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Ein Service des Gazette Verbrauchermagazins

Juni / Juli · Nr. 3/2017

Lichterfelde Osttra JOURNAL FÜR LICHTERFELDE OST UND UMGEBUNG

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Neue Spielplätze in Lichterfelde

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Es darf wieder getobt werden


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Es darf wieder getobt werden Neue Spielplätze in Lichterfelde

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m April wurde der neu gestaltete Spielplatz an der Goerz­allee/ Ecke Altdorfer Straße eröffnet. Der wegen Vandalismusschäden lange gesperrte Platz wurde rundum erneuert und steht nach Abschluss der Umbaumaßnahmen den Kindern wieder zur Verfügung. An der Gestaltung des Spielplatzes waren auch Kinder und Eltern aus dem Schweizer Viertel beteiligt sowie das Kinderund Jugendbüro KiJuB. Ein Teil des rund 2000 m² großen Spielplatzes steht unter dem Motto „Ballspiel und körperbetonte Spielangebote für ältere Kinder“. Auf dem neu geschaf-

Spielplatz an der Goerzallee / Ecke Altdorfer Straße.

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Lichterfelde Ost extra 3 fenen Bolzplatz kann während der Öffnungszeiten Fußball oder Basketball gespielt werden. In der Sandfläche fordert der große Spielturm mit der Röhrenrutsche die Kinder auf, ihn kletternd und hangelnd zu erobern. Eine Schaukel, Bodentrampoline und eine Tischtennisplatte ergänzen das Angebot. Die Kosten betragen rund 300.000 Euro. Auch auf dem neu gestalteten Spielplatz an der Curtiusstraße 14 darf nach einer halbjährigen Bauzeit wieder getobt werden. Die Eingrenzung der Spielbereiche ermöglicht ein differenziertes Angebot für alle Altersgruppen vom Kleinkindspiel mit Häuschen und Sandbackstelle, bis hin zur Kletterstrecke, Schaukeln und der wiederaufgebau-

ten Seilbahn. Die Spielan­gebote sind wie in einem Parcour in einer großen Sandspielfläche verbunden. Auf der „Sonnenseite“ laden Sitzbänke zum Verweilen ein. Das Bezirksamt Steglitz-Zehlendorf, Fachbereich Grünflächen, leitete als Bauherr und Eigentümer der 1920 m² großen Fläche die Umbaumaßnahme. Im Entwurf wurden die Ergebnisse aus einem Beteiligungsverfahren mit Kindern der BrentanoGrundschule, sowie Anwohnerinnen und Anwohnern umgesetzt. Die Baukosten betragen 253.000 Euro. Beide Spielplätze wurden mit Senatsgeldern aus dem Sondervermögen der Infrastruktur der wachsenden Stadt (SIWA) finanziert.  ◾

Impressum

Lichterfelde Ost extra

6. Jahrgang

Verlag Gazette Verbrauchermagazin GmbH, Badensche Str. 44, 10715 Berlin ☎ 030 / 844 933-0 Redaktion Karl-Heinz Christ extra@gazette-berlin.de Anzeigen Daniel Gottschalk, ☎ 030 / 323 38 54 d.gottschalk@gazette-berlin.de © Gazette Verbrauchermagazin GmbH Lichterfelde Ost extra erscheint alle zwei Monate am 1.2., 1.4., 1.6., 1.8., 1.10. und 1.12. eines Jahres. Nächste Ausgabe August/September Nr. 4/2017 Anzeigen-/Redaktionsschluss: 04.07.2017 Erscheinung: 01.08.2017 Liebe Leserinnen und Leser, wenn Sie Themen­wünsche oder -vorschläge haben oder selbst etwas aus dem Ortsteil beitragen möchten, freuen wir uns auf Ihre Anregungen.

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Letzte Ruhe in Lichterfelde

Auf dem Parkfriedhof liegen viele Prominente

Brunnentempel im Parkfriedhof.

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ögel zwitschern und hohe Bäume werfen ihre Schatten auf gepflegte Wege. Bis auf den fernen Straßenverkehr und den Gesang der Vögel ist es ruhig auf dem Parkfriedhof Lichterfelde, der zwischen 1908 und 1911 für die Bewohner der wachsenden Villenkolonie GroßLichterfelde angelegt wurde. Die Pläne für den Friedhof, der sich anfangs über eine Fläche von 8,5 Hektar erstreckte, stammten von dem Gartenarchitekten Friedrich Bauer. Für die Umset- Die Kapelle wurde von Ernst Petersen entworfen. zung war der damalige Gartenin- Herzstück des Friedhofs ist da- Die geschlängelten Wege durch spektor der Landgemeinde, Paul mals wie heute die Talwiese, de- den Baumbestand erinnern an Eschenbach, verantwortlich. Das ren Kern frei von Grabstätten ist. einen Waldspaziergang. Nach


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6 Lichterfelde Ost extra 1920, als Lichterfelde zum Teil Berlins wurde, stieg die Nachfrage nach Begräbnisstätten auf dem großzügig angelegten Friedhof. Sie wurde so groß, dass die Fläche nicht mehr ausreichte und erweitert werden musste. Die erste Erweiterung erfolgte in den Jahren 1927 und 1928 nach Plänen von Erwin Barth, die zweite im Jahr 1938. Auf den Flächen der letzten Erweiterung liegen die geschlossenen Begräbnisstätten der Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft. Ein Blickfang ist der sechssäulige Brunnentempel am Ende der Hauptachse, aber auch die Friedhofskapelle, die 1910 erbaut wurde, ist sehenswert. Der Architekt Ernst Petersen hatte das Gebäude geplant, das sich als massiver Steinbau mit dreibogiger Vorhalle und Turmfront präsentiert. Auf dem Parkfriedhof fanden viele Prominente ihre letzte Ruhestätte, darunter Armand Léon

Die letzte Ruhestätte des Botanikers Paul Ascherson mit rekonstruierter Büste. Das Original wurde 2012 gestohlen.

von Ardenne. Er selbst ist allerdings nicht so prominent wie die Romanfigur, für die er Vorbild war. Sein Duell mit dem Liebhaber seiner Ehefrau Elisabeth von Plotho und die anschließende Ehescheidung inspirierte den Schriftsteller Theodor Fontane zu seinem Roman „Effi Briest“, in dem Ardenne als Baron Geert von Instetten bekannt wurde. Außerdem ist er der Großvater

Gedenkstein für Gräfin Hedwig Rittberg, die den Hilfsschwesternverein gründete, der nach ihrem Tod dem Roten Kreuz angehörte. Ihr Grab liegt in Klein-Glienicke.

