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VERL AGSBEIL AGE

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JUNI 2018

ESSEN

DAS IMMOBILIEN-MAGAZIN

FRISCHE DUSCHE Neue Trends im Bad

SP E Z I A

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KÖPFCHEN BEI DER KELLERPLANUNG INVESTIEREN IN PHOTOVOLTAIK UND SOLARTHERMIE

BAUEN ENERGIE


LIEBE LESERINNEN, LIEBE LESER, die Bedeutung, die Menschen der Individualität beimessen, ist in den vergangenen Jahren stetig gestiegen. Vieles ist entsprechend auf die eigenen Bedürfnisse zugeschnitten: selbstverständlich das Auto, aber auch die Urlaubreise. Und natürlich sind auch die eigenen vier Wände heute Ausdruck der Persönlichkeit eines Menschen. Mit unserem Immobilien-Magazin Quartier möchten wir Ihnen auch 2018 wieder spannende Tipps und Ideen rund um Ihr Zuhause an die Hand geben. Natürlich geht es in den warmen Monaten des Jahres um den Garten, wir werfen zudem einen detaillierten Blick ins Badezimmer und sprechen mit einem Experten über Vor- und Nachteile von offenen Wohnräumen. Wie erzielen Sie beim Verkauf den optimalen Preis für Ihre Immobilie? Dies und vieles mehr verraten wir Ihnen in diesem Magazin, zudem stellen wir wieder spannende lokale Bauprojekte in Ihrer Stadt vor. Viel Spaß beim Lesen wünscht Ihnen Achim Faust

LOKALES

6 Ab in die Zukunft: „Smart Quarter“ im nördlichen Krupp-Gürtel.

BAUEN

14 Modulhäuser – ein Eigenheim, das mitwächst.

FINANZEN

22 Verkaufen wie die Profis – das ist eine Immobilie wirklich wert.


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INHALT

06 2018 LIFESTYLE

26 Das Badezimmer wird immer mehr zur Wellness-Oase.

INTERVIEW

30 Offene Wohnräume: Das sind die Vor- und Nachteile.

IMPRESSUM

Verlag: FUNKE Media Sales NRW GmbH, Friedrichstraße 34-38, 45128 Essen, Sitz Essen, Registergericht Essen, HRB 8208, Telefon: +49(0)201-804-0 Ein Unternehmen der FUNKE Mediengruppe . Geschäftsführer: Dennis Prien, Ove Saffe, Andreas Schoo, Michael Wüller Verantwortlich für Anzeigen und Verlagsbeilagen (V.i.S.d.P.): Dennis Prien . Kontakt Anzeigen: Thomas Haufer, Telefon: +49(0)201 804 2425 Produktmanagement: Frank Grieger . Realisation: FUNKE Sonderprodukte und FUNKE Redaktions Services . Redaktion: Achim Faust (V.i.S.d.P.) Gestaltung: Vera Löbbert, Lea Kotnik, Oliver Schäfer (AD) . Titelbild: iStock . Druck: Strube Druck & Medien OHG, Stimmerswiesen 3, D-34587 Felsberg


DA S I M M O B I L I E N - M AG A Z I N FÜR ESSEN

Foto: RAG-MI / Hans Blossey

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Die „Freiheit Emscher“ von Norden aus fotografiert: Im Vordergrund zu sehen sind Zeche und Kokerei Prosper.

NEUES ZENTRUM ZWISCHEN

ESSEN UND BOTTROP

LOKALES

Die Städte Essen und Bottrop arbeiten gemeinsam mit der RAG Montan Immobilien GmbH an einer Nachfolgenutzung alter Bergbaustandorte. So soll auf beiden Seiten des Rhein-Herne-Kanals am Stadthafen ein neues Quartier entstehen: Die so genannte „Emscher Freiheit“. Die „Emscher Freiheit“ soll ein Zentrum mit Gewerbe und moderner Industrie, aber auch mit Wohnen, Grünflächen und Freizeitangeboten am Wasser sein. Dreh- und Angelpunkt ist eine grundlegend neue infrastrukturelle Erschließung des 1700 Hektar großen Gebiets und die Entwicklung fünf ehemaliger Bergbauflächen von insgesamt 150 Hektar – und damit einer der größten Flächenreserven des Ruhrgebiets in zentraler Lage. Seit Anfang des Jahres 2017 erarbeiten die drei Projektpartner, die Städte Essen und Bottrop sowie die RAG Montan Immobilien GmbH, einen interkommunalen Entwicklungsplan. „Stadthafen, Emscherinsel und Kohlelager hatten über Jahrzehnte einen stark trennenden und limitierenden Charakter, der die Entwicklung verhindert hat“, sagt Markus Masuth, Vorsitzender der Geschäftsführung der RAG Montan Immobilien GmbH, die der größte Eigentümer gewerblicher Flächen im Gebiet ist. „Wenn die Flächen bis Mitte des nächsten Jahrzehnts aus dem Bergrecht entlassen werden, haben wir die historische Chance, diesen vielleicht letzten industriellen Dschungel des Ruhrgebiets durch neue Verkehrswege zu erschließen und zu entwickeln.“ Dafür haben die Planer drei Leitbilder erarbeitet: Wesentlich sind neben neuen Verkehrsachsen und -knotenpunkten so genannte „Attraktionskerne“, die untereinander neu verknüpft werden, sowie ein Grünkorridor entlang des Kanals und der Emscher. Um die „Attraktionskerne“ herum können neue Quartiere wachsen. Zudem sollen die beiden Städte über eine neuartige so genannte „Umwelttrasse“ verknüpft werden – eine Verbindung hauptsächlich für öffentlichen Nahverkehr, Radverkehr und E-Mobility, in bestimmten Abschnitten aber auch für konventionellen Verkehr. Denkbar seien auch Zeitfenster für die

ausschließliche Nutzung mit umweltfreundlichen Fahrzeugen. Als besonders vielversprechend stufen die Planer die Entwicklung des Hafengebietes am Kanal ein: Auf der Fläche der Kohlenläger Sturmshof auf Bottroper und Coelln auf Essener Gebiet könnte ein zentrales Quartier entstehen, angebunden an die Umwelttrasse sowie an den Ost-West-Grünzug des Emscherparks. Für denkbar halten die Experten dort etwa die Ansiedlung von wissens- und technologiebasierten Unternehmen. Genutzt werden könnte die Fläche aber auch für Wohnungsbau, Gastronomie oder Tourismus. Immerhin liegt im Kern des Planungsgebietes die Emscherinsel: Für sie gibt es bereits Pläne zur Grüngestaltung, die im Zuge des Emscher-Umbaus umgesetzt werden sollen.

// INFO // ALLES IM GRÜNEN BEREICH Mittelfristig sollen alle Grünflächen am Wasser zu einem Freiraumkorridor zusammenwachsen. „Langfristiges Ziel ist eine Perlenschnur von Attraktionen entlang des Kanals und der renaturierten Emscher“, so Alexa Waldow-Stahm, Sprecherin der Planungsbüros. Dort sollen „Wege am Wasser“ und „Wege zum Wasser“ entstehen. Ende 2018 soll die Machbarkeitsstudie abgeschlossen sein. Danach wird der „strategische Masterplan“ für die „Freiheit Emscher“ in die Umsetzungsphase gehen.


Hochwertige Mietwohnungen für Haarzopf p

In Essen-Haarzopf an der Fulerumer Straße errichtet die Wohnungsgenossenschaft Essen-Nord in Zusammenarbeit mit der Grenzland-Bau GmbH aus Ahaus hochwertige Mietwohnungen. Im Beisein von Oberbürgermeister Thomas Kufen und Stadtdirektor Hans-Jürgen Best, zahlreicher geladener Gäste sowie Anwohner erfolgte auf dem Grundstück nördlich des Neubaus Rotunde Ende April der offizielle Spatenstich für den Bau von drei Gebäuden mit insgesamt 56 Wohneinheiten. Das Unternehmen Grenzland-Bau GmbH wird die komplette Errichtung für Essen-Nord übernehmen. Die Wohnungsgenossenschaft wird die schlüsselfertigen Häuser erwerben, um weitere Wohnobjekte für Mieter zu schaffen. „Seit Jahren entstehen in Haarzopf immer mehr hochwertige Neubauten. Die meisten davon allerdings im Eigentum. Wir möchten mit unserem neuen Projekt Mietwohnraum in bester Lage und

guter Ausstattung schaffen“, erklärt Vorstandsvorsitzender Juan-Carlos Pulido. Zwei Gebäude mit je zwei Hauseingängen werden direkt an der Fulerumer Straße entstehen, ein weiteres Haus wird in zweiter Reihe errichtet. Die Gesamtwohnfläche beträgt rund 4.300 qm. Die Größen der Wohnungen variieren zwischen 60, 70, 90 und 120 qm. Dabei werden alle Wohneinheiten barrierearm über Aufzüge erreichbar sein und über Balkone bzw. Terrassen verfügen. Des Weiteren wird für die Mieter eine Tiefgarage gebaut, die bis zu 60 Fahrzeugen Platz bietet. „Wir glauben, zusammen mit der Wohnungsgenossenschaft Essen-Nord, eine attraktive

Auf über 5.000 qm Fläche entsteht das bisher größte Bauprojekt der Wohnungsgenossenschaft

Planung entwickelt zu haben und freuen uns jetzt auf die gemeinsame Umsetzung“, so Dipl.-Immobilienwirt Marco Körkemeyer, Geschäftsführer von Grenzland-Bau. Die Bauzeit für die drei Gebäude wird voraussichtlich 15 bis 18 Monate betragen. Bereits jetzt ist die Nachfrage nach den neuen Mietobjekten an der Fulerumer Straße groß. Die Wohnungsgenossenschaft Essen-Nord eG ist ein traditionsreiches, mittelständisches Unternehmen, das seit über 100 Jahren seine Mitglieder mit Dauerwohnrecht ausstattet. Das breite Angebot attraktiver Wohnungen und Häuser beschränkt sich nicht auf Essen, sondern umfasst auch die Städte Düsseldorf, Ratingen, Dortmund und Dülmen.

