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AUSGABE

Vernetzen

Forschen

Weiterdenken

ZUKUNFT

Nachhaltigkeitsbericht 2014/15 Vernetzen, Forschen, Weiterdenken


INHALT

2

EINFÜHRUNG

2 Inhalt 2 Vorwort Vorstandsmitglieder Statements der Vorstände zur Nachhaltigkeit Über den Bericht (Berichtsparameter)

7 8 10

Forschungszentrum Jülich | Nachhaltigkeitsbericht 2014/2015


INHALT

PROFIL UND PROZESSLENKUNG

FORSCHUNG

12

28

Leitbild 14

Das Forschungsprofil des Forschungszentrums Jülich

30

Klimawandel verstehen, Energiewende vorantreiben

30

Bioökonomie: Von fossilen zu nachwachsenden Ressourcen

34

Gesundheitsforschung: Das Gehirn verstehen

37

Supercomputer und neue Materialien

39

Organisationsprofil 14 Organe und Gremien

15

Institute, Organisationseinheiten

15

Organisationsaufbau 15

Helmholtz-Gemeinschaft – Nachhaltigkeit gemeinsam gestalten 16

3

Forschen für die Nachhaltigkeit – nachhaltig forschen

16

Technologie- und Wissenstransfer 42

Verantwortung als Unternehmen

18

Vernetzung und Kooperationen 44

Public Corporate Governance Kodex

18

Qualitätsmanagement

18

Energieaudit/Umweltmanagement 19 Ethik/gute wissenschaftliche Praxis

20

Antikorruption 20 Risikomanagementsystem 20 Wissens- und Ideenmanagement

20

Personalstrategie und -management

21

Dialogprozesse 21 Interne Stakeholder

22

Externe Stakeholder

23

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Regional 44 National 45 International 46 Industrie-Kooperationen 49


INHALT

4

ÖKONOMISCHE VERANTWORTUNG

ÖKOLOGISCHE VERANTWORTUNG

50

66

Ausgaben für die Forschung

52

Gewinn-und-Verlust-Rechnung 53 Forschungsförderung

53

Betriebsaufwendungen und Investitionen

56

Ökonomische Reichweite des Forschungszentrums Jülich

61

Forschung ist unser Produkt – Technologietransfer 61 Forschungspräsentation als Grundlage von Kooperationen und Drittmittelakquise

Der Campus der Zukunft

Ressourcenverbrauch und Ressourcenumgang auf dem Campus-Gelände 70 Energie- und Wärmeverbrauch

71

Wassernutzung am Forschungszentrum Jülich

76

Ressourcenschonung durch einen umweltbewussten Materialeinsatz

77

Emissionen und Abfall 64

68

79

CO2-Emissionen 80 Abfallentsorgung und Recycling

Mobilität am Forschungszentrum Jülich

81

83

Dienstreisen 85 Zentrumseigener Fuhrpark

85

Bessere Anbindung an den öffentlichen Personennahverkehr

86

Fahrradfreundlicher Campus

86

Spitzenforschung im Grünen

87

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INHALT

SOZIALE VERANTWORTUNG

ANHANG

88

108

Attraktive Arbeitsbedingungen für die erfolgreiche Spitzenforschung

90

Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter 90 Personalmarketing 92 Vereinbarkeit von Familie und Beruf 92 Arbeitsmodelle 93 Nachwuchsförderung 94 Weiterbildung 102

Vielfalt und Chancengleichheit als Grundlage für den Erfolg

103

Teilhabe als wichtiges Instrument des nachhaltigen Wandels

104

ZukunftsCampus-Arena: Campus-Entwicklung mit Teilhabe Mitbestimmungsmöglichkeiten Mitarbeiterbefragungen

Sichere Arbeitsplätze für gesunde Mitarbeiter

104 105 105

106

Anlagensicherheit 106 Arbeitssicherheit 107 Gesundheitsschutz 107 Vorfälle 107

Wissenschaftliche Grundsätze und rechtliche Rahmenbedingungen 107 Sicherung guter wissenschaftlicher Praxis Einhaltung von Gesetzen und interne Regelungen

107 107

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Tabellen und Abbildungen Organe und Gremien

5

110 110

Organigramm 111 Forschungsinfrastrukturen 112 Institutionelle Mitgliedschaften

116

Preise und Auszeichnungen

118

Stakeholdergruppen 120 Berufungen 121 Altersstrukturaufbau 121 Gewinn-und-Verlust-Rechnung 122 Erlöse 2015

123

Vorfälle mit Gefahrenstoffen

124

Entsorgte Abfälle

126

Abkürzungsverzeichnis 127 GRI-Indikatoren (Index) 128 Dankeschön 136 Impressum 139


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Forschungszentrum JĂźlich | Nachhaltigkeitsbericht 2014/2015


VORWORT

Vorwort

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Zwei Jahre sind eine lange Zeit, zumindest hier bei uns am Forschungszentrum Jülich. Neue Kolleginnen und Kollegen kommen, andere verabschieden sich in den wohlverdienten Ruhestand, unzählige Forschungsergebnisse werden präsentiert, hinzu kommen Reisen, Vorträge, Symposien sowie Führungen, und neue Kooperationen, national wie international, werden geknüpft. Auch im Bereich der nachhaltigen Entwicklung hat sich einiges getan. In Jülich fühlen wir uns unserer gesellschaftlichen Verantwortung verpflichtet; nicht nur beim Forschen, sondern auch als Arbeitgeber, Ansprechpartner und Institution in der Region. Dazu gehört, bewusst und schonend mit all unseren Ressourcen umzugehen und mit dem Kern unserer Arbeit – der Forschung – Lösungen für die Welt von morgen zu entwickeln. Die Stabsstelle ZukunftsCampus initiiert und bündelt viele Aktivitäten in Richtung einer nachhaltigen Entwicklung unseres Forschungszentrums durch eine integrative partizipative Vorgehensweise. Eine Wertschätzung der geleisteten Arbeit zur Zukunftsfähigkeit und Nachhaltigkeit stellt dieser Fortschrittsbericht dar, der sich wie sein Vorgänger an den Richtlinien der Global Reporting Initiative (GRI) orientiert. Er hat weiterhin den Anspruch, Aspekte der vor Kurzem vorgestellten Handreichung „Nachhaltigkeitsmanagement in außeruniversitären Forschungsorganisationen in Deutschland“ (LeNa) zu berücksichtigen. Vor allem sollen aber alle Partner, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie Entscheidungsträger die Fortentwicklung des Forschungszentrums begleiten können. Dieser Bericht gibt einen Einblick in die ökonomischen, ökologischen und sozialen Leistungen des Forschungszentrums Jülich und macht diese vergleichbar und kontrollierbar über die Berichtperioden hinweg. So lässt sich Erreichtes immer wieder überprüfen, und neue Ziele können gesteckt werden.

Wir wünschen Ihnen viel Spaß bei der Lektüre. Der Vorstand

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VORWORT

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Prof. Dr.-Ing. Wolfgang Marquardt (Vorstandsvorsitzender)

Prof. Dr. Sebastian M. Schmidt (Mitglied des Vorstands)

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„Mit der Verabschiedung der Sustainable Development Goals (SDGs) durch die Vereinten Nationen, die konkrete Umwelt- und Entwicklungsziele für die Weltgemeinschaft bis 2030 formulieren, ist auch die Wissenschaft gefordert, ihren Beitrag zur Umsetzung dieser Ziele zu leisten. Klimawandel, Ressourcenknappheit, demografischer Wandel, Biodiversitätsverlust, unzureichender Zugang zu sauberem Trinkwasser und gesunder Ernährung sowie Bildung – dies sind aktuell grundlegende Herausforderungen, denen wir uns stellen müssen. Der Erkenntnisgewinn durch die Wissenschaft stellt die Triebfeder dar für weitreichende innovative und nachhaltige Lösungsansätze, die auf interdisziplinärer, nationaler und internationaler Vernetzung beruhen. Gleichzeitig sehe ich die Notwendigkeit, einen ständigen, möglichst struk­ turierten Diskurs über Werte und Prozesse im Wissenschaftssystem zu führen. Gute wissenschaftliche Praxis, Transparenz und eine verantwortungsvolle Wissenschaftskommunikation sind wesentliche Voraussetzungen, um ein hohes Maß an Legitimation der Wissenschaft durch die Gesellschaft zu erhalten. Nur dann kann es gelingen, das hohe Gut der durch den Grundsatz der Wissenschaftsfreiheit gesicherten unabhängigen Forschung und Lehre zu bewahren. Der vorliegende zweite Nachhaltigkeitsbericht des Forschungszentrums Jülich ist ein Beitrag, die wissenschaftlichen Fortschritte der Berichtsjahre 2014 und 2015 mit ökologischen, ökonomischen und sozialen Entwicklungen zu verbinden. Damit stellen wir unsere Arbeit in den Kontext gesellschaftlicher Verantwortung.“

„Geht es um das Thema Nachhaltigkeit, denken die meisten wohl zuerst an ökologische Maßnahmen und Ressourceneffizienz. Aber im Sinne einer wirklich ganzheitlich-nachhaltigen Entwicklung der Gesellschaft muss dieser Blick auf viele weitere Forschungsfelder erweitert werden, beispielsweise die Medizin. Eine alternde Bevölkerung stellt uns vor neue Herausforderungen. Hier in Jülich arbeiten wir kontinuierlich daran, Krankheiten wie Alzheimer und das neuronale System des Menschen allgemein besser zu verstehen. Dabei hilft uns vor allem die ausgezeichnete IT-Infrastruktur, nicht nur mit dem Großrechner JUQUEEN des Jülich Supercomputing Centre (JSC). Diese ermöglicht allen Forschungsabteilungen in Jülich eine bessere wissenschaftliche Arbeit; so werden Simulationen immer häufiger eingesetzt, um beispielsweise Auswirkungen des Klimawandels abschätzen zu können oder das Verhalten bestimmter Materialien zu modellieren. Diese interdisziplinäre Arbeit der Institute in Jülich ist Vorbild für Kolleginnen und Kollegen weltweit.“

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VORWORT

„Das Forschungszentrum Jülich sieht sich nicht nur in der Verantwortung, für mehr Nachhaltigkeit zu forschen, sondern diese Forschung auch nach­ haltig zu gestalten. Dazu zählen ökologische und ökonomische Aspekte ebenso wie das wichtigste Kapital des Forschungszentrums: die Mitarbeiter­ innen und Mitarbeiter. Das Forschungszentrum engagiert sich nicht nur für seine derzeitigen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, sondern auch für solche, die es werden wollen und könnten. Allerlei Aktionen an Schulen und auf dem Jülicher Campus, Kooperationen mit Universitäten oder Messe­ auftritte stärken nicht nur unser Profil, sie fördern auch das Interesse für Forschung, Naturwissenschaften und die sogenannten MINT-Fächer im Allge­ meinen. Mit Förder- und Promotionsprogrammen, Weiterbildungen sowie Unterstützung bei Ausgründungen, Patentanträgen und Veröffentlichungen in der Fachliteratur sorgt das Forschungszentrum dafür, dass die Wissen­ schaftlerinnen und Wissenschaftler ein hervorragendes und professionell ansprechendes Arbeitsumfeld genießen. Denn nachhaltige und qualitativ erstklassige Forschung braucht eine ebenso nachhaltige und langfristig erfolgreiche Institution, wie das Forschungszentrum Jülich, die diese For­ schung ermöglicht.“

„Nachhaltigkeit ist eine globale Notwendigkeit und Herausforderung. Sie muss auf allen Ebenen umgesetzt und gelebt werden. Im Forschungszentrum Jülich stehen wir in einer besonderen Verantwortung, dazu beizutragen, diese Her­ ausforderungen zu meistern, sowohl im Hinblick auf unsere Forschungsthe­ men als auch in Bezug auf den Betrieb unseres Zentrums. In den letzten Jahren haben wir mit den Forschungsarbeiten im Institut für Energie- und Klimaforschung sowie im Institut für Bio- und Geowissenschaften einige wichtige Schritte gemacht. Wir konnten mit Beiträgen in der Geo- und Atmo­ sphärenforschung helfen, das Klima und die Folgen des Klimawandels besser zu verstehen, und haben zahlreiche wegweisende technische Innovationen in der Materialforschung für erneuerbare Energien erzielt. Das Zukunftsthema Bioökonomie zeigt zudem, wie wir in vielen Bereichen schon heute nicht mehr auf fossile Rohstoffe angewiesen sind und wie wir verstärkt biologische Produkte und Prozesse nutzen können. Über diese beispielhaften Forschungs­ aktivitäten hinaus leistet das Forschungszentrum auf der Ebene des Betriebs der Infrastrukturen einen wichtigen Beitrag. Durch die Weiterentwicklung des Jülicher Campus wird ein schonender und nachhaltiger Betrieb angestrebt. Zudem bietet unser Zentrum die einmalige Gelegenheit, den Forschungscam­ pus als Energiesystem unter Einbeziehung des Nutzerverhaltens der Mitar­ beiter zu entwickeln. Durch unsere Arbeit hier im Forschungszentrum Jülich können wir einen wichtigen Beitrag zu einer nachhaltigen Welt leisten.“

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Karsten Beneke (Stellvertretender Vorstandsvor­sitzender)

Prof. Dr.-Ing. Harald Bolt (Mitglied des Vorstands)

G4-1


VORWORT

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Die Agenda 2030 für nachhaltige Ent­ wicklung wird nur Realität, wenn Akteur­ innen und Akteure aus verschie­denen Themen­feldern und gesellschaft­lichen Gruppen jetzt beginnen, zusammenzuar­ beiten. Das Team der Stabsstelle Zukunfts­ Campus unterstützt diesen Prozess.

Claudia Spangenberg

Dr. Peter Burauel

Dr. Regina Eich-Brod

Sekretärin

Leiter

Wiss. Mitarbeiterin

M. Sc. Lea Eggemann

Dr. Ellen Clare Kammula

Wiss. Mitarbeiterin

Wiss. Referentin

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VORWORT

Berichtsparameter

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Der vorliegende Text ist der zweite Nachhaltigkeitsbericht der Forschungszentrum Jülich GmbH in Übereinstimmung mit der Kern-Option der Global Reporting Initiative (GRI). Wir haben uns dazu entschieden, unseren ersten Nachhaltigkeitsbericht, der die Jahre 2012 und 2013 behandelte, nun fortzuschreiben und berichten jetzt über die Jahre 2014 und 2015, wobei der überwiegende Teil der Daten und Zahlen in den einzelnen Berichtsabschnitten zum Stichtag 31.12.2015 erfasst wurde. Das Ziel dieses Berichts ist es, den Gesellschaftern des Forschungszentrums Jülich sowie Partnern, Mit­ arbeiterinnen und Mitarbeitern sowie der Öffentlichkeit einen Einblick in die Art und Weise zu geben, wie im Forschungszentrum Jülich gearbeitet wird und Werte gelebt werden. Die generelle Berichtsgrenze umfasst alle Organisationseinheiten, die auf dem Campus-Gelände in Jülich arbeiten. Außenstellen an anderen Standorten werden nur am Rande betrachtet. Die Erstellung des Berichts orientierte sich an der Leitlinie der Global Reporting Initiative (GRI), Version G4. Dabei gilt es zu beachten, dass es noch keine forschungsspezifischen Ergänzungen beziehungsweise Interpretationen der GRI-Leitlinien gibt. Das Forschungszentrum Jülich als Teil der HGF arbeitet deshalb zusammen mit den anderen Helmholtz-Zentren und weiteren außeruniversitären Forschungseinrichtungen daran, verbindliche Rahmenbedingungen für die Erstellung von Nachhaltigkeitsberichten im Forschungskontext zu entwickeln. Neu sind bei der Version G4 vor allem die Ermittlung von wesentlichen Aspekten der Einrichtungen und die Einbindung der Stakeholder. Diese Themen wurden unter anderem durch den Strategieprozess des Forschungszentrums ermittelt, der 2015 begann und aktuell noch nicht abgeschlossen ist. Im Anhang dieses Berichts befindet sich eine Tabelle mit für das Forschungszentrum wichtigen Stakeholdergruppen. Der Bericht umfasst die wesentlichen Kernpunkte aus den Bereichen Forschen, Arbeitsbedingungen sowie Bauen und Betreiben der Infrastruktur auf dem Campus Jülich. Er gliedert sich deshalb in die Bereiche Profil und Prozesslenkung, Forschung sowie ökonomische, ökologische und soziale Verantwortung. Die Daten zu Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern wurden durch den Geschäftsbereich Personal erhoben. Die ökologischen Kennzahlen wie der CO2-Ausstoß stammen aus den zentrumsinternen Energieberichten, die jährlich erscheinen. Die geprüften ökonomischen Zahlen sind dem Zentrumfortschrittsbericht entnommen. Bei der Erstellung des Nachhaltigkeitsberichts wurde insbesondere auf eine ausgewogene Darstellung der wesentlichen positiven und negativen Aspekte der Nachhaltigkeitsleistung des Forschungszentrums Jülich geachtet. Der Bericht soll Aktivitäten im Bereich Nachhaltigkeit überprüfbar und vergleichbar machen. Basis für diese Überprüf- und Vergleichbarkeit ist eine qualitative und quantitative Genauigkeit bei Fakten und Zahlen sowie eine Klarheit bei den Formulierungen, um die man sich bei der Arbeit an diesem Bericht besonders bemüht hat. Im Text wird gelegentlich auf den ersten Nachhaltigkeitsbericht des Forschungszentrums Jülich für den Berichtszeitraum 2012/2013 verwiesen. Dieser Bericht ist auf der Website des Forschungszentrums einsehbar.

www.fz-juelich.de/ SharedDocs/Meldungen/ PORTAL/DE/2014/ 14-07-01nachhaltigkeits bericht.html

Der Nachhaltigkeitsbericht erscheint in einem zweijährigen Rhythmus. Ansprechpartner zu allen Fragen rund um den Nachhaltigkeitsbericht ist die Stabsstelle ZukunftsCampus.

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G4-3, G4-17, G4-18, G4-28, G4-30, G4-32


PROFIL

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PROFIL

Das Forschungszentrum Jülich steht als Forschungseinrichtung im Dienste der Gesellschaft. Dazu gehört, das Prinzip der Nachhaltigkeit sowohl innerhalb der Forschung als auch in der Unternehmens­ führung anzuerkennen und umzusetzen. Das Forschungszentrum Jülich ist als Teil der Helmholtz-Gemeinschaft (HGF) in eine Gesamtstrategie eingebunden, die fortlaufend drängende Fragen der Gesellschaft, Wissenschaft und Wirtschaft zum Inhalt hat. Die Strategie innerhalb der Einrichtung orientiert sich an Richtlinien und Erkennt­ nissen zur verantwortungsvollen Unternehmensführung, denen sich auch der Vorstand des Forschungszentrums verpflichtet hat. Die zentralen Ziele und Prinzipien auf dem Jülicher Campus lauten daher: Forschen für Nachhaltigkeit, Forschen mit Nachhaltigkeit sowie nachhal­tiges und damit ressourcen­effizientes Forschen.

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PROFIL

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Leitbild Organisationsprofil

Dialogprozesse

Verantwortung als Unterneh

men

Helmholtz-Gemeinschaft – Nac hhaltigkeit gemeinsam gestalt en

Forschen für die Nach

haltigkeit – nachhaltig

forschen

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PROFIL

Profil und Prozesslenkung Das Forschungszentrum Jülich steht als Forschungseinrichtung im Dienste der Gesellschaft. Dazu gehört, das Prinzip der Nachhaltigkeit sowohl innerhalb der Forschung als auch in der Unternehmensführung anzuerkennen und umzusetzen. Das Forschungszentrum Jülich ist als Teil der Helmholtz-Gemeinschaft (HGF) in eine Gesamtstrategie eingebunden, die fortlaufend drängende Fragen der Gesellschaft, Wissenschaft und Wirtschaft zum Inhalt hat. Die Strategie innerhalb der Einrichtung orientiert sich an Richtlinien und Erkenntnissen zur verantwortungsvollen Unternehmensführung, denen sich auch der Vorstand des Forschungszentrums verpflichtet hat. Die zentralen Ziele und Prinzipien auf dem Jülicher Campus lauten daher: Forschen für Nachhaltigkeit, Forschen mit Nachhaltigkeit sowie nachhaltiges und damit ressourcen­ effizientes Forschen.

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Leitbild Als Grundlage allen Handelns hat sich das Forschungszentrum Jülich ein Leitbild gegeben, dass nicht nur die wissenschaftlichen Arbeitsgebiete definiert, sondern zusätzlich eine interdisziplinäre und vernetzte Arbeitsweise sowie einen hohen Qualitätsanspruch und den zentralen Stellenwert der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter festlegt. Wir forschen an umfassenden Lösungen für die großen gesellschaftlichen Herausforderungen der Zukunft in den drei Bereichen Gesundheit, Energie und Umwelt sowie Informationstechnologie und schaffen hierzu Grundlagen für zukünftige Schlüsseltechnologien. Wir geben Impulse und sind Partner im Wertschöpfungsprozess „Forschung“ von der Grundlagen­ forschung bis zur Innovation. Wir bündeln unsere Kräfte programmatisch und gehen neue Wege in strategischen Partnerschaften mit Hochschulen, Forschungseinrichtungen und der Industrie. Wir wollen mit unseren Forschungsergebnissen, dem Betrieb und der Nutzung komplexer Infrastruk­ turen sowie unseren Managementleistungen nachweisbar zu den Besten der Welt gehören. Wir schätzen die Kreativität und Motivation unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter als höchstes Gut unseres Forschungszentrums, bieten Chancengleichheit und fördern Aus- und Weiterbildung.   Ein neu ausgerichtetes Leitbild wird aufgrund des in 2015 angestoßenen Strategieprozesses im dritten Nachhaltigkeitsbericht detailliert vorgestellt werden.

Organisationsprofil Das Forschungszentrum Jülich wurde am 11. Dezember 1956 vom Land Nordrhein-Westfalen gegründet. Am 5. Dezember 1967 erfolgte die Umwandlung in eine GmbH mit der Bundesrepublik Deutschland und dem Land Nordrhein-Westfalen als Gesellschafter. Das Stammkapital beträgt 520.000 Euro. Die Bundes­ republik Deutschland hält 90 Prozent, das Land Nordrhein-Westfalen 10 Prozent der Geschäftsanteile. Als Mitglied der Helmholtz-Gemeinschaft (HGF) gehört das Forschungszentrum Jülich mit seinen mehr als 5.500 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern zu den großen interdisziplinären Forschungszentren Europas. Die Organisation sowie der Zweck sind im Gesellschaftsvertrag der Forschungszentrum Jülich GmbH festgeschrieben. Die aktuelle Fassung des Gesellschaftsvertrags ist vom 14. November 2012.

G4-7, G4-14, G4-56, G4-DMA

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PROFIL

Organe und Gremien Informationen zu Organen und Gremien finden sich im Nachhaltigkeitsbericht 2012/2013 ab Seite 15. Eine vollständige Liste zu Verbänden und politischen Gremien, in denen das Forschungszentrum Mitglied ist, befindet sich außerdem im Anhang dieses Berichts ab Seite 116.

15

Institute und Organisationseinheiten Die wissenschaftlichen und technischen Arbeiten des Forschungszentrums Jülich werden in Instituten durchgeführt. Für alle Institute gilt die vom Wissenschaftlich-Technischen Rat verfasste „Rahmenverordnung für Institute des Forschungszentrums Jülich“ in der aktuellen Fassung vom November 2013. In dieser sind die Organisation der Institute sowie die Mitbestimmung der wissenschaftlichen und technischen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter festgelegt. Die Institutsrahmenverordnung orientiert sich dabei am Leitbild des Forschungszentrums und gewährleistet die Einbeziehung des Wissens und der Erfahrungen aller Mit­ arbeiterinnen und Mitarbeiter. Die Institute bestehen aus aufgabenorientierten Institutsbereichen. Jedes Institut und jeder Instituts­ bereich haben eine Leitung. Die Bereiche besitzen zudem einen Leitungsausschuss (IBLA), eine Versammlung (IBV) und einen Sprecher der wissenschaftlichen und technischen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Den Instituten ist es jedoch auch möglich, eine Institutsversammlung (IV) abzuhalten und anstelle von IBLAs einen Institutsleitungsausschuss (ILA) für das gesamte Institut zu wählen. Weitere Informationen zu Vertreterinnen und Vertretern der Institute finden sich im Nachhaltigkeitsbericht 2012/2013 ab Seite 16.

Organisationsaufbau Die Organisationsstruktur des Forschungszentrums ist durch die Richtlinie „Regelungen zur Aufbau­ organisation des Forschungszentrums Jülich GmbH“ definiert. Sie unterteilt sich in Gliederungseinheiten mit eigenen fachlichen und – beziehungsweise oder – disziplinarischen Zuständigkeiten. Die Aufgaben der einzelnen Einheiten sind so abzugrenzen, dass keine Überschneidungen auftreten. Folgende Gliederungseinheiten sind am Forschungszentrum vorhanden: Vorstand Institut Institutsbereich Technischer Bereich Geschäftsbereich Stabsstellen Abteilung Fachbereich Team

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Vorstand des Forschungszentrums Jülich

G4-34


PROFIL

Die Gliederungseinheiten sind in vier verschiedenen Leitungsebenen organisiert. Im Einzelfall ist es mit Zustimmung des Vorstands möglich, unterhalb der vierten Leitungsebene weitere Untergliederungen einzurichten. Gliederungseinheiten der ersten und zweiten Leitungsebene bilden jeweils Organisationseinheiten. Ihnen wird mindestens eine Kostenstelle zugeordnet. Stabsfunktionen sind beratend am Führungsprozess beteiligt und direkt einer Leitungsebene zugeordnet. Direkt dem Vorstand untergeordnete Stabsfunktionen können den Status einer Organisationseinheit der zweiten Leitungsebene haben und werden als Stabsstellen bezeichnet.

16

www.fz-juelich.de/portal/ DE/UeberUns/Organisation/ Organisa­tionsplan/ _node.html

Am Forschungszentrum Jülich gibt es insgesamt 16 Geschäftsbereiche, 9 Institute, 4 Stabsstellen und 2 Projektträgerschaften. Die gesamte Organisationsstruktur wird durch den Geschäftsbereich Organisation und Planung in Form von Organisationsplänen festgehalten. Der Organisationsplan (Stand 2016) ist im Anhang dieses Berichts auf Seite 111 sowie im Internet auf der Website des Forschungszentrums Jülich einsehbar.

Helmholtz-Gemeinschaft – Nachhaltigkeit gemeinsam gestalten Als Mitglied der Helmholtz-Gemeinschaft (HGF) ist das Forschungszentrum Jülich mit seiner strategischen Ausrichtung in die Gesamtstrategie der Gemeinschaft eingebunden. Die HGF verfolgt langfristige Forschungsziele des deutschen Staats und der deutschen Gesellschaft, um die Lebensgrundlagen der Menschen zu erhalten und zu verbessern. Dazu identifiziert und bearbeitet sie große und drängende Fragen von Gesellschaft, Wissenschaft und Wirtschaft durch strategisch-programmatisch ausgerichtete Spitzenforschung in den folgenden sechs Bereichen: Energie, Erde und Umwelt, Gesundheit, Schlüsseltechnologien, Struktur der Materie sowie Luftfahrt, Raumfahrt und Verkehr. Mit fast 38.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern ist die HGF die größte Wissenschaftsorganisation Deutschlands. Sie besteht aus dem Zusammenschluss von 18 naturwissenschaftlich-technischen und medizinisch-biologischen Forschungszentren, die zentrenübergreifend sowie mit externen Partnern interdisziplinär und international forschen. Bereits seit vielen Jahren verfolgen die Zentren der HGF zahlreiche Nachhaltigkeitsmaßnahmen. Im Jahr 2011 wurde darüber hinaus die Arbeitsgemeinschaft Nachhaltigkeit der HGF gegründet. Sie befasst sich seitdem zentrenübergreifend mit dem Thema und initiierte eine für alle Mitglieder geltende Roadmap zur Nachhaltigkeit. Diese basiert auf einer Erweiterung des klassischen Nachhaltigkeitsansatzes für Unternehmen um die Besonderheiten von Forschungsorganisationen. Die Roadmap ist für die HGF auf dem Weg zu einer nachhaltig agierenden Forschungsorganisation Konzeption und Projektplan zugleich.

www.helmholtz.de

Weiterführende Informationen über die HGF und ihre Struktur lassen sich über die Website der Forschungsgemeinschaft abrufen.

Forschen für die Nachhaltigkeit – nachhaltig forschen Durch weitgreifende ökologische, soziale und ökonomische Herausforderungen sehen Politik und Zivil­ gesellschaft die Forschung zunehmend in der Rolle, klare Handlungsoptionen für den Umgang mit den drängenden Fragen der gesellschaftlichen Entwicklung zu formulieren. Das Verbundprojekt LeNa (Leitfaden für Nachhaltigkeitsmanagement in außeruniversitären Forschungseinrichtungen) wird vom BMBF teilfinanziert und will hierfür eine gesicherte Grundlage liefern.

G4-15, G4-34, G4-56

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PROFIL

Zur Charakterisierung des Themas „Forschen in gesellschaftlicher Verantwortung“ wurden acht Kriterien wie zum Beispiel Transparenz, Nutzerorientierung, Ethik oder Interdisziplinarität definiert, wobei der Bezug zum Grundsatz einer effizienten Nutzung von Ressourcen jeder Art (Gerätschaften, Wissen, Forschungsplattformen) eine besondere Berücksichtigung findet. Neben Kolleginnen und Kollegen der FraunhoferGesellschaft und der Leibniz-Gemeinschaft vertreten Prof. Dr.-Ing. Wolfgang Marquardt (Vorstandsvorsitzender) sowie Dr. Peter Burauel (Leiter Stabsstelle ZukunftsCampus) die Interessen der Wissenschaft im Steuerungsgremium des Projekts. Ziel von LeNa ist es, ein gemeinsames Verständnis der außeruniversitären Forschungseinrichtungen zu erlangen, um einen Beitrag zu einer nachhaltigen Entwicklung zu leisten. Als Ergebnis soll ein „Leitfaden für Nachhaltigkeitsmanagement in außeruniversitären Forschungseinrichtungen“ entwickelt werden, der einen breit abgestimmten Aktionsrahmen mit klaren und methodisch abge­ sicherten Handlungsoptionen enthält. Der Klimaschutzplan des Forschungszentrums stellt bereits ein vielversprechendes Praxisbeispiel für die Umsetzung nachhaltigen Managements dar. Die Ergebnisse des LeNa-Projekts wurden im Oktober 2016 in Berlin im Rahmen eines SISI (Sustaina­bility in Science)-Symposiums öffentlich vorgestellt. Eine Einladung an die Präsidenten der drei beteiligten Forschungsorganisationen ist durch die Bundesministerin für Bildung und Forschung Prof. Dr. Johanna Wanka erfolgt. Dies ermöglicht eine Einbettung in den gesamtpolitischen Kontext, um das Thema „Nachhaltigkeit in der Wissenschaft“ weiter zu entwickeln und die Vernetzung wichtiger Akteurinnen und Akteure voranzutreiben.

17

Aktuelle Informationen zum LeNa-Projekt finden sich unter: www.nachhaltig-forschen.de

Das Forschungszentrum Jülich hat als 114. Organisation in Deutschland zum Jahresende 2015 seine Entsprechenserklärung zum „Deutschen Nachhaltigkeitskodex“ (DNK) abgegeben. Der DNK wird vom Rat für Nachhaltige Entwicklung im Auftrag der Bundesregierung betreut. Im Fokus stehen die Vergleichbarkeit und Transparenz beim Engagement für den Prozess einer nachhaltigen Entwicklung. Das Forschungszentrum Jülich nimmt als Anwender des DNK eine Vorreiterrolle innerhalb der HelmholtzGemeinschaft ein. In der Entsprechenserklärung wird zu 20 Kriterien aus den Bereichen Strategie, Prozesse, Umwelt und Gesellschaft berichtet. Als Anwender des DNK tritt das Forschungszentrum Jülich zusätzlich als Mentor für diesen auf und stellt seine Erfahrungen bei der Anwendung anderen zur Verfügung. Das Forschungszentrum Jülich erstellte im März 2015 ein betriebliches Mobilitätskonzept durch den Regionalrat der Städteregion Aachen im Rahmen des Projekts Mobil.Pro.Fit. In dem Projekt werden bis Ende 2016 Unternehmen und Einrichtungen beraten, wie sie ihr Mobilitätsmanagement verbessern können. Ziele sind neben der Energie- und Kostenersparnis vor allem der Umwelt- und Klimaschutz. Das Bundesumweltministerium fördert das Projekt aus Mitteln der Nationalen Klimaschutzinitiative. Das Modellprojekt will ökologische und ökonomische Vorteile in puncto Mobilität aufzeigen und miteinander verknüpfen. Hierdurch wird ein Beitrag zur Senkung des CO2-Fußabdrucks der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter geleistet. Durch erste Initiativen wie die Förderung von Fahrgemeinschaften und die Elektrifizierung der betriebs­ eigenen Fahrzeugflotte konnten im ersten Projektjahr etwa 300 Tonnen CO2 im Forschungszentrum Jülich eingespart werden. Weitere Informationen zur nachhaltigen Entwicklung des Forschungszentrums und zur Stabsstelle ZukunftsCampus finden sich im Nachhaltigkeitsbericht 2012/2013 ab Seite 22 oder im Internet auf der Website des Forschungszentrums.

www.fz-juelich.de/portal/ DE/UeberUns/Organisation/ _doc/zc_node.html

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G4-15, G4-56, G4-EC2


PROFIL

Verantwortung als Unternehmen Das Forschungszentrum Jülich verfügt über mehrere Managementsysteme, die eine verantwortungsvolle Forschung und Unternehmensführung unterstützen. Als Gesellschaft unter Beteiligung der öffentlichen Hand unterliegt das Forschungszentrum Jülich darüber hinaus dem Public Corporate Governance Kodex (PCGK) des Bundes.

18

Public Corporate Governance Kodex Das Forschungszentrum Jülich bekennt sich in § 3 seines Gesellschaftsvertrags zum Public Corporate Governance Kodex (PCGK) des Bundes und zur jährlichen Berichtspflicht. Während des Berichtszeitraums dieses Nachhaltigkeitsberichts wurde dementsprechend der „Bericht zum Public Corporate Governance Kodex des Bundes des Forschungszentrums Jülich GmbH für das Jahr 2015“ verfasst. Darin erklären die Geschäftsführung und der Aufsichtsrat, dass den Empfehlungen des PCGK des Bundes im Geschäftsjahr entsprochen wurde und dass beabsichtigt ist, diesen Empfehlungen auch zukünftig zu entsprechen. Darüber hinaus werden im Bericht die Bezüge des Vorstands offengelegt und die Mitglieder des Aufsichtsrats aufgeführt. Die Publikation wird im elektronischen Bundesanzeiger dauerhaft veröffentlicht. Weiteres zum PCGK steht im Nachhaltigkeitsbericht 2012/2013 auf Seite 24.

Qualitätsmanagement Zur Sicherung und Steigerung der Prozessqualität setzt das Forschungszentrum Jülich auf ein dezentrales Qualitätsmanagement. Anstelle eines von oben gesteuerten Managementsystems führen einzelne Organisationseinheiten ein Qualitätsmanagement auf eigene Initiative ein und durch. Bei dessen Aufbau und Betrieb werden sie von der Organisationseinheit Qualitätsmanagement unterstützt, welche direkt dem Vorstandsbereich Infrastruktur zugeordnet ist. Ihr steht der Qualitätsmanagementbeauftragte des Forschungszentrums vor. Bestehende QM-Systeme des Forschungszentrums Jülich (Stand Oktober 2016)

G4-56

Organisationseinheit

Regelwerk

Zertifizierung

Nuklearchemie (INM-5)

GMP

1990

Projektträger Jülich

DIN EN ISO 9001

2005

Amtlich anerkannte Inkorporationsmessstelle (S)

DIN EN ISO 17025

2006

Qualitätsmanagement (VS-QM)

DIN EN ISO 9001

2009

Alpha-Beta-Analytik (S)

DIN EN ISO 9001

2012

Organisation und Planung (O)

DIN EN ISO 9001

2012

Engineering und Technologie (ZEA-1)

DIN EN ISO 9001

2012

Systeme der Elektronik (ZEA-2) (EOS)

DIN EN ISO 9001

2012 (läuft aus)

Zentralbibliothek (ZB)

DIN EN ISO 9001

2014

Agrosphäre (IBG-3)

DIN EN ISO 9001

2014

Betriebsärztlicher Dienst (P-M)

DIN EN ISO 9001

2015

Zentrale Berufsausbildung (P-Z)

DIN EN ISO 9001

2016

Qualitätsmanagement (VS-QM) (GxP Archiv)

GLP

2016

Systeme der Elektronik (ZEA-2) (ges.)

DIN EN ISO 9001

2016

Revision (REV)

DIN EN ISO 9001

2016 (vorauss. Dez.)

Abfallwirtschaft (G-UA)

DIN EN ISO 9001 ersetzt durch Entsorgungsfachbetrieb

2016 (vorauss. Dez.)

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PROFIL

Zertifizierungsfähige Organisationseinheiten im Forschungszentrum Jülich Organisationseinheiten

Regelwerk

Strukturelle und funktionelle Organisation des Gehirns (INM-1)

DIN EN ISO 9001

Strukturbiochemie (ICS-6)

DIN EN ISO 9001

Physik der Medizinischen Bildgebung (INM-4)

DIN EN ISO 13485

Analytik (ZEA-3)

DIN EN ISO 9001

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Im Forschungszentrum Jülich kommen mit den DIN-EN-ISO-Normen 9001, 13485 und 17025 sowie den Regelwerken für Good Manufacturing Practice (GMP) und Good Laboratory Practice (GLP) insgesamt fünf Qualitätsmanagement- beziehungsweise Qualitätssicherungsregelwerke zum Einsatz. 16 Organisationseinheiten wurden bereits von externen Auditoren, darunter dem TÜV Rheinland und dem TÜV SÜD, auf der Basis der verschiedenen Normen zertifiziert. Weitere vier Organisationseinheiten sind bereit, überprüft zu werden. Die Organisationseinheiten legen in eigener Verantwortung fest, ob und wann sie sich dem Zertifizierungsaudit stellen. Mit der Erlangung der Zertifizierfähigkeit hat eine Organisationseinheit die Forderung der Rahmenrichtlinie Qualität des Forschungszentrums Jülich erfüllt.

Energieaudit/Umweltmanagement Das Forschungszentrum Jülich betreibt kein zertifiziertes Umweltmanagementsystem. Selbstverständlich befasst es sich trotzdem mit den Themengebieten, die ein Umweltmanagementsystem üblicherweise be­ inhaltet. Zentrale Elemente der Umweltschutzbemühungen des Forschungszentrums sind der Gewässerschutz, die Abfallwirtschaft und der Immissionsschutz. Für alle drei Gebiete gibt es in Jülich jeweils einen Beauftragten, der wichtige Aufgaben in den Themenbereichen übernimmt und für die Wahrung der gesetzlichen Auflagen verantwortlich zeichnet. Im Jahr 2015 wurde auf dem Campus in Jülich ein Energieaudit durchgeführt mit dem Ziel, Energieflüsse und das Potenzial für Energieeffizienzverbesserungen zu identifizieren und über diese zu berichten. Das Forschungszentrum folgt damit dem Energiedienstleistungsgesetz (EDL-G), welches vorschreibt, dass alle Unternehmen, die kein kleines und mittleres Unternehmen (KMU) sind, erstmals bis zum 5. Dezember 2015 ein Energieaudit nach DIN EN 16247 durchführen müssen und verpflichtet sind, dieses anschließend alle vier Jahre zu wiederholen. Im Rahmen der Durchführung des Energieaudits sind einzelne Gebäude beziehungsweise der Standort des Forschungszentrums an sich auf Energieeinsparpotenziale hin untersucht worden. Die technische Gebäudeausrüstung stand im besonderen Fokus. Das Forschungszentrum Jülich hat seit Ende 2014 eine standortweite gebäudescharfe Verbrauchser­ fassung implementiert. Jedes Gebäude hat als Mindestanforderung Einspeisezähler der einzelnen Medien. Insgesamt sind etwa 950 fernauslesbare Zähler zur Energie- und Medienerfassung auf dem Zentralgelände im Einsatz. Damit ist eine individuelle Erfassung der Medienverbräuche aller Campus-Gebäude möglich. Für jede Energieoptimierungsmaßnahme im Rahmen des Energieaudits wurde eine Wirtschaftlichkeits­ betrachtung durchgeführt. Der Fokus der Energieoptimierungsmaßnahmen liegt dabei auf der Anpassung des Betriebs der technischen Anlagen an den tatsächlichen Bedarf. Falls dies aus technischen, hygienischen oder sicherheitstechnischen Gründen nicht möglich ist, so wird der Austausch von Anlagentechnik nach energetischen und wirtschaftlichen Gesichtspunkten bewertet. Die Begehungen und die damit einhergehende intensive Analyse der Energiedaten haben gezeigt, dass die Einführung eines Umweltmanagementsystems (eventuell EMAS (Eco-Management and Audit Scheme)) in Erwägung gezogen werden sollte.

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PROFIL

Ethik/gute wissenschaftliche Praxis Die wissenschaftliche Arbeit des Forschungszentrums gründet auf einer gewachsenen, zuverlässigen Praxis und auf qualitätssichernden Standards. Jede Wissenschaftlerin und jeder Wissenschaftler hat sich im Rahmen ihrer oder seiner Tätigkeit an die Grundsätze guter wissenschaftlicher Praxis zu halten.

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Was eine gute wissenschaftliche Praxis ausmacht, ist in den zum 1. Dezember 2012 überarbeiteten Regeln zu ihrer Sicherung dargelegt. Außerdem sind hier mögliche Fehlverhalten beispielhaft aufgelistet und ein Verfahren zum innerbetrieblichen Umgang mit diesen und mögliche Konsequenzen festgehalten. In diesem Zusammenhang ist zu erwähnen, dass Prof. Dr. Katrin Amunts vom Forschungszentrum Jülich seit 2012 Mitglied des Deutschen Ethikrats ist.

www.fz-juelich.de/ wissenschaftliche-praxis

Antikorruption Bekannt gewordene Korruptionsdelikte mahnen dazu, sich zum Schutz des Forschungszentrums Jülich und aus Fürsorge für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter vorbeugend mit der Korruptionsproblematik auseinanderzusetzen. Informationen und entsprechende Trainings dazu sind der Belegschaft im Intranet hinterlegt. Weitere Informationen zur Korruptionsbekämpfung finden sich außerdem im Nachhaltigkeitsbericht 2012/2013 auf Seite 116.

Risikomanagementsystem Das Thema Risikomanagement ist in der Unternehmenshierarchie hoch angesiedelt. Der Vorstand trägt die generelle Verantwortung für die Etablierung und Umsetzung des Risikomanagements. Im Rahmen dieser Verantwortung wurde das Risikomanagementhandbuch in Kraft gesetzt und die entsprechenden Strukturen eingerichtet. Die Leiterinnen und Leiter der Organisationseinheiten identifizieren, bewerten und steuern im Rahmen des Risikomanagements die ihren Verantwortungsbereich betreffenden Risiken. Der Vorstand Infrastruktur leitet zudem den Risikoausschuss. Unter Teilnahme der Leiterinnen und Leiter Finanzen und Controlling, Rechte und Patente, Sicherheit und Strahlenschutz, Technischer Bereich, Unternehmensentwicklung und Wissenschaftlich-Technischer Rat und des Risikobeauftragten entwickelt der Risikoausschuss das Risikomanagementsystem weiter und genehmigt den jährlichen Risikobericht. Die so sichergestellte detaillierte Betrachtung umfasst durch die Beschäftigung mit Risiken in den Kategorien „Betriebliche Infrastruktur“, „Finanzen/Steuern“, „Forschungsbetrieb“ und „Gentechnik“ auch Risiken, die die Umwelt betreffen. Neben der Prüfung durch den Risikoausschuss ist intern auch die Revision zur Prüfung des Risikomanagementsystems im Rahmen ihrer regulären Aufgabenstellung zuständig. Der jährliche Risikobericht wird dem Aufsichtsrat des Forschungszentrums nach Befassung in der Jahresabschlusskommission zur Kenntnis vorgelegt. Im Rahmen der Feststellung zur Prüfung der Ordnungsmäßigkeit der Geschäftsführung und der wirtschaftlichen Verhältnisse betrachten die Wirtschaftsprüfer auch das Risikofrüherkennungssystem, das damit Bestandteil der Jahresabschlussprüfung ist.

Wissens- und Ideenmanagement Informationen zum Wissens- und Ideenmanagement im Forschungszentrum Jülich finden sich im Nach­ haltigkeitsbericht 2012/2013 auf Seite 28.

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PROFIL

Personalstrategie und -management Der Fokus des Personalmanagements liegt auf der Gewinnung kompetenter und motivierter Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter für die wissenschaftlichen Institute und Einrichtungen sowie für alle anderen Bereiche des Forschungszentrums. Dieser Schwerpunkt ist allerdings nur zum Teil durch den Fachkräftemangel bedingt, der durch den demografischen Wandel hervorgerufen wurde. Um die erfolgreiche Suche nach geeigneten potenziellen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern schneller und effizienter zu gestalten, arbeitet das Forschungszentrum Jülich seit 2012 mit dem E-Recruiting-System JuRS. Das elektronische Bewerbermanagementsystem ist speziell auf die Bedürfnisse des Forschungszentrums ausgerichtet, wurde zu Beginn im Pilotbetrieb bei den Ausbildungsplätzen getestet und danach für die übrigen Bereiche eingeführt. Mit JuRS wurden die Personalgewinnungsprozesse in den unterschied­ lichen Beschäftigungsgruppen vereinheitlicht – die Bewerbungen erfolgen jetzt in allen Fällen über eine Website, ausgenommen sind die der Doktoranden und Diplomanden. Auch die internen Arbeitsprozesse im Rahmen einer Bewerbung laufen weitgehend elektronisch ab. Die Unterlagen sind zudem für die am Bewerbungsprozess beteiligten Akteure des Forschungszentrums jederzeit verfügbar.

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Für den Geschäftsbereich Personal bedeutet die Einführung von JuRS eine Effizienzsteigerung und Kostenreduktion bei der Erfassung und Bearbeitung von Bewerbungen. Durch den elektronischen Arbeitsablauf unter Beteiligung aller Organisationseinheiten konnte das Verfahren zur Personalgewinnung erheblich beschleunigt werden. Zudem verringert JuRS den Ressourceneinsatz, da es Papierbewerbungen und Aus­ drucke reduziert. Es ermöglicht außerdem eine bessere Analyse, etwa hinsichtlich der Bewerberresonanz auf Print- und Online-Anzeigen. Durch das elektronische Bewerbungsmanagement ist die Einreichung der Unterlagen am Forschungszen­ trum Jülich für Bewerber schneller, einfacher und günstiger geworden. In 2014 wurden 10.053 Bewerbungen bearbeitet, im darauffolgenden Jahr waren es 10.927. Im Durchschnitt erfolgen jährlich mehr als 750 Neueinstellungen. Zur Steigerung der Attraktivität als Arbeitgeber gehört auch eine engagierte Nachwuchsförderung, die durch viele Initiativen realisiert wird. Um junge Menschen für die Wissenschaft zu begeistern und junge Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler sowie gut ausgebildete Fachkräfte nach Jülich zu holen, setzt das Forschungszentrum seit 2013 auf das Nachwuchskonzept „juelich_horizons“. Die vielfältigen Angebote und Perspektiven entlang der gesamten Bildungskette zielen darauf ab, auf allen Bildungs-, Ausbildungs- und Karrierestufen Exzellenz zu generieren und im internationalen Wettbewerb die besten Köpfe von morgen zu gewinnen und zu halten. Das Nachwuchskonzept berücksichtigt mit den vier Bereichen juelich_impulse, juelich_tracks, juelich_chances und juelich_heads die wichtigsten Zielgruppen der Nachwuchsförderung. Mehr Informationen zu den Leistungen und Angeboten der Nachwuchsförderung sind in Kapitel 5, „Soziale Verantwortung“, ab Seite 94 aufgeführt.

Dialogprozesse Ein kontinuierlicher Austausch mit den internen und externen Stakeholdern ist für das Forschungszentrum Jülich ein wichtiger Bestandteil der zentrumsinternen Stakeholderstrategie. Durch den anhaltenden Dialog möchte das Forschungszentrum seine Nachhaltigkeitsleistungen verbessern, Verantwortung für sein Handeln übernehmen und gleichzeitig die Interessen seiner Anspruchsgruppen in der täglichen Arbeit berücksichtigen. Eine Liste der Stakeholdergruppen des Forschungszentrums Jülich befindet sich im Anhang dieses Berichts auf Seite 120.

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PROFIL

Interne Stakeholder Zu den wichtigsten internen Stakeholdern gehören die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die auf dem Campus beschäftigt sind. Nur durch sie kann sich das Forschungszentrum Jülich auch in Zukunft als internationale Einrichtung für Spitzenforschung behaupten. Ebenfalls von entscheidender Bedeutung sind die Gesellschafter. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter Das Forschungszentrum Jülich versucht, für seine Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern attraktive Arbeits­ bedingungen zu schaffen. Neben Faktoren wie den wissenschaftlichen Rahmenbedingungen, flexiblen Arbeitszeiten und tariflich geregelten Löhnen und Gehältern zählen dazu auch der intensive Dialog mit den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sowie die Berücksichtigung ihrer Interessen. Deshalb hat das Forschungszentrum in seinen Organen, Gremien und an anderen Stellen innerhalb der Organisationsstruktur Möglichkeiten zur Mitbestimmung an zahlreichen Prozessen geschaffen.

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Ein Betriebsrat vertritt die Anliegen der Beschäftigten. Darüber hinaus gibt es verschiedene Interessen­ vertretungen, die in zahlreichen Gremien sitzen beziehungsweise sich für unterschiedliche Teilgruppen der Belegschaft einsetzen. Der Wissenschaftlich-Technische Rat ist dabei als Selbstverwaltungsorgan der Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler in allen Fragen der strategischen Ausrichtung des Forschungszentrums von großer Bedeutung. Die Führungsebene, wie die Institutsleiterinnen und -leiter oder die Leiterinnen und Leiter anderer Organisationseinheiten, trifft sich regelmäßig in Dialogveranstaltungen wie dem Institutsleiterkonvent, Führungskräfteseminaren oder der Geschäftsführende-Direktoren-Runde, an der auch der Vorstand teilnimmt. Der Vorstand veranstaltet zudem sogenannte Kaminabende, bei denen er sich jeweils mit bestimmten Zielgruppen intensiv austauscht.

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Darüber hinaus informiert das Forschungszentrum seine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter regelmäßig über aktuelle Neuigkeiten mit der quartalsweise erscheinenden Mitarbeiterzeitschrift „intern“ sowie durch einen regelmäßig verschickten Newsletter. Pensionärinnen und Pensionäre sowie Alumni bekommen ihr Exemplar per Post, wenn sie sich dafür bei der Redaktion oder im Alumni-Netzwerk „JuLumni-Net“ registrieren. Zudem bietet das Forschungszentrum mit seinem Intranet eine Plattform, auf der sich alle Mitarbeiter­ innen und Mitarbeiter über die wichtigsten Themen in Jülich informieren können. Das Intranet ist gleichzeitig ein virtueller Treffpunkt der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, um untereinander in Dialog zu treten. So können sie sich beispielsweise zum Betriebssport oder zu Fahrgemeinschaften verabreden oder in der ZukunftsCampus-Arena über die nachhaltige Entwicklung des Forschungszentrums diskutieren. Personen der „Internen Kommunikation“ organisieren außerdem jeden Monat eine Mitarbeiterführung. Dabei stellen sich jeweils verschiedene Institute und Organisationseinheiten vor. Den interessierten Kolleginnen und Kollegen bietet sich so die Möglichkeit, den Campus und seine verschiedenen Forschungs- und Verwaltungseinrichtungen besser kennenzulernen. Oft ergeben sich aus den Fachgesprächen Kooperationen über die Institutsgrenzen hinaus. Allein 2015 nahmen knapp 400 Kolleginnen und Kollegen das Angebot an.