Urnengrabstätte Die Trauernde.

des Physikers Manfred von Ardenne. Auch Rudolf Beyendorff, der als „Vater von Lankwitz“ in die Geschichte einging sowie die Bakteriologin Lydia Rabinowitsch-Kemper, wurden hier begraben. Die Grabstätten von Architekt und Erfinder Gustav Lilienthal, Reichskanzler Kurt von Schleicher und Otto Dibelius sind als Ehrengräber der Stadt Berlin bis heute erhalten.  ◾


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Stramm stehen in Lichterfelde Kadetten, Schüler, Hitlers Leibstandarte – Ausstellung in der Schwartzschen Villa

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rnst blicken die Augen des jungen Kadetten in die Kamera. Felix von Eckardt besuchte von 1916 bis 1918 – im zarten Alter von 13 bis 15 Jahren – die Preußische Hauptkadettenanstalt in Lichterfelde und wurde auf eine Zukunft als Soldat vorbereitet. Die Ausstellung „Stramm stehen in Lichterfelde“ beleuchtet die Zeit der Hauptkadettenanstalt, aber auch die spätere Nutzung des Areals, das während der Weimarer Republik als staatliche Bildungsanstalt diente. 1933 wurde die sogenannte Polizeigruppe Wecke z.b.V. an der Finckensteinallee stationiert, die anfangs aus 418 Angehörigen der Schutzpolizei bestand. Nach ihrem Auszug zog die Leibstandarte SS „Adolf Hitler“ in die Kasernen. Nach Ende des Zweiten Weltkriegs wurden hier zunächst Soldaten der Roten Armee untergebracht, auf sie folgte die US-Army, die hier ihre Andrew-Barracks einrichtete.

Portrait des Kadetten Felix von Eckardt. Foto: Konrad-Adenauer-Stiftung, Medienarchiv

Blockade der Andrew-Barracks durch Demonstranten im Jahr 1983.  Foto: Kristina Eriksson

Die Ausstellung informiert über die Baugeschichte der Hauptkadettenanstalt, die eng mit dem Schicksal des „Vaters“ von GroßLichterfelde, Johann Anton von Carstenn verknüpft ist. Zudem werden die Lebensläufe der Kadetten Felix von Eckardt und Ernst von Salomon dargestellt. Der Bogen spannt sich über die unterschiedlichen Nutzungen bis in die heutige Zeit, in der sich das Bundesarchiv auf dem früher militärisch genutzten Gelände befindet.

Am Sonntag, den 2. Juli um 11  Uhr wird eine Führung mit Armin Woy angeboten, in der die verschiedenen Themenbereiche erläutert werden. Die Ausstellung „Stramm stehen in Lichterfelde“ wird noch bis zum 3.  September gezeigt. Ort: Schwartzsche Villa, Galerie, Grunewaldstraße 55, 12165 Berlin. Öffnungszeiten: Di – So 10 – 18 Uhr. Veranstalter ist das Kulturamt Steglitz-Zehlendorf. Der Eintritt ist frei.  ◾

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Ansicht um 1910.

Ein Heim für unverheiratete Töchter verstorbener Beamten Das Rotherstift in Lichterfelde wurde 1898 eingeweiht

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ie Rolle von Preußens Frauen in der Oberschicht war festgelegt: Ihre Aufgabe war es, auf einen Mann zu warten und zu heiraten, um dann Kinder zu bekommen. Eine Berufstätigkeit war für sie nicht denkbar. Unverheiratete Frauen stellten für ihre Familien ein Problem dar, da sie mit versorgt werden mussten. Wenn die Familienväter verstarben, drohte ihren älteren, unverheirateten Töchtern eine ungewisse Zukunft ohne Ernährer. Der preußische Staatsminister Christian Rother wollte gegen dieses Problem vorgehen. Er war von 1820 bis 1848 Chef der 1772 gegründeten preußischen Seehandlung, die das Monopol

Das Hauptgebäude des Rotherstifts ist äußerlich unverändert erhalten.


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für den Salzhandel innehatte und im Laufe der Jahrzehnte zum unabhängigen Kredit- und Handelsinstitut des Staates geworden war. Zusätzlich verwaltete die Seehandlung das preußische Leihamt. Er gründete 1842 das erste Haus des Rotherstifts, das damals noch am Halleschen Tor lag. 1895 wurde das dortige Haus samt Grundstück verkauft, da sein Wert mittlerweile um das Hundertfache gestiegen war. Mit den Mitteln konnte das heute noch existierende imposante Gebäude in Lichterfelde erbaut werden. Das Gebäude erinnert an ein Kloster. Das kommt nicht von ungefähr, denn tatsächlich wurde der Königliche Baurat Alfred Körner vom brandenburgischen Kloster Chorin inspiriert. Seit 1992 ist das Rotherstift mit seinen drei dreigeschossigen Häusern als Baudenkmal einge-

tragen. In dem Haus in der Kommandantenstraße/Ecke Friedrichstraße konnten 45 Töchter verstorbener Beamter und Offiziere wohnen. Den Frauen wurde eine Rente ausgezahlt. Der Erste Weltkrieg führte zum

Detailreiche Verzierung an der Fassade des Rotherstifts.

Verlust eines großen Teils des Stiftungsvermögens. Doch durch Grundstücksverkäufe bekam die Stiftung die Mittel, ihre Arbeit fortzusetzen. Unter der Regierung der Nationalsozia-

listen wurde es verboten, dass Frauen jüdischer Abstammung im Stift wohnten. Nach dem Zweiten Weltkrieg mussten die Frauen im Stift in beengten Verhältnissen leben. Amerikanische Truppen besetzten die Gebäude des Rotherstifts und die Stiftsbewohnerinnen mussten in eines der Häuser ziehen. Anstelle von je einer Wohnung pro Bewohnerin mussten sich zwei Frauen eine Wohnung teilen, was natürlich zu Spannungen führte. In der Nachkriegszeit war der Andrang im Stift groß, die Mittel wurden jedoch immer weniger. Die Grundstücke des Stifts mussten nach und nach verkauft werden und schließlich ging das Stift in das Eigentum des Beamten-Wohnungs-Vereins zu Berlin über. Heute können hier Männer und Frauen gleichermaßen wohnen.  ◾


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Seniorenchor Steglitz e. V.



Foto: Seniorenchor Steglitz e. V.

