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BA S S E N G E

AUKTION 112 LOVIS CORINTH – Arbeiten auf Papier

Samstag, 1. Dezember 2018

Galerie Bassenge . Erdener Straße 5a . 14193 Berlin Telefon: 030-893 80 29-0 . E-Mail: modernart@bassenge.com . www.bassenge.com


I H R E A N S P R E CH PA RT N E R F Ü R D I E S E N KATALO G / E X P E RT S FO R TH I S CATA LO G U E :

Abteilung Moderne und Zeitgenössische Kunst / Department of Modern and Contemporary Art Wir bitten darum, Zustandsberichte zu den gewünschten Losnummern zu erfragen, da Angaben zum Erhaltungszustand nur in Ausnahmefällen im Katalog notiert sind. Sandra Espig

+49 (0)30-88 91 07 90

Simone Herrmann

+49 (0)30-88 91 07 93 s.herrmann@bassenge.com (Gebote)

s.espig@bassenge.com

(Zustandsberichte)

Die Galerie Bassenge ist Mitglied bei

Eindeutig identifizierbare Werke mit einem Schätzpreis von mindestens 2500 Euro werden vor der Auktion mit dem Art Loss Register abgeglichen.


T ER M I N Ü BER SICH T

AU KT ION 112

MITTWOCH, 28. November 2018 Vormittag 10.00 Uhr Druckgraphik des 15. bis 17. Jahrhunderts Nr. 5000-5261 Druckgraphik des 18. Jahrhunderts Nr. 5262-5372 Nachmittag 15.00 Uhr Druckgraphik des 19. Jahrhunderts und des Fin de Siècle Nr. 5373-5474 Miscellaneen und Trouvaillen der Druckgraphik Nr. 5475-5699 des 15. bis 18. Jahrhunderts DONNERSTAG, 29. November 2018 Vormittag

11.00 Uhr Gemälde Alter und Neuerer Meister Rahmen

Nr. 6000-6252 Nr. 6253-6278

Nachmittag

16.00 Uhr Portraitminiaturen

Nr. 6801-6930

FREITAG, 30. November 2018 Zeichnungen des 16. bis 19. Jahrhunderts

Nr.

6400-6711

Vormittag

11.00 Uhr

Nachmittag

14.00 Uhr Discoveries (nur als Online-Katalog verfügbar) Nr. 6720-6778

SONNABEND, 1. Dezember 2018 Vormittag 10.00 Uhr Nachmittag 14.30 Uhr 15.00 Uhr ca. 17.00 Uhr

Moderne Kunst Teil II

Nr.

7000-7459

Lovis Corinth: Aus dem Nachlass Allan Frumkin Sammlung Marguerite Schlüter Moderne Kunst Teil I: A – K Sammlung Margarethe Posselt Moderne Kunst Teil I: L – Z

Nr. Nr. Nr. Nr. Nr.

8500-8532 8000-8016 8017-8150 8151-8203 8204-8370

VORBESICHTIGUNGEN Druckgraphik, Gemälde, Zeichnungen des 15. bis 19. Jahrhunderts, Portraitminiaturen: Erdener Straße 5A, 14193 Berlin Donnerstag, 22. November bis Montag, 26. November, 10.00–18.00 Uhr, Dienstag, 27. November, 10.00–17.00 Uhr (nur für auswärtige Besucher) Moderne Kunst Teil I und II: Rankestraße 24, 10789 Berlin Donnerstag, 22. bis Donnerstag, 29. November, 10.00–18.00 Uhr, Freitag, 30. November, 10.00—16.00 Uhr Schutzgebühr für die Kataloge Druckgraphik des 15. bis 19. Jahrhunderts Gemälde Alter und Neuerer Meister Zeichnungen des 15. bis 19. Jahrhunderts Portraitminiaturen Moderne Kunst Teil I Sonderkatalog Lovis Corinth Moderne Kunst Teil II Umschlag außen: Los 8532 und Los 8508

€ 20,– € 15,– € 15,– € 15,– € 20,– € 10,– € 15,–


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lovis corinth

(1858 Tapiau – 1925 Zandvoort) Arbeiten auf Papier aus dem Nachlass Allan Frumkin Lovis Corinth zählt neben Max Liebermann und Max Slevogt zu den drei großen deutschen Impressionisten. Er hatte zunächst an der Akademie in Königsberg studiert, dann in München, wo er sich ebenso wie später in Berlin der Sezession anschloss. In Berlin eröffnete er 1901 eine Malschule und heiratete 1904 seine erste Schülerin, die über zwanzig Jahre jüngere Charlotte Berend.

Maß an Freiheit in seiner Ausdruckskraft, wie er es vergleichbar erst in der späteren Schaffensphase bei seinen Ölgemälden erzielte. Virtuosität und Expressivität prägen Corinths Zeichnungen. In der Sammlung Frumkin finden sich charakteristische, realistische und metaphorische Selbstporträts des Künstlers sowie Aktstudien und Vorzeichnungen für Druckgraphiken und Gemälde.  

Corinth war ein äußerst vielseitiger und produktiver Künstler. Neben der Landschafts- und Porträtmalerei widmete er sich ebenso dem klassischen Bildgenre des Stillebens. Seine Themen schöpfte er aus vielen Bereichen wie Mythologie, Religion, Literatur und Geschichte, aber auch aus dem Privatleben. Wie andere Künstler seiner Zeit verstand er Tradition und Modernität miteinander zu verbinden.

Frumkin war ebenfalls von dem Medium der Druckgraphik fasziniert. Wie viele Galeristen war er auch zugleich Sammler – so erwarb das St. Louis Art Museum seine Sammlung von 382 Drucken von Max Beckmann.  

Es war der 1927 in Chicago geborene Galerist Allan Frumkin (1927–2002), der die amerikanische Kunstwelt mit dem Werk von Lovis Corinth in den späten 1950er und 60er Jahren vertraut machte. Seine erste Galerie hatte er 1952 in Chicago eröffnet, zwei Jahre später folgte ein weiterer Standort in New York. Frumkin hat sich viele Jahre für den Deutschen Expressionismus in den USA eingesetzt und verdient gemacht. Seine Eltern hatten ihm eine lebenslange Mitgliedschaft am Art Institute of Chicago ermöglicht, deren hervorragende Sammlung von Zeichnungen er häufig besuchte und dabei sein besonderes Gespür für dieses Medium entwickelte: „Drawing has been my touchstone“, he said, „and if an artist can’t show me a good drawing, I get very uneasy“. („Zeichnung war mein Prüfstein“, sagte er, „und wenn ein Künstler mir keine gute Zeichnung zeigen kann, habe ich ein ungutes Gefühl“.) Frumkins Bewunderung für Lovis Corinth erklärt sich aus der Tatsache, dass Corinth im Laufe seiner künstlerischen Entwicklung der Zeichnung einen hohen Stellenwert beimaß. Es gab Phasen, in denen er in die Zeichnung seine höchste kreative Energie setzte. Er erreichte dann ein hohes

Zweifellos war Corinth ebenfalls ein herausragender Radierer und Lithograph. Seinen gereiften Stil der späteren Schaffensphase konnte er in zahlreichen Illustrationen zu biblischen, historischen und literarischen Texten einsetzen. Als die Publikationen von Karl Schwarz zu Corinths graphischem Oeuvre im Zeitraum zwischen 1917 bis 1922 erschienen, entwickelte sich eine höhere Wertschätzung der Drucke von Corinth. Der Markt wurde stimuliert und das Interesse der Sammler stieg, so dass angesehene Verlage, darunter Fritz Gurlitt, der Propyläen Verlag in Berlin und F. Bruckmann in München, Corinth mit der Erstellung von Mappenwerken und Buchillustrationen beauftragten. Zusätzlich zu den individuellen nahezu privaten Drucken und Folgen, wie „Walchensee“, „Antike Legenden“, „Kompositionen“ und „Totentanz“, entstanden zwischen 1919 und 1923 nicht weniger als zwanzig Mappenwerke und Buchillustrationen mit mehr als 400 Radierungen und Lithographien. Allan Frumkins Leidenschaft für Lovis Corinths Drucke manifestiert sich deutlich in der posthumen Publikation von 8 Radierungen des Künstlers, die gemeinsam mit Thomas Corinth, dem Sohn des Künstlers, herausgegeben wurde. Frumkin verstand sich als Vermittler von Corinths Kunst und setzte die Tradition der bedeutenden Verleger zu Beginn des 20. Jahrhunderts fort.

