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Nr. 4 / 2012 6,50 Euro

Jahresabschlusszeitung Ride Arabians, because it`s fun ! www.gawa-online.de

SPORT ► GAWA - Cup 2012 - die Gewinner ► German Open in Kreuth ZUCHT ► Der Shagya - rittiger Allrounder aus Reinzucht AUSBILDUNG ► Reitbeteiligung Segen oder Fluch?

Gebisswahl: Spagat zwischen physikalischen Gesetzen und persönlichen Vorlieben inkl. Bericht von Salzkotten, dem GAWA-Symposium, Horse&Dog-Trail, Terminvorschau 2013 ...


EDITORIAL

Liebe GAWA - Mitglieder, liebe Freunde des Western gerittenen Arabischen Pferdes, >> Alle guten Dinge sind vier. << Mhhhhhh? Warum denn vier? ... Ich weiß, dieser Spruch geht eigentlich ganz anders, aber leider muss ich euch bekannt geben, dass die vierte Ausgabe der GAWA-Jahresabschlusszeitung auch die letzte sein wird. Dies zu verkünden tut mir persönlich in der Seele weh, aber aus gesundheitlicher und leider auch beruflicher Sicht ist es mir fast unmöglich, eine Zeitung in Eigenregie mit 60 Seiten Umfang heraus zu bringen, sodass wir uns vom Leitungsteam gemeinsam schweren Herzens entschlossen haben, die Zeitung einzustellen. Widerspiegelt sich das Ganze am immer späteren Erscheinungszeitpunkt. Dafür möchte ich mich auch noch einmal bei euch entschuldigen! Trotzdem können wir auch etwas Positives verkünden. Im Gegenzug dafür werden wir unsere News auf der Homepage deutlich weiter ausbauen und kleinere Artikel von euch bzw. Turnier- / Kursberichte zeitnah veröffentlichen. Ich hoffe, dass un-

sere Entscheidung bei euch nicht allzu sehr auf Kritik stößt und ihr Verständnis dafür habt. Ich wünsche euch daher schon jetzt viel Spaß beim Lesen, der vorerst letzten Ausgabe, es warten wieder spannende Themen auf euch: Das Symposium 2012 war wie immer ein voller Erfolg und auch 2013 war es wieder rekordverdächtig schnell ausgebucht. Alles zum Thema GAWA-Cup und den Gewinnern findet ihr ebenfalls wieder im Heft. Diesmal wurden wir sogar tatkräftig aus unserem lieben Nachbarland Österreich beim Schleifen sammeln unterstützt. Zwei Artikel, die sicherlich Diskussionsstoff bieten findet ihr weiter hinten im Heft zum Thema „Gebisswahl“ und „Reitbeteiligung“. Ein Rasseportrait über den Shagya, sowie Berichte zum Hausturnier, dem GAWA-Kurs, einem Wanderritt und auch über den Horse & DogTrail gibt es ebenfalls im Heft.

auch noch bei den Fotografen bedanken, die uns wieder tatkräftig mit Bildmaterial zu unterschiedlichsten Themen versorgt haben. Vielleicht kommt für euch ja mal das ein oder andere Fotoshooting in Frage, bei denen ihr an unsere lieben Fotografen denkt. Übrigens auch eine ganz hervorragende Geschenkidee für die beste Freundin. :-) Genug der Werbung... Ansonsten möchte ich noch etwas in eigener Sache los werden: es hat mir immer sehr viel Spaß bereitet für euch die GAWA - Zeitung heraus zu bringen. Herzlichen Dank an alle, die mich stets so tatkräftig mit Artikeln, Fotos und auch dem Versand unterstützt haben. Ich wünsche euch allen ein vor allen Dingen gesundes sowie reiterlich erfolgreiches Jahr 2013 und hoffe, dass ihr die News weiterhin so gut unterstützt wie die Zeitung und dort ab und an mal vorbeischaut.

Ganz herzlich möchte ich mich

Cassandra Mrotzeck

Wir wünschen euch

viel Spaß beim Lesen und eine erfolgreiche Saison mit euren Pferden euer GAWA - Team r mit de penz p a o e r L T nd nn ild: Ly ejebellah u llach lb e it T a tute D V - W AV - S sen mit A i is in Theun bn DA Plat I Karim

Martina, Sonja, Nadine, Christine, Daniela, Eva und Cassandra

Jahresabschlusszeitung GAWA 2012




INHALT

►Horse an Dog Trail ist immer stärker auf Turnieren vertreten, mehr dazu ab Seite Verhejen)

6 (Foto: Svenja

► Impressionen zu Scotsdale gibts auf Seite 45 (Foto: Gudrun Waiditschka)

► Im GAWA - Cup waren unsere Mitglieder auch 2012 wieder erfolgreich unterwegs, mehr dazu gibt es ab Seite



8 (Fotos: privat, Art&Light)

Jahresabschlusszeitung GAWA 2012


INHALT

EDITORIAL SPORT

Trail im Trio meistern GAWA - Cup 2012 Die Allaround-Championessen im Portrait Fünf GAWA-Araber starten auf der German Open Arabische Pferde in Westfalen Hausturnier auf der Little Baker Ranch 6. GAWA - Symposium in Kreuth Nachgefragt....

3

6 8 14 18 22 24 26 30

AUSBILDUNG

Gebisswahl - Spagat zwischen pysikalischen Gesetzen und persönlichen Vorlieben Wie lerne ich Galopp? Reitbeteiligung - Fluch oder Segen? Scottsdale Impressionen GAWA-Kurs mit George Maschalani

36 41 42 45 46

TERMINVORSCHAU 2013

48

GAWA - SHOP

49

ZUCHT

Der Shagya - rittiger Allrounder aus Reinzucht

Gebisse und ihre Wirkweise werden auf Seite 36 beschrieben (Foto: Gudrun Waiditschka)

50

FREIZEIT

Holzrücken - Wahre Teamarbeit zwischen Mensch und 1000 kg Pferd Im Westerwald, da pfeift der Wind...

54 58

Impressum

23

ein Erfahrungsberichtzum Thema Holzrücken und die entsprechenden Erkenntnisse dazu findet ihr au Seite 54

Jahresabschlusszeitung GAWA 2010




SPORT

Trail im Trio meistern: Horse and Dog Trail als Herausforderung! WAS DAS PFERD MIT BRINGEN MUSS...

Auf der German Open in Kreuth wurden auch in diesem Jahr wieder die Meisterschaften im Horse and Dog Trail ausgerichtet (Foto: art&light) Der Horse and Dog Trail wurde erstmals 2001 bei der EWU angeboten. Die Teilnehmeranzahl war aber bis ca. 2008 eher mäßig, da der Horse and Dog Trail nicht nur die Herausforderung des Parcours mit sich bringt, sondern noch zusätzlich ein nervenstarkes Pferd und einen sehr gut erzogenen Hund fordert. Vielen Reitern fällt es schwer sich im Parcour auf das Pferd und auf den Hund als Begleiter gleichermaßen zu konzentrieren. Aber genau darin besteht die Schwierigkeit.

Auch einige GAWA-Mitglieder - wie hier Emily Bell und Kalief - haben Spaß an der etwas anderen Arbeit mit dem Hund (Foto: Martina Bell)



Jahresabschlusszeitung GAWA 2012

Das Pferd sollte bestenfalls schon die meisten Trailhindernisse kennen sowie sich ruhig und routiniert reiten lassen. Die Gegen-

Brücke, sollte für den Hund kein Fremdwort sein. RASSEN, DIE SICH EIGNEN Man sieht mittlerweile ein bunt gemischtes Feld was die Rassenverteilung angeht. Vom Chihuahua über das klassische Beispiel Australian Shepherd / Border Collie bis hin zum Schäferhund ist alles vertreten. Wichtig ist, dass der Hund agil ist und sich gern bewegt (also auch nicht zu schwerfällig ist) und sich dabei gut aus der Ferne lenken lässt.

wart eines nebenher galoppierenden Hundes darf das P f e r d ebenfalls nicht stören. Außerdem wird der Hund beim Den Dreien sieht man deutlich an, dass Sie Spaß an dem Start vom Sattel aus haben, was sie tuen (Foto: art&light) abgeleint, was für kleinere Hunde bedeutet, dass sie WORAUF DER REITER ACHTEN an den Beinen des Pferdes hoch- MUSS springen müssen. Auch das sollte Der Reiter sollte sowohl Pferd als dem Pferd nichts ausmachen. auch Hund genauestens kennen und wissen wie die Begleiter in be... UND WAS DER HUND KÖN- stimmten Situationen reagieren um NEN MUSS Schwächen auszugleichen. Der Hund sollte neben einer sehr guten Grunderziehung und na- SINN DER ÜBUNGEN IM HORSE türlich einem angstfreien Wesen, AND DOG TRAIL: auch einige weitere Kommandos Quelle: www.horse-dog-trail.com verinnerlicht haben. Der vierbeinige Begleiter muss beispielsweise auf ►fördert die Selbstsicherheit, das Zuruf an einer Stelle liegen bleiben Vertrauen und die Freude im Miteiwährend die Pferd-Reiter-Kombi im nander Trail weiterreitet. Auch das Kom- ►steigert die Aufmerksamkeit mando „Vorraus“, meist über eine der Vierbeiner zum Reiter und den


SPORT Teamgeist zueinander

►stärkt

die Bindung von Hund zum Reiter und Pferd

►der

Hund entwickelt sich zum treuen Reitbegleiter. Dies ist ganz besonders wichtig, wenn man bei seinen Ausritten auf den Hund nicht verzichten möchte. FAZIT Ist die Kombi zwischen Pferd, Reiter und Hund erstmal geübt und ein eingespieltes Team, macht die Herausforderung Horse and Dog Trail wahnsinnig viel Spaß und auch die Freude des Hundes, der sein Herrchen oder Frauchen begleiten darf ist unbeschreiblich groß. Wer neugierig geworden ist, kann sich auf der Seite der EWU oder aber auch auf www.horse-dog-trail. com informieren. Jacqueline Fellmann / Cassandra Mrotzeck

Schoßhund? - von wegen, der kleine Mops „Sir Cedric“ ist Feuer und Flamme und der beste Beweis, dass es nicht immer der eigene Hund sein muss um Horse an Dog Trail zu praktizieren. Anja und „Pro Secco“ haben ihn sich „nur“ ausgeliehen, starteten so u. a. auf der GO 2012 und gewannen sogar auf der „Hund & Pferd“ den dortigen Trail (Foto: Anja Ernst)

Jahresabschlusszeitung GAWA 2012




SPORT

GAWA - Cup 2012 - viel Spa und gute Leistungen mit arabischen Pferden 2012 führte die GAWA das 6. Jahr in Folge eine Jahreswertung für ihre Mitglieder im Turniersport durch. 24 Teilnehmer hatten sich zu Beginn der Saison mit ihren Pferden angemeldet. Die Teilnehmer wurden nach ihrer Leistung und Erfahrung in die Klasse Einsteiger oder in die Klasse Open eingeteilt. In diesem Jahr nahmen 13 Reiter in der Einsteigerklasse und 11 in der offenen Klasse teil. Im Vergleich zum Vorjahr konnte sich damit der GAWA Cup mit konstanter Teilnehmerzahl behaupten. Die Turniere wurden nicht automatisch gewertet, sondern mit Unterschrift der Meldestelle oder mit der offiziellen Ergebnissliste zur Wertung bei Katrin Hoffmann eingereicht. Katrin reitet die Cupwertung seit 2011 selbst nicht mehr mit und hat in diesem Jahr die Verantwortung für den GAWA Cup und die Auswertung übernommen. Hierfür noch einmal herzlichen Dank Katrin im Namen der GAWA!! GUTER SPORT AUF HOCHKLASSIGEN TURNIEREN Alle eingereichten Turniere wur-

Emily Bell ist seit Jahren mit ihrem Kalle im GAWA-Cup erfolgreich



Jahresabschlusszeitung GAWA 2012

den in die Wertung aufgenommen, am häufigsten wurden Turniere der EWU geritten. Das gute Niveau der Teilnehmer zeigte sich in der hohen Wertigkeit der Turniere: 116 Prüfungen auf 42 Turnieren wurden in der offenen Klasse eingereicht. Bei den 42 eingereichten Turnieren war die German Open der EWU vertreten, 20 Turniere auf A/Q-Turnieren, 3 Landesmeisterschaften der EWU, weiterhin das Osterturnier der NRHA in Kreuth, sowie die FN-Qualifikation Reining in Heckenbach. Bei den Einsteigern wurden erwartungsgemäß am häufigsten Turniere der Klasse C und D besucht, besonders der TTCup in Kevelaer erfreute sich großer Beliebtheit. Aber auch die Einsteiger konnten sich erfolgreich auf Turnieren von AQ-Niveau behaupten, z.B. auf den bayrischen Meisterschaften der VWB oder auf den österreichischen Meisterschaften in Neuss/ Austria. Auch reine Araberturniere fanden wieder ihren Weg in die Wertung des GAWA Cup, besonders die Arabertrophy in Salzkotten soll hier erwähnt sein. HORSEMANSHIP UND TRAIL SIND DIE BELIEBTESTEN DISZIPLINEN Die Horsemanship war die erfolgreichste und beliebteste Disziplin in der offenen Klasse, von insgesamt 116 gewerteten Prüfungen wurden 33 in der Horsemanship geritten. In der offenen Klasse haben sich die beiden anspruchsvollen Disziplinen Superhorse und Westernriding gut etabliert, es kamen 11 Ritte in der Westernriding und 9 Ritte in der Superhorse zur Wertung. Bei den Einsteigern wurde vor allem im Trail gepunktet, von insgesamt 91 Prüfungen wurden mit 31 Trailprüfungen mehr als ein Drittel aller Ritte in dieser schönen Disziplin gezeigt. WERTVOLLE SACHPREISE Auch in diesem Jahr konnten wieder zahlreiche Sponsoren für den

Johanna Klaß war mit Thamir ebenfalls wieder beim GAWA-Cup vertreten GAWA Cup gewonnen werden, zusätzlich hat sich die GAWA an den Preisen beteiligt. Insgesamt konnten so Sach- und Geldpreise im Gesamtwert von über 2.700,- Euro an die Gewinner und Platzierten ausgeschüttet werden. Herzlichen Dank an alle Sponsoren, die die GAWA auch in diesem Jahr wieder so toll unterstützt haben. ► Arabian Plates ► Cowboy Headquarters - Western Wear, Saddle & Tack ► Emiko – Effektive Mikroorganismen ► Horse & Rider Andy Wascher ► Krämer Pferdesport ► Loesdau ► Marstall ► Nice Horse Tec ► Olewo ► Profi Tack ► Running Horses ► TD Fashion Design – individuelle Sweat Hoddies ► VZAP - Verband der Züchter und Freunde des Arabischen Pferdes e.V. ► Westernriding meets XL ► WIPPI‘s SATTELKAMMER & WIPPI‘s WESTWORLD


SPORT ► ZSAA - Zuchtverband für Sportpferde, Arabischer Abstammung e.V. DIE GEWINNER BEI DEN EINSTEIGERN Bei den Jugendlichen lieferten sich dieses Jahr Carolina Auer aus Österreich mit Ihrer 14-jährigen Shagya-Araber Stute Gamira 2 und Florence Botter mit dem 17 Jahre alten Vollblutaraberwallach Sang Aru ein spannendes Kopf an Kopf Rennen. Mit nur 2 Punkten Vorsprung und einer Gesamtleistung von 106,5 Punkten hatte am Ende Carolina ganz knapp die Nase vorn und verwies Florence mit 104,5 Punkten auf den zweiten Platz der Allroundwertung. Auf den dritten Platz der Allroundwertung der Einsteiger schaffte es Johanna Klaß mit dem 9-jährigen Vollblutaraberwallach Thamir. In der Einzelwertung der Disziplinen siegte Florence Botter in der Horsemanship, gefolgt von Carolina Auer und Nadine Ullmann auf Platz 2 und Vivienne Botter auf Platz 3. Im Trail kam niemand an Carolina Auer heran: mit 73 Punkten siegte sie mit großem Abstand in ihrer Paradedisziplin vor Florence Botter auf Platz 2 und Stefan Raab auf Platz 3. Die Entscheidung in der Pleasure war allerdings wieder knapp: nur einen Punkt Vorsprung hatte Carolina vor Florence und sicherte sich damit den ersten Platz. Auf den dritten Platz in der Pleasure joggte sich Johanna Klaß. In der Reining konnte Florence die Vielseitigkeit ihres Pferdes unter Beweis stellen: Platz 1 für Sang Aru. Lynn Troppenz erreichte mit ihrer 9 Jahre alten Vollblutaraberstute Djebella den 2 Platz in der Reining, gefolgt von Stefan Raab und Johanna Klaß punktgleich auf Platz 3. Herzlichen Glückwunsch an alle Gewinner und Platzierten! DIE OPEN-GEWINNER Mara Stucki war nicht einzuholen! Mit einer sensationellen Gesamtpunktzahl von 355,5 Punkten holte sie sich den Gesamtsieg in der offenen Klasse und außerdem den Einzelsieg in den Disziplinen Horsemanship, Trail, Pleasure, Westernriding und Superhorse. Mara zeigte mit ihrer Stute Louisiana

Girl das ganze Jahr über auf zahlJahre alten Shagyawallach Sayad. reichen AQ-Turnieren und auf den Herzlichen Glückwunsch allen GeGerman Open der EWU eine tolle winnern und Platzierten! Leistung. Auf den zweiten Platz der Gesamtwertung ritt Sonja Bögl mit UND ZUM ABSCHLUSS... ihrer 7-jährigen Quarab Stute Ja…für alle die noch nicht genug habask Jade. Platz 3 erreichte Ute ben von den vielen Zahlen, Summen Dill mit dem ebenfalls 7-jährigen und Tabellen: das DurchschnittsalVollblutaraberwallach GH Khaaba. ter der Pferde im GAWA Cup 2012 In der Horsemanship konnte sich Marianne Freundlieb hinter Mara Stucki den zweiten Platz sichern, gefolgt von Ute Dill auf Platz 3. Die gleiche Reihenfolge erritten sich die 3 Damen im Trail: Mara Stucki, Marianne Freundlieb, Ute Dill, was mal wieder zeigt, dass schwere Trails nur mit Horsemanship und gutem Stil zu gewinnen sind. Ganz lässig hat Mara Stucki auch die Pleasure ge- Sonja Bögl auf der von ihr gezogenen Quarab-Stute wonnen, gefolgt Jabasks Jade war u.a. in der Reining sehr erfolgreich von Sonja Bögl und Annika Hahne mit ihrer 15-jährigen Vollblutawar 12 Jahre und das älteste Pferd raberstute RS Barushah. Seit mehhat mit 19 Jahren seine jugendlireren Jahren ungeschlagen in der che Reiterin Vivienne Botter sicher Reining ist der kleine CH Silverlight durch die ganze Saison gebracht. mit Verena Böckle im Sattel. Die Wer sich für einen Araber im Wezwei haben eine außergewöhnliche sternsport entscheidet, hat wohl Saison hingelegt, mit Erfolgen beim nicht unbedingt die ganz schnellen Osterturnier der NRHA in Kreuth Erfolge, aber dafür eine ganz lange und auf der FN-Qualifikation ReiPartnerschaft mit seinem Pferd. ning in Heckenbach. Den zweiten Platz in der Reining konnte sich Katrin Hoffmann Sonja Bögl sichern, auf dem dritten Platz findet sich die Emily Bell aus Die GAWA dankt allen Reitern für Niedersachsen mit dem 18 Jahre ihr Engagement mit ihren Arabern alten Vollblutaraberwallach Kalief und der Teilnahme am GAWA-Cup. genannt „Kalle“. In der WesternriFür die anstehende Saison wünding sicherte sich hinter Mara Stusche wir euch natürlich jede Menge cki Sonja Bögl den zweiten Platz gute Ritte und dass der Cup wievor Marianne Freundlieb auf Platz der genauso spannend wird wie im 3. Die 3 Starter der Superhorse haletzten Jahr. ben alle die Vielseitigkeit ihrer arabischen Pferde in dieser schweren Disziplin bewiesen: auf Platz 1 Mara Stucki, Platz 2 Emily Bell, Platz 3 Nadine Rack mit ihrem schicken 9

Jahresabschlusszeitung GAWA 2012




SPORT

Vier der f체nf Araber, die auf der German Open in Kreuth gestartet sind - strahlende Gesichter bei den Damen, von links nach rechts: Kathrin Hoffmann mit Bo Tameeh Ibn Bendigo, Nadine Rack mit Sayad, Mara Stucki mit Lousiana Girl und Emily Bell mit Kalief (Foto: Anna Gall)

Vivienne Botter startete mit ihrem 19-j채hrigen Sang Kajan, der die j체ngste Teilnehmerin sicher durch die Turniersaison trug.

