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Inhalt Seite Vorwort

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Blick in die Ahnentafel

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Erste Aktivitäten nach dem 2.Weltkrieg

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Die Gründerjahre 1950 – 1956

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Der Verein startet durch: 1957 – 1960

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Ringen um eine Heimat: Die sechziger Jahre

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Konsolidierung: Die siebziger Jahre

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Sportlicher Aufwind: Die achtziger Jahre

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Turbulenzen: Die neunziger Jahre

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Das Jubiläumsjahr 2000

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Die erste Dekade der 2000’er Jahre

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Anhang

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Auflistung von Mitgliedern der Modellflug-Vereinigung und des Flugsport-Clubs Neumünster im Zeitraum 1948-1950

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Die Vorstandsmitglieder des Vereins seit der Gründung

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Quellennachweis

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Vorwort Eine erste Ausgabe war zum Jubiläumsjahr 2000 unter dem Titel „50 Jahre FlugsportClub Neumünster – Ein Streifzug durch seine Geschichte“ verfaßt und als Broschüre herausgegeben worden. Nach nunmehr 10 weiteren Jahren entstand der Wunsch, diese entsprechend zu erweitern und sie als nun zweite Ausgabe unter „60 Jahre Flugsport-Club Neumünster“ zu veröffentlichen – zeitgemäß auf der Website des Vereins. Der Blick zurück in die Geschichte zeigt auf, woher man kommt und hilft so abzuleiten, wohin der Weg in die Zukunft führt. Und dieser wird entscheidend vom Nachwuchs geprägt. Das heutige Überangebot an Freizeitaktivitäten, die Faszination der modernen Kommunikationsund Unterhaltungselektronik bleiben - was den Nachwuchs fast aller Sportvereine anbelangt – dabei nicht ohne Wirkung. Auch der Flugsport-Club Neumünster mußte und muß sich dem stellen. Sicher ist, daß der “Generationenmix” funktionieren muß. Das heißt für die Älteren, den Jüngeren mit Engagement, Verantwortungsbewußtsein und Integrität im Miteinander ein überzeugendes, die Faszination unseres wunderschönen Sports vermittelndes Vorbild abzugeben. Dies fällt leider aber nur zu häufig dem Beruf oder ganz allgemein dem Alltagsstress zum Opfer. Mit diesem „Streifzug durch die Geschichte“ des Flugsport-Clubs Neumünster möchte der Verfasser im Sinne dieser Gedanken einen Beitrag leisten. Dabei wurde angestrebt, nicht trockene Fakten und Daten im engen Sinne einer Chronik wiederzugeben, sondern durch die Verwendung vieler Bilder aus dem Vereinsalltag mit seinen ehemaligen und heutigen Mitgliedern, 60 Jahre FlugsportClub Neumünster recht lebendig vor Augen zu führen.

Sollte dieses Bemühen etwas zur Solidarisierung der Gemeinschaft und zur Identifikation mit unserer so faszinierenden “Nebensache” beitragen, wäre das der erhoffte Lohn. Ein deutliches Handicap bei der geschichtlichen Recherche war die oft mehr als marginale Dokumentationslage der frühen Jahre. Umso wichtiger war deswegen die Unterstützung durch die “Zeitzeugen“ wie Manfred Brauer, Richard Brüggert, Rudolf Gosch, Max Greve, Klaus Griese, Klaus Hahn, Werner Joost und andere bei der inhaltlichen, sowie von Matthias Allendorf und Gerald Biedermann bei der bildlichen Bearbeitung. Von großer Hilfe erwiesen sich auch die mir bereitwillig zur Verfügung gestellten privaten, im Quellenverzeichnis ausgewiesenen Bildersammlungen. Für die erteilte Unterstützung sei allen herzlich gedankt. Hamburg, im November 2010 Dr. Gerwin Dienger Flugsport-Club Neumünster Referent für Öffentlichkeitsarbeit


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60 Jahre Flugsport-Club Neumünster (FSCN) Ein Streifzug durch seine Geschichte 1950-2010

Blick in die Ahnentafel Nicht weniger als vier Generationen von Fliegervereinen, wovon die erste und älteste bis auf das Jahr 1908 zurückgeht, weiß der heutige Flugsport-Club Neumünster auf seiner Ahnentafel vorzuweisen. Die bereits über 90 Jahre alte Fliegertradition der Stadt Neumünster wurde um diese Zeit durch die frühen Flugversuche einiger mutiger Neumünsteraner Bürger und dann der Gründung des „Nordmarkverein für Motorluftfahrt“ eingeläutet. Als Fluggelände diente der Ehndorfer Platz, Teil des Exerzierplatzes, kurz Exer genannt. Er war von 1910 - 1914 Landeplatz für Luftschiffe. 1913 eröffnete dort, unterstützt durch die Stadt Neumünster, die Flugschule (mit Flugzeugbau) der Gebrüder Steffen, die der einheimischen Fliegerei einen besonderen Aufschwung verlieh. Franz und Bruno Steffen stellten im Jahre 1913 mehrere Deutsche Rekorde im Dauerflug auf, die mit über 5, bezw. fast 7 Stunden direkt über dem Fluggelände Exer erflogen worden sind.

aber auch nur bis zur Inflation Ende der 20er Jahre Bestand haben sollte. Vereinsgeneration Nummer drei und vier aus den Jahren 1929 bzw. 1933 - politisch nicht mehr unbeeinflußt - stehen als letzte auf der Ahnentafel des Flugsport-Clubs Neumünster. Der Begriff der “Ahnentafel” darf dabei nicht zu streng ausgelegt werden, waren diese “Generationen” doch zeitlich um viele Jahre getrennt und organisatorisch völlig voneinander unabhängig - das Verbindende allerdings war die Liebe und Passion zur Fliegerei. Bis zum Ende des zweiten Weltkriegs fanden die fliegerischen Aktivitäten, stark geprägt durch den Segelflug, vor allem im benachbarten Boostedt auf dem Truppenübungsgelände Borneplatz „Höhe 53” statt.

Gummiseilstart eines Schulgleiters auf dem Borneplatz in Boostedt Fliegerschule und Flugzeugbau Gebrüder Steffen auf dem „Exer“ 1914

Diese erste Vereinsgeneration verschwandt dann in den Wirren des ersten Weltkrieges. Zwei Jahre nach Kriegsende, 1920, gab es den nächsten Anlauf mit der Gründung der „Flugsportvereinigung Neumünster“ - als der zweiten Generation, die

Auf dem eigentlichen Flugplatz Neumünster, der 1936 als weitflächiger Militärflugplatz angelegt worden war, fand in den späteren Jahren die Fortgeschrittenen-Ausbildung statt. Dieser Flugplatz sollte dann auch in der Nachkriegszeit, allerdings erst Anfang der 60er Jahre, für den Flugsport-Club Neumünster recht große Bedeutung erlangen.


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Erste Aktivitäten nach dem 2. Weltkrieg 1947 / 48 Und es war auch wieder Boostedt, das nach dem Kriegsende mit Modellflug und einem ersten (damals noch illegalen) Ansatz zum Bau eines Leichtfluggeräts durch Richard Brüggert und Peter Wingert das schrittweise Wiederaufleben der fliegerischen Aktivitäten sah. Ehemalige Modell-, Segel- und Motorflieger fanden sich in einem sogenannten Modellbauzirkel zusammen, der allerdings in erster Linie dem Schmieden von Plänen diente für den ersehnten Tag, an dem die Beschränkungen der Allierten - es galt ein totales Flugverbot - etwas gelockert werden würden. Alt und Jung – gleichermaßen vom Modellflug begeisterttauschten ihr Wissen aus und erprobten ihr Können im Wettbewerb. Modellflugwettbewerb in Boostedt 1948

Nach langem zähen Ringen mit der englischen Militärverwaltung wurde schließlich die Genehmigung zur Gründung einer „ModellflugVereinigung“ (MFV) erteilt, ein Name, der von den Briten vorgegeben worden war. Am 30. Juli 1948 gründeten 45 eingeschriebene Mitglieder diese Vereinigung. Zum Vorstand wählten sie aus ihrem Kreis Bernhard Hahn, Otto Griebe, Hermann Rump und Herbert Theinert, zum Technischen Leiter Richard Brüggert. Aber bereits nach einem Jahr erging ein erneutes Verbot jedweder Betätigung, was den Verein zwar weiter bestehen ließ, aber der weiteren Entwicklung der noch jungen Vereinigung wieder ein Ende setzte. “Neumünster rollt an” – das war die Unterschrift von Rolf Michelsen unter ein Bild vom Modellflieger-Bus, der die Neumünsteraner im Jahr 1948 zum 1. Modellflugwettbewerb nach dem Kriege zum Fluggelände “Fischbeker Heide”

brachte. Stolz zeigt das Schild im Bus: “ModellFlug-Vereinigung Neumünster”. Otto Griebe Rolf Michelsen Herbert Theinert Richard Brüggert

Rudi Dühlmeier

Hermann Rump

Manfred Brauer

Alle diese Mitglieder sollten in den Jahren danach noch von sich reden machen.

Die Gründerjahre 1950 - 1956 1950/51 Als fünfte und bis heute ununterbrochen bestehende Vereinsgeneration, wurde dann am 28. November 1950 der „Flugsport-Club Neumünster“ (FSCN) offiziell ins Leben gerufen, er ging direkt aus der noch bestehenden Modellflug-Vereinigung hervor. Zum ersten Vorstand wählten die Mitglieder: Willy Schaaf (1.Vors.), Heinz Andreas (2.Vors.), Hermann Rump (Schriftführer) und Herbert Theinert (Kassenwart). Nach den Worten von Willy Schaaf war es für ihn “schon das dritte Mal, daß er den Vorsitz in der heimischen Fliegerei übernommen und daß eigentlich erst sein Freund Wolf Hirth den Ausschlag dafür gegeben hätte”. Wolf Hirth gilt als Pionier und Lehrmeister des modernen Segelflugs, war Luftfahrtingenieur und Rekordflieger und Gründungs-Präsident des Deutschen Aero-Clubs. Der folgende spätere Kartengruß vom Januar 1953 von Wolf Hirth an Willy Schaaf bestätigt diese Verbundenheit. Er enthält darüberhinaus ein dickes Kompliment für den jungen Modellflieger Hartmut Voigt, der auch im Jubiläumsjahr 2000 - da sei der Geschichte des FSCN


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vorgegriffen - noch immer in der ModellflugSparte des Vereins recht aktives Mitglied ist.

