaltung danke ich sehr herzlich. Unsere Gesellschaft würde ohne ihren Dienst nicht funktionieren, und ich finde, dass es an der zeit ist für eine bessere Kultur der Wertschätzung gegenüber dem im Öffentlichen Dienst Geleisteten. Abschließend danke ich Ihnen, den bürgerinnen und bürgern, für Ihren ehrenamtlichen einsatz für das Gemeinwohl, sei es in Vereinen, anderen Organisationen oder ganz individuell. Sie übernehmen Verantwortung und fragen nicht, was Sie dafür bekommen. Herzlichen Dank! Für Ihre Anregungen, Lob und Kritik bin ich für Sie erreichbar unter naumann@ charlottenburg-wilmersdorf.de. mit allen guten Wünschen für eine friedvolle Advents- und Weihnachtszeit und ein glückliches Neues Jahr 2018 grüßt Sie herzlich Ihr

Danke! Ich möchte mich an dieser Stelle bei allen bedanken, die sich in

reinhard Naumann


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Sizilianische Vesper hinter Altberliner Mauern Pointen & Pasta im Queens 45 BC Dinner-Shows erfreuen sich steigender Beliebtheit. Besondere Leckerbissen auf diesem Gebiet, die Leib und Seele auf ihre Kosten kommen lassen, offeriert die im Stil der 20er-Jahre gehaltene Eventlocation Queens 45 BC in Westend. In ihrem Ballsaal mit Bühne, der als einer der wenigen noch erhaltenen Ballsäle Berlins gilt, bieten die Betreiber Matthias und Samantha Epp nun seit Kurzem auch öffentliche Veranstaltungen, die leichte Unterhaltung mit dem passenden Speisenangebot verbinden.

Oh Dio Mio! An den Start ging dort jetzt die Dinner-Musicalkomödie „Oh Dio Mio!“, zum Hinhören und –sehen mit einer „himmlischen Portion Italien“. Leicht verdaulich bringt der Medien- und Bühnen-Allrounder Claudio Maniscalco als Autor, Songtexter, Produzent und Hauptdarsteller diese Italo-Show

auf die Bühne, wobei ihm als talentierte Beiköche bühnenbekannte Ensemble-Mitglieder mit

einer guten Portion ihres italienischen Temperaments zur Seite stehen.

Da fristet der ins sizilianische Pellegrino zwangsversetzte Padre Paolo (Maniscalco) dort seine Tage und begegnet seiner Jugendliebe Peppina (Pascale Camele) wieder. Er, der zum Thema Zölibat mit dem obersten Herrn (Helmut Krauss, Synchronstimme des „Paten“) in steter Diskussion steht, gerät nun in einen quälenden Konflikt: da ist einerseits sein Glaube, andererseits aber auch sein Gefühl, das in drängt, vom rechten Weg abzukommen. Und gerade Peppina ist es, die den Padre in Versuchung

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Gazette Wilmersdorf  |  Dezember 2017  |  5 führen will. Doch der macht es ihr nicht leicht, ans Ziel zu kommen. So schlüpft sie in unterschiedlichste Kostüme und umgarnt ihn als männermordendes blondes Bardot-Kiki-Abbild, als im Dirndl naiv-sexy verführerische Schweizer Köchin und als Nonne, die nur zu gerne den Habit abwirft, um Paolo mit strassfunkeldem Body zu umgarnen. Auch als 80er-Jahre-Girl setzt sie ihm und seinem Gauben zu. Doch da ist auch noch der „Vizestellvertretende Stellvertreter“ Giuseppe (Santiago Ziesmer), der mit seinem watschelnden Entengang seine Frau Isabella (Susanna Capurso) zur Verzweiflung bringt und so gar nicht ihrem Wunschbild des feurigen Italieners entspricht. – Dass sie nicht kochen kann, fällt da wenig ins Gewicht. Nur ein Glück, dass sich beide lieben und auch ein Herz für den Padre haben! Mit einem Augenzwinkern Richtung Zölibat ist Claudio Maniscalco nach seinem preisgekrönten „La Famiglia“ ein weiteres amüsant-liebevoll bis ins Detail inszeniertes Stück gelungen, das mit neuen wohlklingenden Melodien, lebendigen Tanzszenen und farbenfrohen Kostümen einfach nur gute Laune macht und das Publikum damit ansteckt. Dabei ergänzen sich alle Darsteller musikalisch und tänzerisch zur harmonischen Spieleinheit. Susanna Capurso und Santiago Ziesmer – seit vielen Jahren erfahrene Bühnen-Partner von den Kammerspielen bis zum

Damals war´s: In den Charlottenburger Festsälen tobte das Leben… Schlosspark Theater – legen da mit viel komödiantischem Geschick einen heißen Tango auf´s Bühnenparkett, und Pascale Camele und Claudio Maniscalco überzeugen mit demselben italienischem Charme und vielseitigen Können, mit dem sie im Theater des Westens Musical-Geschichte schrieben. Hervorzuheben ist auch die Life-Begleitung durch das Cannoli Quartett, das im Hintergrund mit seinen Instrumenten die musikalischen Fäden in der Hand hält. „Sie alle haben zum Erfolg des Stückes beigetragen und Ideen beigesteuert“, betont Maniscalco, der das mit viel Witz und Schwung produzierte Stück, zu dem ihn der Klassiker „Don Camillo und Peppone“ inspirierte, innerhalb von 1 ½ Jahren auf die Bühnen brachte. Neben den Abenden im Queens 45 BC (am 17., 21.,

28., 29. Dezember 2017 und am 20. Januar, 24. Februar, 30. März und 28. April 2018) geht das Ensemble mit der Musikkomödie ab Februar 2018 im Raum Hannover auf Tournee.

