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Europäische Identität – Toleranz – Gegenseitiges Verständnis – Unterschiedlichkeit

Das Heft zum Projekt Mirope Lernkompass Die Vervielfältigung des Inhalts dieser Veröffentlichung ist nur für nicht-kommerzielle Zwecke und mit Quellenangabe zugelassen. Quelltexte (z.B. Zitate) wurden zum besseren Verständnis entsprechend ins Deutsche übersetzt. Das Projekt wurde mit Unterstützung der Europäischen Kommission finanziert (Programm Europa für Bürger). Dieses Projekt wurde mit Unterstützung der Europäischen Kommission finanziert. Die Verantwortung für den Inhalt dieser Veröffentlichung trägt allein der Verfasser; die Kommission haftet nicht für die weitere Verwendung der darin enthaltenen Angaben. Jahr der Veröffentlichung: 2011


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INHALTE

PÁGINA

EINFÜHRUNG

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ZUSAMMENHANG

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WORKSHOP MODULE

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MODUL 1: SPANIEN: KUNST IM BÜRGERKRIEG

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MODUL 2: SOANIEN: KUNST IN DER ZEIT DES WANDELS

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MODUL 3: DEUTSCHLAND: EIN GETEILTES LAND

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MODUL 4: DEUTSCHLAND: „DIE MAUER MUSS WEG!“

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MODUL 5: POLEN: DER WEG ZU FREIHEIT UND RECHTSSTAAT

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MODUL 6: POLEN: FRIEDMAN ERSETZT MARX

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BESCHREIBUNG DER AUTOREN

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EINFÜHRUNG Herzlich Willkommen beim “Lernkompass”, der im Rahmen des Projekts MIROPE (mirroring Europe – Europa widerspiegeln) entstanden ist. Hauptziel des Projekts ist es, sich vor dem Hintergrund der aktuellen Situation mit der Geschichte Europas zu beschäftigen und diese zu verstehen. Warum ein Lernkompass? Der Lernkompass soll als Wegweiser des Lernens verstanden werden. In diesem Fall geht es um Europa im 20. Jahrhundert. Mit anderen Worten, er weist uns den Weg zu einer Reise durch die Entstehung von Europa, wie man es heute kennt. In unserem Zusammenhang erleichtert der Lernkompass es Lehrenden, jugendlichen oder erwachsenen Lernern Wissen, Ideen und Werte weiterzugeben. Um das zu erreichen, haben wir sechs Meilensteine der europäischen Geschichte ausgewählt und aufgearbeitet. Sie sollen als Inspiration und Impuls für künstlerische Workshops dienen. Vermutlich lesen Sie diese Seiten, weil Sie Interesse an Jugend – und Erwachsenenbildung haben und nach neuen Ideen, Materialien und Quellen suchen, um Ihre Techniken und Erfahrungen zu erweitern. Der Lernkompass ist das Resultat der Zusammenarbeit der Projektpartner, von denen jeder zwei Themen der eigenen Geschichte ausgearbeitet hat:

„Die Kunst im spanischen Bürgerkrieg & Die Zeit des Wandels“ – ausgearbeitet durch INTRAS (Spanien) „Entstehung und Fall der Berliner Mauer“ – ausgearbeitet durch das CJD Frechen (Deutschland) „Der Weg zur Freiheit& Friedman ersetzt Marx“ ausgearbeitet durch TEATR GRODZKI (Polen). http://mirope.intras.es


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ZUSAMMENHANG

Die Vorstellung von Europäischer Identität geht weit über eine geographische oder juristische Definition hinaus. Besser passt die abstraktere Idee, ohne nationale oder kontinentale Grenzen zu denken. Sie beruht auf Respekt und bezieht die Bürger mit ihren Wünschen und Ambitionen mit ein. Ebendiese Wünsche und Ambitionen bringen uns dazu, zum Aufbau eines gemeinsamen Europas beizutragen. Die Herausforderung besteht darin, diese Idee auch in den Alltag der Menschen zu integrieren, die von sozialer Ausgrenzung bedroht sind. MIROPE zielt darauf ab, ebendiesen Menschen eine feste Rolle im Prozess dieser Entwicklung zu geben. Sie sollen durch die Teilnahme am Projekt MIROPE neue Wege kennenlernen, sich mit Europa zu identifizieren und das auszudrücken. Durch den Einsatz von Kunst als Ausdrucksmittel werden Projektteilnehmer eingeladen, etwas zu lernen und ihre Meinung vor dem Hintergrund der europäischen Geschichte zu äußern. Ziele, die mit Kunst und kreativer Technik als Methode gefördert werden, sind Reflexion, kritisches Denken und Dialog. Dazu haben Projektteilnehmer im Rahmen des Projekts während sechs Workshops die Möglichkeit. Dabei sollen sowohl Inhalte vermittelt

werden sowie unterschiedlichste Kunstwerke entstehen. (Besuchen Sie unsere Seite: http://mirope.intras. es um einen Eindruck hiervon zu bekommen) Dieser Lernkompass enthält sechs Module, die jeweils in zwei Teile unterteilt sind: Geschichtlicher Zusammenhang Hilfreiche Quellen, die beispielsweise Zitate oder Kunstwerke enthalten. Jedes Modul beginnt mit einer kurzen Beschreibung des geschichtlichen Ereignisses, um das es gehen soll, und endet mit Verweisen, die helfen sollen, das Thema zu vertiefen und einen Einblick in die jeweilige Gesellschaft, Bewegungen und Umstände der Zeit zu bekommen. Sie werden unterschiedliche Dinge finden: Einerseits Literatur wie Zitate, Artikel, Lieder und Gedichte und andererseits Kunstwerke, Filme, Dokumentationen...etc. Zum Schluss werden einige Fragen gestellt, die die Diskussion und Reflexion des Themas erleichtern. Wir hoffen, dass dieser Lernkompass inspiriert: Lehrende sollen zum Fördern in den Bereichen „Europäische Geschichte“, „Toleranz“ und „gegenseitiges Verständnis für Unterschiede“ animiert werden. Lernende zur kritischen Auseinandersetzung und Identifikation mit dem großen Thema Europa. Viel Spaß!


MODUL 1:

WORKSHOP MODULE

SPANIEN: KUNST IM BÜRGERKRIEG

Geschichtlicher Zusammenhang Der Spanische Bürgerkrieg war in Bezug auf Kunst eine der wichtigsten Zeiten im 20. Jahrhundert. Neben einer großen Bibliothek über den Bürgerkrieg möchten wir auch Literatur, Poesie, Theater, Kino und bildende Kunst betonen, deren Schwerpunkt auf konkreten Umständen liegen: aufstrebende Künstler und Literaten, die im Exil leben mussten oder die staatliche Zensur und gesetzlichen Verbote, die das Ziel hatten, künstlerische Ausdrucksformen den offiziellen Regeln anzupassen. Der Spanische Bürgerkrieg fand von 1936 bis 1939 statt, Ausgangspunkt war aber der Oktober 1934, als eine soziale Revolution gegen die Einrichtung des kommunistischen Systems (siehe George Orwells Buch “Tribute to Catalonia”), ein militärischer Aufstand und ein Generalstreik gleichzeitig ausbrachen und Spanien in zwei Lager zerbrach (siehe Machado Gedicht “Lieder und Sprüche”): Revolutionäre und Konservative, Kirchenfeinde und Katholiken, linke Revoluzzer und rechte Faschisten. Es war ein sozialer, politischer und militärischer Konflikt, der als Auftakt des Zweiten Weltkrieges erwogen wurde, zum einen weil Spanien als „Testgelände“ genutzt wurde, zum anderen weil der Konflikt die wichtigsten europäischen Ideologien, die miteinander kollidieren würden, beinhaltete. In diesem Zusammenhang führte eine Gruppe von Militärs am 17. Juli 1936 einen Putsch durch, um das etablierte Regime zu stürzen. Der Krieg zwis-


7 chen zwei gegenüberliegenden Seiten brach aus: Nationale kämpften gegen Republikaner - ohne die Unterstützung der westlichen Demokratien. Die Situation breitete sich bald auf ganz Spanien aus, aber drei lange Jahre waren nötig, bis eine der Seiten als Sieger ausgerufen wurde. In diesen drei Jahren wurden in allen Städten Spaniens zahlreiche Schlachten ausgetragen, bis zum Zusammenbruch Barcelonas im Januar und Madrids im März 1939. Nach dem Zusammenbruch von Madrid verlor die republikanische Regierung die letzten Städte und der Krieg endete am ersten April 1939. 500.000 Menschen wurden getötet, nicht eingerechnet diejenigen, die an den Nebenerscheinungen des Krieges, wie etwa Unterernährung und Krankheiten starben. Exile in der Nachkriegszeit und die Beseitigung der republikanischen Ideologie und Ideen waren eine weitere Folge. Der Verlust des kulturellen Erbes ist unberechenbar. Zahlreiche Städte und Gemeinden wurden dem Erdboden gleichgemacht (siehe Guernica) und mehr als 20.000 Kirchen wurden abgerissen oder verbrannt. Die Auswirkungen des Krieges war massiv: Die spanische Wirtschaft hat Jahrzehnte gebraucht, um sich zu erholen emotionale Auswirkungen des Krieges dauern bis heute an. Im Gebiet der Literatur, gibt es wichtige Romanautoren auf beiden Seiten so wie Miguel Angel, Antonio Buero Vallejo, Camilo José Cela, Miguel Delibes, etc. Novellisten, die im Exil leben mussten wie Rafael Alberti, Ramón J. Sender o leben Juan Ramón Jiménez und ausländische Autoren wie Ernest Hemingway oder George Orwell wurden in den Konflikt verwickelt.

