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Die Zeitschrift des Fachvereins Jus der Universität Zürich

Jus International Lohnt sich die Mobilität? Summer Schools Fünf Wochen im Senat

Herbstausgabe 2011


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Editorial

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Geschätzte Leserschaft Wer hat sich nicht schon danach gesehnt, die Koffer zu packen und ins nächste Flugzeug zu steigen? Wie schön wäre es doch manchmal, das jetzige Leben mit all seiner Mühsal zurückzulassen und stattdessen irgendwo in der Wärme zu liegen? Die N'Jus®-Redaktion hat genau dies getan – zumindest journalistisch. In der vorliegenden Ausgabe beschäftigte uns das Thema «Jus International». Unsere Schreiberlinge bereisten alle möglichen Teile der Erde und berichten von Summer Schools in London und Los Angeles, erzählen über den LLM in New York oder schreiben vom Praktikum beim Senat in Washington. Bekanntlich sind solche Auslandreisen auch als Mobilitätsstudierende in Erasmus- oder anderen Programmen möglich. Doch sind solche Auslandsemester überhaupt lohnenswert? Diese Frage soll gleich von zwei Seiten beantwortet werden. Einerseits beschäftigte sich Miriam Scherrer in ihrem Artikel mit der studentischen Sichtweise, andererseits lassen wir in unserer neuen Rubrik «Pro & Contra» die Professoren zu Wort kommen. Doch aufgepasst: Auch in fremden Ländern kann der Paragraphenteufel zuschlagen. Wer die sonderbaren Gesetze in Amerika für Ammenmärchen hält, kann sich in diesem N'Jus® vom Gegenteil überzeugen. Die von Gian Ege für die Seite «Das Letzte» zusammengesuchten Gesetze gibt es nämlich wirklich. Aber auch die Daheimgebliebenen sollten das Magazin nicht achtlos beiseitelegen. In unseren neuen Rubriken «Karriere» und «Amjusment» gibt es genügend interessanten Lesestoff, der zwar nicht zum Erwerb von ECTS-Punkten verhilft, vielleicht aber zum nächsten Kurzpraktikum: Fabio Andreotti hat seine eigene Erfahrung und diejenige anderer Studierender mit Kurzpraktika bei grösseren Anwaltskanzleien in einem Artikel zusammengefasst und mit nützlichen Tipps versehen. Hier liegt es nun, das neue N'Jus®, Produkt vieler Hände, vieler Gedanken und vieler Arbeitsstunden. Möge es euch erfreuen und zumindest gedanklich in die Ferne schweifen lassen. Herzlichst Simone Ursprung Redaktionsleitung N'Jus®

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Inhaltsverzeichnis Artikel 06   Lohnt sich die Mobilität? 10   Meine fünf Wochen Senat Karriere 12   LL.M. an der Columbia Law School – mehr als nur ein Sprachaufenthalt 16   Kurzpraktika in Zürcher Wirtschaftskanzleien –

Start in die Karriere?

Studium 20   NMUN 2011- das etwas andere Seminar 22   Pro und Contra: Mobilität im Bachelor 24   LSE Summer School: The English Law Experience 26   Summer Law & English Program @ Los Angeles, CA –

«Don’t be such a party pooper!»

29   Neuigkeiten aus dem Fachverein 31   Ich bin ein Tessiner: Zurigo sì, Zurigo no

Amjusment 33   Bibliothekenrundgang 35   Kolumne 36   Ferien vor dem Gesetz


Mobilität

Lohnt sich die Mobilität? Miriam Scherrer

Viele Studenten folgen dem Ruf der Ferne und verbringen eine gewisse Zeit an einer anderen Universität. Ein Auslandsemester ist eine wertvolle Erfahrung und öffnet Türen. Aber zuerst gilt es, die administrativen Hürden zu überwinden. Auch die Mobilitätsregelung der Fakultät wirft Fragen auf. Die Universität Zürich hat im Rahmen des ErasmusProgramms mit 54 Partneruniversitäten aus 21 europäischen Ländern einen Vertrag abgeschlossen. Zudem öffnen unter anderem Fachabkommen und bilaterale Abkommen die Türen zu fremden Hochschulen (siehe Info-Box). Die Studenten scheinen also nahezu grenzenlose Möglichkeit zu haben, was die Mobilität betrifft. Doch was bringt ein Semester im Ausland? Und fördert die Bologna-Reform tatsächlich die Mobilität? Für Jus-Studenten der Universität Zürich, die mit einem Auslandsemester liebäugeln, ist Frau Michaela Sweet die erste Anlaufstelle. Sie ist die Mobilitätsverantwortliche der Rechtswissenschaftlichen Fakultät. «Ein gewisser Papierkrieg ist im Zusammenhang mit einem Auslandsemester leider unvermeidbar», sagt Sweet. Deswegen seien die Studenten in der Regel etwas vor den Kopf gestossen. «Man muss sich beispielsweise sowohl bei der Heimuniversität als auch bei der Partneruniversität anmelden.» Der administrative Aufwand würde sich aber auf jeden Fall lohnen. «Ein Auslandsemester ist eine tolle Erfahrung.» Neben dem Erwerb von Studienleistungen, die man an der Heimuniversität anrechnen lassen kann, lerne man viele Leute, eine fremde Sprache und eine andere Universität kennen. «Es ist eine grosse Leistung, wenn ein Student sich alleine in einer fremden Stadt zurecht findet.» Mobilität im Trend Rund 52 Studenten der Rechtswissenschaftlichen Fakultät stellen sich momentan dieser Herausforderung und verbringen ein Semester im Ausland. Damit ist die Zahl der Teilnehmer an einem Mobilitätsprogramm im Vergleich zu den vorhergehenden Jahren deutlich gestiegen. «Ich kenne den Grund für diese Zunahme nicht. Das Programm hat sich nicht verändert», sagt Sweet. Sie freue sich aber sehr über

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das rege Interesse an einem Auslandsemester. «Die hohe Teilnehmerzahl widerlegt Gerüchte, wonach die Mobilität im Zuge der Bologna-Reform abgenommen habe.» Bei den Studenten würden sich insbesondere die Law School des King’s College sowie die Universität Paris Nanterre grosser Beliebtheit erfreuen. «Dies ist darauf zurückzuführen, dass beides interessante Weltstädte sind.» Dabei hätten auch viele Universitäten im Osten ein attraktives Angebot. «Viele Studenten sind sich dessen nicht bewusst.» Durch die Konkurrenzsituation mit dem Westen würden sich diese Universitäten bemühen, ein vielfältiges Programm und eine gute Betreuung für ausländische Studenten zu gewährleisten. Keine Lehrbücher in Paris Florian Bernet gehört zu den Studenten, die ein Semester in einer Weltstadt verbracht haben. Er studierte ab Herbst 2008 für zwei Semester an der Pariser Universität Nanterre. Damit war Florian einer der ersten, die als Bachelorstudenten ins Ausland gehen konnten. «Paris ist die grösste Stadt in Frankreich und kulturell sehr vielseitig», begründet Florian seine Wahl. Neben der Erweiterung seines juristischen Horizontes, sei es ihm ein grosses Anliegen gewesen, sein Französisch zu vertiefen. Deshalb habe er insgesamt vier Sprachkurse belegt. «Das juristische Vokabular ist sehr anspruchsvoll auf Französisch.» Erschwerend komme hinzu, dass es zu den meisten Vorlesungen, die er in Paris besuchte, keine Lehrbücher oder Folien gegeben habe. «Der Professor hat den Stoff praktisch mündlich diktiert.

Nach einem Semester in der Westschweiz sind Gesetze auf Französisch verständlich.

Die Studenten versuchten, so gut wie möglich, mitzuschreiben», erinnert sich Florian. Ohne fundierte juristische Sprachkenntnisse sei es beinahe unmöglich gewesen, sich brauchbare Notizen zu machen. Zum Glück hätten seine Mitstudenten ohne zu zögern ihre Aufzeichnungen mit den Austauschstudenten geteilt. «Die Notizen von einem Semester hatten teilweise auch schon fast den Umfang eines Buches», lacht Florian. Mithilfe dieser Notizen aus den Vorlesungen hat er die Fächer Strafrechtsgeschichte, «Law and Globalization», europäisches Wirtschaftsrecht sowie Euro-

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Mobilität

parecht mit guten Noten abgeschlossen. Diese Prüfungen konnte sich Florian an der Universität Zürich als Wahlpflichtfächer anrechnen lassen, zwei Sprachkurse zählten als Wahlmodule. «Es ist super, dass man bei der Fächerwahl kaum eingeschränkt ist.» Immerhin können alle Module einer anderen Uni angerechnet werden, die sich irgendwie einem Wahlpflichtpool der Universität Zürich zuordnen lassen. «Wenn das Bachelor-Studium in Zürich etwas anders aufgebaut wäre, könnte man sogar noch mehr Fächer im Ausland abschliessen», sagt Florian. Denn es sei schade, dass beispielsweise Rechtsgeschichte und ähnliche Grundlagenfächer sowie viele internationale Module in einem frühen Stadium abgehandelt würden. «Diese Module könnten perfekt an einer anderen Uni abgelegt werden.» Wieso Fehlversuche? Ein Kritikpunkt an der aktuellen Mobilitätsregelung ist gemäss Florian die Sache mit den Fehlversuchen: «Es ist mobilitätshemmend, wenn jedes angerechnete Wahlpflichtmodul als Fehlversuch gewertet wird.» Diese Bestimmung entspreche wohl nicht dem Geist von Bologna. «Wenn man schon nur drei ETCS-Punkte pro Wahlpflichtfach, das gut und gerne auch mal 7 ETCS-Punkte umfasst, anrechnen lassen kann, ist es frustrierend, wenn das Ganze noch weiter eingeschränkt wird.» Zudem sei es schade, wenn man beispielsweise zehn Prüfungen im Ausland mit guten Noten bestehe und dann mit derselben Anzahl Fehlversuchen quasi dafür bestraft werde. «Mich hat diese Regelung nicht in Bedrängnis gebracht, aber wer schon viele Fehlversuche benötigt hat, überlegt sich ein Auslandsemester wohl zwei Mal.» Auch Livius Schill, der während seinem Bachelor-Studium zwei Semester in Genf verbrachte, hat wenig Verständnis für diese Vorschrift. «Es ist ärgerlich, dass jedes angerechnete Modul wie ein Fehlversuch behandelt wird», sagt Schill. Dies sei einer der grössten Minuspunkte der Mobilität. «Diese Regelung ist nicht logisch und ein Nachteil für die Studenten.» Es wäre gemäss Livius sinnvoller, die tatsächlich erzielten Fehlversuche an der Gastuniversität zu berücksichtigen. Nicht in Bedrängnis Bei der umstrittenen Bestimmung handelt es sich um Ziff. 9 der Richtlinien über die Anerkennung und Anrechnung von Leistungsnachweisen an den Bachelor of Law und an Recht als Nebenfach (RLA BLaw). Die Mobilitätsverantwortliche Michaela Sweet hat Verständnis dafür, dass diese Vorschrift in den Augen der Studenten etwas ungerecht anmutet. Dennoch habe es seine Berechtigung, dass an der Gastuniversität absolvierte Prüfungen zu einer Reduktion der Anzahl Fehlversuche an der Universität Zürich führen würden. Schliesslich müssten Studenten, welche sich aus der Mobilität Leistungsausweise anrechnen lassen, in Zürich weniger Module abschliessen. Die Reduktion erfolge also unter Berücksichtigung der Module, welche an der Universität Zürich nicht mehr absolviert werden müssen. «Um die Gleichbehandlung mit Studenten sicherzustellen, welche das gesamte Studium an der Universität Zürich absolvieren, müssen die Anzahl Fehlversuche reduziert werden»,

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Das King’s College in London ist eine von vielen Partneruniversitäten der UZH.

sagt Sweet. Diese Regelung gilt im Übrigen nicht für angerechnete Wahlmodule und Bachelorarbeiten. «Im Gegensatz zu anderen Universitäten und Fakultäten müssen die JusStudenten nicht im Vorfeld genau festlegen, welche Prüfungen sie im Ausland ablegen werden», erklärt Sweet. Es werde auch keine verbindliche Mindestanzahl ECTS-Punkte festgelegt, welche für eine Anerkennung der Leistungsnachweise im Ausland absolviert werden müssten. Ein im Voraus festgelegtes Pensum von 30 ECTSCredits bringe die Gefahr mit sich, dass die Studenten an der Partnerfakultät zu viel Arbeit bewältigen müssten, zumal viele Partneruniversitäten lediglich Module anbieten, für die nur wenige ETCS-Punkte vergeben würden. Dieses grosse Arbeitspensum könne dazu führen, dass die Studenten mehr Fehlversuche als anrechenbare Studienleistungen aus der Mobilität nach Hause bringen, heisst es in der Erklärung der Rechtswissenschaftlichen Fakultät (RWF) zu Ziff. 9 der RLA BLaw. «Durch die Regelung der Rechtswissenschaftlichen Fakultät können die Studenten frei wählen, welche Vorlesungen sie besuchen wollen», sagt Sweet. Ob und wie viele Leistungen tatsächlich angerechnet werden, liege ebenfalls im Ermessen der Studenten. «Falls jemand schon viele Fehlversuche zu verzeichnen hat, kann man sich auch komplett gegen eine Anrechnung von Leistungen entscheiden.» Bei einem strikteren Learning-Agreement, also einem im Voraus festgelegten Arbeitspensum, könne diese Wahlfreiheit dagegen nicht gewährleistet werden. Bleibende Kontakte Obwohl die angerechneten Prüfungen gleichzeitig als Fehlversuch zählten, würde Livius sofort wieder an einer Gastuniversität studieren. «Man ist an einem fremden Ort, ohne sein gewohntes Umfeld und muss sich erst einmal zurecht finden.» Es sei aber eine gute Erfahrung, einmal ganz auf sich allein gestellt zu sein. «Am Anfang kommt man sich vielleicht ein wenig hilflos vor.» Umso schöner sei es aber, wenn man merke, dass ein neues soziales Umfeld entstehe und der neue Studienort langsam zum vertrauten Lebensmittelpunkt werde. «In Genf sind einige gute Freundschaften entstanden.» Dank seinen neu gewonnenen Sprachkenntnissen bereite ihm die Lektüre französischer Bundesgerichtsentscheide heute kaum mehr Mühe.