Der FSC Neumünster strebte aufgrund des Beschlusses der Gründungsversammlung die Mitgliedschaft in beiden Institutionen an. Im Januar 1951 vervollständigten die Mitglieder das erste Führungsteam des FSCN durch die Wahl der Referenten Otto Griebe für den Segelflug, Rolf Michelsen für den Modellflug, und Siegfried Godau für den Motorflug.

Zum Technischen Leiter bestellten die Mitglieder Walter Wohldorf, der reiche flugtechnische Erfahrung aus früherer Tätigkeit mitbrachte. Der mit Bedacht gewählte Vereinsname sollte ausdrücken, daß nun wieder, trotz des noch bestehenden Verbots von Flugzeugbau und Flugbetrieb, alle Flugsportarten angestrebt werden würden: Modellflug, Segelflug, Motorflug und Ballonfahrt. Die Beitragshöhe wurde mit mindestens DM 1.50 (!) im Monat festgesetzt. Unter diesen frühen Mitgliedern befanden sich dabei viele namhafte Fliegerkameraden, die in den folgenden Jahren ganz entscheidend unter hohen persönlichen Opfern zum Aufbau des Vereins beigetragen haben. Eine Auflistung von MFV- / FSCN- Mitgliedern der Jahre 1948-50, die leider aber bezüglich Richtigkeit und Vollständigkeit wegen lückenhafter Dokumentation nicht gesichert ist, findet sich im Anhang. Eine Eintragung in das Vereinsregister der Stadt Neumünster unterblieb allerdings, sie erfolgte erst viele Jahre später am 3.12.1963 unter der Registraturnummer VR100. Im selben Jahr, bereits am 4. August 1950, erfolgten übrigens auch die Gründung des Deutschen Aero-Clubs (DAeC) in Gersfeld (Technikreferent dabei Walter Wohldorf vom FSC Neumünster!) sowie am 3. Dezember die des Verbands Schleswig-Holsteinischer Luftsportvereine. Mit der Erlaubnis der Allierten zur Gründung dieser Institutionen war der erste Schritt zur Liberalisierung getan.

Die fliegerischen Aktivitäten mußten aber aufgrund der politischen Vorgaben auch noch weiterhin auf den Modellflug beschränkt bleiben, der dafür eine ganz besondere Blüte erlebte. Modellfliegertreffen und Wettbewerbe erfreuten sich bei Aktiven wie bei Zuschauern großen Interesses.

Modellfliegertreffen Boostedt am 2.Juni 1951

Mit Wirkung vom 19.6.1951 entsprach die Hohe Kommission einem entsprechenden Petitum des Deutschen Bundestags, und gab den Segelflug in Deutschland wieder frei. Der Wiederaufbau des Luftsports konnte beginnen. Der Motorflug mußte sich allerdings noch bis zum 5. Mai 1955 mit der Freigabe gedulden. Das Vermögen des jungen Flugsportvereins war die Begeisterung seiner Mitglieder, materielle Besitztümer wie Fluggelände, Flugzeuge, Startgeräte, Werkstatt - Nullbestand! Doch Begeisterung versetzt bekanntlich Berge, sie überträgt sich auf Freunde und Sympathisanten und läßt Verbündete und Sponsoren gewinnen. Und so geschah ein materielles Wunder: 1952 Im Frühjahr 1952 traf im Hauptbahnhof von Neumünster im Eisenbahnwaggon ein fabrikneues, modernes, doppelsitziges Segelflugzeug des Musters Mü13e von Scheibe-Flugzeugbau mit dem Kennzeichen D-3500 ein, ehrfürchtig von den Mitgliedern in Empfang genommen.


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Ankunft der Mü13e, dem ersten Nachkriegsflugzeug des Flugsport-Clubs Neumünster, im Januar 1952 auf dem Hauptbahnhof

Willy Schaaf und “seine” Mü – was geht wohl jetzt in ihm vor?

Stadt und Wirtschaft (vor allem das Coca-Cola Werk Neumünster) hatten in beeindruckender Weise geholfen, den Anschaffungspreis von DM 8000.- (!) zusammenzubringen. Ehrensache, daß die Maschine auf den Namen „Neumünster“ getauft wurde!

Das erste Aufrüsten, es ist vollbracht. Die “Senioren” von links nach rechts: Willy Schaaf, Heinz Andreas, Otto Griebe, Werner Joost, Walter Wohldorf und Herbert Theinert

Am 3. Mai 1952 taufte Oberbürgermeister Lemkuhl die Mü13e D-3500 auf den Namen seiner Stadt „Neumünster“. Das nachstehende Bild zeigt einen Ausschnitt der Eintrittskarte. Es ist tatsächlich wahr geworden – so mancher der Kameraden hatte eine Gänsehaut beim Öffnen der Ladetür bekommen

Ganz besonders zu verdanken war dieser Erfolg Willy Schaaf, dem äußerst agilen und zielstrebigen 1.Vorsitzenden, damals praktizierender Zahnarzt in Neumünster. Sein Name wird im Zusammenhang mit dem Luftsport bereits 1913 als jugendlicher Preisträger bei der ersten Ausstellung des eingangs erwähnten „Nordmarkverein für Motorluftfahrt“ und sieben Jahre später, 1920, als Mitbegründer und Vorstandsmitglied im „Deutscher Luftfahrt-Verein Neumünster“, genannt, er ist mit der Geschichte der Entwicklung der Fliegerei in Neumünster auf das Engste verbunden.

Die ersten Starts mit der nagelneuen D-3500 „Neumünster“ erfolgten am 29. Juni 1952 in Kiel-Holtenau in Gemeinschaft mit den Kieler Fliegern, sie hatten, wovon die Neumünsteraner noch träumten: Einen Flugplatz und eine Winde! Nach siebenjähriger fliegerischer Abstinenz war es für viele „Ehemalige“ ein erhebendes Gefühl wiedererlangter Freiheit, ein be-


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wegendes Erlebnis, wieder „flügge“ geworden zu sein. Sie hatten nichts verlernt und freuten sich über den wiedererlangten Luftfahrerschein als wär´s ihr erster gewesen. Nach damaligen Presseberichten gilt dies als der eigentliche Wiederbeginn des Segelflugs in Schleswig-Holstein.

Juni 1952 den Titel des Deutschen Meisters in der Nurflügelklasse N1 erringen. 1953 Im Folgejahr 1953 folgten wichtige weitere Schritte für den Verein: Oberbürgermeister Lehmkuhl gab das Freizeichen für die Planierung des Boostedter Geländes, Startbahnen wurden angelegt, Fahrzeuge zum Wiederausziehen des Windenseils (Leppo’s) angeschafft.

Der erste Start: Flugplatz Kiel-Holtenau am 29.6.1952

Die ersten Sondierungsflüge auf dem heimischen, furchenreichen Boostedter Gelände fanden dann am 5.10.1952 statt. Unter der Anleitung von Werner Joost war eine eigene Winde, die sogenannte „100 PS Hansa Startwinde“ durch Umbau einer noch erhaltenen alten Winde gebaut und im Spätjahr fertiggestellt worden.

“Leppo” Hansa 1100 und die “Neumünster” in Boostedt 1953

Werner Joost und Rudi Gosch am Himmelfahrtstag 1953 auf der 100 PS Hansa Startwinde

Die Hansa-Winde im Rohbau 1951/52

Die „Flotte“ umfaßte die doppelsitzige Mü13e D-3500 und einen Schulgleiter SG38 D-3506, womit respektable 1311 Flüge mit insgesamt 108 Flugstunden in dieser ersten Saison erbracht wurden.

Die für die Zulassung entscheidenden Erprobungsschlepps wurden am 7.12.52 in Boostedt mit Erfolg absolviert – ein Adventsgeschenk für die Segelflieger des FSCN, das sie nun in großer Erwartung auf das kommende Frühjahr schauen ließ. Auch die Aufbauarbeit der Modellflieger trug Früchte. So konnte das junge Nachwuchstalent Hartmut Voigt, der auch heute noch aktiver Modellflieger im FSC Neumünster ist, im

Der Schulgleiter SG38 D-3506 kommt noch immer zu Ehren: Fluggelände Boostedt


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Dies ist umso bemerkenswerter, als die Mü13e, bedingt durch eine größere Reparatur, einige Wochen ausgefallen war: Josef Holey und Rudi Gosch mißglückte am 6. April 1953 eine Landung wegen einer Baumberührung, ein doppelter Holmbruch und eine beschädigte Rumpfspitze war die Folge, die Piloten kamen mit dem Schrecken davon.

Rudi Gosch mit Fluglehrer Otto Griebe in der Mü13e

Das ist ja nochmal glimpflich abgegangen

In einer Crash-Aktion wurde der so wertvolle Doppelsitzer in gerade mal 4 Wochen repariert und dann der Schulbetrieb mit ihm wieder aufgenommen.

Rudi Gosch bei der Reparatur der havarierten Mü13e

Mit eindreiviertel Stunden gelang Fluglehrer Otto Griebe, dem späteren langjährigen Technik-Prüfer des Landesverbands Schleswig-Holstein, der längste Thermikflug seit der Wiederaufnahme des Flugbetriebs in Boostedt. Seinem hohen Einsatz für den Aufbau des noch jungen Vereins ist die frühe, erfolgreiche fliegerische Bilanz ganz besonders zu danken. Als weitere verdienstvolle Fluglehrer wirkten zu dieser Zeit Werner Joost, ebenfalls späterer langjähriger Technik-Prüfer, sowie Rudolf Dühlmeier, der spätere Schulungsleiter Segelflug, und Josef Holey.

Die “Neumünster” im Landeanflug in Boostedt

Von den Motorfliegern mit ihrem Referenten Rudi Gosch wurden konkrete Überlegungen zum Kauf eines Motorflugzeugs angestellt. Aber bei Überlegungen sollte es noch einige Jahre bleiben,eine eigene Maschine war für den Verein zu dieser Zeit einfach unerschwinglich. Unter der Leitung von Manfred Brauer stießen die Neumünsteraner Modellflieger in eine Spitzenposition vor. Um neue Mitglieder für die Modellfluggruppe zu gewinnen, wurde ein Wochenende lang in der Stadt Fesselflug vorgeführt und im Casper von Saldern-Haus eine Modellflug-Ausstellung veranstaltet, die viel Interesse fand. Ein offener Fesselflug-Wettbewerb auf dem Jugendspielplatz erhöhte den Bekanntheitsgrad der Modellflieger weiter. Auf dem Gelände der Firma „Land und See Leichtbau” richteten die Mitglieder unter hohem Einsatz eine Werkstatt ein. Vorrichtungen wurden gebaut, um den Bau von Flugmodellen zu vereinfachen. Die starke Beteiligung an Wettbewerben sicherte immer gute Plätze. Auch auf den Deutschen Modellflug-Meisterschaften wurden Erfolge erzielt. So wurde der Titel eines Deutschen Meisters mehrfach von Mitgliedern der Modellfluggruppe errungen.


