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Südtirol siegt im sonnigen „Sorbistan“

Bei prachtvollem Fußballwetter unter den Augen von rund 2.000 Zuschauern in der Müllerwiese in Bautzen / Budysin konnte die Mannschaft aus Südtirol die EUROPEADA 2012 für sich entscheiden. Damit gewinnen die Südtiroler bereits zum zweiten Mal, nach 2008 bei der ersten EUROPEADA in Graubünden in der Schweiz. Die Sieger des FUEV-Turniers setzten sich gegen die sehr junge Mannschaft der Roma aus Ungarn mit 3:1 durch. Im Kleinen Finale hatten die Kroaten aus Serbien zuvor die Kärntner Slowenen knapp mit 1:0 geschlagen. 19 Mannschaften hatten sich in der schönen zweisprachigen Lausitz viele faire Wettkämpfe geleistet. Die meisten Mannschaften waren bis zum Finale geblieben und alle ließen sich von begeisterten Fans feiern. Vor allem die Sorbischen Gastgeber wurden mit ohrenbetäubendem Lärm geehrt. Auch wenn ihr es nicht ins Finale geschafft habt, ihr seit die Mannschaft der Herzen – in der ganzen Lausitz“, rief Domowina-Vorsitzender, David Statnik im Stadion den Spielern zu. Die Domowina ist der Dachverband der Lausitzer Sorben und feiert in diesem Jahr ihr 100-jähriges Bestehen. „Einen besseren Höhepunkt könnte man sich gar nicht vorstellen“, so der zufriedene Vorsitzende David Statnik.


Es gab in dem Stadion in Bautzen viele frohe Gesichter, aber einer strahlte besonders, nämlich FUEV- Präsident Hans Heinrich Hansen. Die FUEV ist mit 94 Mitgliedern in 32 europäischen Ländern der größte Dachverband der autochthonen Minderheiten in Europa und Veranstalter der EUROPEADA. „Was für ein tolles Turnier. Das haben wir den vielen, vielen Helfern zu verdanken. Das reicht von der Turnierleitung bis hin zu den Aktiven in den Sportvereinen und Gemeinden. Wir haben durch diese tolle Veranstaltung gezeigt, was alles in den Minderheiten Europas steckt. Waliser, Okzitanier, Roma, Russlanddeutsche – alle machen sie die wahre Vielfalt in Europa aus. Das kann man nicht deutlicher zeigen, als wir es hier in den vergangenen zehn Tagen getan haben“, so Hans Heinrich Hansen. Auch Gojko Sinde vom Westlausitzer-Fußballverband, der die sportliche Leitung des Turniers in Händen hatte, war zufrieden. Wir haben ein faires Turnier erlebt, mit vielen hochklassigen Spielen und vielen guten Mannschaften.“ Über 15.000 Zuschauer wurden gezählt. Torschützenkönig ist der Kärntner Slowene Gerald Völbl mit 9 Treffern. Ganz ohne politische Aufmerksamkeit ging das Turnier dann doch nicht von statten. In Griechenland haben mehrere Medien sehr kritisch und scharf über die Teilnahme der Westthrakien Türken berichtet. Diese Minderheit wird in Griechenland von offizieller Seite negiert. „Wir stehen in erster Linie für die Minderheiten ein – und freuen uns sehr, dass unsere Freunde aus West-Thrakien dabei waren und ein achtbares Ergebnisse für die ganze griechische Region West-Thrakien erreicht hat“, so der FUEV- Präsident. Für ganz anders positive Überschriften sorgte das beliebte „Language Diversity Team“ – das unermüdlich die EUROPEADA genutzt hat, um die Mehrsprachigkeit in Europa zu promoten. Dafür wurde das FUEV-Projekt „Language Diversity“ von der EUKommission finanziell unterstützt. Ohne die vielen Klatsch-Pappen, Gummibärchen und Energie-Drinks wäre die EUROPEADA nicht nur um einiges „einsprachiger“ gewesen. Wo die nächste EUROPEADA 2016 stattfinden wird ist noch nicht geklärt. Anfragen gibt es bereits einige: die tüchtigen Sorben haben die Messlette sehr hoch gehängt mit diesem tollen Turnier!


Südtirol siegt im sonnigen Sorbistan  

Pressemitteilung zum Abschluss der EUROPEADA 2012

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