Poster wurden als Kriegswaffe eingesetzt. Von staatlicher Seite wurden sie verwendet, um eine faschistische Bewegung ästhetisch aufzubauen und “nationale Bewegung” zu fördern: Sáenz de Tejada, Teodoro und Alvaro Delgado mit JL Luca de Tenas Texten. Auf der anderen Seite definierten die Republikaner das Plakat als “ein Schrei des Schmerzes der an der Wand klebt”: Martín Vas, Miró und Dalí aus dem Exil. Die eindrucksvolle “El Guernica” von Picasso ist ein weiterer Beweis für die Kunst während des Bürgerkriegs. Im Bereich Kino und TV: Der Republikaner Luis Buñuel und die NODO (http://en.wikipedia.org/wiki/ No-Do) als Hauptfigur der Nationalisten.

Literatur: Hier finden Sie Zitate, Prosa, Dichtung, Artikel und Meinungen Buchtipp: George Orwell: “Mein Katalonien” (1934) „Unzählige, übliche Gewohnheiten des bürgerlichen Lebens wie zum Beispiel Prahlerei, Profit, Kollegialität etc. waren einfach verschwunden. Soziale Unterschiede schwanden dahin und verschmolzen an diesem unglaublichen Punkt mit der kommerziellen Atmosphäre Englands: Es gab nur Bauern und uns, und keiner gab dem anderen Befehle. Niemand war Herr des anderen.“ Ein Auszug aus einem Interview mit Vater Alberto de Onaindia, der die Bombardierung von Guernica am 26. April 1937 miterlebte. Er wurde von Robert Payne für dessen Buch „Der Bürgerkrieg in Spanien“ (1963) interviewt: „Am späten Nachmittag des 26. April 1937 fuhr ich mit dem Auto, um meine Mutter und meine Schwestern zu besuchen, die in Marquina lebten. Es war einer dieser großartig klaren Tage, der Himmel war sanft und heiter. Wir erreichten den Stadtrand von Guernica kurz vor fünf Uhr. Die Straßen waren voll vom geschäftigen Markttreiben. Plötzlich hörten wir die Sirene und schauderten. Menschen rannten in alle Richtungen davon, hinterließen ihr Hab und Gut; manche versteckten sich an Zufluchtsorten, andere flüchteten sich in Richtung der Berge. Bald erschien ein feindliches Flugzeug über Guernica. Ein Bauer lief an uns vorbei und rief: „Es ist nichts, nur einer von den `Weißen`! - Er wird ein paar Bom-


ben abwerfen und wieder verschwinden!“ Das `weiße` Flugzeug machte einige Erkundungsrunden über der Stadt und ließ dann direkt über dem Zentrum drei Bomben fallen. Direkt im Anschluss sah ich ein Geschwader aus sieben weiteren Flugzeugen, die wiederum von sechs weiteren gefolgt waren. Diese waren ihrerseits von einem dritten Geschwader von fünf Flugzeugen gefolgt. Lauter Blechkisten. In der Zwischenzeit wurde Guernica von grausamer Panik ergriffen. Frauen, Kinder und alte Menschen fielen zu Hauff - wie die Fliegen – und überall war Blut. Auf einem Feld sah ich einen alten Bauern allein stehen als ihn die Kugel einer Maschinenpistole tötete. Über eine Stunde warfen diese achtzehn Flugzeuge aus einer Höhe von nicht mehr als ein paar hundert Metern eine Bombe nach der anderen auf Guernica ab. Das Geräusch der Explosionen und einstürzenden Häuser kann man sich nicht vorstellen. http://www.museoreinasofia.es/coleccion/coleccion-1/ sala-206_en.html Buchtipp: Camilo José Cela, “Der Bienenstock” Die Novelle spielt in der Nachkriegszeit und zeigt zwischen hartem Realismus die Gesellschaft dieser Zeit. Camilo José Cela nutzt 300 Charaktere im Bereich der Mittel – und Unterklasse – Menschen in instabilen Situationen mit unsicherer Zukunft. Wie Camilo José Cela sagte: „Ihre Blicke entdecken nie neue Horizonte und ihr Leben ist ein Klageruf, der sich ewig wiederholt.“ Buchtipp: Ernest Hemingway „Wem die Stunde schlägt“ Der Roman erzählt eine Episode von vier Tagen aus der Geschichte des US-amerikanischen Guerillakämpfers Robert Jordan im Spanischen Bürgerkrieg.

Die Rahmenhandlung stellt der Auftrag an den Sprengstoffexperten Jordan dar, eine Brücke zeitgleich zum bevorstehenden Angriff der Republikaner auf die Stadt Segovia zu sprengen. Hinter den Linien der Feinde sucht Jordan die Zusammenarbeit mit der Guerillagruppe um Pablo. Pablos zögerlicher Einsatz für die Operation steht Jordans Pflichtgefühl entgegen. Weitere Spannungen werden durch Robert Jordans erwachende romantische Liebe zu María, einer Mitkämpferin Pablos, ausgelöst. (http://de.wikipedia.org/wiki/ Wem_die_Stunde_schl%C3%A4gt) Miguel Hernandez, ein engagierter Poet und republikanischer Verfechter beschreibt die Gesellschaft dieser Tage mit den folgenden Worten: „Ich bin durch Spanien gereist, was habe ich gesehen? Zusammen mit traurigen Männern, ausgezehrt von Arbeit und Hunger - Kinder der Pflüger, Minenarbeiter, Hufschmiede, Maurer, infiziert mit dem Gesichtsausdruck ihrer Eltern: Kinder mit alten Gesichtern, denen das Unglück ins Gesicht geschrieben steht.“ Antonio Machado, Auszug aus „Lieder und Sprüche“: Jetzt gibt es einen Spanier, der leben will, und er beginnt zu leben. Zwischen dem einen Spanien, das stirbt und dem anderen, das aufkeimt. Kleines Spanien, das du gerade zur Welt kommst, möge Gott dich beschützen. Eines der beiden Spaniens wird dein Herz einfrieren.

KUNST: KRIEGSFOTOGRAPHIE:

KRIEGSFOTOGRAPHIE: “Portrait der Front von Aragon”, “Front von Córdoba” & “Flüchtlinge in der UBahnstation Sevilla in Madrid” http://www.museoreinasofia.es/ coleccion/coleccion-1/sala-206-3_ en.html Robert Capa: “Sterbender Soldat “http://en.wikipedia.org/wiki/Robert_ Capa FILME: “Soldaten von Salamina”, Trailer: http://www.youtube.com/ watch?v=IHnjjpD3MXM “Carol´s Reise”, Trailer:(Spanisch mit englischen Untertiteln). http://www. youtube.com/watch?v=DI5F8LocyBo “Das Mädchen deiner Träume”. Fernando Trueba erzäht die Geschichte einer Gruppe, die aus Spanien nahc Deutschland flieht, um dort einen Film zu drehen. Endlich angekommen entdecken sie allerdings die traurigen Fakten des Regimes. “Land und Freiheit” Ken Loach: SP und EN: http://video.google.com/videopla y?docid=-5904180592045722602# “Die spanische Erde” von Joris Ivens: EN: http://www.youtube.com/ watch?v=yIZOQyP8usA “Die Ballade der traurigen Trompete” von Alex de la Iglesia. (2010) http:// www.obsessedwithfilm.com/reviews/ venice-2010-review-balada-triste-detrompeta-a-sad-trumpet-ballad.php


9 POSTER AUS DER KRIEGSZEIT : http://llibresipapersantics.com/eng/ cartells/index-cartells.php?selCat=2&s elSubcat=7&Titol=&Autor=&Poblacio= &selPais=&Any_Desde=&Any_Hasta= Posters der Republikaner: http://orpheus.ucsd.edu/speccoll/visfront/vizindex.html Siwe: Das Land ist euer. http://www. fundanin.org /Carteles%20del%20 POUM.htm Carlos Saenz De Tejada: http:// c o m m o n s .w i k i m e d i a . o r g / w i k i / Carlos_S%C3%A1enz_de_Tejada Ignacio Zuloaga: http://pintoresfamosos.juegofanatico.cl/pintores/hispanos/zuloaga-zabaleta.jpg Renau: http://orpheus.ucsd.edu/speccoll/visfront/victoria.html BILDER: Salvador Dalí: “Vorahnung des Bürgerkriegs”, 1936: http://www.xtimeline.com/evt/view.aspx?id=27477 http://en.wikipedia.org/wiki/Soft_ Construction_with_Boiled_Beans_ (Premonition_of_Civil_War) Juan Miró: “Stillleben mit altem Schuh” “Helft Spanien” http://en.wikipedia.org/wiki/Joan_ Mir%C3%B3 http://www.museoreinasofia.es/coleccion/autores-obras. html?id=42

Fragen zur Unterstützung bei der Reflexion und kritischen Auseinandersetzung Was bedeutet die Geschichte für dich? Was bedeutet sie für deine Familie? Welchen Einfluss hatte dieser Teil der Geschichte auf die Welt wie du sie kennst? Denkst du, dass sie wichtig war um die Welt zu einem besseren Ort zu machen?