10

Jahresabschlusszeitung GAWA 2012

Auch Schwester Florence Botter war wie auch schon im vergangenen Jahr wieder sehr erfolgreich mit ihrem Pferd Sang Aru


SPORT

Stefan Raab mit Fuchur ver- GH Khaaba - im Besitz und von Anfang an teidigt tapfer die Männerehre vorgestellt von Ute Dill - ist ebenfalls ein im GAWA-Cup und setzte sich langjähriger GAWA-Cup Teilnehmer auch 2012 wieder ganz erfolgDayS_Anzeige_02_Text2_A5.qxp 25.01.2010 13:00 Uhr Seite 1 reich gegen die Damen-Konkurrenz durch

GmbH

Western Wear, Saddle & Tack Groß,- u. Einzelhandel, Import

Marianne Freundlieb startete mit ihrem Araber-Mix-Wallach Montecarlo richtig durch

Foto: Ralf Nick

Einen guten Boden, ein gutes Pferd, Spaß haben, großartiges Equipment, Meins ist von Cowboy Headquarters. Uschka Wolf

Nadine Ullmann und Old Shy Boy

Blaubeurer Weg 5 D-72535 Heroldstatt Tel.: 0 73 89/ 9 02 90 Fax: 0 73 89/ 9 02 92

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Öffnungszeiten: Di.-Fr. 14.00-19.00 Uhr, Do. 14.00-20.00 Uhr, Sa. 9.30-14.00 Uhr

Jahresabschlusszeitung GAWA 2012

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SPORT Open: Allround Champions

Open: Western Pleasure

Name

Name

Punkte

Mara Stucki

Mara Stucki

62

Sonja Bögl

24

113,5

Anika Hahne

23

108

Nadine Rack

13

Ute Dill

11

355,5

Sonja Bögl

125

Marianne Freundlieb Verena Böckle Ute Dill

73

Emily Bell

43,5

Marianne Freundlieb

Aurelia Botter-Lolobali

40,5

Sandra Burger

Anika Hahne

33

Nadine Rack

31

Sandra Burger

2

Verena Böckle

Name

Sonja Bögl

Mara Stucki

76

Emily Bell

Marianne Freundlieb

34

Marianne Freundlieb

Ute Dill

31

Aurelia Botter-Lolobali

Sonja Bögl

26 14,5

2 0,5

Open: Reining

Open: Western Horsemanship Punkte

10,5

Aurelia Botter-Lolobali

Name

Aurelia Botter-Lolobali

Punkte

Punkte 108 55 22,5 15 4

Open: Westernriding

Emily Bell

8

Westernriding

Nadine Rack

8

Name

Anika Hahne

6

Mara Stucki

Punkte 59,5

Sonja Bögl Open: Western Trail Horse

Marianne Freundlieb

9

Name

Anika Hahne

4

Mara Stucki

Punkte 103,5

Marianne Freundlieb

45

Open: Superhorse

Ute Dill

31

Name

Aurelia Botter-Lolobali Nadine Rack

21,5 7

Mara Stucki Emily Bell Nadine Rack

12

20

Jahresabschlusszeitung GAWA 2012

Punkte 54,5 13 3


SPORT Einsteiger: Allround Champions

Einsteiger: Reining

Name

Name

Punkte

Punkte

Carolina Auer

106,5

Florence Botter

18

Florence Botter

104,5

Lynn Troppenz

6

Johanna Klass

17,5

Johanna Klass

4

Stefan Raab

16,5

Stefan Raab

4

Lynn Troppenz

10

Beate Braun

1

Kirsten Salveter

9,5

Nadine Ullmann

9

Beate Braun

8,5

Einsteiger: Western Pleasure Name

Punkte

Carolina Auer

26,5

Florence Botter

25,5

Einsteiger: Western Horsemanship

Johanna Klass

6

Name

Stefan Raab

Vivienne Botter

7

Punkte

Florence Botter

31

Carolina Auer

7

Nadine Ullmann

7

Vivienne Botter

5

Kirsten Salveter

4,5

Johanna Klass

4

Stefan Raab

2

Lynn Troppenz

2

Lynn Troppenz

1,5 2

Einsteiger: Trail Horse Name

Punkte

Carolina Auer

73

Florence Botter

30

Stefan Raab

9

Beate Braun

7,5

Kirsten Salveter Johanna Klass

5 3,5

Nadine Ullmann

2

Vivienne Botter

2

Jahresabschlusszeitung GAWA 2012

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SPORT

Die Allaround - Championessen im Portrait Wie jedes Jahr möchten wir auch diesmal in der Jahresabschlusszeitung den GAWA - Cup - Gewinnerinnen die Möglichkeit geben, sich und ihr Pferd vorzustellen. Herzlichen Dank fürs Fragen beantworten!

Carolina Auer und Gamira 2

GAWA – Cup Allaround-Championesse Einsteiger 2012 GAMIRA 2 Spitzname: Mirli Rasse: Shagya-Araber Farbe: Schimmel Größe: 150 cm Geburtstag: 21. 04. 1998 Vater: Kemir-533 (Ben Kemir) Mutter: Ibn Galal-658 Züchter: Holzinger Franz

LEBENSLAUF Als die kleine schwarze und sehr zierliche Stute Gamira zu uns kam wurde sie sofort von allen geliebt. Sie war immer ein kleiner Sonnenschein und immer gerne bei der Arbeit dabei. Meine Mutter bildete sie selber mit Hilfe von Trainern aus. Als sie fünf Jahre alt war beschlossen wir sie von Orkan, einem dunkelbraunen Shagya-Araber Hengst, decken zu lassen. Ein Jahr später bekam sie dann Orion einen wunderschönen; ebenfalls dunkelbraunen Hengst. Er hat den gleichen tollen Charakter geerbt und wurde ein Jahr später als Wallach an einen super Platz verkauft. Nach ihrem ersten und bis jetzt einzigen Fohlen wurde sie in der Brust um einiges breiter und auch stabiler unter dem Sattel.

Als ich mit 11 Jahren leider meinem Pony entwachsen war, fing ich an mit Gamira zu trainieren. Anfangs war es nicht gerade leicht wieder von vorne zu beginnen, doch wir wuchsen schnell zusammen und trainierten jeden Tag. Dank meiner Trainerin Annemarie Brieger, die mir und Gamira sehr viel beigebracht hat, geht sie mittlerweile sehr gut in den Disziplinen Pleasure, Horsemanship und Trail. Wir konnten auch schon einige Scores im Plusbereich erreiten, auf die ich besonders stolz bin. Jetzt sind wir gerade dabei Western Riding zu erlernen, welche wir auch nächste Turniersaison starten möchten. Ich habe mir für dieses Jahr sehr viel vorgenommen und hoffe auch dieses umsetzen zu können.

Gamira ist besonders im Trail begabt, was sie in Kreuth unter Beweis stellte (Foto: privat)

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Jahresabschlusszeitung GAWA 2012


SPORT REITERLICHE AUSBILDUNG ► Parelli Ausbildung bei meiner Mutter Alexandra Auer ► Westernausbildung bei Annemarie Brieger (Westerntrainerin) ERFOLGE ► Gawa Cup Champion Einsteiger 2012 ► österreichischer Meister Jugend Trail 2011 ► Bayerischer Meister Novice Jugend Trail 2012 ► Salzburger Landesmeister Jugend Western Pleasure und All Around ► Mehrfache Vize Landesmeisterin Jugend HAUPTPROBLEM IN DER AUSBILDUNG Vorher wurde Gamira von meiner Mutter geritten, die auch Reitunterricht nahm jedoch zu wenig Zeit hatte dies weiter auszubauen. Anfangs war es nicht sehr leicht von meinem Pony auf ein großes Pferd zu wechseln, doch ich gewöhnte

Schmusestunden gehören ebenso zum Alltag wie regelmäßiges Training, denn Carolina und Gamira haben sich auch für 2013 viel vorgenommen (Foto: privat) mich schnell daran und trainierte fleißig. Die größten Probleme hatten wir, das Gamira ein etwas faules Pferd ist und sie deswegen ihre Füße nicht hob und auch nicht gerne vorwärts ging. MAROTTEN Gamira hat eigentlich keine richtigen Marotten, doch sie liebt es Putzkoffer zu zerstören, was natürlich sehr ärgerlich ist. Mirli ist nicht nur in ihrem Heimatland Österreich mit Carolina erfolgreich unterwegs, sondern auch in Süddeutschland - und so freut es die GAWA natürlich besonders, dass länderübergreifend geritten wird (Foto: privat)

ICH MAG BESONDERS ... Ihren lieben und aufgeschlossenen Charakter. Sie ist ein absolut zuverlässiges

und ruhiges Pferd, was man auch bei den Turnieren merkt. Sie wird immer von allen bewundert weil wir meistens der einzige Araber unter allen Quarter Horses sind. MICH STÖRT MANCHMAL ... nichts. BISHERIGE KRANKHEITEN Gamira war immer ein vollkommen gesundes Pferd. Sie hatte nur einmal in ihrem Leben eine Kolik. BESCHLAG Gamira geht schon immer barhuf und hatte noch nie Probleme mit ihren Hufen. HALTUNG Offenstallhaltung FÜTTERUNG Gamira bekommt sehr wenig KraftJahresabschlusszeitung GAWA 2012

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SPORT futter (Hafer) mit Mineralien und hat immer einen Himalaya Salzleckstein zur Verfügung. BESITZER Meine Mutter Alexandra Auer kaufte Gamira als Jährling direkt vom Züchter. Sie machte gleich sehr viele Kurse und Weiterbildungen um ihrem Pferd gerecht zu werden. Gamira war von Anfang an ein Familienpferd.

Mara Stucki und Lousiana Girl

GAWA – Cup Allaround-Championesse Open 2012 LOUSIANA GIRL Spitzname: Lucy Rasse: Araber – Pinto Farbe: Fuchsschecke Größe: 151 cm Geburtstag: 18.05.2001 Abstammung: Vater: Naborscik ox ( von Balaton x aus der Nejnaia ox / Nabeg ox )

Mara und Lucy, der Spontankauf am Telefon war damals genau die richtige Entscheidung gewesen (Foto: Yvonne Streib) Mutter: La Pinetta ( Paquito / El Paso x Czaika ) Züchter: Familie Gaus Besitzer: Lucy gehört der 17-jährigen Mara Stucki. LEBENSLAUF Lucy ist seit 2 Jahren in unserem Besitz. Sie ist, bis sie 9 Jahre alt war, bei Familie Gaus aus Müden aufgewachsen und dort von der Tochter des Hauses eingeritten und gefördert worden. Meine Mutter und ich sind damals gerade geritten, als der Anruf von Frau Gaus kam, ob wir nicht jemanden für Lucy wüssten.

Auf der German Open konnten Mara und Lucy richtig abräumen (Foto: Art&Light)

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Jahresabschlusszeitung GAWA 2012

Ich bearbeitete sofort meine Mutter und wir machten etwas ganz unüberlegtes. Wir kauften Lucy ungesehen und per Telefon. Wir haben es noch keine Sekunde bereut. Lucy ist ein Traumpferd mit einem 100

% Charakter. Wir Zwei sind ein super Team und ich kann mich immer auf sie verlassen. Wir machen Showauftritte – ohne Trense und Sattel und gehen sehr erfolgreich auf Turniere. 2011 haben wir uns in die LK 3B der EWU hochstufen lassen, um dann 2012 in die LK 2B aufzusteigen. Dieses Jahr durften wir auf der German Open in Kreuth starten. Wir qualifizierten uns in 6 Disziplinen. Westernriding, Superhorse, Pleasure, Horsemanship, Trail und Showmanship. Wir fuhren mit sehr geringen Erwartungen nach Kreuth und hatten uns als Ziel gesetzt, wenigstens in ein Finale zu kommen. Aber Lucy enttäuschte mich auch dort nicht und gab ihr Bestes. 5 x erreichten wir das Finale und es sprang am Ende ein 6. Platz in der Westernriding, einen 7. Platz in der Superhorse , einen 8. Platz im Trail, einen 8. Platz in der Westernpleasure und einen 14. Platz in der Horsemanship raus. Im Mannschaftswettbewerb, an dem 14. Bundesländer mit ihren besten Reitern starteten, siegte Lucy im Trail und somit errangen die Jugendlichen aus Westfalen den 3. Platz und das Siegertreppchen. FÜTTERUNG Lucy bekommt 2x am Tag Müsli mit


SPORT

Lucy ist in vielen Disziplinen zu Hause, aber der Sieg im Trail zeigt deutlich, dass ihr dies besonders gut liegt und brachte den Jugendlichen aus Westfalen einen dritten Platz! (Foto: Art&Light) Möhren und manchmal Luzerne. Sie hat immer Heulage und Stroh frei zur Verfügung. HALTUNG Lucy hat eine große Box von 6 x 5 m und einen Paddock von 4 x 9 m davor. Sie kommt jeden Tag, auch im Winter tagsüber, auf die Weide. BESCHLAG Lucy läuft Barfuß. Sie hat sehr harte Hufe und läuft auch im Gelände ohne Probleme ohne Eisen. BISHERIGE KRANKHEITEN Lucy ist jetzt kerngesund. Wir mussten sie im letzten Winter operieren lassen, da sie einen Tumor am Eierstock hatte. Sie hat aber alles super überstanden und ist schon seit Anfang des Jahres wieder voll belastbar. Ansonsten war Lucy noch nie krank. REITERLICHE AUSBILDUNG Lucy ist ein Allaroundpferd, die sich

in jeder Lebenslage und in jeder Situation immer die größte Mühe gibt zu gefallen. Sie ist mit Mara zusammen für 2013 in die LK 1 aufgestiegen. Lucy ist sehr fein zu reiten und reagiert auf kleinste Gewichtshilfen und Körperdrehungen. Im Gelände kann man sich kein entspannteres Pferd vorstellen. Sie scheut nie und geht über alles rüber/drauf oder drunter. Lucy hat 2010 die bronzene Medaille in der Horsemanship bekommen. 2011 die bronzene Medaille in der Pleasure und im Trail. 2012 bekommt sie die bronzene Medaille in der Westernriding und die silberne in der Horsemanship, im Trail und in der Pleasure.

auch auf der German Open immer mit Rat und Tat und mit vielen hilfreichen Tipps zur Seite stand. ICH MAG BESONDERS... das Lucy immer willig ist und sich immer Mühe gibt einem zu gefallen. MICH STÖRT MANCHMAL... Das Lucy nicht gerne schmust und manchmal ganz schön faul ist.

Bei der Gawa bekommt Lucy 2012 die bronzene und silberne Lebensmedaille für ihre Erfolge verliehen. Ich trainiere seit 2012 bei dem Trainer Philipp Dammann, der uns Jahresabschlusszeitung GAWA 2012

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SPORT

5 GAWA Araber starteten auf den German Open Es ist Freitag 14.09.2012 und seit 16 Uhr herrscht großer Anreisetrubel in Kreuth/Rieden. Knapp 500 Pferde werden erwartet, so viele wie noch nie zuvor in der Geschichte der Anlage. Unter ihnen sind auch die fünf GAWA Araber: Kalif Bo Tameeh Ibn Bendigo CH Silverlight Lousiana Girl und Sayad Auf der Anlage angekommen heißt es erst mal orientieren, wo steht wer und wer startet wann. Katrin Hoffmann hat für jeden eine tolles GAWA Boxenplakat besorgt, das gemeinsam mit dem „GAWA“ Boxenschild auch sofort an den Boxen angebracht wird. Der Zeitplan der GO ist dieses Jahr sehr eng gestrickt und so bleibt nur wenig Zeit für Smalltalk unter den Araberreitern. Die Prüfungen begannen am Sonntag früh um 9 Uhr mit der Senior Superhorse der Erwachsenen. Hier verpassten Katrin mit Bo nur knapp das Finale mit einem Score von 206. In der Superhorse der Jugendlichen lief es für Mara Stucki

und ihre Stute Louisiane Girl besser, sie sicherten sich die Finalteilnahme mit einem Score von 197,5. Dieser Finaleinzug von Mara und Lousi sollte der erste von insgesamt 5 Finalteilnahmen werden! Emily Bell und Kalif konnten am Abend mit einer guten Leistung im Horse and Dog Trail leider nicht ins Finale einzie- Bo in Katrin genießen die freien Minuten zwischen den hen. Prüfungen (Foto: Joana Precht) Am zweiten Turniertag gendlichen mit einer souveränen standen die Entscheidungen in der Leistung den zweiten Finaleinzug! Westernhorsemanship und Reining Der Highlight des Tages waren die an. Katrin ritt eine sehr gelungene Vorläufe der Senior Reining. Hier Einzelaufgabe, es reichte in der wurden den zahlreichen ZuschauRailwork nicht ganz für das Finaern tolle Ritte geboten. Verena und le. Mara sicherte sich bei den Juihr Pferd CH Silverlight sorgten in

der Halle für gute Stimmung und zeigten eine saubere Pattern mit spektakulären Sliding Stops.

Verena Böckle war mit CH Silverlight auch 2012 wieder sehr erfolgreich - nicht nur auf der GO, sondern auch in Aachen

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Als manch Reiningzuschauer noch im Bettchen lag, startete am Dienstag früh um 6 Uhr der Senior Trail mit 101 Startern. Katrin war bereits als 3te Starterin dran, somit hatte sie noch nicht viele Zuschauer. Nach vielen Stunden Trailprüfung konnte Katrin sich über einen 31ten Platz freuen. Im Jugendtrail erritt Mara einen Score von 202,5 Punkten und zog als 13te in das Finale ein. Gleich am nächsten Vormittag konnte sich Mara in der Pleasure und in der Western Riding über den Finaleinzug freuen! Nadine und Sayad zeigten am Mittwoch, als einziger „Exot“ zwischen QH´s, Paints und Appies, dass auch Araber eine ordentliche Pleasure laufen kön-


SPORT

Nadine Rack mit Sayad (Foto: Anna Galll)

nen, auch wenn es nicht für´s Finale reichte. Am Donnerstag trafen sich die GAWA Reiter zu einem kleinen Fotoshooting. Die Fotografin Anna Gall erklärte sich kurzfristig bereit zu fotografieren. Und so entstanden bei tollem Wetter einige sehr schöne Fotos! Vielen Dank an Anna Gall !!!! Mara und

Katrin Hoffmann mit Bo (Foto: Art&LightGalll) Lousiana Girl hatten den Rest der Woche noch ihre 5 Finals vor sich, während die anderen mehr oder weniger entspannt die schöne Turnieratmosphäre genießen konnten. In den Finals lief es für Mara sehr gut. Western Riding 6te, Superhorse 7te, Pleasure und Trail Platz 8, und in der Western Horsemanship 14te. Die German Open 2012 war eine gelungene Veranstaltung mit netten Helfern, Richtern, und Mitreitern! Bei solchen tollen Pferden & Reitern freut man sich schon auf die nächste German Open, die wieder in Kreuth stattfinden wird!

