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im Portrait

imPULS Tanz.Bewegung.Emotionen. Musik an – und tanz! Das geht auch mitten in der Stadt, wie Straßenkünstler regelmäßig unter Beweis stellen. Ende Juni bot sich den Besuchern des Aalener Wochenmarktes die Gelegenheit zur spontanen Tanzeinlage: Ballettschülerinnen der Musikschule Aalen studierten unter Anleitung des italienischen Choreografen Gaetano Posterino eine einfache Schrittfolge ein und starteten einen Dance Flashmob zur Marktzeit. Es durfte zugeschaut werden – mitmachen war aber noch viel lieber gesehen. Warum? Weil in Aalen die neue Veranstaltungsreihe „imPULS“ startet, die den Tanz als darstellende Kunst in den Fokus rückt. Da passt es ganz wunderbar, dass als kleiner Vorgeschmack Musik und Bewegung auf die Straße gebracht, ja die Stadt selbst zur Tanzfläche wurde! Ein schöner Auftakt in eine Zukunft voller Tanz, Bewegung und Emotionen.

Eine neue Facette Kultur Wie der Name bereits erahnen lässt, möchte die Reihe Impulse geben! Ziel ist es, die regionale Tanzszene aus Vereinen, Tanzschulen, freien Gruppen und Tänzern zu vernetzen. Die Region soll um die Facette des zeitgenössischen Tanzes in all seinen Ausprägungen bereichert werden. Unterstützung erhält „imPULS“ durch Tanzland, einer Initiative der Kulturstiftung des Bundes in der Projektträgerschaft des Dachver-

eihe im R e u e N der Rahmen ochen w r u t l u K A ale n

band Deutschland e.V. Mit dieser finanziellen Förderung konnte eine Kooperation mit der Tanzcompagnie des Choreografen Gaetano Posterino auf die Beine gestellt werden. „Die Förderung läuft insgesamt zwei Jahre und während dieser Zeit wird die Compagnie mehrere Gastspiele in Aalen geben“, beschreibt Uta Singer, stellvertretende Kulturamtsleiterin, das Konzept. Und nicht nur das! Workshops, Tanzfilme und Vorträge machen die „imPULS“-Reihe komplett, sorgen für Mitmach-Angebote und fördern den lebhaften Diskurs über eine darstellende Kunst, die als Innovationsmotor gilt.

Spartenübergreifendes Programm Eingerahmt werden die ersten Programmpunkte der Reihe – zwei Gastspiele im Oktober – von einer zweiten Reihe, die dieses Jahr ebenfalls Premiere feiert: die Aalener Kulturwochen. „Es ist schon mal ein Kunstwerk für sich, dass das geklappt hat“, schmunzelt Oberbürgermeister Thilo Rentschler, während er bei einer Pressekonferenz Ende Juni das schwarz-glänzende Programmheft durchblättert. Er meint: „Dass es geklappt hat, alle Kulturschaffenden der Stadt aufeinander loszulassen. Sie alle an einen Tisch zu bringen!“ Ab Ende September

steht in Aalen deshalb einmal mehr die Kultur im Mittelpunkt – und zwar spartenübergreifend, sprich es wird Theater, Musik, Kunst und eben auch Tanz geboten. Bei der Programmgestaltung konnte auf bereits bestehende, feste Konstanten der Aalener Kulturszene gesetzt werden. Neu ist vor allem die Tatsache, dass die unterschiedlichen Akteure miteinander kooperierten; sich in einer noch nie da gewesenen Form vernetzen. Die „imPULS“-Reihe macht das Kulturangebot nun noch ein Stück vielfältiger, reicher, sinnlicher. „Ich freue mich jedenfalls, dass wir einen kulturellen Bogen von der Theatersaison-Eröffnung im September bis zum Aalener Jazzfest im November spannen können und bin meinerseits gespannt auf die Reaktionen auf die ersten Kulturwochen“, fasst der Oberbürgermeister zusammen.


