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G A Y . C H #

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PAKISTAN LIBERACE MADEIRA UP/DOWN: EIN MANN TAUCHT IN EXTREME TIEFEN ADIEU: VOM WERBEMANN ZUM SELBSTVERSORGER FREI: WIE VIELE FREIE TAGE DÜRFEN ES DENN SEIN? STOP: WENN MAN DEM BLAUEN DUNST ADIEU SAGT SWITCH: WENN PROMIS FLÜCHTEN MÜSSEN PENG!: INFORMATION OVERLOAD OUT!: PARADISE - BUT NOT FOR US OFF: STOP FACEBOOK NONSTOP

ANDERE WELTEN. INTERVIEW: DER FILM & DAS LEBEN VON: KLEIN, ABER FEIN:

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Der Herbst wird heiss… JOSEPH GORDON-LEVITT SCARLETT JOHANSSON JULIANNE MOORE

Nimm dein

Glück

selbst

7. NOVEMbER IM KINO 2

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Verlag: PUNTO MEDIA GMBH Bahnhofstrasse 57, 8600 Dübendorf Tel. 044 271 92 00, info@gay.ch Chefredaktoren: Luis Pestana: luis@gay.ch und Dominique Eichler: dominique@gay.ch Redaktionelle Mitarbeiter: Luis Pestana, Dominique Eichler, Gianni Antonitti und Tante Tratsch Cover: Jonathan by Luis Pestana Grafik + Fotos: Luis Pestana Partydaten melden: agenda@gay.ch Anzeigen + Abo: Tel. 044 271 92 00 / luis@gay.ch Auflage: 8000 / Leser 16‘000 (gem. eigener Umfrage) Bilder und Texte dürfen nicht ohne unsere Genehmigung verwendet werden.

abo: 6 ausgaben: chf 30 call 044 271 92 00 check: www.gay.ch/mag mail: info@gay.ch

NEUE AUSGABE, NEUES THEMA, NEUER LOOK. ALLES BLEIBT ANDERS

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INHALTSVERZEICHNIS ....

4/5 6/7 8/9 10-13 14-17 18/19 21 23 24/25 26/27 28/29 30/31 32/33 35 36/37 39 41-43 44/45 46 47 48/49 50/51 52/53 55 56-59 61 62

TRATSCH VON TANTE TRATSCH LIEBER BUSHIDO... WIE VIELE FREIE TAGE DÜRFEN ES DENN SEIN? VOM WERBEMANN ZUM SELBSTVERSORGER PAKISTAN: ZUM AUSKLINKEN GEZWUNGEN INFORMATION OVERLOAD: DREHEN WIR ALLE DURCH? HIV-EPIDEMIE BIS 2030 VORBEI? HOT SHOPPING-TIPPS STYLE-TIPPS WENN MAN DEM BLAUEN DUNST ADIEU SAGT AUSKLINKEN EXTREM: NACH UNTEN. NACH OBEN. PARADISE - NOT FOR US KLEIN, ABER FEIN: MADEIRA DVD-TIPPS KINO-TIPPS LIBERACE: DER FILM LIBERACE: SEIN LEBEN WENN PROMINENTE FLÜCHTEN MÜSSEN CD-TIPPS INTERVIEW MIT BASTIAN BAKER INTERVIEW MIT JULIA MOTZ INTERVIEW MIT MARGARET CHO ONLINE: KONZERT-TIPPS www.gay.ch TEGAN AND SARA www.gayL.ch PARTY-AGENDA www.gayX.ch SPECIAL EVENTS STOP FACEBOOK NONSTOP www.gaynet.ch

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TRATSCH VON TANTE TRATSCH ................................................................................................................................................... Immer wieder neuen Tratsch und frische Clips: www.gay.ch/blog LESBISCHE GESCHICHTEN GESUCHT

BRADLEY MANNING WIRD ZUR FRAU

Wenn du eine Lesbe bist und gerne schreibst, dann könnte dich folgendes interessieren: Der Ylva Verlag sucht nach romantischen und erotischen Kurzgeschichten für eine Anthologie, die im Frühjahr 2014 als E-Book im Netz veröffentlicht werden soll. Alle Einsendungen sollen romantische Liebe zwischen zwei Frauen zum Thema haben. Die Kurzgeschichten können romantisch, humorvoll oder erotisch sein und eine Länge zwischen 4.000 und 12.000 Wörtern aufweisen. Wer Lust verspürt, an diesem Projekt mitzumachen, muss seiner Muse jedoch ein bisschen Dampf machen, denn der Einsendeschluss ist bereits der 30. November 2013. Autorinnen, deren Geschichten in die Anthologie aufgenommen werden, erhalten eine einmalige Zahlung von 30 Euro und ein E-Buch Freiexemplar in allen hergestellten Formaten. Einsendungen werden nur per Mail angenommen: info@ylva-verlag.de. ..........................................................................................

Der wegen Geheimnisverrats verurteilte WikiLeaksInformant Bradley Manning ist transsexuell: „Ich bin Chelsea Manning, ich bin eine Frau“, liess er nach seiner Verurteilung Ende August mitteilen und erklärte weiter: „Da ich in die nächste Phase meines Lebens übergehe, möchte ich, dass alle mein echtes Ich kennen!“ Ausserdem kündigte Manning an, sich einer Hormontherapie zu unterziehen. Das Ganze kommt nicht ganz überraschend, denn bereits während des Militärprozesses hat Manning seine Transsexualität zum Thema gemacht. Zur Zeit setzt er alles daran, früher aus dem Gefägnnis entlassen zu werden, indem er USPräsident Barack Obama um eine Begnadigung gebeten hat. Der Ex-Soldat wurde zu einer 35-jährigen Haftstrafe verurteilt, jedoch kann er bei guter Führung in gut neun Jahren auf Bewährung freikommen - wahrscheinlich dann bereits als Chelsea Manning. ..........................................................................................

UNTER UNS: NEU MIT SCHWULEM PAAR

KLITSCHKO IST SCHWUL

Es gehört inzwischen zum guten Ton einer Telenovela, dass irgendwo eine Lesbe oder ein Schwuler auftaucht. Noch besser ist es, wenn es gleich zwei sind! Bei der TV-Serie „Unter uns“ ist es Zeit dafür: Nach fast zehn Jahren auf der Flimmerkiste gibt es das erste Mal ein schwules Paar. Das ist nicht nur für die Serien-Macher und die Unter uns-Zuschauer, sondern auch für die beiden Darsteller Neuland. Timothy Boldt und Eric Stehfest sind ab sofort als verliebte Turteltauben Richard „Ringo“ Beckmann und Yannick Benhöfer zu sehen. Und wie das sich für ein Paar gehört, wird geknutsch, gefummelt und Sex gemacht. Die Jungs sind zwar im wahren Leben Heteros, aber eben, als Schauspieler muss man auch solche Szenen realistisch transportieren können. Viel Spass! ..........................................................................................

Wenn ein Boxer im Big Brother-Container herumsitzt kann so etwas passieren: „Klitschko ist schwul!“ Der Boxer, der diese Aussage gemacht hat, heisst Manuel Charr: Im Sprechzimmer verdeutlicht der 28-Jährige, der in der Vergangenheit im Ring gegen Klitschko den Kürzeren zog, seine Aussage. „Das ist keine Vermutung - ich weiss es, tausend andere wissen es auch. Das ist alles gespielt, ich glaube nicht, dass er auf Frauen steht.“ Klitschko wird dies aber nicht gross stören, denn solche Gerüchte sind nicht neu und seine Meinung dazu hat er ebenfalls schon mal bekundet. „Ich amüsiere mich darüber. Ich verschwende keine Energie darauf, Dinge zu bekämpfen, die es nicht wert sind. Die Menschen brauchen Gerüchte“, sagte Wladimir Klitschko einst dem „Hamburger Abendblatt“. ..........................................................................................

Alec Baldwin Cate Blanchett Louis C.K. Bobby Cannavale Andrew Dice Clay Sally Hawkins Peter Sarsgaard Michael Stuhlbarg 4

★★★★★

«Sensationelle Besetzung, allen voran Cate Blanchett. » VA R I E T Y

Written and Directed by

Woody Allen AB 21. NOVEMBER IM KINO


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A-HA!

BYE, BYE, GAYS Wie heisst es doch so schön, wenn ein Star sich als Homo outet, und er eigentlich als Mädchenschwarm gilt: „Sorry Girls, er ist schwul“. Dann heisst es, er hätte ihre Herzen gebrochen. Gut, drehen wir es um: Also, liebe Schwulen, ihr müsst jetzt ganz stark sein... „Sorry, Tom Daley ist heterosexuell!“ Natürlich war die Headline nicht „Daley ist heterosexuell“, nein, die Schlagzeile war natürlich: „Daley ist NICHT homosexuell.“ Immerhin kamen vom britischen Wasserspringer keine faulen Sprüche, schliesslich wurde schon oft gemunkelt, der Beau könnte schwul sein. In einem Interview mit dem „Daily Mirror“, welches im September dieses Jahres veröffentlicht wurde, zeigt er sich über diese Gerüchte nicht überrascht: „Ich kann verstehen, dass ich eine grosse schwule Fangemeinde habe: Ich verbringe einen Grossteil meines Lebens nackt in Badehosen, auf einem Sprungbrett und zeige dabei meine nackte Brust.“ Darum findet er es auch lustig, wenn daraus die einschlägige Schlussfolgerung gemacht wird. Wenn es aber denn wirklich so wäre, dann wäre alles rosa: „Selbst wenn ich es wäre, würde ich darüber nicht beschämt sein. Es würde mich in keinster Weise kümmern, was die Leute denken“ Sicher ist, als Schwuler hätte Daley bei dem Aussehen wohl auch dann noch weibliche Anhänger. Geil bleibt eben geil. Schwule Anhänger werden ihm wohl treu bleiben: Heterosexualität hin oder her.

DANKE, JACK Jake Gyllenhaal hat sich vor fünf Jahren in Brokeback Mountain mit der Rolle als schwuler Cowboy nicht nur in die Herzen der LGBT-Community gespielt, er überzeugte auch die Filmindustrie und wurde für diese Rolle für einen Oscar nominiert. Der Beau hat so verdammt gut gespielt, dass seither die Gerüchte kursieren, dass er auch im Privatleben ein schwuler Mann ist. Dem ist aber nicht so. Im September dieses Jahre „outete“ sich Jack als Hetero, in dem er gegenüber „Inside The Actors Studio“ über seine facettenreiche Karriere sprach und ganz nebenbei gestand, dass er die Gerüchte über seine angebliche Homosexualität als „grosses Kompliment“ ansehe. Wir geben das Kompliment zurück!

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MANDARIN CINÉMA zeigt

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LIEBER BUSHIDO...

....................................................................... Im Mamablog des Tagesanzeigers bot Andrea Fischer Schulthess in ihrer Kolumne „Schwule oder lesbische Kinder – na und?“ Bushido die Stirn.

EIN FILM VON

FRANÇOIS OZON

HALLO «François Ozon gelingt das Kunststück, ohne Voyeurismus und unaufgeregt die Geschichte einer 17-Jährigen zu erzählen, die sich prostituiert und dabei so verhält, als handle es sich um ein gewagtes Experiment.» LE PARISIEN

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AB 10. OKTOBER IM KINO www.filmcoopi.ch

Der Rapper liess in seinem im September erscheinenden Buch „Auch wir sind Deutschland“ verlauten, sollte ein Sohn von ihm schwul werden, fände er das „erst einmal richtig scheisse“. Aber das ginge auch einem schwäbischen Bauarbeiter, einem Berliner Bierproll und einem Universitätsprofessor anfangs so. „Das wäre meiner Frau und mir höchst unangenehm und auch sie hat Angst davor“, schreibt er, „wir würden uns definitiv nicht darüber freuen, aber natürlich, sagt sie, natürlich wäre er dann immer noch ihr Sohn, und natürlich, sage ich, wäre er dann auch immer noch mein Sohn, den ich lieben würde – aber es wäre Absturz.“ Wir haben Andrea Fischer Schulthess ein paar Fragen zu ihrem Kolumnen-Beitrag von Mitte September gestellt.


..................................................................................................................................................................... Bushido hätte also lieber KEINEN schwulen Sohn. In Ihrem Blog-Eintrag kontern Sie zweifach. Erstens: „Bushido, ich wünsche dir einen schwulen Sohn“ und zweitens: „Fiktiver Sohn von Bushido, schwul oder nicht, dir wünsche ich einen cooleren Vater.“ War Ihnen damit bewusst, dass Sie damit viele Kommentare in Ihrem Blog auslösen würden? Es war mir nicht nur bewusst, ich hatte es sogar klar darauf angelegt. Aufgabe eines solchen Blogs ist es ja nicht in erster Linie, die Leute mit News zu versorgen oder bloss zu unterhalten, obwohl beides durchaus wünschenswert ist. Es geht auch darum, Themen zur Sprache zu bringen, die mich beschäftigen und von denen ich annehme, dass sie auch andere umtreiben. Ich will kein Moralapostel sein, aber ich möchte, dass wichtige Fragen nicht einfach unter den Teppich gekehrt werden und wie Minen nur darauf warten, dass irgendein armes Schwein darauf tritt. Welche Kommentare haben Sie besonders gefreut, welche verärgert? Ich möchte nicht auf einzelne Kommentare eingehen. Aber Tatsache ist, dass sich in solchen Foren leider vor allem die militanteren Leute melden und die Plattform für ihre persönlichen Kleinkriege nutzen. Es ist ganz wichtig zu wissen: Die Kommentare sind kein eins-zu-eins-Abbild der Gesellschaft, gottseidank. Aber sie zeigen, wo die heftigsten Vorurteile hocken. Wenn man sie aufweichen will, ein zugegebenermassen frommer Wunsch, ist es matchentscheidend, sie zu kennen. Know your enemy... Ist es für Sie als Bloggerin nicht verwunderlich, dass man mit dem Thema Homosexualität noch immer so viele Reaktionen provozieren kann? - Vor allem hier, bei uns, oder wie sie so schön schreiben: „Immerhin haben wir das Glück, unsere Kinder auf einem sexuell vergleichsweise toleranten Flecken Erde aufzuziehen.“ Sie haben Recht, es verwundert mich immer wieder. Aber das liegt vor allem daran, dass ich - wie fast alle - vor allem mit Menschen befreundet bin, die ein ähnliches Weltbild haben wie ich. Sobald man einen Schritt aus dem gewohnten Umfeld heraus macht, sind da noch so viele andere Meinungen und Wertvorstellungen. Die müssen wir ernst nehmen. Aber es steckt auch noch etwas ganz simples dahinter: Die Leute regen sich einfach furchtbar gern auf. Die Sexualität anderer eignet sich nun mal ausgezeichnet dafür. Besonders Frauen haben sensible Antennen, was Ihre Kinder angeht... Sie schreiben: „Meine Kinder sind ja noch nicht mal ganz in der Pubertät. Da kann ich mein Maul natürlich locker weit aufreissen. Aber ich werde zu meinem Wort stehen.“ Haben Sie sich schon darüber Gedanken gemacht, wie Sie vorgehen würden, wenn tatsächlich solche „Signale“ auftreten? Abwarten? Spielerisch herangehen? Flucht nach vorne? Ich würde es wohl so machen, wie ich es mit allem versuche, was meine Kinder angeht: Mal schauen, Schritt für Schritt. Wir reden, wir lachen und diskutieren sehr viel im Alltag. Da kommt automatisch ganz vieles zur Sprache,

ohne dass man einen formellen Bienchen-und-BlümchenMännchen-und-Weibchen-Termin mit den Kindern ausmachen müsste, bei dem dann alle verlegen rumducksen. Meine Kinder wissen, dass sie mit allem zu mir kommen dürfen. Sie wissen aber auch, dass ich respektiere, wenn sie lieber mit Freunden über ihre Probleme und Geheimnisse reden, als mit mir. Allerdings nur solang, wie ich merke, dass sie damit fertig werden. Wenn ich spüre, dass etwas sie über Gebühr plagt, werde ich hartnäckig. Das ist ja schliesslich meine Aufgabe. Kurz: Ich vertraue drauf, dass es gut kommt, egal wie. Hat man dann tatsächlich ein LGBT als Kind... Wie sie es beschreiben: „Schützen kann man es nicht, sollte es z.B. in der Schule zu Hänseleien kommen.“ Was kann eine Mutter dann tun, Ihrer Ansicht nach? Meine Kinder sind mit Homosexualität als etwas komplett unspektakulär Normalem aufgewachsen. Wir haben sehr viele homosexuelle Freunde. Sie wissen darum, dass es völlig daneben ist, jemanden deswegen zu hänseln, weil er so ist, wie er ist. Klar, tut es trotzdem weh, wenn es jemand mit ihnen macht, auch wenn sie sich bewusst sind, dass der andere im Unrecht ist. Fast alle Kinder erleben solche Situationen. Das gehört zum Leben. Auch zum Leben gehört, dass ich ihnen ehrlich sage, dass ich gegen diese Art der Verletzung selber auch kein Patentrezept habe - ich wünschte ich hätte eines! Ich bin aber der festen Überzeugung, dass die Gewissheit, daheim von Herzen geliebt und respektiert zu werden, einen guten Boden bildet, um mit den Ungerechtigkeiten des Alltags besser fertig zu werden. Was mir ebenfalls wichtig ist: Die Kinder wissen, dass ich im Härtefall in die Schule käme oder mit anderen Eltern reden würde. Aber nur, wenn meine Kinder damit einverstanden sind. Sonst erzählen sie mir nämlich einfach gar nichts mehr, als Angst, dass ich plötzlich als peinliche Furie mit dem Wallholz auf dem Pausenplatz aufkreuze. Drehen wir es aber auch mal anders rum: Was können Eltern tun, damit ihre Kinder respektvoll mit einem schwulen oder lesbischen Mitschüler(in) umgehen? Diese Frage beantwortet sich eigentlich mit obigen Antworten. Toleranz ist nicht irgendein öder Begriff aus dem Moralunterricht. Sie soll zum ganz normalen Alltag gehören. Eltern sind dabei die ersten Vorbilder ihrer Kinder. Natürlich sind wir alle keine Engel, sondern einfach Menschen und damit ab und zu gedankenlos oder sogar voll daneben. Dann gibt es nur eines: Sich aufrichtig entschuldigen und es das nächste Mal besser machen. Andrea Fischer Schulthess, 44, ist Mutter zweier Kinder. Sie lebt als freie Journalistin und Geschichtenerzählerin in Zürich. Seit zwei Jahren schreibt sie zudem für den Mamablog des Tagensanzeigers... Interview: Luis / Bild: ZVG

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WIE VIELE FREIE TAGE DÜRFEN ES DENN SEIN? ........................................................................................................................... Wer in der Schweiz arbeitet, wird nicht mit einer sonderlich langen Urlaubszeit verwöhnt. Nicht nur im europäischen Vergleich, auch auf dem internationalen „Ferien-Parkett“ sieht es für die „Büetzer“ in der Schweiz eher düster aus. Für wen aber scheint die Ferien-Sonne am längsten?