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Mobilität

Prüfungen mal anders Auch die Prüfungen auf Französisch hat Livius bestanden, obwohl er zu Beginn etwas unsicher war. «Die Prüfungsmodalitäten in Zürich und Genf unterscheiden sich stark voneinander.» In Genf sei das Prozedere weit weniger stark reglementiert. «Die Prüfungen schrieben wir im Hörsaal, einfach um jeweils ein paar Stühle versetzt, und als die Prüfung vorbei war, stellten sich alle in eine Reihe, um sie selbst abzugeben.» So etwas wie Aufseher habe es nicht gegeben. «Der Ablauf hat mich an meine Zeit im Gymnasium erinnert.» Auch die Administration funktioniere in Genf etwas anders. «Von Zürich war ich mir gewohnt, alles übers Internet abzuwickeln.» In Genf sei hingegen das Meiste, etwa Prüfungsanmeldungen, Adresswechsel, Informationsbeschaffung, über den persönlichen Kontakt zum Sekretariat gelaufen. «Statt Lehrbüchern wurden fast in jedem Fach eigens für das jeweilige Modul erstellte Theorie-Skripten verkauft.» Zudem sei es wichtig, die einzelnen Lehrstühle gut zu kennen. «Die Vorlesungen waren sehr unterschiedlich gestaltet, nur wenige Professoren benutzen PowerpointPräsentationen, die meisten arbeiteten nur mit dem Skript oder sogar ausschliesslich mit Gerichtsentscheiden.» Schwierige Wohnungssuche Die beiden Städte unterscheiden sich aber nicht nur im Bezug auf ihre Universitäten voneinander. «Für Studenten waren Kost und Logis in Genf noch teurer als in Zürich», erinnert sich Livius. Das habe ihn zu Beginn etwas überrascht. «Hinzu kommt, dass die Wohnungssituation in Genf eine Katastrophe war.» Deshalb sei es wichtig, sich vor einem Austauschsemester frühzeitig um eine Bleibe zu kümmern. «Die beste und günstigste Variante ist wohl die Zimmervermittlung der Universität Genf.» Für ein solches Zimmer müsse man sich aber lange vor seinem Austauschsemester bewerben. Auch jenseits der Landesgrenzen kann sich die Suche nach einer Wohnung schwierig gestalten. Florian reiste bereits einen Monat vor Semesterbeginn für eine Woche nach Paris, um eine Wohnung zu finden. «Ich habe unzählige E-Mails verschickt und viele Telefonate geführt, trotzdem war das Resultat ernüchternd.» Glücklicherweise konnte er aber dank Beziehungen für eine beschränkte Zeit in einem Studio, mit einem traumhaften Blick auf den Eiffelturm, wohnen. «Diese Übergangslösung war eine extreme Erleichterung.» Nach Studienbeginn habe er sich schliesslich vor Ort in Ruhe nach einer Wohnung umsehen können - und wurde fündig. Abgesehen von der schwierigen Wohnungssuche sei die Vorbereitungszeit aber keine Belastung gewesen, sagt Florian. «Das Ganze lief mehr oder weniger reibungslos, ich musste einfach viele Formulare ausfüllen und rechtzeitig einreichen.» Allerdings habe er nach der Anmeldung von der Universität Nanterre lange nichts gehört. «Diese Uni ist aber bekannt dafür, dass die Administration eher chaotisch abläuft.» Die Universität Zürich sei wesentlich besser organisiert. «In Paris haben phasenweise die Professoren gestreikt. Man wusste im Vorfeld manchmal nicht, welche Veranstaltung tatsächlich stattfinden würde.»

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Mobilität

Informationen zur Mobilität Wer im Ausland studieren will, hat die Wahl zwischen drei verschieden organisierten Programmen. Erasmus gewährleistet die Mobilität innerhalb Europas. Die Erasmus-Verträge bilden die Grundlage für den Studienaustausch. Diese Vereinbarungen stellen sowohl die Studienplätze als auch die Anrechnung von Leistungen sicher. Ausserdem unterhält die Rechtswissenschaftliche Fakultät momentan elf Fachabkommen mit Universitäten aus der ganzen Welt. Das dritte organisierte Programm ist ein Austausch im Rahmen eines bilateralen Abkommens. Im Gegensatz zu den Fachabkommen steht diese Möglichkeit Studenten aller Fachrichtungen offen. In der Regel darf nur einmal an einem Austausch mit Hilfe eines organisierten Programms teilgenommen werden. Hinzu kommt, dass bei einigen Programmen ein Sprachnachweis in Form eines Dip-

Vertrauen haben Sweet kennt die Schwierigkeiten, mit denen die Studenten im Ausland konfrontiert werden. «Oftmals sieht das Vorlesungsverzeichnis vor Ort anders aus als im Internet, sodass der ursprüngliche Anrechnungsantrag geändert werden muss», sagt Sweet. Vor allem bei den Universitäten im Süden sei es nicht einfach, alle relevanten Informationen im Vorfeld zu erhalten. «Die Internetseiten der Universitäten enthalten wenige Informationen zum Studienangebot und die zuständigen Personen sind kaum erreichbar.» Deshalb sei es wichtig, Vertrauen zu haben. «Studenten sollten alles ruhig angehen und davon überzeugt sein, dass es gut kommen wird.» Trotz der anfänglichen Ungewissheit überwiege am Schluss das Positive. «Dies zeigen die Rückmeldungen der Mobilitätsstudenten.» Man dürfe sich also von den administrativen Hindernissen zu Beginn nicht abschrecken lassen. «Ein Auslandsemester bringt einen persönlich weiter und wird darüber hinaus auch in der Arbeitswelt honoriert .»

loms gefordert wird. Es ist also sinnvoll, sich frühzeitig zu informieren. Neben den universitären Programmen besteht auch die Möglichkeit, seinen Austausch selbst zu organisieren. Die Grundlage für ein Austauschsemester in der Schweiz bildet eine Rahmenkonvention zwischen den schweizerischen Hochschulen über die Mobilität der Studenten. Diese Vereinbarung sichert die Anerkennung von Modulprüfungen. Für Teilnehmer am CH-Unimobil Programm ist der administrative Aufwand vergleichsweise gering.

Weiterführende Angaben: http://www.ius.uzh.ch/mobilitaet

Bestens vorbereitet an die Prüfung Michaela Sweet zeigt die Austauschdestinationen in Europa.

Vorteile im Job Dies bestätigt Urs Weber von der Anwaltskanzlei Wenger & Vieli in Zürich. Er sagt: «Ein Austauschsemester ist grundsätzlich von Vorteil, vor allem wenn es im englischen Sprachraum gemacht wurde.» Allerdings seien die Abschlussnoten des gesamten Studiums in der Regel die erste Hürde. «Wer einen Notenschnitt hat, der deutlich unter fünf liegt, kann dies mit einem Semester im Ausland nicht wettmachen.» Bei den Bewerbern mit guten Noten würden jene vorgezogen werden, welche Auslanderfahrung mitbringen. Ein Semester im Ausland kann den Studenten also tatsächlich Türen öffnen. Wer den administrativen Aufwand nicht scheut, eine längere Studiendauer in Kauf nimmt, macht eine tolle Erfahrung und lernt dazu eine Fremdsprache nahezu perfekt. Als bitterer Nachgeschmack bleibt allerdings die wenig nachvollziehbare Regelung, wonach jede bestandene Prüfung an einer fremden Universität, die in Zürich angerechnet wird, gleichzeitig als Fehlversuch zählt. Wer also schon einige Fehlversuche in Anspruch genommen hat, kann es sich unter Umständen nicht erlauben, viele Module einer anderen Universität anrechnen zu lassen.

Thema

Kurz gefasste Darstellung mit Tafeln, Übungen und Lösungen Josef Studer, Andreas Eckert, Peter Straub

Repetitorium Strafprozessrecht 2., vollständig überarbeitete Auflage, 2011 204 Seiten, broschiert Fr. 59.– ISBN 978-3-280-07242-4

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Senat

Für fünf Wochen im Senat Judith Köppel

Jeden Sommer strömen hunderte Amerikanische Studenten in die Hauptstadt der USA, um im Amerikanischen Senat oder dem Repräsentantenhaus ein Praktikum zu absolvieren. Aufgrund von Vitamin B und einer enormen Portion Glück hatte auch ich die einmalige Gelegenheit, fünf ausserordentlich spannende Wochen beim Senat zu verbringen. Zum diesem Praktikum kam ich durch einen Familienfreund, der seit einiger Zeit im Büro des Senators James Risch aus dem Staat Idaho arbeitete. Wie ich später erfuhr, ist es sehr schwierig, eine dieser begehrten Praktikumsstellen zu erhalten. Die unentgeltlichen (!) Praktika sind unter den Studenten und Studentinnen ausgesprochen beliebt, weil einerseits der Nachweis eines Senatspraktikums den Lebenslauf aufwertet und dies wiederum die Jobchancen vergrössert. Andererseits können für die spätere Karriere Kontakte geknüpft werden. Zu guter Letzt erhält man einen tiefgehenden und authentischen Einblick in das Leben eines Amerikanischen Politikers.

Aussicht von meinem Arbeitsplatz: das Capitol, Wahrzeichen von Washington DC und Ort der Senatssitzungen

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Bewerbungsverfahren und «Clearance» Die Praktikumsstelle bekommt entweder, wer sich im Rahmen eines Bewerbungsverfahrens gegen die anderen Studenten durchsetzen kann, oder aber wie ich Jemanden «vor Ort» kennt. Die Studenten können sich mehrheitlich jedoch nur für ein Praktikum bei einem der beiden Senatoren ihres Wohnsitzstaates bewerben. Ausländische Studierende werden nur ausnahmsweise aufgenommen. Zu Beginn des Praktikums untergeht jeder Praktikant und jede Praktikantin einer «Clearance», das bedeutet, dass ein «Background-Check» vorgenommen wird bzgl. Einträge im Polizeiregister, bei der «Homeland Security» und so fort. Danach wird eine Identitätskarte ausgestellt, die einen als Mitarbeiter des Senats ausweist und es erlaubt, gegen Vorweisung fast alle öffentlich zugänglichen Räume im Senat und in den übrigen Gebäuden zu betreten. Nicht selten trifft man auf bekannte Gesichter. So durfte ich mit Senator John Kerry aus Massachusetts drei Stockwerke lang den Lift teilen.

Senat

Die Arbeit im Senatsbüro Die Praktikanten im Senat werden zum einen eingesetzt, um den Telefon- und Briefverkehr zwischen den Bürgern eines Staates und ihrem Senator zu bewältigen. Zum anderen erhalten sie die Gelegenheit, rechtswissenschaftliche und politikwissenschaftliche Kurse zu besuchen, die im Rahmen des Praktikums angeboten werden. Viele der Praktikanten streben entweder eine juristische oder eine politische Karriere an. Ausnahmsweise dürfen die Praktikanten ihren Senator auch einmal in eine «Voting-session» begleiten und ihm dabei über die Schultern schauen. Die Arbeitszeiten sind im Übrigen ähnlich wie bei uns: Arbeitsbeginn ist zwischen 08:30 und 09:00 Uhr, dann folgt eine einstündige Mittagspause um etwa 12:00 Uhr und ab 17:00 Uhr gehen die Ersten bereits wieder. Beim Erledigen des Briefverkehrs war es interessant zu beobachten, wie

Thema

Hearings und das Pentagon Ich hatte ausserdem das Glück, während der Befragungswoche («Hearing») der heutigen Supreme Court Richterin Sonia Maria Sotomayor dabei sein zu dürfen. Wenn in den Vereinigten Staaten ein Bundesrichter oder eine Bundesrichterin ernannt wird, muss sie oder er zuvor ein Hearing vor den Senatoren absolvieren. Nur Mitarbeiter des Senats sowie Medienbeauftragte dürfen sich im entsprechenden Raum aufhalten; allerdings wird das Geschehen jeweils live im Fernsehen übertragen. Es war ausserordentlich spannend mitzuerleben, wie Frau Sotomayor den Senatoren souverän Rede und Antwort stand. Ein weiterer Höhepunkt meines Praktikums war eine Besichtigungstour des Pentagons in Begleitung eines US Generals, der uns die Türen des Pentagons weitaus mehr öffnete als normalen Touristen. Die fünf Wochen im US-Senat gingen rasch vorbei. Nicht nur das Praktikum war trotz arbeitstechnischer Unterforderung interessant und bereichernd, sondern auch der Aufenthalt in der Stadt Washington D.C. allgemein. Dort wächst man nicht auf, sondern man zieht hin, um für den Staat zu arbeiten. Daher ist die Stadt sehr durchmischt und durchaus international geprägt. Gleichzeitig bieten viele kostenlose Museen, schöne Parks und Monumente, sowie das rege Nachtleben abwechslungsreiche Unterhaltung während der arbeitsfreien Zeit. Wer also die Gelegenheit erhält, ein Praktikum im US-Senat zu machen, sollte diese unbedingt wahrnehmen.

Ausblick auf den Stadtpark "National Mall" am Fuss des Capitols, bekannt aus dem Film «Forrest Gump»

Zusammen mit Senator James Risch im Russell Senate Office Building

Richtlinie sie einschlagen. Dies hilft dem Senator, Entscheidungen zu fällen und er kann durch das Verfolgen dieser Interessen seinen Beliebtheitsgrad positiv beeinflussen.

ein Senator mit den Bürgern seines Staates kommuniziert. Wer sich beispielsweise im Staat Idaho ungerecht behandelt fühlt, kann sich in einem Brief, adressiert an Senator Risch in Washington D.C., darüber beschweren und darauf hoffen, dass ihm oder ihr weitergeholfen wird. Für die Beantwortung der Briefe besitzt jeder Senator ein Team von Mitarbeitern, die je auf einen Bereich spezialisiert sind. Meine Bürokollegin hatte sich auf Bildung und Gesundheit fokussiert und beantwortete im Namen des Senators Risch sämtliche Briefe in diesen Bereichen. Da Idaho ein relativ konservativer Staat ist, erhielten wir täglich Hunderte von Briefen der «Tea – Party» Bewegung: Sie enthielten lediglich einen Teebeutel und sollten den Senator daran erinnern, sich für tiefere Steuern einzusetzen. Viele Leute riefen auch direkt im Senat an, um sich über etwas zu informieren oder zu beschweren. Grundsätzlich besteht die Pflicht, auf jeden Brief zu antworten, jedoch konnten Senator Risch und sein Team nur in wenigen Fällen tatsächlich weiterhelfen. Durch diesen Brief- und Telefonverkehr weiss der Senator, was die Bürger seines Staates wollen und welche politische

Thema

Ort: Washington D.C., USA Länge: 4-8 Wochen Bezahlung: unentgeltlich Bewerbung: vgl. http://risch.senate.gov/public/index.cfm/ internships für ein Praktikum bei Senator James Risch, ansonsten Webseite des gewünschten Senators aufsuchen

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Interview

LL.M. an der Columbia Law School – mehr als nur ein Sprachaufenthalt Meltem Cetinkaya

Interview

Region auswählen. Letztlich ergibt sich dadurch eine sehr international und interessant zusammengesetzte Klasse. Wie viel kostet denn ein LL.M. und gibt es die Mög lichkeit, ein Stipendium zu erhalten? Die Law Schools weisen die Kosten jeweils auf ihren Websites aus. Im Durchschnitt betragen die Studiengebühren momentan ca. 50'000 US-Dollar pro Jahr. Ausserdem kommt die Finanzierung der Unterkunft hinzu. Insgesamt kostet das LL.M. somit ca. 80'000 US-Dollar. Stipendien gibt es teils von Universitäten und von wohltätigen Organisationen. Wichtig zu wissen ist, dass man ohne genügend Bargeld auf dem Konto kein Visum für die USA bekommt. St. Paul’s Chapel und Columbia-Studenten in cape und gown an der Abschlussfeier.