Mara mit Luca (Foto: Yvonne Streib) Jahresabschlusszeitung GAWA 2012

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SPORT

GAWA - Leistungsplaketten 2012 F端r die Leistungsplaketten wird die Lebensleistung der Pferde im GAWA Cup seit dem Jahr 2010 addiert. Bronze gibt es ab 250 Punkten, Silber ab 500 und die Goldene Lebensplakette wird f端r 750 Punkte verliehen. Bronze erhielten: Bo Tameh Ibn Bendigo, Lousiana Girl, CH Silberlight und Mortischa. Silber erhielten: Bo Tameh Ibn Bendigo und Lousiana Girl. Vielen Dank an Monika B辰terMoosburner f端r die tollen GAWA Leistungsplaketten.

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Arabische Pferde in Westfalen auch 2012 war die GAWA wieder vor Ort Am 15. und 16. September fand in Salzkotten bei Paderborn auf der Reitanlage St. Georg die jährliche ARABER TROPHY statt - internationale Dressurwettbewerbe, Springen, internationale Schau- und Westernklassen für Vollblutaraber und Arabische Halbblüter. Die Westernklassen waren in Einsteiger (LK 4 und 5) und Open (LK 1 – 3) aufgeteilt. Gesponsert wurden die Westernklassem u. a. von der GAWA, so dass die Gewinner wieder wertvolle Sachpreise mit nach Hause nehmen konnten. Bei der Anreise am Freitag begrüßte uns in der Stallgasse ein kleines, silbernes, super hübsches Vollblutaraber-Fohlen, das am Sonntag auf der Schau vorgestellt werden sollte. Es hatte sich bei der ganzen Aufregung eine Schlundverstopfung zugezogen, doch die anwesende Tierärztin hatte alles im Griff. Das Fohlen war am nächsten Tag schon wieder putz munter! Die Anlage und speziell die Turnierhalle war wie immer liebevoll dekoriert, u. a. mit Palmen und aus Buchsbaum geschnittenen Tieren,

sehr sauber und der Zeitplan war wirklich gut durchdacht und perfekt geplant, so dass sich die Englischund Westernreiter in der Abreitehalle kaum „in die Quere“ kamen. Und wenn doch, war es eher nett und amüsant, wie der spontane Ausruf einer Englischreiterin, die in die Abreitehalle kam: „Ich steige doch um aufs Westernreiten – diese vielen bunten Blusen sehen einfach toll aus!!“ Worauf sich ein nettes Gespräch entwickelte! Das Organisationsteam und die vielen Helfer waren wie immer super nett und hilfsbereit und in der Cafeteria mit direktem Blick in die Halle gab es, im Gegensatz zum üblichen „ Turnierfutter“, auch so leckere und leichte Sachen zu essen wie Tomate-Mozzarella-Spieß oder Früchtequark! Die 13jährige Florence Botter (EWU Rheinland, LK 4 B) startete in den Einsteigerklassen mit dem Pferd ihrer Schwester Vivienne (ihr eigenes war krank), dem 19jährigen Vollblutaraberwallach Sang Kajan. In der Showmanship at Halter belegten die beiden noch den 5.

Allround Champion Einsteiger wurde Florence Botter mit dem Pferd ihrer Schwester Vivienne Sang Kajan (Foto: Svenja Verhejen)

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Platz, im Trail, der Pleasure, Horsemanship und Reining starteten die beiden dann richtig durch – jedes Mal 1. Platz! Und somit Allround Champion Einsteiger - als jüngste Teilnehmerin in den Westernreitklassen. Ganz besonders freuten sich die extra aus München angereisten Großeltern von Florence über die Siege ihrer Enkelin. An dieser Stelle möchten wir die Gelegenheit endlich einmal nutzen, den Großeltern Birgit und Urban Lolobali ganz besonders herzlich für das jahrelange, großzügige Sponsoring von Pferdeequipment und Pferdegesundheit zu danken! Vielen, vielen Dank, ohne Euch wäre einiges nicht möglich gewesen!!! Es waren auch viele andere gute Ritte zu sehen und den Allround Champion Open gewann Ute Dill (EWU Niedersachsen LK 1A) mit ihrem selbstgezogenen schwarzen Vollblutaraberwallach GH Khaaba, knapp gefolgt von Anika Hahne (EWU Rheinland LK 3A) mit ihrer selbstausgebildeten Vollblutaraberstute RS Barusha. Mit dabei war

Ute Dill mit GH Khaaba wurde Allround Champion Open, Black ist eben nicht immer nur beautiful, sondern häufig auch sehr erfolgreich (Foto: Svenja Verhejen)


SPORT auch Aurelia Botter-Lolobali und mit ihrem zweiten Platz in Trail Open und jeweils dritten Plätzen (mit ihrer Lieblingsschleife – gelb!!!) in Reining, Horsemanship und Showmanship at Halter Open war sie mehr als zufrieden. Alles in allem war es wieder ein schönes, erholsames Wochenende mit vielen netten Menschen und Pferden – und im Gegensatz zum letzten Jahr hat sogar das Wetter mitgespielt – es war sonnig! Mal schauen, wie das Wetter das nächste Jahr mitspielt, wir sind auf jeden Fall wieder dabei! Aurelia Botter-Lolobali & Anika Hahne

Ergnzung der GAWA:

Arabische Pferde in Westfalen findet das nächste Mal vom 14.-15. September 2013 statt, wie gewohnt in Salzkotten in der Nähe von Paderborn! Wir freuen uns, wenn möglichst viele Westernreiter von euch vor Ort sind, da dieses Event mittlerweile die einzige, noch existierende Veranstaltung ist, die regelmäßig für den (western) gerittenen Araber in Deutschland stattfindet. Und damit das auch so bleibt, brauchen wir viele Teilnehmer!!! Zudem ist es immer ein toller Treffpunkt, um alte und neue Freunde und Bekannte zu treffen... also los! ;-) Wir sehen uns in Salzkotten!!!

Für Anika Hanke und Aurelia Botter-Lolobali steht fest: Wir kommen 2013 wieder nach Salzkotten, herzlichen Dank euch allen für die gute Organisation der Veranstaltung und der super Betreuung vor Ort! (Fotos: Svenja Verhejen)

Wer Anregungen, Fragen, interessante Artikel fr unsere News, Lob oder Kritik los werden mchte, kann sich gerne an uns wenden ... IMPRESSUM Herausgeber: German Arabian Westernhorse Association www.gawa-online.de Geschäftsstelle: Münchstr. 3, 63808 Haibach, Telefon: 06021 - 580620 info@gawa-online.de Auflage: 230 Stück / Erscheinungsweise: jährlich Druck: Klicks GmbH, Ziegelhüttenweg 4, 98693 Ilmenau www.bis500druck.de Verantwortlich für redaktionelle Beiträge, Layout und Anzeigen ist Cassandra Mrotzeck. Gezeichnete Artikel geben die Meinung des Verfassers wieder, der auch verantwortlich ist. Alle Angaben erfolgen nach bestem Wissen und Gewissen, jedoch ohne Gewähr. Für die Vollständigkeit und Richtigkeit der veröffentlichten Termine übernimmt die GAWA keine Haftung.

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Hausturnier auf der Little Baker Ranch arabische Pferde fr Turniereinsteiger Diesmal fand am Tag der deutschen Einheit auf der LITTLE BAKER RANCH von Aurelia Botter-Lolobali das jährliche Hausturnier statt, an dem ihre Reitschülerinnen ihr Können einem Richter vorstellten.

Pony, dass sie vor Jahren aus Prüfung stürzten sich alle Kinder einem Wanderzirkus gerettet hatte. wieder auf die Pferde – sie mußten Nepomuk hat zwar keine Papiere, für die größeren Kinder in den Walk aber eindeutig ganz viel Araber– Trot Klassen ja umgesattelt werblut. Für den ganzen Tag Die Reitschulpferde, die von Auwar schlechtes relia und ihren Töchtern Florence Wetter angeund Vivienne auch auf EWU Tursagt, so daß nieren in den Leistungsklassen LK vorsorglich 3,4, und 5 vorgestellt werden, sind der Verpflerussische Vollblutaraber und eine gungsbereich waschechte Pferdefamilie: mit Kuchenund Essenst►RAISA v. Plakat a.d. Regham, heke und den geb. 1984 – dh. 28 Jahre!! Tischen und ►SANG KAJAN (Krasow) v. Priz Stühlen für die (Pribor) a. d. Kraschni geb. 1993 Zuschauer mit ►SANG DJAVAH v. Sang Kajan Zelten überdacht wurde, (Krasow) a. d. Raisa, geb. 1996. Nepomuk machte seine Sache sehr gut und wurde „im ebenso der Alle leben in einem kleinen OffenKreise“ der Araber aufgenommen Second-Hand stall mit Paddock und freiem ZuVerkauf. Aber gang zur Wiese. alle hatten erst mal Glück – der Tag den – die ganz kleinen WesternsätIm Gegensatz zu den vorangeganstartete trocken! Rechtzeitig vor der tel wurden sukzessive gegen die genen Jahren gab es zwei Neuersten Prüfung, der Führzügelklasgrößeren getauscht. erungen: die Reitschülerin Emily se waren schon ganz viele auch Den Anfang der Walk Trot HorseAugner brachte ihr eigenes Pferd von den größeren Reitschülerinnen manship machte die erst sechsjähmit, die weiße Vollblutaraberstuda, um den kleineren Reitern und rige Leni Pennekamp auf SANG te MASHA, mit der sie erst seit Reiterinnen der Führzügelklasse DJAVAH. Sie hatte letztes Jahr kurzem bei Aurelia trainiert. zu helfen, die Pferde zu putzen, zu die Führzügelklasse gewonnen Ebenso eingeladen wurde die Traistylen und zu satteln. und mußte nun eine Klasse höher nerin Viola Trilling aus der direkten War das ein Gewusel! Aber die starten. Das Pattern war bereits Nachbarschaft. Sie kam mit zwei Pferde waren es gewöhnt, sie in den Reitstunden geübt worden, Reitschülern und ihrem Pferd NEstanden ganz entspannt an ihren trotzdem stellt der Start auf einem POMUK, einem westerngerittenen Anbindeplätzen und geTurnier natürlich eine besondenossen es, von so vielen re Herausforderung dar. Da nur Menschlein umsorgt zu 3 Reitschulpferde zur Verfügung werden. standen, und für die Walk Trot sich Und dann ging es los 11 Reiterinnen angemeldet hatten, – unter den wachsamen mußten einige Pferde mehrfach Augen des DQHA und laufen, was sie aber mit EngelsgeAQHA Richters Wolfgang duld ertrugen. Trilling ritten die TeilnehAuch die Premiere der Vollblutamer der Führzügelklasse raberstute MASHA und ihrer Beein. Der Richter ließ sie sitzerin und Reiterin Emily verlief Figuren reiten, traben, unproblematisch. Für beide war es anhalten, rückwärtsrichdas erste Turnier und für MASHA ten. Am Ende konnte die das erste Mal seit langem, dass strahlende Emily Schsie auf einem fremden Reitplatz lief malenberg (7 Jahre) – und noch dazu mit so vielen Leuden Siegerpokal und die ten, Zelten und Geräuschen! TrotzDie Führzügelklasse ist der perfekte Einstieg blaue Schleife in Empdem blieb sie ganz cool und hätte ins Turniergeschehen fang nehmen. Nach der es nicht ein paar Verständigungs-

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SPORT schwierigkeiten gegeben, wären die beiden sicherlich noch viel weiter vorne platziert worden. Aber Übung macht den Meister – es gibt noch mehr Turniere! Gewonnen hat die Walk-Trot Horsemanship Leia Pennekamp (13 Jahre) mit SANG DJAVAH. Sie erhielt einen Pokal und die blaue Schleife. Auch alle anderen Teilnehmerinnen wurden platziert und erhielten eine Schleife gemäß ihrer Platzierung. Aus organisatorischen Gründen folgte nun die „richtige“ WesternHorsemanship. Da es auf einem 20x20 m Reitplatz doch etwas kniffelig ist, nur ein ganz kurzes, vorgeschriebenes Stück kontrolliert zu galoppieren, starteten in dieser Disziplin nur fünf Pferd-Reiter Kombinationen. Da es zunehmend kühler wurde, durften die Teilnehmerinnen auch mit Jacke reiten, oder dicken Pullis.. Sie meisterten alle ihre Pattern mit Bravour und es siegte mit knappem Punktevorsprung Kristina Bopp mit SANG DJAVAH. In der Mittagspause konnten sich alle mit Würstchen, Käsesuppe und/oder Kaffee und Kuchen stärken. Währenddessen wurde der Trail aufgebaut. Auch der Trail war in den Reitstunden bereits geübt worden, sodass die sonst übliche Begehung des Trails entfiel. Dies-

Auf der Little Baker Ranch werden kleine Cowboys behutsam ans erste Turnier heran geführt

mal startete zu erst der „richtige“ Trail – auf dem 20 x 20 m Reitplatz mußten Stangenviereck, Rückwärts-L, Trabstangen, Lope over, Brücke (war in diesem Fall ein grasgrüner Teppichläufer ;-)) und Gegenstand übersetzen bewältigt werden. Auch in dieser Prüfung siegte Kristina Bopp mit SANG DJAVAH. Schleifenpony Aber auch die ande- an Vivienne ren Teilnehmerinnen waren gut, sodass der Punkteunterschied zwischen den einzelnen Platzierungen sehr gering war. Nun zog sich der Himmel zu und es begann zu regnen und leider war es auch windig, kein sehr tolles Wetter um zu reiten! Alle Teilnehmerinnen waren sich jedoch einig, daß man trotz der Witterung das Turnier nicht abbrechen sollte und so startete die letzte Prüfung – Walk Trot Trail. Da der Wind nun schon heftiger wurde und es zudem weiterhin regnete, waren die Pferde verständlicherweise nicht mehr sehr erfreut! Vor allem, da im Hinblick auf den „Wüstenaraber“ und zur Schonung der Ledersättel und des Reitplatzes auch im normalen Reitschulbetrieb bei Regen die Reitstunden ausfallen. Zur Sicherheit nahm Aurelia deshalb die kleineren Teilnehmerinnen ans Leitseil, zwar ohne jede Einwirkung aber doch um in Notfall schnell eingreifen zu können. Die Gewinnerin eines Pokals und der blauen Schleife hieß bei dieser Prüfung Lena Zimmermann (9 Jahre) mit NEPOMUK, der als erfahrenes Turnierpferd mit Ponygen relativ unbeeindruckt vom Regen den Trail absolvierte. Damit endete das dritte

einmal anders - vielen lieben Dank Hausturnier der LITTLE BAKER RANCH, das mit 36 Starts und 20 Pferd-Reiter-Kombinationen für einen Reitstall mit drei Schulpferden sehr gut besucht war. Alle Ritte wurden von den Zuschauern wohlwollend betrachtet und am Nachmittag harrten trotz Regen die meisten der Zuschauer auch weiterhin aus. Von den Kindern dürfte wohl das ein oder andere mit seiner Schleife ins Bett gegangen sein und schon vom nächsten Turnier geträumt haben. Es kommt bestimmt! Für die Pferde, die alle turniererfahren sind, war dieses Turnier ein Heimspiel. Nach dem wohlverdienten Abendessen tobten sie wieder auf die Wiese, wälzten sich (die schönen, sauberen, gestylten Pferde!) im dicksten Schlammloch (es hatte ja geregnet) und futterten anschließend gemütlich ihr Heu, das für alle Pferde immer frei zugänglich in einer großen Heuraufe liegt. Also – wie war das mit dem spinnerten, nervösen Araber?!?!? Aurelia Botter-Lolobali

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6. GAWA - Symposium in Kreuth noch nie waren die Kurspltze so schnell vergeben Das GAWA Symposium für Arabische Pferde erfreut sich immer größerer Beliebtheit. Bereits nach 7 Wochen waren die Kursplätze restlos ausgebucht. Viele Teilnehmer kamen zum wiederholten Mal in das Ostbayrische Pferdezentrum nach Rieden/Kreuth und wollten sich natürlich schnellstmöglich einen der begehrten Plätze sichern. Den Jugendlichen unter den Teilnehmern konnte dank eines großzügigen Sponsorings der Familie Dries vom Gut Fronleitenhof aus Österreich und der GAWA wieder eine vergünstigte Teilnahme sowie die kostenlose Unterbringung in einer Ferienwohnung auf der Anlage ermöglicht werden. Der alt bewährte Trainerstamm (Dr. Martin Pauli, Maike Höschler und Ulli Hein) wurde wie im letzten Jahr ergänzt von Doris Pfann aus Österreich, sowie Richter und

Trainer George Maschalani, der zusammen mit Meinhard Tegeler die Rittigkeitsprüfung, sowie die Hengstleistungsprüfung abnahm. Beide Prüfungen wurden wie auch im vergangenen Jahr vom VZAP großzügig unterstützt. Zu den Prüfungen hatten sich 5 Teilnehmer/innen angemeldet und nach anfänglichen Schwierigkeiten im Vorbereitungskurs konnten die Zuschauer am Sonntagmorgen solide bis gute Leistungen der Starter bewundern. Die Teilnehmer konnten eine Urkunde und Sachpreise mit nach Hause nehmen. Der meist gebuchte Workshop war in diesem Jahr die Western Riding, dicht gefolgt von Trail Basis und Trail für Fortgeschrittene. Aber auch alle anderen Kurse waren gut besetzt. Es wurde mit viel Elan an Reiningmanövern, Gymnastizierung und Hinterhandaktivierung sowie geschmeidigen Gängen für die Pleasure trainiert

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und sogar ein Jungpferd absolvierte die ersten Galopprunden unter seiner Reiterin. Auch in diesem Jahr wurde das Symposium wieder von Anja Vaillant fotografisch festgehalten. Den ganzen Sonntag über schoss sie wunderschöne Bilder von den Western-Arabern die man schon heute auf ihrer Internetseite www.passepartout-pferd.de unter Aktuelles bewundern kann. Die GAWA bedankt sich bei allen Teilnehmern, Sponsoren und Helfern des Symposiums für den reibungslosen Ablauf, den fachlichen Austausch untereinander sowie die gute Gemeinschaft und wir freuen uns bereits jetzt auf das 7. Symposium, das am ersten Maiwochenende vom 04.-06. Mai 2013 stattfinden wird. Die Ausschreibng ist ebenfalls bald auf unserer Homepage zu finden, bitte meldet euch rechtzeitig an, damit Eva Wüllenweber

Anja Vaillant wird auch 2013 wieder auf dem Symposium vertreten sein, am Sonntag habt ihr zusätzlich wieder die Möglichkeit ein Einzelshooting bei ihr zu buchen. Voranmeldung sind erwünscht!