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Als man die Schulbank gedrückt hat, sah die Welt viel rosiger aus, wenn es um „freie Tage“ ging zumindest. Als Schüler musste man sich zwar terminlich den Schulferien anpassen, dafür waren die Sommerferien mit meist sechs Wochen bereits eine längere Periode, als die, welche man auf dem Schweizer Arbeitsmarkt im ganzen Jahr gesetzlich im Minimum zugesprochen bekommt, nämlich 4 Wochen – oder in Tagen ausgedrückt: 20 an der Zahl. Wie eine weltweite Studie vom Dienstleistungsunternehmen Mercer aufzeigt, gehört die Schweiz damit zu den Ländern mit dem geringsten gesetzlichen Urlaubsanspruch in Europa. Wer im Jahr hingegen stolze 30 freie Urlaubstage verbuchen möchte, der müsste nach Finnland oder Frankreich umziehen.

miterlebt, wie der Alltag in Singapur aussieht: „Es wird jeden Tag gearbeitet. Wer als Neuling in die Arbeitswelt kommt, traut sich nicht einmal die fünf Tage, die einem im Jahr zur Verfügung stehen, frei zu nehmen. Es gilt das ungeschriebene, moralische Gesetz, das sich das nicht gehört“, erzählt er uns.

DOPPELT SOVIELE URLAUBSTAGE Es gäbe aber auch die Möglichkeit, Europa zu verlassen. Wer in Brasilien arbeitet, der darf ebenfalls sechs Wochen Ferien nehmen. Da ist aber noch was… Feiertage! Wenn man die zu den gesetzlich vorgeschriebenen Urlaubstagen noch dazu rechnen würde, dann würde alles noch sonniger aussehen: In Brasilien werden aus 30 Tagen nämlich deren 41. Es gibt auf der Welt nur noch ein weiteres Land, das mit einer solchen Kombination die Zahl 41 erreicht: Litauen. Ist man bereit, auf einen Tag zu verzichten, dann muss man nicht weit weg: In Finnland und Frankreich könnte man mit dem „Urlaubsund Feiertags-Kombi“ ganze 40 freie Tage geniessen.

Auch wenn die Schweiz in der Ferien-Skala Europas das Schlusslicht bildet, so kann man schon fast getrost sagen: Zum Glück sind unsere Ferien nicht wie ganz viele Produkte, die in unseren Regalen zum Verkauf stehen: „Made in China.“

Drehen wir die Schraube nach unten, dann wird es richtig hart: Das Schlusslicht gehört dem chinesischen Volk. Gerade Mal fünf bezahlte Urlaubstage bekommt ein Arbeitnehmer pro Jahr, der die Beschäftigungsdauer zwischen einem und zehn Jahren aufweist. Danach verdoppelt sich die Zahl auf zehn Urlaubstage im Jahr. Eher als „unsexy“ darf man wohl auch die Lage in den USA betrachten, denn streng genommen würde man gar keine Ferien bekommen, weil dort kein gesetzlicher Anspruch darauf vorgeschrieben ist. Die Praxis sieht jedoch zum Glück etwas freundlicher aus: Immerhin 15 Tage werden normalerweise gewährt. Gleich „nebenan“ sieht es noch schlechter aus: In Kanada darf man im Durchschnitt pro Jahr zwei Wochen Ferien machen. Wer 20 bis 25 Beschäftigungsjahre hinter sich gebracht hat, wird jedoch mit bis zu sechs Wochen Urlaub belohnt. DURCHGEHEND AM ARBEITEN Wenn man den Blick nach Asien richtet, stellt man fest, dass auf diesem Kontinent der „Ferien-Horizont“ dem Bild von China ähnelt. Wer in Hong Kong oder Singapur arbeitet, der darf sich nach zehn Jahren „dauerhaftem Schuften“ endlich einmal 14 Tage im Jahr eine Auszeit nehmen. Andreas, ein Schweizer, der in Singapur im medizinischen Bereich ein Praktikum absolviert hat, hat

Doch auch in Asien gibt es Ausnahmen: Die Japaner sind ein Musterbeispiel dafür, denn mit der Zahl 16 gibt es auf der Welt kein anderes Land, das mehr Feiertage in einem einzigen Jahr zu bieten hat. Zwanzig Urlaubstage plus 16 Feiertage, das ergibt 36 Tage. In der Schweiz bieten sich, je nach Kanton, bis zu 9 Feiertage an. Das ergibt 29 mögliche freie Tage.

Text & Bild: Luis Bildlegende: Ein Mann ruht sich in Singapur während der Mittagspause aus.

VERGLEICH: FREIE TAGE IM GESAMTEN

(GESETZLICHE ARBEITSTAGE + FEIERTAGE) 41 Tage: Brasilien & Litauen 40 Tage: Finnland, Frankreich & Russland 38 Tage: Österreich & Malta 37 Tage: Griechenland 36 Tage: Grossbritannien, Japan, Polen, Schweden & Spanien 35 Tage: Norwegen, Luxemburg, Portugal & Zypern 34 Tage: Dänemark & Südkorea 33 Tage: Ungarn, Slowenien & Südafrika 32 Tage: Lettland & Tschechische Republik 31 Tage: Italien & Neuseeland 30 Tage: Belgien, Deutschland & Rumänien 29 Tage: Irland & Schweiz 28 Tage: Australien, Indien, Niederlande & Taiwan 26 Tage: Hong Kong 25 Tage: Singapur & USA 21 Tage: China 19 Tage: Kanada Mercer hat für diese Studie die Urlaubs- und Feiertagsregelungen in über 40 Ländern weltweit untersucht. Der Vergleich basiert auf dem gesetzlichen Anspruch eines Mitarbeitenden, der fünf Tage die Woche arbeitet und seit zehn Jahren im Unternehmen tätig ist.

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VOM WERBEMANN ZUM SELBSTVERSORGER ........................................................................................................................... Vor sechs Jahren hat Sebastian Runde nicht nur der Schweiz den R端cken gekehrt, er hat sein Leben komplett umgestellt: Heute wohnt er, im Einklang mit der Natur, in Italien und versorgt sich und seine Tiere - darunter 12 Esel und 15 Ziegen - selber. 10


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Wann bist du nach Italien ausgewandert? Im Sommer 2007 bin ich nach Italien gezogen, seit sechs Jahren bin ich nun schon hier.

Was war der Auslöser dafür? Dass ich in Italien gelandet bin, war reiner Zufall, einen konkreten Auslöser dafür gab es eigentlich nicht. Geplant hatte ich wieder in Schottland zu leben. Allerdings gibt es schon eine Vorgeschichte, die sich aber eher in einem Bauchgefühl manifestierte - ich wollte etwas anderes sein, als nur einfach ein Konsument. Meine Jahre in der Partyszene, Zürich, meine Arbeit in der Werbung habe ich sehr genossen, dennoch fehlte mir das wahre Leben, etwas zu kreieren, nicht einfach nur passiv zu konsumieren. Wenn man sich eine andere Welt wünscht, macht es doch am ehesten Sinn diese Wünsche in die Tat umzusetzen, sie zu leben. Was hat sich für dich geändert? Mein Leben hat sich um 180 Grad gedreht. Ich lebe mit 50 bis 100 Euro im Monat; das reicht meist nicht um Strom im Haus zu haben. Was ich zum leben brauche, muss ich selber anbauen oder herstellen. Ich habe in sechs Jahren kein einziges neues Kleidungsstück gekauft, alles was ich benötige ist Second-Hand-Ware. Die meiste Zeit bin ich damit beschäftigt Grundbedürfnisse für mich und meine Tiere zu befriedigen: ein Dach über dem Kopf, Holz zum Heizen, Kleidung und Nahrung. Ich koche im Kamin auf einem offenen Feuer. Wenn ich heisses Wasser zum Waschen möchte, so muss ich auch dieses erst aufheizen. Einfach einen Hahn aufdrehen, gibt es hier nicht. Mein Haus ist fast unverändert seit 1549. Aber das wichtigste, dass sich geändert hat, ist das Gefühl Zuhause zu sein, glücklich zu sein. Du hast dich in der Schweiz ja bereits vor deinem Auswandern mit dem Haus auf dem Land immer mehr von städtischen Gebieten entfernt. Weshalb? Das war damals wohl der Anfang meiner Suche nach Neuem. Viel Schönes habe ich in Zürich erlebt, aber auch viel Leid. Ich denke, dass es vielen Menschen an Bezügen fehlt; die Arbeit, die sie erledigen ist so

abstrakt und dient einzig zum Geld verdienen. Und dann Geld verdienen wofür? Um wiederum das Bedürfnis nach Konsum zu befriedigen? Natürlich ist das nur eine persönliche Meinung, aber ich denke, dass es sehr viel weniger depressive Verstimmungen gäbe, wenn Menschen mehr Bezug zur Natur und zu dem was sie machen hätten, wenn sie wieder etwas herstellen würden, von der Befriedigung, etwas geschafft zu haben, zehren könnten. Wie viele Tiere hast du? Ich habe 12 Esel, drei davon sogar wieder trächtig. Dazu kommen 15 Ziegen, vier Katzen und sieben Hunde. Alle Tiere hier bei mir auf dem Hof gehören Rassen an, die fast ausgestorben sind. Dann gibt es noch eine Hausschlange, ein Wildtier eigentlich, aber wir haben uns angefreundet und sie kommt regelmässig ins Haus. Wildtiere gibt es hier natürlich reichlich, ich lebe ziemlich weit draussen im Wald und Wildschweine, Wölfe, Stachelschweine gehören eigentlich schon mit zur Familie. Gibt es weitere Tiere, die du noch haben möchtest? Ich mag Schweine sehr gerne und sie wären bei der Vorbereitung der Erde zum Anbau sehr hilfreich. In der Biolandwirtschaft, wie ich sie betreibe, sind sie fast ein muss. _____________________________________________

„..ich stelle auch pflanzliche Heilmittel her.“ _____________________________________________

Würdest du dich nun also als „Bauer“ bezeichnen? Ja, ganz sicher. Nahrung für mich und meine Tiere baue ich selber an. Oftmals reicht es sogar noch zum Verkauf von Obst und Gemüse. Dann produziere ich noch Olivenöl und Naturkosmetika auf der Basis des Öls. Vor einigen Jahren legte ich auch meine Prüfung als Naturopath ab und stelle auch pflanzliche Heilmittel her. Des weiteren kommt nächstes Jahr ein Buch von mir über Wildpflanzen und deren Anwendung in der Heilkunde, Küche und im Wellness-Bereich raus. Leider erst auf Englisch, da ich einen Verleger in London habe. Aber dennoch, vorrangig bin ich Bauer.

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A D I E U Was gefällt dir besonders am Ort, wo du jetzt wohnst? Das erste Mal in meinem Leben fühle ich mich wirklich daheim. Mein Haus ist wie ein Teil von mir. Nachts, bevor ich ins Bett gehe, muss ich immer noch einmal raus, um die Sterne anzusehen. Es gibt hier draussen keine Stadtlichter und der Himmel bietet ein echtes Spektakel des Nachts. Viele fragen mich immer, ob ich hier draussen keine Angst habe, aber genau das Gegenteil ist der Fall. Es gibt keine einzige abschliessbare Tür im Haus und dennoch habe ich mir nie Sorgen gemacht, nicht sicher zu sein. Mit den Elementen zu leben, die Herausforderung des Winters, wenn zwei Meter Schnee rund ums Haus die Aussenwelt komplett abschotten und drei Grad im Haus als wohlig empfunden werden, dem Frühling dann mit einer riesen Freude entgegenzusehen - das ist alles so wirklich, das brauche ich. Wie lebt es sich als Schwuler auf dem Land in Italien? Ich bin hier bekannt wie ein bunter Hund, kenne etwa 95% der Leute im Ort und alle wissen, dass ich schwul bin, aber in erster Linie bin ich hier Sebastian. Es spielt keine Rolle. Mein 89-jähriger Nachbar fand es viel eigenartiger, dass ich keinen Fernseher habe. Das Schwulsein ist immer wieder mal ein Gesprächsthema, es werden auch Witze gemacht, aber nie bösartig, einfach ganz normal. Die Leute kennen mich und es gibt weder Berührungsängste mit der Thematik und erst recht keine Abneigungen. Selbst der Dorfpfarrer kommt manchmal bei mir zum Tee. Als Naturopath behandele ich viele der Leute im Ort, auch die Carabinieri und bis jetzt hat noch

niemand dieser Heti-Männer ein Problem damit gehabt sich vor mir auszuziehen. Vermisst du etwas aus der Schweiz? Viele meiner Freunde vermisse ich. Zudem ist Reisen für mich unmöglich geworden, ich kann den Hof nicht alleine lassen mit all den Tieren und den Dingen, die es zu erledigen gibt. Ferien und Wochenenden gibt es nicht, der Tag fängt jeweils um 4 Uhr 30 an. Würdest du diesen Schritt wieder wagen? Es war der wichtigste Schritt, den ich je gemacht habe und ich bereue ihn ganz und gar nicht. Immer wieder komme ich an meine physischen, wie auch psychischen Grenzen, wachse aus mir hinaus - das ist ein grossartiges Geschenk, welches die Natur mir bietet. Was wünscht Du dir für die Zukunft? Die Zukunft passiert eigentlich schon. Ich wollte immer, dass Campogrande ein Ort der Inspiration sein sollte, wo Menschen lernen und etwas mitnehmen können. Eine didaktische Farm für Kinder und Erwachsene, wo man über alternative Bau und Lebensweisen lernen kann, wo das alte Wissen einer aussterbenden Generation erhalten bleibt. Einige haben von diesem Ort schon profitiert, selbst Oscar-Preisträger Colin Firth mit seiner Familie ist zu einem guten Freund und regelmässigen Gast geworden. Träume gibt es noch so viele und ich hoffe, ich mache es weiterhin wie vor sechs Jahren und setze sie einfach in die Tat um. Text: Luis / Bilder: ZVG

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Text: Dominique / Collage: Luis

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PAKISTAN:

ZUM AUSKLINKEN

GEZWUNGEN ............................................................................ Für Schwule, Lesben und Transgender ist Pakistan eines der härtesten Pflaster überhaupt, doch trotzdem findet die Community selbst dort immer wieder Wege sich gewisse Freiräume zu schaffen, um damit die äusserst strengen Gesetze zumindest ein klein wenig zu umgehen. Mit einer neuen Website mit dem Namen „Queer Pakistan“ sollen die LGBTs nun diesbezüglich noch besser unterstützt werden. gay.ch hat dazu Fakhir interviewt und damit einen beklemmenden Einblick darüber erhalten, was es heisst, schwul in Pakistan zu sein… „Hasst uns nicht, lernt uns kennen“ – dieser Slogan steht ganz prominent auf „Queer Pakistan“. Damit wird auch klar, dass sich dieses frisch gegründete Webportal nicht bloss an die LGBT-Community richtet, sondern, dass damit auch Aufklärung in der Bevölkerung betrieben werden soll. Nur auf diese Weise, so glauben die Betreiber der Seite, wird es möglich sein, mehr Toleranz und Akzeptanz zu erzielen um damit vielleicht sogar eines Tages das grosse Ziel zu erreichen, Homosexualität zu entkriminalisieren. Derzeit gelten in Pakistan aufgrund der Sharia und Gesetzen aus der Kolonialzeit, Strafen auf Homosexualität von zwei Jahren Gefängnis bis hin zu lebenslänglich oder der Todesstrafe. Dazu kommt, dass die Behörden alles daran setzen, alles was möglicherweise mit gleichgeschlechtlicher Liebe zu tun haben könnte, zu verbieten. Äusserst scharfe Zensurgesetze tun ihr übriges dazu, und machen Pakistan zu einem der gefährlichsten Länder für LGBTs auf der Welt. Neben diesen Gesetzen ist es aber auch die ständige Bedrohung durch Nachbarn, Freunde, Bekannte oder gar durch die Familie. Schwule, Lesben und Transsexuelle werden erpresst, eingeschüchtert oder sogar ermordet, sollte ihre Tarnung als Homosexuelle auffliegen. Offen schwul respektive lesbisch zu leben ist in Pakistan unmöglich. Die LGBTs werden ihr Leben lang unterdrückt, leben ein Leben, welches sie eigentlich nicht leben wollen. Viele Schwule heiraten eine Frau, wenn die Eltern dies wollen, andere versuchen aus dem Land zu fliehen. Genau in solchen Fällen soll die neue Webseite helfen. Berater sollen diesen Personen mit Rat und Tat zur Seite 14

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stehen und ihnen als Online-Ratgeber helfen, denn die Gefahren lauern überall. Sei es während der Flucht oder falls ein Asylantrag abgelehnt wird, und man wieder in die „Heimat“ abgeschoben wird…

gay.ch hat sich mit Fakhir unterhalten. Er ist Gründer der Website www.queerpk.com, ist 24, schwul und riskiert tagtäglich sein Leben, indem er sich anonym und im Versteckten für die LGBT-Community vor Ort einsetzt.


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Was ist die Geschichte hinter dem Projekt „Queer Pakistan“ und wie habt ihr diese neue Plattform geplant? Fakhir: Die Inspirationen und die Geschichte hinter Queer Pakistan sind eigentlich unsere eigenen, persönlichen Leben. Über solch eine lange Zeit immer unsichtbar zu sein und im Schatten zu leben, hat uns klar gemacht, wie verletzlich unsere Community eigentlich ist, denn es gibt keine Anerkennung von Homosexualität in Pakistan und damit weder ein Bewusstsein dafür, noch

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eine Aufklärung in Sachen Safer Sex, noch irgend etwas anderes in diese Richtung. Als wir mit dem Ideensammeln begannen, kamen wir zum Schluss, dass es wohl unsere einzige Möglichkeit ist, unsere Botschaft via der neuen Medien zu verbreiten. Aber; Glücklicherweise hat unser Team das nötige Wissen, wie man die Sozialen Medien als Aktivisten brauchen kann, und damit konnten wir beginnen, unsere Plattform aufzubauen.