Ein Sängerkreis, der sich hören lassen kann

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ie 65 singenden Damen und Herren des Seniorenchor Steglitz beweisen an diesem Freitagvormittag einmal mehr, dass reifere Stimmen mindestens genauso viel Klangkraft besitzen können wie jüngere. Im vom Bezirk gestellten Probenraum im Club Steglitz am Selerweg 18-22 sind die Hobbysän-

ger – eine bunte Mischung aus ehemaligen Musiklehrern, Hobbymusikern und begeisterten Gesangsliebhabern – wie jede Woche zur gemeinsamen Chorprobe zusammengekommen, um zwischen 10 und 12 Uhr mit viel Freude und Konzentration an der Vervollkommnung ihres Gesangsprogrammes zu arbei-

ten. Vierstimmig, mit Sopran, Alt, Tenor und Bass tönt da Mendelssohns „Frühlingslied“ hell in den trüben Vormittag und vertreibt den Winterblues. Mit jedem Ton des stimmstarken Chores wird deutlicher, wie viel Spaß die zwischen 63 und 87 Lebensjahre zählenden Mitglieder am Singen und Erarbeiten alter und neuer

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Lichterfelde Ost extra 11 Volkslieder, romantischer Chorsätze, geistlicher Werke, aber auch Musical- und Operettenmelodien haben. Auch der ein oder andere Popsong und Evergreen hat dabei seinen festen Platz im rund 220 Titel umfassenden Repertoire gefunden, von „A la Nanita Nana“ bis „Zur Feier“. Bei dieser Bandbreite ist es kaum verwunderlich, dass um die 18 öffentliche Auftritte pro Jahr keine Seltenheit sind.

Gerne und richtig singen Zum Einsingen klang es im Kanon durch den Raum: „Chorsingen ist Diktatur, da ist von Demokratie keine Spur, die Sänger singen immer nur, was der Chorleiter will, ganz stur, ganz stur.“ Doch ganz so streng nimmt es Chorleiterin Maria Grimm dann doch nicht, die Vorschläge neuer Gesangsstücke gerne von den Chormitgliedern annimmt, auch wenn sie dann letztendlich die Entscheidung über die Aufnahme ins Programm trifft. Die Professionalität des Hobby-Chores ist nicht zuletzt ihr zu verdanken, die sie seit 2008 auf einer durch ihren Vorgänger Peter Augst ge-

Singen macht Spaß – besonders wenn es gut klingt.

schaffenen soliden Grundlage aufbauen kann. Die Korrepetitorin, die u. a. durch ihre Assistenz der Leitung des Studiochor Berlin und des Rundfunk-Kinderchor Berlin sowie als Dozentin für Musik an der Berliner Schule für Schauspiel reichlich Erfahrung besitzt, widmet sich mit viel Einfühlungsvermögen den reiferen Stimmen des Seniorenchores, so dass der Spaß neben dem notwendigen Probenernst nicht zu kurz kommt und gute Stimmung garantiert ist. Sie erklärt: „Auch wenn die Mitglieder hobbymäßig singen,

etwas Stimmtechnik muss sein und tut den Stimmen im Alter gut. Sie sollen gerne, aber auch richtig singen.“ Maria Grimm bietet den Sängerinnen und Sängern manche Herausforderung, die diese motiviert annehmen: Beispielsweise, wenn es darum geht, spanisch, französisch, englisch, lateinisch oder russisch zu singen und anspruchsvollere Stücke einzustudieren. Auf der alljährlichen Chorfahrt nach Zinnowitz steht daher das intensive Einstudieren neuer Werke für die Sommer- und Weihnachtskonzerte an erster Stelle, etwa acht

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Noten geben Sicherheit.

Titel kommen pro Jahr zum Repertoire dazu, sogar sechs- und acht-stimmig gesungene waren schon darunter. Daraus resultiert das für einen Hobby-Chor recht hohe Niveau des Sängerkreises. Und so korrigiert die Chorleiterin auch an diesem Vormittag beim „Frühlingslied“, aufmerksam, ohne dabei aber das Loben zu vergessen. „Schöne Linien singen, fließen lassen! Ihr Lieben, die Schöpfung nicht runtersacken lassen! Breite Vokale – ja, so ist es ein schöner Klang. Wie schreibt man „will“ ? – Mit „ü“? “ Alle lachen, finden aber schnell wieder zur konzentrierten Probenarbeit zurück. „Unsere Chorleiterin hebt auch den ältesten Jahrgang aufs Fahrrad und ist ein Musterbeispiel an Geduld“, betont schmunzelnd Hansjörg Gärtner, Bass sowie langjähriges Chor- und Gründungsmitglied. Als ehemaliger Handelsvertreter unterstützt er mit viel Geschick den Vereinsvorstand in der Akquise, wenn es darum geht, neue Auftritte zu organisieren, Interessierte ins Chor-Boot zu holen und den Seniorenchor in der Öffentlichkeit

Chorleiterin Maria Grimm hört jeden Fehler und korrigiert geduldig.

noch bekannter zu machen. Den Vorstand weiß er mit seinem ehrenamtlichen Vorsitzenden Peter Bubolz und der 2. Vorsitzenden Ruth Radtke engagiert hinter sich. „Es bedarf einer umfangreichen und durchdachten Logistik, um alle Chortermine und –Mitglieder unter einen Hut zu bringen“, erklärt Bubolz, tiefer Bass, der seit acht Jahren dabei ist, die Gemeinschaft und als Betriebswirt auch die Vereinsfinanzen im Auge behält. Aus den Vereinsbeiträgen – der Mitgliedsbeitrag pro Monat liegt bei 10.- Euro – und aus Auftritts-Gagen werden das Honorar für die Chorleiterin, die Zinnowitz-Busanreise und gesponserte Auftritte bestritten. In Berliner Senioreneinrichtungen, Nachbarschaftstreffs, Zoo, Tierpark, und Britzer Garten hat der Seniorenchor Steglitz seine Stammhörer, und die Sommerund Weihnachtskonzerte mit ihrem vielseitigen Programm sind inzwischen ein Muss für das musikbegeisterte Publikum. Der trübe Probenvormittag endet für die Chormitglieder schließlich mit Meeresrauschen: das Chanson „La Mer“ weckt

Sommergefühle und begleitet die Chorsängerinnen und –Sänger noch ein gutes Stück auf ihrem Nachhauseweg.