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Zuchtverband für Sportpferde arabischer Abstammung

Der ZSAA betreut als staatlich anerkannter Zuchtverband Araber, Anglo-Araber, Shagya-Araber, Vollblutaraber und arabisches Partbred. Wir sind verantwortlich für Hengstkörungen, Stuteneintragungen, Hengst- und Stutenleistungsprüfungen, Selektionsmaßnahmen, züchterische Präsentationen und Prämienvergaben. Wir beraten unsere Züchter bei Eintragungsterminen vor Ort und stellen Ihnen Zuchtwerte und Zuchtwertschätzung in moderner Form im Internet zur Verfügung. Wir vertreten Sie in nationalen u. internationalen Verbänden. Der ZSAA fördert reiterliche Aktivitäten mit arabischen Pferden !

Der ZSAA ist eine aktive und lebendige Züchtergemeinschaft die Sie zu Mitgliedschaft und Mitarbeit einlädt : www.zsaa.de

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FORTBILDUNG

Nachgefragt ...

bei unseren Symposiumstrainern Dr. Martin Pauli Martin ist gebürtiger Waldkirchener und betreibt dort im kleinen Ort Solla gemeinsam mit seiner Frau Babsi eine eigene Reitanlage mit Pferdepension. Dort bietet der Tierarzt seinen vierbeinigen Patienten auch eine Kranken-und Rehastation an. Die große Leidenschaft des Reiningfans ist aber das tägliche Reiten seiner Berittpferde, was er trotz des stressigen Alltags eines Tierarztes mit großer Disziplin angeht. Fast jedem Araberreiter ist Martin in Zusammenhang mit seinem Vollblutaraberhengst Zid Ibn El Zahim ein Begriff. Mit ihm konnte er schon so manchen Titel (z.B. 5 Europameistertitel in Reining und Pleasure) erreiten und war auf etlichen Vorführungen zum Thema Westernreiten mit ihm zu sehen. Martins Steckenpferd ist das anatomisch korrekte Reiten, das er in Verbindung mit seiner „Rückenschule“ und seinem großen fachlichen Wissen an seine vierbeinigen und menschlichen Schüler weitergibt. So ist es für seine Einsteller natürlich das Größte wenn es mal wieder heißt: Reiningkurs mit dem Chef! GAWA: Als (langjähriger) Trainer am Symposium interessiert es natürlich sehr, was dir an dieser Veranstaltung gefällt um jedes Jahr wieder mit Eifer dabei zu sein?

►Das Symposium ist ein fester Bestandteil der Jahresplanung und ein „Muss“.

Es ist ein Treffen von ausnahmslos coolen Leuten, perfekt organisiert, am best möglichen Ort, mit jedem Jahr besserem Niveau und dem besten Kuchen! GAWA: Was verbindet dich besonders mit deinem Workshop? Welche Verbindung hast du zu dieser Disziplin?

►Ich versuche, mein Training durch systematisches Vorgehen so effektiv wie möglich zu machen. Meine

Workshops geben mir die Möglichkeit, dieses System anderen Araberreitern zu vermitteln. Gerade fliegende Galoppwechsel tragen für viele Reiter den Nimbus des unerreichbaren. Das gibt mir die Möglichkeit, durch genaue Analyse des Manövers und sachliches Schulen der „Einzelteile“ in der Regel relativ schnell jeden Reiter an dieses Ziel zu bringen. GAWA: Gibt es ein arabisches Pferd, das dich besonders fesselt und beeindruckt?

►Natürlich ZID IBN EL ZAHIM !!!!!!!! Soviel Rittigkeit, Leistungswille und -fähigkeit, gepaart mit Schönheit ist kaum zu finden. Wenn es ihn nicht gäbe, wäre aber Baikal mein Favorit.

GAWA: Wann bist du das letzte Mal vom Pferd gefallen? Und was war der Grund hierfür?

►Erst letzten Mittwoch hat mich ein QH abgeworfen. Unsere Praxis macht viele „Rittigkeitsprüfungen“, bei denen aus tiermedizinischer-, zahnärztlicher-, osteopathischer-, sattler- und Trainersicht analysiert wird, warum es Defizite gibt. Da hat halt ein Patient mal unerwartet reagiert. Aber ich falle öfter mal runter!

GAWA: Gab es irgendwann mal ein Pferd das dich vor ungeahnte Schwierigkeiten gestellt hat oder zu dem du keinen Zugang gefunden hast?

►Ja! Vor etwa einem Jahr hatte ich ein Berittpferd, mit dem ich zwar einen „guten Draht“ hatte, wie zu

allen meinen Berittpferden, bei dem ich aber trotz allem Analysierens und aller Phantasie ein Problem nicht lösen konnte. Das hat mich echt an der Ehre getroffen!!!!

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Maike Phillips (geb. Höschler) Maike betreibt in Wipperfürth gemeinsam mit ihrer Mutter die Reitanlage Sommerberg Reining Horses. Sie reitet bereits seit ihrer Kindheit und ist somit ein „Cowgirl“ wie´s im Buche steht. Bereits in jungen Jahren konnte Maike mit ihrer Vollblutaraberstute Mahari etliche Turniererfolge verbuchen. Zusätzlich kam dann für Mahari noch der Titel „Araber des Jahres“ in der Araber Weltweit hinzu, damals erstmals für eine Stute und dann auch noch für eine gut westerngerittene! Vom Reiningvirus infiziert zog es Maike dann für einen längeren Aufenthalt nach USA, um sich danach bei Volker Schmitt weiterbilden zu lassen. Basisarbeit und auch Bodenarbeit stehen für Maike an erster Stelle, hier werden bei Ihren Trainingspferden die Weichen gestellt um dann mit Ruhe in die Manöverarbeit zu gehen. Maike ist bei ihren Reitschülern mit ihrer disziplinierten Arbeit und ihrer guten Erklärungsgabe sehr beliebt. Wenn ihre Schüler Fortschritte machen oder mal ein „Knoten“ platzt sieht man die Trainerin schon mal bis über beide Ohren grinsen! Maike liegt die Jugendarbeit sehr am Herzen, deshalb sieht man in Wipperfürth auch sehr viele junge Reiter, die von Maike gefördert werden. Turnierbetreuung, Reitstunden, Korrekturberitt, als das sind Maikes Aufgaben, die von Herzen kommen. GAWA: Als (langjähriger) Trainer am Symposium interessiert es natürlich sehr, was dir an dieser Veranstaltung gefällt um jedes Jahr wieder mit Eifer dabei zu sein?

►Mir persönlich gefällt es sehr, dass das Symposium jedes Jahr von so vielen Araberfans genutzt wird.

Es macht Spaß mit den Teilnehmern zu trainieren und das Bestmögliche aus dem „ kurzen“ Wochenende rauszuholen. Und natürlich macht es wahnsinnig Spaß bei so tollen Bedingungen zu trainieren, wie sie in Gut Matheshof geboten werden. GAWA: Was verbindet dich besonders mit deinem Workshop? Welche Verbindung hast du zu dieser Disziplin?

►Meine absolute Lieblingsdisziplin ist die Reining, mich begeistert die Schnelligkeit aber auch gleichzeitig diese Präzision, die dort abverlangt wird. Pferd und Reiter sollten sehr konzentriert sein um eine absolut saubere und korrekte Vorstellung abzuliefern. Für mich ist aber auch eine korrekte Arbeit am Boden sehr wichtig, denn da fängt alles an. Das Fundament für ein absolut solides Verlasspferd, was für mich persönlich das wichtigste ist. GAWA: Gibt es ein arabisches Pferd, das dich besonders fesselt und beeindruckt?

►Es gibt ganz viele Arabische Pferde die mich fesseln. Allerdings 2 ganz besonders. Das sind einmal

Aladdins Warlock und natürlich Mahari. In den USA habe ich aber auch noch sehr viele andere Vollblutaraber kennen lernen dürfen, die meinen Weg geprägt haben. GAWA: Wann bist du das letzte Mal vom Pferd gefallen? Und was war der Grund hierfür?

►Darüber spricht man nicht… ;-) Ich muss allerdings schwer nachdenken und *KLOPF AUF HOLZ* es ist verdammt lange her, aber meistens wegen irgendeinem Blödsinn.

GAWA: Gab es irgendwann mal ein Pferd das dich vor ungeahnte Schwierigkeiten gestellt hat oder zu dem du keinen Zugang gefunden hast?

►Solche Pferde begegnen einem immer wieder. Und ich denke, es ist dann auch dem Pferd und dem Besitzer gegenüber nur fair das auch klar zu sagen. Wobei ich das noch nicht so oft hatte, aber es ist schon mal vorgekommen. Und eventuell kommt in dem Moment dann auch ein Kollege besser damit zurecht.

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Doris Pfann

Doris ist Österreicherin und lebt im schönen Wiener Neustadt. Ihr größter Wunsch wurde ihr im Alter von 12 Jahren von ihren Eltern erfüllt, sie durfte Reiten lernen. Das tat sie dann auch mit unzähligen Unterrichtsstunden und hat sich erst im Springsport und dann im Westernreiten bei vielen Trainern weitergebildet. Mit ihrer Paintstute Sandy konnte Doris etliche Turniererfolge verbuchen. Ihre Leidenschaft für das Arabische Pferd fand Doris bei Petra Dries auf dem Fronleitenhof. Petra züchtet dort auf einem wunderschönen Gestüt arabische Pferde für den Westernreitsport. Doris ist auf dem Fronleitenhof für den Beritt der Zuchthengste, sowie für die reiterliche Betreuung und Turnierförderung der Nachwuchspferde zuständig. Mit den Zuchthengsten Baikal und Muscateal`s Saphir konnte Doris schon so manche Titel in verschiedenen Disziplinen erreiten und die Zuschauer mit ihren großartigen Freestyle Reinings in Ihren Bann ziehen. Im Turnierleben sind die „Mädels“ vom Fronleitenhof mit ihren Arabern also ein Begriff und machen auch auf rasseoffenen Turnieren ihren Mitstreitern das Leben schwer. Mit großem Eifer widmet sich Doris natürlich auch ihren Reitschülern, die ihr Wissen im Allroundbereich und ihre lustige Art schätzen. GAWA: Als (langjähriger) Trainer am Symposium interessiert es natürlich sehr, was dir an dieser Veranstaltung gefällt um jedes Jahr wieder mit Eifer dabei zu sein?

►Das Symposium ist jedes Jahr sehr gut organisiert und ich möchte hiermit der GAWA ein großes Lob aussprechen! Die Kursteilnehmer sind immer sehr interessiert und mit viel Spaß dabei! Die Anlage ist dafür optimal! Die besten Bedingungen zum Trainieren!

GAWA: Was verbindet dich besonders mit deinem Workshop? Welche Verbindung hast du zu dieser Disziplin?

►Ich arbeite sehr gerne mit Jungpferden! Immer wieder fasziniert mich wie schnell Jungpferde dazu

lernen und es ist einfach toll zu spüren und zu sehen wie das Pferd Vertrauen aufbaut, lockerer und geschickter wird! Ich sehe den Trail nicht nur als Wettbewerb (den man schließlich gewinnen möchte) sondern auch als Möglichkeit das Zusammenspiel zwischen Reiter und Pferd zu verbessern. Wenn man gemeinsam durch und über die schwierigsten Hindernisse kommt und man sein Pferd Schritt für Schritt und manchmal auch im Halbschritt steuern kann, dann finde ich das einfach wahnsinnig toll. :-) GAWA: Gibt es ein arabisches Pferd, das dich besonders fesselt und beeindruckt?

►Natürlich fallen mir sofort Baikal und Muscateals Saphir ein! Ich bin zwar nicht der stolze Besitzer dieser Pferde, aber mein Herz gehört ihnen als ob es Meine wären. Und fast jeder der ein eigenes Pferd besitzt wird mir zustimmen, das Eigene ist das Beste! :-) GAWA: Wann bist du das letzte Mal vom Pferd gefallen? Und was war der Grund hierfür?

►Mmmhhh, ich kann mich eigentlich an das letzte Mal nicht mehr erinnern! Ich bin in meinen ersten

Reitstunden sehr oft vom Pferd gefallen. Meine Eltern dachten schon ich würde aufhören aber ich wurde geschickter und hab vielleicht auch dadurch einen festen Sitz bekommen. Einen Sturz werde ich nie vergessen, ich arbeitete bei HD Schulz und wollte einen Junghengst reiten. Ich merkte dass er übermütig war und überlegte noch ob ich ihn vorher ablongieren sollte??? Aber in meinen jugendlichen Leichtsinn setzte ich mich gleich drauf. Das Pferdchen ließ seinen Energien freien Lauf und buckelte durch die Halle. Kaum im Sattel flog ich durch die Luft auf den Boden. D. Schulz kam zu mir, fragte mich zwar zuerst ob ich ok bin, aber gleich danach meinte er: „Doris ich hab grad die Halle abgezogen und nun sieh dir das Loch an!“ Tja wer den Schaden hat braucht für den Spott nicht zu sorgen! Mir ist nichts passiert und seither longiere ich meine Pferdchen vorm Reiten ab wenn ich merke dass sie übermütig sind! :-) GAWA: Gab es irgendwann mal ein Pferd das dich vor ungeahnte Schwierigkeiten gestellt hat oder zu dem

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FORTBILDUNG du keinen Zugang gefunden hast?

► Wenn man viele Pferde korrigiert und zureitet dann wird man hin und wieder vor ungeahnte Schwierig-

keiten gestellt! Aber ich könnte nicht sagen dass ich mal keinen Zugang gefunden habe. Im Gegenteil, wenn es Probleme gibt dann verbringt man viel Zeit mit dem Pferd um es zu verstehen bzw. man macht sich viele Gedanken um eine Lösung zu finden. Und hat man dann endlich eine Lösung gefunden, dann freut man sich umso mehr und man hängt emotional sehr stark an diesem Pferd. Was nicht heißen soll das ich hauptsächlich schwierige Pferde mag! Nein, nein es macht jede Menge Spaß wenn der Umgang und das Training mit dem Partner Pferd glatt und reibungslos funktioniert! :-)

www.kraemer-pferdesport.de

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Cathrin Dostal

Die 26 jährige Cathrin Dostal begann als Kind mit Ponyreiten und Englisch-Reitstunden. Im Alter von 9 Jahren hatte sie sich in den damals einjährigen Araberhengst „Kashmir“ so verliebt, dass die Eltern ihr den Youngster kaufen mussten. Anfangs nahm sie Westernreitstunden mit ihrem Araber bei Roger Kupfer, später zog sie mitsamt Pferd nach Oberbayern, um bei Tommi Posch zu trainieren. Es blieb auch nicht bei einem Pferd, vor 8 Jahren kam der Quarterhorse Hengst Smart Cayenne Pepper dazu. Cathrin blickt mit ihren beiden selbst ausgebildeten Pferden auf viele Erfolge zurück. So wurde sie mit Kashmir bereits zweimal Deutscher Mannschaftsmeister der EWU und errang etliche Bayerische Meistertitel mit ihm. Mit „Hubsi“, wie sie ihren QH-Hengst liebevoll nennt, errang sie 2011 die Titel Deutscher Meister Senior Trail und Western Riding, sowie 2012 den Titel Deutscher Meister Superhorse der EWU. Cathrin arbeitet als selbstständige Trainerin in Eggstätt/Oberbayern, erteilt Unterricht und nimmt Berittpferde. Sie bildet sich weiter mit Kursen verschiedener Trainer aus dem In- und Ausland. Unterstützt wird Cathrin von ihrer Mama Marlene, die vielen bekannt ist durch ihre excellenten Showoutfits der Fa. MD-Westernwear. GAWA: Du wirst dieses Jahr das erste Mal bei unserem Symposium als Trainerin dabei sein. Was reizt dich an dieser Aufgabe unsere Araberreiter zu fördern?

►Ich habe mit einem Araber meine Turnierkarriere begonnen und mich bis zur Deutschen Meisterschaft hoch gekämpft. Ich würde mich freuen wenn ich dazu beitragen könnte, dass in Zukunft auf rasseoffenen Turnieren mehr Araber vertreten sind. GAWA: Was verbindet dich besonders mit deinem Workshop? Welche Verbindung hast du zu dieser Disziplin?

►Trail war schon immer meine Lieblingsdisziplin. Mich fasziniert vor allem die Vielfalt an Trainingsmöglichkeiten. Die Pferde können dadurch zur aktiven Mitarbeit motiviert werden. Durch die vielen verschiedenen Hindernisse und Kombinationsmöglichkeiten kann das Training in dieser Disziplin abwechslungsreich gestaltet werden und fördert das selbständige Mitarbeiten der Pferde. GAWA: Gibt es ein arabisches Pferd, das dich besonders fesselt und beeindruckt?

►Khasmir – mein erstes eigenes Pferd. Als Jährling kam er zu mir

(ich war damals 10 Jahre alt) und seitdem sind wir zu einem sehr guten Team zusammengewachsen und haben viel voneinander gelernt. GAWA: Wann bist du das letzte Mal vom Pferd gefallen? Und was war der Grund hierfür?

►Bei einem Ausritt im Tiefschnee. Khasmir stolperte aus nicht erklärlichen Gründen und wir stürzten beide in den Schnee.

GAWA: Gab es irgendwann mal ein Pferd das dich vor ungeahnte Schwierigkeiten gestellt hat oder zu dem du keinen Zugang gefunden hast?

►Jedes Pferd hat einen Zugang, man braucht nur genügend Geduld und Zeit, um ihn zu finden.

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FORTBILDUNG

Ulli Hein Ulli ist staatlich geprüfte Sport- und Gymnastiklehrerin und unterrichtet im Niederbayrischen Solla auf der Anlage MP-Stables von Dr. Martin Pauli und Umgebung. Das Spezialgebiet von Ulli ist die Sitzkorrektur. Ihr Fachwissen hilft ihr bei ihrem Training, um Sitz- und Gewichtshilfen zu nutzen und richtig einzusetzen, sowohl für Anfänger an der Longe als auch für Fortgeschrittene im Westerntraining. Zusätzlich gibt Ulli theoretischen Unterricht in Pferdepflege und Reitlehre. Bereits im Alter von 5 Jahren konnte Ulli in Kanada die Grundlagen des Westernreitens erlernen und sich somit schon in ihrer Jugend ein großes Pferdewissen aneignen. Ulli ist selbst Besitzerin von 3 Arabern und überall für ihre große Tierliebe bekannt. GAWA: Als (langjähriger) Trainer am Symposium interessiert es natürlich sehr, was dir an dieser Veranstaltung gefällt um jedes Jahr wieder mit Eifer dabei zu sein?

►Ich finde es beeindruckend, dass die Gawa es geschafft hat, ein Forum zu erschaffen, wo dem ara-

bischen Pferd die Möglichkeit gegeben wird, sein Können gegenüber den Quarter Horses im Westernreitsport unter Beweis zu stellen. GAWA: Was verbindet dich besonders mit deinem Workshop? Welche Verbindung hast du zu dieser Disziplin?

