__MAIN_TEXT__

Page 6

Kein Lockdown mehr Auch der Arbeitnehmerverband Hotel & Gastro Union (HGU) hat eine Mitgliederumfrage durchgeführt. Jedes fünfte Mitglied hat Bedenken, wie es künftig Rechnungen bezahlen soll, 40 Prozent haben Angst, ihre Stelle zu verlieren. Über 80 Prozent fühlen sich von ihrem Arbeitgeber gut bis sehr gut betreut. Die HGU fordert die Anhebung der Limite für Kurzarbeitsentschädigung. Über 50 Prozent der Befragten wünschen keine Verlängerung des Gastro-Lockdowns: Die Gastronomie sei kein verifizierter Hotspot für Ansteckungen, dies müsse zwingend vom Bundesamt für Gesundheit in der Beurteilung berücksichtigt werden.

Pixabay

Zuhören: Foobie Podcast

Wie machen es die anderen? In 20-minütigen Folgen stellt der neue Foobie-Podcast «We Love Food» regelmässig Menschen rund ums Kochen vor. Dabei kommen innovative Köche wie Zizi Hattab vom veganen Zürcher Restaurant Kle oder Pascal Steffen vom Basler Roots sowie Rezeptentwickler, Foodstylisten und Foodblogger quer durch die Schweiz zu Wort. Produziert wurden die Podcasts von Ex-Radiomann Dino Giglio. Gilde Zentralschweiz: Aktiv Laut Zofinger Tagblatt stellen zurzeit Mitglieder der Gilde Zentralschweiz (35 Gastronomiebetriebe) ihren nadelnden Weihnachtsbaum vor die Tür plus eine Uhr, die auf Viertel nach zwölf gestellt ist. «Uns gehen die Nadeln aus – aber der Stamm steht», lautet die Botschaft. Sie machen so auf ihre Probleme aufmerksam und fordern rasche finanzielle Hilfe für ihre behördlich geschlossenen Betriebe.

6

PA N O R A M A

Das grosse Warten auf den Bundesrat

100 000 Arbeitsplätze sind akut gefährdet Der Branche geht es schlecht, sehr schlecht. Das zeigt eine aktuelle Umfrage von GastroSuisse: 98 Prozent aller Betriebe benötigen dringend finanzielle Hilfe. Text Reto E. Wild

In einer Online-Umfrage fühlte Gastro Suisse vom 4. bis 6. Januar 2021 den Puls seiner Mitglieder. Über 4000 Betriebe haben sich beteiligt. Das Ergebnis ist brutal: Nach einer ersten Kündigungswelle im Frühling 2020, als Folge des ersten vom Bundesrat verordneten Lockdowns, folgte im Gastgewerbe im November und Dezember 2020 eine zweite Kündigungswelle. Fast 60 Prozent aller Betriebe, die während des Jahres einen Stellenabbau ausgesprochen haben, mussten Ende Jahr erneut Mitarbeiter entlassen. 50 Prozent Konkurs bis Ende März? Casimir Platzer, Präsident von Gastro Suisse, schlägt deshalb mit Bezug auf die neusten Umfrageergebnisse Alarm: «Wenn der Bund jetzt nicht handelt, steht in der Branche eine dritte Kündigungswelle an.» Bereits im Oktober 2020 hat der Verband davor gewarnt, dass schweizweit 100 000 Arbeitsplätze gefährdet seien. Die Situation hat sich in den letzten Monaten und insbesondere nach dem Entscheid, die Restaurants wiederum zu schliessen, weiter verschärft. Fast die Hälfte aller Betriebe wird laut Umfrage bis Ende März 2021 Konkurs anmelden, wenn sie nicht sofort finanzielle Entschädigungen erhalten. Vor der Krise hatten über 80 Prozent der Betriebe eine gute bis sehr gute Liquidität. Die Umfrage hat auch ergeben, dass 98 Prozent dringend finanzielle Hilfe benötigen. «Sieben von zehn Betrieben haben ein Gesuch für finanzielle Hilfe eingereicht oder werden dies sicher tun», informiert Platzer. Esther Friedli will Öffnung bis 22 Uhr SVP-Nationalrätin und Gastronomin Esther Friedli, ebenfalls Mitglied von GastroSuisse, ärgert sich: «Es kann nicht sein, dass der Bundesrat weiterhin die Pandemie quasi auf dem Buckel der Gastronomie austrägt und wir völlig unverschuldet nun die Leidtragenden sind. Wir haben letzten Frühling nach der Eröffnung sofort sehr weitreichende Schutzkonzepte umgesetzt und dafür auch viel investiert. Der Bundesrat ist