Mitsingen erwünscht Auf seinem Weg zu weiteren erfolgreichen Auftritten und hin zu noch größerer Aufmerksamkeit in der Öffentlichkeit sind dem Seniorenchor Steglitz neue Mitglieder herzlich willkommen. Besonders die Männerstimmen und der Alt freuen sich auf Verstärkung. Wer Freude am Singen hat und den richtigen Ton trifft, ist zur freitäglichen Chorprobe um 10 Uhr im Selerweg  18-22 eingeladen. Es erwartet ihn kein strenges Vorsingen, sondern Gleichgesinnte freuen sich auf ein potentielles neues Chormitglied. Wer den Chor aber „in Aktion“ erleben möchte, kann dies am 14. Juni 2017 im Britzer Garten sowie am 16. Juli 2017 um 11 Uhr auf der IGA in den „Gärten der Welt“ in Marzahn. Weitere Termine und Informationen unter www.­seniorenchorsteglitz. com. ◾  Jacqueline Lorenz


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Was lange währt…

Geburt der Talentschmiede YouKunst

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u den wenigen Bezirken, die keine Jugendkunstschule haben, gehörte lange Zeit der Bezirk SteglitzZehlendorf. Umso größer war die Freude, als im Mai 2016 endlich die Gründung mit der Unterzeichnung des Kooperationsvertrages zwischen Bezirksamt und Senat durch Oberschulrätin Marion Friebel und die damaligen Bezirksstadträtinnen Cerstin Richter-Kotowski und Christa Markl-Vieto besiegelt werden konnte, für die neue Bezirks-Jugendkunstschule Gründungsteam (v.l.) Cerstin Richter-Kotowski, Christa Markl-Vieto und Marion Friebel. „YouKunst“ auf dem Steglitzer Eichgarten 14. 1958 war die An- zeiteinrichtung eröffnet worden. Albert-Schweitzer-Campus Am lage ursprünglich als Jugendfrei- Wichtige Unterstützung erfährt

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14 Lichterfelde Ost extra das Projekt von den amtierenden Bezirksstadträten Carolina Böhm und Frank Mückisch. „Es ist unser Ziel, die Beste zu werden“, betonte Markl-Vieto damals. – Doch das braucht wohl seine Zeit, denn fast ein Jahr später findet noch immer kein Kunstbetrieb in den Räumen statt, die YouKunst liegt noch in den Wehen. Für die Handwerker bleibt einiges an Geburtshilfe zu tun, bis der zukünftige KunstCampus mit seinen Angeboten für Schülerinnen und Schüler seine Türen öffnen und seine neu geborene Talentschmiede präsentieren kann.

Geburtshelfer „Wir liegen in der Zeit und im Plan. Die Schadstoffsanierung ist abgeschlossen, die Container sind weg, jetzt läuft die Umbauphase“, erklärt Henning Harms zuversichtlich, der zusammen mit seiner Kollegin Bettina Tscheslog während der aktuellen Gründungsphase die Leitungsstelle der YouKunst innehat. Während er für die Oberschulen zuständig ist, betreut Bettina Tscheslog die Grundschulen. Die beiden Kunstpädagogen, die

auch als erfahrene Schulberater immer dicht an der Materie und der Lehrerfortbildung sind, haben das Konzept dazu in vielen Planungsstunden nach dem Berliner Modell engagiert entwickelt und gezielt Fach-Angebote für die Werkstätten erstellt: Denn ein Großteil der über 50 Bezirksschulen besitzt deutliche Defizite in handwerklicher und technischer Ausstattung. Die werden hier zukünftig an zentraler Stelle in einer Art „Talentschuppen“ aufgefangen, in dem Schüler Räume und Ausstattung finden, die sie in ihrer Schule vermissen und die ihnen im Schulalltag an diesem Ausweichort bessere Möglichkeiten zur kreativen Entfaltung bieten werden. Zweckgebunden finanziell unterstützt wird das Projekt vom Senat und aus dem Haushaltsetat des Bezirks. „Wichtig für einen dauerhaften Erfolg ist aber auch die gute Vernetzung, Kooperation und Zusammenarbeit mit den Schulen“, weiß Bettina Tscheslog, die – wie ihr Kollege – den politischen Auftrag, den sie aus dem Bezirksamt bekommen hat, sehr ernst nimmt: einen Ort der künstlerischen Möglichkeiten für Kinder und Jugendliche zu schaffen.

Badumbau für die Generation 50+

Dies zu realisieren, sind beide unterwegs, um viele Schulen mit diesem zukunftsweisenden bunten Angebot zu erreichen und dafür zu begeistern.

Raum für Kreativität Genügend Raum werden die Schülerinnen und Schüler während der Schulzeit dann in sechs überwiegend barrierefreien Gebäudeteilen des Campus finden, die jeweils einem Themenbereich gewidmet sind: So werden in der Werkstatt für Plastik und Keramik Gruppen mittlerer Größe Grundausstattung mit Brennofen vorfinden und den anschließenden Innenhof bei Bedarf mit nutzen. In der Holzwerkstatt nebenan wartet eine Ausstattung für Arbeiten im Bereich Architektur/Design-Modellbau. Werkzeuge für die Bearbeitung von Holz, Kappa-Platten und Pappen liegen bereit. Aber auch für Bewegungsfreude wird gesorgt sein: Da ist die lichtdurchflutete 95-Quadratmeter-Halle mit Spielfeld, Geräteraum und Sportmatten, in dem Tanz und sportliche Bewegung auf dem Programm stehen werden. Ebenerdig gelangt man von ihr in den


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großzügigen rund 1000 Quadratmeter großen Garten, der als Freiluftatelier schon heute vielfältige Ideen zur künstlerischen Nutzung weckt. Dazukommen soll eine Werkstatt, in der Druck-, Textil-, Mappen- und Digitales Atelier sowie ein Foto-Studio untergebracht sind. Und dann ist da noch der rund 240 Quadratmeter große, multifunktional von der Ausstellung bis zur Theaterveranstaltung nutzbare Theatersaal, ausgestattet mit Bühne, Parkett, Beleuchtungs- und Medienanlage. Gemeinsame Projekte unter Beteiligung aller sechs Werkstätte umzusetzen und einmal vielleicht sogar Schüler verschiedener Schulen zusammenbringen, das dürfte das reizvolle Ziel dieses Projektes sein.