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Mit Aufkommen der Funkfernsteuerungen bauten die Mitglieder schon früh eine erste erfolgreiche Anlage, die die Neumünsteraner damit als erste in Schleswig-Holstein in die Lage versetzte, den Fernlenkflug zu betreiben. Viele Frei-und Fernlenkflug-Wettbewerbe, die auf dem Boostedter Gelände abgehalten wurden, fanden im Rundfunk sowie im Fernsehen eine positive Resonanz. 1954/55/56 Gleich zu Jahresbeginn 1954 sah sich Willy Schaaf aus gesundheitlichen Gründen zum Rückzug aus dem Vorstand gezwungen, was für den Verein einen ziemlichen Verlust bedeutete. Spontan wählten ihn die Mitglieder daraufhin bei der Jahreshauptversammlung im Januar zum Ehrenvorsitzenden, er hatte sich um den Flugsport in hohem Maße verdient gemacht. Sein Amt blieb bis zum Spätjahr 1954 unbesetzt. Mit einem besonders hervorstechenden fliegerischen Ereignis wurde die Saison 1954 eröffnet: Eissegelflugtage auf dem Großen Eutiner See. In eisiger, aber malerischer Atmosphäre wurden über 100 Passagierflüge im Windenstart durchgeführt - eine faszinierende Werbung für unseren Sport - wäre eine Wiederholung denkbar? Wohl kaum, wenn man an die heutigen milden Winter und auch das enge Netz der gesetzlichen Vorschriften denkt.

Dühlmeier, der sich auch in den folgenden Jahren als Segelfluglehrer und Schulungsleiter um den FSCN und die Nachwuchsausbildung sehr verdient gemacht hat, hatte diese Arbeit geleitet und entscheidend vorangetrieben.

Baby III D-3535 auf den Namen “Fiete” getauft, mit Peter Arnold

Die Aktivitäten beim Motorflug beschränkten sich in dieser Zeit auf den Betrieb einer privaten, englischen Tiger Moth G-ANUF. Cpt.Rosborough von den Kings Dragoon Guards, der Mitglied im FSC Neumünster war und dabei war, Segelfliegen zu lernen, hatte die Maschine für eine Gruppe von Motorfliegern des Vereins in England besorgt. Dies waren Rudi Gosch, Gustl Hübner, Hartmut Schmidt, Max Schroedter und Wilhelm Hatje, der Wirt des Clubheims “Springender Hirsch” als Mitflieger. Sie hatten nach Kräften zusammengelegt, um so endlich wieder in die Luft zu kommen, was offiziell erst ab dem 5.Mai 1955, der Freigabe durch die Allierten, möglich war. So galt das Flugzeug als Cpt. Rosborough’ Tiger Moth, der Mitfluggelegenheiten bot und

Otto Griebe beim Start mit der „Neumünster“ auf dem zugefrorenen Eutiner See

Ein eigengebautes offenes Grunau Baby III, zugelassen als D-3535 und am Ostersonntag 1955 getauft auf den Namen „Fiete“ (zu Ehren Friedrich Christiansen, ehemals Flugkapitän u.a. der DoX, General der Flieger und Ehrenvorsitzender des FSCN), verstärkte den Flugzeugpark. Segelflugzeug-Baumeister Rudolf

Cpt.Rosborough und seine Tiger Moth, am Propeller Gustl Hübner

auch durch die Vorführung von Kunstflug und Ballonjagd, z.B. aus Anlaß der Taufe des Baby III zu Ostern 1955, für den Motorflugsport warb.


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Die Tiger Moth G-ANUF beim Überflug in Boostedt

Aber diese Aktion war von wenig Glück beschieden: Schon beim Überführungsflug von England nach Schleswig-Holstein zwang Kraftstoffmangel Cpt.Rosborough zu einer Außenlandung im Hasenmoor, die aber glimpflich ablief. Weniger glimpflich verlief später ein Start auf dem Flugplatz Boostedt mit Oblt.Phillips als Pilot. Kurz nach dem Abheben setzte die Maschine wieder hart auf und wurde so schwer beschädigt, daß ein Wiederaufbau ausschied. Pilot und Passagier blieben glücklicherweise fast unverletzt. Der Traum des Wiederbeginns der Motorfliegerei im Verein war vorerst ausgeträumt.

sehr glimpflich für Mann und Maschine ablief. Allerdings galt es für den Pilotiseur rund 3 Stunden in 20m Höhe auf einem Ast auszuharren, bis er abgeseilt werden konnte. Ein Ausflug ins nahe Oerlinghausen am Teutoburger Wald zu den zeitgleich stattfindenden Deutschen Meisterschaften, bescherte der Gruppe ein Zusammentreffen mit den Segelflug-Ikonen Hanna Reitsch, Wolf Hirth und Heini Dittmar. Erfüllt von den Erlebnissen, kehrten die Neumünsteraner glücklich nach Hause zurück mit dem Wunsch, irgendwann wieder ein Fluglager mit ausländischen Segelfliegern verbringen zu dürfen: Fliegerei verbindet! Nur wenig später, am 21. August 1955 gelang Rolf Michelsen - wohl durch das Fluglager noch in besonders guter Form - mit der Mü13e ein Thermikflug von 5 ½ Stunden über der Region Neumünster, der längste, der bis dahin vom Startplatz Boostedt aus geglückt war.

Kleine Feier zum 3000sten Start mit der Mü13e, von links nach rechts: Hartmut Schmidt, Gustl Hübner, Adolf Müller, Kurt Bünning, Otto Wannagat, Willy Schaaf und Rudi Dühlmeier

Anfang August 1955 veranstaltete die Jugendgruppe des FSCN zusammen mit einer Gruppe englischer Segelfliegerkameraden auf dem Fluggelände Pötzen bei Hameln im Weserbergland ein zweiwöchiges Fluglager. Die vereinseigenen Flugzeuge Mü13e, Baby III und SG38 waren mit von der Partie.

Anfang 1956 erlitt der FSCN, wie viele andere Vereine auch, einen herben Rückschlag. Alle Segelflugzeuge des Musters Mü13e wurden wegen einer Konstruktionsschwäche, die leider erst durch einen schweren Unfall in Dortmund offenbar wurde, „gegrounded“ - wie es im heutigen Fliegerdeutsch heißen würde. So auch die „Neumünster“, die dann über ein Jahr ausfallen sollte.

Eine ganz neue Erfahrung konnten die Flachlandflieger dabei mit dem Hangfliegen gewinnen. Für einige Aufregung sorgte Gustl Hübner, der mit einer geliehenen “Olympia Meise” eine kunstgerechte Baumlandung vollbrachte, die

Trotz dieses Handicaps veranstaltete die Jugendgruppe des FSCN Ende Juli 1956 mit Fluglehrer Rudi Dühlmeier ein zweiwöchiges Sommerfluglager in Moorkaten/Kaltenkirchen. Ein Greif 1, der vom Landesverband Schles-

“Aus”, der Traum vom Motorfliegen – bis auf weiteres


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wig-Holsteiner Luftsportvereine vorübergehend zur Verfügung gestellt worden war, half, das Fehlen der Mü13e etwas abzumildern.

Gaststätte “Springender Hirsch” von Wilhelm Hatje mit Flugzeughalle und Fliegerheim gegenüber dem Flugplatz an der Straße nach Neumünster

“Verbands-Transport”: Greif I und Mü13e Während dieses Fliegerlagers erfolgte der erste Streckenflug in der Geschichte des FSCN: Jochen Röttjer flog in gut zwei Stunden in das 71 km entfernte Lüneburg. Jochen galt mit seinen 17 Jahren damals als jüngster „Silber C“Flieger der Bundesrepublik und als der erste Schleswig-Holsteiner, der diese Bedingung aus seinem Heimatland heraus erflogen hat. Im Spätjahr 1956 kam es dann vollends ganz dick für den FSCN. Das Baby III war bei einer mißglückten Landung stark beschädigt worden.

Baby III D-3535 nach einer zu lang geratenen Landung

Auch die Winde, die „Musterwinde von Schleswig-Holstein“ verweigerte durch einen Schaden des Winkelgetriebes ihren Dienst. Damit stand der Betrieb erst mal vor dem „aus“. Weitere dunkle Wolken zogen für den FSCN herauf. Der Boostedter Platz mußte vollends der Bundeswehr übergeben werden. Zwar standen Halle und Clubheim nicht direkt auf dem Flugplatzgelände, sondern gegenüber auf dem Grundstück des Gastwirtes und Bauern Wilhelm Hatje, aber die Anlagen ohne den dazugehörigen Flugplatz waren eben nur von geringem Nutzen.

Auch in der Vereinsführung gab es schwerwiegende Probleme. Bruno Kruse (geschäftsführender 2. Vors.), Reinhard Muhs (Schatzmeister) und Günter Schmidt (Schriftführer) waren 1956 zurückgetreten. Kommissarisch übernahmen daraufhin Klaus Hahn und Max Greve die Funktionen des 2. Vorsitzenden, bezw. des Schatzmeisters, Ludolf Behnke daraufhin die zu diesem Zeitpunkt unbesetzte Position des 1. Vorsitzenden. Der Verein startet durch : 1957 - 1960 1957 Dies geschah in der Jahreshauptversammlung vom 17.1.1957 nach Rücktritt des (kommissarischen) Vorstandes „um jüngeren Kräften die Gelegenheit zu geben, ihren Verein nach ihren Wünschen zu leiten“, wie es im Protokoll festgehalten wurde. Die bislang kommissarisch tätigen Vorstandsmitglieder wurden daraufhin in ihre bisherigen Funktionen, Richard Wagner als neuer Schriftführer gewählt. Für Klaus Hahn und Max Greve war dies nun auch der von den Mitgliedern bestätigte Beginn eines bis in die frühen 90er Jahre (!) durchgängigen, außergewöhnlichen Engagements in der Vorstandsarbeit des FSCN. Mit der Aufgabe des Schulungsleiters wurde Rudolf Dühlmeier, liebevoll „Rudi Dühl“ genannt, betraut. Es begann nun wieder aufwärts zu gehen: Die Mü13e wurde in einem Sonderprogramm beim Hersteller in die neue Version „Bergfalke II“ umgerüstet, ein weiteres Segelflugzeug vom Typ „Cumulus“ - im wesentlichen ein „Baby“ mit Stahlrohrrumpf, was aber nie fertig wurde -


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wurden gebaut, die Winde erhielt einen neuen Motor. Oberbürgermeister Lehmkuhl taufte den neuwertigen Bergfalken am 18.5.1958 in Anwesenheit des Präsidenten des Landesverbands Knud Knudsen auf den folgerichtigen Namen „Neumünster II“.