MODUL 2: SOANIEN: KUNST IN DER ZEIT DES WANDELS

Geschichtlicher Zusammenhang:

Es geht um die Zeit, in der Spanien die Diktatur hinter sich gelassen hat und den Weg einer Verfassung gewählt hat. Damit war die Grundlage für einen demokratischen Staat gelegt. Diese Zeitspanne erstreckte sich von 1975 - das Jahr in dem Franco starb bis 1986, als Spanien der Europäischen Union beitrat. Die Phase des Wandels in Spanien ereignete sich zur selben Zeit wie die sogenannte „Nelkenrevolution“ in Portugal, die der Diktatur in Portugal ein Ende setzte und in einer linksgerichteten Revolution gegen die Grundsätze der „Regierung“ gipfelte. Europa drückte die Besorgnis über beide Länder in den folgenden Worten aus: „Je weiter Portugal nach links rückt, desto weiter wird Spanien nach rechts rücken“. Diese Ängste trieb in Spanien die Entstehung zweier moderaten Oppositionen voran, die die Phase des Wandels nach dem Tod Francos einleiten sollte: Die „Demokratische Plattform“ und das „Demokratische Komitee“. 1976 wurden diese zur „Demokratischen Koordination“. Wichtige Ereignisse in den letzten Jahren der Diktatur waren zum einen der Mord an Carrero Blanco (der potentielle Nachfolger Francos) durch die ETA (eine Terrororganisation) und zum anderen 1975 die Exekution von zwei ETA Mitgliedern und drei FRAP Mitgliedern (Revolutionäre, Antifaschistische und Patriotische Front) durch die Diktatur. Am 22. November 1975 nach Francos Tod wurde Prinz Juan Carlos zum König von Spanien proklamiert, seine Aufgabe: Die Demokratie nach Spanien zu


11 bringen. Juan Carlos stützte sich auf reichlich Unterstützung von allen Seiten, obwohl er eine schwere Hürde zu nehmen hatte: Die Unruhen, die durch linksextreme Revoluzzer Gruppen, rechtsradikale Faschisten und die Armee ausgelöst wurden. Als Präsident nahm Adolf Suarez eine zentrale Rolle ein: Er setze sich dafür ein, die Demokratie von den Führenden aller Parteien – auch des früheren Franco Regimes – als gemeinsames Ziel zu erklären. Charakteristisch für diese Situation war die Anspannung: 1976 streikten 6000 Arbeiter in Vitoria, dieser Streik sollte als Generalstreik erst nach sechs Monaten zu Ende gehen. Die Polizei stürmte eine Versammlung der Volksfront – Ergebnis: Fünf Bürger starben und mehr als 60 wurden durch die Polizei verletzt. Inmitten der diplomatischen Verhandlungen um die Demokratie verbreitete sich diese Nachricht wie ein Lauffeuer über die Grenzen des Landes hinweg und offenbarte das barbarischste Gesicht Spaniens. Politische Repression, Streiks und Demonstrationen gingen als Antwort durch das Land. Dazu kam, dass rechts – und linksradikale Gruppen die zunehmende Gewalt nutzten und weiter schürten. 1977 - Ein wichtiges Jahr für die Demokratie: Das Gesetz der politischen Reform – weg von den Hindernissen Francos – wurde verabschiedet. Politische Parteien wurden legalisiert. Zur gleichen Zeit geschieht „Die Bewegung“: Die Partei der Diktatur wird abgesetzt und Wahlen werden vorbereitet. Die ersten demokratischen Wahlen seit 1936. 1979 wurde von der neuen Regierung eine neue Verfassung verabschiedet. Die unterschiedlichen politischen Tendenzen waren offensichtlich und nach einigen

Schwierigkeiten hat sich folgendes ergeben: 1981 trat Adolfo Suarez aufgrund von Unstimmigkeiten mit Juan Carlos und seiner Partei vom Parlament zurück. Während die Mitglieder des Parlaments noch einen Nachfolger für Adolfo Suarez wählten fand ein Versuch eines Militärputschs durch die Armee statt, der aber vereitelt wurde. Dieser Zwischenfall bewies das Risiko und die Gefahr, die von der Armee ausgingen. Die Demokratie wurde zur Norm als 1982 die Sozialistische Partei (PSOE) die absolute Mehrheit erreichte und bis 1989 regierte.


Literatur: Hier finden Sie Zitate, Prosa, Dichtung, Artikel und Meinungen GEDICHTE: Miguel Hernandez, Juan Manuel Serrat: “Für die Freiheit” http://www. youtube.com/watch?v=grdTe5IZqkY “Freiheit ohne Wut” von Jarcha (1974): http://www.youtube.com/ watch?v=NrROdpJb4Ek (Originaltext im spanischen LK) „Die Menschen der älteren Generation pflegen zu sagen, dass es in unserem Land einen Krieg gab und es jetzt zwei „Spaniens“ gibt, die immer noch Groll hegen, der von unbezahlten Rechnungen herrührt. Menschen sagen, wir bräuchten in diesem Land einen langen Stock und eine sichere Hand, um das Schlimmste abzuwenden. Aber ich sehe Menschen, die in stillem Schmerz und Furcht leiden Menschen, die nur ihre Frau, etwas zu Essen und ein friedliches Leben wollen.

(Ref.)

Freiheit, Freiheit, Freiheit ohne Wut – haltet euren Zorn und Furcht zurück, denn wir sind frei, Freiheit ohne Wut. Und haben wir sie noch nicht, so werden wir sie bekommen. Die alten Menschen sagen, wir tun, was uns gefällt, deshalb ist es für eine Regierung nicht möglich, das Land unter Kontrolle zu halten. Die alten Menschen sagen, die Zügel können und nicht in die Hand gegeben werden, weil wir anfällig sind für

Gewalt. Aber ich habe nur gehorsame Menschen gesehen, sogar an den Grundlagen. Menschen, die nur danach trachten, ohne Lügen und in Frieden zu leben. Alaska y Dinarama (1984) Auszug aus dem Lied “Wen interessiert´s?” h t t p : / / w w w.y o u t u b e . c o m / watch?v=0rp84CHlhEk (Originaltext im spanischen LK) Die Leute deuten und zeigen mit dem Finger auf mich. Sie flüstern hinter meinem Rücken und könnten sich nicht weniger interessiert sein Wie viel es mir auch gibt anders zu sein als die anderen Ich gehöre keinem und habe keinen Besitzer Ich weiß, sie kritisieren mich Es passt, dass sie mich hassen. Ihr Neid zerfrisst sie. Mein Leben unterdrückt sie. So bin ich und so werde ich weitermachen. Man ändert nicht die Gründe warum das so ist Ich trage die Schuld. Meine Situation beleidigt sie. Ich habe mein Schicksal gewählt. Wen interessiert´s, was ich gewählt habe? Wen interessiert´s was ich sage? So bin ich, und so werde ich weitermachen. Um nie verändert zu werden - Es ist mein Fehler. Der Norm bin ich nicht gefolgt aber jetzt ist es sehr spät für eine Veränderung Ich werde meine Überzeugungen aufrechterhalten Meine Positionen untermauern

Mein Schicksal ist meine Entscheidung. Ich habe mein Schicksal gewählt. Wen interessiert´s, was ich gewählt habe? Wen interessiert´s was ich sage? So bin ich, und so werde ich weitermachen.


13 KUNST:

KUNST: Antonio Saura. http://www. antoniosaura.org/ EN/DE/SP/FR José María Yturralde. http:// www.yturralde.org/n-obra-es.html SP/EN Josep Renau. http:// w w w. u v. e s / c u l t u r a / c / d o c s / expjoseprenaucast.htm Rafael Alberti. http://www. rafaelalberti.es/ SP/FR/DE/EN/POR/ PY FILME: Madrids Groove - Szene: “Pepi, Luci, Bom und die anderen Mädchen in der Menge” von Pedro Almodovar. (1980.) http:// en.wikipedia.org/wiki/Pepi,_Luci,_ Bom http://www.imdb.com/title/ tt0081323/ “Opera Prima” by Fernando Trueba. (1980) http://movies.nytimes. com/movie/review?res=9C00E0DB10 3BF935A35752C0A964948260 Politische Übersetzung: “Der nationale Schrotflinte” (1978) http://www.mediaclick.ro/laescopeta-nacional/ “Der Wolf” von Miguel Cortois (2004) http://en.wikipedia.org/wiki/ The_Wolf_(film) Familienleben in der Zeit des Wandels: “Großfamilie” von Fernando Palacios. (1963) http://en.wikipedia. org/wiki/La_gran_familia FOTOGRAPHIE: Der Tod Francos: http:// w w w. f o t o f o r u m . n e t / e x p o n e /

memoria/1975_1.htm Der Rücktritt von Adolfo Suarez: http://www.fotoforum.net/ expone/memoria/1981_1.htm Terroristische Gruppe ETA: http://www.fotoforum.net/expone/ memoria/1982_1.htm Die Groove – Szene in Madrid: http://www.fotoforum.net/expone/ memoria/1983_1.htm Demonstrationen der Studentenverbände: http:// w w w. f o t o f o r u m . n e t / e x p o n e / memoria/1987_1.htm Demonstration für sexuelle Freiheit: http://www.fotoforum.net/ expone/memoria/1989_1.htm Hausbesetzer in Madrid: http://www.fotoforum.net/expone/ memoria/1990_1.htm

Fragen zur Unterstützung bei der Reflexion und kritischen Auseinandersetzung Was bedeutet die Geschichte für dich? Was bedeutet sie für deine Familie? Welchen Einfluss hatte dieser Teil der Geschichte auf die Welt wie du sie kennst? Denkst du, dass sie wichtig war um die Welt zu einem besseren Ort zu machen?