Buon Appetito Musik und gute Laune machen hungrig. Samantha Epp, ausgebildete Eventmanagerin und Hotelfachfrau, und ihrem Vater Matthias, Caterer und „Herr“ der Küche, gelingt mit ihrem freundlichen Team die Leistung, das themen-

bezogene, in die Spielhandlung eingebundene Drei-Gang-Menü fast gleichzeitig für die rund 200 Gäste appetitlich und heiß (!) auf die Tische des Großen Saals zu bringen, die eingedeckt in den italienischen Landesfarben das Motto des Abends aufgreifen. Antipasti, Pasta und Panna cotta kommen gut an, die Getränkepreise sind zivil, der Ticket-Preis von 49 Euro inklusiv Menü ist es auch. 20er-Jahre-schwarzweiß-Fotos an den Wänden – darunter lebensgroß Marlene Dietrich – funkelnde Kronleuchter, Rokokocharme, Champagnerbar und blau-rote Lichtinstallation schaffen zusammen mit dem flexiblen Raumkonzept eine besondere Atmosphäre, die für Hochzeiten ebenso passend ist wie für Galas und Tagungen. Umfangreiche Lichtund Tontechnik machen auch die Bühne vielseitig nutzbar. Für kleinere Veranstaltungen gibt es daneben den „Grünen Salon“, der mit Tageslicht und Platz für bis zu 65 Personen als V.I.P.-Raum oder Loungebereich genutzt werden kann. Rustikaler präsentiert sich da die „Destille“, die sich mit urigem

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6  |  Gazette Wilmersdorf  |  Dezember 2017 Tresenbereich und dem klassisch schwarz-weißem Fliesenmuster für kleinere Feiern und Geburtstage Platz für bis zu 100 Personen bietet. Eyecatcher bereits im Eingangs- und Garderobenbereich sind die umfangreiche Bildergalerie der 20er und 30er-Jahre sowie die aufwendigen Holzeinbauten.

Geschichte des Queens 45 BC Im Berlin der 20er und 30er-Jahren prägten über 200 Ballhäuser und Tanzpaläste das Berliner Bild, in denen sich bei Tanz, Revue und Kabarett das Publikum mit rauschenden Festen vergnügte. – Zu ihnen gehörten auch die Charlottenburger Festsäle, das spätere Queens 45 BC. Ende 1990 erstand in den ehemaligen Räumen der Charlottenberger Festsäle in der Königin-Elisabeth-Straße 45 das „Ballhaus Casanova“ auf, das ursprünglich in den 20er-Jahren an der Schöneberger Lutherstraße 22 in den einstigen Räumen der legendären „Scala“ von sich reden gemacht hatte. Der Investor Achmed Raouf renovierte die Räume aufwendig und baute sie um, inklusiv Kegelbahn.

Nach der Vorstellung (v.l.n.r.): Samantha Epp, Santiago Ziesmer, Pascale Camele, Susanna Capurso, Claudio Maniscalco, Matthias Epp.  Fotos Lorenz/Queens 45/maniscalco entertainment produktion

Der Große Saal heute.

Seit Mai 2000 wird das „Queens 45 BC“ als exklusive Eventlocation geführt. Matthias Epp war bereits als Haus-Caterer der Location länger verbunden, bevor er zusammen mit seiner Tochter Samantha vor acht Jahren auch ihr Betreiber wurde. In dem eingespielten Vater-Tochter-Team liegt das Wirkungsfeld des Vaters eher in der Küche und im technischen Bereich, während seine Tochter Ansprechpartnerin

Matthias Epp in Schürze aus der Küche, um den Schauspielern noch ein wenig Gesellschaft zu leisten und über den vergangenen Abend zu plaudern. – Hier, in einem der traditionsreichen und erhaltenswerten Säle Berlins, von denen es immer weniger geben wird. Informationen, Termine und Veranstaltungsprogramm unter www.queens45.de und www.­ italo-shows.de  Jacqueline Lorenz

für alle Fragen rund um den Veranstaltungsbereich ist. Diese besondere familiäre Atmosphäre ist es wohl auch, die dafür verantwortlich ist, dass die erst kürzlich gestarteten öffentlichen Veranstaltungen der Location vom Publikum so gut angenommen werden: da ist Samantha Epp für Gäste und Künstler stets präsent, und nach der Show setzen sich die Künstler auch mal zum Publikum an den Tisch. Später dann kommt

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Gazette Wilmersdorf  |  Dezember 2017  |  7

Der Edelfant radelt durch Westend

MierendorffInsel

Weihnachtsmarkt an der Preußenallee

Der etwas andere Weihnachtsmann – Edelfant Jochen besucht den Weihnachtsmarkt in Westend. Foto: Family & Friends e. V. Am 3. Adventswochenende wird an der Preußenallee in Westend gefeiert. Zwischen Marathonund Badenallee locken weih-