Fotos Lorenz/YouKunst

Während der Vormittag überwiegend für Schulen und Künstler reserviert sein wird, werden die Nachmittage dem Freizeitbereich vorbehalten sein, in dem Schulen ebenso anzutreffen und willkommen sind wie Kinder aus dem Umkreis des Campus. Während der Ferien sind spannende Workshops für die Daheimgebliebenen geplant. Auch wenn in den Räumen des YouKunst Campus derzeit nur die Handwerker kreativ sein können, bereits während der Übergangsphase hat sich im Projekt einiges getan: An u. a. Pestalozzi-, Nord- und Beethoven-Schule fanden – auch in den Willkommensklassen – bereits Kurse mit Honorarkräften zu Themen wie Picasso, Ornamentik und Wand-

malerei statt, die viel Begeisterung weckten. Sie und weitere Honorarkräfte werden begleitend auch nach der Eröffnung am Eichgarten den Schülern künstlerisch und professionell zur Seite stehen. Kooperativ einbezogen in ihre Projekte werden von der YouKunst außerdem renommierte Kunsteinrichtungen wie beispielsweise das Kunsthaus Dahlem, das Brücke-Museum, das Museum Berggruen und der Botanische Garten. Dass dies – hoffentlich noch vor diesem Sommer – in den neuen Räumen des YouKunst Campus vervollkommnet und realisiert werden kann, nicht nur das wünschen sich Bettina Tscheslog und Henning Harms: Um die neugeborene YouKunst auf sichere Füße zu stellen, erhoffen sie sich für die Schülerinnen und Schüler eine sichere Co-Finanzierung durch das Bezirksamt sowie die Weiterführung des so erfolgreichen Berliner Modells – und eine weiterhin erfolgreiche Zusammenarbeit innerhalb ihres Netzwerks Schule. Weitere Informationen unter www.youkunst.de ◾  Jacqueline Lorenz

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Conny Fullerton und ihre Jungs.

1. FC Wacker 1921 Lankwitz e. V.

Ältester Fußballverein von Lankwitz töppt wacker auf die 100 zu

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rst um1880 gelangte der Fußballsport im Gepäck englischer Industrieller nach Deutschland. Bis er sich bei uns zum Volkssport entwickelt hatte, sollte es noch etliche Jahrzehnte dauern, bevor er sein inoffizielles Dasein in Turnvereinen offiziell machen durfte.

Einst… Bereits früh die Fußballschuhe bereitgestellt hat der Verein Wacker Lankwitz, als sich fußballbegeisterte Mitglieder am 1. August 1921 im Restaurant „Pilz“ an der Kaiser-Wilhelm-Straße aus der „Freien Turnerschaft“ loslösten und den Verein gründeten. Als Vereinsfarben wählten sie Grün-Weiß, gespielt wurde „Auf der Brake“ am Königsgraben und im Gemeindepark Lankwitz. Als Verein dem „Arbeiter, Turn- und Sportbund“ untergeordnet, wurde er nach der Machtübernahme Hitlers im Jahr 1933 verboten, sein Eigentum beschlagnahmt und erst nach Ende des Zweiten Weltkriegs wieder als

„Sportgruppe Lankwitz“ aus der Taufe gehoben. 1949 durfte er seinen herkömmlichen Namen wieder annehmen. Die Spieler trafen sich nun auf dem Preußengelände im Gemeindepark und auf dem Polizei-Gelände an der Gallwitzallee. Im Jahr 1952 schließlich erhielt der Verein in der Seydlitzstraße eine eigene Spielfläche. Sechs Jahre später folgte der Umzug auf den heutigen Platz an der Gallwitzallee 146, der damals noch ein richtiger „Hartplatzacker“ war. Auch sportlich ging es nun bergauf: Viele Staffelmeisterschaften und Aufstiege sind in Erinnerung geblieben, besonders aber die Endspielteilnahme der 1.B-Junioren um die Berliner Meisterschaft in der Saison 1965/66. Die Pokalendspielteilnahme der 1.A in der Saison 1971/72 und der 3.Herren 1990 und 1996 setzte die Erfolgsreihe fort, die 1992 als Höhepunkt den Pokalsieg der Jungligamannschaft feiern konnte. Viel zu erzählen aus diesen Tagen weiß Klaus Bergmann, ältestes Vereinsmitglied, und seit 70 Jahren dabei.


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…und heute Spielfreude, sportliche Erfolgserlebnisse und besonders der Gemeinschaftssinn stehen auch heute noch ganz vorne im Verein, dessen 1. Vorsitzender Gerhard Rotter ist. Den inzwischen rund 650 Mitgliedern werden auf dem Kunstrasen und mit der Lichtanlage sehr gute Spielmöglichkeiten geboten. Erwachsene – auch über 60 noch aktiv – und Jugendliche halten sich dabei zahlenmäßig die Waage. Am Spielbetrieb, für den allein an den Wochenenden 12 Schiedsrichter im Einsatz sind, nehmen in der laufenden Saison 11 Seniorenmannschaften und 19 Juniorenmannschaften teil, die alle Altersbereiche abdecken. – Im Gegensatz zu früher sind heute auch Mädchen und Frauen zwischen 18 und 47 Jahren dabei. Thorsten Leuschel, Trainer bei den Frauen und 2.Jugendleiter, erklärt schmunzelnd: „Die Fußball-Frauen sind in allen Belangen feinfühliger als Männer, die dafür weniger nachtragend sind. Ich muss da als Trainer schon vorsichtig sein, was ich wie sage.“ Dabei begeistert ihn besonders das Temperament, mit

Mädels vor – auch im Fußball!

dem die jungen Frauen im Ballsport aufgehen. Auch geflüchtete Menschen, die oft vom „Straßenfußball“ erstaunliches Potential mitbringen, erhalten hier in der großen Fußballfamilie des Vereins die Möglichkeit, beitragsfrei und voll integriert Fußball zu spielen. Doch oft leben sie für eine viel zu kurze Zeit in ein und derselben Unterbringung und kommen in anderen Bezirken unter, so dass der gerade frisch aufgebaute Kontakt wieder ab-

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18 Lichterfelde Ost extra reißt, bevor er richtig beginnen konnte. Die Herzlichkeit, die im Verein herrscht, wird in Jürgens Casino zwischen Eis und Bockwurst ebenso wie auf dem Platz deutlich spürbar, in dem junge und alte Fußballfreunde zusammentreffen und ins Gespräch kommen, das sich nicht nur um Fußball dreht. An der einen Wand der Fanshop, für Fans und solche, die es werden wollen – alles in Grün-Weiß versteht sich, vom Wacker-Schal bis zur neu im Sortiment angebotenen College-Jacke. Gegenüber Pokale und Fotos von Fußballgenerationen, keiner wird vergessen, egal welcher Fußball-Generation er angehörte. Der Ton ist freundlich, die Jüngeren übernehmen ihn automatisch. Rücksicht zählt nicht nur im Spiel.