MODUL 3: DEUTSCHLAND: EIN GETEILTES LAND

Geschichtlicher Zusammenhang:

Die Zweiteilung Deutschlands und der Mauerbau Der 9. November 1989 ist Millionen von Deutschen noch in guter Erinnerung: der Tag des Mauerfalls! Unvergessen die Bilder, wie fremde Menschen sich gegenseitig in die Arme fallen und Freudentränen vergießen. Nach mehr als 28 Jahren öffnet die Deutsche Demokratische Republik (DDR) die Grenzposten in Berlin und ermöglicht somit den freien Grenzübergang von Ost nach West. Ein geteiltes Land in grenzenlosem Freudentaumel. Fast ein Jahr später, am 3. Oktober 1990, feiert Deutschland offiziell die deutsche Wiedervereinigung. Doch wie kam es dazu, dass Deutschland mehr als 40 Jahre in Ost und West getrennt war? Wie kam es dazu, dass Familien und Freunde so lange in zwei verschiedenen Ländern leben mussten? Seit Anfang des zwanzigsten Jahrhunderts gab es einen Konflikt zwischen zwei Fronten: die Westmächte unter der Führung der USA und der Ostblock unter der Führung der ehemaligen Sowjetunion. Der große Unterschied zwischen Ost und West war die politische Struktur, die vorherrschte: Die Sowjetunion praktizierte den Sozialismus während der Westen den Kapitalismus umsetzte. Zwei vollkommen verschiedene Ideologien standen einander gegenüber. In dieser Zeit traten sich Ost und West


15 mit großer Feindlichkeit entgegen. Aber während dem zweiten Weltkrieg waren sie aufeinander angewiesen, um gemeinsam Deutschland zu besiegen. Nach dem Krieg waren die Siegermächte die Sowjetunion im Osten und die USA, Frankreich und England im Westen. Diese vier Länder teilten Deutschland unter sich auf und es entstanden vier Besatzungszonen: Drei der Westmächte und eine der Sowjetunion. Berlin, die Hauptstadt Deutschlands lag mitten in der Ostzone, wurde aber auch in Ost und West aufgeteilt. So kam es, dass mitten in Deutschland der alte Konflikt zwischen Ost und West wieder aufkeimte, diese Zeit wurde später zum „Kalten Krieg“ erklärt (1945 – 1980er). Es war unmöglich, Deutschland als ein Land zu regieren. Als Konsequenz wurden – vier Jahre nach Kriegsende – zwei Staaten auf deutschem Boden gegründet: Im Westen die Bundesrepublik Deutschland (BRD) Im Osten die Deutsche Demokratische Republik (DDR) Die Sowjetunion forcierte den Aufbau eines sozialistischen Staates. Die Sozialistische Einheitspartei Deutschlands (SED) entwickelte sich zur Staatspartei und regierte zunehmend autoritär und zentralistisch – eine Parteidiktatur entstand. Die Westmächte trieben den Wiederaufbau eines Landes unter den Zeichen der Freiheit und Demokratie voran. Die Menschen in Ostdeutschland litten unter dem strengen Regime und begannen dagegen zu demonstrieren,

doch die Regierung beendete diese Aufstände teilweise gewalttätig. So starben bei einer Demonstration am 17. Juni 1953 mindestens 55 Menschen. Immer mehr Menschen verließen Ostdeutschland und siedelten in den Westen über. Im Zeitraum von 1949 bis 1961 flohen mehr als 2 Millionen Menschen nach Westdeutschland. Um den Flüchtlingsstrom zu stoppen, begann die DDR im August 1961 mit dem Bau der Mauer. Die Hauptstadt Berlin, die in Ostdeutschland liegt, wurde durch den Mauerbau komplett eingeschlossen. Die Berliner Mauer wurde zu einem Symbol des Ost-WestKonflikts.

Literatur: Hier finden Sie Zitate, Prosa, Dichtung, Artikel und Meinungen LIED: “Sonderzug nach Pankow” von Udo Lindenberg Das Lied “Sonderzug nach Pankow” drückt die Verzweiflung der Menschen in Ost – und Westberlin aus. Udo Lindenberg, dem es jahrelang verboten wurde in Ostberlin aufzutreten, besingt dies. Im Video bekommt man einen kleinen Einblick in die Atmosphäre der Zeit. htt p : / / w w w. my v i d e o . d e / watch/2262008/Udo_Lindenberg_ Sonderzug_nach_Pankow_Clip Entschuldigen Sie ist das der Sonderzug nach Pankow ich muss mal eben dahin nach OstBerlin ich muss da was klärn mit eurem Oberindianer ich bin ein Jodeltalent und will da spieln mit ‘ner Band Ich hab ‘n Fläschen Cognac mit und das schmeckt sehr lecker das schlürf ich dann ganz locker mit dem Erich Honecker und ich sag: Ey Honey ich sing für wenig Money im Republik-Palast wenn ihr mich lasst all die ganzen Schlageraffen dürfen da singen dürfen ihren ganzen Schrott zum Vortrage bringen nur der kleine Udo nur der kleine Udo der darf das nicht und das verstehen wir nicht Ich weiß genau ich habe furchtbar viele Freunde in der DDR und stündlich werden es mehr och Erich ey bist du denn wirklich so ein sturer Schrat


warum lässt du mich nicht singen im Arbeiter- und Bauernstaat ist das der Sonderzug nach Pankow ist das der Sonderzug nach Pankow entschuldigung der Sonderzug nach Pankow Ich hab ‘n Fläschen Cognac mit und das schmeckt sehr lecker das schlürf ich dann ganz locker mit dem Erich Honecker und ich sag: Ey Honey ich sing für wenig Money im Republik-Palast wenn ihr mich lasst all die ganzen Schlageraffen dürfen da singen dürfen ihren ganzen Schrott zum Vortrage bringen nur der kleine Udo nur der kleine Udo der darf das nicht und das verstehen wir nicht Honey ich glaub du bist doch eigentlich auch ganz locker ich weiß tief in dir drin bist du doch eigentlich auch ‘n Rocker du ziehst dir doch heimlich auch gerne mal die Lederjacke an und schließt dich ein auf’m Klo und hörst West-Radio Hallo Erich kannst mich hörn hallo-lolöchen hallo hallo Honey kannst mich hörn hallo-lolöchen hallo Honey kanst mich hören jodelodeldido hallo Erich kannst jodelodeldido

mich

hören

Ein weiterer zentraler Song ist “Wind of change” von den Scorpions, ein Lied über die Hoffnung auf Veränderung. http://www.youtube.com/watch?v=e v1BISBD4HA&feature=related

KUNST:

Fragen zur Unterstützung bei der Reflexion und kritischen Auseinandersetzung

Impuls: Einige Stücke der Berliner Mauer wurden von Künstlern bemalt und verkauft: http://www.berliner-mauer-teile.de/ index-eng.htm

Fragen zur Reflexion:

Mehr Informationen über die Berliner Mauer finden Sie unter: http://www.dailysoft.com/berlinwall/ index.html htt p : / / w w w. m a u e r m u s e u m . d e / english/frame-index-mauer.html

Welchen Einfluss hatte dieser Teil der Geschichte auf die Welt wie du sie kennst?

Was bedeutet die Geschichte für dich? Was bedeutet sie für deine Familie?

Denkst du, dass sie wichtig war um die Welt zu einem besseren Ort zu machen? Für die Reflexion empfehlen wir eine kleine Gesprächsrunde nach dem reziproken mäeutischen Gesprächsansatz nach Danilo Dolci. Weitere Informationen hierzu finden Sie auf der Homepage des Projekts EDDILI: http://reciprocalmaieutic. danilodolci.it/


17 MODUL 4: DEUTSCHLAND: „DIE MAUER MUSS WEG!“

Geschichtlicher Zusammenhang:

Der Fall der Mauer und die deutsche Wiedervereinigung Mehr als 28 Jahre führte die etwa vier Meter hohe Mauer quer durch Berlin und teilte die Stadt in Ost und West. Nur unter bestimmten Voraussetzungen durften die Bewohner Ost-Berlins ausreisen und ihre Familien im Westen besuchen. Viele Menschen starben bei dem Versuch, die Mauer zu überqueren oder wurden dabei erwischt und wanderten ins Gefängnis. Trotzdem gelang mehr als 5000 Menschen die Flucht nach Westdeutschland. Auch die Menschen im Westen versuchten ihren Landsleuten dabei zu helfen. Wie verzweifelt die Menschen gewesen sind zeigen die Beispiele, wie sie versucht haben, die Mauer zu überwinden: Unter der Mauer wurden zahlreiche Tunnel gebaut oder sie flogen mit teilweise selbstgebauten Flugzeugen über die Mauer. Da die Regierung der DDR diese Flucht als „Republikflucht“ ansah, erteilte sie den Grenzposten bei unerlaubten Grenzübertritten den Schießbefehl. In der Folge wurden mehr als 100 Menschen bei ihrem Fluchtversuch an den Grenzanlagen getötet. Wurden die Menschen beim Fluchtversuch erwischt, mussten sie ins Gefängnis und wurden dort verhört und teilweise sogar gefoltert. Die Menschen in Ostdeutschland wurden immer unzufriedener, auch weil sie sahen, dass ihre Landsleute in Westdeutschland frei waren und in Frieden leben konnten. Im Jahre 1989 verließen viele DDR-Bürger über


Ungarn und Österreich das Land oder suchten besonders in Osteuropa Schutz in Botschaften der Bundesrepublik Deutschland. Zeitgleich fanden in Ost-Deutschland die sogenannten Montagsdemonstrationen statt, bei denen Hunderttausende von Bürgern auf die Straße gingen und gegen die politischen Verhältnisse in der DDR protestierten. Diese friedlichen Proteste führten schließlich dazu, dass die DDR die Grenzposten erstmals am 9. November 1989 nach über 28 Jahren öffnete. Fast ein Jahr später, am 3. Oktober 1990, feierte Deutschland offiziell seine Wiedervereinigung.