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Fortsetzung: ZUM AUSKLINKEN GEZWUNGEN Was sind eure Beweggründe und was ist das Ziel für eure Website? Wenn Du unsere Website aufrufst, dann ist das erste was Du siehst, die Worte „Don’t hate us, know us!“ und diese Worte fassen so ziemlich alles zusammen, was wir erreichen möchten. Unser Hauptziel ist es, Impulse zu geben, in dem wir uns für die Entkriminalisierung, das Bewusstsein rund um Homosexualität, die sexuelle Aufklärung, sowie die grundsätzliche Anerkennung einsetzen, etwa auch dafür, dass die Gesundheitsversorgung der Menschen mit HIV gewährleistet werden soll. Es ist auch ein Ziel unserer Webseite, eine Anlaufstelle für die lokale Queer Community zu sein, wenn diese Informationen oder Unterstützung brauchen. So bieten wir etwa jenen Schwulen, Lesben und Transgender Onlinesupport an, welche mit ihrer eigenen Sexualität zu kämpfen haben. Wir wollen aber auch ganz generell alle Menschen bezüglich Homosexualität aufklären. In der internationalen Presse lesen wir immer von der politischen Instabilität und anderen Problemen in Pakistan: Wie ist es für euch trotzdem möglich, international auf das Thema der LGBTs aufmerksam zu machen, wenn es so viele andere Baustellen im Land gibt? Das ist genau der Grund, weshalb wir damit beginnen wollen, das Bewusstsein der Menschen zu schärfen. Unglücklicherweise denken viele, darunter auch die LGBTs selber, dass das Schwul- respektive Lesbischsein ein Luxus ist, oder nur etwas für die Reichen, und dass man nur darüber sprechen kann, wenn das Land endlich stabil ist. Unsere Denkweise ist aber total anders. Wir glauben, dass dies völlig ignorant ist, da Homosexualität kein Luxus ist, denn es bedeutet einzig und allein die Existenz für die meisten von uns. Was kann für uns also wichtiger sein, als unser eigenes Sein und unsere Existenz? Es ist auch eine Tatsache, dass ein Grossteil der Community aufgrund des fehlenden Bewusstseins in ständiger Gefahr lebt. Wir sind der Meinung, dass andere Themen wie die Sicherheit oder die wirtschaftliche Instabilität entscheidend und wichtig sind, aber die Rechte für LGBTs sind es gleichermassen auch. In Bezug auf die internationale Aufmerksamkeit sind wir daran Partnerschaften mit Interessenvertretungen und Organisationen zu gründen, hier, aber auch überall auf der Welt. Damit wollen wir unsere

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Ziele erreichen und Kampagnen bekanntmachen. Des Weiteren wollen wir auch die internationalen Mainstreammedien an Bord holen, damit sie über unsere Anliegen berichten. Welches ist die grösste Herausforderung beim Aufbau einer solchen Plattform wie Queer Pakistan? Die grössten Probleme bereiten uns derzeit die fehlenden Ressourcen um unsere Webseite aufrecht zu erhalten, aber natürlich auch immer die Gefahr von der Regierung zensuriert zu werden. Wie könnt ihr überhaupt mit anderen LGBTs in Pakistan in Kontakt treten? Wie gross ist die Community bereits, welche ihr aufgebaut habt? Es gibt vermutlich niemand, der wirklich offen schwul, lesbisch oder transgender ist, doch die Community in Pakistan wäre wohl so gross, wie sie überall auf der Welt auch wäre. Wenn Du Dir eine Gay Dating Website anschaust, und sie auch in Pakistan zugänglich ist, dann merkst Du, obwohl diese Seiten normalerweise gesperrt sind, dass es über 25‘000 Menschen aus Pakistan gibt, welche gleichzeitig online sind. Klar, das bedeutet nun nicht, dass jeder davon auch tatsächlich gay ist, aber trotzdem ist die Anzahl doch zu gross um sie zu ignorieren. Dann gibt es ja auch noch die Schlagzeilen von vor kurzem, welche aufzeigte, dass Pakistan das Land ist, welches im Internet am meisten nach „gay“-Begriffen sucht. Dies ist ein weiterer Grund eine solche Plattform aufzubauen, um unseren Inhalt einfacher zu verbreiten. So ist es auch der am meisten genutzte Weg der Community, sich via Internet und die sozialen Medien zu kontaktieren. Du riskierst viel, wenn Du für eine solche Plattform arbeitest. Du musst wohl in ständiger Gefahr leben, oder? Was für Möglichkeiten hast Du, um dich selber zu schützen? Du hast Recht, es ist ein risikoreiches Unterfangen. Wenn man bedenkt, wie die Gesetze gegen uns sind, wie wir verfolgt werden, und es alleine drei mögliche Anklagepunkte gibt, dessen Strafmass bis zur Verurteilung zum Tod reichen kann. Abgesehen vom Abschnitt 377 A des pakistanischen Strafgesetzes, haben religiöse Führer und Rechtsexperten in der Vergangenheit immer wieder


betont, dass Schwulen-Aktivismus als Angriff auf die pakistanische Kultur und auf die islamische Ideologie angesehen werde, worauf eben auch die Todesstrafe droht. Die vielen Posts, welche wir zum Islam im Internet haben, wurden von unseren Gegnern, welche uns online attackierten, als blasphemisch bezeichnet. Mit den Themen Islam und LGBTQ zu arbeiten, ist also tatsächlich sehr risikoreich, weil es allzuleicht als gotteslästerlich angesehen wird, und unser Land hat eine berühmtberüchtigte Vergangenheit was den Umgang mit Blasphemie betrifft, da das Strafmass eben bis zur Todesstrafe reicht. Wir müssen aber auch sagen, dass unseres Wissens bislang noch kein Todesurteil gegen LGBTs ausgesprochen wurde, Haftstrafen und Polizeigewalt kommen aber vor. Das Risiko bleibt aber trotzdem bestehen. Wenn wir nach draussen gehen, sind wir immer in Alarmbereitschaft und wir schauen uns in unserer Umgebung stets nach Verdächtigem um. So vermeiden wir es auch alleine unterwegs zu sein. Aus diesem Grund versuchen wir so anonym wie möglich zu bleiben. _____________________________________________

„...da das Strafmass bis zur Todesstrafe reicht...“ _____________________________________________ Ganz generell gefragt: Wie ist es grundsätzlich als LGBT in Pakistan zu leben? Es ist wie das Leben im Schatten, unsichtbar sein und das Damoklesschwert, doch entdeckt zu werden, hängt die ganze Zeit über uns. Es ist also extrem anonym und versteckt. Die Gay Szene in Pakistan wäre aber genau so vielfältig wie in jedem anderen Land. Es gibt aber auch einen Klassenunterschied. Es gibt also eine Art von Queer Community, welche eine Underground-Partyszene aufgebaut hat, wo man sich trifft und wenigstens für eine kurze Zeit sich selber sein kann. Man lebt dann sozusagen in zwei Welten: In einer bist Du so wie Du bist, in einer anderen, so wie die anderen wollen, dass Du bist. Leider ist die erstgenannte mehr eine Wunschvorstellung… Kann man in Pakistan überhaupt von einer LGBT Community sprechen? Gibt es Underground Bars oder Parties, oder wo könnt ihr euch treffen? Ja, es gibt eine gut gehütete, extrem verschlossene Underground-Partyszene, welche aber nur einigen sehr privilegierten und ausgewählten Personen zugänglich ist, welche sich sehr sehr gut kennen. Es ist also völlig unmöglich für jemanden vollkommen neues oder jemand fremdes, diese Parties zu besuchen und zu erleben. Es gibt zudem auch Gerüchte über private Underground Bars, doch auch diese sind nur für die privilegierten zugänglich. Man kommt nur mit Einladung rein, was

vollkommen Sinn macht in einem solchen Umfeld, wo es immer schwierig ist zu wissen, wer Freund und wer Feind ist. Wie lernst den Du andere LGBTs kennen? Das gebräuchlichste Medium um andere LGBTs kennenzulernen, und in den meisten Fällen auch das einzige Medium, sind Dating-Webseiten und –Apps. Es gibt aber auch ein paar Cruising Spots, etwa in öffentlichen Parks. Kannst Du den auch an Dates gehen, und unter welchen Umständen finden die statt? Es ist schon möglich Dates zu haben, und manchmal sogar einfacher als man denkt, denn das öffentliche Zeigen von Zuneigung unter Männern ist in unserer Kultur normal und wird als “brüderlich” angesehen. Diesbezüglich ist es sogar einfacher mit einem gleichgeschlechtlichen Partner auszugehen, als mit jemandem vom anderen Geschlecht. Ich möchte aber betonen, dass das einfach heisst, dass zwei Menschen zusammen etwas essen oder etwas trinken gehen, und zwar als Freunde und nicht tatsächlich als ein „Date“. So lange man sich so verhält ist man sicher. Man trifft sich erst online, tauscht die Telefonnummern aus, und danach bespricht man alles per Telefon. Siehst Du den irgendeinen Wechsel in der öffentlichen Haltung gegenüber Homosexualität? Wenn ich eine Veränderung sehe, dann ist es vor allem ein Rückschritt. Die Mehrheit der Gesellschaft ist konservativ und sieht einen Mann in keiner anderen sexuellen Beziehung als in einer heterosexuellen Ehe. Was wünscht Du Dir den für die Zukunft? Der grösste Wunsch ist eigentlich Akzeptanz, Gleichstellung, das Recht auf Information und eine Gesundheitsversorgung. Kannst Du mir zum Schluss noch etwas über Dich und die Gründer von Queer Pakistan verraten? Wir sind eine Gruppe von jungen Menschen, welche die Erfahrung haben, was es heisst gay zu sein und gleichzeitig in Pakistan zu leben. Wir kennen die Angst, welche damit verbunden ist, wenn man entdeckt werden würde. Mein Name ist Fakhir, wobei dies ein Pseudonym ist, und ich bin 24, schwul und lebe in einer Grossstadt in Pakistan. Ich bin der Gründer der Seite. SMB ist CoGründerin, sie ist lesbisch und sie ist 25. Wir sind quasi die Leitung, treffen die meisten Entscheidungen, aber wir haben auch eine wachsende Anzahl an Freiwilligen, welche bei diesem Projekt involviert sind und uns unterstützen. Diese kennen wir meist nicht persönlich, sondern nur via den sozialen Medien. Niemand von uns hat sich bislang geoutet, ausser zu ein paar Personen, zu welchen wir einen sehr engen Kontakt haben. Wir vom Team kennen auch unsere echten Namen, während wir auf der Website stets nur mit einem Pseudonym auftreten. Webseite: www.queerpk.com

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PENG!

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INFORMATION OVERLOAD: DREHEN WIR ALLE DURCH? ................................................................................................................................................... „Too much information“: Zu viele Informationen! An was liegt es, dass immer mehr Menschen das Gefühl äussern, an „Information Overload“ zu „leiden“? Wir haben uns auf die Suche gemacht, Antworten darauf zu finden. 18


Seit der US-amerikanische Schriftsteller Alvin Toffler im Jahr 1970 den Begriff in die Welt gesetzt hat, geistert die Bedrohung des „Information Overload“ durch die Welt. Damals jedoch umschrieb er in seinem Buch „Future Shock“ damit „den Zustand einer Person, die zu viele Informationen einem Thema zu besitzt, um eine Entscheidung treffen zu können.“ „Information Overload“ ist in den letzten Jahren immer öfters mit dem Internet und dessen zunehmenden Möglichkeiten in Zusammenhang gebracht worden. Spätestens seit man mit dem Handy immer und überall online sein kann, könnte man meinen, die Menschen verschmelzen zunehmend mit dem Internet. Und es gibt bereits auch Brillen, damit man gleich alles vor Augen hat. Klar ist, dass sich alles immer mehr Richtung mobile Interaktivität bewegt. Das ist nicht nur ein grosses Stück Freiheit für die Menschheit, es bringt auch die Problematik der Dosierung mit sich. Man kann zunehmend zusehen, wie Menschen nach ihr süchtig werden. An einer Überdosis können sie zwar nicht sterben, vielleicht, im äusserten Fall, aber daran sogar ein bisschen durchdrehen. So in etwa, wie in der Arbeitswelt gestresste Menschen zu dem gefürchteten „Burn-Out“ kommen können. STÄNDIG UND ÜBERALL Das Hauptproblem liegt nicht nur daran, dass es so viele Informationsplattformen, News-Seiten, Blogs und andere Quellen gibt, oder dass gewisse Seiten bei einem – manchmal scheinbar - wichtigen Event einen Live-Ticker im Minutentakt einschalten. Oder wenn man mal bei Youtube mit „Clip“ Nummer Eins anfängt, dann die Zeit vergisst und beim fünfzehnten Video auf Youtube feststellt, dass man eigentlich längst im Bett sein müsste. Das alles ist jedermanns Sache. In erster Linie kann jeder die Zeit, die er damit verbringt, selber einteilen. Dass es Menschen gibt, die es nicht können, das ist schlicht nicht zu steuern. „Es kommt (somit) nicht auf eine reine Anhäufung von einschlägigen Informationen an, sondern entscheidend bleibt die Fähigkeit des Menschen, mit diesen Informationen auch irgendetwas Sinnvolles anfangen zu können…“, schreibt Wolfram Neubauer - Direktor der ETH-Bibliothek Zürich - in seiner Kolumne „Gleich viel Wissen trotz Informationsflut“.

bar zu sein. Auch die Menge der Kontaktmöglichkeiten ist schier endlos geworden: Man hat zwei bis drei Mail-Accounts, Facebook, Chat-Profile, Twitter, dazu kommuniziert man übers Telefon, Handy, über Skype oder Whatsapp, und so weiter. Man kann also nicht mehr davon sprechen, einen Stecker auszuziehen, es müssten gleich mehrere sein - auch im virtuellen Sinn. Und all die Kontakte, die man über all diese Kanäle hat, die warten auf Antworten. Und die häufen sich täglich. Es ist nicht die Information, sondern die Art der Kommunikation, die uns Menschen immer rastloser macht, eine Unruhe, die man dauernd - und zum Teil freiwillig - ausgesetzt ist. DIE FRAGE DER (TÄGLICHEN) DOSIS Die „Stecker-Raus-Methode“ bleibt eine Zwischenlösung. Es ist der Umgang mit den neuen Medien, der angepackt werden muss. Verschiedene Studien haben herausgefunden, dass wenn jemand auf Social Communities mit einer immer grösseren Zahl von „Informationen“ – sprich, die laufenden Einträge von Kontakten, die sich natürlich um ein Vielfaches steigern, um so mehr Verbindungen man hat – so nimmt auch die Beachtung zunehmend ab, und auch die Lust daran sinkt. Unter dem Thema „Informationsüberflutung“ kann man zum Beispiel auf Wikipedia folgendes lesen: „Mit steigender Anzahl der Beiträge reagieren Community-Mitglieder mit dem Ignorieren von Informationen, dem Verringern ihrer Beiträge oder dem gänzlichen Verlassen der Community. In solchen Social Communities mit hohem Wachstum an Mitgliedern wurde zugleich eine steigende Abwanderung und sinkende Beitragszahlen von bisherigen Mitgliedern beobachtet, was neben dem so genannten „sozialen Faulenzen“ der Informationsüberflutung als Gegenpart zum Netzwerkeffekt zugeschrieben wird.“ Der Mensch ist also durchaus im Stande mit der „Information Overdose“ umzugehen und sich seine eigene „Strategien“ dazu zu entwickeln. Es wird aber ein ständiger Prozess bleiben, denn gerade in diesem Bereich sind ständig Weiterentwicklungen im Gange, schliesslich steckt eine grosse Industrie dahinter. John Naisbitt schrieb bereits 1984 in seinem Buch über Megatrends: „Die Informationsfülle liegt so phantastisch hoch, dass wir uns durch Schreien bemerkbar machen müssen, um überhaupt gehört zu werden.“ Es wird jedem überlassen bleiben, sich seinen eigenen, persönlichen Umgang mit den neuen Medien zu erarbeiten. Schreien klingt aber nicht unbedingt nach einer sexy Variante. Text & Bild: Luis

Das heute grössere Problem liegt an der Erreichbarkeit – oder aber, am Gefühl zu haben, immer erreich19


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HIV-EPIDEMIE BIS 2030 VORBEI? ............................................................................................................................................. Die HIV/Aids-Forschung könnte schon sehr bald vor dem grossen Durchbruch stehen. Verschiedenste Forscherteams konnten in den vergangenen Wochen und Monaten mit ihren Projekten erfreuliche Erfolge vermelden.

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Nicht zuletzt durch die jüngsten Entwicklungen liess sich der Vize-Direktor des UNAIDSProgramms der Vereinten Nationen zu einer verheissungsvollen Prognose hinreissen: Während einem Treffen in Panama erklärte Doktor Luis Loures, dass die globale HIV-Epidemie im Jahr 2030 der Vergangenheit angehören könnte. Dieser Zeithorizont sei ein machbares Ziel. Das Ende der Epidemie sei daher möglich, da es Behandlungsmöglichkeiten und Wege geben wird, um die Infektion zu kontrollieren. Gleichzeitig erhebt Loures aber auch den Mahnfinger: Es werde auch dann noch Menschen geben, welche mit HIV leben, aber die Verbesserungen im Umgang mit dem Virus werden Neuinfizierungen seltener machen. Es sei daher auch besonders wichtig, dass man Risikogruppen wie SexarbeiterInnen, Männer, welche mit Männern Sex haben, sowie Drogensüchtige mit einbeziehe, denn wenn diese

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mittels der Hilfsangebote nicht erreicht werden können, dann wird der Virus auch weiterhin ein Problem bleiben. Diese Prognose machte Loures im Namen des 2013 Global Reports von UNAIDS. Darin wurde auch bekanntgeben, dass sich die HIV-Neuinfektionen bei Kindern seit 2001 um 52 Prozent reduzieren liessen, und über alle Menschen hinweggesehen um 33 Prozent. Anfangs September gab es etwa aus den USA äusserst vielversprechende Neuigkeiten: So konnten die ersten, erfolgreichen Testergebnisse einer Impfung mit dem Namen SAV001 verkündet werden. Die ersten klinischen Tests an Menschen haben im März 2012 begonnen. Dabei bekam die Hälfte der Probanden die Impfung verabreicht, die andere Hälfte ein Placebo. Die Auswertung der ersten Testphase hat nun bereits erfreuliche Resultate gezeigt. Die Impfung ist eine von ein paar wenigen auf der Welt, welche derzeit ausgiebig geprüft werden. Text: Dominique / Bild: Luis

Do, 28. November – So, 01. Dezember 2013 WORKSHOP-WEEKEND FÜR HIV-NEUDIAGNOSTIZIERTE MÄNNER UND IHRE PARTNER Du wurdest vor kurzem informiert, dass du dich mit HIV infiziert hast? An diesem Wochenende bestimmst du, welche Fragen du im Rahmen von Workshops zu Themen des HIV-positiv-Seins angehen möchtest. Die Workshops werden von Fachleuten geleitet, die auch schwul und zum Teil HIVpositiv sind und dir auch für persönliche Fragen zur Verfügung stehen.

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WENN MAN DEM BLAUEN DUNST ADIEU SAGT ............................................................................................................................................................ Stefan hat sich von der Glimmstange „getrennt“. Wir haben ihm dazu Fragen gestellt und ihn um Tipps gebeten für jene, die sich überlegen, ebenfalls mit dem Rauchen aufzuhören.

