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04/2014

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EDITORIAL

Liebe Leserinnen, liebe Leser, was mir jüngst ein Bekannter zu berichten wuss-

Dritter und zusätzliche Gesundheitsdienstleis-

te, spricht für sich. Seine Mutter hatte einen sechs-

tungen. Eine starre Verrentung spielt eher eine

stelligen Betrag aus einer Lebensversicherung auf

untergeordnete Rolle. Das Institut regt deswegen

ihr Konto bei der Nassauischen Sparkasse (Naspa)

eine völlig neue Finanzberatung an, eine „Lebens-

überwiesen bekommen. Noch bevor sie dies ihrem

beratung“ im Alter, die aufzeige, wie man Ver-

Kontoauszug entnehmen konnte, erhielt sie die

mögen altersgerecht einsetzen und seinen Alltag

Nachricht von einem Mitarbeiter der Bank, der

auch unter sich verändernden Bedingungen

sie telefonisch zu einem Gespräch in die Filiale bat.

würdevoll meistern könne.

Er wolle sich mit ihr über eine möglichst effektive Verwendung des Geldes unterhalten. Wer sich

Was verbindet nun die Episode mit der Studie?

nicht bei ihr meldete, war der Makler, über den

Wer Augen und Ohren offen hält, bekommt eine

sie die Police dereinst abgeschlossen hatte. Die-

Ahnung von der Endlichkeit der Abschluss-

ser war zwar nach wie vor am Markt tätig, doch

provision. Das LVRG hat die letzte Runde bereits

seine Bestandskundin hatte er schlichtweg nicht

eingeläutet. Und sollten sich einzelne Versicherer

mehr auf dem Radar. Sicher, wie zahlreiche Um-

nicht um das staatliche Verdikt zur Höchstzill-

fragen belegen, wandert das Geld in den meisten

merung scheren, könnte der Vorhang schneller

Fällen in den Konsum oder in Renovierungsin-

fallen als gedacht. Die Zukunft gehört der Be-

vestitionen an der eigenen Immobilie. So auch bei

standsprovision. Nicht zuletzt auch deswegen, weil

der genannten Dame. Und dennoch: Der Bank-

hohe Abschlussvergütungen den Versicherern

berater hatte es wenigstens versucht, der Makler

schlichtweg zu teuer werden. Wer also seinen Be-

hingegen nicht.

stand pflegt und dauerhaft berät, vielleicht intensiver als bisher, darf entspannt nach vorne

Eine kürzlich veröffentlichte Studie des Deut-

schauen. Wer ihn vernachlässigt, wird vom Markt

schen Instituts für Altersvorsorge (DIA) kommt

verschwinden. Schade ist es um ihn nicht.

zu dem Ergebnis, dass die „Best Ager“ ihr Vermögen verfügbar halten wollen, für den Fall von

Ihr

Immobilität, die Inanspruchnahme von Hilfe

Hans-Werner Thieltges

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INHALT

6 Kompositversicherung – Alles ist möglich In Maklerumfragen ist zumeist von schleppendem Neugeschäft die Rede. Dabei bietet ihnen die Kompositversicherung ein weites Betätigungsfeld. Mit ihren Bestandsprovisionen und Möglichkeiten zu vielerlei Anschlussgeschäften passt diese Versicherungssparte so gut wie kaum eine andere in die Zukunft.

30 KAGB – Nehmt die Herausforderung an Das Kapitalanlagegesetzbuch (KAGB) und die AIFM-Direktive (AIFMD) haben den Bereich der alternativen Investmentfonds (AIF) grundlegend verändert. Die Emissionshäuser mussten die Lizenz als AIFM beantragen und ihr Geschäft an die geänderten oder gar neuen administrativen Anforderungen anpassen.

40 Investition in studentisches Wohnen – Hier liegt die Zukunft Die Zahl der Studenten ist in den vergangenen zehn Jahren enorm gestiegen. Im Wintersemester 2013/2014 studierten rund 2,6 Millionen junge Menschen an den 425 staatlichen oder staatlich anerkannten Hochschulen. Über 508.000 davon hatten sich zu diesem Zeitpunkt erstmalig eingeschrieben. Eine Chance für das Asset Studenten-Immobilie.

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Kompositversicherung – Alles ist möglich

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Thailand – Störfeuer im Paradies

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Durch Schaden klug – Interview mit Dr. Monika Sebold-Bender,Vorstand Komposit und Schaden Generali Versicherungen

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Investition in studentisches Wohnen – Hier liegt die Zukunft

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10

Maklervertrieb – Konkurrenz belebt das Geschäft

Erfolge sind nie Zufall – Kolumne von Hans D. Schittly, Schittly & Dinler AG

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Komposit und Bestandsprovision – Quo vadis Versicherungsmakler?

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Geschlechtervielfalt im Finanzsektor – Gegen die Quote

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Neues wagen – Portrait der adcuri GmbH

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Beratungssoftware – Heimlich, still und leise

22

Pflegeversicherung: Ein Plädoyer – Eine gesellschaftspolitische Aufgabe

24

NEWS

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Regulierung der AIFs – Die Rolle der Verwahrstelle

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KAGB – Nehmt die Herausforderung an

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Mittelstandsanleihen – Tiefe Sorgenfalten

34

Die Trüffelsuche – Interview mit Ottmar Wolf,Vorstand Wallrich Asset Management AG

20

Fonds Finanz – Drum prüfe, wer sich ewig bindet … Fonds Finanz sichert Maklern den Bestand – für jede Eventualität

RUBRIKEN 03

Editorial

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Impressum

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Titelbild: © Andrey Kiselev - Fotolia.com

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VERSICHERUNGEN I Kompositversicherung

F

ür die Sachversicherer war 2013 ein Seuchenjahr. In der Wohngebäudeversicherung mussten sie mit der höchsten Schadenlast seit sechs Jahren klarkommen. Allein das Juni-Hochwasser an Donau und Elbe und diverse Hagelstürme verursachten zu regulierende Schäden von knapp 3,2 Mrd. Euro und damit mehr als 40 % der gesamten Leistungen in der Wohngebäude- und Hausratversicherung. Diese standen mit 7,4 Mrd. Euro in den Büchern. Andererseits bot sich mit den Unwetter-Katastrophen ungewollt auch ein Anlass, Boden im öffentlichen Image gutzumachen. Schließlich können die Sachversicherer bei ihren Kunden nicht wie Lebensversicherer über Ablaufleitungen, sondern nur mit ihrem Schadenmanagement punkten. So sagte GDV-Präsident Dr. Alexander Erdland anlässlich der Vorstellung des Naturgefahrenreports Angang Oktober in Berlin: „Wir haben Hunderttausende Menschen bei der Bewältigung der Unwetterfolgen unterstützt und bewiesen, dass wir auch in Extremsituationen schnell und zuverlässig sind.“ Die Erfahrungen der Vergangenheit zeigten jedoch, so der GDV, wie wichtig Präventionsmaßnahmen und Versicherungsschutz seien. Wie auch immer – nicht nur für die Produktanbieter selbst, sondern auch für Makler bieten Schäden die Möglichkeit, sich positiv zu positionieren und mit bestehenden und möglichen Kunden ins Gespräch zu kommen. Dies betont auch Dr. Stefan Everding, Vorstand Vertrieb, Marketing und Produkt bei DOMCURA: „Genau hier liegt die große vertriebliche Chance. Der Berater kann seine Dienstleistungskompetenz nachhaltig unter Beweis stellen und damit die Bindung zum Kunden erheblich vertiefen.“ Anlass für Folgegeschäfte bietet die Wohngebäudeversicherung allemal. Hausbesitzer sind zumeist Familien mit Kindern und entsprechendem Haushaltsbudget. Da besteht über jahrzehntelange Betreuung immer wieder Bedarf an der einen oder anderen Police. Prof. Dr. Fred Wagner, Vorstand im Institut für Versicherungswissenschaften an der Universität Leipzig, moniert denn auch wohl zu Recht: „Immer wie-

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Alles ist möglich In Maklerumfragen ist zumeist von schleppendem Neugeschäft die Rede. Dabei bietet ihnen die Kompositversicherung ein weites Betätigungsfeld. Mit ihren Bestandsprovisionen und Möglichkeiten zu vielerlei Anschlussgeschäften passt diese Versicherungssparte so gut wie kaum eine andere in die Zukunft. Noch attraktiver macht sie eine aktuelle Entwicklung.

Zudem entsteht gerade ein neuer Markt mit großartiger Perspektive

der lesen wir in Maklerbefragungen von einer Marktsättigung in vielen Versicherungszweigen. Dafür habe ich überhaupt kein Verständnis. Ganz im Gegenteil: Die aktuelle Situation schreit förmlich nach Altersvorsorge, Berufsund Pflegefallabsicherung, nach privaten Zusatzversicherungen angesichts eines erodierenden gesetzlichen Gesundheitssystems und nach betrieblicher Altersversorgung.“

Die Welt vernetzt sich immer stärker, im gewerblichen wie auch im privaten Bereich. Dateien werden in Wolken abgelegt, E-Mails können mittlerweile rechtlich verbindlich gestaltet werden, Briefe gehören mehr und mehr der Vergangenheit an. Das lockt verstärkt Kriminelle auf den Plan, denen in erster

Dr.Alexander Erdland

Dr. Stefan Everding

Präsident Gesamtverband der

Vorstand Vertrieb, Marketing und

Deutschen Versicherungswirtschaft e.V. (GDV)

Produkt DOMCURA AG

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PWC befragten Unternehmen gleichzeitig an ihrer IT-Sicherheit sparen. Im vergangenen Jahr schmolzen die Budgets hierfür gegenüber dem Vorjahr um 4 %. Ganz im Gegensatz dazu weist der GDV auf die Bemühungen der deutschen Versicherungsunternehmen um die Datensicherheit für ihre Kunden hin: „Für die Versicherungswirtschaft spielt der Schutz von Kundendaten und der elektronischen Infrastruktur seit Länge-

Prof. Dr. Fred Wagner

Michael Rosenberg

Vorstand Institut für Versicherungswissenschaften e.V.

Senior Sales und Development Underwriter Hiscox Europe

an der Universität Leipzig

Underwriting Limited Zweigniederlassung Deutschland

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Foto: © Andrey Kiselev - Fotolia.com

Linie an Kundendaten gelegen zu sein scheint. Weltweit hat die Zahl der Hackerangriffe auf Unternehmen laut Beratungsgesellschaft Price Waterhouse Cooper (PWC) 2013 im Vergleich zum Vorjahr um 48 % auf 42,8 Millionen Fälle geradezu explosionsartig zugenommen. Statistisch gesehen, kommt es jeden Tag zu 117.000 solcher Straftaten. Geradezu als Einladung dürften die Datendiebe verstehen, dass die von

rem eine wichtige Rolle. Pro Jahr geben die deutschen Versicherer rund 4 Mrd. Euro für IT-Systeme aus.“ Damit nähmen sie eine Vorreiterrolle ein. Die kommt auch Hiscox zu, die mit „Cyber Risk Management by Hiscox“ 2011 als erster Versicherer in Deutschland eine Cyberversicherung auf den Markt brachte. Dem Begriff Management kommt hierbei eine ganz besondere Bedeutung zu, wie Michael Rosenberg, Senior Sales und Development Underwriter beim Versicherer, erläutert: „Wir arbeiten kontinuierlich daran, das Bewusstsein für digitale Risiken zu stärken. Ein besonderes Augenmerk legen wir neben der Absicherung von Risiken vor allem auf die Prävention: Damit es gar nicht erst zum Schadenfall kommt, beraten wir unsere Kunden in enger Zusammenarbeit mit Experten auch bei der Verbesserung ihrer IT-Systeme. Die wirksamste Absicherung besteht schließlich darin, einen Schadenfall von vornherein zu vermeiden.“ Mittlerweile bieten etliche Versicherer am deutschen Markt, von beispielsweise Allianz über AXA und HDI-Gerling bis hin zu Württembergische und Zurich, Cyber-Policen an. Aus gutem Grund, der Bedarf daran ist vorhanden, wie eine Hiscox-Erhebung im vergangenen Jahr gezeigt hat. Danach waren nämlich 94 % der mittelständischen Unternehmen hierzulande überhaupt nicht versichert, 41% versandten sogar sensible Daten unverschlüsselt und mehr als jedes fünfte Unternehmen sicherte seine Daten nicht einmal backup. Für Makler bietet dieser flächendeckende Versicherungsnotstand ausreichend Raum für neues Kundenpotenzial. Dieses sucht die Branche ohnehin verstärkt im Kompositgeschäft. Die Gründe dafür sind mannigfaltig. Es ist deutlich weniger anfällig für Zinsrisiken, im Hinblick auf Solvency II leichter zu handhaben – und Diskussionen über Gewinnbeteiligungen erübrigen sich in diesem Bereich selbstredend. Vor allem aber sind die Provisionssätze anders gestaltet als in Leben und PKV. Sprich: Für die Versicherer ist dieses Geschäft weit weniger kostenintensiv. Andererseits bietet es Maklern ein stetiges Einkommen, in Zeiten von LVRG und IMD2 sowieso mehr und mehr eine Leitgröße. (hwt)

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VERSICHERUNGEN I Interview

finanzwelt:Frau Sebold-Bender, um das Image der Assekuranz ist es derzeit nicht zum Besten bestellt. Wie bewertet die Bevölkerung tatsächlich ihre Versicherungen? Was sind die zentralen Ergebnisse Ihrer Umfrage? Sebold-Bender ❭ Im Gegensatz zum weit verbreiteten Image sagte die breite Mehrheit der Befragten, genau genommen 86 %, dass sie mit ihren Versicherungen sehr zufrieden beziehungsweise zufrieden sind. Der Anteil der Unzufriedenen betrug dagegen nur 1,5 %. 12 % gaben teils zufrieden oder teils nicht zufrieden an. finanzwelt: Und wie sieht es mit der Zufriedenheit im Schadenfall aus? Schließlich ist der Schadenfall der Moment der Wahrheit für den Versicherer, wie Sie es selbst gerne sagen. Sebold-Bender ❭ Wenn ein Schaden zu regulieren war, äußerten sich die Kunden ähnlich positiv. 82 % der Befragten mit einem Schadenfall in den letzten fünf Jahren gaben an, dass sie mit ihren Versicherungen sehr zufrieden oder zufrieden sind. Etwa 5 % verneinten das, 10 % sagten teils zufrieden oder teils nicht zufrieden. finanzwelt: Gibt es Einzelaspekte, mit denen die Kunden ganz besonders zufrieden waren? Sebold-Bender ❭ Die Befragten mit einem Schadenfall in den letzten fünf Jahren lobten vor allem die Zuverlässigkeit von Zusagen und Informationen: Fast 80 % waren damit sehr zufrieden oder zufrieden. Auch die Betreuung durch einen festen Ansprechpartner verläuft in den Augen der Befragten gut.

Durch Schaden klug Über Versicherer und deren Verhalten wird in der Öffentlichkeit viel diskutiert. Auf der einen Seite gibt es Vorwürfe, dass sie Leistungen verzögern oder Schäden nur unzureichend regulieren. Auf der anderen Seite stehen Aussagen, dass sie enorme Summen an Geld schnell und unbürokratisch auszahlen. Wie bewertet die Bevölkerung die Schadenregulierung der Assekuranz und ihre Versicherungen tatsächlich? Dieser Frage gingen die Generali Versicherungen in ihrer repräsentativen Umfrage Schadenmanagement nach. Die Ergebnisse sollten auch Makler interessieren. finanzwelt unterhielt sich darüber mit Dr. Monika Sebold-Bender, Vorstand Komposit und Schaden der Generali Versicherungen.

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Rund 75 % lobten sie. Ähnlich positive Werte gab es bei den Punkten schnelle und pünktliche Auszahlung sowie schnelle und unbürokratische Bearbeitung von Anliegen. Das sind für die Assekuranz erfreuliche Ergebnisse, zeigen sie doch, dass das Gros der Kunden ihre Versicherungen positiv wahrnimmt. finanzwelt:Nehmen wir mal einen konkreten Schadenfall an. Was wünschen sich Kunden dann am ehesten? Sebold-Bender ❭ Wer einen Schaden erlitten hat, möchte zuallererst, dass die Versicherung ihn schnell und unbürokratisch reguliert. Mit 97 % wünschen sich das die meisten der Umfrageteilnehmer. Fast genauso wichtig wie die finanzielle Hilfe im Schadenfall ist den Versicherten eine gute Erreichbarkeit bei Nachfragen und eine Zuverlässigkeit von Zusagen und Informationen.