Die “Neumünster II” macht sich startbereit

Ringen um eine Heimat: Die sechziger Jahre 1960 -1965 Unter der Leitung von Fluglehrer Klaus Hahn wurden 1960 mit den vier Segelflugzeugen Bergfalke, Baby, SG38 und einem neu erworbenen Scheibe L-Spatz 1800 Flüge absolviert, der Verein befand sich wieder im Aufwind.

Der 1936 angelegte Neumünsteraner Militärflugplatz (US-amerikanische Quelle). Der Pfeil markiert die heute noch bestehende riesige Flugzeugmontagehalle von “Land und See” (Instandsetzung Me 109)

Er diente während des Krieges vor allem als Werksflugplatz der Firma ”Land und See Leichtbau” und nach 1945 noch als Sammelplatz von Militärflugzeugwracks. Trotz der Unsicherheit bezüglich des Flugplatzes, entwickelte sich der Flugzeugpark rasch weiter. Ein zweiter L-Spatz führte zur Saison 1963 zu einem „Spatzenpaar“, das an Ostern auf die Flußnamen „Stör“ und „Schwale“ getauft wurde.

Die Segelflugzeugflotte 1960 in Boostedt: L-Spatz, Bergfalke “Neumünster II”, Baby III und SG38

1961 wurde das Boostedter Gelände an die Bundeswehr verkauft, der FSCN erhielt immerhin noch eine Gnadenfrist bis einschließlich 1965. Diese Zeit nutzte der Verein für die verzweifelte Bemühung um eine neue Heimat. Wunschgelände war ein Teil des nach dem Kriege stark verkleinerten Neumünsteraner Flugplatzes.

Einweihungsstart: Klaus Hahn im neuen L-Spatz “Stör”

1965 wurde dann zur Erweiterung des Flugzeugparks, mit Unterstützung des Landesverbands, ein Kaufvertrag für eine Ka 7 ( Ka2b mit Stahlrohrrumpf), abgeschlossen. Dieser modernere Doppelsitzer sollte vor allem für die Schulung eingesetzt werden.


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1966 -1969 Das mühevolle, immer wieder von Rückschlägen gekennzeichnete Ringen um die fliegerische Heimat hatte sich endlich gelohnt: Am 23. Oktober 1966 wurde der neue Flugplatz an der Heider Bahn eingeweiht, er war mit insgesamt 37,3 ha sogar größer als das Boostedter Fluggelände. Zu verdanken war dieser Erfolg in besonderem Maße Klaus Hahn, dem als 2. Vorsitzender satzungsgemäß die Geschäftsführung oblag, sowie dem StandortKommandanten der Bundeswehr Oberst Wille, Oberbürgermeister Walter Lehmkuhl und auch Hermann Senft vom Ministerium für Wirtschaft und Verkehr des Landes Schleswig-Holstein.

Bei diesem Fest wurden eine Ka7 des FSCN, sowie zwei Einsitzer des Typs Ka6 und Ka3, alle drei Schöpfungen des begabten Konstrukteurs Rudolf Kaiser, getauft.

Taufe der neuen Ka7 auf den Namen “Wipenthorp” durch Prof. Buchloh, Präsident des Landesverbands

Die gefundene Lösung schrieb dem Flugplatz Neumünster die Rolle eines Verkehrslandeplatzes zu, was die Erfüllung einiger Auflagen erforderte, u.a. eine Mindestzahl von Flugbewegungen, die entsprechende Infrastruktur (Flugleitungsgebäude, Halle, Tankstelle, Parkplätze) und die Wahrnehmung der Halterschaft seitens des FSCN.

Einweihung des Flugplatzes an der Heider Bahn am 23.10.1966. In der Bildmitte Walter Schmidt (l.) und Klaus Hahn(r.), die damaligen Vorstände des FlugsportClubs Neumünster

Das war auch Auslöser für die Gründung einer Vereinsmotorflugschule 1967 unter der Leitung von Klaus Hahn, dem damals einzigen Motorfluglehrer des FSCN, in Partnerschaft mit der Rendsburger Fliegerschule, die in Neumünster eine Filiale eröffnete. Die geforderte Halle stand noch nicht zur Verfügung, sodaß die Segelflugzeuge (Bergfalke II, Baby IIIb, SG38, L-Spatz 55, Ka 7) zum Flugbetrieb immer von Boostedt über die Straße zum neuen Flugplatz transportiert werden mußten.

Der Wettergott hatte es nicht gut mit dem FSCN gemeint, das mit viel Mühe vorbereitete Flugprogramm zur Einweihung des Flugplatzes fiel weitgehend dem Regen zum Opfer

Die heutige Halle, die neben der gigantischen alten Montagehalle der Firma „Land und See Leichtbau“ wie eine Spielzeughalle anmutete, konnte erst im März 1968 in Betrieb genommen werden und löste dann endlich das Transport-problem. Sie hatte eine Investitionssumme von DM 60.000.- erfordert, wovon 2/3 aus Eigenleistung, sowie Zuschüssen der Stadt, des Landesverbandes, des Landessportverbands und des Ministeriums für Wirtschaft und Verkehr gedeckt werden konnten.


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Der Verein konnte sich Ende der 60´er nur auf eine recht kleine Zahl von Mitgliedern stützen. Einschließlich der passiven waren es gerade mal 53 Mitglieder, davon 12 Motorflieger, 14 Segelflieger und 16 Modellflieger. Eine Verstärkung war dringend geboten, um die Herausforderungen der 70´er Jahre bewältigen zu können. Einweihung der Flugzeughalle am 31. März 1968

Ende 1967 wie auch 1968 standen im Hauptflugbuch des Flugplatzes rund 10.000 abgewickelte Flugbewegungen, wovon der überwiegende Teil von den Motorflugzeugen erbracht worden war. In der Vereinsführung gab es am 14. Juni 1968 eine Veränderung. Einer geänderten Satzung entsprechend, wurde die Verantwortung für die Geschäftsführung vom 2. auf den 1.Vorsitzenden verlagert. Die Mitglieder wählten anschliessend Klaus Hahn zum neuen 1., Bruno Hinz zum 2.Vorsitzenden, Max Greve erneut zum Schatzmeister und den erfolgreichen Modellflieger Jürgen Nägelke zum Schriftführer (Walter Schmidt stand für eine Wiederwahl nicht mehr zur Verfügung). Bei den Modellfliegern errang Manfred Altenkirch den 2. Platz beim Bundeswettbewerb 1967 “Jugend forscht” auf dem Gebiet der Physik mit seiner digital-elektronischen Fernsteuerung. Günther Klemke kämpfte 1969 mit Erfolg um die Teilnahme bei der kommenden Weltmeisterschaft. Die Nachwuchsflieger Dietrich Altenkirch und Olaf Ruser nahmen erfolgreich an der Deutschen Modellflugmeisterschaft in Krefeld teil. Dietrich Altenkirch(17) und Olaf Ruser(13) – Teilnehmer bei der Deutschen Meisterschaft der Modellflieger1969 in Krefeld

Konsolidierung: Die siebziger Jahre 1970 -1974 Das erste eigene Motorflugzeug wurde vom Verein im April 1970 angeschafft. Es handelte sich um eine gebrauchte Cessna C172 DEDLH, die vom Hanseatischen Fliegerclub in Hamburg zum Preis von DM 26.500.(Landeszuschuß 15.000.- , Mitglieder-Spenden 11.500.-) übernommen worden war. In den Folgejahren behielt der Verein etwa seine Größe und sein Aktivitätenniveau, einige der Flugzeuge aus der Zeit der 70er Jahre versahen - mehrfach überholt - auch noch bis in die 90er, ihren Dienst. Den seltenen Erfolg, einen Weltrekord erzielt zu haben, konnte Dietrich Altenkirch 1970 in der Geschwindigkeitswertung feiern: 149 km/h!

1971 gelang dem Verein ein großer Schritt bei der Modernisierung seines wichtigsten Flugzeugs, dem für die Nachwuchsschulung so wichtigen Doppelsitzer. Der bewährte, aber nun schon etwas betagte Bergfalke, der dem Verein seit 1952 treue Dienste geleistet hatte, war (wie auch der zweite L-Spatz) schon Ende der 60’er


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nach Dänemark verkauft worden. Die seither in der Schulung eingesetzte Ka7 wurde nun auch verkauft und durch eine moderne ASK13 (Kennzeichen D-0639) der Fa. Schleicher in Poppenhausen/Rhön ersetzt, was sich als eine hervorragende Wahl herausstellen sollte.

gebrauchte D-EFPY, dann die mit 10 Flugstunden praktisch werksneue D-EGKD, die bei Wiederinzahlungsnahme der D-EFPY zu ihrem ursprünglichen Kaufpreis, eingetauscht worden war. Als “Brückenflugzeug” zwischen Motorund Segelflug, diente ab 1972 ein Motorsegler des Typs “Falke” mit der Kennung D-KAIH. Die für 1974 in der “Kladde” verzeichneten 16.000 Flugbewegungen spiegeln diese positive Entwicklung wieder. Auch die Teilnahme von drei Maschinen bei der Rallye Baden-Baden belegen dies.

Das neue Schulflugzeug, eine ASK13, D-0639

Bei den deutschen Meisterschaften im Modellflug 1971 errang Dieter Altenkirch den Titel in der Klasse RC2, Olaf Ruser wurde Deutscher Jugendmeister. Ein großer Tag für viele norddeutschen Segelflieger war der 16. April 1974: Die berühmte Nordost-Wetterlage hatte sich eingestellt - auf deren Wiederholung wir noch immer warten! Reinhold Dörscher flog dabei mit seinem Phöbus 605 km weit nach Charleville in Frankreich , Helmut Frick über 545 km weit (im Zielflug) nach St.Hubert in Belgien, Karl-Heinz Asmussen nach Lüttich.