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Am 17. November unterzeichneten Stadtentwicklungsstadtrat Oliver Schruoffeneger, die ­G ASAG-Vorstandsvorsitzende Vera Gäde-Butzlaff und G ­ ASAG Solution Plus-Geschäftsführer Frank Mattat Rathaus Charlottenburg den Vertrag des Kooperationsprojektes „Energetische Sanierung der Mierendorff-Insel“. Erstmalig schließen ein Berliner Bezirk und ein Energiedienstleister einen Kooperationsvertrag, um ein nachhaltiges Quartierskonzept in Berlin zu entwickeln. 2018 starten ­GASAG und der Bezirk Charlottenburg-Wilmersdorf ein Projekt zur energetischen Sanierung der Mierendorff-Insel. Mit seinen rund 14.000 Einwohnern und der vielfältigen Mischung aus Gewerbe, Wohnen, öffentlichen Institutionen und Grünflächen eignet sich das Gebiet besonders gut als wegweisendes Modellprojekt für eine erfolgreiche Energiewende in Berlin.

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Denn was innen, das ist außen Retrospektive Emil Cimiotti im Georg Kolbe Museum Der Bildhauer Emil Cimiotti (*1927) prägte die Kunst der Nachkriegszeit im Westen Deutschlands als Pionier der Abstraktion. 1959 und 1964 waren seine Werke auf der Documenta in Kassel, 1958 und 1960 auf der Biennale in Venedig vertreten. Seither wurden sie weltweit auf bedeutenden Ausstellungen gezeigt und fanden an prominenten Plätzen im öf-

Krater, 1997, Bronze, 50 x 100 x 50 cm, Privatbesitz Hamburg. Archiv Emil Cimiotti

fentlichen Raum Aufstellung. Seine direkt in Wachs aufgebauten Arbeiten, die über das Ausschmelzverfahren zum Bronze-Unikat führen, zeigen Formprozesse, die zunächst der Plastik im Informel neue Ausdrucksmöglichkeiten eröffnen. Ab den 1960er-Jahren verließ der Künstler bewusst diese fluiden Szenarien und gelangte zu Figurationen, deren Einzelformen ans Groteske grenzen. In den 1970er- und 1980er-Jahren kam es zu figürlichen Assoziationen. Unbekümmert überspielte Cimiotti die damals noch immer

verhärteten Fronten von abstrakter und gegenständlicher Kunst. Die aktuelle Ausstellung bietet einen Gesamtüberblick über Cimiottis Schaffen der letzten 60 Jahre. Gezeigt werden rund 30 Plastiken, zahlreiche Zeichnungen und eine Auswahl von jüngst im Atelier in Hedwigsburg entstandene Papierreliefs. Georg Kolbe Museum, Sensburger Allee 25 14055  Berlin, www.georg-kolbe-museum. de. Geöffnet ist täglich von 10 bis18 Uhr, die Ausstellung ist bis 28. Januar 2018 zu sehen.

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Gazette Wilmersdorf  |  Dezember 2017  |  9

Grundstein für neues VolksbankVerwaltungsgebäude gelegt

Erinnerungs­ skulptur wird saniert Wie die Seniorenvertretung von Charlottenburg-Wilmersdorf mitteilt, soll die Erinnerungsskulptur an der Bundesallee / Spichernstraße saniert werden. Schon mehrfach war der Zustand der Skulptur, die den Leidensweg Rosa Luxemburgs symbolisieren soll, Thema in den früheren Senioren-Bezirksversammlungen gewesen. Die durch Wind und Wetter beschädigte, vor sich hin rostende Plastik ließ die erwähnte Symbolik nicht mehr erkennen. Nach langem Streit im Bezirksamt über die Zuständigkeit und die notwendigen finanziellen Aufwendungen konnte die zuständige Stadträtin Schmitt-Schmelz endlich bekannt geben, dass alle offenen Fragen geklärt sind, der in Tel Aviv lebende Künstler eine zustimmende Erklärung gegenüber der Kulturstadträtin abgegeben hat und mit der Sanierung begonnen wird.

Am 15. November wurde der Grundstein für das neue Verwaltungsgebäudes der Berliner Volksbank eG an der Ecke Bundesallee und Nachodstraße gelegt. Das neue Zentrale der Berliner Volksbank eG im „Quartier Bundesallee“ in der City West wird Ende 2019 fertiggestellt. Auf dem rund 7.500  Quadratmeter großen Grundstück stand zuvor ein Bürogebäude aus den Siebzigerjahren, in dem zuerst das Arbeitsamt und später das Jobcenter untergebracht waren. Das alte Gebäude ist bereits komplett abgetragen. Der Baubeginn war 2016, wobei zwei Geschäftsgebäude bereits von der Berliner Volksbank gekauft wurden. Der Bürokomplex, in dem sich das neue Verwaltungsgebäude der Berliner Volksbank befinden wird, besteht aus zwei Bauteilen mit einer Gesamtnutzfläche von rund 15.140  qm. Das Gebäude erfüllt höchste Ansprüche in den

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Die Berliner Volksbank eG wurde 1946 gegründet. Mit rund 171.000 Mitgliedern und einer Bilanzsumme von 12,4 Mrd. Euro im Jahr 2016 ist sie eine der größten regionalen Genossenschaftsbanken in Deutschland. Gemäß ihrem genossenschaftlichen Förderauftrag versteht sie sich insbesondere als Partner des gewerblichen Mittelstandes in der Region Berlin und Brandenburg.