Die Umfrage Schadenmanagement der Generali Versicherungen untersucht die Zufriedenheit der Bevölkerung mit den Themen Schadenregulierung und Versicherungen allgemein.Dafür hat das unabhängige Markt- und Sozialforschungsinstitut USUMA GmbH insgesamt 1.005 Bundesbürger im Frühjahr 2014 anhand einer repräsentativenTelefonumfrage befragt. 541 der befragten Bundesbürger hatten in den letzten fünf Jahren einen Schadenfall mit Versicherungskontakt. Das Magazin zur Umfrage sowie weiteres Informationsmaterial wie Pressemitteilungen, einen Audiobeitrag, Grafiken und Bilder finden sich im Internet unter www.generali-schadenumfrage.de.

für ihre Leistungen viel Zuspruch. Gleichwohl gibt es auch Negativbeispiele, die in der Öffentlichkeit sehr präsent sind. Insgesamt steht die Versicherungsbranche vor der Herausforderung, ihre Arbeit noch besser in der Öffentlichkeit zu kommunizieren und die Leistungen transparent zu machen. Das ist sicherlich ein Hebel, um das Image langfristig zu stärken. finanzwelt: Können die Versicherer denn von den Ergebnisse profitieren – sprich: Würden die Kunden ihre Versicherungen weiterempfehlen? Sebold-Bender ❭ Bei dieser Frage ist die Bevölkerung gespalten. Zwar würden rund zwei Drittel der Befragten ihre Versicherung Freunden oder Bekannten weiterempfehlen, allerdings sagten auch 15 %, dass sie das nicht tun würden. Rund 20 % sagten teils/teils. Dafür können sich die Versicherer über treue Kunden freuen. finanzwelt: In wie fern? Sebold-Bender ❭ Fast neun von zehn Befragten möchten auch weiterhin bei ihrer Versicherung bleiben. Lediglich 2 % wollen wechseln. Glücklich sein können die Versicherer auch darüber, dass rund 80 % der Befragten sich wieder für ihre Versicherung entscheiden würden. Und mehr als 70 % würden eine neue oder zusätzliche Police bei ihrer gegenwärtigen Versicherung abschließen.

finanzwelt: Mit Hinblick auf die zahlreichen positiven Ergebnisse, wie erklären Sie sich das negative Image der Versicherer in der Öffentlichkeit? Sebold-Bender ❭ Die Assekuranz erhält

finanzwelt: Egal was für eine Branche, die Mitarbeiter der Unternehmen prägen das Bild erheblich. Wie zufrieden sind die Kunden mit den Mitarbeitern der Versicherer? Sebold-Bender ❭ Bei einem Blick auf die Zufriedenheit der Befragten mit den Mitarbeitern der Versicherer zeigt sich ein überwiegend positives Bild: Mehr fin@nzwelt online 04/2014

als acht von zehn Befragten mit einem Schadenfall in den letzten fünf Jahren gaben an, dass sie mit der Kompetenz und fachlichen Qualifikation des Personals sehr zufrieden oder zufrieden waren. Bei der Freundlichkeit erklärten dies sogar fast neun von zehn Befragten. finanzwelt: Gibt es denn auch negative Ergebnisse der Umfrage? Insbesondere die Kommunikation der Versicherer wird oftmals kritisiert. Sebold-Bender ❭ Hier zeigt die Umfrage in der Tat das größte Verbesserungspotenzial. So erklärten zwar rund drei Viertel der Befragten, dass sie mit der persönlichen Beratung und Betreuung und auch mit der Erreichbarkeit ihres Versicherers per Telefon-Hotline zufrieden waren. Allerdings gab gerade einmal jeder Zweite an, dass er mit der Verständlichkeit und Übersichtlichkeit etwa von Briefen, Formularen oder Informationsbroschüren zufrieden war. finanzwelt: Und wie sieht es mit der Online-Kommunikation aus? Hier wird der Assekuranz besonders großer Nachholbedarf nachgesagt. Sebold-Bender ❭ Leider sehen die Ergebnisse hier noch schlechter aus. Mit dem Internetauftritt ihrer Versicherer war lediglich rund ein Viertel zufrieden. finanzwelt: Was heißt das für die Versicherungsbranche? Welche Lehren kann die Assekuranz daraus ziehen? Sebold-Bender ❭ Das sind sicherlich Ergebnisse, die den Versicherern zu denken geben sollten. Die Assekuranz ist gefordert, diese Erkenntnisse ernst zu nehmen und ihre Kommunikation stärker an den Bedürfnissen der Kunden auszurichten. Auch das würde das Image der Versicherer langfristig verbessern. (hwt)

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VERSICHERUNGEN I Maklervertrieb

Konkurrenz belebt das Geschäft Komposit-Sparten – speziell bei gewerblichen Kunden – sind seit langer Zeit die Domäne des qualifizierten Gewerbe-Versicherungsmaklers. Meist in einem regional fokussierten Geschäftsmodell als Rund-um-Makler. Manchmal auch als überregional tätiger Makler mit konkreten Deckungskonzepten beziehungsweise Branchen-Lösungen zu klar definierten Zielgruppen. Ob das alles so bleiben wird?

W

arum nicht, denken Sie vielleicht, wenn Sie zu den oben beschriebenen Makler-Spezies gehören. Hat ja in den letzten Jahren – vielleicht sogar Jahrzehnten – bestens funktioniert. Die Bestände sind gewachsen, man hat mit den Kunden stabile Kontakte, und das Geschäft wirft gute Deckungsbeiträge

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ab. Ein kurzer Blick in die regionalen Geschäftsgebiete des Gewerbe-Maklers: Da gibt es einige weitere Makler und Mehrfachagenten, die aber eher in der Personenversicherung tätig sind. Zudem diverse Ausschließlichkeitsagenturen verschiedener Versicherer, die Regional-Geschäftsstelle eines Finanzoptimierers, das regionale Beratungsfin@nzwelt online 04/2014

haus eines auf Akademiker spezialisierten Finanzdienstleisters, diverse Geschäftsstellen der überregionalen Geschäftsbanken und mehrere regionale Sparkassen beziehungsweise Volksund Raiffeisenbanken mit jeweiligen Filialen. Ich habe schon oft in Kreisen von Maklern gehört: die "können" das qua-


gefragt. Privatkunden investieren lieber in den 60-Zoll-Fernseher und in den Betrieben kann man das nächste Angebot zur betrieblichen Altersversorgung nicht mehr hören. Weder der Arbeitgeber, noch der Arbeitnehmer. In den Banken werden die Margen immer magerer und alle halten nach lukrativen Alternativen Ausschau. fin@nzwelt online 04/2014

Was liegt nun näher, als sich das erfolgreiche Geschäftsmodell eines Gewerbe-Maklers anzusehen. Plötzlich überlegen die großen Ausschließlichkeitsversicherer, dass man doch in Agenturen das gewerbliche Geschäft auch machen könnte, das die Kollegen im Maklervertrieb "einsammeln". Große bundesweit aktive Finanzdienstleister

Foto: © kantver - Fotolia.com

lifizierte Gewerbegeschäft doch alle nicht. Das mag vielleicht sogar so sein, aber deren Geschäftsgrundlage in den bisher fokussierten Sparten der Personenversicherung geht dahin. Die kapitalbildenden Versicherungslösungen funktionieren nicht mehr, egal ob klassisch oder fondsgebunden. Die private Krankenversicherung wird kaum nach-

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VERSICHERUNGEN I Maklervertrieb

gründen spezialisierte "Gewerbeabteilungen", wenn erforderlich, durch den Einkauf entsprechender persönlicher Fachexpertise aus Versicherungsgesellschafen oder Maklerhäusern. Diese Mitarbeiter sind gehaltsmäßig oft nicht gerade verwöhnt und ergreifen eifrig die neue Herausforderung inklusive Dienstwagen. Die Versicherungsdienste in den Banken und Sparkassen bauen über die bisherigen Exklusiv-Kooperationen hinaus das Angebot als Mehrfachagenturen aus oder kaufen sich einfach einen Gewerbemakler “um die Ecke”, der vielleicht durch mangelnde Nachfolgeregelung gerade verkaufswillig ist. Die 25 % jährliche Provisions- oder Courtageanteile aus den Versicherungsprämien sind vielversprechend und lukrativ. Wo bekommt man schon Roherträge in dieser Höhe? Die Kundenkontakte hat man ja, denn die Geschäftsführer der regionalen Mittelstandsbetriebe gehen in den Bankhäusern ein und aus, da man sich aufgrund Basel II zum jährlichen Bankgespräch oder zur Klärung von Kreditlinien trifft. Da fällt es nicht schwer, dem Bankkunden den „Spezialisten“ in der "Versicherungsabteilung" vorzustellen, der natürlich gerne ein Jahresgespräch zum gewerblichen Versicherungsbestand durchführt. So wie man das ja vom Gewerbe-Makler auch gewöhnt sei. Auch hier herrscht kein Mangel an qualifizierten Mitarbeitern. Gibt es doch aus Kosten- und Umstrukturierungsprojekten heraus gut ausgebildete und langjährig erfahrene Mitarbeiter die "ausrangiert" wurden und das jeweilige Know-how gerne in neuer Perspektive in einer Bank zum Kundenwohl einsetzen. Sie glauben das passiert nicht? Das passiert jeden Tag und wird sich immer wahrnehmbarer im Kundenstamm von Komposit-Maklern verbreiten. Es kommt noch schlimmer: Sowohl Ausschließlichkeitsversicherer als auch überregionale Finanzdienstleister oder Banken beherrschen die Klaviatur des Marketings. Da warten ganze Mitarbeiterstäbe darauf, erfolgreiche überregionale und regionale Kampagnen vor-

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zubereiten. Professionelle Aktivitäten mit langem Atem, um den Kunden von der hinzugewonnenen Leistungsfähigkeit zu überzeugen. Welcher GewerbeMakler hat auch nur annähernd diese Ressourcen. Was soll der Komposit-Makler dem entgegen setzen? Service? Noch günstigere Prämien, die gleichzeitig die damit korrelierenden Courtage-Einnahmen reduzieren? Das wird nichts nutzen, oder die Konkurrenz zieht schnell nach. Es ist Strategie gefragt: eine engpass-konzentrierte Strategie.

Mittelstandsthemen, für Personalverantwortliche oder Betriebsräte an. • Bieten Sie Seminare für Unternehmer an und führen Sie diese Seminare möglichst als Referent selbst oder durch Ihre Mitarbeiter durch. Ihre oder die persönliche Kompetenz Ihres Mitarbeiters muss direkt wahrnehmbar sein. • Darüber lässt sich auch regional berichten. Das wird bekannt. Das spricht sich herum. Das sichert Sie vor wachsender Konkurrenz.

Wo drückt den Gewerbekunden über das erforderliche Maß des Versicherungsschutzes hinaus der Schuh? Kennen Sie Ihren Kunden wirklich, und kennt der Kunde Ihre wahre Leistungsfähigkeit? Bleiben Sie nicht die schlafende Konkurrenz, sondern agieren Sie aufgeweckt. Nutzen Sie Ihre bisherigen Stärken des fachlich versierten und dem persönlichen Kontakt zugewandten, regional bekannten Geschäftspartners. Zwei Beispiele für zukunftsfähiges Handeln:

2. Umarmen Sie Ihre Konkurrenz

1. Lösen Sie Engpässe Ihres Kunden, deren Lösungskompetenz er gar nicht bei Ihnen vermutet • Hinterfragen Sie in konkreten Interviews, wo die Probleme Ihrer jeweiligen Gewerbekunden in deren Geschäftsfeld wirklich liegen. • Selektieren Sie Ihre Kundenbestände und finden Sie heraus, welche Branchen Sie vielleicht im Schwerpunkt versichert haben. • Gibt es vielleicht regionale Schwerpunkte bestimmter Branchen oder Wirtschaftsbereiche. • Diskutieren Sie mit Gewerbeverbänden, Branchenverbänden, Handwerks- oder Industrie- und Handelskammern. Finden Sie die wirklichen Engpässe heraus. Das können Mitarbeiterthemen, Umweltthemen, Produkt-/Dienstleistungsthemen, Strategiethemen, Verwaltungsthemen oder vielleicht Rechts- und Steuerthemen sein. • Diskutieren Sie diese Themen mit jeweiligen Spezialisten und bieten Sie diese Spezialisten in Veranstaltungsreihen speziell für Mitglieder der Geschäftsführung, für Einkäufer in fin@nzwelt online 04/2014

• Kennen Sie den Spruch: Lieber den Spatz in der Hand, als die Taube auf dem Dach? • Bieten Sie sich als Spezialist an. Warum nicht mit der regionalen Volksbank oder Sparkasse kooperieren. Wenn Sie sich beeilen, dann ist es noch nicht ihr Konkurrent, sondern zukünftig vielleicht Ihr Kooperationspartner. • Klären Sie verbindliche Spielregeln. Lassen Sie Kooperationsverträge von Fachjuristen des Versicherungsvermittlerrechts ausarbeiten. Keine Kumpelei, sondern konkrete und klar vereinbarte Kooperationen, die auf längere Sicht ausgelegt sind. • Nutzen Sie die Nähe möglicher Kooperationspartner in der Kundenansprache. Eine Bank hat zum Beispiel Seminarräume mit regelmäßig stattfindenden Kundenveranstaltungen, sicherlich auch zu Unternehmerthemen. Bieten Sie sich als Referent an, der zu wirklichen Unternehmer-Engpässen spricht. Der aus eigener Expertise zu Schadensereignissen berichten kann und Lösungen in Kooperation mit der Bank aufzeigt. • Darüber lässt sich ebenfalls regional berichten. Das wird bekannt. Das spricht sich herum. Das sichert Sie vor wachsender Konkurrenz. Natürlich ist dazu Kreativität von Ihrer Seite erforderlich. Der berühmte Blick über den Tellerrand hinaus und das Ablegen von Vorbehalten. Aber das kann man üben. Robert Zimmerer, Geschäftsführer IME Das Projekthaus im Maklervertrieb


Gute und schlagkräftige betriebliche Altersversorgungsprogramme (bAV) leisten einen wesentlichen Beitrag zur Alterssicherung in Deutschland. Für Unternehmen ist die bAV ein erfolgskritischer Baustein in der Gewinnung und Bindung von Mitarbeitern. Gerade in Zeiten steigender demografischer Herausforderungen und des zunehmenden Drucks auf die gesetzliche Rente. Deshalb sollen herausragende bAV-Lösungen – sei es in der Gestaltung, der Finanzierung, der Administration oder der Kommunikation – gewürdigt werden. Der Award

Deutscher bAV-Preis

wird 2015 zum zweiten Mal innovative Projekte der betrieblichen Altersversorgung von Unternehmen in Deutschland auszeichnen. Er wird in einer feierlichen Veranstaltung im Rahmen des Kongresses Zukunftsmarkt Altersvorsorge am 24. Februar 2015 in Berlin verliehen.

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Alle Informationen finden Sie unter www.deutscher-bav-preis.de

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VERSICHERUNGEN I Komposit und Bestandsprovision

Quo vadisVersicherungsmakler? Zukunftssicherung über mehr Komposit? Viele Wege führen nach Rom: Indes hat jeder Versicherungsmakler in den letzten Jahren sein ganz eigenes Geschäftsmodell entwickelt, um sich im Wettbewerb erfolgreich behaupten zu können. Fakt ist: Gleich welcher Markttrend in der Vergangenheit en vogue war, speziell die Sachversicherungssparte zählte bislang wohl noch nie zu den bevorzugten Lieblingen des Maklers.

D

as Thema Komposit wurde nur allzu oft leichtfertig als beiläufiges „Mitnahmegeschäft“ betrachtet, das im Gegensatz zum Leben- oder Krankengeschäft mit vergleichsweise hohem Arbeitsaufwand bei gleichzeitig dürftigem Ertrag gleichgesetzt wurde. Doch diese Zeiten scheinen nun endgültig passé.