Einer schon bewährten Tradition folgend, führte der FSCN Sommerfluglager für den fliegerischen Nachwuchs durch, die sich großer Beliebtheit erfreuten. So wurden beispielsweise 1973 während des Fluglagers in Neumünster, an dem sich auch die Kieler Segelflieger und eine Gruppe aus Baden-Württemberg beteiligten, über1.500 Starts mit vielen Thermik-und auch ersten Alleinflügen absolviert. 1975 Der Motorflugzeugpark erfuhr in diesem Jahr eine deutliche Verstärkung durch eine werksneue Cessna C172 mit der Immatrikulation D-EOGO, die dann bis 1999 ihren Dienst zuverlässig verrichten sollte. Damit konnte die Motorflugsparte des Vereins mit den drei Maschinen D-EOGO, D-EELF und D-EGKD eine recht junge “Flotte” ihr eigen nennen.

Die berühmte “Nord-Ostlage” vom 16. April 1974, die in ganz Norddeutschland zu Rekordflügen verhalf

1974 sah auch einen inzwischen respektablen Stand des Motorflugzeugparks: Als Viersitzer war nach wie vor die C172 D-EDLH im Einsatz. Zu ihrer Ablösung wurde eine Piper Pa28 DELLF gekauft. Und als Arbeitspferd der Schulung diente die Cessna 150, zuerst die

Die neue Cessna 172 “Golf Oskar” 1975

„Auf nach Neumünster“ war die Parole eines Fly-in zu dem der FSCN zum 15. Juni 1975 eingeladen hatte. Anlaß war die Inbetriebnahme der neuen, befestigten Start-und Landebahn mit


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der offiziellen Übergabe der nunmehr fertiggestellten Gesamtanlage inklusive des Flugleitungsgebäudes wie es auch heute noch in Betrieb ist. Die neue Asphaltbahn RWY 26/08 ist 600 m lang und 15 m breit (Investsumme ca.150.000.-) und bildet zusammen mit der Grasbahn (damals RWY 21/03) das Potential für die Weiterentwicklung des Verkehrslandeplatzes Neumünster. Am 28. November 1975 waren es 25 Jahre her, daß der Flugsport-Club Neumünster aus der damaligen Modellflugvereinigung hervorgegangen war. Dies wollte man gebührend begehen. Eine Veranstaltung mit fliegerischen Aktivitäten bietet sich im Norden Deutschlands zu dieser Jahreszeit nicht unbedingt an, deshalb entschied die Vereinsleitung, das 25jährige Vereinsjubiläum erst am 16. Mai 1976 formell zu begehen. 1976 Den Festvortrag zum 25jährigen Bestehen des FSCN hielt dabei Professor Dr. Paul Buchloh aus Kiel als Präsident des Landesverbands Schleswig-Holsteinischer Luftsportvereine und im übrigen auch Mitglied im FSC Neumünster. Die Arbeit des Vereinsvorsitzenden Klaus Hahn, der einen Abriß über die 25 Jahre Vereinsgeschichte gegeben hatte, wurde bei dieser Gelegenheit mit der Silbernen Ehrennadel des Landesverbands gewürdigt. Walter Schmidt, der 2. Vorsitzende, erhielt den silbernen Ehrenbecher des FSCN, wie auch die Gründungsmitglieder Bernhard Hahn, Otto Griebe, Heinz Andreas und Rudi Dühlmeier sowie die besonders verdienten Mitglieder Max Greve, Klaus Hahn und Werner Joost. Die meisten von ihnen zeigt das nachfolgende Gruppenfoto aus einer Reportage des Holsteinischen Courier anläßlich dieses Ereignisses. Stadtpräsidentin Alexandrine von dem Hagen überbrachte die Glückwünsche der Stadt und zollte dem wichtigen Beitrag des FlugsportClubs als Halter des Verkehrslandeplatzes zur Entwicklung der Stadt und der Region hohe Anerkennung.

Seit vielen Jahren dem Flugsportclub Neumünster eng verbunden, von links nach rechts: 1.Reihe: Max Greve, Klaus Hahn (1.Vors.), 2.Reihe: Heinz Andreas, Walther Baumann, Bernhard Hahn, Walter Schmidt, Prof.Paul Buchloh (Präsident des Landesverbands), 3.Reihe: Otto Griebe, Werner Joost.

Ein wichtiges sportliches Großereignis folgte fast auf dem Fuße: Die Norddeutschen Segelflugmeisterschaften Anfang Juni 1976 in der Offenen-, der Standard - und der Clubklasse mit insgesamt 26 Segelflugzeugen am Start. Leider verhinderten die äußerst schlechten Wetterbedingungen einen regulären Ablauf der Meisterschaft. Ein besonders frequentiertes Sommerfluglager sah der Neumünsteraner Flugplatz nach der Meisterschaft im Juli 1976. Rund 50 meist jugendliche Teilnehmer vom FSCN und des Kieler Luftsportvereins nahmen die Chance eines Intensivschulbetriebs wahr, leider war sich aber das „Meisterschaftswetter“ treu geblieben und ließ auch im Sommerlager nur eine mäßige Ausbeute bei den Leistungsfliegern zu, was allerdings der noch lange gerühmten abendlichen Lagerfeuerromantik keinen Abbruch tat.

Reinhold Dörscher bei der frühen Nachwuchsarbeit mit Katrin und Kristine Dienger: “So geht das meine Deerns!”


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Einen schönen Erfolg konnten die Modellflieger im Meisterschaftsjahr1976 verbuchen. Ihr Nachwuchstalent Lothar Döring, 23 Jahre alter Medizinstudent, der seit seinem 11ten Lebensjahr begeisterter Modellflieger ist, errang bei den Deutschen Meisterschaften für Freiflugmodelle im schwäbischen Mengen den 4. Platz in der Wakefield-Klasse. Dies sind die größten Flugmodelle mit Gummimotoren bei Spannweiten bis zu 1,75m und dabei einer Masse von nur 230g, sie fliegen frei ohne bodenseitige Steuerung. Lothar Döring legte hier schon den Grundstein für weitere, noch größere Erfolge, die auch nicht lange auf sich warten lassen sollten. Schon im Folgejahr schnitt Lothar Döring als Bester der Deutschen Nationalmannschaft beim internationalen „Hans-Kratky-Pokalfliegen“ Anfang Juni 1977 in Wiener Neustadt mit einem 3. Platz in seiner bevorzugten Wakefield-Klasse ab und qualifizierte sich damit für die im Juli in Australien stattfindenden Modellflug-Weltmeisterschaften. Nicht unerwähnt bleiben sollte auch das Erringen des Titels eines Deutschen Meisters bei der Hangflug-Modellflugmeisterschaft in Sylt durch den Neumünsteraner Maschinenbaustudent Dietrich Altenkirch (25). Deutsche Hangflugmeisterschaft der Modellflieger 1976 in Braderup auf Sylt: Dietrich Altenkirch gewann mit der schnellsten Flugzeit für die 1 km Hin- und Rückflugstrecke mit rund 80 km/h Durchschnittsgeschwindigkeit

Bei der schon traditionsreichen Motorflug-Rallye Baden-Baden war die Motorflugsparte des FSC Neumünster in diesem Jahr 1976 besonders stark vertreten. Mit sage und schreibe sieben Vereins- und Privatmaschinen und insgesamt 15

Besatzungsmitgliedern stellte der FSCN die größte Einzelgruppe. Das Spätjahr 1976 erwies sich als eine schwarze Zeit für die Motorfliegerei am Platz. Zwei schwere Unfälle überschatteten den Saisonausklang. Während ein mißglücktes Durchstartmanöver einer platzfremden Cessna im Oktober für den Piloten recht glimpflich ausging, verunglückte der Pilot Albrecht Wehner mit seiner Bölkow „Monsun“ im Dezember tödlich, sein Begleiter kam mit einem Schock davon. Die Maschine erlitt unmittelbar nach dem Start einen Motorausfall wegen Kraftstoffmangel. 1977/78 Hervorragende Leistungen zeigten auch die Senioren des Vereins: Reinhold Dörscher, 60 Jahre alt, absolvierte in seinem Segelflugzeug Kestrel 401 am 2.6.1977 in Unterwössen einen erfolgreichen Dreiecksflug von 686 km mit den Wendepunkten Hieflau in der Ost-Steiermark und St.Anton in Vorarlberg. Es war der längste Streckenflug seit Bestehen der dort ansässigen Deutschen Alpensegelflugschule. Der Motorflugbetrieb, der sich seit 1967 viele Jahre auf den gewerblichen Schulbetrieb der Rendsburger Fliegerschule abgestützt hatte, sollte zukünftig im Rahmen des Flugsportclubs, d.h. wieder im gemeinnützigen Rahmen betrieben werden, das beschloß der Verein anläßlich der Jahreshauptversammlung vom 1. 4. 1977. Dem Antrag wurde von der Behörde stattgegeben, die erforderliche Satzungsanpassung erfolgte anläßlich der Jahreshauptversammlung im Juni 1978. Wie richtig diese Entscheidung war, zeigt das Anwachsen der Mitgliederzahl der Motorflugsparte auf 42 im Folgejahr 1978. Der amtierende Motorflugreferent Helmut Widderich konnte für die Saison 1978 auf stolze 2625 Starts und 846 Flugstunden mit den Motorflugzeugen C150 D-EGKD, PA28 DELLF, C172 D-EOGO und der 1977 neu erworbenen Robin DR400 D-EETM, die auch vor allem für den Flugzeugschlepp eingesetzt werden sollte, verweisen.


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eines Deutschen Jugendmeisters 1979 im Freiflug mit Gummimotor. Auch die Motorflieger betätigten sich sportlich: Karl-Heinz Schreiber und Helmut Widderich nahmen mit der D-EOGO (WettbewerbsNummer 309) am Deutschlandflug 1979 teil. Er führte über mehrere süddeutsche Plätze nach Flensburg. Mitmachen, Erfahrung sammeln und sich der Gemeinschaft Gleichgesinnter zu erfreuen, war dabei angesagt. Die neue DR 400 “Tango Mike” bewährte sich beim Flugzeugschlepp hervorragend

Lothar Nerlich betankt die “Remorquer”, den Schlepper

Am 22. Juni 1978 stellte Walter Schmidt anläßlich der Jahreshauptversammlung nach 16 Jahren Vorstandsarbeit sein Amt als 2. Vorsitzender zur Verfügung. Als Nachfolger wird Gerhard Gätke gewählt, langjähriger Modellflugreferent, nun hinfort in beiden Funktionen.