// INFO // MIETINTERESSENTEN WENDEN SICH BITTE AN:

v.l.n.r.: Marco Körkemeyer (GF Grenzland-Bau), Andreas Dargegen (Vorstand Essen-Nord), OB Thomas Kufen, Essen-Nord-Maskottchen Enno, Juan-Carlos Pulido (Vorstandsvorsitzender Essen-Nord), Michael Malik (Vorstand Essen-Nord), Thomas Rotter (Vorsitzender des Ausschusses für Stadtentwicklung und Stadtplanung des Rates der Stadt Essen)

Wohnungsgenossenschaft Essen-Nord eG Frau Gabriele Nieswandt Hedwig-Dransfeld-Platz 8 45143 Essen Tel.: +49 (0) 201 63402-31 Fax: +49 (0) 201 63402-70 nieswandt@essen-nord.de www.essen-nord.de


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Ab in die

ZUKUNFT Eine Grünachse durchzieht den geplanten „51. Stadtteil“ Essens.

„Essen 51“: Im nördlichen Krupp-Gürtel soll ein „Smart Quarter“ entstehen. Von Torsten Wellmann


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werden. Dementsprechend stellt sich auch das Idealbild der künftigen Mieter dar: Sie leben in einem „Smart Home“, in dem der Kühlschrank automatisch Lebensmittel nachbestellt. Sie bedienen Heizung und Küchengeräte mit dem Smartphone, fahren ein Elektroauto, das sie aber auch gerne mal stehen lassen, um das E-Bike oder den autonom fahrenden Bus zu nehmen. Das Verkehrskonzept sieht den sechsspurigen Ausbau der Bottroper Straße, den Neubau einer weiteren vierspurigen Straße innerhalb des Quartiers und eines Kreisverkehrs vor. Geplant ist zudem eine Radtrasse als Verbindung zwischen dem Radschnellweg RS 1 und dem Radschnellweg „Mittleres Ruhrgebiet“ von Essen nach Gladbeck – sollte letzterer denn tatsächlich gebaut werden. „Essen 51“ steht für eine neue Vision von Leben, Wohnen und Arbeiten. Die ersten Gebäude sollen Ende 2019 bezugsfertig, das Gelände bis 2020 komplett erschlossen sein – passend zur Eröffnung der neuen Ikea-Filiale an der Bottroper Straße. Bis zur endgültigen Fertigstellung des so genannten „51. Stadtteils“ dürfte es aber wohl noch 15 bis 20 Jahre dauern.

LOKALES

Visualisierungen: Thelen-Gruppe

Das Zentrum von „Essen 51“ bildet ein Park mit offenem Wasserlauf.


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MEHR GRÜN AUFS DACH Der Regionalverband Ruhr (RVR) hat gemeinsam mit der Emschergenossenschaft ein Gründachkataster für die Metropole Ruhr erstellen lassen. Die Analyse des Katasters durch den RVR hat gezeigt, dass mehr als 57.000 Gebäude in Essen potenziell zur Begrünung geeignet sind. In der gesamten Metropole Ruhr sind es sogar mehr als 800.000. Von Torsten Wellmann

Begrünte Dächer schaffen eine Vielzahl positiver Effekte für Gebäude, Mensch und Umwelt – so wie hier das Dach auf der Zentrale der Essener Sparkasse.

Fotos: Ulrich von Born / FUNKE Foto Services

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LOKALES Fast jedes zweite Dach – eine positive Statikprüfung vorausgesetzt – kann in der Metropole Ruhr begrünt werden. Das ist das Ergebnis eines Gründachkatasters, das der Regionalverband Ruhr (RVR) für die Metropole Ruhr hat erstellen lassen. Über die Internetseite www.gruendachkataster.rvr.ruhr kann jedes Haus in Essen sowie in der gesamten Metropole Ruhr über die Eingabe der jeweiligen Adresse überprüft werden: Die Einfärbung der Dachflächen zeigt an, wie sehr sich ein Haus für ein Gründach eignet. Über eine Detailanalyse können zudem die eingesparte Abwassermenge, die CO2-Absorption und der gehaltene Feinstaub pro Jahr geschätzt werden. Erstellt wurde das Kataster von der tetraeder.solar GmbH in Dortmund. POSITIVE EFFEKTE FÜR GEBÄUDE, MENSCH UND UMWELT Begrünte Dächer schaffen eine Vielzahl positiver Effekte für Gebäude, Mensch und Umwelt: Sie filtern Schadstoffe aus der Luft, mildern hochsommerliche Extremtemperaturen, sorgen für eine naturnahe Regenwasserbewirtschaftung und schaffen Ersatzbiotope für Pflanzen und Tiere. Durch die Vegetation können große Mengen an Kohlendioxid und Staub reduziert werden.

// INFO // DIE ZUSÄTZLICHEN LASTEN WOLLEN GETRAGEN WERDEN Grundsätzlich wird zwischen der extensiven Dachbegrünung mit sechs bis 20 Zentimeter hohen Pflanzen und der intensiven Dachbegrünung mit zwölf bis 40 Zentimeter hohen Gräsern, Stauden oder Sträuchern unterschieden. Wer einen grünen Daumen hat, darf allerdings nicht sofort loslegen und sein Dach bepflanzen. Da die Pflanzen mit einem zusätzlichen Gewicht von 40 bis 500 Kilogramm pro Quadratmeter auf dem Dach lasten, müssen ein Architekt oder der Bauträger des Hauses zunächst die statische Tragfähigkeit prüfen. Ist die Tragfähigkeit gegeben, können selbst Gebäude aus den 70er- und 80er-Jahren laut Experten mit einer wärmedämmenden Dachbegrünung auf den aktuellen Wärmeschutzstand gebracht werden. Hauseigentümer können dadurch die Heizkosten und den Energieverbrauch deutlich senken – inklusive der damit verbundenen CO2-Emissionen für die Umwelt. Wärmedämmende Dachbegrünungen schonen damit den Geldbeutel und tragen gleichzeitig aktiv zum Klimaschutz bei. Wer darüber nachdenkt, ein Dach zu begrünen, findet Informationen – auch zur Finanzierung – beim Dachgärtnerverband unter www.dachgaertnerverband.de

Würden alle geeigneten Dächer in der Metropole Ruhr – sowohl alle Flachdächer als auch leicht geneigten Dächer bis 30 Grad – begrünt werden, so könnten fast 25.000 Tonnen CO2 und Staub pro Jahr gebunden werden. Je nach Bepflanzung können bis zu 80 Prozent des Jahresniederschlags zurückgehalten werden. Durch die Verdunstung dieses Wassers würden die im Sommer aufgeheizten Städte gekühlt. In Kombination mit einer Photovoltaikanlage kann die Effektivität der Anlage durch die Kühlleistung der Begrünung zudem erhöht werden. Grünpflanzen wirken außerdem als natürliche Dämmung und Klimaanlage: Sie halten im Winter die Wärme im Haus und kühlen es im Sommer. STAATLICHE KFW-FÖRDERBANK GIBT ZUSCHÜSSE Pflanzen auf dem Dach tragen also zum Energiesparen bei. Deshalb gehört eine Dachbegrünung auch zu jenen Maßnahmen der energetischen Sanierung, die von der staatlichen KfW-Förderbank bezuschusst werden. Wer eine natürliche Dachdämmung in Form einer Dachbegrünung nutzen möchte, kann über seine Hausbank bei der KfW-Bank eine staatliche Förderung für sein Gründach beantragen. Die Dachbegrünung zählt im Programm „Energieeffizient Sanieren“ als Maßnahme zur Dämmung. Hausbesitzer können einen zinsgünstigen Kredit in Anspruch nehmen oder einen Zuschuss beantragen, laut KfW jeweils zehn Prozent der förderfähigen Kosten, insgesamt bis zu 5000 Euro für jede Wohneinheit. Knackpunkt sind die kommunalen Förderleitlinien für Gründächer. Denn jede Kommune besitzt ihren individuellen Fördermix. In Essen werden begrünte Dachflächen als Entsiegelungsmaßnahmen anerkannt und mit einer Reduktion der Abwassergebühren belohnt.


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BAUEN

Köpfchen bei der

Schon beim Bau eines Hauses sollte man über die Nutzung der Basis nachdenken.

Ein Keller dient als Lager, als Wäscheraum und Heizungszentrale. Möglicherweise aber auch als Fitnessstudio, Arbeitszimmer oder sogar als Einliegerwohnung. Je nachdem, wie man das unterste Geschoss nutzen möchte, zählen bei der Planung andere Dinge. Wir geben Antwort auf wichtige Fragen. LASSEN SICH WOHNRÄUME IM KELLER UNTERBRINGEN? Ja, das geht. Es müssen aber höhere Anforderungen erfüllt werden. Wohnräume im Keller brauchen mehr Licht als reine Lagerkeller. Sie müssen außerdem gut belüftet und beheizt werden. Und sie brauchen – wie alle neuen Wohnungen – eine Dämmung, die der Energieeinsparverordnung (EnEV) entspricht. WAS BEDEUTEN DIE GESETZLICHEN VORGABEN FÜR DEN KELLERBAU? Gängig ist eine rund zehn bis 15 Zentimeter dicke Außendämmung. Doch man muss nicht das ganze Untergeschoss dämmen. Manche Bauherren unterteilen die Kellerfläche in einen warmen und einen kalten Bereich. Die Räume für die Heizung oder Lager brauchen keine aufwendige Dämmung.