Wann hast du aufgehört zu rauchen? Am 11. Mai 2013 um 23:59 Wie lange und wie stark hast du geraucht? Ich habe ungefähr seit meinem 14. Lebensjahr geraucht. Heute bin ich 45 Jahre alt. Das heisst also mehr als 30 Jahre! Es gab Zeiten, da habe ich locker zwei Päckli am Tag und am Wochenende sogar noch mehr geraucht. Jetzt, zum Schluss, war es noch etwa ein halbes Päckli. Was war der Auslöser fürs Aufhören? Wir waren zu dritt in dieser Entscheidung! Wir sprachen an einem Abend über das Rauchen und den Wunsch nach dem Aufhören. Da beschlossen wir, dass wir aufhören, wenn das letzte Päckli der Stange geraucht ist. Das war dann eben am 11. Mai 2013 der Fall. War es der erste Versuch? Nein. Bei mir war es etwa der vierte Versuch. Ich hörte mal mit 18 auf und fing in der RS wieder an. Dann folgte etwa mit 25 nochmals ein erfolgloser Versuch. Vor etwa 8 Jahren schaffte ich es fast zwei Jahre rauchfrei zu bleiben. Nun hoffe ich, dass ich es wirklich durchhalte! Was war dieses Mal anders? Das innere Gefühl dazu. Früher hörte ich aus Vernunft auf. Es war nur der Kopf, der die Entscheidung trug. Heute ist es Kopf, Herz und Bauch. Ich fühle, dass ich es nun hinter mir habe und es nicht mehr brauche. Hat der Sport dabei eine Rolle gespielt? Definitiv! Ich habe vor zwei Jahren mit dem Mountainbiken begonnen und bin mindestens 3 bis 5 Mal in der Woche auf dem Fahrrad. Da habe ich das gut gemerkt, dass mir die Luft fehlte! Der Sport half mir aber auch, die befürchtete Gewichtszunahme zu verhindern. Ich habe überhaupt nicht zugenommen! Wie sieht es diesbezüglich bei deinem Freund aus und wie kann er dich unterstützen? Er hat zusammen mit mir aufgehört. Er war sogar der Auslöser. Wir unterstützen uns gegen26

seitig! Ich möchte mich ganz speziell bei Tom für diese weise Entscheidung und bei Markus für das Mitmachen und die Motivation bedanken! Ohne die Beiden hätte ich den Ausstieg nicht gewagt und es wäre mir auch nicht so leicht gefallen! Danke Junx! Was empfiehlst du jemandem, der aufhören möchte zu rauchen? Man kann es nicht erzwingen! Es braucht eine innere Entscheidung! Solange man gerne raucht und nicht fühlt, dass man es sein lassen möchte, sollte man sich den Stress des Aufhörens auch nicht auferlegen. Ist die innere Entscheidung gefallen, geht es fast von alleine. Also mir ging es auf jeden Fall so. Die reine Kopfentscheidung reichte bei mir nicht. Wer nicht ein Umfeld hat, das auch aufhört, wie bei mir, oder einen unterstützt, für den können vielleicht RauchstoppProgramme wie z.B. queer-quit.ch (Raucherentwöhnung speziell für schwule Männer) ganz hilfreich sein. Was war für dich das Schlimmste als du aufgehört hast? Die ersten drei Tage. Es gab so viele Gelegenheiten, bei denen ich früher automatisch zur Zigi griff. Nicht die Entwöhnung vom Nikotin oder die Sucht war für mich problematisch, sondern diese Automatismen! Man kann sich das aber schnell abgewöhnen. Sich in solchen Momenten ablenken und sich neue Gewohnheiten zulegen! Was ist für dich das tolle daran, nun nicht mehr zu rauchen? Ich esse gerne gut und trinke auch gerne ein gutes Glas Wein. Ich war überrascht, wie stark sich der Geschmacks- und Geruchssinn verbessert hat! Und beim Sport merke ich nun richtig, wie gut ich wieder durchatmen kann! Ehrlich gesagt, ich fühle mich nun einfach besser und fitter. Und mir fällt jetzt erst auf, wie sehr diese Qualmerei für die Nichtraucher stinkt! Also, ich bin jetzt kein Stinker mehr! ;) Interview. Luis Bild: bikernzh


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TIMELINE NACH RAUCH-STOPP: GESUNDHEITLICHE ASPEKTE Nach 20 Minuten: Dein Blutdruck und dein Puls sind wieder im grünen Bereich, die Blutzirkulation ist verbessert. 8 Stunden: Deine Zellen werden wieder normal mit Sauerstoff versorgt, das Risiko eines Herzinfarkts sinkt 24 Stunden: Das Kohlenmonoxyd aus dem Zigarettenrauch ist vollständig aus deinem Körper abgebaut. Die Lungen beginnen Schleim und Rauchrückstände abzubauen. 48 Stunden: Dein Köper ist nun nikotinfrei. Dein Geruchs- und Geschmacksinn verbessern sich. 72 Stunden: Das Atmen fällt leichter. Deine Bronchien entspannen sich, du verspürst mehr Energie 2 -12 Wochen: Die allgemeine Zirkulation in deinem Körper verbessert sich. 3 -9 Monaten: Atemprobleme, Atemknappheit und Keuchen verringern sich erheblich. Deine Lungenfunktion verbessert sich. 5 Jahre: Das Risiko für einen Herzinfarkt ist im Vergleich zu Rauchenden nur noch halb so hoch. 10 Jahre: Das Risiko für Lungenkrebs ist im Vergleich zu Rauchenden nur noch halb so hoch. Quelle: queer-quit.ch

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Guillaume, damals 14 Jahre jung, sass im Schulbus und befand sich auf dem Heimweg. Einer seiner Mitschüler forderte ihn zum Duell im Luftanhalten auf, und der gewann dann auch. Das liess Guillaume nicht auf sich sitzen, ging nach Hause und fing an zu üben. Das war der Anfang seiner Karriere. Eines Tages sah er zu, wie Männer von einer Klippe sprangen und so für ein paar Sekunden schwerelos in der Luft geflogen sind. Das hat ihn inspiriert und so kam er auf die Idee, das Fliegen erstmal im Wasser nachzuahmen. Seine grosse Leidenschaft für das Tauchen wurde geweckt und führte ihn zu Claude Chapuis, dem Gründer von AIDA International (Association Internationale pour le Développement de l‘Apnée) – eine Organisation, die sich auf das „Freitauchen“ konzentriert. Chapuis wird zu seinem Mentor. NACH UNTEN: LUNGEN VOLL PUMPEN Mit gerade einmal 20 Jahren brach Guillaume im Jahr 2002 mit 87 Metern Tiefe nicht nur den damaligen Rekord im Tieftauchen, er ist zudem bis heute der jüngste Rekordhalter aller Zeiten geblieben. Diese Rekordmarke durchbrach er darüber hinaus noch drei Mal, zuletzt vor zwei Jahren: Im Jahr 2011 tauchte er stolze 117 Meter in die Tiefe. Damit er so eine Leistung ohne Sauerstoffflasche überhaupt erbringen kann, muss er sich die Lungen mit Luft voll pumpen. Er hat dafür eine Technik erlernt, die ihm erlaubt rund 10 Liter Luft in seinen Lungen zu komprimieren. Normalerweise kann ein Mensch in etwa sechs Liter in die Lungen „einatmen“. Wenn er schliesslich in die grosse Tiefe abtaucht, dann ist er in Verbindung mit einem Seil und trägt eine Sonde an seinem Körper, damit sein Team, das sich oben auf dem Schiff befindet, seinen Tauchgang mitverfolgen kann. NACH OBEN: BESONDERS GEFÄHRLICH Auch wenn er am tiefsten Punk angekommen ist, ist es noch lange nicht gefährlich, und das obwohl seine Lungenflügel zusammengepresst, nur noch so gross wie zwei Orangen und nur noch mit 0,5 Liter Luft gefüllt sind. Der Aufgang ist der kritische Punkt: In einem Interview mit der Zeitschrift „Spiegel“ erklärt er diesen Knackpunkt so: „Der Weg an die Oberfläche ist viel schwieriger. Ich muss Schwimmbewegungen machen, um hochzukommen. Das ist anstrengend und verbraucht Energie. Den kritischsten Punkt erreiche ich knapp zehn Meter vor der Wasseroberfläche. Da brennt mein Körper, er ist sauer wie nach einem langen Spurt und produziert viel Laktat. Um das abzubauen, zieht er den letzten Rest Sauerstoff aus meinem Blut. Wenn ich gut gehaushaltet habe, verfüge ich über genügend Reserven.“ Auch wenn er sich Sicherheit als oberstes Gebot auf die Fahne geschrieben hat, so kam es 2006 dann doch zu einem Zwischenfall: Kurz vor 28

dem Erreichen der Oberfläche wurde er ohnmächtig. Doch da ab 30 Metern vor der Oberfläche immer Team-Mitglieder warten, konnte er sofort aus dem Wasser gehievt werden, wo er nach ein paar Minuten wieder zu sich kam. Da es sich also hier um eine Extremsportart handelt, können allfällige Unfälle im äussersten Fall tödlich sein. Mit dem Tod seines besten Kollegen Loïc Leferme im Jahr 2007, tauchte Guillaume in eine Krise, die ihn zu einer eineinhalb-jährigen Pause bewegt hat. Danach machte er weiter und tauchte zu einem weiteren Highlight in seinem Leben ab: Zur grossen internationalen Beachtung kam er damals, im Jahr 2010, als er den Kurzfilm „Free Fall“ auf YouTube veröffentlicht hat. Dieser Clip wurde inzwischen über 14 Millionen Mal angeschaut: Darin taucht er ins berüchtigte „Dean‘s Blue Hole“, ein 202 Meter tiefes Meeresloch auf den Bahamas. Sie ist die zweitgrösste bekannte Unterwasserhöhle und die neuntgrösste Höhle der Welt. TIEF, TIEFER AM TIEFSTEN Guillaume Néry wohnt heute in Nizza, wo er die Tauchschule seines im Jahr 2007 verstorbenen, besten Freundes Loïc Leferme weiterführt. Die Dame, die den Kurzfilm „Free Fall“ gefilmt hat, ist heute seine Freundin und die Beiden haben inzwischen eine Tochter. Die Tiefen des Meeres bleiben noch heute eine Leidenschaft. Wie tief aber kann es überhaupt gehen? Auf diese Frage antwortete er im Jahr 2011 gegenüber dem „Spiegel“ so: „1960 haben die Ärzte gesagt, dass wir nie über 50 Meter Tiefe kommen würden. Sie haben die unglaubliche Fähigkeit des menschlichen Körpers unterschätzt, sich immer weiter anzupassen. Freitauchen ist ein junger Sport, systematisches Training gibt es erst seit 15 Jahren. Wir sind noch weit vom Limit entfernt.“ Wie weit es nach unten gehen kann, zeigt der aktuelle Rekordhalter: Alexey Molchanov tauchte am 20. November des letzten Jahres mit einem Atemzug, und ohne Sauerstoffflaschen, unglaubliche 126 Meter in die Tiefe. Man darf gespannt sein, ob Guillaume nun selber einen neuen Plan ausheckt - wie damals, als sein Nebenbuhler im Schulbus die Luft länger anhalten konnte. Guillaume Néry wird am 15. November 2013 um 20h in Martigny im Rahmen von „Slide and Sound“ einen Film zeigen und zum Publikum sprechen. Der Anlass ist auf 400 Plätze begrenzt. Mehr Infos unter: www.slideandsound.ch Text: Luis Bilder: ZVG

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NACH UNTEN. NACH OBEN. ..................................................................

Ausklinken extrem… Tieftauchen und dabei die 100-Meter-Grenze hinter sich lassen: Einer der besten auf der Welt ist der 31-jährige, französische ApnoeTaucher Guillaume Néry. Dabei begann alles nur mit einem Kräftemessen unter Teenies.

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PARADISE - NOT FOR US ........................................................................................................................................... Ausklinken an den schönsten Orten der Welt – weisser Sandstrand, Palmen, warmes Meer: Leider ist diese Idylle oft ein Trugschluss, denn an vielen von diesen paradiesischen Orten sind LGBTs alles andere als willkommen. Mehrjährige Haftstrafen bis sogar hin zur Todesstrafe können drohen, aber auch Auspeitschungen oder wahre Verfolgungsjagden kommen häufiger vor als man denkt. Folgend eine Zusammenstellung unter dem Titel: Paradise – not for us…

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ANTIGUA UND BARBUDA: Der gleichgeschlechtliche Liebesakt ist illegal – die Strafen reichen bis hin zu 15 Jahren Haft. BARBADOS: Auch wenn Rihanna äusserst gayfriendly ist, auf Homosexualität steht in ihrer Heimat Barbados theoretisch lebenslange Haft, doch das Gesetz wird nicht mehr angewandt, was aber nicht heisst, dass sich dies nicht ändern kann. Die Toleranz gegenüber LGBTs nimmt aber den jüngsten Umfragen zu folge stetig zu. COOK ISLAND: Die Inseln im Pazifik sind zwar eigenständig, aber politisch mit Neuseeland verbunden. Obwohl Neuseeland die Ehe für gleichgeschlechtliche Paare in diesem Sommer vollständig geöffnet hat, ist die gleichgeschlechtliche Liebe unter Männern auf den Cook Islands nach wie vor illegal und kann mit bis zu 7 Jahren Haft bestraft werden. DOMINICA: Von der Einlieferung in eine Psychiatrie bis hin zu 10 Jahren Haft, dies sieht das Gesetz in Dominica in der Karibik für Homosexualität vor. Vor allem der Analsex zwischen Männern wird scharf geahndet, und es kommt auch immer wieder zu Verurteilungen. Auch Lesben können per Gesetz bestraft werden. GRENADA: Bis zu 10 Jahre Haft drohen Schwulen in Grenada – es gibt allerdings Bestrebungen Homosexualität zu entkriminalisieren. JAMAIKA: Einer der härtesten Orte für Schwule, Lesben und Transgender: Immer wieder kommt es zu gewaltsamen Übergriffen und gar zu Morden an LGBTs. Besonders in jüngster Zeit kam es zu einer wahren Gewaltwelle. Die weibliche Homosexualität ist legal, doch der Geschlechtsakt zwischen zwei Männern kann mit bis zu 10 Jahren Haft bestraft werden.

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KOMOREN: 5 Jahre Haft stehen auf männliche Homosexualität, da es sich dabei um einen Akt gegen die Natur handelt, heisst es im Gesetz. MALAYSIA: Obwohl die Bevölkerung etwas toleranter gegenüber LGBTs eingestellt ist, hält die Regierung an der Kriminalisierung von Homosexualität fest und wendet die Gesetze auch gerne an. Die Strafen könnten theoretisch bis zur Todesstrafe reichen, doch es sind auch Haftstrafen bis hin zu 20 Jahren vorgesehen – mit oder ohne Bussen und Auspeitschungen.

MALEDIVEN: Homosexualität ist auf den Malediven aufgrund der Sharia verboten. Laut dem Gesetz reichen die Strafen von Auspeitschen über Hausarrest bis hin zu sechs Jahren Gefängnis. Theoretisch wäre auch die Todesstrafe möglich. Gewaltsame Attacken bis hin zu Morden aufgrund von Homophobie kommen vor. MAURITIUS: Während die Sexualität unter Frauen legal ist, so können Schwule mit bis zu 5 Jahren Haft bestraft werden. NORDZYPERN: Das Land wird zwar nur von der Türkei als Staat anerkannt, doch trotzdem ist dies der letzte „Staat“ Europas, in welchem Homosexualität noch illegal ist. Es drohen Gefängnisstrafen. Es gibt allerdings seit längerem Bestrebungen, dieses Gesetz aufzuheben, doch bislang ist nichts geschehen. SAINT LUCIA: Die weibliche Homosexualität ist legal, doch der Geschlechtsakt zwischen Männern kann mit Geldbussen und bis hin zu 10 Jahren Haft bestraft werden – oder eine Kombination daraus. SAMOA: Auch hier täuschen die Südseestrände – Homosexualität ist in Samoa illegal und kann mit bis zu 7 Jahren Haft bestraft werden. SEYCHELLEN: Während Frauen vom Strafgesetz nichts zu befürchten haben, so drohen Männern bis zu 14 Jahre Haft. SRI LANKA: Per Gesetz verboten, wurde lange Zeit aber kaum geahndet. In den letzten Wochen und Monaten ist es aber wieder zu Übergriffen und wahren Verfolgungen von LGBTs gekommen. Aufgrund seiner Homosexualität musste sich bislang jedoch noch niemand vor Gericht verantworten. Die Strafen könnten von Bussen bis hin zu Auspeitschungen reichen, zudem könnte die Regierung psychologische Behandlungen anordnen. TRINIDAD & TOBAGO: Trotz Stars wie Nicki Minaj, welche sich auch für die LGBT Community einsetzen, stehen in ihrer Heimat bis zu 25 Jahre Haft auf Analverkehr, und bis zu 5 Jahre Haft auf alle anderen, gleichgeschlechtlichen Sexarten. Das Gesetz wird jedoch kaum mehr angewandt. TONGA: Sexuelle Aktivitäten unter Männern können mit bis zu 10 Jahren Haft bestraft werden – auch Peitschenhiebe können von den Richtern angeordnet werden.. Text: Dominique / Bild: Luis

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KLEIN, ABER FEIN:

MADEIRA ..................................................................

Keine Lust auf Touristen, dafür umso mehr Bock auf schöne Landschaften? Dann ab nach Madeira! Wer hierher fliegt, sucht keine Badestrände, sondern Blumen, Natur, Wanderungen und tropische Früchte.