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Feiertage mit internationalem Flair Weihnachtsgastfamilien gesucht Die gemeinnützige Austauschorganisation Experiment e. V. vermittelt seit über 50 Jahren in Kooperation mit dem Auswärtigen Amt international Studierende für jeweils ein bis zwei Wochen in Gastfamilien in Deutschland. Der beliebteste Termin für dieses Austauschprogramm ist jedes Jahr die Zeit über Weihnachten und Silvester. Der Aufenthalt ermöglicht den Studierenden, die Feiertage im Kreise einer Familie statt allein oder in einem Studentenwohnheim zu verbringen. Die jungen Erwachsenen, unter anderem aus China, Indien, Tunesien und Syrien, freuen sich sehr darauf, die feierliche Atmosphäre mitzuerleben und sich mit ihrer Gastfamilie auszutauschen. Auch in Berlin werden nun Gastfamilien gesucht. Wer außerge-

wöhnliche Feiertage mit internationalem Flair erleben möchte, kann sich in der Geschäftsstelle von Experiment e. V. bei Miriam Mentel melden (☎ 0228-9572224, E-Mail: mentel@experiment-ev. de). Zudem vermittelt Experiment e. V. ab Februar Schülerinnen und Schüler aus aller Welt, die fünf bis elf Monate in Deutschland bleiben möchten. Die Jugendlichen sind zwischen 15 und 18 Jahren alt und kommen zum Beispiel aus Brasilien, China und Italien. Gastfamilie kann jeder werden – egal ob alleine oder als Großfamilie, egal ob in der Stadt oder auf dem Land. Wichtig sind Humor, Neugier und Toleranz sowie die Bereitschaft, sich auf einen anderen Menschen einzulassen. Weitere Informationen gibt es unter www.experiment-ev.de/ gastfreundlich.

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Rackow-Schulen feiern 150-jähriges Bestehen Am 17. November wurde das 150-jährige Bestehen der Rackow-Schulen im Hotel Waldorf Astoria Berlin gefeiert. Als älteste noch existierende private Wirtschafts- und Handelsschule Deutschlands feiert die Rackow-Schule Berlin ihr 150-jähriges Bestehen. Die Schule wurde am 27.  November 1867 von August Rackow als Akademie für Kalligraphie und Handels-Wissenschaft gegründet – 25  Jahre vor Entstehen eines privaten und öffentlichen Handels- und Berufsschulwesens. August Rackow kann zudem als Schöpfer des schulmäßigen Klassenunterrichts für Erwachsene bezeichnet werden. 1906 wurde für die Lehrbücher der Rackowschen Lernmethode ein eigener Verlag gegründet. Bis 1911 wurden 13 Rackow-Schulen gegründet: Insgesamt drei in Berlin, zwei in Dresden und je eine in Frankfurt am Main, Hamburg, Hannover, Bremen, Köln, Leipzig, Magdeburg

und Stettin. Gründer sind zwei Töchter und vier Söhne August Rackows. Die Rackow-Schule Berlin war über mehrere Jahrzehnte die größte Privatschule Deutschlands und wurde 1934 um eine Sprachschule mit Intensivkursen in Englisch, Französisch und Spanisch erweitert. Heute gehören zur Berliner Rackow-Schule die Standorte Frankfurt am Main, Schwedt an der Oder und Schwerin, in denen ein breites Spektrum an kaufmännischen Kursen angeboten wird. Schulabgänger haben die Möglichkeit, die allgemeine Fachhochschulreife zu erlangen, einen Beruf wie beispielsweise den des staatlich geprüften kaufmännischen Assistenten zu erlernen oder die Höhere Handelsschule zu besuchen. Erwachsene können sich in der modularen kaufmännischen Qualifizierung oder in Umschulungen etwa zu Bürokaufleuten oder Kaufleuten im Groß- und Außenhandel aus- und weiterbilden.

Art Déco, Jugendstil und mehr bei Art Flagey Lebensart und Leichtigkeit liegen in der Luft: Kunstsammler und alle Freunde schöner Dinge haben eine neue Anlaufstelle. Die Klarheit des Art Déco und die Verspieltheit des Jugendstils ziehen viele Menschen in ihren Bann. Allerdings sind die Leuchten, Vasen, Silber, Gemälde und vieles andere mehr aus Belgien und Frankreich in Berlin Neuland. Das ändert sich jetzt, denn seit dem 1. Dezember ist Ursula Bausch mit Art Flagey, ihrem Kunsthandel in der Hektorstraße 4 für Sie da. Der gemütlich eingerichtete Ausstellungsraum gibt den ausgestellten Objekten Platz – hier können Sie die Kunstgegenstände in Ruhe auf sich wirken lassen. Das Ambiente lädt zum Austausch unter Kunstfreunden ein, eine offene Atmosphäre für alle, die Schönes zu schätzen wissen. Ursula Bausch ist seit über 30 Jahren leidenschaftliche Kunstsammlerin und hat diese Leidenschaft nun zum Beruf gemacht. In den vielen Jahren, die sie in Belgien verbrachte, lernte sie die belgischen und französischen Künstler und Manufakturen schätzen und lieben. Die Eleganz und Lebensfreude, die die dekorativen Objekte ausstrahlen, verleihen jedem Raum eine besondere Note. Das Sortiment konzentriert sich vor allem auf Gegenstände aus dem Art Déco und Art Nouveau, hierzulande unter Jugendstil ein Begriff. Darunter Leuchten von Muller Frères und Degué aus Frankreich, Silber von Wolfers und