Generelles Umdenken ist angesagt Gesetzliche Veränderungen in der jüngsten Vergangenheit brachten das altbewährte Denkmuster vieler Makler in Sachen lukrativer Einnahmequellen gehörig aus dem Lot. Einerseits belastet seit April 2012, die im Rahmen des Gesetzes zur Novellierung des Finanzanlagevermittler- und Vermögensanlagerechts wirkende Provisionsdeckelung inklusive einer Verlängerung der Stornohaftungszeit, den Vertrieb innerhalb der Vermittlung von privaten Krankenversicherungspolicen grundsätzlich nachhaltig. Zudem wird das jüngst implementierte Lebensversicherungsreformgesetz für fundamentale Veränderungen im Lebengeschäft sorgen: Neben Garantiezinssenkung, Ausweitung der Informationspflicht, veränderte Beteiligung an den Bewertungsreserven und Verteilung der Risikogewinne, wird auch der rechnungs-

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mäßige Höchstzillmersatz auf 25 Promille gesenkt. Die Auswirkungen lassen sich derzeit nur erahnen. Sie werden aber mit Sicherheit tiefe Spuren im Markt hinterlassen. Wohin soll die Reise also in Zukunft für den Versicherungsmakler oder Versicherungsvermittler gehen? Das Geschäftsmodell – wie auch immer geartet – neu ausrichten? Die Bestände verkaufen, oder das Maklergeschäft besser gleich ganz aufgeben? Dem neuen Motto „Zukunftssicherung durch Sachversicherung“ folgend, stellt für viele Betroffene die verstärkte Konzentration hin zum qualifizierten Sachgeschäft – quasi dem letzten gallischen Dorf der Versicherungssparten – weit mehr als nur eine unliebsame Interimslösung dar.

Fünf schlagende Argumente für einen künftigen verstärkten Fokus auf Komposit 1. Der Bedarf bezüglich Absicherung der eigenen Person und Familie, des Autos, des Hausrats oder auch des Rechtsschutzes, gestaltet sich weitestgehend unabhängig von Wirtschaftszyklen beziehungsweise Kapitalmarktszenarien. Von einer überwältigenden Mehrheit der Bevölkerung als mehr oder minder unverzichtbare Schutzmaßnahme angesehen, erfreut fin@nzwelt online 04/2014

sich der Bereich Sachversicherung per se einer überproportional hohen Akzeptanz und Nachfrage. 2. Alltägliche Sachprodukte, wie die KfzVersicherung, zählen in der Branche nach wie vor zu den unkomplizierten „Türöffnern“ erster Wahl. CrossSelling Ansätze beim Kunden ergeben sich durch das Beratungsgespräch, aber auch Veränderungen in der Lebenssituation des Kunden spiegeln sich in den Verträgen wider und bieten wiederholt Anlass für neue interessante Gesprächsansätze. 3. Gesellschaftliche Veränderungen sowie technischer Fortschritt gehen einher mit neuen Risiken, die es abzusichern gilt. Bekannte Beispiele hierfür sind die Mietnomadenversicherung oder die Deckung von ITund Cyberrisiken (Hackerangriffe, Datenspionage). Durch einen wachsenden Bedarf, steigt auch die Nachfrage an entsprechenden Lösungen und Beratungs-Know-how im Sachversicherungsgeschäft. 4. Im Gegensatz zum Lebensversicherungs- oder Krankenversicherungsgeschäft, ist im Kompositbereich die laufende Vergütung das betriebswirtschaftlich entscheidende Maß. Durch die jährlich wiederkehrende


nehmers. Die durchschnittliche Anzahl an Verträgen pro Kunde kann somit erhöht, gleichzeitig die Bindung zu ihm nachhaltig gestärkt und zu guter Letzt die betriebswirtschaftliche Betrachtung insgesamt positiv bewertet werden. Weitere Geschäftspotenziale können sich auch aus dem Belegschaftsgeschäft ergeben, wie zum Beispiel im Themenfeld der betrieblichen Alters- oder Krankenvorsorge. Folgerichtig gewinnt ein derart ausgerichteter Makler oder Versicherungsvermittler deutlich an Profil, da er seinen Kunden ein insgesamt breit gefächertes Spektrum an professionellen Beratungsdienstleistungen und Produktlösungen anzubieten vermag. Oliver Lang, Vorstand BCA AG

5. Zudem birgt speziell das Gewerbesachgeschäft weiterhin gewaltiges Ertragspotenzial: Von Dachdecker, Metzger, Gastronom über Steuerberater und Dienstleistungsunternehmen bis hin zum produzierenden Gewerbe, ist das Kundenpotenzial sehr vielfältig und offeriert erhebliche Chancen auf Neugeschäft. Mittlerweile werden spezielle Deckungskonzepte oder Kompakttarife seitens der Produktgeber für sehr viele Zielgruppen angeboten. Dadurch ist eine schnelle und unkomplizierte Deckung möglich, verbunden mit der Sicherheit, die speziellen Bedürfnisse der Zielgruppe hinreichend berücksichtigt zu haben. Flankierend gestalten sich die Risiken im Gewerbegeschäft für gewöhnlich umfänglicher und vielschichtiger als im Privatgeschäft, was im Umkehrschluss für den Makler mit Schwerpunkt „Gewerbesachgeschäft“ per se mit einer ansprechenderen Vergütung einhergeht. Zudem ergibt sich in diesem Feld gegebenenfalls weiterer Beratungsbedarf, wie etwa hinsichtlich der Absicherung im privaten Bereich des Unter-

Fazit Zukunftssicherung durch Sachversicherung wird für eineVielzahl von Maklern undVersicherungsvermittlern noch weit mehr als in der Vergangenheit in den Fokus rücken. In diesem Zusammenhang dürfte es sich als unerlässlich erweisen, sich künftig wie folgt aufzustellen: Das private Sachgeschäft sollte ohne großen Aufwand standardisiert und möglichst vollelektronisch abgewickelt werden. Der Gewinn liegt hier in der Abwicklung großer Stückzahlen. Die Marge pro Vertrag ist und bleibt auch künftig zu gering, um viel Beratungszeit zu investieren. Als BCAAG unterstützten wir in diesem Punkt bereits heute unsere Partner mit bedarfsgerechten wie technisch optimierten Support,damit sie ihr Sachgeschäft einerseits kosteneffizient abwickeln können und andererseits wertvollen Workflow-Freiraum für sich gewinnen. Innerhalb des Kfz-Geschäfts bietet sich in etwa die Einbindung von Vergleichsrechner für den Kunden – gekoppelt an die Möglichkeit des direkten Abschlusses durch den Kunden, inklusive anschließend vollelektronischer Dunkelverarbeitung sowie Policierung – auf der Homepage des Vermittlers an. Derartige technische Features dürften künftig eine noch weit größere Rolle spielen und werden bereits heute schon millionenfach von vielen Kunden genutzt. Spätestens mit Blick auf die nächste Kundengeneration ist mit einem starken Nachfrageanstieg über diesen Verkaufsweg zu rechnen. Makler und Versicherungsvermittler sollten sich auf diese Situation umgehend einstellen und gerade auch technisch alle hierfür geeigneten Voraussetzungen schaffen, um zukünftig ihre Kunden über den elektronischen Weg zu bedienen. Im Gewerbegeschäft bleibt es indes unabdingbar, eine fachlich fundierte Expertise leisten zu können.Vertrauen erlangt hier zu aller Erst jener Dienstleister, der sich durch eine in allen Belangen qualitativ hochwertige Beratungsleistung beweisen kann. Auch aus haftungsrechtlicher Sicht kommt diesem Punkt besondere Bedeutung zu und kann unter anderem mit unabhängigen Experten gewährleistet werden. Hilfreich ist dies insbesondere bei Ausschreibungen großer Risiken, um hierüber eine erste Einschätzung zu möglichen Produktgebern,Deckungsumfang und Preisgestaltung zu bekommen.Tatkräftig unterstützen können hierbei auch Ausschreibeplattformen oder die Begleitung durch einen Experten zuTerminen vor Ort. Ein starker Partner, wie die BCA AG, kann bei diesen Schritten helfen und unterstützen, so dass stets eine hochwertige wie passgenaue Lösung angeboten werden kann.

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Zahlung ist durch das Sachgeschäft eine verlässliche Grundlage zur Kostendeckung für Büromiete oder Personal gesichert.

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VERSICHERUNGEN I Portrait

Neues wagen Die adcuri GmbH ist Assekuradeur und 100 %-ige Tochter der Barmenia Allgemeine Versicherungs-AG. Über sie können unabhängige Vermittler Versicherungen auf elektronischem Weg abschließen. Die Idee zu Beginn war, die Barmenia Allgemeine Versicherungs-AG stärker im unabhängigen Vertrieb zu etablieren. Denn Komposit ist ein Markt mit Zukunft.

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eben der Produktpalette die überarbeitet wurde, werden über den Assekuradeur optimierte Abschlussprozesse angeboten, die es ermöglichen, den eigenen Zeitaufwand für die Erstellung von Angeboten deutlich zu reduzieren und dem Kunden auf Wunsch eine papierlose Police direkt am Point of Sale zur Verfügung zu stellen. Dabei fungiert die Barmenia Allgemeine Versicherungs-AG als Risikoträger und Produktgeber. Heute, fünf Jahre nach dem Kick off, verzeichnet die adcuri GmbH einen Bestand von ca. 200.000 Verträgen mit einem netto Beitragsvolumen von etwa 40 Mio. Euro. Neben traditionellen Versicherungen, wie Haftpflicht, Unfall und Hausrat, werden auch spezielle Invaliditätsproduktlösungen angeboten. Die Geschäftsführer der adcuri, MichaelAlbrecht, Michael Groß und Markus Schüller, wollen das Wachstum des Assekuradeurs weiter beschleunigen, da aufgrund aktueller Rahmenbedingungen die Kompositsparte für unabhängige Vermittler und Versicherer von steigender Bedeutung ist. Die Strategie der adcuri ist es,dieVertriebspartner in diesem Bereich bestmöglich zu unterstützen. Schnelles Wachstum bei niedrigen Verwaltungskosten generiert einen Mehrwert, der insbesondere durch technisch moderne Prozesse realisiert wird. Dabei können die Vertriebspartner auf leistungsstarke Barmenia-Tarife zu Maklerkonditionen zurückgreifen. Erst vor wenigen Monaten wurde die Wohngebäudeversicherung eingeführt. Außerdem steht die Umsetzung einer gewerblichen Inhaltsund Haftpflichtversicherung kurz bevor.

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Geschäftsführung der adcuri GmbH: v.l.n.r Michael Albrecht, Michael Groß, Markus Schüller

Das hohe Maß an technischer Unterstützung macht das Produkt auch für Vertriebspartner interessant, die sich bisher nicht an dieses Geschäftsfeld herangewagt haben. Aus diesem Grund wurde bereits in der Konzeptionsphase darauf geachtet, die Tarife und Eingabemasken so selbsterklärend und übersichtlich wie möglich zu gestalten. Dadurch haben stärker privatorientierte Vertriebspartner die Möglichkeit schnell und einfach in das Gewerbekundengeschäft einzusteigen. Auch im Bereich biometrischer Risiken, die oft eine große Herausforderung im Onlinegeschäft darstellen, ist adcuri gut aufgestellt. Seit 2010 wird die Opti5Rente angeboten, eine Grundfähigkeitenversicherung die aus fünf Bausteinen besteht und im Leistungsfall eine monatliche Rente bis zu 3.000 Euro fin@nzwelt online 04/2014

vorsieht, unabhängig davon, ob der Versicherungsfall wegen Unfall oder Krankheit eintritt. Erweitert werden kann das Produkt um einen Hinterbliebenenschutz und nennt sich dann Opti5Plus. Dieses Angebot ist auch für Personen geeignet, die wegen bestehender Vorerkrankungen oder Ihres Berufes keine Möglichkeit haben eine Berufsunfähigkeitsversicherung abzuschließen. Im Vergleich zu einer BU-Police kann dieser Tarif zu günstigeren Konditionen angeboten werden. Die Gesundheitsprüfung erfolgt online und interaktiv durch Beantwortung von Gesundheitsfragen direkt im adcuri Portal. Der Vertriebspartner kann seinem Kunden sofort und fallabschließend Auskunft darüber geben, ob und zu welchen Konditionen er versichert werden kann. Die über die Laufzeit konstanten Prämien machen das Produkt attraktiv. (hwt)


16. MCC-KONGRESS

Zukunftsmarkt

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24. und 25. Februar 2015 in Berlin Mit freundlicher Unterstützung von:

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Tagungsvorsitz und Moderation:

Dinner Speaker:

Ihre Experten:

Prof. Dr. Dr. h.c. Bert Rürup Präsident, Handelsblatt Research Institute

Jürgen Trittin MdB, BÜNDNIS90/ DIE GRÜNEN

Jörg Asmussen Staatssekretär, Bundesministerium für Arbeit und Soziales

Dr. Thomas Jasper Leiter Retirement Solutions, Towers Watson

Dr. Axel Reimann Präsident, Deutsche Rentenversicherung Bund

Heribert Karch Vors. d. Vorstandes, aba Arbeitsgemeinschaft f. betriebl. Altersversorgung e.V.; Geschäftsf. MetallRente

Prof. Dr. Michael Heise Chefvolkswirt, Allianz Gruppe

u.v.a.


VERSICHERUNGEN I Beratungssoftware

Heimlich, still und leise Seit einigen Wochen tritt das Heidelberger Unternehmen DEFINO Deutsche Finanz Norm® verstärkt in den Blickwinkel der Vermittlerbranche. Während es in den vergangenen Jahren lediglich im Namen mit dem Normierungsbegriff spielte, macht es nun mit zwei Normvorschlägen („DIN SPECs“) ganz formal von sich reden und schafft dabei Fakten.

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or wenigen Tagen wurde bekannt, dass die Initiatoren den normalerweise mehrjährigen Markttest der versicherungsbezogenen DIN SPEC 77222 abbrechen und den noch nicht einmal voll im Markt wahrgenommenen Vorschlag schon jetzt beim DIN zur endgültigen Prüfung angemeldet haben. Schafft hier ein relativ kleiner Marktteilnehmer wirklich einen Standard für die Zukunft? Man kann sich dieser erstaunlichen Entwicklung nur nähern durch einen Exkurs zum Thema „DIN-Normen". In diesem Fall geht es um ein Software-Scoring, das vom DIN Deutsches Institut für Normung e.V. in

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einem formalistischen zweistufigen Verfahren zum Standard erhoben werden soll. Jeder kann ein solches Verfahren initiieren, das mit einer vorläufigen Spezifikation beginnt (DIN SPEC), im Markt getestet und einige Jahre später abschließend auf die Normierungsfähigkeit geprüft wird. Ob es am Ende zu einer Norm kommt, ist somit offen, und selbst an diese muss sich anschließend niemand halten. Andere Branchen zeigen aber, dass DIN-Normen einige Sogwirkungen erzeugen. Im Finanzbereich gibt es bislang so gut wie keine Normen. Ausnahme: Die fin@nzwelt online 04/2014

wenig bekannte DIN ISO 22222, die Qualifikationen und Arbeitsweise von Financial Plannern festlegt, also eine personenbezogene Norm. Das Fehlen von Normen für Beratungsprozesse wurde immer wieder bemängelt, zum Beispiel 2008 in der Studie „Anforderungen an Finanzvermittler“ des Bundesverbraucherministeriums. Die Situation erschwert Bemühungen um Beratungsqualität – schon weil Tests und Zertifizierungen ohne Norm schwierig sind. Dass DEFINO nun für die Verbreitung seines Software-Scorings die DIN-Karte spielt, war ein geschickter Schachzug, der viele Marktteilnehmer aktuell auf dem


falschen Fuß erwischt. Denn die Entwicklung ist gleichzeitig positiv wie fragwürdig. Die DEFINO-Spezifikation hat eine lange Entstehungsgeschichte und erscheint auf den ersten Blick plausibel. Kundendaten werden systematisch über alle Sparten erfasst und mit einer festgelegten Mindestdeckung abgeglichen. So errechnet sich ein „Finanzscore“ des Kunden. Die Grundannahmen und Priorisierungen decken sich dabei teilweise mit dem, was auch die Brancheninitiative „Arbeitskreis Beratungsprozesse“ seit Jahren empfiehlt. Dennoch