Foto: iStock

Kellerplanung Außendämmung. Diese nachzurüsten wäre mit einem unverhältnismäßig großen Aufwand verbunden. Daher raten Experten, sich bestmöglich vor dem Bau über die spätere Nutzung Gedanken zu machen. Wer schon bei der Planung die Weichen stellt, kann viel Geld sparen. GIBT ES ABGESEHEN VOM GELD WEITERE VORTEILE? Wird der Keller schon bei Baubeginn eingeplant, kann man ihn von vornherein etwas höher konstruieren. Weiterhin kann man größere Fenster einsetzen und eine hochwertige Wärmedämmung anbringen. Somit können die Räume unkompliziert zu einem Wohnkeller aufgerüstet werden. SIND BEIM KELLERBAU BESONDERE PLANUNGEN NÖTIG? Eine wichtige Rolle spielen die jeweiligen Bodenverhältnisse. Der größte Feind eines Kellers ist das Wasser. Es kann in drei Abstufungen auf Boden und Wände einwirken: als Bodenfeuchte, als aufstauendes Sickerwasser sowie als Druckwasser. Was auf dem Grundstück zu erwarten ist, ist von außen nicht auszumachen. Hierzu ist ein Bodengutachten notwendig. blau

LASSEN SICH KELLER AUCH NACHTRÄGLICH ZU WOHNZWECKEN AUSBAUEN?

// INFO // GUT ZU WISSEN

Der spätere Umbau eines reinen Nutzkellers zu Wohnzwecken ist schwierig, wenn nicht gar unmöglich. Zwar lässt sich nachträglich eine Innendämmung anbringen, aber die ist in der Regel nicht so effektiv wie die

Ein häufiger Lastfall beim Keller ist die Bodenfeuchte. Um vorzubeugen, sollten Bauherren beim Bau 20 Zentimeter starke Bodenplatten und 20 Zentimeter starke Außenwände einplanen.


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rchitektonisch klar, stilvoll und mit unaufdringlicher Eleganz schmiegt sich das Bauvorhaben an die feine Nachbarschaft am Baldeney an. Hier entstehen insgesamt acht stilvolle Etagenwohnungen sowie zwei attraktive Penthäuser für Sie. Mit Wohnungsgrößen zwischen ca. 125 m² und ca. 200 m² Wohnfläche sowie einem Raumangebot von 3,5 bis 5,5 Räumen steht Ihnen ein interessanter Wohnungsmix zur Verfügung. Schenken Sie in dieser einzigartigen Wohnlage Ihrem Körper und Ihrer Seele Luft und Raum für Erholung und Genuss. In kaum einer anderen Lage Essens verbinden sich Naturnähe (am Baldeneysee) sowie Zentralität (am Stadtwaldplatz) so ideal wie hier. Auch die Ausstattung überzeugt mit ihrer Wertigkeit und verbindet Basics wie stufenlose Zugänge oder einen Aufzug, der von der Tiefgarage bis ins Staffelgeschoss fährt mit dem Besonderen: Innerhalb der eigenen vier Wände sorgen elektrische, timergesteuerte Rollläden sowie eine Video-Gegensprechanlage für ein gutes Sicherheitsgefühl. Die Frage, ob Dusche oder Wanne stellt sich Ihnen nicht mehr – Ihr neues Bad verfügt über beides und wird durch einen Handtuchheizkörper ergänzt. Für pure Eleganz in der gesamten Wohnung mit überhohen Decken sorgen z.B. hochwerti-

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ges Echtholzparkett sowie keramische Oberböden in attraktiven (Groß-)Formaten. Für jede Wohnung besteht die Möglichkeit eines Kaminanschlusses, der notwendige Kaminzug steht bereits zur Verfügung. Pro Wohnung stehen jeweils mindestens zwei Tiefgaragenstellplätze zur Verfügung. Lassen Sie den Funken überspringen – Gerne vereinbaren wir Ihren persönlichen Beratungstermin im Showroom vor Ort!

28.05.2018 15:33:04


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Klick für Klick Parkett und Laminat lassen sich einfach verlegen, trotzdem hat auch diese Arbeit für Heimwerker ihre Tücken. So muss ein schiefer Boden ausgeglichen werden. Auch Bewegungsfugen muss man zwingend mit einplanen. Von Katja Fischer Parkett und Laminat sind beliebt, da die edle Holzoptik zu fast jedem Wohnstil passt. Beide Bodenbeläge werden im praktischen Klicksystem angeboten, was das Verlegen für Heimwerker einfacher macht. Und auf den ersten Blick sind sie kaum zu unterscheiden. Die Elemente, aus denen sich die Böden zusammenfügen, sind bei beiden Belagstypen ringsum mit Nut und Feder versehen. Und sofern es eine der Natur nachempfundene Holzoptik hat, ähnelt Laminat einem Parkettboden. Die Unterschiede liegen im Material: „Fertigparkett wird offiziell Mehrschichtparkett genannt, weil es aus mehreren miteinander verleimten Holzschichten besteht“, erklärt Christoph Windscheif vom Verband der Deutschen Parkettindustrie. „Die oberste Schicht besteht immer aus edlem Echtholz und ist immer mindestens 2,5 Millimeter dick.“ Parkett lässt sich daher auch überarbeiten, also abschleifen und neu versiegeln oder einölen. Laminat besteht dem Verband der Europäischen Laminatbodenhersteller (EPLF) zufolge zu mehr als 80 Prozent aus Holz. Die Oberfläche bildet ein Dekorpapier, das auf einer Trägerplatte klebt. SELBSTVERLAUFENDE AUSGLEICHSMASSEN Profis sind laut der DIN-Norm 18356 verpflichtet, unter anderem die Ebenheit, Oberflächenfestigkeit und Feuchtigkeit des Untergrunds zu prüfen. Vor allem in Neubauten ist es wichtig,

Foto: iStock

BAUEN

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abzuwarten, bis der Estrich ausreichend getrocknet ist, oder Grundierungen aufzutragen, die die Feuchtigkeit abhalten. Größere Unebenheiten im Untergrund lassen sich mit einer Ausgleichsmasse beheben – sonst bilden sich Spannungen, geweitete Fugen und schlimmstenfalls Überstände im Parkett. Praktisch sind hierfür selbstverlaufende Ausgleichsmassen, die aufgrund ihrer Konsistenz und Verlaufseigenschaft ebene und glatte Flächen erzielen. Parkett erzeugt meist weniger Trittschall als Laminat. Trotzdem ist eine Trittschalldämmung bei beiden Belägen wichtig, vor allem, wenn sie schwimmend verlegt sind, also der Boden nicht am Untergrund klebt. Die Dämmung besteht aus spezieller Pappe, Kork oder Schaumstoff. Ein verklebter Bodenbelag erzeugt weniger Trittschall. Er kann nicht mehr in Schwingungen versetzt werden, und die Geräusche werden in die Unterkonstruktion geleitet.

// INFO // ALLER ANFANG IST SCHWER Wo soll es losgehen beim Verlegen? Das hängt von der Beschaffenheit des Raumes und vom Verlegemuster ab. „Um den Verschnitt gering zu halten, empfiehlt es sich, an der längsten geraden Wand zu beginnen“, rät Florian Zeller vom Gesamtverband Deutscher Holzhandel. Wenn es die räumlichen Bedingungen hergeben, sollte man möglichst zum Licht hin arbeiten. Der Abstand zu den Wänden sollte so groß sein wie die Stärke des Parketts – ein Zentimeter sollte es schon sein, damit der Bodenbelag Platz hat – er „arbeitet“ nach dem Verlegen noch. Bei größeren Flächen sind sogar innerhalb der Räume Bewegungsfugen notwendig. Der Laminatverband EPLF rät zu Randfugen von mindestens zehn Millimetern entsprechend den Vorgaben des Herstellers.


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infach herrlich, alles vor der eigenen Haustür zu haben und zugleich Ruhe und Entspannung genießen zu können. Diese Vorzüge bietet Ihnen die Steeler Innenstadt mit ihrem voll funktionsfähigen Zentrum bestehend aus Ärzten, Ämtern sowie vielfältigen Einkaufs- und Bildungsmöglichkeiten. Auch die Ruhr, mit ihren Rad- und Fußwegen, stellt ein attraktives Freizeitangebot dar – beides liegt keine 500 Meter von Ihrem neuen Zuhause entfernt!

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28.05.2018 15:32:46


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Ein Eigenheim, das

MITWÄCHST

BAUEN

So flexibel wie das Leben müsste das Wohnen auch sein: Ein Haus, das mit steigender Kinderzahl mitwächst und wieder schrumpft, wenn Familienmitglieder ausziehen. Das geht: Modulhäuser sind ein Trend des Fertigbaus.

Bei Modulhäusern werden einzelne Hausmodule aus Leichtbauteilen industriell vorgefertigt und auf der Baustelle zusammengesetzt. Quasi fertige Hausbereiche werden so im Ganzen auf die Baustellen gebracht. Foto: dpa


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Autoindustrie industriell vorgefertigt und dann auf der Baustelle zusammengesetzt.“ Quasi fertige Hausbereiche werden so im Ganzen auf die Baustellen gebracht. AUFBAU IN KURZER ZEIT Aber die Konstruktion der Einzelteile unterscheidet sich nicht wesentlich von den Elementen, aus denen normale Fertighäuser bestehen. Es sind in der Regel Wand- und Deckenelemente in Holztafelbauweise. Sie werden seriell in einem Werk produziert, teils wird sogar die Haustechnik bis hin zur Innenausstattung dort schon eingebaut. „Der Aufbau der Häuser kann in sehr kurzer Zeit erfolgen, etwa in 24 Stunden“, erklärt Prof. Wildemann. Steht das Haus einmal, lässt es sich leicht durch weitere Module erweitern, oder bestehende Einheiten können zurückgebaut werden. Schon für unter 50.000 Euro gibt es kleine Modulhäuser für Singles und junge Familien. Nach und nach können dann Erweiterungen folgen. Im Prinzip kann man mit den Modulbauten sogar umziehen, die Häuser haben keine Bodenplatte, sind also nicht fest mit dem Untergrund verbunden. Allerdings darf man die Module nicht einfach überall aufstellen. Baurechtlich handelt es sich um ganz normale Häuser, für die eine Baugenehmigung notwendig ist dpa

Entspannter zur neuen Heizungsanlage.