Brauseminar „open air“: Die JuBräu-Kollegen hatten den Termin perfekt vorbereitet

Gesellschafter Ebenfalls von großer Bedeutung bei den internen Stakeholdern sind die Gesellschafter des Forschungszentrums Jülich. Die Bundesrepublik Deutschland und das Land Nordrhein-Westfalen besitzen 90 beziehungs-

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PROFIL

weise 10 Prozent der Gesellschaftsanteile. Jülich steht mit ihnen vor allem über den Aufsichtsrat im kon­tinuierlichen und intensiven Austausch.

Externe Stakeholder Das Forschungszentrum Jülich steht neben den internen Anspruchsgruppen mit einer Vielzahl von externen Stakeholdern in Kontakt. Von größter Bedeutung sind dabei die sogenannte Scientific Community, die Wirtschaft sowie die Öffentlichkeit.

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Scientific Community Der Austausch mit anderen Forschungseinrichtungen und -instituten ist für eine nachhaltige Forschung, wie sie in Jülich betrieben wird, essenziell. Um diesen Austausch zu fördern, betreibt das Forschungszen­ trum mehrere Kooperationen und ist mindestens über einzelne Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter Mitglied in mehr als 100 Institutionen und Vereinigungen. Mit strategisch wichtigen Partnern wie dem Oak Ridge National Laboratory oder dem Commissariat à l’énergie atomique et aux énergies alternatives (CEA) finden zudem regelmäßig Vorstandstreffen statt. Alle Institute und Geschäftsbereiche arbeiten disziplinär in ihren jeweiligen Fachgesellschaften mit. Darüber hinaus engagieren sich viele Institute in interdisziplinären oder sogar transdisziplinären Organisationen oder Verbünden, die einen wesentlichen Beitrag zur nachhaltigen Entwicklung unserer Gesellschaft leisten werden. Ein wesentlicher Bestandteil des wissenschaftlichen Dialogs sind die Fachpublikationen, die Forscher im Rahmen ihrer Arbeit veröffentlichen. So werden in gedruckter und zunehmend auch elektronischer Form neue Erkenntnisse und Erfindungen der Öffentlichkeit präsentiert und zur Verfügung gestellt. Im Jahr 2015 publizierten die Jülicher Forscherinnen und Forscher 2.483 Veröffentlichungen – davon 1.738 in Fachzeitschriften, 115 Dissertationen oder Habilitationen und 630 Bücher oder sonstige Publikationen. Das Forschungszentrum richtet außerdem regelmäßig Veranstaltungen für die Fachöffentlichkeit aus oder nimmt an externen Veranstaltungen teil und tritt so in einen intensiven Austausch mit anderen wissenschaftlichen Akteuren. So war beispielsweise die Stabsstelle ZukunftsCampus gemeinsam mit dem Deutschen Gewerkschaftsbund im März 2015 Gastgeber der Energiepolitischen Tagung. Rund 60 Teilnehmerinnen und Teilnehmer informierten sich hier zu den Strategien und Beschäftigungseffekten in der Branche „Erneuerbare Energien“. Darüber hinaus werden eine Vielzahl von Workshops, Seminaren, Trainingskursen und Ferienschulen auf dem Campus veranstaltet. Zu den regelmäßigen Events des Forschungszentrums gehören die Jülicher Festvorträge zum Jahresabschluss. Sie finden jährlich im November zu aktuellen Themen des Jülicher Forschungsspektrums statt. In 2014 und 2015 sprachen Jülicher Wissenschaftler im LVR-Landesmuseum Bonn zu den Themen „Ionenwanderung in der Nanowelt – vom elektronischen Phänomen zur Technologie der Zukunft“ und „Materialien und Prozesse für die Energiewende“. Ein wichtiges Instrument des externen Stakeholder-Dialogs sind die zahlreichen Publikationen, die das Forschungszentrum Jülich über verschiedene Kanäle veröffentlicht. Dazu zählen unter anderem die Jahresberichte, der Struktur- und Entwicklungsplan, das Magazin „Daten und Fakten“, Themenhefte zu verschiedenen Forschungsbereichen, die Magazinreihe „Forschen in Jülich“ sowie der „Exascale“-Newsletter zum Thema Supercomputing. Seit 2014 erweitert die Berichterstattung zur Nachhaltigkeit dieses Portfolio. Helmholtz-Gemeinschaft Informationen zur Helmholtz-Gemeinschaft finden sich im Nachhaltigkeitsbericht 2012/2013 auf Seite 33.

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PROFIL

Öffentlichkeit Das Forschungszentrum Jülich sieht sich als verantwortungsvollen und verlässlichen Nachbar in der Region Jülich. Deshalb setzt es auf eine größtmögliche Transparenz gegenüber der Öffentlichkeit. Das Forschungszentrum ist als großer Arbeitgeber und Ausbilder in der Region fest verwurzelt. Als bedeutende europäische Forschungseinrichtung genießt es Wertschätzung in der Bevölkerung. Das zeigt sich vor allem im großen, positiven Interesse der Bürgerinnen und Bürger an der wissenschaft­ lichen Arbeit auf dem Campus. Das Forschungszentrum Jülich lädt deswegen alle Interessierten im Rahmen von Besichtigungstouren dazu ein, die Forschung vor Ort näher kennenzulernen. Der Besucherservice betreut jährlich 6.000 bis 7.000 Gäste und konnte damit die Besucherzahlen im Vergleich zum Berichtszeitraum des ersten Nachhaltigkeitsberichts noch einmal um 20 Prozent steigern. Führungen finden montags bis freitags in angemeldeten Gruppen ab zehn Personen statt und sind kostenlos. Neben allgemeinen Touren werden seit dem Jahr 2012 immer mehr Thementouren zu verschiedenen Forschungsgebieten wie dem Bereich Gesundheit eingeführt. Zu den besonderen Highlights gehört die Nachhaltigkeitstour, die sich mit dem Forschungs­bereich „Energie und Klima“ beschäftigt. Hier erkunden die Besucherinnen und Besucher das Forschungszentrum und dessen Forschung mit dem Rad. Organisiert werden alle Besichtigungen vom Geschäfts­bereich Unternehmenskommunikation. Die fachliche Begleitung erfolgt in der Regel durch junge Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler.

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Viel Anklang bei der Bevölkerung findet auch die jährlich im September stattfindende Diskussionsveranstaltung „Kleine Nacht der Wissenschaft“. Diese vom Forschungszentrum ausgerichtete Veranstaltungsreihe soll den Dialog zwischen Gesellschaft und Wissenschaft fördern und thematisierte 2014 vor allem die digitale Gesellschaft. Jülicher Forscher berichteten in diesem Zusammenhang über die Forschung mit der Jülicher Supercomputerlandschaft. Anwendungsbeispiele kamen aus den Bereichen Klima- und Hirnforschung. Im September 2015 widmete sich die „Kleine Nacht der Wissenschaft“ dem Thema „Zukunftsstadt“. Damit nahm das Forschungszentrum ein Thema der Stadt Jülich auf, die sich 2015 an einem Wettbewerb des Bundesministeriums für Bildung und Forschung beteiligte. So nahmen auf dem Podium neben Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern des Forschungszentrums auch Experten der Stadt Platz. Ihre Gesprächsthemen waren die Energieversorgung, die alternde Gesellschaft und Demenz sowie die Bodenforschung. Ergänzend führte die Stabsstelle ZukunftsCampus einige Bürgerdialoge zum Thema Zukunftsstadt durch. Die „Kleine Nacht der Wissenschaft“ zeichnet zudem aus, dass das Publikum nach einer Filmvorstellung und der anschließenden Diskussionsrunde die Möglichkeit hat, den Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern Fragen zu stellen. Darüber hinaus gibt es speziell auf Jugendliche und Kinder ausgerichtete Dialogangebote, darunter der jährliche Informationstag in der Zentralen Berufsausbildung, das Schülerlabor JuLab und der „Girls’ Day“. Thementage, Forscherwochen in den Ferien und Fortbildungen für Lehrer und Erzieher bilden ein umfangreiches Angebot, um jungen Menschen einen attraktiven Einstieg in die Naturwissenschaften zu bieten. Ein ähnliches Ziel hat der traditionsreiche Wettbewerb „Jugend forscht“, den Jülich durch die Ausrichtung des Regionalwettbewerbs im JuLab unterstützt.

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PROFIL

Zu neuen Wegen der Wissenschaftskommunikation gehört es selbstverständlich, dass man in den sozialen Medien aktiv ist. Dort informiert das Forschungszentrum Jülich seine Fans, Follower und Abonnenten über aktuelle Forschungsergebnisse, über Aktionen und Veranstaltungen auf dem Campus und greift allgemeine Themen aus dem Bereich Life Science auf. In den Jahren 2014 und 2015 lag der Fokus der Social-MediaAktivitäten nicht nur auf dem Ausbau der Reichweite, sondern besonders auf der Interaktion mit den Nutzern der verschiedenen Plattformen. Die Kanäle des Forschungszentrums werden zunehmend als Angebot an die Öffentlichkeit wahrgenommen, dialogisch mit dem Zentrum in Kontakt zu treten. Praktische Anstrengungen lagen einerseits in einer entsprechend offenen Formulierung von Beiträgen. Auf der anderen Seite richtete sich die Arbeit auf die zeitnahe Beantwortung von Fragen beziehungsweise positive Reaktion auf Nutzerinhalte. Die einflussreichsten Kanäle hinsichtlich eines Dialogs mit der Öffentlichkeit waren Facebook und Twitter. So wurden etwa Jülicher Marketingmaßnahmen diskutiert oder regelmäßig Fragen von Nutzern beantwortet.

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Im Dezember 2015 wurde mit den „Jülich Blogs“ ein weiteres dialogorientiertes Angebot bereitgestellt. Die Internetplattform bietet den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern die Möglichkeit, aus persönlicher Sicht über ihre Arbeit zu berichten. Die Plattform ermöglicht der Fachcommunity und der Öffentlichkeit, sich aus erster Hand über Jülicher Themen zu informieren und mit den jeweiligen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern ins Gespräch zu kommen. Ein Thema von großem öffentlichen Interesse bleibt die nukleare Historie des Forschungszentrums, das 1956 ursprünglich als Kernforschungsanlage gegründet worden war. Vor allem der weitere Umgang mit den Brennelementen steht hier im Fokus. Diese stammen aus dem 1988 abgeschalteten benachbarten Hochtemperaturreaktor der damaligen Arbeitsgemeinschaft Versuchsreaktor (AVR). Seit September 2015 ist nicht mehr das Forschungszentrum Jülich, sondern ein bundeseigenes Unternehmen für die Stilllegungs-, Rückbau- und Entsorgungsaktivitäten rund um die nuklearen Hinterlassenschaften in Jülich zuständig. Die Jülicher Entsorgungsgesellschaft für Nuklearanlagen mbH (JEN) ist ein Zusammenschluss der bisherigen AVR GmbH und dem früheren Geschäftsbereich Nuklearservice des Forschungs­ zentrums. Aufgabe des Unternehmens ist es, die Nuklearkompetenzen am Standort Jülich zu konzentrieren, zu erhalten und auszubauen. Mit dieser Expertise und Erfahrung trägt Jülich zum sicheren Ausstieg Deutschlands aus der Kernenergie bei. Dazu stellen AVR und Jülich der neuen Gesellschaft ihr umfassendes kerntechnisches Know-how zur Verfügung, das für den sachkundigen Umgang mit den nuklearen Altlasten benötigt wird. Dieser Zusammenschluss geschah nach dem Vorbild der Kooperation des früheren Forschungszentrums Karlsruhe mit der Wiederaufbereitungsanlage Karlsruhe im Rahmen der jetzigen WAK. Das neue Unternehmen kann zur Kommunikation der Jülicher Nuklearthemen auf umfangreiche Vorarbeiten des Forschungszentrums zurückgreifen, etwa auf das eigens eingerichtete Internetportal www.avr-brennelemente.de, das sich mit allen Themen rund um die AVR-Brennelemente beschäftigt. Die Website ist Anfang 2015 vom Forschungszentrum Jülich ins Leben gerufen worden und wird seit der Gründung der JEN von dieser fortgeführt. Politik Für das Forschungszentrum Jülich – als zum größten Teil öffentlich finanzierte Einrichtung – ist ein kontinuierlicher Dialog mit nationalen und internationalen politischen Akteuren von großer Bedeutung. Dieser geschieht zum einen in institutionalisierter Form, etwa über den Aufsichtsrat des Forschungszentrums, den HGF-Senat und die Senatskommission sowie die Dialogplattformen auf Leitungsebene, und zum anderen auf der Ebene der Forschungsbereiche. International erfolgt der Austausch unter anderem über EU-Ausschüsse, die EU-Kommission und die Präsenz in der Geschäftsstelle der HGF in Brüssel. Zum anderen finden regelmäßige Treffen auf Vorstands- und Arbeitsebene mit den zuständigen Ministerien statt, ins­ besondere mit den jeweiligen Staatssekretären. Dazu gehören unter anderem Koordinierungsgespräche,

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PROFIL

Gespräche zum Wirtschaftsplan und zu Baumaßnahmen sowie die Jahresabschlusskommission. Darüber hinaus gibt es natürlich auch zahlreiche Ad-hoc-Gespräche zu einzelnen Themen und Projekten. In diesem Austausch zeigt sich: Die Wissenschaft sieht sich zunehmend Erwartungen aus Politik und Gesellschaft gegenüber. Somit gilt es, Ergebnisse und Forschungsaktivitäten zu hinterfragen und um öffentliche Zustimmung und Akzeptanz zu werben. Im Sinne einer legitimationsstiftenden politischen Kommunikation ist der Dialog mit lokalen Mandatsträgern von hervorgehobener Bedeutung. Das Forschungszentrum Jülich steht in engem Kontakt mit politischen Entscheidungsträgern aus der Region und darüber hinaus. Bürgermeister, Landräte, Abgeordnete aus Landtag, Bundestag und EU-Parlament fungieren als Multiplikatoren für Forschungsvorhaben aller Art – nach innen ins Parlament und nach außen in die Gesellschaft. Über diesen Dialog soll eine gemeinsame Vertrauensbasis aufgebaut Prof. Katrin Amunts (links) unternahm mit Bundes­for­ werden zwischen den politischen Stakeholdern schungsministerin Prof. Johanna Wanka und Staatssekretär und dem Forschungszentrum mit seinen RepräsenThomas Rachel eine digitale Reise durch das Modell eines menschlichen Gehirns. tanten.

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Bei Bedarf werden Forschungsthemen und -projekte auch an den parlamentarischen Standorten selbst präsentiert, erörtert und diskutiert. So besteht ein regelmäßiger Kontakt zu Abgeordneten des Deutschen Bundestags. Im Rahmen eines Parlamentarischen Frühstücks etwa wurde im März 2015 die Rolle des Forschungszentrums Jülich in der deutschen Wissenschaftslandschaft diskutiert. Bei dieser Veranstaltung stellte sich darüber hinaus der Vorstandsvorsitzende des Forschungszentrums Jülich, Prof. Wolfgang Marquardt, in seiner neuen Funktion den Parlamentariern vor. Über das gesamte Jahr begrüßt das Forschungszentrum zahlreiche Politikerinnen und Politiker aus Stadt, Land, Bund und EU. Dabei informiert es primär über Forschungsprojekte, -prozesse und -themen. Hier ist jedoch eine Veranstaltung besonders hervorzuheben: Zur Einführung von Prof. Marquardt als neuem Vorstandsvorsitzenden fand am 30. Juni 2014 eine Feierstunde im Forschungszentrum statt, bei der Bundesforschungsministerin Prof. Johanna Wanka die Festansprache hielt. Abgeordnete und Mandatsträgerinnen und -träger sind auch regelmäßig Gäste des Jülicher Festvortrags zum Jahresende. Vertreterinnen und Vertreter des Forschungszentrums nehmen darüber hinaus auf Ein­ ladung auch an Gesprächen der Bundes- und Landtagsfraktionen zu ausgewählten Themen teil. Hier dienen sie nicht nur als Experten, sondern verstehen sich auch als Botschafter des Forschungszentrums. Jülicher Nachbarschaftsdialog Eine neue und besondere Form der nachbarschaftlichen Kommunikation hat sich 2015 mit dem „Jülicher Nachbarschaftsdialog“ etabliert. Ziel ist es, lokale Stakeholder mit dem Forschungszentrum in regelmäßigen Abständen an einen runden Tisch zu bringen. Ein Leitgedanke dabei ist der Austausch auf Augen­ höhe. Zentrales Anliegen des Prozesses ist die dialogische und vertrauensstiftende Kommunikation mit den Bürgerinnen und Bürgern der Stadt. Das Format wurde in der zweiten Jahreshälfte von 2014 initiiert und hilft dabei, ein partizipatives Umfeld zu schaffen, Berührungsängste abzubauen und kritische Themen offen zu diskutieren. Zudem wird mit dem Dialog kontinuierlich zu einem transparenten Nachbarschaftsverhältnis beigetragen und somit Vertrauen in die Fachkompetenz und Integrität aller Verantwortlichen geschaffen.

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Im Jülicher Nachbarschaftsdialog arbeiten lokale Akteure aus Verwaltung, Handel, Handwerk, Industrie, Schule und Wissenschaft unter dem Leitgedanken „Gemeinsam die Zukunft für die Region Jülich gestalten“ zusammen. Das Forum ist in seiner Arbeitsweise weder zeitlich noch thematisch beschränkt oder gebunden. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer bestimmen ihre Agenda entlang der Kriterien Dringlichkeit und Interessenschwerpunkt selbst. Die Gruppe erarbeitet dabei Themen in Eigenregie und trägt sie so ins Plenum des Nachbarschaftsdialogs. Um ein gutes Gelingen sicherzustellen, wurde gemeinsam eine Vereinbarung zum fairen Miteinander geschlossen.

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In der Aufbauphase wurden zunächst potenzielle Teilnehmerinnen und Teilnehmer für einen Nachbarschaftsdialog identifiziert. Daneben wurde eine externe Moderation für den Nachbarschaftsdialog gesucht, um auch ad personam zu verdeutlichen, dass das Forschungszentrum nur ein Teilnehmer unter mehreren ist und keinerlei herausgehobene Position einnimmt. Dementsprechend sollte die Moderation von Beginn an überparteilich und professionell sein. Aus Sicht des Forschungszentrums ist dies eine der Grundvoraussetzungen für den Erfolg dieses neuen Dialogformats. Nach verschiedenen Gesprächen konnte die Kommunikationsagentur IFOK mit Sitz in Düsseldorf für die Moderation des Dialogprozesses gewonnen werden. Diese hat bereits ähnliche Projekte unterstützt und erfolgreich vorangetrieben, etwa zur Elbvertiefung im Hamburger Hafen. In einer ersten Vorphase galt es zunächst, unter potenziellen Teilnehmern ein Stimmungsbild zu einem möglichen Dialogformat einzuholen: Welche Erwartungen und Wünsche bestehen, welche Themenagenda sehen die Stakeholder? Die Beteiligten zeigten sich offen für das Format, regten erste Themen an und betonten, der Dialog müsse für alle Seiten einen Mehrwert bringen. Im Mai 2015 fand dann die erste Sitzung des Jülicher Nachbarschaftsdialogs statt. Die Teilnehmenden beschlossen, Formalitäten wie Sitzungsintervalle, Themenschwerpunkte, Tagesordnung, Einladung weiterer Personen, Verantwortlichkeiten und Arbeitsaufträge selbst zu bestimmen und entsprechend zu dokumentieren. Zudem war es wichtig, ein Verständnis davon zu entwickeln, was der Nachbarschaftsdialog leisten kann, soll und darf. Dass allen Beteiligten bewusst war, dass der Handlungsspielraum des Formats klar definiert werden muss – einschließlich seiner Beschränkungen durch die Gesetzgebung oder andere Rahmenbedingungen – war von hoher Bedeutung. Neben den Sitzungen in großer Runde gestalten die Teilnehmenden die Arbeit in den drei Arbeitsgruppen „Leben und Arbeiten in Jülich“, „Wissenschafts- und Wirtschaftsstandort Jülich“ sowie „Bildung und Perspektiven für Jugendliche“. So können sich die Partner außerhalb der offiziellen Sitzungen in jenen AGs engagieren, in denen sie selbst aktiv werden möchten. Der Nachbarschaftsdialog blickt bereits jetzt auf ein positives Zwischenfazit und hat sich durch die konstruktive und engagierte Arbeit der Teilnehmerinnen und Teilnehmer etabliert. Unter den Kooperationspartnern haben sich belastbare Netzwerke herausgebildet. Das Forschungszentrum konnte die eigene Transparenz erhöhen, seine Informationen zielgerichtet adressieren und dadurch ein Vertrauensverhältnis zu den Teilnehmerinnen und Teilnehmern des Dialogs aufbauen und dieses weiter vertiefen. Im Berichtszeitraum gab es zwei offizielle Sitzungen des Nachbarschaftsdialogs.

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Die Moderatoren Artur Cebulla (Forschungszentrum, links) und Jochen Goeser (FH Aachen, rechts) freuen sich mit den Gewinnern (v. l. n. r.): Sascha Nievelstein und Norick Tschauder (Haus Overbach) sowie Laurin Galasso und Anna Linkenheil (Forschungszentrum Jülich)

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Das Forschungsprofil des Forschungszentrums Jülich ist geprägt durch eine hohe Exzellenz in allen Bereichen und in allen neun Instituten. Egal ob Klima- und Energieforschung, die Untersuchung des mensch­lichen Gehirns oder die Arbeit mit verschiedensten Materialien und Supercomputern: Überall tragen die Forscherinnen und Forscher zu einem besseren Verständnis unserer Welt und Umwelt bei. Die starke Intraund Interdisziplinarität, nationale und internationale Kooperationen und ein aktiver Wissenstransfer stellen sicher, dass die Ergebnisse der Forschung helfen, gesellschaft­ lichen Herausforderungen zu begegnen und Handlungsansätze für diese anzubieten. Das Forschungszentrum Jülich leistet damit einen entscheidenden Beitrag zur Nachhaltigkeitsstrategie der Bundesregierung und auch der internationalen Staatengemeinschaft.

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FORSCHUNG

Forschung für eine lebenswerte Zukunft Das Forschungsprofil des Forschungszentrums Jülich ist geprägt durch eine hohe Exzellenz in allen Bereichen und in allen neun Instituten. Egal ob Klima- und Energieforschung, die Untersuchung des mensch­ lichen Gehirns oder die Arbeit mit verschiedensten Materialien und Supercomputern: Überall tragen die Forscherinnen und Forscher zu einem besseren Verständnis unserer Welt und Umwelt bei. Die starke Intraund Interdisziplinarität, nationale und internationale Kooperationen und ein aktiver Wissenstransfer stellen sicher, dass die Ergebnisse der Forschung helfen, gesellschaftlichen Herausforderungen zu begegnen und Handlungsansätze für diese anzubieten. Das Forschungszentrum Jülich leistet damit einen entscheidenden Beitrag zur Nachhaltigkeitsstrategie der Bundesregierung und auch der internationalen Staatengemeinschaft.

30 Das Forschungsprofil des Forschungszentrums Klimawandel verstehen, Energiewende vorantreiben Anders als der Name es vermuten lässt, wird am Institut für Energie- und Klimaforschung (IEK) nicht nur zu Aspekten wie Photovoltaik oder Tropo- und Stratosphäre geforscht. Ebenso gehören Arbeiten zu Werkstoffen, Herstellungsverfahren, Verfahrenstechniken oder nuklearer Entsorgung und Reaktorsicherheit zum Jülicher Portfolio. Dies erlaubt einen ganzheitlichen Blick auf alle Aspekte der Bereiche Energie, Erde und Umwelt. Die Bedeutung des IEK zeigt sich auch daran, dass hier in mittlerweile 13 Bereichen mehr als 900 Mitarbeiter tätig sind. 2014 übernahm Prof. Dr. Olivier Guillon die Leitung des Bereichs Werkstoffsynthese und Herstellungsverfahren des IEK. Zudem wurde 2015 der Institutsbereich Modellierung und Simulation von Werkstoffen (IEK-13) neu gegründet: Dieser Bereich soll sich mit dem Materialverhalten bei der Energieerzeugung und -wandlung beschäftigen. Ebenso sind vereinzelt noch andere Institute wie das Institut für Bio- und Geowissenschaften (IBG), das Peter Grünberg Institut (PGI), das Jülich Centre for Neutron Science (JCNS) und das Zentralinstitut für Engineering, Elektronik und Analytik (ZEA) an der Forschung im Bereich Energie und Klima beteiligt. Im PGI beispielsweise können in speziellen Laboren Oxide präpariert oder dünne Filme und Kristalle wachsen. Dies spielt besonders in der Anwendung der Forschung des IEK eine Rolle, wenn es um Festoxid-Brennstoffzellen oder ultradünne Solarzellen geht.

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Prof. Dr. Stefan van Waasen (ZEA)

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„Exzellente Wissenschaft im Sinne der Gesellschaft liegt nicht nur in den relevanten Themen, sondern auch in einer möglichst effizienten Umsetzung. Hierzu gehören unmittelbar das Schaffen und Nutzen von Synergien, insbesondere im Sinne der Nachhaltigkeit. Diese zentrale Rolle muss dabei insbesondere durch Engineering-Bereiche in der Entwicklung für die Wissenschaft wahrgenommen werden. Die Auswahl der richtigen Methoden und Technologien ist eine Schlüsselkomponente und kann neben dem Erkenntnisgewinn zudem auch zu einem gesellschaftlich-wirtschaftlichen Nutzen führen. Diese Verantwortung versuchen wir im ZEA in unserer täglichen Arbeit bestmöglich wahrzunehmen.“ Ein Schwerpunkt in der Arbeit des IEK ist die Forschung in der Atmosphäre. Das Verständnis darüber, wie die oberen und unteren Schichten der Lufthülle unserer Erde – und vor allem die Stoffe darin – funktionieren und zusammenwirken, ist maßgeblich für ein tiefgreifendes Verständnis des gesamten Klimawandels. Die Forschungsergeb­nisse aus Jülich helfen, Modelle zu verfeinern, Frühwarnsysteme zu schaffen und Strategien gegen die Erd­ erwärmung zu entwickeln. So trat das Forschungsflugzeug HALO im März und April seine ersten Messflüge an. Die gesammelten Daten sollen helfen, Klimamodelle genauer und zuverlässiger zu gestalten. Im Juni 2014 konnten so zusammen mit

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FORSCHUNG

der University of East Anglia Ergebnisse veröffentlicht werden, wonach es in der Atmosphäre Fluorchlorkohlenwasserstoffe (FCKW) bisher unbekannten Ursprungs gibt. Die Untersuchungen zeigen deutlich, dass solche Stoffe in ihrer Masse durchaus die Ozonschicht schädigen können. 2  „Die

Untersuchung atmosphärenchemischer Prozesse mit dem Ziel, anthropogene Einflussnahme zu verstehen und zu bewerten, verlangt interdisziplinäre Forschung, da diese Prozesse intrinsisch mit den verschiedenen Komponenten des Erdsystems wechselseitig verbunden sind. Bei unseren Messungen der Luftqualität in verschiedenen Regionen Chinas ist der transdisziplinäre Ansatz zusammen mit unseren chinesischen Partnern zudem unausweichlich; Ergebnisse unserer Forschung müssen hier zu politischem Handeln führen. Das betrifft einerseits Maßnahmen zur Emissionsreduktion bei industriellen Prozessen und zum anderen Verkehrslenkungsmaßnahmen.“ Gleichzeitig konnte in Jülich gezeigt werden, wie gut die Selbstreinigungskräfte, die „Waschmittel der Atmosphäre“, funktionieren: besser als bisher angenommen. Die sogenannten OH-Radikale, die Schadstoffe wie Kohlenwasserstoffe oder Kohlenmonoxid abbauen, werden normalerweise durch Stickoxide recycelt. Besonders über den Urwäldern am Amazonas oder in Borneo ist deren Konzentration jedoch niedrig. Die Konzentration der OH-Radikale war dort aber teilweise zehn Mal so hoch wie erwartet. Daraus lässt sich schließen, dass neben den Stickoxiden noch andere Prozesse für eine Wiederverwendung der OH-Radikale zuständig sind. Diese gilt es nun zu finden. Solche und weitere Forschungsergebnisse präsentiert die Helmholtz-Gemeinschaft seit Mai 2014 auf einer eigenen Website, der „Erde und Umwelt – Earth System Knowledge Platform“ (ESKP). Sie ist eine zentrale Anlaufstelle für die Öffentlichkeit, wenn es um Auswirkungen des Klimawandels, Früherkennung und Schutz vor Naturkatastrophen oder die Verbreitung von Schadstoffen in der Umwelt geht. Jülich hat im Januar 2015 auf der Plattform auch eine eigene Website zum Ozonverlust über der Arktis eingerichtet. Die dortigen Berechnungen können früh vor erhöhten UV-Belastungen warnen.

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3  „Die Simulation von physikalischen, chemischen, biologischen und geologischen Prozessen und deren Wechselwirkungen erfordert interdisziplinäre An­ sätze sowie eine integrative Herangehensweise. Ein wichtiges Ziel ist ein signifikanter Beitrag zur Verbesserung globaler und regionaler Klimavorher­ sagen, die als zuverlässige Grundlage für nachhaltige Anpassungs- und Klimaschutzmaßnahmen dringend benötigt werden. Erdsystemmodellierung zeichnet sich somit auch durch ein hohes Maß an Nutzerorientierung aus.“

Neben dem Erfassen und Evaluieren des Status quo ist eine wichtige Aufgabe der Forschung für die Nachhaltigkeit, einen Blick in die Zukunft zu werfen. In Jülich und der gesamten HelmholtzGemeinschaft stellt man sich diesbezüglich vor allem die Frage, wie in Zukunft Energie erzeugt werden soll. Ein vielversprechender, aber aufwendig zu erforschender Ansatz lautet seit Jahren und Jahrzehnten: Kernfusion. Das Forschungszentrum Jülich ist im Rahmen des europäischen Konsortiums EUROfusion vor allem an der Entwicklung neuer Materialien beteiligt – ebenso aber an anderen Großprojekten wie dem Experimentalreaktor Wendelstein 7-X oder dem weltweiten Kooperationsprojekt ITER. Ein derzeit drängendes und deswegen zentrales Ziel des Jülicher Forschungszentrums ist und bleibt, die Energiewende in Deutschland zu begleiten und aktiv zu gestalten. Es geht vor allem um die Frage, wie das Stromnetz der Zukunft auszusehen hat,

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Prof. Dr. Andreas Wahner (IEK-8)

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Prof. Dr. Martin Riese (IEK-7)

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wie verschiedene Komponenten des Energie­ systems zusammenwirken und aufeinander abgestimmt werden müssen. Dafür entsteht in Zusammenarbeit mit Kolleginnen und Kollegen vom Karlsruher Institut für Technologie (KIT) und dem Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) das Energy Lab 2.0. In einer entsprechenden Anlage fließen chemische, thermische und elektrische Energieströme zusammen, wodurch neue Ansätze für stabilere Stromnetze praxisnah auf die Probe gestellt werden können. In Jülich entsteht außerdem bis 2018 ein Elektrolyse-Testzentrum. Neben systemischen Fragen zur Integrierbarkeit neuer Technologien konzentriert sich die Arbeit in Jülich auch und vor allem auf Grundsätzliches: auf die Materialebene. Photovoltaikanlagen und Brennstoffzellen beispielsweise müssen erst bestmöglich funktionieren, bevor sie ideal in das Energiesystem der Zukunft integriert werden können.

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Prof. Dr. Lorenz Singheiser (IEK-2)

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Prof. Dr. Astrid KiendlerScharr (IEK-8)

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4  „Die Umstellung der gegenwärtigen Energieversorgung auf erneuerbare und nachhaltige Energien erfordert erhebliche Anstrengungen nicht nur im Bereich der Forschung und Entwicklung, um elektrochemische Energiewandler und Speicher für stationäre und mobile Anwendungen zu entwickeln, sondern auch bei Herstellung, Betrieb und Integration in die benötigten Versorgungsinfrastrukturen für diese Anlagen. Dadurch entstehen völlig neue Formen und Modelle der Zusammenarbeit und Kooperation entlang der gesamten Wertschöpfungskette sowie zwischen völlig unterschiedlichen Forschungseinrichtungen und wissenschaftlichen Disziplinen. Diese sind hoch innovativ und bieten völlig neue Ansätze im Bereich der Forschung und Entwicklung und der Umsetzung in neue Technologien.“

Abseits des IEK arbeiten auch andere Institute des Forschungszentrums in der Klima- und Umwelt­ forschung. Ein Beispiel hierfür ist das IBG. Unter dessen Beteiligung entstand 2015 eine Studie, wonach die europäischen Wälder zunehmend mehr Wasserdampf abgeben. Pflanzen nehmen durch Porenöffnungen auf Blättern und Nadeln Kohlenstoffdioxid auf und geben Wasserdampf ab. Dadurch hängen der globale Kohlenstoff- und Wasserkreislauf eng zusammen. Eine höhere CO2 -Konzentration in der Atmosphäre bei gleichen Anforderungen der Pflanzen bedeutet theoretisch, dass sich die Poren immer weiter schließen – und somit auch weniger Wasser in die Atmosphäre abgege-

ben wird. Die Forscherinnen und Forscher kommen aber zum gegenteiligen Ergebnis. Sie erklären sich dieses Ergebnis mit verlängerten Wachstumsperioden, einer verstärkten Verdunstung in einer wärmer werdenden Umgebung und durch größere Blattoberflächen. Die Studie ist wichtig für die künftige Modellierung der Klimawirksamkeit von Wäldern und des weltweiten Wasserkreislaufes. Außerdem lassen sich auch ökologische Konsequenzen daraus ziehen; denn Laub- und Nadelbäume reagieren unterschiedlich auf eine erhöhte Kohlenstoffdioxid-Konzentration in der Atmosphäre.

5  „Die

Bereitstellung von Datenbanken spielt für Transparenz in der Forschung eine wesentliche Rolle: Dies ermöglicht die Nutzung der Daten durch andere Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler auch über die originäre Fragestellung hinaus.“ Highlight: Werkstoffe der Energiewende Fortschritte in der Energieforschung stehen und fallen mit Innovationen auf der kleinsten Ebene: den Materialien. Ein Beispiel hierfür sind sogenannte Dünnschicht-Photovoltaikmodule. Im Jülicher Forschungszentrum konnte 2014 die Lichtausbreitung in diesen Solarzellen sichtbar gemacht werden. Ein entscheidender Schritt, ihren derzeit noch geringen Wirkungsgrad weiter anzuheben. Denn im Vergleich zu herkömmlichen, kristallinen Solarzellen sind Dünnschicht-Varianten deutlich leichter

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herzustellen – und verbrauchen dabei auch weniger Material.

6  „Nachhaltigkeit in der Materialforschung beinhaltet, besonders für den Bereich der erneuerbaren Energien, dass der Verfügbarkeit von Materialien und der Umweltverträglichkeit von Prozessen große Aufmerksamkeit gewidmet wird – entlang der gesamten Wertschöpfungskette. Die Notwendigkeit zur Gesamtschau erfordert einen breiten interdis­ ziplinären wissenschaftlichen Ansatz, für den wir in Jülich hervorragend aufgestellt sind.“

neuartige Ansätze, die das Klimagas CO2 in energiereiche chemische Moleküle umwandeln. Diese Chemikalien sind der Schlüssel zu einer effizienten Kopplung der Sektoren Energieversorgung, Transport und Verkehr sowie Chemische Industrie.“ Bei der Energieerzeugung ist aber längst nicht Schluss – im Gegenteil. Eines der großen Probleme der Energiewende ist die Energiespeicherung. Jülicher Forscherinnen und Forscher verfolgen hier zwei Ansätze parallel. Zum einen arbeiten sie an neuartigen Batterien, um Energie kurzfristig verfügbar zu machen. Auch hier kommen wieder Dünnschicht-Verfahren zum Einsatz, ebenso innovative Materialien, die eine höhere Speicherdichte, Sicherheit und Temperaturbeständigkeit als bei herkömmlichen Batterien versprechen. Der zweite Ansatz zielt auf eine langfristige Speicherung ab. Hier konzentriert sich die Arbeit im Forschungszentrum auf Elektrolyse und andere chemische Verfahren, das sogenannte Power-to-X-Verfahren. Dabei wird Wasserstoff gewonnen, der in großen Mengen gespeichert und transportiert werden kann – um bei Bedarf wieder in Strom umgewandelt oder in chemischen Formen gespeichert werden zu können. Denn ein flexibles System, das es jederzeit erlaubt, Strom zu erzeugen oder in anderer Form zu speichern, ist ein Schlüssel für die erfolgreiche Zukunft der erneuerbaren Energien in Deutschland.

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Prof. Dr. Uwe Rau (IEK-5)

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Daneben beschäftigt sich die Forschung in Jülich mit effizienteren Brennstoffzellen. Ein Schwerpunkt widmet sich der Festoxid-Brennstoffzelle, die ein wichtiges Element einer dezentralen Stromversorgung sein kann. Ähnlich HochtemperaturBrennstoffzellen: Sie können in Blockheizkraftwerken oder Fahrzeugen zur Stromerzeugung eingesetzt werden. Die Jülicher Forschung in diesem Bereich wurde nicht nur für ihren Klimaschutz ausgezeichnet – die Brennstoffzelle hat mit einer Laufzeit von 63.000 Stunden, also mehr als sieben Jahren, auch einen Weltrekord aufgestellt. Das beweist: Das System erscheint praxisreif für die Anwendung außerhalb des Labors. 7  „Zum Gelingen der Energiewende ist neben neuen wissenschaftlichen Ansätzen die Einbeziehung der Zivilgesellschaft notwendig, um beim Umbau unseres Energiesystems die Lösungsansätze mit der breitesten Akzeptanz zu identifizieren. Im Kopernikusprojekt ‚Power-to-X’ erforschen wir deswegen

Prof. Dr. Rüdiger Eichel (IEK-9)

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8  „Bisher wurden die Sektoren Elektrizität, Wärmeversorgung und Verkehr getrennt voneinander betrachtet. Für ein Gelingen der Energiewende müssen sie aber eng miteinander verzahnt werden, neue Formen der Energie- und Stromspeicherung sind nötig. Wasserstoff ist der Schlüssel für diese Sektorkopplung.“

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Prof. Dr. Detlef Stolten (IEK-3)

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Bioökonomie: Von fossilen zu nachwachsenden Ressourcen Eine der größten Herausforderungen unserer Gesellschaft ist der Wandel weg von fossilen Ressourcen. Im Bereich der Energieerzeugung hat diese Einsicht mit der Energiewende bereits ihre beginnende Umsetzung gefunden. Natürliche Rohstoffe werden aber in allen Lebensbereichen verwendet und zu Produkten verarbeitet, während gleichzeitig die weiter steigende Weltbevölkerung nachhaltig und gesund ernährt werden muss. Vor diesem Hintergrund immer knapper werdender Ressourcen sind Alternativen gefragt. Im Forschungsschwerpunkt Bioökonomie wird diese von Jülicher Forschern in enger Kooperation mit den Partnern aus dem Bioeconomy Science Center (BioSC) gesucht. In einer zukünftigen nachhaltigen Bioökonomie werden nicht länger fossile Ressourcen verbraucht, sondern biologische Prozesse auf Basis des Wissens über Pflanzen, Tiere oder Mikroorganismen genutzt. So entstehen nachhaltige Alternativen bei Lebens- und Futtermitteln, Chemikalien und Materialien, und am Ende der Nutzungskette bei der Bioenergie. In Jülich forscht vor allem das Institut für Bio- und Geowissenschaften (IBG) zur Bioökonomie. Es bildet mit seiner Expertise in Pflanzen- und Bodenwissenschaften und der industriellen Biotechnologie die Basis für eine strategische Entwicklung des Themas Bioökonomie – auch über Jülich und die Helmholtz-Gemeinschaft hinaus. Die drei Institutsbereiche Biotechnologie, Pflanzenwissenschaften und Agrosphärenforschung koordinieren große nationale und internationale Forschungsplattformen. Eine besondere Stellung nimmt hier das Bioeconomy Science Center (BioSC) ein. Hier forschen ins­ gesamt 65 Institute der Partner RWTH Aachen, Universität Bonn, Universität Düsseldorf sowie des Forschungszentrums Jülich an integrierten Lösungen für die Bioökonomie – mit Beiträgen der Natur-,

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Prof. Dr. Michael Bott (IBG-1)

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Ingenieurs-, Wirtschafts- und Sozialwissenschaften. Innerhalb der Helmholtz-Gemeinschaft koordinieren die Jülicher Forscher den programmüberschreitenden Verbund „Nachhaltige Bioökonomie“. Das Forschungsfeld der Bioökonomie entwickelt sich sehr dynamisch, auch in Jülich. So konnten Jülicher Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler im Bereich Biotechnologie Mikroorganismen und Enzyme entwickeln, um letztlich aus nachwachsenden Rohstoffen Bioprodukte mit neuen Eigenschaften zu produzieren. Einen Schwerpunkt bilden dabei Biokatalysatoren. Diese werden eingesetzt, um chemische Reaktionen zu steuern, zu beschleunigen und um unerwünschte Nebenprodukte zu vermeiden. In der Industrie haben Katalysatoren deswegen eine herausgehobene Stellung. Jülicher Forscherinnen und Forschern ist es 2014 gelungen, die Eigenschaften zweier Enzyme zu kombinieren, um aus ihnen einen neuen Biokatalysator her­ zustellen. Dieser ermöglicht die Synthese von (S)-Benzoin mit weniger Reaktionsschritten, milderen Reaktionsbedingungen und besserer Selektivität als bei bisherigen Verfahren. 9  „Bioökonomie nutzt Forschung und Innovation in

der Biologie, um eine nachhaltige und verantwortungsbewusste Wirtschaftsweise zu etablieren. Die Biotechnologie spielt dabei eine zentrale Rolle. Die revolutionären Fortschritte in der Biologie der letzten 50 Jahre haben die Voraussetzungen geschaffen, um das bisher nur ansatzweise ausgeschöpfte rie­ sige Potenzial der biologischen Herstellung von sowohl ‚High-value‘- als auch ‚High-volume‘-Chemikalien konsequent zu nutzen. Die Übertragung von komplexen Biosynthesewegen aus technisch nicht geeigneten Systemen in industriell nutzbare Mikroorganismen oder die Etablierung gänzlich neuer

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Biosynthesewege in solchen Zellfabriken bietet enorme Chancen, um – auch in Kombination mit der Synthesechemie – eine Vielzahl neuer innovativer Produkte für die chemische Industrie und die Medizin zu erzeugen. Dazu ist es notwendig, technisch verwertbare nachwachsende Kohlenstoffquellen bereitzustellen, die Zellfabriken mit ihren Hunderten von parallel ablaufenden enzymkatalysierten Reak­ tionen ganzheitlich für die Synthese des gewünschten Produkts zu optimieren und die Umsetzung in einen technischen Prozess zu gewährleisten. Unsere langfristig angelegte Forschung zielt darauf ab, Lösungen für diese Herausforderungen zu finden.“ Für die Bioökonomie und biologische Produkte sind Pflanzen von besonderer Bedeutung. Obwohl seit Jahrtausenden erforscht und genutzt, müssen Produktivität, Wasser- und Nährstoffnutzung und Qualität der Produkte immer weiter optimiert und an die neuen Herausforderungen der Umwelt angepasst werden. Jülicher Forscherinnen und Forscher des Bereichs Pflan­ zenwissenschaften haben das am Beispiel der Verteilung von Biomasse in Pflanzen gezeigt. Im Zentrum ihrer Untersuchung stand die bisher gängige Metabolic Scaling Theory (MST), nach der sich Blattwerk, Wurzeln, Stamm beziehungsweise Stängel proportional in bestimmten Größenverhältnissen auf eine Pflanze verteilen. Die Studie aus dem Jülicher Forschungszentrum kommt hingegen zu dem Schluss: Die

MST ist ein zu starres Modell. Geht es um die Verteilung von Biomasse, müssen künftig auch Faktoren wie die Evolution oder die ökologische Rolle der einzelnen Pflanzenteile betrachtet werden. 10  „In Verantwortung für folgende Generationen und für unsere eigene Lebensqualität müssen wir mit den Ressourcen, die uns unsere Erde gibt, sehr verantwortlich umgehen. Daher ist bei der Beantwortung zentraler Zukunftsfragen eine multidisziplinäre Herangehensweise unabdingbar. Parallel zur Forschung und Entwicklung potenzieller Lösungen muss der Dialog mit Politik, Wirtschaft und Gesellschaft laufen, da sonst wichtige Rahmenbedingungen übersehen werden könnten.“

Der dritte und letzte Bereich des IBG beschäftigt sich mit der Agrosphäre. Dabei geht es vor allem um die Untersuchung terrestrischer Systeme an der Schnittstelle zwischen Biologie, Chemie und Geologie. Dafür werden in Jülich Agrar- und Grundwassersysteme untersucht, besonders an der so­ genannten Critical Zone zwischen Grundwasser, Boden, Biosphäre und unterer Atmosphäre. Diese Systeme geraten im Zuge des Klimawandels zunehmend unter Druck und sind weitreichenden Veränderungen unterworfen. Diese abzubilden und darauf zu reagieren ist entscheidend, um künftig eine stabile Wasserversorgung und Landwirtschaft zu sichern. 11  „Interdisziplinäre Forschungsansätze bilden die wesentliche Voraussetzung, um die gesellschaftlichen Herausforderungen von heute und morgen nachhaltig lösen zu können. Zur Sicherung unserer natürlichen Ressourcen und der Nahrungsmittelproduktion sowie der Dienstleistung unserer Ökosysteme werden neue Sensortechnologien entwickelt und mit prädiktiven Modellen vom Grundwasser bis in die Atmosphäre kombiniert, mit dem Ziel, Echtzeitmanagementmethoden für die Nahrungsmittelproduktion und die Sicherung unserer natürlichen Ressourcen zu entwickeln.“

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Prof. Dr. Ulrich Schurr (IBG-2)

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Prof. Dr. Harry Vereecken (IBG-3)

Seit Oktober 2015 geht Jülich zusammen mit 47 Partnern aus ganz Deutschland zudem der Frage nach, wie der Ertrag auf landwirtschaftlichen Flächen gesteigert werden kann, ohne den Böden zu schaden. Unter dem Namen „BonaRes – Boden als nachhaltige Ressource für die Bioökonomie“ soll es vor allem um Fragen der verschiedenen Land-

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nutzungsoptionen gehen und wie sich diese auf die Funktionen von Böden auswirken. Diese Forschung ist umso wichtiger, betrachtet man die stetig wachsende Weltbevölkerung. Mehr Menschen bedeuten schließlich auch mehr Lebensmittel, die angebaut und produziert werden müssen. Hinzu kommt der Klimawandel, der Flächen auf lange Sicht unbenutzbar für die Landwirtschaft macht. Schlussendlich konkurrieren auf vielen Arealen Nahrung, Rohstoffe und Energie miteinander. Will man all diesen Herausforderungen wirksam begegnen, führt kein Weg an effizienterer Bodennutzung vorbei.

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Highlight: Algen und Antibiotika Eine wichtige Frage der Zukunft ist, wie wir zukünftig Flüssigkraftstoffe für die verschiedenen Bereiche des Verkehrs nachhaltig erzeugen können – zum Beispiel um die davon abhängigen Flugzeuge zu betreiben. Erdöl und die daraus gewonnenen Kraftstoffe wie Kerosin sind endliche Ressourcen. Noch zu wenig ist über Alternativen zu den traditionellen Verfahren bekannt, eine davon ist Treibstoff aus Algen. 2014 wurde in Jülich das „Algen Science Center“ in Betrieb genommen, um die Produktion von Algen und deren Umwandlung in Bio­ kerosin zu untersuchen. Das Forschungszentrum koordiniert das Verbundprojekt AUFWIND, in dem drei verschiedene Bioreaktorsysteme für Algen in enger Zusammenarbeit mit Partnern aus der Industrie getestet werden. Zusätzlich werden in Jülich im Rahmen des Projektes OptimAL verschiedene Algen optimiert – sie sollen durch bessere Photosynthese noch schneller wachsen, auch Reststoffe als Nährstoffquellen nutzen können und eine optimale Zusammensetzung für die Verwertung haben. Hierbei stehen nicht nur der optimale Anbau und die Raffinierung der Wasserpflanzen im Fokus, sondern auch die Nebenprodukte. Eine Bio­ raffinerie, in der die Algen auch Vitamine, Aminosäuren oder Farbpigmente abwerfen, könnte so gegenüber der nachhaltigen Kerosinproduktion konkurrenzfähig werden – und damit eine Abkehr vom fossilen Erdöl einleiten.

führt. Sie werden in der Intensivlandwirtschaft in großem Umfang eingesetzt, und so gibt es Befürchtungen, die Wirkstoffe könnten über das Fleisch oder die Gülle in unser Essen und das Grundwasser gelangen. Das Problem daran: Durch den übermäßigen Einsatz von Antibiotika entwickeln Bakterien Resistenzen, wodurch letztlich sogenannte multi­ resistente Keime entstehen, gegen die die heute bekannten Medikamente keine Wirkung entfalten. Dass zumindest die Belastung durch die Gülle auf den Feldern äußerst gering ist, konnte das Forschungszentrum Jülich in Zusammenarbeit mit dem Umweltbundesamt zeigen: An 48 Messstellen in vier Bundesländern wurde über zwei Jahre das oberflächennahe Grundwasser auf 23 Wirkstoffe untersucht. Bei 39 Testorten konnten gar keine Wirkstoffe nachgewiesen werden, bei sieben weiteren wurden geringe Spuren von Sulfanomiden gefunden. Im Gegensatz zu den antibiotisch wirkenden Substanzen gibt es für Pflanzenschutzmittel einen gesetzlich geregelten Grenzwert, der bei 100 Nanogramm pro Liter im Grundwasser liegt. Lediglich an zwei Messstellen lag die Belastung durch den Stoff Sulfamethoxazol höher als dieser Grenzwert.