In Vermittlerkreisen heiß diskutiert wird die Beschränkung auf eine rein finanzielle Deckungslückenbetrachtung. Die DEFINO-Software prüft in einer Rundum-Analyse – also nicht auf Beratungsanlässe bezogen – nach einer festgelegten Logik, ob der Versicherungsschutz beim Kunden komplett ist und die vorgegebenen monetären Deckungshöhen erreicht. Das ist weder neu, noch wird hier ein sonderlich dickes Brett gebohrt. Softwareanbieter wie etvice oder Rendite 2000 boten vor Jahren bereits Vergleichbares, und gera-

Klaus Möller Geschäftsführer DEFINO – Gesellschaft für Finanznorm mbH

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de von Strukturvertrieben kennt man die Praxis, dem Kunden in erster Linie folgenschwere Deckungslücken vorzurechnen, um leichter zum Abschluss zu kommen. Die unverzichtbare Auseinandersetzung mit den Bedingungswerken ist nicht Teil der aktuellen DIN SPECs. Von den Initiatoren heißt es dazu erklärend: Software, die nach der vorgeschlagenen Spezifikation prüft, sei mit einem Blutbild in der Medizin vergleichbar – die eigentliche Arbeit des Arztes beginne dort auch erst danach. Es muss sich zeigen, ob eine solche DIN-Spezifikation, die nur einen Ausschnitt des Beratungsprozesses abdeckt, praxisgerecht und vor allem verbraucherorientiert ist. Im schlimmsten Fall entsteht unter der Flagge „DIN“ ein Verkaufstool ohne die durch das DIN-Siegel suggerierte fachliche Tiefe. Ein seltsames Bild lieferte DEFINO-Geschäftsführer Dr. Klaus Möller jedenfalls, als die „Welt“ ihn kürzlich mit den Worten zitierte, individuelle Beratung passe nicht mehr in die Zeit. Der Anspruch der Ganzheitlichkeit wird auch schwer aufrecht zu erhalten sein, wenn DEFINO-Mitentwickler wie der Finanzvertrieb Formaxx auch weiter drei Viertel ihres Geschäfts im Leben-Bereich machen wollen. Nicht wenige Vermittler dürften versucht sein, ein grünes Licht in der Software ungeprüft durchzuwinken. Eine Privathaftpflicht jedoch, die mit einer Deckungshöhe von 3 Mio. Euro einen „100 %“Wert bei DEFINO erzielt, kann existenzgefährdende Lücken und Ausschlüsse enthalten. In diesen Fällen wäre es mit der behaupteten Haftungssicherheit nicht weit her. Umgekehrt dürfte mancher Kunde einem Vermittler mit Unverständnis begegnen, der handwerklich korrekt die Bedingungen einer mit „100 %“ bewerteten Police thematisiert. Eine Reihe von Marktteilnehmern – vornehmlich Finanzvertriebe und Pools, aber auch die Honorarberatungsplattform con.fee – wollen die DEFINO-Software künftig einsetzen. Ob aber der Markt den Normierungsvorstoß am Ende in der Breite akzeptieren wird, ist offen. Die Diskussion ist jedenfalls eröffnet. (hwt)

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weht den DIN-Initiatoren auch Kritik entgegen. Sie entzündet sich schon daran, dass DEFINO teilweise den Eindruck erweckt, sein Angebot entspreche einer endgültigen Norm („DEFINO ist DIN Standard“), was nicht der Fall ist. Auf der Webseite von DEFINO findet man die zutreffendere Formulierung: „Ein erstes Arbeitsergebnis der Gesellschaft für Finanznorm ist DEFINO Deutsche Finanz Norm®, die als Vorlage für die Entwicklung der DIN SPEC 77222 ,Standardisierte Finanzanalyse für Privathaushalte’ beim Deutschen Institut für Normung (DIN) diente.“ Am Markt wird kritisch betrachtet, dass die Initiatoren mit dem kostenträchtigen DIN-Verfahren konsequent Fakten schaffen wollen und dabei nur punktuell die Öffentlichkeit suchen. Im Sommer wurde durch Zufall bekannt, dass DEFINO mit einer weiteren Initiative, der DIN SPEC 77223, den Ansatz auf die Anlageseite übertragen will – und zwar in der Rekordzeit von geplant acht Monaten. Der Arbeitskreis Beratungsprozesse, seit vielen Jahren für Prozessstandards und Beratungshilfen engagiert, wird sich nun in das Verfahren einbringen und auch der Rest der Branche sowie der Verbraucherschutz wachen allmählich auf.

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Mit dem Thema „100 % Bestandssicherung“ sorgte Fonds Finanz-Geschäftsführer Norbert Porazik auf der Hauptstadtmesse im September für viel Gesprächsstoff. Was hinter dem ehrgeizigen Projekt steckt und wieso Vermittler damit auf der sicheren Seite sind, erklärt er im Interview.

Drum prüfe, wer sich ewig bindet … Fonds Finanz sichert Maklern den Bestand – für jede Eventualität. ❭ Herr Porazik,Ihr Projekt „100 % Bestandssicherung“ ist Mitte des Jahres gestartet. Was hat Sie dazu bewogen und wie entstand die Idee hierzu? Porazik ❭ Die Entstehungsgeschichte des Projekts ist ganz einfach: In zahlreichen Erhebungen haben Makler immer wieder einen Grund genannt, warum sie mit einem Maklerpool nicht zusammenarbeiten möchten: die Angst um die eigenen Bestände. Diesen Grund wollte ich aus dem Weg räumen – und zwar ein für alle Mal! Das Ergebnis ist das Konzept „100 % Bestandssicherung“. Mit diesem System haben unsere Vertriebspartner erstmals eine rechtssiche-

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re Garantie, ihren Bestand jederzeit und sogar gegen unseren Willen auf sich selbst übertragen zu können. Damit unsere Vermittler daran wirklich keinerlei Zweifel hegen müssen, haben wir das System durch ein unabhängiges juristisches Gutachten prüfen lassen. Diese Aufgabe hat die Anwaltskanzlei Wirth Rechtsanwälte übernommen, und deren Beurteilung bestätigt eindeutig, dass das Konzept rechtlich absolut einwandfrei ist. ❭ Was ist das Besondere an Ihrem Konzept? Porazik ❭ Das Besondere an unserer Lösung ist, dass die Versicherer sich verfin@nzwelt online 04/2014

traglich dazu verpflichtet haben, den Übertragungswunsch unserer Vermittler zu akzeptieren – und das ist bisher einmalig. Makler haben damit eine Garantie für die Sicherheit ihrer Bestände, und zwar völlig unabhängig von einer Zusammenarbeit mit uns. Sie sind und bleiben alleinige Eigentümer ihrer Bestände. Um das auch rechtssicher zu machen, garantieren wir unseren Maklern per Vertriebsvereinbarung eine pauschale Bestandsfreigabe. Die höchstmögliche Sicherheit entsteht wiederum dadurch, dass ein unabhängiger Wirtschaftsprüfer eingeschaltet ist und die Versicherungsgesellschaften auf eine


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ten Zugriff auf seine Bestände hat. Zeigt ein Vermittler seinen Bestand bei einer der am Bestandssicherungssystem teilnehmenden Gesellschaften an, rufen diese die Daten ab und übertragen den Bestand auf den Vermittler. Der Clou ist: Weil sich die Gesellschaften vertraglich dazu verpflichtet haben, die Daten beim Wirtschaftsprüfer als Nachweis der Bestandsbetreuung durch den entsprechenden Vermittler zu akzeptieren, geht das Ganze schnell und reibungslos über die Bühne. Das bedeutet: Äußert ein Vermittler den Wunsch auf Bestandsübertragung, kann keiner diese Übertragung auf den Vermittler unterbinden – weder die Gesellschaft, noch der Wirtschaftsprüfer, noch die Fonds Finanz selbst.

erneute Maklervollmacht bei Bestandsübertragung verzichten. Hinzu kommt der bereits angesprochene Punkt: Die Versicherungsgesellschaften haben vertraglich zugesichert, die Bestände jederzeit auf Wunsch des Vermittlers zu übertragen. ❭ Und wie funktioniert das konkret? Porazik ❭ Per verschlüsselter Datenübertragung werden täglich alle relevanten Bestandsdaten aller über uns geschlossenen Verträge an einen unabhängigen Wirtschaftsprüfer übermittelt und dort gesichert. Übertragen werden dabei nur die IHK-Nummer des betreuenden Vermittlers, die Vertragsnummer der Police und die jeweilige Versicherungsgesellschaft. Datenschutzrechtlich sind wir damit auf der sicheren Seite, da keine personenbezogenen Daten übertragen werden. Die Auslagerung dieser minimalen Bestandsdaten an den Wirtschaftsprüfer ist die Garantie dafür, dass der Vermittler dauerhaf-

❭ Eine Frage brennt vielenVermittlern unter den Nägeln: Gilt die Bestandssicherheit auch im Falle einer Pool-Insolvenz? Porazik ❭ Als wir das System entwickelt haben, haben wir an das Thema Insolvenz gar nicht gedacht, weil das für die Fonds Finanz extrem unwahrscheinlich ist. Nach der öffentlichen Präsentation des Konzeptes wurden wir jedoch mit dieser Frage immer wieder konfrontiert und haben daraufhin die Kanzlei Wirth Rechtsanwälte mit einem zweiten Rechtsgutachten beauftragt, das die Auswirkungen einer Insolvenz des Maklerpools auf das System untersuchen sollte. Das Ergebnis ist eindeutig: Selbst im Falle einer Insolvenz der Fonds Finanz haben die Makler Zugriff auf ihre Bestände und können diese sofort auf sich selbst übertragen. Das Gutachten haben wir übrigens auf unserer Website veröffentlicht. ❭ Wie haben die Versicherer auf das System reagiert? Porazik ❭ Bei den Versicherungsgesellschaften haben wir quasi offene Türen eingerannt! Der Zuspruch war sehr groß, was uns die Umsetzung des Projekts extrem vereinfacht hat: Alle wichtigen Gesellschaften waren, bis auf wenige Ausnahmen, dazu bereit, sich vertraglich auf das System zu verpflichten. fin@nzwelt online 04/2014

❭ Die Gesellschaften sind also positiv gestimmt.Trifft das für die Vermittler genauso zu? Porazik ❭ Wir haben „100 % Bestandssicherung“ erstmals im Juni auf der KVK-Messe präsentiert. Das war der erste Kontakt der Vermittler mit unserem Konzept. Die Messebesucher haben mit Neugier, Interesse und mitunter auch mit Begeisterung reagiert. Im September auf der Hauptstadtmesse waren die Vorträge zu dem Thema dann bereits komplett überfüllt. Daran sieht man, dass eine solche Lösung längst überfällig war. Angesichts der Tatsache, dass die Problematik rund um die Bestandssicherung schon lange bekannt ist, hat das den einen oder anderen sogar sprachlos gemacht – letztlich ist unsere Lösung ja alles andere als Quantenphysik. Die Vermittler können nur gewinnen. Trotzdem gibt es natürlich viele Fragen, die wir tatkräftig beantworten. Gleichzeitig freuen wir uns über die positive Resonanz. Die Vorteile des Konzeptes „100 % Bestandssicherung“ im Überblick: ✓ Pauschale Bestandsfreigabe für Vermittler der Fonds Finanz ✓ Von Anfang an zugesicherte Bestandsübertragung derVersicherungsgesellschaften ✓ Geprüfte Rechtssicherheit ✓ Vermittler als alleiniger Eigentümer seiner Bestände ✓ Jederzeit mögliche Bestandsübertragung ✓ Unabhängigkeit durch externen Wirtschaftsprüfer ✓ Garantierter Bestandsschutz – egal, was passiert Weitere Informationen: www.fondsfinanz.de/bestandssicherung

➲ KONTAKT

Fonds Finanz Maklerservice GmbH Riesstraße 25 80992 München Tel.: 089 / 15 88-15-0 Fax: 089 / 15 88-35-0 info@fondsfinanz.de www.fondsfinanz.de

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VERSICHERUNGEN I Pflegeversicherung – Ein Plädoyer

Eine gesellschaftspolitische Aufgabe Die Pflegeversicherung ist ein schwieriges Thema, und schwierige Themen wirken sich regelmäßig auch auf den Vertrieb aus. Ein schwieriges Thema deshalb, weil wir Deutsche uns selbst im Weg stehen.

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nseren Bürgern ist zwar mehrheitlich bewusst, dass das Pflegefallrisiko aufgrund der steigenden Lebenserwartung zunimmt und die staatlichen Leistungen nur die Hälfte dessen umfassen, was tatsächlich aufgewendet werden muss. Dennoch nimmt die Bereitschaft, hier vorzusorgen, nicht zu. Zwei typisch deutsche Phänomene sind dabei zu beobachten: Zum einen warten wir immer auf den Staat. Er soll ein Problem, das uns alle betrifft, zentral für alle lösen. Und wenn dann der Staat Ansätze einer Lösung formuliert, dann werden wir nicht müde, diese Ansätze zu kritisieren, weil wir in unserer Staatsgläubigkeit die Vollversorgung erwarten und uns mit einer Teilversorgung nicht zufrieden geben können. Jene, die zwischen 1955 und 1965 geboren wurden, gelten als die geburtenstarken Jahrgänge, die Generation der sogenannten „baby-boomer“. Diese scheiden in zehn Jahren aus dem Arbeitsleben aus und wechseln dann in die Rolle von Transferleistungsempfängern. Zehn weitere Jahre später wird dieser Personenkreis in zunehmendem Maße Pflegefälle zu verzeichnen haben. Wir erwarten, dass mindestens jede zweite Frau gegen Ende ihres Lebens ein Pflegefall wird. Ein eigentlich normaler Vorgang, wenn nicht die nachfolgende Generation zu klein wäre, um diesen demografiebedingten Wandel wirtschaftlich zu schultern.

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Wir werden in zehn Jahren keine finanziellen Spielräume mehr besitzen, um der Pflegeproblematik durch eine staatliche Regelung begegnen zu können. Steuererleichterungen verbieten sich bei einer Staatsquote von 50 % von selbst, und eine Pkw-Maut mit maroden Brücken zu begründen, ist vor dem Hintergrund der Tatsache, dass nur ein Drittel der Einnahmen aus dem Straßenverkehr, wie Kfz- und Mineralölsteuern oder Lkw-Maut, in den Straßenverkehr fließt, geradezu lächerlich. Den Rest brauchen wir schon heute, um unsere Sozialsysteme zu finanzieren. Ohne Eigenvorsorge werden wir daher in eine große gesellschaftspolitische Katastrophe hineinlaufen. Was noch beschleunigt wird, wenn die jetzige Bundesregierung die letzten finanziellen Reserven ausgibt und damit einen Raubbau am Vermögen unserer Kinder betreibt. Die staatlich geförderte Pflegeversicherung, im Volksmund auch „Pflege-Bahr“ genannt, war der Versuch, Eigenvorsorge und staatliche Unterstützung miteinander zu kombinie ren. Ist unsere Neigung, Fragen der Daseinsvorsorge selbst in die Hand zu nehmen, oh nehin schon gering, so wurde durch die staatliche Förderung mit fünf Euro pro Monat und pro Vertrag der Versuch unternommen, wenigstens ein klein wenig Bewegung in Richfin@nzwelt online 04/2014

tung einer Vorsorgekultur zu schaffen. Kaum war der Pflege-Bahr auf dem Markt, wurden die Berufskritiker, insbesondere der schreibenden Zunft, nicht müde, die einzige vernünftige Idee der FDP – was zugegebenermaßen zu wenig ist, um im Bundestag zu verbleiben – schlecht zu reden. Und folgt man den Veröffentlichungen, gelingt es nicht einmal den Vertretern der Bundesregierung in einer jüngst durchgeführten Anhörung zu Pflege-Bahr, überzeugend und positiv für Pflege-Bahr zu argumentieren. Hier ist wieder das deutsche Dilemma: Warten auf den Staat, und wenn dieser die Vollkasko-Lösung nicht anbietet, die


Teilkasko-Lösung heftig kritisieren. Auch die Deutsche Familienversicherung verzeichnet im Absatz von Pflege versicherun gen einen Rückgang, während andere Versicherungsarten, die unter volkswirtschaftlichen Gesichtspunkten vielleicht eine viel geringere Notwendigkeit besitzen, sich mit steigenden Absatzzahlen verkaufen lassen. Ich wäre inkonsequent, wenn ich zur Lösung des Problems jetzt meinerseits nach dem Staat rufen würde. Dabei wäre es natürlich hilfreich, wenn unsere Politiker die finanzpolitische Problematik, in der wir uns heute schon befinden und erst recht perspektivisch befinden werden, deutlicher oder vielleicht auch nur überhaupt einmal formulieren würden.