// INFO // SCHNELL ERREICHTET, GUTE QUALITÄT – ABER LANGWEILIG? „Unter Architekten werden Modulhäuser kontrovers diskutiert“, sagt Christof Rose, Sprecher der Architektenkammer Nordrhein-Westfalen. Einerseits sehen sie die Vorteile des standardisierten Bauens. Durch die wetterunabhängige Vorfertigung der Elemente im Werk verkürze sich die Bauzeit auf der Baustelle, die Qualität der Bauteile sei hoch, und die Kosten sinken. Andererseits fürchten die Profis, dass Bauen mit vorgefertigten Bauteilen oder Modulen schnell zu langweiligen Lösungen führt, die an Plattenbauten oder Containerdörfer erinnern. „Die Herausforderung ist, die Vorteile des seriellen Bauens zu nutzen, ohne die Nachteile in Kauf zu nehmen“, findet Rose. So sollten aus standardisierten Elementen individuelle Häuser entstehen, die sich städtebaulich in ihre Umgebung einfügen. „Dazu gibt es gegenwärtig verschiedene Forschungsprojekte.“

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DER MIETER

Foto: iStock

zahlt mit

Welche Sanierungskosten einer vermieteten Immobilie Sie bei der Neuberechnung Ihrer Miete berücksichtigen dürfen – und wo die Grenzen liegen.

Von Peter Weißenberg


FINANZEN

WOHNBAU EG –– WOHNBAU EG HIER FÜHL‘ ICH MICH WOHL. HIER FÜHL‘ ICH MICH WOHL. WOHNBAU EG – HIER FÜHL‘ ICH MICH WOHL.

// INFO // NICHT JEDE LUXUS-SANIERUNG IST UMSCHLAGBAR Achtung! Im Prinzip dürfen Sie als Vermieter zwar Ihre Modernisierungskosten unbegrenzt auf die Miete anrechnen. Aber eine Grenze setzt der Staat doch: Nach Paragraf 5 des Wirtschaftsstrafgesetzes darf die neue Miete 20 Prozent der ortsüblichen Vergleichsmiete nicht überschreiten, wenn der vergleichbare Wohnraum knapp ist.

gelten nicht, wenn Sie die Miete erhöhen, weil Sie entsprechend modernisiert haben. Dann ist es erlaubt, jährlich elf Prozent der Modernisierungskosten auf die Mieter umzulegen. KLARE AUSSAGEN DES GESETZGEBERS Was aber ist überhaupt so eine Modernisierung? Da macht der Gesetzgeber glücklicherweise klare Aussagen. Alle energetischen Verbesserungen zählen dazu – und das ist auch fair, weil der Mieter bei der nächsten Nebenkostenabrechnung davon ja direkt profitiert. Und der Kuschelfaktor steigt mit Dreifachglasfenstern oder wärmeren Wänden ja auch. Erhöht sich der sogenannte Gebrauchswert, darf die Miete auch entsprechend steigen. Das war zum Beispiel der Fall, als Röber vor zehn Jahren neue Bäder mit Wanne und separater Dusche einbauen ließ. Auch Einsparungen beim Wasserverbrauch können umgeschlagen werden, genauso wie bessere allgemeine Wohnverhältnisse. Das gilt zum Beispiel für einen Umbau der Untergeschosse mit neuen Trockenund Waschräumen oder das Pflastern neuer Stellplätze für die Autos der Mieter. Und zu guter Letzt sind auch Kosten durch den Mieter mitzutragen, die der Gesetzgeber selbst zur Pflicht macht – etwa, indem Rauchmelder vorgeschrieben werden. Einen Geheimtipp hat Detlef Röber aber für alle Vermieter in ähnlicher Lage: „Reden Sie schon lange vorher mit jedem Mieter, gleichen Sie Ihre Wünsche nach Möglichkeit ab, und strecken Sie Modernisierungen auch mal in Etappen über die Jahre. Dann ist der Kostenschock für alle Beteiligten nicht zu groß.“

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BAUEN

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Schutz vor STURM UND STURZFLUTEN

Von Katja Fischer

Unwetter haben in den vergangenen Sommern große Schäden verursacht: Starkregen sorgte für Überflutungen, heftige Stürme fegten Dächer weg. Wie sollten Hausbesitzer und Bauherren sich davor wappnen?

Starkregen, Überschwemmungen, Stürme – Unwetter ereignen sich immer mal wieder. Der statistische Nachweis einer Zunahme von Extremwetter-Ereignissen ist noch schwierig, aber viele Experten erwarten sie künftig mit steigender Häufigkeit, auch in Gegenden, in denen bisher alles ruhig scheint. Was heißt das für Hausbesitzer und jene, die den Bau planen? VORAUSSCHAUEN Vor allem beim Neubau kann man von vornherein auf hochwassergerechtes Bauen achten. Das ist nicht wesentlich teurer – das Nachrüsten dafür umso aufwendiger. ÖFFNUNGEN SICHERN „Das Wasser sucht sich immer seinen Weg“, sagt Christoph Unger, Präsident des Bundesamts für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe in Bonn. „Mögliche Zutrittswege sind Fenster und Türöffnungen, aber auch Lichtschächte, Kellerfenster und Kellertüren.“ Nasse Außenwände oder Bodenplatten lassen Wasser ebenfalls ins Haus. „Der Klassiker ist der Rückstau aus dem Kanalnetz.“ DÄCHER ABSICHERN Die Vorschriften zur sogenannten Windsogsicherung von Elementen zur Dacheindeckung wurden vor einigen Jahren angepasst. „Die größte Gefahr für ein Dach entsteht nämlich nicht durch den Winddruck, sondern durch den Windsog“, erklärt Udo Wirges, Bereichsleiter Technik beim Zentralverband Sanitär Heizung Klima in St. Augustin. Durch Verwirbelungen ist bei einem Sturm vor allem die dem Wind abgewandte Dachfläche gefährdet, besonders am Rand. „Metalldächer werden heute nach den neuen Vorschriften zur Windsogsicherung gebaut. Bei Ziegeldächern können Hausbesitzer zusätzlich Sturmklammern anbringen lassen.“ AUFBAUTEN BEFESTIGEN

// INFO // RÜCKSTAUENDES WASSER FERNHALTEN Hausbesitzer haben die Pflicht, ihr Haus gegen rückstauendes Wasser aus dem Kanalnetz abzusichern. Es kann sein, dass Versicherungen das vorschreiben. Dafür ist nötig, die lokale Rückstauebene zu kennen – das ist die Grenze, bis zu der das Wasser bei Rückstau in einer Entwässerungsanlage ansteigen kann. Informationen dazu gibt es bei der Kommune. Alle Entwässerungsanlagen, die unter dieser Marke liegen, sollten gesichert werden, zum Beispiel Toiletten, Duschen oder Waschbecken im Keller und Erdgeschoss.

Antennen, Satellitenanlagen oder Solarkollektoren müssen sicher befestigt sein. „Aufgeständerte Kollektoren auf Flachdächern sind zusätzlich zu fixieren oder zu beschweren, wenn ihr Eigengewicht keine ausreichende Sicherung bietet“, erklärt Christoph Unger. „Kollektoren auf Schrägdächern verschraubt man am besten fest.“ Wichtig ist auch, die Regenrinnen und Fallrohre von Blättern und Schmutz frei zu halten. Sind sie verstopft, staut sich das Wasser auf und drückt in das Hausinnere. KELLER UND UNTERGESCHOSS SCHÜTZEN Keller müssen gegen drückendes Grundwasser abgesichert sein. Empfehlenswert ist eine weiße Wanne, gerade auch für Keller, die zu Wohnzwecken genutzt werden. Die untere Etage des Hauses ist zusätzlich geschützt, wenn die Türen einen halben bis einen Meter über der Geländeoberkante liegen. Dann braucht man zwar etwas höhere Eingangstreppen, aber das Wasser läuft nicht so leicht ins Haus.


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ENERGIE

Lohnt sich die

INVESTITION IN PHOTOVOLTAIK und Solarthermie noch? Es gibt eine ganze Reihe Förderungen für Solaranlagen und deren Erweiterungen um Speicher oder Wärmepumpen im Eigenheim. Auch sinken die Preise der Technik. Wie sehr lohnt sich die Anschaffung aktuell? Und auf was setzt man am besten – Thermie oder Photovoltaik?

Von Uwe Roth


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// INFO // ERGÄNZUNG BATTERIESPEICHER Diese Speicher lagern die erzeugte Energie für eine gewissen Zeit ein. Damit lässt sich der Verbrauch des Solarstroms gezielter steuern – etwa nach Sonnenuntergang oder nachts, wenn man üblicherweise auch zu Hause ist. Die Geräte sind noch teuer, allerdings haben sich die Preise in den vergangenen vier Jahren halbiert. Und aktuell gibt es für die Systeme Förderung: Bis Jahresende vergibt die KfW-Förderbank zinsgünstige Kredite sowie einen Tilgungszuschuss. Laut der Deutschen Energie-Agentur (Dena) sind Batteriespeicher für Haushalte interessant, in denen vorwiegend morgens und abends Energie gebraucht wird. Aber in den Speichersystemen steckt laut Florian Bublies von der Verbraucherzentrale NRW Zukunftspotenzial: Das Elektroauto etwa ließe sich damit kostengünstiger aufladen. Und verbunden mit Wetterprognosen registriere die Batterie, wann es trübe wird und sie einen Stromvorrat für den Tag anlegen muss. ERGÄNZUNG WÄRMEPUMPE vielleicht lukrativer. Zudem hängt die Rentabilität einer Anlage von der Entwicklung des Gas- und Ölpreises ab. Derzeit geht die Verbraucherzentrale NRW davon aus, dass sich eine Anlage zur Trinkwassererwärmung für vier Bewohner im Rahmen ihrer Lebensdauer von 20 Jahren amortisiert. Experten raten zur Kombination von Solarthermie- und Photovoltaikanlagen. Letztere allein auf dem Dach lohne sich in vielen Fällen nicht, meint Florian Bublies. Welchen Anteil das jeweilige System bekommt, muss anhand der persönlichen Lebensgewohnheiten der Bewohner entschieden werden. Fachhandwerker helfen bei der Entscheidung.