Die Buchstaben LL.M. schmücken manchen Namen von Professoren und Anwälten. Doch wie erhält man diesen Titel überhaupt? Lukas Müller hat im vergangenen Sommer seinen LL.M. an der renommierten Columbia Law School (New York) abgeschlossen. Er schildert in diesem Interview seine interessanten Erfahrungen. Was bedeutet die Abkürzung LL.M. und was muss man sich darunter vorstellen? Die Abkürzung LL.M. stammt aus dem Lateinischen und bedeutet «legum magister» bzw. «legum magistra», zu Deutsch Meister/Meisterin der Rechte. Das LL.M.-Programm an der Columbia Law School ist – genauso wie der Master of Law – ein Masterabschluss, welcher nach dem Bachelorabschluss gemacht wird. Der Zweck ist die Vertiefung des Wissens in ausgewählten Bereichen der Rechtswissenschaft.

Wohl das bekannteste Gebäude der Columbia University und ein beliebter Studententreffpunkt: die Low Memorial Library.

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Böse Zungen behaupten, der LL.M. sei nur ein sehr teurer Sprachaufenthalt. Was ist deine Meinung dazu? Das LL.M. ist teuer, aber bestimmt nicht «nur» ein Sprachaufenthalt. Ich habe in den Kursen, die ich an der Columbia besucht habe, sehr viel gelernt, insbesondere in den Bereichen Law & Economics, Vertragsrecht und Wirtschaftsrecht. Interessant ist auch, wie Finance und Recht miteinander verbunden werden. Natürlich hat es mir aber auch sehr viel Spass gemacht, die Kultur von New York und meiner Mitstudenten kennen zu lernen. Was sind der kulturelle, akademische und be rufliche Hintergrund sowie das Durchschnittsal ter der Studenten im LL.M.-Programm? Dies ist abhängig davon, woher die Studenten kommen. Die meisten LL.M.-Studenten an der Columbia waren früher in einer Wirtschaftskanzlei, am Gericht oder im diplomatischen Dienst tätig und somit liegt das Durchschnittsalter zwischen 27 und 35. In den USA besuchten bisher vor allem Ausländer das LL.M.-Programm. Seit der Finanzkrise absolvieren aber auch recht viele amerikanische Anwälte einen LL.M., um mit der Zusatzqualifikation einen Vorteil auf dem in den USA sehr harten Arbeitsmarkt zu erlangen. Was sind die Aufnahmevoraussetzungen für das LL.M.-Programm? Grundvoraussetzung für die Aufnahme in den LL.M.-Studiengang ist der Bachelor of Law (LL.B.) oder ein «Juris Doctor» (J.D.). Die Top-Universitäten setzen gute bis sehr gute Noten voraus. Wer nicht in einem englischsprachigen Land die Ausbildung absolviert hat oder nicht englischer Muttersprache ist, muss noch einen Sprachtest, wie z.B. den TOEFL, bestehen. Ausserdem setzen die meisten Universitäten voraus, dass die Bewerber zwei bis drei Jahre als Anwalt oder Richter tätig waren. Dies ist auch gut, um das nötige Geld für das LL.M.-Jahr zu sparen. Weiter gilt es zu berücksichtigen, dass die Universitäten die Bewerber meistens nach geografischen Voraussetzungen «poolen» und dann jeweils die besten Bewerber aus einer

Karriere

Wie gestaltet sich die Wohnungssuche? Die Universitäten in den USA organisieren auf dem Campus alles für dich. Ausserhalb unterstützen sie dich bei der Wohnungssuche. Bezüglich Betreuung sind die amerikanischen Universitäten sowieso erstklassig. Du hast Ansprechpartner, die dir immer mit Rat und Tat zur Seite stehen, damit du dich 100% auf dein Studium konzentrieren kannst. Wie hast du dich auf das LL.M. vorbereitet? Ich habe mich nicht besonders auf den LL.M. vorbereitet und meiner Meinung nach ist auch keine besondere Vorbereitung notwendig. Vor allem als «civil lawyer» weiss man gar nicht so recht, wie man sich effektiv vorbereiten könnte. Am Anfang ist es schwierig, die juristischen Begriffe zu verstehen – aber dies gilt genauso für die amerikanischen Studenten. Auch sie müssen sich die juristische Sprache zuerst aneignen. Das geht ja deutschsprachigen Nichtjuristen in der Schweiz ähnlich.

Blick auf Manhattan und das Emire State Building

Wieso wolltest du an der Columbia studieren? Besonders gereizt hat mich der Standort. Die Dynamik von New York City ist atemberaubend. Man kann in NYC alles machen, was man will: Museen, Sport, Broadway, Oper, Musik, vielfältige Restaurants, etc. So war ich während des LL.M.-Jahres an mehreren Musicals, habe Spiele der NY Yankees und NY Rangers live erlebt.

Hattest du überhaupt genügend Freizeit während des LL.M. oder ist es sogar möglich neben dem LL.M. zu arbeiten? Man kann sich Freizeit nehmen, muss dann aber «nacharbeiten». Man hat während des LL.M.-Jahres schon sehr viel zu lesen und zu schreiben. Dennoch ist es möglich, neben dem LL.M. als «teaching assistant», also als wissenschaftlicher Mitarbeiter eines Professors, zu arbeiten oder ein «externship» zu absolvieren. Bei einem «externship» arbeitet man ein bis zwei Tage pro Woche bei der UN, der Staatsanwaltschaft, einer Regierumgsbehörde oder an einem Gericht und erhält hierfür Kreditpunkte, welche man sich für das Studium anrechnen kann. Wie war das Verhältnis der Studenten untereinan- der und zu den Professoren? Gab es einen spürba ren Konkurrenzkampf unter den Studenten? Das Verhältnis unter den Studenten war unkompliziert. Unter den meisten LL.M.-Studenten habe ich keinen grossen Konkurrenzkampf wahrgenommen, aber die amerikanischen Studenten und übrigen Studenten, welche später in den USA arbeiten wollten, waren sehr kompetitiv. Bei den J.D.-Studenten muss man im Hinterkopf behalten, dass jeder Student sicher Kredite in Höhe von mindestens 200‘000 US-Dollar aufgenommen hat, um die drei Jahre Law School zu absolvieren. Von den vier kreditfinanzierten Jahren College, die jeder J.D.-Student vorher hatte, reden wir da lieber erst gar nicht. Und wenn man dann noch berücksichtigt, dass man für die sehr gut bezahlten und für die Amortisation der Kredite notwendigen Top-Jobs auch noch beste Noten braucht, dann kann man sich vorstellen, wie stark der Wettbewerb spielt. Das Verhältnis zu den Professoren an der Columbia war sehr informell. Ich habe es als sehr positiv und lehrreich empfunden. Die Professoren nehmen sich wirklich Zeit für dich. Warst du Mitglied einer Studentenverbindung wäh rend des LL.M.-Jahres? Ja, jeder Student an der Columbia University ist Mitglied in zwei bis vier Clubs und man ist auch bei sog. «Law Reviews» dabei. Die Studenten der «Law Reviews» wählen von Wissenschaftlern eingesandte Beiträge aus, editieren

Karriere

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Interview

Forum für juristische Bildung www.iusfull.ch • Begleitet durchs Studium und bereitet auf den Abschluss und die Anwaltsprüfung vor

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sie und geben sie dann in den renommierten Zeitschriften, wie etwa dem «Columbia Law Review», heraus. Professoren müssen also, wenn sie ihre Artikel veröffentlichen wollen, die von den Studenten durchgeführte Selektion bei den «Law Reviews» überstehen.

«Take me out to the ball game» – die NY Yankees in action.

Was ist das Wichtigste, das du von deinem LL.M. Jahr mitgenommen hast? Die Erfahrung, ein ganzes Jahr in einem anderen Land und in einer anderen Kultur zu leben, war für mich sehr wichtig. In fachlicher Hinsicht habe ich mein Wissen im Bereich Law & Economics vertieft und viele interdisziplinäre Fächer besucht. Interessant ist, dass im Gegensatz zu Kontinentaleuropa, die Auseinandersetzungen mit Doktrinen kein Schwerpunkt der akademischen Rechtswissenschaft ist. Wer mit reiner juristischer Analyse in der amerikanischen Rechtswissenschaft argumentiert, ruft lediglich Stirnrunzeln hervor. Wichtig ist die interdisziplinäre Argumentation, die methodisch v.a. auf formal-mathematischer, spieltheoretischer oder statistischer Analyse beruht. Interdisziplinarität wird aber auch sehr prominent mit historischer, philosophischer und ökonomischer Methodik in der Wissenschaft angewandt. Ich finde es auch sehr spannend, in Gerichtsurteilen nachzulesen, wie finanzmarktökonomische Theorien von den Richtern gekonnt in die juristische Argumentation eingebaut werden.

instruiert haben oder wie und warum sie eine bestimmte Prozesstaktik anwendeten. Wer den Film «The Runaway Jury» kennt, bekommt auch einen Vorgeschmack davon, wie Jury Consultants in der Praxis die Anwälte beraten. Grössere Fälle werden standardmässig ein Dutzend Mal mit einer «mock jury» (Probe-Jury) und pensionierten Richtern geprobt, wobei immer wieder die Fakten und Sympathien verändert werden. Die Erfahrungen aus diesen «mock trials» fliessen dann in den Entscheidungsprozess ein, ob man sich noch mittels Vergleich mit der Gegenpartei einigen will. In sehr schöner Erinnerung bleibt mir auch die Abschlussfeier: Traditionsgemäss trugen alle Studenten «cape and gown» (Hut und Robe). Allgemein war die Feier wie in einem Hollywood-Film: Die «übliche» DiplomabschlussfeierMusik von Sir Edward Elgar (Pomp and Circumstance March No. 1) und natürlich die Nationalhymne durften nicht fehlen.

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Du hast bis jetzt nur Positives über die Columbia und dein LL.M.-Jahr berichtet. Deshalb meine letzte Frage: Gab es etwas, das dir nicht so gut gefallen hat? Nein, ich würde wieder an die Columbia gehen. Es war wirklich ein sehr tolles Jahr, in dem ich sehr viel gelernt und Freundschaften fürs Leben geschlossen habe.

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Herausgeber: Prof. Marc Amstutz, Prof. Giovanni Biaggini, Prof. Andreas Furrer, Prof. Andreas Kley, Prof. Anne Peters, Prof. Lukas Gschwend Erscheinungsweise: 6x jährlich Jahresabonnement für Studierende: CHF 75.00 Kombiabonnement SJZ/ius.full: CHF 159.00 ISSN: 2270000423705

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Die Redaktion des N’Jus bedankt sich bei Lukas Müller für das spannende Gespräch und das schöne Bildmaterial.

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• Aktuelle Urteile des Bundesgerichts sowie der Kantonsgerichte

• Relevante Informationen zu Entwicklungen

im beruflichen Umfeld von Anwälten, Richtern, und Unternehmensjuristen

Was hat dir am besten an der Columbia Law School gefallen? Der Inhalt der Veranstaltungen und die Professoren waren toll. Sehr spannend war zum Beispiel der «Negotiation Workshop», der zusammen mit der Business School organisiert wurde, um verschiedene Verhandlungssituationen zu üben. Hier war es wiederum sehr spannend die Vielfalt der Erfahrungen und Kulturen der Studenten zu erleben, weil die Studenten je nach Background unterschiedlich reagierten. Ein Ostasiate reagiert für uns Europäer beispielsweise sehr ungewohnt, was wohl auf Gegenseitigkeit beruht. In einer anderen Veranstaltung erzählten uns Anwälte und Richter der grössten Corporate Litigation Fälle, wie Enron, WorldCom etc., was hinter den Kulissen lief. So berichteten sie uns davon, wie sie Zeugen für einen Prozess

Redaktionsleitung: Dr. Gaudenz G. Zindel, Dr. Hans Schmid, Prof. Pascal Pichonnaz Erscheinungsweise: 24x jährlich Jahresabonnement für Studierende: CHF 110.00 Kombiabonnement SJZ/ius.full: CHF 159.00 ISSN: 2270000523610

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Praktikum

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Kurzpraktika in Zürcher Wirtschaftskanzleien – Start in die Karriere? Fabio Andreotti1

Kurzpraktika oder Internships – so heissen die vier bis achtwöchigen Praktika, die grosse Zürcher Wirtschaftskanzleien Studierenden der Rechtswissenschaften anbieten. Der nachfolgende Artikel beschäftigt sich mit der Bewerbung, dem Arbeitsalltag, den Arbeitszeiten und den Kuriositäten, die Jus-Studierende in solchen Praktika antreffen. Früh bewirbt sich Fast alle grossen und mittelgrossen Zürcher Anwaltskanzleien bieten Kurzpraktika2 an: Einige von ihnen nur während den Sommersemesterferien, andere das ganze Jahr hindurch. Der Trend geht jedoch klar in letztere Richtung. Sie dauern zwei bis acht Wochen, teilweise sogar mit Option auf Verlängerung. Es gibt nichts, was es nicht gibt. Diese Praktika richten sich vor allem an Studierende des 5. oder 6. Semesters des Bachelor, d.h. an Personen, die in ihrem Studium Vorlesungen wie Zivilverfahrensrecht oder Handels- und Wirtschaftsrecht bereits gehört haben. «Wer sich für ein Kurzpraktikum in einer Zürcher Wirtschaftskanzlei interessiert, der muss früh aufstehen». Diesen Ausspruch darf man nicht wortwörtlich nehmen, vom Sinngehalt her stimmt er aber. Gemeint ist damit, dass interessierte Studierende sich für solche Stellen frühzeitig bewerben müssen. Es gibt zwar inzwischen doch einige Anbieter von Kurzpraktika (schätzungsweise 25), doch eine ungeschriebene Regel besagt, dass man sich mindestens ein halbes Jahr im Voraus bewerben muss, d.h. im 4. oder 5. Semester, damit man im anschliessenden Winter oder Sommer die gewünschte Stelle antreten kann. Die Kanzleien weisen in ihren Ausschreibungen jeweils auf eine fixe Frist hin. Spontanbewerbungen sind ebenfalls eine Möglichkeit, um sich von der Masse der Kurzpraktikanten abzuheben. Unter Umständen muss man dann aber während der Vorlesungszeit sein Praktikum absolvieren. Die Erfahrung lehrt schliesslich auch, dass es gewisse Kanzleien gibt, die mit Wartefristen von bis zu zwei Jahren operieren. Das Einhalten der Bewerbungsfrist ist natürlich das A und O jeder Bewerbung eines Juristen. Jedoch genügt es (leider) nicht, nur die Frist einzuhalten. Die Kanzleien stellen weitere und in der Regel hohe Ansprüche an die Bewerbun-

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gen. Der Grundsatz lautet hier «5er-Schnitt». Natürlich wird von dieser Regel zugunsten oder zulasten des Studierenden auch abgewichen; die Tatsache, dass man neben dem Studium arbeitet, einer gemeinnützigen Tätigkeit oder einem zeitintensiven Hobby nachgeht, kann allfällige Tiefschläge im Notenspiegel kompensieren. Andere Kanzleien wiederum haben es sich auf die Fahne geschrieben, nur die besten 1-2% des Jahrganges aufzunehmen. Sinn und Unsinn solcher wenig geistreichen Einschränkungen muss hier nicht dargelegt werden. Der ideale Zeitpunkt, die Bewerbungsmappe für ein Sommerpraktikum zusammenzustellen, ist wohl Oktober bis Dezember. Die meisten Kanzleien führen noch vor Weihnachten die Interviews durch. Eine Vorselektion findet in der Regel aber schon davor statt.