Helmut Widderich und Karl-Heinz Schreiber mit der “Golf Oskar” auf dem Deutschlandflug 1979

Und auch das gehört dazu: Wasch- und Putztag der “Motoristen” mit Hans-Günther Nissen, Hans-Wilhelm Ramcke, Gerd Lehmann und Klaus Terboven Exkursion mit Tradition: Die Pfingstflüge zu den Tiroler Freunden nach St.Johann, dem Alpenflug-Mekka der Neumünsteraner (Rolf Vollstedt, Horst Tollgreef) und Kieler Segelflieger. D-EOGO mit Klaus Hahn und DEMWY von Walter Schmidt

1979 Und wieder waren es die Modellflieger, die gute Erfolge aufweisen konnten. Dietrich Altenkirch, mehrfacher Deutscher Meister 1978, erhielt für seine Leistungen die Sportplakette der Stadt Neumünster. Jens Möller holte sich den Titel

Sportlicher Aufwind: Die achtziger Jahre 1980 - 1983 Die 1980 gewonnene DM, die die Qualifikation für die Modellflieger-WM in Spanien 1981 bedeutete, rechfertigte Lothar Döring, das große Talent der Neumünsteraner, mit einem großen Erfolg bei dem Wettbewerb der Weltbesten. Er wurde Weltmeister in seiner Lieblingsdisziplin, der Freiflugmodelle mit Gummimotor, und


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errang den sehr begehrten „Wakefield-Pokal“, die älteste und bedeutendste Trophäe des Modellflugsports.

system in ein völlig neues Fahrgestell integriert wurde. Werner Joost und Henning Volkers in der Werkstatt von Arnold Mehrens bei der Einrüstung des Windenmotors

Darüberhinaus mußte die Grundüberholung der ASK13 D-0639, dem für die Schulung unentbehrlichen Doppelsitzer, geschafft werden. Lothar Döring hatte sich unter hohem Einsatz häufig in frühesten Morgenstunden neben seinem Medizinstudium für die WM vorbereitet. Und er hielt diese hervorragende Form, sodaß es ihm in der Folge-WM im Oktober 1983 in Goulburne, New South Wales in Australien gelang - als inzwischen promovierter Dr.med. - seinen Weltmeistertitel zu verteidigen. Für diese Leistungen zeichnete ihn Stadtpräsident Winkler und Sportdezernent Holling 1984 mit der erstmalig vergebenen Sportplakette der Stadt Neumünster in Gold aus. Weltmeister in der WakefieldKlasse: Lothar Döring vom FlugsportClub Neumünster

Beim selben Wettbewerb belegte der Neumünsteraner Dr.Gunter Klemke einen ebenfalls sehr guten 3. Platz, was in der Mannschaftswertung gleichermaßen den WM-Titel bedeutete. Die vom DAeC, vom Landesverband Schleswig-Holstein und vom Kreissportverband geleistete Förderung, hatte Früchte gezeitigt. Die Segelfluggruppe hatte sich über die Winterzeit 1980/81 den aufwendigen Neubau einer Winde vorgenommen - natürlich wieder unter der bewährten Leitung von „Windenvater“ Werner Joost, wobei das bisherige Winden-

Die neue Winde SW-35-04 – die “Joost Winde”

Horst Tollgreef, Reinhold Dörscher und Hartmut Karmann absolvierten hervorragende Streckenflüge und gaben so ein Vorbild für den Segelfliegernachwuchs ab, dem es nachzustreben galt. Hartmut Karmann mit seinem Ventus D-2976 “Kilo Fünf” auf dem Flugplatz Neumünster – immer bewundert ob seiner Fertigkeit, seinen Vogel ganz alleine aufrüsten zu können...

Was für die Segelflieger ihr Sommerfluglager, sind für die Motorflieger die sogenannten „Vatertagsflüge“. Seit Jahren wird diese Veranstaltung gerne wahrgenommen. Die Piloten fliegen abwechsend als „Pilot-in-Command“, als „Co“ oder


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schlicht als „Pax“. Dabei fällt neben dem fliegerischen Erleben auch immer ein Lerneffekt beim Beobachten der „Airmanship“ der Fliegerkameraden ab.

nach erfolgreichem gefeiert wurde.

Abschluß

gebührend

Die traditionelle “Vatertagstour” an Himmelfahrt führte 1981 bei bestem Wetter von Neumünster über mehrere norddeutsche Zwischenstops, unter anderen Flugplatz Büsum (“zum Krabben-brotessen”). Die Beteiligung war wie immer rege, die Stimmung recht gut, wie das folgende Bild belegt. Traditionsgerecht schneidet Klaus Hahn seinem SoloFlieger Ralph Hübner die Krawatte ab.

Vatertagswetter vom Feinsten! Zwischenlandung und Stärkung auf dem Flugplatz Heide-Büsum

Mit der D-EOGO nahmen Hubert Böttger und Helmut Widderich mit der Wettbewerbsnummer 121 an der Rallye Baden-Baden 1982 teil.

1984 Ein schwerer Unfall überschattete die Saison 1984. Am Sonntag, den 11.3.84 bekam der Motorsegler G109 D-KGFG, beim Anflug auf die Bahn 08 des Platzes unter heftigen Böen, Berührung mit dem Knick am Flugplatzrand. Rolf Vollstedt aus Neu-Wittenbek, langjähriger Fluglehrer des FSC Neumünster, starb an den Folgen des Unfalls, der Flugschüler wurde schwer verletzt, blieb aber außer Lebensgefahr. Mit dem von allen Mitgliedern hochgeschätzten und beliebten Rolf Vollstedt (54) verlor der Verein eine seiner wichtigen Stützen.

Die Böttgers und Helmut Widderich bei der Rallye “Baden-Baden 1982”

Die Strecke führte von Neumünster zum Flugplatz Dijon, dem südlichsten Punkt der Streckenführung, von dort dann zum Zielflugplatz Baden-Baden. Die Motorflugausbildung lag nach wie vor in den Händen von Klaus Hahn, dem einzigen Motor-fluglehrer des Vereins. Dank seines hohen zeitlichen und persönlichen Einsatzes war der “Durchsatz” an fertig ausgebildeten PPL-A Schülern relativ hoch – was natürlich jeweils

Rolf Vollstedt (“Eto”) mit Horst Tollgreef und Helmut Frick im Oktober 1983 auf dem Flugplatz Neumünster

Johannes Tietgen übernahm das Amt des Schatzmeisters, das Rolf Vollstedt neben seiner Funktion als Segelflugreferent inne gehabt hatte. Die Vorbereitungen zum Start in die


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Segelflugsaison gingen weiter, die Flugzeuge wurden montiert und abgenommen.

Karsten Kupke, Werner Joost und Hannes Martens bei der Montage der Ka 8

In diesen Jahren erfreute sich das schon traditionsreiche Sommerfluglager auf dem Flugplatz Neumünster großer Beliebtheit. Befreundete Vereine wie der LSVKiel, die Akaflieg der Kieler Chr.-Albrechts-Universität und die Aukruger Segelflieger waren willkommene Gäste. Viele Freundschaften wurden vertieft oder neu geschlossen. Lagerromantik in der Zeltstadt ließ auch weniger vom Wetter gesegnete Tage in guter Stimmung erleben. Begonnen wurde der Tag früh mit einem Besuch des nahen Stadtbadsnicht zuletzt auch wegen der heißen Duschen, die im Eintrittspreis inbegriffen waren.

Werksbesichtigung der Fa. Grob Flugzeugbau in Mindelheim anläßlich der Abnahme und Überführung des Motorseglers G109B, D-KEOE, mit Otto Griebe, Norbert Trutschel, Klaus Hahn, Werner Joost und Hannes Martens

Der Motorsegler G 109B “Oskar Echo” mit Horst und Gerwin in Tarmstedt

Die Modellflieger errangen Deutsche Meistertitel in zwei Sparten und die Segelflieger mit Reinhold Dörscher den 2.Platz in der Offenen Klasse der dezentralen Deutschen Meisterschaft im Streckenflug (DMSt), Landeswertung Schleswig-Holstein.

Mini Nimbus “Eins Kilo” von Helmut Frick mit Hartmut Lehmann, Andreas Tietz, Karsten Kupke und Reinhold Dörscher

Auch der Motorflug stand in dieser Zeit hoch im Kurs, die Motorfluggruppe wuchs auf 58 Mitglieder, die die 5 Maschinen, D-EGKD, DEOGO, D-ELLF, D-EETM und den neuen Motorsegler G109B, D-KEOE, rege in die Luft brachten, letzteren zusammen mit den Segelfliegern, zu deren Flugzeugpark er gehörte.

1985 In der Segelfluggruppe brach mit der Saison 1985 eine neue Zeitrechnung an: Das erste Segelflugzeug aus glasfaserverstärktem Kunststoff, ein Grob Astir CS mit dem Kennzeichen D-4196 „NE“, war angeschafft worden. Reinhold Dörscher hatte großzügige finanzielle Hilfestellung geleistet, dies mit dem erklärten Ziel vor allem der Förderung des segelfliegerischen Nachwuchses. Endlich konnten mit diesem Leistungssegelflugzeug auch große Strecken in Angriff genommen werden.


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Klaus Hahn und Reinhold Dörscher mit dem gerade erst erstandenen Astir CS “November Echo”

Für die Piloten, die das erste Mal einen “Kunststoff-Flieger” fliegen sollten, war ein ausführliches Handbuchstudium angesagt.

Die Alleinflieger des Fluglagers 1985 (von links nach rechts): Jürgen Pohlmann, Sabine Hahn, Katrin Dienger und Astrud mit ihren Fluglehrern Klaus Hahn und Lothar Nerlich

“Der Motor ist doch drin??” Das fragen sich Reinhard, Ralf, Torsten, Wolfgang und Karsten

Sabine Nerlich macht sich mit der “Neuen” vertraut

In diesem Jahr 1985 sah der Neumünsteraner Flugplatz gleich zwei Meisterschaften: Die Norddeutschen der Modellflieger mit 80 Teilnehmern unter der Wettbewerbsleitung von Gerhard Gätke sowie die der Segelflieger mit 15 Teilnehmern in der Club-Klasse aus den Landesverbänden Schleswig-Holstein, Hamburg und Bremen, bei der die FSCN Teilnehmer den 6. Platz belegten.

So stellt sich der Zeichner Reinhold Dörscher’s Kampf mit den Bullen vor – er war im Wettbewerb auf einer Bullenweide aussengelandet und wagte nicht, das Cockpit zu verlassen..!