Die Photovoltaikanlage kann mit WarmwasserWärmepumpen verbunden werden. Sie sind in der Lage, der Luft, dem Grundwasser oder dem Erdreich Wärme zu entziehen und diese wiederum auf einem höheren Temperaturniveau abzugeben – an die WarmwasserAnlage oder die Heizung. Wie hoch der Anteil des Solarstroms ist, mit dem man den Energiebedarf der Wärmepumpe decken kann, hängt von vielen Faktoren ab: Zum einen die Leistung der PV-Anlage selbst, aber auch die Dämmung des Hauses, die Außentemperatur sowie der Stromverbrauch. Systeme zum Energiemanagement können die Anlagen außerdem so miteinander koppeln, dass sich die Wärmepumpe automatisch bei einem Überschuss an Solarstrom einschaltet.

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VON WEGEN „PI MAL DAUMEN“:

Verkaufen wie die Profis

ENERGIE

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So können Sie den Wert Ihrer Immobilie am besten ermitteln und beim Kauf den optimalen Preis erzielen.

Von Peter Weißenberg


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DREI VERSCHIEDENE VERFAHREN Wer auf solcher Basis zum genauen Verkehrswert seiner Immobilie kommen will, kann aus drei verschiedenen Verfahren wählen: Vergleichswert, Ertragswert oder Sachwert hat der Gesetzgeber als Messgröße offengehalten. Das liegt daran, dass nicht für jede Immobilie alle drei Verfahren anwendbar sind – ohne Vergleichsobjekt etwa funktioniert Verfahren eins natürlich nicht. Gerade in größeren Städten finden sich aber meist ausreichend vergleichbare und bereits verkaufte Immobilien, die der dortige Gutachterausschuss bereitstellt. Wer auf dieser Basis seine Wohnung bewerten lassen möchte, muss die dort genannten Durchschnittswerte pro Quadratmeter an sein eigenes Objekt anpassen und je nach Zustand Zuoder Abschläge vornehmen. Das zweite Verfahren der Profis nimmt den sogenannten Ertragswert als Bemessungsgröße. Vor allem vermietete Immobilien werden so bewertet. Denn dann kann der Mietzins buchhalterisch so lange addiert werden, bis das Haus rechnerisch abgeschrieben ist. Danach wird praktisch andersherum gerechnet, wie viel Kapital zum Verkaufszeitraum zur Verfügung stehen müsste, um diesen Zins zu erwirtschaften. Klingt kompliziert? Wird noch komplizierter! Denn von diesem Ertragswert muss der Verkäufer noch die sogenannten Bewirtschaftungskosten abziehen sowie Restnutzungsdauer und Liegenschaftszinssatz einrechnen, die vom Gutachterausschuss ihrer jeweiligen Gemeinde stetig berechnet wird. Sie sehen schon: Die Ertragswert-Methode zur Bemessung ist vor allem eine Sache für Gutachter, aber die können sich je nach Größe und Wert Ihrer Immobilie durchaus rechnen. Beim Sachwertverfahren schließlich heißt der Ansatz: Was würde es kosten, das exakt gleiche Gebäude noch einmal neu zu erstellen? Von diesem Wert wird dann die Nutzung abgerechnet, die bereits abgeschrieben wurde – der Verschleiß sozusagen. Auch diese normalen Herstellungskosten hat der Gesetzgeber übrigens normiert: in der sogenannten NHK 2010, Richtlinie zur Ermittlung des Sachwerts. Die Gutachterausschüsse der Gemeinden kennen auch dafür den Sachwertfaktor. Falls nicht, schätzt ein erfahrener Bewerter ihn. Genauer als ein Party-Talk ist das allemal.

// INFO // SO KOMMT IHRE IMMOBILIE GROSS RAUS Kennen Sie den Wert Ihrer Immobilie? Dann sollten Sie Haus oder Wohnung auch wertvoll präsentieren. Das sind die wichtigsten Tipps der Profis: ✓ Professionelle Bilder: Zeigen Sie, was wichtig ist scharf, deutlich, aussagekräftig, vollständig. ✓ Zahlen zählen: Die Objektbeschreibungen müssen aussagekräftig sein. Schauen Sie in vergleichbare Präsentationen von Profis - und erwähnen Sie wirklich alles, was wichtig für den ersten Einblick ist. ✓ Realistisch bleiben: Machen Sie keine übertriebenen Aussagen oder zu schöne Beschreibungen. Der Interessent ist sonst bei der Besichtigung enttäuscht. ✓ Klar sein: Gestalten Sie Ihr Angebot übersichtlich und ohne Gestaltungsmätzchen. ✓ Grundriss ist Pflicht: Wie der genaue Schnitt ist, wo Türen, Fenster oder Treppen liegen, das sollte ein ordentlicher Grundriss mit maßstabsgetreuen Größenangaben zeigen. ✓ Reichweite nutzen: Zeigen Sie Ihr Angebot da, wo es auch viele Interessenten in einem vertrauenswürdigen Umfeld sehen: in der größten Zeitung und auf entsprechenden Online-Seiten etwa.

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GARTEN

VAGABUNDEN Sich selbst versamende Stauden bringen Dynamik ins Beet – wenn man sie denn lässt.

Bei den Stauden ist es wie bei den Menschen: Einige haben gerne ihre Ruhe und mögen keine Veränderungen, andere hingegen sind neugierig und unternehmungslustig. Letztere kann man natürlich trotzdem gezielt an eine bestimmte Stelle pflanzen – aber wenn sie dürfen, wie sie wollen, schauen sich Fingerhut (Digitalis), Prachtkerze (Gaura) und Co. gerne ein bisschen im Garten um. Zum Glück, findet Doris Ehrhardt von der Gärtnerei Ehrhardt Stauden im mittelfränkischen Weisendorf. „Nicht alles bis ins kleinste Detail zu planen, sondern auch bewusst auf den Zufall zu vertrauen, das hat im Garten einen ganz besonderen Reiz. Arten wie der Akelei oder der Purpur-Witwenblume möchte ich fast schon gestalterische Ambitionen unterstellen: Ihr Samen fällt oft stilsicher in die richtige Lücke und erzielt hinreißende Farbakzente!“ SPANNENDE DYNAMIK Die liebenswerten Vagabunden gestalterisch richtig einzubinden, erfordert zwar ein wenig Übung, ist aber auch kein Hexenwerk. „Wichtig ist eine Grundstruktur aus Gräsern, Blattschmuckpflanzen und langlebigen Blütenstauden. Innerhalb dieses Gerüsts dürfen sich dann die eher kurzlebigen selbstversamenden Arten tummeln – in Maßen“, erklärt Doris Ehrhardt. Einige der attraktiven Zauberkünstler erscheinen Jahr für Jahr in genau der richtigen Dosierung, bei anderen greift die Staudenexpertin auch in ihrem eigenen Garten ordnend ein. „Je abwechslungsreicher der Garten gestaltet ist, umso mehr Samenfresser wie Vögel und Ameisen stellen sich ein, und desto weniger hat man selbst zu tun. Ich warte in der Regel ab, bis sich im Beet die ersten Sämlinge zeigen, und reduziere diese dann gezielt. Lediglich bei sich sehr stark versamenden Arten wie der Lichtnelke oder dem Natternkopf entferne ich schon direkt nach der Blüte mit der Schere einen Teil der Samenansätze.“

Wie gemalt: Der stolze Fingerhut (Digitalis) ist giftig, aber wunderschön. Er gedeiht in sonnigen und halbschattigen Bereichen. Foto: GMH/Bettina Banse

AUS DER TRICKKISTE DER PROFIGÄRTNER Bei einigen wunderschönen, aber auch sehr raumgreifenden Arten kann man das Problem der übermäßigen Ausbreitung auch elegant umgehen. „Die Kleinblütige Bergminze beispielsweise versamt sich wirklich unglaublich. Hier empfehle ich, auf Züchtungen zurückzugreifen, die keine keimfähigen Samen bilden“, so Ehrhardt. Solche gärtnerischen Sorten bieten zudem oft noch weitere Vorteile wie eine besonders lange Blütezeit, intensivere Farben, eine niedrigere oder gleichmäßigere Wuchshöhe und sie sind besonders langlebig, standfest und robust. Planbarkeit und Überraschungseffekte, ein gelungener Garten braucht eben beides. BdS/GMH


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GARTEN

AUS GUTEM

HOLZ GESCHNITZT

Eine einladend mit Holz gestaltete Terrasse erweitert den Wohnraum nach draußen. Foto: iStock

Als Terrassenbelag ist das Naturmaterial zeitlos und wohnlich. Holzterrassen sind seit jeher beliebt. Sie vermitteln ein natürliches, gemütliches Flair. Holz speichert Sonnenwärme, die es abends, wenn es kühler wird, langsam wieder abgibt – ideal, um auch nach Sonnenuntergang gemütlich ein Glas Wein auf der Terrasse zu genießen. Die angenehme Oberfläche schmeichelt dem Fuß beim Barfußgehen, und Sonnenanbeter genießen die sanfte Reflexion der Holzoberfläche. Aber welche Holzarten und welcher Aufbau sind geeignet, um Wetterschäden und Umwelteinflüssen vorzubeugen? Wer auf nachhaltige Rohstoffe Wert legt, sollte die Herkunft des Holzes prüfen und im Holzfachhandel einkaufen. Gerade bei Tropenhölzern ist Achtsamkeit geboten. Nur wenn diese das Siegel FSC (Forest Stewartship Council) aufweisen, ist nachhaltige Holzwirtschaft garantiert. Auch heimische Holzarten stehen den Exoten hinsichtlich Qualität und Beständigkeit in nichts nach. Eiche und Robinie weisen eine sehr hohe Dauerhaftigkeitsklasse auf.