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Wenn es um warme Temperaturen geht, dann ist Madeira ein Garant: Die durchschnittliche Tageshöchsttemperatur schwankt zwischen 19 Grad im Dezember und Januar und 25 Grad im Juli und August. Auch wenn sie den Ehrentitel „Insel des ewigen Frühlings“ trägt, so muss anfangs und Ende Jahr oft mit Niederschlägen und Wind, der hohe Wellen verursacht, gerechnet werden. Trotzdem: Wenn man grosses Glück hat, kann man sogar noch Ende November ein Sprung ins Wasser wagen, ohne wirklich ins Frieren zu kommen. Was von Madeira nicht erwartet werden darf, ist Luxus. Hier gibt es Natur pur und höchstens in der Hauptstadt Funchal ein Hauch von urbaner Luft. WANDERSCHUHE EINPACKEN Für alle „Wanderlustigen“ empfiehlt es sich ein Auto zu mieten und die Insel auf eigene Faust zu erkunden. Mit ihrer Länge von 57 Kilometern und einer Breite von 22 hat man nicht nur schnell die Übersicht, man kann bereits innerhalb einer Woche sehr viele Highlights besichtigen. Das Besondere an der Landschaft sind die grossen Höhenunterschiede, die zum Wandern und Staunen einladen: Viele Küsten fallen steil ins Meer ab. Häufig anzutreffen sind nicht nur Wasserfälle, auch Regenbogen erscheinen sehr oft am Himmel. Am besten kauft man sich vor der Reise einen Reiseführer und studiert bereits im Vorfeld die verschiedenen Wanderrouten. Etwa entlang der Levadas, der kleinen Wasserkanäle besonders im Nordteil der Insel, welche vor gut 300 Jahren von maurischen Sklaven angelegt wurden, und welche bis heute als Wanderwege gut gepflegt werden und grandiose Ein- und Ausblicke auf die Schönheit der Insel geben. Besonders empfehlenswert ist auch die höchste, sechs Kilometer lange Wanderroute vom Pico do Arieiro zum Berg Pico Ruivo, dem höchsten Berg Madeiras: Der Berg ragt stolze 1862 Metern in die Höhe. WENIG TOURISTEN Die Touristen bleiben oft in der Hauptstadt Funchal, weil es dort in der Nähe Strände gibt, und die sind auf Madeira eher selten anzutreffen. In Funchal kann man ausserdem den tropischen Garten besuchen und in einer Seilbahn über die Stadt fahren: Die Seilbahn hat 39 Kabinen, ist 3.718 Meter lang und benötigt für diese Strecke rund 15 Minuten. Eine weitere Touristenattraktion ist die Korbschlittenfahrt, wobei man von zwei Personen durch die

enge und gewundenen Gassen gezogen wird und so auf eine einmalige Weise wieder nach unten rast. Wenn man in den Norden fährt, so trifft man kaum Touristen an und wenn, so sind es meistens solche, die mit einem Car unterwegs sind, um dann am gleichen Tag wieder nach Funchal zurückzufahren. Die Insel ist verkehrstechnisch in einem sehr guten Zustand, denn Ende der Neunzigern wurde das Strassennetz stark modernisiert und viele Autobahnen sowie rund 140 Tunnel und aufwändige Brücken wurden gebaut. Im Norden kann man zum Beispiel eine Lavahöhle in Sao Vicente oder Naturschwimmbäder und ein Meeresaquarium in Porto Moniz besuchen. DELFINE UND INSELN Schwimmen mit Delfinen ist eine weitere grossartige Attraktion, die Madeira zu bieten hat. Häufige Besuche von Meeressäugetieren wie Walen und Delfinen können in den Gewässern von Madeira während dem ganzen Jahr beobachtet werden. Am besten bucht man eine entsprechende Bootsreise vor Ort. Es gibt neben Madeira aber noch Weiteres zu entdecken: Die Nachbarinsel Porto Santo liegt nicht weit entfernt, obwohl die zwei Inseln komplett verschieden sind. Während Madeira in der Regel grün und mit einer felsigen und steilen Küstenlinie ist, so präsentiert sich Porto Santo wegen dem 9 Kilometer langen Sandstrand in einem goldenen Farbton. Der beliebteste Weg auf die Insel ist mit der Fähre, obwohl Fliegen eine Alternative ist. Des Weiteren gibt es die Inselgruppe Desertas: Dies sind unbewohnte Inseln, die unter Naturschutz stehen. Wer also ein Mal eine Reise nach Madeira antreten sollte, der wird staunen, was diese doch sehr überschaubare Insel alles zu bieten hat. Und wer ein Mal da war, der kommt wieder zurück: Madeira macht eben Lust auf mehr. Text & Bilder: Luis

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OSCAR® PREISTRÄGER

OSCAR® PREISTRÄGER

MICHAEL DOUGLAS

MATT DAMON

Too much of a good thing is wonderful EIN FILM VON OSCAR ® PREISTRÄGER

STEVEN SODERBERGH

EINE PRODUKTION VON

JERRY WEINTRAUB

EIN DREHBUCH VON

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AB 10. OKTOBER IM KINO! PRÄSENTIERT EINE JERRY WEINTRAUB PRODUKTION MICHAEL DOUGLAS MATT DAMON “BEHIND THE CANDELABRA” DAN AYKROYD SCOTT BAKULA ROBAUSFÜHRENDELOWE UND DEBBIE REYNOLDS CASTING CARMEN CUBA,PRODUZICSAERT KOSTÜM ELLEN MIROJNINACH DEMCK SUPERVIMUSISORC EVYEN J KLEAN MUSIBEARBEIKALITSUNGCHE MARVIN HAMLISCH AUSSTATTUNG HOWARD CUMMINGS PRODUZENTEN GREGORY JACOBS SUSAN EKINS MICHAEL POLAIRE VON JERRY WEINTRAUB BUCH VON SCOTT THORSON UND ALEX THORLEIFSON DREHBUCH RICHARD LAGRAVENESE REGIE STEVEN SODERBERGH © 2013 Home Box Offi ce, Inc. All rights reserved. HBO ® and all related programs are the property of Home Box Offi ce, Inc.

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WATCH! MAN OF STEEL Kein Kryptonit auf demselben. Wie es damals Christopher Nolan mit Batman getan hat, so setzt auch Zack Snyder alles auf eine Karte und kreiert einen neuen Superman. Um das auch zu unterstreichen, nennt er den Film neu Man of Steel. Das ist, man kann es leider nicht anders sagen, nach dem miserablen Versuch mit Superman Returns (2006) auch dringend nötig gewesen. Das Merchandising für MOS war gigantisch, die neue Besetzung gut gewählt und der Schluss lässt auf eine gute Fortsetzung hoffen. Das Image von DC-Movies wurde wieder hergestellt. Es hätte zwar ein bisschen mehr auf

dem blauen Planeten geschehen können. Es ist schon fast ein bisschen zu sehr eine Weltall-Story geworden – die humanoide Lebensform kommt hier etwas zu kurz. Vielleicht wird das ja mit der Fortsetzung nachgeholt, wenn der neue Superman mit dem neuen Batman (er kann ja nicht fliegen!) zusammen die Welt vor dem Bösen beschützt (2015 im Kino). Gespannt darauf kann man sein. Schliesslich treffen hier zwei Superhelden der Extraklasse zusammen. Ob es dem Film auch gut tut, sehen wir dann. >ab Ende Oktober auf DVD, BD und BD 3D sowie als BD Collector’s Edition

IRON MAN 3 Zum dritten Mal schon kämpft Tony Stark alias Iron Man gegen die Bösen dieser Welt. Mandarin heisst der neue Feind. Dass die grosse Liebe von Stark, Pepper Potts, automatisch ein Schwachpunkt des Avengers-Helden wird und dies natürlich von der bösen Seite schamlos ausgenutzt wird, kann schnell erraten werden. Trotzdem: Witz und Charme von Robert Downey Jr. sei es gedankt, und so bleibt dieser Teil eine Marvel-Verfilmung, welche vor allem von Comic- und Actionfans nicht ungesehen gelassen werden darf. Die vielen rasanten Jagdszenen machen zwar etwas nervös und bringen einen an die Grenzen des Möglichen um zu verstehen, was eigentlich alles passiert – am Schluss ist aber alles wieder in Ordnung und die Erholung davon folgt sogleich. Ob Iron Man 4 kommt, ist leider noch ungewiss. In Avengers 2 können wir den eisernen Mann aber nochmals sehen - allerdings erst 2015. >ab sofort auf DVD, BD, BD 3D sowie als BD in der Limited Edition

DIE UNENDLICHE GESCHICHTE (REMASTERED) Meist zu Weihnachten kommen sie, die Evergreen-Filme für einen gemütlichen Abend zu Hause mit der ganzen Familie. Dazu gehört auch die Verfilmung des Romans von Michael Ende. Das Abenteuer von Bastian Balthasar Bux, der kindlichen Kaiserin, Atréju, und dem Drachen Fuchur ist vielen von uns bekannt. Das magische Buch, welches Wirklichkeit wird, den elf jährigen Bastian in die Welt der unendlichen Geschichte zerrt und als Retter von Phantàsien auserkoren hat. Göttlich süss. Nun wurde der erste Teil der Geschichte, welcher u.a. auch in den Bavaria Filmstudios in München gedreht wurde, neu restauriert. Leider nur dieser. Es wäre schön gewesen, wenn gleich alle drei Teile der Geschichte als restaurierte Fassung in einer Box veröffentlicht worden wären. Der Aufwand der Nachbearbeitung darf man aber wohl nicht unterschätzen – wie es auch in der enthaltenen Dokumentation zu sehen ist. Auch wenn der erste Teil der Beste ist: die vollständig restaurierte Saga-Box möge doch bitte noch kommen. Die unendliche Geschichte hat es verdient, in voller Pracht zu erstrahlen. >ab sofort auf DVD und BD Text: Gianni Antonitti

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WATCH! .............................................................................................

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JEUNE & JOLIE

BLUE JASMINE

Mit ihrer Familie wohnt sie in Paris, sie besucht das Gymnasium, und sie führt ein Doppelleben: Sie geht mit gutbetuchten Männern ist Bett. Niemand aus ihrem Umfeld ahnt etwas, ist sie doch erst 17 und das Geld hat sie weder nötig, noch interessiert sie sich dafür. Doch durch einen unvorhersehbaren Zwischenfall fliegt Isabelles Geheimnis auf und ihre Mutter fällt aus allen Wolken…

Woody Allen hat sich erneut eine ganz grosse Schauspielerin vor die Linse geholt: Nach Penélope Cruz, Rachel McAdams, Naomi Watts oder Scarlett Johansson war die Reihe nun an Cate Blanchett, und da überrascht es denn auch kaum, dass die Australierin schon jetzt als grosse Favoritin für die kommenden Oscars gilt. Europa hat der Filmemacher mittlerweile verlassen und sich wieder mal sein Heimatland als Dreh- und Angelpunkt für die Handlung ausgesucht, nämlich New York und San Francisco…

Nach den Kinoerfolgen „Potiche“ und „Dans La Maison“ kehrt François Ozon in unsere Kinos zurück, und mit auf die Leinwand bringt er die grosse Entdeckung des diesjährigen Filmfestivals von Cannes, die umwerfende Marine Vacth. Die Herausforderungen des Erwachsenwerdens macht Ozon dabei ebenso zum Thema, wie die jugendliche Experimentierfreude. Mit „Jeune & Jolie“ ist dem französischen Filmemacher einmal mehr ein faszinierender Film gelungen, formal und schauspielerisch auf höchstem Niveau. Kinostart: 10.10.13 36

Nach der Trennung von ihrem wohlhabenden Ehemann Hal muss Jasmine von ihrem komfortablen Leben in Manhattans Upper-Class Abschied nehmen. Sie zieht in das kleine Haus ihrer Schwester Ginger in der Nähe von San Francisco und versucht von da an wieder Ordnung in ihr Leben zu bringen. Kinostart: 21.11.13

L’ECUME DES JOURS Mit Filmen wie „Eternal Sunshine of the Spotless Mind“ oder „The Science of Sleep“ wurde er zum wahren Kritikerliebling, nun bringt uns Filmemacher Michel Gondry mit „Der Schaum der Tage“ – so der deutsche Titel - sein neustes Werk in unsere Kinos – und zwar mit der traurigschönen und herzzerreissenden Verfilmung des surrealen Kultromans von Boris Vian. Mit an Bord diesmal Audrey Tautou… Colin, ein wahrer Phantast und Tagträumer, wohlhabend obendrein, lebt in einer Welt, in der man auf einer Wolke durch die Luft reisen kann und Pianos Cocktails mixen, je nachdem welche Töne man gerade anschlägt. Dem Müssiggang ist er ebenso zugetan, wie dem Jazz und den Parties, doch um dies alles noch ein Stückchen mehr geniessen zu können, dazu fehlt ihm noch die wahre Liebe. Als er dann aber Chloé kennenlernt wendet sich das Blatt… Kinostart: 10.10.13

DON JON Joseph GordonLevitt spielt nicht nur die Hauptrolle in dieser Komödie über einen modernen Don Juan-Typ, sondern, er schrieb auch gleichzeitig das Drehbuch und legt mit dem Film auch sein Regiedebüt hin. Zum Cast holte er Scarlett Johansson und Julianne Moore mit an Bord! Er kommt aus New Jersey, widmet sich gut und gerne seiner Familie, seinen Freunden und der Kirche, doch im Schatten entwickelt er aufgrund von Internetpornografie unrealistische Erwartungen an de wahre Liebe. Er versucht gerade gegen seine Sucht anzukämpfen, als ihm just dann seine Traumfrau begegnet… Kinostart: 07.11.13 (DCH), 25.12.13 (FCH)


ELLE S’EN VA Die Rolle ist ihr wie auf den Leib geschrieben: Erfrischend und authentisch zugleich spielt Catherine Deneuve in „Elle s’en va“ Bettie, welcher eines Abends die Zigaretten ausgehen. Sie steigt in ein Auto, fährt los und lässt ihre Mutter, die Gäste und die Angestellten in ihrem bretonischen Restaurant einfach zurück. Doch in der Provinz kann sich die Suche nach Tabak in die Länge ziehen, und als sie spätnachts in einem Club gesellig ein paar feuchtfröhliche Stunden verbringt, wird auch unmissverständlich deutlich, dass sie eigentlich gar keine Lust hat, in ihr altes Leben zurückzukehren. So fährt Bettie immer weiter, besucht ihren Enkel und nimmt ihn mit auf eine Reise gegen Süden… Ob mit Polanski, mit von Trier oder Ozon, Catherine Deneuve hat während ihrer fünfzigjährigen Karriere schon mit vielen namhaften Regisseuren zusammengearbeitet. Nun hat sie Filmemacherin und Schauspielerin Emanuelle Bercot für diesen charmanten Roadmovie mit an Bord geholt, und entstanden ist eine beglückende Geschichte über eine Frau, die sich am Ende des Tages mehr wünscht als eine ausgedehnte Zigarettenpause… Kinostart: 24.10.13 37


EIN FILM VON

EMMANUELLE BERCOT

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Fortsetzung: WATCH ...........................................................................................................................................................

LIBERACE: DER FILM. ........................................................................................................................................................... Das bunte und pompöse Leben vom Pianisten und Lebenskünstler hätte einen überladenen Kinofilm ergeben können, doch Regisseur Steven Soderbergh – unter anderem auch durch den Film „Ocean’s Eleven“ bekannt – hat sich nicht vom berüchtigten Leitspruch von Liberace „Zu viel des Guten ist wundervoll“ blenden lassen und einen ausgewogenen Film erschaffen, der neben viel Spass, auch viel Spannung aufweist. Es geht um Rum, Geld, Sex, Anblick, Zickereien, aber auch um Liebe… vor allem aber geht es um die Geschichte eines Lebemenschen, der die Öffentlichkeit für sich nutzte und am Ende die grosse Show nicht ganz unter Kontrolle halten konnte: Zwar schien die Sonne auf der Bühne, jedoch nicht immer dahinter. Genau deswegen heisst der Film im Original, also in der US-Version, „Behind the Candelabra“, übersetzt „Hinter dem Kandelaber“. Er basiert auf dem gleichnamigen Buch seines Ex-Lovers Scott. Der Armleuchter auf dem Klavier wurde das Markenzeichen von Liberace (Michael Douglas), der dank der Verbreitung des Fernsehens in den 50er-Jahren, seine Karriere mit einem gewaltigen Kick nach oben pushen konnte. Er wurde zum Tausendsassa, zum Liebling der US-Nation, und trotzdem polarisierte er mit seiner Art. Seine Shows wurden immer extravaganter, seine Gagen immer Höher und sein Bestreben, seine Homosexualität geheim zu halten, immer bizarrer. Sein Lover Scott Thorson (Matt Damon) spielt dabei auch eine gewichtige Rolle. Es gibt an diesem Film so gut wie nichts auszusetzen, im Gegenteil: Niemals wird die Figur Liberace ins Lächerliche gezogen, sein künstlerisches Können wird gezielt unterstrichen, auch sein Lover packt man mit einer gewissen Neutralität an, und doch ist es unmöglich eine gewisse Tragik und Komik zu verstecken. Dass Michael Douglas und Matt Damon in einem solchen Umfeld zu schauspielerischen Höchstleistungen auftrumpfen, macht den Streifen zu einem Anwärter für künftige Film-Klassiker. Und zu guter Letzt spielt die Ironie des Schicksals eine Rolle: Liberace war damals in den USA eine grosse Nummer – in Europa hingegen weniger. Trotzdem wollte in seiner Heimat kein Film-Verlag die Geschichte fürs Kino finanzieren. Zu schwul! Also musste man sich mit einer amerikanischen TV-Ausstrahlung begnügen. In Europa aber, wo er weniger bekannt war, trägt man den Film auf Händen und macht dafür erfreulicherweise die grossen Leinwände frei. Was für eine verkehrte Welt… Kinostart: 10.10.13

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LIBERACE: SEIN LEBEN. .....................................................................

Liberace meinte an alles gedacht zu haben: Er wollte auch nach seinem Ableben ein makelloser Star bleiben. Im Showbusiness ist das jedoch nicht möglich. Wer auf der grossen Bühne steht, der wird zur Zielscheibe. Die grosse Hauptrolle spielte am Ende dann doch die Realität: Wie lief die Verkettung der wichtigsten Ereignisse in Liberaces Leben ab? Geboren wurde er im Jahre 1919 - sein gebürtiger Name: Władziu Valentino Liberace. Dieser Mann beherrschte vieles: Er konnte unglaublich gut Klavier spielen, er wusste zudem genau wie aufzufallen, wie er die Menschen unterhalten und verzaubern konnte, er spielte mit Bravour den sexy Charmeur und er beherrschte die Gabe, den Leuten die rosarote Brille praktisch automatisch auf die Nase zu drücken. Liberace liebte oder hasste man… Alles fing klein an, beziehungsweise, er fing schon klein an, und zwar mit Klavierspielen. Den ersten Quellen nach haute er bereits mit sechs Jahren sechs Stunden täglich übend in die Tasten. In den 1950er Jahren gewann er siebenmal nacheinander den Preis für den schnellsten Klassikpianisten der USA. Er war in der Lage, bis zu sechstausend Noten in nur zwei Minuten korrekt wiederzugeben und galt deswegen auch als schnellster Spieler der Welt. Damals tingelte er durch Bars und Clubs, bis ihn eines Tages ein Künstleragent in einem Casino entdeckt hat: Seymour Heller. Zu dieser Zeit war das Fernsehen in seinen Anfängen, doch obwohl TV-Macher ihre Bedenken hatten: Liberace wurde zum grossen TV-Highlight. Lasziv zwinkerte er beim Klavierspiel den Zuschauern zu - und die Ladys wurden dabei schwach.

nen dürfte: Er zerrte den grossen Künstler parallel dazu zur Live-Bühne. Virtuell und real: Alles dabei. Die Folgen daraus waren längst nicht mehr aufzuhalten und so kam der Hype dazu. Liberace schaffte das, was heute wichtigen Blogs zuzuschreiben ist: Die Vermehrung seiner Beliebtheit durch bekannte, und vor allem wichtige, Kanäle. Was heute YouTube ist, war damals das Radio: Liberace hatte es geschafft. Sowohl der Song „Mr. Sandman“ (1954 / Chordettes), als auch „My Baby Just Cares For Me“ (1957 / Nina Simone), kennen bis heute nicht nur Musikliebhaber. Liberace wird darin zudem, beim genauen Hinhören, namentlich besungen. Sogar in Zeichentrickfilmen war er präsent: In einer Passage mimte damals Bugs Bunny den Künstler am Flügel, mit einem Kandelaber oben drauf…

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„ICH BIN NICHT SCHWUL“ Doch inzwischen war der Künstler bereits über 30 Jahre alt, aber noch immer unverheiratet. Und 1956 kam es dann zu einem Eklat in England, als Liberace in der Kolumne „Cassandra“ der Zeitung „Daily Mirror“ mit der britischen Art von Humor als Schwuler bezeichnet wurde, was für weltweite Schlagzeilen sorgte.