Die Kriterien, nach welchen die Kanzleien schliesslich unter den Bewerbern den richtigen finden wollen, sind schwierig einzuschätzen. Primär geht es sicherlich um den Notenschnitt, aber nicht nur. Gerade wenn man es einmal bis in die Interviewrunde geschafft hat, sollte man im CV schon noch mehr als nur «im RWI-Sitzen» haben. Schliesslich muss man sich natürlich auch beim Interview bewähren; ohne ansprechendes Auftreten geht es eben doch nicht ganz. Nach wenigen Tagen, teilweise bereits Stunden, wird man über den Erfolg der Bewerbung informiert. Bald darauf liegt der Arbeitsvertrag im Postfach. Die Verträge sind, wie man es eben von Juristen der stärkeren Partei gewohnt ist, extrem kurz und knapp. Neben der Entlöhnung (in der Regel in brutto) werden die Sozialabgaben, die Praktikumszeit und das Berufsgeheimnis gemäss Art. 321 StGB geregelt. Mehr nicht!

Lockeres Interview Die Interviews sind glücklicherweise und fast immer relativ locker. Verglichen mit den harten Assessments

Das Interview – not that though!

Kurzpraktika – nur eine Möglichkeit für Juristen

der Ökonomen (z.B. in der Beratungsbranche) eine Wohltat für jeden Jus-Studierenden. Immerhin lernen wir im Studium ja auch nur selten, wie wir uns verkaufen können. Ein typisches Interview dauert 30 bis 45 Minuten und wird von einem Partner geführt. Nur selten – und bei den Stundenlöhnen in dieser Branche verständlich – sitzen noch weitere Personen am Tisch. Es gibt keine Case Studies oder sonstige praktischen Aufgaben. In der Regel werden die Noten nicht einmal angesprochen, denn wahrscheinlich hätten sie den Kandidaten sonst nicht eingeladen; schlechtere Noten muss man nur selten rechtfertigen. Geredet wird also über Gott und die Welt, was man so tut in der Freizeit und ob der Prof. X immer noch an der Universität lehrt. Natürlich werden auch Fragen zu den Beweggründen oder zum bevorzugten Arbeitsbereich gestellt. Informationen über die Kanzlei, den Interviewpartner und die verschiedenen Teams sollte man sich im Vorfeld schon einholen. Zudem sollte man sich auf mögliche Fragen vorbereiten und den Interviewmodus üben (z.B. bieten die Career Services UZH solche sog. Mock-Interviews kostenlos an).

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Der erste Arbeitstag Irgendwann gilt es dann ernst. Der erste Arbeitstag steht bevor. Auch dieser läuft grundsätzlich immer gleich ab. An diesem Tag vermitteln die Kanzleien in einem Schnelldurchlauf alle wichtigen Informationen, d.h. Informationen zu Word, Email und zum Billing-System. Ja, ihr habt richtig gehört: Auch Praktikanten «billen», d.h., sie stellen ihre Arbeitsstunden den Klienten in Rechnung. Oft entspricht eine Arbeitsstunde einem Honorar von 100 bis 150 Franken. Ob die Stunden wirklich verrechnet werden, entscheidet aber der Partner eures Teams. Wichtig ist auch die Einführung in die teilweise recht grossen Hausbibliotheken, denn dort wird man einen grossen Teil seiner Praktikumszeit verbringen. Einige Kanzleien wollen keine Zeit verlieren, denn Zeit ist ja Geld, und laden euch deshalb bereits vor Antritt des Praktikums zu einem (Achtung Euphemismus!) sog. «Welcome Day» ein. Der Inhalt dieses Tages entspricht den obigen Ausführungen. Die Teams sind oft in die Bereiche Litigation and Arbitration, Mergers and Acquisitions, Banking und Tax gegliedert. Nur selten dürft ihr euren Aufgabenbereich selbst aussuchen. Wünschen wird aber in der Regel entsprochen. Oft ist es so, dass ihr entweder gemäss einem Turnus-System verschiedene Teams unterstützt oder die volle Praktikumszeit in einem einzigen Team arbeitet. Sowohl ersteres

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als auch letzteres hat Vorteile. Im ersteren Fall sieht man mehr, im letzteren kann man grössere Mandate viel besser betreuen und die Mitglieder des Teams auch richtig kennenlernen. Wer konkrete Vorstellungen in Bezug auf seine Aufgaben oder das Team hat, der sollte diese unbedingt beim Interview äussern, und eventuell auch das Stehen und Fallen der Bewerbung davon abhängig machen. Single oder solo? Wem echtes Teamworking wichtig ist, der ist unter Umständen falsch in einer Anwaltskanzlei. Das daily business ist doch eher etwas für die Solisten unter den Juristen. Trotzdem gibt es immer wieder Möglichkeiten, sich auszutauschen. Eine fast überall gepflegte Art des Austausches sind die Teammeetings am Montagmorgen, in welchen die Wochen durchgeplant werden. Ebenfalls besonderes Interesse verdienen die Substituten-Mittagessen, bei denen echte Anwaltsprüfungen meist in Betreuung einer jungen Anwältin oder eines jungen Anwalts durchgespielt werden. Hier findet der Austausch in relativ lockerer Atmosphäre statt. Und das Essen ist fast immer ausgezeichnet (woran man erkennt, dass man in einer Wirtschaftskanzlei arbeitet). Ebenfalls ein Indiz für die Arbeit in grossen Kanzleien stellen die Arbeitszeiten dar. Jedoch treffen Nachtund Wochenendschichten nur selten die Kurzpraktikanten. Nichtsdestotrotz kann es vorkommen, vor allem wenn gerade M&A-Deals kurz vor Signing oder Closing stehen, dass man «Überstunden» absitzen muss. Die Arbeitsbedingungen sind in der Regel sehr gut: Man erhält einen eigenen Arbeitsplatz und die Arbeitszeiten sind relativ flexibel gestaltbar, so dass auch einmal der Termin beim Zahnarzt drin liegt. Trotzdem gelten leistungsorientierte Arbeitsgrundsätze. Zudem ist ein Hang zur Perfektion nicht schlecht; die Erwartungen an sauberes und strukturiertes Arbeiten sind sehr hoch. Zu den typischen Arbeiten eines Kurzpraktikanten zählen juristische Abklärungen in allen Rechtsgebieten, meist unter Zuhilfenahme von Swisslex, der internen Bibliothek oder des RWI, juristische Übersetzungen, wenn man sich in einer fremden Sprache zuhause fühlt, Mitarbeit an einer rechtlichen Due Diligence in M&A-Deals, Verfassen von theoretischen Memoranden und die Unterstützung der Rechtsanwälte bei Publikationen und Vorträgen. Teilweise erhält man auch die Kompetenz, Schreiben an Klienten oder kleinere Rechtsschriften zu verfassen. Ganz selten hat man das Glück, einem Klientengespräch beiwohnen zu dürfen. Unter dem Strich darf man also festhalten: Die Arbeit ist abwechslungsreich. Die Gerüchte über die kaffeekochenden oder ausschliesslich kopierenden Kurzpraktikanten, die sich so hartnäckig unter den Studierenden halten, sind falsch – oder nur sehr selten zutreffend! Lohn und Früchte der Arbeit Die Entlöhnung in Zürich ist top. Einige Kanzleien zahlen pro Woche 800 bis 1000 Franken brutto. Das macht auf die in der Regel sechswöchige Praktikumszeit 5000 bis 6000 Franken, eine beachtliche Summe! Und vor allem besteht im Vergleich zu den Löhnen der Substituten (bis max.

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Fit für die Prüfung? 7000.- Franken), die ja immerhin über einen Master-Abschluss verfügen, kaum mehr eine Differenz. Fast alle Kanzleien motivieren ihre Mitarbeiter mit kostenlosen Getränken, grosszügigen Früchtekörben und tollen Kanzleiausflügen. So kommt man während einem Winterpraktikum fast sicher in den Genuss eines Skitages, im Sommer hingegen stehen Ausflüge in die Berge nach St. Moritz oder an den schönen Rhein auf dem Programm. Diese Anlässe sind immer sehr grosszügig angelegt und eine willkommene Abwechslung zum Büroalltag. Einige Kanzleien umsorgen ihre Angestellten noch stärker: Sie bieten zum Beispiel einen kostenlosen Reinigungsdienst für BusinessKleidung oder die Sportkleidung, die man über Mittag nutzt, Hütedienst für die Kinder der Partner oder Massagestunden durch eine externe Person an.

Der Autor hat im Artikel Aussagen und Meinungen von verschiedenen Personen zusammengefasst. 2 Besuche dafür die Jobplattform des Fachvereins Jus auf www.fvjus.ch, den Aushang beim Dekanat oder gleich direkt die Webseiten der Kanzleien. 1

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Punkten mit Fussball Schliesslich ist es einigen Wirtschaftskanzleien auch sehr wichtig, an der jährlichen Zürcher Anwaltsfussballmeisterschaft gut abzuschneiden. Das kompetitive Verhalten, das sich normalerweise beim Buhlen um die grössten und lukrativsten Deals zeigt, geht dann auf dem Fussballplatz weiter. In diesen Sozietäten können sich Studierende mit Affinität zum Fussball sehr gute Chancen bei ihrer Bewerbung ausrechnen.

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Fazit Ein Kurzpraktikum in einer grösseren Zürcher Wirtschaftskanzlei ist grundsätzlich empfehlenswert. Mit Erreichen der 5er-Schnitt-Regel kann man sich gute Chancen ausrechnen, irgendwo einen Platz zu erhalten. Bei den «Big Four», wie sich die grössten vier Anwaltskanzleien auf dem Platz Zürich nennen, braucht es aber bereits mehr. Ausserordentliche Kontakte bleiben natürlich vorbehalten. Wer schon immer Einblick in die Arbeit eines Wirtschaftsanwalts erhalten wollte, der kann mit einem Kurzpraktikum allfälligen Frust in einem späteren und nicht so erfolgreichen Substitutenjahr vermeiden. Und auch hier gilt die Regel «Einmal einen Fuss drin haben», denn doch einige Kanzleien führen im Anschluss an das Kurzpraktikum konkrete Vertragsgespräche mit ihren Praktikanten. Auch aus einem anderen Grund lohnt sich ein Kurzpraktikum: Die lange Sommerphase geht schneller vorbei, man macht etwas Gescheites und der Lohn stimmt!

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Seminar

NMUN 2011das etwas andere Seminar Alessandro Minuscoli

Lust auf einen Besuch in New York? Sightseeing in der Stadt, ein paar erholsame Tage geniessen und vom günstigen Dollarkurs beim Shopping profitieren? Dann ist ein Kurztrip in den nächsten Semesterferien genau das Richtige, mit dem NMUN-Seminar hat diese Vorstellung jedoch ziemlich wenig gemeinsam.

Vorbereitungsphase Gleich von Beginn weg wurde uns von den durchführenden Professoren Frau Christine Kaufmann und Herrn Hans Rudolf Trüeb klar gemacht, dass es zwei verschiedene Arten von MUN-Teilnehmern gibt. Zum einen jene, welche die Verhandlungen führen und leiten und zum anderen jene, die folgen. Selbstverständlich wurde von uns erwartet, zur ersten Gruppe zu gehören. Das nötige Know-how, um am NMUN diesen Erwartungen gerecht zu werden, haben wir uns an vier gemeinsamen Tagen erarbeitet. Während dieser Zeit lernten wir die formalen Abläufe der Verhandlungen, in denen Resolutionen und Berichte abgefasst werden, sowie diplomatisches Englisch. Auch der Dresscode business wear, welcher am Seminar galt, wurde thematisiert. So wurde den weiblichen Teilnehmern nahegelegt, nicht zu viel Schmuck zu tragen und den Männern mitgeteilt, dass schwarze Krawatten nur an Beerdigungen angemessen sind.

Bei einem MUN (Model United Nations) simulieren Studenten die Abläufe der UNO und ihrer Organe. Es geht dabei nebst einer möglichst realistischen Nachstellung der internationalen Diplomatie auch um den Austausch mit Studenten anderer Universitäten. Dabei vertritt eine Universität meistens einen Staat oder eine internationale Organisation. Die Studenten der Delegation nehmen in den verschiedenen UNO-Organen Einsitz und vertreten dort die Interessen des betreffenden Landes. Beim NMUN (National Model United Nations) in New York handelt es sich dabei um eines der grössten dieser Treffen mit circa 5000 Teilnehmern aus aller Welt.