Das weichere Holz der Lärche ist preisbewussten Kunden zu empfehlen. Um es robuster zu machen, greifen Hersteller unter anderem zu thermischen Verfahren. So entsteht eine sinnvolle und kostengünstige Alternative zu den teureren Importwaren. Wer chemiefreies Holz verbauen möchte, ist mit Thermoesche oder Thermopappel gut beraten. Auch bei der Montage muss einiges berücksichtigt werden, um nicht nach kurzer Zeit enttäuscht zu sein. Unerlässlich ist eine solide Unterkonstruktion mit Drainage und ausreichend Abstand zur Fassade. Für die Trägerbalken wird eine Mindeststärke von 4,5 x 9,0 Zentimeter bei einem Balkenabstand von maximal 60 Zentimetern empfohlen. Damit das Holz atmen kann, sollte beim Verlegen auf genügend Abstand zwischen den einzelnen Dielen geachtet werden. Für ein optisch einheitliches Bild werden die Bretter möglichst in ihrer vollen Länge und auf Stoß verlegt. tdx


Foto: dpa

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LIFESTYLE

WELLNESS

IM BADEZIMMER

Von Melanie Öhlenbach

Wer sich eine neue Dusche einbauen lassen möchte, kann heute zwischen vielen Modellen und technischen Extras wählen. Doch nicht jede davon passt auch ins eigene Badezimmer.


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DUSCHVORHANG ODER DUSCHKABINE? Der Duschraum sollte sich abtrennen lassen, damit sich nicht das Wasser im ganzen Bad verteilt. „Ein Duschvorhang ist günstig, praktisch und schnell ersetzt, wenn er kaputt geht“, sagt Jens Wischmann, Geschäftsführer der Vereinigung Deutsche Sanitärwirtschaft in Bonn. Ein Nachteil ist jedoch der Tunneleffekt: „Durch den Luftdruck bleibt der Stoff am Körper kleben.“ Duschkabinen sind teurer und eine bauliche Maßnahme, aber sie sind hygienischer. Hier gibt es Schiebe- und Faltversionen. Als Material empfiehlt Wischmann beschichtetes Sicherheitsglas – auch wenn dort nach dem Duschen gern mal Wassertropfen Spuren hinterlassen. „Glas macht den Duschbereich heller und lässt sich mit einem Mikrofasertuch leicht reinigen.“ FLIESEN – JA ODER NEIN? Kälte, Wärme, Trockenheit und Feuchtigkeit: Das Raumklima im Badezimmer ist geprägt von Extremen. Und das schlägt sich auch in der Dusche nieder. „Um diesen komplizierten klimatischen Bedingungen entgegenzuwirken, hat sich die Fliese bewährt“, sagt Trendanalyst Frank A. Reinhardt. „Mit Fliesen erzielt man im Nassbereich eine einheitliche Oberfläche, die Schimmel und Keimen keine Angriffsfläche bietet.“ Auch Jens Wischmann plädiert für Fliesen in der Dusche: „Fliesen erleichtern die Reinigung und können große Mengen Wasser besser ableiten.“ REGENDUSCHE ODER HANDBRAUSE? Keine Frage: Regenduschen verwandeln die Dusche in ein kleines Spa. „Durch die Beimischung von Luft

wird der Wasserschwall in dicke, einzelne Tropfen zerteilt und sorgt so für eine leichte Massage auf der Haut“, erläutert Wolfgang Burchard, Geschäftsführer des Fachverbands Armaturen. Regenduschen lassen sich an Wand oder Decke montieren. Es gibt sie in verschiedenen Größen, mit Spezialeffekten wie Licht und unterschiedlichen Wasserdruck-Systemen. Das macht sie nicht nur in der Montage kompliziert, sondern oft auch teurer im Vergleich zu herkömmlichen Duschköpfen. Auch hier hat sich die Technik jedoch enorm weiterentwickelt: Bei manchen Handbrausen könne man bis zu sieben verschiedene Strahlarten auswählen, angefangen von einem leichten „Monsun“ über kräftigen Regen bis hin zu einem pulsierenden Strahl mit viel Kraft. Mit Blick auf die Reinigungsfreundlichkeit kann es aber ratsam sein, auf die Handbrause nicht zu verzichten, mit der sich die Dusche viel besser reinigen lässt. EINHEBELMISCHER ODER THERMOSTAT? Die Bedienung eines Thermostats ist recht einfach: Über einen Regler stellt man die exakte Wassertemperatur ein, über einen weiteren reguliert man die Wassermenge. Dieses Prinzip, bei dem dem kaltem Wasser konstant die gleiche Menge heißes Wasser hinzugefügt wird, hat laut Wolfgang Burchard einen entscheidenden Vorteil: Die Temperatur bleibe die gesamte Zeit über gleich – auch wenn jemand woanders in der Küche einen Wasserhahn auf- oder man selbst das Wasser abdreht. „Die voreingestellte Temperatur ist exakt dieselbe wie vorher, und somit besteht ein optimaler Verbrühschutz – ideal auch für Familien mit Kleinkindern.“ Aber ein Thermostat ist oft teurer als eine Einhebelarmatur. Laut Burchard kann es aber dabei helfen, die Energie- und Wasserkosten zu senken.

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LIFESTYLE

INDIVIDUELLE WASCHPLÄTZE Gestaltungsfreiheit für den meist genutzten Badbereich.

Der Waschplatz ist Dreh- und Angelpunkt eines jeden Badezimmers. Gesicht und Hände waschen, mehrmals täglich Zähne putzen, schminken und abschminken oder rasieren - der Waschtisch ist, weit vor Dusche und Wanne, der mit Abstand meist genutzte Badbereich. Er muss funktional überzeugen und sein Design ist stilprägend fürs ganze Bad. Es ist daher kein Wunder, dass Hausbesitzer bei der Einrichtung oder Modernisierung ihres Badezimmers oft vom Waschtisch-Design ausgehen und die anderen Sanitärkeramiken sowie Fliesen und Wandgestaltung daran orientieren. Große Gestaltungsfreiheit bieten Aufsatz-, Einbau- oder Unterbaubecken. Sie werden in aller Regel zusammen mit Platten oder Unterbauschränken installiert, deren Farbe, Material und Oberfläche frei wählbar ist. Aufsatzwaschbecken sitzen auf einem Unterbau und bieten die Anmutung einer klassischen Waschschüssel, natürlich mit modernem Komfort. Einbauwaschtische sind in der Platte oder im Unterschrank teilversenkt. Unterbauwaschtische befinden sich unterhalb einer Platte, die dadurch größere und kaum unterbrochene Ablageflächen ermöglicht.

Aufsatzwaschtische lassen sich sehr gut zu schicken Waschplätzen für Paare zusammenstellen. Fotos: djd/Geberit

Saubere Lösung: Unterbauwaschtische bieten die Möglichkeit zur Gestaltung von Waschplätzen mit großen, unterbrechungsfreien Ablagen.

INDIVIDUELLE GESTALTUNGEN MIT NUR VIER GRUNDFORMEN Die Waschtischarmatur kann ebenfalls individuell angeordnet werden. Dafür gibt es Waschtisch-Varianten mit und ohne Hahnloch. Mit Hahnloch sitzt die Armatur direkt auf der Keramik. Ohne Hahnloch wird sie entweder als Standarmatur auf dem Unterbau oder als Wandarmatur frei über dem Waschtisch angeordnet. Bei der Wandarmatur ist lediglich darauf zu achten, dass beim Badbau oder bei der Modernisierung die entsprechenden Anschlüsse für kaltes und heißes Wasser in der richtigen Höhe vorgesehen werden. Mit modernen Waschtisch-Installationselementen ist das kein Problem. Becken in den wichtigsten Formen Kreis und Rechteck, Ellipse und Oval bieten vielfältige und höchst individuelle Möglichkeiten, Waschplatzkonzepte zu verwirklichen. Mehr Infos und Ideen zur Badeinrichtung gibt es online unter www.keramag.de. Und natürlich können auch großzügige Waschtische für Paare und Familien durch die Zusammenstellung von zwei oder mehr Becken gestaltet werden. djd

// INFO // WASCHTISCHGESTALTUNG: SCHLANK IST CHIC Viele Badtrends findet man zuerst in der gehobenen Hotellerie, von wo aus sie dann ihren Weg in die heimischen Badezimmer finden. So auch bei den Aufsatzwaschtischen: Der Look einer klassischen Waschschüssel in moderner Form ist aus vielen Hotelbädern nicht wegzudenken. Zu beobachten ist hier wie bei anderen Waschtischen auch der Trend zu schlanken Formen mit schmalen Kanten. Die filigrane Linienführung gibt der Badeinrichtung Leichtigkeit und Eleganz.


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INSEKTENSCHUTZ DER SANFTEN ART Mücken, Käfer und Co. sind unliebsame Gäste in den eigenen vier Wänden.

SOMMER

So kann man Sie höfich ausladen – ohne ihren Bestand zu gefährden. Umweltschützer schlagen Alarm: Die Zahl der Insekten in heimischen Gefilden ist stark rückläufig. Wie eine Untersuchung der Radboud-Universität in Nijmegen in Kooperation mit dem Entomologischen Verein Krefeld ergab, hat sich in den vergangenen Jahren der Bestand der fliegenden und krabbelnden Tierchen um rund 75 Prozent reduziert – mit noch gar nicht absehbaren Folgen für die Ökosysteme. „Doch jeder kann einen kleinen Beitrag dazu leisten, Lebensräume für Insekten zu erhalten, zum Beispiel durch die Anlage einer bienenfreundlichen Wildwiese hinter dem Haus oder durch den Verzicht auf Insektizide“, schildert Martin Blömer von der Ratgeberzentrale. Statt der chemischen Keule gebe es heute andere Möglichkeiten, störende Insekten aus dem Zuhause fernzuhalten. NACHHALTIGE ALTERNATIVEN So wichtig die Funktion der Insekten in der Natur ist, so wenig möchten die Allermeisten Bienen, Fliegen oder gar Spinnen im eigenen Haus um sich haben. Dennoch muss man nicht gleich zum Insektenspray aus der Dose greifen. Eine nachhaltige Alternative ist es, die Summer gar nicht erst ins Haus gelangen zu lassen. Passende Schutzgewebe für Fenster und Türen sorgen für einen sanften Insektenschutz, ohne dabei etwa die Luftzufuhr oder die Tageslichtausbeute in den Innenräumen zu beeinträchtigen. Denn die Fäden, aus denen die Schutzgitter hergestellt