Sogar Bugs Bunny machte auf Liberace

__________________________________________ Heller erkannte seine Anziehungskraft und machte daraus das, was man heute als Interaktivität bezeich-

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Fortsetzung: LIBERACE: SEIN LEBEN. In gewissen Zeitungen wurde damit das erste Mal überhaupt das Wort „Homosexueller“ veröffentlicht. Liberace ging vor Gericht, stellte klar, dass er weder schwul wäre, geschweige je homosexuelle Handlungen gehabt habe - und er gewann das Verfahren. Doch die Welle der Gerüchte fand dadurch kein Ende. Eine Frau musste also her - der Name Joanne Rio machte Ende 1957 die Runde. Am 7. Oktober 1957 konnte man in der Zeitung „St. Petersburg Time“ folgende Schlagzeile lesen: „She’s Joanne Rio, 23 – Love Comes To Liberace: He’ll Wed In A Year“ – die Hochzeit schien also bereits beschlossene Sache. Doch die weiblichen Fans liefen Sturm, indem sie den Zeitungen unzählige Leserbriefe schrieben, worin sie ihren Unmut darüber ausdrückten, so etwa in Zeilen wie dieser: „Du gehörst uns, nicht ihr“. DIE „FREUNDIN“ MUSS WEG Liberace begann langsam zu begreifen, dass ihm ein Karriereknick drohen könnte. In einer BBC-Dokumentation erinnert sich sein damaliger Agent Seymour Heller, wie Liberace zu ihm sagte: „Ich muss die Beziehung zu dieser Frau beenden.“ Die Tochter von Joanne Rio, Brigitte Barr, erzählte in der gleichen Dokumentation, dass sie glaubt, dass ihre Mutter für Liberace nur eine Spielfigur gewesen war, und er wohl nie wirklich die Absicht gehabt haben soll, Joanne Rio zu heiraten. Den Schlussstrich machte er damals nicht mal selber: Heller war der, der Joanne den Laufpass geben musste. Sein Ansehen wurde grösser und grösser, es floss immer mehr Geld und Liberaces Lebenslust stieg zunehmend in alle Richtungen. Junge Männer wurden zu seinem neuen Objekt der Begierde. Im Jahr 1977 lernte er, dank dem Choreographen Bob Black, den jungen Schönling Scott kennen. Und obwohl sie rund 30 Jahre Altersunterschied hatten, nahm die Geschichte ihren Lauf. Liberace überredete Scott dazu, zu ihm zu ziehen, für ihn zu arbeiten und sein Begleiter zu werden. Scott, am Anfang etwas unsicher, nahm das Angebot an. Ihre Beziehung wurde immer inniger und Liberace machte alle Wege für den Jungen frei, erfüllte ihm alle Wünsche und überhäufte ihn mit teuren Geschenken: Schmuck, ein eigenes Haus, Autos und Kleider. Zunehmend wurde aber klar, dass dies seinen Preis haben sollte: Scott befand sich immer mehr in einem goldenen Käfig, sein Leben durfte sich nur um den engen Liberace-Kreis drehen und schon bald stand er vor einer skurrilen Situation. Liberace wollte nämlich, dass sich sein Jüngling einer Schönheitsoperation unterziehe, mit dem Ziel, dass Scott so aussehen soll, wie Liberace, als er jung war. Der Künstler wollte aber scheinbar damit auch etwas anderes erreichen: Die Menschen sollen denken, dass Scott sein Sohn sei. Als ihre Beziehung schliesslich 1982 nach rund fünf Jahren zerbrach, zog Scott vor Gericht und verlangte 113

Millionen Dollar Unterhaltszahlung vom Star. Liberace bestritt aber jegliche intimen Verbindungen zu Scott, so dass dieser nachgeben und sich mit einer Abfindung von 57‘000 Dollar und ein paar materiellen Dingen begnügen musste. In den Medien bestritt Liberace weiterhin, schwul zu sein und stellte Scott absichtlich in ein schlechtes Licht, indem er der Öffentlichkeit verriet, dass Scott dem Kokain verfallen sei. Was noch keiner zu dieser Zeit wusste: Liberace sollte schon bald ein ganz anderes, noch schwerwiegenderes Problem haben. __________________________________________

Plant sein Ex-Lover Scott das nächste Buch?

__________________________________________ Die Show musste weiter gehen, bis am 2. November 1986 in der renommierten Radio City Music Hall in New York seine letzten Auftritte über die Bühne gehen sollten - 21 Auftritte in 18 Tagen, womit er während dieser Zeit rund 2.5 Millionen Dollar in seine Kasse spülte. Sein letzter öffentlicher Auftritt war schliesslich an Weihnachten, im Fernsehen, wo er im Rahmen der Oprah Winfrey Show ein Interview gab, welches einen Monat später ausgestrahlt wurde. Darin machte er eine sonderbare Bemerkung, dass Gesundheit das Wichtigste im Leben sei… Um die stand es bei Liberace nämlich nicht gut: Er war seit 1985 an AIDS erkrankt, was ihm am 4. Februar 1987 schlussendlich das Leben gekostet hat. Liberace bat davor seine Familie und seinen Agent, dass sie dafür sorgen sollen, dass keiner davon erfährt: Er sollte kremiert werden. Sein Agent erklärte vor laufender Kamera, dass der Star an Herzproblemen gestorben sei. Doch dies wollten nicht alle glauben: Sein Sarg befand sich bereits auf dem Weg zum Krematorium, als die Behörden anordneten, dass sein Körper untersucht werden soll. Als die Resultate der Obduktion öffentlich wurden, erfuhren die Menschen, an was der Star wirklich gestorben war. Sein Ex-Lover Scott brachte ein Jahr nach dem Tod von Liberace das Buch „Behind the Candelabra: My Life with Liberace“ heraus, und dies sollte später zur Grundlage für den aktuellen Liberace-Film werden. Scott ist noch heute am Leben, tritt seit Jahren von einem Fettnäpfchen ins andere und kommt immer wieder in Konflikt mit den Behörden. Und er soll bereits an einem Buch-Nachfolger arbeiten. Unser Vorschlag für dessen Titel wäre: „The Show must go on!“ Text: Luis

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WENN PROMINENTE FLÜCHTEN MÜSSEN ...................................................................................................................................................

Auch Stars brauchen ihre Ruhe, ihre Pause von der Öffentlichkeit. Oft nützen die fette Sonnenbrille und der grosse Hut aber nicht viel, denn ihre grössten Stalker sind meistens nicht die verrückten Fans, sondern vielmehr die Paparazzi. Doch zu „kämpfen“ lohnt es sich. Manchmal... Wenn man eine Person ist, welche in der Öffentlichkeit steht, heisst das nicht zwingend, dass Mann oder Frau pausenlos Schlagzeilen machen möchte, besonders nicht, wenn es um das Privatleben geht. Zugegeben: Es gibt genug gegenteilige Beispiele, sprich, Leute die sich liebend gerne in der Boulevardpresse sehen und unermüdlich alles dafür tun. Dafür sind Journalisten und Paparazzi natürlich äusserst dankbar. Andererseits dürften aber gerade jene, die versuchen vor Storys- und Foto-Jägern zu flüchten, das interessantere Objekt der Begierde sein. Die Berufsgattung „Paparazzo“ ist wohl älter, als man denkt, obwohl die Bezeichnung „Paparazzo“ noch gar nicht so alt ist: Im Film „La Dolce Vita“ aus dem Jahre 1960 gab es eine Figur von einem aufdringlichen Pressefotografen und der hiess Paparazzo. Seither entwickelte sich dieser Name zu einem einschlägigen Begriff in der Boulevardwelt. FOTOS ÜBER DEN TOD HINHAUS Der wohl älteste, bekannte Problemfall im Zusammenhang mit Paparazzi, welcher zu einem Gerichtsurteil führte, fand vor 115 Jahren in Deutschland statt und stand im Zusammenhang mit dem Tod von Otto von Bismarck, einem ehemaligen Graf, der später deutscher Politiker und Staatsmann wurde. Am Tag als Otto von Bismarck starb, verschafften sich die zwei Hamburger Fotografen Willy Wilcke und Max Priester ohne Erlaubnis Zugang zum Sterbezimmer und machten eine Bildaufnahme, welche sie zu verkaufen versuchten. Dafür schalteten sie Anzeigen in Berliner Zeitungen und versprachen darin, dem Meistbietenden das Foto zu verkaufen. Bismarcks Sohn Herbert gelang es jedoch, noch vor Veröffentlichung - mit Hilfe von Polizei und Justiz - die Fotoplatten beschlagnahmen zu lassen. Beide Fotografen wurden darauf zu Gefängnisstrafen verurteilt. Wer regelmässig Promi-Storys liest, der kennt sicherlich Stars, die ihre Fäuste gegen Paparazzi haben sprechen lassen. Diese Bilder oder Aufnahmen landen dann in Zeitschriften oder TV-Klatsch-Sendungen. Das ist keinesfalls eine Erscheinung, die sich in jüngster Zeit entwickelt hat, denn bereits mehr als 100 Jahre zuvor haben Paparazzi ab und zu eins auf die Schnauze gekriegt. Eine der ersten dokumentierten Attacken liegt 44

105 Jahre zurück und ereinigte sich am 22. Januar im Jahr 1908 in New York. Den damaligen Berichten zufolge verprügelte der ungarische Graf László Széchenyi, während einem Spaziergang mit seiner Begleiterin Miss Vanderbilt, den Fotografen Reilly, der von der Dame ungefragt ein Foto machen wollte. Den Anfang von entscheidenden Wendungen in der Gesetzgebung rund um Schutzmassnahmen für Promis, hatte nicht nur der tödliche Autounfall von Lady Di im Jahr 1997 in Paris ausgelöst. Noch heute kritisiert man die wilde Verfolgungsjagd durch die französische Hauptstadt und gibt den Paparazzi die Schuld am Tod der Prinzessin. Doch bereits zwei Jahre zuvor hatte eine andere Blaublütige - Caroline, Prinzessin von Monaco - den Paparazzi den Kampf angesagt. Nach jahrelangen Klagen und Prozessen schaffte sie im Jahr 2004 endlich das, was sie erreichen wollte: Die Umsetzung vom „Recht auf Achtung des Privatlebens“ soll auch für in der Öffentlichkeit stehende Persönlichkeiten gelten. Das vom Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte gefällte Urteil brachte für die gesamte europäische Presse erhebliche Einschränkungen in den Möglichkeiten der Berichterstattung über Details aus dem Privatleben von Prominenten.

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SCHUTZ DER PROMI-KIDS Auch in Amerika haben sich zwei Jahre später Stars und Sternchen im Bundesstaat Kalifornien gegen Paparazzi durchsetzen können, nach dem eine Serie von Autounfällen im Zusammenhang mit den Fotografen stattgefunden hat. Eine grosse Hilfe dabei dürfte nicht zuletzt die Tatsache gewesen sein, dass dort gerade zu dieser Zeit der Weltstar Arnold Schwarzenegger als Gouverneur tätig war. Er unterzeichnete am 1. Januar 2006 ein Gesetz, das die Möglichkeiten der Paparazzi stark einschränkt, indem es verbietet, Prominente im Auto zu verfolgen oder sie „einzukeilen“. Wer Unfälle verursacht oder handgreiflich wird, der riskiert hohe Geldbussen. So muss der Verklagte beispielsweise den entstandenen Schaden in dreifacher Höhe hinblättern und die Fotohonorare zurückzahlen. Noch heute gehen Promis in Kalifornien gegen Paparazzi vor. Jüngstes Beispiel ist die James Bond-Schauspielerin Halle Berry. Im August dieses Jahres verlangte sie ein zweites Mal vor Gericht, dass Kinder von Prominenten besser vor Fotografen geschützt werden sollen.


S W I T C H PROMI-JAGD AUS DER LUFT Die Jagd nach Promi-Fotos wird sich zukünftig noch in eine andere Richtung verlagern: Nach oben. Grund dafür sind Drohnen. Sie sind nicht nur billiger und leiser als Hubschrauber, sie lassen sich ausserdem fast lautlos über Gärten oder vor Fenster steuern. Ein Beispiel dafür lieferte im Juli dieses Jahres die Hochzeit von Tina Turner in Zürich, bei der man versucht hat, sich die Presse vom Hals zu halten. Ein Fotograf setzte jedoch eine ferngesteuerte Drohne ein, um sich ein Foto vom Happening zu ergattern. Doch er hatte Pech, denn zur gleichen Zeit war gerade ein Helikopter in der Luft, der Rosen auf das Paar und deren Gäste herunterwarf. Die Polizei griff sofort ein, da die Gefahr einer Kollision zwischen dem Helikopter und der Drohne bestand. Sie zwangen den Paparazzo sein Fluggerät zu landen und

beschlagnahmten zudem auch noch die Speicherkarte des Fotoapparats.

Die Fotos von Promis können teuer verkauft werden, gerade dann, wenn sie alles daran setzten, dass es keine Bilder geben soll. Da hilft wohl nur eins: Die Flucht nach vorne. Entweder Exklusivrechte vergeben oder, noch einfacher: Schnell mal ein paar Bilder twittern. Wobei… Exklusivrechte finanziell sicherlich viel attraktiver sind! Promis, Fotos und Geld: Diese Dreiecksbeziehung scheint seit eh und je eine Hassliebe zu sein - und es auch zu bleiben… Text & Bild: Luis Pestana Bildlegende: Bereich Roter Teppich an der Energy Fashion Show 2013

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CD-TIPPS ................................................................. gay.ch/music

2 0 . o k t ’ 1 3 kaufleuten Zürich

alex hepburn 3 0 . o k t ’ 1 3 härterei Zürich

lissie

9 . n o V ’ 1 3 härterei Zürich

baschi

1 9 . n o V ’ 1 3 härterei Zürich

John newman 2 4 . n o V ’ 1 3 werft 219 Zürich

the sounds 2 7 . n o V ’ 1 3 Volkshaus Zürich

tom odell 3 . d e Z ’ 1 3 härterei Zürich

silly

1 0 . f e b ’ 1 4 maag halle Zürich

ellie goulding VorVerkauf starticket.ch mehr infos: bymaag.ch & gadget.ch 46

POP / INDIE THOMAS DYBDAHL: WHAT‘S LEFT IS FOREVER Norwegen, die Erste: Von seinen Fans wird er liebevoll als „Pop-Nerd“ umschrieben. Und obwohl seine Stimme, welche immer wieder ins zarte Falsetto kippt, immer etwas Melancholie versprüht und er vom Weltschmerz singt, so ist sein neues Album trotzdem frisch und die Songs sind meistens von knackigen Middel-Tempo-Schlagzeug-Beats begleitet. Thomas Dybdahl ist in Norwegen längst ein angesehener Musiker, der mit den entsprechenden Auszeichnungen für seine musikalischen Leistungen immer wieder geehrt wird. Er ist so etwas, wie die schnellere Version von Scott Matthew. Zwar hat man manchmal das Gefühl, dass er in die grosse Melancholie von Antony And The Johnsons abzudriften droht, doch Thomas Dybdahls musikalischen Flügel scheinen dann doch zu luftig dazu zu sein. Ein Geheimtipp! ....................................................................... POP / ELECTRONICA MARIA MENA: WEAPON IN MIND Norwegen, die Zweite: Man könnte es schon fast ein bisschen so vergleichen: So wie Miley Cyrus momentan mit ihren gewagten Auftritten „schockiert“, so macht es Maria Mena mit der musikalischen Ausrichtung ihres neuen Albums. Sie wird natürlich die Meinungen spalten, aber Liebhaber von Musik, die nicht unbedingt Mainstream ist und Mut zu elektronischen Spielereien hat, werden sich sofort in „Weapon In Mind“ verlieben. Die Künstlerin selber sieht das so: „Ich wollte innovativ denken, alle meine Grenzen über den Haufen werfen, aber gleichzeitig all das beibehalten, was einzigartig an mir ist. Ich habe mich bei den Arbeiten an einem Album noch nie so frei und unbeschwert gefühlt.“ Letzteres ist sehr gut hörbar... .......................................................................


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BASTIAN BAKER ........................................................... Über Ausklinken, Privatleben und Paparazzi

S W I T C H

Besonders jetzt, wo dein neues Album erscheint, ist bei dir viel los. Was machst du, damit du Mal einen Gang zurückschalten kannst? Wenn ich mich ausklinke, dann fahre ich zum Beispiel zu meinen Eltern, weil die ein schönes Haus haben, mit einer grossen Wiese und einer fantastischen Aussicht auf die Berge. Oder ich fahre zu unserem Chalet in die Bergen. In der Natur kann ich mich am besten erholen, aber es darf auch mal ein Abendessen mit Kollegen sein. Wakesurfing eignet sich dazu auch sehr gut, das macht mein Kopf leer. Tennis spielen ist auch eine Möglichkeit… Ja, Sportmachen ist fürs Ausklinken im Allgemeinen gut, vor allem solchen, der vollen Einsatz und Kraft erfordert. Du sprichst nicht so gerne über dein Privatleben. Heizt du damit nicht die Medien an, wenn du dieses Thema absperrst? Ich spreche schon über gewisse Dinge, wie zum Beispiel, dass ich darauf stolz bin, dass meine Schwester in Amerika ist und dort ein Studium macht… Ich spreche aber nur über das, was ich will. Es ist ja nicht so, dass ich grundsätzlich vor einem Interview darum bitte, dass keine Fragen über mein Privatleben gestellt werden, ich erlaube mir einfach, gewisse Fragen nicht zu beantworten. Oder wenn ein Journalist bei mir zu Hause Fotos machen möchte, sage ich nein. Ich frage ihn ja auch nicht, ob ich bei ihm zu Hause Fotos machen darf. Schliesslich bin ich kein Produkt sondern ein Mensch, und ich finde, dass man meine Privatsphäre respektieren darf und soll. Zum Glück bist du nicht in England, dort sind die Paparazzi ein fleissiges Völkchen… In Frankreich passiert mir das. Einmal wollten wir nach einem Konzert essen gehen und draussen war ein Paparazzo, der uns dann anfing zu verfolgen. Wir haben uns daraus einen Spass gemacht und haben mit ihm gespielt. Mal sind wir schneller, mal langsamer gelaufen, mal haben wir die Richtung gewechselt, oder uns versteckt… Da er auf einem Motorrad war, war das für ihn recht anstrengend, für uns hingegen recht lustig!

