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Quandoo ist laut eigenen Angaben die am schnellsten wachsende Reservierungsplattform für Restaurants. Länderchef Omid Girakhou sagt die Trends für dieses Jahr voraus. Aufgezeichnet Reto E. Wild

Mehr als 50 Millionen Gäste gehören zur Quandoo-Gemeinde, die Tische im Restaurant online reserviert. Omid Girakhou (36) ist Country Manager Deutschland, Österreich und Schweiz (DACH) mit Sitz in Wien und gleichzeitig für die Umsetzung der Marketingstrategien von Quandoo verantwortlich. Seine Prognosen für die Gastronomie 2021: Mittags- versus Abendgeschäft Auch nach Corona werden viele Menschen vom Homeoffice aus arbeiten. Insofern wird sich das Mittagsgeschäft generell abschwächen und das Abendgeschäft besser laufen. Das Allerheilmittel heisst Digitalisierung (lesen Sie mehr dazu beim Stichwort). Sie startet mit Lieferservices und beinhaltet eine Marketingstrategie auf mehreren Kanälen wie Instagram, Facebook und der eigenen Website. Beispiel: Über 80 Prozent der Restaurantreservationen erfolgen heute via Smartphone. Dem sollten Unternehmer mit einer entsprechenden Präsenz in den Suchmaschinen Rechnung tragen. Lieferservice und Take-away Ist ein Muss für jedes Restaurant. Da wir auch nach den Impfungen weiter mit dem Virus leben werden, müssen sich die Gastronomen für jede noch so ungewöhnliche Situation wappnen und sich so breit wie möglich aufstellen. Bargeldlose Zahlung über eine App Das wird die Entwicklung in der Gastronomie werden und das Auswärtsessengehen revolutionieren. Dieser neue Weg lässt sich heute mit der Uber-App vergleichen: Ich rufe über die App ein Taxi, steige ein, der Fahrer weiss, wohin es geht, und wenn ich am Zielort ankomme, ist alles im Hintergrund abgewickelt, ohne das Bargeld ins Spiel kommt. In der Gastronomie geht es dann so, dass die Reservation ebenfalls über die App erfolgt, und mit dieser bezahlt der Gast mittels hinterlegter Kreditkarte das Es-

GastroJournal Nr.  1/2/3 | 14. Januar 2021

sen. Der Vorteil für die Gastgeber und die Gäste: Wenn das Restaurant zum Bersten voll ist, muss niemand mehr aufs Abkassieren warten. Das ist allerdings noch Zukunftsmusik. In Berlin beispielsweise kann man in vielen Restaurants noch immer nicht mit der Karte bezahlen. Skandinavien ist da schon sehr viel weiter oder eben auch digitaler unterwegs. In den DACH-Ländern ist diese Form des Bezahlens eine datenschutzrechtliche Herausforderung.

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Was das Jahr 2021 der Branche bringt

Digitalisierung nutzen Reservierungsportale erleben einen Aufschwung und sind gefragter denn je. Der OnlineAuftritt mit der eigenen Web- Restaurants haben die Möglichkeit, auf der aufgerufeseite wird längst nicht mehr nen Google-Seite einen Buchungsbutton zu installieren. ausreichen. Man muss die Türen da weit öffnen, wo potenzielle Gäste sich herumtreiben: Facebook, Hier können die Restaurants, wenn sie Instagram, Google, Apple, digitale Res- endlich wieder öffnen dürfen, einen Butaurantführer, digitale Medien etcetera. chungsbutton installieren. InternetbeEs gibt Restaurants, die haben auf Face- nützer tippen diesen an und wickeln so book Tausende von Followern und kön- eine Reservation via einen Provider wie nen deshalb mit einem einzigen Post ge- Open Table, Quandoo oder Fork ab. Das zielt Gäste ins Lokal locken. Beispiel Restaurant muss danach eine Pauschale eines Aufrufs: «Wer heute mit einem pro gebuchten Gast bezahlen. Der Preis roten Regenschirm essen kommt, erhält ist Verhandlungssache. eine Flasche Prosecco geschenkt.» Es lohnt sich allerdings, einen Profi für die Bannerwerbung und Plattformen Beratung beizuziehen, der sich mit Eine weitere Variante, um sich im Netz Google Ads oder Reservationsportalen bekannter zu machen, ist eine Bannerauskennt. Wiederum ein Beispiel: «Bes- werbung oder eine Kooperation mit Partnersites. Firmen wie Quandoo haben für die Gastronomen eine All-in-Lösung, also zum Google-Auftritt, zur Website und zu Tischreservationssystemen, die sich auch auf der eigenen Internetseite integrieren lassen. Omid Girakhou Wie Corona die Digitalisierung beeinflusst? Die Pandemie hat sicher das Betes italienisches Restaurant in Zürich» wusstsein der Menschen im Zugang zur sind auf Google teure Suchbegriffe, weil Digitalisierung verändert. Das fängt bereits in der Primarschule an mit Dissie sehr gängig sind. Um bei Google an der ersten Stelle tance Learning, in der Arbeitswelt sind zu erscheinen, kann das viel Geld kosten das all die Zoom-Calls und Team-Events – bis zu mehreren 1000 Franken. «Tradi- über Zoom. In der Gastronomie zeigt tionelle Schweizer Küche am Brienzer- sich das nun im Bereich Take-away: Wer see» ist sicher preiswerter. Suchen Kun- das nicht im Angebot hat, hat in Zeiten den im Web nach einem Restaurant, der behördlich angeordneten Restauerscheint auf der aufgerufenen Google- rantschliessungen schon fast verloren. Seite rechts oben eine Visitenkarte mit Gerade jetzt ist eine vermehrte OnlineFotos des Betriebs und den Öffnungszei- Präsenz wichtig, um sich bei den Gästen ten (als Folge des Lockdowns derzeit oft in Erinnerung zu rufen. Und die Kunden mit einem roten Balken und dem Hin- zeigen sich gegenüber der Digitalisieweis «Vorübergehend geschlossen»). rung offener als noch im März 2020.

«Man muss die Türen da weit öffnen, wo potenzielle Gäste sich tatsächlich aufhalten.»

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GastroJournal 1/2/3 2021  

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