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Ungebetener Gast: So eine Mücke kann einem den Schlaf rauben, aber das muss nicht sein. Foto: iStock

werden, sind kaum dicker als ein menschliches Haar und stören somit nicht die Optik. Dennoch ist das Gewebe so robust, dass es Insekten wirksam bremst und auch kräftigen Windböen standhält. SCHUTZGEWEBE FÜR FENSTER UND TÜREN Wichtig für die Wirksamkeit des Insektenschutzes ist es allerdings, die Gewebe passend zum jeweiligen Zweck auszuwählen und passgenau auf Maß anfertigen zu lassen. Andernfalls nutzen die Krabbler bereits kleinste Lücken, um dennoch ins Haus zu gelangen. Vom Dachfenster bis zur großen Schiebetür sind für fast jeden Bereich im Zuhause passende Lösungen verfügbar: Spannrahmen zum Beispiel werden einfach ins Fenster eingesetzt. Soll das Schutzgewebe zu öffnen sein, sind Drehrahmen eine gute Entscheidung. Alternativ gibt es verstellbare Rollos, etwa auch für die Dachfenster. Für Türen stehen beidseitig zu öffnende Pendeltüren oder Schiebeanlagen für größere Glasflächen zur Wahl. djd

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INTERVIEW

Eine schöne Idee – doch es gibt einen

HAKEN

Die Idee eines offenen Wohnraums verspricht Eine zum übrigen Wohnraum hin offene Küche ist auf dem Bauplan ein schönes Zusammenleben: Alle Räume gehen ineinander über, die Familie lebt ohne geschlossene Türen und Trennwände zusammen. Aber das bedeutet auch, dass wichtige Rückzugsorte verloren gehen, warnt der Raumpsychologe Uwe Linke im Gespräch mit Simone A. Mayer.

mittlerweile bei Neubauten Standard. Auch bei Umbauten werden gerne Wände herausgerissen. In der Werbung wirkt das wunderschön: Die ganze Familie lebt ohne Einschränkungen durch Türen und Wände fröhlich und harmonisch zusammen – und rückt unweigerlich näher zusammen. Doch vielen wird nach dem Bau erst bewusst: Die Nähe kann auf Dauer problematisch sein. Raumpsychologe Uwe Linke aus München erklärt das im Gespräch. VERÄNDERT DER OFFENE GRUNDRISS DAS ZUSAMMENLEBEN? Der Vorteil ist, dass sehr großzügige Grundrisse entstehen können. Doch oft fehlen dadurch Rückzugsbereiche. Es mag vielleicht beim Küchenbereich nicht so offensichtlich sein, aber die Küche ist immer auch der Ort, an dem intime Gespräche stattfinden, die in offenen Bereichen nicht möglich sind. INWIEFERN IST DER VERLUST DES RÜCKZUGSORTES EIN PROBLEM? Unser Leben ist gläsern geworden, weil wir zum Beispiel über das Internet viel preisgeben. Aber wir sind uns inzwischen auch bewusst, dass es notwendig ist, uns vor allzu großer Öffentlichkeit zu schützen. Nicht, weil wir etwas zu verbergen hätten, sondern weil Intimsphäre grundsätzlich wichtig ist. Das sollte sich im Zusammenleben auch in der Gestaltung von Grundrissen widerspiegeln. KANN DAS ZUSAMMENLEBEN IM OFFENEN RAUM SOGAR ANSTRENGEND SEIN?

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Ich bin mir sicher, dass das Zusammenleben anstrengend wird, wenn es keine Rückzugsbereiche mehr gibt. Intimität und Entspannung geht verloren, wenn man nicht einfach mal die Tür schließen kann, um entweder alleine zu sein oder das Zusammensein mit anderen nicht teilen zu müssen. Manchen fällt aller-


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dings der Verlust an Intimität nicht auf, weil sie durch Großraumbüros dieses Öffentlich-Sein gewöhnt sind. WÜRDEN SIE KÜNFTIGEN BAUHERREN ALSO RATEN, KEINE OFFENE KÜCHE ZU PLANEN? Offene Küchen mit Essplätzen greifen die Idee auf, was die Küche ursprünglich mal war: nämlich ein Ort, wo sich alle zum Austausch treffen. Erst in den 1950er und 60ern Jahren ist in Deutschland die Küche zu einem isolierten Raum gemacht worden. Wegen der Gerüche und weil man die Hausfrau nicht bei der Arbeit sehen wollte, wurde die Tür geschlossen. Aber dieses fragwürdige Ideal der fleißigen Hausfrau ist längst überholt. Die Eckbank hat vor 20 Jahren eine Renaissance erlebt und in der Folge damit auch der offene Grundriss. Die Entwicklung zurück zum Treffpunkt halte ich für positiv, wenn dabei gleichzeitig andere Rückzugsmöglichkeiten geschaffen werden. WO WÜRDEN SIE AUF JEDEN FALL FÜR WÄNDE PLÄDIEREN? IM BAD? Unbedingt! Ich war gerade in Asien in einem Hotel mit Badezimmer ohne Türen. Ich war mit Freunden dort. Wenn einer auf die Toilette wollte, hat der Rest den Raum verlassen. Selbst wenn man sich relativ gut kennt, ist das Bad oft ein Bereich, in dem man Abgeschiedenheit schätzt. DAS SCHLAFZIMMER?

Foto: iStock

In mein Wohnzimmer oder in die Küche lasse ich auch meine Gäste. Insofern sind das öffentliche Bereiche, wenn ich Besuch habe. Aber ins Schlafzimmer lasse ich nur Menschen, mit denen ich tatsächlich diesen Raum als Rückzugsbereich aufsuchen will. Daher empfehle ich, das Schlafzimmer abtrennbar zu

machen und nur wenige Kompromisse diesbezüglich einzugehen. Es gibt ja offene Grundrisse, wo das Bad ins Schlafzimmer übergeht – eine feine Sache, wenn tatsächlich nur zwei Menschen darin leben! Mit einer Familie ist das nicht mehr lustig. DIE ENTSCHEIDUNG FÄLLT TROTZDEM FÜR DEN OFFENEN WOHNRAUM. MUSS DIE FAMILIE IHRE LEBENSWEISE ÜBERDENKEN? Ich bin sicher, dass Familien oder Paare die Art des Umgangs festlegen müssen, weil offene Grundrisse eine größere Rücksichtnahme erfordern. Gerade wegen der Schallbelastung haben wir auch schon im privaten Einrichtungsbereich eine Diskussion um Lärm als Stressquelle. KANN DER MENSCH DAUERHAFT RÜCKSICHT NEHMEN? Ich glaube, wir werden aufgrund der Bevölkerungssituation auf dem Planeten und aufgrund der Urbanisierung gezwungen, unser Verhalten diesbezüglich dauerhaft zu verändern. Rücksichtnahme muss oft erst gelernt werden und dazu ist es wichtig, Rückzugsbereiche zu schaffen. Dass Rückzug wichtig ist, sieht man an Menschen, die ins Handy starren oder mit Kopfhörern unterwegs sind, um sich abzuschirmen.


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KOCHEN

AUF DER INSEL

LIFESTYLE

Zentrale Kochstellen sind kommunikativ und praktisch zugleich. Gemeinsam die Zutaten vorbereiten, Gemüse waschen und klein schneiden, dabei einen Plausch halten und schon einmal mit einem Glas Wein anstoßen: Kochen ist etwas ungemein Kommunikatives, erst recht in der passenden Umgebung. Aus gutem Grund liegen großzügige Wohnküchen mit viel Platz für die Familie und für Gäste im Trend. Das Herzstück bildet dabei meist die zentrale Kochinsel mit Herd in der Raummitte, um die sich alle gruppieren können. In Neubauten ist dank großzügiger Wohn-, Ess- und Kochbereiche, die fließend ineinander übergehen, meist genug Platz für eine Kochinsel. Doch selbst bei begrenztem Platz können passionierte Hobbyköche diesen Wunsch verwirklichen ─ clevere Planung vorausgesetzt. Zentrale Kochinseln sind meist Einzelstücke, die exakt passend für den jeweiligen Raum konzipiert und gebaut werden. Erste Ansprechpartner dafür sind spezialisierte Tischlerbetriebe, die rund um eine ergonomische, funktionale und zugleich gemütliche Küchenplanung beraten können. Die erste und entscheidende Frage lautet naturgemäß, wie viel Grundfläche zur Verfügung steht. Zu groß kann der Raum nie sein. Aber auch in Küchen ab etwa 15

An dieser Kochstelle kommt die Familie gerne zusammen. Foto: djd/topateam

Quadratmetern finden Profis aus dem Handwerk bereits kreative Lösungen. AUF DIE TECHNIK KOMMT ES AN Eine wesentliche Rolle während der ersten Planung spielt dabei die Technik: Vom Starkstromanschluss für den Herd über eventuell eine Wasserleitung für Spüle und Spülmaschine bis hin zu einem kräftigen Abzug ist einiges an Leitungen und Anschlüssen zu verlegen. Noch kommunikativer wird die Kochinsel, wenn sie nicht nur Herd und andere Geräte aufnimmt, sondern sich gleich noch ein kleiner Essplatz, etwa in Thekenform mit Barhockern, anschließt. Von praktischem Nutzen ist es, das sogenannte magische Dreieck von Kochfeld, Kühlschrank und Spüle so anzuordnen, dass die Wege beim Kochen möglichst kurz sind. Auch für Altbauten mit einer geringeren Raumgröße findet ein versierter Küchenplaner ansprechende Lösungen: Eine Alternative ist hier beispielsweise eine Halbinsel, die an einer Seite mit der Wand oder der Küchenzeile fest abschließt. Sie ist platzsparend und lässt sich bereits ab etwa zehn Quadratmetern verwirklichen.  djd

// INFO // INSEL-KNIGGE Auf einen guten Luftabzug achten! Gerade in offenen Wohnküchen kommt es auf eine leistungsstarke Entlüftung gegen Gerüche an. Helles Köpfchen bewahren! Die zentrale Anordnung des Kochplatzes erfordert die passende Anordnung der Beleuchtung. Genug Stauraum schaffen! Offene Kochbereiche sind schön anzusehen – solange sich nicht überall Töpfe, Geschirr und Kochutensilien stapeln. Deshalb vom Tischler ausreichend Stauraum planen lassen.