Text: Luis Pestana Bild: ©Christoph Koestlin Aktuelles Album „Too Old To Die Young“

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„Closer To The Truth“

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JULIA MOTZ ......................................................................... 8 Fragen an die österreichische Newcomerin Der Song „Like One“ ist deiner Freundin gewidmet. Wie hat sie darauf reagiert? Sie war natürlich von den Socken. Sehr gerührt, überrascht. Oder vielleicht doch nicht so überrascht, ein bisschen hat sie diesen Song doch von mir erwartet. Was wäre ich für eine Songwriterin, wenn ich meiner Liebe nicht einen Song widmen würde? ;-)

Die Gay-Ikone bittet mit dem brandneuen Album ihre Fans wieder zum Tanz... OUT NOW!

“Fire Within“

Hast du auch Reaktionen aus der Community bekommen? Gute Zusprüche, positives Feedback und viele Likes! ;-) Und ein tolles Interview bei dem besten gay-Internetradio in Österreich: Q-Radio. Wenn in Österreich die Presse über dich berichtet, wirst du oft auf dein „Lesbisch-Sein“ angesprochen? Sehr selten. Aber das hat wahrscheinlich damit zu tun, dass ich mein Privatleben nicht unbedingt und offensichtlich zum Thema mache. Für mich steht meine Musik im Vordergrund, das ist meine Message. Ich mache aber auch kein Geheimnis daraus, dass ich mit einer Frau zusammen bin. Das Thema unserer Zeitschrift ist „Ausklinken“. Wie klinkst du dich vom Alltag ab? Abzuschalten gelingt mir am besten wenn ich mit meinem Hund Corleone spazieren gehe. Da versuche ich ganz bewusst meine Gedanken nicht abschweifen zu lassen und Probleme zu lösen, sondern nur das zu tun, was ich gerade tu. Im Auto Musik hören. Die für mich allerbeste CD zum Ausklinken ist „Whole New You“ von Shawn Colvin. Und mit meiner Freundin Filme oder Serien schauen, wir sind Serienjunkies.

BIRDY

ihr tlerin präsentiert Die Ausnahmeküns itionen. os mp Ko ller eigener zweites Album, vo le “Wings“ Inkl. der Hit-Sing

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Wohin gehst du am liebsten in den Urlaub? Gute Frage. Mein Fernweh ist gerade sehr gross, ich könnte überall hinfahren. Ich sehne mich nach Südafrika, Kapstadt. Wir hatten vor ein paar Jahren einen Urlaub dort und seitdem ist es sicher, dass wir wieder dort hin wollen. Oder Washington und New York in den USA, es ist schon zu lange her, dass ich dort war. Ich möchte unbedingt einmal nach Irland und mein nächster Städtetrip wird sicher wieder nach Hamburg ausfallen.


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........................................................................... Du schreibst hauptsächlich Songs auf Englisch, es gibt aber auch Lieder, die du auf Deutsch schreibst. Welche Sprache liegt dir mehr? Ich fühle mich in beiden Sprachen sehr wohl, früher sogar wohler in Englisch. Es ist manchmal schwierig auf Deutsch etwas gut und poetisch klingen zu lassen. Lustigerweise zieht es mich momentan aber gerade deshalb zum Deutschen. Ich mag die Herausforderung! Welchen Bezug hast du zur Schweiz? Oh, jetzt kommt eine typische Antwort: Ich liebe Lindt Schokolade. Bin quasi damit aufgewachsen, mein Onkel hatte früher eine kleine Confiserie in Velden, da habe ich mich oft selbst bedient.Leider war ich noch nie in der Schweiz, kann man aber auf jeden Fall zu meinen Reisezielen dazuzählen. Ein Bezug fällt mir noch ein - Sophie Hunger ist eine tolle Singer-Songwriterin aus der Schweiz. Ich mag ihre Stimme sehr. Wenn du für einen Tag Königin der ganzen Welt wärst, was würdest du in die Wege leiten, dass sich das auf der Welt verändert? Unter meinem Regiment würde ich sofort die Ausbeutung der Welt stoppen. Massenproduktionen würden eingestellt werden, Menschen und Tiere nicht mehr gequält werden, Kriege würden aufhören. Alle Waffen würden eingesammelt und vernichtet werden. Es gäbe eine sofortige Gleichstellung aller Menschen, egal welcher Sexualität, Religion, Herkunft, egal ob Mann oder Frau. Bildung, Medizin, Wasser, Essen für alle. Und natürlich müsste jedes Kind ein Musikinstrument lernen und adäquaten Musikunterricht geniessen. Musik macht alles besser, finde ich. ;-)

Julia Motz, Singer-Songwriterin und diplomierte Jazzsängerin, lebt seit über zwei Jahren in Graz und veröffentlichte im Frühling dieses Jahres ihr Debüt-Album „so close“. Für die Produktion arbeitete sie mit dem aus Wisconsin/USA stammenden Singer-Songwriter Chuck Lemonds zusammen. Das Songwriting ist neben dem Singen eines der grössten Talente von Julia. Im Jazz fand Julia immer ihre grossen Vorbilder, ihre Leidenschaft und Liebe liegen jedoch im American Folk. Beeinflusst von herausragenden Musikern wie Shawn Colvin, Joni Mitchell, James Taylor, Patty Griffin, Janis Ian oder auch Billy Joel, begleitet sie der Folk in vielen ihrer selbst geschriebenen Songs. Dazu eine Mischung aus Jazz und Pop, gefühlvollen Texten, akustischem Gitarren-Picking und Julias wunderschöner Stimme (so manche verglichen sie schon mit Norah Jones...) machen die Künstlerin aus. LINKS: www.motzmusic.com, www.myspace.com/JCMotz, www.facebook.com/motzmusic, www.youtube.com/JuliaCMotz

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M ARGARET CHO ............................................................................................. gay.ch-Leser interviewt Stand-up-Sensation

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Sie ist DIE Stand-up-Sensation aus den USA und die Gay Community rund um den Globus liegt ihr zu Füssen – am 16. Dezember kommt Margaret Cho erstmals in die Schweiz, um im Zürcher Bernhard Theater ihr neues Programm „Mother“ vorzustellen. Tristan hat der „Fag Hag“, so bezeichnet sich Maragret Cho auch gerne selber, vor ihrem Auftritt schon mal auf den Zahn gefühlt: Kennengelernt habe ich Margaret Cho’s Comedy auf Youtube. Ich hatte eigentlich nach einem anderen Comedian gesucht und landete ein paar Clicks später bei Margaret. Umso mehr hat es mich gefreut zu hören, dass die Gute in die Schweiz kommt. Ich hab mich damals schief gelacht und mich gefragt, warum diese Frau derart viel über Gays, unsere Community und schwulen Sex weiss. Ich nahm einfach an, sie wäre lesbisch, doch in Wahrheit ist sie einfach mit Drag Queens und Gays gross geworden. Ihre koreanische Familie lebte in San Francisco in einer Nachbarschaft, die sie selbst eine „Community aus Alt-Hippies, Ex-Druggies, Drag Queens, Chinesen und Koreaner“ nennt. „Kurz gesagt, es war ein Hexenkessel. Es war eine verwirrende, eingebende und wunderbare Zeit.“ In dieser versierten Nachbarschaft aufzuwachsen, prägte die Art, wie Cho auf der Bühne stehen kann und über Analsex so gelassen spricht, wie davon, Brot einzukaufen. Nun freue ich mich unendlich, dass Margaret Cho mit ihrer Tour „Mother“ auch in die Schweiz kommt. Was ist der Unterschied zwischen dir auf der Bühne und dir auf der Strasse? Margaret Cho: Ich glaube, zum jetzigen Zeitpunkt, sind die beiden ein und dieselbe Person geworden. Ich habe kein Bühnen-Alter Ego. Bisher ist es mir stets gelungen, mir selbst treu zu sein – wobei ich jetzt nicht weiss, ob das gut oder schlecht ist. Wie würdest du deine Show jemandem erklären, der dich noch nie gesehen hat? Ich bin eine schlüpfrige, ungehobelte, queere Comedian, die sich für Politik gleichermassen interessiert, wie für künstlerische Ausdrucksfreude und Rock and

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Roll. Meine Show ist sexy, sie ist crazy, sie ist gefährlich. Ich kann das am besten, was ich mache, nämlich Standup Comedy, die wahrscheinlich amerikanischste Form der Kunst. Du bist eine riesen Gay-Ikone. Hast Du das mit Absicht getan? Ich bin queer, technisch gesehen bisexuell und bin um Harvey Milk herum aufgewachsen. Ich habe die Geburtsstunde schwuler Politik miterlebt und habe die AIDS Epidemie überlebt – die LGBT Community ist meine Familie und mein Zuhause. Ich liebe es, dass man mich eine Gay-Icon nennt, das ist eine riesen Ehre und ein Privileg zugleich, und ich hoffe, dem jeden Tag gerecht zu werden. Was war eigentlich das Seltsamste, was dir jemals aus dem Publikum zugerufen wurde? “Asshole is the new vagina” - ausserhalb des Kontextes, nicht mal so seltsam... Wenn es auf der Welt nur eine Vagina und einen Penis gäbe; wer sollte diese haben? Ich würde gerne beide nehmen... oh, das darf ich nicht? Dann nehme ich die Vagina und beneide derweil den Penis. Welches Tier würdest Du am liebsten sein? Vermutlich so ein wilder Hund – auf jeden Fall eine Bitch, eine unzähmbare. Welche Erwartungen hast Du an Zürich, worauf freust du dich? Ich glaube, dass alle Menschen wunderschön und glamourös sein werden, immerhin geniesst eure Stadt diesen Ruf. Und ich freue mich auf „meatballs and foreskin.“ Margaret Cho – „Mother“ Mo. 16. Dezember 2013, 20h Bernhard Theater, Falkenstrasse 1 (neben dem Opernhaus), 8008 Zürich Tickets und Infos: www.gay.ch/events und www.bernhard-theater.ch Foto: Miss Missy

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AGENDA

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KONZERT-TIPPS ................................................................................................................................................... Mehr davon unter www.gay.ch/events

Sa.26. Oktober 2013, 20h ANE BRUN

Di.29. Oktober 2013, 20h GLORIA ESTEFAN

Dunkler, femininer, glasklar und mit zauberhaftem Tremolo durchdrungen, so lässt sich die Stimme der norwegischen SingerSongwriterin Ane Brun am Besten umschreiben. In ihrer Heimat bereits zum Superstar avanciert, mischt sie gekonnt Pop mit Folk und lässt dabei immer wieder ihre Wurzeln durchschimmern.

Eigentlich füllt sie ja die ganz grossen Stadien, daher ist es eine umso grössere Freude Gloria Estefan im schon fast intimen Rahmen der Baloise Session (ehemals Avo Session) zu erleben. Einzigartige Clubtischatmosphäre bei Kerzenlicht und dies nur wenige Meter von den Künstlern entfernt.

Komplexe und dennoch leichtfüssige Songs und mit ins Detail geschliffenen Melodien von schwebender Anmut und reizvoller Exzentrik, so bringt Ane Brun ihre Songs mit geradezu atemberaubender Eleganz auf die Bühne. Mit ihrem neusten Album „Songs 2003 – 2013“ im Gepäck schaut Skandinaviens Pop-Ikone am 26. Oktober für ein schweizexklusives Konzert im Zürcher X-tra vorbei. X-tra, Limmatstrasse 118, 8005 Zürich Tickets und Infos: www.gay.ch/events und www.allblues.ch Foto: zvg

Mit ihrem Temperament vermag die gebürtige Kubanerin, welche ihren ganz persönlichen American Dream in Miami verwirklichte, zu fesseln. Salsa Rhythmen und amerikanische Discobeats vermischt sie gekonnt zu ihrem eigenen Sound und damit eroberte sie die Charts rund um den Globus. Für ihr Konzert in Basel hat sich Gloria Estefan mit dem Kammerorchester Basel zusammengetan und gemeinsam präsentieren sie ihr neues Album, welches tief in der amerikanischen Kultur verwurzelt ist: Sie singt die Standards, die Gershwin und seine Kollegen für den Broadway schufen, und daneben wird sie auch ein paar ihrer grossen Hits neu interpretiert vortragen... eben ganz im Sinne von: An evening with… Event Halle, Messe Basel, Messeplatz, 4058 Basel Tickets und Infos: www.gay.ch/events und www.baloisesession.ch Foto: Sony Music

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Mo.28. Oktober 2013, 20h

2RAUMWOHNUNG Liebe, Freiheit, Schwule und Lesben, Lachen, Sex und Tod, Bewusstsein, Tanzen und Abstürzen, elektronisch und deutsch: Dies kurz der Inhalt ihres neusten Werks und damit besuchen 2raumwohnung auf ihrer aktuellen Tour am 28. Oktober die Härterei in Zürich. Sie schliessen einen Kreis: Angefangen haben sie mit elektronischen Beats, und nun, mit ihrem nunmehr siebten Album „Achtung Fertig“, sind sie wieder dort gelandet, mit Umwegen über Techno, Bossa Nova bis zu Punk und

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Neo-Wave. Mit dreissig verschiedenen Leuten in Los Angeles, San Francisco und Berlin aufgenommen, waren es vor allem die US-Metropolen, welche sie musikalisch inspirierten und weitergebracht haben. Der Abstand zu Berlin tat ihnen gut, wie das neue Album eindrücklich beweist. Damit liefern Inga Humpe und Tommi Eckart den Soundtrack für eine lange und durchtanzte Nacht und präsentieren ihn Ende Oktober live in Zürich. Härterei, Hardstrasse 219, 8005 Zürich Tickets & Infos: www.gay.ch/events und www.gadget.ch Foto: Das Kowalski Komitee

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ELTON JOHN

pr채sentiert sein neues Album

THE DIVING BOARD

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AGENDA TEGAN AND SARA ................................................................................................................................................... Konzert-Tipp: gay.ch als Medienpartner mit dabei Sa.09. November 2013, 19.30h Tegan & Sara

schon intimes Konzert in die Schweiz zurück, und zwar am 9. November in den Komplex 457.

Pop trifft Indie: Tegan and Sara eroberten die Billboard Charts, holten sich eine Grammy Nominierung und gehören zum heissesten Musikexport, der Kanada derzeit zu bieten hat. Die Zwillingsschwestern schauen am 9. November im Zürcher Komplex 457 vorbei und gay.ch freut sich ausserordentlich, das Konzert als Medienpartner zu begleiten.

Bereits mit 15 Jahren begannen die eineiniigen Zwillingsschwestern mit Gitarre- und Keyboardspielen und ihre eigenen Texte zu schreiben. Was bescheiden irgendwo nahe der kanadischen Rocky Mountains begann, schlug ein, und als dann Neil Youngs Manager auf die Beiden aufmerksam wurde, ging es mit ihnen aber richtig ab. Er nahm sie unter Vertrag und mit Kollaborationen, etwa mit David Guetta und Tiesto, eroberten sie alsbald von Nordamerika aus die Welt. Auch die White Stripes waren von den Schwestern angetan, so dass sie gar deren Song „Walking With A Ghost“ coverten.

In Nordamerika sind sie eine feste Grösse in der Musiklandschaft, gibt es Tegan & Sara als Duo doch bereits seit 13 Jahren. Sie schauen bei Jay Leno und David Letterman vorbei, gehen mit The Killers, Bryan Adams, Neil Young, The Black Eyed Peas oder Jack Johnson auf Tournee und heimsten sich bereits zahlreiche Nominierungen für Musikpreise ein – darunter auch eine Grammy–Nomination für „Get Along“. Nachdem sie in diesem Sommer bereits die grössten Openair–Bühnen gerockt haben, kommen Tegan & Sara nun für ein fast

komplex457, Hohlstrasse 457, 8048 Zürich Tickets und Infos: www.gay.ch/events und www.goodnews.ch Foto: Warner Music

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PARTY-TIPPS ............................................................................................................. www.gay.ch/party

AGENDA

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OKTOBER

.......................................................... Fr.04.10.13, 23h PARADISE GARAGE Paradiesisch geht’s zu und her im Supermarket: Bereits zum 11. Mal trifft Adam auf Adam und Eva auf Eva, nämlich an der Paradise Garage… Supermarket, Geroldstrasse 17, 8005 Zürich .......................................................... Fr.04.10.13, 22h SUPERGAY Befreundet mit den GameBoys- und der Escargotpartyreihen in der Kuppel, steigt Supergay gleich nebenan in der Garage, dem ehemaligen Annex. House, Techno und Elektro werden tonangebend sein in dieser Nacht. Garage, Binningerstrasse 14, 4051 Basel .......................................................... Sa.05.10.13, 22h MÄNNERZONE Wenn das kein Grund ist um die Korken knallen zu lassen: Zum 10–Jährigen lädt die Männerzone zur grossen Jubiläumssause in die hauseigene Bar und gönnt sich eine Freinacht! Männerzone, Kernstrasse 57, 8004 Zürich .......................................................... Sa.05.10.13, 22h GAMEBOYS: Mercury Die GameBoys laden wieder zum Spielen in die Basler Kuppel: Mercury heisst der Headliner der 56

Oktober-Party – unterstützt wird er zudem von Aslan. Kuppel, Binningerstrasse 14, 4051 Basel .......................................................... Sa.05.10.13, 21h ISOLA Schon einmal hat das Isola für viel Bewegung im Basler Nachtleben gesorgt und die Gay Community der Stadt belebt – nun kehrt die Party zurück… saXo, Theaterstrasse 4, 4051 Basel .......................................................... Sa.05.10.13, 22h WE PARTY Riesige Screens, eine ganze Schar an sexy Tänzern und energiegeladene Shows zeichneten die erste WE Party der Schweiz aus, und genauso fulminant geht es am 5. Oktober weiter... das bezeugt bereits der Titel: Formula! Komplex 457, Hohlstrasse 457, 8048 Zürich .......................................................... So.06.10.13, 17h X SONNTAG TANZ BAR Sonntag ist langweilig? Das war einmal. Angels, Flexx und Luca Papini haben die Köpfe zusammengesteckt und den neuen schwulen Sonntag im X-tra lanciert… Club X-tra, Limmatstrasse 118, 8005 Zürich .......................................................... Mi.09.10.13, 22h LIBERACE - Afterparty Nach der Vor-Premiere von „Liberace“ mit Michael Douglas und Matt Damon geht’s im Heaven an der Afterparty weiter. Und genau so extravagant wie Liberace, so wird auch der Club dekoriert sein. Heaven, Spitalgasse 5, 8001 Zürich ..........................................................