imPULS

Nachgefragt bei Gaetano Posterino Künstlerischer Leiter und Choreograf der Posterino Dance Company XAVER: Aalen ist mit Blick auf Tanz, vor allem zeitgenössischen Tanz, ein relativ unbeschriebenes Blatt. Was bedeutet das für Sie und Ihre Compagnie? Gaetano Posterino: Ich muss sagen, dass ich die Kooperation von Anfang an sehr interessant und spannend fand. Impulsgeber zu sein für die Stadt und die Region ist eine schöne Aufgabe! Wir schlagen gemeinsam ein neues Kapitel auf, bauen etwas auf – und hinterlassen am Ende hoffentlich unsere Spuren. Natürlich kann nicht vorausgesagt werden, ob und wie das Angebot angenommen wird. Wie es ankommt. Wie die

Programm: 10.10. um 20.00 Uhr, Kino am Kocher Pina (2D) Pina Bauschs innovatives Tanztheater von Wim Wenders auf die Kinoleinwand gebracht. Eintritt: 7,-- € Info: www.kino-am-kocher.de

Leute reagieren. Das ist das Risiko, das man bei jedem neuen Projekt eingeht … X: Was fasziniert Sie persönlich am Tanzen? Am Choreografieren? GP: Tanzen ermöglicht es mir zu kommunizieren. Als Tänzer auf der Bühne mit meinem Körper – durch Bewegung, Mimik, Gestik. Aber noch viel mehr als Choreograf! Deswegen habe ich parallel zu meiner aktiven Tänzerkarriere immer schon Choreografien entwickelt. Dieses ausgeprägte Bedürfnis zu kommunizieren steckte irgendwie schon immer in mir drin, weshalb ich dann auch diesen Weg eingeschlagen habe. Tanzen verbindet einfach Menschen – mich mit meinen Tänzern, meine Tänzer mit dem Publikum. Das finde ich toll! X: Wie würden Sie Ihren choreografischen Stil beschreiben? GP: Eine passende Überschrift für einen Artikel über dieses Thema wäre wohl: Vom Spitzenschuh bis barfuß. Das trifft es ganz gut! Heißt: In meinen Choreografien finden sich sehr wohl klassische Elemente des Balletts, die ich aber

12.10. um 19.00 Uhr, Stadthalle Podiumsgespräch: Theater trifft Oper trifft Tanz Drei Sparten der darstellenden Künste im öffentlichen Diskurs mit Kay Metzger, Intendant des Theaters Ulm, Tonio Kleinknecht, Intendant des Theaters der Stadt Aalen und Gaetano Posterino, Künstlerischer Leiter der Posterino Dance Company.*

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defragmentiere und mit zeitgenössischen, modernen Komponenten verwebe. Neoklassisches Tanztheater könnte man das nennen, was ich auf die Bühne bringe. Ansonsten ist mir Abwechslungsreichtum besonders wichtig – ich hasse es, mich zu wiederholen. Ich liebe es, bei der Arbeit ganz im Moment zu sein; lasse mich oft auch von meinen Tänzern inspirieren. X: Bekannt sind aktuell lediglich die Termine, die im Rahmen der Kulturwochen Aalen stattfinden werden. Die Kooperation läuft aber noch länger. Gibt es denn schon weitere Pläne? GP: Na klar – das gesamte Programm steht bereits und ich kann schon jetzt ankündigen, dass es nächstes Jahr zwei neue Stücke geben wird, die in Aalen Premiere feiern. Da bin ich schon sehr gespannt! Zuerst liegt jetzt aber der Fokus auf dem Gastspiel im Oktober und ich freue mich, gemeinsam mit meinem internationalen Ensemble richtig gute Qualität auf die Bühne der Aalener Stadthalle zu bringen.

12./13.10. jeweils um 20.00 Uhr, Stadthalle Through My Eyes/ Love Me If You Can! Werke von Gaetano Posterino – über die Verbindung von Bewegung, Mimik und Gestik und einer Frau, die Liebe, Hass und Leidenschaft durchlebt, um ihre eigene Identität und ihren eigenen Weg zu finden.*

*Tickets im Vorverkauf erhältlich auf www.reservix.de, per E-Mail an tourist-info@aalen.de oder per Tel.: 07361/52 2359

16.10. um 19.00 Uhr, Torhaus VHS-Vortrag: Kurt Jooss und „Der grüne Tisch“ Vortrag von Thomas Thorausch über einen der großen Söhne der Stadt: Geboren in Wasseralfingen, mauserte sich Kurt Jooss zu einem der berühmtesten Choreografen der Welt, der das deutsche Tanztheater maßgeblich beeinflusste.

www.aalen.de


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