wacker dazugehören



Halbherzig läuft hier nichts. Da dem Verein allein der Sportplatz an der Gallwitzallee zur Verfügung steht und es keinen Platzwart gibt, ist logistische Weitsicht für den geregelten Spiel- und Trainingsbetrieb unverzichtbar. Gewährleistet wird der

Fotos: Clifford Fullerton/Lorenz

durch die stattliche Zahl an ehrenamtlichen Trainern, Betreuern und Helfern neben dem kontinuierlich im Sinne des Vereins arbeitenden Vorstand. Dabei wird Kinderschutz und Sorgfaltspflicht großgeschrieben: jeder Trainer, der mit Kindern

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Lichterfelde Ost extra 19 arbeitet, muss ein Führungszeugnis vorlegen, das alle vier Jahre aktualisiert wird. Regelmäßige Lehrgänge – auch für die Betreuer – sind ebenfalls selbstverständlich, um stets auf dem neuesten Wissensstand zu bleiben. Gemeinsame, auf eigene Kosten durchgeführte Renovierungs- und Aufräumungsarbeiten auf dem Vereinsgelände, aber auch unterschiedlichste Veranstaltungen schweißen zusätzlich zusammen. Im vierten Jahr dabei ist Conny Fullerton, die über ihre Söhne eher zufällig zum Fußball und in den Verein fand. Als lizensierte Mannschaftsbetreuerin des Nachwuchses Jahrgang 2006 (1.E), der zweimal wöchentlich trainiert, schätzt sie im Verein besonders das freundschaftliche, fast schon familiäre Miteinander und den Teamgeist. Als „Mutti für alles“, wie sie liebevoll genannt wird, ist sie Erst-Helferin, Seelsorgerin und Schiedsrichterin. Sie kümmert sich um die Pressearbeit des Vereins und war bis zum vorigen Jahr 2. Vereinsvorsitzende. Dieses Amt gab sie ab, „weil es einfach mit Familie zu viel wurde.“ „Leistung ist gut, aber Freude ist besser“, weiß Conny, die schnell

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mitbekommt, wenn ein Kind Kummer hat, der weit über den Fußball hinaus geht. Den Verein will sie auch weiterhin in seinem Ziel unterstützen, mithilfe des Fußballs Jugendliche von der Straße zu holen und ihnen ein sportliches Zuhause zu geben. Damit der sozialen Verantwortung nachzukommen und einen kleinen, aber wichtigen Beitrag für die Allgemeinheit zu leisten, liegt auch Conny am Herzen. Wer „Fußball in Aktion“ erleben möchte, kann das auf dem Wacker-Sportplatz an der Gallwitzallee am 8./9. Juli 2017 beim großen Turnier des Bezirkssportbundes, zu dem G-E-Mannschaften eingeladen werden. Dazu Spielstände und Leckeres von Grill und Büffet versprechen ein spannendes Wochenende für die ganze Familie. - Und vielleicht stimmt ja bald ein neues WackerMitglied in den Vereinsruf ein: „Wer sind wir? – Wacker Lankwitz, Wacker Lankwitz, Wacker Lankwitz Berlin – ein Team!“ Weitere Infos zu Verein und Mannschaften unter www.­wacker1921.de  ◾  Jacqueline Lorenz

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Steglitz-Zehlendorf auf gutem Weg Erfolgreicher Aufbruch Richtung Fairtrade Town

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ie Bezirksverordnetenversammlung (BVV) Steglitz-Zehlendorf hatte bereits im Oktober 2015 dem Bezirksamt vorgeschlagen, sich an der Kampagne für fairen Handel „Fairtrade Town“ zu beteiligen. Am 25. April 2017 kamen nun auf Einladung des Bezirksamtes im Rathaus Zehlendorf rund 30 interessierte Vertreter aus Bürgerschaft, Kirche und Politik zur Auftaktveranstaltung Richtung Fairtrade Town zusammen, wo zu Beginn die Inhalte der Kampagne vorgestellt wurden.

Wie kann der Bezirk Fairtrade Town werden? Um sich für diese besondere, erst einmal auf zwei Jahre angelegte Auszeichnung bewerben zu können, muss der Bezirk Steglitz-Zehlendorf fünf Kri-

terien erfüllen: • Zu Beginn muss ein Ratsbeschluss zur Unterstützung des fairen Handels verabschiedet werden. Begleitend werden in allen öffentlichen Sitzungen – und natürlich auch im Büro der Bürgermeisterin – Kaffee und ein weiteres Produkt aus fairem Handel angeboten. • Eine lokal gebildete Steuerungsgruppe mit mindestens drei Vertretern der Bereiche Zivilgesellschaft, Politik und Wirtschaft übernimmt dann auf dem Weg zur Fairtrade Town die Koordination von Aktivitäten im Bezirk. • Abgestimmt auf die Bezirks-Einwohnerzahl werden Fairtrade-Produkte im Sortiment von Einzelhandel, Gastronomie und Floristik angeboten. • Im Bereich Zivilgesellschaft – also in öffentlichen Einrichtungen wie Schulen, Vereinen und

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Lichterfelde Ost extra 21 Online-Artikeln, erfahren die Bewohner des Bezirks von den jeweiligen themenbezogenen Aktivitäten und Ereignissen vor Ort.

Faire Unterstützer Im Rahmen der Auftaktveranstaltung stellten sich zahlreiche Teilnehmer mit ihrem jeweiligen Engagement zum Thema Fairer Handel vor. So vertrat Frank Zelazny die genossenschaftliche Schülerfirma FairWear. Mithilfe der bezirklichen Partnerschulen Rudolf Steiner & Emil Molt werden die nachhaltig produzierten und fair gehandelten Textilprodukte – nach Wunsch bedruckte Taschen, T-Shirts und Hoodies – an Schul- und Aktionsständen

Kirchen – werden ebenfalls Produkte aus fairem Handel angeboten, außerdem werden im Rahmen weiterer Kampagnen Bildungsaktivitäten zu diesem Thema umgesetzt. • Aktive Öffentlichkeitsarbeit der Steuerungsgruppe sorgt für eine sinnvolle Außendarstellung der Kampagne. Über lokale Printmedien, aber auch durch die regelmäßige Veröffentlichung von