Nicht nur die konventionelle Energieerzeugung, auch die konventionelle Landwirtschaft muss in Anbetracht der nachhaltigen Entwicklung einer Gesellschaft zumindest überdacht werden. Eine große Diskussion in diesem Rahmen wird immer wieder über Antibiotika in der Landwirtschaft ge-

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Gesundheitsforschung: Das Gehirn verstehen 12  „Die aktuelle neurowissenschaftliche Forschung liegt in einem besonderen Spannungsfeld zwischen der stetigen Weiterentwicklung der verwendeten Methoden und Modelle auf der einen Seite und der im öffentlichen Interesse stehenden klinischen Anwendung auf der anderen. Für unsere Forschung ist es dabei entscheidend, die ethischen Implikationen klinischer Anwendung auf Basis der aktuellen, oft noch in Entwicklung befindlichen Methoden zu berücksichtigen.“

Die Gesundheitsforschung in Jülich bündelt sich vor allem an dem Institut für Neurowissenschaften und Medizin (INM) und dem Institute of Complex Systems (ICS). Während das INM sich mit allen Ebenen des Gehirns beschäftigt, von dessen molekularer Organisation bis hin zur kognitiven Neurowissenschaft oder auch Ethik in den Neurowissenschaften, arbeitet das ICS an einem besseren mikroskopischen Verständnis von Vielteilchen-Prozessen, also Mechanismen, die sich auf quantenmechanischer Ebene zwischen verschiedenen Mikroteilchen abspielen. An der Schnittstelle zwischen Biologie, Chemie und Physik können komplexe Systeme so besser verstanden werden. Das dient einerseits weiteren Erkenntnissen in der Biologie, ist aber auch für die Forschung an weicher Materie entscheidend. Der starke Fokus auf das Gehirn als Forschungs­ objekt ergibt sich vor allem aus der Rolle des Forschungszentrums im Großprojekt „Human Brain Project“ (HBP) der Europäischen Kommission. Seit 2013 verfolgen hier mehr als 110 internationale Forschungseinrichtungen das Ziel, das Gehirn in den nächsten Jahren intensiv zu erforschen, dieses Wissen zu bündeln und in Simulationen nachzu­

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bilden. So wurde das Helmholtz-Forschungsprogramm „Funktion und Dysfunktion des Nervensystems“, an dem Jülich maßgeblich beteiligt ist, in das neue Programm „Decoding the Human Brain“ überführt. Hintergrund ist eine bereits seit Langem intensive Zusammenarbeit der Bereiche „Decoding the Human Brain“ und „Supercomputing und Big Data“, die dem gleichen Forschungsbereich entstammen. Durch die Zusammenlegung können wichtige Kräfte gebündelt und konzentriert werden. 13  „In einem Team aus Psychologen, Mathema­ tikern, Physikern und Neurologen untersuchen wir, wie sich Netzwerkfunktionsstörungen, die vor allem durch Schlaganfälle verursacht werden, beheben lassen. Dazu setzen wir nicht-invasive neuromodulatorische Verfahren ein. Diese Untersuchungen tragen nicht nur zur Entwicklung neuer Therapieansätze in der Neurorehabilitation bei, sondern erlauben uns grundlegende Einblicke in die Funktionsweise des gesunden und kranken Gehirns und leisten damit einen wichtigen Beitrag zur Entschlüsselung des menschlichen Gehirns.“

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Prof. Dr. Simon Eickhoff (INM-1)

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Wie entscheidend gerade die Gesundheitsforschung im Bezug auf das Gehirn ist, zeigt sich an der Vielzahl von Forschungsergebnissen, die Jülich 2014 und 2015 präsentieren konnte. Bereits im März 2014 wurde eine Arbeit veröffentlicht, die zusammen mit der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf entstand. Darin werden Möglichkeiten skizziert, um die Verklumpung bestimmter Eiweiße im Gehirn zu verhindern – und damit Ablagerungen zu vermeiden, die bei verschiedenen neurodegenerativen Krankheiten nachweisbar sind. Im konkreten Fall geht es um die sogenannten Lewy-Körperchen, die besonders bei der parkinsonschen Krankheit und der Lewy-Körperchen-Demenz durch α-Synu­ cleine verklumpt werden. Den Forscherinnen und Forschern ist es gelungen, ein Bindeprotein maß-

Prof. Dr. Gereon Rudolf Fink (INM-3)

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zuschneidern, das α-Wrapin. Dieses fixiert das α-Synuclein an einer kritischen Stelle im Molekül und verhindert so das Verklumpen. Bis zu einem therapeutischen Einsatz ist es noch ein langer Weg, aber nun ist ein entscheidender Ansatzpunkt dafür bekannt.

orientierung und maximale Transparenz gegenüber den Zulassungsbehörden aus. Ein kausal wirkendes Medikament, das den Krankheitsverlauf aufhalten oder wenigstens verlangsamen kann, wäre ein wichtiger Beitrag, um die Herausforderungen einer alternden Gesellschaft zu bewältigen.“

Um die Bekämpfung der α-Synucleine dreht sich auch ein weiteres, europäisches Projekt: Bei SYMPATH geht es um die Früherkennung und Behandlung der parkinsonschen Krankheit und der seltenen MSA-Erkrankung. Zwei potenzielle Impfstoffe für Parkinson stehen bereit, für den ersten konnten im Dezember 2014 die Kandidaten für eine erste klinische Studie gefunden werden. Erweist sich die Substanz als sicher, sollen weitere Untersuchungen an Parkinson-Patienten folgen. Damit könnte der Weg frei werden für eine Therapie, die erstmals nicht nur Symptome, sondern die Ursache der Krankheit selbst behandelt.

Neben ihren Fortschritten bei schwerwiegenden neurodegenerativen Krankheiten wie Alzheimer oder der parkinsonschen Krankheit widmet sich die Hirnforschung am Forschungszentrum aber auch nutzbringend anderen Leiden wie Tinnitus. Den ständigen Ton im Ohr hören allein in Deutschland schätzungsweise drei Millionen Menschen. Ist er sehr ausgeprägt, schränkt Tinnitus die Lebensqualität stark ein. In Jülich wurde eine Behandlungsmethode entwickelt, bei der gezielte akustische Signale die Nervenzellen sozusagen aus dem Takt bringen sollen. So soll der störende Ton mit der Zeit verlernt werden. Dass die Behandlung wirkt, zeigt eine Untersuchung aus Großbritannien:

Ein solches Verfahren ist beispielsweise die tiefe Hirnstimulation, die seit Jahren bei der parkinsonschen Krankheit eingesetzt wird. Dabei werden dem Patienten Elektroden ins Gehirn implantiert, die bestimmte Hirnregionen stimulieren oder de­ aktivieren. Dieses Verfahren konnten Jülicher Forscherinnen und Forscher nun erfolgreich zur Behandlung von Alzheimer einsetzen. Durch die Stimulation des Nucleus basalis Meynert, eines Kerns des zentralen Nervensystems im Vorderhirn, konnte bei vier von sechs Probanden die Erkrankung nicht geheilt, aber deutlich gebremst werden. Grund dafür war die verstärkte Produktion des Botenstoffs Acetylcholin durch die Stimulation. In nächsten Schritten soll die Behandlung an mehr Personen und bei verschiedenen Alzheimererkrankungen getestet werden. Außerdem müssten die Patienten über einen langen Zeitraum betrachtet werden; nur so könne sich zeigen, wie stabil der Effekt letztlich bleibt.

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Prof. Dr. Dieter Willbold (ICS-6)

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14  „Ein zentrales Forschungsthema am Instituts­ bereich Strukturbiochemie (ICS-6) ist die Alzheimer Demenz. Um einen bei uns entwickelten Wirkstoffkandidaten zur Anwendung zu bringen, muss zunächst das Risiko eventueller Nebenwirkungen minimiert werden. Der Wirkstoff muss umfangreich auf Unbedenklichkeit und Wirksamkeit im Menschen getestet werden. Dieses höchst interdisziplinäre Projekt zeichnet sich auch durch starke Nutzer­

Bei Tinnitus-Patienten einer Londoner Klinik sank die geschätzte Lautstärke im Schnitt um ein Viertel, die Belästigung durch das Geräusch um ein Drittel. Highlight: Neue Möglichkeiten dank Supercomputern Die hervorragende Stellung der Gesundheits­ forschung und des HBP in Jülich ergibt sich zu einem großen Teil auch aus der ausgezeichneten Ausstattung sowie der engen Verknüpfung der verschiedenen Institutsbereiche. Besonders an der

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FORSCHUNG

Schnittstelle zwischen neurowissenschaftlicher Forschung und Computersimulationen ergeben sich für beide Bereiche vollkommen neue Möglichkeiten. So widmen sich die Forscherinnen und Forscher des neu gegründeten Institutsbereichs Computational Biomedicine (INM-9) den moleku­ laren Prozessen in gesunden und kranken Zellen des Gehirns. Die enorme Rechenleistung, die sie dazu benötigen, erhalten sie von den Supercomputern des Jülich Supercomputing Centre (JSC). 15

„Die beteiligten Institute nutzen mit Supercomputern erstellte Simulationen, um damit Liganden mit neuroprotektiven Eigenschaften und bildgebende Diagnostikverfahren zu entwickeln. Diese Forschung betreiben wir in hohem Maße interdisziplinär und in integrativer Zusammenarbeit. Wir stellen außerdem sicher, dass alle Daten, die bei unseren Unter­­ suchungen entstehen, der wissenschaftlichen Gemeinschaft zur Verfügung stehen.“

Ein weiterer Bedarf für hohe Rechenleistung ist das Verfahren des „3D Polarized Light Imaging“ (3D-PLI). Damit können Faserverläufe im Gehirn dreidimensional dargestellt werden. 3D-PLI wurde am INM entwickelt, das JSC konnte mittels Simulationen zeigen, wie zuverlässig das System arbeitet. Dabei werden ungefärbte, histologische Gehirnschnitte durchleuchtet. Das polarisierte Licht bricht sich an den Nervenzellfortsätzen anders als in anderem Gewebe. So lassen sich zunächst einzelne Fasern rekonstruieren – und schließlich eine

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gesamte „Faserkarte“ des Gehirns. Diese Möglichkeit für besonders rechenintensive Simulationen und Berechnungen ist besonders im HBP gefragt. Denn dort geht es nicht nur darum, das Gehirn in seiner Komplexität zu verstehen, sondern diese Erkenntnisse auch auf Computern nachzubilden. Dafür leistet die vorbildliche interdisziplinäre Arbeit in Jülich einen entscheidenden Beitrag.

Supercomputer und neue Materialien

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Prof. Dr. Paolo Carloni (IAS-5/INM-9)

Wie bisher deutlich wurde, spielen im Forschungszentrum Jülich aufwendige Computersimulationen und eine intensive Materialforschung institutsübergreifend eine wichtige Rolle. So ist das Institute for Advanced Simulation (IAS) maßgeblich an Simula­ tionen für das Human Brain Project (HBP) beteiligt. Denn dessen Bereich des Jülich Supercomputing Centre (JSC) verantwortet den Supercomputer JUQUEEN, Deutschlands schnellsten Großrechner und eines der acht schnellsten Computersysteme der Welt. JUQUEEN erreicht eine maximale Leistung von 5,9 Petaflops und ist damit etwa 100.000 Mal schneller als ein herkömmlicher PC. Damit sind vor allem im Bereich der Hirnforschung immer wieder neue, wegweisende Fortschritte möglich. Ein Beispiel hierfür ist die Entschlüsselung von Hirnsignalen. Mittels Superrechnern wie JUQUEEN lassen sich zwar neuronale Netzwerke simulieren – allerdings nur bis zu einer begrenzten Größe von wenigen Dutzend Nervenzellen. Zwar können die Hirnsignale bereits umfangreich und detailliert aufgezeichnet werden. Die Schwierigkeit besteht aber darin, aus diesen Signalen die zugrunde liegende anatomische Verschaltung der Neu­ ronen abzulesen. In Jülich ist es nun gelungen, ein Schätzverfahren zu entwickeln, das sehr genaue Ergebnisse liefert und den Rechenaufwand um ein Vielfaches reduziert. In ersten Tests konnte unter Idealbedingungen bereits eine Genauigkeit des neuen Verfahrens von 99 Prozent gezeigt werden, wie Simulationen bestätigen.

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„Wissenschaftsfreiheit ist ein hohes Gut – ebenso wichtig aber ist auch Wissenschaftsverantwortung: Relevanz, Transparenz und Auswirkungen der Forschung. Im Wissenschaftlich-Technischen Rat beraten wir die Organe des Forschungszentrums deswegen nicht nur in allen Fragen der strategischen Ausrichtung der Gesellschaft, sondern auch in grundsätzlichen, wissenschaftlichen und technischen Angelegenheiten.“

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Prof. Dr. Hans Ströher (IKP-2/WTR)

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Über das JSC ist das IAS noch an weiteren wichtigen Forschungsprojekten beteiligt: Das JSC koor­ diniert beispielsweise das Projekt ORPHEUS, das die Sicherheit bei Bränden in vielschichtigen U-Bahnhöfen verbessern soll. Über kleinste Echtbrandversuche, Modelle und vor allem Simula­ tionen werden nicht nur Brandschutzkonzepte entwickelt. Ebenso untersucht das Projekt, wie die Beteiligten von Rettungskräften über Betreiber bis hin zu Ladenbesitzern im Falle eines Brandes zusammenarbeiten.

feste und flüssige Materie. Die Arbeit mit diesen Teilchen gibt Aufschluss darüber, wie Atome und Moleküle angeordnet sind und wie sie zusammenwirken. Als Sonden lassen sich mit ihnen außerdem neuartige Systeme wie Membranen oder Kristalle auf einer atomaren Ebene genauer untersuchen. Der Bereich Neutronenstreuung des JCNS bildet außerdem eine Brücke zwischen den Instituten ICS und PGI. Letzteres ist in seiner Forschung ungemein breit aufgestellt. Von der Quantentheorie der Materie über Funktionale Nanostrukturen an Oberflächen bis hin zu Elektronischen Eigenschaften und Elektronischen Materialien betreibt das PGI vor allem Grundlagenforschung bezüglich neuer physikalischer Materialien und Systeme. 17

„Supercomputer haben einen großen Energie­ bedarf. Das JSC trägt mit seiner Technologieabteilung dazu bei, den Energiebedarf bei steigender Rechenleistung zu senken. In enger Kooperation mit Unternehmen werden energieeffiziente Rechenkomponenten, intelligente Kühlsysteme und optische Kommunikationsnetzwerke im Co-Design transdis­ ziplinär weiterentwickelt und eingesetzt, was helfen wird, die Betriebskosten der Maschinen in einem vertretbaren Rahmen zu halten. Die Einbindung des JSC in das europäische Human Brain Project eröffnet ebenfalls die Möglichkeit, innovative Ansätze zur Entwicklung neuer Rechnerarchitekturen zu identifizieren und zu nutzen. Mittelfristig streben wir mit unseren Partnern auf dem Campus an, die Versorgung der Computersysteme vollständig auf erneuerbare Energie umzustellen.“ Die hohe Interdisziplinarität der Institute zeigt sich exzellent an den Forschungsergebnissen, die die einzelnen Bereiche in Zusammenarbeit mit anderen in den letzten Jahren präsentieren konnten.

Daneben ist die Material- und Teilchenforschung am Institut für Kernphysik (IKP), dem Jülich Centre for Neutron Science (JCNS) sowie dem weiter vorn bereits erwähnten Peter Grünberg Institut (PGI) hervorzuheben. Während das IKP auf dem Gebiet der Hadronenforschung arbeitet und den Bau des Hochenergie-Antiprotonenspeicherrings HESR am Teilchenbeschleuniger FAIR vorantreibt, widmet sich die Forschung am JCNS vor allem den Neutronen. Diese ermöglichen einen einmaligen Blick in

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Am JCNS konnte eine mögliche Erklärung für die Nebenwirkungen von Ibuprofen auf Neutronen­ ebene gefunden werden: Der Wirkstoff veränderte in hohen Konzentrationen in Sojapflanzen die Struktur der Lipidmembranen der Zellen, wodurch die Zellwände beschädigt werden. Dank einer Neutronenuntersuchung konnte in Jülich außerdem ein Enzym aus der Klasse der Glycosidasen in bisher unerreichter Exaktheit analysiert werden. Das Eiweiß beschleunigt den Abbau von Biomasse. Die Ergebnisse dienen dazu, organische Materialien auch unter schwierigen Bedingungen effizienter

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werden, was sich nachts in atmosphärischen Grenzschichten abspielt. Weiterhin soll untersucht werden, wie sich verschiedene Untergründe wie vereiste und eisfreie Ozeane auf die Turbulenzen auswirken. Ein dritter Schwerpunkt sind Durch­ mischungsprozesse, die das Verschwinden von Wolken beeinflussen.

abbauen zu können. Das JCNS ist außerdem am Projekt SILENT-F beteiligt. Ziel ist es hier, zusammen mit dem Jülicher PGI und der Fachhochschule Aachen ein Leichtbaufahrzeug zu entwickeln, das durch eine Kombination aus Elektromotor und Direktmethanol-Brennstoffzelle angetrieben wird. Im Ergebnis soll eine größere Reichweite als bei bisherigen Elektrofahrzeugen stehen. Das PGI arbeitet beim Forschungsprojekt MAGicSky zudem daran, sogenannte Skyrmionen, kleinste magnetische Wirbel an Grenzflächen, auf ihre Eignung als Computerkomponenten hin zu prüfen. An dieser Forschung ist auch das IAS beteiligt. Highlight: Das Chaos ordnen Das Phänomen kennt jeder, der schon einmal in einem Flugzeug gesessen hat: das mal sanfte, mal etwas holprigere Rumpeln beim Sinkflug. Verursacht wird dieser Effekt durch Durchmischungsprozesse in der Atmosphäre. Konkret geht es um den Übergang von der recht ruhigen Troposphäre in eine tieferliegende atmosphärische Grenzschicht. So gut und intensiv das Klima erforscht ist, haben die Modelle mit diesen scheinbar zufälligen Turbulenzen und Verwirbelungen noch Probleme und können sie – wenn überhaupt – nur zum Teil erklären. Erst seit den letzten Jahren ist es dank Supercomputer möglich, die Prozesse im großen Maßstab zu studieren, zu simulieren und so zu verstehen. Das Jülich Supercomputing Centre (JSC) stellt für die weitere Forschung in diesem Bereich seine Rechenkapazitäten zur Verfügung. In einem Forschungsprojekt soll vor allem geklärt

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Turbulenzen sind aber nicht nur in der Luftfahrt ein Phänomen. Wasserwirbel im Waschbecken oder das Umrühren in einer Kaffeetasse sind nur die kleinsten alltäglichen Beispiele. Bereits bekannt ist, dass sich Turbulenzen aus Wirbeln zusammensetzen, die in immer kleinere zerfallen. Dank des JSC und vor allem dank der enormen Rechenleistung des Supercomputers JUQUEEN konnte ein Forscherteam eine möglicherweise allgemeine Ordnung für das Chaos finden. Dafür betrachteten die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler nicht die Wirbel an sich, sondern die Scherenschichten zwischen diesen. Beim Vergleich dreier verschiedener Strömungen konnten so stets die gleichen statistischen Gesetzmäßigkeiten gefunden werden. Ein Beweis für diese als Kolmogorov-Hypothese bekannten Gesetze steht bisher aus – dafür müsste man unzählige Wirbelkaskaden beobachten. Doch selbst modernste Supercomputer haben nicht die Leistung, solch komplexe Simulationen anzustellen. Durch den reduzierten Blick auf die Scherenschich­ ten lässt sich das Verhalten der Wirbel aber heute bereits entschlüsseln. Doch auch hierfür sind Supercomputer unabdingbar. Die Berechnungen für das Projekt, die JUQUEEN erbracht hat, hätten einen einzelnen PC mit einem Prozessorkern 6.000 Jahre beschäftigt – ununterbrochen.

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Prof. Dr. Dr. Thomas Lippert (IAS/JSC)

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Technologie- und Wissenstransfer Dem Forschungszentrum Jülich ist im Sinne einer nachhaltigen Forschung nicht nur daran gelegen, wichtige gesellschaftliche Fragen zu beantworten. Die Forschung in den vorgestellten Bereichen ist die Basis und sozusagen das Kerngeschäft in Jülich. Damit die Forschungsergebnisse und Anstrengungen der Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler auch einen nachhaltigen Einfluss und Effekt entfalten können, müssen sie in die Öffentlichkeit getragen werden. Dieser Technologie- und Wissenstransfer spiegelt sich in Ausgründungen, Kooperationen, Veröffentlichungen, Messeauftritten und vielen anderen Aspekten der täglichen Arbeit in Jülich wider. In diesem Sinne können die weiter vorn beschriebenen Projekte auf regionaler bis internationaler Ebene durchaus als Technologietransfer innerhalb der Wissenschaft gewertet werden.

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Deswegen bündelt und koordiniert das Forschungszentrum in seinem Geschäftsbereich Drittmittel und Technologie-Transfer (bis 2015 hieß der Geschäftsbereich lediglich Technologie-Transfer) einzigartig in der Helmholtz-Gemeinschaft sämtliche Kompetenzen: Drittmitteleinwerbung, Industrie- und Fördermittelgeschäft, Betreuung von Ausgründungen, Auftragsforschung, F&E-Kooperationen und Lizenzvergabe. So stellte Jülich 2014 und 2015 insgesamt 233 EU-Projekt-Anträge im Rahmen des Fördermittel­programms „Horizon 2020“. Davon wurden bereits knapp 30 Projekte mit einer Gesamtsumme von etwa 15 Millionen Euro genehmigt, wobei Jülich bei einer Handvoll die Koordination übernimmt. Bei Dutzenden anderen Anträgen steht eine abschließende Bewertung noch aus. Auf nationaler Ebene sind die Zahlen noch beeindruckender: Im zweijährigen Berichtszeitraum verzeichnete das Forschungszentrum 226 Projektanträge, von denen 157 mit einer Gesamtfördersumme von 45 Millionen Euro genehmigt wurden. Sowohl 2014 als auch 2015 gab es im nationalen Förderbereich jeweils mehr als 370 laufende Projekte, von denen Jülich zwischen 22 und 29 koordinierte. Der Austausch innerhalb der wissenschaftlichen Community erfolgt über Kooperationsprojekte hinaus insbesondere auf Tagungen, Symposien oder Kongressen. So fand Anfang 2014 die Sommerschule des EU-Projekts „ITaRS – Initial Training for atmospheric Remote Sensing“ in Köln und Jülich statt. Die Sommerschule dient dazu, dem Wissenschaftsnachwuchs theoretisches und praktisches Wissen in den Bereichen Klimaforschung, Messtechniken, Wolken und Niederschlag mitzugeben. So ergeben sich für ihn neue Möglichkeiten, um zu Klimawandel, Wettervorhersagen oder Luftverschmutzung zu forschen. Während dies erst die zweite Auflage der Sommerschule des ITaRS-Projekts war, fand das UmbrellaSymposium 2014 und 2015 bereits zum 28. und 29. Mal statt. Umbrella ist eine der ältesten internationalen Forschungskooperationen des Forschungszentrums Jülich und der RWTH Aachen. Die Tagungen finden im Wechsel in Jülich und dem Technion der israelischen Stadt Haifa statt. Themen der Tagungen waren Biomaterialien, Lebenswissenschaften und Biotechnologie. Im Frühjahr 2016 begeht die Umbrella-Kooperation ihr 30-jähriges Jubiläum in Jülich. Von einem solchen Geburtstag ist das Helmholtz-Institut Erlangen-Nürnberg für Erneuerbare Energien (HI ERN) noch weit entfernt. Die Außenstelle des Forschungszentrums Jülich wurde 2013 eröffnet, 2015 nahm die erste Forschungsgruppe ihre Arbeit dort auf. Die erste wissenschaftliche Veranstaltung am HI ERN war aber eine andere: ein internationales Symposium zum Thema „Recent Achievements and Future Trends in Electrocatalysis“ im Mai 2014. Über 90 Forscherinnen und Forscher präsentierten dort den aktuellen Stand der Wissenschaft auf dem Gebiet der Elektrokatalyse. Diese Forschung soll künftig neben druckbarer Photovoltaik ein Schwerpunkt des HI ERN werden.

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Eine andere Premiere feierte Jülich im November 2014: Da diskutierten etwa 50 Teilnehmerinnen und Teilnehmer das aktuelle Forschungsprogramm des internationalen Fusionsexperiments ITER. Es war der erste Workshop seiner Art unter dem Dach des neu gegründeten Konsortiums EUROfusion, in dem 29 wissenschaftliche Einrichtungen aus 26 Ländern vereint sind. Nachhaltiger Wissenstransfer erschöpft sich aber natürlich nicht nur im Dialog innerhalb der Wissenschaft. Von zentraler Bedeutung ist auch der Kontakt zur Öffentlichkeit, beispielsweise über Publikationen. Besonders wichtig sind natürlich die Jahresberichte sowie der erste Nachhaltigkeitsbericht von 2014 und dessen Fortschreibung, die hier erfolgt. Daneben leistet das Magazin „effzett“, das bis zur Ausgabe 3/2014 noch „Forschen in Jülich“ hieß, einen wichtigen Beitrag, auch zwischen den Berichten über die Fortschritte und Ereignisse in Jülich zu informieren. In vielen Bereichen sind Jülich und seine Forschungspartner gleichfalls dazu übergegangen, ihre Ergebnisse und Erkenntnisse nicht nur zu präsentieren, sondern der Öffentlichkeit zur Verfügung zu stellen und Einsicht in die eigene Arbeit zu gewähren.

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So ist im Mai 2014 die Wissensplattform „Erde und Umwelt – Earth System Knowledge Platform“ (ESKP) online gegangen. Hier präsentiert die Helmholtz-Gemeinschaft aktuelle Forschungsergebnisse und Hintergrundwissen rund um die Themen Auswirkungen des Klimawandels, Naturgefahren sowie Ausbreitung von Schadstoffen in der Umwelt. Aus Jülich sind vor allem die Bereiche zur Tropo- und Stratosphärenforschung des IEK beteiligt. ESKP ist ein Anlaufpunkt für die Öffentlichkeit, um für ein tieferes Verständnis vom Klimawandel und der Umwelt im Allgemeinen zu sorgen. Hierfür stehen Texte, Interviews, Messdaten, Bild- und Filmmaterial zur Verfügung. Anfang 2015 kam außerdem eine weitere Website zum ESKP hinzu, die den arktischen Ozonverlust dokumentiert und vom Jülicher IEK verantwortet wird. Das Institut für Energie- und Klimaforschung zeigt sich auch an anderer Stelle als digitaler Vorreiter im Dialog mit der Öffentlichkeit. Die bislang interne Datenbank des Bereichs Photovoltaik, in der die Daten aller Proben und Prozesse des Instituts zentral gespeichert sind, ist seit 2015 als freie Software über den Browser abrufbar. Das Projekt nennt sich „JuliaBase“ und ist weltweit eines von lediglich drei quelloffenen Labor-Informationsmanagement-Systemen. Eine offene Kommunikation muss das Forschungszentrum – wie die gesamte Wissenschaft – auch über die eigenen Methoden und Ansprüche führen. Das schafft man in Jülich beispielsweise über die Vortragsreihe „Jülich Lecture“. So beschäftigte sich der achte Teil der Reihe im April 2014 mit ethischen Fragen in der Neurowissenschaft. Das Gebiet wächst seit Jahren rasant und nimmt auch eine zentrale Stellung in der Jülicher Gesundheitsforschung ein. Gerade mit neuen Verfahren durch Bildgebung oder Simulationen ergeben sich neue ethische Fragestellungen, mit der sich die Wissenschaft zwingend auseinandersetzen muss. Nur im Dialog mit der Gesellschaft kann sie eine verantwortungsvolle Forschung nachhaltig gewährleisten. Neben dem Wissens- spielt aber auch der Technologietransfer in Form von Ausgründungen eine entscheidende Rolle im Forschungszentrum Jülich. Start-ups, die mithilfe des Geschäftsbereichs Drittmittel und Technologie-Transfer den Sprung vom Forschungszentrum in die freie Wirtschaft schaffen, leisten einen wichtigen Beitrag, Forschungsergebnisse und Lösungsansätze zu einer Marktreife zu verhelfen. So können sich die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler weiterhin auf ihre Expertise konzentrieren: die Forschung. Ein solches Spin-off der vergangenen Jahre war die SenseUp GmbH. Zwei Forscher des Jülicher IBG hatten in ihrer Arbeit am Institut ein Verfahren entwickelt, um die Suche nach produktiven Bakterienstämmen erheblich zu verkürzen. Das Team von SenseUp wurde nicht nur vom Helmholtz-Enterprise-Fonds geför-

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dert, sondern war auch eines von sieben Siegerteams der „Gründungsoffensive Biotechnologie GO-Bio“ vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF). Das BMBF unterstützt die Ausgründung mit insgesamt 2,5 Millionen Euro. 2015 waren daneben noch zwei weitere Spin-offs erfolgreich: Die Isoloid GmbH spezialisiert sich auf hochreine Proben für die Gesundheitsforschung. Gerade bei Krankheiten wie Alzheimer, der parkinsonschen Krankheit oder Diabetes Typ 2 sind die Labore auf hochreine Proben von Proteinen und Peptiden angewiesen, die sich jedoch oftmals schwer herstellen lassen. Zudem hat der Wissenschaftsnachwuchs am Jülicher IEK eine neuartige Kohlenstoffbeschichtung entwickelt, mit der sich Metallplatten vor Korrosion schützen lassen. Der EXIST-Forschungstransfer des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie fördert das Projekt mit insgesamt einer Million Euro, beim Aachener Gründungswettbewerb AC2 gewannen die Forscherinnen und Forscher zudem 10.000 Euro zusätzliches Startkapital als Preisgeld für das erfolgversprechendste Konzept.

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Fibrillen aus rekombinant hergestelltem α-Synuclein, dem Schlüsselprotein der Parkinson-Krankheit,

Neben all diesen größeren Projekten und Kooperationen engagiert sich Jülich selbstverständlich auch in kleineren Initiativen und ist regelmäßig ganzjährig auf Messen und Veranstaltungen vertreten, national wie international. Beispielhaft erwähnt seien hier für den Berichtszeitraum lediglich die Hannover Messe, die Biomedica in Maastricht, die Medica in Düsseldorf, die BIO International Convention in Philadelphia oder diverse Tagungen wie die SOFC-XIV in Glasgow und die SC15 in Austin. Um weiterhin auch im Bereich des Technologietransfers ausgezeichnet aufgestellt zu sein, treibt Jülich das Thema Gründerkultur weiter voran, vor allem in Kooperation mit der RWTH Aachen. Dazu zählen diverse Workshops, Vorträge und ein Gründertalk für Interessierte. Denn das bedeutet Wissenstransfer ebenfalls: das bestehende Wissen auch intern den eigenen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern umfassend zur Ver­ fügung zu stellen.

Vernetzung und Kooperationen Regional Das Forschungszentrum Jülich sieht sich in der glücklichen Lage, in der direkten Umgebung gleich mehrere exzellente Hochschulen als Kooperationspartner vorzufinden. Hervorzuheben sind hier die ABCD-Hochschulen in Aachen, Bonn, Köln und Düsseldorf. Wie eng das Forschungszentrum mit den Universitäten zusammenarbeitet, lässt sich vor allem an der stetig steigenden Zahl gemeinsam berufener Jülicher Institutsleiter festmachen. Ende 2014 waren 90 der insgesamt 94 Professoren mit den rheinischen Hochschulpartnern berufen. Ausdrücklich sei in diesem Zusammenhang auf zwei Kooperationsprojekte hingewiesen: Im Bioeconomy Science Center (BioSC) arbeitet Jülich im Bereich der Bioökonomie eng mit den Hochschulen in Aachen, Bonn und Düsseldorf zusammen. In diesem einmaligen Kompetenzzentrum kommen alle relevanten Wissenschaftszweige rund um Biomasse, biobasierte Produkte und Prozesse im Wertschöpfungsnetzwerk

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Bioökonomie zusammen. Entsprechend bündelt der Geoverbund ABC/J die Kompetenzen der Jülicher Bodenforschung mit denen der Universitäten Aachen, Bonn und Köln. In diesem engen Netz von Kooperationen nimmt die Partnerschaft mit der Hochschule Aachen eine besondere Stellung ein. Die Jülich Aachen Research Alliance (JARA) ist in ihrer Form einzigartig in Deutschland. 2007 ins Leben gerufen, dient JARA vor allem dazu, die Forschung auf ausgewählten Forschungsfeldern mit hoher gesellschaftlicher Relevanz zusammenzuführen und auszuweiten. Im September 2014 wurde das Hochschulzukunftsgesetz NRW verabschiedet, was den Weg freigemacht hat, an den einzelnen JARAInstituten erste Arbeiten aufzunehmen. So wurden bis Dezember 2014 insgesamt sechs Sektionen gegründet, die sich unter anderem mit Hirnfunktionen, halbleiterbasierten Transistortechnologien und Nanostrukturen oder auch den Unterschieden zwischen Materie und Antimaterie auseinandersetzen. Die Ausrichtung der JARA-Institute zeigt: Die enge Zusammenarbeit mit der Hochschule Aachen orientiert sich stark an den Schwerpunkten Jülichs und erlaubt es beiden Seiten, die umfangreichen und teils sehr aufwendigen Forschungsarbeiten auf einem exzellenten Niveau fortzuführen und auszubauen.

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2015 verlängerte die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) außerdem ein weiteres Kooperationsprojekt zwischen dem Forschungszentrum Jülich und den Universitäten in Aachen, Bonn und Köln: Transregio 32 (TR32). Dieser Sonderforschungsbereich ist 2007 gestartet und geht nun in seine dritte Phase, die bis 2018 andauern soll – so erreicht das Projekt die maximale Förderdauer der DFG von zwölf Jahren. Im Zentrum der Forschung von TR32 stehen die Energie- und Masseströme zwischen Boden, Pflanzen und Atmosphäre. Die Erkenntnisse helfen, über Modelle und Simulationen die Folgen des Klimawandels auf verschiedene Ökosysteme vorhersagen zu können. TR32 ist mit seiner Forschung eng deutschlandweit verzahnt, vor allem im Rahmen des Projekts TERENO, der terrestrischen Umweltobservationen.

National Das Forschungszentrum Jülich ist als Teil der Helmholtz-Gesellschaft in dieser selbstverständlich stark engagiert. Gemeinsam mit den 17 anderen Forschungszentren koordiniert Jülich eine Vielzahl von Projekten und arbeitet an fünf der sechs Forschungsbereiche Energie, Erde und Umwelt, Gesundheit, Schlüsseltechnologien, Materie sowie Luftfahrt, Raumfahrt und Verkehr mit. Besonders im Helmholtz-Institut ErlangenNürnberg (HI ERN), das dem Institut für Energie- und Klimaforschung (IEK) zugeordnet ist, konnte nach der Gründung 2013 im Berichtszeitraum mit dem Aufbau von Management- und Infrastrukturen sowie ersten wissenschaftlichen Arbeiten begonnen werden. 2014 erfolgten diverse Ausschreibungen wie die einer Abteilungsleitung für den Bereich „Modellierung dünner Filme“ sowie der Position des späteren HI ERN-Direktors als W3-Professur für Elektrokatalyse an der Universität Erlangen-Nürnberg. Das Jülicher IEK erhielt 2014 aber noch weiteren Zuwachs: mit dem Helmholtz-Institut Münster (HI MS). Auch dieses wird von Jülich koordiniert und soll sich insbesondere mit Fragen der Energiespeicherung beschäftigen. Am HI MS sind neben Jülich noch die Rheinisch-Westfälische Technische Hochschule Aachen (RWTH Aachen) und die Westfälische Wilhelms-Universität Münster beteiligt. Wie bereits angesprochen, ist Jülich im Rahmen der Forschung im Sonderforschungsbereich Transregio 32 am TERENO-Netzwerk beteiligt. Mehr noch: Die Abteilung Agrosphäre des Instituts für Bio- und Geowissenschaften (IBG) koordiniert die Forschungen von TERENO. Das Projekt spannt ein deutschlandweites Netz von Observatorien, die regionale Auswirkungen des globalen Wandels dokumentieren – vor allem mit Blick auf soziale, ökologische und wirtschaftliche Faktoren. Weitere Partner dieses Netzwerks sind das Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung (UFZ), das Karlsruher Institut für Technologie (KIT), das Deutsche GeoForschungsZentrum (GFZ), das Helmholtz-Zentrum München für Gesundheit und Umwelt (HMGU) sowie das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR). Das KIT und das DLR sind auch bei einem anderen Projekt Partner Jülichs: Das Energy Lab 2.0 soll die Energiewende voranbringen und neue Ansätze zur Stabilisierung der Energienetze realitätsnah auf die Probe

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stellen. Dafür werden Speichertechnologien im Verbund mit verschiedenen Stromerzeugern und Energieverbrauchern untersucht ebenso wie der Übergang zu einer flexibleren Stromerzeugung im Hinblick auf Last und Brennstoff sowie die Verknüpfung von Strom-, Wärme- und Gasnetzen. Aber nicht nur Strom- und andere Energienetze spielen bei der Forschung eine Rolle, sondern auch Aspekte wie Big Data, Netzsicherheit und Privatheit der Daten. Dafür wird das Energy Lab unter anderem vom Bund und vom Land BadenWürttemberg gefördert; insgesamt fließen in den nächsten Jahren 23 Millionen Euro in das Projekt. Daneben arbeitet das Forschungszentrum auch im Bereich der Gesundheitsforschung eng mit nationalen Partnern zusammen. So ist 2015 das große Forschungsprojekt APIC gestartet. Zusammen mit der Uniklinik der RWTH Aachen und anderen Krankenhäusern und Ärzten aus dem gesamten Rheinland untersucht Jülich dabei Ursachen, Wirkungen und Therapiemöglichkeiten von Schizophrenie. Allein in Deutschland leiden etwa 800.000 Menschen an der psychischen Erkrankung, deren Ursachen bis heute nicht abschließend geklärt sind. APIC soll dazu einen entscheidenden Beitrag leisten, indem Veränderungen im Gehirn von Erkrankten sichtbar gemacht werden. Zudem sollen verschiedene Therapien miteinander verglichen werden und auch neue Möglichkeiten wie Neurofeedback erprobt werden.

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Ebenfalls im März brachte die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) ein neues Verbundprojekt auf den Weg. Für die gezielte Manipulation von Materialien durch elektrische und magnetische Felder stehen in den nächsten Jahren insgesamt 105 Millionen Euro zur Verfügung. Jülich koordiniert in dieser Zusammenarbeit eines der insgesamt 18 Schwerpunktprogramme. Das Ziel der Forschung sind neue Verfahren, um umweltfreundliche, preisgünstige und energieeffiziente anorganische Materialien herstellen zu können. Eine besondere Kooperation ist das Forschungsflugzeug HALO (High Altitude and Long Range Research Aircraft). Die Gemeinschaftsinitiative verschiedener deutscher Umwelt- und Klimaforschungseinrichtungen entstammt zwar einer nationalen Kooperation – neben dem Forschungszentrum Jülich sind daran noch andere Institute der Helmholtz-Gemeinschaft, die DFG, die Max-Planck-Gesellschaft, die Leibniz-Gemeinschaft sowie der Freistaat Bayern beteiligt. HALO ist mittlerweile aber vor allem bei Großprojekten im Ausland unterwegs.

International Das Forschungsflugzeug HALO, eine gemeinschaftliche Initiative deutscher Forschungsinstitute, war in den letzten beiden Jahren vor allem auf internationalen Missionen unterwegs. 2014 führten Jülicher Forscherinnen und Forscher in insgesamt 200 Flugstunden Messungen auf der ganzen Welt durch, in der Arktis, den mittleren Breiten und schließlich den brasilianischen Tropen. Das Forschungsprojekt wird koordiniert vom Leipziger Institut für Meteorologie, dem Max-Planck-Institut für Chemie in Mainz sowie dem brasilianischen Forschungsinstitut Instituto Nacional de Pesquisas Espaciais. Die Atmosphärenforschung über dem Amazonas-Regenwald dient vor allem dazu, mehr über die Entstehung von Wolken und Niederschlägen zu

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erfahren – und deren Auswirkungen auf das Klima. Dafür flog HALO durchaus auch direkt in aufsteigende Regen- und Gewitterwolken. Diese intensiven Klimauntersuchungen setzte das Forschungsflugzeug 2015 fort. Im Juli steuerte das Team Zypern, die Malediven und Indien an. Ziel dieser Messkampagne namens OMO („Oxidation Mechanism Observations“) war es, die Auswirkungen erdbodennaher Schadstoffemissionen während des asiatischen Sommermonsuns auf die Selbstreinigungskräfte der Atmosphäre zu untersuchen. Während der intensiven Regenzeit durchmischt sich die Atmosphäre auf einmalige Art und Weise: Untere Schichten werden praktisch angesogen und heben so Schadstoffe bis in die obere Troposphäre auf eine Höhe von 15 Kilometern. Mit HALO sollte dort die Konzentration von Hydroxyl(OH)-Radikalen gemessen werden. Der Stoff fungiert als eine Art Waschmittel, wodurch sich die Atmosphäre zu einem großen Teil selbst reinigen kann. Im Dezember 2015 brachen HALO und Jülicher Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler Richtung Nordpol auf, um dort die Wirkung des Treibhausgases Ozon zu untersuchen.

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Ebenfalls um Treibhausgase geht es auch bei einer weiteren internationalen Kooperation: Die gesamte Helmholtz-Gemeinschaft baute 2014 ihre wissenschaftlichen Beziehungen zur Chinesischen Akademie der Wissenschaften (CAS) aus. Insgesamt wurden fünf sogenannte Helmholtz-CAS Joint Research Groups eingerichtet, an einer von ihnen ist Jülich beteiligt. Zusammen mit Partnern aus Peking und von der Universität Wuppertal soll hier der Einfluss des asiatischen Monsuns auf Kohlendioxid (CO2 ), Wasserdampf und Schwefelverbindungen in der Atmosphäre analysiert werden. Zudem verstärkt Jülich seine Zusammenarbeit mit der Fudan University in Shanghai im Bereich der Nanoelektronik. Langfristig soll so ein virtuelles, kooperatives Labor mit den Forschungsschwerpunkten Computergestützte Nanowissenschaften, Spintronik und Quantenelektronik sowie Bioelektronik entstehen. Jülich kooperiert in Shanghai mit einer weiteren Forschungseinrichtung, dem Shanghai Institute of Microsystem and Information Technology, auf dem Gebiet der Quantenmaterialien. Ein entsprechender Vertrag zur Gründung eines zweiten gemeinsamen Labors wurde im April 2014 unterschrieben. Ausdruck der engen Zusammenarbeit mit den chinesischen Partnern sind auch die zahlreichen Reisen und Besuche, die Jülicher Forscherinnen und Forscher nach Asien – und ihre Partner wiederum nach Jülich gemacht haben. Jülich baut aber auch seine Zusammenarbeit mit anderen asiatischen Partnern aus. So wurde 2014 ein neues Büro in Indien eröffnet, zusammen mit der Universität Köln und der vom DLR koordinierten EURAXESSLinks-Initiative der EU-Kommission. In Neu-Delhi suchen die drei europäischen Einrichtungen den Kontakt zu potenziellen Partnern in Politik, Wirtschaft und Wissenschaft. Jülich war bereits seit 2012 mit einem eigenen Büro in Indien vertreten, zu der Zeit noch in Mumbai. Die neue Niederlassung soll auch dazu genutzt werden, indische Partner für die Klimaforschung zu finden, die bereits mit den chinesischen Einrichtungen angelaufen ist und den Einfluss des asiatischen Monsuns auf das Klima analysiert. In diesem Zusammenhang wurde im Mai 2015 eine Absichtserklärung unterzeichnet. Demnach soll das Forschungsflugzeug M55 Geophysica im Sommer 2016 von Indien aus Messflüge in großen Höhen durchführen. Das Forschungszentrum Jülich ist natürlich auch auf anderen Kontinenten mit Partnern in Forschungs­ projekten engagiert, wie in Südamerika. Hier geht es aber anders als in Asien vor allem um die Nutzbar­ machung und Verwertung organischer Reststoffe – ein klassischer Ansatz in der Bioökonomie. Im brasilianischen Goiânia startete Ende Januar 2015 das Kooperationsprojekt PURESBio. Der wachsende Anbau von Zuckerrohr zur Gewinnung von Ethanol als Treibstoff sorgt dafür, dass immer mehr Pflanzenreste und -abfälle anfallen. In Deutschland gibt es mit Gärresten aus der Biogasproduktion ein ähnliches Problem. Die Forschung in Goiânia und Jülich soll die Reststoffe auf eine nachhaltige Weiterverwendung hin untersuchen. So soll der Pflanzenanbau auf nährstoffarmen und ertragsschwachen Böden mithilfe der Abfälle verbessert werden. Ein ähnliches Ziel verfolgt auch das Projekt ASHES, das ebenfalls in Südamerika stattfindet und im gleichen Jahr wie PURESBio angelaufen ist. Die Partner wollen untersuchen, mit welcher Verbrennungsmethode aus Bagasse eine möglichst nährstoffreiche Asche entsteht. Bagasse ist der Name der faserigen Reste, die beim Zuckerrohranbau anfallen. Die Asche dieser Abfälle soll so im Sinne einer Kreislaufwirtschaft als Dünger und Zusatzstoff für die Produktion von Bio-Kunststoffen dienen.

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Um Pflanzen drehen sich außerdem drei weitere internationale Projekte mit Jülicher Beteiligung: EPPN, ProPlantStress und FLEX. Das Europäische Pflanzen Phänotypisierungsnetzwerk (EPPN) soll mit insgesamt 14 Partnern die Tätigkeiten zur Erkennung von Pflanzenmerkmalen zusammenführen. Dazu sollen Phänotypisierungsgemeinschaften geöffnet werden, gemeinsame Forschungsaktivitäten intensiviert und Netzwerke in Form von Symposien oder Workshops gestärkt werden. ProPlantStress ist ein durch einen European Research Council Starting Grant gefördertes Projekt, das die Stressantworten von Pflanzen untersucht. Konkret geht es dabei um die proteolytischen Prozesse in den Pflanzen, sprich die Auflösung von Eiweißen in Aminosäuren. Im Ergebnis sollen neue Anwendungen zum Pflanzenschutz und zur Vermeidung von Ernteausfällen stehen. Das dritte Projekt in der Reihe betrachtet ebenfalls Stressreaktionen – allerdings auf einer übergeordneten Ebene: Ende 2015 gab die Europäische Weltraumorganisation ESA bekannt, bis 2022 den Satelliten FLEX in den Weltraum zu schicken. FLEX steht für Fluorescence Explorer und soll Karten zur aktuellen Fluoreszenz von Pflanzenbeständen liefern, die ein direkter Indikator für deren Leistungsfähigkeit ist. Diese Daten helfen beispielsweise, Anbau und Ernte von Nutzpflanzen zu optimieren. Das Messprinzip, das bei FLEX zum Einsatz kommen wird, basiert maßgeblich auf dem flugzeuggestützten Spektrometer HyPlant aus Jülich. Dass dieses zuverlässige Ergebnisse liefert, konnte in den vergangenen drei Jahren mit Partnern aus acht Ländern gezeigt werden.

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Ein bedeutendes internationales Forschungsprojekt mit Jülicher Beteiligung ist auch ITER. Hier sind mit Europa, den USA, Japan, Russland, China, Indien und Südkorea nahezu alle großen Industrie- und Forschungsnationen sowie -regionen vertreten. In Südfrankreich entsteht bis 2020 der Fusionsreaktor ITER. Er ist der erste weltweit, der eine positive Leistungsbilanz aufweisen wird. Das bedeutet, es wird erstmals möglich sein, durch das Plasma mehr Leistung und Energie freizusetzen als man der Anlage zuführt. Allerdings wird dies nur für einige Minuten möglich sein. Die Plasmaimpulse und die erwartete Leistungsver-

Grün ist nicht gleich grün – die untere Flugzeug-Aufnahme mit den Messdaten des Spektrometers HyPlant zeigt farbkodiert die Fluoreszenzemission. Unterschiedliche Farben spiegeln die aktuelle Photosyntheseleistung bzw. akuten Stress wider

Unter Laborbedingungen liefert die Fluoreszenz wichtige Hinweise zum Pflanzenstoffwechsel. Hier ein Blatt der Juwelorchidee (Macodes petola)

stärkung sind daher noch zu gering für die kommerzielle Stromerzeugung. Diese Aufgabe kommt dann der nächsten Anlage zu, dem Demonstrationsreaktor DEMO. Jülich liefert im Rahmen eines Konsortiums elementare Messinstrumente für die eingehende Untersuchung des entstehenden Heliums – eine ungemeine ingenieurtechnische Herausforderung angesichts der starken Belastungen innerhalb des Reaktors: Plasmastrahlung, Neutronenfluss, Materialabtragung und -ablagerung, Temperaturunterschiede und elektro­ magnetische Kräfte, um nur die wichtigsten zu nennen. Andere Mess- und Forschungsinstrumente aus Jülich finden sich ebenfalls auf der ganzen Welt: Das Jülich Centre for Neutron Science (JCNS) betreibt insgesamt 17 Neutroneninstrumente an nationalen und internationalen Spitzenquellen. Externe Nutzer erhalten Zugang zu einheitlichen Bedingungen an der Neutronenquelle, die jeweils am besten für die entsprechenden Experimente geeignet ist. Dies erfolgt über ein Vorschlagsverfahren und die Bewertung durch eine unabhängige Expertengruppe.

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Zum Abschluss soll an dieser Stelle noch einmal der Verweis auf das Human Brain Project (HBP) erfolgen. Das HBP ist eines der zentralen Großprojekte am Forschungszentrum Jülich und in der gesamten HelmholtzGemeinschaft mit Partnern aus ganz Europa. Einzelheiten zum HBP wurden bereits im vorhergehenden Forschungsprofil unter dem Abschnitt „Gesundheitsforschung“ erläutert.

Industrie-Kooperationen Neben der Forschung spielt natürlich die Anwendung der Ergebnisse in der Industrie eine entscheidende Rolle, um Erkenntnisse aus Laboren und Experimenten im Alltag wirksam werden zu lassen. Ebenso profitieren Forschungszentrum und Wirtschaft aber auch von gemeinsamen oder geteilten Infrastrukturen – wie im Fall der Kooperation mit der RWE Power AG. Aus einer industriellen Pilot­ anlage zur CO2 -Wäsche aus dem Kraftwerk Niederaußem stellt RWE Kohlenstoffdioxid für die Jülicher Forschung zur Verfügung. Wie bereits an mehreren Stellen gezeigt, ist die Pflanzen-, Algenund Biomasseforschung in Jülich ein zentrales Thema. Das CO2 aus Niederaußem wird am Forschungszentrum vor allem eingesetzt, um mithilfe von Algen Biotreibstoffe herzustellen und weitere Anwendungen zu untersuchen – aber auch, um Änderungen im Ernteertrag anderer Nutzpflanzen bei einer erhöhten CO2 -Konzentration zu erforschen.

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In Zukunft kommt das CO2 für die Jülicher Algen-Pilotanlage aus dem Kraftwerk Niederaußem

Ein weiteres herausragendes Beispiel, wie Forschung und Privatwirtschaft zusammenarbeiten können, ist eine Kooperation im Rahmen des internationalen, von Jülich koordinierten Klimaforschungsprojekts IAGOS. Hierbei werden Flugzeuge aus der zivilen Luftfahrt mit Messinstrumenten ausgerüstet. So soll in den nächsten Jahren eine globale Messinfrastruktur aufgebaut werden. 2015 wurde ein zweiter Jet der Lufthansa aufgerüstet. Das Unternehmen ist damit das erste, das zwei Flugzeuge an dem Projekt beteiligt. Insgesamt sind bisher sechs Jets von fünf Airlines weltweit für IAGOS im Einsatz. Bis 2020 soll die Flotte auf 20 Stück wachsen. 2014 gründete das Forschungszentrum außerdem zusammen mit den US-Firmen IBM und NVIDIA ein neues Kompetenzzentrum, das POWER Acceleration and Design Center. Anwender sollen hier dabei unterstützt werden, Simulationen auf OpenPOWER-Systemen mit Grafikprozessor-Beschleunigungen durchzuführen. Die Basis dafür bilden die POWER-Prozessoren von IBM und die Grafikprozessoren von NVIDIA. Jülich bündelt so mit den Unternehmen entscheidende Kompetenzen, um die Programmierung, Portierung und Optimierung wissenschaftlicher Codes voranzubringen. Davon profitiert ein breites Spektrum an Bereichen: von den Energie- und Umweltwissenschaften über die Informationstechnologie bis hin zur Hirnforschung. Das Projekt soll den Aufbau weiterer Supercomputer vorantreiben. Hervorgegangen ist die Initiative aus der OpenPOWER-Foundation, die sich für offene Technologien rund um die IBM-POWER-Architektur einsetzt. So sollen Rechenzentren leichter an innovativen und leistungsfähigen Hard- und Softwarelösungen beteiligt werden können.

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ÖKONOMISCHE VERANTWORTUNG

Nachhaltigkeit definiert sich nicht nur durch soziale und ökologische Aspekte, sondern auch ökonomische. Ein wirtschaftlicher Umgang mit den Ressourcen des Forschungszentrums Jülich sichert zum einen das Fortbestehen der Jülicher Einrichtung und zum anderen eine effiziente – und somit nachhaltigere – Forschung. Das Forschungszentrum ist weitgehend von der öffentlichen Hand finanziert und somit ökonomisch gesehen sicherlich ein Sonderfall. Dies bleibt dennoch von hoher Relevanz, da nur so gesellschaftliche Herausforderungen aktiv angegangen und eine unabhängige Verlaufsforschung gewährleistet werden können.