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che mit diplomatischem Geschick geführt werden, um die eigene Arbeit nicht zu gefährden. Bei der Themenwahl unterlagen wir leider knapp mit nur einer Stimme und konnten uns daher nicht dem Klimawandel und seinen Auswirkungen widmen. Daher wendeten wir uns der Regulierung des Finanzsektors und der hohen Staatsverschuldung zu. Nach dem Erarbeiten vermeintlicher Lösungen und dem Verfassen eines Berichtes, musste dieser auch allen anderen Teilnehmern nahe gebracht werden, was nicht immer im ersten Durchgang gelang. Ausgedehnte Verhandlungen bis spät in die Nacht (unsere Sitzungen endeten meist erst gegen 22.00 Uhr) gehörten genauso zum Seminar wie die gemeinsame Pizza zur Mittagszeit. Nach vier intensiven Seminartagen, konnten wir der NMUN-Vollversammlung an der Abschlussfeier unsere Berichte vorlegen. Bleibende Eindrücke Am besten ist mir die Stimmung des Seminars in Erinnerung geblieben, welche ich in dieser Form noch nicht erleben durfte. Man trifft sich mit Studenten aus verschiedenen Regionen der Welt um gemeinsam etwas zu erarbeiten. Besonders in meinem Komitee konnten nur gemeinsame Lösungen akzeptiert werden und dementsprechend waren Zusammenarbeit und kreative Ideen gefragt. Der Wille und die Bereitschaft, gemeinsam mit völlig unbekannten Menschen

Höhepunkt des Seminars war die Schlussabstimmung in der UNO General Assemebly Hall

«Zürcher» Seminarteilnehmer an der Schlusszeremonie

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The Conference Endlich im Big Apple angekommen, konnten wir unsere neuerworbenen diplomatischen Fähigkeiten umsetzen. Die Delegation aus Zürich durfte Indonesien als eines der aufstrebenden Schwellenländer vertreten. Nach der Begrüssungszeremonie war es soweit, und wir machten uns ans Werk. Meine Kommilitonin und ich durften in einem Pilotprojekt Indonesien in der «Group of 20» vertreten. Die G20 sind kein offizielles Organ der UNO, sondern ein exklusiver Club der «wichtigsten» Industrie- und Schwellenländer. Daher war die G20 eines der kleineren Komitees, wodurch der Kontakt zu den anderen Delegierten viel intensiver war. Eine weitere Besonderheit unseres Komitees war, dass sämtliche Berichte einstimmig beschlossen werden mussten. Sollte also ein Teilnehmer der G20 mit der Arbeit nicht einverstanden sein, konnte dieser in der Schlussabstimmung sämtliche Beschlüsse mittels eines Vetos blockieren. Angesichts dieser Tatsache mussten alle Verhandlungen und Gesprä-

Studium

Nächtlicher Blick vom Rockefeller Center

innert wenigen Tagen etwas Neues zu schaffen, macht die Besonderheit dieses Seminars aus. Last, but not least findet auch der engagierteste Delegierte ein wenig Zeit, um New York zu besichtigen und die eine oder andere Kleinigkeit einzukaufen.

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Pro&Contra

Pro&Contra

Pro und Contra: Mobilität im Bachelor Prof. Claire Huguenin

Désirée Stebler

Passend zum Schwerpunkt dieser Ausgabe werden hier die Ansichten von Professoren über positive und negative Aspekte der Mobilität im Bachelor aufgezeigt. Es war jedoch leider unmöglich, jemanden für den kompletten Contra-Teil zu gewinnen, da scheinbar alle der Mobilität zumindest im Grundsatz wohlgesinnt sind. Immerhin erhielten wir einige Kurzzitate, die zumindest auf einen negativen Punkt hinweisen. Die Redaktion dankt allen Beteiligten herzlich für ihre Bemühungen.

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Pro Prof. Claire Huguenin: Als Delegierte für Aussenbeziehungen befürworte ich das Absolvieren von Auslandsemestern während des Bachelor-Studiums. Mit der Bologna Reform wurde ein einheitlicher europäischer Hochschulraum geschaffen. Dieser nützt den Studierenden aber nur, wenn sie ihn auch durchschreiten. Das entsprechende Austauschprogramm mit Europa heisst ERASMUS. Unsere Fakultät verfügt darüber hinaus über eine ständig wachsende Zahl weiterer Fachabkommen mit ausländischen Universitäten (http://www. ius.uzh.ch/mobilitaet.html). Auf unserer Mobilitätsstelle arbeiten ausgezeichnete Beraterinnen, die den Studierenden helfen, die richtige Destination zu finden, und die Sorge dafür tragen, dass die im Ausland absolvierten Module in Zürich auch angerechnet werden. Für ein frühes, in das Zürcher Studium eingeflochtenes, Semester an einer anderen Universität spricht die hohe persönliche Mobilität und Adaptionsfähigkeit, die junge Menschen mitbringen. Die ausländischen, aber auch die anderen Schweizer Städte – und damit meine ich mit Bezug auf ein «Fremdsemester» vor allem Genf, Lausanne, Neuenburg und Fribourg –bieten den Mobilitätsstudierenden eine Fülle von neuen Eindrücken und Bewährungsmöglichkeiten. Der fachliche, aber auch der ausserfachliche Dialog führt dazu, dass man auch sich selber als eine andere, einem bislang mindestens teilweise unbekannte Person erfährt. Das eröffnet neue Perspektiven und schafft für die Zukunft Optionen, auf die man «zu Hause» vielleicht gar nicht gestossen wäre. Für die Bewohner unseres kleinen Landes mit seinen vielen Ausländerinnen und Ausländern ist es wichtig, nicht nur über die Fähigkeit zu verfügen, Fremde bei uns willkommen zu heissen, sondern auch selber zu erfahren, was es bedeutet, an einem anderen Ort als Fremder anzukommen und diesen als jemand zu verlassen, dem die Integration gelungen ist.

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Contra Prof. Thomas Gächter: «Ich bin - aus eigener Erfahrung mit einem Erasmus-Jahr in Belgien - davon überzeugt, dass so eine Mobilitätsphase im Studium sehr hilfreich ist. Es ist nur eine Frage des Zeitpunktes. Der Master ist vermutlich geeigneter, bereits im Bachelor ist die Mobilität aber zu begrüssen und auf jeden Fall zu fördern.» Prof. Marcel Senn: «Nun, es ist nicht so, dass ich gegen ein Auslandjahr wäre, ganz im Gegenteil! Aber es gibt einen Diskussionspunkt und das ist der Zeitfaktor, wann soll dies sein. Ich bin persönlich der Ansicht, dass man am besten im Master geht. Nota bene: ich predige hier nicht, sondern einer meiner Assistenten weilt zurzeit (via Abkommen) in Chicago für die Vollendung seines Masters.» Prof. Markus Reich: «Ich muss (...) gestehen, dass ich gar keine 1500 Zeichen Nachteile hinkriegen würde, denn als einzigen Nachteil sehe ich eine allfällige Studienzeitverlängerung und dies kann in Anbetracht der vielen Vorteile eines Auslandsemesters wohl in Kauf genommen werden. Auch liesse sich das bei konzentriertem Studium auch ohne Weiteres vermeiden.» Prof. Peter Breitschmid: «Ich bin durchaus der Meinung, dass der «Ausflug» im Bachelor (zweifelsohne!) Zeitverlust bedeutet, aber das ist eine rein nominelle Betrachtungsweise (die stark auch vom wirtschaftlichen Durchhaltevermögen abhängt), aber jene, die das Auslandsemester wirklich möchten, werden davon ohne Zweifel (vorab sprachlich, kulturell und dann in den Zusammenhängen eben auch bezüglich des Einblicks in andere Rechtsordnungen) profitieren.»

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Prof. Thomas Gächter

Prof. Marcel Senn

Prof. Markus Reich

Prof. Peter Breitschmid

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LSE Summer School: The English Law Experience Simone Ursprung

Turbulenter Start Nach überstandener Lern- und Prüfungssession flog ich nun also mit vollem Koffer und pochendem Herzen nach London. Die Reise vom Flughafen in die Stadt glich einem Abenteuer: Es war 30 Grad im Schatten und mein Koffer war so schwer, dass ich ihn kaum die vielen U-Bahn-Treppen hinaufschleppen konnte. Schweissnass und völlig erschöpft kam ich also im Studentenheim an. Mein erster Eindruck vom Bankside House war eine Schlägerei direkt vor dem Eingang, in die auch ein dortiger Security-Angestellter verwickelt zu sein schien. So war auch niemand an der Rezeption, um mein Check-In zu erledigen. Nach einer Viertelstunde bekam ich dann aber meinen Schlüssel und sah zum ersten Mal mein Zimmer. Es war zwar klein, aber sehr zweckmässig eingerichtet, einzig die Dusche sah etwas abgenutzt aus.

Als Zürcher Jus-Studenten müssen wir das Schweizer Recht in- und auswendig kennen. Dabei erhalten wir nur selten Einblick in ein anderes Rechtssystem. Der Besuch einer Summer School sollte genau dies ändern. Da ich ein grosser Fan der Stadt bin, führte mich meine Reise nach London, genauer gesagt an die London School of Economics (LSE). Ein aufregender Sommer begann... Academic referee Wie bei allen angloamerikanischen Universitäten ist das Bewerbungsprozedere happig. Man klickt sich durch mehrseitige Formulare und scannt Zeugnisse und Sprachdiplome ein. Am meisten Überwindung kostete mich die Suche nach einen Academic Referee, also einem Professor, den die Uni bezüglich Informationen über mich anfragen könnte. Es ist nicht gerade die alltägliche Studententätigkeit, einen Professoren um diesen «Gefallen» zu bitten. Doch ich überwand mich schliesslich und wendete mich an jemanden, dessen Fach und Vorlesungen ich immer sehr spannend fand. Kaum hatte ich die Frage zögerlich gestellt, wurde mir freundlich versichert, dass so etwas gerne unterstützt werde. Allerdings sollte ich noch den CV einschicken, worauf ich schnell positiven Bescheid bekam. Meine Zurückhaltung war also ganz umsonst gewesen. Tückische Wohnungssuche So schickte ich die Bewerbung ab und bekam schon wenige Wochen später die Zusage. Voller Aufregung wollte ich gleich ein Studentenzimmer buchen, wo ich in der Zeit unterkommen konnte. Das System hatte allerdings seine Tücken und stürzte dauernd ab. Als ich es endlich schaffte, mich richtig einzuloggen, waren alle Plätze schon weg. Die nicht-universitären Studentenheime, die noch freie Plätze hatten, wurden in Studentenforen durchwegs kritisiert: zu laut, zu heiss, zu dreckig, zu langsame Internetverbindung. Auf Umwegen kam ich dann trotzdem noch in einem LSE-Studentenheim unter, dem Bankside House. Es liegt direkt hinter dem Tate Modern in unmittelbarer Nähe des Stadtflusses Themse. Auch der Zimmerpreis war im moderaten Bereich. Ich freute mich riesig.

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doner Innenstadt morgens und abends flach. So durfte ich nach durchwachter Nacht noch eine gefühlte Stunde in die Schule laufen – ich hatte mir meinen ersten Morgen anders vorgestellt. Campusfeeling Meine Laune besserte sich jedoch, als ich den Campus erblickte. Die LSE Summer School ist in einem alten Quartier untergebracht, vom Gefühl her am ehesten mit dem Zürcher Niederdorf vergleichbar. Die Begrüssung war herzlich, die Tour durch die verschiedenen Gebäude sehr hilfreich. Die Klassen in unserem Englisch-Vorkurs waren klein und so konnte man seine Sprachkenntnisse schnell verbessern. Der Fokus wurde nicht auf Grammatik und Rechtschreibung, sondern auf das richtige englische Präsentieren und Aufsatzschreiben im juristischen Bereich gelegt - jene Dinge also, welche in den späteren Jus-Lektionen wichtig waren.

und einem Tutorat, wo in Gruppen à zwanzig Personen der Stoff vertieft wurde. Gefallen hat mir insbesondere die hohe Interaktivität des Unterrichts. Man musste sich nicht nur Stoff merken, sondern diskutierte über Sinn und Unsinn von verschiedenen Normen, verglich verschiedene Rechtsordnungen miteinander und lernte, dass vieles, was hierzulande als selbstverständlich angeschaut wird, in anderen Ländern hochumstritten ist. Prüfung mal anders Ehe ich mich versah, war die Zeit auch schon um und es ging zur Abschlussprüfung. Während des Kurses hatte ich bereits einen Home Essay über ein rechtliches Thema einzureichen, nun musste ich ohne Hilfsmittel während zwei Stunden zwei Abhandlungen über Themen schreiben, welche wir im Kurs behandelt hatten. Es ging dabei nicht in erster Linie um die Wiedergabe von gelerntem Wissen, sondern darum, verschiedene Meinungen gegeneinander abzuwägen und zu argumentieren. Dieser auf kritisches Denken ausgerichtete Prüfungsstil ist an der LSE üblich und könnte durchaus auch in Zürich das Bachelorsystem aufwerten, um Bulimie-Lernen vorzubeugen.

Vor dem (eigentlich sehr modernen) «old building» auf dem Campus der LSE.

Schlimme erste Nacht Nach ersten Auspackversuchen legte ich mich schliesslich müde ins Bett. Die Bettdecke war flauschig und warm – leider genau das Gegenteil von dem, was man sich in einer heissen Sommernacht wünscht. Zudem fiel mir nun, nachdem Fernseher und Musik ausgeschaltet waren, ein tiefes, gleichbleibendes Brummen auf, das direkt von oberhalb der Decke zu kommen schien. Daran würde ich mich schon gewöhnen, dachte ich und versuchte einzuschlafen. Doch vier Stunden später lag ich immer noch wach im Bett. Völlig übermüdet rief ich der Reception an. Der «Mangel» war schnell ausgemacht: Das Lüftungssystem war direkt über dem Zimmer auf dem Dach. Es konnte jedoch nicht ausgeschaltet werden. Als ich um vier Uhr morgens dann endlich irgendwie einschlief, wurde ich eine halbe Stunde später von einem durchdringenden Pfeifton geweckt: Feueralarm. Währenddem ich in Begleitung meiner mürrischen Mitstudenten im Pyjama aus dem Haus wankte, fragte ich mich, ob es denn noch schlimmer kommen konnte. Am nächsten Tag fand ich heraus, dass die am nächsten beim Studentenheim liegende U-Bahnstation bis auf weiteres geschlossen war. Aufgrund enger Strassen und hohem Verkehrsaufkommen liegt auch das Bussystem in der Lon-

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Aussicht auf den Tower of London, ein Märchenschloss mit düsterer Vergangenheit.

International Friends Die Studenten wurden aufgrund ihrer Kurswahl in Gruppen eingeteilt, sodass die Juristen unter sich waren. So lernte ich schnell Leute aus der ganzen Welt kennen. Anders als in den üblichen EF-Kursen hatte es kaum deutschsprachige Teilnehmer, sodass man tatsächlich Englisch sprechen musste. Man organisierte sich gut untereinander. Schnell war die erste Facebook-Gruppe gegründet, wo man den nächsten Ausflug in Londons Nachtleben plante oder Shoppingtipps austauschte. Mit dieser internationalen Truppe erlebte ich viele unvergessliche Abende, so etwa an der legendären LSE-Bootsparty auf der Themse. Horizonterweiterung Nach einer Woche Vorbereitung gings dann los: Der «richtige» Juskurs begann. In der Gruppe «Commercial Law» lag der Fokus auf englischem Handelsrecht, am ehesten vergleichbar mit einer Mischung aus englischem OR AT, Börsenrecht und Kaufrecht. Der Tag bestand aus einer Vorlesung

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Vorlesung an der LSE: Horizonterweiterung geht leider nicht ganz ohne Arbeit.