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(1858 Tapiau – 1925 Zandvoort) Works on paper from the Allan Frumkin Collection Along with Max Lieberman and Max Slevogt, Lovis Corinth is one of the three great German Impressionists. He first studied at the Academy in Königsberg and then in Munich, where he joined the Secession, as well as later in Berlin. In 1901 he opened an art school in Berlin. In 1904, he married his first student, Charlotte Berend, who was over twenty years his junior. Corinth was an exceptionally versatile and prolific artist. In addition to landscape and portrait painting, he also devoted himself to the classical genre of still life. His themes were inspired by many areas such as mythology, religion, literature and history, but also from his private life. Like other artists of his time, he had the ability to combine tradition and modernity. The Chicago born gallery owner Allan Frumkin (1927–2002) introduced the American art world to Lovis Corinth’s work in the late 1950s and 60s. He opened his first gallery in Chicago in 1952, and two years later one followed in New York. Frumkin devoted many years to promoting German Expressionism in the USA and became a renowned specialist in this field. His parents granted him a lifelong membership at the Art Institute of Chicago, where he frequently visited the outstanding collection of drawings and developed his keen understanding of this medium: “Drawing has been my touchstone”, he said, “and if an artist can’t show me a good drawing, I get very uneasy”. Frumkin’s admiration for Lovis Corinth is rooted in the great importance the artist attached to drawing in the course of his artistic development. During periods when he inves­t­ ed his utmost creative energy into drawing, he achieved a high degree of expressiveness, comparable only to his

later creative phase in his oil paintings. Virtuosity and expressivity characterize Corinth’s drawings. The Frumkin Collection contains distinctive self-portraits of the artist, both realistic and metaphorical, nude studies, as well as preparatory drawings for prints and paintings. Frumkin was also fascinated by the medium of print­ making. Like many gallery owners, he was additionally a collector and the St. Louis Art Museum acquired his collection of 382 prints by Max Beckmann. Corinth was also undoubtedly an outstanding etcher and lithographer. He utilized his later mature style in numerous illustrations for biblical, historical and literary texts. When Karl Schwarz’s oeuvre catalog on Corinth’s prints was published higher appreciation developed. The market was stimulated and the interest of collectors heightened, so that respected publishers, including Fritz Gurlitt, the Propyläen Verlag in Berlin and F. Bruckmann in Munich, commissioned Corinth to produce portfolios and book illustrations. In addition to the almost private individual prints and series such as “Walchensee”, “Antike Legenden” (Ancient Legends), “Kompositionen” (Compositions) and “Totentanz” (Dance of Death), between 1919 and 1923, no fewer than twenty portfolio works and book illustra­ tions were produced comprising more than 400 etchings and lithographs. Allan Frumkin’s passion for Lovis Corinth’s prints clearly manifests itself in the posthumous publication of eight etchings by the artist, published together with Thomas Corinth, the artist’s son. Frumkin considered himself as a mediator of Corinth’s art and continued the tradition of the important publishers from the beginning of the 20th century.

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8500^ Stehender männlicher Akt Bleistift auf festem Velin. Um 1890. 40 x 29,3 cm. 1.500€

Athletisch wirkt er nicht, mit seinen zarten Schultern und schmalen Oberarmen. Aber kraftvoll, mit muskulösen Beinen und zupackenden Händen. Frontal steht der männliche Akt zum Betrachter, mit direktem, klarem Blick nach vorne, entschlossenem Mund unter dem Schnauzbart und leicht angespannter linker Hand. Humorvoll setzt Corinth die beiden Füße, die im Unterrand angeschnitten sind, rechts und links neben die stehende Figur, wie um den Körper zu komplettieren. Mit sorgfältig gezeichneten Konturen umreißt Corinth die Figur und arbeitet mit lockeren Schraffuren Licht und Schattenspiel in schöner Plastizität heraus.

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8501^ Liegender Frauenakt (Charlotte Berend) Kohle auf festem Velin. 1902 (?). 51 x 69,3 cm. Unten rechts in der Darstellung mit Bleistift signiert „Lovis Corinth“ und schwer leserlich datiert. 1.800€

Seit Corinth 1901 seine künftige Ehefrau und Muse Charlotte Berend kennenlernte, zeichnet und malt er sie immer wieder. Hier positioniert er zwar den verführerischen Beckenschwung im Bildzentrum, doch das hinreißend liebevoll gezeichnete Gesicht zieht viel mehr Aufmerksamkeit auf sich als der locker mit sicheren Konturen umrissene, schön stilisierte Körper der jungen Frau.

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8502^ Kompositionen 1 Doppelbl. Titel mit Druckvermerk und Inhaltsverzeichnis sowie 10 Kaltnadelarbeiten auf Japan. Lose in Orig.-Maroquinmappe mit Goldprägung. 1921. 49 x 35 cm. Die Graphiken sämtlich signiert „Lovis Corinth“. Auflage 25 num. Ex. Müller 553-565 jeweils A (von B). 2.000€

Komplette Folge der Ausgabe A, erschienen in Propyläen-Verlag Berlin, 1921/22. Die Gesamtauflage betrug 100 Exemplare, gedruckt von Alfred Ruckenbrod, Berlin. Brillante, gratige Drucke mit dem vollen Rand.

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8503^ Selbstbildnis als sitzender, zeichnender Akt Bleistift auf Velin. Um 1907. 35,2 x 25,7 cm. Verso von Charlotte Berend-Corinth mit Bleistift monogrammiert „Ch. B. C.“ und bezeichnet „Selbstportrait Nachlass Corinth“. 1.800€

Im zeichnerischen Schaffen Corinths nimmt sowohl die Aktdarstellung als auch das Selbstbildnis eine wichtige Rolle ein. Zur Selbstdarstellung sagte Corinth: „Das beste und willigste Modell aber ist ‚man selbst‘... Die Sucht, sich selbst kennen zu lernen; die Möglichkeit, jeden Augenblick, in welchem man sonst unbeschäftigt wäre, auf diese Weise lehrreich ausnutzen zu können, die Billigkeit des Modells, denn es ist nur ein guter Spiegel nötig; - am aller­ meisten aber die Lust, ganz nach eigenem Gutdünken, ohne jede andere Beeinflussung das Arrangement und die Auffassung treffen zu können, macht das Selbstporträt zum bevorzugten Studienmittel aller Maler.“ (Lovis Corinth, Das Erlernen der Malerei, Berlin 1908, S. 122). Zugleich aber dient das Selbstbildnis stets auch der Selbstbefragung. Der Künstler zeichnet sich hier in gelöster

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Haltung, mit locker hängenden Schultern und vorgewölbtem Bauch, auf einem bloß angedeuteten Schemel, schräg nach links gewandt, das Blatt und die zeichnende Hand auf Brusthöhe haltend. Sein aufmerksamer, prüfender Blick richtet sich gerade in den Spiegel, wobei die dunkel verschattete, tiefliegende Augenpartie in Nase, Wange und Mundpartie übergeht. Mit großer zeichnerischer Souveränität, spielerisch schwingender Linienführung und sicheren Schraffuren erfasst er die eigenen Züge und scheint mit dem eindringlichen Blick nicht nur sich selbst, sondern auch den Betrachter zu hinterfragen. In der Hamburger Kunsthalle befindet sich eine gegenseitig komponierte, vergleichbare Zeichnung Corinths, „Selbstporträt als sitzender, zeichnender Akt“ (Inv. Nr. 2004-17).


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8504^ Stehender Frauenakt Kohle und Kreide in Rot auf J. Whatman-Velin. 1904. 50 x 33,2 cm. Unten rechts mit Bleistift signiert „Lovis Corinth“ und datiert. 2.000€

Auf seiner Kohlezeichnung akzentuiert Corinth die Wangen, einzelne Haarsträhnen, die Brustwarzen und die Schraffur der Beine mit roter Kreide, um die Sinnlichkeit des weiblichen Aktes hervorzuheben, was charakteristisch für Corinths Akte ist: Mit Hilfe von Accessoires, hier sind es die Schuhe, oder von Farbakzenten, kontrastiert Corinth die zur Schau gestellte Blöße seiner Modelle. Es handelt sich um eine delikate und detailliert ausgearbeitete Aktzeichnung, bei welcher die Frauenfigur den Betrachter unmittelbar anspricht.

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8505^ Das ABC 1 Bl. Titel mit Impressum und 25 Lithographien auf Japanbütten. Lose in Orig.-Halbleinenmappe mit Deckellithographie. 1917. 46 x 37 cm. Im Impressum signiert „Lovis Corinth“. Auflage 125 num. Ex. Schwarz L 315. 1.000€

Exemplar der Ausgabe B, erschienen im Verlag Fritz Gurlitt, Berlin. Durchweg kräftige Drucke mit breitem Rand, jeweils an einer Seite mit dem Schöpfrand.