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in Berlin zu ebenfalls fairem Preis verkauft. Seine Hoffnung an die Kampagne erklärt Frank Zelazny so: „Wir erhoffen uns von der Kampagne einen signifikanten Beitrag zu einem wirklichen Umdenken in der Gesellschaft. Aber der klassische „Bewusstseinswandel“ reicht anscheinend nicht: Laut einer Studie von 2015 sind sich 96 Prozent der Jugendlichen durchaus darüber im Klaren, dass es bei der Modeproduktion nicht fair zugeht. 80  Prozent der Jugendlichen kaufen dennoch bei den großen konventionellen Marken. Unsere Schülerfirma setzt bei dieser Zielgruppe in der Weise an, dass sie selbst zum Teil des Modegeschäfts werden. So wird früh Eigenverantwortung simuliert und durch den persönlichen Be-

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22 Lichterfelde Ost extra zug zum Herstellerland praktisch gegen Verdrängungsprozesse gearbeitet. Warum den Umweg über den Bewusstseinswandel gehen, wenn man gleich direkt selbst etwas verändern kann? Genau diesen praktischen Bezug wünschen sich viele Jugendliche.“ Als Gast konnte im ehemaligen BVV-Saal des Rathauses von Bezirksstadträtin Maren Schellenberg ein Vertreter der indischen Organisation „fair&organic“ begrüßt werden, die vor Ort in Indien als Kooperationspartner von FairWear agiert. Als ebenfalls partnerschaftliche Unterstützer der Kampagne vertraten die Pädagogen Elke Anders und Peter Heinrichs die Botanikschule und das BNEZentrum (Bildung für nachhaltige Entwicklung) am Botanischen Garten. Elke Anders erklärte: „Unser kooperierender Part ist es, über das globale Thema Fairer Handel durch Angebote an Schulen zu informieren und unser Wissen an Projekttagen den Kindern und Jugendlichen, aber auch den Lehrern über Weiterbildungsangebote näherzubringen.“ Zu den Unterstützern der ange-

Reges Interesse an der Kampagne Fairtrade Town herrschte im Rathaus Zehlendorf.  Foto BezAStZ

laufenen Kampagne Fairtrade Town gehört auch der bezirkliche Kirchenkreis, der mit seinen Initiativen fair gehandelte Lebensmittel aus Afrika und Südamerika verkauft.

Nächste Schritte Durch die Auftaktveranstaltung konnten Interessenten für die Steuerungsgruppe gefunden werden, die es nun aufzustellen gilt. Daran werden auch Vertreter der jeweiligen Fraktionen teilnehmen. Ein Jahr lang wird diese für weitere Aktivitätsplanungen zuständige Gruppe von drei Master-Studierenden der Hochschule für Wirtschaft und Recht unterstützend begleitet.

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Für die Teilnahme der in diesem Jahr vom 15. – 29. September stattfindenden Woche des Fairen Handels sind in Steglitz-Zehlendorf gemeinsame Aktivitäten vorgesehen. So freut sich Umweltstadträtin Maren Schellenberg, „dass unsere Auftaktveranstaltung auf reges Interesse gestoßen ist. Ich bin begeistert, wie viel Engagement schon jetzt in unserem Bezirk vorhanden ist.“ Man darf also gespannt sein, wann Steglitz-Zehlendorf den Titel Fairtrade Town als fünfter Bezirk neben CharlottenburgWilmersdorf, Mitte, Pankow und Tempelhof-Schöneberg tragen darf. ◾  Jacqueline Lorenz

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Gesundheit 23

Caesar Salad und seine Geschicht(e)n Mehr als nur ultimative Anti-Kater-Kost

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ach einer dieser Orgien, wie sie dem alten Rom nachgesagt werden („Sitten wie im alten Rom“), erwachte Caesar eines Morgens mit einem veritablen Kater. Da der Imperator jedoch gleich wieder zum nächsten Feldzug zur Vergrößerung des Ruhms des Römischen Reichs aufbrechen musste, zauberte ihm sein Leibkoch eine Speise, die den Kaiser wieder „fit for fighting“ machte. Entstand so der Caesar Salad? Nein, das nicht, aber die viel plausiblere Geschichte der Entstehung dieses typisch amerikanischen Gerichts klingt nicht minder interessant.

Auch wenn sie ebenfalls nicht zweifelsfrei verbürgt ist. Es soll das Jahr 1924 gewesen sein, als ein italienischer US-Einwanderer die Not zur Tugend machte, indem er aus vergleichsweise einfachen Zutaten einen Salat für die Schönen und Reichen kreierte. In den USA schränkte zu jener Zeit die Prohibition die Möglichkeiten, sich zu amüsieren, drastisch ein. Deshalb nutzten die Einwohner Süd-Kaliforniens die Nähe zu Mexiko, um jenseits der Grenze das US-Alkoholverbot zu umgehen. Diese Option soll auch von den Stars und Sternchen der neuen

Weltmetropole des Films, Hollywood, genutzt worden sein, um in Mexiko „einen drauf zu machen“. Infolgedessen entstand etwa im mexikanischen Tijuana, rund 25 Kilometer vom kalifornischen San Diego entfernt, damals die „längste Theke der Welt“: mit hunderten von Bars, Nachtklubs und Spielsalons. In diesem Umfeld ließ sich auch Caesar Cardini mit seinem kleinen „Hotel Caesar“ nebst dazugehörendem Restaurant nieder. Um seinen trinkfreudigen USamerikanischen Gästen zum Nationalfeiertag am 4. Juli 1924 neben Hochprozentigem auch

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24 Gesundheit



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etwas Besonderes zu essen bieten zu können, soll sich Caesar mangels anderer Zutaten einen grünen Salat geschnappt und diesen mit einer Art Aioli-Sauce nach einem Rezept seiner Mamma kombiniert haben. Heraus kam der Caesar-Salat, der bei den Gästen bestens ankam, sich immer mehr Freunde nicht nur unter den „celebrities“ aus Hollywood machte und schnell zu einer in-