In der DMSt 1985, Landeswertung SchleswigHolstein, errangen die FSCN- Piloten erste Plätze: Reinhold Dörscher auf Kestrel in der Offenen Klasse und Horst Tollgreef auf Standard Cirrus in der Standard-Klasse. In der erstmalig vorgenommenen Vereinswertung erreichte der FSCN mit insgesamt geflogenen 5905 km den 3.Platz.

Die “Leistungsflotte” von Neumünster am Start: Ventus “KiloFünf”, Kestrel“Delta Null Zwei” und Mini Nimbus “Eins Kilo”. Auf der Bahn der Motorsegler”Oscar Echo”


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1986 Mit sehr viel Glück und den Umständen entsprechend verhältnismäßig glimpflich verlief eine Kollision zwischen einem doppelsitzigen Schulsegelflugzeug des Typs ASK13 aus Kiel und dem vereinseigenen Übungseinsitzer Ka 8 D-2376 während des Fluglagers am 3.8.1986. Alle drei Piloten konnten sich mit dem Fallschirm retten und landeten sicher auf dem Gelände des Flugplatzes, dabei kam unserem Ka8-Piloten, Peter Hein, sicher seine Erfahrung als Fall-schirmjäger mit über 50 Sprüngen bei der Bundeswehr zu Hilfe. Die beteiligten Flugzeuge erlitten einen Totalschaden.

Eine optische Anreicherung der besonderen Art waren die Heißluftballone von Gästen, die immer häufiger frühmorgens oder abends vom Flugplatz Neumünster starteten. Der Verein selbst hatte bis dato keine aktive Ballonsportsparte, obwohl dies schon bei der Gründung des FSCN 1950 vorgesehen worden war.

D-Nordlicht von Jürgen Noetzel nach der Landung im Ortsteil Wittorferfeld (hierbei noch Ballonfahrtschüler, später Spartenleiter“Ballonfahrt” des FSCN) .

Das letzte Bild der “Gardena Ka 8” D-2376 vor der Kollision, die zu ihrem Totalverlust führte

Sonnenuntergang – ein erfüllter Flugtag geht zur Neige

Werner Joost mit seinen Schützlingen im Fluglager1986: Sabine, Stefan, Claudia, Ralf, Barbara, Astrud, Kristine, Katrin, Hauke, Andreas, Sabine und Holger

Auch in diesem Jahr 1986 bestätigten die Leistungssegelflieger ihr gutes Niveau im Rahmen der DMSt-Schleswig-Holstein. Wiederum siegten Reinhold Dörscher und Horst Tollgreef in der Offenen bezw. Club-Klasse, Brigitte Keuchel belegte Platz 2 bei den Damen, Gerwin Dienger Platz 4 in der Standard-Klasse.

1987 Eine kleine, aber bemerkenswerte Referenz erwiesen die Ausrichter der Junior-Posta 1987 (eine bilaterale deutsch-dänische Briefmarkenausstellung der Jugendorganisation) der alten Geschichte der Fliegerei in Neumünster, die bis auf das Jahr 1908 zurückgeht, wie eingangs geschildert. 1912 hatte der Nordmarkflug mit Ziel Neumünster, verbunden mit Schauflügen auf dem Exter, für große Bewunderung gesorgt. Zur Erinnerung: Damals residierte in Neumünster der „Nordmarkverein für Motorluftfahrt“, der als die erste Vereinsgeneration in der „Ahnentafel“ des FSCN verstanden werden


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kann. Mit einem Sonderstempel mit dem Motiv der zu dieser Zeit „highTech“ repräsentierenden, historisch bedeutenden “Grade – Eindecker”, von denen mehrere teilgenommen hatten, ehrten die jungen Philatelisten das 75jährige Jubiläum dieses Ereignisses.

Peter Hein – unschwer als Mann der Waterkant zu erkennen – als Fahnenschwenker im vollen Bewußsein seiner Verantwortung: “Der Start ist frei!” Im Hintergrund die beiden “Astire” D-4196 und D-6058

Wie auf dem nachstehenden Bild zu entnehmen ist, scheint es im Lager auch ernste Gespräche gegeben zu haben. Sonderbriefstempel anläßlich der Junior-Posta 1987

Rechtzeitig zum Frühjahr 1987 konnte ein zweites Kunststoffsegelflugzeug angeschafft werden, ein Club Astir der Firma Grob, Mindelheim, mit der Immatrikulation D-6058. Das Flugzeug gilt als das ideale Modell für den Einstieg in diese Leistungsklasse.

Die Fluglehrer Otto Griebe und Werner Joost mit Stefan Kaspras, Holger Nerlich und Kerstin Bauch

Der neue Club Astir D-6058 D-6058 beim Windenstart

Als Ersatz für den durch den Kollisionsunfall verlorengegangenen wichtigen Übungseinsitzer wurde eine baugleiche Ka 8, D-0040 aus Lübeck, nachbeschafft. Das Sommerfluglager der Segelflieger im Juli 87 erfreute sich reger Teilnahme. Auch die Kieler Segelflieger vom LSV und der Akaflieg waren in der zweiten Hälfte mit von der Partie, was allenthalben als Bereicherung gesehen wurde. Viele Freundschaften wurden erneuert, neue geschlossen. Die Abende waren lang, die Nächte kurz.

Rudi Gosch, Klaus Hahn, Hartmut Karmann und die “Jungen” Torsten Klei und Barbara Hahn

Und zum Abschluß 1987, der Stand der DMStSchleswig-Holstein: Reinhold Dörscher 1.Pl in der Offenen-, Horst Tollgreef 1.Pl. in der ClubKlasse, Brigitte Keuchel Siegerin in der Damenwertung, 1.Platz in der Club-Mannschaftswertung und mit 8011 km Gesamtstrecke 2.Platz in der Vereinswertung.


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1988 Wer hat den trockensten Flugplatz im Land Schleswig-Holstein - das war die durchaus ganz ernst gemeinte Frage im Frühjahr 1988. In Uetersen war ein Streckenfluglehrgang des Landesverbands angesagt, leider aber meldete Uetersen „Land unter“. Der FSC Neumünster sprang in die Bresche, sein Flugplatz war „trocken“. Es gibt noch weitere Bewohner auf dem Flugplatz in Neumünster: Die Osterlämmer 1988 haben das Licht der Welt erblickt – Katrin etwas zögerlich...?!

Nicht das erste Mal bestätigte sich, daß der Flugsportclub Neumünster mit seinem Flugplatz an der Heider Bahn, dessen Nutzung 1966 nach langem Zittern begonnen hatte, hervorragend bedient worden ist. In der Mitte von SchleswigHolstein gelegen, unweit des SchleswigHolsteinischen Mittelrückens, bei vergleichsweise recht trockenen Bodenverhältnissen und ausreichendem Abstand zu Nord und Ostsee, sind die thermischen Bedingungen recht gut. Die Hausthermik der heimischen Segelflieger steht dabei an der ehemaligen Müllhalde, dem Stadt- und Industriegebiet und - fast in alter Verbundenheit - über dem ehemaligen, nun schon historischen Fluggelände Borneplatz in Boostedt. Für das Jahr 1988 hatte man sich auch für die DMSt viel vorgenommen, die Erfolge im Vorjahr hatten den Ehrgeiz weiter angeheizt. Das Resultat zeigte es: Der FSCN errang erstmalig den 1. Platz in der Vereinswertung mit noch nie dagewesenen 21.260 Kilometern erflogen von 9 Piloten - und gewann den damit verbundenen Wanderpokal. Horst Tollgreef, der besonders zu diesem Ergebnis beigetragen hatte, wurde hierzu von der Stadt mit der bronzenen Sportplakette ausgezeichnet. So konnte es weitergehen.

Und es ging auch erfolgreich weiter: In Tarmstedt, am Rande des Teufelsmoores, wurden die Norddeutschen Segelflugmeisterschaften abgehalten. Den Sieg in der FAIRennklasse und auch den 1. Platz in der Gesamtwertung und damit den Titel des Norddeutschen Segelflugmeisters, errang Hartmut Karman mit seinem Ventus D-2976.

Horst Tollgreef und Hartmut Karmann – erfolgreiche FSCN-Teilnehmer bei den“Norddeutschen” 1989

Bestechende Flugleistungen wurden auch vom Frühjahrs-Fliegercamp im Tiroler St. Johann von den Mitgliedern Horst Tollgreef, Ingo Bielenberg, Reinhold Dörscher und Reinhard Meier, letzterer mit dem vereinseigenen Astir CS, erbracht. Der weiteste Flug gelang Horst Tollgreef mit 710 km, Reinhold Dörscher, der 73 Jahre junge „Altmeister“ absolvierte neun Langstreckenflüge mit insgesamt 4744 km geflogener Strecke in 61 Flugstunden. Fluglager 88: Unsere wertvollen drei Helfer Hendrik, Tobias und Fredy (genannt H1, H3 und H4), die alle später Segelflugpiloten wurden, beim Waschen der Winde. Ihre Belohnung von 5 DM stifteten sie für den Kauf eines Fallschirms!

Diese Begeisterung unserer Jungs beim Fluglager kam nicht von ungefähr, die Stimmung war sehr gut und steckte an, was das folgende Gruppenbild auch klar erkennen läßt.


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Die Teilnehmer am Fluglager 1988 in Neumünster

Eine Veränderung ergab sich beim Flugzeugpark der Motorflieger: Die treue Cessna C150 D-EGKD, an der viele Erinnerungen der jeweiligen Flugschüler hingen, wurde verkauft. Als Nachfolger wurde im Spätjahr 1988 als erstes Kunststoffmotorflugzeug eine werksneue Grob G115 mit der Kennung D-EIKH angeschafft. Das Flugzeug hatte in der Fachwelt sehr gute Beurteilungen erhalten und galt als versprechender und überfälliger Nachfolger der C150-Baureihe. 1989 Eine weitere Verjüngung der Motormaschinen erfolgte 1989: Eine werksneue Piper PA28 Warrior II mit der Kennung D-EFPL ersetzte die viel geflogene D-EELF, die dann 1990 einen neuen Liebhaber fand. Die “Papa Lima” ist dank ihrer guten Instrumentierung besonders für die längeren Streckenflüge geeignet. Sie erfreut sich großer Beliebtheit und ist auch noch im Jubiläumsjahr 2000 im Einsatz für Reise und Schulung.