Weil wir darauf aber nicht warten können, müssen wir, die Versicherungsgesellschaften und ihre Vermittler, jeden Versuch unternehmen, um eine Vorsorgekultur zu schaffen.

dem Abschluss einer Pflegeversicherung endet, erhält der Vermittler eine Provision. In keiner Versicherungssparte ist die Quote der Nichtversicherten so hoch wie in der Pflegezusatzversicherung. Wir, die Versicherer und alle Vermittler, müsVersicherungs vermittler haben sen eine konzertierte Aktion zum Verdamit im Bereich der Pflegeversiche- kauf von Pflegezusatzversicherungen rung nicht mehr nur die höchstper - starten, um die 97 % an nichtversicherten sönliche Aufgabe, etwas aus Gründen Personen aus der existentiellen Bedroder Provision zu verkaufen. Sie müssen hung herauszuführen. Dann steigen die eine gesellschaftspolitische Aufgabe Absatzzahlen Schritt für Schritt, und die übernehmen, nämlich die Bevölkerung Pflegezusatzversicherung wird zur Selbstdarüber aufklären, dass ohne eine Pflege- verständlichkeit. zusatzversicherung, gleich welcher Art, Dr. Stefan M. Knoll, eine Familie vor dem Ruin stehen kann, Vorstand DFV denn Kinder haften nun einmal für ihre Deutsche Familienversicherung AG Eltern. Für diese Aufklärung, die mit fin@nzwelt online 04/2014

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NEWS

Die Leipziger publity AG verstärkt ihr Asset Management mit Andreas Mengel. Er kommt von Deka Immobilien, wo er in leitender Position tätig war und übernimmt künftig die Betreuung der durch die publity erworbenen Objekte im Raum Frankfurt am Main und in unmittelbarer Umgebung. Mengel war zuvor mehrere Jahre in Führungspositionen bei der Deka Immobilien GmbH tätig und dort insbesondere für die Bereiche Immobilienportfolio, Mieterstruktur, Vermietungsanalyse und Verkehrswertsimulation verantwortlich. Mit Mengel als Leiter baut die publity aktuell eine Niederlassung in Frankfurt am Main auf.

Das langjährigeVorstandsmitglied Jo h n - E n r i k Schröder scheidet mit Ablauf seines Vertrages zum 01.12.2014 aus dem Vorstand der Jung, DMS & Cie. AG aus. Er bleibt jedoch der Jung, DMS & Cie.Gruppe als Mitglied der Geschäftsleitung und als Geschäftsführer der größten Konzern-Tochter Jung, DMS & Cie. Pool GmbH erhalten. Neben anderen Aufgaben im Konzern wird Schröder als Generalbevollmächtigter die Entwicklung der jüngst erworbenen BB-Wertpapier-Verwaltungsgesellschaft mbH vorantreiben.

Der Verwaltungsrat der PrismaLife AG hat die Geschäftsleitung des Liechtensteiner Lebensversicherers neu berufen. Holger Beitz, Dr. Marco Metzler und Rüdiger Will übernehmen die Verantwortung für den Liechtensteiner Fondspolicen-Spezialisten. Das dreiköpfige Geschäftsleitungsteam folgt auf Markus Brugger und Holger Roth, die zum Jahreswechsel zur Liechtenstein Life Assurance AG wechseln werden. Allen Personalien muss noch die Finanzmarktaufsicht Liechtenstein FMA zustimmen.

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PATRIZIA schafft sich weiteres Standbein Die börsennotierte PATRIZIA Immobilien AG hat in der Vergangenheit ausschließlich Immobilien-Spezialfonds für professionelle und semi-professionelle Investoren aufgelegt. Das soll sich nun ändern. Im ersten Quartal 2015 werden erstmals Immobilienfonds für private Anleger auf den Markt kommen. Manager der KAGBkonformen alternativen Investmentfonds (AIF) wird die neu ge- Andreas Heibrock gründete Patrizia Grundinvest GmbH sein, deren Geschäftsführung von Andreas Heibrock und Joachim Fritz übernommen wird. Die Publikumsfonds sollen alle Nutzungsarten des Immobilienbereichs abdecken und ab einer Mindestbeteiligung von 15.000 Euro zu zeichnen sein. Die jährlichen Erträge sollen zwischen 4 und 6 % liegen.

Preisanstieg gebremst

Banken-Studie: Filialsterben droht Den Finanzinstituten in Deutschland stehen schwere Zeiten bevor. Um die hohen Kosten und die mangelnde Profitabilität in den Griff zu bekommen, müssen sie drastische Einsparungen vornehmen. Zu diesem Ergebnis kommt die internationale Beratungsgesellschaft Bain & Company in ihrer aktuellen Studie „Deutschlands Banken 2014: Jäger des verlorenen Schatzes“. Bis zu 11.000 Filialen droht die Schließung und über 100.000 Arbeitnehmer sind betroffen. Hintergrund sind zum einen die im Niedrigzinsumfeld drastisch geschmolzenen Zinsüberschüsse, andererseits steigende Kosten, die die Institute belasten. In der Zukunft werde es daher nur noch drei Geschäftsmodelle bei den Banken geben: Globale Universalbanken, Regionalinstitute und Spezialisten.

Eigentumswohnungen haben sich seit Herbst 2011 deutschlandweit um 20 % verteuert. Doch langsam setzt eine Beruhigung an den Immobilienmärkten ein. Im vergangenen Jahr fielen die Preissprünge nicht mehr so groß aus wie im Vorjahresvergleich. Zu diesem Ergebnis kommt der aktuelle Angebotsindex IMX von ImmobilienScout24. Im bundesweiten Durchschnitt sind die Angebotspreise für Wohnungen in drei Jahren um 20 % gestiegen. In den Metropolen liegen die Zuwächse dabei oft noch deutlich höher: Eigentumswohnungen im Gebäudebestand verteuerten sich in Berlin seit September 2011 um 41 %, in München um 39 % und in Köln um 31 %. Von September 2013 bis September 2014 stiegen die Durchschnittspreise für Eigentumswohnungen deutschlandweit nur noch um knapp 4 %, im Jahresvergleich 2012 auf 2013 dagegen um fast 9 %.

Nebel über dem LVRG Nur knapp jeder fünfte Versicherungsmakler weiß ziemlich genau, welche Veränderungen durch das Lebensversicherungsreformgesetz (LVRG) auf ihn zukommen. Fast ebenso viele Makler haben sich mit dem Gesetz jedoch noch gar nicht beschäftigt. Die Mehrheit der Vermittler (61 %) kann die Auswirkungen des LVRG für sich noch nicht genau einschätzen. Das ergab eine Online-Maklerbefragung, die die maklermanagement.ag Anfang September 2014 bei der YouGov Deutschland AG in Auftrag gegeben hatte.

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PERSONALITY


NEWS

Deutsche Finance erfüllt KAGB-Anforderungen Die Übergangsfrist zur Umsetzung der Anforderungen des KAGB für offene und geschlossene Investmentvermögen, die nach dem 21.07.2013 Investitionen getätigt haben oder in Zukunft tätigen werden, endete per 21.07.2014. Die DF Deutsche Finance Investment GmbH hat nun als zugelassene KVG ihre unter Verwaltung Symon Hardy Godl stehenden AGP-Funds und den IPP Fund II plangemäß in die Regulierung überführt. „Somit stehen auch die Altfonds der Deutschen Finance Group unter Finanzaufsicht“, so Symon Hardy Godl, Managing Director der DF Deutsche Finance Investment GmbH.

In Leipzig investieren Die VALERUM Invest AG hat, gemeinsam mit der LEWO Unternehmensgruppe, binnen weniger Wochen zwei vollständig vermietete und frisch sanierte Immobilienprojekte in angesagten Leipziger Stadtteilen übergeben können. Das Objekt Schinke & Reiche umfasst insgesamt 6 Einheiten und ca. 500 m² Wohnfläche und wurde im Außen- und Innenbereich aufwändig saniert und modernisiert. Die erzielten Kaltmieten liegen deutlich über der Mieterwartung. Ende September war bereits ein weiteres vollvermietetes Objekt in der drittgrünsten Stadt Deutschlands an die Käufer übergeben worden. Darüber hinaus rückt unter anderem der Baubeginn in den Globuswerken in Nähe, ein weiteres Objekt im Portfolio der VALERUM Invest AG. Bei den Globuswerken handelt es sich um ein unter Denkmalschutz stehendes Industriedenkmal mit 60 Wohnungen und 5 Büro- und Ateliereinheiten mit besonderem Charme. Die Bezugsfertigstellung des 1. Bauabschnitts ist für den 01.04.2016 vorgesehen. Die Größe der Wohneinheiten variiert zwischen 48,74 m² bis 249,29 m² (Kaufpreis ab 146.000 Euro), die Gewerbeeinheiten zwischen 132,23 m² bis 267,13 m², Kaufpreis ab ca. 263.000 Euro.

Ausfalldeckung für Makler Die Hans John Versicherungsmakler GmbH aus Hamburg bietet ein neues Deckungskonzept als Courtage- und Betriebsausfall-Versicherung für Vermittlungsunternehmer als geschützte „John“-Hausmarke. Der Versicherer dahinter ist die R+V Allgemeine Versicherung AG. Das Deckungskonzept bietet Vermittlungsunternehmern Schutz vor Courtage- und Honorarausfällen aufgrund von Insolvenz eines Maklerpools, eines Assekuradeurs oder einer Vertriebsgesellschaft. Ausgeschlossen sind

Forderungen gegen Vertragspartner mit Sitz im Ausland und Nebenkosten wie Verzugszinsen, Rechtsverfolgung sowie Zwangsvollstreckung. Eine Kreditprüfung ist ebenso nicht erforderlich wie eine namentliche Nennung der Vertragspartner. Die Versicherungssumme steht für jeden Vertragspartner des versicherten Vermittlungsunternehmers zur Verfügung. Die Versicherungssumme je Vertragspartner beträgt 10.000 Euro. Die Jahreshöchstleistung für alle Courtageausfälle ist auf 25.000 Euro gedeckelt.

Niedrigere Boni Im Vergleich zum Vorjahr gehen für das Jahr 2014 weniger deutsche Finanzexperten von einer Bonuszahlung aus. Dies ist das Ergebnis einer Umfrage zum Thema „Bonus-Erwartungen“ von eFinancialCareers.de, einem führenden Karrierenetzwerk für den Finanzdienstleistungssektor. Etwa acht von zehn der befragten deutschen Finanzexperten (77 %) erwarten in diesem Jahr eine Bonuszahlung, 2013 zeigten sich die Deutschen mit 83 % noch etwas optimistischer. Während 52 % der deutschen Finanzprofis einen leichten Anstieg der Sonderzahlungen erwarten, gehen drei von zehn (27 %) von gleichbleibenden und 21% von sinkenden Boni aus. Im Vergleich sind die Kollegen an der Wall Street optimistischer: 60 % der befragten US-Amerikaner gehen davon aus, dass ihr Bonus höher ausfällt als im vergangenen Jahr.

IMPRESSUM CHEFREDAKTEUR ONLINE Hans-Werner Thieltges ART DIRECTOR Nadja Reutlinger reutlinger@finanzwelt.de VERLAGSLEITUNG / ANZEIGENLEITUNG Maria Roberto maria.roberto@finanzwelt.de LESERSERVICE Munja Beilmann beilmann@finanzwelt.de

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REDAKTION Alexander Heftrich (ah) heftrich@finanzwelt.de Hans-Werner Thieltges (hwt) thieltges@finanzwelt.de Tanja Apel-Mitchell Hans J. Bär Dr. Stefan M. Knoll Oliver Lang Christina Niebuhr Hans D. Schittly Marc Tüngler Robert Zimmerer

VERLAG FW-Verlag GmbH Söhnleinstraße 17 65201 Wiesbaden Tel.: (06 11) 267 66 - 0 Fax: (06 11) 267 66 - 18 www.finanzwelt.de info@finanzwelt.de ISSN-Nr.: 0945-2028

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GESCHÄFTSFÜHRUNG Dorothee J. Schöneich Namentlich gekennzeichnete Beiträge geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion wieder. Alle Rechte vorbehalten. Kein Teil dieses Magazins darf ohne schriftliche Genehmigung des Verlages in irgendeiner Form – durch Fotokopie, Mikrofilm, die Aufnahme in elektronische Datenbanken oder andere Verfahren – vervielfältigt oder verbreitet werden.


Banken setzen Existenz aufs Spiel. Börse E xpress, 2 3. Juli 2014

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SACHWERTANLAGEN I Regulierung der AIFs

Die Rolle der Verwahrstelle Vor etwas mehr als einem Jahr trat das neue KAGB in Kraft. Geschlossene alternative Investmentfonds (AIF) gewinnen dadurch an Attraktivität für Anleger, sagen die Einen. Die Anderen stellen infrage, ob sich AIFs für Anleger noch lohnen – schließlich führen mit der Regulierung einhergehende Maßnahmen zu einem Anstieg der Fondsgebühren und damit zu sinkenden Renditeprognosen.

U

m diese Situation beurteilen zu können, ist eine genauere Analyse der neuen Kostenstruktur geschlossener Fondsgesellschaften notwendig. Dazu gehört u. a. die bei AIFs einzubindende Verwahrstelle. Was auf den ersten Blick nur nach einem Ersatz für das aussieht, was vorher „Mittelverwendung“ hieß, ist auf den zweiten Blick wesentlich komplexer. Neben den Leistungen eines Mittelverwendungskontrolleurs – also der Überwachung und Kontrolle des Zahlungsverkehrs in der Investitionsphase – umfasst das Aufgabenspektrum einer Verwahrstelle neben der Zahlungsverkehrsüberwachung die Kernfelder „Zustimmen“ und „Verwahren“ über die gesamte Laufzeit des AIF. Wie stark die Verwahrstelle eingebunden werden muss, hängt dabei vom Produkt ab. So wurden bei PublikumsAIFs weitreichendere Prüfpflichten definiert als bei Spezial-AIFs. Bei Letzteren geht der Gesetzgeber davon aus, dass deren Anleger umfassende Kenntnisse rund um Investmentprozesse und -märkte besitzen, um ein geeignetes Produkt auszuwählen. Anleger von Publikums-AIFs sind nach Meinung des Gesetzgebers dagegen schützenswerter, sodass hier zusätzliche Maßnahmen vorgesehen sind.

