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Die Stammcrew

PLAYGROUNDS_ Discovery

Aufgewachsen ist Gavin McClurg in den Bergen von Nevada, wo er in seiner Jugend erfolgreich Skirennen fuhr. Danach erwarb er ein Kaufmannsdiplom an der Universität von Colorado, bevor er sich endgültig als Skipper der Weite der Weltmeere hingab. Bei der „Offshore Odyssey“ ist er Geschäftsführer und Kapitän in Personalunion. Er versucht, den Gästen das maximale Abenteuergefühl zu vermitteln. Dabei legt McClurg viel Wert auf den Erhalt der Natur. Jody MacDonald ist mindestens genau so wichtig für die Unternehmung wie der Kapitän. Mit ihren eindrucksvollen Fotos sorgt die in Saudi-Arabien aufgewachsene Fotografin für die perfekte Vermarktung. MacDonald ist Gründungsmitglied der Odyssey. Für ihre Fotos wurde sie kürzlich vom erwürdigen „National Geographic“ ausgezeichnet.

Die Idylle trügt nicht immer: Die schönen Momente überwiegen die schlechten auf dieser Expedition X

W Kostspielig: Werftaufenthalt nach Riff-Kontakt

Abgesehen davon, dass Jody nach wie vor regelmäßig aufs Heftigste seekrank wird, bilden unsere durch permanenten Schlafentzug und Stress geschwächten Immunsysteme die perfekten Nährböden für eine Flut an Parasiten und Infektionen. Das Reisen durch tropische Dritte-Welt-Länder bringt eben nicht nur Spaß und Freude mit sich. Seit Anfang des Jahres sind unsere beiden Körper Wirte für Staphylokokken-Bakterien. Allein im letzten Jahr litt Jody an Typhus (Indonesien), dem Coli-Virus (Indien) und an einem unbekannten Darmparasit, der sie auf Madagaskar zum dritten Mal in einem Monat ins Krankenhaus zwang.

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04 // 2011

On the rocks Dass wir überhaupt so weit gekommen sind, ist ein Wunder. Denn schon gleich am Anfang, nur zwei Monate nach dem Start der Expedition, hätte ich das ganze Abenteuer beinahe zunichte gemacht. Ich setzte unser Schiff mit hoher Geschwindigkeit auf ein Riff vor „Anegada Island“ in der Karibik. Und beinahe wäre daran auch unsere gesamte Existenz zerschellt. Denn Jody und ich hatten hohe Schulden aufgenommen, um unser AbenteuerUnternehmen überhaupt aus der Taufe heben zu können. Bereits dieser Vorfall hat mich deshalb so aus dem Konzept gebracht, dass ich

tagelang wie ein Zombie durch die Gegend lief. Zum Glück konnten wir den Schaden in Tortola für den günstigen Preis von 5.000 US-Dollar beheben lassen. Und wir hatten kaum Verzögerung zu verzeichnen, doch mein Ego als Schiffsführer litt enorm. Dieser Fehler war eine nachhaltige Mahnung daran, dass es für einen Kapitän unabhängig von den äußeren Umständen keine Entschuldigung geben kann. Tauchgang in einer riesigen Freiluft-Toilette In Cartagena, Kolumbien, ankerten wir in der dreckigsten See, die mir in meinem gesamten

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W Eingespieltes Team: die beiden OdysseyGründer Gavin McClurg und Jody MacDonald

Seemannsleben je unter den Kiel kam. Millionen von Tonnen an ungefiltertem Abwasser lief in die Bucht und ließ das Wasser in einem müden Schwarzton ermatten. Genau hier verlor ich beim Entern unseres Beiboots den sicheren Halt und landete in der fahlen Suppe. In der Hand hatte ich den Ersatzaußenbordmotor, der auf den zwölf Meter tiefen Grund sank. Ausgestattet mit Schnorchel und Flossen tauchte ich hinab und befestigte ein Seil am Motor. Beim Hochziehen war der Motor dann erst wenige Zentimeter unterhalb der Wasseroberfläche zu sehen, getränkt von Kot und Salzwasser. r

Profile for Gavin McClurg

Price of Discovery  

A ls “Lehman Brothers” als eine der ersten 04 // 2011 135 Discovery Schlechtes Wetter voraus: Auf zwei Rümpfen pflügt die Discovery durch de...

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