Literatur: Hier finden Sie Zitate, Prosa, Dichtung, Artikel und Meinungen Hier “Nach 40 Jahren Deutscher Republik sollte eine neue Generation in Deutschland bezüglich der Chance auf Wiedervereinigung nicht belogen werden. Sie existiert nicht.“ Gerhard Schröder, 12. 6.1989 “Die Wiedervereinigung ist eine Lebenslüge” (Hannoversche Allgemeine Zeitung, 12.3.1987) “Alles ist möglich – Berlin ist frei!” Bill Clinton, in seiner Rede am Tag der Deutschen Wiedervereinigung” in Berlin, 03.10.2002 “Die Deutschen sind heute das glücklichste Volk.” Walter Momper, Oberbürgermeister in Berlin, 09.11.1989. “Das Tor der Geschichte hat sich geöffnet und wir sind hindurch geschritten.” Helmut Kohl kommentiert die deutsche Wiedervereinigung Lied: “Freiheit” von Marius Müller Westernhagen (1987): Inhaltlich geht es um eine scheinbar heile Welt, alles scheint perfekt. Aber die Freiheit fehlt. h t t p : / / w w w.y o u t u b e . c o m / watch?v=fmxdyoK2I2s http://www.youtube.com/watch?v=G EhZ8nzb1ic&feature=related Text: Die Verträge sind gemacht und es wurde viel gelacht

und was Süßes zum Dessert Freiheit Freiheit Die Kappelle rum-ta-ta und der Papst war auch schon da und mein Nachbar vorneweg Freiheit Freiheit ist die einzige die fehlt Freiheit Freiheit ist die einzige die fehlt Der Mensch ist leider nicht naiv der Mensch ist leider primitiv Freiheit Freiheit wurde wieder abbestellt Alle die von Freiheit träumen sollten’s Feiern nicht versäumen sollen tanzen auch auf Gräbern Freiheit Freiheit ist das einzige was zählt Freiheit Freiheit ist das einzige was zählt


19 KUNST:

Fragen zur Unterstützung bei der Reflexion und kritischen Auseinandersetzung

FILMVORSCHLAG:

Fragen zur Reflexion:

“Good Bye, Lenin!” von Wolfgang Becker, 2003 Kurz vor dem Fall der Mauer fällt die Mutter des 21jährigen Alex Mutter eine selbstbewusste Bürgerin der DDR, nach einem Herzinfarkt ins Koma - und verschläft den Siegeszug des Kapitalismus. Als sie wie durch ein Wunder nach acht Monaten die Augen wieder aufschlägt, erwacht sie in einem neuen Land. Sie hat nicht miterlebt, wie West-Autos und FastFood-Ketten den Osten überrollen, wie Coca Cola Jahrzehnte des Sozialismus einfach wegspült, wie man hastig zusammen wachsen lässt, was zusammen gehört. Erfahren darf sie von alledem nichts: Zu angeschlagen ist ihr schwaches Herz, als dass sie die Aufregung überstehen könnte. Alex ist keine Atempause gegönnt. Um seine Mutter zu retten, muss er nun auf 79 Quadratmetern Plattenbau die DDR wieder auferstehen lassen. Schnell stellt er fest, dass sich dieser Plan schwieriger umsetzen lässt als erwartet... Um den Lernprozess zu fördern ist es möglich, im Vorfeld einen Fragebogen zum Film auszuteilen. Mögliche Fragen wären: 1. In welcher Stadt spielt der Film? 2. An welchem Datum ist der erste Astronaut der DDR ins Universum eingetreten? 3. Woher kommt Lara? 4. Was ist so schockierend an dem Coca Cola Poster?

Was bedeutet die Geschichte für dich? Was bedeutet sie für deine Familie? Welchen Einfluss hatte dieser Teil der Geschichte auf die Welt wie du sie kennst? Denkst du, dass sie wichtig war um die Welt zu einem besseren Ort zu machen? Für die Reflexion empfehlen wir eine kleine Gesprächsrunde nach dem reziproken mäeutischen Gesprächsansatz nach Danilo Dolci. Weitere Informationen hierzu finden Sie auf der Homepage des Projekts EDDILI: http://reciprocalmaieutic. danilodolci.it/


MODUL 5: POLEN: DER WEG ZU FREIHEIT UND RECHTSSTAAT

Geschichtlicher Zusammenhang: Der Kommunismus wurde am 17. September 1939 unter Zwang von der Sowjetunion in Polen durchgesetzt. Die Rote Armee brachte ihn mit den Panzern und Bajonetts der Gewehre. Wenn nicht tausende von Menschen gestorben wären und Millionen gelitten hätten, hätte man dieses System als den Albtraum eines macht trunkenen, niederträchtigen und herzlosen Idioten bezeichnen können. Die Menschen Ostpolens wehrten sich gegen das System – mit und ohne Waffen. Die Zahl der Partisanen (bewaffnete Kämpfer, die nicht zu den Streitkräften des Staats zählen) in der Zeit zwischen 1944 und 1956 wurde auf 20.000 - 100.000 geschätzt. 1956 gaben die letzten Guerillas ihren Einsatz auf. Im Juni selben Jahres brach in Poznan ein Generalstreik aus. Nach dem die Straßenkämpfer ein Waffenlager überfallen hatten, wurden aus Straßenschlachten bewaffnete Kämpfe. Die Revolte wurde von Sicherheitskräften der Armee und Polizei brutal unterdrückt, jedoch führte sie letzten Endes zu einer Veränderung: Die Position des ersten polnischen Ministers wurde mit einem Mitglied des Zentralen Komitees der vereinigten polnischen Arbeiterpartei (KC PZPR) besetzt. Der März des Jahres 1968 brachte dann die Proteste der Schüler, Studenten, Intellektuellen und jungen Arbeitern. Es folgte eine Zeit des Schreckens: Hexenjagd und Judenverfolgung


21 wurde praktiziert. Immer mehr Proteste und Arbeiterrevolten in unterschiedlichen Orten wurden von der harten Regierung mit Gewehrfeuer beantwortet. Das Ganze gipfelt 1970, als bei einer Demonstration Panzerfeuer eröffnet wird und 40 Menschen getötet und 1000 verletzt werden. Zu der Zeit fand wieder ein Regierungswechsel statt: Edward Gierek löste seinen unbeliebten Vorgänger ab und setzte sich für die Modernisierung Polens ein. Am 23. September 1976 wurde die erste Bürgerrechtsorganisation, das „Komitee zur Verteidigung der Arbeiter“ von Intellektuellen gegründet. Polen erlebte eine bessere Phase. 1980 geriet Polen wiederum in Bedrängnis durch Staatsverschuldung, die die Regierung auf dem Rücken der Bürger ausgleichen wollte. Wieder begannen Streiks und Proteste, die auch erfolgreich waren. Bis am 18. Oktober 1981 General Wojciech Jaruzelski an die Macht kam und den Kriegszustand ausrief. Wieder herrschte Angst und Schrecken, Menschen wurden unter fadenscheinigen Gründen fest genommen, Panzer rollten durch die Straßen. Bei einer der vielen Auseinandersetzung wurden in einer Mine neun Arbeiter erschossen und 21 verletzt. Der Kriegszustand dauert noch bis 1983 an, dann ging es langsam wieder bergauf und im Februar 1989 begannen endlich Verhandlungen zwischen der polnischen Regierung und der Opposition. Im selben Jahr fanden die ersten Wahlen statt und die Regierung wurde komplett erneuert!

Literatur: Hier finden Sie Zitate, Prosa, Dichtung, Artikel und Meinungen Die kommunistische Regierung ist kein Stück von ihrer Haltung abgewichen, musste aber dem sozialen Druck nachgeben. Die Gründung der KOR führte zur Entwicklung verschiedener Formen der organisierten Gesellschaft. Die Entstehung der “Solidarność” war der Anfang vom Ende des kommunistischen Regimes in Polen. Der Widerstand gegen die Regierung zeigte sich in vielen Facetten: Von Witzen über Literatur und unterschiedliche Lehren bis hin zu organisierten oppositionellen Aktivitäten. Genügend Menschen im Land wollten Freiheit und waren den Lügen und der Brutalität des Kommunismus überdrüssig. Sie führten das Land schließlich zur Demokratisierung. Die genaue Zahl der Opfer des Kommunismus in Polen ist unbekannt. Bekannt ist jedoch der hohe Preis von Freiheit. Einige polnische Witze finden Sie in der Originalversion im polnischen Lernkompass. (aus dem Volksmund übersetzt): „Der Unterschied zwischen Demokratie und kommunistischer Demokratie ist derselbe wie zwischen dem Stuhl und dem elektrischen Stuhl.“ „Wer ist Kommunist? Jeder, der alle Bücher von Marx und Lenin gelesen hat. Und wer ist Anti-Kommunist? Der, der sie verstanden hat.“ „Die polnische wie auch die französische Verfassung garantieren freie Meinungsäußerung, aber die polnische Verfassung garantiert keine Freiheit nach der Meinungsäußerung.“


LITERATUR: “Die Macht des Geschmacks” von Zbigniew Herbert (Originalversion im polnischen LK) Unsere Verweigerung, die Meinungsverschiedenheit und der Widerstandes hat bei Weitem keinen großartigen Charakter gebraucht, wir hatten einen Fetzen des notwendigen Mutes, aber im Grunde war es eine Frage des Geschmacks. Ja – der Geschmack der Fasern der Seele enthält und das Rückgrat eines Gewissens. Wer weiß ob wir besser gewesen wären, hätten wir verführerisch duftende Frauen geschickt, dünn wie eine Stange. Oder fantastische Kreaturen der Bilder von Hieronymus Bosch Aber was für eine Hölle war es in dieser Zeit, eine nasse Grube, eine Gasse der Mörder, eine Baracke, die “Palast der Gerechtigkeit” genannt wurde. Ein selbsternannter Mephisto in einer Lenin Jacke schickte Auroras Großkinder hinaus aufs Feld Jungen mit Kartoffelgesichtern und sehr hässliche Mädchen mit roten Händen. Wahrlich, ihre Rhetorik war aus billigen Sackleinen, (Marcus Tullius dreht sich im Grab um) Verstrickt in Doppelaussagen, Konzepte wie das abgedroschene Recht-behalten von Metzgern, keine Unterscheidung in der Argumentation. Ein Syntax, der der Schönheit des Konjunktiv beraubt wurde. Ästhetik kann im Leben hilfreich sein, und das Studium der Schönheit sollte nicht vernachlässigt werden.