Zürich,

ar 2021

12. Janu

ndesrat

Br Offener

en Bu ief an d

armelin t Guy P Bundesräte räsiden p d s n e u d n n e u aden in rätinn Lieber B Bundes a- sch nzen te tz ä h c Ihrer Str te is m x Ges u E tr n ht im Ze h einem Schweiz, d erbe ste ämpfung. Nac w n e ra tg B s a tio Das G mie-Bek t unsere ge Situa r Pande wang der Staa hmen zu u z e n ie g o v te na nz uf- Die e ha ockdow utzmass b ersten L fangreiche Sch ig ändernden A ie tr m nd en a che, in u und unter stä ntables Arbeit Der Sch re ren he e in ti e m s e ie n v e d wiss s , in s n ie e lo d h it c e s t rb s a s lagen zu lichten. Im Herb mie ein zweite rderte ög mit fo en no verunm ne ihre Gastro e die Branche off rt to säg- tr rere Kan und sanktionie die in einer un it ralen B e , S n rB Mal. De inschränkunge Uhr gipfelten. r Mensc de .00 nE weitere rrstunde ab 19 re Branche wie we n n se pe lichen S ezember ist un müss t. g le e .D dem 22 Berufsverbot b m hr und mit eine Was einem Ja nn own in a d k k c s a o L d vers – te a n e n g o n 4 bis 6 M e Einschränku e aktuelle Mit pliz Ein rnd it 4‘200 andaue etrieb leisten. gu uisse m S o B tr s in e a e sich k e von G nt der B g er e a z fr ro . m P fe U 8 glieder- nden ergab: 9 finanzielle Hil E e d t n m is e h g e rt n n ie Teil tigen dri gewarnt. Pass in der b ö n e b e n wir trieb ie Wut k olt habe is und d ie Wiederh s Unverständn ross. Lassen S g a h D c . li ts g h rä nic ert sind un Branche Stich! im t aush a-Krise uns nic ie Coron ewerbes d s s a d tg in, Gas nicht se gen kel des Es kann h auf dem Buc snahmen brin s c a li s. s schlies en wird. Die M and des Ruin R n ag er e d tr d e g g n n s a u u a glieder lle Entschädig gesun it M re e uns dass anzie indert, nelle fin Eine sch n Betriebe verh e . n n betroffe Konkurs gehe en erga de Firm en Nied ss Sie d Kollatera a d , in e nicht s mie als Es kann izer Gastrono e w h c S r de ven Ents en positi in e f u a offnung In der H oSuisse räsidenten de d Gastr P Vorstan entinnen und sid rä P ie n D pe achgrup und 4 F

betreffend Ansteckungen ja auch nach zehn Monaten Pandemie völlig im Blindflug.» Dabei sage er, so Friedli, dass es nur sehr wenige Ansteckungen in den Restaurants gebe. Nun ist die Gastronomie zum zweiten Mal innerhalb von 12 Monaten für längere Zeit geschlossen. «Das ist ein unglaublicher Eingriff in das freie Unternehmertum.» Sie setze sich als Politikerin dafür ein, dass die Betriebe so rasch wie möglich wieder öffnen dürfen. «Und zwar mindestens bis 22 Uhr. Diese 19-Uhr-Sperrstunde-Regel lehne ich vehement ab. Wir wollen arbeiten. Werden Betriebe länger geschlossen,

Profile for Gastrojournal

GastroJournal 1/2/3 2021  

GastroJournal 1/2/3 2021