Fazit: Hingehen! Zusammenfassend kann ich sagen, dass ein Besuch der LSE Summer School sehr empfehlenswert ist, sofern man seinen rechtlichen und kulturellen Horizont erweitern, internationale Freundschaften knüpfen und andere Universitäten kennenlernen möchte. Im Gegensatz zu einem Erasmusjahr «verliert» man auch keine Studienzeit an der Uni Zürich. Wer die nötigen finanziellen Ressourcen hat, sollte sich diese Chance nicht entgehen lassen.

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Summer Law & English Program @ Los Angeles, CA – «Don’t be such a party pooper!» Michelle Kalt

Eigentlich liesse sich mein Sommer in den USA in einem Wort schon recht treffend beschreiben: perfekt. Doch auch in Übersee gilt, nothing is absolute, und daher werde ich ein bisschen ausholen. Das «Summer Law & English Program», kurz SLE, ist ein vierwöchiger Kurs für ausländische Jusstudenten und Juristen, welcher jeden Sommer zwischen Juli und August an der University of Southern California (USC) Gould School of Law stattfindet. Viele der Teilnehmer nutzen das SLE als Vorbereitung für ihren LL.M. an der USC oder einer anderen amerikanischen Universität, doch finden sich auch diverse Teilnehmer mit bloss vier Semestern Studium auf dem Buckel. Es begann alles verhältnismässig unkompliziert mit einem Online-Formular, einem Lebenslauf und einer Passkopie. Und es sollte unkompliziert bleiben – bis auf die Tatsache, dass sich die USC (nicht zu verwechseln mit der hierzulande viel bekannteren UCLA, doch dazu später), eben in den USA befindet. Denn es gilt: -Misstrauen ist Gesetz. Wer sich nicht nur für Yosemite, Yellowstone & Co. interessiert, braucht ungeachtet des teuer erstandenen biometrischen Passes ein Visum, ein financial statement (man könnte ja auf die glorreiche Idee kommen, die dortigen Sozialsysteme zu schröpfen) und öfters auch einen parental sponsorship letter. - «We highly recommend that you apply early» ist ein ernster als ernst zu nehmender Ratschlag. Dem Call-Agent der US-Botschaft ist es egal, wann dein Sommerprogramm anfängt. Er weiss auch nicht, dass gemäss Botschaftswebsite prioritär zu behandeln ist, wer nachweist, dass er nicht sieben Wochen auf einen Interviewtermin warten kann. - «No walk-in service» bedeutet, dass Herr oder Frau Security Staff dich am Eingang der Botschaft fragt, ob du einen Termin hast. Er oder sie kann aber nicht hellsehen. Nachdem die Vorbereitungen dank der grossartigen und prompten Hilfe der USC-Mitarbeiterinnen doch noch reibungslos über die Bühne gegangen waren, lud mich eines Samstagabends ein roter Shuttlebus am Gate No. 6 des USC Campus aus.

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Webb Tower – the one and only Vorweg gesagt: Wer Fr. 700.- pro Monat für sein Zürcher WG- Zimmer teuer findet, erlebt hier sein blassgelbes Wunder. Trotzdem wohnen rund 90% der Summer School-Teilnehmer im 14-stöckigen Webb Tower, der sauber und geräumig, aber nur von beschränktem Charme ist – die restlichen 10% der Studenten haben entweder bereits eine Bleibe in der Gegend oder stammen aus einem Land mit grossen Erdöl-Vorkommen... Auch wenn man sich zu Beginn noch ob der Tatsache nervt, dass die Waschmaschinen nur Quarters schlucken, die Küche alles beinhaltet ausser einer Mikrowelle und Kochutensilien und die Matratzenbezüge jede Nacht ihren Dienst quittieren weil viel zu klein, so weiss man die Vorzüge amerikanischen Campus Housings doch schnell zu schätzen: Fitnessstudio und Swimmingpool befinden sich nebenan, Supermarkt, Dollarshop, Starbucks & Subway sind zehn Gehminuten entfernt und die Law School ist ebenfalls spazierenderweise erreichbar. Ach ja: Es gibt natürlich Hausregeln. Alkohol ist tabu. Dachte ich zu Beginn jedenfalls.

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von Rechtstexten oder auch ein Miniatur-Moot Court erwiesen sich als lustige und wirkungsvolle Aufgaben, welche in der Schweiz gemeinhin allzu kurz kommen. Eine kleine Anekdote zum amerikanischen Selbstverständnis sei euch hier nicht vorenthalten: In einer Diskussion über die Nichtanwendbarkeit der amerikanischen Verfassung (und der darin enthaltenen Grundrechte) auf Ausländer erwähnte ein brasilianischer Kollege, dass Nicht-US-Bürger immerhin durch die UNO-Pakte geschützt seien. Die Antwort der Englischlehrerin (eine Absolventin der Harvard Law School [!]): «Maybe in the UN – but this is America!» Asia vs. ROTW (= rest of the world) Um es klarzustellen: Los Angeles hat zwei Top 20-Universitäten gleichen Niveaus. Die University of California at Los Angeles (UCLA) ist staatlich gefördert (was den zahlenden Ausländer nicht zu interessieren braucht), die University of Southern California (USC) privat finanziert.

Evakuation bei Feueralarm. Gut sichtbar auch die grosse Zahl asiatischer Teilnehmer.

Mini-Moot-Court: Plädieren auf die brasilianische Art.

Law & English Mit kleinen Ausnahmen sah der Tagesablauf während der Woche immer ungefähr gleich aus: Morgens um 9:30 Uhr fand man sich zur law class ein im «grossen Hörsaal» (welcher ungefähr die Grösse eines RAI-H-41 hatte...). Das behandelte Rechtsgebiet war täglich ein anderes: Angefangen bei der obligaten Introduction to the American Legal System führte die Rundreise durch das Common Law ins Sachen-, Vertrags- und Gesellschaftsrecht, ins Immaterialgüterrecht, ins Strafrecht und den Zivilprozess sowie ins internationale Recht; selbstverständlich fehlten auch ausgiebige Diskussionen über die berühmten special damages im Zusammenhang mit dem Tort Law nicht. Nach der Mittagspause war Legal English an der Reihe, wo ebenfalls diskutiert und argumentiert, aber auch viel geschrieben wurde: Dinge wie das Verfassen eines Memorandums, das Paraphrasieren

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Selbstverständlich mag man einander nicht, und beide Namenskürzel werden zuweilen ad absurdum geführt: University of Spoiled Children vs. University of California Lots of Asians. Tatsache ist jedoch, dass auch an der USC die Chinesen, Japaner und Koreaner – um nur die am stärksten vertretenen Nationalitäten zu nennen – gegenüber dem Rest der Welt in der Überzahl sind. Ja, sie stehen morgens mit dem Kursbuch vor der Nase im Lift. Ja, sie sind eigentlich immer im Rudel unterwegs. Ja, sie machen ständig Fotos (aber nicht nur sie) und ihr Englisch ist zuweilen schwer verständlich. Aber sie sind gegenüber dem Westen unglaublich neugierig, was man umgekehrt nicht unbedingt behaupten kann – angesichts der sich ändernden Kräfteverhältnisse in der Weltwirtschaft völlig zu Unrecht. Und seien wir ehrlich: Wer von uns möchte sich nicht zur Abwechslung einmal einen neuen Namen zulegen? Dem Umstand, dass wir Westler Namen wie Feixue, Qingqing, Xingtan, Haoyu und Xiaoyuan selten aussprechen, geschweige denn uns merken können,

Studium

begegnen die Asiaten nämlich mit Pseudonymen. Als einmal eine chinesische Mitstudentin vor der Tür stand und fragte, wo den «Zhang Lin» sei, war ich einen Moment lang verwirrt, denn meine Roommate hiess meines Wissens Iris... On & Off Campus Unser Lichthof in Ehren – doch an die Perlen des USC-Campus kommt auch das Aushängeschild der UZH bei weitem nicht heran. Eine besondere Augenweide ist das Gebäude der bekannten School of Cinematic Arts, dessen Bau durch namhafte Persönlichkeiten der Filmindustrie mitfinanziert wurde (genannt sei an dieser Stelle nur Steven Spielberg) und wie eine toskanische Villa aussieht. Im Grunde genommen ist es nicht notwendig, den Campus je zu verlassen – von der Apotheke über Coffeeshops und diverse Verpflegungsstätten bis zu einem umfangreichen Buch- und Souvenirshop existiert ziemlich alles. Das ist auch gut so, denn Downtown L.A., wo sich die USC befindet, ist definitiv (noch) nicht the place to be. Die wahre Seele der Los Angeles County sitzt im 15 Meilen entfernten Santa Monica: Die 3rd Street (eine autofreie Shoppingmeile), kilometerlanger, breiter Sandstrand, eine riesige Auswahl guter Restaurants und schöner Wine Bars, sowie das Ende der Route 66 sind nur einige Beispiele dessen, was dieser Stadtteil zu bieten hat. Leider ist die Busfahrt vom Campus nach Santa Monica abenteuerlich, die Taxifahrt relativ teuer, womit wir beim Hauptproblem Los Angeles’ wären: Der öffentliche Verkehr ist dezentral organisiert in dem Sinne, dass es diverse Transportunternehmen gibt, welche grösstenteils nur bestimmte Stadtteile mässig zuverlässig bedienen und die Reiseplanung entsprechend erschweren. Was im Auto ausserhalb der Rush Hour zwanzig Minuten dauert, kostet einen mit dem ÖV schnell mal eine Stunde, so man denn überhaupt genug Abenteuerlust aufbringt, denn die soziale Durchmischung ist beim Bus fahren gelinde gesagt gering. Social Activities Hier kommt man um eine Kategorisierung nicht herum, denn social activities gab es zweierlei: Die einen wur-

Mit der USC-Gang auf dem Original-Sofa der Serie «Friends». Draufsitzen war eigentlich verboten.

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International

den durch die Law School organisiert, die anderen durch uns selbst. Erstere zeichneten sich durch ihre perfekte Planung aus: Zwei Cars transportierten sämtliche Teilnehmer inklusive deren Familien (ja, einige künftige LL.M. students waren mit Kind und Kegel angereist) und anderweitige Besucher zu Hotspots wie dem Getty Museum, dem Pasadena Courthouse, einem Baseball-Game (welches ich zugunsten eines Ausflugs in die Desert Hill Outlets schwänzte) oder dem Santa Monica Pier. Integraler Bestandteil dieser Ausflüge waren die lunch box (Sandwich, Chips, Cookie) und die Ankündigung, dass der Bus um XY Uhr «sharp!» zurückfahre, was aufgrund des vielfältigen Verständnisses von Pünktlichkeit aus Schweizer Sicht natürlich nie der Fall war, durch die sommerlich-entspannte Stimmung aber niemanden störte. Unsere eigenen Aktivitäten sollen nach Aussage der überaus sympathischen Programmchefin Anne letzten Sommer zahlreicher stattgefunden haben als in vergangenen Jahren, was sich meiner Kenntnis selbstverständlich entzieht; es ist jedoch anzunehmen, dass auch Anne nicht von all unseren Schandtaten wusste... Am ersten Wochenende erhielt der Spruch «What happens in Vegas stays in Vegas» jedenfalls

te) einige von uns noch den Weg nach San Francisco unter die Räder nahmen, machte sich der Schlafmangel langsam aber sicher deutlich bemerkbar – dies wurde jedoch durch die unvergleichliche Stadt, hervorragendes Essen und das Bewusstsein, dass man sich danach wohl sehr lange nicht mehr sehen würde, vollends überdeckt. Conclusion Wenn man bedenkt, dass Juristen und solche, die es werden wollen, eher zur Sachlichkeit neigen und – jedenfalls, wenn es um die RWI-Standardliteratur und Plätze in den Hörsälen geht – im täglichen Leben öfters eine Survival of the Fittest-Mentalität vorherrscht, war das, was sich bei den vielen kleinen und grösseren Abschieden abspielte, fast schon skurril: Man übertraf sich gegenseitig beim Gebrauch von Superlativen zur Beschreibung seines Sommers und wiederholte ständig, wie sehr man einander vermissen würde. Auf Facebook äusserte sich die Post-SLE-Depression in einer Vielzahl halbweinerlicher Statusmeldungen (wozu auch die Verfasserin ihren Teil beitrug). Ach ja: Wiedersehen gab es bereits einige. Im September auf der Treppe vor dem RWI. Und im November – in Istanbul. Gerüchten zufolge zieht es gewisse im Januar auch bereits wieder nach Los Angeles...

Fachverein

Neuigkeiten aus dem Fachverein Moritz Schmid, Präsident

Dieses Semester stand beim Fachverein Jus ganz im Zeichen der zukünftigen Karriere. So organisierten wir die juristische Jobmesse Connext und besuchten die Anwaltskanzlei Homburger im Prime Tower. Mit dem Erstsemestrigentag und unserem jusCoaching-Programm konnten wir wieder zahlreiche Erstsemestrige beim Start ins Studium unterstützen. Zudem wurde unser Einsatz für eine längere Lernzeit im Sommer belohnt. Verschiebung der Prüfungssession im Frühjahrsse mester 2012 Im Frühjahrssemester 2009 hat das Dekanat die Prüfungen im Sommer erstmals direkt nach den Vorlesungen durchgeführt. Diese Regelung stiess bei vielen Studierenden auf Unverständnis. Die Folge waren leere Hörsäle zwei Wochen vor den Prüfungen. Der Fachverein Jus hat auf Initiative von Judith Köppel hin Unterschriften gesammelt, um diese Veränderung rückgängig zu machen. Für das nächste Frühjahrssemester konnte die Fakultät nun endlich die Prüfungssession um zwei Wochen nach hinten verschieben. Wir danken allen Unterzeichnenden der Petition für ihre Unterstützung.

Poolparty in Hollywood. In Zürich wäre wohl längst die Polizei vor Ort...

eine neue Bedeutung, und der komplett selbstorganisierte Trip in die Sin City schweisste eine grosse Gruppe von Leuten verschiedenster Nationalität zusammen, welche sich drei Wochen später nur unter Widerstand wieder trennen würde. Davor lagen jedoch noch zahllose Restaurant- und Clubbesuche, Einkaufstouren sowie Daytrips nach Santa Barbara und zum Six Flags Magic Mountain, und natürlich wollten auch die Umkreise von Los Angeles (Malibu, Hollywood & West Hollywood, Venice) erkundet werden. Manche versuchten sich – mit unterschiedlichem Erfolg – im Wakeboarding, nahmen Surflektionen und wandelten in Newport Beach auf den Spuren der TV-Show O.C. California; andere fuhren an einem Samstag nach San Diego und zurück, um die sonntägliche Pool Party nicht zu verpassen... Als nach vier Wochen High Life («Don’t be such a party pooper!» war der Satz, der zu hören war, wenn jemand Unternehmungsunlust bekunde-

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Erfolgreicher Erstsemestrigentag Als grösster regelmässiger Anlass hat der Fachverein auch dieses Jahr wieder den Erstsemestrigentag an der Rechtswissenschaftlichen Fakultät durchgeführt. Dabei wurde das Konzept des letzten Jahres leicht verbessert, sodass die rund 600 Erstsemestrigen bestens vorbereitet ins Jus-Studium starten konnten.