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Wiskemann aus Belgien, Christofle und Puifocat aus Frankreich, aber auch Georg Jensen und WMF. Schneider Vasen von Le Verre Francais aus Frankreich, Glas von Val-Saint Lambert aus Belgien und Adolf Meyr‘s Neffe aus Deutschland; Porzellan von Limoges aus Frankreich, KPM und Hutschenreuther sowie Keramik von Boch Frères, Belgien und Longwy, Frankreich. Moderne Epochen sind ebenfalls vertreten. Kunst aus der Mitte des 19. Jahrhunderts kommt genauso zur Geltung wie Designstücke, die ihren Ursprung in den 1950er-Jahren in Italien und Deutschland haben. Mit sicherer Hand und liebevollem Blick fürs Detail präsentiert Ursula Bausch mit Gemälden und Grafiken einen weiteren Schwerpunkt. Auch diese stammen überwiegend aus Belgien und Frankreich. Für Ursula Bausch ist es eine Herzensangelegenheit, den bis dato hierzulande wenig bekannten Künstlern und Manufakturen eine Plattform zu bieten. Ihnen möchte die erfahrene Kunstsammlerin zu der Wertschätzung verhelfen, die sie woanders bereits erfahren. Erfahrene Kunstsammler sind genauso willkommen wie alle, die sich mit diesen Kunstrichtungen näher beschäftigen wollen oder das Außergewöhnliche suchen. Art Flagey ist Di – Sa von 15 bis 19.30 Uhr sowie nach Terminabsprache unter ☎ 0175-169 80 90 für Sie geöffnet. Zur Besichtung lädt Ursula Bausch sonntags von 14 – 17 Uhr ein.


Gazette Wilmersdorf  |  Dezember 2017  |  11

Gewünscht, aber nicht erwünscht? Tiere als Weihnachtsgeschenk – selten eine gute Idee Wenn es bellt und miaut unterm festlich geschmückten Weihnachtsbaum, bedeutet das zunächst strahlende Kinderaugen und zufriedene Gesichter bei Mama und Papa. Doch alle Jahre wieder platzen die Tierheime nach den Feiertagen aus allen Nähten. Sobald der letzte Lebkuchen verspeist und der Christbaum geplündert wurde, hält der Alltag Einzug in deutsche Wohnzimmer. Und mit ihm verfliegt oft auch schnell die erste Begeisterung über das neue Familienmitglied auf vier Pfoten. Tiere als Weihnachtsgeschenk – generell eine schlechte Idee? Pauschal lässt sich diese Frage nicht beantworten. Es gilt bereits im Vorfeld bestimmte Fragen zu klären, damit Freude nicht bald in Frust umschlägt und mit einem, im schlimmsten Fall, ausgesetzten Tier endet. Eltern sollten realistisch einschätzen, ob ihr Kind genug Reife und Pflichtgefühl

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ter, Impfen und Entwurmen sollte der Besitzer auch unerwartete Kosten wie bei plötzlicher Krankheit von Bello und Co. einkalkulieren. Potenzielle Tierbesitzer sollten also zunächst überlegen, ob überhaupt genug Geld zur Verfügung steht, um einen Vierbeiner angemessen versorgen

zu können. Als Grundvoraussetzung für ein harmonisches Miteinander muss die Chemie zwischen Zwei- und Vierbeiner unbedingt stimmen. Um dies zu klären, sollten mehrere Besuche beim Tierheim oder Züchter eingeplant werden, um bei Probe-, Gassigeh- und Schmusestunden sicherzustellen, dass das ausgewählte Tier charakterlich gut zur Familie passt. Dieser Umstand spricht natürlich eher gegen eine Spontanüberraschung an Heiligabend, schützt aber vor einem bösen Erwachen. Offene Fragen zum Wunschtier diskutiert die Familie im Idealfall gemeinsam und in großer Runde. Sobald alle Beteiligten auf einen Nenner kommen, steht dem Einzug des neuen, pelzigen Familienmitgliedes im Grunde nichts mehr im Wege. Damit alle lange Freude an Bello und Samtpfote haben, dürfen regelmäßige Checks beim Tierarzt nicht fehlen.