►Sitzschule bedeutet nicht nur „schön aussehen auf dem Pferd“, sondern soll dem Reiter die Möglichkeit geben, seine Gewichtshilfen so einzusetzen um das Pferd sämtliche Lektionen auf natürliche Art und mit minimaler, feiner Zügelführung durchführen zu lassen.Sitzkorrektur – Korrektur beim Pferd (mangelnde Hinterhand, schwache Bauchmuskulatur, Taktfehler). GAWA: Gibt es ein arabisches Pferd, das dich besonders fesselt und beeindruckt?

►Wie sollte es anders sein: Hadir, Spirit und Avalon – meine drei Araber!

GAWA: Wann bist du das letzte Mal vom Pferd gefallen? Und was war der Grund hierfür?

►Das war im Juni 2012, ein unspektakulärer Schrecksprung zur Seite. Ich erlitt einen Wirbelbruch und war erst nach 7 Wochen wieder im Einsatz. GAWA: Gab es irgendwann mal ein Pferd das dich vor ungeahnte Schwierigkeiten gestellt hat oder zu dem du keinen Zugang gefunden hast?

►Mein Vollblutaraber „Spirit“. Er hat mich gefühlte 500 Mal abgeworfen und mir haben buchstäblich die Knie gezittert beim Aufsteigen. Er gehörte damals noch Dr. Martin Pauli. Ich habe ihm die Situation eindringlich erklärt und dass sein Schicksal besiegelt ist, wenn er mich noch einmal abwirft und von da an hörte er zu und wir können seitdem sehr gut miteinander reden. (Araber sind ein-Mann/Frau-Pferde).

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AUSBILDUNG

Gebisswahl: Spagat zwischen physikalischen Gesetzen und persnlichen Vorlieben In der letzten Ausgabe der GAWAJahresabschlusszeitung haben wir über gebisslose Zäumungen und ihre Wirkungsweise berichtet. Um das ganze zu komplettieren, geht es heute um Gebisse und deren Wirkweise, und auch hier gilt wieder: Wer die Wahl hat, hat die Qual. Ganz selbstverständlich werden im Pferdealltag Kandare, gebisslose Zäumungen, Hilfszügel und Sporen verwendet, aber kaum jemand weiß etwas über ihre genaue Wirkungsweise und den eigentlichen sinnvollen Gebrauch. Dieser Artikel soll ein wenig mehr Licht ins Dunkel der sehr komplexen Angebotswelt von Gebissen, Hilfszügel und Co. bringen. Um es vorweg zu nehmen: Dieses Thema ist im Prinzip so vielschichtig, dass man ganze Bücher darüber schreiben könnte, möchte man alle im Handel ange-

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botenen Gebisse und Zäumungen besprechen. Daher werden hier die grundlegenden Basics aus der Freizeitreiterei und dem Westernreiten erklärt und vorgestellt. Alle Gebisse sind bei entsprechendem Ausbildungsstand von Pferd und Reiter für den Otto-Normal-Verbraucher zu benutzen, exotische Zäumungen werden hier nicht besprochen und gehören wenn überhaupt nur in absolute Profihände. Parallelen zum anderen Reitweisen werden – wenn möglich – gezogen, da sich alle Pferde, egal ob Springer, Gangpferd oder Dressurcrack anatomisch gleich verhalten und die Wirkung auf das Tier von miteinander verwandten Gebissen gleich ist. GRUNDLEGENDE ANSPRÜCHE AN DIE AUSRÜSTUNG Egal welches Gebiss man bevor-

zugt, man sollte stets im Sinne des Tieres auf eine sehr gute Qualität achten. Nur solide verarbeitete Gebisse weisen keine scharfen Kanten auf, die Legierung hält das, was sie augenscheinlich verspricht und das Gebiss liegt gleichmäßig und satt im Maul. Billigwaren können sich komplett anders verhalten als angedacht. Sind sie von billigem (= leichtem) Material, liegen sie oft unruhig, können teilweise sogar auf beiden Seiten unterschiedlich schwer sein, was das Pferd zusätzlich im Maul verwirrt. Heutzutage sind fast alle Gebisse leicht gebogen und der Anatomie des Pferdemauls nachempfunden, was den Nussknackereffekt (extremer Druck bei Zügelanzug gegen den Gaumen, Quetschung von Zunge und Kiefer, verursacht Schmerzen) deutlich verringert.


AUSBILDUNG GENERELLES ZU GEBISSEN Oft hört man ein alt bekanntes Vorurteil, das ein Snaffle Bit (Wassertrense) „weicher“ ist als ein Bit (Kandare). Grundsätzlich kann man sagen, dass die Einwirkungsweise von jedem Gebiss „anders“ ist und deshalb nicht automatisch als „schärfer“ eingestuft werden sollte. Alle Gebisse reagieren nach den physikalischen Gesetzmäßigkeiten der Mechanik. Erst wenn man das System der Wirkweisen verstanden hat, kann man Gebisse sinnvoll einsetzen. Zudem sollte eine einfach gebrochene Wassertrense nicht als Allheilmittel für jedes Reitpferd verstanden werden. Grade sauer gerittene Pferde kommen mit ganz anders wirkenden Gebissen oft besser klar. Kupfereinlagen, „Sweet Iron“-Varianten oder Rollen veranlassen das Pferd zum Kauen, Einspeicheln und Spielen mit dem Gebiss. Durch die Rollen ist das Pferd beschäftigt und wird etwas ruhiger, hört dem Reiter besser zu und konzentriert sich besser auf die geforderten Lektionen. Außerdem beißt es sich nicht auf dem Gebiss fest. Zu viel Spielen mit dem Gebiss ist aber auch nicht gut, dadurch wird das Pferd zu sehr abgelenkt und unkonzentriert. Gummigebisse sollten nur bei sehr gut einspeichelnden Pferden benutzt werden, da sie bei wenig Speichelfluss auf einer trockenen Zunge unangenehm reiben können. Die weit verbreiteten Zügelsnaps, die zwischen Gebiss und Lederzügel eingeschnallt werden, sind auf der einen Seite praktisch im Alttag, wirken aber aufs Pferd oft störend. Als wackeliges Bindeglied zwischen Metallring und Lederzügel irritieren sie das Pferdemaul, sie klappern gegen die Gebissringe, das Gebiss wird unruhiger und die Snaps können so die Zügelhilfen verfälschen bzw. schwammig machen. ALLGEMEINE VERWENDUNG VON GEBISSEN Ein Gebiss sollte immer aus dem Impuls heraus verwendet werden. Hält man sich nämlich am Gebiss fest oder zerrt permanent daran, zieht das Pferd dagegen und macht sich im Hals fest. Zügel sind keine

Haltegriffe! Denn gibt man seinem Pferd keine Stütze, auf die es sich lehnen kann, wird es diese auch nicht nutzen können, um sich aufs Gebiss zu legen. Oft ist das Pferd nämlich nicht, wie vom Reiter vermutet, hart im Maul, sondern die Reiterhand ist zu starr und fest. Ständiger Druck erzeugt dann den bekannten Gegendruck. Es ist auch nicht verkehrt, das Gebiss je nach Übung in verschiedenen Handpositionen zu benutzen. Das Pferd gewöhnt sich sonst auf den immer gleich ankommenden Druck im Pferdemaul (gleicher Winkel) und stumpft ab. Es ist deshalb sinnvoll, die Hände ab und an höher oder weiter auseinander zu nehmen, da das Pferd dann in der Regel weicher reagiert und nachgibt. WIRKUNGSWEISE DES SNAFFLE BIT Das Snaffle drückt bei Zügelanzug auf die Laden und die Zunge des Pferdemauls (= ein Druckpunkt). Die Größe der Ringe bestimmt dabei den Spielraum der Einwirkungsmöglichkeit. Kleine Ringe lassen weniger Spielraum bei der Zügeleinwirkung zu als große, sie wirken viel direkter und kompromissloser, da die Strecke (Metallring) auf denen der Zügel gleitet deutlich kürzer ist. Große Gebissringe bilden einen größeren Bogen aus, bei Zügelanzug wird der Abstand zwischen Gebiss und Backenstück kürzer, durch die Lageveränderung im Maul bekommt man so einen anderen Druckpunkt auf die Laden. Eine Sonderform des Snaffles ist die D-Ring-Trense. Durch die starr verbundenen D-Ringe bekommt man einen kleinen Hebeleffekt auf das Gebiss, zudem liegen die DRinge mehr an der Seite des Mauls an, sodass ich bei Zügelanzug mehr Druck auf die Pferdewange ausübe. Eine solche Hebelwirkung haben auch eine 3-Loch-Trense und andere Gebisse mit kleinen Anzügen. Aber nicht nur die Ringe beeinflussen die Wirkweise, auch die Dicke des Gebisses spielt eine Rolle. Dickere Snaffles wirken weniger punktuell und unpräziser als dünnere Gebisse, man könnte sa-

Bei den Snaffle Bits gibt es gerade beim Westernreiten eine große Vielzahl an unterschiedlichen Gebissen. Neben Farbe, Form, Material des Mundstücks und Verzierung sollte aber auch die unterschiedliche Wirkung bei der Kaufentscheidung eine Rolle spielen. Auszugsweise sind hier dargestellt: erstes von oben: Billy-Allen-Snaffle-Bit; viertes von oben: ein Snaffle mit D-Ringen, die restlichen sechs Snaffles weisen unterschiedliche Ringformen, -beweglichkeiten und –größen auf, manche haben Kupfereinlagen, manche sind reich verziert. (Foto: Roberto Robaldo) Jahresabschlusszeitung GAWA 2012

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AUSBILDUNG gen, sie sind weniger „scharf“, weil sich der Druck auf eine größere Fläche im Pferdemaul verteilt. Diese große Druckfläche im Maul bietet dem Pferd aber auch mehr Angriffsfläche, um sich auf das Gebiss zu lehnen, der Reiter muss automatisch im Vergleich zu einem dünneren Gebiss mehr aufs Pferd einwirken, ob das dann im Prinzip für das Pferd „weicher“ erscheint, darf bezweifelt werden. Zudem sind übermäßig dicke Gebisse deutlich unangenehmer für das Pferd, da im Pferdemaul verhältnismäßig wenig Platz für ein Gebiss ist, gerade bei den immer feiner gezüchteten Köpfen mit kleinen Mäulern.

auf Zunge und Laden. Der zweite Druckpunkt ist das Kinn. Über die Kinnkette wird bei Zügelzug Druck sowohl auf das Maul (Laden und Zunge) als auch auf das Kinn ausgeübt. Über die Weite der Kinnkette kann man den Druckpunkt auf Lade/Zunge oder Kinn verstärken oder verringern. Ist die Kette relativ eng verschnallt, wird vermehrt Druck auf Zunge/Laden ausgeübt.

die ursprüngliche Kandarenwirkung verfälscht. Die Shanks spielen auch bei der Hebelwirkung eine wichtige Rolle. Je länger die Anzüge sind, desto mehr Hebelkraft kommt am Drehpunkt (dem Mundstück) an. Das bedeutet, dass ich mit relativ wenig Rückwärtsbewegung am Zügel größeren Druck auf die drei Druck-

Das doppelt gebrochene Gebiss verringert, neben der bereits oben angesprochenen anatomischen Form, den Nussknackereffekt. Durch das Mittelstück wird keine Spitze im Maul bei Zügelzug erzeugt. Allerdings liegt das doppelt gebrochene Gebiss relativ wackelig und auch unruhiger als das einfach gebrochene und lässt nur schwer korrekte Signale zu. Extrem empfindliche Pferde nehmen das Billy Allen Snaffle Bit gerne an. Durch das kaum bewegliche Mittelstück kann das Gebiss nicht einknicken, es ist zwar seitlich beweglich, aber kaum nach oben / unten. Das Gebiss wirkt dadurch mehr auf der Zunge und nicht auf die Laden. WIRKUNGSWEISE DES BITS Das Bit ist nur für fortgeschrittene Reiter und Pferde geeignet. Unter einem Bit versteht man eine Kandare ohne Unterlegtrense. Dieses Gebiss ist weder brutal noch „scharf“, sondern wirkt einfach nur „anders“ auf den Pferdekopf ein, als ein Snaffle, nicht auf einen Druckpunkt (Pferdemaul) , sondern auf drei unterschiedliche Punkte am Pferdekopf. Druckpunkt Eins sind Zunge und Laden des Pferdes. Je höher der Bogen des Mundstücks (Port), desto mehr Zungenfreiheit hat das Gebiss und desto stärker wirkt es auf die Laden. Je flacher der Bogen, desto stärker verteilt sich der Druck

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Übersicht zu den verschiedenen Teilen eines Bits. (Foto: R. Robaldo)

Ist die Kette relativ weit verschnallt, wird der Druck auf Zunge/Lade, Kinn und das Genick (dritter Druckpunkt) verteilt. Das Genick spielt eine ganz entscheidende Rolle bei der Verwendung einer Kandare. Denn nur wenn das Pferd gelernt hat im Genick auf Druck den reiterlichen Hilfen nachzugeben, ist es bereit für die Kandare. Eine Voraussetzung dafür ist stets die korrekte Grundausbildung auf Snaffle. Man sollte niemals ein „schärferes“ Gebiss ins Maul einschnallen, weil man Probleme bei der Temporegulierung hat. Im schlimmsten Fall reagiert das Pferd auf den Zügeldruck über, wird panisch, erschreckt schneller und geht vielleicht sogar durch, weil es den Druck nicht einordnen kann. Generell gilt bei der Kandare: Je beweglicher diese in sich ist, so wie bei einem Snaffle with Shanks (gebrochenes Gebiss mit beweglichen Anzügen), desto stärker wird

punkte Zunge/Laden, Kinn und Genick ausübe, als bei einem Gebiss mit kürzeren Shanks. Aber nicht nur die Länge der Shanks ist ausschlaggebend, sondern auch das Verhältnis zwischen Shank (Unterbaum) und Purchase (Oberbaum). Die Länge des Purchase bestimmt den Druck auf das Genick. Die Länge des Shanks hingegen bestimmt den Druck auf die Zunge/Laden. Je größer das Verhältnis zwischen Shank und Purchase, desto stärker wirkt das Gebiss auf die Kinnkette und das Genick. Nähert sich das Verhältnis der Beiden an, desto stärker wirkt das Bit auf Laden und Zunge. Die Form der Shanks spielt bei der Einwirkung ebenfalls eine große Rolle. Denn je gebogener die Shanks sind, desto verzögerter und weicher ist der Reaktionsmoment vom Gebiss, der Druck kommt verspäteter am Pferdekopf an. Grob ausgedrückt reagieren gerade An-


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Die Kinnkette am Bit sollte in der Regel so verschnallt werden, dass sie erst bei Zügelanzug ab einem Winkel von 45 ° wirkt. (Foto: Roberto Robaldo) züge direkter und aggressiver. Generell sollte darauf geachtet werden, dass die Shanks beweglich mit dem Mundstück verbunden sind. Sind Mundstück und Anzüge aus einem Guss, kann sich das Gebiss bei gelegentlich nötiger, zweihändiger Zügelführung im Pferdemaul verkannten. Diese verschiedenen Parameter ermöglichen einen extrem großen Spielraum beim jeweiligen Bit, sowohl in der Wirkungsweise der unterschiedlichen Gebisse, im Vergleich zu einem Snaffle, als auch der diversen im Handel erhältlichen Bits untereinander. Jede Art von Bit übt unterschiedlichen Druck auf die drei Druckpunkte aus und beeinflusst so die Druckintensität am Pferdekopf, das Gebiss wirkt dadurch je nach Verschnallung und Einstellung „schärfer“ oder „milder“.

Im Fachhandel gibt es unterschiedliche Arten von Bits. Neben dem Material spielt auch die Form des Mundstücks und der shanks eine Rolle. Optisch schlichte Bits sind eher für den Trainingsalltag, reich verzierte Bits werden gerne für ein Turnier genommen. Von oben nach unten sind hier auszugsweise dargestellt: Snaffle with Shanks, Bit mit Medium-Port, Billy-Allen-Bit, Bit mit High-Port und Kupferrolle. (Foto: Roberto Robaldo)

WELCHES GEBISS FÜR MEIN PFERD? Grundsätzlich sollte man bei allen Gebissfragen einen Profi zu Rate ziehen, wenn man sich nicht sicher ist. In der Regel kann ein Trainer sehr gut beurteilen, wie genau das Gebiss wirkt und welche Art der Verschnallung sinnvoll ist. Bei einem Snaffle ist der Spielraum hier deutlich geringer, als bei einem Bit. Zudem hat ein Trainer einige verschiedene Gebisse vor Ort, sodass man auch einmal Probereiten kann und schaut, wie das Pferd reagiert und ob es das Gebiss gut annimmt. In erster Linie muss das Gebiss dem Pferd passen, es muss willig darauf

reagieren und das Gebiss akzeptieren. Aber auch der Reiter muss mit dem Gebiss klar kommen und es als angenehm empfinden. Nicht jedem Reiter liegt jedes Gebiss. Gibt man zwei unterschiedlich von der Hand her reitenden Personen ein und dasselbe Pferd, so wird das Pferd bei beiden Reitern trotz desselben Gebisses unterschiedlich gut nachgeben. Der eine Reiter hat zum Beispiel eine eher hektische Hand (nicht im Sinne von unruhig!), er setzt seine Hände sehr flott ein, die Reaktionszeit ist kurz. Der andere Reiter hat eine eher langsame Hand, wo der Zügeldruck extrem verzögert am Pferdekopf ankommt. Jemand mit hektischer Hand sollte daher eher ein Bit aussuchen, welches den Druck zeitlich verzögert weiter gibt, eine langsamere Hand kann ein direkter wirkendes Gebiss vorziehen. Der persönliche Geschmack sollte stets hinten anstehen, dem Pferd ist es egal, ob man ein aufwändig verziertes, ein zurzeit als modern geltendes oder ein sehr schlichtes Gebiss wählt. Hauptsache es passt! ALLES EINE FRAGE DER EINSTELLUNG Auch die Grundeinstellung des Gebisses sollte ab und an überdacht / geändert werden. So wird das Pferd bereits bei einem Snaffle anders reagieren, wenn man das Kopfstück ein Loch kürzer / länger schnallt. Denn auch dadurch verändert sich der Druckpunkt im Maul. Man sollte ein wenig experimentieren, bis man die perfekte Einstellung von Gebiss und Zaumzeug gefunden hat. Aber

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AUSBILDUNG auch im späteren Trainingsalltag sollte man immer mal wieder das Gebiss kürzer oder länger einschnallen, einfach, um dem Pferd nicht immer den gleichen Druckpunkt im Maul zu geben (Vermeidung von Abstumpfung). Generell gilt zur Verschnallung: bei einem Snaffle sollte eine leichte Falte im Maulwinkel zu sehen sein, manche Pferde mögen es niedriger oder höher verschnallt, es sollte aber niemals an die Zähne stoßen. Beim Bit darf keine Falte zu sehen sein, es muss locker im Pferdemaul liegen. Bei beiden Gebissen sollten links und rechts nicht mehr als 0,5 cm das Mundstück heraus schauen, es sollte aber auch nicht zu eng sein und die Maulwinkelfalten einklemmen.