¡ Bevor wir unseren Konsens verkünden müssen wir die Form der Architektur, den Rhythmus der Trommeln und Pfeifen, die offiziellen Farben und das abscheuliche Beerdigungsritual genau prüfen. Unsere Augen und Ohren verweigerten den Gehorsam, Die Herren unserer Sinne wählten das Exil mit Stolz. Unsere Verweigerung, die Meinungsverschiedenheit und der Widerstandes hat bei Weitem keinen großartigen Charakter gebraucht, wir hatten einen Fetzen des notwendigen Mutes, aber im Grunde war es eine Frage des Geschmacks. Ja – der Geschmack, der uns ein verschrobenes Gesicht zu machen und Spott zu zeigen. Selbst wenn dafür die wertvolle Hauptstadt - der Kopf dieses Körpers fallen muss. REDEN: General Jaruzelski’s Rede über die Einführung des Rechts auf Eigentum am 13.12.1981 (Originaltext im polnischen LK) Bürgerinnen und Bürger! Ein polnischer Soldat hat seinem Heimatland immer treu gedient, immer an der Front, bei jedem sozialen Bedarf. Auch heute tut er seine Pflicht ehrenhaft. Unsere Soldaten haben saubere Hände, sie kennen keinen Egoismus sondern harten Militärdienst. Sie haben nichts im Sinn, als Gutes für ihre Nation zu tun. […] Polen! Brüder und Schwestern! Ich rede zu euch allen als Soldat, der sich gut an die Grausamkeit des Kriegs erinnert. Lasst nicht einen einzigen Tropfen polnischen Blutes in diesem kriegsgeschädigten Land fließen, das so viele Unglück erlebt und so vieles durchlitten hat. Lasst unsere gemeinsamen Anstrengungen dem

Schaden des Bürgerkriegs ein Ende setzen. Errichtet keine Barrikaden, wo eine Brücke gebraucht wird.[...]” ZITATE: 16. Dezember 1981 (Originaltext im polnischen LK) “Wir sitzen in der Produktionshalle der FSC (LKW - und Autoproduktion in Lublin). Der Streik dauert an. Wir können das Knirschen von Ketten hören, wahrscheinlich von Panzern. Wir wissen, dass WSK Świdnik schon stillgelegt wurde. Wir werden am Morgen dorthin geschickt werden. Wir werden erfahren was passiert ist und wie die Stilllegung vonstattengegangen war. Von den Leuten aus “Solidarność” bekommen wir drei Adressen der Świdnik Fabrik. Einige Kilometer laufen wir am Straßenrand. Vor der Produktionshalle in Świdnik stehen Wachen des Militärs. Ohne Pass kannst du nicht umziehen, und wir haben keinen. Aber sie scheinen eher Autos zu prüfen. Wir täuschen vor, leicht betrunken von einer Party nach Hause zu kommen. Sie halten uns nicht an. Wir finden die erste Adresse auf der Liste. Niemand ist in der Wohnung. Ein Nachbar öffnet die Tür. Er sagt: „Kommt zu mir, er wurde geschnappt.“ er setzt sich und spricht kurz über die Stilllegung. Bewaffnete Fahrzeuge walzen Zäune nieder, Menschen versuchen Schulter an Schulter die Attacken der Polizei abzuweisen, aber die Kraft der Schlagstöcke erfüllt ihren Teil und die Leute werden sortiert, und die Aktivisten aus der Menge gezogen, die die Fabrik verlässt. Jetzt wissen wir, nach welcher Strategie sie handeln: Sie nehmen nur die Aktivisten mit, und wir wissen, wen es erwischt hat. Wir gehen denselben Weg zurück. Eine Patrouille lässt uns gehen. In der


23 FSC erzählen wir allen was wir gehört haben. Wir sitzen und warten in der Produktionshalle. Wir wissen, dass sie in dieser Nacht zu uns kommen werden. Sie schlagen das Tor ein und zertrümmern die Wand. Polizei und Armeetruppen kommen herein. Es ist wie in Świdnik, der passive Widerstand verliert, aber die Angreifer haben trotzdem ein Problem. Der Militäroffizier hat uns sein Ehrenwort gegeben, dass wir hinausgehen können, ohne mit dem Schlagstock geschlagen zu werden und dass keiner verhaftet werden wird. Das veranlasst die Leute, die Fabrik zu verlassen. Wir halten uns an den Händen und gehen in dichten Reihen durch das Tor hinaus. Die ersten paar Reihen lassen sie gehen, aber die kommenden haben weniger Glück. Sie beginnen, Einzelne aus der Reihe zu zerren, ihnen Beleidigungen entgegen zu schleudern und letzten Endes fangen sie an, die Menschen mit ihnen Schlagstöcken anzugreifen. So viel bedeutet also das Ehrenwort eines Offiziers.“ P.K. IN DER MIENE VON WUJEK: (Originaltext im polnischen LK) In der Miene von Wujek wurden neun Arbeiter erschossen, 21 verwundet. Weit mehr als ein Tropfen Blut wurde vergossen. Im Mai 1983 fanden in Lublin Demonstrationen statt. Die Menschen hatten gerade den Litewskiplatz erreicht als die Fernsehnachrichten übertragen wurden. Die Nachrichten wurden zum Sprachrohr der Propagandha der Komunistischen Partei (PZPR) und waren voller Lügen und Verleumdungen. ZOMO, die motorisierten Reserven der Bürgermiliz - das Herz der kommunistischen Partei – beginnen damit, die Demonstration mit Tränengas und Schlagstöcken nieder zu schlagen und gehen dann zu den Verhaftungen

über. Volle Polizeiautos bringen die Demonstranten zur Polizeidienststelle. Am nächsten Tag findet im Amtsgericht kollektive Befragung statt. Sie nehmen fünf Menschen pro Verhör. Ich war unter ihnen. Der Richter fragt nach Namen. Der Kläger ist ein Polizist. Er zeigt mit dem Finger auf uns und sagt, wir hätten uns auf dem Litewskplatz aggressiv verhalten, großen materiellen Schaden angerichtet und eine Gefahr für die öffentliche Sicherheit und die anwesenden Polizeibeamten dargestellt. Der Richter fragt mich, was ich sagen will. – Kann ich sie etwas fragen Herr Polizist? Der Richter gibt satt. – Kennen Sie uns? – Nein. – Haben sie einen von uns je gesehen? – Nein – Also, warum behaupten Sie, wir hätten uns aggressiv verhalten? Der Polizist ist ruhig. Aber der Richter sagt: – Das waren keine Fragen. Streicht sie aus dem Protokoll. Er verurteilt uns zu 30 Tagen Haft oder einer Geldstrafe von 5000 Zlotys. Damals habe ich nicht erwartet, dass die Freiheit so schnell – nämlich 1989 – kommen würde. Nach den Wahlen im Juni 1989 konnte man überall das Lied der “Solidarność” hören. Schon im Juni 1980 wurde es als inoffizielle Hymne der Sozialisten gehandelt. Eine Mischung aus Freude und Träumerei.

KUNST:

FILME UND DOKUMENTATIONEN: Verhör (teilweise) auf Englisch h t t p : / / w w w.y o u t u b e . c o m / watch?v=M74ovHZIJmU Film von Ryszard Bugajski, 1982. Sprachen: Polnisch / Englisch / Französisch http://www.culture.pl/en/culture/ artykuly/dz_przesluchanie_bugajski Czesław Miłosz, “Der gefangene Geist” http://en.wikipedia.org/wiki/The_ Captive_Mind Czesław Miłosz, “Der gefangene geist”pdf h t t p : / / w w w. f i l e s t u b e . c o m / c / czeslaw+milosz+the+captive+mind Them: Stalin’s polnische Puppen, Teresa Torańska http://en.wikipedia.org/wiki/Teresa_ Tora%C5%84ska “Mann aus Marmor”, Film von Andrzej Wajda (en) h t t p : / / w w w.y o u t u b e . c o m / watch?v=22LYox7MITk Mann aus Stahl, Film by Andrzej Wajda (en) http://www.youtube.com/watch?v=h XERzGaeJt8&feature=related Mezo Owal - Czerwiec 1956 – Juni 1956 (pl) h t t p : / / w w w.y o u t u b e . c o m / watch?v=chYdJSLAFfI NZS – tak się zaczęło - film dokumentalny (pl) http://www.tvp.pl/filmoteka/filmdokumentalny/historia/nzs-tak-siezaczelo/wideo/nzs-tak-sie-zaczelofilm-dokumentalny/81849 Report aus der belagerten Stadt, Zbigniew Herbert (en) http://www.poemhunter.com/poem/ report-from-the-besieged-city/


Poznańskie powstanie 1956 (pl) http://www.tvp.pl/historia/rocznicei-wydarzenia/szlaki-pamieci/wideo/ poznanskie-powstanie-1956/919406 Taka jest historia – “Das ist Geschichte” (en, pl) h t t p : / / w w w. t v p . p l / k a t o w i c e / spoleczne-i-reportaze/reportaze-ifilmy-dokumentalne-tvp-katowice/ wideo/taka-jest-historia/3284760 Interview: Polens´ Jaruzelski gegen Denies, der um sovietische Intervention gegen die “Solidarity” ersucht (en) h t t p : / / w w w. r fe r l . o r g /c o n t e n t / Interview_Polands_Jaruzelski_Again_ Denies_Seeking_Soviet_Intervention_ Against_Solidarity/1902431.html Interview mit einem Mitglied der kommunistischen Partei (en) http://breakingdownstereotypes. com/memories_from_our_people/ interview_with_a_solidarity_member. html Chris Niedenthal Fotographie zum Recht auf Besitz (pl) http://fototapeta.art.pl/2010/cnd.php Wahl 1989 – “Zwölf Uhr mittags” , Poster Solidarity http://www.forth.fi/The%2010%20 best%20posters.htm Polnische, patriotische Lieder: Chłopcy z Placu Broni - Kocham wolność – J love freedom (English lyrics) h t t p : / / w w w.y o u t u b e . c o m / watch?v=35SdHFj2LxA Beats der Freiheit – Geschichte des Rock und des Kampfs für Freiheit in Polen h t t p : / / w w w.y o u t u b e . c o m / watch?v=xsFAv5Nvn2c