12  |  Gazette Wilmersdorf  |  Dezember 2017

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Was muss im Bezirk gegen Obdachlosigkeit getan werden? Die Bezirksverordnetenversammlung (BVV) diskutiert Schlafplätze unter Brücken und in Nischen, Zelte auf Brachen, immer mehr Bettler auf den Straßen und in öffentlichen Verkehrsmitteln. Das Elend und die Obdachlosigkeit nehmen in Berlin unübersehbar zu. Auch die Bezirksverordnetenversammlung (BVV) nimmt sich des Themas an. Informieren Sie sich hier über die Standpunkte der Parteien. Berlin

SPD-Fraktion

Obdachlosigkeit ist ein berlinweites Problem, keines was nur den Bezirk Charlottenburg-Wilmersdorf betrifft. In Berlin haben aktuell ca. 11.000 Menschen keinen festen Wohnsitz, was dazu führt, dass eine Lösung nur möglich ist, wenn sowohl der Senat als auch alle Bezirke gemeinsam an einem Strang ziehen. Denn nur mit der Arbeit von Streetworker*innen allein kann die Situation nicht bewältigt werden. Weitere Hilfe ist hier also dringend notwendig. Die SPD-Fraktion Charlottenburg-Wilmersdorf hat das Thema Obdachlosigkeit und das Problem der fehlenden Übernachtungsplätze deswegen frühzeitig aufgegriffen und im Bezirk thematisiert. Hier ist nun das Bezirksamt in Person des Sozialstadtrats aufgefordert, Lösungen zu finden, sich in ein gemeinsames Vorgehen der 12 Berliner Bezirke einzubringen und selber einen ausreichenden Beitrag zu leisten, um genügend Notübernachtungsplätze im Bezirk zu schaffen. Die ersten Weichenstellungen sind auf Landesebene vorgenommen worden: Zusätzliche Haushaltsmittel wurden freigegeben und ein Konzept zur Kältehilfe vorgelegt. Dieses muss nun umgesetzt werden. Norbert Wittke

CDU-Fraktion Die Zahl der Obdachlosen in Berlin und auch im City-Bezirk Charlottenburg-Wilmersdorf ist in den letzten Jahren stark angestiegen. Die Ursachen der Obdachlosigkeit sind vielfältig: von unverschuldeter wirtschaftlicher Not, häuslicher Gewalt und Suchtproblemen, Zuzug aus anderen Ländern aus wirtschaftlicher Not bis hin zur Weigerung, in festen Strukturen zu leben. Jedes dieser Probleme verlangt spezifische

Lösungen. Es muss in jedem Fall eine verstärkte psychosoziale Betreuung geben. Denn oft gehen mit der Obdachlosigkeit psychische Erkrankungen einher. Vor allem benötigen wir ein größeres Angebot an Wohnraum. Der Unmut der Berliner in Charlottenburg-Wilmersdorf und die Not der Betroffenen wachsen. Das kann Charlottenburg-Wilmersdorf alleine nicht lösen, dazu ist eine gesamtstädtische Steuerung der Unterbringung und Betreuung notwendig. Der erste Schritt wäre die nötigen Mittel in den Bezirks- und Landeshaushalt dafür auch einzustellen. Wir brauchen ein Konzept, um Obdachlosenunterkünfte mit einem einfachen Standard schnell zu bauen und die Betreuung der Obdachlosen zu intensivieren. Dringend ist ein zweiter Standort, wie die Bahnhofsmission, außerhalb unseres Bezirks notwendig. Karsten Sell

B‘90/Grünen-Fraktion Die Zahl der Obdachlosen steigt; das zeigen die Antworten auf unser Anfragen wie auch die Schätzungen der Träger der Kältehilfe Caritas, Diakonie und Stadtmission. Die genauen Zahlen sind unbekannt. Daher ist es ein Fortschritt, dass sich die rot-rot-grüne Koalition in Berlin darauf verständigt hat, genauere Zahlen zu erheben. Denn dann kann der konkrete Bedarf ermittelt werden. Um Obdachlosigkeit zu verhindern, bedarf es eines breiten Ansatzes. Denn es ist nicht nur die Herausforderung, die Obdachlosen auf einem immer knapperen Markt in Wohnungen unterzubringen. Es bedarf ebenso niedrigschwelliger Hilfen, wieder Fuß zu fassen im Leben. Hier ist die Wohnungslosenhilfe gefordert. Aber es muss mehr präventiv gearbeitet werden. Wenn verhindert werden kann, dass Menschen ihre Wohnung verlieren, ist viel erreicht. Es gilt, die Hemmschwellen abzubauen, die aufsuchende Hilfe zu ertüchtigen, damit Menschen Hilfe bekommen, um den Wohnungsverlust zu verhindern. Für die Menschen ohne Obdach, die aus der Armut in Europa zu uns fliehen, sollten Mittel aus dem Europäischen Sozialfonds bereit stehen, um zum einen ihnen hier zu helfen und zum anderen die Armut in ihren

Herkunftsstaaten zu bekämpfen. Alexander Kaas Elias

FDP-Fraktion Kann man einen obdachlosen Menschen zwingen, Hilfe anzunehmen? Natürlich nicht. Auch bei der Wahl des Schlafplatzes zählt der freie Wille. Selbst wenn es bedeutet, dass der Mensch friert und die meisten von uns dies kaum nachvollziehen können. Insbesondere in der kalten Jahreszeit bleibt aber unsere Verpflichtung davon zu überzeugen, doch zumindest die Nächte im Warmen zu verbringen. Für diejenigen, die Hilfsangebote wahrnehmen wollen, ist dies aber nicht immer möglich. Wir kennen die Knappheit der Angebote im Bezirk, wo die Nachfrage größer ist als in anderen Teilen Berlins. Wir müssen Betroffenen Hilfe zur Selbsthilfe anbieten und dürfen trotz möglicher Ablehnung von Angeboten mit unseren Bemühungen nicht aufhören. Dabei darf es jedoch keine Verdrängungspolitik geben. Niemandem ist geholfen, wenn wir Konfliktsituationen nur von Unterführung zu Unterführung verschieben. Gleichzeitig können wir jedoch auch die Sorgen von Anwohnern nicht ignorieren, wenn aufgrund größerer Lagerplätze im Winter Vermüllung und Verwahrlosung zunehmen. Essentiell ist dabei die Hilfe der Träger der Angebote für obdachlose Menschen und der Kältehilfe. Den hauptamtlichen wie auch den vielen ehrenamtlichen Mitarbeitern dieser gilt unser ausdrücklicher Dank. Pascal Tschörtner Alternative für