Alternative Verwahrstelle oder Depotbank? Als alternative Verwahrstelle können berufsständischen Regeln unterliegende

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Zustimmen

• Kreditaufnahme

Verwahren

Kontrollieren • Ausgabe und Rücknahme von Krediten

• Anlage in Bankguthaben • Verfügung und Belastung der/über Vermögenswerte • Änderung des Gesellschaftsvertrags

• Finanzinstrumente • Vermögensgegenstände

• Bewertung der Anteilswerte

• Überprüfung von Eigentumsrechten

• Verwendung der Erträge und Zahlungsströme

• Führung eines Bestandsverzeichnisses nicht verwahrungsfähiger Vermögensgegenstände

Verbesserung der Transparenz und des Anlegerschutzes Treuhänder fungieren. Dies sind z. B. Wirtschaftsprüfer, Steuerberater oder Rechtsanwälte. Ob als Verwahrstelle eine alternative Verwahrstelle oder eine Depotbank eingesetzt wird, macht auf der Aufgabenebene jedoch keinen Unterschied: Geht es in der Investitionsphase um die Prüfung verschiedener Parameter, z. B. um die Einhaltung der Leverage-Grenze und Prüfung des Ei gen tumsübergangs der erworbenen Wirtschaftsgüter, kommen in der Bestandsphase Aufgaben wie die Überwachung der Ertragsverwendung oder die laufende Bewertung der Vermögensgegenstände hinzu. In der abschließenden Liquidationsphase überwacht die Verwahrstelle die Auszahlung des Liquidationserlöses an die Anleger. Unterschiede zwischen alternativer Verfin@nzwelt online 04/2014

wahrstelle und Depotbank zeigen sich dagegen auf organisatorischer Ebene: Aufgrund der häufig komplexeren Strukturen einer Depotbank kann die in der Regel deutlich schlanker aufgestellte alternative Verwahrstelle mit erheblich kürzeren und schnelleren Entscheidungswegen – und damit mitunter kostensparender – arbeiten. Zum Großteil konzentrieren sich alternative Verwahrstellen im Vergleich zur Depotbank zudem auf eine begrenzte Auswahl an Anlageklassen, sodass sie in diesen Bereichen über eine hohe Expertise verfügen. Christina Niebuhr, Geschäftsführerin BLS Revisionsund Treuhand GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft


IMMOBILIENFONDS • FLUGZEUGFONDS • SCHIFFSBETEILIGUNGEN • PORTFOLIOANLAGEN

142 AUFGELEGTE FONDS 3,38 MILLIARDEN EURO EIGENKAPITAL 6,97 MILLIARDEN EURO INVESTITIONSVOLUMEN Wir bedanken uns herzlich für die Anerkennungen unserer Leistungen bei:

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SACHWERTANLAGEN I KAGB

Nehmt die Herausforderung an

M

it dem Inkrafttreten des Kapitalanlagegesetzbuches am 22. Juli 2013 änderte sich die Zeitrechnung im Bereich der Sachwertanlagen grundlegend. Nach über einem Jahr stellt sich nun die Frage, wie die Beteiligten auf die neuen Regularien reagiert haben und inwiefern das Gesetzeswerk zu einer operativen und strategischen Neupositionierung geführt hat. Laut einer aktuellen Marktstudie unter 100 Marktteilnehmern, durchgeführt von der Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft PwC sowie dem Zentralen Immobilien Ausschuss (ZIA) und dem bsi Bundesverband Sachwerte und Investmentvermögen e.V., nehmen die Manager Alternativer Investmentfonds (AIF) die neuen gesetzlichen Rahmenbedingungen vorwiegend als Chance und weniger als Hindernis an. Demnach haben die Anbieter sämtliche Anstrengungen unternommen, um dem KAGB zu entsprechen und eine

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Zulassung als Kapitalverwaltungsgesellschaft (KVG) zu erhalten. Der Mehraufwand ist beträchtlich. Daher erstaunt es kaum, dass die Mehrheit der Befragten der Meinung ist, dass sich die Anzahl der AIF-Manager bis 2020 verringern wird. Die Gründe dafür sehen die Unternehmen vor allem in den hohen Anforderungen und Einstiegshürden für kleine Marktteilnehmer, die dem Aufwand nicht standhalten können und folglich dem Markt den Rücken kehren müssen. Fusionen, Übernahmen oder Kooperationen sind die logische Konsequenz. Ein bereinigter Markt müsste mit einer Umsatzsteigerung der verbliebenen Marktteilnehmer einhergehen – dies ist aber nur bedingt der Fall. Ein Drittel erwartet einen gleichbleibenden Umsatz, mit steigenden Umsatzzahlen rechnen 43 % der Manager alternativer Assets. Immerhin gut ein Fünftel rechnet trotzdem mit einem verringerten Umsatz. Bei den etablierten Dienstleistern wird mehr fin@nzwelt online 04/2014

Geschäft erwartet, insbesondere im Bereich der Fondsadministration. Die Haupttreiber nach entsprechenden Fondslösungen werden aus dem Bereich der institutionellen Investoren kommen. Knapp die Hälfte ist der Ansicht, dass die Nachfrage nach offenen AIFs aus diesem Kreis deutlich steigen wird. Das makroökonomische Umfeld zwingt insbesondere Pensionskassen und Versicherungen dazu, bei der Renditesuche hier fündig zu werden. Auf der anderen Seite erwartet ein Großteil der befragten Unternehmen rückläufige oder stagnierende Nachfrage privater Investoren. Als Profiteure des neuen Gesetzes wurden auch die AIF-Verwahrstellen genannt. Nachgefragt zu den jeweiligen Präferenzen in den einzelnen Assetklassen zeigt sich die überwältigende Mehrheit von 78 % davon überzeugt, dass der Boom nach Immobilieninvestitionen bis zum Jahre 2020 weiter steigen wird.

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Das Kapitalanlagegesetzbuch (KAGB) und die AIFM-Direktive (AIFMD) haben den Bereich der alternativen Investmentfonds (AIF) grundlegend verändert. Die Emissionshäuser mussten die Lizenz als AIFM beantragen und ihr Geschäft an die geänderten oder gar neuen administrativen Anforderungen anpassen. Die Mehrheit der Marktteilnehmer sieht in diesen Veränderungsprozessen in erster Linie eine Chance.


„Befreiung aus dem Regularienkorsett“ Die Verwahrstellen gelten als Gewinner des Kapitalanlagegesetzbuches. Renommierte Adressen dürften mehr Geschäft machen. Dazu und zu den allgemeinen Rahmenbedingungen sprach finanzwelt mit Ludger Wibbeke, Leiter Real Assets bei Hauck & Aufhäuser Asset Servicing.

finanzwelt: Durch das Kapitalanlagegesetzbuch (KAGB) ist schon viel bei den Sachwertanlagen passiert und die Regierung möchte nun verbleibende Lücken mit dem Kleinanlegerschutzgesetz schließen. Wie fällt Ihre Bilanz nach über einem Jahr aus? Wibbeke ❭ Als Verwahrstelle betreffen uns die Regelungen im Kleinanlegerschutzgesetz nur am Rande. Für uns ist in diesem Zusammenhang vielmehr das KAGB-Erweiterungs-/ Ergänzungsgesetz von Relevanz, in dem einige wichtige Regelungen noch einmal nachjustiert worden sind. Grundsätzlich sehen wir auch nach einem Jahr das KAGB als wichtigen und positiven Meilenstein. finanzwelt: Die Manager Alternativer Investmentfonds (AIF) sehen die neuen gesetzlichen Rahmenbedingungen vorwiegend als Chance. Teilen Sie diese Ansicht? Oder regulieren wir uns zu Tode? Wibbeke ❭ Ich sehe das KAGB ganz klar als Chance! Bisher war die SachwerteBranche in der Situation, dass wenige schwarze Schafe das öffentliche Bild dermaßen verzerrt haben, dass die gesamte Industrie öffentlich in Sippenhaft genommen wurde. Jetzt bietet sich die einmalige Chance, der Öffentlichkeit und den Anlegern klar zu machen, dass mit den regulierten AIFs de facto eine neue, siche-

Kein einziges Unternehmen befürchtet einen Rückgang in dieser Assetklasse. Betongold ist und bleibt der „sicher geglaubte“ Zufluchtsort. Das ist keine Überraschung und deckt sich mit ande-

rere und vertrauenswürdige Produktklasse entstanden ist. Mit der Verwahrstelle als unabhängige Kontrollinstanz ist ein hohes Maß an Professionalität – das bei vielen Unternehmen durchaus bereits vorhanden war – nun zwingend notwendig geworden. finanzwelt: Inwiefern haben sich die Rolle und Bedeutung der Verwahrstellen verändert? Wibbeke ❭ Die Rolle ist breiter, aber auch tiefgehender geworden. Während die Verwahrstellen früher nur für offene Immobilien- und Wertpapierfonds zuständig waren, decken sie nun über die AIF-Verwahrstellenfunktion auch Sachwerte-Anlageklassen ab. Dies führt zu teils hochkomplexen juristischen Fragestellungen auf Seite der Verwahrstellen. Eine investmentrechtliche und sachenrechtliche Kompetenz ist daher – nicht zuletzt aufgrund der noch vorhandenen regelungstechnischen Defizite im neuen KAGB – von höchster Bedeutung. Emissionshäuser und Kapitalverwaltungsgesellschaften sollten die Verwahrstelle dringend nicht als Kostenfaktor, sondern als Berater, Partner und Qualitätssiegel erkennen. finanzwelt: Welches sind die zentralen Stellschrauben für eine erfolgverspre-

ren Studien aus der jüngeren Vergangenheit. Zusammenfassend lässt sich sagen, dass mit dem KAGB ein neues Fundament gelegt wurde. Die praktische fin@nzwelt online 04/2014

chende Zusammenarbeit zwischen Emissionshaus und Verwahrstelle? Wibbeke ❭ Wichtig ist, dass die Verwahrstelle zum Emissionshaus beziehungsweise zur KVG passt. Der Markt bietet verschiedenste Verwahrstellen für alle Bedürfnisse an: von großen, internationalen Custodians über das Mittelfeld der Privatbanken bis hin zu kleinen Kanzleien. Unter dem neuen KAGB ist neben einer Kultur für individuelle Lösungsansätze gerade die investmentrechtliche Kompetenz von höchster Bedeutung. Wir glauben, dass eine dezentrale, spezialisierte juristische Kompetenz, die sich ausschließlich den komplexen juristischen Fragestellungen rund um die Verwahrstellendienste widmet, sehr wichtig für eine gute Zusammenarbeit ist. Während die Kapitalverwaltungsgesellschaften und Emissionshäuser von ihrer Verwahrstelle also höchste Expertise und Spezialisierung auf juristischer Seite – über das Investmentrecht hinaus – fordern sollten, achten wir als Verwahrstelle genau auf die Reputation unserer Kunden. Da wir selbst ebenfalls haftbar gemacht werden können und somit als Qualitätssiegel für unsere Kunden fungieren, prüfen wir im Vorfeld genau, ob eine nachhaltige und vertrauensvolle Zusammenarbeit gewährleistet ist.

Umsetzung ist zwar sehr herausfordernd, speziell für kleinere Häuser, schafft aber gleiche Spielregeln für alle Marktteilnehmer und eröffnet Chancen. (ah)

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INVESTMENTFONDS I Mittelstandsanleihen

Die Idee, mittelständischen Unternehmen den Weg an den Kapitalmarkt zu erleichtern, ist allein als positiv zu werten. Schließlich müssen sich viele Firmen aufgrund strengerer Eigenkapitalvorschriften (Basel III) und einer strikteren Kreditvergabepraxis bei den Banken, nach alternativen Finanzierungsmöglichkeiten umsehen.

Tiefe Sorgenfalten

Von der anfänglichen Begeisterung ist heute leider nicht mehr viel zu spüren. Ganz im Gegenteil: Die Zahl der Unternehmen, die das geliehene Geld nicht mehr zurückzahlen können, wächst stetig. Anfangs konnte man noch glauben, dass es nur ein Branchenproblem sei. Schließlich mussten vor allem Firmen aus dem Bereich der regenerativen Ener-

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gien die Segel streichen und Insolvenz anmelden. Doch das erwies sich recht schnell als Irrtum. Mittlerweile reicht die Liste der Pleiteunternehmen vom Solarmodulhersteller Solar Millennium AG, über den Personaldienstleister hkw GmbH, bis zum Brühwürfelproduzenten Zamek GmbH. Die Ausfallquote liegt insgesamt bei rund 13 %. Ein beachtlicher Wert, der so gar nicht zu dem etablierten Mittelstand passt, und der deutlich macht, dass bei manchen Anleihen selbst die hohen Zinsen für das dahinterstehende Risiko wohl noch zu niedrig waren. Schließlich sind die Aussichten der Anleihegläubiger, im Fall einer Insolvenz ihr Geld vollständig zurückzubekommen, fast gleich Null. Oft müssen sie sich mit Rückzahlungsquoten von 30 % und weniger begnügen. Besonders schlimm endet die Pleite eines Emittenten für betroffene Anleger häufig dann, wenn ihre Papiere nur nachrangig bedient werden. Das heißt, die Bondbesitzer bekommen erst eine Zahlung, wenn die regulären Gläubiger komplett befriedigt wurden. Ob eine Anleihe fin@nzwelt online 04/2014

nachrangig ist, ergibt sich aus den Anleihebedingungen, die im Wertpapierprospekt enthalten sind. Und die Negativserie dürfte noch nicht vorbei sein. Um zu prognostizieren, dass im laufenden Jahr weitere Gesellschaften Probleme bekommen, muss man wohl kein Wahrsager sein. Die jährlichen Zinsverbindlichkeiten aus den Anleihen gehen in die Millionen. Noch schlimmer dürfte es allerdings in den Jahren 2015 und 2016 werden. Dann läuft das Gros der aktuellen Unternehmensanleihen aus. Die Firmen müssen also entweder das ausstehende Kapital inklusive noch offener Zinsforderungen komplett an die Investoren zurückzahlen oder eine Anschlussfinanzierung hinbekommen. Wenn die Marktteilnehmer nicht sehr bald neue Ideen zur Refinanzierung produzieren, wird das zugleich für so manchen Emittenten das bittere Ende bedeuten. Marc Tüngler, Hauptgeschäftsführer DSW Deutsche Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz e.V.

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A

uch auf der Anlegerseite gab es durchaus Bedarf an Anlagealternativen. Das Niedrigzinsumfeld, Börsen mit hohem Rückschlagspotenzial und die Tatsache, dass Anleihen sicherer Schuldner nur noch eine Rendite nahe Null abwerfen, stellten das attraktive Umfeld dar. Ein Name war ebenfalls schnell gefunden: „Mittelstandsanleihe“ sollten die Unternehmensanleihen heißen. Das klingt nach Rückgrat der deutschen Wirtschaft und soliden Finanzen. Und der Start war auch durchaus verheißungsvoll. Innerhalb kürzester Zeit entstanden spezielle Marktsegmente. Unter den mittlerweile über 100 Emittenten tauchten zunehmend bekannte Namen auf.


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INVESTMENTFONDS I Interview

Die Renditejäger haben es aktuell schwer. Selbst bei Hochzinsanleihen sind die Renditechancen signifikant zusammengeschmolzen. Insbesondere auch im Hinblick auf die guten Ergebnisse der vergangenen Jahre, die bei rückläufigen Zinsen im Wesentlichen durch Kursgewinne geprägt waren, ist dies vielen deutlich zu wenig. Das Ziel lautet daher, die Rendite von Rentenportfolios durch besondere Strategien zu erhöhen, ohne dass es dadurch zu einer generellen Qualitätsverschlechterung einzelner oder sogar eines Großteils der enthaltenen Titel kommt. Darüber und zur allgemeinen Lage an den Märkten fragte finanzwelt im Interview Ottmar Wolf, Vorstand der Wallrich Asset Management AG. finanzwelt: Herr Wolf, einige Bemerkungen zur allgemeinen Lage an den Finanzmärkten. Die 10-jährige Bundesanleihe wirft aktuell noch nicht mal 1 % ab. Zudem scheint die Börsenrallye vorerst ihren Zenit überschritten zu haben. Wie beurteilen Sie die Situation an den Kapitalmärkten? Wolf ❭ Die Situation ist in der Tat nicht einfach und wir gehen nicht davon aus, dass sich das in naher Zukunft grundlegend ändert. Allerdings lässt sich mit kreativen Lösungen auch in dieser herausfordernden Situation, geprägt von Minizinsen und stagnierenden Aktienmärkten, eine interessante Rendite erwirtschaften. Mit der richtigen Asset-Allokation – also der originären Aufgabe eines Vermögensverwalters – gelingt dies auch im aktuellen Umfeld. finanzwelt: Berater und Investoren stehen vor einem Dilemma. Eine attraktive Rendite gibt es nur durch die Inkaufnahme eines höheren Risikos. Sind gemischte Fondslösungen das Allheilmittel?

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Die Trüffelsuche Wolf ❭ Pauschal lässt sich das natürlich nicht beurteilen. Es hängt grundsätzlich erst einmal von der Zusammensetzung und dem Fondsmanagement ab, ob ein Mischfonds letztendlich besser performed als ein reines Bondportfolio oder eine Long-only-Strategie mit Aktien. finanzwelt: Auswertungen wie von Morningstar bescheinigen speziell flexibel gesteuerten Mischfonds eine oftmals unterdurchschnittliche Performance. Ist es doch nicht so einfach, Marktentwicklungen zu antizipieren und rechtzeitig umzuschichten? Wolf ❭ In der Tat. Das „Timing“, also immer zum richtigen Zeitpunkt einoder auszusteigen, gehört zu den schwiefin@nzwelt online 04/2014

rigsten Aufgaben und gelingt oft nicht. Deshalb verfolgen wir mit unserem Fonds einen anderen Ansatz. finanzwelt: Sie sind mit dem Axxion Focus Discount am Markt. Können Sie uns die zugrundeliegende Strategie kurz zusammenfassen? Wolf ❭ Der Axxion Focus Discount besteht aus zwei Säulen. Die erste Säule besteht aus Rentenpapieren, wie Unternehmens- und Staatsanleihen. Diese sorgen für die Basisrendite. Die zweite Säule sorgt für die Zusatzrendite. Hierfür werden an der Eurex Put-Optionen verkauft und Prämien eingenommen. Mit Hilfe dieser Put-Optionen können sich andere Marktteilnehmer gegen fallende


jüngsten Rückschlägen bei ca. 12 % auf Sicht von einem Jahr. Somit hat die Strategie auch eine Antwort auf solche Rückschläge. Den DAX in jeder Phase zu schlagen ist auch nicht unser Ziel. Unser Ziel ist es, gerade in Seitwärtsmärkten oder leicht fallenden Märkten, eine echte Alternative mit attraktiven Renditen zu bieten. Das gelingt uns. Übrigens auch mit niedrigeren Drawdowns als der DAX sie in diesem Jahr erlebt hat.