Das Verhältnis von shank (Unterbaum) und purchase (Oberbaum) spielt bei der Wirkungsweise eines Bits eine große Rolle. Auch Länge und Form von shank und purchase beeinflussen die Wirkung. (Foto: Roberto Robaldo)

für das Lasso bzw. den Säbel. Das Ziel der Ausbildung auf Bit – nämlich die Einhändigkeit – sollte beim Training auch nie aus den Augen verloren werden. Das Pferd sollte GEBISSE ALS KORREKTURsich via Neckreining über den äuWERKZEUGE? ßeren Zügel lenken lassen, damit In der Regel reitet man ein Pferd es einhändig geritten werden kann. mit Bit seit jeher einhändig, denn Zu Korrekturzwecken kann man die Cowboys brauchten ebenso die zweite Hand dazu nehmen und wie die Kavallerie eine freie Hand mit der inneren Hand bei der Stellung / Biegung / Lenkung kurzfristig nachhelfen. Auf Snaffle sauer gerittene Pferde werden oft auf Bit umgestellt, um sie zu korrigieren. Der Druck von Zunge und Lade wird durch das Bit deutlich aus dem Maul genommen und mehr auf Kinn und Genick verteilt. Die Pferde reagieren meist auf den Druck von der Kinnkette viel angenehmer als auf den Ladendruck beim Snaffle und lernen wieder Die Optik eines Gebisses sollte nur eine untergeordnete ein Gebiss zu akzeptieren Rolle spielen (Foto: Patrick Hayn)

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und dem Zügeldruck nachzugeben. Solche Schritte sollte aber stets ein erfahrener Trainer gehen, der sich mit der Wirkweise des Gebisses auskennt. Dasselbe gilt für Twisted Wires, einige Corretion Bits und sonstige „Gebissexoten“ aus dem Fachhandel. SCHARF - SCHÄRFER - AM SCHÄRFTEN? Die beiden Begriffe „schärfer“ und „milder“ sind in diesem Artikel in Anführungsstrichen gedruckt, denn man kann nicht pauschal sagen, dass die Wassertrense „mild“ ist und die Kandare „scharf“. Führt man sich das Ziel einer Kandarenausbildung noch einmal vor Augen, so darf man einen wichtigen Punkt nicht vergessen: Pferde, die reell auf Bit oder Kandare ausgebildet sind, reagieren so fein auf Gewicht, Sitz und Schenkel, dass ein Ziehen und Zerren an den Zügeln absolut überflüssig wird. Ein gut an den Hilfen stehendes Pferd wird fast komplett unabhängig vom Gebiss geritten, man kann es mit zwei Fingern lenken und ans Gebiss heran reiten. Ob nun eine so benutzte Kandare „schärfer“ wirkt, als eine deutlich häufiger und kräftiger angezogene Wassertrense, mag jeder selbst entscheiden. Denn auch wenn der Spruch abgedroschen klingt, er entspricht absolut der Wahrheit: „Ein Gebiss ist immer nur so scharf, wie die Hand des Reiters“. Cassandra Mrotzeck


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Wie lerne ich galoppieren? vom Hirsch zum reitbaren Pferd Ich habe seit vielen Jahren einen alten Haflinger namens Danny mit einem wunderbar gemütlichen Schaukelpferd-Galopp! Irgendwann durfte Danny aber in Altersteilzeit und es war Zeit für ein neues Pony. Eine Freundin kannte einen tollen Araber, der schon ewig auf der Koppel stand. Ich fuhr spontan hin, um ihn einmal anzugucken... tja wie es so mit dem Angucken ist... kaufte ich ihn 1 Monat später. Probegeritten bin ich ihn damals nur mit Knotenhalfter im Schritt und im Trab ohne Sattel. Den Galopp verschob ich auf ein anderes Mal. Denn ein fremdes Pferd reite ich nicht ohne Sattel im Galopp. Am Tag des Kaufes lud ich Halik auch direkt bei meinem Trainer aus, und nicht auf dem heimischen Hof. Meine beiden Trainer Thomas Günther und Vera Delle (www.proride.net) wussten zu diesem Zeitpunkt noch nicht, worauf sie sich einließen. Vielleicht auch ganz gut so. ;-) Warum ich ihn direkt zum Trainer fuhr? Nunja, beim zweiten Pferd wollte ich von Anfang an alles richtig machen. Deshalb nahm ich gleich

eine Woche Urlaub und verbrachte alle sieben Tage auf dem Hof, um so viel wie möglich an Input mit zu bekommen. Als ich das erste mal angaloppierte, bin ich fast ins Koma gefallen. Nichts mehr mit Schaukelpferdgalopp!!! Mein Arabärchen ist leider etwas überbaut und tat sich mit dem Galoppieren total schwer. den Zuschauern am Rand bot sich ein Bild des Grauens. Ich schoss im Galopp fast so weit wie beim Leichttrab aus dem Sattel, riss an den Zügeln und Haliks Kopf wanderte von Galoppsprung zu Galoppsprung höher und höher... und er riss ihn zudem ständig nach oben.... er war der ungekrönte K ö n i g des Unterhalses. Ich wollte nur noch im Boden versinken. Dies hatte mit Westernreiten extrem w e n i g gemeinsam... Ich konn-

te ihn einfach nicht sitzen. Ich war kurz davor aufzugeben. Meine Trainer haben mir immer wieder Mut gemacht, dass er mein härtester Trainer ist und dass ich mehr lernen muss als anderen Reiter. Also musste ich wohl ran. Ob ich wollte oder nicht. Ich wollte dieses Pferd nicht aufgeben. alles faszinierte mich an ihm. Halik hat te und hat auch heute noch so einen tollen Charakter. Auf ihn war uns ist immer Verlass. Er ist immer händelbar. Aber das Galoppieren war eine einzige Katastrophe. Mit viel Arbeit und viel Galoppieren haben wir es aber dann in den Griff bekommen. Eine wirklich große Hilfe dabei ist auch heute noch meine Stallbesitzerin Meike Christmann. Da ich viel zu selten nach Kassel zu Thomas und Vera fahren kann, um Westernunterricht zu bekommen, habe ich bei Meike Unterricht. Sie selbst ritt schon Grand Prix und bereitet auch heute noch ihre Pferde dafür vor. Auch wenn sie aus dem anderen Lager kommt, so ist die Basis die selbe und so konnte sie mir sehr, sehr gute Tipps geben und und weiter helfen. Und das ganze hat sich gelohnt: unser Galopp ist jetzt rund! Wer hätte das gedacht. Heute galoppiert er richtig schön. Herzlichen Dank an alle drei Trainer für so viel Geduld! Claudia Weber

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Reitbeteiligung - Fluch oder Segen? Bei keinem anderen Thema scheiden sich im Reitsport die Geister so sehr, wie beim Thema Reitbeteiligung. Viele Besitzer möchten auf keinen Fall jemand anderen auf ihr Pferd lassen, andere wiederum sind auf die Reitbeteiligung angewisen, sei es aus zeitlichen Gründen oder eben auch aus finanzieller Sicht. Viele erinnern sich vielleicht auch zurück an ihre Reitanfänge, als man das Pony von nebenan reiten durfte, gegen ein bisschen Mithilfe im Stall und möchten nun anderen ebenso eine Chance bieten.

Karim mit Lea im Sommer 2012, nach anfänglichen Schwierigkeiten wurden beide zu einem echten Team (Foto: Bettina Werner) ANBEI MAL MEINE GANZ EIGENE ERFAHRUNG DAZU: Als ich letztes Jahr hier in meinem Erfahrunsgbericht über den Beritt bei Maike Höschler den vorletzten Satz schrieb „... und so steht bereits jetzt schon fest, dass Karim in diesem Jahr weiterhin von Maike trainiert werden wird“, war mir damals

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nicht bewusst, wie schnell er wieder am Sommerberg stehen würde. Ende November 2011 holte ich Karim Heim, zu diesem Zeitpunkt wohnte ich frisch getrennt übergangsweise bei meiner Freundin Melanie, die die Pferde am Haus stehen hatte. Bereits im Oktober ging es mir allerdings schon nicht mehr wirklich gut, ich fühlte mich schlapp, hatte keine Kraft, war oft müde und ausgepowert. Am 02.01.2012 erfuhr ich auch endlich den Grund dafür: Lymphknotenkrebs. Das ist so ziemlich eine dieser Diagnosen, die einem den Boden unter den Füßen wegreißt. Nachdem mein erster Schock überwunden war, musste ich auch eine Lösung für Karim finden. Denn das Thema Stall war ab dem ersten Tag der Chemo für mich tabu. Meine Ärzte rieten mir dringend ab, in den staubigen, mit Mäusekot und Schimmelpilz belasteten Stall zu gehen. Ebenso durfte ich keinen Kontakt zu Katzen und Hunde haben. Meine Abwehrkräfte waren in den Chemotherapiephasen so schlecht, dass das Risiko einer Ansteckung einfach zu groß war. Karim an sich war zum Glück kein Problem, da Pferde keine oder kaum Krankheiten auf den Menschen übertragen können. Das war ein großer Trost, so konnte ich ihn wenigstens in dieser schweren Zeit auf der Wiese oder dem Paddock besuchen. Allerdings reagierte er seltsam. Durch die ganzen Medikamente roch ich anders, wohl auch für ein Pferd nicht gerade angenehm, sodass er sehr irritiert am Anfang war. Irgendwie war das keine gute Lösung, ich konnte bei der Stallarbeit nicht mehr helfen, alles blieb an meiner Freundin hängen, der vier monatige Beritt wäre außerdem in Teilen für die Katz gewesen, denn wer konnte schon sagen, wann ich wieder aufs Pferd steigen durfte und wie der Verlauf der Krankheit war. Karim langweilte sich außerdem schrecklich, den

„Reitbeteiligung? Unverzichtbar. Ich kann nicht jeden Tag im Stall sein und kann alleine das Trainingsniveau nicht halten. Das Können reicht aber meist nicht aus, er/sie muss dauerhaft ins Training investieren. Daher verzichte ich auf eine Kostenbeteiligung.“ Heiko Markwart Nakumaah (Vollblutaraber, 15) ganzen Tag spielte - oder besser gesagt zankte - er mit dem Shetty, wurde immer dicker und all die schönen Muskeln gingen zurück. Nun war guter Rat teuer. In den kommenden Tagen telefonierte ich viel. Ich rief Maike an und fragte, ob sie jemanden wüsste, der sich um Karim kümmern könnte. Spontan viel ihr Lea ein, dreizehn Jahre alt, seit eineinhalb Jahren begeisterte Reiterin und regelmäßig auf Schulpferden unterwegs. Ich fragte Lea, ob sie Interesse hätte, Karim unter Maikes Anleitung zu reiten, mit der Bedingung, regelmäßig Unterricht zu nehmen, da Karim immer noch gerne testete und ab und an auch mal abschoss. Lea konnte es kaum glauben, dass sie von Maike und mir ausgesucht wurde, um Karims RB zu werden und war sehr gklücklich und sehr sehr aufgeregt. Am 29. Januar fuhren meine Freundin Pam und ich Karim erneut zu Maike. Ich lud ihn aus und er wusste sofort wo er war. Er stolzierte völlig selbstsicher über den Hof, wieherte einmal und dann ging es auch schon ab in die Stallgasse. Rein zufällig war der Schmied da, sodass Karim sofort neue Eisen bekam. Die hatte er ja all die letzten Wochen nicht gebraucht. Danach sattelte Lea Karim, ich erklärte ihr einige Dinge, die es zu beachten galt und wir gingen in die Halle. Ich sollte ja so wenig Zeit wie möglich im Stall verbringen, also beeilten wir uns. Lea longierte ihn auf mein Anraten hin ab, aber nicht ein Buckler war ihm zu entlocken. Er war


AUSBILDUNG grottenbrav. Auch unter dem Sattel zeigte er sich von seiner besten Seite. Man konnte meinen, er war froh, endlich aus dieser Rumsteh-Phase heraus gekommen zu sein und in seiner gewohnten Umgebung Beschäftigung zu haben. Lea schien sehr glücklich, sie kam aus dem Strahlen nicht mehr heraus und ich ehrlich gesagt auch nicht mehr. Ich war so froh, dass es sofort zwischen den beiden geklappt hatte, sie ihn mochte und er sich von seiner besten Seite zeigte. Der Abschied fiel mir daher nicht ganz so schwer. Obwohl ich natürlich sehr traurig war, fuhr ich doch mit einem lachenden Auge vom Hof... in der Hoffnung, dass alles weiterhin so gut lief, wie in der halben Stunde in der Reithalle. Und da dachte ich nicht nur an Lea und Karim, sondern auch an den Verlauf meiner Krankheit... Die nächsten Monate waren nicht immer ein Zuckerschlecken für Lea. Sie gehörte nicht zu den stärksten Reitern mit dem größten Selbstbewusstsein, das wäre auch nach eineinhalb Jahren Reiterfahrung etwas viel verlangt gewesen. Fast täglich saß ich abends am PC und wir schrieben über Facebook. Sie zweifelte öfters an sich, weil Karim sich eben doch ab und an als nicht so einfach heraus stellte. Wie sagte Maike immer so schön: „Karim - der

Bordercollie unter den Pferden“, der, der einem nichts schenken würde, den man reiten müsse und nicht nur drauf hocken und der beschäftigt werden will. Ja, da hatte sie Recht und Lea kam das ein oder andere Mal an ihre Grenzen. Aber sie schlug sich tapfer und im Sommer kam der Wendepunkt: Lea ritt viel lockerer, ohne Zweifel an sich selbst und wie ein Wunder ließ Karim diesen ganzen „Driss“ wie man im Rheinland sagt - sein. Die beiden wurden zu einem richtig harmonischen Paar und machten immer größere Fortschritte. Und so lernte nicht nur Karim in den letzten 15 Monaten sehr viel, auch Lea entwickelte sich in großen Schritten weiter, nachdem die ganzen Anfangsschwerigkeiten aus der Welt waren. So sehr, dass selbst Maike absolut überrascht war und ihr nie zugetraut hätte, dass Lea so schnell so weit kommen würde. Ich freute mich sehr über die Erfolge, Karim wurde mit jeder Reitstunde besser, Lea hatte jede Menge Spaß und ich wusste, dass sich Karim in guten Händen befand. Wenn immer es meine Erkrankung ermöglichte, besuchte ich ihn. Auch stieg ich so langsam wieder in den Sattel, zwar immer nur kurz, aber wenn es meine Kraft zu ließ, ritt ich. Man kann sich als gesunder Mensch gar nicht vorstellen, was es

„,Die RB oder bisher noch Pflegebeteiligung ist bei mir eine vertrauenswürdige, kompetente Person, die genauso Spaß daran hat, sich mit Pferden zu beschäftigen. Ich kann mich auf sie verlassen, dass sie mein Pferd genauso versorgt, als wäre es ihr eigenes. Auch bei meiner alten Stute hatte ich RBs unterschiedlichen Alters (jüngste 17, älteste Ende 30). Mir war und ist immer wichtig, dass die RBs das Pferd auch als ein solches sehen und nicht einfach als ein Sportobjekt.“ Carola Wagner-Busch Madjai (VA-Hengst) heißt, richtig krank zu sein. Auch ich hätte nicht gedacht, dass ich mich mal wie eine 80-jährige Oma fühlen würde und das mit noch nicht einmal dreißig Jahren. Ich kam nicht mehr ohne mich am Geländer hoch zu ziehen in den zweiten Stock. Zwei Liter Milch waren so schwer wie 15 kg. Einkaufen wurde zur echten Last. Ich merkte, dass die Entscheidung genau die richtige war, Karim schon zu Beginn der Krankheit abzugeben. Ich wäre ihm niemals in der Zeit gerecht geworden. Selbst, wenn ich in den Stall gedurft hätte, körperlich wäre ich nicht dazu in der Lage gewesen. Und was wirklich ein tolles Gefühl war, dass ich jemanden wirklich sehr glücklich mit der Entscheidung, sie als RB auszusuchen, gemacht hatte. Und ich denke, die Bilder sagen mehr als tausend Worte... „Gute Sache, wenn beide Reiter auf die gleiche Art reiten. ODER wenn der eine reitet und der andere für Bodenarbeit etc. zuständig ist. Aber zwei ganz unterschiedliche Reiter mit unterschiedlichen Reiteigenschaften finde ich nicht fair dem Pferd gegenüber.“

Karim mit Lea im Sommer 2012, nach anfänglichen Schwierigkeiten wurden beide zu einem echten Team (Foto: Bettina Werner)

Nadine Rack Sayad (Shagya Araber, 10)

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AUSBILDUNG „Für mich ist meine Reitbeteiligung unversichtbar. Sie kümmert sich zweimal die Woche um mein Pferd und übernimmt auch einen finanziellen Anteil. Wobei mir die zeitliche Entlastung noch viel mehr wert ist. Durch die Arthrose muss er nämlich regelmäßig bewegt werden und so habe ich auch mal Zeit für andere Dinge.“ Eva Wüllenweber Brylant (Vollblutaraber, 20)

Für Lea:

Ich danke dir für all das, was du für mich und Karim in den letzten 1,5 Jahren getan hast, ohne dich wäre er bei weitem nicht so weit wie jetzt, er würde nicht so gut laufen, wäre nicht so rittig... Und ein ganz entscheidender Punkt: Ich wusste damals, dass er sich in guten Händen befand und konnte mich dadurch voll und ganz auf meinen Kampf gegen die Krankheit konzentrieren und viel Energie für den Weg zurück in ein neues Leben sammeln! Ich werde dir das nie vergessen und bin dankbar, für das, was du für mich und auch Karim getan hast! D A N K E ! ! ! ! Cassandra Mrotzeck

Zwei, die sich gefunden haben! (Foto: Bettina Werner) A4-Anzeige_RedRock_pfade.ai 16.03.2010 12:00:50

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„Auf keinen Fall, ich möchte keine fremden Reiter auf meinem Pferd.Da ich Selbstversorger bin muss ich eh jeden Tag in den Stall. Ich reite keine Turniere, muss also nicht im Training bleiben und wenn ich nicht reite, gehe ich spazieren oder mache Bodenarbeit. Eine RB würde ich nur nehmen, wenn ich mich aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr richtig um mein Pferd kümmern könnte (dazu würde aber auch die Stallarbeit gehören)“ Tina Seibert Anais (Arab. Vollblut, 5)

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Herzlichen Dank an Gudrun Waiditschka f端r die kostenlose Bereitstellung der Fotos - Lust auf mehr? www.in-the-focus.com

Scottsdale 2012 - Impressionen

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GAWA-Kurs mit George Maschalani So, da steckte ich wohl in einer ziemlichen Sackgasse! Auf dem Weg zum GAWA Kurs für arabische Pferde mit George Maschalani auf der Freestyleranch im Odenwald bin ich auf einem Berg gelandet, gucke einen schmalen landwirtschaftlichen Weg hinab in ein idyllisches Tal, habe aber keine Ahnung, ob dass Rossbach sein kann. Und das alles, weil die Stimme meines Navis es nicht mal

und Aufzuchtpferde. Alles mit Liebe zum Detail angelegt mit schönen Sandsteinen verkleidet und Blumen dekoriert, das ist sie also, die Freestyleranch, auf der Julia und George mit Tochter Thea und 70 bis 80 Pferden leben. George Maschalani, in der Westernreitszene lange bekannt, ist mehrfacher Europa- und Deutscher Meister, Futurity Champion, Reiter des Jahres, AQHA, APHA und NRHA

waren so unterschiedlich, dass es schwierig wurde alle unter einen Hut zu bekommen. Das Problem wurde gelöst, indem man die Gruppen weiter aufteilte, so konnten wir intensiver an unseren Problemen und Wünschen arbeiten. So gab es eine Gruppe mit Basisprogramm, eine mittlere Gruppe und eine bestehend aus drei Reitern, die an den Turnierdisziplinen Western Riding und Trail arbeiten wollte. Durch den großen Erfahrungswert im Showen und Richten von Turnierpferden in den unterschiedlichsten Disziplinen konnte George uns sehr gut erklären, auf was es ankommt und wie man taktisch geschickt durch eine Prüfung steuert. Logisch aufgebaut und sehr gut erklärt hat er uns die einzelnen Manöver und die Vielfältigkeit des Trainings gerade für den Galopp, das Geraderichten, die fliegenden Wechsel und die Lope over über Stangen.