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8506^ 11 Remarquedrucke zu Goethes Götz Titelblatt und 10 Kaltnadelarbeiten auf Velin. Sämtlich unter Orig.-Passepartouts in Orig.-Lederband mit Goldprägung, dort verso mit dem Druckvermerk. 1921/22. 42 x 32 cm. Alle Graphiken signiert „Lovis Corinth“. Auflage 5 num. Ex. Müller 513, 516, 517, 521, 522, 526, 530, 531, 535, 536 und 538 jeweils A (von C). 900€

Auswahl aus der Folge der insgesamt 27 Graphiken Corinths zu Goethes „Geschichte Gottfriedens von Berlichingen mit der eisernen Hand“. Hier die seltene Ausgabe A, verso auf dem Ledereinband bezeichnet: „Büttenausgabe Nr. I-V: Nr. III, Privatdruck Berlin 1922“. Es handelt sich durchgehend um Remarquedrucke, also die Vollbilder mit Randeinfällen, gedruckt von den unverstählten Platten. Die Gesamtauflage betrug 192 Exemplare, erschienen bei E. Steinthal bzw. später Fritz Gurlitt, Berlin, 1922. Sämtlich prachtvolle, tonige Drucke mit schönem Plattenton und dem vollen Rand. In dieser Ausgabe Rarissimum. 19


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8507^ Studie zu Kain, sitzend den Feldstein haltend Bleistift auf Velin. 1917. 34 x 25 cm. Unten rechts mit Bleistift signiert „Lovis Corinth“ und bezeichnet „Kain“. 750€

Bei vorliegender Zeichnung handelt es sich um eine Vorstudie zu dem 1917 vollendeten Gemälde „Kain“ (Berend-Corinth/Hernard 708, Öl auf Leinwand, 140 x 115 cm, Kunstmuseum Düsseldorf). Der auf der Studie (wohl später von fremder Hand) notierte Preis von 13.500 Reichsmark weist auf die Zeit der Hyperinflation um etwa 1923 hin. Die Pressendrucke und Druckgraphik wurden zu dieser Zeit als sichere Wertanlage angepriesen. Verso weitere kleine Bleistiftskizzen. 21


8508^ Kreuzigung Doppelblatt mit 2 Zeichnungen recto und 2 Skizzen verso. Bleistift auf Bütten. 1907. 48 x 62 cm. Verso mit dem Stempel "Atelier Lovis Corinth". 2.000€

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Am Anfang und am Ende steht die Kreuzigung: Immer wieder setzt sich Corinth künstlerisch mit dem Leidensweg Christi auseinander. Bereits sein erstes verkauftes Gemälde war eine Kreuzabnahme, entstanden 1895, und das letzte Bild vor seinem Tod 1925 zeigt Corinth selbst in „Ecce homo“. Unsere Zeichnungen stehen stilistisch dem Gemälde „Kreuzigung“ von 1897 (BerendCorinth/H ernad 138) am nächsten, auch wenn der Christus in der Zeichnung ganz entblößt ohne Lendentuch dargestellt wird. Hochinteressant zeigen die vier Bleistiftarbeiten ganz unterschiedliche Herangehensweisen Corinths: nur die Spannungslinien des Körpers, lediglich der rechte Arm in seiner Streckung, mit Schwerpunkt auf der plastischen Durchgestaltung des realistisch gezeigten Körpers, und schließlich abstrahierter mit herausge­ arbeiteten Akzenten und einem Fokus auf der Körpermitte. Hier spiegelt sich beispielhaft die intensive zeichnerische Arbeit Corinths anhand eines Motives.


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8509^ 5 Vorzeichnungen zu „Wallensteins Lager“ Bleistift auf Velin. 1922. Je ca. 32 x 25,4 cm. Jeweils mit dem Stempel „Atelier Lovis Corinth“. 1.500€

Die Folge „Wallensteins Lager“ mit sechs Radierungen (inkl. Titel) erschien 1922 in Berlin bei Hans Heinrich Tillgner. Die insgesamt fünf Vorzeichnungen weichen von den vollendeten Fassungen jeweils etwas ab. Vornehmlich ging es Corinth wohl erst einmal darum, die Figuren räumlich zu positionieren. Zwei Vorstudien antizipieren die Szenen der Radierungen „Einer Dirne schön Gesicht muss allgemein sein wie‘s Sonnenlicht“ (Müller 811) und „Was der Blitz! Das ist ja die Gustel von Blasewitz“ (Müller 812). Eine weitere Zeichnung ist

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nicht eindeutig diesen beiden Szenen zuzuordnen, weist aber Elemente der endgültigen Fassungen auf. Ein Blatt bereitet die Radierung „Kapuzinerpredigt (‚Hetzt sich lieber herum mit der Dirn‘)“ (Müller 813) vor. Bei einer Zeichnung handelt es sich mehr um lose Skizzen einzelner Figuren, die auf der Radierung „Wohl auf Ihr Kameraden, aufs Pferd, aufs Pferd! Ins Feld, in die Freiheit gezogen“ (Müller 814) wiederzufinden sind. Vereinzelt finden sich verso noch weitere, überwiegend kleinere Bleistiftskizzen zu einzelnen Szenen.


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8510^ Studien eines Arms mit Bogen und eines Mannes im Profil mit Helm Bleistift auf Bütten. 1895/1911. 47,3 x 30 cm. Im unteren Rand mit Bleistift signiert „Lovis Corinth“, datiert und bezeichnet „Studie zu „Odysseus“. 1.200€

Vermutlich handelt es sich um eine Studie zu der Radierung „Odysseus und die Freier“, die für „Antike Legenden“ von 1919 angefertigt wurde: Die radierte Version zeigt Odysseus mit Helm bekleidet. Er kniet und weist mit dem gespannten Bogen in die Richtung der Gruppe von Freiern im rechten Bildrand der Radierung (Los 8511).

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8511^ Antike Legenden 13 Kaltnadelarbeiten auf Japanbütten. Lose in Orig.-Passe­ partouts, in Kartonmappe. 1919/1920. Ca. 46 x 58 cm. Sämtlich signiert „Lovis Corinth“. Schwarz 351 I-XIII, je I B (von II) nach Verstählung der Platte. 3.000€

Exemplar der Vorzugsausgabe, mit dem 13. Blatt der Variante zur ersten Platte „Odysseus und die Freier“. Zwanzigster Druck der Marées-Gesellschaft. Mit dem Prägestempel der Marées-Gesellschaft unten rechts, erschienen in einer Auflage von 50 römisch numerierten Exemplaren, hier ohne die Numerierung; die Gesamt­ auflage betrug 150 Exemplare. Brillante, kräftige und nuancierte Drucke, sämtlich mit dem vollen Rand bzw. mit Schöpfrand. Beigegeben: Corinths signierte Radierung „Krönung Heinrichs V.“ (Schwarz 390).

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8512^ Goethe. Götz von Berlichingen 7 Zeichnungen. Bleistift bzw. Bleistift und Farbstifte (1 Blatt) auf Velin. 1921/22. Ca. 24,5 x 17,5 bis 31,7 x 20,8 cm. Sämtlich verso mit dem Stempel „Atelier Lovis Corinth“, 1 Blatt unten von Charlotte Berend-Corinth mit Bleistift monogrammiert „Ch. B. C“ und bezeichnet „Nachlass L. Corinth“. 2.500€

Vorzeichnungen zu sieben der insgesamt 27 Graphiken Corinths zu Goethes „Geschichte Gottfriedens von Berlichingen mit der eisernen Hand“, erschienen bei E. Steinthal bzw. später Fritz Gurlitt, Berlin, 1922. Die Zeichnungen erfassen meist detailreich die Figuren der endgültigen Version, wohl auch die räumliche Konstellation, ohne jedoch die Hintergründe auszuformulieren. Vorhanden sind die Motive „Götz und Bruder Martin“ (dieses in zwei Varianten, eine mit Farbstiften in Blau und Rot ergänzt), „Weislingen und Marie“, „Weislingen und Adelheid“, „Kaiser Maximilian,

Weislingen und die Nürnberger Kaufleute“, „Goetz und Elisabeth“ und „Der Tod Gottfrieds von Berlichingen“ (Müller 516 (2 Entwürfe, einer farbig), 517, 522, 526, 531 und 538). Das Blatt zu Müller 516 verso mit einer Bleistiftzeichnung Corinths, evtl. zu Müller 523, „Allegorische Szene“ oder zu „Die Königin von Golkonde“ (Müller 505). Das Blatt zu Müller 526 verso mit einer weiteren Bleistiftzeichnung Corinths zu diesem Motiv. Das Blatt zu Müller 531 verso mit einer Federzeichnung Corinths „Weiblicher Engel mit ausgebreiteten Flügeln“. 31


8513^ Der heilige Georg Bleistift auf Velin. Wohl vor 1914. 36,5 x 25,2 cm. Verso mit dem Stempel „Atelier Lovis Corinth“. 1.200€

Die Vorzeichnung für Corinths Kaltnadel „Der heilige Georg“, 1914, (Schwarz 187) zeigt eine etwas frühere Szene: Hier reitet Georg mit erhobenem Schwert auf den sich windenden, Feuer speienden Drachen zu, während in der Kaltnadel der Ritter gerade zusticht, so dass im Bildzentrum dort seine Waffe, das Drachenmaul und der Schild stehen. In unserer Zeichnung sind Drachen wie auch Ritter detailreicher ausgearbeitet und sprechender im Ausdruck. Verso eine weitere Bleistiftzeichnung von Lovis Corinth, „Figuren“.