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ÖKONOMISCHE VERANTWORTUNG

Die ökonomische Verantwortung  Nachhaltigkeit definiert sich nicht nur durch soziale und ökologische Aspekte, sondern auch durch ökonomische. Ein wirtschaftlicher Umgang mit den Ressourcen des Forschungszentrums Jülich sichert zum einen das Fortbestehen der Jülicher Einrichtung und zum anderen eine effiziente – und somit nachhaltigere – Forschung. Das Forschungszentrum ist weitgehend von der öffentlichen Hand finanziert und somit ökonomisch gesehen sicherlich ein Sonderfall. Dies bleibt dennoch von hoher Relevanz, da nur so gesellschaft­ liche Herausforderungen aktiv angegangen und eine unabhängige Verlaufsforschung gewährleistet werden können.

Ausgaben für die Forschung Den überwiegenden Teil der Einnahmen des Forschungszentrums Jülich machen die Zuschüsse vom Bund und dem Land Nordrhein-Westfalen aus. Hinzu kommen Drittmittel aus der Industrie, der Projektförderung von Bund und Land sowie Forschungsmittel der Europäischen Union.

52 Bilanz (in Millionen Euro) Aktiva

2012

2013

2014

2015

A. Anlagevermögen

510,4

526,4

533,2

486

I. Immaterielle Vermögensgegenstände II. Sachanlagen III. Finanzanlagen

3,2

2,9

2,6

523,0

530,1

483,2

0,2

0,2

0,2

0,2

852,8

939,0

625,1

273,3

I.  Vorräte

39,9

38,2

35,1

37,4

II. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände

30,9

20,8

26

55,6

760,6

862,2

551,7

162,0

21,4

17,8

12,3

18,3

B. Umlaufvermögen

III. Ausgleichsansprüche an die öffentliche Hand IV. Kassenbestand, Bundesbankguthaben, Guthaben bei Kreditinstituten, Schecks C. Rechnungsabgrenzungsposten Summe der Aktiva Passiva A. Eigenkapital

13,6

18,7

9,8

4,4

1.376,8

1.484,1

1.168,1

763,7

2012

2013

2014

2015

0,5

0,5

0,5

0,5

B. Sonderposten für Zuschüsse

585,9

591,5

587,4

566,7

I. zum Anlagevermögen

509,9

525,8

532,7

485,5

II. zum Umlaufvermögen

76,0

65,7

54,7

81,2

C. Rückstellungen

725,5

831,0

516,0

133,9

I. Stilllegung und Beseitigung kerntechnischer Anlagen

432,2

491,7

432,4

48,9

61,6

61,9

66,5

74,7

III. Steuerrückstellung

231,7

277,4

17,1

10,3

D. Verbindlichkeiten

63,8

59,7

63,0

61,4

II. Pensionen und Sonstiges

E. Rechnungsabgrenzungsposten Summe der Passiva

G4-9, G4-EC3, G4-DMA

3,4 506,8

1,1

1,4

1,2

1,2

1.376,8

1.484,1

1.168,1

763,7

Forschungszentrum Jülich | Nachhaltigkeitsbericht 2014/2015


ÖKONOMISCHE VERANTWORTUNG

Gewinn-und-Verlust-Rechnung Informationen zur Gewinn-und-Verlust-Rechnung des Forschungszentrums Jülich finden sich im Nach­ haltigkeitsbericht 2012/2013 auf Seite 59. Eine Tabelle zur Gewinn-und-Verlust-Rechnung für 2014/2015 befindet sich im Anhang dieses Berichts auf Seite 122.

Forschungsförderung Im Jahr 2015 betrugen die Erlöse des Forschungszentrums Jülich rund 615 Millionen Euro. Etwa 384 Millionen Euro (61 Prozent) waren Zuschüsse vom Bund sowie vom Land Nordrhein-Westfalen. Diese Mittel waren zur Aufwandsdeckung, das heißt für den laufenden Betrieb und zur Finanzierung von Investitionen bestimmt. Darin enthalten waren auch 33,8 Millionen Euro für Rückbauprojekte. 238 Millionen Euro, und damit rund 39 Prozent der Gesamterlöse, stammen aus Drittmitteln, die das Forschungszentrum Jülich im Jahr 2015 einwerben konnte. Dies bedeutet gegenüber 2014 eine Steigerung von fast 47 Millionen Euro. Der überwiegende Anteil der Drittmittel resultiert aus Forschungs- und Entwicklungstätigkeiten für die Industrie, aus der Einwerbung von Fördermitteln aus dem In- und Ausland sowie aus Projektträgerschaften im Auftrag der Bundesrepublik Deutschland und des Landes Nordrhein-Westfalen. Dieser Anteil an Drittmitteln zeigt den nachhaltigen Nutzen der Jülicher Forschung für die Gesellschaft und die Wirtschaft.

53

Mit fast 40 Millionen Euro an Drittmitteln war der Forschungsbereich Schlüsseltechnologien im Jahr 2015 der erfolgreichste. Als zentrale Drittmitteleinheit unterstützt der Geschäftsbereich Drittmittel und Technologie-Transfer die Institute des Forschungszentrums Jülich bei allen administrativen Vorgängen im Zusammenhang mit nationalen und internationalen Förderprojekten sowie Aufträgen von Dritten. Die Drittmittelerträge der am Programm „Erneuerbare Energien“ beteiligten Institute sind 2014 im Vergleich zum Vorjahr um 13,4 Prozent auf 40,4 Millionen Euro angestiegen. 2015 sind die Dritt­ mittelerträge um etwa 7 Millionen Euro zurückgegangen. Dies ist begründet durch den Abschluss mehrerer Investitionsprojekte im Vorjahr. Neue Projekte im Bereich Photovoltaik starteten erst im Laufe von 2016. Die übrigen Kennzahlen des Forschungszentrums entsprechen der normalen Schwankungsbreite. Weitere herausragende Beispiele für Drittmittel­ einwerbungen mit Fördersummen von mehr als 100.000 Euro sind unter anderem die EU-Projekte „Advanced Networking for Nuclear Education and Training and Transfer of Expertise“ (ANNETTE) und das von KIT-INE initiierte und koordinierte EU-Horizon-2020-Verbundprojekt „Cement-based materials, properties, evolution, barrier functions“ (Cebama). Hervorgehoben werden sollte zudem das „Verbundprojekt: Aufklärung von Thermodynamik und Speziation von Actiniden“ (ThermAc) aus Mitteln der Bundesministerien für Wirtschaft und Energie (BMWi) und Bildung und Forschung (BMBF)

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Projektförderung aus öffent­lichen Quellen im In- und Ausland (in Tausend Euro) 2008

62.058

2009

139.785

2010

75.346

2011

91.757

2012

86.674

2013

98.518

2014

85.458

2015

88.692

DFG-Projektförderung (in Tausend Euro) 2008

2.813

2009

3.297

2010

4.166

2011

5.472

2012

6.592

2013

6.879

2014

4.416

2015

3.874

G4-9, G4-DMA


ÖKONOMISCHE VERANTWORTUNG

Erlöse 2015

38,7 %

Drittmittel

238,4 Mio. Euro

61,3 % 377,3 Mio. Euro

Zuschüsse von Bund und Ländern ohne Rückstellungsveränderungen, davon Rückbauprojekte: 33,8 Mio. Euro

sowie der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG). Zu den wichtigen externen Auftraggebern gehört die Nuclear Energy Agency – Thermodynamic Data Base (NEA-TDB). Ein weiterer bedeutender Anteil der Drittmittel wird durch die Produktkon­ trollstelle für radioaktive Abfälle (PKS) eingeworben. Ausgewählte Drittmittelerfolge in 2015 sind außerdem das Horizon-2020-Projekt „Developing a Pilot Case aimed at establishing a European infrastructure project for CO2 transport – GATEWAY“, die Projekte „Strom zu Gas und Wärme“ und „Transformation Energiewende NRW“ mit den Virtuellen Instituten NRW sowie „Comparative techno-economic analysis of stationary battery systems providing primary control under consideration of battery and application specific aging models“ mit der Initiative JARA-ENERGY Seed Fund.

Wirtschaftsplan ermittelt Finanzierungsbedarf Seit dem Jahr 2003 erfolgt die Finanzierung der Helmholtz-Zentren programmorientiert. Mit den Programmen stellen sich die Helmholtz-Zentren innerhalb der Helmholtz-Gemeinschaft (HGF) einem Wettbewerb, in dem die Anträge durch externe nationale und internationale Experten begutachtet werden. Grundlage der Förderung sind die vom Senat aufgrund der Begutachtung zur Durchführung empfohlenen und von den Zuwendungsgebern genehmigten Programme. Aus der Summe der genehmigten Programme wird der Finanzierungsbedarf für das Zentrum ermittelt und im Wirtschaftsplan dargestellt.

54

Nationale Projektförderung ohne DFG (in Tausend Euro) 2012

2013

2014

2015

Gesamt

64.945

72.180

70.170

68.342

• durch den Bund

44.949

44.574

50.427

45.204

• durch das Land

8.640

14.997

4.741

9.242

11.356

12.609

15.002

13.896

• weitergegebene Zuschüsse

20.636

22.522

24.007

28.615

• um weitergegebene Zuschüsse bereinigte nationale Projektförderung ohne DFG

44.309

49.658

46.163

39.727

• durch sonstige (inländ.) Stellen davon

G4-DMA

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ÖKONOMISCHE VERANTWORTUNG

Gesamtvollkosten der Forschungsbereiche nach HGF-Programmanteilen Im Jahr 2015 wurden für die Forschungsbereiche 487 Millionen Euro aufgewendet. Dabei verteilen sich die Aufwendungen wie folgt auf die einzelnen in Jülich betriebenen Forschungsbereiche: Grundfinanzierte Vollkosten (IST) pro Forschungsbereich (in Tausend Euro) 2012

2013

2014

2015

Energie

56.755

59.067

59.975

70.835

Erde und Umwelt

37.020

37.364

29.334

28.205

Gesundheit

28.441

29.809

0

0

100.428

108.279

154.565

153.931

48.223

45.549

49.563

50.120

0

12.494

11.897

10.760

270.867*

292.562

305.334

313.852

Schlüsseltechnologien Struktur der Materie LK IV – Sonderaufgaben bzw. besondere Finanzierungsaufgaben Gesamt

Summe grundfinanzierte Vollkosten (IST) und Drittmittel pro Forschungsbereich (in Tausend Euro) 2012

2013

2014

2015

Energie

85.284

90.307

89.831

98.700

Erde und Umwelt

46.237

49.403

33.982

34.279

Gesundheit

31.693

31.985

0

0

131.700

137.016

199.272

201.025

52.939

51.689

55.129

54.695

0

88.183

92.849

98.492

347.853*

448.583

471.063

487.192

Schlüsseltechnologien Struktur der Materie LK IV – Sonderaufgaben bzw. besondere Finanzierungsaufgaben Gesamt

55

* Die in 2012 abgebildete Summe über Forschungsbereiche enthält nicht die Leistungskategorie IV Sonderaufgaben

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G4-DMA


ÖKONOMISCHE VERANTWORTUNG

Betriebsaufwendungen und Investitionen Einen Teil seiner Einnahmen investiert das Forschungszentrum in die Infrastruktur auf dem Campus sowie an anderen europäischen Standorten, an denen es beteiligt ist. Ein weiterer Teil umfasst Personalausgaben sowie Investitionen in den wissenschaftlichen Nachwuchs als einem wesentlichen Erfolgsfaktor des Forschungszentrums. Instandhaltung an Gebäuden und technischen Anlagen sowie Neubauten Die überalterte Gebäudeausstattung der insgesamt mehr als 10.000 Anlagen, wie Lüftung, Heizung, Beleuchtung, Wasserver- und -entsorgung, bildet zunehmend eine finanzielle, energetische und technische Herausforderung. Die fehlende Sanierung in den Bestandsgebäuden erhöht die Instandhaltungskosten und die Aufwendungen für Not- und Sofortreparaturen. Im Fokus steht zunehmend die Versorgungs- und Betriebssicherheit, für die im Berichtszeitraum knapp 10 Millionen Euro aufgewendet wurden.

56

Aufgrund der Aufsichtsratsbeschlüsse der zurückliegenden Jahre sind zurzeit 22 Baumaßnahmen mit Investitionssummen von mehr als 2,5 Millionen Euro mit einem Gesamtvolumen von 194,5 Millionen Euro in Planung und Ausführung. Diese verteilen sich auf 16 Hochbau- und sechs Infrastrukturmaßnahmen. Die Finanzierung der genannten Maßnahmen erfolgt mit etwa 134,6 Millionen Euro aus der institutionellen Förderung im Sinne der Grundfinanzierung und mit fast 60 Millionen Euro aus institutionellen Sonder- oder auch aus Projektförderungen des Bundes, des Landes Nordrhein-Westfalen und des Freistaats Bayern. Mit der für das erste Halbjahr 2017 geplanten Fertigstellung des Gebäudes 15.16 PET-Zentrum und der Übergabe zur Jahresmitte des neuen Labor­ gebäudes für Nuklearchemie des Instituts für Neurowissenschaften und Medizin erhält der sogenannte Medizincampus derzeit mit seinen neuen Außenanlagen ein einheitliches Erscheinungsbild auf Grundlage des „Städtebaulichen Masterplans 2050“. Für die in 2015 begonnenen Neubauten NMRGebäude und Forschungsgewächshaus erfolgte die Inbetriebnahme Mitte 2016. Der Neubau Mem­ branzentrum wurde 2015 stufenweise dem Institut zur Nutzung übergeben. Die Büroflächen wurden im September, die Labore im Dezember 2015 bereitgestellt. Die Gesamtfertigstellung mit Übergang zum Bestandsgebäude und Kunst am Bau soll im ersten Quartal 2017 erfolgen. Der im November 2014 ausgewählte Wettbewerbsentwurf zum Ersatzneubau Biocampus wird nach Abschluss der Zusammenstellung des Planerteams seit August 2015 im regulären Planungsprozess als flexibles und nachhaltiges Laborgebäude für unterschiedliche Institutsbereiche weiterentwickelt. Der Baubeginn ist für das 3. Quartal 2017 geplant. Die Fertigstellung ist im Herbst 2019 vorgesehen. Für den Neubau der Kindertagesstätte und für die im Rahmen des HEMCP-Programms vorgesehenen Neubaumaßnahmen wurden im Jahr 2015 die VOF-Verfahren abgewickelt, sodass 2016 die Planungsprozesse begonnen und vorangetrieben werden konnten. Das betrifft das Laborgebäude des Instituts für Energieund Klimaforschung unter Einbeziehung des HEMF-Programms, die Erweiterung des Photovoltaik-Technikums und ein auf besondere Flexibilität und Wirtschaftlichkeit ausgerichtetes Bürogebäude, in dem auch Ersatzflächen für die nicht sanierungswürdigen Bürogebäude des Peter Grünberg Instituts integriert werden.

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ÖKONOMISCHE VERANTWORTUNG

In den genannten 16 hochbaulichen Maßnahmen sind auch drei Baumaßnahmen enthalten, die außerhalb des Standorts Jülich errichtet werden: das Büro- und Laborgebäude für das Jülich Centre for Neutron Science (JCNS) in München-Garching, das Büro- und Laborgebäude für das Helmholtz-Institut ErlangenNürnberg (HI ERN) sowie der Ausbau eines Labor- und Büroflügels für das Helmholtz-Institut Münster (HI MS). Alle drei Maßnahmen befinden sich in der Planungsphase. Für das JCNS-Gebäude ist der Baubeginn für Anfang 2017 vorgesehen. Mit dem Neubau HI ERN soll Mitte 2017 begonnen werden, vorbereitende Erschließungsmaßnahmen begannen bereits Mitte 2016. Die Ausbaumaßnahmen des HI MS sollen ebenfalls Anfang 2017 beginnen. Baumaßnahmen im Bereich „Altlasten“ In 2015 wurden zum einen die Maßnahmen zur Erlangung der Genehmigungen nach § 6 AtG für das AVRBehälterlager und nach § 9 AtG für die Behälterabfertigung in der Verladehalle in Jülich vorangebracht. Zum anderen wurden die Maßnahmen zur Räumung der Kernbrennstoffe aus dem AVR-Behälterlager fortgeführt. Auch 2015 konnte noch keine der identifizierten Räumungsoptionen priorisiert werden. Daher wurden und werden die verschiedenen Optionen weiterhin parallel bearbeitet. Dabei handelt es sich um die Optionen „Verbringung der AVR-Brennelemente in das TBL-A nach Ahaus“, „Verbringung der AVRBrennelemente in die USA“ und „Neubau eines Zwischenlagers am Standort Jülich“. Nach der Überführung des Forschungsreaktors FRJ-2 im September 2012 von der Nachbetriebsphase in die Rückbauphase wurden alle Experimentiereinrichtungen aus der Reaktoranlage ausgebaut. Im Projektjahr 2015 wurden wesentliche Kreisläufe und Systeme der Reaktoranlage rückgebaut sowie vorbereitende Maßnahmen für den Abbau des Reaktorblocks durchgeführt. Unter Berücksichtigung projektplankonformer Randbedingungen wird das Projekt im Jahr 2023 abgeschlossen sein.

57

Von ursprünglich 188 hochaktivierten Experimentiereinschüben und Abschirmstopfen wurden bis Ende 2015 insgesamt 187 aus dem Reaktorblock und dem inneren Absetzblock ausgebaut, in den Großen Heißen Zellen des Forschungszentrums konditioniert und als radioaktiver Abfall an den Fachbereich Dekontami­ nation und Entsorgung des Nuklear-Service abgegeben. Vor dem Hintergrund der Gewährleistung eines genehmigungskonformen Betriebs sind im Rahmen der kontinuierlichen Instandhaltung von Bausubstanz und technischen Einrichtungen in 2015 wichtige Maßnahmen durchgeführt worden. Europäische Forschungsinfrastrukturen Das Forschungszentrum Jülich investiert jedes Jahr in europäische Forschungsvorhaben. Ihre Gesamtvolumina sowie die jährlichen Teilausgaben sind im Fortschrittsbericht des Forschungszentrums aufgeführt. Es wird dabei zwischen Investitionsmaßnahmen unterschieden, die über und unter 2,5 Millionen Euro liegen. Die Investitionen in Höhe von mehr als 2,5 Millionen Euro wurden in den Forschungsbereichen Energie, Erde und Umwelt, Gesundheit, Schlüsseltechnologien und Struktur der Materie getätigt. Dabei handelt es sich um mehrjährige Projekte, deren Finanzierung über einen längeren Zeitraum läuft. So wurden beispielsweise im Jahr 2015 für die Helmholtz Energy Materials Characterization Platform (HEMCP) 1,5 Millionen Euro ausgegeben und ein neues Forschungsgewächshaus mit 1,97 Millionen Euro finanziert. Mit 3,1 Millionen Euro im Jahr 2015 ist der Ersatzneubau eines Gebäudes des INM-4 die größte Investition am Forschungszentrum Jülich. Insgesamt beliefen sich die Jahresausgaben für 2015 in der Kategorie über 2,5 Millionen Euro auf 11,1 Millionen Euro und bilden damit nur noch ein Drittel der entsprechenden Ausgaben im Jahr 2012. Davon flossen 4,81 Prozent in Infrastrukturmaßnahmen. 2012 waren es 23,96 Prozent.

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G4-8


ÖKONOMISCHE VERANTWORTUNG

Investitionen Grundfinanzierte Investitionen in Tausend Euro 2012 Investitionsmaßnahmen > 2,5 Mio. Euro

Laufzeit (∑, Soll)

Ausgaben (IST)

Forschungsbereich Energie

16.650

1.912

27.650

0

0

2.600

Zentrum für Membrantechnologie Brennstoffzellenlabor

2014

2015

Laufzeit (∑, Soll)

Ausgaben (IST)

Laufzeit (∑, Soll)

2.173

24.020

13.146

40.020

1.880

11.000

0

11.000

1.427

27.000

1.519

123

2.600

15

2.600

229

2.600

204

10.420

1.525

10.420

2.158

10.420

1.490

10.420

157

3.630

264

3.630

0

0

0

0

0

18.600

1.402

25.000

1.788

24.400

1.473

28.350

1.920

Detektorsystem

0

0

0

0

0

0

3.950

1.122

ACROSS3)

0

0

3.000

440

3.000

447

3.000

354

AGRASIM, ehemals TERENO MED (in 2013)

0

0

3.400

0

2.800

0

2.800

0

Atmonsys

3.300

530

3.300

193

3.300

879

3.300

390

Ausbau mobiler Plattformen

3.300

548

3.300

1.079

3.300

110

3.300

54

12.000

234

12.000

–47

12.000

37

12.000

0

90

01)

29

01)

0

0

0

23.150

1.763

18.650

0

6.375

313

0

0

4.500

0

0

0

0

0

0

0

12.275

1.763

12.275

0

0

0

0

0

6.375

0

6.375

0

6.375

313

0

0

25.300

26.682

76.800

10.702

98.257

3.899

104.257

7.326

JCNS/FRM-II Neubau

0

0

11.500

0

15.000

02)

15.000

760

Neubau IBG

0

0

9.000

0

0

0

0

0

Ersatzneubau Geb. 15.1

0

0

6.600

0

0

0

0

0

Neubau Biologiecampus

0

0

0

0

26.332

3324)6)

26.332

276

Ersatzneubau INB-4; Geb. 15.19

0

0

0

0

7.225

1.9105)

27.225

3.081

Strukturbiologie/ NMR-Zentrum

0

0

20.000

6.289

20.000

651

20.000

1.026

HEMCP Erweiterung des Wasserstofflabors

Forschungsbereich Erde und Umwelt

58

2013

TERENO (inkl. MOBTOP) HALO Forschungsbereich Gesundheit Neubau Kleintierhaltung PET-Zentrum Ersatzbeschaffung Zyklotron Forschungsbereich Schlüsseltechnologien

G4-8

Laufzeit (∑, Soll)

Ausgaben (IST)

Ausgaben (IST)

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ÖKONOMISCHE VERANTWORTUNG

Grundfinanzierte Investitionen in Tausend Euro 2012 Investitionsmaßnahmen > 2,5 Mio. Euro

2013

2014

2015 Laufzeit (∑, Soll)

Ausgaben (IST)

Laufzeit (∑, Soll)

Ausgaben (IST)

0

0

4.400

0

4.400

223

4.400

1.973

25.300

12.177

25.300

4.413

25.300

783

25.300

113

Hochskalierender Supercomputer

02)

14.505

02)

0

0

0

0

0

Ersatzbeschaffung Zyklotron7)

0

0

0

0

0

0

6.000

97

Forschungsbereich Struktur der Materie

9.610

972

9.610

1.978

9.610

0

9.610

0

Neutronenstreuinstrumente am FRM II

9.610

972

9.610

1.978

9.610

0

9.610

0

Summe der Ausgaben für Investitionen > 2,5 Mio. Euro

93.310

32.731

157.710

16.641

162.662

8.831

182.237

11.126

Infrastrukturmaßnahmen

48.273

10.311

66.833

5.659

56.108

623

64.629

562

141.583

43.042

224.543

22.300

218.770

9.454

246.866

11.688

34,10

23,96

29,76

25,38

25,65

6,59

26,18

4,81

Forschungsgewächshaus Helmholtz Nanoelectronic Facility HNF I

Gesamtsumme Anteil an den Investitionen in Prozent > 2,5 Mio. Euro

Laufzeit (∑, Soll)

Ausgaben (IST)

Laufzeit (∑, Soll)

Ausgaben (IST)

1) Beantragung und Bewilligung erfolgen über das Karlsruher Institut für Technologie 2) Interne Umwidmung 3) Vorzeitiger Maßnahmebeginn 4) Beinhaltet die vorherigen Maßnahmen Neubau IBG und Ersatzbau Gebäude 15.1 aus dem Bewilligungsjahr 2013 5) Plan- und Istwerte in den Vorjahren bei Infrastrukturmaßnahmen ausgewiesen 6) Planwerte aus dem Bewilligungsjahr 2013 wurden um 100 T€ korrigiert 7) Aus POF II Forschungsbereich Gesundheit, in POF III im Forschungsbereich Schlüsseltechnologien integriert

Personalaufwendungen Zu den wichtigen Aufwendungen des Forschungszentrums Jülich im Berichtszeitraum sind auch die Personalaufwendungen zu zählen. Die Löhne und Gehälter der Beschäftigten des Forschungszentrums sind nach dem Tarif des öffentlichen Dienstes gestaffelt. Die Personalkosten beliefen sich im Jahr 2015 auf 327,9 Millionen Euro. Davon entfielen 218,6 Millionen Euro auf unbefristetes Personal. Damit werden etwa zwei Drittel der Betriebsausgaben für unbefristetes Personal ausgegeben. Das Forschungszentrum Jülich unterstützt seine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter durch einen Beitrag zur betrieblichen Altersvorsorge bei der Versorgungsanstalt des Bundes und der Länder (VBL). Durch Beteiligungsvereinbarungen zwischen der VBL und dem Forschungszentrum Jülich wurde festgelegt, dass alle Beschäftigten zu versichern sind, die nach dem „Tarifvertrag über die betriebliche beziehungsweise zusätzliche Altersvorsorge des öffentlichen Dienstes“ zu versichern wären. Die Finanzierung erfolgt aus Umlagen und beträgt seit dem 1.1.2002 insgesamt 7,86 Prozent. Der Anspruch auf Betriebsrente beinhaltet auch eine Versorgung der Hinterbliebenen und einen Anspruch bei Erwerbsminderung.

Forschungszentrum Jülich | Nachhaltigkeitsbericht 2014/2015

G4-8, G4-EC3, G4-LA13, G4-DMA

59


ÖKONOMISCHE VERANTWORTUNG

Materialaufwendungen Für den Betrieb des Campus sowie für die Forschungsaktivitäten der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter entsteht für das Forschungszentrum Jülich ein erheblicher Materialaufwand. Die Bestellungen werden durch die Organisationseinheit „Einkauf und Materialwirtschaft“ durchgeführt und erfolgten im Berichtszeitraum mit einem Anteil von etwa 65 Prozent standortnah in Nordrhein-Westfalen. Fast 15 Prozent der Gesamtbestellungen wurden dabei im Kreis Düren und somit im Heimatkreis des Forschungszentrums in Auftrag gegeben. Durch den Schwerpunkt der Aufträge innerhalb Nordrhein-Westfalens hat das Forschungszentrum unmittelbare ökonomische Auswirkungen in der Region. Ausgaben mit öffentlichem Interesse Von besonderem öffentlichen Interesse waren im Berichtszeitraum vor allen Dingen die Ausgaben im Bereich des wissenschaft­ lichen Nachwuchses. Dabei lag ein Fokus auf Fördermaßnahmen für Mädchen und junge Frauen. So fand im März 2014 ein „Girls’ Day“ am Forschungszentrum statt, der 90 Mädchen die Chance bot, naturwissenschaftlich-technische Berufe kennenzulernen. Über besondere Kooperationen, beispielsweise mit dem Mädchengymnasium Jülich, wird die Mobilisierung des Potenzials von Mädchen und jungen Frauen für die Fächer Mathematik, Informatik und die Naturwissenschaften angestrebt.

60

In den Jahren 2014 und 2015 besuchten jeweils rund 4.000 Kinder und Jugendliche das Forschungszen­ trum – davon mehr als 1.000 im Rahmen von Schulklassenbesuchen, die durch den Besucherservice der Unternehmenskommunikation organisiert und durchgeführt werden. Neben der Nachwuchsförderung war auch die Weiterentwicklung der Aktivitäten zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf von großer Bedeutung. Im Rahmen des erneuten Audits „berufundfamilie“ wurden im Berichtszeitraum eine Reihe von Maßnahmen zur Verbesserung der Work-Life-Balance durchgeführt. So wurde zum einen ein Konzept zur Einführung der Arbeitsform „Mobiles Arbeiten“ entwickelt und der Kinderbetreuungsbedarf am Forschungszentrum ermittelt. Zum anderen stehen Vätern und Müttern kind­ gerechte Eltern-Kind-Arbeitszimmer für Notfälle zur Verfügung. Darüber hinaus wurden zeit- und ortsunabhängige Weiterbildungsformate weiterentwickelt und die Informationsangebote im Bereich der Betreuung pflegebedürftiger Angehöriger intensiviert. Parallel zu diesen Aktivitäten wurde die Telearbeit als wichtiges Instrument zur Förderung der Vereinbarkeit von Beruf und Familie weiterverfolgt. Derzeit sind rund 300 Telearbeitsplätze für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Forschungszentrums eingerichtet. Ebenfalls von öffentlichem Interesse sind die Aktivitäten der Betriebssportgemeinschaft Forschungszen­ trum Jülich (BSG). Diese bietet ihren 2.200 Mitgliedern vielfältige Sport- und Freizeitaktivitäten unter zeit­ gemäßen Bedingungen. Als größter Verein im Kreis Düren deckt die BSG in mehr als 50 Sportgruppen nahezu alle Bereiche des Breitensports ab. Das Angebot reicht vom Kinderschwimmkurs über Angeln und Kraftsport bis hin zu Aikido und Zumba. Die regelmäßige Teilnahme und Ausrichtung von internationalen Sportbegegnungen mit anderen europäischen Forschungseinrichtungen sind ebenfalls Teil des BSG-Angebots. Die BSG steht nicht nur den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Forschungszentrums Jülich offen. Auch nicht am Forschungszentrum beschäftigte Personen können Mitglied bei der BSG werden.

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ÖKONOMISCHE VERANTWORTUNG

Ökonomische Reichweite des Forschungszentrums Jülich Die Verwertung von Wissen leitet sich direkt aus dem Leitbild und dem Gesellschaftsvertrag des Forschungszentrums ab und ist somit ein wichtiger Teil der Unternehmensstrategie. So ist es die Aufgabe des Forschungszentrums, mit der Wissenschaft und Wirtschaft zusammenzuarbeiten sowie Wissen weiterzugeben. Die Verwertungsstrategie soll die Forschungsergebnisse durch Schutzrechte sichern und strategisch wichtige Themenfelder durch Patente belegen, um sie so für die eigene und gemeinschaftliche Forschung mit Dritten offenzuhalten. Auf dieser Grundlage kann die Nutzung von Forschungsergebnissen in Form von Lizenzen und Kooperationen eingeleitet und weitere Drittmittel eingeworben werden. Mit diesen zusätz­ lichen Drittmitteln soll der wissenschaftliche Nachwuchs gefördert und Ausgründungen unterstützt werden. Dieser Verwertungsstrategie liegt vor allem wissenschaftliche Exzellenz zugrunde. Sie wird durch die große Zahl an wissenschaftlichen Publikationen deutlich, die jedes Jahr von Jülicher Forscherinnen und Forschern veröffentlicht wird. Aber auch Auszeichnungen und Forschungspreise bezeugen die herausragende Qualität der Jülicher Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler. Die Präsenz solcher sichtbaren Leistungen in den Medien und in der Industrie ist eine der wesentlichen Grundlagen für die Akquise von Drittmitteln und hat somit positive ökonomische Auswirkungen auf das Forschungszentrum.

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Darüber hinaus besitzt das Forschungszentrum selbstverständlich auch eine regionale ökonomische Reichweite, die durch die überwiegend regionale Materialbeschaffung sowie den Beschäftigungseffekt, und somit über die Löhne und Gehälter, entsteht. Durch die Lösung gesellschaftlicher Herausforderungen wie die Behandlung von Demenzkrankheiten kann die Forschung aus Jülich zudem die öffentliche Hand entlasten, beispielsweise das Gesundheitssystem.

Forschung ist unser Produkt – Technologietransfer Der weitere Ausbau der Wirtschaftsbeziehungen mit dem Ziel der erfolgreichen Vermarktung des Jülicher Know-hows bildete auch im Berichtszeitraum einen Schwerpunkt der Aktivitäten des Geschäftsbereichs Drittmittel und Technologie-Transfer. Das Forschungszentrum Jülich beteiligt sich regelmäßig an den Innovation Days und an den mehrmals im Jahr stattfindenden Research Days. Auf den Innovation Days werden seit 2012 die besten anwendungsnahen Technologien und Spin-off-Projekte der außeruniversitären Forschung Deutschlands vorgestellt (Näheres zu den Innovation Days siehe Nachhaltigkeitsbericht 2012/2013, Seite 66). Die Beteiligung an Messen mit Exponaten aus den wissenschaftlichen Instituten zu anwendungsnahen Forschungsthemen und -ergebnissen ist ein bewährtes Format des Technologiemarketings. Sie bietet die Möglichkeit, das Interesse insbesondere der Industriepartner an der Expertise des Forschungszentrums zu wecken und gleichzeitig das Forschungszentrum als Ganzes zu präsentieren. Auf den Veranstaltungen können sowohl Kontakte zu Lizenz- und Kooperationspartnern als auch zu Auftraggebern für Dienstleistungsaufträge geknüpft werden. Die Auswahl der Messen erfolgt unter strategischen Gesichtspunkten in Abstimmung mit den Instituten, dem Geschäftsbereich Drittmittel und Technologie-Transfer sowie dem Vorstand. Zusammenfassend kann festgehalten werden, dass das Forschungszentrum im Geschäftsjahr 2014 aktiv an insgesamt 13 Messen und Konferenzen beteiligt war (davon acht im Ausland). Im Geschäftsjahr 2015 war es auf insgesamt 17 Veranstaltungen aktiv vertreten (davon sieben im Ausland). In 2012 und 2013 waren es noch 14 beziehungsweise 13 Veranstaltungen, davon jeweils vier im Ausland. Seit 2012 ist damit vor allem bei den internationalen Auftritten des Forschungszentrums ein Anstieg zu verzeichnen.

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ÖKONOMISCHE VERANTWORTUNG

Durch die Mitgliedschaft des Forschungszentrums im LifeTecAachen-Jülich e. V. ist der Kontakt zur regionalen Life-Sciences-Industrie gewährleistet. Der Verein wurde im Jahr 2000 mit dem Ziel gegründet, die Aktivitäten der Region Aachen-Jülich auf diesem Gebiet zu bündeln und zu stärken. Die Hauptaufgabe besteht darin, über enge Kooperationen zwischen Hochschulen, Instituten sowie kleineren und größeren industriellen Partnern Zugang zu komplementären Kompetenzen aufzubauen. Am 1. Januar 2015 haben sich die beiden Vereine LifeTecAachen-Jülich e. V. und akm (Aachener Kompetenzzentrum für Medizintechnik) e. V. unter dem neuen Namen MedLife e. V. zusammengeschlossen. Das Zentrum pflegt darüber hinaus einen engen Kontakt zu den IHKs der Region. So wirkt es beispielsweise aktiv bei der GründerRegion Aachen mit. Projektpartner sind hier neben dem Forschungszentrum und den regionalen Hochschulen unter anderem die Aachener Handwerkskammer, die IHK Aachen, die Kreise Düren, Heinsberg und Euskirchen sowie die Städteregion Aachen, die Sparkassen und die Kreissparkassen. Das Forschungszentrum ist ebenfalls in der Kölner Transferrunde vertreten – einem Netzwerk der Transfereinrichtungen regionaler Hochschulen, Forschungseinrichtungen, Sparkassen, der IHKs und Handwerkskammern. Auf internationaler Ebene arbeitet das Forschungszentrum Jülich im Bereich Wirtschaftskooperationen eng mit der Vertretung der HGF in Peking zusammen. Darüber hinaus wurden während des Berichtszeitraums durch einen Vertreter von Jülich in Mumbai die Möglichkeiten des Technologietransfers mit Indien untersucht. Seit Ende Januar 2014 erfolgt die Arbeit von einem Büro in Delhi aus. Auch in den USA werden Chancen für die Vermarktung Jülicher Forschungsergebnisse sondiert, hier wird das Forschungszentrum durch TreMonti, einer Agentur für Technologievermarktung, unterstützt.

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Die Vergabe von Lizenzen ist ein wichtiger Aspekt bei der Kommerzialisierung von Forschungsergebnissen. Über individuelle Lizenzverträge erwirbt die Industrie Nutzungsrechte an den Ergebnissen des Forschungszentrums Jülich in Form von Schutzrechten, Urheberrechten oder Know-how. Die Unternehmen erhalten damit einen Wettbewerbsvorteil im Markt oder die Möglichkeit zur Erschließung komplett neuer Märkte. Der Geschäftsbereich Drittmittel und Technologie-Transfer bietet potenziellen Lizenznehmern und inter­ essierten Unternehmen eine individuelle Beratung. Im Jahr 2015 meldete das Forschungszentrum Jülich 42 Patente im Inland und 27 im Ausland an. 158 Patente wurden dem Forschungszentrum im Jahr 2015 erteilt, insgesamt fast doppelt so viele wie im Jahr 2012. Ende 2015 betrug der Gesamtbestand an Schutzrechten 16.634. Die Lizenzeinnahmen beliefen sich auf rund 0,44 Millionen Euro. Die wissenschaftlichen Institute des Forschungszentrums Jülich sowie zahlreiche spezialisierte Geschäftsbereiche und technisch einzigartig ausgestattete Werkstätten bieten zudem interessierten Unternehmen eine Vielzahl unterschiedlicher, hochtechnologischer und hochspezialisierter wissenschaftlich-technischer Dienstleistungen und Auftragsarbeiten.

Beispiel Drittmittelprojekt Das Projekt „Bausteine für die Sicherheit von Großveranstaltungen“, kurz BaSiGo, wurde im Berichtszeitraum von der Bergischen Universität Wuppertal geleitet und ist ein Bestandteil des Programms „Forschung für die zivile Sicherheit“. Dieser Schwerpunkt wurde mit insgesamt etwa 20,2 Millionen Euro seitens des Bundesministeriums für Bildung und Forschung und 4,3 Millionen Euro seitens der Industrie gefördert. Innerhalb des Projekts hat die JSC-Abteilung „Sicherheit und Verkehr“ Versuche zum Verhalten von Fußgängerinnen und Fußgängern mit insgesamt 2.000 Personen durchgeführt, deren Ergebnisse in das Handbuch eingeflossen sind und demnächst in wissenschaftlichen Zeitschriften veröffentlicht werden. Die riesigen Datenmengen, die bei den Fußgängerexperimenten gesammelt wurden, werden für andere Forschergruppen im Bereich der Fußgängerdynamik zur Verfügung gestellt. Im Juni 2015 wurde das Projekt nach 40-monatiger Laufzeit beendet und ein BaSiGo-Guide herausgegeben, der als Handbuch helfen soll, Großveranstaltungen zu planen und durchzuführen. Weitere Informationen zu BaSiGo finden sich unter www.basigo.de.

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ÖKONOMISCHE VERANTWORTUNG

Von besonderer Bedeutung ist zudem die Geschäftsstelle BIO.NRW, die das Forschungszentrum Jülich im Auftrag des Ministeriums für Innovation, Wissenschaft und Forschung des Landes Nordrhein-Westfalen betreibt. Das Biotechnologie-Cluster BIO.NRW hat zum Ziel, die Zusammenarbeit und Vernetzung zwischen den Biotechnologie-Akteuren Forschung, Unternehmen, Investoren und Politik auf Landesebene, national und international zu fördern und Kooperationen anzuregen. Der Projektträger Jülich ist der umsatzstärkste Projektträger Deutschlands. Er betreut Forschungs- und Innovationsförderprogramme zu Bioökonomie und Lebenswissenschaften, Energie, Werkstofftechnologien, Umwelt und Nachhaltigkeit sowie Klimaschutz, Meeres- und Polarforschung, Schifffahrt und Meerestech­ niken, Technologietransfer und Unternehmensgründungen sowie regionale Technologieplattformen und Cluster. Er arbeitet im Auftrag verschiedener Bundesministerien sowie zahlreicher Bundesländer und der EU-Kommission. Im Jahr 2015 setzte der Projektträger Jülich 1,41 Milliarden Euro an Fördermitteln um und bekam 5.478 Forschungsvorhaben bewilligt. Eine weitere Säule der Kommerzialisierung von Forschung sind Validierungsprojekte. Mit Beteiligung relevanter Firmen werden dabei Forschungsergebnisse auf ihren Mehrwert für konkrete Anwendungen und Businessmodelle geprüft. Weiteres zu Finanzierung und Validierung solcher Projekte findet sich im Nachhaltigkeitsbericht 2012/2013 auf Seite 68. Ausgründungen Zur Förderung von Ausgründungen engagiert sich das Forschungszentrum zusammen mit regionalen Akteuren. Gemeinsam mit dem Technologiezentrum Jülich wurde 2012 ein Inkubatorkonzept entwickelt, mit dem die Schwelle für Gründungsinteressierte gesenkt werden soll. Der erste Schritt zur Ausgründung kann auch die Teilnahme an einem Businessplan-Wettbewerb sein. Aus diesem Grund unterstützt der Technologie-Transfer diese Wettbewerbe durch Begutachtungen eingereichter Businesspläne. Auch 2015 sind wieder neue Spin-offs an den Start gegangen: Die Gründer der SenseUp GmbH, Stephan Binder und Georg Schaumann, haben am Institut für Biotechnologie (IBG-1) ein Verfahren entwickelt, mit dem sich die Suche nach den produktivsten Bakterienstämmen erheblich verkürzen lässt. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) unterstützt das Vorhaben mit rund 2,5 Millionen Euro im Rahmen der „Gründungs­ offensive Biotechnologie GO-Bio“. Die beiden Gründer wurden schon mehrfach ausgezeichnet und gehörten 2015 zu den Gewinnern des Nachwuchswettbewerbs „Innovatoren unter 35“ der „Technology Review“.

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Jungunternehmer Georg Schaumann (links) und Stephan Binder sind die Gründer von SenseUp

Die Isoloid GmbH, gegründet von Stefan Klinker, ist ein Spin-off des Instituts für Physikalische Biologie der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf und des Institute of Complex Systems: Strukturbiochemie (ICS-6) am Forschungszentrum Jülich. Die Forschung zu zahlreichen schwerwiegenden Erkrankungen wie Alzheimer, Parkinson oder Diabetes Typ 2 ist angewiesen auf hochreine Proben der beteiligten amyloiden Proteine und Peptide, die sich jedoch oft nur schwer herstellen lassen. Das innovative, auf der Basis langjähriger strukturbiologischer Erfahrung entwickelte System der Isoloid GmbH bietet solche hochreinen Proben für Labore. Ein Team des IEK-3 wurde bei der Einwerbung von etwa 1 Million Euro aus dem EXIST-Forschungstransfer des BMWi erfolgreich durch den Bereich Technologie-Transfer/Innovationsmanagement unterstützt. Die Jülicher Nachwuchswissenschaftler haben eine neuartige Kohlenstoff-Beschichtung entwickelt, mit der

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ÖKONOMISCHE VERANTWORTUNG

sich Bipolarplatten aus Metall vor Korrosion schützen lassen. Das Team um Vitali Weißbecker hat mit seiner Geschäftsidee beim Aachener AC2 -Gründungswettbewerb 2015 den ersten Preis für das erfolgversprechendste Konzept gewonnen, der mit 10.000 Euro zusätzlichem Startkapital verbunden ist. Für die Phase zwischen Promotion und dem Start des EXIST-Projekts wurde Herr Weißbecker aus dem „TT-Fonds“ des Geschäftsbereichs Drittmittel und Technologie-Transfer des Forschungszentrums finanziert.

Forschungspräsentation als Grundlage von Kooperationen und Drittmittelakquise Für den Erfolg des Forschungszentrums Jülich ist nicht nur die Qualität der Arbeit entscheidend. Die Leistung entsprechend zu kommunizieren ist ebenfalls von essenzieller Bedeutung; sei es durch wissenschaftliche Publikationen, um die Expertise des Forschungszentrums weiter auszubauen und neue Kooperationen zu erschließen, oder durch die Kommunikation von Leistungen und Auszeichnungen anhand von Medienpräsenz oder Vorträgen, um weitere Drittmittel zu akquirieren.

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Die Fachzeitschriften mit den häufigsten Jülicher Veröffentlichungen in 2015

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Zeitschrift

Zahl der Publikationen

Physical Review B

75

Physical Review D

35

Journal of Nuclear Materials

39

Geophysical Research Abstracts

39

Atmospheric Chemistry and Physics

28

Innovatives Supercomputing in Deutschland

28

Physical Review Letters

27

Nuclear Fusion

26

PLOS ONE

26

Atmospheric Chemistry and Physics Discussions

20

NeuroImage

20

Fusion Engineering and Design

20

Publikationen Publikationen in Fachmedien oder als eigene Bücher oder Dissertationen zählen zu den wichtigsten Indikatoren wissenschaftlicher Leistung. Ob in gedruckter oder elektronischer Form: Sie stellen einen wesentlichen Messparameter für die Sichtweite und die Qualität der Arbeit dar. Je hochwertiger die Publikationen sind, desto eher erfolgt die nationale und internationale Anerkennung der Expertise im entsprechenden Fachgebiet. Zwischen 2012 bis 2015 veröffentlichten Jülicher Forscherinnen und Forscher rund 9.600 Publikationen in Form von Beiträgen in Fachzeitschriften, als Bücher oder als Dissertationen und Habilitationen. Mit 2.483 Publikationen war 2015 das Jahr mit den meisten Veröffentlichungen. Zu den Zeitschriften, in denen Jülicher Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler am meisten erschienen sind, zählen das „Physical Review B“, das „Journal of Nu­ clear Materials“ und die Zeitschrift „Geophysical Research Abstracts“. Viele Publikationen, in denen sie ihre Ergebnisse veröffentlicht haben, sind zudem im Index vom Institute for Scientific Information verzeichnet und somit von höchstem wissenschaftlichen Renommee.

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ÖKONOMISCHE VERANTWORTUNG

Um das eigene Publikationsverhalten und die eigene Marktpräsenz zu untersuchen, steht den Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern am Forschungszentrum die Möglichkeit einer bibliometrischen Analyse zur Verfügung. Diese wird von der Zentralbibliothek als Dienstleistung angeboten und kann Schwachstellen aufzeigen, mögliche Kooperationspartner ermitteln und Wissenschaftsnetzwerke darstellen. Eine Bibliometrie lässt sich zudem von Führungskräften, Trägerorganisationen, Projektträgern sowie Unternehmen und Journalisten zu verschiedenen Zwecken nutzen. Preise und Auszeichnungen Eine Liste der Preise und Auszeichnungen befindet sich im Anhang dieses Berichts auf Seite 118.

Jülicher Publikationen von 2012 bis 2015 Summe 2012 1.452

688

2.233

93

2013 1.485

825

104

2.414

122

2.449

2014 1.614

713

2015 1.738

630

115 2.483

In begutachteten Zeitschriften Bücher, Sonstige Dissertationen, Habilitationen

Öffentliche Präsenz Für die Präsenz des Forschungszentrums in der Öffentlichkeit und in den Medien ist die Unternehmenskommunikation verantwortlich. Sie kommuniziert die Jülicher Forschung zielgruppen-, anlass- und themengerecht in den verschiedenen Kanälen. Öffentliche Präsenz ist unter anderem eine Voraussetzung, um von Unternehmen als exzellenter Entwicklungspartner wahrgenommen zu werden, und spielt somit bei der Akquise von Drittmitteln eine wichtige Rolle.

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Durch die Unternehmenskommunikation werden Pressemitteilungen zum Beispiel zu herausragenden Publikationen, Auszeichnungen und hervorragenden Forschungsleistungen an einen ausgewählten Presseverteiler versendet. Der Geschäftsbereich dient zudem als Ansprechpartner für externe Fragen rund um das Forschungszentrum und ist bestrebt, durch eine gute Zusammenarbeit mit den Medien die Jülicher Arbeit optimal in der Presse zu platzieren. Die Unternehmenskommunikation richtet außerdem die Veranstaltungen am Forschungszentrum aus und koordiniert deren Durchführung. Auch diese lassen sich sehr gut medial präsentieren und erzeugen dadurch öffentliche Aufmerksamkeit. Zu den wichtigsten Veranstaltungen des Forschungszen­ Gäste des Festvortrags 2015 trums innerhalb des Berichtszeitraums gehörten der jährlich stattfindende „Girls’ Day“ und die 2015 stattgefundene Vortragsreihe „Wissenschaftsjahr – Zukunftsstadt“ zum „Tag der Architektur“. Herausragende Vorträge waren „Wie erklärt man Nachhaltigkeit?“ des Generalsekretärs des Rats für Nachhaltige Entwicklung Dr. Günther Bachmann im Januar 2014 sowie die jährlich stattfindenden Festvorträge, die im Berichtszeitraum im Rheinischen Landesmuseum in Bonn vor rund 300 Gästen aus Politik, Wissenschaft und Industrie stattfanden. Darüber hinaus betreibt die Unternehmenskommunikation die Internetseite des Forschungszentrums Jülich und stellt dort alle wichtigen Informationen zum Campus und zur Forschung bereit.

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ÖKOLOGISCHE VERANTWORTUNG

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ÖKOLOGISCHE VERANTWORTUNG

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ÖKOLOGISCHE VERANTWORTUNG

Das Forschungszentrum Jülich betreibt auf seinem 2,2 Quadratkilometer großen Campus Spitzenforschung und setzt die für eine erfolgreiche Wissenschaft nötigen Ressourcen ein. Um dabei aber seine ökologische Verantwortung wahrzunehmen, hat das Forschungszentrum sich der Aufgabe gestellt, einen Klimaschutzplan für die kommenden Jahre zu verfolgen. Es ist zum Beispiel bestrebt, durch Projekte wie Mobil.Pro.Fit. neue Mobilitätskonzepte für umweltfreundliche Arbeitswege zu verfolgen oder bei Neubauten auf Nachhaltigkeitskriterien zu achten.

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Entsprechend seiner Forschungsausrichtung rückt außerdem die künftige Energieversorgung im Rahmen des Energiekonzepts in den Fokus. Das Forschungszentrum Jülich plant seine eigene Energiewende und will damit effizienter und dezentral organisiert die klimagefährdenden Emissionen verringern. Das Ziel ist ein weitgehend energieeffizienter und CO2 -ärmerer Betrieb des Campus sowie ein sorgsamer Umgang mit den genutzten Ressourcen. Um dies zu ermöglichen, setzt das Forschungszentrum auch auf den Einsatz eigener wissenschaftlicher Ergebnisse, deren Transformation in die Praxis und die Erprobung in Form eines Living Lab auf dem Zentrumsgelände.

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Forschungszentrum Jülich | Nachhaltigkeitsbericht 2014/2015

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ÖKOLOGISCHE VERANTWORTUNG

Die ökologische Verantwortung Das Forschungszentrum Jülich betreibt auf seinem 2,2 Quadratkilometer großen Campus Spitzen­ forschung und setzt die für eine erfolgreiche Wissenschaft nötigen Ressourcen ein. Um dabei aber seine ökologische Verantwortung wahrzunehmen, hat das Forschungszentrum sich der Aufgabe gestellt, einen Klimaschutzplan für die kommenden Jahre zu verfolgen. Es ist zum Beispiel bestrebt, durch Projekte wie Mobil.Pro.Fit. neue Mobilitätskonzepte für umweltfreundliche Arbeitswege zu verfolgen oder bei Neubauten auf Nachhaltigkeitskriterien zu achten.

Für ihren Biocampus-Entwurf erhielt das Dresdner Büro „Rohdecan Architekten“ den ersten Preis

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Entsprechend seiner Forschungsausrichtung rückt außerdem die künftige Energieversorgung im Rahmen des Energiekonzepts in den Fokus. Das Forschungszentrum Jülich plant seine eigene Energiewende und will damit effizienter und dezentral organisiert die klimagefährdenden Emissionen verringern. Das Ziel ist ein weitgehend energie­ effizienter und CO2 -ärmerer Betrieb des Campus sowie ein sorgsamer Umgang mit den genutzten Ressourcen. Um dies zu ermöglichen, setzt das Forschungszentrum auch auf den Einsatz eigener wissenschaftlicher Ergebnisse, deren Transformation in die Praxis und die Erprobung in Form eines Living Lab auf dem Zentrumsgelände.