schafft mich richtig zu schicken! Fahr da bloß nicht runter sagt mir Julia, die ich schnell am Handy anrufe. Also umgedreht mit Pferdehänger auf dem Feldweg, vom Berg runter und einmal um den ganzen Berg herum eine andere Einfahrt in das Tal auf dem Weg zur Reitanlage, ca. 8 km nach meiner Bergtour sah ich dann die Reithallen der Freestyle Ranch. Eine große Trainingshalle 35 x 70m, eine angrenzende Reithalle 20 x 40m, ein großer Außenreitplatz, den die Pferde gerade zum Sonnenbaden nutzten und jede Menge Stallanlagen zum Teil mit Boxen für die Hengste und Trainingspferde und Offenställen für Zuchtstuten

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Richter, sowie Ausbilder für Pferdewirte und Mitglied der deutschen Reining Nationalmannschaft. Nachdem mein Pferd eine exklusive Außenbox mit Blick in den Innenhof bezogen hatte, bin ich auch losgezogen, um meine Mitbewohner für dieses Wochenende zu suchen. Der Duft nach Käsesuppe lockte von einer der Ferienwohnungen, ein mir sehr bekanntes Lachen, das konnte nur „Stucki“ sein, Mara Stucki‘s Mama, die gute Seele des Wochenendes! Am Samstagmorgen, als alle angereist waren, startete dann der Kurs zunächst ein wenig stopselig, da es zwar 10 Reiter mit arabischen Pferden waren, aber die Ausbildungsstände der Pferde und Reiter

Er hat es geschafft mir bis heute im Gedächtnis zu bleiben mit seinen Anweisungen beim Durchreiten der Mitte in der Western Riding „ Linie überholen, eins,zwei,drei, push, Wechsel“, gerade bleiben,...“ Aber auch neben dem Reiten hatten wir jede Menge Spaß. Abends sind wir alle zusammen in einer Eisdiele/Pizzeria gewesen, die bundesweit schon Preise für ihre gigantischen Eisbecher bekommen hat. Hier konnte man unglaubliche Kreationen an Eiskunstwerken verspeisen. Wer dann noch nicht genug hatte, ging zu George in den Partykeller, um den Abend bei einer Runde Billard ausklingen zu lassen. Herzlichen Dank für diesen schönen Kurs, wir kommen gerne wieder! Sonja Bögl


AUSBILDUNG

Just married Herzlichen Glückwunsch dem Brautpaar Maike Phillips (geb. Höschler) und Jim Phillips, die sich am 12.12.2012 das Ja-Wort gegeben haben! Wie nicht anders zu erwarten hatten alle richtig viel Spaß!

♥♥

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TERMINVORSCHAU 2013

DAS solltet ihr nicht verpassen... MAI ► 03. - 05. Mai 7. GAWA- Symposium in 92286 Kreuth, Gut Matheshof (Bayern) ► 04. - 05. Mai - Tulip Cup Holland in Deurne (Nordbrabant) mit Westernklassen mehr Inos unter www.tulipcup.com oder per Email an Kontakt: Monica van Duyvenbode von der DAWRA (Dutch Arabian Western Riding Association) Monicavd13@hotmail.com JUNI ► 07. - 09. Juni Offene Österr. Meisterschaft der Vollblutaraber in Wiener Neustadt, Ausschreibung und Infos über die GAWA-Homepage JULI ► 25. - 28. Juli 7. European Championships for Sports Arabians in Vilhelmsborg / Dänemark Kontakt: www.ecaho.org ► 27. Juli Rittigkeitsprüfung Western / Feldprüfung als Westernreitprüfung in Schloß Wickrath 7, 41189 Mönchengladbach (NRW), Kontakt: Andrea Keller, Römerhof, 54597 Steffeln, Tel. 06593-9385, Fax – 996192, 0151-12726623, eMail: andrea.keller@roemerhof-steffeln.de SEPTEMBER ► 14. - 15. September Arabische Pferde in Westfalen - Araber Trophy und Schauklassen in 33154 Salzkotten (NRW), Kontakt: Gesche Gräfin v.d. Schulenburg, g.schulenburg@gmx.de, Tel.: 05266/8406 www.arab-horses.org

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DEZEMBER ► GAWA-Jahresabschlussfeier, genauer Termin wird auf der Homepage bekannt gegeben

Unsere Termine werden regelmäßig auf der Homepage aktualisiert! Reischauen lohnt sich also immer mal wieder. Habt ihr weitere interessante Termine rund um das Western gerittene arabische Pferd? Wir verlinken diese gerne auf unser Homepage - einfach per eMail an: info@gawa-online.de


SPORT wenn Bo sich mal wieder nicht aufhalftern lassen will und versucht es dann eine halbe Stunde später mit einem Achselzucken noch mal. „Ich kann dem Pferd halt einfach nicht böse sein“, sagt er.

Katrin mit dem 3-jhrigen Bo in der Grundausbildung (Bild: K. Hoffmann) unter und kämpft so lange, bis er der Chef ist. Fehlt die regelmäßige Arbeit, so sucht er sich selber eine Beschäftigung und bringt täglich neue Schrammen und Kratzer nach Hause. Stallmeister Norbert Rumpf nimmt es mittlerweile gelassen auf,

ICH MAG BESONDERS... „Bo hat Charakter und fordert mich immer wieder von neuem. Er hat eine grosse mentale Stärke und gerade in der Galopparbeit bin ich immer wieder fasziniert von seiner Eleganz und seiner Athletik. Ich glaube, dieses Pferd könnte mit seinen Hufen stricken, wenn er nur wollte. Trotz seiner Stärke ist Bo ein grundehrliches Pferd, im Umgang ein wahrer Schatz und sehr menschenbezogen.“ MICH STÖRT MANCHMAL... „Mein Pferd und ich sind 2 echte Dickschädel und ohne meine Hartnäckigkeit wären wir nicht so erfolgreich. Ich kann mit Bo auf wunderbare Bummelausritte reiten, aber

"Bochen" im Alter von 7 Jahren (Bild: A. Gall) wenn es um die Arbeit geht, darf ich nicht das kleinste Zugeständnis machen. Die Konsequenz macht nicht immer Spass und ist auch häufig anstrengend.“ Katrin Hoffmann

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ZUCHT

Der Shagya - rittiger Allrounder aus Reinzucht URSPRUNG Der Shagya Araber ist zu Zeiten der K.u.K. Donaumonarchie Österreich Ungarn zur militärischen Verwendung entstanden. In den Staatsgestüten Babolna (1789, Ungarn), Mezöheyges (1784), Radautz (1774) Topolcianky (Slowakei), Mangalia (Rumänien) waren bereits veredelte Landstuten verschiedener Rassen vorhanden. Diese Stuten wurden mit Vollblutaraberhengsten angepaart und auf mehr Größe, Rahmen und Knochenstärke im Hinblick auf die militärische Verwendung selektiert. Die Stutbücher wurden bereits 1806 geschlossen, - seither ist nur noch die Anpaarung innerhalb der Rasse und mit arabischen Vollblütern erlaubt. Die Fremdblutzufuhr auf Stutenseite bei der Rassegründung wurde in den akribisch geführten Stutbüchern dokumentiert und liegt über 20 Generationen zurück. Der Name lautete damals „Araber-Rasse“, da diese Bezeichnung leicht zu Mißverständnissen führen kann, wird seit 1978 die Bezeichnung Reinzucht Shagya Araber mit Anerkennung der WAHO offiziell verwendet.

BRANDZEICHEN Eine Besonderheit bei den ShagyaArabern ist die Namensgebung nach dem männlichen Stamm in Verbindung mit römischen und arabischen Zahlen, die in den Staatsgestüten bis heute praktiziert wird. Da es sich um staatlich geführte Militärgestüte handelte, wählte man ein gänzlich unromantisches Verfahren : Die Hauptbeschäler erhielten den Stammnamen, also z.B. Shagya oder O´Bajan und wurden dann von I (1) – L (50) mit römischen Ziffern durchnummeriert, die Nachkommen erhielten zusätzlich eine arabische Zahl, die bei Hengsten hinter und bei den Stutfohlen vor den Namen gesetzt wurde. So findet sich beispielsweise die Stute 271 Gazal I auf der Seite 271 des Stutbuches und ist eine Tochter des Hauptbeschälers Gazal I, waren die römischen Zahlen bis 50 erschöpft, begann man wieder bei 1. Die jeweiligen Zahlen wurden den Stammesbrandzeichen hinzugefügt, so dass die Pferde auch hinsichtlich ihrer Abstammung über die Brandzeichen in der Sattellage zuzuordnen waren und sich später noch eindeutig identifizieren ließen, auch wenn sie infolge von Kriegs-

wirren zwischenzeitlich mal verloren gingen. ZUCHTZIEL Das Zuchtziel des Shagya Arabers war stets ein großrahmiges, arabisches, vielseitig verwendbares Reit- und Fahrpferd mit besonderem Augenmerk auf Ausdauer und Härte. Das Erscheinungsbild des Shagya Arabers soll edel, harmonisch und ausgewogen sein, mit einem ausdrucksvollen arabischen Kopf, großen dunklen Augen und feingeränderten Nüstern. Es wird ein wohlgeformter Reitpferdehals, markanter Widerrist, mittellanger Rücken, der in eine kräftige, groß angelegte und gut bemuskelte Kruppe mündet, angestrebt. Das Fundament sollte korrekt sein, mit großen Gelenken, eher kurzen Röhrbeinen, möglichst nicht unter 18 cm Umfang und gut geformten, belastbaren Hufen. Den Schritt wünscht man sich fleißig und raumgreifend, den Trab schwungvoll, elastisch, ja beinahe schwebend und den Galopp ebenfalls raumgreifend, im Takt und bergauf gesprungen. Die angestrebte Größe liegt bei 1,50 bis 1,62m wobei der Shagya Ara-

Shagya Araber (gemischt mit VA´s) warten auf den Beginn ihrer Horsemanship Pattern bei der Bundesleistungsschau in Kreuth (Bild: I.Trappmann)

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ZUCHT ber über deutlich mehr Größe und Knochenstärke als der Vollblutaraber verfügen sollte. Das lebhafte Temperament des Shagya Arabers sollte sich gut regulieren lassen und man wünscht sich einen gutmütigen und gelehrigen Charakter, verbunden mit einer hohen Leistungsbereitschaft. Bei der Zucht des Shagya Arabers stand die Verwendbarkeit als Reit- und Sportpferd stets im Vordergrund. KÖRUNG UND HLP Die Pläne des VZAP mit Wegfall der staatlichen Körung zukünftig auch auf eine Verbandskörung zu verzichten, führte damals zur Gründung des ZSAA, an der ShagyaAraber Züchter maßgeblich beteiligt waren. Bis auf eine kurze Episode 1990 -1992 in Vechta und Kranichstein, bei der Shagya Araber vom VZAP auch nur eingetragen werden konnten, finden inzwischen bei beiden Verbänden wieder die jährlichen Körtermine statt. Die Shagya Araber Hengste unterliegen der Pflicht zur Leistungsprüfung, für die es inzwischen verschiedene Möglichkeiten, wie die VZAP und ZSAA

Turniersport Prüfung, die Stationsprüfung oder die Distanzprüfungen gibt, für Stuten werden ebenfalls Leistungsprüfungen angeboten, es besteht aber keine Verpflichtung. Zu den Zeiten der staatlichen Hengstleistungsprüfung (HLP) konnten Shagya Araber sogar einige Male den Siegerhengst der HLP stellen, obwohl sie im Prüfungslot der Warmbluthengste in den klassischen Disziplinen, Dres- Shagya Araber Olymp v. Kosmonaut ox hat 3 Leisur, Springen und stungsprüfungen abgelegt, die ZSAA Turniersport Gelände antreten HLP, die Distanz HLP und die HLP über Turnierermussten. Bekann- folge nach LPO (Bild: Betty Finke) te und viel in der Bajar, Puschkin v. Pamino, Obelisk Zucht eingesetzte v. O`Bajar und Omar v. O´Bajar. HLP Sieger sind die Hengste KoyaHeutzutage sind solche Erfolge bei no v. Neron ox, Nimrod v. Neron ox, den Stationsprüfungen nicht mehr Kamour v. Amor, aus der Linie des möglich, weil Hengste, die nicht Bajar : Pamino v. Bajar, O`Bajar v. aus der deutschen Warmblutzucht stammen, mit unterdurchschnittlichen Zuchtwerten vorbewertet werden, so dass sie schon rein rechnerisch keine Chance mehr haben, eine HLP zu gewinnen.

Der Shagya Araber Sayad (unter Nadine Rack) vom ZSAA Prämienhengst Sheik Mandu ox ist der derzeit erfolgreichste Vertreter seiner Rasse im Westernsport. 2012 konnte er sich in der Disziplin Pleasure für die German Open qualifizieren, für seine Turniererfolge bei der EWU hat er die Bronze Medaille im Trail erhalten und zeigte seine Allrounder Qualitäten durch Platzierungen in den vergangenen Jahren im GAWA Cup in Pleasure, Trail Horsemanship, Reining und Superhorse.

SHOWSZENE? Shagya Araber sind von der Show Szene um das arabische Pferd immer recht unbeeinflusst geblieben, in den 1990iger Jahren fanden die von der ISG ausgerichteten Europachampionate in Hamburg und St. Gallen zwar mit großer Beteiligung statt, die Siegerhengste waren aber in beiden Fällen erfolgreich geritten und leistungsgeprüft. Eine Showzucht oder Ausrichtung auf showtypische Merkmale wie extreme Hechtköpfe oder gerade Kruppen und Showaufstellung konnte sich bei den Shagya Araber Züchtern nie etablieren, hier sind schöne arabische Köpfe zwar auch gerne gesehen, aber „arabischer Typ“ als vorrangiges Zuchtziel hat es nie gegeben und so sieht man auch heute noch gelegentlich gröbere Köpfe oder auch häufiger solche mit gera-

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ZUCHT dem Profil. WESTERNREITEN MIT SHAGYAS MÖGLICH? Im Westernreitsport sind stets nur wenige Shagya Araber vertreten gewesen, wobei natürlich zu berücksichtigen ist, dass die Zahl der Zuchtpferde und auch die der Rasse insgesamt, deutlich geringer ist als beim Vollblutaraber. Aufgrund seiner Geschichte und züchterischen Entwicklung bietet sich der Shagya Araber vor allem für den Distanzsport an, wo er national und international sehr erfolgreich auch auf der ganz langen Strecke bis 160 km eingesetzt wird. Wie auch bei den anderen araShagya Araber Old Shy Boy in der Horsemanship unter Stefanie Meidlinger (Foto: Iris Trappmann) bischen Rassen schätzen die Westernreiter an ihren Shagya Arabern vor allem deren schnelle Auffassungsgabe und Lernfähigkeit, verbunden mit einer engen Bezogenheit auf ihren Menschen. Da der Shagya Araber immer auf Reitpferde Eigenschaften hin selektiert wurde, bestehen von den Gebäudevoraussetzungen und der Stabilität von Hufen und Gelenken keine Einschränkungen beim Einsatz im Westernreitsport und auch das Galoppiervermögen reicht für höhere Ansprüche aus, gerade in den Disziplinen Western Riding und Superhorse waren Shagyas schon erfolgreich. Die Ausführung der Bewegungen ist natürlich mit den klassischen Westernpferderassen nicht vergleichbar, da beim Shagya Araber immer viel Wert auf Schwung und Raumgriff gelegt wurde und wird, wodurch ein höheres Maß an Gymnastizierung und Versammlung erforderlich ist, um gute Ergebnisse im Turniersport zu erzielen. Iris Trappmann

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VZAP

Leistungspotenzial mit arabischem Flair.

Als einer der weltweit größten Araberzuchtverbände betreut der VZAP alle arabischen Rassen, die vor allem eines gemeinsam haben:

Arabisches Vollblut

Der Vollblutaraber ist eine der ältesten und schönsten Pferderassen der Welt. Sein Charakter macht ihn zum idealen Partner für Sport und Freizeit.

Shagya-Araber Ob vor dem Wagen oder unter dem Sattel, der Shagya-Araber ist ein arabisches Sportpferd, das seit über 200 Jahren in Reinzucht gezogen wird.

Anglo-Araber

Arabisch Partbred

Im Anglo-Araber sind die Stärken des Englischen und Arabischen Vollblutes vereint. Er ist ein Sportpferd mit großem Leistungspotential.

Das Partbred ist die Kombination von arabischen Pferden mit anderen Reitpferderassen. Ziel dieser Zuchtidee ist ein deutlich arabisiertes Reitpferd mit sportlichem Anspruch. Gleich in welcher Disziplin.