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8514^ Studien zu Pan mit Flöte Feder in Schwarz auf Bütten. 1908. 21,7 x 28,8 cm. Mit dem Stempel „Atelier Lovis Corinth“. 2.000€

Die mit rascher Hand hingeworfenen beiden Skizzen einer flötespielenden Panfigur befinden sich auf der Rückseite eines Briefes, den Bruno Cassirer an Lovis Corinth am 12. August 1908 mit der Bitte um die noch ausstehende Umschlagzeichnung für das in Druck stehende Buch verfasst hat. Die erste Publikation der PanPresse erschien 1909.

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8515^ 14 Lithographien zu „Gullivers Reise ins Land der Riesen“ 14 Lithographien auf Velin, vereinzelt auf Bütten. 1923. 9 x 17 cm bis 22 x 17,4 cm Müller 642, 649, 651, 654, 655, 657-659, 661-666. Sämtlich mit dem Stempel „Atelier Lovis Corinth“. 600€

Aus der 25 Blatt umfassenden lithographierten Illustrationsfolge zu „Gullivers Reise ins Land der Riesen“, die 1922 im PropyläenVerlag in Berlin erschien. Ausgezeichnete Drucke mit Rand.

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8516^ Vier Vorzeichnungen zu „Die Nachtwachen des Bonaventura“ Kohle auf Velin. 1925. 22,8 x 17,2 cm; 23,2 x 17,3 cm; 13 x 17,3 cm; 24,2 x 18 cm. Jeweils mit dem Stempel „Atelier Lovis Corinth“. 2.000€

Im Jahr 1925 erschien im Propyläen-Verlag in Berlin die Folge „Die Nachtwachen des Bonaventura“, die in 200 Exemplaren gedruckt wurde. Zum Blatt „Der Dichter am Schreibtisch“ (Müller 705) liegen zwei Vorzeichnungen vor, wobei eine fast der vollendeten Lithographie entspricht. Bei einer Vorzeichnung handelt es sich um das Blatt „Die Heilige und der Teufel“ (Müller 718), das die Ausführung nahezu exakt vorwegnimmt. Ebenso kommt eine weitere Zeichnung sehr der ausgeführten Lithographie „Der Pförtner des Nonnenklosters und der schwarze Vogel“ (Müller 719) nahe.


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8517^ Die Nachtwachen des Bonaventura 130 Seiten Text mit 22 Lithographien (davon 21 ganzseitig) auf JWZanders-Bütten sowie eine zusätzlich eingebundene Suite der Lithographien und eine Kaltnadel auf Japan. In Orig.-Lederband mit Goldprägung. 1925. 39 x 30 cm. Die Kaltnadel und 31 Lithographien signiert „Lovis Corinth“. Auflage 200 num. Ex. Müller 704-726. 2.000€

Herausgegeben im Propyläen-Verlag Berlin. Vor Beendigung der Signierung aller Graphiken ist Lovis Corinth gestorben, deshalb fehlt teilweise die Signatur bei einzelnen Graphiken. Durchweg prachtvolle und klar zeichnende Drucke mit Rand.

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8518^ „Polyphem“ 2 Zeichnungen. Bleistift auf Velin. 1913. Jeweils 26 x 34,5 cm. 1 Blatt unten rechts mit Bleistift signiert „Lovis Corinth“ und datiert, oben betitelt und unten links bezeichnet „Kleine Aktstudie“, das andere Blatt verso mit dem Stempel „Atelier Lovis Corinth“. 2.200€

Zwei gezeichnete Varianten des Polyphem-Motivs stehen hier einander gegenüber: eine skizzenhaftere, sich in großen Teilen auf die Konturen beschränkende Darstellung und eine ausformuliertere, mit sicheren Schraffuren in ihrer plastisch-räumlichen Wir-

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kung erweiterte Version. Beide zeigen den Riesen als wohlproportionierten Mann, der mit schmerzvoll schreiendem, weit geöff­ netem Mund und zwei geschlossenen Augen am Boden liegt, die eine Hand hilflos auf die Erde gestützt, die andere greift an die Stirn. Das dritte, vormals sehende Auge auf der Stirn erscheint nicht – oder möglicherweise nur als vage angedeutete dunkle Stelle auf der Stirn in der zweiten Zeichnung. Mit dem Themenkreis der Odyssee beschäftigte sich Corinth um 1913 sowohl malerisch als auch graphisch. Das Motiv des geblendeten, am Boden liegenden Riesen Polyphem findet sich jedoch in keiner weiteren Umsetzung des Künstlers. Beide Blätter verso mit weiteren Skizzen Corinths zum Motiv des Polyphem, hier die Szene der Blendung des Riesen durch Odysseus. 41


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8519^ Bei den Corinthern 1 Doppelbl. Titel, Impressum und Text sowie 14 Radie­ rungen auf Van Gelder Zonen-Bütten. Jeweils in Orig.Passepartout, lose in Orig.-Halbleinenmappe. 1920. Ca. 48 x 36 cm. Alle Graphiken signiert „Lovis Corinth“. Schwarz 380 I-XIV. 5.000€

„Nun mache ich bereits seit geraumer Zeit Glossen über mich selbst und über meinen verehrlichen Namen. Dieser Zyklus Radierungen, ‚Bei den Corinthern‘ betitelt, ist meine neueste Arbeit. Es ist eine Art Tagebuch für das Jahr 1919. Alles, was wir erlebten, steht in die­sen Kupferdrucken: die Straße in Berlin und die Sommerfrische mit dem Häuschen am wunderbaren Walchensee. Der einzige Fremde, der auf diesen Blättern erscheint, ist nebst einem weiblichen Modell unser frommer und getreuer Knecht Franz Bader.“ (Lovis Corinth, in: Textblatt zum Mappenwerk „Bei den Corinthern“). Herausgegeben vom Verlag E. A. Seemann in Leipzig in einer Gesamtauflage von 100 Exemplaren. Durchweg prachtvolle Drucke mit Rand, teilweise mit Schöpfrand.

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8520^ Wallensteins Lager Titelblatt und Text von Friedrich Schiller mit 6 Radierungen und illustrierten Texteinfassungen von Lovis Corinth auf Velin. In Orig.-Halblederband. 1922. 38 x 30,5 cm. Die letzte Radierung signiert „Lovis Corinth“. Auflage 300 num. Ex. Müller 809 - 814. 500€

Radierungen und Buchschmuck Corinths zu Friedrich Schillers Drama. Eines von 200 numerierten Exemplaren (Gesamtauflage: 300 numerierte Exemplare), erschienen in Berlin bei Hans Heinrich Tillgner, 1922. Druck des Textes in der Ehmcke-Fraktur bei W. Drugulin in Leipzig, Druck der Radierungen bei A. Ruckenbrod, Berlin. Ausgezeichnete Drucke mit dem vollen Rand.