Der Campus der Zukunft Auf dem Campus-Gelände des Forschungszentrums Jülich befinden sich die wissenschaftlichen Institute und die zentralen Einrichtungen mit ihren Großgeräten und den verschiedenartigen Laboratorien für die physikalische, chemische, biologische und medizinische Forschung. Zusammen mit der Verwaltung und den zentralen Infrastruktureinrichtungen stehen auf dieser Fläche insgesamt 246 Gebäude.

Zahlen und Fakten Gesamtfläche des Forschungszentrums Jülich Anzahl der Gebäude Anzahl der Räume Bruttorauminhalt (BRI)

G4-EC2, G4-DMA

2012

2013

2014

2015

2,2 km2

2,2 km2

2,2 km2

2,2 km2

221

228

240

246

11.250

13.200

13.230

13.500

2.000.000 m

3

2.071.135 m

3

3

2.100.000 m

k. A.

Bruttogrundfläche (BGF)

410.000 m2

445.542 m2

449.500 m2

467.879 m2

Nettogrundfläche (NGF)

350.000 m2

359.815 m2

368.000 m2

373.000 m2

Nutzfläche (NF)

210.000 m2

229.227 m2

231.000 m2

259.320 m2

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ÖKOLOGISCHE VERANTWORTUNG

Masterplan 2050

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Städtebaulicher Masterplan 2050 Im ersten Jülicher Nachhaltigkeitsbericht 2012/2013 wurde der „Städtebauliche Masterplan 2050“ vorgestellt, welcher das Ziel hat, den Campus zu einem nachhaltigen und energieeffizienten Forschungszentrum zu transformieren. Die erste Planung aus dem Jahr 2011 wurde 2014 fertiggestellt. Die wichtigsten Themen im Masterplan betreffen den Sanierungsbedarf des Gebäudebestands sowie den prognostizierten Bedarf an Labor- und Büroflächen für das Jahr 2050. Der „Städtebauliche Masterplan 2050“ ist kein starrer Plan, sondern eher ein „Handbuch zur CampusEntwicklung“, in dem langfristige Leitlinien festgehalten werden. Mit seinem Baukastensystem ermöglicht er die sukzessive Integration von Einzelbaumaßnahmen in die Vorgaben der Masterplanung. Die ermittelte Zukunftsvision stellt die Blaupause für die Architekten und Projektplaner des Geschäfts­ bereichs Planen und Bauen dar und wurde in einem Imagefilm visualisiert.

Video „Städtebaulicher Masterplan 2050“ abrufbar unter: www.t1p.de/hmhp

Ab 2015 wurde an diesem Konzept unter dem Titel „Masterplan 2.0“ weitergearbeitet. Hierin sollen verstärkt die Aspekte Klimaschutz, Energieeffizienz, Energiespeicherung und -verteilung sowie nachhaltiges Bauen in die Planung integriert werden. Außerdem finden Untersuchungen zur möglichen Flächenverdichtung statt. Die Sanierung und die Entwicklung des Campus bieten auch die Möglichkeit, neue Energiekonzepte umzusetzen. Diese bilden deshalb einen besonderen Schwerpunkt im städtebaulichen Masterplan des Forschungszentrums.

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G4-DMA


ÖKOLOGISCHE VERANTWORTUNG

Konzept zur zukünftigen Energieversorgung Bis 2050 sollen laut Energiekonzept der Bundesregierung etwa 80 Prozent des Energiebedarfs durch erneuerbare Energien gedeckt werden – für den Jülicher Wissenschaftscampus eine Herausforderung und Chance zugleich. Für eine intelligente Energienutzung und Energieversorgung sind deshalb neue Pläne entlang des Energiekonzepts der Bundesregierung für die Jahre 2020, 2030 und 2040 notwendig, die in einem Projekt für die zukünftige Energieversorgung des ZukunftsCampus entwickelt werden. Erste Konzeptstudien konzentrieren sich auf die unabhängige Versorgung des Forschungszentrums mithilfe einer Energiezentrale. Gegenstand dieser Untersuchung ist die Bewertung verschiedenster Anlagenvarianten hinsichtlich ihrer Versorgungssicherheit, Wirtschaftlichkeit, Energieeffizienz sowie Umweltrelevanz und Klimaschutz. Alle gebäudespezifischen Energiekonzepte müssen dabei verschiedene Grundvoraussetzungen erfüllen, um als Bestandteil der zukünftigen Energieversorgung für den Campus infrage zu kommen. Zu den wichtigsten zählen dabei die unterbrechungsfreie ganzjährige Versorgungssicherheit der Energie, eine hohe Verfügbarkeit bei Nutzungsänderungen und Preisstabilität des Energieträgers, eine energieeffiziente und ressourcenschonende Nutzung sowie geringe CO2 -Emissionen oder andere Umweltbelastungen. Ebenfalls von Bedeutung ist eine hohe Wirtschaftlichkeit, ohne die eine wissenschaftliche Einrichtung wie das Forschungszentrum Jülich nicht nachhaltig betrieben werden kann. Als effektivster Lösungsansatz wird der Einsatz einer Kraft-Wärme-Kälte-Kopplungsanlage (KWKK) gesehen, um eine flexible Grundversorgung zu ermöglichen. Dadurch kann eine bedarfsgerechte Versorgung des Nahwärme- und Kaltwassernetzes umgesetzt werden. Als Primärenergieträger kommen dabei Erdgas und Biomethan in Betracht. Auch unbekanntere Energieträger wie zum Beispiel White Coal (Reststoff der Zuckerrübe) werden hinsichtlich ihrer Verwendbarkeit geprüft.

70

Hinzu kommt der Vorteil, dass am Forschungszentrum Jülich einer der wissenschaftlichen Schwerpunkte die Energie betrifft. Die Einbindung der eigenen Energieforschung und Campus-Aktivitäten bieten großes Potenzial zur Demonstration im realen Betrieb. Das Ziel ist es daher, in dem Konzept des innovativen Living Lab Energy Campus die Forschungskompetenz gemeinsam mit einem intelligenten Energiemanagement zu nutzen.     

Ressourcenverbrauch und Ressourcenumgang auf dem Campus-Gelände Mit seiner Gebäudeinfrastruktur sowie seinen zahlreichen Großgeräten ist das Forschungszentrum Jülich im Hinblick auf den Ressourcenverbrauch mit einer Kleinstadt oder einem energieintensiven Industriebetrieb zu vergleichen. Es besitzt auf dem Campus-Gelände ein eigenes Heizkraftwerk zur Absicherung bei Ausfall der Fernwärmeversorgung und eine eigene Infrastruktur für die Wasserwirtschaft und für die zentrale Kälteversorgung.

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ÖKOLOGISCHE VERANTWORTUNG

Strom 97.895 MWh

Strom 115.587 MWh

Öl 204 MWh 642 MWh

Erdgas 2.176 MWh Trinkwasserwerk 405.035 m3

Kühlwasser 18.510 MWh

47.236 MWh

Kaltwasserwerk

554 MWh

2.710 MWh

33.972 m3

14.925 MWh

30 MWh

2.694 MWh

Kühlwasserwerk

Trinkwasser 6.202 m3

Trinkwasser 371.063 m3

21.775 MWh

Erdgas 2.848 MWh

Wärme 79.583 MWh

Nutzer Forschungszentrum Jülich

Heizwerk

Fernwärme 93.662 MWh

766 MWh

94.508 MWh

442 MWh

12.955 MWh

854 MWh

Kaltwasser 46.564 MWh

71

673 MWh

Anlieger Energie- und Medienströme des Forschungszentrums Jülich des Jahres 2015

Die Bundesregierung hat in ihrem Energiekonzept vom September 2010 weitreichende Ziele gesetzt sowie begleitende Energieeinsparverordnungen und anzuwendende Gesetze formuliert. Seine seit 1956 expansiv entwickelte technische und bauliche Infrastruktur stellt das Forschungszentrum vor große Herausforderungen und Anstrengungen beim Erreichen dieser Vorgaben. Ziel des Forschungszentrums ist es, seine Energie aus nachhaltigen Quellen zu beziehen, energieeffizient und ressourcenschonend zu arbeiten sowie die Emissionen zu senken und CO2 -Neutralität zu erreichen. Dazu ist es notwendig, das Bewusstsein aller Beschäftigten für eine ressourcenschonende Arbeitsweise auf dem Campus zu schärfen und ihr Nutzerverhalten genau zu analysieren. Für den Campus und die Anlieger werden die Energie- und Medienströme genau ermittelt.

Energie- und Wärmeverbrauch Seinen Strom bezieht das Forschungszentrum Jülich derzeit hauptsächlich vom Lieferanten RWE und in geringem Maße von den Stadtwerken Jülich. Mehrere Hochspannungsanschlüsse versorgen über teilweise

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ÖKOLOGISCHE VERANTWORTUNG

Energieverbrauch des Forschungszentrums Jülich [MWh] 140.000 120.000 100.000 80.000

Strom (elektrisch)*

60.000

Wärme (thermisch)

40.000

Kälte (thermisch)

20.000 0

Erdgas für Prozesse (thermisch) 2011

2012

2013

2014

2015

* enthält Strom zur Kälteerzeugung und -verteilung, Wärme- Trinkwasser- und Kühlwasserverteilung

Strommix des Forschungszentrums Jülich in 2015

43,4 %

72

Im Jahr 2014 verbrauchte das Forschungszentrum Jülich insgesamt 122,9 Gigawattstunden (GWh) Strom. Davon wurden circa 107 GWh (87 Prozent) von den Nutzern direkt als elektrische Energie verwendet. Der Stromverbrauch für die zentrale Infrastruktur zur Erzeugung und Verteilung von Kälte, Wärme und Trinkwasser betrug etwa 15,5 GWh (12,6 Prozent). Im Jahr 2015 sank der Gesamtstromverbrauch auf 112,9 GWh. Der davon als elektrische Energie verwendete Strom sank ebenfalls auf 97,9 GWh. Größte Stromverbraucher im Forschungszentrum sind die Großexperimenteinrichtung COSY sowie das Supercomputing. Der Anteil des Supercomputings am Gesamtstromverbrauch betrug in 2015 etwa 27 Prozent und ist damit über die vergangenen Jahre relativ konstant geblieben.

45,6 % Fossile und sonstige Energieträger Erneuerbare Energien Kernkraft

11,0 % Quelle: örtl. Stromlieferanten

[%] 50,0 40,0 30,0 20,0 10,0

FZJ Deutschland 2012

2013

Quelle: örtl. Stromlieferanten

G4-EN3

2014

2015

Der Strommix des Forschungszentrums weist eine ähnliche Verteilung auf wie der Deutschlands insgesamt. Die Verteilung ist abhängig von der Produktion der Stromlieferanten und folgt dem Trend der gesellschaftlichen Entwicklung. Dominierend ist erstmalig der Anteil der erneuerbaren Energieträger. Der Anteil der Erneuerbaren am Stromverbrauch ist im Forschungszentrum in den letzten Jahren kontinuierlich gestiegen und spiegelt ebenfalls die Entwicklung bei den Stromlieferanten des Forschungszentrums wider. Ab dem Jahr 2010 bezieht das Forschungszentrum seinen Strom mit einem höheren Anteil regenerativer Energieträger als Deutschland im Durchschnitt. In 2015 betrug der Anteil erneuerbarer Energien im Forschungszentrum knapp 46 Prozent.

Strombezug des Forschungszentrums Jülich: Anteil der erneuerbaren Energien

0,0

eigene Umspannwerke mit Transformatoren das eigene Mittelspannungsnetz auf dem Campus. Zwei weitere Anschlüsse dienen der Stromversorgung für die Großexperimente COSY (Ringbeschleuniger) und das Fusionsexperiment TEXTOR.

Das Forschungszentrum Jülich beheizt seine Gebäude, bis auf eine kleine Zahl von Erdgasthermen, fast ausschließlich mit Fernwärme aus dem Braunkohlekraftwerk Weisweiler. Von dort aus gelangt die Wärme über eine 16 Kilometer lange Fernwärmepipeline ins campuseigene Heizkraft-

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ÖKOLOGISCHE VERANTWORTUNG

werk mit einer maximalen thermischen Leistung von 30 Megawatt (MW). Die Verteilung zu den Gebäuden auf dem Campus erfolgt über ein eigenes, erdverlegtes, energetisch saniertes Nahwärmenetz. Bei Ausfall der Fernwärmeversorgung aus Weisweiler werden zur Lastspitzenabdeckung und Havarieversorgung im eigenen Heizkraftwerk zwei heizölbefeuerte Heizkessel mit einer Gesamtleistung von 25,5 Megawatt thermisch (MWth ) in Betrieb genommen. Sein Erdgas bezieht das Forschungszentrum Jülich in geringen Mengen von den Stadtwerken Jülich. Insgesamt belief sich der Verbrauch von Fernwärme im Jahr 2014 auf rund 76 GWh und stieg ein Jahr später auf 78,8 GWh. Der Verbrauch an Heizöl stieg 2015 im Vergleich zu 2014 ebenfalls: von 33 auf 172 MWh. Der Wert war damit aber im Vergleich zu 2013 (1.368 MWh) immer noch wesentlich geringer. Der Erdgasverbrauch lag in beiden Jahren des Berichtszeitraums bei rund 0,6 GWh. Projektbeispiele für energieeffiziente Maßnahmen in den Jahren 2013 bis 2015 Energieeffizienz ist ein zentraler Punkt für die nachhaltige Campus-Entwicklung. Mit Blick auf das Energiekonzept der Bundesregierung und den Zustand der Infrastruktur und Gebäude sowie der genutzten Großgeräte sind neue Wege zu gehen. Deswegen gilt es, beispielsweise Ergebnisse aus der eigenen Forschung, etwa im Energiebereich, auf dem eigenen Campus umzusetzen und in der Praxis zu erproben. Im Forschungszentrum wird Kälte in Form von Kaltwasser mit einer Temperatur von etwa 6 Grad Celsius (°C) insbesondere für die Klimatisierung der Raumluft und als Prozesskälte zum Beispiel beim Jülicher Supercomputing benötigt. Das Kaltwasser wird heute in drei zentralen Anlagen (ZKV 1, 2 und 3) auf dem Campus mittels Kompressionskältemaschinen erzeugt und in ein Rohrleitungsnetz eingespeist. Zur Deckung des stetig steigenden Bedarfs an Kaltwasser wurde die Erzeugungskapazität für Kaltwasser im Jahr 2013 durch die Inbetriebnahme der Zentralen Kälteversorgungsanlage (ZKV 3) ausgebaut. In der ZKV 3 befinden sich zwei Kompressionskältemaschinen mit einer Leistung von jeweils 3 MWth. Die beiden neuen Kompressionskältemaschinen verfügen insbesondere im Teillastbereich über deutlich höhere Energie­ effizienz als die übrigen auf dem Campus. Durch den Betrieb der ZKV 3 wird die Energieeffizienz bei der Erzeugung von Kaltwasser deutlich verbessert. Dies führt dazu, dass jährlich rund 933.000 kWh an elektrischem Strom eingespart werden können. Hierdurch wird ein CO2 -Ausstoß von etwa 521 Tonnen pro Jahr vermieden.

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Durch Simulationsrechnungen wurde im Jahr 2015 untersucht, ob durch eine Absenkung der Heizkurve hin zu niedrigeren Vorlauftemperaturen eine Energieeinsparung möglich ist. Zu beachten war hierbei, dass durch die Absenkung der Vorlauftemperatur gleichzeitig der Massenstrom im Nahwärmenetz ansteigt. Der höhere Massenstrom hat den Nachteil, dass ein höherer Stromeinsatz für Pumparbeit erforderlich ist. Das Ergebnis der Untersuchung fiel jedoch positiv aus und lieferte ein Optimum zwischen Vorlauftemperatur und Massenstrom. Die Absenkung der Heizkurve zu niedrigeren Vorlauftemperaturen im Nahwärmenetz spart jährlich rund 195 MWh an Wärme ein, wobei der Stromeinsatz um etwa 31 MWh pro Jahr für erhöhte Pumparbeit ansteigt. Die Bilanz des Projekts weist eine CO2 -Einsparung von knapp 400 Tonnen pro Jahr aus. Im Rahmen des vom Forschungszentrum koordinierten europäischen Projekts DEEP wurde in Jülich außerdem ein sehr effizientes Kühlungssystem für Supercomputer installiert, bei dem bis zu 45 °C heißes Wasser zur Kühlung verwendet wird. Dadurch wird der Energieverbrauch des Supercomputers insgesamt stark reduziert. Die positiven Erfahrungen bei DEEP haben dazu geführt, dass demnächst ein vergleichbares Warmwasser-Kühlungssystem für einen neuen Produktionsrechner verwendet wird. In den Jahren 2011 bis 2015 verringerten sich durch energieeffiziente Maßnahmen der spezifische Stromverbrauch um 13 Prozent, der spezifische Kälteverbrauch sogar um fast 30 Prozent. Der spezifische Wärmeverbrauch der Nutzer beziehungsweise Endverbraucher (Durchschnittswert der Jahre 2014 bis 2015) sank um 9 Prozent gegenüber dem Durchschnittswert der Jahre 2011 bis 2013.

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G4-EN3, G4-EN6, G4-EN19


ÖKOLOGISCHE VERANTWORTUNG

Implementierung eines Energiecontrollings Ein erster Schritt in Richtung Energiecontrolling und später in ein geplantes Energiemanagement bilden dezentrale, fernauslesbare Medienzähler, die zur automatischen Erfassung der Medien- und Energieverbräuche sowie der Erfassung von Lastprofilen dienen. Statt einer zentralen Erfassung des Stromverbrauchs an einer Lieferstelle am Campus-Rand sind bis 2014 durch den Fachbereich für Elektro- und Nachrichtentechnik rund 950 solcher fernauslesbarer Medienzähler auf dem Campus verbaut und in Betrieb genommen worden.

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Simulation dynamischer Energieversorgungsnetze im Forschungszentrum Jülich

Die ausgelesenen Daten werden in einer eigenständigen Energiemanagementsoftware erfasst und in einer Datenbank mit Zeit- und Datumsstempel archiviert. Diese Zählerdaten bilden die Grundlage zur Erfassung von dynamischen Lastprofilen und zur energetischen Bewertung von Gebäuden und Verteilnetzen. Mithilfe der numerischen Gebäude- und Anlagensimulation werden die Betriebszustände in den Verteilnetzen optimiert und vorhandene Energieverluste gesenkt. Weiterhin dienen die Zählerdaten der Ermittlung von möglichen Einsparpotenzialen und der internen Verbrauchs- und Kostenverrechnung auf die Gebäude- und Anlagennutzer. Nach vollständiger Integration der Medienzähler in die Energie­ managementsoftware sollen die Gebäudeverbräuche den Gebäudenutzern zur Sensibilisierung und Optimierung des Verbrauchsverhaltens ab Mitte 2014 zur Verfügung stehen. Zusammen mit dem zukünftig bedarfs­gerechten Angebot der Energie in einem aufzubauenden Energiemanagement können so die Ressourcen effizienter eingesetzt werden.

Um etwa den Wärmebedarf der Gebäude auf dem Campus zu ermitteln, analysieren Jülicher Experten in Zusammenarbeit mit der RWTH Aachen komplette Labor- und Bürogebäude sowie gemischt genutzte Häuser, da diese in ihrem Energiebedarf sehr stark variieren. Hierzu liefert das Forschungszentrum seine Daten aus den Medienzählern an den Lehrstuhl für Gebäude- und Raumklimatechnik des E.ON Research Centers an der RWTH Aachen. Mit einer dort entwickelten Software werden die Daten zur Netzsimula­tion der Energie- und Medienflüsse verwendet, um die Energieversorgung zeitaufgelöst und detailliert abzubilden sowie ein betriebliches Steuerungsmodell zu etablieren. Mithilfe der durchgeführten Simulation von verschiedenen Heizkurven für das Wärmenetz des Jülicher Campus konnte die Steuerung des Heizwerks nach ökologischen und ökonomischen Aspekten optimiert werden. Dies soll in Zukunft einen bedarfsgerechten und effizienten Einsatz der Ressourcen zur Energie- und Medienversorgung ermöglichen. Maßnahmen zur Gebäudesanierung Neben modernen Instituten und Einrichtungen ist mehr als die Hälfte des Gebäudebestands älter als 40 Jahre. Ähnlich sieht es bei den gebäudetechnischen Anlagen aus. Somit bietet sich ein großes Potenzial für mögliche energieeffiziente Maßnahmen. Im Rahmen der Entwicklung des städtebaulichen Masterplans („Masterplan 2.0“) findet eine detaillierte Bewertung zur Sanierungsbedürftigkeit der Baukonstruktion und der Anlagentechnik aller Gebäude sowie der Infrastruktur (Heizwerk, Versorgungsnetze etc.) des Forschungszentrums Jülich statt.

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ÖKOLOGISCHE VERANTWORTUNG

Eine Untersuchung hat ergeben, dass bei einer Sanierungsrate von 5,5 Prozent pro Jahr der vorhandene Sanierungsstau bis 2030 abgebaut sein wird. Für die nachhaltige, also werterhaltende Sanierung werden Geldmittel von jährlich 30 Millionen Euro benötigt. Dies entspricht einer Sanierungsrate von 3,3 Prozent. Die Durchführung nur notwendigster Sanierungsmaßnahmen wird mittelfristig aufgrund verschiedener Priorisierungen Kosten von rund 16 Millionen Euro pro Jahr verursachen. Eine vom Aufsichtsrat ins Leben gerufene Arbeitsgruppe unter Beteiligung der Zuwendungsgeber hat den Ansatz untersucht und die Bewertung der Sanierungsstrategie im April 2016 bestätigt. Im Jahr 2014 wurden bei sieben Gebäuden die Dächer energetisch saniert, indem alte Polystyrol-Platten durch moderne Expandierte-Polystyrol-Hartschaum- oder Steinwolle-Dämmplatten größerer Stärke ersetzt wurden. Die geplante einzusparende Wärmemenge dieser etwa 2,4 Millionen Euro teuren Sanierungsmaßnahmen beträgt circa 371 MWh pro Jahr. In 2015 erfolgten die gleichen Sanierungsmaßnahmen bei drei weiteren Gebäudedächern mit einer jährlich eingesparten Wärmemenge von etwa 172 MWh und Sanierungskosten von 630.000 Euro. Am Institut für Plasmaphysik wurden zusätzlich zur energetischen Dachsanierung die vorhandenen Lichtkuppeln durch moderne zweifach verglaste Oberlichter aus Verbundkunststoff ersetzt. Energieeffiziente Neubauten im Berichtszeitraum Institut für Neurowissenschaften und Medizin (INM) Der mit einer Grundfläche von 1.666 Quadratmetern große und 5,8 Millionen Euro teure Neubau stellt seit dem Jahr 2014 eine kompakte Anordnung von Laborräumen mit insgesamt 950 Quadratmeter Nutzfläche für die Jülicher Hirnforscher bereit. Die hochwertige Sonnenschutzverglasung des Gebäudes in Kombination mit einem außen beziehungsweise innen liegenden Sonnenschutz sorgt für sommerlichen Wärmeschutz. Die Wärmerückgewinnung der raumlufttechnischen Anlagen besitzt einen Wirkungsgrad von 60 Prozent. Der Primärenergiebedarf des Gebäudes liegt bei jährlich 248 kWh pro Quadratmeter.

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Kompetenzzentrum für Membrantechnologie des IEK-1 Nach rund vierjähriger Bauzeit wurde das neue Membranzentrum mit einer Nutzfläche von rund 2.433 Quadratmetern der Wissenschaft übergeben. Die Baukosten beliefen sich auf etwa 8,4 Millionen Euro. Im Erdgeschoss sind zwölf hochspezialisierte Einzellabore für physikalische und chemische Forschung untergebracht, jeweils mit circa 40 Quadratmeter Grundfläche, ebenso ein 150 Quadratmeter großer Reinraum (inklusive Grauraum und Schleuse) der ISO-Klasse 5. Konzeptionell neuartig ist die Idee des „transparenten Reinraums“, bei dem Besucher durch einen Vorraum und Glastrennwände einen Einblick in die Arbeit in diesen speziellen Forschungsbereich bekommen. In den drei Obergeschossen des Gebäudes sind Büro- und Besprechungsräume angeordnet. Zertifizierungen von Gebäuden Parallel zur Konzeption des städtebaulichen Masterplans lässt sich das Forschungszentrum für nachhaltiges Bauen im wissenschaftlichen Bereich zertifizieren. Das Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung entwickelt und erprobt derzeit ein Bewertungs- und Zertifizierungssystem speziell für Forschungs- und Laborgebäude in Deutschland. Das Ziel ist es, einheitliche Standards einzuführen, anhand derer sich Nachhaltigkeit messen lässt und welche für Einrichtungen, die vom Bund getragen werden, auch finanzierbar sind. Denn nachhaltige Bauoptionen sind bei Verringerung der Kosten über den gesamten Lebenszyklus in der Errichtungsphase oft teurer als Optionen, die nachhaltige Aspekte nicht vordergründig berücksichtigen. Bei jedem Neubauvorhaben ist mindestens die Erfüllung des Standards „Silber“ der Deutschen Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen zu erzielen.

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ÖKOLOGISCHE VERANTWORTUNG

Wassernutzung am Forschungszentrum Jülich Die Trinkwasserversorgung erfolgt über Tief- und Flachbrunnen in dem betriebseigenen Wasserwerk. Die Aufbereitung, Speicherung und ein eigenes Rohrleitungsnetz stellen die Verteilung sicher. In 2014 betrug der Trinkwasserverbrauch 435.000 Kubikmeter, 371.000 Kubikmeter waren es 2015. Damit wurde der Verbrauch im Vergleich zu 2012 trotz steigender Mitarbeiterzahlen um 19 Prozent gesenkt. Erreicht wurde dies in erster Linie durch den Rückbau des Großexperiments TEXTOR sowie den gezielten Umbau von Trinkwasserkühlung auf Kalt- bzw. Kühlwasserkühlung bei wissenschaftlichen Experimenten. Insgesamt wurde der Trinkwasserverbrauch gegenüber dem Jahr 2011 um 130.600 Kubikmeter beziehungsweise 26 Prozent reduziert. Die Kühlung übernehmen aktuell drei Anlagen (ZKV 1, 2 und 3) mit acht Kompressionskältemaschinen und offener Rückkühlung sowie ein circa 17 Kilometer langes geschlossenes Kaltwassernetz. Das System versorgt zuverlässig die Kälteverbraucher auf dem Campus. Die zentrale Kälteversorgung hat eine Kapazität von 21 MWth und versorgt die Kälteverbraucher in 46 Gebäuden. Die Energieverbräuche für Kaltwasser lagen 2012 bei 66,5 GWh bzw. 2013 bei 62 GWh. Zur weiteren Kälteversorgung wird Flusswasser über eine Rohrleitung aus dem rund vier Kilometer entfernten Fluss Rur bis zum Wasserwerk gepumpt, gereinigt und als Kühlwasser aufbereitet. Die Verteilung erfolgt ebenfalls über ein eigenes, 10 Kilometer langes Rohrnetz. Der Verbrauch liegt bei rund 1,7 Millionen Kubikmeter Wasser pro Jahr. Das Kühlwasser wird nach der Nutzung dem Fluss Rur wieder zugeführt. Im Forschungszentrum Jülich wird der Kältebedarf durch die Anforderungen der wissenschaftlichen Experimente, der Prozessabläufe und zur Raumluftkonditionierung der Gebäude bestimmt. Das hohe Niveau des Kälteverbrauchs im Forschungszentrum resultiert zu einem guten Teil aus dem Forschungsschwerpunkt Supercomputing sowie der Nutzung anderer wissenschaftlicher Großgeräte, welche extreme Kühlleistungen benötigen. Seit 2013 ist der Kälteverbrauch dennoch rückläufig. Die Reduzierung 2015 gegenüber 2011 beträgt 25 Prozent, was hauptsächlich auf den Rückbau des Großexperiments TEXTOR zurückzuführen ist. Zur Kaltwassererzeugung in der Zentralen Infrastruktur wurden 2015 etwa 2,7 GWh Kühlwasser eingesetzt. Das entspricht rund 4 Prozent des gesamten Kälteverbrauchs und stellt gegenüber 2011 eine Steigerung um 76 Prozent dar. Die Ur­ sache liegt in der stetigen Umstellung der in der Vergangenheit für wissenschaftliche Experimente häufig genutzten Trinkwasserkühlung auf die effizientere Kaltwasserkühlung.

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Für das Gebiet Abwasser zeichnet dagegen das Team Abwassertechnik aus dem gleichen Fachbereich verantwortlich. Die Abwasserableitung verfügt über drei getrennte Kanalisationssysteme, bei denen die häuslichen Abwässer in die Sanitärabwasserkanalisation, Betriebsabwässer in die Betriebsabwasser­ kanalisation und Regen-, Grund- und Kühlwässer in die Regenwasserkanalisation abgeleitet werden. Die Sanitärabwässer werden in einer mechanisch-biologischen Kläranlage gereinigt, die mit dem im Forschungszentrum Jülich entwickelten Jülicher Abwasserreinigungsverfahren (JARV) betrieben wird. Die Betriebsabwässer werden mit einer mechanisch wirkenden Verfahrensanlage gesäubert, in der auch chemische Fällungen möglich sind. Das getrennte System ist aufgrund des Umgangs mit offenen radio-

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ÖKOLOGISCHE VERANTWORTUNG

aktiven Stoffen am Forschungszentrum Jülich notwendig. Dadurch ergeben sich auch für die Abwasserbehandlung spezielle Gegebenheiten, die neben wasserrechtlichen Erlaubnissen auch atomrechtliche Genehmigungen vorsehen. Regen-, Grund- und Kühlwässer durchfließen, bevor sie abgeleitet werden, zwei erdgedeckte Sandfangbauwerke auf dem Campus des Forschungszentrums, die zur Abscheidung der mineralischen Anteile dienen. Im unteren Teil des Hauptentwässerungskanals sind außerdem Staustufen installiert, die eine längere Verweilzeit des Mediums ermöglichen. So kann eine erhöhte Sedimentation der Sinkstoffe durchgeführt werden. Die gereinigten und aufbereiteten Abwässer werden in die Rur eingeleitet. Das geschieht über den Hauptentwässerungskanal in den Abschlaggraben des Krauthausen-Jülicher Mühlenteichs, der nach ungefähr 50 Metern in die Rur mündet. Vor dem Abpumpen in den Hauptentwässerungskanal wird in jeder Charge Schmutzwasser und Betriebsabwasser die Wasserqualität auf die erlaubten Werte hin untersucht. Das kontinuierlich fließende Grund-, Kühl-, und Niederschlagswasser wird ebenfalls auf die im Erlaubnisbescheid aufgeführten, bei der Ableitung des Wassers einzuhaltenden Werte hin untersucht. Die gesamte Abwassereinleitung belief sich 2014 auf 336.898 Kubikmeter, 2015 waren es 334.531. Im Vergleich dazu betrug sie 2012 noch 337.670 Kubikmeter. Die Menge des abgeleiteten Abwassers macht dabei weniger als 5 Prozent des durchschnittlichen Jahresvolumens der Rur aus.

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Ressourcenschonung durch einen umweltbewussten Materialeinsatz Digitalisierung in der Zentralbibliothek und im Bewerbungsmanagement Die Digitalisierung spielt aufgrund ihrer Einsparung an Ressourcen auch am Forschungszentrum Jülich eine bedeutende Rolle. So stehen zum Beispiel Fachzeitschriften seit 2005 den Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern nur noch in elektronischer Version zur Verfügung. Außerdem ist eine steigende Anzahl von bereitgestellten Büchern in der Zentralbibliothek (ZB) ausschließlich elektronisch vorhanden. Doch nicht nur der Papier- und Energieverbrauch steht im Fokus der Digitalisierung von wissenschaft­ lichem Arbeiten. Das Forschungszentrum setzt sich als Mitglied der Helmholtz-Gemeinschaft (HGF) auch für die „Digitale Nachhaltigkeit“ ein. Es strebt daher an, dass die digitalen wissenschaftlichen Ressourcen ein öffentliches Gut sind. Im Mittelpunkt dieses Engagements steht dabei das Thema Open Access. Für eine Veröffentlichung als Open Access gibt es im Wesentlichen zwei Möglichkeiten. Der „Grüne Weg“ des Open Access bezeichnet die Speicherung von qualitätsgesicherten Textpublikationen und anderen digitalen Objekten auf einem institutionellen oder disziplinären Repositorium. Der „Goldene Weg“ des Open Access bezeichnet dagegen die Erstveröffentlichung von wissenschaftlichen Texten in OpenAccess-Zeitschriften, prinzipiell aber auch die Open-Access-Publikation anderer Publikationstypen, beispielsweise in Monografien und Sammelbänden. Weiterführende Informationen zur Digitalisierung in der ZB und im Bewerbungsmanagement sowie zum Thema Open Access finden sich im Nachhaltigkeitsbericht 2012/2013 ab Seite 84.

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ÖKOLOGISCHE VERANTWORTUNG

Open-Access-Startegie Der Vorstand des Forschungszentrums Jülich hat zum 1. Januar 2016 eine Open-Access-Strategie für das Forschungszentrum beschlossen. Diese wurde vor der Beschlussfassung in Sitzungen der Bibliothekskommission und der Hauptkommission des Wissenschaftlich-Technischen Rats (WTR) vorgestellt. Hintergründe und Erläuterungen zur Strategie sind in einer Präsentation zusammengestellt, welche intern für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Forschungszentrums in JuSER (Juelich Shared Electronic Resources) abrufbar ist und außerdem in einem Beitrag in der Mitarbeiterzeitschrift erläutert wird. Die Publikation der wissenschaftlichen Ergebnisse des Forschungszentrums in Gold-Open-Access-Zeitschriften wird in der Open-Access-Strategie ausdrücklich begrüßt. Das Forschungszentrum setzt sich zum Ziel, dass der Anteil seiner in Open Access erscheinenden Publikationen stets 10 Prozent über dem weltweiten Durchschnitt liegt. Am Open Access Repository Ranking (OARR) nahmen 160 Open-Access-Repositorien aus Deutschland teil. Bei der ersten Teilnahme erreichte das System JuSER der ZB auf Anhieb Platz 6. Volle Punktzahl gab es in den Kriterien Open Access und Benutzerfreundlichkeit. Verbesserungspotenzial gibt es bei der Einbindung weiterer offener Schnittstellen (Linked Open Data) und bei Nutzungsstatistiken. Im Bereich Green Open Access beinhaltet die Strategie folgende Vorgehensweise: a) Die ZB ergänzt – soweit möglich – die Datensätze in JuSER um die Verlagsfassungen der Publikationen. b) Die Leiter der Organisationseinheiten senden der ZB die Publikationen in der Version „Final Draft Post Referee“. Die ZB sorgt für die Klärung der Zweitnutzungsrechte und stellt die Publikation dementsprechend im Repositorium des Forschungszentrums ein. c) Die Unternehmensentwicklung (UE) und die ZB beobachten die Entwicklung hinsichtlich etwaiger Verpflichtungen zu Open Access seitens Zuwendungsgeber, Forschungsförderer oder Helmholtz-Gemeinschaft.

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Materialeinsatz in der Forschung Der Einsatz von Materialien zum Zweck der Forschung und der damit verbundene Ressourcenverbrauch teilweise seltener Stoffe wie Platin oder Seltener Erden entziehen sich einer eindeutigen Bewertung. Zwar benötigt die wissenschaftliche Arbeit viele Ressourcen, doch ihre Erkenntnisse tragen auch zu einer effizienteren Nutzung dieser Ressourcen bei. Beispiele hierzu stehen im Nachhaltigkeitsbericht 2012/2013 auf den Seiten 85 und 86. Nachhaltiger Einkauf Der zentrale Einkauf des Forschungszentrums ist grundsätzlich darauf bedacht, die verschiedenen Anforderungen der wissenschaftlichen Institute an die zu beschaffenden Materialien zu erfüllen. Aber auch Umweltaspekte spielen beim zentralen Einkauf eine Rolle. So wird etwa darauf geachtet, energieeffiziente Geräte des täglichen Gebrauchs zu beziehen und weitgehend umweltgerechtes Papier einzusetzen.

Handlungsfeld Beschaffung im LeNa-Projekt: www.lena-projekt.de/ handlungsfelder/ unterstuetzende-prozesse/ beschaffung

Sichtbar wird dies zum Beispiel bei der Beschaffung von IT-Systemen und Druckern/Multifunktionsgeräten. Der IT-Strategie des Forschungszentrums folgend, gibt es Vorgaben für Standard-Konfigurationen. Diese Standards bieten, angepasst an die unterschiedlichen Anforderungsszenarien der Anwender, ITSysteme unterschiedlicher Leistungsklassen. Bei der Festlegung dieser Konfigurationen werden Nachhaltigkeitsaspekte ausdrücklich berücksichtigt. Dazu gehören nicht nur der Energieverbrauch, sondern auch die Themen Schadstoffe, Lärm, mögliche Nutzungsdauer (Haltbarkeit, Garantiezusage, Verfügbarkeit von Ersatzteilen) und Entsorgung. Gängige Siegel wie beispielsweise Energy Star, TCO und Blauer Engel bilden dabei die Minimalforderungen ab. Nur wenn IT-Systeme als Forschungsinstrumente eingesetzt werden und deshalb speziellen funktionalen Anforderungen genügen müssen, kann dies die Auswahl gegenüber Aspekten der Nachhaltigkeit beeinflussen.

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ÖKOLOGISCHE VERANTWORTUNG

Bisher gibt es am Forschungszentrum Jülich jedoch keine eigenständige Strategie einer nachhaltigen Beschaffung. Durch sehr spezielle Anforderungen der Wissenschaft sowie die Vorgaben beziehungsweise Limitierungen des anzuwendenden Vergaberechts ist eine grundsätzliche primäre Ausrichtung am Thema Nachhaltigkeit derzeit sehr schwer umzusetzen. Die Bundesregierung muss jedoch aufgrund einer neuen EU-Richtlinie zum Vergaberecht bis zum Jahr 2016 ein neues nationales Vergaberecht implementieren. Auf Basis der neuen Gesetzeslage wird die Einführung einer Nachhaltigkeitsstrategie im zentralen Einkauf neu diskutiert werden. Beschaffung ist als Handlungsfeld im „Leitfaden für Nachhaltigkeitsmanagement in außeruniversitären Forschungseinrichtungen“ (LeNa) aufgeführt und wird bei der Diskussion über die Nachhaltigkeitsstrategie beim Einkauf eine Rolle spielen. Green Events Der Geschäftsbereich Unternehmenskommuni­ kation koordiniert zentrale Veranstaltungen für das Forschungszentrum. Dabei werden bereits bei der Planung die Leitlinien zur Nachhaltigkeit des Bundesumweltministeriums angewendet. Diese sehen vor, die gesamte Veranstaltung so emissionsfrei wie möglich durchzuführen. Deshalb werden Veranstaltungsorte ausgewählt, die nachhaltig betrieben werden. Zudem achtet das Team der Unternehmenskommunikation darauf, dass die Veranstaltungsorte gut mit Bus und Bahn zu erreichen sind und dass das Buffet möglichst aus regionalen, fair gehandelten Bio-Lebensmitteln besteht. Während der gesamten Organisation und Durchführung der Veranstaltung wird versucht, Weiternutzbare Kräutertöpfe als den Papierverbrauch zu minimieren. Dazu gehört Tischdekoration bei Veranstaltungen auch eine ausschließlich onlinebasierte Anmeldung. Bühnenaufbauten aus nicht wiederverwendbarem Material ersetzt es durch Projektionen und Tischdekoration – zum Beispiel durch Kräutertöpfe, die von den Gästen im Anschluss mitgenommen werden dürfen. Auf andere Gastgeschenke wird mit dem Hinweis auf die Ressourcenschonung verzichtet. Das Konzept ist sowohl für zentrale als auch für wissenschaftliche Veranstaltungen anwendbar.

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Emissionen und Abfall Bei der Reduzierung seiner CO2 -Emissionen hat sich das Forschungszentrum Jülich das Energiekonzept der Bundesregierung als Ziel und Vorbild gesetzt. Dieses sieht unter anderem vor, den Wärmeenergie­ bedarf in Gebäuden gegenüber dem Jahr 2008 bis 2020 um 20 Prozent zu senken. Der Primärenergie­ verbrauch im Gebäudebetrieb ist bis zum Jahr 2050 außerdem um 80 Prozent zu reduzieren. Um diese Ziele zu erreichen, bedarf es einer energetischen Gebäudesanierung, energieeffizienter Neubauten sowie neuer Campus-Energiekonzepte. So sollen etwa Neubauten möglichst wenig Energie bei ihrer Errichtung und im Betrieb verbrauchen. Ziel ist es, die erforderliche Energie möglichst – wenn wirtschaftlich machbar – am Gebäude selbst zu erzeugen. Überschüssige Energie soll in das Campus-Netz eingespeist werden, um beispielsweise älteren Gebäuden oder Energiespeichern zur Verfügung zu stehen. Der Grad der gebäudeweisen Autonomie ist stark abhängig von der jeweiligen Nutzung. Die Vision für ein zukünftiges Versorgungskonzept bezieht

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G4-EN32, G4-DMA


ÖKOLOGISCHE VERANTWORTUNG

die Potenziale der Gebäudehüllen, der Gebäudetechnik und der Gebäudeumgebung zur Energieerzeugung mit ein. Die eigene Erzeugung mit regenerativen Brennstoffen soll die CO2 -Emissionen und die Abhängigkeit des Forschungszentrums von emissionsträchtigen Energiequellen minimieren.

CO2-Emissionen Nach den Vorgaben des Energiekonzepts der Bundesregierung aus dem Jahr 2010 soll der Treibhausgasausstoß massiv und nachhaltig gesenkt werden. Bis zum Jahr 2020 sollen 40 Prozent gegenüber dem Stand von 1990 und bis zum Jahr 2030 sogar 55 Prozent der Emissionen reduziert werden. Diese Ziele wurden im Jahr 2014 im Rahmen des „Aktionsprogramms Klimaschutz“ der Bundesregierung bekräftigt. Die Landesregierung in Nordrhein-Westfalen unterstützt die Bundesregierung bei diesen Verpflichtungen und hat im Jahr 2007, im Zuge des „Integrierten Energie- und Klimaprogramms“ der Bundesregierung, eigene Ziele in der „Energie- und Klimaschutzstrategie NRW“ formuliert. Im Juni 2015 verabschiedete die Landesregierung von Nordrhein-Westfalen den Klimaschutzplan mit konkreten Klimaschutzzielen. Dazu gehört das Ziel, die Treibhausgasemissionen um mindestens 25 Prozent bis 2020 und um 80 Prozent bis 2050 zu reduzieren. Außerdem hat sich die Landesregierung als zentrales Ziel gesetzt, bis 2030 die klimaneutrale Landesverwaltung zu realisieren. Das Forschungszentrum Jülich versucht durch seine Klimaschutzplanung diesem Ziel gerecht zu werden. Die CO2 -Emissionen werden deshalb im Energiebericht des Zentrums dargestellt und bilanziert. Ziel ist es, die Emissionsentwicklung im Forschungszentrum Jülich darzustellen, um über geeignete Reduktionsmaßnahmen zielgerichtet diskutieren zu können. Die Ermittlung des CO2 -Äquivalents für das Forschungszentrum Jülich erfolgt auf Basis der verbrauchten Energiemengen an Strom, Wärme, Gas und Heizöl. Grundlage sind die jeweiligen ausgewiesenen spezifischen Emissionswerte der für den jeweiligen Betrachtungszeitraum relevanten Energielieferanten oder der Zuteilungsverordnung 2012.

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Insgesamt verursachten die Energieverbräuche des Forschungszentrums Jülich bestehend aus Strom, Wärme, Heizöl und Erdgas einen CO2 -Ausstoß von 103.773 Tonnen im Jahr 2014 und von 90.337 Tonnen im Jahr 2015. Der Rückgang der Emissionen kann unter anderem auf den verminderten Energieverbrauch durch die Ausgründung des Nuklearbereichs zur JEN am 1. September 2015, die Reduzierung des Verbrauchs im Bereich Supercomputing (JSC) und durch den höheren Anteil an erneuerbaren Energien im Strombezug zurückgeführt werden. CO2 -Emissionen (in Tonnen) durch Energieverbräuche bestehend aus Strom, Wärme, Heizöl und Erdgas 2011

2012

2013

2014

2015

102.912

102.384

115.038

103.773

90.337

Die NOX-Emissionen lagen im Jahr 2012 bei 997 Kilogramm und die SOX-Emissionen bei 3.507 Kilogramm. Über die Jahre ergeben sich nur wenige Schwankungen, sodass die Emissionen während des Berichtszeitraums ebenfalls in diesem Bereich lagen.

Die Emissionen durch direkte Energieverbräuche (Scope 1) des Forschungszentrums bestehend aus Erdgas und Heizöl betrugen 2014 insgesamt 839,4 Tonnen CO2 und 2015 insgesamt 613,9 Tonnen CO2. Zur Kategorie der direkten Energieverbräuche zählen laut GRI-Definition auch die Emissionen der zentrumseigenen Pkw-Flotte, die sich ohne die Emissionen der Arbeitsgeräte, in 2014 auf schätzungsweise 189,9 und in 2015 auf 186 Tonnen CO2 beliefen. Die Senkung um 2 Prozent lässt sich mit der schrittweisen Elektrifizierung in 2015 begründen.

G4-EN6, G4-EN15, G4-EN21, G4-DMA

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ÖKOLOGISCHE VERANTWORTUNG

Die Emissionen durch indirekte Energieverbräuche (Scope 2) bestehend aus Strom und Fernwärme betrugen 2014 insgesamt 102.933,5 Tonnen CO2 und 2015 insgesamt 89.722,8 Tonnen CO2. Am meisten CO2 -Emissionen entstanden mit 70.071,6 Tonnen in 2014 und 56.482,3 Tonnen in 2015 durch den Stromverbrauch. Seit 2014 erhält das Forschungszentrum Jülich von seinem Fernwärmezulieferer RWE eine konkrete Angabe zu dem für die Berechnung des CO2 Ausstoßes notwendigen Emissionsfaktor. Bei Dienstreisen können die Treibhausgasemissionen bisher nicht erfasst werden. Emissionen durch Zu- und Ablieferverkehr werden ebenfalls nicht erfasst, sind aber für das Forschungszen­ trum auch nur in geringem Maße relevant. Damit kann an dieser Stelle nicht über Scope-3-Emissionen berichtet werden.

Folgende Emissionsfaktoren wurden zur Berechnung des CO2 -Äquivalents herangezogen: 2014

2015

Strom

571,4 g CO2/kWh

501,8 g CO2/kWh

Fernwärme

430,0 g CO2/kWh

422,0 g CO2/kWh

Heizöl

266,4 g CO2/kWh

266,4 g CO2/kWh

Erdgas

201,6 g CO2/kWh

501,6 g CO2/kWh

Abfallentsorgung und Recycling Beim Betrieb des Forschungszentrums Jülich fallen unterschiedliche Abfälle aus der Forschung und deren Infrastruktur mit steigendem Volumen an. Darunter sind auch sehr spezielle Stoffgemische, die einen besonderen Entsorgungsweg erfordern. Die Handhabung aller Abfälle im Forschungszentrum wird durch die Abfallordnung festgelegt. Sie regelt die grundsätzlichen Fragen der betriebsinternen Umsetzung des Kreislaufwirtschaftsgesetzes (KrWG). Innerhalb der betrieblichen Abfallordnung werden deshalb unter anderem alle relevanten Vorschriften aufgeführt sowie Regelungen zur Vermeidung, Verwertung und Aufbewahrung von Abfällen festgelegt. In den Anlagen ist zudem die konkrete Verfahrensweise bei den unterschiedlichen Abfallarten geregelt.

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Die Entsorgung und das Recycling der Abfälle ist die Aufgabe des Teams Abfallwirtschaft. Dafür werden den Laboren und Werkstätten alle notwendigen Sammel- und Transportbehältnisse bereitgestellt, die für den jeweiligen Abfall angepasst sind. Um dies zu realisieren, müssen die Abfallverursacher ihre anfallenden Stoffe bei der Abfallwirtschaft anmelden und entsprechende Behältnisse beantragen. Der schnelle Transport und die ordnungsgemäße Beseitigung wird vom Team der Abfallwirtschaft durchgeführt. Alle Entsorgungen, die vom Forschungszentrum ausgehen, werden mittels Ausschreibung festgelegt, in der zudem die Entsorgungsverfahren definiert sind. An den Ausschreibungen dürfen nur Entsorgungsfach­ betriebe oder Unternehmen, die nach der EN ISO 14001 zertifiziert sind, teilnehmen. Eine zentrale Rolle in der nach ISO 9001 zertifizierten Abfallwirtschaft des Forschungszentrums hat der Abfallbeauftragte inne. Er ist als Betriebsbeauftragter unmittelbar dem Geschäftsbereich Sicherheit und Strahlenschutz unterstellt und berät den Betreiber und die Betriebsangehörigen in Angelegenheiten, die für die Abfallvermeidung und Abfallbewirtschaftung bedeutsam sind. Zudem ist er für die Information und Sensibilisierung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in diesem Themengebiet verantwortlich. Zur Information aller Beschäftigten rund um das Thema Abfall ist ein Abfallportal im Intranet des Forschungszentrums verfügbar. Zudem besteht die Möglichkeit, sich für einen Abfallnewsletter einzutragen. In Schulungsmaßnahmen wird über die Entsorgungswege und -möglichkeiten informiert. Die Inhalte der Schulungen werden im Intranet auf den Seiten der Abfallwirtschaft veröffentlicht.

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G4-EN16, G4-EN17, G4-DMA


ÖKOLOGISCHE VERANTWORTUNG

Durch die Dokumentation und das Führen eines Abfallregisters werden die Stoffströme seitens des Abfallbeauftragten standort- und unternehmensweit erfasst und überwacht. Für alle gefährlichen Abfälle gemäß den Bestimmungen des Basler Übereinkommens, Anhang I, II, III und VIII, werden zudem Entsorgungsnachweise geführt. Durch regelmäßige Kontrollen der Beseitigungsanlagen und Sichtung der Abfallregister aller beteiligten Firmen kontrolliert der Abfallbeauftragte die vorgegebenen Entsorgungswege und -verfahren. Im Berichtszeitraum wurden folgende Betriebsstätten der Entsorger und Beförderer überwacht: SalTec Umwelttechnik in Baal Schönmackers Umweltdienste Niederlassung Erkelenz Schönmackers Umweltdienste Niederlassung Aldenhoven Schönmackers Umweltdienste Niederlassung Kempen Müll-Verbrennungsanlage EGK Entsorgungsgesellschaft Krefeld Entsorgungsgesellschaft Niederrhein Niederlassung Krefeld Lindenschmidt Umweltservice KG in Kreuztal Entsorgungsgesellschaft Niederrhein, Niederlassung Hürtgenwald Entsorgungsgesellschaft Niederrhein, Niederlassung Dormagen PAFA GmbH Jülich Zu den weiteren Aufgaben des Abfallbeauftragten gehört die Erstellung einer Abfallbilanz zur Über­ wachung des gesamten Abfallaufkommens. In den Jahren 2014 und 2015 fielen laut Abfallbilanz rund 2.520 Tonnen beziehungsweise 1.922 Tonnen nicht gefährlicher und rund 335 Tonnen beziehungsweise 304 Tonnen gefährlicher Abfall im Forschungszentrum Jülich an. Die Erhöhung der Menge nicht gefährlichen Abfalls im Jahr 2014 ist dabei auf umfangreiche Sanierungsmaßnahmen auf dem Campus zurück­ zuführen. Der Rückgang an gefährlichen Abfällen lässt sich mit dem Abschluss der Sanierungsmaßnahme der Fernwärmeleitungen begründen. Hier wurden die asbestbelasteten Fernwärmeleitungen durch schadstofffreie Leitungen ersetzt.