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SO CHIC

FARBEN

KANN ROST SEIN

Wohnen im Vintage-Look: Eine Wand, vom Profi in Rost-Optik und mit samtiger Haptik gestaltet, bringt Loft-Atmosphäre in die eigenen vier Wände. Foto: djd/Brillux

Wände mit metallischem Schimmer machen das Zuhause unverwechselbar. Alles, was alt ist oder zumindest so wirkt, ist derzeit in. Der sogenannte Vintage-Look zählt zu den Trendsettern bei der Inneneinrichtung und verleiht Räumen einen besonderen Charakter. Rost beispielsweise – sonst im Haus nicht wirklich gerne gesehen – macht Wände unverwechselbar und vermittelt das Gefühl, in einem trendigen Loft zu wohnen. Zumindest wenn es sich nicht um echten Rost handelt, sondern die metallische Oberfläche täuschend echt nachempfunden wird. Profis aus dem Malerhandwerk verwandeln mit den richtigen Handgriffen und so manchem Kniff jede Wand in ein Unikat. Mit einem zarten, metallisch-rostigen Schimmer und einer strukturierten, bewusst nicht einheitlich gestalteten Oberfläche wird die neue Wand zum Blickfang. Die handwerklich erstellte Fläche im Used-Look verbindet kühles Metall mit einer warmen Ausstrahlung. Dafür sorgt ein mehrschichtiger Aufbau, für den einiges an Erfahrung und Handwerkskönnen sowie die geeigneten Materialien nötig sind. Erster Ansprechpartner für besondere Wohnakzente ist daher das Malerhandwerk vor Ort. Die Profis kennen die aktuellen Trends und können sie kreativ mit hochwertigen Produkten umsetzen. RUSTIKALER USED-LOOK MIT KLEINEN TRICKS Für das i-Tüpfelchen und den originalgetreuen Used-Look sorgen so manche Tricks, die der Profimaler kennt. Fugen etwa, die ganz einfach mit Klebeband angelegt werden, lassen die

Wand so wirken, als ob sie tatsächlich aus einzelnen, verrosteten Metallplatten, sogenanntem Cortenstahl, bestehen würde. Mit gezielt dosierten Wasserspritzern werden im Rahmen der Beschichtung Rost-Abläufer imitiert – die eigentlich samtige Oberfläche des Metalllooks lässt sich durch kleine Einschlüsse variieren. Der Geheimtipp dafür: Ganz normales Kaffeepulver, das der Handwerker an einigen kleinen Teilbereichen der Wand aufpustet und anschließend mit dem nächsten Arbeitsgang fixiert. So verwandelt sich in kurzer Zeit jeder moderne Raum in ein rustikales Loft mit viel Geschichte. djd

// INFO // „HEAVY METAL“ FÜR DIE WAND Nicht nur eine trendige Rost-Optik lässt sich mit modernen Materialien für die Wandgestaltung realisieren. Ein warmer goldener Schimmer oder ein zurückhaltendes, klassisches Silber – verschiedene Metalleffekte verleihen dem Zuhause mehr Individualität. Zudem punkten die Oberflächen mit einer fühlbaren Samtigkeit und sehr guten Reinigungsfähigkeit.


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DEN SCHRITT WAGEN Viele ältere Menschen wollen so lange wie möglich selbstständig bleiben und in den eigenen vier Wänden leben. Dabei haben Wohngemeinschaften viele Vorteile, denn gemeinsam altert es sich leichter. Was Interessierte beachten sollten.

Von Bernadette Winter

Rita Stahl hat geschafft, wovor sich viele ältere Menschen fürchten. Mit 68 Jahren ist sie aus „ihrem“ Stadtteil Ludwigshafen-Oppau, in dem sie seit der Geburt wohnte, weggezogen, um mit anderen Senioren in einer Gemeinschaft zu leben. Vor zehn Jahren hat sich die heute 78-Jährige in „Haus Noah“ im Ludwigshafener Stadtteil Pfingstweide niedergelassen. „Am Anfang war es nicht leicht für mich, ich kannte niemanden, und mein Mann war gerade gestorben“, erzählt Stahl. „Aber dann muss man eben auf die Menschen zugehen und den Kontakt suchen.“ „Haus Noah“ ist eine Mischung aus „normalen“ Wohnungen, betreutem Wohnen und Senioren-Wohngemeinschaft. Das Konzept hat das Wohnungsunternehmen der BASF entwickelt. 24 Wohneinheiten im ersten und zweiten Stock des Hochhauses sind barrierefrei. Außerdem gibt es hier einen Gemeinschaftsraum mit einer Küche, wie in jeder WG. Zusätzlich haben die Wohnungen eine eigene kleine

Küche. Täglich besucht die Bewohner eine Fachkraft des Deutschen Roten Kreuzes (DRK). „Sie steht für persönliche Gespräche zur Verfügung und bietet Aktivitäten wie Sitzgymnastik oder Ausflüge an“, erklärt Tanja Hahn, Projektleiterin für „Haus Noah“ der BASF Wohnen und Bauen. Rita Stahl wohnt im neunten Stock. Ihre Wohnung ist barrierefrei. Für Spiele-Abende oder zum gemeinsamen Essen gibt es hier ebenfalls einen Gemeinschaftraum. Alle Angebote sind freiwillig. „Man muss nicht einsam sein, wenn man es nicht will“, sagt Rita Stahl. Für ihre Wohnung kann sie den DRK-Betreuungsdienst dazu buchen, darüber hinaus sind ein Hausnotruf oder eine Putzhilfe möglich. NACHFRAGE ÜBERSTEIGT DAS ANGEBOT Die meisten älteren Menschen wünschen sich nach neueren Umfragen ein Leben in den eigenen vier


Foto: dpa

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Albrecht von dem Projekt. Die heute 80-Jährige verkaufte ihr Haus und schloss sich der Gruppe an. Mittlerweile sind 40 Menschen zwischen einem und 80 Jahren in einem quadratisch angeordneten Wohnkomplex mit 25 Wohnungen angesiedelt. Albrecht bügelt für ihre Nachbarn, andere kümmern sich um die Kleinen oder versorgen Haustiere. Wird jemand krank, ist ihm die Hilfe der Mitbewohner sicher. Im Sommer lockt ein großes Grillfest, im Winter geht‘s zum gemütlichen Glühweintrinken, sonntags organisiert die Gemeinschaft Ausflüge. Will Albrecht Gesellschaft, muss sie nur vor die Tür treten und sich im grünen Innenhof niederlassen. „Wer hier sitzt, bleibt nicht allein“, erklärt die Rentnerin. „Ein solches Konzept bedeutet Arbeit“, gibt Johannes Bergmann zu bedenken, der ebenfalls auf „Hof Eiche“ lebt. „Man muss bereit sein, seine Zeit zu opfern und andere zum Mitmachen motivieren.“ Der 58-Jährige empfiehlt potenziellen Nachahmern: „Baut euch keine Luftschlösser.“ Bei dieser Form des Wohnens gebe es auch mal Krach.

// INFO // GEMEINSCHAFTLICHES WOHNEN – MEHR ALS NUR EIN TREND Beratung finden Interessierte unter anderem bei den Regionalstellen des Forums gemeinschaftliches Wohnen. Die Mitarbeiter kennen bereits bestehende oder geplante Projekte und können mit Info Broschüren weiterhelfen. „Wir bekommen immer mehr Anfragen“, sagt Josef Bura. „Das ist nicht mehr nur ein Trend, es wird immer bedeutsamer.“ Nur selten könnten die Kinder ihre Eltern noch unterstützen, außerdem werde es auf dem Wohnungsmarkt immer enger. Wänden, außerhalb stationärer Einrichtungen. Sollte es ohne fremde Hilfe nicht mehr gehen, könnte sich laut Generali Altersstudie von 2013 immerhin gut jeder Vierte der 65- bis 85-Jährigen vorstellen, in einem Mehrgenerationenhaus oder einer Wohngemeinschaft unterzukommen. Dem gegenüber steht die nach wie vor relativ geringe Anzahl derartiger Wohnprojekte. Der siebte Altenbericht der Bundesregierung kommt Ende 2016 zu dem Ergebnis, dass deutlich weniger als ein Prozent der über 65-Jährigen in alternativen Wohnformen leben. Das Forum Gemeinschaftliches Wohnen geht deutschlandweit von etwa 3000 bis 5000 Projekten aus, Tendenz steigend. „Zwei Drittel davon sind Gemeinschaften, in denen ausdrücklich ältere Menschen leben“, erläutert Josef Bura, Vorsitzender des Forums. Mit den Nachbarn alt werden – unter diesem Motto wohnen mehrere Generationen auf „Hof Eiche“ in Emsdetten im Münsterland. 2007 hörte Elisabeth

Alexander Grünenwald ist Geschäftsführer der BauWohnberatung Karlsruhe, die die Planung von „Haus Noah“ unterstützt hat. Zu ihm kommen diejenigen, die noch ganz am Anfang stehen. „Wir erörtern die Rechtsformen, die bei einer Wohngemeinschaft möglich sind, bieten Tipps für Kommunen oder suchen Grundstücke“, sagt der Architekt. Grünenwald rät, rechtzeitig mit der Planung eines Wohnprojekts anzufangen und so früh wie möglich professionelle Unterstützung zu suchen. „Ideal ist der Zeitpunkt, wenn die Kinder aus dem Haus sind oder das Arbeitsende absehbar ist.“ Mit drei Jahren Laufzeit müsse man dabei rechnen. Viele Projekte scheitern schon in der Planungsphase. Die Gruppe diskutiert lieber über die Bodenbeläge als über den Ort des Projekts, es fehlt das fachliche Wissen, manchmal schlicht der Mut. Dabei lohnt es sich, wie die Beispiele Albrecht und Stahl zeigen. Sie wollen aus ihrer Wohnung nicht mehr ausziehen. „Man muss das wirklich wollen und den Sprung machen.“


DA S I M M O B I L I EN -M AG A ZI N D ER F U N K E M ED I EN G RU PPE Anzeigenkontakt: t.haufer@funkemedien.de

Quartier Immobilienmagazin_Juni 2018  
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