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8521^ Wallensteins Lager Folge von 6 Radierungen auf Pergament. In Orig.-Passepartouts, lose in Orig.-Halbpergamentportfolio. 1922. 39,5 x 32,5 cm. Jeweils signiert „Lovis Corinth“. Auflage 20 num. Ex. Müller 809 - 814. 900€

Die komplette Folge von Radierungen Corinths zu Friedrich Schillers Drama, hier in der gesonderten Mappenedition, gedruckt auf Schweinspergament, die den ersten 20 Exemplaren beigegeben wurde. Erschienen in einer Gesamtauflage von 300 numerierten Exemplaren in Berlin bei Hans Heinrich Tillgner, 1922. Druck des Textes in der Ehmcke-Fraktur bei W. Drugulin in Leipzig, Druck der Radierungen bei A. Ruckenbrod, Berlin. Ausgezeichnete Drucke mit dem vollen Rand. 45


8522^ Selbstbildnis Kreide in Schwarz auf Velin. 1924. 50 x 31 cm. Unten rechts mit Bleistift signiert „Lovis Corinth“ und datiert. 7.500€

Zweifellos gehört das vorliegende Selbstporträt von 1924 zu den herausragenden Zeichnungen des Künstlers gegen Ende seiner Schaffenszeit. Das Wechselspiel zwischen Schatten und Licht setzt Corinth mittels enger Schraffuren meisterlich ein, um eine melancholische Stimmung zu erzeugen. Der gerade, regelmäßige Duktus einerseits wird von lebendigen, expressiven Strichen andererseits durchbrochen. Die Gesichtszüge wirken leicht verschoben, sein Blick ist wachsam und zugleich visionär. Darin unterscheidet sich die Zeichnung von den zwei Arbeiten in Öl, die Corinth im selben Jahr angefertigt hat. Sowohl auf dem Selbstporträt mit Palette (Berend-Corinth/Hernard 967) als auch dem Selbstporträt, das sich in der Staatsgalerie Stuttgart befindet ( Berend-Corinth/ Hernard 969), ist der Blick des Künstlers eher ängstlich und scheu. Unser Porträt ist kein Abbild, sondern Ausdruck der Fragilität der künstlerischen Seele, die sich mit Leidenschaft ein Leben lang der Kunst verschrieben hat und nun um das nahe Ende weiß.

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8523^ Der Künstler mit einem Pokal, im Hintergrund der Tod Kreide in Schwarz auf Velin. 1918. 31,4 x 25,2 cm. Verso mit Bleistift signiert „Lovis Corinth“, datiert und bezeichnet. 1.800€

Es handelt sich um zwei Vorzeichnungen für die Lithographie „Speisekarte zum 60. Geburtstag“ (II. und III. Fassung, vgl. Schwarz L 324). Interessanterweise hat Corinth die Frauengestalt, mit Pinsel und Palette ausgestattet, sowohl in der zweiten als auch in der dritten Fassung durch den Tod ersetzt. Verso mit einer weiteren, etwas abgeänderten Skizze, die Corinth als einen zweiten Entwurf für den 60. Geburtstag bezeichnet.

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8524^ Liegender Frauenakt Feder in Schwarz auf hellgrauem Velin. 20,4 x 31 cm. 750€

Schnell hingeworfene Skizze eines liegenden Frauenaktes.

8525^ Selbstbildnis des Malers mit Farbpalette und Staffelei Feder in Schwarz auf hellblauem Velin. 15 x 15,8 cm. Mit dem Stempel „Atelier Lovis Corinth“. 3.000€

Auf der Rückseite ein Dankesschreiben für eine Einladung samt Absage von Corinth. Rasch skizziertes, karikaturhaftes Selbstbildnis des Künstlers beim Malen eines üppigen Aktes.

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8526^ Totentanz Titelblatt und 5 Kaltnadelarbeiten, teils Vernis-mou auf Van Gelder Zonen-Bütten. Meist in Orig.-Passepartouts, lose in Orig.-Halbleinenmappe. 1922. 37,5 x 28 cm. Jedes Blatt signiert „Lovis Corinth“. Auflage 95 num. Ex. Müller 546 - 549 und 551 III. 5.000€

Die komplette Mappe der Ausgabe auf Bütten mit den beein­ druckenden Graphiken, in denen Corinth sich mit dem Tod und seiner Wirkung auf den Menschen beschäftigt. In seinem Totentanz bricht er mit der Tradition, den Tod im Tanz mit Lebenden darzustellen und zeigt zwar auch Menschen und Skelette, diese sind jedoch meist nur präsent durch vage Totenschädel, die bei den meisten Bildern nicht direkt mit den Menschen in Aktion

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treten, sondern im Hintergrund als bedrohende Schatten erscheinen. Die Mappe enthält die Blätter: „Tod und Künstler“, „Tod und Jüngling“, „Tod und Greis“, „Tod und Weib“ sowie „Tod bei Strucks (Tod und Paar)“. Erschienen im Euphorion Verlag Berlin 1922, gedruckt von Alfred Ruckenbrod, Berlin, in einer Gesamt­ auflage von 102 Exemplaren. Prachtvolle Drucke mit den vollen Rändern.


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8527^ Badeszene Bleistift auf Velin. 27 x 34 cm. Verso mit dem Stempel „Atelier Lovis Corinth“. 800€

Locker umrissene, komplexe Badeszene: Zwei bloß angedeutete Figuren heben eine nackte Frau aus dem Wasser empor zu einem Ast. An diesen Ast, näher zum Baumstamm hin, klammert sich ein Jüngling und versucht wohl, die Hand der Frau zu ergreifen. Die dynamische Szene in ihrer Lebendigkeit findet sich weder in Corinths graphischem noch dem malerischen Werk wieder.

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8528^ Mann und Frau Kohle auf Velin. 1923. 31,5 x 25,2 cm. Unten mittig mit Bleistift signiert „Lovis Corinth“ und datiert. 1.000€

Nur mit lockeren Konturen und leicht angedeuteten Schattierungen zeichnet Corinth die Szene zwischen einem Mann, der sich mit ausladender Arm- und Beinbewegung einer stehenden Frau zuwendet, in einer wohl abwehrenden Geste. Corinths zeichnerische Sicherheit zeigt sich in der Souveränität, mit der er die Figuren im Ungefähren, in der bloßen Andeutung belässt und als einzige markante, scharf und dunkel hervorstechende Punkte die Augen der Frau erfasst, die damit ins Zentrum der Szene rücken. 55


8529^ Das Gastmahl des Trimalchio 2 Bl. Titel mit Impressum und Text sowie 15 Radierungen auf Bütten. Jeweils in Orig.-Passepartout, lose in Orig.Halbpergamentmappe mit Deckellithographie. 1919. 46 x 36,5 cm. Alle Radierungen signiert „Lovis Corinth“. Auflage 40 num. Ex. Schwarz 379 I-XV. 1.500€

Herausgegeben vom F. Bruckmann Verlag in München. Die Platten wurden nach der Herstellung der Drucke vernichtet. Jeweils kräftige und klar zeichnende Drucke zum Teil mit sehr schön abgestimmtem Plattenton sowie alle Blätter mit Rand.

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8530^ Martin Luther 40 S. Text mit Titel und Impressum sowie 39 ganzseitige Lithographien auf Bütten. In Orig.-Halblederband mit farbiger Deckellithographie. 1920/21. 50 x 39,5 cm. Titellithographie und Impressum signiert „Lovis Corinth“. Auflage 150 num. Ex. Schwarz L 444 I-XXXIX u. I L. 2.500€

Herausgegeben vom Verlag Fritz Gurlitt Berlin als dritte Folge „Die Neuen Bilderbücher“. Bemerkenswerte Graphikfolge eigener Kompositionen nach zeitgenössischen Originalen (Hans Holbein, Hans Baldung Grien usw.) in oft eigenwilligen Abwandlungen. Enthält unter anderem die berühmten Porträts von Albrecht Dürer, Lucas Cranach, Martin Luther und Hans Sachs. Jeweils kräftige und sehr schön nuancierte Drucke mit Rand. Beigegeben: Ein Reprint der 39 Lithographien zu der Folge „Martin Luther“, herausgegeben 1968 von der Wittenberg University in Springfield/Ohio.