Deutschland

AfD-Fraktion

Obdachlosigkeit ist ein komplexes Problem und kann nur mit gebündelten Maßnahmen bekämpft werden. Stichworte: bezahlbarer Wohnraum, Arbeitslosigkeit und Altersarmut. Jedem, der aus der Obdachlosigkeit herauswill, soll geholfen werden. Manche entscheiden sich aber auch für Obdachlosigkeit. Dies ist zu respektieren, jedoch nicht zu unterstützen. Das, was der Bezirk schon leistet, muss intensiviert werden. Politisch: Vernetzte Lösungskonzepte von Bezirken und Senat. Praktisch: Jetzt im Winter muss die Soforthilfe verbessert werden, indem man zusätzliche bedarfsge-

recht angepasste Kältehilfe-Plätze schafft; insbesondere sichere Plätze für Frauen bzw. Familien. Angebote der Sozialen Wohnhilfe sind auszubauen. Sozialarbeit ist gefragt, z.B. Fachpersonal für Alkoholentzug und für den Umgang mit typischen psychischen Auffälligkeiten. Die Interessen aller Bürger des Bezirks müssen gewahrt bleiben: wildes Campieren, Vermüllung, erhöhte Kriminalität sowie sonstige Ordnungswidrigkeiten sind nicht hinnehmbar. Auch müssen alle rechtlichen Mittel ausgeschöpft werden, um ausländische Obdachlose (gerade auch aus der EU) in ihre Heimatländer zurückzuführen. Aber auch ohne fremde Armutsmigration bleibt das Problem bestehen. Michael Seyfert

Linksfraktion Die Zahlen sind erschreckend: Tausende Menschen in Berlin sind obdachlos! Und dieses Schicksal kann jede*n treffen. Unsichere und schlechtbezahlte Jobs, befristete Arbeitsverhältnisse und ständig steigende Mieten, die keine Grenze nach oben kennen, sind fast immer die Ursache von Obdachlosigkeit. Hier muss unser Bezirk gemeinsam mit dem Land Berlin und anderen Bezirken ansetzen und zusammenarbeiten. Dazu gehören regelmäßiger Austausch zum Thema und die Erarbeitung und Umsetzung eines gesamtstädtischen Konzepts zur Kältehilfe und bei Angeboten der Sozialen Wohnhilfe in Strategiekonferenzen und direkt vor Ort. Aber auch die entschiedene, konsequente Bekämpfung von Finanzspekulationen und Gentrifizierung auf dem Wohnungsmarkt, die Einführung von Milieuschutzgebieten und daraus resultierende Ausübung des bezirklichen Vorkaufsrechts sowie die Deckelung von sozialverträglichen Mieten auf einem Niveau, dass diese auch jede*r wirklich bezahlen kann, sind solche politischen Instrumente. Darüber hinaus können ehrenamtliches Engagement von Berliner*innen bei der Kältehilfe oder bei der Bahnhofsmission auch direkt vor Ort Hilfe und Linderung für die von Obdachlosigkeit Betroffenen bringen. Sebastian Dieke

In jedem Kiez und auf allen Ebenen für Sie vor Ort!

CDU-FRAKTION CHARLOTTENBURG-WILMERSDORF

SPD-Fraktion in der Bezirksverordnetenversammlung Fraktionszvorsitzende: Constanze Röder

Otto-Suhr-Allee 100 | 10585 Berlin | Zimmer 229a Tel: 030/ 9029 14906 Fax: 030/ 9029 14904 www.cdu-fraktion-charlottenburg-wilmersdorf.de E-Mail: info@cdu-fraktion-charlottenburg-wilmersdorf.de


Gazette Wilmersdorf  |  Dezember 2017  |  15

Der Baum steckt voller Ideen Schöne Weihnachten schon im Advent Mit der Tradition haben sie es nicht so sehr – aber umso mehr mit den Trends: die jüngeren Käufergruppen haben den Weihnachtsbaum neu entdeckt! Statt Lametta – ohnehin schon seit Jahren aus Umweltgründen völlig out – Kugeln, Strohsternen und Kerzen blüht der Baum buchstäblich mit jungen und frischen Ideen auf. Und die Ergebnisse überraschen und inspirieren. Warum immer erst zum Heiligabend – das fragen sich immer mehr junge Familien und Singles. Sie nutzen den Baum schon früher, vielfach schon während der Adventszeit. Adventsbaum statt Adventskalender heißt das Motto: behangen mit kleinen Überraschungen für jeden Tag. Statt Türchen auf gilt dann Tütchen auf: in kleinen Falttütchen lassen sich originelle Kleinigkeiten bestens verstecken – mal was Süßes, mal was ganz Persönliches und vieles andere, mit dem sich

Freude schenken lässt. Kino- und Theaterkarten passen da ebenso hinein wie ein Gutschein oder eine Einladung zu einem vorweihnachtlichen Essen oder Glühwein.