Ansprache des Präsidenten am Erstsemestrigentag

Ansturm auf das jusCoaching Bereits zum zweiten Mal bietet der Fachverein das jusCoaching an, welches gemäss dem Tagesanzeiger die Luxusversion unter den Coachings der UZH darstellt.1 Dabei können die Erstsemestrigen viermal jährlich eine kurze Präsentation über wichtige Meilensteine im Studium besuchen und im Anschluss den älteren Studierenden beim Stehlunch Fragen stellen. Die Anzahl der Anmeldungen war sogar noch höher als im letzten Jahr: Zur Zeit sind 350 Studierende eingeschrieben. Um trotz dem riesigen Interesse eine gute Betreuung sicherstellen zu können, sucht der Fachverein immer motivierte Studierende ab dem dritten Semester, die Freude daran haben, den Erstsemestrigen bei ihrem Studienbeginn zu helfen. Interessiert? Meldet euch als jusCoach unter contact@fvjus.ch. Connext- the legal career fair Im vergangenen November organisierte der Fachverein gemeinsam mit Hieronymus und der Universität Zü-

Austausch von Studierenden und Coaches beim Lunch am jusCoaching

Studium

Veränderung der Bachelorfeier Dieses Jahr fand zum ersten Mal die Bachelorfeier nicht im Grossmünster statt, sondern wurde im Lichthof der UZH organisiert. Die Studierenden durften nach einigen Sätzen des Dekans ihr Diplom gegen Vorweisung der Legi entgegennehmen. Gegen eine Durchführung der Bachelorfeier, die nicht im Grossmünster stattfindet, ist grundsätzlich nichts einzuwenden. Trotzdem ist ein gewisser feierlicher Rahmen für die Diplomübergabe unabdingbar. Daher wird sich der Fachverein dafür einsetzen, dass in Zukunft die Bachelorfeier in einem angemessenen Rahmen stattfinden wird.

Studium

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Pagina dei giuristi ticinesi

Fachverein

rich die gesamtschweizerische Juristenmesse «Connext – the legal career fair» an der UZH. Über 30 Unternehmen präsentierten sich den Studierenden an Workshops, Präsentationen, Roundtables und Messeständen. Im Angebot waren auch CV-Checks und Bewerbungsgespräche direkt bei Unternehmen. Besuch bei Homburger Zu Beginn dieses Semesters organisierte der Fachverein Jus einen Kanzleibesuch bei Homburger im Prime Tower. Rund 70 Studierende konnten anhand von zwei vorgestellten Fällen einen Einblick in den Beruf des Wirtschaftsanwalts bekommen. Danach konnten wir bei einem wunderbaren Apéro im persönlichen Gespräch unsere offenen Fragen den Partnern, Associates und Substituten von Homburger stellen. Im Stura aktiv Auch in diesem Semester war der Fachverein Jus im Stura engagiert. Wir arbeiten in den Kommissionen aktiv mit, um eine Verbesserung in allen Bereichen des Studiums zu erzielen. Zu unseren Hauptanliegen auf gesamtuniversitärer Ebene gehören die Verbesserung der Raumsituation der UZH, bessere Bibliotheksöffnungszeiten, sowie Verbesserungen im Bereich der Mobilität.

Essen nach den Aktivmitgliederversammlungen aus und trafen uns zum gemütlichen Gedankenaustausch beim Fachvereinsabend in unserem Büro. Dieses Jahr werden wir zum zweiten Mal unser beliebtes Skiweekend organisieren. Nach einer schönen Zeit in Engelberg im letzten Jahr zieht es uns im kommenden Winter für ein Wochenende in die Lenzerheide. Besuche uns am Fachvereinsabend Falls auch du aus dem anonymen Unialltag ausbrechen möchtest, ist der Fachverein die ideale Möglichkeit dazu. Am besten, du schaust am Fachvereinsabend vorbei, dem Treffpunkt für alle Zürcher Jus-Studierenden, der ungefähr alle zwei Wochen stattfindet. Ob Grünschnabel oder alter Hase, alle sind willkommen, sich bei Snacks und Getränken über das Studium auszutauschen, den Fachverein kennenzulernen und sich vom Stress des Studiums zu erholen. Eine Anmeldung dazu ist nicht notwendig. Die Daten dazu findet ihr auf unserer Homepage: www.fvjus.ch.

Reges Vereinsleben Auch das gesellige Miteinander im Fachverein ist nicht zu kurz gekommen. So gingen wir an der Movienight gemeinsam ins Kino, tauschten uns beim gemeinsamen

Gespanntes Warten vor dem Prime Tower

Nie wieder etwas verpassen? Du möchtest in Zukunft über alle Neuigkeiten der Fakultät und des Fachvereins auf dem Laufenden bleiben? Dann melde dich auf der Homepage des Fachvereins an! In unserem jusMail senden wir dir alle Neuigkeiten der Fakultät, Events des Fachvereins und erinnern dich an alle Fristen des Semesters. Auch auf unserer Homepage und unserer Facebookseite werden laufend neue Informationen aufgeschaltet. Jobsuchende finden auf unserer Online- Jobplattform immer wieder neue Angebote. Ein wöchentlicher Blick lohnt sich! Jährlicher Grillplausch des Fachvereins 1

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Tagesanzeiger vom 19. September 2011, S. 33.

Studium

Ich bin ein Tessiner: Zurigo sì, Zurigo no Amanda Rückert

La facoltà di diritto dell'Università di Zurigo: un nome, una storia, una vera istituzione tra le accademie Svizzere e la sua fama oltrepassa i confini nazionali. Grandi nomi del foro, della società e della politica ticinese hanno studiato presso il nostro ateneo nei decenni passati e ancora oggi vi è grande considerazione nei confronti di chi ha studiato a Zurigo. Un tempo si contendeva il primato con pochi atenei ma oggi la concorrenza è diventata maggiore: sono aumentate le facoltà di diritto in Svizzera, la libera circolazione ha facilitato la mobilità d'esercizio per chi ha studiato all'estero, la riforma di Bologna ha uniformato gli studi e Zurigo non risulta più essere la prima scelta da parte dei Ticinesi. Ogni anno però vi sono ancora almeno una ventina di ticinesi che scelgono di intraprendere i loro studi presso l'ateneo zurighese. Tra questi c'è chi rimane e termina i propri studi sulla Limmat e c'è chi dopo qualche semestre sceglie un'altra città, c'è chi al termine degli studi torna in Ticino, chi sceglie di girare il mondo e chi per almeno qualche anno rimane a Zurigo. Il punto di partenza è la stesso per tutti: dai licei ticinesi all'ateneo zurighese, ma nel corso della carriera accademica le strade cambiano, si dividono, c'è chi resta e c'è chi va. La Bahnhofstrasse della vita. Matteo Delcò: ci manca il tempo! La lingua è un ostacolo enorme, soprattutto in uno studio come quello del diritto, che è ricco di termini specifici. Il fatto che il decanato abbia deciso l'anno scorso di togliere il tempo supplementare per alcuni esami non è stato certo un segno positivo nei confronti delle minoranze linguistiche presenti nella nostra facoltà, italofoni e non solo. A mio modo di vedere nel confronto con altre facoltà di diritto in Svizzera noto che quella di Zurigo ha delle particolarità abbastanza negative. Per esempio il fatto che non c'è una sessione d'esami in agosto/settembre per permettere di recuperare eventuali bocciature e quindi non perdere un semestre oppure che non ci viene concesso tempo tra la fine del semestre e l'inizio degli esami, cosa che comporta inevitabilmente il fatto di dover saltare alcune lezione verso la fine del semestre per studiare intensamente.

Studium

Stefano Lappe: l'illusione del bilinguismo! Dall'HS 09 sono immatricolato all'Università di Zurigo. Ora sono al quinto semestre e – qualora tutto andasse per il verso giusto – potrebbe essere il mio ultimo anno di bachelor. Da praticamente bilingue ho sicuramente avuto molta più facilità dei miei coetanei a capire e farmi capire, a leggere e a riassumere il materiale che ci veniva sottoposto; è però lampante che anche per chi non ha (apparenti) difficoltà di lingua, l'elevato livello delle discussioni e degli scritti giuridici rende ostica la materia chiunque. A ciò va sommato un insegnamento che, a mio modo di vedere, è troppo tedesco-centrico (lo so, a Zurigo si parla tedesco), che non punta sufficientemente all'inglese né alle altre lingue nazionali – come l'italiano, ad esempio. Ci viene inoltre chiesto un livello molto alto d'apprendimento e di impegno durante il semestre (purtroppo non sempre rispettato… galeotta la bella città!) che non sempre rispecchia la qualità dell'insegnamento che ci viene offerta, in alcuni casi non proprio eccellente. L'impressione generale è comunque positiva, ma spero che il master ci dia maggiori possibilità di appassionarci a temi specifici, capendo che cosa desideriamo fare una volta usciti dall'UZH. Lorenzo Brioschi: bachelor a Lucerna, master a Zu rigo, (futuro) cittadino del mondo! Ho conseguito il Bachelor a Lucerna, dove ho riscontrato le medesime difficoltà linguistiche che tutti gli studenti ticinesi incontrano in una facoltà di lingua tedesca. La scelta di Lucerna è stata dettata dall' insicurezza al termine del liceo di affrontare una realtà più grande, più esigente e sicuramente più complessa; la facoltà di Lucerna offre un ambiente molto più favorevole allo studente d'oltre Gottardo il quale si trova inserito in un contesto universitario più giovane, di ridotte proporzioni e sicuramente più familiare. Ottenuto il Bachelor ho avvertito l'esigenza di affrontare una nuova sfida, d'immettermi in una realtà più internazionale e quindi di scegliere la facoltà di diritto di Zurigo come ateneo per conseguire il Master. La decisione si è rivelata molto positiva per svariate ragioni. Innanzitutto, poiché sono orientato verso il diritto economico, la facoltà di Zurigo offre una vasta scelta di materie in questo campo. Zurigo è il centro economico più importante del Paese e la sua facoltà di diritto ha intensi legami con alcuni istituti universitari stranieri, anche in Asia, dove oltre a svolgere un semestre di scambio intendo soggiornare e formarmi professionalmente per qualche anno. Per me la scelta di studiare a Zurigo è stato un ottimo se non addirittura necessario, complemento a quella di Lucerna e più appropriata ad aprirmi le porte del mondo. Gianluca Padlina: Zurigo, la palestra ideale! Nel 2008 ho conseguito la licenza in diritto presso l'Univesità di Zurigo. Smessi i panni dello studente universitario, ho effettuato in Ticino il periodo biennale di pratica legale. Nel 2010 ho conseguito il brevetto di avvocato e attualmente svolgo la mia attività professionale a Lugano e Mendrisio. L'aver scelto di iscrivermi alla facoltà di diritto

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Pagina dei giuristi ticinesi

dell'Università di Zurigo ritengo sia stata una scelta estremamente azzeccata. La presenza di docenti qualificati ed eccellentemente preparati, spesso vere e proprie autorità del settore, ha indubbiamente arricchito un'offerta formativa già di per se diversificata ed esaustiva. La possibilità di approfondire le differenti materie attraverso puntuali esercizi, spesso basati su casi concreti, mi ha permesso di apprendere la giusta tecnica per approcciare ogni tipo di problema giuridico. Nell'ambito lavorativo mi sono immediatamente reso conto dell'importanza di riuscire a reperire rapidamente la dottrina e la giurisprudenza determinanti, nonché di procedere ad un'esposizione precisa e corretta delle argomentazioni in fatto e in diritto. Sotto questo profilo, i lavori di seminario, i casi e gli esami che ho presentato e sostenuto all'Università di Zurigo sono stati sicuramente un'ottima palestra. Aron Camponovo: se non sapete il tedesco studiate il russo! Da anni sono attivo in Ticino e ho lavorato in banca, come avvocato in proprio e ora come coordinatore di direzione del Dipartimento delle Istituzioni del Cantone. In passato ho però svolto parte della mia pratica legale presso uno studio di Zurigo, dove lavorare ha molti vantaggi: la città è bella, offre molto e (non da sottovalutare) gli stipendi sono nettamente più elevati che in Ticino. Come arricchimento professionale e personale consiglierei a tutti di svolgere almeno per un breve periodo un'attività lavorativa a Zurigo. L'esperienza mi ha però mostrato che per un ticinese non perfettamente bilingue trovare un posto di lavoro a Zurigo per il praticantato non è evidente. Nonostante i molti anni di studio infatti non è semplice raggiungere una perfetta conoscenza della lingua tedesca, soprattutto nello scritto e data l'importanza della lingua nell'attività dell'avvocato questo può essere un aspetto negativo. Nel mio caso mi hanno aiutato molto una seconda laurea in economia e la conoscenza della lingua russa, mentre altre persone avevano note eccellenti o erano perfettamente bilingue. Carlo Luigi Caimi: già studente e assistente a Zurigo (e poi a San Gallo), avvocato e notaio a Lugano, dal 2000 membro della Commissione d'esame per il no tariato del Tribunale d'appello del Cantone Ticino, di studenti ne ha visti e ne vede passare molti! Zurigo è sempre stata un'Università esigente, che non regala nulla ai suoi studenti. Per la Facoltà di diritto ciò vale a maggiore ragione: ne parlo per esperienza personale. Chi vi ha ottenuto in passato una licenza, oggi un bachelor o un master, sa di disporre di una solida preparazione di base che lo accompagnerà positivamente durante tutta la vita professionale. Per tanti anni, però, a fronte di un'oggettiva severità vi era stata in questa Facoltà una particolare sensibilità per i problemi specifici degli studenti di lingua madre non tedesca, che oggi sembra essersi esaurita. Vi erano assistenti – io ero fra questi – che si dedicavano a loro in modo intensivo, con esercizi specifici e attività seminariali in piccoli gruppi. Ora ciò sembra far parte della storia, con la scusa

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Bibliothek

Bibliothekenrundgang Gabriel Kasper

Dieses Heft handelt von Jusstudenten, die um die Welt reisen. Wir möchten aber auch die Mobilität auf dem eigenen Campusgelände fördern. Möglicherweise lässt sich das übervölkerte RWI entlasten, indem wir euch losschicken, neue Arbeitsplätze zu entdecken?