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8531^ Eight unpublished Drypoints 1 Doppelbl. Text, Inhaltsverzeichnis und Impressum der posthum publizierten Mappe mit 8 Kaltnadelarbeiten auf festem Velin. Lose in Orig.-Leinenmappe. 1923-1925. Je 45,5 x 35 cm. Alle Blätter signiert von „Thomas Corinth“ und mit dem Trockenstempel „Nachlass Lovis Corinth“. Auflage 30 num. Ex. Müller 863, 885 u. 886, Blatt 1, 2, 3, 5 u. 7 nicht bei Müller. 500€

Die späten Arbeiten wurden zu Lebzeiten kaum gedruckt und von Thomas Corinth in Kooperation mit der Allan Frumkin Gallery, Chicago, heraugegeben. Durchweg prachtvolle Drucke mit breitem Rand, jeweils an einer Seite mit dem Schöpfrand. 59


8532^ Selbstbildnis Bleistift und Kohle auf Velin. 1925. 34 x 25,5 cm. Verso im unteren Rand mit Bleistift von Charlotte BerendCorinth bezeichnet „Selbstporträt von Lovis Corinth 1925“ und signiert „Charlotte Berend Corinth/New York 1951“. 4.500€

Im Jahr 1911 erlitt Corinth einen schweren Schlaganfall, der zu einer halbseitigen Lähmung führte. Unbeirrbar und mit starkem, bewunderungswürdigen Willen fuhr der Maler mit seinem künstlerischen Schaffen fort, worin ihn seine Frau Charlotte mit all ihrer Kraft unterstützte. Vor allem in dem Spätwerk ist eine Änderung des Malstils wahrnehmbar, wie Alfred Kuhn sie treffend beschreibt: „Die Konturen verschwinden, die Körper sind oft wie auseinandergerissen, deformiert, verschwunden in der Fläche. Auch die Lebensechtheit von Porträts war fast vollkommen verschwunden, jegliche Detailtreue war verloren. Mit breiten Strichen wird die Person als ganzes erfasst.

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Charakterisierungen sind übertrieben, tatsächlich oft bis zur Karikatur.“ (Alfred Kuhn, Lovis Corinth, Berlin 1925). In vorliegendem Selbstporträt, das kurz vor seinem Tod 1925 entstanden sein muß, ist kaum noch eine Ähnlichkeit zu den bekannten und vor Kraft strotzenden Selbstbildnissen zu erkennen. Corinth zeichnet sein Antlitz bereits vom Tode gezeichnet: Die Wangenknochen treten stark hervor, die Augen sind groß, das ganze Gesicht verschoben, es wirkt leicht deformiert. Vergleichbar sind die Gesichtszüge mit dem letzten bekannten Selbstbildnis in Öl von 1925, das sich im Kunsthaus Zürich befindet und den Maler vor dem Spiegel zeigt.


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Inhaltsverzeichnis 8500 8501 8502 8503 8504 8505 8506 8507 8508 8509 8510 8511 8512 8513 8514 8515 8516 8517 8518 8519 8520 8521 8522 8523 8524 8525 8526 8527 8528 8529 8530 8531 8532

Stehender männlicher Akt Liegender Frauenakt (Charlotte Berend) Kompositionen Selbstbildnis als sitzender, zeichnender Akt Stehender Frauenakt Das ABC 11 Remarquedrucke zu Goethes Götz Studie zu Kain, sitzend den Feldstein haltend Kreuzigung 5 Vorzeichnungen zu „Wallensteins Lager“ Studien eines Arms mit Bogen und eines Mannes im Profil mit Helm Antike Legenden Goethe. Götz von Berlichingen Der heilige Georg Studien zu Pan mit Flöte 14 Lithographien zu „Gullivers Reise ins Land der Riesen“ Vier Vorzeichnungen zu „Die Nachtwachen des Bonaventura“ Die Nachtwachen des Bonaventura „Polyphem“ Bei den Corinthern Wallensteins Lager Wallensteins Lager Selbstbildnis Der Künstler mit einem Pokal, im Hintergrund der Tod Liegender Frauenakt Selbstbildnis des Malers mit Farbpalette und Staffelei Totentanz Badeszene Mann und Frau Das Gastmahl des Trimalchio Martin Luther Eight unpublished Drypoints Selbstbildnis

Besitzer 1: 8500, 8501, 8502, 8503, 8504, 8505, 8506, 8507, 8508, 8509, 8510, 8511, 8512, 8513, 8514, 8515, 8516, 8517, 8518, 8519, 8520, 8521, 8522, 8523, 8524, 8525, 8526, 8527, 8528, 8529, 8530, 8531, 8532.

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BASSENGE

Los 8093. Johannes Grützke, 100 Tiefdrucke, 1967-2015.

Moderne Kunst 1. Dezember 2018

GA L E R I E BA S S E N G E  ·   E R DE N E R S T R A S S E 5A  ·  14193 BE R L I N Telefon: (030) 893 80 29-0 · Fax: (030) 891 80 25 · E-Mail: art@bassenge.com  ·  Kataloge online: www.bassenge.com


V er st eigeru ng s - Bedi ngu ngen 1. die galerie gerda Bassenge Kg, nachfolgend Versteigerer genannt, versteigert als Kommissionärin im eigenen namen und für rechnung ihrer auftraggeber (Kommittenten), die unbenannt bleiben. die Versteigerung ist freiwillig und öffentlich im sinne des § 383 iii BgB. 2. der Versteigerer behält sich das recht vor, nummern des Kataloges zu vereinen, zu trennen, außerhalb der reihenfolge anzubieten oder zurückzuziehen. 3. sämtliche zur Versteigerung kommenden gegenstände können vor der Versteigerung besichtigt und geprüft werden. die sachen sind gebraucht. erhaltungszustände der einzelnen angebotenen arbeiten bleiben im Katalog in der regel unerwähnt. die Katalogbeschreibungen sind keine garantien im rechtssinne und keine vertraglich vereinbarten Beschaffenheitsangaben. gleiches gilt für individuell angeforderte Zustandsberichte. sie bringen nur die subjektive einschätzung des Versteigerers zum ausdruck und dienen lediglich der unverbindlichen Orientierung. alle gegenstände werden in dem erhaltungszustand veräußert, in dem sie sich bei erteilung des Zuschlages befinden. soweit nicht in der Katalogbeschreibung explizit erwähnt, sind rahmungen nicht bindender Bestandteil des angebots. der Käufer kann den Versteigerer nicht wegen sachmängeln in anspruch nehmen, wenn dieser seine sorgfaltspflichten erfüllt hat. der Versteigerer verpflichtet sich jedoch, wegen rechtzeitig vorgetragener, begründeter Mängelrügen innerhalb der Verjährungsfrist von 12 Monaten ab dem Zeitpunkt des Zuschlags seine ansprüche gegenüber dem einlieferer (auftraggeber) geltend zu machen. im Falle erfolgreicher inanspruchnahme des einlieferers erstattet der Versteigerer dem erwerber den Kaufpreis samt aufgeld. die Haftung des Versteigerers auf schadensersatz für Vermögensschäden – gleich aus welchem grund – ist ausgeschlossen, es sei denn, dem Versteigerer fiele Vorsatz oder grobe Fahrlässigkeit zur last. die Haftung bei Verletzung von leben, Körper und gesundheit bleibt unberührt. 4. der Zuschlag erfolgt nach dreimaligem aufruf an den Höchstbietenden. der Versteigerer kann den Zuschlag verweigern oder unter Vorbehalt erteilen. Wenn mehrere Personen dasselbe gebot abgeben und nach dreimaligem aufruf kein höheres gebot erfolgt, entscheidet das los. der Versteigerer kann den Zuschlag zurücknehmen und die sachen erneut ausbieten, wenn irrtümlich ein rechtzeitig abgegebenes höheres gebot übersehen worden ist oder wenn der Höchstbietende sein gebot nicht gelten lassen will oder sonst Zweifel über den Zuschlag bestehen. 5. im Falle eines schriftlichen gebotes beauftragt der interessent den Versteigerer für ihn während der Versteigerung gebote abzugeben. in schriftlichen aufträgen ist bei differenzen zwischen nummer und Kennwort das Kennwort maßgebend. 6. telefonische gebote und Online-direkt-gebote über das internet bedürfen der vorherigen anmeldung beim Versteigerer und dessen Zustimmung. Für die Bearbeitung übernimmt der