Pomarańczowa alternatywa – Die “Orange, alternative Revolution von Dwares” h t t p : / / w w w. p o m a r a n c z o w a alternatywa.org/index-eng.html Marek Jan Chodakiewicz, “Die Redekunst des Schmerzes” http://www.projectinposterum.org/ docs/Torture.pdf

Fragen zur Unterstützung bei der Reflexion und kritischen Auseinandersetzung Fragen zur Reflexion: Was bedeutet die Geschichte für dich? Was bedeutet sie für deine Familie? Welchen Einfluss hatte dieser Teil der Geschichte auf die Welt wie du sie kennst? Denkst du, dass sie wichtig war um die Welt zu einem besseren Ort zu machen? Für die Reflexion empfehlen wir eine kleine Gesprächsrunde nach dem reziproken mäeutischen Gesprächsansatz nach Danilo Dolci. Weitere Informationen hierzu finden Sie auf der Homepage des Projekts EDDILI: http://reciprocalmaieutic. danilodolci.it/


25 MODUL 6: POLEN: FRIEDMAN ERSETZT MARX

Geschichtlicher Zusammenhang: Nach der Wahl im Juni 1989 begann in Polen ein Prozess der Veränderungen und die Erbauung einer bürgerlichen Gesellschaft. Dieser Prozess dauert heute noch an. Jede Epoche braucht ein Symbol, ein Zeichen, das den Kern der Sache ausdrückt. In Polen fällt diese Rolle einem bestimmten Gebäude zu: Dem heutigen Bank – und Finanzzentrum Warschau. Es wurde erstmals am 1. Mai 1952 genutzt und am 16. November 2009 zur Liste historischer Bauten hinzugefügt. Von Anfang an war es Sitz des Zentralen Komitees der vereinigten polnischen Arbeiterpartei (PZPR). Es war Treffpunkt für die wichtigsten Vertreter des Landes, ein Ort, an dem wichtige Entscheidungen getroffen und Bürger verhört und gerichtet wurde. Die Bürger wurden entsprechend der Wahrheit gerichtet, die in den Werken von Marx, Engels und Lenin (bis 1956 auch Stalin) manifestiert war. In den modernen Räumen waren die Parteimitglieder, die in der Regel rote Krawatten trugen, immer geschäftig unterwegs. Zutritt zum Gebäude war nur wenigen gewährt, (man brauchte eine Genehmigung) und die kleinen Leute von der Straße wurden generell nicht eingelassen. Zwischen 1991 und 2000 beherbergte das Gebäude eine Institution, deren Entstehung nie einem Ersten Minister in den Sinn gekommen wäre – die Aktienbörse. Rote Krawatten wurden durch rote Hosenträger der Makler ersetzt, Zentralplanwirtschaft durch Marktwirtschaft. Neben der Aktienbörse beherbergte das „Weiße


Haus“ hauptsächlich Finanzinstitute. Marxismus wurde durch Wirtschaftskalkulation ersetzt. Seit einiger Zeit kann jeder das Gebäude betreten oder sogar gegen Entgelt Räume mieten. Man kann dort auch ein eigenes, privates Gewerbe starten. Politik wurde “verwirtschaftlicht”. Jedoch hat diese Transformation (Veränderung) auch den Weg zu Freiheit und Eigenverantwortung für unsere Entscheidungen geebnet. Diese Veränderungen verdanken wir den Entscheidungen des ersten nicht kommunistischen polnischen Premierministers: Tadeusz Mazowiecki. Die Anfänge der Reformen waren schwierig. Soziale Konsequenzen des „Balcerowicz Plans“, mit dem die Zentralplanwirtschaft Polens radikal auf die Marktwirtschaft umgestellt wurde, sind bis heute sichtbar. Dazu gehören unter anderem die Privatisierung und die Tatsache, dass Inflationen vermieden und die polnische Währung zu „Hartgeld“ wurde. Die polnische Wirtschaft nimmt auf der Weltrangliste der Wirtschaft den 18ten Platz ein. „Polens Wirtschaft ist die am schnellsten wachsende in Zentral – und Osteuropa“ sagt Jan van Eck, der Chef von Van Eck Global. Zuletzt überholte Polen Belgien und Schweden und ist das einzige Land im Europäischen Wirtschaftsraum, das in diesem Jahr ein Wachstum des Bruttoinlandprodukts verbuchen kann. So kann Polen ohne größere Probleme durch die Rezession (Rückgang in der Wirtschaft) gehen. Polen hat die niedrigsten Einkommenssteuern in Europa und verfügt über junges, gut qualifiziertes Personal, was das Land zu einem idealen Platz für internationale Unternehmen macht, die nach Europa

expandieren (erweitern) möchten. Menschen nehmen Herausforderungen an, gründen Unternehmen, arbeiten und investieren. In mehr als 20 Jahren hatten wir die Möglichkeit, unser Schicksal selbst in die Hand zu nehmen. Unglücklicherweise haben nicht alle die Chance genutzt. Ein bitteres Schicksal erwartete die Arbeiter der Schwerindustrie. Die Festung der freien Gewerkschaft Solidarnosc ermöglichte den Kollaps (Zusammenbruch) des Kommunismus und Veränderungen im politischen System. Und – verlor so viel des Systems wegen. Der „Balcerowicz Plan“ war eine sehr schmerzhafte Angelegenheit und wurde schnell und konsequent durchgezogen. Polen war das erste Land, das von Kommunismus zu Kapitalismus überging. Es gab keine Beispiele, denen man hätte folgen können, aber es gab Wissen, Vorstellungskraft der polnischen Politiker und die Entschlossenheit der polnischen Bevölkerung, die die Umsetzung des Plans gewährleisteten. Heute leben wir in einem Land mit richtiger Währung, Arbeit, der Entwicklung von Möglichkeiten und der Chance auf Teilhabe am Arbeitsleben und dem Erfolg für unsere Bemühungen.

Literatur: Hier finden Sie Zitate, Prosa, Dichtung, Artikel und Meinungen STELLUNGNAHMEN: Witz aus dem polnischen Volksmund: Wann wird es besser sein? Es wurde bereits besser. (Originaltext im polnischen LK) Dieser Witz stammt aus der Zeit der Umsetzung des Balcerowicz-Plans. Eine Konsequenz dessen war der starke Anstieg der Preise. Unternehmen mussten lernen, der Nachfrage entsprechend zu produzieren und dabei auf dem Markt konkurrenzfähig zu sein. Daher der große Anklang, den dieser Witz fand. Trotz der Krise herrschen heute – ähnlich wie 1989 – Aktivität und Optimismus vor. Szymon Gutkowski (Originaltext im polnischen LK) Der Direktor einer der größten Werbeagenturen Polens und aktiver Förderer vieler sozialer Projekte, unter anderem auch der Initiative “Togather98”, an der sich über 100 Organisationen des Landes beteiligt haben, sagte einmal: „Auf der anderen Seite war das Geschäftsleben ein `verheißenes Land`, auch weil sich die interessante Möglichkeit ergab, eine Firma von Anfang an mit Marcin Mroszczak und Paweł Kastory – meinen derzeitigen Geschäftspartnern aufzubauen. Egal was du zu dieser Zeit begonnen hast, du wusstest, dass du einer der ersten sein würdest und nach einiger Zeit einer der Größten in dem Bereich. War es Arroganz? Natürlich – es war die extreme Arroganz eines jungen Mannes. [...] Aber mir ist klar, dass ich das, was ich habe nicht nur meiner Arbeit und der meiner Kameraden verdanke,


27 sondern auch der Tatsache, dass ich 1989 neunzehn Jahre alt war – nicht 50 und nicht 10. Ich weiß, dass meine Generation viele Positionen in der Geschäftswelt für die Generation blockiert hat, die 10 Jahre jünger war als wir. Deshalb steht meine Generation in der Schuld großer Dankbarkeit. Wir haben ein Geschenk der Geschichte bekommen, also müssen wir an mehr denken als unser eigenes Geschäft, unseren Urlaub, unsere Betriebe und die Schule unserer Kinder.“ Polnische Existenzgründer schauen optimistisch in die Zukunft. Eine Nachforschung, die im Auftrag von Grant Thornton International gemacht wurde, ergab, dass 44% der polnischen Geschäftsleute das neue Jahr mit Optimismus beginnen. Betrachtet man den Schnitt von 36 Ländern der Welt, so liegt Polen im mittleren Bereich, was seinen Optimismus angeht. Geht es aber ausschließlich um europäische Länder, so ist unser Land das führende in der Region. Über 4/5 der polnischen Bevölkerung (82%) sind davon überzeugt, dass es sich gelohnt hat, die Herausforderung anzunehmen und das politische System zu ändern. Nur wenige (8%) bekunden laut einer Umfrage des CBOS (Zentrum für öffentliche Meinungsrecherche) Unzufriedenheit. Ein problem, das die Entwicklung eines Landes erheblich limitieren kann ist Korruption. Unglücklicherweise ist dieses Phänomen in Polen vertreten. “Einer der wichtigsten Menschen im polnischen Filmgeschäft ist ein Mann namens Lew Rywin, ein Urgestein in der sozialen und politischen Szene der Dritten Polnischen Republik. Er kam einst zum Chefredakteur der größten polnischen Zeitung und schlug ihm vor: “Warum kaufst du nicht einfach einen Gesetzesakt?” Er versuchte Konditionen zu verhandeln und