Es gibt keine Anzeichen auf eine Trendwende bei den Zinsen. Sie verharren auf sehr niedrigem Niveau und die bescheidenen Konjunkturaussichten für das nächste Jahr sind Wasser auf die Mühlen derjenigen, die einen Zinsschritt als verfrüht erachten. Dennoch gibt es Strategien, wie man trotz Minizinsen und seitwärtstendierenden Aktienmärkten, eine attraktive Rendite für den Investor erzielt.

Aktienkurse absichern. Wir agieren sozusagen wie ein Versicherer und werden für diese Risikoübernahme mit der Optionsprämie vergütet. Diese Vergütung ist für ca. 60 - 70 % der Gesamtrendite verantwortlich. finanzwelt: Wie erfolgt die Auswahl der Basiswerte? Wolf ❭ Hier spielen verschiedene Faktoren eine Rolle. An erster Stelle stehen zunächst einmal die fundamentalen Kriterien des Basiswertes: Wie ist das KursGewinn-Verhältnis, wie ist es um die Stabilität des Gewinns bestellt, wie ist die Entwicklung des Free Cash Flow? Desweiteren werfen wir einen Blick auf die relativen Konditionen, d. h. wie sieht der

Vergleich der Ausstattungen wie z. B. der Rendite p. a., dem Discount oder dem Abstand zum Cap im Vergleich von Einzelaktie zum Index aus? Hier muss die Aktie besser sein, sonst wird sie nicht ausgewählt. Zusätzlich vergleichen wir die implizite Volatilität mit der historischen Volatilität. Liegt der Wert der impliziten Volatilität über der historischen? Und wie ist die aktuelle Volatilität im Verhältnis zum 3-Monats-Hoch? Mit Hilfe dieser Kriterien treffen wir grundsätzlich unsere Entscheidungen. finanzwelt: Mit welchem Renditepfad gehen Sie ins Rennen und schaffen Sie es, den DAX als Referenz zu schlagen? Wolf ❭ Der Renditepfad liegt nach den fin@nzwelt online 04/2014

finanzwelt: Bei den Branchen fällt auf, dass Sie knapp ein Viertel in Werte aus dem Finanzdienstleistungssektor investieren. Wie lautet hierfür Ihre Erklärung? Wolf ❭ Im Optionsportfolio haben wir mit ca. 4 % Anlagevolumen in Finanzdienstleister ein relativ kleines Exposure. Auf der Anleiheseite sind in der Tat ein Viertel der Werte von Finanzdienstleistern. Aus unserer Sicht hat sich das Umfeld stabilisiert, die Ängste vor Zusammenbrüchen in diesem Sektor sind gewichen, somit lassen sich bei vertretbarem Risiko solide Renditen erwirtschaften. finanzwelt: Der Axxion Focus Discount wurde gerade von Morningstar mit 5 Sternen ausgezeichnet. Damit gehört der Fonds zu den besten 10 % seiner Anlageklasse. Spüren Sie eine verstärkte Nachfrage nach diesem Produkt? Wolf ❭ Diese Auszeichnung freut uns natürlich sehr, bestätigt sie doch unsere tägliche Arbeit. Und natürlich helfen Auszeichnungen, speziell solche, die die Performance beurteilen, bei unseren vertrieblichen Aktivitäten. Aber auch gerade die jetzige Börsenphase mit hohen Volatilitäten ist für eine starke Nachfrage nach unserem Fonds mitverantwortlich, denn gerade jetzt lassen sich dadurch mit dem Axxion Focus Discount sehr attraktive Renditen erwirtschaften. (ah)

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INVESTMENTFONDS I Thailand

Stรถrfeuer im Paradies

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Nachdem das Militär zu Beginn dieses Jahres die Macht an sich gerissen hat, herrscht zumindest wieder Ruhe auf den Straßen Thailands. Die Wachstumsdynamik der thailändischen Wirtschaft ist wieder etwas in Gang gekommen. Das Land ist nach Indonesien das wirtschaftsstärkste Land Südostasiens und profitiert von der Wachstumsstärke Chinas. Die sozialen Unruhen und politischen Konflikte bergen aber Sprengstoff.

Seit der globalen Finanzkrise von 2008 ist dieWirtschaftsleistungThailands im Durchschnitt nur um 2,5 % gewachsen,kommentierenAnalysten der HSBC. Das hatte verschiedene Gründe. Zum einen konnte sich das Land dem vorübergehend nachlassenden Wirtschaftswachstum Chinas nicht entziehen, zum anderen sorgten die Proteste auf den Straßen Bangkoks für einen Abschwung und die Zuversicht der Wirtschaft fiel auf historische Tiefststände. Die Militärjunta hat nun mit harter Hand durchgegriffen und sorgte zumindest kurzfristig für ein Umfeld, in dem sich das Geschäftsklima rasch erholen konnte. Nach aktuellen Einschätfin@nzwelt online 04/2014

zungen des Germany Trade & Invest, ist mit einem Anstieg des Bruttoinlandsprodukts in 2015 um 3,8 % zu rechnen. Zwar ist diese Wachstumsrate noch „Lichtjahre“ von den 6,5 % wie im Jahr 2012 entfernt, aber immerhin ein deutliches Plus zu den prognostizierten 2,5 % in diesem Jahr. Thailand ist innerhalb des ASEANVerbandes (hinter Singapur und Malaysia) industriell am stärksten entwickelt; dazu trägt in erster Linie die Auto- und auch die Agroindustrie bei, die bezüglich Verwertung und Veredelung landwirtschaftlicher Erzeugnisse in Asien führend sind. Mit 1,2 Millionen verkauften Automobilen, wovon die meisten lokal produziert werden, bleibt Thailand im südostasiatischen Raum noch vor Indonesien der wichtigste Absatzmarkt, sozusagen der Hub der Automobilindustrie. Den Thais ist in den vergangenen Jahren etwas gelungen, was durchaus sehr bemerkenswert ist. Der Aktienmarkt boomte nach der Wirtschafts- und Finanzkrise seit März 2009 und es ging praktisch ununterbrochen aufwärts. Der SET Index hat sich zwischen 2009 und 2014 nahezu vervierfacht und steht aktuell nahe an den Höchstständen aus dem Frühjahr 2013 bei 1.530 Punkten. Zum Jahresbeginn waren es „nur“ 1.240 Punkte. Auch im Vergleich zum MSCI Emerging Markets, der alle Schwellenländer abbildet, eine deutliche Outperformance. August

Foto: © se7enimage - Fotolia.com

M

it dem Putsch vom Frühsommer ist im Ferienparadies Thailand politisch wieder Ruhe eingekehrt. Die Machtergreifung der Generäle und das Eingreifen in die öffentliche Ordnung wurden von in- und ausländischen Industriekreisen durchaus wohlwollend kommentiert. Dennoch steht der wirtschaftspolitische Kurs der neuen Regierung unter Ministerpräsident Prayuth Chan-ocha keineswegs fest. Dabei ist die Bedeutung des knapp 70 Millionen Einwohner zählenden Landes auf die Gesamtregion nicht zu unterschätzen. Ende 2015 soll die südostasiatische Wirtschaftsgemeinschaft AEC in Kraft treten. Wird das Königreich der Junta dafür bereit sein?

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INVESTMENTFONDS I Thailand

Handelspartner Thailands – Hauptabnehmerländer (2013; Anteil) 11,9 % China (VR)

10,1 % USA

47,1 % Sonst. 9,7 % Japan

5,8 % Hongkong (SVR) 5,7 % Malaysia 4,8 % Indonesien

4,9 % Singapur Quelle: Germany Trade & Invest Mai 2014

und September waren wieder starke Monate für den SET Index, kommentiert die HSBC. Treibende Faktoren waren bessere Werte der volkswirtschaftlichen Indikatoren sowie positive Entwicklungen auf politischer Ebene.

Zuwachsrate im Zuge einer schwächelnden weltwirtschaftlichen Nachfrage moderater ausfallen dürfte. Nahezu 2/3 der Wirtschaftsleistung Thailands kommt aus dem Export. Auch der dramatische Anstieg der Verschul-

Die Top Thailand-Fonds (5-Jahressicht, Stichtag: 22.10.2014) Fonds

Performance 5 Jahre

Performance 3 Jahre

+ 227,07 % + 183,76 % + 174,78 % + 107,34 % + 100,19 %

+ 100,39 % + 83,55 % + 74,80 % + 64,36 % + 58,09 %

Allianz Thailand Equity A EUR Amundi Fds Eq Thailand IU-C Fidelity Thailand Y-Acc-USD HSBC GIF Thai Equity EC Templeton Thailand A Acc $

Quelle: www.finanzen.net

Der private Verbrauch als auch die Investitionen legten in den Sommermonaten deutlich zu. Die thailändische Notenbank ließ den Leitzins unverändert bei 2 %, da sie mit einer merklichen Konjunkturerholung in der zweiten Jahreshälfte rechnen. Bei den Unternehmensgewinnen im zweiten Quartal gab es Licht und Schatten. Zogen Banken und Immobilienfirmen leicht an, enttäuschten die Gewinne von Energietiteln, Telekommunikationsaktien und einigen Konsumwerten die Analysten. Kritiker verweisen auf die hohe Exportabhängigkeit Thailands, dessen

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dung der Privathaushalte und die sich ausweitende Kluft zwischen der wohlhabenden Stadt- und der armen Landbevölkerung, könnten den Sonnenschein im Ferienparadies etwas verblassen lassen. Das Fondsangebot an explizit auf Thailand fokussierten Aktienfonds ist überschaubar. Mit Allianz, Amundi, Fidelity, HSBC und Franklin Templeton sind fünf Gesellschaften federführend in diesem Markt unterwegs. Über alle am Markt gelisteten Investmentfonds beträgt die Wertentwicklung zum Stichtag (22.10.2014) +0,90 %. Neben indischen und afrikanischen Aktien fin@nzwelt online 04/2014

sind die Märkte in Südostasien im laufenden Jahr deutlich auf der Überholspur und belegen Plätze innerhalb der Top 5. Thailändische Aktienfonds kommen im Durchschnitt seit Jahresbeginn auf eine Performance von 24 %. Die Goldmedaille geht dabei an den Allianz Thailand Equity A EUR, den es seit sechs Jahren am Markt gibt. Die beiden Fondsmanager Pong Yin und Lai Dennis ist es rückblickend auf die vergangenen fünf Jahre stets gelungen, die Benchmark MSCI Thailand zu schlagen. Von Morningstar gab es dafür 4 Sterne. Das Fonds-Portfolio ist breit gefächert und erstreckt sich von Finanzwerten über Konsumgüter bis hin zu Gesundheitstiteln. Anlageziel ist es, auf langfristige Sicht Kapitalwachstum zu erwirtschaften. Das Nettomittelaufkommen im laufenden Jahr betrug zum Stichtag Ende September 2014 rund 17 Mio. Euro. Der Amundi Fds Eq Thailand AU-C kommt mit einer Wertentwicklung von 27,7 % auf den zweiten Platz. Allerdings ist der Fonds des französischen Anbieters mit knapp 80 Mio. Euro deutlich kleiner und wurde von Morningstar mit „nur“ 3 Sternen bedacht. Finanzwerte und nicht-zyklische Konsumgüter machen rund 1/3 im Portfolio aus. Auf dem Bronzeplatz erscheint der Templeton Thailand I Acc $ von Fondsmanager Dr. Mark Mobius. Etwas bescheidender fällt die Bilanz des Fidelity Thailand A-USD aus. Knapp 20 % schlagen für das Dickschiff mit einem Fondsvolumen von 560 Mio. Euro in diesem Jahr zu Buche. (ah)

Fazit Der thailändische Aktienmarkt präsentiert sich erstaunlich stark und zählt im bisherigen Jahresverlauf zu den Besten auf dem Globus. Die Beilegung der politischen Unruhen hat sich zumindest auf kurze Sicht bezahlt gemacht. Allerdings darf nicht vergessen werden, dass die Wirtschaft doch sehr von der Weltkonjunktur und insbesondere vom Handelspartner China abhängt. Ein Abkühlen oder der Fall in eine Rezession würden Spuren im Ferienparadies hinterlassen.


+++ Management Circle 2. Fachtagung +++

Gesamtbanksteuerung Handlungsspielräume zwischen Regulierung, Risiko und Ertrag

Die Schwerpunkte: AQR und Stresstests – Konsequenzen für die künftige Banksteuerung Aufsicht – aktuelle Schwerpunkte und regulatorische Entwicklungen in Europa Validierung – Techniken und Gestaltung des Validierungsprozesses Niedrigzinspolitik – Anforderungen an die Geschäftsmodelle und Ertragssteuerung Risikotragfähigkeit – Paradigmenwechsel in der Steuerungsphilosophie BCBS 239/Datenmanagement – Risikodaten-Aggregation und Data-Governance Vertriebssteuerung, LCR Management und Kreditrisikosteuerung – wohin die Reise geht Ihr Tagungsleiter: Hendryk Braun 1 PLUS i GmbH

Ihre Experten:

Dr. Stefan Blochwitz Deutsche Bundesbank

Dr. Ralf Hannemann VÖB e.V.

Tobias Schrödel Sichere IT

Dr. Michael Dziedzina Berlin Hyp AG

Stephan Kloock Helaba Landesbank

Tom Tschirner ING-DiBa AG

Dr. Gerd Gouverneur Commerzbank AG

Dr. Peter Neu DZ BANK AG

Dr. Klaus-Uwe Wagner Hamburger Sparkasse AG

Dr. Lutz Hahnenstein WGZ BANK AG

Markus Quick Dr. Peter & Company AG

Dr. Carsten S. Wehn DekaBank Deutsche Girozentrale

Ihr Termin: 17. und 18. November 2014 in Frankfurt/M.

Weitere Infos unter: www.managementcircle.de/banksteuerung


IMMOBILIEN I Investition in studentisches Wohnen

Hierliegt dieZukunft Die Zahl der Studenten ist in den vergangenen zehn Jahren enorm gestiegen. Im Wintersemester 2013/2014 studierten rund 2,6 Millionen junge Menschen an den 425 staatlichen oder staatlich anerkannten Hochschulen. Über 508.000 davon hatten sich zu diesem Zeitpunkt erstmalig eingeschrieben. Eine Chance für das Asset Studenten-Immobilie.

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ine Prognose der Kultusministerkonferenz sieht für die nahe Zukunft keine Trendwende: „Entsprechend der vorliegenden Vorausberechnung ist davon auszugehen, dass die Zahl der Studienanfängerinnen und Studienanfänger an Universitäten und Fachhochschulen bundesweit von 507.000 im Jahr 2013 auf 497.000 im Jahr 2015 zurückgehen dürfte. Nach einem leichten Anstieg im Jahr 2016 auf 504.000 Studienanfänger ist ein allmählicher Rückgang zu erwarten. Dabei bleiben die Studienanfängerzahlen bis zum Ende des Prognosehorizonts bei deutlich über 450.000.“ In den nächsten Jahren haben wir es mit einer leichten Abschwächung der Jahrgänge bei gleichzeitigem Anstieg ausländischer Studienanfänger zu tun. Diese sind in den Schätzungen der Kultusministerkonferenz nicht enthalten. Die Studenten kommen überwiegend aus dem südeuropäischen und asiatischen Raum. Im Saldo bedeutet dies, dass auf absehbare Zeit nicht mit einem signifikanten Rückgang der Studierenden gerechnet werden kann und sich die Nachfrage nach Wohnraum auf sehr hohem Niveau halten wird.