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ternationalen Spezialität der US-amerikanischen Küche aufstieg. Wie so häufig, reklamierten im Laufe der Zeit noch Andere die Urheberschaft an dem inzwischen höchst erfolgreichen Gericht für sich: So unter anderem Cardinis Bruder Alex, der den Salat als Frühstück für verkaterte Piloten der Air Force erdacht haben will und ihn deshalb „Aviator‘s Salad“ nannte. Es meldeten sich noch weitere angebliche Erfinder des berühmten Salats zu Wort, unter ihnen auch ein Küchenjunge der Cardinis. Seitdem wurde das „Ur-Rezept“ des Caesar Salad um zahlreiche Varianten erweitert: Es gibt ihn mit Geflügelbrustfleisch, Fisch, Shrimps, mit Avocados und verfeinerten Dressings. Doch der Klassiker setzt sich weiterhin im Wesentlichen aus fingerbreiten Römersalat-Streifen, einer Salatsauce aus Knoblauch, rohem Ei, zerdrückten Anchovis oder Worcestersauce, Olivenöl, einem Spritzer Zitrone, Salz und Pfeffer zusammen. Das Ganze wird mit Parmesanspänen und/oder gerösteten Brotwürfeln bzw. Croutinos garniert – und fertig ist ein frischer Salat, der nicht nur nach einer durchzechten Nacht Wunder für das Wohlbefinden bewirken kann. Wer jedoch einmal zu tief ins Glas geschaut hat, dürfte sich am nächsten Tag gefreut haben, wenn es am Abend vorher Caesar Salat gab: Denn die Zusammensetzung der Salatsauce gilt als verlässlicher Kater-Killer, vermutlich, weil sie bewirkt, dass die vom Alkohol aus dem Körper geschwemmten Elektrolyte wieder nachgefüllt werden. ◾


Gesundheit 25

Gesunde Ernährung Unverschämt einfach

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ie Ureinwohner Boliviens haben die gesündesten Herzen aller bisher untersuchten Populationen. Das ist das Ergebnis einer vielbeachteten Studie, die in der renommierten Fachzeitschrift The Lancet erschien. Warum ist diese Studie so aufsehenerregend? Zum einen sicherlich wegen des enormen Aufwands und der daraus resultierenden Aussagekraft der Studie: 85 Eingeborenen-Dörfer im Amazonasgebiet wurden von den Forschern besucht. Die Wissenschaftler erstellten 705 Herz-Computertomographien, um das Herz-Kreislaufrisiko abschätzen zu können, sie bestimmten Puls, Blutdruck, Cholesterin- und Blutzuckerspiegel und Entzündungsmarker. Das Ergebnis ist frappierend, es zeigt Schwarz auf Weiß: Ein 80-jähriger Tsimané am Amazonas hat in etwa das gleiche Gefäßalter wie ein Mitte-50-jähriger US-Amerikaner!



So weit so gut. Weniger spektakulär sind die Gründe für die beneidenswerte Gesundheit der Ureinwohner. Sie beruht, so die Forscher, auf ihrem Lebensstil: Angehörige der Tsimané nehmen viele natürliche, ballaststoffreiche Kohlenhydrate aus Früchten und Gemüse zu sich, wenig ungesättigte Fettsäuren und keinen raffinierten Zucker,

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dafür aber auch Wild und Fisch. Sie bewegen sich den Tag hindurch und sie rauchen nicht. Das alles ist nichts Neues. Dass Rauchen und körperliche Passivität unserer Gesundheit schadet, ist (fast) allen bekannt, wie wichtig eine gesunde Ernährung ist, ebenfalls. Umso erstaunlicher scheint es manchmal, mit wieviel Aufwand

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26 Gesundheit immer feinere Details untersucht, und mit welcher Raffinesse immer wieder neue Trends, z. B. im Hinblick auf die Ernährung, etabliert werden. Die Tsimané wissen von all dem nichts und leben dennoch gesund.

Weniger ist mehr Interessant sind auch die Kosten und Mühen, die Menschen in unserer Gesellschaft aufbringen, um sich gesund zu erhalten. Ist das wirklich nötig? Die Wahrheit ist einfach, heißt es oftmals. Im Fall der Ernährung trifft das zu. Drei Beispiele sollen das verdeutlichen. Muße statt Mühe: Wer sich ständig fragt, ob er über seine Nahrung alle benötigten Vitamine erhält, wer ständig neue Informationen dazu sammelt, immer neuen Ernährungstrends hinterher hechtet, Kalorien zählt usw., der hat viel Mühe. Die Grundregeln sind ganz einfach, sie haben sich seit Jahren kaum verändert: Der Speisezettel sollte viel Gemüse, Obst und Vollkornprodukte enthalten, Milchprodukte und Fisch sollten nicht fehlen, und Fleisch nur in Maßen genossen werden. Salz, Zucker und Fette, vor allem aus gesättigten Fettsäuren, sollten sparsam verwendet werden – so einfach ist es. Wer seine Kapazitäten dazu nutzt, die Speisen in Ruhe zuzubereiten und mit Genuss zu essen, der tut auch noch Gutes für seine seelische Verfassung. Natürlich statt stark verarbeitet: industriell verarbeitete Lebensmittel enthalten tendenziell mehr Fett, mehr Zucker, mehr Salz, mehr unerwünschte produktionsbedingte Inhaltsstoffe, wie beispielsweise Acrylamid, und weniger Ballaststoffe.

Wer Haferflocken statt „Frühstückscerealien“ verspeist, Pellkartoffeln mit Kräuterquark statt eines Fertiggerichts, weil es mal schnell gehen muss, der ernährt sich gesünder. Günstig statt teuer: Smoothies, exotische Beeren, Treibhaus-Erdbeeren im Winter – das alles ist meist überflüssig. Normales Obst und Gemüse reichen aus, um alle benötigten pflanzlichen Nährstoffe zu erhalten. Teure Spezialprodukte ohne Laktose oder Gluten brauchen die meisten Konsumenten nicht, wie Studien zeigen, es sei denn, sie haben erwiesenermaßen eine Unverträglichkeit. Auch probiotische Getränke mit zweifelhafter Wirkung und hohem Preis sind völlig überflüssig für Menschen, die ihre Darmflora mit Ballaststoffen aus Gemüse, Obst und Vollkornprodukten verwöhnen.

Zeit, aus Wissen Taten werden zu lassen Wir haben das Wissen, das wir brauchen, und wir haben, geschichtlich gesehen, die einmalige Gelegenheit, uns das ganz Jahr hindurch mit gesunden Lebensmitteln zu versorgen. Unverschämt einfach haben wir es eigentlich. Warum fällt es dann so schwer? Stress wird nicht selten eine Rolle spielen, berufliche Auslastung, und die ständige Verfügbarkeit von Leckereien, deren Verlockung wir uns nicht entziehen können. Die Erforschung weiterer Details zu Lebensstilfaktoren, wie beispielsweise der Ernährung, ist weniger wichtig, als die Bemühung, Menschen dabei zu unterstützen, bereits bekannte gesundheitsfördernde Maßnahmen in die Tat umzusetzen. ◾

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