Preise zu setzen und gab dafür seine Kontonummer. Er sagte, er komme im Namen der “Machthaltergruppe”. Als Adam Michnik nach sechs Monaten (warum so lange?) ein Tonband von Rywins Vorschlag veröffentlicht und das Ganze in der “Gazeta Wyborcza” abdruckt. […] Die politische Elite, denen unterstellt wurde, Wähler zu repräsentieren und dabei soziale Kontrollen zu umgehen, emanzipierten sich und begannen, vom Organismus des polnischen Staats zu schmarotzen.” Wojciech Maziarski, Michał Karnowski, Polityka sięgnęła brukuw Newsweek POLSKA – Nr. 02/2003 2006 wurde die CBA (Zentrale Antikorruptionsstelle) aufgebaut, die speziell darauf ausgelegt war, Korruption im öffentlichen und sozialen Leben zu bekämpfen. Insbesondere ging es um Stellen der nationalen und lokalen Regierung sowie kämpferische Aktivitäten, die sich gegen den ökonomischen Wohlstand des Landes stark machen. Korruption vermindert sich. Trotz Schwierigkeiten nehmen die Menschen ihr Schicksal in die Hand und schaffen eine bürgerliche Gesellschaft. Zustände der Korruption in Polen Aktionen gegen Korruption in Polen (Original im polnischen LK) “Die ersten Jahre politischer Veränderung nach 1989 brachten auch günstige Umstände für den Wachstum unterschiedlicher Manifestationen und Formen der Korruption mit sich. Diese vollständige Rekonstruktion des Wirtschafts – und Justitzsystems des Landes wurde nicht von einer proportional mitwachsenden Entwicklung von Kontrollsystemen und Mitteln gegen Korruption begleitet. Schnelle Einführung von wirtschaftlichen Regeln und Verlagerung von enormen staatlichen

Besitztümern in den privaten Bereich gingen einher mit ständigem Wechsel in der Regierung. Das ständige ersetzen der Ressourcen des öffentlichen Dienstes, Reformen und ein instabiles Justitzsystem schafften guten Nährboden für Korruption.“ Auszüge aus einem Projekt, Koordination durch MSWiA (Ministerium für interne Angelegenheiten und Administration) Politik für Anfänger (Original im polnischen LK) “Für Janusz Kowalski, ein 26-jähriges Ratsmitglied aus Opole waren die letzten Wochen, nicht nur aus diesem Grund, voller Emotionen. Ein früherer Präsident der Stadt - Piotr Synowiec von der SLD – wurde in Handschellen zum Büro des Staatsanwalts gebracht. Der Verdacht war das Annehmen von Bestechungsgeldern. Das war die Antwort auf Kowalskis Kampf gegen Korruption in der Region, der bereits den Gouverneur, den Vorsitzenden des Stadtrats und den Marshall der Wojewodschaft (polnischer Verwaltungsbezirk) ins Gefängnis gebracht hatte. Eine Verschwörung, die an einen amerikanischen Film erinnert.“ Newsweek, Nr. 22/04


KUNST:

Filme über Auslieferungshaft (polnisch mit englischen Untertiteln) h t t p : / / w w w.y o u t u b e . c o m / watch?v=b4yMh7lSak4 Geschichte vom “Haus der Partei” (en) http://www.cbf.com.pl/index.php/en/ Die dritte polnische Republik (en) http://encyclopedia.farlex.com/ Third+Polish+Republic 20 Jahre “Dritte Polnische Republik”: Bitterkeit nimmt Überhand (en) http://merkuriusz.eu/poland/6320-years-of-polands-third-republicbitterness-prevails.html Verlagerung der Korruption in Polen Internationale Transparenz (en) http://www.transparency.pl/ti/badania/assess_corruption_in_poland Polen 1989 – 2009 Fotos (en) http://www.polska1989.pl/polandafter-1989-gallery

Fragen zur Unterstützung bei der Reflexion und kritischen Auseinandersetzung Fragen zur Reflexion: Was bedeutet die Geschichte für dich? Was bedeutet sie für deine Familie? Welchen Einfluss hatte dieser Teil der Geschichte auf die Welt wie du sie kennst? Denkst du, dass sie wichtig war um die Welt zu einem besseren Ort zu machen? Für die Reflexion empfehlen wir eine kleine Gesprächsrunde nach dem reziproken mäeutischen Gesprächsansatz nach Danilo Dolci. Weitere Informationen hierzu finden Sie auf der Homepage des Projekts EDDILI: http://reciprocalmaieutic. danilodolci.it/


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BESCHREIBUNG DER AUTOREN UND WORKSHOP LEITERN Drei Organisationen aus Deutschland (CJD), Spanien (INTRAS) und Polen (TEATR GRODZKI) mit unterschiedlichen aber sich erg채nzenden Erfahrungen im Bereich der Arbeit mit Menschen mit Behinderung nehmen an dieser Initiative teil.


INTRAS FOUNDATION ist eine spanische gemeinnützige Organisation, die sich im Bereich der Recherche und Intervention im Bereich der psychischen Beeinträchtigung engagiert. Hauptzielgruppe sind Menschen mit psychischer Beeinträchtigung, wobei die Organisation auch Senioren, Menschen mit Behinderung und Menschen, die von sozialer Ausgrenzung bedroht sind, Dienste anbietet. INTRAS verfügt über acht Zentren in unterschiedlichen Provinzen Spaniens und über 80 Mitarbeitern, darunter Psychiater, Psychologen und Sozialarbeiter, die Trainings und klinische Tätigkeiten anbieten. INTRAS ist verantwortlich für die Koordination des Projekts MIROPE. Informationen finden Sie auch unter www. intras.es MIROPE Workshop Leiter: Rodrigo Villar Sagredo, Ausbilder im Bereich Holz, Metall, Bau, Druck und Kunst& Kreativität im der Werkstatt von INTRAS in Coreses (Zamora). Herr Sagredo hat 2003 in der Universität in Salamanca (Spanien)sein Studium der Kunstgeschichte abgeschlossen und arbeitet schwerpunktmäßig im Bereich Skulpturen, Musik und Theater. Seit vier Jahren leitet er die Theatergruppe für Kinder in Zamora und ist außerdem Lehrer im Bereich „galicischer Dudelsack“ in der Musikschule vor Ort. Herr Sagredo ist Vorsitzender der Kulturgemeinschaft “Utricularis” in Zamora.

Das CJD Frechen ist ein Berufsbildungswerk. Der Schwerpunkt unserer Arbeit ist die berufliche und soziale Rehabilitation. Im CJD Berufsbildungswerk leben und lernen 250 junge Frauen und Männer während ihrer Rehabilitation. Sie absolvieren eine Erstberufsausbildung in über 25 Berufen. Die Ausbildung endet mit der Prüfung vor den zuständigen Industrie- und Handels, -Handwerks- und Landwirtschaftskammern. Ein erfahrenes Team von Ausbildern, Lehrern, Sozialpädagogen und Psychologen begleitet und unterstützt den Rehabilitationsprozess. Der gesamte Prozess ist von unserem Leitbild geprägt und wird durch individuelle, interdisziplinäre Förderung auf der Grundlage von individuellen Förderplänen in einer angemessenen Organisation umgesetzt. Im Interesse der Teilnehmenden ist eine enge Kooperation mit unseren Partnern notwendig. Informationen finden Sie unter: www.cjdbbw-frechen.de MIROPE Workshop Leiterin ist Claudia Feth, pädagogische Mitarbeiterin im CJD. Nach einer Ausbildung zur staatlich anerkannten Jugend – und Heimerzieherin hat Frau Feth einige Zeit auf den Philippinen und in Indien verbracht, wo sie ehrenamtlich interkulturell arbeitete. Heute schaut sie sowohl auf Erfahrungen außerhalb Deutschlands wie auch auf die Praxis in der Jugendhilfe, der Heimunterbringung und der beruflichen Rehabilitation zurück. Frau Feth betreut die Teilnehmer pädagogisch, während diese eine Ausbildung absolvieren. Im Rahmen des Projekts konnte Frau Feth in der Entwicklung der einzelnen Teilnehmer große Schritte beobachten, was nicht zuletzt durch Kunst als Lehrmethode ausgelöst wurde.


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DIE “BIELSKO KUNSTGEMEINSCHAFT GRODZKI THEATRE” wurde 1999 gegründet und vereint Künstler, Pädagogen, Unternehmer und Ehrenamtler darin, Kinder, Teenager, Erwachsene und Senioren aus sozial gefährdeten Gruppen zu unterstützen. Schwerpunkte der Gemeinschaft sind folgende: Kunst und Bildungsprogramme, Durchführung und Editierung unterschiedlicher Projekte (mit Ergebnissen wie Büchern, Leitfäden, Filmen, Dokumentationen und Zeitungen), Trainingsprogramme für Lehrer, Therapeuten, Künstler, Freiwillige und Mitarbeiter aus gemeinnützigen Organisationen. Es werden auch berufliche Bildungsprogramme für soziel ausgegrenzte Gruppen angeboten (die Gemeinschaft betreibt zwei Zentren zur beruflichen Rehabilitation, eine geschützte Werkstatt mit 62 beschäftigten Menschen mit Behinderung und ein Angebot der Tagespflege mit Beschäftigungstherapie mit 30 Menschen mit Behinderung). More information: www.teatrgrodzki.pl MIROPE Workshop Leiter ist Piotr Kostuchowski. Er schloss sein Studium der Philosophie an der katholischen Universität in Lublin (Polen) ab; seitdem war er in vielen Bereichen der Erziehung und Bildung sowohl schulisch (Direktor einer öffentlichen Schule) wie auch auß erschulisch(Erwachsenenbildner) tätig. Piotrs Unterricht wurde aufgrund der kreativen Methoden, neuen Ansätze, des weiten Spektrums an Perspektiven und seinem persönlichen Wissen stets hochgelobt. Erst vor kurzem war er als Trainer in zwei Grundtvigprojekten tätig, die von TEATR GRODZKI durchgeführt wurden (CVE und POTENS). Das ESF Projekt „Passport to education“ (zu Deutsch „Pass zur Bildung“)hat Piotr selbst koordiniert.


Mirope learning pass  

Mirope handbook

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