Eine der großen Herausforderungen der Städte mit Universitäten ist die Bereitstellung von studentischem Wohnraum. Damit sind nicht x-beliebige „billige“ Unterkünfte gemeint,

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Ein weiterer Faktor für die hohe Nachfrage ist das hohe Alter von bestehenden Wohnheimen. Diese seit vielen Jahren, zum Teil seit Jahrzehnten vorhandenen Häuser, haben zum Großteil noch Etagenduschen, gemeinsame Toiletten und entsprechen schon seit längerem nicht mehr dem heute nachgefragten Wohnstandard. Laut einer Studie von CBRE wohnen zwei Drittel aller Studenten alleine oder wollen lieber in einem eigenen Apartment wohnen. Moderne studentische Wohnanlagen sind zum größten Teil als Einzimmerapartments ausgelegt. Diese vollausgestatteten Apartments ermöglichen es, sich schnell zu akklimatisieren, sich in der neuen Umgebung wohl zu fühlen und

sich auf das Studium zu konzentrieren. Unter Berücksichtigung aller vorhan denen Wohnungen, Heimplätze und Gemeinschaftsunterkünfte fehlen aktuell rund 400.000 Apartments für Studierende. Unter diesen Vorgaben entsteht aus der Assetklasse „studentische Wohnanlagen“ eine interessante Alternative zu den klassischen Wohninvestments. Mit Renditen für Neubauobjekte von 5,5 % an Top-Standorten und 6,5 % bis 7,0 % in kleineren Städten, sind sie dem normalen Wohnungsbau ertragsmäßig deutlich überlegen. In der Vergangenheit stieg die Zahl der Studierenden unabhängig von wirtschaftlichen Entwicklungen, so dass der Cash-Flow der Wohnanlagen gegenüber vergleichbarer klassischer Wohnanlagen deutlich stabiler war. Verbindet man dies mit der Perspektive von signifikanten Mietsteigerungen in den nächsten Jahren, so ergibt sich ein stabiles, rentables und somit hochattraktives Investment. Letztlich gilt für studentische Wohnanlagen, was für alle anderen Immobilieninvestitionen auch gilt: Lage, Lage, Lage. Liegen sie in Hochschulnähe, besteht eine Anbindung an das öffentliche Nahverkehrssystem und ist Urbanität in fußläufiger Entfernung zu finden, handelt es sich um eine klare 1A-Lage. Die Frage der Nachnutzung stellt sich nicht. Eine Universität oder Hochschule mit zum Teil 10.000, 15.000 oder gar

Anzahl der Studierenden an Hochschulen in Deutschland vom Wintersemester 2002/2003 bis 2013/2014 13/14

2.616.881

12/13

2.499.409 2.380.974

10/11 09/10 08/09

Wintersemester

07/08

2.217.604 2.121.190 2.025.742 1.941.763

06/07

1.979.445

05/06

1.986.106

04/05 03/04 02/03

1.963.598 2.019.831 1.939.233

Quelle: Statistisches Bundesamt © Statista 2014

42

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Anzahl der immatrikulierten Studenten

11/12

über 20.000 Studenten, ist eine Institution, die ihren Standort nicht verlagert. Hier gibt es keinen Vorstand, der ein Sparprogramm erlässt und 30 % der Mitarbeiter entlässt, kein Rationalisierungsprogramm, das 5.000 Arbeitsplätze ins Ausland verlagert. Eine Universität ist eine Universität und bleibt eine Universität und das über viele Generationen zum Teil über Jahrhunderte hinweg. Die Hochschule ist ein Bestandteil der Stadt, der Region und wird dort verbleiben und mit ihr die Studenten – und diese brauchen bezahlbaren, modernen Wohnraum in der Nähe zur Hochschule. Als Investment mit einer systemisch höheren Fluktuation ist darauf zu achten, dass die eingesetzte Verwaltung auch den speziellen Anforderungen studentischen Wohnraums entspricht. Die normale Immobilienverwaltung dürfte damit überfordert sein. Hier sind Spezialisten gefragt, die sich auf die Bedürfnisse der Studenten und deren Anforderungen eingestellt haben. Dazu zählt auch ein Betreuer, Concierge oder Ansprechpartner vor Ort. Wenn dies noch durch einen Service-Kiosk abgerundet wird und die Wohnanlage an einen Car-Sharing-Pool angeschlossen ist, braucht man sich über eine Auslastung der Immobilie oder eine alternative Nutzung keine Gedanken zu machen. Ein weiterer Trend ist in den letzten Jahren parallel zum Wachstum in den Studentenzahlen entstanden. Immer mehr Arbeitnehmer suchen Unterkünfte für eine längerfristige, aber nicht dauerhafte Unterbringung in prosperierenden Städten. Dazu gehört zum Beispiel der Berufspendler mit Wohnsitz für die Familie im Grünen oder Mitarbeiter, die für zeitlich befristete Projekte einen Standortwechsel vollziehen. Auch der Auszubildende von heute beginnt seinen Berufseinstieg nicht unbedingt am Wohnort der Eltern. Ein Ausbildungsplatz in einer anderen Stadt ist heute immer mehr der Standard – Flexibilität ist gefragt und gefordert. Auch dies ist eine Anforderung an den Wohnungsmarkt und steigert die Attraktivität und langfristige Nachfrage nach studentischem Wohnraum. Hans J. Bär, CEO Financial Solutions St. Gallen AG

Foto: © Kirill Kedrinski - Fotolia.com

sondern moderne, qualitativ hochwertige Apartments zu attraktiven Mietpreisen. Die Spanne reicht dabei von staatlich geförderten Wohnheimen (rund 230.000 Einheiten) über klassische Wohnungen, die mit mehreren Mietern belegt werden, bis hin zu hochmodernen Wohnanlagen, mit Fitnessräumen, Bibliotheken und Räumen für gemeinsame Unternehmen wie Sportübertragungen oder Geburtstagspartys. Ein klar zu erkennender Trend hierbei ist die zunehmende Nachfrage nach möblierten Einzimmerapartments. Einfach in der Anmietung, keine Investition in Möbel und die Hochschule in direkter Umgebung sowie Serviceleistungen wie Kioskbetrieb oder Paketannahme als Add-on.


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ASSISTANCE VERTRIEB I Kolumne

Erfolge sind nie Zufall Jeder wünscht sich Erfolg, mancher möchte sogar erfolg-reich werden. Der Weg zum Erfolg ist jedoch kein Wunschkonzert.

Doch was ist das Gegenteil von Erfolg? Die spontane Antwort auf diese Frage ist meist: Misserfolg. Das Unterbewusstsein kennt jedoch keine Verneinung, also wird es Misserfolg wie Erfolg im Unterbewusstsein definieren. „Ich möchte nie arm sein“, sagen die einen, andere sagen „ich möchte immer in finanzieller Unabhängigkeit leben“. Jeder Gedanke, der in unseren Geist gelangt, drängt danach Wirklichkeit zu werden. Nie arm sein bedeutet, dass arm im Unterbewusstsein verankert wird. Finanziell unabhängig sein wird als positiver Begriff geankert. Andere beantworten diese Frage „was ist das Gegenteil von Erfolg?“ mit „Faulheit, Nichtstun“, als Ursache für Misserfolg. Es gibt kein Nichtverhalten, Menschen verhalten sich immer, durch ihre Körpersprache oder ihre verbalen Äußerungen. Erfolg oder Misserfolg ist immer das Ergebnis von Verhalten. Das Gegenteil von Erfolg ist Mittelmäßigkeit. Ein mittelmäßiger Sportler wird niemals in die Spitze vordringen. Das gleiche gilt auch für mittelmäßige Führungskräfte, Verkäufer und so weiter.

Wer das tut, was er schon immer getan hat, kann nie mehr erhalten, als das, was er schon immer bekommen hat. 44

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Nur neue Wege führen zu besseren Ergebnissen. Neue Wege zu gehen setzt voraus, dass man bereit ist die alten Wege und Gewohnheiten zu verlassen. Seine Komfortzone zu verlassen, Neuland zu betreten, erfordert vor allem • seine Einstellungen zu ändern: vom Misserfolgsvermeider zum Erfolgssucher; • eigenes Verhalten bewusst zu steuern: die Reaktionen meines Gegenübers sind die Folge meines Handelns, ist dabei eine wichtige Erkenntnis; • die Wirkung des eigenen Verhaltens auf andere bewusst wahrzunehmen; • die eigene Vorstellungskraft erweitern: das schaffe ich, das kann ich …; • die Effizienz des eigenen Verhaltens stetig verbessern; • die intrinsische Leistungs-Motivation weiterentwickeln; • Spaß entdecken am eigenen Tun: • permanentes Controlling mit professioneller, externer Begleitung. Nur Sieger können gewinnen – Sieger zu sein ist ein Zustand, ist ein Gefühl. Zweifler siegen nie und Sieger zweifeln nie. Der Sport liefert uns regelmäßig Beispiele dafür, wie aus scheinbar aussichtsloser Ausgangslage Erfolge erzielt wurden. Noch nie hat jemand gewonnen, der aufgegeben hat. Um eigene Stärken und Schwächen zu erkennen bedarf es eines Coaches, der eingreift bevor Resignation das eigene Handeln zu bremsen droht. Auf einen ganz einfachen Nenner gebracht: Erfolgreiche machen das, was Erfolglose unterlassen. Hans D. Schittly, Schittly & Dinler AG TrainCoaching mit nachhaltigem Erfolg

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A

ls erfolgreich fühlt sich derjenige, der seine zuvor gesetzten Ziele erreicht hat. Meist beginnt Erfolglosigkeit damit, dass keine Ziele formuliert wurden oder die Ziele utopisch hoch, also von Beginn an unerreichbar waren. Beides verursacht Frustrationen. Noch schlimmer ist es, wenn unrealistische Ziele formuliert werden, wie „mein Ziel ist es Lotto-Millionär zu werden“. Es gibt keinen Weg, dieses Ziel mit Sicherheit zu erreichen.


ASSISTANCE VERTRIEB I Geschlechtervielfalt im Finanzsektor

Gegen die Quote V

ielfalt („Diversität“) am Arbeitsplatz verspricht Wettbewerbsvorteile. Der Begriff „Diversität“ bezieht sich auf die Zusammenstellung von Teams mit Mitarbeitern unterschiedlicher Herkunft, Geschlecht, Alter und weiteren Dimensionen. Mit Blick auf das Thema Geschlechtergleichstellung geht es vornehmlich darum, Frauen stärker in die Führungsgremien der deutschen Wirtschaft einzubinden. Eine aktuelle Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) in Berlin zeigt nun: Weniger als 6 % aller Dax30-Vorstände sind weiblich – und der Wert ist rückläufig. Die Bundesregierung hat sich daher im Koalitionsvertrag auf eine Quotenregelung verständigt. Ab 2016 wird für 100 börsennotierte Unternehmen ein Frauenanteil in den Aufsichtsräten von mindestens 30 % festgeschrieben. Etwa 3.500 weitere mittelständische und kleine deutsche Firmen sind bereits ab 2015 verpflichtet, sich selbst Zielvorgaben („flexible Quote“) für Aufsichtsrat, Vorstand und die obere Management-Ebene zu geben. Die EUKommission schlägt eine Quote von 40 % für Aufsichtsräte börsennotierter Unternehmen bis 2020 vor – und drängt auf eine Umsetzung in den Mitgliedsländern. Doch wie ist die Situation speziell im Finanzsektor: Machen Frauen selten Karriere in den Chefetagen?

Am 15. Oktober traf Angela Merkel im Kanzleramt eine Gruppe von 100 Frauen in Führungspositionen. Das gemeinsame Anliegen waren die geplante gesetzliche Regelung zur Frauenquote und deren Vorteile für die deutsche Wirtschaft. Das Thema liefert weiterhin Zündstoff. Eine aktuelle Studie zeigt nun: Gerade in Banken und Geldinstituten sind Karrieren noch sehr unterdurchschnittlich weiblich.

Das Karrierenetzwerk eFinancialCareers hat im August dieses Jahres 5.000 Finanzexperten in acht Ländern, davon 263 in Deutschland, zumThema Diversität befragt. Die wesentlichen Ergebnisse der eFinancialCareers-Studie für Deutschland: 63 % der deutschen Finanzexperten sehen das Thema Gendergerechtigkeit im deutschen Finanzsektor unzureichend umgesetzt. Sechs von zehn Umfrageteilnehmern (59 %) sagen, dass

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mäßig vertreten sind. In allen anderen Ländern war die Anzahl höher. Zwei Drittel sind es in Singapur, über 50 % in Hongkong und den USA und über 40 % in Großbritannien und Australien.

schnitte (unter anderem Frührente, Mütterrente, Mindestlohn) fordern zahlreiche Wirtschaftsvertreter nun Entlastung. Ihr Argument: Die Quote könnte Wachstum und Wettbewerbsfähigkeit der hiesigen Unternehmen gefährden. Die Pikant dabei ist jedoch, dass die Um - vielfältigen ökonomischen und weitesetzung einer Diversitätsstrategie, so ren Vorteile einer zielgerichteten Intedie Teilnehmer der eFinancialCareers- gration von Frauen in die EntscheiStudie, von den Unternehmen selbst dungsstrukturen von Unternehmen wererfolgen soll. Staatlichen Quoten ertei- den in Deutschland dennoch gesehen. So len zwei Drittel (64 %) der Befragten zeigen sich in der eFinancialCareerseine Absage. Ist dies Wasser auf die Müh- Studie 82 % der in Deutschland befraglen der Quotenkritiker in Deutschland? ten Finanzexperten vom Mehrwert einer Diese sehen in der Frauenquote einen vielfältigen Belegschaft, inklusive geEingriff in den Handlungsspielraum und mischter Führungsteams, überzeugt. Die etwaige Aktionärsentscheidungen der Gefahr lauert nach Auffassung einiger Unternehmen. Vor dem Hintergrund Gleichstellungsexperten ohnehin eher in gesunkener Konjunkturprognosen und der psychologischen Komponente einer nach einer Reihe sozialpolitischer Ein- Frauenquote, nämlich dann, wenn Frauen mit dem Stigma behaftet werden, sie seien dank der Quote und nicht dank ihrer Leistungen und Qualifikationen in TopPositionen befördert worden. Um eine Gleichstellung innerhalb des Finanzsektors zu erreichen und mehr Chancen für Frauen in den Spitzengremien der Banken zu realisieren, bedarf es noch immenser Anstrengungen. Perspektivisch muss eine profunde Diversitätsstrategie einen karrierebezogenen Ausgleich der Geschlechter über alle Hierarchieebenen hinweg leisten. Entscheidender Hebel werden aber die Rahmenbedingungen sein, die man berufstätigen Frauen bietet. Jeder fünfte Teilnehmer (26 %) der eFinancial Careers-Studie hält flexiblere Arbeitszeitmodelle für eine Schlüsselmaßnahme erfolgreicher Gleichstellung, nahezu jeder Fünfte (19 %) nennt Unterstützungsleistungen bei der Kinderbetreuung. Aus unserer täglichen Beratungspraxis wissen wir, dass Finanzinstitute bereits sehr gezielt und proaktiv nach weiblichen Top-Talenten suchen. Den Bewusstseinswandel oder ein tatsächliches Umdenken in der Unternehmenskultur müssen die Geldinstitute aber auch vollziehen – reine Lippenbekenntnisse zur Aufpolierung der Arbeitgebermarke reichen nicht aus. Tanja Apel-Mitchell, Director Continental Europe & Middle East eFinancialCareers fin@nzwelt online 04/2014

Foto: © Nomad_Soul - Fotolia.com

Männer bei Gehaltsverhandlungen in Deutschland besser abschneiden als ihre weiblichen Kollegen. Die Ergebnisse decken sich mit den Analysen der DIWStudie. Danach liegt der Frauenanteil bei allen Beschäftigten in allen Hierarchieebenen im deutschen Finanzsektor zwar bei über 50 %, dies korreliert aber nicht mit einem gleichsam hohen Anteil in den Führungsgremien. Kurzum: Die Diskussion um Diversity und Gleichstellung hat in der deutschen Finanzbranche noch keine wesentliche Annäherung der Karrieren in den Führungspositionen bewirkt. Noch schlimmer: Deutschland ist gemäß der eFinancialCareers-Studie sogar Schlusslicht. Nur 21 % der deutschen Finanz-Professionals gaben an, dass Frauen und Männer in ihrem Unternehmen in Führungspositionen gleich-

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