Einer der Gründe für diesen Trend ist ein wachsender Überdruss an Kommerz und Stress in der Weihnachtszeit: persönliche Aufmerksamkeiten sind mehr wert

Adventsbaum statt Adventskalender – behangen mit kleinen Überraschungen für jeden Tag.

als große Geschenke, ist häufig zu hören. Und der Baum regt immer wieder alle zu neuen Ideen an. Stressfreie Advents- und Weihnachtstage stehen für viele heute ganz oben an: wer bereits den Baum zum Adventsbeginn einsetzt, kann sich lange Zeit daran erfreuen. Und wenn dann am Heiligabend der Baum zum Fest noch einmal neu geschmückt wird, geht es nahtlos in eine schöne Weihnacht. Freude schenken will auch der Tannenbaum: er ist allein zu diesem Zweck über 8 bis 10 Jahre gewachsen und ein echtes Naturprodukt. Apropos Natur: Selbst nach den Festtagen kann der Baum noch sinnvoll eingesetzt werden – einfach auf Balkon, Terrasse oder in den Garten stellen. Wenn er dann mit Meisenknödeln oder Futterringen behängt wird, finden die Vögel darin eine festliche Tafel. Auch das ist Freude schenken…

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Gazette Wilmersdorf ·  Dezember Nr. 12/2017 ·  37. Jahrgang Das Gazette Verbrauchermagazin erscheint monatlich in Wilmersdorf, Charlottenburg, Steglitz, Zehlendorf sowie Schöneberg & Friedenau. Verlag Gazette Verbrauchermagazin GmbH Badensche Str. 44 · 10715 Berlin · ☎ (030) 407 555 47 · www.gazette-berlin.de Redaktion Karl-Heinz Christ ·  redaktion@gazette-berlin.de Titelbild: Ruth Black / Fotolia Anzeigen Daniel Gottschalk · ☎ (030) 323 38 54 ·  anzeigen@gazette-berlin.de Druck Druckhaus Humburg · 28325 Bremen Nächste Ausgabe Januar Nr. 1/2018 Anzeigen-/Redaktionsschluss 18.12.2017 Erscheinung 04.01.2018

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Wenn an Silvester die Uhr zwölf schlägt Kuriose Traditionen am letzten Tag des Jahres Andere Länder, andere Sitten. Während man hierzulande in den letzten Minuten Sekt-Flaschen für den Raketenstart vorbereitet, steht in anderen Ländern alles im Zeichen der Traube. Wer an Silvester in die folgenden Länder reist, sollte diese Bräuche kennen: Spanier essen im Rhythmus des mitternächtlichen Glockenschlags je eine Traube während sie sich etwas für das kommende Jahr wünschen. Essen sie alle genau auf die Sekunde, erfüllt sich der Wunsch und das neue Jahr wird gut. Portugiesen tun es den Spaniern gleich. Um sicher zu gehen, dass das kommende Jahr wirklich ein gutes wird, werfen sie zusätzlich noch einen Schuh in die Luft. Ohne Schuh aber ebenfalls mit zwölf Trauben bringt es auch in Argentinien, Mexiko, Kolumbien und vielen anderen Ländern Lateinamerikas Neujahrsglück, die kleinen Früchtchen um zwölf zu verdrücken: Hier äußert man jedoch pro Traube einen Wunsch – zwölf insgesamt, für jeden kommenden Monat einen. In Russland müssen Urlauber in den letzten Sekunden noch einmal ihr Geschick unter Beweis stellen: Während von der Kreml-Glocke die letzten zwölf Schläge des alten Jahres ertönen,

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wird schnell ein Wunsch für das nächste Jahr auf ein Blatt Papier geschrieben, das Papier verbrannt und die Asche in ein Glas mit Champagner gefüllt. Der Wunsch erfüllt sich, wenn das Glas bis Punkt zwölf geleert wird. Silvester-Touristen, die sich in Brasilien in der Nähe des Meeres befinden, müssen hingegen über sieben Wellen springen und haben pro Welle einen Wunsch frei. Anhänger der Religionen wie Umbanda oder Candomblé bringen außerdem Opfergaben für Lemajá – die Göttin des Meeres. Während man in Frankreich, Norwegen und natürlich hierzulande um Punkt zwölf das Feuerwerk bestaunt, schnappt man sich in Dänemark schnell Stuhl, Couch und Co., um von oben in das neue Jahr zu springen. Die meisten Brasilianer verbringen den Silvesterabend ganz in weiß. Linsen im Essen bringen sowohl in Italien als auch in Russland Glück für das neue Jahr. An einigen Orten Argentiniens werden um Mitternacht übergroße Puppen verbrannt. Ein Zeichen, dass das Ende des Jahres naht: In Büros werden am letzten Arbeitstag Papierstücke aus dem Fenster geworfen.

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Gazette Wilmersdorf Nr. 12/2017  
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Dezember-Ausgabe der Gazette Wilmersdorf für Wilmersdorf, Schmargendorf, Grunewald und Halensee

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