.......................................................... Do.10.10.13 LES GARCONS: Opening Vom Donnerstag, 10. bis zum 12. Oktober feiert Zürichs jüngster Zuwachs im schwulen Nachtleben sein grosses Opening: Die schwule Tanzbar im Kreis 4 orientiert sich ganz an der goldenen Art DecoZeit… Les Garçons, Kernstrasse 60, 8004 Zürich .......................................................... Fr.11.10.13, 22h ESCARGOT Deep-House ist das Markenzeichen der Escargot in der Kuppel, und die Hoflieferanten bei dieser Ausgabe sind Gianlukino, Mickey Morris, sowie die Suddenly Neighbours. Kuppel, Binningerstrasse 14, 4051 Basel .......................................................... Sa.12.10.13, 21h COME TOGETHER: 2nd Anniversary Die Come Together im Marquee Club im Zürcher Kreis 6 feiert seinen zweiten Geburtstag: QueerDancebeats von gestern bis heute werden Dir dazu aufgetischt…. Marquee Club, Weinbergstrasse 68, 8006 Zürich .......................................................... Sa.12.10.13, 23h QUEERPLANET Es ist die Party vor dem grossen Jubiläum im November im SUD, der 50igsten Ausgabe. Als Gast-DJ schaut diesmal DJ Mike im Singerhaus vorbei, und er wird neben Resident Taylor Cruz an den Decks stehen. Singerhaus, Marktplatz 34, 4051 Basel ..........................................................


.............................................................................................................................................................................. Von gay.ch unterstützte Parties ..............................................................................................................................................................................

.......................................................... Fr.18.10.13, 22h FRIGAY NIGHT Der dritte Freitag im Monat – von den Special Events einmal abgesehen – ist in Luzern immer fest in der Hand der Frigay Night: Zur Oktober-Ausgabe wird Resident-DJ C-Side aufspielen. Loft Club, Haldenstrasse 21, 6006 Luzern .......................................................... Fr.25.10.13, 22h CITYBOY meets LOCAL HEROS Nici Faerber, Nicolaj und Rearte vom Label Miteinander Musik übernehmen das Zepter an der Oktober-Cityboy. Beglücken werden sie ihre Gäste mit Deep- und Tech House. Heaven, Spitalgasse 5, 8001 Zürich .......................................................... Sa.26.10.13, 23h JACK Entschwebe dem Herbst und tauche ein in die fantastische Welt von Jack – zelebriere die Vielfältigkeit, feire die Diversität und amüsiere Dich nicht zuletzt mit den heissesten Gays der Stadt: Jack lädt zur Fantastic Plastic Elastic-Issue… Festsaal im Kaufleuten, Pelikanplatz, 8001 Zürich .......................................................... Sa.26.10.13, 23h VIRAGE Nicolas Nucci und Ben Manson heissen die beiden Headliner der zweiten Virage im Genfer Moa Club… MOA Club, Chemin des Batailles 22, 1214 Vernier (Genf) ..........................................................

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NOVEMBER

.......................................................... Fr.01.11.13, 22h CHAINED PARTY Diesmal laden die angels zu einer Premiere: Das Black Party-Weekend im Volkshaus beginnt nämlich bereits am Freitag, und zwar mit der Chained Party mit The Oli, Angel O. und José Parra… Volkshaus, Helvetiaplatz, 8004 Zürich .......................................................... Fr.01.11.13, 23h TURNT Die Premiere ging bis weit in den Samstag hinein – und genau so wird es auch beim Zweitling werden: Bassbüro, Deneha, Stefan Nolic und Daniel Ray heissen die Soundlieferanten diesmal bei Turnt! Revier, Hohlstrasse 18, 8004 Zürich .......................................................... Sa.02.11.13, 22h angels BLACK PARTY Drei Floors – sechs DJs – ein Volkshaus – eine Black Party: Mickey Friedmann, Guy Scheiman, Ajaxx, Angelica Fravi, Vasco und Angel O. heissen die Acts und support kriegen sie von den Angels Dancers. Volkshaus, Helvetiaplatz, 8004 Zürich .......................................................... Sa.02.11.13, 21h ISOLA Das Partylabel wurde wieder aus seinem Dornröschenschlaf erweckt: Jeweils am ersten Samstag im Monat im Club saXo an der Theaterstrasse. saXo, Theaterstrasse 4, 4051 Basel ..........................................................

.......................................................... Sa.02.11.13, 22h WINTER BREAK Die ganze Schweiz friert zum Winteranfang! Die ganze Schweiz? Nein, in einem Club in den Tiefen des Niederdorfes wird der Sommer gefeiert! Ausnahmsweise bereits ab 16 Jahren… Heaven, Spitalgasse 5, 8001 Zürich .......................................................... So.03.11.13, 05h BLACK AFTERHOUR Nach zwei Tagen im Volkshaus, geht’s zur Afterhour ein Haus weiter, nämlich in die Alte Kaserne: Mit dabei sind The Oli, Angy Dee, Vasco und Ajaxx… Alte Kaserne, Kanonengasse 16, 8005 Zürich .......................................................... Fr.08.11.13, 23h - PARADISE GARAGE Zwischen Ende der Siebzigerjahre und 1987 setzte Paradise Garage, die schwule Kult–Location im Greenwich Village in NYC, Massstäbe in der Club–Kultur: Dieses Feeling hält nun im Supermarket Einzug. Supermarket, Geroldstrasse 17, 8005 Zürich .......................................................... Fr.08.11.13, 22h SUPERGAY Musikalisch wird die Supergay von den Residents Dead Poets, Gene Halter und Luca Mueller, verantwortet, und sie werden Dir in dieser Nacht Techno, Tech-House und Deep-House liefern… Garage, Binningerstrasse 14, 4051 Basel ..........................................................

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PARTY-TIPPS .............................................................................................................. www.gay.ch/party

AGENDA

.......................................................... FORTSETZUNG NOVEMBER .......................................................... Sa.09.11.13, 21h COME TOGETHER Die 30plus Partyreihe geht am 9. November in die nächste Runde: Wieder werden Dir im Marquee Club queere Dancebeats von gestern bis heute serviert. Marquee Club, Weinbergstrasse 68, 8006 Zürich .......................................................... Sa.09.11.13, 22h JUNGLE - Dialogai Party Die Jungle macht diesmal einen Ausflug nach Genf und richtet die Dialogai Party aus – ein Event ganz zu Ehren der Schwulenorganisation… Palladium, Rue Du Stand 3bis, 1204 Genf .......................................................... Sa.09.11.13, 23h MILKSHAKE Nach längerer Pause meldet sich das Label auch in diesem Jahr wieder zurück: Am 9. November reisst sich die Milkshake wieder das Adagio unter den Nagel… Adagio, Gotthardstrasse 5, 8002 Zürich .......................................................... Fr.15.11.13, 23h 3 JAHRE (MIS)BEHAVE Zum dreijährigen Jubiläum kehrt das Label Behave wieder an den Ort seiner Geburt zurück: Nämlich in die Friedas Büxe. An den Decks 58

stehen dazu Naked Tunes und Gleichschritt. Frieda‘s Büxe, Friedaustrasse 23, 8003 Zürich .......................................................... Fr.15.11.13, 22h ESCARGOT Dani Nydegger wird sich an der November-Escargot in die Herzen der Partygänger spielen: Unterstützt wird er zudem von den Residents Mickey Morris und Suddenly Neighbours… Kuppel, Binningerstrasse 14, 4051 Basel .......................................................... Fr.15.11.13, 22h FRIGAY NIGHT DJ C-Side heisst der Headliner der ersten von zwei November-Frigay Nights im Loft Club: Am 29. folgt dann ein Frigay Special… Loft Club, Haldenstrasse 21, 6006 Luzern .......................................................... Sa.16.11.13, 22.30h REVOLUTION BALLROOM Kim Voltage ist der Stargast in dieser Nacht – die berühmte Dragqueen wird Dich mit ihrer Performance in ihre Traumatmosphäre entführen. Daneben wird zudem auch noch DJ Mr. Sanchez an den Decks stehen. Gaskessel, Sandrainstrasse 25, 3007 Bern .......................................................... Sa.23.11.13, 22h BOYAHKASHA Fortuna La Grace Nach einer längeren Pause kehrt Boyahkasha auf den Partykalender zurück: Zur Verstärkung holt das Label Zaine Fierce, Zach Burns, Acee, Raffiness und Zör Gollin an die Decks… Vior, Löwenstrasse 2, 8001 Zürich ..........................................................

.......................................................... Sa.23.11.13, 22h QUEERPLANET 50. Party – Jubiläum Vor 7 Jahren gestartet, ist queerPlanet bereits bei der 50. Party angelangt – und dazu verlegt das Label seine Jubiläumsparty ins umgebaute SUD. Ein Ständchen bringen neben Resident Taylor Cruz, auch noch Drag-DJane Miss Delicious und Star-House-Diva Tara McDonald. SUD, Burgweg 7, 4058 Basel .......................................................... Fr.29.11.13, 22h CITYBOY meets Chantal’s House of Shame Cityboy holt eine der legendärsten Figuren der Berliner Partyszene nach Zürich. Jeder Berliner Schwule und wohl auch die meisten Gäste waren schon an der legendären Party „Chantal’s House of Shame“. Chantal bringt zur Verstärkung noch Maringo mit… Heaven, Spitalgasse 5, 8001 Zürich .......................................................... Fr.29.11.13, 22h FRIGAY NIGHT - Special Immer wenn ein Monat fünf Freitage hat, dann gibt es im Loft jeweils zwei Frigay Nights im Monat, sprich, wie gewohnt am dritten, aber auch noch am fünften Freitag. Im November ist es wieder soweit, diesmal mit Pra-vos. Loft Club, Haldenstrasse 21, 6006 Luzern .......................................................... Sa.30.11.13 EIN ABEND ZUM WELTAIDSTAG: Afterparty Tim Fischer kommt zum diesjährigen Abend zum Weltaidstag ins Basler Schauspielhaus: Nach dessen Konzert startet im Foyer die Afterparty… Schauspielhaus, Steinentorstrasse 7, 4051 Basel ..........................................................


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Do. 10. Okt bis Sa. 12. Okt. 2013 LES GARÇONS Zürichs Nachtleben erhält Zuwachs… Les Garçons, die schwule Tanzbar im Herzen des Zürcher Kreis 4 feiert vom 10. bis zum 12. Oktober seine grosse Eröffnung. Fotos aus der goldenen „Art Deco“-Zeit, Möbel dem Stil dieser Epoche angepasst und einen Salon Rouge: Das Les Garçons widmet sich in seiner Einrichtung ganz den 20ern des vergangenen Jahrhunderts. Die grosse, halbrunde Bar bildet dabei den Mittelpunkt des Lokals, und vor allem am Freitag und Samstag kommt die kleine Tanzfläche und das DJ Pult zum Einsatz. Auch ein grosszügiges Fumoir ist vorhanden. Mit dieser Neueröffnung etabliert sich der Kreis 4 noch stärker als Treffpunkt der Gay Community, denn in unmittelbarer Umgebung liegen bereits die Männerzone, die Magnus Bar, sowie die Moustache und die Renos Sauna, zum Daniel H., Café Aron, sowie zum Huusmaa sind es auch nur wenige Schritte. Die grosse Eröffnung des Les Garçons feiert Rashid und seine Crew vom Donnerstag, 10. Oktober, bis zum Samstag, 12. Oktober, danach ist die Tanzbar während sieben Tagen die Woche jeweils von 17 Uhr bis 2 Uhr geöffnet, und am Freitag und Samstag jeweils bis 4 Uhr morgens. Wir wünschen den Jungs einen guten Start ins Nachtleben. Les Garçons, Kernstrasse 60, 8004 Zürich Website: www.garcons.ch

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PLACEBO LOUD LIKE LOVE Das neueste Meisterwerk des Trios: Laut, geil, rockig. OUT NOW!

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AGENDA: Special Events Fr, 25. Oktober 2013 CHECKPOINT IM GESPRÄCH Gaht’s guet? – Säg nüt! Der Freund schmollt, der Chef droht, der Kopf brummt und über der Stadt löst der Hochnebel den Smog ab. Andauernde Belastungen und Sorgen können zu Depressionen führen. Checkpoint erklärt den Zusammenhang von Stress und Depressivität und gibt Tipps, um gesund und fit zu bleiben. Vortrag und Diskussionsleitung: Stephan Dietiker, Psychologe beim Checkpoint Zürich Die Veranstaltungen der Reihe „Checkpoint im Gespräch“ finden immer am letzten Freitag im Monat im Restaurant Bubbles statt. Ab 18 Uhr Apéro, 19 Uhr Vortrag und anschliessend Essen & Trinken. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Restaurant Bubbles, Werdstrasse 54, 8004 Zürich .......................................................................... 7. bis 13. November 2013 QUEERSICHT – Lesbisch-schwules Filmfestival Bern Auch in diesem Jahr bringt Queersicht wieder die Höhepunkte des „queer cinema“ nach Bern. Gewidmet jenen Filmen, welche es nicht ins „normale“ Kino schaffen, zeigt das lesbisch-schwule Filmfestival in seinem Programm wieder Kurz-, Spiel- und Dokumentarfilme aus Ländern rund um den Globus. Auch diesmal wird wieder ein Kurzfilm mit dem Publikumspreis „Die Rosa Brille“ ausgezeichnet.

Sa.30. November 2013, 19h EIN ABEND ZUM WELTAIDSTAG Nach Georgette Dee im vergangenen Jahr, so kommt diesmal Tim Fischer zum Weltaidstag ins Basler Schauspielhaus, um Chansons von Georg Kreisler zu singen. Die Thematik von HIV & Aids ist im Fokus an diesem Abend, doch für einmal konzentriert sich die Botschaft weniger auf das NEIN zur Infektion, sondern vielmehr auf das JA zum Leben, welches Ersteres nach wie vor voraussetzt. Tim Fischer und Georg Kreisler (1922 – 2011) waren Freunde, und so ist es auch kaum verwunderlich, dass der grosse Chansonnier die Perlen des „Konigs des schwarzen Humors“ interpretieren kann, wie kaum ein anderer: Er erweckt die Kreislerschen Figuren zum Leben und kitzelt als eine Art Medium die absurde Komik aus den sprachgewaltigen Texten. Begleitet wird Tim Fischer an diesem Abend von seinem kongenialen Pianisten Rüdiger Mühleisen. Um 19 Uhr ist Türöffnung, und es gibt eine Benefiz-Suppe, um 20 Uhr beginnt das Programm im Foyer, um 20 Uhr 15 ist der Einlass zum Konzert. Im Anschluss an Tim Fischer gibt es im Foyer des Schauspielhauses zudem eine Afterparty. Schauspielhaus, Steinentorstrasse 7, 4051 Basel Tickets und Infos: www.gay.ch/events und www.weltaidstag-basel.ch

Getragen und organisiert vom Verein „Queersicht“, belebt das Festival mit seinem Rahmenprogramm auch die sonstige, schwullesbische Kultur in Bern. Daneben hat es sich Queersicht auch zur Aufgabe gemacht, die Promotion und Vermittlung des Schweizer Filmschaffens zu unterstützen: So greift der Verein in diesem Jahr zwei bis drei Filmschaffenden, welche ein Filmprojekt mit LGBT-Bezug planen, finanziell unter die Arme. Informationen zur 17. Ausgabe von queersicht findest Du unter: www.gay.ch/events und unter www.queersicht.ch .......................................................................... © Stefan Malzkorn

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OFF

TANTE TRATSCH:

STOP FACEBOOK NONSTOP ...........................................................................................

Wenn du zur Sorte gehörst, die ständig alles auf Facebook oder Twitter stellt, dann lies nicht weiter. Du könntest mich danach hassen. Klar, es ärgern sich viele: Über die ständigen Spielchen-, Gruppen-, Events- und sonstige Einladungen, man wird ungefragt auf Fotos markiert und so weiter. Es ist eine Wissenschaft, was man wo einstellen oder löschen muss…. Oder wenn man sich entschieden hat, Freunde in Gruppen einzuteilen, inzwischen aber schon so eine grosse Anzahl an Freunden hat, dann muss man dafür wiederum viel Zeit investieren… Ausserdem muss man ja jederzeit damit rechnen, dass die Betreiber die Regeln ständig neu anpassen oder ändern und so weiter und sofort. Ich kenne Leute, die haben das Profil einfach gelöscht und basta. Na ja, und basta? Scheinbar sind die Sachen ja dann irgendwo noch auf einem Server in Amerika, China oder auf dem Pluto. Toll. Mir fängt FB immer mehr an zu „stinken“: Was interessiert mich, wer, wo, was mit wem macht, oder ist, oder war… Und wieso müssen gewisse Leute von morgens bis abends posten? Guten Morgen, „en Guete“, gute Nacht. Mitteilungssüchtig, hungrig nach „i likes“ oder was? Wenn ich einfach alles posten würde, dann hätte ich ja keine Überraschungen mehr parat für meine echten Freunde. Also echt sind die, die ich auch wirklich treffe. Beispielsweise mein Stecher, dem ich guten Morgen sage, meine Nachbarin, der ich „en Guete“ wünsche und meine Freundin, der ich nach einem Glas Wein gute Nacht sage, bevor ich nach Hause fahre. Und wenn ich auf dem Heimweg bin, dann sitzen sie da: Der Rücken nach unten gekrümmt, die Augen auf das Handy gerichtet, die Finger auf dem Bildschirm… Ja, der nächste Post auf Facebook ist wohl im Anmarsch: „Sitze im Tram und fahre nach Hause. Gute Nacht allerseits…“ Dabei: Es war gerade so ein schöner Sonnenuntergang… Aber vielleicht postet die Person ja gerade ein Foto vom Sonnenuntergang…. Twitterliti, twitterlita… Bla, bla, bla! Sie werden immer häufiger: Die Tage an denen ich Null Bock auf all diese Einträge habe. Ich lass die Kiste aus, das Handy auch, packe mein Velo und fahre irgendwohin, wo ich keinen oder nichts ansehen muss. Weder jener, der was schreibt, noch was er schreibt. Und ich 62

werde dann bestimmt auch nur den Sonnenuntergang geniessen und davon kein Foto machen. Dann mache ich ein Bier auf und geniesse den Moment und die Ruhe. Dann muss ich an sie denken. Jene, die bestimmt gerade am posten sind. Und sollte der Tag kommen, wo Facebook es auch noch schafft, dass man Düfte wahrnehmen kann, dann werden sie sogar ihr Bierduft durch das Internet verstreuen... Meine Fresse… Verschont mich! Text: Tante Tratsch www.gay.ch/blog Bild: Luis Pestana


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KATY PERRY präsentiert ihr neues Album: inkl. der Hit-Single „Roar“

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PRISM

Ausklinken  

Ein ehemaliger Werbemann erzählt, wie er Selbstversorger geworden ist. Tante Tratsch hingegen bittet um etwas Facebook-Distanz. Ausserdem: O...

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