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Umgekippter IBC in der Reststoff-Sammelstelle, Gebäude 12.19

G4-EN24, G4-DMA

Die Erfassung und Protokollierung aller Störfälle auf dem Campus-Gelände fällt in den Verantwortungsbereich der Sicherheitszentrale und Einsatz­ koordinatoren vom Dienst (EkvD). Störfälle sind datumsgenau zu erfassen. Die Werkfeuerwehr musste so in den Jahren 2014 und 2015 für Störfälle mit Gefahrstoffen insgesamt 50 beziehungsweise 39 Mal ausrücken. Störfälle umfassten in jeweils 29 Fällen Ölspuren beziehungsweise Ölflecken. Im Berichtszeitraum gab es außerdem Einsätze durch ausgelaufenen Kraftstoff (entweder als Kraftstoffgemisch oder Dieselspur). Das Öl oder der Kraftstoff wurden entweder mit Aqua-Quick abgesprüht oder mittels Ölbindemittel abgestreut und aufgenommen. In 2015 gab es außerdem zwei Vorfälle mit ausgelaufener Kühlflüssigkeit, die ebenfalls mit einem Bindemittel aufgenommen wurde. Weitere Störfälle auf dem Campus, die durch die Werkfeuerwehr verzeichnet wurden, finden sich in einer Tabelle im Anhang ab Seite 124.

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ÖKOLOGISCHE VERANTWORTUNG

Der Betriebsbeauftragte der Abfallentsorgung wurde zu insgesamt 30 beziehungsweise 20 Notfalleinsätzen der Feuerwehr zur Unterstützung angefordert. Hierbei handelte es sich um Wassereinsätze, Ölun­fälle und Unfälle, bei denen Chemikalien ausgetreten sind. Aufgabe der Abfallwirtschaft war hier die Aufnahme der Gefahrstoffe in geeignete Gebinde, um ein Eindringen in die Umwelt zu vermeiden. Im Bedarfsfall wurde der Gewässerschutzbeauftragte zur Unterstützung mit eingebunden. Umgang mit Chemikalien Um die Nutzung der Chemikalien effizienter zu gestalten, wurden im Jahr 2005 ein Gefahrstoffkataster sowie 2001 eine Recyclingbörse eingerichtet. Im Dangerous Materials Registry Information System (DaMaRIS) müssen alle eingelagerten Chemikalien eingetragen sein. DaMaRIS verfügt zudem über eine Stoffbörse, durch die den Instituten die Möglichkeit gegeben wird, Chemikalien zu tauschen oder Teilmengen zu übernehmen. Die Chemikalien-Recyclingbörse hat ihren Ursprung im Ideenmanagement des Forschungszentrums. Das Team der Abfallwirtschaft sammelt im Rahmen der Abfallordnung viele noch verwendbare Laborchemi­ kalien ein. Dabei handelt es sich teilweise um nicht angebrochene Gebinde mit organischen und anorganischen Substanzen sowie Lösemittel verschiedenster Art. Aber auch teilentleerte Gebinde und deren Inhalte sind für viele Zwecke noch einsetzbar. Die Chemikalien werden in der Reststoffsammelstelle eingelagert. Eine Liste der wiederverwendbaren Chemikalien wird vom Team der Abfallwirtschaft im Intranet des Forschungszentrums und im Abfallnewsletter bereitgestellt. In den Jahren 2014 und 2015 konnten so 395 Kilogramm beziehungsweise 721 Kilogramm an Recyclingchemikalien an den Instituten abgegeben werden. Dies ersparte dem Forschungszentrum in jedem der beiden Jahre rund 1.000 Euro an Entsorgungs- und bis zu 20.000 Euro Beschaffungskosten. Von dieser Art des Recyclings profitiert in besonderem Maße die Chemieausbildung des Zentrums.

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Abgabe von Vermögensgegenständen Die Abteilung Einkauf und Materialwirtschaft (M-M) übernimmt die Verwertung und den Verkauf von noch funktionstüchtigen Geräten und Möbeln. Die aktuellen abzugebenden Gegenstände können auch auf der Website der Abteilung eingesehen werden. Abgabe von Verpackungen Zusammen mit den Lieferanten des Forschungszentrums wurde vereinbart, dass leere Gebinde zur Wiederverwendung zurückgenommen werden. Diese werden von der Gruppe Abfallwirtschaft eingesammelt und regelmäßig vom Lieferanten abgeholt.

Mobilität am Forschungszentrum Jülich Eine wichtige Rolle für die Ressourceneffizienz auf dem Campus spielt bei fast 5.700 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern die Mobilität. Das Forschungszentrum Jülich unterhält einen eigenen schadstoffarmen Personenfuhrpark und beauftragt externe Dienstleister für Fahrten auf dem Gelände sowie für externe Fahrten, beispielsweise einen Shuttle-Service für Gäste zu den regionalen Flughäfen. Darüber hinaus ermutigt das Forschungszentrum seine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter dazu, öffentliche Verkehrsmittel zu benutzen, in Fahrgemeinschaften oder mit dem Fahrrad zur Arbeit zu kommen. Konkret wird das Ziel verfolgt, den CO2 -Fußabdruck pro Mitarbeiter zu verringern. Eine Studie zum Nutzen von Fahrgemeinschaften für den Arbeitsweg zum Forschungszentrum Jülich konnte 2011 das CO2 -Einsparpotenzial aufzeigen. Deshalb stand die Bildung von Fahrgemeinschaften für den Arbeitsweg 2013 im Fokus zahlreicher Kommunikationsmaßnahmen. So besteht jetzt in der im Intranet verfügbaren ZukunftsCampus-Arena die Möglichkeit, die gemeinsame Fahrt zum Campus einfach zu organisieren. Das Fahrrad soll sich zudem durch verschiedene Maßnahmen zum Verkehrsmittel der Wahl auf dem Campus entwickeln.

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ÖKOLOGISCHE VERANTWORTUNG

Im Jahr 2015 hat sich das Forschungszentrum Jülich am Projekt Mobil.Pro.Fit. beteiligt. Die Projektrunde mit acht Betrieben erfolgte in der Städteregion Aachen und wurde vom Bundesumweltministerium (BMUB) finanziert und von B.A.U.M. Consult koordiniert. Seit dem Start des Projekts im März 2015 hat die Stabsstelle ZukunftsCampus in Zusammenarbeit mit einem internen Mobilitätsteam insgesamt 21 Maßnahmen entwickelt. Dies wurde in einem Erfolgscheck im Dezember 2015 von einer Prüfungskommission begutachtet. Die Bilanz: Einsparung von rund 18.000 Euro und etwa 300 Tonnen CO2 im ersten Jahr.

Als ersten Schritt fand zur Analyse des Mobilitätsverhaltens im Mai 2015 eine Online-Mitarbeiterbefragung statt, die eine Teilnahmequote von 24 Prozent erreichte. Das Ergebnis zeigte, dass hohe Potenziale für Radverkehre und Elektromo­ bilität vorliegen. Mit Arbeitswegen von durchschnittlich 28 Kilometern pro Strecke eignet sich die Förderung von Pedelecs und Elektroautos. Gemeinsam mit den Stadtwerken Jülich ist der Aufbau von Ladestationen geplant. An einem Forschungsansatz für eine Insel-Ladelösung für Pedelecs durch Photovoltaikmodule wird seit Sommer 2015 gearbeitet. Im Fuhrpark kommen seit 2015 außerdem vier Elektroautos und zwei Hybridwagen zum Einsatz.

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Die Teilnahme an Mobil.Pro.Fit. ermöglichte die Weiterentwicklung des Nachhaltigkeitsmanagements um den Aspekt eines umweltfreundlichen Mobilitätsmanagements. Viele Mobilitätsaufgaben werden schon auf dem Campus bearbeitet, jedoch fehlte bisher die ganzheitliche Betrachtung.

Ein weiterer Aspekt ist die Bildung von Fahrgemeinschaften: Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter können ihre Fahrten neben den bestehenden Gruppen im Intranet seit September 2015 auch im neu eingerichteten Online-Portal „ZukunftsCampus Pendlerportal“ einstellen, suchen und finden. Mit Maßnahmen wie dem Pendlerportal, der Pedelec-Testwoche, der Förderung der autofreien Binnenmobilität und der Fuhrparkanalyse hat das Forschungszentrum jährlich etwa 300 Tonnen CO2 eingespart. Für die kontinuierliche Entwicklung des umweltfreundlichen Mobilitätskonzepts wird das gebildete Mobilitätsteam auch in Zukunft an diesen Themen weiterarbeiten, um Beiträge für unser Klimaschutzkonzept zu leisten. Die Auszeichnung zum Mobil.Pro.Fit.-Betrieb fand am 23. Februar 2016 in der IHK Aachen statt. Dabei wurde die erfolgreiche Teilnahme und Erstellung eines Mobilitätskonzepts gewürdigt. Aus der Umfrage zum Mobilitätsverhalten im Mai 2015 ging außerdem die Zusammenarbeit mit dem Kreis Düren zum Thema „Gute Wege zur guten Arbeit“ hervor, ein Projekt des ACE Auto Clubs Europa e. V. Das Projekt wird als Teil der Nationalen Klimaschutzinitiative vom BMUB sowie vom Deutschen Gewerkschaftsbund (DGB) und seinen Mitgliedern gefördert und ist in ganz Deutschland aktiv. Es soll Mobilitätsmanagement in Betrieben bekannter machen und nachhaltige Mobilitäts­lösungen wie Fahrgemeinschaften, öffentliche Verkehrsmittel oder den Radverkehr stärken. Das Forschungszentrum ist zusammen mit vier weiteren Unternehmen der Region Düren ein Modellbetrieb für ein nachhaltiges Mobilitätsmanagement.

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ÖKOLOGISCHE VERANTWORTUNG

Dieses ist außerdem ein Handlungsfeld im „Leitfaden für Nachhaltigkeitsmanagement in außeruniver­­­ sitären Forschungseinrichtungen“ (LeNa). Der Praxisleitfaden soll helfen, verkehrsträgerübergreifende Mobilitätskonzepte zu entwickeln und Mobilitätsbedürfnisse in umwelt- und mitarbeiterfreundlicher Weise zu erfüllen.

Dienstreisen

Handlungsfeld Mobilitätsmanagement im LeNa-Projekt: www.lena-projekt.de/ handlungsfelder/ unterstuetzende-prozesse/ mobilitaetsmanagement

Dienstreisen spielen bei der Betrachtung der Mobilität ebenfalls eine große Rolle. Ihre Durchführung ist durch eine interne Regelung festgeschrieben. Im Interesse einer sparsamen Verwendung der Reisemittel sollen die Dienstreisen der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Forschungszentrums grundsätzlich mit öffentlichen Verkehrsmitteln durchgeführt werden. Hiervon unberührt bleibt die Möglichkeit zu Fahrten mit privaten Pkw unter einer Abrechnung gemäß Reisekostenrecht. Die Reisekostenstelle achtet auf die jeweils kostengünstigere Beförderungsart. Das Thema Dienstreisen muss allerdings in Zukunft noch strukturierter angegangen werden. Bislang ist die Datenlage nicht hinreichend transparent. Hier wird durch stärkere Sensibilisierung und erhöhten Kostendruck mittelfristig sicher einiges in Bewegung geraten.  

Zentrumseigener Fuhrpark Der Fuhrpark der Forschungszentrum Jülich GmbH mit seinen rund 130 Fahrzeugen besteht unter anderem aus Pkw, Lkw (inklusive Transporter) sowie großen Kommunal- und Sonderfahrzeugen, etwa für die Werkfeuerwehr. Die Hauptnutzung der eigenen Pkw-Flotte mit 34 Fahrzeugen dient im Wesentlichen dem Personentransport.

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Der Kraftstoffverbrauch der Pkw-Flotte betrug im Jahr 2015 bei Diesel 55 Kubikmeter, bei Benzin 3 Kubikmeter und bei Strom 3,6 MWh. Zur Senkung der CO2 -Emissionen wurde im Jahr 2015 damit begonnen, fünf Pkw mit alternativen Antrieben einzuführen: drei Renault ZOE (rein elektrischer Antrieb, Schadstoffklasse EURO 6) und zwei ToyotaPrius-„Plug-in“-Hybridfahrzeuge (Schadstoffklasse EURO 5). Daneben wurde ein Renault Kangoo mit rein elektrischem Antrieb für Werkzeugtransporte auf dem Campus in Betrieb genommen. Im Jahr 2015 konnten bereits etwa 67.000 Kilometer mit den neuen Personenfahrzeugen mit alterna­ tivem Antrieb bewältigt werden. Das entspricht einer Ersparnis von etwa 1.125 Liter Diesel-Kraftstoff und 3,5 Tonnen CO2 -Emissionen. Die Emissionen der Pkw-Flotte (Arbeitsgeräte ausgeschlossen) konnten so von schätzungsweise 189,9 Tonnen CO2 im Jahr 2014 um mehr als 2 Prozent auf 186 Tonnen in 2015 gesenkt werden. Es ist vorgesehen, den Pkw- und Kleintransporter-Bestand des Fuhrparks schrittweise auf Fahrzeuge mit Elektroantrieb umzustellen.  

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ÖKOLOGISCHE VERANTWORTUNG

Bessere Anbindung an den öffentlichen Personennahverkehr Um die Energieeffizienz der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie der Besucherinnen und Besucher des Forschungszentrums auf dem Arbeitsweg beziehungsweise der An- und Abreise zu verbessern, setzt sich Jülich für eine bessere Anbindung des Campus an das öffentliche Verkehrsnetz ein. Im Rahmen dieser Bemühungen sind seit November 2013 alle ankommenden und abfahrenden Züge der Rurtalbahn zwischen 6 und 19 Uhr an der Haltestelle „Forschungszentrum“ mit einer Busverbindung an den Campus angebunden. Ein neuer, auf die Bahn abgestimmter Pendelverkehr der Buslinie SB 11 ergänzt die wenigen, bisher zwischen der Haltestelle „Rurtalbahn“ und dem Forschungszentrum verkehrenden Busse. Nach einer erfolgreichen Pilotphase in 2013 und 2014 wurde der Pendelbusverkehr dauerhaft eingerichtet. Jedoch müssen die Abfahrtszeiten von Bus und Rurtalbahn kontinuierlich aufeinander abgestimmt werden. Die zusätzliche Linie nach Aachen (SB 20) war das Resultat langwieriger Verhandlungen, weitere Verbindungen sind bislang noch nicht in Aussicht. Relativ neu ist eine Kooperation mit der Stabsstelle Mobilität des Kreises Düren, in dem das Forschungszentrum liegt. Die Pendlerströme können jetzt effizienter erfasst werden, wodurch im zweiten Schritt passgenaue und umweltfreundliche Mobilitätsangebote erarbeitet werden können.

Fahrradfreundlicher Campus

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Im Rahmen der nachhaltigen Entwicklung des Campus sowie als Teil des „Städtebaulichen Masterplans 2050“ ist das Forschungszentrum bestrebt, das Fahrrad als primäres Fortbewegungsmittel auf dem Gelände zu etablieren. Zum Start der Initiative „Fahrradfreundlicher Campus“ veranstaltete die Unternehmenskommunikation im Juni 2012 eine Aktionswoche, in der drei Maßnahmen realisiert wurden, um die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu einem Umsteigen auf das Fahrrad zu motivieren und zugleich diesen Wechsel zu erleichtern. Weitere Informationen zu den durchgeführten Maßnahmen und den Diensträdern auf dem Campus des Forschungszentrums finden sich im Nachhaltigkeitsbericht 2012/2013 auf Seite 93.

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ÖKOLOGISCHE VERANTWORTUNG

Gegenüber 700 Dienstfahrrädern in 2013 gab es in 2015 bereits 1.268 Diensträder auf dem Campus. Damit das Fahrradfahren noch attraktiver wird, ist außerdem der Bau weiterer Duschmöglichkeiten auf dem Campus-Gelände geplant. Im September 2015 veranstaltete die Stabsstelle ZukunftsCampus zusammen mit dem Bereich Arbeits­ sicherheit (S-A) und der Fahrradwerkstatt (S-F) sowie mit der Unterstützung von EifelRad aus Monschau und Toms BikeCenter aus Jülich einen Fahrradsicherheitstag. Die Aktion wurde im Rahmen der Initiative Mobil.Pro.Fit. durchgeführt und beinhaltete das Prüfen von Fahrrädern und kleine Reparaturarbeiten, die Möglichkeit, verschiedene Pedelecs auszuprobieren, sowie Informationen zur Sicherheit.

Spitzenforschung im Grünen Das Forschungszentrum befindet sich in der Jülicher Börde im Hambacher Forst. Das Betriebsgelände umfasst einschließlich extern genutzter Flächen etwa 218 Hektar. Neben den Gebäuden bestimmt ein ausgedehntes Waldgebiet und zahlreiche Grünflächen das Bild des Campus. Die naturnahe Gestaltung sowie der Erhalt und die Verbesserung des ökologischen Zustandes von Flora und Fauna sind wichtige Teilaspekte des „Städtebaulichen Masterplans 2050“. Der grüne Campus ist darüber hinaus ein Grund für die attraktiven Arbeitsbedingungen am Forschungszentrum Jülich und soll dementsprechend weiter entwickelt werden. Seit dem letzten Nachhaltigkeitsbericht hat sich im Bereich Biodiversität und Naturschutz allerdings nichts Grundlegendes geändert. Weitere Informationen zu Auswirkungen auf die Biodiversität, geschützte Lebensräume und gefährdete Arten auf dem Campus sowie Naturschutzgebiete im unmittelbaren Umfeld finden sich im Nachhaltigkeitsbericht 2012/2013 ab Seite 94.

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SOZIALE VERANTWORTUNG

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SOZIALE VERANTWORTUNG

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Forschungszentrum JĂźlich | Nachhaltigkeitsbericht 2014/2015

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SOZIALE VERANTWORTUNG

Die soziale Verantwortung Die bedeutendste Ressource, auf die das Forschungszentrum Jülich zurückgreifen kann, sind seine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, deren Vielfalt, Fähigkeiten und Erfahrungen. Die Einrichtung trägt daher die Verantwortung, ein Umfeld zu schaffen, in dem alle Beschäftigten gern arbeiten und sich frei entfalten können – auch zum Wohle des Forschungszentrums. Dazu gehört auch, für die Sicherheit und das Wohl­ befinden aller Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer zu sorgen und sie an der Entwicklung des Campus aktiv zu beteiligen. So bleibt das Forschungszentrum Jülich als Arbeitgeber attraktiv und legt den Grundstein dafür, weiter eine Einrichtung der Spitzenforschung zu bleiben.

Attraktive Arbeitsbedingungen für die erfolgreiche Spitzenforschung Eine engagierte Personalpolitik ist für das Forschungszentrum Jülich ein entscheidender Faktor, um im wissenschaftlichen Wettbewerb auch künftig eine Spitzenposition einzunehmen. Als zentraler Dienstleister ist der Geschäftsbereich Personal mit seinen sechs Fachbereichen Personalbetreuung und Recruiting, Personalentwicklung, Personalplanung und -steuerung, Vergütung, der Zentralen Berufsausbildung sowie dem Betriebsärztlichen Dienst für alle Fragen und Aufgaben rund um das Thema Beschäftigte verantwortlich. Die Gewinnung kompetenter und motivierter Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter für die wissenschaftlichen Institute und Einrichtungen sowie für die anderen Bereiche des Forschungszentrums ist dabei gerade im Hinblick auf den durch den demografischen Wandel verschärften Fachkräftemangel eine der wichtigsten Aufgaben. Dazu gehört auch eine engagierte Nachwuchsförderung, die unter anderem durch Ausbildungsberufe, Praktika und Betreuung von Studierenden realisiert wird. Die Koordination und die Begleitung dieser Gruppen gehören ebenfalls zu den Aufgaben des Geschäftsbereichs Personal.

Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter Zum Stichtag 31. Dezember 2015 waren insgesamt 5.684 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter am Forschungszentrum Jülich beschäftigt; davon waren 36,2 Prozent Frauen, 1,5 Prozent mehr als im Vorjahr. Zum Stichtag 31. Dezember 2014 lag die Zahl der Gesamtbelegschaft bei 5.768 Personen in Köpfen. Die Anteile des wissenschaftlichen Personals und des technischen Personals betrugen 2015 36 bzw. 27 Prozent. In der Administration arbeiteten 12 Prozent, in den Projektträgerschaften 18 Prozent der Gesamtbelegschaft. Mit 104 Diplomandinnen und Diplomanden (heute Bachelor- und Masterstudierende) und 341 Auszubildenden waren am Forschungszentrum Jülich zudem 445 Nachwuchskräfte angestellt. Im Jahr 2015 begannen über 1.147 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ihre Arbeit am Forschungszentrum. Ihnen stehen 1.279 Abgänge gegenüber.

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SOZIALE VERANTWORTUNG

In den vergangenen Jahren hat die Zahl der Projekte und Kooperationen im Forschungszentrum Jülich stark zugenommen. Damit verbunden war ein stetiger Mitarbeiterzuwachs. So waren Ende 2009 noch 4.564 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Jülich tätig. Im Jahr 2015 beschäftigte das Forschungszentrum 1.120 Arbeitnehmer mehr. Aufgrund der steigenden Mitarbeiterzahlen sowie der im wissenschaftlichen Umfeld üblichen hohen Fluktuation hat das Forschungszentrum inklusive Auszubildenden und Doktoranden pro Jahr mehr als 750 Positionen zu besetzen. Das Durchschnittsalter am Forschungszentrum betrug bei den Frauen 39,3 Jahre. Bei den Männern lag es mit 40,1 Jahren etwas höher. Je nach Lebensabschnitt sind für die Beschäftigten verschiedene Fragestellungen wichtig, denen ein Arbeitgeber auf geeignete Art und Weise nachkommen sollte. Bei den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern stellt sich vor allem die Frage nach der Vereinbarkeit von Beruf und Familie. Für die 51- bis 60-jährigen Beschäftigten rücken außerdem die Erhaltung der Leistungsfähigkeit, und damit die Gesundheitsförderung, verstärkt in den Fokus. Das Forschungszentrum Jülich stellt sich diesen Herausforderungen mit verschiedenen Angeboten und Programmen, die im Folgenden weiter erläutert werden. Sie sind für das Forschungszentrum Jülich ein wichtiger Faktor, um als attraktiver Arbeitgeber im Wettbewerb um Fachkräfte zu agieren. Mitarbeiterzahlen (jeweils zum Stichtag 31.12.) 2012

2013

2014

2015

Gesamtbelegschaft

5.234

5.534

5.768

5.684

davon Vollzeit

3.823

4.029

4.181

4.090

davon Teilzeit

1.411

1.505

1.587

1.594

davon befristet

2.099

2.264

2.345

2.270

davon unbefristet

3.135

3.270

3.423

3.414

davon wissenschaftl. Personal

845

907

988

1.058

davon technisches Personal

904

907

917

856

davon sonstiges Personal

1.386

1.456

1.518

1.500

Wissenschaftliches Personal

1.658

1.924

2.074

2.048

469

498

540

537 1.547

davon Doktoranden

1.662

1.700

1.679

Administration

691

698

717

699

Projektträgerschaften

766

877

937

1.029

Sonstige Beschäftigte

457

466

537

477

davon Diplomanden

118

110

152

104

davon Auszubildende

302

333

347

341

1

2

14

20

501

k. A.

426

334

36

21

24

12

Standortaufgliederung

5.234

5.534

5.768

5.684

Jülich

4.896

5.125

5.316

5.217

Berlin

267

316

353

369

Rostock

29

28

30

31

Garching

42

65

69

67

Technisches Personal

davon Praktikanten Praktikanten ohne Vergütung davon Stipendiate

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SOZIALE VERANTWORTUNG

Personalmarketing Das Forschungszentrum Jülich steht vor der Herausforderung, jedes Jahr einen anspruchsvollen Personalbedarf zu decken. Um dieser gerecht zu werden, verfolgt das Forschungszentrum eine engagierte Per­ sonalpolitik. Der Geschäftsbereich Personal nutzt, im Rahmen seines Engagements alle Chancen zur Präsentation des Forschungszentrums Jülich als attraktiven Arbeitgeber nach innen und außen. Studierende, insbesondere aus dem MINT-Bereich sind eine wichtige Zielgruppe für das Personalmarketing. Ergänzend zu „klassischen“ Formaten, wie Karrieremessen und Vorträgen an Hochschulen, gehören zunehmend innovative Formate zu den erfolgreichen Aktivitäten. Im Rahmen von Veranstaltungen auf dem Campus, zum Beispiel Karriereworkshops oder Besuchergruppen mit Karrierefokus, besteht für interessierte Besucherinnen und Besucher die Möglichkeit, einen umfassenden Einblick über die Einstiegsmöglichkeiten am Forschungszentrum zu erhalten und den Campus „live“ zu erleben. Um exzellente Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler nicht nur national oder über die jeweiligen wissenschaftlichen Communities zu gewinnen, wurde im Berichtszeitraum zudem der Aufbau eines internationalen Personalmarketings begonnen. An dieser Stelle ist die Teilnahme an verschiedenen Karrieremessen zu nennen (z. B. European Career Fair in den USA (Boston), „Students on snow“ in den Niederlanden (Landgraaf), „Jobinfodag“ in Belgien (KU Leuven) oder PhD-Workshops in China (Peking und Shanghai)). Gerade das langfristig angelegte Personalmarketing ist somit ein zentrales Element sozialer Nachhaltigkeit und für Jülichs Zukunft erfolgskritisch. Eine fortlaufende Evaluation aller Aktivitäten des Geschäftsbereichs Personal und der Aufbau entsprechender Berichtsstrukturen sorgt für eine stetige Weiterführung und Optimierung vorhandener Formate sowie die Ergänzung um neue Aktivitäten.

Vereinbarkeit von Familie und Beruf Die Vereinbarkeit von Beruf und Familie zählt zu den wesentlichen Faktoren, die bei der Entscheidung von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern und Fachkräften über eine mögliche Anstellung in Unternehmen und Forschungseinrichtungen eine Rolle spielen. Das Forschungszentrum Jülich ist sich dieser Tatsache bewusst und versucht deshalb, die Arbeit auf dem Campus familiengerecht zu gestalten.

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Um den Prozess zu einer besseren Vereinbarkeit von Beruf und Familie strategisch anzugehen, entschied sich das Forschungszentrum Jülich bereits 2010 dazu, das Audit „berufundfamilie“ durchzuführen. Dieses Zertifikat wird von allen Spitzenverbänden der deutschen Wirtschaft empfohlen und steht unter der Schirmherrschaft der Bundesregierung. Als strategisches Managementinstrument unterstützt das Audit der berufundfamilie gGmbH Unternehmen, Hochschulen und Kommunen dabei, eine familienbewusste Personalpolitik nachhaltig umzusetzen. Über das Audit „berufundfamilie“ wurde bereits im ersten Nachhaltigkeitsbericht 2012/2013 auf den Seiten 106 und 107 berichtet. Nach Ablauf des Erstzertifikats erfolgte im Jahr 2013 mit der Re-Auditierung ein zweiter wichtiger Entwicklungsschritt zur besseren Vereinbarkeit von Beruf und Familie am Forschungszentrum Jülich. An der Re-Auditierung waren mehr als 80 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter quer durch alle Hierarchien und Organisationseinheiten beteiligt. Bis Ende 2016 sollen in diesem Rahmen insgesamt 22 Ziele und 70 Maßnahmen umgesetzt werden. Die Maßnahmen münden in ein zweites Re-Auditierungsverfahren (Konsolidierung). So soll das Gesamtkonzept des familiengerechten Arbeitens auf dem Campus unter dem Slogan „Vereinbarkeit Leben“ langfristig und dauerhaft in die Unternehmenspolitik integriert

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SOZIALE VERANTWORTUNG

werden. Im Rahmen der Re-Auditierung wurde die betriebsnahe Kindertagesstätte „Kleine Füchse“ im September 2015 eröffnet. Aktuell stellt sie 90 Betreuungsplätze zur Verfügung, ab dem Kindergartenjahr 2018/19 sind 30 weitere Plätze geplant. Weitere Maßnahmen in 2014 und 2015 waren Vorträge rund um das Thema Pflege, die Benennung von Familienbotschafterinnen und -botschaftern für jede Organisationseinheit, Eltern-Kind-Aktionen bei der Werkfeuerwehr und die Einführung eines Kleinkindausweises für den erleichterten Zugang für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit Kleinkindern. Außerdem bietet und vermittelt das Forschungszentrum seinen Beschäftigten verschiedene Betreuungsangebote wie Kinderbetreuung während Veranstaltungen, einen Babysitterpool, Ferien­ betreuungsowie Eltern-Kind-Arbeitszimmer auf dem Campus. Über Betreuungsangebote hinaus sind in Jülich selbstverständlich auch Eltern- und Pflegezeiten sowie ein unbezahlter Sonderurlaub möglich. Eine besondere Herausforderung entsteht dabei jedoch meist beim Wiedereinstieg in den Berufsalltag. Deshalb steht das Forschungszentrum seinen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern mit einer speziellen Unterstützung zum Wiedereinstieg zur Seite (wie berichtet im Nachhaltigkeitsbericht 2012/13 auf Seite 107). Seit Mai 2015 gibt es zusätzlich Informationsveranstaltungen für Führungskräfte, die gewährleisten sollen, dass sich bis 2017 alle Personen in leitenden Positionen mit den Aspekten familienbewusster Unternehmenspolitik im Führungsalltag beschäftigt haben. Bis Ende 2015 wurden damit insgesamt 85 Führungskräfte erreicht, denn gerade sie spielen bei der Umsetzung des Konzepts eine wichtige Rolle. Sie müssen für Aspekte dieses Themenbereichs sensibilisiert sein und als kompetenter Ansprechpartner gemeinsam mit ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern Lösungen für die individuelle Lebenssituation erarbeiten und ermöglichen können. Um dies sicherzustellen, ist das Thema „Integration von Vereinbarkeit von Familie und Beruf in den Führungsalltag“ beziehungsweise „Familienbewusstes Führen“ Bestandteil aller angebotenen Führungskräfte-Trainings. Außerdem wird ein Seminar „Gesundheitsbewusstes Führen“ angeboten.

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Arbeitsmodelle Grundsätzlich gelten für die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer am Forschungszentrum Jülich die Arbeitszeiten des öffentlichen Dienstes. Diese sind im Tarifvertrag des öffentlichen Dienstes geregelt und betragen seit dem 1. Oktober 2005 wöchentlich 39 Stunden. Auch die Löhne und Gehälter sind tariflich geregelt, Sonderzahlungen sind jedoch nicht geregelt. Das Forschungszentrum Jülich weiß um die unterschiedlichen Bedürfnisse seiner Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Hinblick auf die Arbeitszeiten. Diese liegen vor allen Dingen im privaten Umfeld begründet. So benötigen beispielsweise Eltern eine andere Flexibilität bei den Arbeitszeiten als alleinstehende Berufsanfänger. Deshalb gibt es in Jülich verschiedene Arbeitsmodelle, die sich sowohl an den betrieblichen Notwendigkeiten als auch an den individuellen Situationen der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer orientieren. Sie sollen hauptsächlich dazu beitragen, die Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu gewährleisten. So gilt für alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter eine Gleitzeitregelung, die keine Kernarbeitszeit definiert. Es ist dadurch möglich, flexibel auf individuelle Ereignisse wie eine spontane Kinderbetreuung oder einen Arzttermin zu reagieren. Durch die optionale Telearbeit zu Hause orientiert sich das Forschungszentrum unter anderem an den Lebensumständen von Eltern sowie Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, die sich um

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G4-11, G4-EC3, G4-EC5, G4-LA2, G4-LA10, G4-LA13, G4-DMA


SOZIALE VERANTWORTUNG

pflegebedürftige Angehörige kümmern. Zurzeit sind im Forschungszentrum rund 300 Telearbeitsplätze eingerichtet. Seit März 2014 wird das Instrument „Mobiles Arbeiten“ angeboten, welches eine zusätzliche Erleichterung in der Vereinbarkeit von Beruf und Familie bietet. Im Rahmen dieses Instruments können die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer an zehn Tagen im Jahr von zu Hause aus ihren Aufgaben nachkommen. In begründeten Ausnahmefällen ist eine Überschreitung der zehn Tage zulässig. Gegebenenfalls kann auch geprüft werden, ob die Voraussetzungen für den Abschluss eines Telearbeitsvertrags erfüllt sind. Im Pilotjahr 2014 wurde das Instrument von März bis einschließlich Dezember 2014 von insgesamt 444 Beschäftigten genutzt. Im Jahr 2015 stieg die Nutzeranzahl auf 740 Personen. Pro Nutzung wurden in 2014 im Mittel 5,99 Stunden und in 2015 im Mittel 6,58 Stunden gearbeitet. Vollzeitbeschäftigte nutzen das Instrument prozentual häufiger. Nach überwiegend positiven Erfahrungen und einer Zunahme der Nutzer wird das Projekt nun mindestens bis zum 28. Februar 2017 für alle Tarifbeschäftigten weitergeführt. Während dieser Zeit wird das Mobile Arbeiten weiterhin evaluiert und danach über eine Fortführung entschieden. Für Beschäftigte, die sich aufgrund der Kindererziehung, Pflege oder anderer Gründe gegen eine Vollzeitstelle entscheiden, bietet das Forschungszentrum Jülich auch die Möglichkeit, in Teilzeit zu arbeiten. Zum 31. Dezember 2015 lag der Anteil an Teilzeitarbeitnehmerinnen und -arbeitnehmern bei rund 15 Prozent. In begründeten Fällen, wie der Pflege eines Angehörigen, ist es zudem möglich, einen unbezahlten Sonderurlaub zu nehmen. Neben der Betreuung von Kindern, die meist am Anfang der Berufstätigkeit stattfindet, und der Pflege von Angehörigen, die ab dem 50. Lebensjahr vermehrt auftritt, ist der Übergang in die Rente eine dritte Lebensphase, auf die der Arbeitgeber durch entsprechende Angebote reagieren sollte. Deshalb gibt es am Forschungszentrum besondere Angebote für diese Übergangsphase, wie zum Beispiel die Altersteilzeit. Derzeit arbeitet der Geschäftsbereich Personal zudem an einer internen Regelung, um ehemalige Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in ihrer Rentenzeit weiter zu beschäftigen. So kann das Forschungszentrum den Transfer von Erfahrungswissen sicherstellen. Den Rentnerinnen und Rentnern gibt diese Regelung überdies die Möglichkeit, die Berufstätigkeit sukzessive zu verringern und so einen radikalen Schnitt zu vermeiden.

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Nachwuchsförderung Bereits seit seiner Gründung betreibt das Forschungszentrum Jülich die Nachwuchsförderung mit einer Vielzahl von dezentralen Maßnahmen und Instrumenten. Adressiert werden hierbei Talente entlang der gesamten Bildungskette. Das Engagement zielt nicht nur auf akademische, sondern auch auf nicht-akademische Nachwuchskräfte. Mit dem 2013 gestarteten Gesamtkonzept „juelich_horizons“ sollen die Aktivitäten auf diesem Gebiet weiter verbessert und zusammengeführt werden. Das Programm ist in vier Bereiche unterteilt: ● juelich_impulse spricht Kinder ab dem Kindergartenalter und Jugendliche über alle Schulformen hinweg an ● juelich_tracks richtet sich an Jugendliche und junge Erwachsene in der Ausbildungs- und frühen Erwerbstätigkeitsphase

G4-EC3, G4-LA10, G4-DMA

● juelich_chances bietet Studierenden und Graduierten aus dem In- und Ausland die Möglichkeit, in einem exzellenten Forschungsumfeld zu arbeiten ● juelich_heads wirbt mit attraktiven Forschungsbedingungen und interessanten Karriereperspektiven um exzellente Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftler in der Postdoc-Phase.

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SOZIALE VERANTWORTUNG

Ende 2015 ist unter dem Titel „juelich_horizons – Nachwuchsförderung im Forschungszentrum Jülich“ eine Broschüre erschienen, die das zielgruppenspezifische Engagement entlang der gesamten Bildungskette darstellt. Die Publikation wird an ausgewählte juelich_horizo Meinungsbildner und Vertreter aus den Hochschuns len, Forschungsförderorganisationen, Ministerien und Unternehmen der Region verteilt. Die Broschüre dient dazu, über die vielfältigen Jülicher Aktivitäten zu berichten und darüber hinaus mit externen PartDie Broschüre zur Nachwuchs­nern ins Gespräch zu kommen und gegebenenfalls förderung kann über die Website des Forschungszentrums weitere gemeinsame Aktivitäten zu entfalten. oder über www.t1p.de/r37y heruntergeladen werden. Nachwuchsförder ung im Forschun gszentrum Jülic h

juelich_impulse Im Dezember 2015 feierte das JuLab sein zehnjähriges Bestehen. Rund 40.000 Schülerinnen und Schüler haben seither im JuLab experimentiert und erfahren, wie spannend Forschung sein kann.

Experimentierten auf der Bühne: „Ellen Einstein“ und JuLab-Leiter Karl Sobotta

Im Jahr 2015 waren 3.957 Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufen vier bis zwölf im JuLab aktiv. Bemerkenswert ist dabei, dass die Zahl der Mädchen mit 2.146 die der Jungen mit 1.811 übersteigt, wie bereits in den Jahren zuvor. Darüber hinaus kooperiert das Schülerlabor eng mit Schulen der Region. Ein innovatives Modellprojekt in diesem Rahmen ist „Schule (er)lebt Forschung“, an dem im Schuljahr 2014/2015 im Kreis Düren 440 Schüler aus vier Schulen teilnahmen. Daraus wurde inzwischen eine dauerhafte Kooperation mit den beteiligten Schulen. Auch etwa 100 Lehrerinnen und Lehrer lassen sich pro Jahr über das Projekt fortbilden; rund 110 angehende Erzieherinnen und Erzieher werden jährlich über das Berufskolleg St.-Nikolaus-Stift, Zülpich, erreicht, das ebenfalls mit dem Forschungszentrum Jülich kooperiert.

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Die Einführung eines neuen Buchungssystems in 2015 erleichtert es dem JuLab-Team seitdem, Interessierte und Angebote besser aufeinander abzustimmen. Die Buchung erfolgt online, und der Belegungsstatus ist für die Schülerinnen und Schüler beziehungsweise ihre Lehrerinnen und Lehrer jederzeit nachvollziehbar. Neben den Tagesveranstaltungen für Schulklassen der Stufen vier bis zwölf wurden 2015 in den Ferien Forscherwochen zur Mikrobiologie, Entdeckertouren und Entdeckerwochen für Mitarbeiterkinder sowie ein Berufsfindungspraktikum zum Thema „Brennstoffzelle“ angeboten. Mit dem Ziel einer frühen MINT-Bildung hat das Forschungszentrum Jülich 2015 erstmals am „Tag der kleinen Forscher“ teilgenommen. Der Aktionstag wird von der Stiftung „Haus der kleinen Forscher“ in Partnerschaft mit der Helmholtz-Gemeinschaft jährlich veranstaltet. Das Büro für Chancengleichheit hat zusammen mit dem JuLab den „Tag der kleinen Forscher“ organisiert. 30 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Forschungszentrums wurden mit Experimenten ausgestattet und konnten für zwei Stunden die Kindergärten ihrer Kinder besuchen. So fördern die Eltern die frühe MINT-Bildung, stärken ihre Eltern-Kind-Beziehung und werben gleichzeitig für das Forschungszentrum Jülich. Der „Tag der Kleinen Forscher“ ist bei den Eltern, Kindergärten und Kindern auf große Begeisterung gestoßen, weshalb er 2016 mit neuen Experimenten wiederholt und auch an den weiteren Standorten des Forschungszentrums umgesetzt wurde.

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SOZIALE VERANTWORTUNG

juelich_tracks Ausbildungsberufe Am Forschungszentrum Jülich ist eine Berufsausbildung in bis zu 26 verschiedenen Berufsbildern möglich. 2015 waren 341 Auszubildende am Forschungszentrum beschäftigt. Im Sommer 2015 schlossen 75 Prozent aller Auszubildenden ihre Abschlussprüfung mit gutem bis sehr gutem Ergebnis ab. Das durchschnittliche Prüfungsergebnis lag bei 83 Punkten. Jülicher Auszubildende gehören weiterhin zu den besten der Region. Insgesamt 11 der 47 Absolventinnen und Absolventen, die ein „sehr gutes“ Ergebnis erzielten, wurden im Rahmen von Feierlichkeiten der IHK besonders geehrt. Ausbildungsberufe im Überblick Naturwissenschaftliche Ausbildungsberufe Biologielaborant/-in Chemielaborant/-in Physiklaborant/-in Werkstoffprüfer/-in Umwelttechnische Ausbildungsberufe Fachkraft für Abwassertechnik

Der Anteil weiblicher Auszubildender im For­ schungsz­ entrum lag 2015 bei etwa 28 Prozent. Dies ist vor allem darauf zurückzuführen, dass Frauen seltener die eher männerdominierten Berufe anstreben, in denen das Forschungszentrum hauptsächlich ausbildet. Diese Ausbildungsplätze mit jungen Frauen zu besetzen ist daher eine besondere Herausforderung. Der stellt sich das Forschungszentrum, indem es gezielt Mädchen anspricht und versucht, sie frühzeitig für diese Berufsbilder zu begeistern.

Fachkraft für Wasserversorgungstechnik Gewerblich-technische Ausbildungsberufe Elektroniker/-in für Betriebstechnik Elektroniker/-in für Geräte und Systeme Fachinformatiker/-in Fachrichtung: Systemintegration Industriemechaniker/-in Einsatzgebiet: Feingerätebau Technischer Systemplaner/-in Fachrichtung: Versorgungs- und Ausrüstungstechnik

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Anlagenmechaniker/-in für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik Glasapparatebauer/-in Kraftfahrzeugmechatroniker/-in Mechatroniker/-in für Kältetechnik Medientechnologe/-in Druck Ausbildungsberufe im Dienstleistungsbereich Fachangestellte/-r für Medien- und Informationsdienste Fachrichtung: Bibliothek Fachkraft für Schutz und Sicherheit Fachmann/Fachfrau für Systemgastronomie Kaufmännisch-gestalterische Ausbildungsberufe Kaufmann/-frau für Büromanagement, Dienstort: Jülich Kaufmann/-frau für Büromanagement, Dienstort: Berlin Mediengestalter/-in Digital und Print

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Spezielle Angebote des Schülerlabors sind Maßnahmen, mit denen Schülerinnen beizeiten an Naturwissenschaft und Technik herangeführt werden sollen. Weiterhin werden auf Ausbildungsmessen Besucherinnen angesprochen und Schülerinnen am bundesweiten „Girls’ Day“ für einen Tag ins Forschungszentrum eingeladen. Im Jahr 2015 wurde die achte zentrumsweite Er­ mittlung zum Fachkräftebedarf durchgeführt. Dabei wurde untersucht, wie viele Auszubildende oder dual Studierende in welchen Berufen erforderlich sind, um den zukünftigen Bedarf an Fachkräften in den verschiedenen Organisationseinheiten des Forschungszentrums abdecken zu können. Gleichzeitig wurde über die IHK und die Bunde agentur für Arbeit der Fachkräftebedarf in der Region abgefragt, um auf diesem Weg der gesellschaftlichen Verantwortung des Forschungszentrums nachzukommen und zum Beispiel anderen Firmen Ausbildungskooperationen anbieten zu können. Die Ergebnisse der internen und externen Bedarfsermittlung wurden in die Entscheidungsfindung der zentralen Berufsausbildung zur Vergabe der jährlich bereitzustellenden Ausbildungsplätze einbezogen. Aufgrund des ermittelten Bedarfs wurden im Jahr 2015 insgesamt 99 Ausbildungsplätze aus­ geschrieben. Da nicht alle Plätze besetzt werden

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SOZIALE VERANTWORTUNG

konnten, fingen 2015 insgesamt 97 junge Menschen ihre Berufsausbildung im Forschungszentrum an. Die 97 Auszubildenden verteilen sich auf 13 unterschiedliche Berufe und fünf der sechs angebotenen dualen Studiengänge. Davon entfallen etwa 38 Prozent auf die Doppelqualifikation zur IHK-Fachkraft und zum Bachelor.

Eingestellte Auszubildende in 2015 davon Duales Studium Laborantenberuf Elektroberufe

26

Chemie 5, Physik 2

9

Metallbearbeitende Berufe

12

2

Kaufmännische Berufe

14

4

Verbundausbildung und Kooperationen davon mit Studium Einen besonderen Beitrag für die Region leistet die Mathematisch-Technische Softwareent26 26 Berufsausbildung im Forschungszentrum Jülich in wickler Form der Ausbildungsinitiative Naturwissenschaft Sonstige Berufe 10 und Technik. Kleinere und mittelständische UnterSumme 97 39 (38,22 %) nehmen werden hierbei in ihren Ausbildungsbemühungen unterstützt. Für einige dieser Unternehmen davon mit 2 Schwerbehinderung wird Berufsausbildung durch einen Verbund mit dem Forschungszentrum erst ermöglicht. Aus­ zusätzlich 1 EQJ-Praktikant mit Schwer­ 1 zubildende aus insgesamt 38 Partnerfirmen in behinderung unterschiedlichsten Berufsbildern und dualen Studiengängen können so zunehmend ihre Grundausbildung, spezielle Fachkurse sowie Prüfungsvor­bereitungen durchführen. Im Jahr 2015 sind sechs neue langfristige Kooperationsverträge geschlossen worden. Wie auch in den Vorjahren, haben mehr als 30 Auszubildende aus anderen Firmen Teile ihrer Ausbildung in Jülich absolviert. Auch die Kooperation mit dem Berufsbildungszentrum der RWTH Aachen wurde 2015 fortgeführt. Unter dem Dach des Kooperationsprojekts JARA wird so auch in der Berufsausbildung zusammengearbeitet und die Ausbildung der Elektroniker für Geräte und Systeme gemeinschaftlich umgesetzt. Die gemeinsamen Kurse und die wechselseitig angebotenen Ausbildungsabschnitte sind ein positiver Beitrag für die Kompetenzentwicklung der Auszubildenden und werden von diesen sowie von den Ausbilderinnen und Ausbildern sehr geschätzt. Ferner konnte die Kooperation mit dem Freshman Institute der Fachhochschule Aachen fortgeführt werden. In Kleingruppen von jeweils acht bis zehn Personen wurden insgesamt 88 Jugendliche hauptsächlich aus Asien in englischsprachigen Grundpraktika in den Themenfeldern technisches Zeichnen, Umgang mit Elektrotechnik, Mechanik sowie Chemie fit gemacht, sodass sie ein Studium an einer Hochschule aufnehmen können. Der Bildungsstand der Praktikanten und Praktikantinnen ist vergleichbar mit dem von Fachabiturienten aus deutschen Schulen.

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SOZIALE VERANTWORTUNG

Ausbildungsmarketing Es wird zunehmend schwieriger, auf dem Ausbildungsmarkt geeignete Kandidatinnen und Kandidaten zu finden. Im Vergleich zu vergangenen Ausbildungsjahren, in denen im Schnitt 18 bis 19 Bewerbungen pro Ausbildungsplatz eingereicht wurden, ist der Schnitt 2015 zwar insgesamt auf 23 bis 24 Bewerbungen pro Platz gestiegen. Betrachtet man die Ausbildungsplatz-Bewerber-Relation jedoch berufsbezogen, erkennt man, dass in einigen Berufen die durchschnittliche Anzahl der Bewerbungen pro Ausbildungsplatz weitaus niedriger ist. Unter diesen quantitativen Voraussetzungen wird es zunehmend schwieriger, eine qualitativ hochwertige Auswahl zu treffen. Somit ist es unerlässlich, gezieltes Ausbildungsmarketing zu betreiben. Hierzu ist die Zentrale Berufsausbildung auf speziellen Recruiting-Messen vertreten und präsentiert das Forschungszentrum Jülich bereits bei Schülerinnen und Schülern sowie Auszubildenden als attraktiven Arbeitgeber. Außerdem wird der Kontakt mit den umliegenden Schulen stetig erweitert und inhaltlich ausgebaut. Das Ausbildungsmarketing für besondere Personengruppen (zum Beispiel Schwerbehinderte, Migranten, Studienabbrecher, Bewerber und Bewerberinnen aus dem europäischen Ausland) soll ebenfalls intensiviert werden. Im Bereich des innereuropäischen Marketings wurden die bestehenden Kontakte weiter ausgeweitet. Qualitätsentwicklung in der Berufsausbildung Wesentlich für die Qualität der Berufsausbildung ist die Qualität der Ausbildung des Ausbildungspersonals. Seit 2013 gibt es ein Entwicklungsprogramm für Ausbildungsbeauftragte sowie für Ausbilderinnen und Ausbilder. Dieses siebenmodulige Programm wird stark nachgefragt und vermittelt neben Kenntnissen der Ausbildereignungsverordnung (AEVO) auch interne Vorgehensweisen, das Verhalten gegenüber Auszubildenden in schwierigen Situationen, die Beurteilungssystematik und die Durchführung von Beurteilungs­ gesprächen. Auch werden neuere Methoden der Wissensvermittlung angesprochen. Die in den Modulen behandelten Themen führen zu einer Sensibilisierung der Ausbilderinnen und Ausbilder und können so helfen, Konflikte zu vermeiden. In 2015 fand das Entwicklungsprogramm bereits zum dritten Mal statt: Pro Modul haben im Schnitt elf Personen teilgenommen, vier Personen haben das komplette Curriculum durchlaufen. Duale Studiengänge Parallel zu den Ausbildungsberufen werden sechs Studienfächer in Form eines dualen Studiums gemeinsam mit der Fachhochschule Aachen und der FOM Hochschule für Oekonomie & Management angeboten. Durch die intensive Verzahnung von Ausbildung und Studium soll dem zu erwartenden Fachkräfteengpass in den für das Forschungszentrum relevanten Beschäftigungsfeldern aktiv entgegengewirkt werden. Von allen Auszubildenden am Forschungszentrum Jülich sind insgesamt rund ein Drittel dual Studierende.

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Duale Studiengänge im Überblick (Stand 2016) Naturwissenschaftliches Studium Bachelor of Engineering in Physikingenieurwesen und Physiklaborant/-in (IHK) Bachelor of Science – Angewandte Chemie und Chemielaborant/-in (IHK) Gewerblich-technisches Studium Bachelor of Electrical Engineering und Elektroniker/-in für Betriebstechnik (IHK) Bachelor of Mechanical Engineering und Industriemechaniker/-in (IHK) Bachelor of Science in Scientific Programming und Mathematisch-Technische(r) Softwareentwickler/-in (IHK) Kaufmännisch-gestalterisches Studium Bachelor of Arts Business Administration und Kaufmann/-frau für Bürokommunikation (IHK), Dienstorte: Jülich, Berlin

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SOZIALE VERANTWORTUNG

Ergänzt wird das Angebot der klassischen dualen Studiengänge im Bereich Biologie und Chemie durch ein berufsbegleitendes Bachelorstudium an der Hogeschool Zuyd in Heerlen in den Niederlanden im Anschluss an den IHK-Abschluss. In diesem Sonderprogramm für ehemalige Auszubildende des naturwissenschaftlichen Bereichs im Forschungszentrum können die Absolventinnen und Absolventen innerhalb von vier Semestern ihren BachelorAbschluss erreichen. Bisher haben insgesamt 17 Studierende dieses Programm erfolgreich durchlaufen, davon schlossen fünf das Studium in 2015 ab. 25 Studierende bekamen darüber hinaus 2015 die Gelegenheit, während eines Praktikums einen Einblick in die Arbeit am Forschungszentrum Jülich und die Chance einer ersten beruflichen Orien­ tierung zu erhalten. Praktika Seit Januar 2014 wird die Praktikantenrichtlinie des Bundes im Forschungszentrum umgesetzt. Diese sichert den Status von Praktikantinnen und Praktikanten und sorgt dafür, dass Aufwandsentschädigungen in angemessenem Umfang bezahlt werden. Die Art der angebotenen Praktika ist sehr unterschiedlich und reicht von zweiwöchigen Schülerpflichtpraktika, über Studien-Grundpraktika bis hin zu mehrwöchigen freiwilligen Praktika. Der Frauenanteil unter den Praktikantinnen und Praktikanten lag bei 33 Prozent. Initiative „Kein Abschluss ohne Anschluss“ Mit der Initiative „Kein Abschluss ohne Anschluss“ (KAoA) gestaltete das Land Nordrhein-Westfalen ein einheitliches Übergangssystem von der Schule zum Beruf mit dem Anspruch auf Effizienz. Ziel ist es, jungen Menschen eine gute Berufsorientierung zu bieten und somit ihre Berufswahlkompetenz zu stärken. Dies soll den Jugendlichen helfen, sich bewusst für oder gegen eine bestimmte Ausbildung zu entscheiden. Neben den Schülerpraktika, die das Forschungszentrum bereits seit vielen Jahren anbietet, werden durch die Zentrale Berufsausbildung neuerdings Berufsfelderkundungen (BFE) angeboten. Dabei müssen alle nordrhein-westfälischen Schülerinnen und Schüler drei Berufsfelderkundungstage in unterschiedlichen Berufsfeldern absolvieren.

