Page 19

19

FUERTEVENTURA MAGAZINE hoy

QUIÉN ES QUIÉN EN LA ISLA / WHO’S WHO IN THE ISLAND / WER IST WER AUF DER INSEL? / QUI EST QUI DANS L’ÎLE

Víctor Alonso – Beauftragter für Soziales und Jugend des Cabildo

“Diese Insel muss auch für ihre Menschen bekannt sein, für ihre Großzügigkeit und ihre Solidarität” FMHOY - Fuerteventura Was sind die wichtigsten Herausforderungen dieses Amtes? Ich mache mir vor allem um die Familien Sorgen, die wegen der Wirtschaftskrise große Schwierigkeiten haben. Wir arbeiten mit NGOs wie dem Roten Kreuz, Caritas und „Banco de Alimentos“ zusammen, um bedürftigen Familien Lebensmittel zur Verfügung zu stellen. Ich bin besonders besorgt um die Kinder, die indirekt unter der Krise zu leiden haben, weil ihre Eltern arbeitslos sind. Wir haben uns in solidarischen Aktionen engagiert, um Kindern zu helfen. Wir haben unter anderem erreicht, dass das „Solidaritätsessen gegen Krebs“, das von dem Unternehmerverband der Hotel- und Tourismusbranche unter dem Motto „für das Lächeln eines Kindes“ organisiert wird, dieses Jahr den Mensen für Schüler gewidmet wird. Als öffentliche Einrichtung müssen wir uns um die sozialen Probleme kümmern, damit die Bürger nicht der Spirale der Hoffnungslosigkeit enden. Das Motto unseres Amtes ist: „Das was zählt, sind die Personen”. An dieser Stelle möchte ich die großen Anstrengungen hervorheben, die das Fachpersonal unserer Abteilung unternimmt, um trotz der Kürzungen der stärker werdenden Nachfrage nach Leistungen gerecht zu werden. Sie sind aber nicht die einzigen, die etwas leisten. Auch die Gemeinden setzen sich sehr stark ein. Gibt es zu wenig Mittel, um neue Projekte durchzuführen? Natürlich sind die Mittel knapp. Aber wir setzen sie so effektiv wie möglich ein. Wir haben uns darum gekümmert, dass trotz der Krise die zweite Phase der Bauarbeiten des Inselzentrums für Behinderte in Puerto del Rosario ausgeführt wird. In dieses Projekt wurden insgesamt 3,6 Millionen investiert. Dazu kommen die dezentralisierten Tageszentren für Behinderte und Jugendliche. Die Jugendlichen sind uns sehr wichtig, denn wir meinen, dass diese Gruppe besonders gefährdet ist. Die Jugendlichen leiden zurzeit ganz besonders. Zu den finanziellen Schwierigkeiten ihrer Eltern kommen das Wohnungsproblem und die Jugendarbeitslosigkeit. Unser Amt macht deshalb ein Programm mit den Jugendlichen; ich betone das Wort „mit” statt „für”. Dazu kommt auch noch „junges Fuerteventura 2013“. Mit diesem Programm möchten wir die Kreativität von mehreren tausend Jugendlichen unserer Insel kanalisieren, die daran teilnehmen können und müssen. Wie arbeiten Sie mit diesen Kollektiven aus dem sozialen Bereich zusammen? Einerseits ist die Arbeit der Kollektive und der NGOs notwendiger denn je zuvor. Andererseits sehen wir, dass die Hilfen und die Mittel für die Durchführung der Programme knapper sind als früher. Vor wenigen Jahren haben wir auf der Insel nur mit 1 oder 2 Organisationen zusammengearbeitet, inzwischen sind es ungefähr zwanzig. Der Cabildo hat diese Posten seit Anfang der Krise um mehr als 50 % erhöht, obwohl sein ganzer Haushalt ungefähr um 25 % gekürzt wurde. Die Freiwilligenarbeit ist ein sehr effizientes Mittel für soziale Aktionen. Mit Hilfe dieser Organisationen mobilisieren wir die besten Leute unserer Gesellschaft, ihre Bereitschaft Opfer zu bringen und ihre Großzügigkeit. Einer der Schwerpunkte Ihrer Arbeit ist es, die architektonischen Barrieren zu entfernen und öffentliche Räume zugänglicher zu machen. Dieser Ansatz kommt von den Behindertenverbänden, die eine Untersuchung über die architektonischen Barrieren erstellt haben. Sie haben uns die Daten vorgelegt, und die Verwaltungen haben diese als Grundlage genommen, um -– im Rahmen ihrer Möglichkeiten – Maßnahmen zu ergreifen. Wir sind mit den Ergebnissen nicht zufrieden, denn es ist noch viel zu tun. Wir haben das Ziel, dass dies eine

Insel für die Menschen wird, und folglich soll es hier keine Barrieren geben. „Fuerteventura ohne Barrieren” ist ein übergreifendes Projekt, in dem wir uns alle engagieren müssen. Für uns sind nicht nur Rollstuhlfahrer Personen mit eingeschränkter Mobilität. Wir müssen auch an unsere Senioren denken, wenn irgendwo eine Treppe ist oder wenn jemand ein Geländer braucht, um sich festzuhalten. Zu dieser Gruppe gehören auch

Blinde und Gehörlose. Wir haben auch neue Konzepte der Zugänglichkeit einbezogen, die mehr mit Integration zu tun haben. Dazu gehört das Wanderprogramm für Menschen mit eingeschränkter Mobilität. Dank dem Erwerb von speziellen Wander-Rollstühlen und der Beteiligung von Freiwilligen ist es möglich, dass Personen mit eingeschränkter Mobilität die Natur kennenlernen. Früher waren die Menschen praktisch in ihren Wohnungen gefangen. Die Kollegen von „Global Nature“ und „Montaña para Todos“ haben uns klargemacht, dass nicht die Natur an die Personen mit eingeschränkter Mobilität angepasst werden muss. Die Wanderer müssen mit Hilfe der Joelette-Rollstühle für behindertengerechtes Wandern an die Natur angepasst werden. Da wir Wanderprogramme im Biosphärenreservat von Fuerteventura veranstalten, müssen diese für alle zugänglich sein. Die Gesellschaft hat sehr positiv auf dieses Thema reagiert. Mehr als 200 Wanderer haben sich für die Ausbildungskurse angemeldet, und wir haben schon die ersten Ausflüge unternommen. Wie arbeiten Sie mit den anderen öffentlichen Ämtern zusammen? Soziales und Jugend sind übergreifende Bereiche. Wir müssen mit anderen Ämtern zusammenarbeiten, um unsere Ziele zu verwirklichen. Wir sind ständig mit anderen Ämtern in Verbindung, um zu erreichen, dass sie soziale Themen in Aktivitäten mit einbeziehen. Ich werde ein Beispiel nennen: Das letzte „solidarische Abendessen für die Frau“ wurde von zwei Kollektiven aus dem Gesundheitsbereich organisiert und ist vom Amt für Sport und vom Sozialamt von Antigua gefördert worden. Dies ist das Geheimnis für den Erfolg dieser Veranstaltung. In anderen Fällen arbeiten wir mit den Ämtern für Bildung, Kultur, Umwelt, Landwirtschaft oder Tourismus zusammen.

FUERTEVENTURA MAGAZINEHOY - Nº 83 - ABRIL 2013  

Magazine gratuito mensual de lugares, noticias y eventos de Fuerteventura

FUERTEVENTURA MAGAZINEHOY - Nº 83 - ABRIL 2013  

Magazine gratuito mensual de lugares, noticias y eventos de Fuerteventura

Advertisement