Versteigerer jedoch keine gewähr. telefonische und Onlinegebote werden nur akzeptiert, wenn der Bieter bereit ist, den ihm zuvor mitgeteilten Mindestpreis des jeweiligen loses zu bieten. auch bei nichtzustandekommen einer Verbindung gilt, dass für den auktionator dieses gebot in Höhe des Mindestpreises verbindlich ist. Für das Zustandekommen einer entsprechenden telefon- oder Onlineverbindung übernimmt der Versteigerer keine gewähr. das Widerrufs- und rückgaberecht bei Fernabsatzverträgen findet auf solche gebote keine anwendung (§ 312d abs. 4 nr. 5 BgB). 7. Mit der erteilung des Zuschlages geht die gefahr für nicht zu vertretende Verluste und Beschädigung auf den ersteigerer über. das eigentum an den ersteigerten sachen geht erst mit vollständigem Zahlungseingang an den erwerber über. 8. auf den Zuschlagspreis ist ein aufgeld von 28% zu entrichten, in dem die umsatzsteuer ohne separaten ausweis enthalten ist (differenzbesteuerung) oder ein aufgeld von 23% auf den Zuschlag zzgl. der ust von z.Zt. 19% (regelbesteuerung), bei Büchern beträgt die umsatzsteuer 7% (regelbesteuerung).die im Katalog mit einem * gekennzeichneten Objekte unterliegen in jedem Fall der regelbesteuerung (aufgeld von 23% auf den Zuschlag zzgl. der ust von z.Zt. 19%). Bei den im Katalog mit einem ^ gekennzeichneten Objekten ist einfuhrumsatzsteuer angefallen. in diesen Fällen wird zusätzlich zu einem aufgeld von 25% (differenzbesteuerung) die verauslagte einfuhrumsatzsteuer in Höhe von z.Zt. 7% auf den Zuschlag erhoben. Für bundesdeutsche Kunsthändler und antiquare, die zum Vor steuerabzug berechtigt sind, kann die gesamt rech nung auf Wunsch, wie bisher nach der regelbesteuerung ausgestellt werden. Von der umsatzsteuer befreit sind ausfuhrlieferungen in drittländer (außerhalb der eu) und – bei angabe ihrer ust.-identifikations-nr. bei auftragserteilung als nachweis der Berechtigung zum Bezug steuerfreier innergemeinschaftlicher lieferungen – auch an unternehmen in anderen eu-Mitgliedsstaaten, unter der Voraussetzung, dass sie für gewerblichen gebrauch einkaufen. eine Korrektur nach rechnungsstellung ist nicht möglich. alle anderen Käufe aus eu-ländern unterliegen der umsatzsteuer. ausländischen Käufern außerhalb der europäischen union wird die umsatzsteuer erstattet, wenn binnen 4 Wochen nach der auktion der deutsche zollamtliche ausfuhrnachweis und der zollamtliche einfuhrnachweis des entsprechenden importlandes erbracht werden. Bei Versand durch uns gilt der ausfuhrnachweis als gegeben. Bei Online-live-geboten über externe internetplattformen erhöht sich das aufgeld um die dort anfallende transaktionsgebühr. Während oder unmittelbar nach der auktion ausgestellte rechnungen bedürfen einer besonderen nachprüfung und eventueller Berichtigung; irrtum vorbehalten. 9. die auslieferung der ersteigerten stücke erfolgt in unseren geschäftsräumen gegen Bezahlung. Kreditkarten (Mastercard, Visa, american express), schecks sowie andere unbare Zahlungen werden nur erfüllungshalber angenommen. Bankspesen/


transaktionsgebühren bzw. Kursverluste können zu lasten des Käufers gehen. die auf bewahrung erfolgt auf rechnung und gefahr des Käufers. der Versand wird gegen Vorabrechnung des rechnungsbetrages ausgeführt. die Versandspesen sowie die Kosten für Versicherung gegen Verlust und Beschädigung gehen zu lasten des Käufers. Übersteigen die tatsächlichen Versandkosten die vorab berechnete Pauschale, so wird die differenz dem Käufer nachträglich in rechnung gestellt. 10. Bei der ausfuhr von Kulturgütern aus dem gemeinschaftsgebiet der eg ist gem. der eg-Verordnung nr. 116/2009 abhängig von Kategorie und Wert des Objekts ggf. eine ausfuhrgenehmigung erforderlich. aus gründen des artenschutzes können Objekte aus bestimmten, geschützten Materialien (u.a. elfenbein, schildpatt, Perlmutt und einige Korallenarten) besonderen im- und exportbeschränkungen unterliegen. Zum Zwecke des exports (insbesondere außerhalb der europäischen union) kann hierfür eine spezielle ausfuhrgenehmigung gemäß der Verordnung (eg) nr. 338/97 erforderlich sein. entsprechende ausfuhrgenehmigungen können nur unter strengen Bedingungen erteilt und ggf. auch gar nicht erlangt werden, auch kann der import dieser gegenstände in manche staaten eingeschränkt oder untersagt sein. der Käufer ist selbst dafür verantwortlich, sich über etwaige im- und exportbeschränkungen zu informieren. export und import entsprechender Objekte erfolgen allein auf rechnung und gefahr des Käufers. 11. der Zuschlag verpflichtet zur abnahme. der Kaufpreis ist mit dem Zuschlag fällig. der Versteigerer ist berechtigt, falls nicht innerhalb von zwei Wochen nach der Versteigerung Zahlung geleistet ist, den durch den Zuschlag zustande gekommenen Kaufvertrag ohne weitere Fristsetzung zu annullieren, Verzugszinsen in banküblicher Höhe – mindestens jedoch 1 % auf den Bruttopreis je angebrochenen Monat – zu berechnen und von dem ersteigerer

wegen nichterfüllung schadenersatz zu verlangen. der schadenersatz kann in diesem Falle auch so berechnet werden, dass die sache in einer neuen auktion nochmals versteigert wird und der säumige Käufer für einen Mindererlös gegenüber der vorangegangenen Versteigerung einschließlich der gebühren des auktionshauses aufzukommen hat. Zu einem gebot wird er nicht zugelassen, auf einen etwaigen Mehrerlös hat er keinen anspruch. 12. erfüllungsort und gerichtsstand im vollkaufmännischen Verkehr ist Berlin. es gilt ausschließlich deutsches recht. das unabkommen über Verträge des internationalen Warenkaufs (Cisg) findet keine anwendung. 13. die im Katalog aufgeführten Preise sind schätzpreise, keine limite. 14. der nachverkauf ist teil der Versteigerung, bei der der interessent entweder telefonisch oder schriftlich (im sinne der Ziffern 5 und 6) den auftrag zur gebotsabgabe mit einem bestimmten Betrag erteilt. 15. die abgabe eines gebotes in jeglicher Form bedeutet die anerkennung dieser Versteigerungsbedingungen. der Versteigerer nimmt gebote nur aufgrund der vorstehenden Versteigerungsbedingungen entgegen und erteilt dementsprechend Zuschläge. Kommissionäre haften für die Käufe ihrer auftraggeber. 16. sollte eine der vorstehenden Bestimmungen ganz oder teilweise unwirksam sein, so bleibt die gültigkeit der übrigen davon unberührt. david Bassenge geschäftsführer stand: november 2018

eindeutig identifizierbare Werke mit einem schätzpreis von mind. 2500 euro werden vor der auktion mit dem art loss register abgeglichen.


COn di t iOns OF sa l e 1. the galerie gerda Bassenge Kg, subsequently called “the auctioneer” carries on business as commission-agent in its own name on behalf of its voluntary consignors. this auction sale is a public one in the sense of § 383 iii BgB. 2. the auctioneer reserves the right to combine, to split, to change or to withdraw lots before the actual final sale. 3. all objects put up for auction can be viewed and examined prior to the sale at the times made known in the catalogue. the items are used and sold as is. as long as not explicitly mentioned in the catalogue description, framing is not an inherent part of the offer. as a rule, the condition of the individual work is not given in the catalogue. Catalogue descriptions are made with as much care as possible, but the descriptions do not fall under the statutory paragraph for guaranteed legal characteristics. the same applies for individually requested condition reports. these also offer no legal guarantee and only represent the subjective assessment of the auctioneer while serving as a non-binding orientation. the liability for damage to life, body or health shall remain unaffected. in case of a justified claim, however, he will accept the responsibility to make a claim for restitution on behalf of the buyer against the consignor within a period of 12 months, running from the fall of the hammer. in the event of a successful claim the auctioneer will refund the hammerprice plus premium. 4. the highest bidder acknowledged by the auctioneer shall be deemed the buyer. in case of identical bids the buyer will be determined by drawing lots. in the event of a dispute the auctioneer has the absolute discretion to reoffer and resell the lot in dispute. He may also knock down lots conditionally. 5. in the case of a written bid the bidder commissions the auctioneer to place bids on his behalf during the auction. in cases where there is a discrepancy between number and title in a written bid the title shall prevail. 6. telephone and direct online bidding via the internet must be approved in advance by the auctioneer. the auctioneer cannot be held liable for faulty connections or transmission failure. in such a case the bidder agrees to bid the reserve price of the corresponding lot. For such bidding the regulations of long distance contracts do not apply (Fernabsatzverträge) [cf § 312d iV,5 BgB]. 7. On the fall of the auctioneer’s hammer title to the offered lot will pass to the acknowledged bidder. the successful buyer is obliged to accept and pay for the lot. Ownership only passes to the buyer when full payment has been received. the buyer, however, immediately assumes all risks when the goods are knocked down to him.