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Das Forschungszentrum hat 2015 insgesamt 200 BFE in spezifischen Berufsfeldern offen angeboten. 200 weitere BFE wurden im Rahmen des Berufsinformationstags beworben und angeboten. Davon wurden circa 50 BFE von einer Schule aus dem Kreis Heinsberg abgerufen. Mit zwei Schulen wurden individuelle Berufsfelderkundungstage durchgeführt. So nahmen 59 Schülerinnen und Schüler einer Jülicher Förderschule teil sowie 60 Schülerinnen und Schüler einer ganzen Jahrgangsstufe eines Gymnasiums aus Übach-Palenberg. juelich_chances Studierende und Promovierende erhalten in Jülich schon früh die Möglichkeit, an interessanten Projekten zu forschen. Im ganzen Jahr 2015 wurden 908 Doktorandinnen und Doktoranden im Forschungszentrum wissenschaftlich betreut, davon waren 332 (etwa 46 Prozent) Frauen. Insgesamt 330 kamen aus dem Ausland nach Jülich.

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SOZIALE VERANTWORTUNG

Strukturierte Promotion In Jülich werden alle mit einem Doktoranden­ vertrag an das Forschungszentrum gebundenen Doktorandinnen und Doktoranden durch einen Doktorvater beziehungsweise -mutter sowie eine wissenschaftliche Betreuerin oder einen wissenschaftlichen Betreuer begleitet. Zusätzlich zu dieser fachlichen Unterstützung erfolgt ein prozess­ bezogenes Monitoring der Doktorarbeit durch den Doktorandenausschuss des Wissenschaftlich Technischen Rats.

Wanderpokal: Alice Klapper, Sanela Hadic, Stefan Helfrich

Damit ist in Jülich bereits seit Langem ein erfolgreiches Verfahren etabliert, das auf der Grundlage einer klaren Rollen- und Aufgabenverteilung basiert und sich dem Mehraugenprinzip sowie der Transparenz des gesamten Promotionsprozesses verpflichtet sieht. Der Ausschuss berichtet regelmäßig über seine Arbeit, sodass die Eckpunkte der Jülicher Promotionsbetreuung aktuellen Erfordernissen angepasst werden können. Das Forschungszentrum ist über die Kooperation mit Hochschulen, Universitäten und Industriepartnern in eine Vielzahl von Graduiertenkollegs und -schulen eingebunden. In 2015 waren es 21. Im Mittelpunkt steht dabei die Qualifizierung von Doktorandinnen und Doktoranden im Rahmen eines thematisch fokussierten, oft interdisziplinären Forschungsprogramms sowie eines strukturierten Qualifizierungskonzepts mit fach­ lichen und überfachlichen Inhalten – beispielsweise Projektmanagement, Präsentationstechniken oder Literaturrecherche. Internationaler Austausch Studierende sowie Doktorandinnen und Doktoranden aus dem Ausland können in Jülich internationale Erfahrungen in einem forschungsintensiven Umfeld sammeln. 2015 hielten sich insgesamt 86 Doktoranden und Postdocs im Rahmen des China-Scholarship-Council-Stipendienprogramms (CSC) in Jülich auf; davon starteten 38 ihren halb- bis vierjährigen Aufenthalt 2015 neu. Der Deutsche Akademische Austauschdienst (DAAD) und die brasilianischen Partner CNPq und CAPES betreiben gemeinsam das Stipendienprogramm „Ciência sem Fronteiras“ – „Wissenschaft ohne Grenzen“. In 2015 begannen darüber drei PhD-Kandidaten ihren Aufenthalt in Jülich. Die Programme DAAD-RISE (Research Internships in Science and Engineering) und RISE Professional zur Förderung des Studierendenaustauschs mit Nordamerika und Großbritannien ermöglichten acht Studierenden einen Aufenthalt in Jülich. Darüber hinaus waren zwei junge Talente über das NRW-Nahost-Stipendienprogramm in Jülich zu Gast.

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Nobelpreisträgertreffen Drei Jülicher Nachwuchswissenschaftlerinnen wurden für die Teilnahme am Nobelpreisträgertreffen vom 28. Juni bis 3. Juli 2015 in Lindau am Bodensee ausgewählt. Dr. Saltanat Sadykova (JSC) und Yulia Arinicheva (IEK-6) nutzten die Chance, mit ihren wissenschaftlichen Vorbildern in Kontakt zu treten. Nina Siebers (IBG-3) war beruflich verhindert. Nach den Spielregeln des Treffens ist es nur einmal im Leben möglich, an diesem teilzunehmen. Für Sadykova und Arinicheva war es eine besondere Zeit mit vielen bleibenden Eindrücken und neuen Kontakten in alle Welt.  

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Yulia Arinicheva (IEK-6)

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SOZIALE VERANTWORTUNG

juelich_heads Helmholtz-Postdoc-Programm Ziel des Helmholtz-Postdoc-Programms ist es, vielversprechende Nachwuchstalente beim Aufbau ihrer Karriere nach der Promotion zu fördern. Das Programm richtet sich an junge Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, die in den vergangenen zwölf Monaten eine herausragende Promotion im In- oder Ausland abgeschlossen haben. Sie erhalten drei Jahre lang jeweils 100.000 Euro pro Jahr. Dabei wird die Summe zu gleichen Teilen aus dem Helmholtz-Impuls- und Vernetzungsfonds sowie durch die gastgebenden Institute finanziert. Mit Dr. Alexander Grünberger (Institut für Bio- und Geowissenschaften) und Dr. Katherine MacArthur (Peter Grünberg Institut) wurden zwei Jülicher Postdocs für dieses Programm ausgewählt. Jülicher Wissenschaftler gewinnen Nachwuchswettbewerb Die beiden Jülicher Biotechnologen Stephan Binder und Georg Schaumann zählten im Juli 2015 in Berlin zu den Gewinnern des Nachwuchswettbewerbs „Innovatoren unter 35“. Beide haben am Forschungszentrum promoviert. Die deutsche Ausgabe des Magazins „Technology Review“ vergibt den Preis an junge Forscher und Talente, die kreative und praktische Lösungen mit großem gesellschaftlichen Nutzen entwerfen. Binder und Schaumann haben ein Verfahren entwickelt, mit dem sich die Suche nach den produktivsten Bakterienstämmen erheblich verkürzen lässt, etwa für die Herstellung essenzieller Nährstoffe oder medizinischer Wirkstoffe. Mit ihrer Technologie lässt sich der monatelange Auswahlprozess auf wenige Tage verkürzen, wodurch die Kosten erheblich reduziert werden. In ihrem Ausgründungsprojekt „SenseUp“ wollen die Wissenschaftler vom Jülicher Institut für Bio- und Geowissenschaften die Technik nun zur Marktreife bringen. Jülicher Exzellenzpreis Im Jahr 2015 konnten vier junge, herausragende Wissenschaftler den Jülicher Exzellenzpreis entgegennehmen, der mit 5.000 Euro dotiert ist. Mit diesem zeichnet das Forschungszentrum seine auch nach internationalen Maßstäben erfolgreichen jungen Spitzenkräfte aus, die mit ihren Ideen entscheidende Impulse in ihrem Forschungsgebiet leisten. Eine hochrangige Jury aus vier internen und vier externen Professoren bewertet die Dissertation und die wissenschaftliche Leistung während einer bis zu zwei Jahre dauernden Postdoc-Phase. Die Preisträger 2015 waren: Dr. Sabyasachi Dasgupta (ehemals ICS-2/IAS-2), Dr. Enno Kätelhön (ehemals PGI-8/ICS-8), Dr. Anja Klotzsche (IBG-3) und Dr. Michael Rack (IEK-4). Sie gehören zu den besten fünf Prozent ihrer Karrierestufe und haben aufgrund ihrer außergewöhnlichen Promotion internationales Renommee erlangt. Ausgewählt wurden sie von einem internen und externen Expertenteam aufgrund der eingereichten Unterlagen und basierend auf Gutachten international führender Expertinnen und Experten. Weitere Exzellenzförderungen Der Helmholtz-Nachwuchsgruppenleiter Jun.-Prof. Dr. Samir Lounis vom Forschungszentrum Jülich und der RWTH Aachen und Dr. Hendrik Fuchs vom Forschungszentrum Jülich erhalten – beginnend 2016 – „Consolidator Grants“ des Europäischen Forschungsrats (European Research Council) in Brüssel. Damit ist eine Förderzusage in Höhe von insgesamt 3,85 Millionen Euro über fünf Jahre verbunden. Diese soll es den Physikern ermöglichen, ihre innovative Forschung weiter auszubauen und zu konsolidieren. Die Förderungen werden in einem hochkompetitiven Verfahren mit einer Bewilligungsquote von lediglich 15 Prozent erteilt.

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Jun.-Prof. Dr. Samir Lounis

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SOZIALE VERANTWORTUNG

Dr. Felix Plöger (IEK-7) war in der letzten Runde des Helmholtz-Förderprogramms für Nachwuchsgruppen erfolgreich. Über einen Zeitraum von fünf Jahren erhält er wie 16 weitere Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftler eine jährliche Förderung von 250.000 Euro. Die Finanzierung erfolgt zu gleichen Teilen durch den Impuls- und Vernetzungsfonds der Helmholtz-Gemeinschaft sowie durch das Forschungszentrum selbst. Letzteres hatte Plöger bereits 2013 mit dem Exzellenzpreis ausgezeichnet.

Dr. Felix Plöger untersucht den Transport von Spuren­gasen in der Atmosphäre und ihre Austauschprozesse in der Stratosphäre. Mittels der Förderung der HelmholtzGemeinschaft kann der 36-jährige Exzellenzpreisträger nun seine eigene Nachwuchsgruppe am Institut für Energie- und Klimaforschung aufbauen.

Zum Stichtag 31. Dezember 2015 gab es in Jülich 18 Nachwuchsgruppen. Acht der jungen Führungskräfte hatten eine Juniorprofessur inne. Acht der Nachwuchsgruppen wurden von Frauen geleitet, sechs hatten internationale Leiter beziehungsweise Leiterinnen. Zwei Nachwuchsgruppen wurden 2015 von international angesehenen Gutachtern eva­ luiert. In allen Fällen haben die Gutachter sich für die Übernahme auf unbefristete Stellen („Tenure Track“) ausgesprochen.

Weiterbildung Die Weiterbildung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ist neben der Nachwuchsförderung das zweite Standbein, mit dem das Forschungszentrum die Generierung von Exzellenz vorantreibt. Verantwortlich für die forschungsinternen Trainingsmaßnahmen ist der Fachbereich Personalentwicklung und Recruiting. Er organisierte im Jahr 2015 insgesamt 568 interne und 573 externe Trainings, um die Qualifikation der Beschäftigten kontinuierlich weiterzuentwickeln. Es nahmen in dem Jahr insgesamt 5.734 Personen an einer Fortbildung teil (inklusive Mitarbeitende des PTJ, Mehrfachteilnahme möglich) .

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Das jährlich erscheinende Trainingsprogramm beruht auf den Rückmeldungen der einzelnen Organisa­ tionseinheiten. Die Qualifizierung erfolgt so besonders zielgerichtet und effizient, da sie auf den tatsäch­ lichen Bedarf abgestimmt ist. Die angebotenen Trainings umfassen ein breites Spektrum: Neben klassischen EDV- und Sprachkursen sowie Seminaren zu Fachthemen aller Art bietet der Fachbereich Personalentwicklung und Recruiting eine große Bandbreite an Maßnahmen zur Qualifizierung im Gebiet der überfachlichen Kompetenzen. Darüber hinaus werden Programme für definierte Zielgruppen angeboten; Doktorandenprogramme oder Entwicklungsprogramme für Führungskräfte, bereichsspezifische Trainings wie Teamentwicklungsmaßnahmen für ganze Organisationseinheiten oder auch Coachings für Führungskräfte. Insgesamt beliefen sich die Ausgaben für die Qualifikation der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Jahr 2015 auf mehr als 1,4 Millionen Euro. Das Forschungszentrum Jülich ist jedoch nicht in allen Fällen in der Lage, individuelle Weiterbildungen zu fördern. Grundlegende Voraussetzung ist die betriebliche Notwendigkeit im Hinblick auf die jetzige oder zukünftige Tätigkeit in Jülich.

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SOZIALE VERANTWORTUNG

Vielfalt und Chancengleichheit als Grundlage für den Erfolg Neben den erwähnten Fördermöglichkeiten wird ein vielfältiges Qualifizierungsangebot speziell für Frauen angeboten. Ab dem Frühjahr 2016 wird das bisher in Kooperation mit dem Karlsruher Institut für Technologie (KIT) und der RWTH Aachen durchgeführte Personalentwicklungsprogramm TANDEMplus als JARAKooperation weitergeführt. Die Neuauflage von TANDEMplus zielt darauf ab, hochqualifizierte Postdoktorandinnen mit natur- und/oder ingenieurwissenschaftlichem Hintergrund mittel- und langfristig für eine Wissenschaftskarriere zu gewinnen und sie auf dem Weg dorthin gezielt zu begleiten. TANDEMplus leistet so einen Beitrag, die Selbstverpflichtungsquoten zu erreichen. In 2014 und 2015 gab es jeweils vier Teilnehmerinnen aus dem Forschungszentrum Jülich. Das einjährige Programm begleitet die Teilnehmerinnen bei ihrer Karriereentwicklung mit einer Kombination aus Training, Networking und Mentoring. Am Helmholtz-Programm „In Führung gehen“ nahmen im Jahr 2015 drei Teilnehmerinnen aus dem Forschungszentrum Jülich teil. 2014 waren es zwei. Zudem wurde bereits 2013 der Prozess der Berufungen neu gestaltet und ein Leitfaden zur Durchführung von gemeinsamen Berufungen erstellt. Die stärkere Berücksichtigung von Frauen erfolgt seitdem an unterschiedlichen Stellen. Unter anderem ist festgelegt worden, dass Frauen in Berufungskommissionen zu mindestens einem Drittel vertreten sein sollen. Innerhalb der Kommissionen wird eine gezielte systematische Ansprache potenzieller weiblicher Kandidatinnen forciert, um diese auf die ausgeschriebene Position aufmerksam zu machen. Einen entscheidenden Beitrag zur Chancengleichheit und Koordinierung einzelner Maßnahmen leistet die Gleichstellungsbeauftragte Dr. Martina von der Ahe. Sie und ihre neuen Stellvertreterinnen wurden im Dezember 2014 von den weiblichen Mitarbeiterinnen gewählt und traten im Januar 2015 ihre Ämter an. Sie sind in Personalentscheidungen und Berufungsverfahren eingebunden und wirken auf vielen Ebenen bei der Verwirklichung von Chancengleichheit am Forschungszentrum Jülich mit. Es besteht eine enge Vernetzung zu den Gleichstellungsbeauftragten der Partneruniversitäten und anderer Helmholtz-Zentren. Seit November ist Dr. von der Ahe zudem Sprecherin des HGF-Arbeitskreises Frauen in Forschungszentren. In Zusammenarbeit mit dem Büro für Chancengleichheit lädt die Gleichstellungsbeauftragte zu jährlichen Frauenversammlungen. Im Jahr 2014 bildete der Vortrag „Weiß mein Gesicht schon, dass ich mich freue? – Mit Humor im Beruf zum Erfolg“ von Yvonne Villiger einen Schwerpunkt, in 2015 „Durchsetzungskraft für Frauen“ von Katharina Maehrlein. Mit jeweils mehr als 250 Teilnehmerinnen stießen beide Veranstaltungen auf sehr große Resonanz.

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Dazu kommt zweimal jährlich der Ausschuss für Chancengleichheit zusammen, um die Arbeit der Gleichstellungsbeauftragten und des Büros für Chancengleichheit zu unterstützen und voranzutreiben. Der Ausschuss bietet Gelegenheit, entscheidende Weichenstellungen unter Einbeziehung verschiedenster Akteure am Forschungszentrum gemeinsam zu gestalten. Neben diesen Aktivitäten innerhalb des Forschungszentrums spielt auch das zielgruppenspezifische Personalmarketing für die weibliche MINT-Zielgruppe eine eine wichtige Rolle. So wurde im Berichtszeitraum, insbesondere vor dem Hintergrund der vom Vorstand beschlossenen Selbstverpflichtungsquoten, die Aktivitäten für Wissenschaftlerinnen und weibliche Führungskräfte ausgeweitet. Dies geschah über die Präsenz auf einschlägigen Messen und Tagungen sowie durch den Aufbau von Hochschulkontakten. So präsentierte

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SOZIALE VERANTWORTUNG

sich das Forschungszentrum auf der Women&Work (Deutschlands größter Messekongress für Frauen) in Bonn, der Physikerinnentagung der Deutschen Physikalischen Gesellschaft (DPG), der WoMenPower in Hannover, beim PANDA-Women Leadership Contest in Berlin und auf verschiedenen Veranstaltungen an Hochschulen, die für weibliche Studierende mit Karrierefokus durchgeführt wurden. Die verstärkte externe Vernetzung mündete auch in Besuchergruppenführungen mit MINT-Studentinnen der TU Dortmund, der Universität Duisburg-Essen und der Uni Düsseldorf auf dem Jülicher Campus. In einem attraktiven Rahmenprogramm, das mit einem Workshop endete, konnten die Teilnehmerinnen mehr über die Karrieremöglichkeiten und Arbeitsbedingungen am Forschungszentrum Jülich erfahren. Darüber hinaus wurde die interne Vernetzung mit Kolleginnen, die bei den Aktivitäten einen wichtigen Beitrag zu einer erfolgreichen Informationsvermittlung leisten („Role Models“), weiter ausgebaut. Die verstärkte externe Vernetzung mündete in Besuchergruppenführungen mit MINT-Studentinnen der TU Dortmund und Universität Duisburg-Essen. In einem attraktiven Rahmenprogramm und einem anschließenden Workshop konnten zukünftige Absolventinnen auf die Karrieremöglichkeiten und Arbeitsbedingungen am Forschungszentrum Jülich aufmerksam gemacht werden. Abgerundet wurden die Aktivitäten durch eine gezielte Platzierung von Imageanzeigen (etwa in der Sonderveröffentlichung „Frauen in der Wissenschaft“ in der Wochenzeitung „Die Zeit“). All diese Maßnahmen liefern einen entscheidenden Grundstein für einen höheren Frauenanteil in Führungspositionen. In 2015 ist dieser im Vergleich zu 2014 weiter gestiegen und beträgt nunmehr 23,3 Prozent. Von 574 Führungskräften im Jahr 2015 waren somit 134 Frauen.

Teilhabe als wichtiges Instrument des nachhaltigen Wandels Veränderungsprozesse lassen sich nur aktiv gestalten, wenn die Unterstützung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gewährleistet ist. Deshalb bindet das Forschungszentrum Jülich seine Beschäftigten in diesen Wandel ein. Da die Weiterentwicklung zu einem ZukunftsCampus ein langfristiges Vorhaben ist, geschieht diese Einbindung über die gesamte Dauer, kontinuierlich und auf verschiedenen Ebenen.

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ZukunftsCampus-Arena: Campus-Entwicklung mit Teilhabe Die Entwicklung zu einem nachhaltigen Forschungszentrum ist ohne die Partizipation und das Engagement der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter nicht möglich. Deshalb hat die Stabsstelle ZukunftsCampus als ein zentrales Instrument das Online-Diskussionsformat „ZukunftsCampus-Arena“ ins Leben gerufen. Die ZukunftsCampus-Arena ist im Intranet des Forschungszentrums aufrufbar und bietet als moderiertes Online-Forum allen Beschäftigten die Möglichkeit, sich über Themen des ZukunftsCampus zu informieren sowie den Prozess des nachhaltigen Wandels zu kommentieren und aktiv mitzugestalten. Zu den in der Arena diskutierten Bereichen zählen zum Beispiel die Mobilität auf dem Campus, die Energieeffizienz in den Laboren und Büros sowie die nachhaltige Campus-Gestaltung. Durch die Vernetzung des vor Ort vorhandenen Wissens und der unterschiedlichen Sichtweisen erhofft sich das Forschungszentrum Jülich wichtige Impulse bei der nachhaltigen Entwicklung des Campus. Deshalb ist es die Aufgabe der rund 20 Moderatoren, Diskussionsthemen anzustoßen, die Diskussionen zu begleiten und vor allem konstruktive Vorschläge zu sammeln und an die Stabsstelle ZukunftsCampus und

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SOZIALE VERANTWORTUNG

den Vorstand zu übermitteln. So wurde im Berichtszeitraum die Umfrage zum Sportangebot auf dem Campus moderierend begleitet. Aus der Umfrage ging der Masterplan Sport hervor, der unter anderem den Ausbau der Duschmöglichkeiten, die Beschilderung zweier Laufstrecken und den Bau einer Fitness-Station auf dem Campus plant. Des Weiteren wurde der Plan zum Fußwegenetz aus Beiträgen in der ZukunftsCampusArena ergänzt. Ende 2015 hatte die ZukunftsCampus-Arena rund 1.000 Benutzer, davon 98 regelmäßig aktive.  

Mitbestimmungsmöglichkeiten Informationen zu Mitbestimmungsmöglichkeiten im Forschungszentrum Jülich finden sich im Nachhaltigkeitsbericht 2012/2013 auf Seite 110.  

Mitarbeiterbefragungen Ein effektives Instrument, um quantitative Daten aus den Reihen der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu gewinnen, sind Mitarbeiterbefragungen. Das Forschungszentrum Jülich setzte es im Berichtszeitraum 2014/2015 insgesamt vier Mal ein und führte Befragungen von verschiedenen Gruppen zu nachhaltigkeitsrelevanten Themen durch. Durch eine Umfrage zum Thema Mobilität auf dem Campus im Februar 2014 sowie einer Diskussion in der ZukunftsCampus-Arena wurden Antworten zu der Fragestellung „Wie bewegen Sie sich hauptsächlich auf dem Campus fort?“ ermittelt. Dabei kristallisierte sich heraus, dass es den Bedarf an einem Ausbau des Fußwegenetzes auf dem Campus gibt. Mit dem Ausbau wurde 2015 begonnen. Als weitere Maßnahme wurde der Zugang zum Campus mit dem Fahrrad durch die Öffnung von zwei Fahrradtoren im März 2014 verbessert. Sieben Jahre nach der letzten Umfrage hat die Zentralbibliothek (ZB) im 4. Quartal 2014 die Nutzung verschiedener Dienstleistungen der ZB sowie die Zufriedenheit der Nutzerinnen und Nutzer elektronisch abgefragt. Die angestrebte Beteiligung (10 Prozent der Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, 1 Prozent der übrigen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter) wurde übertroffen. Die Ergebnisse der Befragung wurden im Intranet des Forschungszentrums allen Interessierten zur Verfügung gestellt. Zusätzlich zur Auswertung mit Zahlen und Diagrammen wurden aus den Freitext-Kommentaren FAQ-Listen generiert. Diese erklären Dienstleistungen, stellen Prozesse dar und begründen Entscheidungen. Die Ergebnisse der Befragung helfen der ZB vor allem dabei, die Services im direkten Kontakt mit den Nutzern, das Informationsportal JuLib eXtended sowie das Publikationsportal JuSER weiterzuentwickeln. Der Kreis und die Stadt Düren führten Anfang 2015 eine Mobilitätsbefragung am Forschungszentrum durch. Im Rahmen der Aufstellung des neuen Nahverkehrsplans für Busse und Bahnen im Kreisgebiet wurden neben Haushalten unter anderem Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter großer Betriebe im Kreisgebiet online befragt, um Bedarfe für die Planung herauszufinden. Die Umfrage wurde im Auftrag des Kreises durch das Büro für Mobilitätsberatung und Moderation, Trier, ausgeführt und ausgewertet.

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105


SOZIALE VERANTWORTUNG

Die Befragung zur Mitarbeitermobilität und zum Mobilitätsverhalten war eine zentrale Maßnahme der Beteiligung des Forschungszentrums an der Initiative Mobil.Pro.Fit. Die Stabsstelle ZukunftsCampus führte dazu im Mai 2015 eine Online-Umfrage zur Analyse des Ist-Zustands der Fahrgewohnheiten durch. Auf Basis dieser Umfrage wurden Rückschlüsse auf Bedarfe der Mitarbeitenden auf dem Arbeitsweg oder während Dienstreisen geschlossen. Dass die Teilnahme mit 1.277 Personen hoch war und es zahlreiche Anmerkungen und Anregungen gab, macht deutlich, wie sehr das Thema Mobilität die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter interessiert. Die Ergebnisse lassen sich wie folgt zusammenfassen: Die meisten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Forschungszentrums kommen aus einem Umkreis von bis zu 20 Kilometern (43 Prozent). Immerhin 37 Prozent pendeln aus einem Umkreis von 21 bis 40 Kilometern zur Arbeit. Carsharing ist etwa einem Drittel bekannt, 7 Prozent nutzen das Angebot bereits. Das Auto ist mit 927 Nennungen als Fahrer oder Mitfahrer das Hauptverkehrsmittel beim Weg zur Arbeit (Mehrfachnennungen waren möglich). Das Fahrrad als zweithäufigstes Verkehrsmittel (217 Nennungen) wird insgesamt etwas stärker genutzt als die öffentlichen Verkehrsmittel (208 Nennungen). Etwa ein Sechstel nutzt die Möglichkeit einer Mitfahrgelegenheit. Weitere 195 würden letztere unter der Bedingung nutzen, dass ihnen eine gesicherte Fahrt zur Arbeit beziehungsweise nach Hause bei Ausfall der Fahrgemeinschaft geboten wird. 385 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die normal mit dem Pkw anreisen, würden unter bestimmten Bedingungen erwägen, mit dem Fahrrad zu kommen. Für 548 ist dies aufgrund der Entfernung des Wohnorts keine Option. Außerdem ging aus der Umfrage hervor, warum viele das Auto bevorzugen: Die Anbindung des Forschungszentrums an den öffentlichen Personennahverkehr empfinden viele Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter als noch nicht optimal. Ein Großteil von ihnen fährt lieber mit dem Pkw aufgrund kürzerer Anreisezeiten, ungünstiger Bus- und Bahnanbindung und fehlender praktikabler Alternativen. Für 350 Personen zählt Gewohnheit oder Bequemlichkeit zu den Hauptgründen. Eine weitere Maßnahme stellte daher die Verbesserung der Busanbindung zwischen Rurtalbahn-Station und Campus dar.  

Sichere Arbeitsplätze für gesunde Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter Aufgrund der Vielzahl wissenschaftlicher Großgeräte sowie des Umgangs mit teils gefährlichen Stoffen im Rahmen der Forschungsarbeiten ist der Arbeits- und Gesundheitsschutz ein wichtiger Aspekt beim Betrieb des Forschungszentrums Jülich. Die „Allgemeine Sicherheitsordnung“ enthält deshalb Regelungen, die zur Wahrung der Sicherheit von allen auf dem Gelände des Forschungszentrums befindlichen Personen zu beachten sind. Diese Regelungen stützen sich auf gesetzliche Vorschriften, auf behördliche Auflagen und auf die einschlägigen Regelwerke der Technik. Jede Mitarbeiterin und jeder Mitarbeiter ist verpflichtet, zur Aufrechterhaltung von Sicherheit und Ordnung im Forschungszentrum beizutragen und die Sicherheits­ vorschriften genau zu beachten. Für die Sicherheit im Forschungszentrum Jülich ist der Fachbereich Sicherheit und Strahlenschutz zuständig.

106

Für das Gesundheitsmanagement zeichnet der Betriebsärztliche Dienst verantwortlich. Er führt unter anderem alle arbeitsmedizinischen Vorsorgeuntersuchungen etwa bei Neueinstellungen durch und bietet im Rahmen der Gesundheitsvorsorge Beratungen an.

Anlagensicherheit Informationen zur Anlagensicherheit im Forschungszentrum Jülich finden sich im Nachhaltigkeitsbericht 2012/2013 ab Seite 112.

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SOZIALE VERANTWORTUNG

Arbeitssicherheit Informationen zur Arbeitssicherheit im Forschungszentrum Jülich finden sich im Nachhaltigkeitsbericht 2012/2013 auf Seite 113.

Gesundheitsschutz Den Bereich Gesundheitsschutz verantwortet der Betriebsärztliche Dienst des Forschungszentrums Jülich. Das aus 13 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern bestehende Team führt im Rahmen seiner Aufgaben verschiedene Maßnahmen zur Arbeitsmedizin, Sportmedizin, Umweltmedizin, Ersten Hilfe und Sozialberatung durch. Darüber hinaus ist der Betriebsärztliche Dienst auch der Ansprechpartner für Schwerbehinderte und wirkt im Arbeitskreis Gesundheit des Forschungszentrums mit. Der Arbeitskreis setzt sich außerdem aus Vertreterinnen und Vertretern verschiedener Organisationseinheiten zusammen und behandelt Themen wie Gesundheitsförderung am Arbeitsplatz. Er wurde im Januar 2014 nach längerer Pause wieder aktiviert. Weitere Informationen zum Gesundheitsschutz siehe Nachhaltigkeitsbericht 2012/2013, Seite 114.

Vorfälle Trotz umfangreicher vorbeugender Maßnahmen geschehen auch im Forschungszentrum Jülich hin und wieder Arbeitsunfälle. Erleidet eine Mitarbeiterin oder ein Mitarbeiter des Forschungszentrums einen Arbeitsunfall, so muss der zuständige Vorgesetzte benachrichtigt und eine Betriebsunfallanzeige erstellt werden. Im Jahr 2015 wurden 66 meldepflichtige Unfälle verzeichnet. Davon waren 37 Betriebsunfälle und 24 Wege­ unfälle. Dazu kamen noch fünf Betriebs- und Dienstsportunfälle. Insgesamt hatten diese Unfallereignisse 760 Ausfalltage zur Folge. Das ergibt eine durchschnittliche Ausfallzeit von rund zwölf Arbeitstagen pro Unfall.

107

Wissenschaftliche Grundsätze und rechtliche Rahmenbedingungen In seiner Rolle als durch öffentliche Gelder finanzierter Wissenschaftsbetrieb sieht sich das Forschungszentrum Jülich in der Verantwortung für die Gesellschaft und der Gesellschaft gegenüber. Deshalb arbeitet es an umfassenden Lösungen für die Herausforderungen in den Bereichen Gesundheit, Energie und Umwelt sowie Informationstechnologie – all dies jedoch unter Einhaltung von Recht in Bezug auf Forschung, Arbeitspraktiken und Regularien des öffentlichen Dienstes.

Sicherung guter wissenschaftlicher Praxis Informationen zur Sicherung guter wissenschaftlicher Praxis im Forschungszentrum Jülich finden sich im Nachhaltigkeitsbericht 2012/2013 ab Seite 115.

Einhaltung von Gesetzen und interne Regelungen Informationen zu der Einhaltung von Gesetzen und internen Regelungen im Forschungszentrum Jülich finden sich im Nachhaltigkeitsbericht 2012/2013 ab Seite 116.

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G4-LA6, G4-DMA


ANHANG

108

ANHANG

Tabellen und Abbildungen Abkürzungsverzeichnis GRI-Richtlinien Dankeschön Impressum

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ANHANG

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Forschungszentrum JĂźlich | Nachhaltigkeitsbericht 2014/2015


ANHANG

Tabellen und Abbildungen

110

Organe und Gremien Gesellschafterversammlung Gesellschafter: Bundesrepublik Deutschland, vertreten durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung, Nordrhein-Westfalen, vertreten durch das Ministerium für Innovation, Wissenschaft und Forschung Aufsichtsrat

Geschäftsführung (Vorstand)

Ministerialdirektor Dr. Karl Eugen Huthmacher (Vorsitz)

Prof. Dr. Wolfgang Marquardt

Bundesministerium für Bildung und Forschung

Staatssekretär Dr. Thomas Grünewald (Stellv. Vorsitz)

Ministerium für Innovation, Wissenschaft und Forschung des Landes N ­ ordrhein-Westfalen

Dr.-Ing. Manfred Bayerlein Unternehmer

(Vorsitzender)

Karsten Beneke

(Stellv. Vorsitzender)

Prof. Dr. Sebastian M. Schmidt (Mitglied des Vorstandes)

Prof. Dr. Harald Bolt

(Mitglied des Vorstandes)

Prof. Dr. Ulrike Beisiegel

Georg-August-Universität Göttingen

Prof. Dr. Wolfgang Berens

Westfälische Wilhelms-Universität Münster

Ministerialdirigent Berthold Goeke

Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (BMUB)

Ministerialdirigent Dr. Frank Heidrich

Bundesministerium für Wirtschaft und Energie

Wissenschaftlich-Technischer Rat* Prof. Dr. Hans Ströher (Vorsitz) Institut für Kernphysik

Prof. Dr. Astrid Kiendler-Scharr (Stellv. Vorsitz) Institut für Energie- und Klimaforschung

Prof. Dr. Markus Büscher (Stellv. Vorsitz) Peter Grünberg Institut

Staatssekretär Peter Knitsch

Ministerium für Klimaschutz, Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz des Landes NRW

Scientific Advisory Council*

Dr. Arnd Jürgen Kuhn

Dr. Heike Riel

Forschungszentrum Jülich, Institut für Bio- und Geowissenschaften

Prof. Dr. Uwe Pietrzyk

Forschungszentrum Jülich, Institut für Neurowissenschaften und Medizin

Dr. Heike Riel

IBM Research Zürich

Ministerialdirigentin Dr. Beatrix Vierkorn-Rudolph Bundesministerium für Bildung und Forschung

IBM Research Zürich

Prof. Barbara Chapman University of Houston, USA

Dr. Frank-Detlef Drake RWE AG, Deutschland

Prof. Dr. Wolfgang Knoll AIT, Österreich

Prof. Dr. Toni M. Kutchan

Donald Danforth Plant Science Center, USA

Prof. Dr. Karen Maex K.U. Leuven, Belgien

Dr. Peter Nagler

Evonik AG, Deutschland

Prof. Dr. Eva Pebay-Peyroula ANR, Frankreich

Prof. Dr. Thomas Roser

Brookhaven National Laboratory, USA

Prof. Dr. Elke Scheer

Universität Konstanz, Deutschland

Prof. Dr. Horst Simon

Lawrence Berkeley National Laboratory, USA

www.fz-juelich.de/portal/DE/UeberUns/ Organisation/_node.html

Prof. Dr. Metin Tolan

TU Dortmund, Deutschland * gemäß Gesellschaftsvertrag

G4-34

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ANHANG

111 Organigramm Wissenschaft, Außenbeziehungen

Wissenschaftlicher Geschäftsbereich II

Informations- und Kommunikationsmanagement

Institut für Bio- und Geowissenschaften

Prof. W. Marquardt (Vorstandsvorsitzender) A. Bernhardt

Prof. H. Bolt (Mitglied des Vorstandes)

Schülerlabor „JuLab“ K. Sobotta

Prof. Prof. Prof. Prof.

Unternehmensentwicklung

Institut für Energie- und Klimaforschung

Dr. N. Drewes

W. Amelung, Prof. M. Bott, Prof. K.-E. Jaeger, J. Pietruszka, Prof. U. Schurr, Prof. B. Usadel, J. Vanderborght, Prof. H. Vereecken, Prof. M. Watt, W. Wiechert

Stabsstellen

Prof. Prof. Prof. Prof. Prof. Prof.

Vorstandsbüro

Zentralinstitut für Engineering, Elektronik und Analytik

Unternehmenskommunikation Dr. A. Rother

I. Wetcke

ZukunftsCampus Dr. P. Burauel

Wissenschaftlicher Geschäftsbereich I Prof. S. M. Schmidt (Mitglied des Vorstands)

Institute of Complex Systems

Prof. J. K. G. Dhont, Prof. C. Fahlke, Prof. J. Fitter (komm.), Prof. G. Gompper, Prof. R. Merkel, Prof. A. Offenhäusser, Prof. D. Willbold, Dr. A. Wischnewski (komm.)

Institut für Kernphysik

H.-J. Allelein, Prof. D. Bosbach, Prof. R.-A. Eichel, O. Guillon, Prof. J.-Fr. Hake, Prof. A. Kiendler-Scharr, Ch. Linsmeier, Prof. K. J. Mayrhofer, Prof. U. Rau, M. Riese, Prof. U. Samm, Prof. L. Singheiser, D. Stolten, Prof. B. Thomauske, Prof. A. Wahner, P. Wasserscheid, Prof. M. Winter, N. N.

Dr. S. Küppers, Prof. G. Natour, Prof. S. van Waasen

Infrastruktur

Karsten Beneke (Stellv. Vorstandsvorsitzender)

Personal

Dr. M. Ertinger

Finanzen und Controlling R. Kellermann

Einkauf und Materialwirtschaft J. Sondermann

Prof. M. Bai, Prof. U.-G. Meißner, Prof. J. Ritman, Prof. H. Ströher

Recht und Patente

Institute for Advanced Simulation

Organisation und Planung

Prof. S. Blügel, Prof. P. Carloni, Prof. M. Diesmann, Prof. D. DiVincenzo, Prof. G. Gompper, Prof. Th. Lippert, Prof. U.-G. Meißner

Institut für Neurowissenschaften und Medizin Prof. Prof. Prof. Prof. Prof.

K. Amunts, Prof. A. Bauer (komm.), Prof. P. Carloni, M. Diesmann, Prof. G. R. Fink, Prof. U. Habel, K. Konrad, Prof. B. Neumaier, Prof. F. Schneider, J. Schulz, Prof. N.-J. Shah, Prof. D. Sturma, P. A. Tass

Jülich Centre for Neutron Science

Prof. Th. Brückel, Dr. A. Wischnewski (komm.)

Ernst Ruska-Centrum für Mikroskopie und Spektroskopie mit Elektronen Prof. R. E. Dunin-Borkowski

Peter Grünberg Institut Prof. Prof. Prof. Prof. Prof.

H. Bluhm, Prof. S. Blügel, Prof. Th. Brückel, D. DiVincenzo, Prof. R. E. Dunin-Borkowski, D. A. Grützmacher, Prof. A. Offenhäusser, C. M. Schneider, Prof. S. Tautz, Prof. R. Waser, M. Wuttig

IT-Services F. Bläsen

Helmholtz Nano Facility Dr. W. Albrecht

Ch. Naumann A. Emondts

Drittmittel und Technologie-Transfer N. N.

Zentralbibliothek Dr. B. Mittermaier

Technischer Bereich Dr. G. Damm

Sicherheit und Strahlenschutz B. Heuel-Fabianek

Gebäude- und Liegenschaftsmanagement M. Franken

Planen und Bauen J. Kuchenbecker

Projektträgerschaften Projektträger Jülich Dr. Ch. Stienen

Projektträger Energie, Technologie, Nachhaltigkeit Dr. B. Steingrobe

Stabsstelle Revision

U. Kalisch

Qualitätsmanagement H. Prast

Büro für Chancengleichheit A. Illich

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G4-34


ANHANG

Forschungsinfrastrukturen

112

G4-4

Name

Akronym

Forschungsbereich

Institut

Helmholtz Energy Materials Characterization Platform (im Aufbau)

HEMCP

Energie

IEK-2, IEK-5, PGI-5, PGI-6, ZEA-3

Zentrum für Membrantechnologie (im Aufbau)

Energie

IEK-1, IEK-9

Brennstoffzellenlabor

Energie

IEK-3

SAPHIR Cloud Chamber

SAPHIR

Erde und Umwelt

IEK-8

Atmospheric Composition Monitoring System

Atmonsys

Erde und Umwelt

IEK-7, IEK-8

Jülich Plant Phenotyping Centre

JPPC

Erde und Umwelt/ Schlüsseltechnologien

IBG-2

Plan TIS: Koppelung von NMR/MRI und PET

Plan TIS

Erde und Umwelt/ Schlüsseltechnologien

IBG-2

Pflanzenversuchsanlage PhyTec

PhyTec

Erde und Umwelt/ Schlüsseltechnologien

IBG-2

Forschungsgewächshaus

Erde und Umwelt/ Schlüsseltechnologien

IBG-2

Stationäre NMR-Systeme für Messungen an Pflanzen

Erde und Umwelt/ Schlüsseltechnologien

IBG-2

Algenpark

Erde und Umwelt/ Schlüsseltechnologien

IBG-2

Lysimeteranlage

Erde und Umwelt

IBG-3

9,4-Tesla-Magnetresonanztomograph kombiniert mit Positronenemissionstomograph, Human

9,4-Tesla-MRT-PETHybridscanner

Gesundheit

INM-4

30 MeV Zyklotron mit Alpha Beamline

Zyklotron

Gesundheit

INM-5

Elektronenmikroskop

ELMI

Gesundheit

INM-2

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ANHANG

113 Beschreibung

Homepage

Infrastruktur-Plattform zur Charakterisierung neuer Materialien und Werkstoffe für die Energietechnik Entwicklung von Membranen für Gastrennung und für elektrochemische Speicher Charakterisierung und Tests von Brennstoffzellen

Atmosphären-Simulationskammer, in der atmosphärische Prozesse unter natürlichen Bedingungen simuliert werden

www.fz-juelich.de/iek/iek-8/DE/Leistungen/ Infrastruktur/SAPHIR/SAPHIR_node.html

Komplexes Mess-System zur Erfassung der atmosphärischen Zusammen­ setzung und der relevanten Prozesse. Entwicklung von Instrumenten­paketen am IEK Systematische Phänotypisierung von Pflanzen, Verknüpfung von nichtinvasiver Sensorik- und Automatisierungstechnologie zur Quantifizierung von strukturellen und funktionellen Eigenschaften von Spross und Wurzel

www.fz-juelich.de/ibg/ibg-2/DE/ Organisation/JPPC/JPPC_node.html

Die Koppelung von Informationen aus Positronenemissionstomo­graphie (PET) und Magnetic Resonance Imaging (MRI) ermöglicht es, die Position radio­aktiv markierter Photosynthese-Produkte in pflanz­lichen Strukturen räumlich und zeitlich aufgelöst zu erfassen Gewächshaus mit Abteilen zur Pflanzenzucht sowie sechs integrierten Klimakammern Erweiterung der PhyTec-Infrastruktur

Drei verschiedene Nuclear Magnetic Resonance (NMR)-Systeme (7 T, 4,7 T, 1,5 T) für Messungen an Pflanzen. Mit dem 1,5-T-Gerät können Objekte bis zu einer Höhe von 5 m gemessen werden Infrastruktur zur Bewertung von Photobioreaktoren zur Algen­produktion für biobasierte Flugzeugtreibstoffe Unterkellerte Lysimeteranlage mit wägbaren, monolithischen Großlysimetern (2 qm Oberfläche, 2,5 m Länge) Neuroimaging im Höchstfeld, Simultan-MRT und -PET am Menschen

Produktion radioaktiv markierter Tracer und Liganden

www.fz-juelich.de/inm/inm-5/DE/Forschung/ Radionuklidentwicklung/_node.html

Elektronenmikroskopie

www.fz-juelich.de/inm/inm-2/DE/Forschung/ Synapsen/_node.html

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G4-4


ANHANG

Forschungsinfrastrukturen

114

Name

Akronym

Institut

Positronenemissionstomograph/Computertomograph mit dockbarem PET für Kleintiere

INVEON PET/CT mit dockbarem PET für Kleintiere

Gesundheit

INM-2

Magnetenzephalograph

MEG

Gesundheit

INM-4

Positronenemissionstomograph

PET-Scanner

Gesundheit

INM-4

9,4-Tesla-Magnetresonanztomograph kombiniert mit ­Positronenemissionstomograph, Tier

9,4-Tesla-MRT-PETHybridscanner

Gesundheit

INM-4

7-Tesla-Magnetresonanztomograph, Tier

7-T-MRT

Gesundheit

INM-2

Helmholtz Nanoelectronic Facility

HNF I und HNF II (geplant)

Schlüsseltechnologien

PGI-8

Schlüsseltechnologien

ICS-6

Biomolekulares NMR-Zentrum

G4-4

Forschungsbereich

Jülich Blue Gene/Q

JUQUEEN

Schlüsseltechnologien

IAS-JSC

Jülich Research on Petaflop Architectures

JUROPA

Schlüsseltechnologien

IAS-JSC

Ernst Ruska-Centrum

ER-C

Schlüsseltechnologien

PGI-5

Cooler Synchrotron

COSY

Struktur der Materie

IKP

Jülich Centre for Neutron Science

JCNS

Struktur der Materie

JCNS

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ANHANG

115 Beschreibung

Homepage

Ganzkörper-PET-Imaging am Kleintier

www.fz-juelich.de/inm/inm-2/DE/ Forschung/Neuro­imaging/_node.htm

Messung der magnetischen Aktivität des Gehirns

www.fz-juelich.de/inm/inm-4/DE/ Forschung/forschung_node.html

Neuro- und Ganzkörperimaging, molekulares Imaging

www.fz-juelich.de/inm/inm-4/DE/ Forschung/forschung_node.html

Neuro- und Ganzkörperimaging im Höchstfeld, Simultan-MRT und -PET am Kleintier

www.fz-juelich.de/inm/inm-4/DE/ Forschung/forschung_node.html

Neuroimaging am Tier

www.fz-juelich.de/inm/inm-2/DE/ Forschung/forschung_node.html

Zentrale Technologieplattform (z. B. Deposition, Lithographie, Nano- und Mikrofabrikation, Simulationen) für Nanoelektronik zur Erforschung, Herstellung und Charakterisierung von Nanound atomaren Strukturen für zukünftige Informationstechnologien

www.fz-juelich.de/pgi/pgi-hnf/DE/Home/ home_node.html

Das NMR-Zentrum ermöglicht mit seinen Höchst- und Hochfeld-NMRSpektrometern für Flüssig- und Festkörper-NMR-Spektro­skopie hervor­ ragende Bedingungen für die strukturbiologische Forschung an biologisch und medizinisch relevanten Proteinen, wie beispielsweise die Bestimmung der hochaufgelösten dreidimensionalen Struktur

www.fz-juelich.de/ics/ics-6/DE/Leistungen/ BioMolekularesNMRZentrum/artikel.html

IBM Blue Gene/Q JUQUEEN mit 5,9 Petaflops

www.fz-juelich.de/ias/jsc/EN/Expertise/ Supercomputers/JUQUEEN/ JUQUEEN_node.html

JUROPA General-Purpose-Supercomputer mit 200 Teraflops

www.er-c.org

Das ER-C ist eine gemeinsam mit der RWTH Aachen betriebene Kompetenzund Infrastrukturplattform für Mikroskopie und Spektroskopie mit Elektronen, die deutschlandweit als einzige Mikroskopieplattform für höchstauf­ lösende Elektronenmikroskopie auch externen Nutzern zugänglich ist. In 2012 wurde hier das Transmissionselektronenmikroskop PICO eingeweiht, mit dem erstmals ein Auflösungsvermögen von 50 Pikometern erreicht wird. Mittels modernster Computerverfahren und Korrektur der sphärischen sowie chromatischen Aberration können zusätzlich Atomabstände und Atomverschiebungen mit einer Genauigkeit von einem Pikometer vermessen werden

www.fz-juelich.de/ikp/DE/Forschung/ Beschleuniger/_doc/COSY.html

Beschleuniger für Hadronen- und Spinphysik und Test von FAIR-Komponenten

www.fz-juelich.de/ikp/DE/Forschung/ Beschleuniger/_doc/COSY.html

Jülicher Plattform für Forschung mit Neutronen. Betreibt Instrumente am FRM II, SNS und am ILL

www.fz-juelich.de/portal/DE/ UeberUns/Organisation/Institute/ JuelichCentreNeutronScience/_node.html

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G4-4


ANHANG

Institutionelle Mitgliedschaften

116

alumni-clubs.net e. V. Arbeitsgemeinschaft Elektrochemische Forschungsinstitutionen e. V. Arbeitsgemeinschaft Spezialbibliotheken e. V. Arbeitskreis der BioRegionen Arbeitskreis Mikrosysteme für Biotechnologie und Lifesiences e. V. Association for European NanoElectronics Activities ASTP-Proton European Knowledge Transfer Association Aviation Initiative for Renewable Energy in Germany e. V. Bio Deutschland e. V. Bio-based Industries Consortium Bionik-Kompetenznetzwerk BIOKON Bonn.realis e. V. Bull User Group Bundesverband Materialwirtschaft, Einkauf und Logistik e. V. CECAM Carbon Composites e. V. Center for Organic Production Technologies e. V. Clean Power Net Climate-KIC Cluster Industrielle Biotechnologie e. V. CMA – Network and Service Unit Conseil International des Grands Réseaux Électriques Counting Online Usage of NeTworked Electronic Resources Cray User Group Deutsche Forschungsgemeinschaft Deutsche Freiwillige Feuerwehr, Kreisverband Düren Deutsche Gesellschaft für Außergerichtliche Streitbeilegung im Bauwesen e. V. Deutsche Gesellschaft für Chemische Technik und Biotechnologie (darin: Vereinigung Deutscher Biotechnologie-Unternehmen) Deutsche Gesellschaft für Materialkunde e. V. Deutsche Gesellschaft für Neurologie e. V. Deutsche Gesellschaft für Plasmatechnologie e. V. Deutsche Gesellschaft für Zerstörungsfreie Prüfung e. V. Deutsche Keramische Gesellschaft e. V. Deutsche Oracle-Anwendergruppe Deutsche Physikalische Gesellschaft e. V. Deutsche Technion Gesellschaft e. V. Deutscher Verein des Gas- und Wasserfaches e. V. Deutsche Vereinigung für gewerblichen Rechtsschutz und Urheberrecht e. V.

G4-16

Deutsche Vereinigung für Wasserwirtschaft, Abwasser und Abfall e. V. Deutscher Bibliotheksverband e. V. Deutscher Verband für Schweißen und verwandte Verfahren e.V.; Bereich Löten Deutscher Verband für Schweißen und verwandte Verfahren e.V.; Bereich Thermisches Beschichten und Autogentechnik Deutscher Wasserstoff Verband e. V. Deutsches Atomforum e. V. Deutsches Forschungsnetz e. V. Deutsches Institut für technische Normung e. V.; Vervielfältigungsrecht Deutsches Jugendherbergswerk Deutsches Klima-Konsortium e. V. Deutschsprachige SAP-Anwendergruppe e. V. Dual Career Netzwerk Nordbayern Dual Career Netzwerk Rheinland Energy Hills e. V. Erfolgsfaktor Familie – Unternehmensnetzwerk Erftverband EUREC Agency EuropaBio e. V. Europäische Grid Initiative EGI European Climate Research Alliance European Energy Research Alliance European Energy Research Alliance CCS European Industrial Research Management Association European Institute for Biomedical Imaging Research European Materials Industrial Research Initiative European Membrane Society European Organisation OFS Cooperative Society SCE European Plant Science Organisation European Spallation Source Initiative (ESS-I) European STI Platform India European Technology Platform for High Performance Computing European Thermal Spray Association European Turbine Network EUROPRACTICE Consortium (Expertenkreis MIM) – Fachverband Pulvermetallurgie e. V. Exploregio.net Fachverband Elektronik-Design e. V. Förderverein Biotechnologie in NRW e. V. Forschungsverbund Erneuerbare Energien Forum für Zukunftsenergien e. V. Forum Vergabe – Vergaberecht VERIS Forum Vergabe e. V.