(poco fondata) che il modello di Bologna non lo permetterebbe più. Centinaia di universitari senza distinzione di origini e differenze culturali e linguistiche che frequentano insieme lezioni tenute spesso in parallelo, anche in videoconferenza, sono la regola. Peccato. Capisco che alcuni studenti, dopo qualche tempo, preferiscano lasciare Zurigo verso Università ritenute (non sempre a ragione) più a misura d'uomo. Capisco ma non condivido. Chi sceglie di studiare a Zurigo dovrebbe sapere cosa l'aspetta e trarne, nonostante le difficoltà oggettive esistenti, il massimo beneficio possibile, sia in termini professionali che culturali e linguistici. Nella mia attività decennale di esaminatore dei candidati notai ho potuto spesso constatare che chi ha studiato e si è diplomato a Zurigo ha «una marcia in più» anche professionalmente. Uno studente non dovrebbe sottovalutare questo aspetto.

1. «Grüne Bibliothek» (CHN H 31.2) Tritt ein, trau dich, die Treppe hochzutanzen! Oben empfangen dich drei Topfpflanzen. Wie heissen sie, wer ist denn das? Sie stammen aus dem Osten Afrikas. 2. focus Terra (erdwissenschaftliche Bibliothek) (Gebäude NO D 25.1) Links vom Eingang, das sehen wir gern, die Sammlung des Geologen Kern. Wie heisst der grüne, kongolesische Stein mit Chemikernamen Cu2(CO3)(OH)zwei? 3. PBZ (Zähringerstrasse 17) Nun, es wäre ja gelogen, wenn ich verschwiege, dass von hier der Blick frei ist, hinein ins Zürcher Schmuddel-Quartier. Trotzdem ist dies das ideale Gebäude für eifrige, lernbeflissene Leute. Wem ist diese Bibliothek gewidmet? Ach ja, einem ehrenwerten Pädagogen! (Nachname gesucht)

Das Lösungswort ergibt sich aus den fett umrahmten Kästchen mit römischen Ziffern. Wenn du alle Bibliotheken besucht hast, kennst du die Uni so gut wie deine Lösung. Das Lösungswort ist einzureichen beim Fachvereinsbüro (RAI F 021) bis zum 31.12.2011. Dem Sieger dieses Rätsels winkt ein Schulthess-Gutschein im Wert von CHF 100.-, damit er sich mit den neuen Büchern in den «neuen» Bibliotheken die Zeit zu vertreiben weiss.

4. Kunsthistorisches Institut – Bibliothek (RAK G 205a) In diesem Raum gibts Bücher mit Seiten, gross wie Küchentücher.

Gute Reise!

6. Philosophisches Seminar – Bibliothek (KOL F 114a) Etliche Türen hat die Philo-Bibliothek (wieviel?) Doch nur eine wird dich führen ans begehrte Ziel.

5. Bibliothek historisches Seminar (KO2 H 357-363) Bist du gewissenhaft und fromm, kennst du Praes I 1 I schon. (zwei Wörter)

7. Bibliothek für Volkswirtschaft (KOL H 303b) Links vom Pareto-Optimum und doch nicht so links wie Marx in dieser beiden «Mühle» geriet es nun, das Portrait vom Namensvetter der Stuarts. (voller Name, 3 Wörter) 8. Deutsches Seminar – Bibliothek (SOD UG) Bunte Kisten hängen an der Nordwand. Kunst ist das, kein eitler Tand! Aus Peter «Kistlers» Hand (wie könnte es anders sein?) stammt dieses Werk, das glänzt durch sein Design. (2 Wörter) 9. Ostasiatisches Seminar (ZUB Etage G) Rechts vom Eingang in der Vitrine eine hochkomplexe Schreibmaschine. So wie sie ist, kommt es dir vor, wenn du dastehst wie ein Tor.

Studium

Amjusment

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Rätsel

Kolumne

10. Romanisches Seminar (ZUG Parterre/Etage C) Steig hinab zu den Schliessfächern im Stock C, du wirst es gross geschrieben sehn im Treppenhaus an der roten Wand: ein Wasserbesprenger, Retter bei Brand.

Kolumne

11. Careum (Careum 1, Parterre) Wir suchen ein Mineral zum Schluss, das vorkommt im Buch Exodus: Welche Farbe hat denn nun des Careums Atrium?

Zima

Ü = UE, Ö = OE Meine Damen und Herren! Kennen Sie die «Apokalypse»? Bestimmt tun Sie das. Ich auch, aber ich wäre bis vor kurzem ziemlich blöde dagestanden, hätte mich jemand gefragt, was es bedeutet (und ich bin nicht eben auf den Mund gefallen, das sei einmal klargestellt). Ich bediente mich also des G, welches mich alsdann zu W führte, und da steht: «Apokalypse [...] ist eine thematisch bestimmte Gattung der religiösen Literatur, die «Gottesgericht», «Weltuntergang», «Zeitenwende» und die «Enthüllung göttlichen Wissens» in den Mittelpunkt stellt.»1 Da sass ich nun, [...] und war so klug als wie zuvor. Doch das Geheimnis liegt bekanntlich in der Paraphrasierung. Es geht um eine Geschichte. Es kommt zum metaphysischen SuperGAU. Per analogiam (zumal ich mich ausschliesslich in säkularen Sphären bewege) handelt es sich bei folgenden Ausführungen daher um eine Apokalypse. Es begann mit staatlicher Zwangsausübung i.S.v. § 43 Abs.2 RO.2 Also mit der Pflicht, auf Tuchfühlung mit Büchern und anderen unsäglichen Informationsschleudern zu gehen. (Ja, die Mär von der Dankbarkeit, welche heutige Jusstudierende – Sprachverstümmelung ahoi – der technischen Entwicklung zu schulden scheinen, ist mir bekannt; nach meinem Dafürhalten trifft dies jedoch einzig auf die Abschaffung der Schreibmaschine zu, denn Guttenbergs Feinde fördern noch immer Brauchbareres zutage als die Suchmaschine mit dem leicht schizophrenen Namen). Und welcher Ort wäre dafür besser geeignet als Calatrava-Land? Natürlich die ZB, doch dort gehen den Klaustrophoben unter uns schnell die Bücher aus. Also beugte sich unsereiner dem Diktat der strengst durchgesetzten Verbote (Rivellaflaschen, Handys) und marschierte samstagmorgens im RWI ein, wo ich dem Gottesgericht knapp entrann; ein eifriger Kommilitone überholte nämlich sämtliche Treppenbenutzer in mähdrescherartiger Manier, um auf dem sechsten Stock eiligst als Erster seine Tasche zu platzieren und seine hochgeheim versteckten Unterlagen zu holen. Leider hielt die Apokalypse im vorliegenden Fall nichts von der Enthüllung göttlichen Wissens; vielmehr wurde sich der nach 13 Uhr nach Koffein lechzende Student seiner traurigen Existenz bewusst, als feststand, dass sein

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mutmasslicher Lebensretter R am Samstagnachmittag tat, was sich gehört: nichts. Der Weltuntergang konnte durch den Kaffeeautomaten S gerade noch abgewendet werden, wobei der euphemistisch ausgedrückt herbe Geschmack des «Heissgetränks» das Seinige zur akut erhöhten Suizidgefahr beitrug. Die Zeitenwende schwänzte an dem Tag. Die Selbsterkenntnis nicht. «Vo nüüt chunt nüüt». Und immerhin in einer Kunst hat es Unsereiner an der Alma Mater bereits zur Perfektion gebracht: Substantiiertes Jammern.

1

Du–Weisst–Schon–Wo.

2

Das ist dort, wo drinsteht, was man tun muss, um sich eines schönen Tages Bachelor nennen zu dürfen (Englisch für Junggeselle; seriously?!).

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Lustige Gesetze

Ferien vor dem Gesetz?

In Cathedral City, Kalifornien, ist es verboten, mit dem Fahrrad durch den Brunnen im Stadtzentrum zu fahren. (11.98.100 Cathedral City Municipal Code, USA)

Gian Ege

Gibt es etwas Besseres als den Moment nach der letzten Prüfung: Endlich eine gewisse Zeit keine Gesetze, Artikel oder BGEs. Einfach Ruhe, abschalten und geniessen; einfach mal kein Jus. Aber Achtung: Auch anderswo kann der Paragraphen-Teufel zuschlagen. Deshalb hier ein kleiner, juristischer Ratgeber, um zu verhindern, dass ihr euch in den Ferien mit ausländischen Prozessordnungen abgeben müsst. In Arizona (USA) wird mit Geldstrafe oder Freiheitsstrafe bestraft, wer einen Kaktus fällt oder beschädigt. (Arizona Revised Statutes Title 3, Chapter 7, USA) Auch Silvester feiern kann man im Ausland. In Kambodscha jedoch ohne Wasserpistolen. Sie dürfen an Silvester nicht benutzt werden. (Tipp: Man sollte an Silvester den Leuten mit Wasserpistolen dringendst aus dem Weg gehen. Das Verbot wurde nämlich erlassen, weil in der Vergangenheit viele Leute ihre Wasserpistolen mit Urin oder Abwasser gefüllt hatten und damit die Feiernden störten.) Manche Gesetze gilt es auch zu kennen, um von seiner vollen persönlichen Freiheit Gebrauch machen zu können: So ist es Ärzten in Florida beispielsweise ausdrücklich verboten, ihre Patienten nach allfälligem Waffenbesitz zu fragen. (Section 1. Section 790.338, Florida Statutes, USA) In Nome, Alaska, ist es jedermann verboten, Pfeil und Bogen in die Stadt mitzunehmen. (13.25.050 Code of ordinances of Nome, USA) Selbst das Betreten eines Waldes hat weitreichendere Folgen als vielleicht gedacht: «Das Betreten des Waldes zum Zwecke der Erholung ist gestattet. Das Radfahren, das Fahren mit Krankenfahrstühlen und das Reiten im Walde ist nur auf Strassen und Wegen gestattet. Die Benutzung geschieht auf eigene Gefahr. Dies gilt insbesondere für waldtypische Gefahren.» (§ 14 Abs. 1 Bundeswaldgesetz, Betreten des Waldes, D)

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In Singapur gilt es als pornografisch und kann mit bis zu 3 Monaten Gefängnis bestraft werden, wenn man an einem privaten Ort nackt herumläuft, sofern der Ort Einblicke von Aussen erlaubt. (27A Miscellaneous Offences (Public Order and Nuisance) Act (Chapter 184), SGP) In Texas gilt es als Straftat, mehr als sechs «obszöne Gegenstände» (z.B. Sexspielzeug) zu besitzen oder zu benutzen. (Sec. 43.23 Penal Code of Texas, USA) Im US-Bundesstaat Florida dürfen keine Kinder gekauft oder verkauft werden. (847.0145 Florida Statutes, USA) Es ist verboten, auf Rindern durch London zu reiten. (Metropolitan Streets Act 1867, GB) Begeht man in New Jersey ein Verbrechen, ist Vorsicht (oder eben nicht) geboten. Als Verbrechen gilt nämlich, eine schusssichere Weste zu tragen, während man einen Mord, ein Sexualverbrechen oder eine Entführung begeht oder zu begehen versucht. (2C:39-13 New Jersey Statutes, USA) Da bleibt man doch lieber gleich zu Hause. Obwohl… Der Bau von Minaretten ist verboten. (Art. 72 Abs. 3 BV) Und zuletzt noch dies: «Vereinigen sich ausgezogene Bienenschwärme mehrerer Eigentümer, so werden die Eigentümer, welche ihre Schwärme verfolgt haben, Miteigentümer des eingefangenen Gesamtschwarms; die Anteile bestimmen sich nach der Zahl der verfolgten Schwärme.» (§ 963 BGB, Vereinigung von Bienenschwärmen, D)

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R E C H T S A N W Ä LT E

Amjusment

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Impressum N'Jus® Zeitschrift des Fachverein Jus

Ausgabe Herbstsemester 2011

Herausgeber: Redaktion N'Jus® Fachverein Jus Rämistrasse 74/66 8001 Zürich www.fvjus.ch njus@fvjus.ch Gesamtleitung: Simone Ursprung Redaktion: Fabio Andreotti Meltem Cetinkaya Gian Ege Michelle Kalt Gabriel Kasper Judith Köppel Alessandro Minuscoli Miriam Scherrer Moritz Schmid Désirée Stebler Amanda Rückert

Werbung: Fabio Andreotti relations@fvjus.ch

Praktikum in einer internationalen Wirtschaftskanzlei!

Druck: Käser Druck AG Rainstrasse 2 Sellenbüren 8143 Stallikon Auflage: 900 Exemplare

Layout: Bahar Büyükkavir Olivia Sturzenegger Lektoratsverantwortliche: Délia Maire Lektorat: Juan Armas Pizzani Yves Buschor Christopher Enderli Angela Giger Marie-Cristine Kaptan Gregor Lichtenthäler Richard Meyer Tobias Müller Florence Schmid Alexander Stutz Eliane Welte

Wir sind eine international tätige Anwaltskanzlei im Zentrum von Zürich und beraten und vertreten schweizerische und ausländische Unternehmen in lokalen Angelegenheiten und grenzüberschreitenden Transaktionen. Wir geben Ihnen im Rahmen eines Kurzpraktikums (6 Wochen) oder eines Anwaltspraktikums (ein Jahr) einen Einblick in die Tätigkeit einer der führenden und grössten Anwaltskanzleien der Schweiz und der Welt. Sie werden hauptsächlich im Bereich des Wirtschaftsrechts tätig sein, oftmals mit internationalem Bezug. Wir achten darauf, dass Sie in verschiedenen Rechtsgebieten Erfahrungen sammeln. Sie werden jede Woche an internen Weiterbildungsveranstaltungen teilnehmen und die Sitzungen der verschiedenen Fachgruppen besuchen können. Weitere Informationen erhalten Sie unter www.bakermckenzie.com. Was wir von Ihnen erwarten: Guter oder sehr guter Abschluss einer schweizerischen Universität (Bachelor für Kurzpraktikum oder Master für Anwaltspraktikum); sehr gute Sprachkenntnisse (Deutsch/Englisch); Bereitschaft, anspruchsvolle Aufgaben zu bewältigen; Interesse an wirtschaftlichen Sachverhalten. Die Bewerbung soll frühzeitig erfolgen, somit vor Erlangung des Masters oder Bachelors. Bitte senden Sie Ihre vollständigen Bewerbungsunterlagen an: Baker & McKenzie Zurich, Dr. Beat Mathys, Holbeinstrasse 30, Postfach, 8034 Zürich (beat.mathys@bakermckenzie.com).

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