Fotos: Archiv VZAP

rde. bischer Pfe ra a tz a s in . E Zuchtbezirk g und zum n n u le lt a a n H io t, g h Ihrem re zur Zuc llen Fragen te Ansprechpartner in a in ie S n ompeten Wir berate wir Ihnen k n e n n e n Gern

VZAP – Verband der Züchter und Freunde des Arabischen Pferdes e.V. Bissendorfer Straße 9 · D-30625 Hannover · Deutschland · Tel.: +49 (0)511 388118-0 Fax.: +49 (0)511 388118-18 · www.vzap.org · E-Mail: info@vzap.org


FREIZEIT

Holzrcken - wahre Teamarbeit zwischen Mensch und 1000 Kilogramm Pferd Wenn man die Namen Paul und Jule hört, dürfte man in erster Linie wohl eher an Deutschlands beliebteste Kindernamen zwischen den Jahren 2005 und 2010 denken, als an plüschige PS. Aber weit gefehlt: Paul und Jule sind zwei Schwergewichte, wie man sie unserorts in den Ställen wohl eher selten antreffen dürfte. Denn auch heute noch gehören die sanften Dicken zu einer eher aussterbenden Spezies unserer Haustierrassen. Dass die Kaltblüter trotz moderner Traktoren und Mäh-

Paul ist mit seinen nur fünf Jahren schon ein echter Routinier im Wald, er ist sanftmütig, gehorsam, verlässlich, hat aber auch seinen ganz eigenen Kopf, sodass der ein oder andere Kursteilnehmer zuerst einmal auf Herz und Nieren getestet wurde, bevor Paul die Befehle umsetzen wollte. War die Sache geklärt, gehorchte Paul aufs Wort und war von jedermann zu händeln (Foto: Roberto Robaldo) drescher trotzdem in der technisierten Landwirtschaft ihre Bedeutung haben, beweisen der fünfjährige, schicke Brabanter Paul(chen) und die zehnjährige Rheinisch-Deutsche Kaltblutstute Jule. Sie sind

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ein wichtiger Bestandteil von Hubert Zimmermanns täglicher Arbeit und dienen dem Broterwerb. Was für viele nostalgisch anmuten mag, ist in der heutigen Zeit, wo ökologischer WaldJule ist ein echtes Powerpaket, besonders im Steilhang bau und Nach- arbeitet sie geschickt wie eine Gemse und mit absolutem haltigkeit eine Körpereinsatz, da kommt man als untrainierter Zweibeiimmer größer ner nicht mehr nach und einem bleibt nichts anderes übwerdende Rol- rig als die Leinen los zu lassen (Foto: Roberto Robaldo) le spielen, eine unentbehrliche lang Holz rückte, Polder aufschichArt den Wald zu bewirtschaften. tetet und so unzählige Stunden Nicht nur auf schmalen Waldwegen als Team im Wald unterwegs war. oder im Steilhang, wo ein HarveLeider ging Balu im Oktober 2012 ster (das sind spezielle Holzernteim stolzen Alter von 26 Jahren von Maschinen, die halbautomatisch dieser Welt. Ein Alter, von dem Fällung, Entastung und Sortimentsviele Sportpferde nur träumen könbildung durchführen) nicht mehr nen, was sicherlich deutlich zeigt, eingesetzt werden kann, sind Paul dass es den Kaltis mehr als gut tut, und Jule unschlagbar, sondern wenn sie der täglichen Arbeit nachauch auf empfindlichen Waldböden gehen dürfen, für deren Zweck sie und in engen Schneisen, wo der ursprünglich ja gezüchtet wurden. Schaden durch die Ketten oder RäDie richtige Form von Arbeit hält der des Harvester größer wäre, als eben fit. durch die verhältnismäßig kleinen Hufe der beiden Kaltis. Warum schreibe ich nun diesen ArDiese Form der Waldarbeit ist für die drei kein neu aufkommender Trend der letzten Jahre, denn Hubert betreibt diesen wichtigen Teil des Naturschutzes schon seit rund zwei Jahrzehnten. Damals fing alles mit dem RheinischDeutschen Kaltblut-Wallach Balu an, Aegidienberger Str. 33 mit dem Hu53604 Bad Honnef bert 19 Jahre

tikel? Was hat diese Art mit Pferden zu arbeiten mit Westernreiten zu tun? Auf den ersten Blick nicht viel, aber nach einem Schnuppertag im

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FREIZEIT Wald bekommt man eine andere Sichtweise auf das Zusammenspiel zwischen Mensch und Pferd und davon möchte ich berichten. Hier geht es nicht darum, den anderen unterzubuttern / gefügig zu machen - wie so oft im täglichen Traning in den Reithallen und auf den Außenplätzen zu beobachten - oder darum den anderen zu brechen, nein, hier geht es um echtes Teamwork, um wahre Zusammenarbeit mit dem Pferd. Ohne eine echte Bindung zwischen Pferd und Mensch wäre eine solche Arbeit, die oft nur über Zuruf ohne jeglichen Kontakt zum Pferdemaul erfolgt, nicht möglich. Das Pferd hört nur auf Stimmkommandos, hält z. B. aus vollem Galopp im Steilhang mit 700 kg Last im Schlepptau an, läuft auf Zuruf rechts oder links am Baum vorbei, zieht erneut an, stoppt, dreht um 90 Grad und rückt so den Stamm zum Hauptweg. Denn besonders in Steilhängen oder unebenem Gelände sind die Menschenbeine konditionstechnisch einfach nicht mehr in der Lage dem Pferd mit Stamm gefahrlos zu folgen und so ist man gezwungen, die Leinen los zu lassen, wenn Jule z. B. im Galopp den Berg hinauf saust. Denn die eigene Sicherheit geht stets vor. Ein hinterherstolpernder Mensch, in den Leinen verheddert und mitsamt dem Stamm den Berg hinauf gezogen, sieht am Ende nicht nur unschön aus, wenn das Pferd endlich am Polder (Sammelplatz für Langholz) angekommen ist, er wird seinen Job auch ertsmal nicht mehr ausführen können und so ist man quasi „gezwungen“, die Arbeit durch das Pferd auf Zuruf erledigen zu lassen. Ein Umstand, an den man sich als herkömlicher Reiter ersteinmal gewöhnen muss, so ganz ohne Zügel zu dirrigieren, ohne die vermeindliche Notbremse in der Hand zu haben und das, obwohl man von Tuten und Blasen absolut Null Ahnung hat, das Pferd nicht kennt und sich in etwa grob vorstellen kann, was 1000 kg dazu sagen, wenn man in die eine und sie in die andere Richtung wollen.

Holzrücken ist eine schweißtreibende Arbeit, nicht nur für Paul und Hubert (Foto: Maike Thorun) Soweit also die Theorie vom Teamrelativ ebenem Gelände. work mit dem Kalti, Anfang Januar Beim Holzrücken gibt es folgende erfolgte für mich dann die PraxiserGrundkommandos: „hott“ heißt fahrung. Und so trafen sich eine rechts, „ha“ heißt links - „hott rum“ Schar Kaltblut-Fans und meine Wefür nach rechts drehen, „ha rum“ nigkeit bei Manuela und Hubert auf für nach links drehen. „Hüh“ heißt dem Hof, wo wir erst einmal den Jungpferdenachwuchs vorgestellt bekamen. Das ein zweijähriger Brabanter-Junghengst schon 1,5 mal so viel Pferd ist wie mein großrahmiger Araber soll nur am Rande erwähnt werden. Gegen 11.00 h ging es in den Wald, im Schlepptau acht Jule zieht die Stämme auf den Polder und klettert h o c h m o t i v i e r t e dazu über die Stämme zwischen den Bäumen durch Nachwuchsrücker (Foto: Roberto Robaldo) sowie ein Newcomer-“Pferd“, das von seiner neuen Karriere im Wald stopp (das allerwichtigste Komnoch nichts ahnte. Erwartet wurden mando überhaupt, wie ich später wir im Fichtenbestand von Paul und feststellen durfte) und „komm“ heißt Jule, die zusammen mit Hubert, eilos. Hubert gab den Teilnehmern ner Bierzeltgarnitur und einer zwivertrauensvoll die Leinen seiner schen den Bäumen aufgespannten Pferde in die Hand, was nicht unPlane als Regenschutz auf die bedingt eine Selbstverständlichkeit Teilnehmer des Holzrückekurs ist, da die Pferde nach so einem warteten. Nach einer freundlichen Tag im Wald erstmal zwei Tage Begrüßung durch Hubert und der Korrektur benötigen, da sich im EiEinführung zum Thema Arbeitsausfer des Gefechtes auch gern mal rüstung und Arbeitssicherheit, starMischwörter, wie „hütt“, „brrr“ und teten wir mit leichten Stämmen auf „whoa“ unter das Vokabular der

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FREIZEIT Teilnehmer schlichen. Es wurde gern mal rechts gezupft und „ha“ für links gesagt oder umgekehrt. Doch trotz allem ertrugen Jule und Paul diese Lehrstunden meisterlich und mit einer absoluten Engelsgeduld. Das solche Pferde weit mehr wert

durchaus seinen eigenen Kopf hat, wie bei jeder Art von Reitsport eben auch. Und so gilt beim Holzrücken besonders: „Vorsicht ist die Mutter der Porzelankiste.“ Hubert erklärte: „Das falsche An- und Abhängen der Ketten am Stamm kann bei Fahr-

Erstmal durften Jule und ich klein anfangen - bevor es an die größeren Stämme ging (Foto: Roberto Robaldo) sind, als ein Sechser im Lotto, dürfte wohl jedem klar geworden sein, der den Kurs besucht hat. Trotz dem ganzen Spaß, den wir als Truppe im Wald hatten, darf man aber auch nicht vergessen, dass Waldarbeit zu den gefährlichsten Jobs in Deutschland gehört, erst recht, wenn man noch mit Pferden arbeitet, die zwar durchweg gut erzogen, aber immer noch Lebewesen sind, die unvorhergesehene Reaktionen zeigen können. Man arbeitet mit keiner Maschine, sondern mit einem Pferd, das auch

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lässigkeit auch gern mal den ein oder anderen Finger kosten, steht man auf der falschen Seite des Holzstammes und das Pferd zieht ordentlich an, kann es einem schon mal die Beine weg hauen, weil der Stamm in die Richtung rollt, in der man gerade steht. So sind immer Hangneigung, Stammlänge und auch Bodenhindernisse zu beachten.“ Hubert erzählte von den häufigsten Fehlern, ich demonstierte nicht ganz freiwillig, wie es sich anfühlt, wenn man einen dieser Fehler begeht und auf der falschen Seite des Stammes steht... Jule war mit einem Fichtenstamm sehr flott unterwegs (Tralopp), zog den Stamm dabei um die Kurve, ich stolperte, fiel hin, rief gleichzeitig „Hüüüüh“, landete einigermaßen weich mit den Knien auf allen Vieren in einer am

Wegesrand liegenden Fichtenkrone, Jule stoppte zeitgleich im Sekundenbruchteil, der Stamm stoppte zum Glück auch und das keinen Zentimeter von meinem perfekt präsentierten Allerwertesten. Mein Fuß klemmte unterm Stamm, ich hockte hinter Jule und betete innerlich, dass Jule sich bitte KEINEN Zentimeter nach Vorne bewegen möge. Und sie tat es dankenswerter Weise nicht... Hubert eilte sofort herbei, befreite mich und wir konnten recht unbeschadet den Stamm zum Weg ziehen. Dieses Schlüsselerlebnis über den absoluten Gehorsam von Jule werde ich so schnell nicht vergessen. Und hat meine Denkweise beim Reiten verändert. Vielleicht war ich das ein oder andere Mal tatsächlich ein bisschen zu ungerecht zu meinem Pferd, wenn es mal wieder nicht so wollte, wie ich. Und vielleicht war ich dann auch manchmal ein bisschen zu unfair, zu hart, zu schnell auf 180 und zu wenig sensibel. Denn wenn bei den doppelt so schweren Kaltis ein leichter Fingerzupfer am Zügel reicht, wenn man über Stimme so viel aus der Ferne erreichen kann, wenn man über Vertrauen so viel gemeinsam leisten kann, warum sollte dies nicht auch beim Westernreiten funktionieren? Cassandra Mrotzeck

Holzrücken ist nicht nur etwas für echte Kraftprotze, auch andere Rassen sind geeignet, vorausgesetzt das Gemüt lässt es zu und so wurde das derzeit arbeitslose Kinderpony Blitz umfunktioniert. Ihm hat es wirklich Spaß gemacht und er hat sein Bestes gegeben (Foto: Roberto Robaldo)


GAWA-Mitgliedschaft - warum? Als GAWA-Mitglied profitierst du von einer Vielzahl an unterschiedlichsten Angeboten. Jeder Reiter, egal ob Freizeit oder Turnier, findet bei uns für seinen Bedarf das Richtige. Die GAWA bietet ihren Mitgliedern Angebote in folgenden Bereichen: AUS- & WEITERBILDUNG ► GAWA-Symposium mit einmaligen Trainingsmöglichkeiten in kleinen Gruppen in Kreuth auf dem Gut Matheshof, Rieden ► Aus- und Fortbildungsmöglichkeiten, die speziell für das arabische Pferd geeignet sind, in Form von Seminaren und Kursen, sowohl für Freizeit- als auch Turnierreiter ► Nachlässe bei Kursen ► Trainernetzwerk im gesamten Bundesgebiet - Unterstützung bei der Kontaktherstellung zu Trainern, die mit Arabern arbeiten und diese ausbilden ► regionaler Kontakt ► aktive Jugendarbeit

bei der Verwirklichung von Veranstaltungen für westerngerittene arabische Pferde ► Zusammenarbeit mit den Zuchtverbänden für das arabische Pferd und die Rassegruppen

Für weitere Fragen rund um die GAWA steht unsere Geschäftstelle gerne zur Verfügung!

Werde auch du aktiv, vernetze dich mit Gleichgesinnten und werde Mitglied in der GAWA! BEITRÄGE Der Jahresbeitrag beträgt: ► Erwachsene 35 € ► Jugendliche 20 € ► Familien (zwei Erwachsene, zwei Kinder) bezahlen 50 €

GAWA-Geschäftsstelle Martina Hayn Münchstr. 3 63808 Haibach Telefon: 06021 - 580620 Fax: 06021 - 5838143 Mobil: 0179 - 4558634 ► eMail: info@gawa-online.de ► Homepage: www.gawa-online.de

REGELMÄSSIGE MITGLIEDERINFORMATION ► Veröffentlichung aller spezifischen Ausbildungs- und Turnierangebote ► Pferde-Börse für westerngerittene arabische Pferde ► Wissenswertes & Informatives rund ums Westernreiten mit arabischen Pferden ► Mitgliederaustausch über das GAWA-Forum ► regelmäßige Stammtische (abhängig vom Bundesland) TURNIERE ► Ausschreibung von AraberKlassen im Rahmen von lokalen Turnieren ► GAWA-Cup-Wertung ► Sponsoring von Araberturnieren und -klassen ► Unterstützung von Turnierneulingen bei Fragen zu Regeln etc. AUSSERDEM ► umfangreiche Unterstützung

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FREIZEIT

Im Westerwald, da pfeift der Wind... ...nein, da regnet es... Leider ist die Tradition unserer Mädels-Reiturlaube in den letzten Jahren etwas eingeschlafen. Noch vor ein paar Jahren waren wir öfter mal für ein paar Tage im benachbarten Odenwald, um die Pferde bergauf und bergab zu scheuchen und die herrliche Natur zu genießen. Aber wie es in der heutigen Zeit leider so oft der Fall ist: die eine ist familiär, die andere beruflich eingespannt, andere nutzen die Wochenenden lieber für Training und schon verläuft sich so eine jährliche Wanderritt-Tour im Sande.

Eine Dame aus unserer Truppe war vor drei Jahren schon einmal bei „O Pica Pau“ im Westerwald und hatte den Urlaub in guter Erinnerung. Die E-Mail Anfrage, ob kurzfristig für das verlängerte Wochenende im Oktober Nicht so der Zusammenhalt der noch Platz für Wer sein Pferd liebt, der schiebt Gruppe und somit wurde frühzeitig 5 Mädels und wöhnte uns Küchenfee Yvonne (ein gutes halbes Jahr im Voraus) 5 Pferde frei morgens mit einem Frühstücksbufein Termin für einen gemeinsamen sei, wurde umgehend von Manfred fet und abends mit einem 3-GängeMädels-Reiturlaub festgelegt. Reiss mit „ja“ beantwortet. Also Abendessen. Über die Gewichtsverstand es fest, wir fahren in den Weänderungen während dieser 4 Tage Nur wo soll es dieses Mal hingesterwald. Für uns als Araberreiter möchten wir gerne Stillschweigen hen? In die Pfalz! Denn dort ist eine umso schöner, denn die Familie bewahren. Aber es sei so viel gebefreundete Reiterin vor kurzem mit Reiss hat ihr Herz, genau wie wir, sagt, es war seeeehr lecker! Kind und Kegel (in ihrem Fall Kind an die Araber verloren und eine eiund Pferde/Hund) hingezogen. gene kleine Araberzucht. DIE ANREISE Wären wir etwas früher mit unserer An unserem Anreisetag unternahUnterkunftssuche gewesen, hätten Der Hof liegt wunderschön auf men wir zur Einstimmung noch wir mit Sicherheit auch noch was einem Hochplateau mit Blick über einen 1,5 h Ritt um den nahePassendes bekommen, aber vier das Lahntal. Bei unserer Ankunft gelegenen Ort Dörnberg. Ohne Wochen vorher war leider nichts wurden wir herzlich von Manfred Manfred´s vorherige Erklärung und mehr frei. Also musste ein neues und den beiden Hofhunden beEinzeichnung der Route in einer Ziel her. grüßt. Unsere Pferde wurden in ihre Karte wären wir sicherlich da schon überdachten verloren gegangen. Paddocks gebracht und 2. TAG stürzten sich Für den nächsten Tag standen die auf das wohl Wetterprognosen leider nicht sehr duftende Heu. positiv, aber nachdem es nach dem Wir selbst waFrühstück aufhörte zu regnen, braren in zwei chen wir zu einem (geplant) 2,5 h schönen ZimRitt auf. Hätten wir mal besser auf mern mit inteJutta Reiss gehört, sie hatte uns griertem Bad noch zu Regenkleidung geraten. mit Dusche Frei nach dem Motto „wenn Engel untergebracht reiten…“ haben wir jedoch darauf und für die verzichtet. Für diesen Ritt hatte uns freie Zeit stand Manfred wieder eine Route empuns ein Gefohlen und in unsere Karte eingemeinschaftszeichnet. Offensichtlich sind wir raum zur Verunterwegs aber falsch abgebogen fügung. und so mussten wir im Tal leider den Eva, Klappi, Claudia und Halik waren auf „O Pica Pau“ gleichen Weg wieder zurück. Nach Dort verals Araberliebhaber genau richtig!

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Beste Unterbringungsmöglichkeiten standen den Pferden und Reitern auf „O Pica Pau“ zur Verfügung. 3 Stunden waren wir dann auch alle „etwas“ nass und beschlossen zum Hof zurückzukehren. Wären wir 10 min. früher zurückgekehrt, wäre es auch bei dem „etwas nass“ geblieben, aber leider meinte der Himmel sich in diesen 10 min. komplett entleeren zu müssen! Wir waren nass bis auf die Haut! Einzig zwei von uns, die - natürlich wie es sich für waschechte Wanderreiter gehört - entsprechend mit Chaps und Wachsmantel bekleidet waren, hatten noch trockene Kleidungsstücke zu präsentieren. Umso gemütlicher war es hinterher sich im Gemeinschaftsraum beim Kartenspielen mit Tee und Kaffee wieder aufzuwärmen. Die Pferde genossen an diesem

Nachmittag sogar noch die Herbstsonne auf den bereitgestellten Wiesenpaddocks. TAG 3 An unserem dritten Tag musste wegen einem verloren gegangenen Eisen ein Teil der Mannschaft zu Hause bleiben. Der Rest ging auf einen – geplant 3,5 h Ritt. Unterwegs müssen wir leider eine falsche Abzweigung genommen haben. Da der Weg extrem steil war, sind wir abgestiegen und mit den Pferden den Berg runter gelaufen. Schade..... unten angekommen waren wir mal wieder in einer Sackgasse gelandet und mussten den ganzen steilen Berg wieder herauf. Natürlich sind wir wieder gelaufen, um

die Pferde zu schonen. Nach allen 50 bis 100 Meter mussten wir anhalten und pausieren, da es so steil war. Die Ponys haben dann auch kurz pausiert und dann ging es weiter. Einen großen Baum, der über dem Weg lag, haben wir auch sicher überquert. Alle unsere „Stadtponys“ sind also auch Gelände geeignet. Das Gelände um „O Pica Pau“ war im übrigen auch mit unseren unbeschlagenen Arabern problemlos zu reiten. Es gibt viele schöne Wege und schöne Routen für Tagestouren. FAZIT O Pica Pau ist eine (Pferde-) Reise wert! Sehr nette Menschen und Tiere, super Unterkunft bei bester Verpflegung! Wir kommen auf jeden Fall wieder! Dann lassen wir uns allerdings von Manfred begleiten, damit wir den geplanten Weg auch mal finden ;o) Claudia Weber und Eva Wüllenweber mit Halik und Klappi

Eine wunderschöne Landschaft und gute Reitwege gab es im Westerwald Jahresabschlusszeitung GAWA 2011

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