8. a premium of 28% of the hammer price will be levied in which the Vat is included (marginal tax scheme) or a premium of 23% of the hammer price plus the Vat of 19% of the invoice sum will be levied [books: 7%] (regular tax scheme). Buyers from countries of the european union are subject to german Vat. items marked with an * are subject to the regular tax scheme (premium of 23% of the hammer price plus the current Vat of 19%). items marked with an ^ are subject to import duty. in these cases in addition to a premium of 25% (marginal tax scheme), the charged import tax of currently 7% will be added to the hammer price. exempted from these rules are only dealers from eu-countries, who are entitled, under their notification of their Vat id-number, to buy on the basis of Vat-free delivery within the european union. notification of Vat id-numbers must be given to the auctioneer before the sale. For buyers from non eu-countries a premium of 23% will be levied. Vat will be exempted or refunded on production of evidence of exportation within 4 weeks of the auction, or, if appropriate, importation to another country. this is taken as given when the dispatch is effected by us. live bidding through external online platforms entails a transaction fee stipulated by the platform and will be added to the premium. due to the work overload of the accounting department during auctions, invoices generated during or directly after an auction require careful revision and possible correction; errors excepted. 9. auction lots will, without exception, only be handed over after payment has been made. Credit cards (Visa, Mastercard, american express), checks and any other form of non-cash payment are accepted only on account of performance. exchange rate risk and bank charges may be applicable. storage and dispatch are at the expense and risk of the buyer. if the shipping costs exceed the lump sum on the invoice the outstanding amount will be billed separately. 10. according to regulation (eC) no. 116/2009, an export license is necessary when exporting cultural goods out of european Community territory, depending on the type or value of the object in question. For the purposes of wildlife conservation, it is necessary to obtain an export license according to regulation (eC) no. 338/97 when exporting objects made from certain protected materials (incl. ivory, tortoiseshell, mother-of-pearl and certain corals) out of the territory of the european Community. export licenses for objects made of protected materials are only granted under strict conditions or may not be granted at all. the import of such objects may be restricted or prohibited by certain countries. it is the buyer’s responsibility to inform himself, whether an object is subject to such restrictions. export and import of such objects are at the expense and risk of the buyer.


11. the buyer is liable for acceptance of the goods and for payment. the purchase price shall be due for payment upon the lot being knocked down to the buyer. in case of a delayed payment (two weeks after the sale) the purchaser will be held responsible for all resultant damages, in particular interest and exchange losses. in case of payment default the auctioneer will charge interest on the outstanding amount at a rate of 1% to the gross price per month or part of month. in such an event the auctioneer reserves the right to annul the purchase contract without further notice, and to claim damages from the buyer for non-fulfilment, accordingly he can reauction the goods at the buyer’s expense. in this case the buyer is liable for any loss incurred, the buyer shall have no claim if a higher price has been achieved. He will not be permitted to bid. 12. the place of fulfillment and jurisdiction is Berlin. german law applies exclusively; the un-treaty (Cisg) is explicitly excluded. 13. the prices quoted after each lot are estimates, not reserves.

14. the after-sales is part of the auction in which the bidder places either by telephone or in written form (as stated in number 5 and 6) the order to bid a set amount. 15. By making a bid, either verbally in the auction, by telephone, written by letter, by fax, or through the internet the bidder confirms that he has taken notice of these terms of sale by auction and accepts them. agents who act on behalf of a third party are jointly and separately liable for the fulfillment of contract on behalf of their principals. 16. should one or the other of the above terms of sale become wholly or partly ineffective, the validity of the remainder is not affected. in the event of a dispute the german version of the above conditions of sale is valid. david Bassenge as of november 2018


B au h au s I I p or t fol io Various photographers. 1921 - 1933/printed 1984. 10 gelatin silver prints.

p h o t o g r a p h y a u c t i o n d e c e m b e r 5 , 2018 gallery & previews | Rankestr. 24, 10789 Berlin auctions | Erdener StraĂ&#x;e 5a, 14193 Berlin

photoauktionen gbr


BASSENGE

Johann Anton Ramboux. Doppelportrait der Brüder Eberhard. Lithographie auf Velin. 1822.

Druckgraphik des 15. – 19. Jahrhunderts 28. November 2018

GA L E R I E BA S S E N G E  ·   E R DE N E R S T R A S S E 5A  ·  14193 BE R L I N Telefon: (030) 893 80 29-0 · Fax: (030) 891 80 25 · E-Mail: art@bassenge.com  ·  Kataloge online: www.bassenge.com


© G. Lorin, La Vanité du Pouvoir, 2018

Gilles Lorin Platinum Prints

26.09. – 21.12.2018 Montag bis Freitag von 10 bis 16 Uhr und nach Vereinbarung Kunsthandel Jörg Maaß Rankestraße 24 | 10789 Berlin T +49 30 211 54 61 | F +49 30 218 11 97 kontakt@kunsthandel-maass.de | www.kunsthandel-maass.de


Sonnenstein – 2013 – Sandstein

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Lapidarium Ausgewählte Werke einer Berliner Privatsammlung Spiegel einer 30jährigen Sammelleidenschaft Ausstellung vom 24. Januar bis 1. Februar 2019 Eröffnung: 23. Januar 2019 ab 19 Uhr

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In den Räumen der Galerie Bassenge Abteilung Moderne Kunst Rankestr. 24, 10789 Berlin Öffnungszeiten: Mo. – Sa., 10 –18 Uhr, sowie nach Vereinbarung

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E XP ERTEN | SPECIAL IST S Geschäftsführung | Management David Bassenge +49 (0)30-893 80 29-17 david@bassenge.com Kunstabteilung | Art Department Leitung 15. bis 19. Jahrhundert Dr. Ruth Baljöhr +49 (0)30-893 80 29-22 Head of Department 15th to 19th Century r.baljoehr@bassenge.com Graphik und Handzeichnungen des David Bassenge +49 (0)30-893 80 29-17 15.–19. Jahrhunderts, Gemälde david@bassenge.com Prints and Drawings 15th to 19th Century, Paintings Lea Kellhuber +49 (0)30-893 80 29-20 l.kellhuber@bassenge.com Nadine Keul +49 (0)30-893 80 29-21 n.keul@bassenge.com Harald Weinhold +49 (0)30-893 80 29-13 h.weinhold@bassenge.com Leitung Moderne und Zeitgenössische Kunst Klaus Spermann +49 (0)30-88 91 07 91 Head of Department 20th Century and Contemporary Art k.spermann@bassenge.com Simone Herrmann +49 (0)30-88 91 07 93 s.herrmann@bassenge.com Sandra Espig +49 (0)30-88 91 07-90 s.espig@bassenge.com Gabriella Rochberg +49 (0)30-88 91 07 91 g.rochberg@bassenge.com Berater | Consultant Jörg Maaß +49 (0)170 - 486 90 64 j.maass@bassenge.com Photographie | Photography Leitung | Head of Department Jennifer Augustyniak +49 (0)30-21 99 72 77 jennifer@bassenge.com Elmar F. Heddergott +49 (0)30-21 99 72 77 e.heddergott@bassenge.com Buchabteilung, Autographen | Books, Autographs Leitung | Head of Department Dr. Markus Brandis +49 (0)30-893 80 29-27 m.brandis@bassenge.com Harald Damaschke +49 (0)30-893 80 29-24 h.damaschke@bassenge.com Dr. Cosima Kristahn +49 (0)30-893 80 29-48 c.kristahn@bassenge.com Stephan Schurr +49 (0)30-893 80 29-15 s.schurr@bassenge.com Autographen | Autographs Dr. Rainer Theobald +49 (0)30-4 06 17 42 r.theobald@bassenge.com Logistik Management | Logistics Ralph Schulz +49 (0)30-893 80 29-16 r.schulz@bassenge.com Sekretariat | Office Anja Breitenbach +49 (0)30-893 80 29-12 a.breitenbach@bassenge.com Ellen Rusczyk +49 (0)30-893 80 29-33 e.rusczyk@bassenge.com Repräsentanzen | Representatives Rheinland Dr. Mayme Francis Neher +49 (0)175 - 204 63 23 info@mayme-neher.de Dänemark Peter Titelbech + 45 (0)2383 - 2448 p.titelbech@bassenge.com Italien Dr. Chiara Erika Marzi + 39 333 9924 868 c.marzi@bassenge.com


Bassenge Kunstauktion 112: Sonderkatalog Lovis Corinth - Arbeiten auf Papier  
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