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ANHANG

Forum Zeitschriften GeSIG e. V. Fuel Cell Europe FuseNet Association Fusion for Energy 2009 – Max-Planck-Institut für Plasmaphysik GATE Konsortium für internationales Hochschulmarketing Gauss Centre for Supercomputing e. V. Gemeinschaft Thermisches Spritzen e. V. German Facility Management Association Gesellschaft der Freunde der Hochschule in Jülich e. V. Gesellschaft für Evaluation e. V. Gesellschaft für Informatik e. V. Global Nuclear Cleanout Coalition Gründungs- und Wachstumswettbewerb der GründerRegion Aachen Güteschutz – Kanalbau e. V. Helmholtz-Gemeinschaft Deutscher Forschungszentren e. V. Hydrogen Power Storage & Solutions East Germany e. V. IAGOS AISBL IEA Hydrogen Implementing Agreement IEA Implementing Agreement on Industrial Energy-Related Technologies and Systems IEA Implementing Agreement, Clean Coal Centre IEA Implementing Agreement, Greenhouse Gas R&D Programme Industrie- und Handelskammer Aachen Industrie- und Handelskammer Berlin Informationsdienst Wissenschaft e. V. Interdisciplinary Imaging & Vision Institute Aachen International Association for Hydrogen Safety International Association of Technology University Libraries International Center for Adaptive Materials International Institute for Applied Systems Analysis International Plant Phenotyping Network e. V. International Society for Porous Media Kälte- und Klimatechnik-Innung Nordrhein Kompetenznetzwerk Lithium-Ionen-Batterien e. V. Kuratorium zur Förderung der Wissenschafts­ Pressekonferenz Leibniz-Institut für Festkörper- und Werkstoff­ forschung Dresden LernortLabor – Bundesverband der Schülerlabore e. V. MedLife e. V. Netzwerk Ressourceneffizienz New European Research Grouping on Fuel Cells and Hydrogen

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NRW-Agrar-Forschungsnetzwerk NUGENIA OASIS Standardisierungsorganisation OpenPower Foundation ORCID PCI Periphal Component Interconnected SIG PICMG Industrial Computer Manufacturers Group PROFIBUS Nutzerorganisation e. V. PROSPECT Psi-k Network Regionaler Industrieclub Informatik Aachen e. V. Rhein Ruhr Power e. V. Rheinische Versorgungskassen Richtlinie für Mikroskopische EntfluchtungsAnalysen e. V. Scientific Group Thermodata Europe SINANO Institute Stadtmarketing Jülich e. V. Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft e. V. Sustainable Nuclear Energy Technology Platform Technische Akademie Wuppertal e. V. The European Network of Innovation Agencies TÜV Rheinland, Gruppe Köln UNICORE Forum e. V. Verband der Bibliotheken des Landes NRW e. V. Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau e. V.; AG Brennstoffzellen Verband Deutsches Reisemanagement e. V. Allianz für Sicherheit in der Wirtschaft NordrheinWestfalen e. V. Verein mathematisch-naturwissenschaftlicher Excellence-Center an Schulen Virtual Reality Center Aachen Wasserverband Eifel-Rur Water Science Alliance e. V. Weltenergierat Deutschland – World Energy Council Weltenergierat Deutschland e. V. Werkfeuerwehrverband Nordrhein-Westfalen e. V. WorldSkills Germany e. V. Zentren für Kommunikation und Informations­ verarbeitung in Lehre und Forschung e. V.

G4-16


ANHANG

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Preise und Auszeichnungen 2015 Name/Institut

Auszeichnung

Prof. Katrin Amunts Institut für Neurowissenschaften und Medizin

Listung unter „50 wegweisende Wissenschaft­ lerinnen und Wissenschaftler, die unser Weltbild verändern“ der Zeitschrift „Business Insider“

Prof. Mei Bai Institut für Kernphysik

Ernest Orlando Lawrence Award 2014

Paul F. Baumeister, Hans Boettiger, José R. Brunheroto, Thorsten Hater, Thilo Maurer, Andrea Nobileund Dirk Pleiter Jülich Supercomputing Centre

Hans Meuer Award (Best Paper Award) bei der „International Supercomputing Conference – High Performance“ (ISC'15) in Frankfurt

Dr. Gustav Bihlmayer Peter Grünberg Institut/Institute for Advanced Simulation Dr. Johann Haidenbauer Institut für Kernphysik/Institute for Advanced Simulation

Auszeichnung als „Herausragende Gutachter des Jahres 2015“ durch die Amerikanische Physikalische Gesellschaft (APS)

Dr. Stefan Binder und Dr. Georg Schaumann Institut für Bio- und Geowissenschaften

Innovationspreis des Landes NRW, Kategorie Nachwuchs

Dr. Alexandra Boeske Institute of Complex Systems

Barrie Hesp Scholarship beim „Keystone Symposia on Molecular and Cellular Biology: Autophagy“ in Breckenridge, Colorado, USA

Marcus Brauns Institut für Bio- und Geowissenschaften

Posterpreis der Liebig-Vereinigung für Organische Chemie in der Gesellschaft Deutscher Chemiker beim „15. European Symposium on Organic Reactivity“ (ESOR) in Kiel

Prof. Christoph Buchal Peter Grünberg Institut

Robert-Wichard-Pohl-Preis 2016 der Deutschen Physikalischen Gesellschaft

Prof. Svenja Caspers Institut für Neurowissenschaften und Medizin

Förderpreis für Wissenschaften der Stadt Düsseldorf

Dr. Sabyasachi Dasgupta ehem. Institute of Complex Systems Dr. Enno Kätelhön Peter Grünberg Institut/Institute of Complex Systems Dr. Anja Klotzsche Institut für Bio- und Geowissenschaften Dr. Michael Rack Institut für Energie- und Klimaforschung

Exzellenzpreis des Forschungszentrums Jülich

Prof. Gereon R. Fink Institut für Neurowissenschaften und Medizin

Max-Delbrück-Preis 2015 der Universität zu Köln

Dr. Sarah Finkeldei Institut für Energie- und Klimaforschung

Promotionspreis der Fachgruppe Nuklearchemie der Gesellschaft Deutscher Chemiker (GDCh)

Prof. Dr. Julia Frunzke Institut für Bio- und Geowissenschaften

Forschungspreis 2016 der Vereinigung für Allge­ meine und Angewandte Mikrobiologie (VAAM)

Dr. Alexander Grünberger Institut für Bio- und Geowissenschaften

Promotionspreis 2015 der Vereinigung für Allge­ meine und Angewandte Mikrobiologie (VAAM)

Dr. Johann Heidenbauer Institut für Kernphysik

Von der Amerikanischen Physikalischen Gesellschaft (APS) als „Herausragender Gutachter des Jahres 2015“ ausgezeichnet

Dr. John Kettler Institut für Energie- und Klimaforschung

Aufnahme in das Junge Kolleg der NRW Akademie der Wissenschaften und der Künste

Forschungszentrum Jülich | Nachhaltigkeitsbericht 2014/2015


ANHANG

119 Name/Institut

Auszeichnung

Dr. Marina Khaneft, Dr. Olaf Holderer, Dr. Oxana Ivanova, Dr. Reiner Zorn, Dr. Wiebke Lüke, Prof. Werner Lehnert und Dr. Emmanuel Kentzinger Jülich Centre for Neutron Science und Institut für Energie- und Klimaforschung

Christian Friedrich Schönbein Posterpreis beim „5. European PEFC & H2 Forum“ in Luzern, Schweiz

Prof. Andrei Kulikovsky Institut für Energie- und Klimaforschung

Christian Friedrich Schönbein Medal of Honour des „5. European PEFC & H2 Forum“

Dr. Jan-Philipp Machtens Institute of Complex Systems

Du Bois-Reymond-Preis der Deutschen Physiologischen Gesellschaft

Dr. Achim Mester Zentralinstitut für Engineering, Elektronik und Analytik

Professor Dr. Karl-Heinrich Heitfeld-Preis für wissenschaftlichen Nachwuchs der RWTH Aachen

Dr. Bernd Mohr Jülich Supercomputing Centre

Aufnahme in die Liste „People to watch 2015“ des Computerjournals „HPCwire“

Andreas Müller Jülich Supercomputing Centre

Ehrenplakette der FH Aachen 2015 für seine Bachelorarbeit

Patrick Niehoff, Cheng Wu und Bugra Turan Institut für Energie- und Klimaforschung

Communicator Award der Helmholtz-Graduiertenschule für Energie und Klima (HITEC)

Prof. Andreas Offenhäusser und Dr. Svetlana Vitusevich Peter Grünberg Institut/Institute of Complex Systems

Innovation Award der RWTH Aachen (2. Platz) für das Team Cardia Help

Dušan Petrović Institute of Complex Systems

Auszeichnung der serbischen Nenad M. Kostić Foundation for Chemical Sciences

Eugen Pfeifer Institut für Bio- und Geowissenschaften

Posterpreis der Vereinigung für Allgemeine und Angewandte Mikrobiologie (VAAM) bei der Jahrestagung in Marburg

Paul Prigorodov Institut für Energie- und Klimaforschung

Hans-Walter-Hennicke-Vortragspreis (1. Platz) bei der Jahrestagung der Deutschen Keramischen Gesellschaft (DKG)

Prof. Syed M. Qaim Institut für Neurowissenschaften und Medizin

„Crest of Appreciation“ der Bangladesh Atomic Energy Commission

Prof. Willem Quadakkers Institut für Energie- und Klimaforschung

Tammann-Gedenkmünze der Deutschen Gesellschaft für Materialkunde

Dr. Michael Rack Institut für Energie- und Klimaforschung

2015 European Physical Society PhD Research Award der „Plasma Physics Division“ der European Physical Society (EPS)

Prof. Dieter Richter Jülich Centre for Neutron Science/ Institute of Complex Systems

Staudinger-Durrer-Preis der ETH Zürich

Katrin Röllen Institute of Complex Systems

Posterpreis der „2015 Gordon Research Conference on Proteins“ in Holderness, USA

Prof. Thomas Schäpers Peter Grünberg Institut

Lehrpreis Physik 2015 der RWTH Aachen in der Kategorie „Beste selbstständige Lehre“

Prof. Sebastian M. Schmidt Vorstand

Ehrendoktorwürde der Ivane Javakhishvili Tbilisi State University

Andreas Schulze Lohoff und Vitali Weißbecker Institut für Energie- und Klimaforschung

Businessplan-Hauptpreis beim Gründerwettbewerb von Neues Unternehmertum Rheinland e. V. (NUK); 1. Preis beim Gründungswettbewerb AC2

Forschungszentrum Jülich | Nachhaltigkeitsbericht 2014/2015


ANHANG

Preise und Auszeichnungen 2015

120

Name/Institut

Auszeichnung

Christina Schumacher Betrieblicher Strahlenschutz

Auszeichnung „Woman in Nuclear“ für ihre Bachelorarbeit

Prof. N. Jon Shah Institut für Neurowissenschaften und Medizin

Veski Innovation Fellowship der Monash University Melbourne, Australien, für das Projekt „Quantitative Biomedical Imaging Transformational PET-MRI Technologies for Brain Research“; Ehrendoktor­ würde der Georgian Technical University (GTU)

Nuno André da Silva Institut für Neurowissenschaften und Medizin

ISMRM Merit Award Magna Cum Laude der International Society for Magnetic Resonance in Medicine

Prof. Lorenz Singheiser, Michal Talik und Dr. Bernd Kuhn Institut für Energie- und Klimaforschung

Charles Hatchett Award des britischen Institute of Materials, Minerals and Mining

Prof. Hans Ströher Institut für Kernphysik

Ernennung zum Mitglied der Academia Europaea

Prof. Andreas Wahner Institut für Energie- und Klimaforschung

Ehrendoktorwürde der Ivane Javakhishvili Tbilisi State University

Dr. Wei-Min Wang Humboldt-Stipendiat am Jülich Supercomputing Centre

Young Scientist Prize 2015 der International Union of Pure and Applied Physics (IUPAP)

Prof. Rainer Waser Peter Grünberg Institut

Ehrendoktorwürde der Schlesischen Universität Kattowitz

Prof.Dr. Martin Winter Institut für Energie- und Klimaforschung/ Helmholtz-Institut Münster

Carl Wagner Memorial Award der Electrochemical Society (ECS); Battery Research Award der ECS; Fellow der International Society of Electrochemistry

Dr. Alexey Yakushenko Peter Grünberg Institut/Institute of Complex Systems

Innovation Award der RWTH Aachen (3. Platz) für das Team Cardia Help Fedorov Project

Dr. Bernd Zimmermann Peter Grünberg Institut/Institute for Advanced Simulation

ThyssenKrupp Electrical Steel Dissertationspreis 2015 der Arbeitsgemeinschaft Magnetismus der Deutschen Physikalischen Gesellschaft

Stakeholdergruppen Bundesregierung

Bundestag/Landesparlamente

Zuwendungsgeber Bund Zuwendungsgeber Land

Forschungsorganisationen außerhalb der Helmholtz-Gemeinschaft

Landesregierung

Helmholtz-Zentren

Region, lokales Umfeld

HGF (Zentrale)

Industrie

Universitäten (Nachwuchs und Forschungskooperationen)

Bürgerinnen und Bürger Steuerzahler Wissenschaftsrat Internationale Partner des FZJ Scientific Community weltweit Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter

G4-24

RWTH (JARA-Institute) Medien Internationale Großprojekte Europäische Institutionen (Brüssel) Politische Parteien

Forschungszentrum Jülich | Nachhaltigkeitsbericht 2014/2015


ANHANG

Berufungen

121

Universität

2012 Jül. Modell

FH Aachen

2013 invers

Jül. Modell

8

2014 invers

8

Jül. Modell

2015 invers

Jül. Modell

8

invers

8

HHU Düsseldorf

14

3

12

6

12

6

19

7

RWTH Aachen

44

7

37

8

40

7

53

7

Uni Bochum

4

Uni Bonn

10

Uni Duisburg-Essen

5 3

5

7

1

3

3

8

1

8

3

4

Uni ErlangenNürnberg Uni Köln

5

7

1

Uni Leuven

13

1

1

3

1

7

1

8

1

1

1

Uni Münster

1

1

1

1

Uni Regensburg

1

1

1

1

Uni Stuttgart

1

1

1

1

Uni Wuppertal

3

5

5

5

Summe

95

14

87

18

3

4

94

18

122

1

20

Erfasst sind nur die nach dem Jülicher Modell und die nach dem inversen Jülicher Modell auf W1-, W2-, oder W3-Positionen berufenen Professoren/-innen, inkl. GRS. Jülicher Modell: Institutsdirektor/-innen des Forschungszentrums werden in einem gemeinsamen Berufungsverfahren auf eine Professur an einer Partnerhochschule berufen und von der Hochschule für die Tätigkeit als Institutsleiter/-in im Forschungszentrum Jülich freigestellt. Inverses Jülicher Modell: Hauptamtlich an der Hochschule tätige Professor/-innen arbeiten in Jülich als Institutsdirektor/-innen.

Altersstrukturaufbau

(Anzahl der Mitarbeiter jeweils zum Stichtag 31.12.) 2013

2014

2015

Alter bis 30

1.614

1.710

1.670

31 – 40

1.303

1.409

1.455

41 – 50

1.220

1.215

1.190

51 – 60

1.023

1.068

1.053

über 60

374

366

316

Gesamt

5.534

5.768

5.684

Forschungszentrum Jülich | Nachhaltigkeitsbericht 2014/2015

G4-EC6, G4-LA1


ANHANG

Gewinn-und-Verlust-Rechnung (in Tausend Euro)

122

2014 Erträge aus Zuschüssen Sonstige Zuschüsse

80.283

70.807

davon Bund

66.837

davon Land

11.970

Drittmittel Projektförderung

-4.367 -2.534 -1.833

90.552

84.650

davon Bund

50.426

45.204

davon Land

4.741

9.242

davon DFG

4.340

3.874

davon sonstige

15.002

13.896

davon EU

16.043

12.434

Erlöse und andere Erträge Erlöse aus Forschung, Entwicklung und Benutzung von Forschungsanlagen Erlöse aus Lizenz-, Know-how-Verträgen

641.417

599.312

8.165

13.132

783

1.267

80.952

87.732

8.881

9.202

292

602

-3.115

3.942

921

937

Sonstige betriebliche Erträge

278.470

483.310

Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge

266.068

13

Zuweisungen zu den Sonderposten für Zuschüsse

–58.169

–84.325

Weitergegebene Zuschüsse

–46.998

–51.637

Zur Aufwandsdeckung zur Verfügung stehende Zuschusserträge, Erlöse und andere Erträge

705.609

543.633

Personalaufwand

313.053

327.891

Erlöse aus Projektträgerschaften Erlöse aus Infrastrukturleistungen und Materialverkauf Erlöse aus dem Abgang von Gegenständen des Anlagevermögens Erhöhung oder Verminderung des Bestandes an unfertigen Erzeugnissen und Leistungen (davon EU: 968; VJ: 9.706) Andere aktivierte Eigenleistungen

Sachaufwand

57.414

53.789

Materialaufwand

31.561

26.758

Aufwendungen für Energie-, Wasserbezug

20.218

21.859

5.635

5.172

Aufwendungen für fremde Forschung und Entwicklung Sonstige betriebliche Aufwendungen

331.439

128.234

Sonstige Zinsen und ähnliche Aufwendungen

1.767

30.761

Steuern vom Einkommen und Ertrag

1.936

2.958

Außerordentliche Aufwendungen

0

0

Abschreibungen auf Anlagevermögen

0

0

Abschreibungen auf Anlagevermögen

61.295

61.420

Erträge aus der Auflösung des Sonderpostens für Zuschüsse

–61.295

–61.420

Gesamtaufwand

705.609

543.633

0

0

Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit/Jahresergebnis

G4-EC1

2015

169.359

Forschungszentrum Jülich | Nachhaltigkeitsbericht 2014/2015


ANHANG

Erlöse 2015 ohne Rückstellungsveränderungen (in Tausend Euro) Forschungsbereiche nach HGF-Programmanteilen Bereich

Struktur der Materie

Erde und Umwelt

123

Summe

Energie

Schlüsseltechnologien

Forschungsbereiche

sonstige Erlöse

Gesamt

548

471

5.384

7.395

13.798

2.678

16.476

Nationale Projektförderung (ohne DFG)

20

4.331

16.977

27.067

48.395

19.947

68.342

davon weitergegebene Zuschüsse

6

18

1.712

6.828

8.564

20.051

28.615

DFG-Förderung

13

481

838

2.526

3.858

16

3.874

Teilsumme Projektförderung

581

5.283

23.199

36.988

66.051

22.641

88.692

Aufträge Ausland

86

38

1.535

375

2.034

668

2.702

3.908

812

2.990

2.601

10.311

49.008

59.319

87.732

87.732

160.049

238.445

EU-Förderung

Aufträge Inland Projektträgerschaften Zwischensumme Drittmittel

4.575

6.133

27.724

39.964

78.396

Zuschüsse von Bund und Land

377.277

davon Rückbauprojekte

33.847

Summe

Forschungszentrum Jülich | Nachhaltigkeitsbericht 2014/2015

615.722

G4-EC1


ANHANG

Vorfälle mit Gefahrenstoffen 2014 (In der Regel Einsatz der Feuerwehr und S*)

124

Ursache

Anzahl der Einsätze

Ölspur- oder Ölflecken

29

Ausgelaufener Kraftstoff (als Kraftstoff, Kraftstoffgemisch oder Dieselspur)

8

Freigesetzte Menge

G4-EN24

15. Januar 2014

unbekannte Menge

Im Gebäude 04.8 sind bei Demontagearbeiten einer Unterdruckeinrichtung geringe Mengen Quecksilber frei geworden. Das Quecksilber wurde von der Feuerwehr aufgenommen und eine Freimessung durchgeführt.

auf den Boden des Flurs

18. März 2014

unbekannte Menge

Chemische Reinigungsmittel setzen H2S in einer Toilettenanlage im Gebäude 14.5 frei. Kontrollmessungen wurden von der Werkfeuerwehr durchgeführt und die Räumlichkeiten gelüftet.

in der WC-Anlage

22. Mai 2014

ca. 500 Liter

Chemische Kühlflüssigkeit ist aus einer Laserschweißanlage im Gebäude 02.3 (Halle) ausgelaufen. Wurde von der Feuerwehr mittels Wassersauger aufgenommen.

auf den Hallenboden

26. Mai 2014

unbekannte Menge

Ausströmender Stickstoff aus Tank über Sicherheitsventil. Maßnahmen wurden durch Betreiber veranlasst.

in die Umluft

25. Juni 2014

ca. 300 Liter

Ausgelaufenes Reinigungsmittel (Natriumhypochlorid 0,4 %) am Gebäude 07.1 Versuchsanlage.

ca. 150 Liter aufgefangen, ca. 150 Liter versickert

1. Juli 2014

unbekannte Menge

Gefahrstoffaustritt (Salpetersäure) aus einer Mikrowelle im Gebäude 12.3, Raum 202 (Kontrollbereich). Messungen wurden durchgeführt (negativ).

im Labor

27. August 2014

ca. 500 Liter

Umgestürzter IBC mit einer 1,5 %-Schwefelsäurelösung in den Regenwasserkanal ausgelaufen, bei ETC. Mittels Saugwagen wurde versucht, die Flüssigkeit zu entfernen. Mit Bindemittel wurden Restbestände abgestreut und aufgenommen.

auf der Verkehrsfläche und im Regenwasserkanalnetz

28. August 2014

ca. 100 Liter

Gefahrstoffaustritt aus einem Gefahrguttransporter auf der Leo-Brandt-Straße. Es laufen Lösemittel und Farben aus. Mit Bindemittel wurden die Flächen auf dem Lkw abgestreut und aufgenommen. Anschließend wurde der Lkw zur Gefahrstoffsammelstelle des FZJ zur weiteren Bearbeitung gebracht.

auf der Verkehrsfläche

4. September 2014

unbekannte Menge

Unterschiedliche ausgelaufene Chemikalien im Gebäude 15.8, S 2-Labor. Wurden mit Chemikalienbinder abgestreut und aufgenommen. Anschließend wurden Freimessungen vorgenommen.

auf dem Boden

9. September 2014

ca. 50 Liter

Ausgelaufenes Reinigungswasser aus einer Reinigungsmaschine vor dem Gebäude 04.7. Abwasserleitungen wurden von der Kläranlage mittels Spülwagen gespült.

auf der Verkehrsfläche

Forschungszentrum Jülich | Nachhaltigkeitsbericht 2014/2015


ANHANG

Vorfälle mit Gefahrenstoffen 2015 (In der Regel Einsatz der Feuerwehr und S*) Ursache

Anzahl der Einsätze

Ölspur- oder Ölflecken

29

Ausgelaufener Kraftstoff (als Kraftstoff, Kraftstoffgemisch oder Dieselspur)

8

Ausgelaufene Kühlflüssigkeit

2

125

Freigesetzte Menge 23. März 2015

30-Liter-Druckgasflasche

Undichte Wasserstoff-Druckgasflasche. Wurde durch die Feuerwehr in einen Bergebehälter gesichert. Anschließend wurde eine Kontroll- und Freigab­e ­ messung durchgeführt.

Flaschenlager

27. Juli 2015

ca. 1 m3

Defekter IBC mit 33 % Natronlauge im Gebäude 12.19. Bodenfläche wurde großzügig gespült und gereinigt. Von der Feuerwehr wurden im Anschluss pH-Messungen durchgeführt.

auf dem Boden (Auffangwanne)

26. August 2015

ca. 1 ml Hg

Ausgetretenes Quecksilber aus einem alten Messgerät im Gebäude 02.7. Wurde von der Feuerwehr aufgenommen und entsorgt.

auf dem Boden

16. November 2015

unbekannte Menge

Ausgelaufene Emulsion auf Fahrbahnfläche, ca. 300 m² am Gebäude 12.31. Mit Bindemittel abgestreut und aufgenommen.

auf der Verkehrsfläche

16. Dezember 2015

unbekannte Menge

Ausgelaufene Batteriesäure am Gebäude 03.7. Mit Chemikalien-Bindemittel abgestreut und aufgenommen.

auf der Verkehrsfläche

* Geschäftsbereich Sicherheit und Strahlenschutz

Forschungszentrum Jülich | Nachhaltigkeitsbericht 2014/2015

G4-EN24


ANHANG

Entsorgte Abfälle für das Jahr 2015

126

Nicht gefährlicher Abfall Kategorie

Summe

Verbrennung oder Verbrennung als Brennstoff

137,98 t

Recycling

296,02 t

Recycling

59,23 m³

Rückgewinnung

0,23 t

Sonstige Entsorgung (Verwertung/ Recycling durch mech. Behandlung)

245,10 t

Sonstige Entsorgung (Verwertung/ Recycling durch Zerlegen)

543,56 t

Deponie

319,90 t

Sonstige Entsorgung (Beseitigung in einer chem.-phys. Behandlungsanlage)

297,86 t

Sonstige Entsorgung (Verwertung in Biogasanlage)

17,40 t

Kompostierung

5,54 t

Gesamt (in Tonnen)

1863,58 t

Gesamt (in Kubikmeter)

59,23 m³

Gefährlicher Abfall Kategorie

Summe

Verbrennung oder Verbrennung als Brennstoff

40,17 t

Recycling

14,36 t

Rückgewinnung

4,71 t

Rückgewinnung

1,04 m³

Sonstige Entsorgung (Verwertung/ Recycling durch mech. Behandlung)

6,00 t

Sonstige Entsorgung (Verwertung/ Recycling durch Zerlegen)

31,96 t

Deponie

G4-EN23

111,36 t

Sonstige Entsorgung (Beseitigung in einer chem.-phys. Behandlungsanlage)

86,35 t

Sonstige Entsorgung (Beseitigung in einer chem.-phys. Behandlungsanlage)

8,53 m³

Gesamt (in Tonnen)

294,90 t

Gesamt (in Kubikmeter)

9,57 m³

Forschungszentrum Jülich | Nachhaltigkeitsbericht 2014/2015


ANHANG

Abkürzungsverzeichnis 3D-PLI

3D Polarized Light Imaging

AKM Aachener Kompetenzzentrum Medizintechnik AVR

Arbeitsgemeinschaft Versuchsreaktor

BaSiGo Bausteine für die Sicherheit von Großveranstaltungen BFE Berufsfelderkundungen BioSC

Bioeconomy Science Center

BMBF

Bundesministerium für Bildung und Forschung

BMUB

Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit

BMWi

Bundesministerium für Wirtschaft und Energie

BSG Betriebssportgemeinschaft Forschungszentrum Jülich COSY

Cooler Synchrotron

DaMaRIS Dangerous Materials Registry Information System DEEP

Dynamical Exascale Entry Platform

DFG

Deutsche Forschungsgemeinschaft

DLR

Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt

DNK

Deutscher Nachhaltigkeitskodex

DPG

Deutsche Physikalische Gesellschaft

EPPN Europäisches Pflanzen Phänotypisierungsnetzwerk ESKP

Earth System Knowledge Platform

FCKW Fluorchlorkohlenwasserstoffe

127

IEK

Institut für Energie und Klimaforschung

IHK

Industrie- und Handelskammer

IKP

Institut für Kernphysik

INM

Institut für Neurowissenschaften und Medizin

JARA

Jülich Aachen Research Alliance

JARV

Jülicher Abwasserreinigungsverfahren

JCNS

Jülich Centre for Neutron Science

JEN

Jülicher Entsorgungsgesellschaft für Nuklearanlagen mbH

JSC

Jülich Supercomputing Centre

JuRS

Jülich Recruiting Systems

JuSER

Juelich Shared Electronic Resources

KIT

Karlsruher Institut für Technologie

KMU

Klein- oder mittelständische Unternehmen

LeNa

Leitfaden für Nachhaltigkeitsmanagement in außeruniversitären Forschungseinrichtungen

MINT

Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik

MST

Metabolic Scaling Theory

OARR

Open Access Repository Ranking

PCGK

Public Corporate Governance Kodex

PGI

Peter Grünberg Institut

PKS

Produktkontrollstelle für radioaktive Abfälle

PTJ

Projektträger Jülich

RISE

Research Internships in Science and Engineering

GFZ

Deutsches GeoForschungsZentrum

RWTH Rheinisch-Westfälische Technische Hochschule

GRI

Global Reporting Initiative

SISI

HALO

High Altitude and Long Range Research Aircraft

TERENO Terrestrial Environmental Observatories

HBP

Human Brain Project

HEMCP

Helmholtz Energy Materials Characterization Platform

HGF Helmholtz-Gemeinschaft HI ERN

Helmholtz-Institut Erlangen-Nürnberg für Erneuerbare Energien

HI MS

Helmholtz-Institut Münster

HMGU

Helmholtz-Zentrum München für Gesundheit und Umwelt

IAS

Institute for Advanced Simulation

IBC

Intermediate Bulk Container

IBG

Insititut für Bio- und Geowissenschaften

ICS

Institute of Complex Systems

Forschungszentrum Jülich | Nachhaltigkeitsbericht 2014/2015

Sustainability in Science

TR32

Transregio 32

TU

Technische Universität

UE Unternehmensentwicklung UFZ

Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung

VBL

Versorgungsanstalt des Bundes und der Länder

WTR

Wissenschaftlich-Technischer Rat

ZB

Zentralbibliothek

ZC ZukunftsCampus ZEA

Zentralinstitut für Engineering, Elektronik und Analytik

ZKV

Zentrale Kälteversorgungsanlage


ANHANG

GRI-Richtlinien

128

GRI-Inhaltsindex Die Version G4 (Option: "In Übereinstimmung: Kern") wurde als Basis für die Berichterstattung nach der Global Reporting Initiative (GRI) verwendet. Für die Forschung existieren bisher keine Sector Supplements. Die GRI-Standardangaben wurden keiner externen Prüfung unterzogen. Somit liegen im Bericht keine Prüfungserklärungen vor. Ökonomische Kennzahlen wie zum Beispiel die Bilanz unterliegen allerdings der externen Prüfung durch Wirtschaftsprüfer.

Näheres auf www.globalreporting.org

G4-32

Forschungszentrum Jülich | Nachhaltigkeitsbericht 2014/2015


ANHANG

129

GRIIndikator

Seite/Direkte Antwort

Beschreibung des Indikators

Kommentare

Allgemeine Standardangaben Strategie und Analyse G4-1

7–9

Erklärung des höchsten Entscheidungs­trägers

Organisationsprofil G4-3

11

Name der Organisation

G4-4

30 – 41; 64/65; 112 – 115

Marken, Produkte bzw. Dienstleistungen

G4-5

139

Hauptsitz der Organisation

G4-6

44 – 49

Länder der Geschäftstätigkeit

G4-7

14

Eigentümerstruktur und Rechtsform

G4-8 G4-9

42 – 44; 57 – 59 52/53; 62; 64/65; 91

Märkte Größe der Organisation (Mitarbeiter, Erlöse, Kapital, Produkte, Dienstleistungen) Größe und Zusammensetzung der Belegschaft

G4-10

90/91

G4-11

93

Arbeitnehmer mit Kollektivvereinbarungen

G4-12

Keine

Lieferkette der Organisation

G4-13

Keine

Veränderung der Größe, Struktur oder Eigentumsverhältnisse

G4-14

14; 90

Umsetzung des Vorsorgeprinzips

G4-15

16/17; 20

Unterstützung externer Initiativen

G4-16

116/117

Mitgliedschaften in Verbänden und Interessengruppen

Patente als „Produkt“ Keine bedeutenden Schwankungen im Berichtszeitraum 100 %

Das Forschungszentrum Jülich betreibt Vorsorgeforschung Empfehlungen der Deutschen Forschungs­ge­mein­ schaft zur Sicherung guter wissenschaftlicher Praxis, Deutscher Ethikrat, Deutscher Nachhaltigkeitskodex, Leitfaden für Nachhaltigkeitsmanagement in außer­ universitären Forschungseinrichtungen (LeNa)

Ermittelte wesentliche Aspekte und Grenzen G4-17

11

G4-18

11

Dokumente zu konsolidierten Jahresabschlüssen Vorgehensweise zur Auswahl der Berichtsinhalte

Forschungszentrum Jülich | Nachhaltigkeitsbericht 2014/2015

G4-32


ANHANG

130

GRIIndikator

Seite/Direkte Antwort

G4-19

131 – 135

G4-20

131 – 135

G4-21

131 – 135

G4-22

Keine

G4-23

Eine Auswahl wesentlicher Aspekte wurde erstmals in diesem Bericht getroffen

Beschreibung des Indikators

Kommentare

Sämtliche wesentliche Aspekte

Der Strategieprozess wurde 2015 begonnen und ist aktuell noch fortschreitend. Eine Wesentlichkeitsmatrix macht in diesem Stadium der Strategiediskussion nicht den primären Wert aus. Es besteht aber das Bewusstsein, Erwartungen, die an eine große Forschungseinrichtung wie das Forschungszentrum Jülich gestellt werden, zu erfüllen: 1. Forschen in gesellschaftlicher Verant­wortung zum Wohlergehen der Menschheit im Einklang mit dem Nutzen der natürlichen Ressourcen 2. Wissenschaftsethik und -verantwortung/ wissenschaftliche Integrität 3. Attraktive, sichere Arbeitsbedinungen sowie Aus- und Weiterbildung 4. Verantwortungsvolle Forschungsprozesse (interdisziplinär, systembezogen, ressourcenschonend) 5. Gesellschaftliche Partizipation durch bidirektionalen Wissenstransfer

Wesentliche Aspekte innerhalb des Unternehmens Wesentliche Aspekte außerhalb des Unternehmens Neue Darstellung von Informationen aus alten Berichten Veränderung des Umfangs, der Berichtsgrenzen oder der Messmethoden

Einbindung von Stakeholdern G4-24 G4-25 G4-26

G4-27

120

Einbezogene Stakeholdergruppen

Fortschreitender StrategieproErmittlung und Auswahl der Stakeholder zess als Grundlage Ansatz für den Stakeholderdialog 21 – 27 und Häufigkeit Es erfolgten bisher keine gezielten Stake­ holderworkshops, allerdings gibt es regel­mäßige interne und ex- Zentrale Anliegen der Stakeholder terne Dialogver­ und Stellungnahme an­staltungen, wie z. B. den Jülicher Nachbarschaftsdialog oder das Parlamentarische Frühstück

G4-19, G4-20, G4-21, G4-32

Forschungszentrum Jülich | Nachhaltigkeitsbericht 2014/2015


ANHANG

GRIIndikator

Seite/Direkte Antwort

Beschreibung des Indikators

Kommentare

131

Berichtsprofil G4-28

11

G4-29

Berichtszeitraum Datum des letzten Berichts

G4-30

11

Berichtszyklus

G4-31

139

Ansprechpartner

G4-32

11; 128 – 135

GRI Content Index

G4-33

Nicht extern geprüft

Prüfung durch externe Dritte

Juni 2014

Unternehmensführung G4-34

15/16; 110 – 111 Führungsstruktur der Organisation

Ethik und Integrität

G4-56

14; 16 – 20

Werte, Grundsätze und Verhaltensstandarts

GRIIndikator

Seite/ Direkte Antwort

Auslassungen

Deutscher Nachhaltigkeitskodex, Leitbild des Forschungszentrums Jülich, Leitfaden für Nachhaltigkeitsmanagement in außeruniversi­tären Forschungseinrichtungen (LeNa), Public Corporate Governance Kodex (PCGK), Qualitäts- und Umweltmanagement, Stra­tegieprozess des Forschungszentrums

Beschreibung des Indikators

Kommentare

Spezifische Standardangaben Angaben zum Managementansatz (DMA) und Indikatoren Kategorie: Wirtschaftlich Aspekt: Wirtschaftliche Leistung G4-DMA

14; 52 – 55; 61 – 65

Allgemeine Angaben zum Management­ansatz

G4-EC1

122/123

Direkt erwirtschafteter und verteilter wirtschaftlicher Wert

G4-EC2

17; 68

Ökonomische Folgen, Risiken und Chancen des Klimawandels

G4-EC3

52; 59; 93/94;

Verpflichtungen aus leistungsorientiertem Pensionsplan

Arbeitgeberanteil: 6,45 % Arbeitnehmeranteil: 1,41 %

Aspekt: Marktpräsenz G4-DMA

44 – 49; 61

Angaben zum Managementansatz

G4-EC5

93

Spanne des Verhältnisses der Standardeintrittsgehälter nach Geschlecht zum lokalen Mindestlohn an Hauptgeschäftsstandorten

G4-EC6

44/45; 61; 121

Standortbezogene Personalauswahl

Kein Prozentsatz erfasst

Aspekt: Beschaffung G4-DMA

78/79

Angaben zum Managementansatz

G4-EC9

60

Anteil an Ausgaben für lokale Lieferanten an Hauptgeschäftsstellen

Forschungszentrum Jülich | Nachhaltigkeitsbericht 2014/2015

G4-19, G4-20, G4-21, G4-32


ANHANG

132

GRIIndikator

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Auslassungen

Beschreibung des Indikators

Kommentare

Kategorie: Ökologisch Aspekt: Energie G4-DMA

G4-EN3

68 – 71; 74; 77 – 87

71 – 73

Stromverbrauch: 107,1 GWh in 2014 und 97,9 GWh in 2015 Heizenergieverbrauch: 77,1 GWh in 2014 und 79,6 GWh in 2015 Stromverbrauch zur gesamten Kaltwassererzeugung und -verteilung (inkl. Strom zur Kühlwassererzeugung): 77,1 GWh in 2014 und 65,1 GWh in 2015 Erdgasverbrauch: 3,5 GWh in 2014 und 2,2 GWh in 2015 Kein Verkauf von Energie

Energieverbrauch innerhalb der Organisation

Nicht anwendbar; die Energieintensität einzelner Forschungsbereiche ist so unterschiedlich, dass Energieintensität eine allgemeine Angabe eines Energieinten­ sitätsquotienten nicht aussagekräftig ist

G4-EN5

G4-EN6

Angaben zum Managementansatz

73 – 75; 80

Verringerung des Energieverbrauchs

Aspekt: Wasser G4-DMA

19; 70/71; 76/77; 83

Angaben zum Managementansatz Oberflächenwasser: 2.009.020 m³ in 2014 und 2.003.681 m³ in 2015 Grundwasser: 742.679 m³ in 2014 und 777.877 m³ in 2015 Regenwasser wird auf dem Campus an einzelnen Gebäuden der Pflanzenwissenschaften in Sedimentationsanlagen (Zisternen) erdgedeckt eingesetzt und dient zur Bewässerung

G4-EN8

76/77

Gesamtwasserentnahme nach Quelle

G4-EN9

Keine wesent­ liche Beeinträchtigung

Durch die Wasserentnahme wesentlich beeinträchtigte Wasserquellen

G4-EN10

77

Prozentsatz und Gesamtvolumen des wieder zugeführten und wiederverwendeten Keine Rückgewinnung Wassers

Aspekt: Biodiversität G4-DMA

87

G4-19, G4-20, G4-21, G4-32

Angaben zum Managementansatz

Forschungszentrum Jülich | Nachhaltigkeitsbericht 2014/2015


ANHANG

GRIIndikator

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G4-EN11

Auslassungen

Beschreibung des Indikators

Kommentare

87

Grundstücke in oder an der Grenze zu Schutzgebieten

Keine unterirdischen Flächen angemietet

G4-EN12

87

Auswirkungen auf die Biodiversität

Keine Auswirkungen; enge Zusammenarbeit mit Forst- und Landschaftsbehörden

G4-EN13

87

Geschützte oder renaturierte Lebensräume

G4-EN14

87

Gefährdete Arten

Aspekt: Emissionen G4-DMA

68/69

Angaben zum Managementansatz

G4-EN15

80

Direkte THG-Emissionen (Scope 1)

G4-EN16

81

Indirekte energiebezogene THG-Emissionen (Scope 2)

G4-EN17

81

Die Aufgliederung der Emissionen nach sogenannten Scopes erfolgt in diesem Bericht erstmalig

Weitere indirekte THG-Emissionen (Scope 3) Nicht anwendbar; die Inten­ sität der THGEmissionen einzelner For­ schungsbereiche Intensität der THG-Emissionen ist so unterschiedlich, dass eine allgemeine Angabe eines Intensitätsquotienten nicht aussagekräftig ist

G4-EN18

G4-EN19

73

Reduzierung der THG-Emissionen

G4-EN21

80

NOX , SOX und andere signifikante Luftemissionen

Nur relevant für NOX- und SOXEmissionen

Aspekt: Abwasser und Abfall G4-DMA

79 – 83

Angaben zum Managementansatz

G4-EN22

77

Gesamtvolumen der Abwassereinleitung nach Qualität und Einleitungsort

G4-EN23

126

Gesamtgewicht des Abfalls nach Art und Entsorgungsmethode

G4-EN24

82/83; 124/125

Gesamtzahl und -volumen signifikanter Verschmutzungen

2014: 2.519,78 Tonnen nicht gefährlicher und 335,17 Tonnen gefährlicher Abfall 2015: 1.922,25 Tonnen nicht gefährlicher und 304,47 Tonnen gefährlicher Abfall

Aspekt: Bewertung der Lieferanten hinsichtlich ökologischer Aspekte G4-DMA G4-EN32

78/79 78/79

Forschungszentrum Jülich | Nachhaltigkeitsbericht 2014/2015

Angaben zum Managementansatz Prozentsatz neuer Lieferanten, die anhand von ökologischen Kriterien überprüft wurden

Nicht zu berichten; es handelt sich um ein qualitatives Vorgehen Fallbeispiel: IT – Dauer der Nutzung

G4-19, G4-20, G4-21, G4-32

133


ANHANG

134

GRIIndikator

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Auslassungen

Beschreibung des Indikators

Kommentare

Kategorie: Gesellschaftlich Unterkategorie: Arbeitspraktiken und menschenwürdige Beschäftigung Aspekt: Beschäftigung G4-DMA

59; 90 – 94; 103/104

Angaben zum Managementansatz

G4-LA1

91; 121

Mitarbeiterfluktuation

Mehr als 750 Neueinstellungen pro Jahr; eine hohe Personalfluktuation ist im wissenschaftlichen Umfeld üblich und ermöglicht Vernetzung und Austausch in der Wissenschaft

G4-LA2

93

Leistungen für Vollzeitangestellte

Keine gesonderten Leistungen für Vollzeit­beschäftigte

Nicht anwendbar; eine ausführliche Statistik zur Rückkehrrate Rückkehrrate nach Elternzeit wird am Forschungszentrum nicht erfasst

G4-LA3

Anzahl Mitarbeiter in Elternzeit in 2014: 108 Frauen und 88 Männer; in 2015: 129 Frauen und 110 Männer

Aspekt: Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz G4-DMA

90; 106/107

Angaben zum Managementansatz Nicht anwendbar; ein Prozentsatz der in Arbeits­ schutzausschüsIn Arbeitsschutzausschüssen sen vertretenen Mitarbeiterinnen vertretene Mitarbeiter und Mitarbeiter wird am Forschungszentrum nicht erfasst

G4-LA5

Eine Vertretung durch Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Ausschüssen ist gegeben

G4-LA6

107

Berufskrankheiten, Ausfalltage und arbeitsbedingte Todesfälle

G4-LA7

Keine

Mitarbeiter mit hoher Erkrankungsrate oder -gefährdung im Zusammenhang mit ihrer Beschäftigung

Aspekt: Aus- und Weiterbildung G4-DMA

G4-LA9

21; 24; 90; 94 – 102

102

G4-19, G4-20, G4-21, G4-32

Angaben zum Managementansatz Nicht anwendbar; eine durchschnittliche Stundenzahl für Aus- und Weiterbildungen wird am Forschungszentrum nicht erfasst, es ist nur die Anzahl der Maßnahmen bekannt

Aus- und Weiterbildung der Mitarbeiter

Forschungszentrum Jülich | Nachhaltigkeitsbericht 2014/2015


ANHANG

GRIIndikator

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G4-LA10

93/94; 102

Auslassungen

Beschreibung des Indikators Programme zu lebenslangem Lernen

Nicht anwendbar; ein Prozentsatz der Mitarbeiter­ innen und Mitarbeiter, deren Leistung und KarLeistungsbeurteilung und riereentwicklung Entwicklungs­planung von Mitarbeitern regelmäßig beurteilt wurde, wurde während des Berichtszeitraums nicht erfasst

G4-LA11

Kommentare

Die Durchführung regelmäßiger Orientierungsgespräche mit den Vorgesetzten ist prinzipiell für alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Forschungszentrums möglich

Aspekt: Vielfalt und Chancengleichheit G4-DMA

60; 96; 103/104

Angaben zum Managementansatz Nicht anwendbar; eine Statistik zur Zusammensetzung von Führungsgremien Zusammensetzung von Führungsgremien nach Diversitätskriterien wird am Forschungszentrum nicht erfasst

G4-LA12

Die Besetzung von Führungs­ gremien erfolgt primär nach qualitativen Maßstäben. Chancengleichheit ist als grundlegender Wert in der Personalstrategie verankert (Kaskadenmodell)

Aspekt: Gleicher Lohn für Frauen und Männer G4-DMA G4-LA13

59; 93

Angaben zum Managementansatz

59; 93

Lohnunterschiede nach Geschlecht

Eingruppierungen erfolgen objektiv aufgrund von Tätigkeitsdarstellungen nach dem Prinzip: gleiche Tätigkeit, gleiche Entlohnung

Unterkategorie: Gesellschaft Aspekt: Korruptionsbekämpfung G4-DMA

20

Angaben zum Managementansatz Nicht anwendbar; eine Statistik hierzu wird am Forschungszentrum nicht erfasst

G4-SO3

Gesamtzahl und Prozentsatz der Geschäftsstandorte, die im Hinblick auf Korruptionsrisiken geprüft wurden, und ermittelte erhebliche Risiken

G4-SO4

Kein Bedarf für solche Schulungen

Informationen und Schulungen über Maßnahmen und Verfahren zur Korruptionsbekämpfung

G4-SO5

Im Berichts ­­z­eitraum wurden keine Korruptionsfälle verzeichnet

Bestätigte Korruptionsfälle und ergriffene Maßnahmen

Forschungszentrum Jülich | Nachhaltigkeitsbericht 2014/2015

G4-19, G4-20, G4-21, G4-32

135


136

Dankeschön Ein Nachhaltigkeitsbericht ist keine Publikation einer einzelnen Abteilung. Nur mit Hilfe und dem Einsatz einzelner Organisationseinheiten ist es möglich, wesentliche Zahlen, Fakten und Dokumente zusammenzustellen, die als Basis für den zweiten Nachhaltigkeitsbericht des Forschungszentrums Jülich dienen. Die Stabsstelle ZukunftsCampus bedankt sich deshalb bei allen Personen, die mitgewirkt haben. Eine große Anzahl an Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern gab jederzeit Auskunft zu Forschungsprojekten – zu viele, um hier einzeln genannt zu werden.

Unternehmenskommunikation

Dr. Anne Rother Leiterin

Organisation und Planung

Achim Emondts Leiter

Thomas Bierschenk Birgit Pfeiffer Annette Stettien

Unternehmens­ entwicklung Zentralbibliothek

Finanzen und Controlling

Dr. Bernhard Mittermaier Leiter

Ralf Kellermann Leiter

Dr. Alexander Wagner

Immo Wetcke

Dr. Norbert Drewes Leiter

Cornelia Abschlag Elke Engering Eva Salentin

Dr. Sabine Hanrath Daniela Loenißen Kristin Mosch Christian Schipke Dr. Wolfgang Schroeder

WTR

Vorstandsbüro

Drittmittel und Technologie-Transfer

Einkauf und Materialwirtschaft

Betriebsrat

Immo Wetcke Leiter

Dr. Thorsten Voß Leiter

Jan Sondermann Leiter

Gabriele Bockholt Vorsitzende

Edith Salz Rainer Winters

Stefan Apweiler Dr. Jens Dreyer

Ilhan Demir Petra Jerrentrup

Dr. Sascha Pust Sekretär

Qualitätsmanagement Hartmut Prast Thomas Muckenheim Beauftragte

Forschungszentrum Jülich | Nachhaltigkeitsbericht 2014/2015


137

Technischer Bereich

Personal Planen und Bauen

Dr. Gunter Damm Leiter Wolf-Dieter Nensa

Jens Kuchenbecker Leiter

Gebäudeund Liegenschafts­ management

Jan Backhaus Christian Langfeld Hubert Nießen York Serve Tanja Sodekamp

Sicherheit und Strahlenschutz Mark Franken Leiter Marco Braun Erwin Fernholz Karsten Gabrysch Ricardo Gatzweiler Dr. Eckhard Joußen Frank Knaup Christoph Krahe Guido Schumacher Andre Thönnißen Heinz Tirtey

Burkhard Heuel-Fabianek Leiter Dr. Rolf Jörg Ehlers Ägidius Köhnen Lothar Poschen

Forschungszentrum Jülich | Nachhaltigkeitsbericht 2014/2015

Dr. Mathias Ertinger Leiter Andrea Bosten Henning Eggert Rebecca Gehder Antonia Illich Ulrich Ivens Andreas Klimpke Barbara Kranen Jochen Mantwill Katharina Ott

Informationsund Kommunikations­ management

Recht und Patente

André Bernhardt Leiter

Christian Naumann Leiter

Elisabeth Billion

Heinz-Jürgen Pullen


138

Forschungszentrum JĂźlich | Nachhaltigkeitsbericht 2014/2015


Impressum

139

Diese Broschüre wurde auf Cyclus Print gedruckt. Cyclus Print besteht zu 100 % aus Altpapier und wird ohne optische Aufheller nach strengsten Umweltvorgaben produziert. Cyclus Print ist mit dem Blauen Engel und dem EU-Ecolabel, der EU-Blume, ausgezeichnet und FSC-zertifiziert.

Seit August 2010 ist das Forschungszentrum für das „audit berufundfamilie“ zertifiziert. Jülich hat sich damit verpflichtet, kontinuierlich Maßnahmen zur besseren Vereinbarung von Beruf und Familie zu definieren und umzusetzen.

IMPRESSUM Herausgeber: Forschungszentrum Jülich GmbH | 52425 Jülich Redaktion: M. Sc. Lea Eggemann, Dr. Peter Burauel, Dr. Ellen Clare Kammula, Stabsstelle Zukunfts­Campus, For­schungszentrum Jülich Autor: Vincent Halang Lektorat: Ilka Weihmann Fotos: Ralf-Uwe Limbach, Grafische Medien, Ralf Eisenbach (S. 40), Werkfeuerwehr (S. 82), For­schungszentrum Jülich, Public Domain/NASA Ozone Watch (S. 30), DLR (S. 31), HHU Düsseldorf/Forschungszentrum Jülich (S. 34, S. 44), TU Illmenau (S. 41), J. Brede/Universität Hamburg (S. 40), RWE Power AG (S. 49) Grafik und Layout: Clarissa Reisen, Grafische Medien, For­schungs­zentrum Jülich Kontakt: Dr. Peter Burauel | Tel.: 02461 61 - 6613 | Fax: 02461 61 -9713 | E-Mail: p.burauel@fz-juelich.de Druck: Schloemer & Partner GmbH Auflage: 200 Auszüge aus dieser Publikation nur mit schrift­licher Genehmigung des Herausgebers und mit Bild- und Textverweis „Forschungszentrum Jülich GmbH“. Alle Rechte bleiben vorbehalten. Stand: Dezember 2016

Forschungszentrum Jülich | Nachhaltigkeitsbericht 2014/2015

G4-5, G4-31


AUSGABE

Mitglied der:

Nachhaltigkeitsbericht 2014 / 2015  

Im Forschungszentrum Jülich fühlen wir uns unserer gesellschaftlichen Verantwortung verpflichtet; nicht nur beim Forschen, sondern auch als...