Die ASK 13 im Landeanflug auf die Landebahn 26. Das Bild schoß ein Zeitungsreporter, der einen Gastflug absolvierte und daraufhin einen begeisterten Artikel im Courier verfaßte

Hartmut Karmann gewann den Titel des Norddeutschen Segelflugmeisters im Mai 1989 in Tarmstedt in der Rennklasse. Eine nur selten vergönnte „Jubelbilanz“ gelang Reinhold Dörscher am 8. August 1989: An diesem Tage überflog er in seiner Kestrel seine persönliche 100.000 km Marke! Rund 2 1/2 mal der Erdumfang im Segelflugzeug - eine beeindruckende Bilanz nur mit Hilfe von Sonne und Wind. Rund die Hälfte der Gesamtstrecke legte Reinhold dabei in den Alpen zurück, aber auch in Südafrika und Australien, beides Traumländer für die Segelflieger, hatte er weite Flüge aufzuweisen.

Reinhold Dörscher mit seiner Kestrel 401 D-2402

Die DMSt-Schleswig-Holstein 1989 sah die Verteidigung des Wanderpokals durch die Piloten des FSCN, deren Flüge und Plazierungen für die notwendigen Punkte sorgten. Gerade eingetroffen: “Papa Lima” mit Klaus Hahn. Das Fugzeug sollte sich als treues und zuverlässiges Arbeitspferd erweisen

Besonders“ergiebig” war die Anfängerschulung im Fluglager 1989 in Neumünster. Über 600 Flüge konnten die15 Jungpiloten absolvieren, 5 davon waren erste Alleinflieger. Ein moderner


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Kunststoff-Doppelsitzer des Typs Twin Astir II der Herstellerfirma verstärkte dabei die Flugzeugflotte.

Rudi Gosch mit Dackelhündin “Nicki” beim TowerDienst im Frühjahr 1990

Die Alleinflieger im Fluglager 1989: Kristine Dienger, Ulf Siegel, Birte Fust, Carl-Heinz Rettieck, Jan Köhn

Ingo, Jan, Helmut, Horst, Kristine, Karsten, Reinhard, Wolfgang, Günter und Hans – nicht immer sieht die ASK13 soviele “ Schieber”

Die Teilnehmer des Fluglagers 1989 in Neumünster

Aber 1989 war auch ein Jahr des Verlusts von langjährigen Fliegerkameraden: Walter Schmidt, im Zeitraum 1962 bis 1978 im Vorstand des FSCN tätig, und Gustl Hübner, auch seit den Gründerjahren schon dabei. Der Verein gedachte ihrer.

Anhaltend gute Resultate gab es auch wieder bei der DMSt-SH 1990: Horst Tollgreef und Reinhold Dörscher dominierten in der Offenen, Ingo Bielenberg in der Club-Klasse, Helmut Keuchel erreichte Pl.3 in der 15m FAI-Klasse. Aber auch für die erforderlichen „Werkzeuge“ wurde was getan, eine neue umweltfreundliche Winde war angeschafft worden, erstmalig eine Doppeltrommelseilwinde und ein „Quereinsteiger“ - keine Winde aus Werner Joost´s berühmter Windenküche, aber natürlich von ihm geprüft und abgenommen.

Turbulenzen: Die neunziger Jahre 1990 Anläßlich der Jahreshauptversammlung am 4.4.1990 zog sich der langjährige 2.Vorsitzende und in Personalunion Modellflugreferent Gerhard Gätke von seiner Vorstandsfunktion zurück, er hatte das Amt insgesamt rund 16 Jahre bekleidet. Als sein Nachfolger wurde Johannes Tietgen gewählt. Erster Vorsitzender war nach wie vor Klaus Hahn, Jens-Uwe Lööck war Schatzmeister und Max Greve nahm weiterhin die Aufgabe des Schriftführers wahr.

Unsere Arbeitspferde: Die neue Winde und Tango Mike

Die Entwicklung der Mitgliederzahl gab zunehmend Anlaß zur Sorge. Das in den


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Vorjahren so konstante Niveau von ca. 150 Mitgliedern bewegte sich auf 130 zu, darin allein 32 Fördernde Mitglieder. Die Segelfluggruppe entschloß sich deshalb zu einem größeren Werbeauftritt in der Stadt Neumünster auf dem Großflecken. Am 6.Oktober 1990 wurden 2 Segelflugzeuge , die Winde und Informationstafeln auf dem Großflecken ausgestellt. Ein Quiz wurde abgehalten, an dem sich 135 Teilnehmer beteiligten. Als Preis winkte eine ganze Reihe von Freiflügen. Mehr als 300 Informationsgespräche konnten geführt werden.

Werbeauftritt auf dem Großflecken 6.Oktober 1990

Leider hatte der Wettergott es nicht gut mit den Aktiven gemeint. Es regnete in Strömen, Fliegerwetter eben, kein Flugwetter.

Holstenköste 1990 – Holger Krützfeldt, Birgit Liedtke und Liesl Nerlich voll “ in action”

Das Segelfluglager 1990 war endlich vom Wetter her gesehen vom Feinsten, 25 Piloten nahmen teil. Dabei gelang Ingo Bielenberg ein einsamer Rekord: Bei seinem Thermikflug, der ihn weit in die Görde und die Heide geführt hatte, blieb er 9 Stunden und 23 Minuten in der Luft, die Landung erfolgte um 21.06 Uhr- der längste, bisher durchgeführte Thermikflug mit Startflugplatz Neumünster!

Drei Flugleitungen? möglich

Die magische Kamera macht´s

Lagerfeuerromantik Fluglager 1990 mit Christoph, Ulf, Kristine, Britta, Katrin, Wolfgang, Eckart und Lutz

1991 1991 ist für die Luftfahrt, und damit auch für jeden Luftsportler ein historisch bedeutungsvolles Jahr. Im Spätsommer 1891, vor 100 Jahren, führte Otto Lilienthal in der Umgebung Berlins die ersten Gleitflüge mit seinem selbstkonstruierten Hängegleiter durch. Dies war der Beginn des Menschenflugs, die Erfüllung des uralten Traums der Menschen, wie ein Vogel fliegen zu können. Im Gleit- und Segelflug sah Otto Lilienthal schon damals die Vorstufe zum Motorflug. Jeder Modell-, Segel- und Motorflieger, Anfänger oder Meister - sie alle gehören zu den Erben Otto Lilienthals. Otto Lilienthal mit seinem Gleiter – der Beginn des MenschenFlugs und...


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Gerhard Gätke zog sich nach 23 Jahren ununterbrochener Wahrnehmung dieser Funktion zurück. Thomas Wingert übernahm seine Nachfolge.

. ... wie es weiter ging: Über den Schulgleiter SG38, die Junkers Ju52, den Airbus A300 und das moderne Hochleistungssegelflugzeug LS6

Und „Altmeister“ Reinhold Dörscher, 75 Jahre junger „Erbe“, beendete dieses Jahr 1991 mit dem Gewinn des Titels eines Norddeutschen Meisters im dezentralen Streckenflug in der Einzel- sowie in der Mannschaftswertung der Offenen Klasse zusammen mit Hartmut Karmann und Horst Tollgreef. Der Wanderpokal für die beste Vereinsleistung mußte der FSCN an den Dithmarscher LSV abgeben, Neumünster war knapp geschlagen worden und errang mit 13.627 km Gesamtstrecke “nur” den 2.Platz. Die Segelflieger eröffneten die Saison 1991 gleich mit einem Rekordflug: Der amtierende Norddeutsche Meister Hartmut Karmann flog mit 620 km auf seinem Ventus „Kilo Fünf” die längste bis dato jemals von Neumünster aus geflogene Dreiecksstrecke nach Rendsburg, Wildeshausen, Braunschweig und nach Neumünster zurück.

Wartungsarbeit an der ASK 13 im Winter 1990/1991 bei Peter Hein in seiner Werkstatt.

Eckart Jäde, Birgit Liedtke, Fredy und Tobi Hein sowie Wolfgang Berger bei der Arbeit

Einen Wechsel nach langjähriger Kontinuität gab es im Amt des Modellflugreferenten:

1992 Die Leistungen von Ingo Bielenberg fanden auch durch die Stadtväter die gebührende Anerkennung. Im Januar 1992 überreichte ihm Sportdezernent Werner Holling und Stadtpräsident Helmut Loose die Sportplakette in Bronze. Mit dieser Geste bedankt sich die Stadt dafür, daß mit guten Leistungen der Name Neumünster über die Grenzen der Stadt hinausgetragen wird. Aber auch den für die Organisation der Gemeinschaft Verantwortlichen zollte man Anerkennung. So erhielten 1992 Hartmut Nagel die Ehrennadel in Silber für seine Tätigkeit im Referat Modellflug, Max Greve die Verdienstnadel für seine Vorstandsarbeit vom Landesverband Schleswig-Holstein verliehen. Otto Griebe und Werner Joost - beide vom FSCN zu Ehrenmitgliedern ernannt - erhielten in Würdigung ihrer Verdienste als Fluglehrer, Werkstattleiter und Technische Prüfer und für ihr Engagement in der Vereinsführung die Silberne Dädalus-Medaille des Deutschen Aero-Clubs. Klaus Hahn, viele Jahre Vereinsvorstand und auch Präsident des Schleswig-Holsteinischen Luftsportverbandes wurde am 23.März im Landeshaus - als bis dahin einzigem Vertreter des Luftsports - die Ehrennadel des Landes Schleswig-Holstein verliehen, es ist die höchste Auszeichnung, die vom Ministerpräsidenten vergeben werden kann. Vorausgegangen waren schon Auszeichnungen des Luftsportverbandes und des Landessportverbands. Veränderungen gab es im Vorstand: Jochen Sienknecht folgte Johannes Tietgen, der nicht mehr kandidierte, als 2.Vorsitzender des Vereins nach, Holger Krützfeldt übernahm die Aufgabe des Schriftführers von Max Greve. Max Greve beendete damit eine 36 Jahre lange ununterbrochene Tätigkeit im Vorstand des FSC Neumünster, die 1956 mit der Verantwortung als Schatzmeister begonnen hatte und in weiteren Jahren mit der des Schriftführers bis 1992 fortgesetzt wurde.


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Boris Holtorf gratulieren zum 1.Alleinflug im Mai 1992 von links nach rechts: Karsten Kupke, Holger Krützfeldt, Klaus Hahn, Jana Grohde, Holger Nerlich, Kristine Dienger, Axel Peikert, Hendrik Geilsdorf, Helmut Keuchel, Ingo Bielenberg, Wolfgang Berger, Birte Fust, Christoph Ohly, Manfred Otto, Sabine Hahn, Andreas Küper und Tanja Neumann – der obligatorische “Klatsch” folgte...

Frau Seelig mit “ihren” Kindern aus Tschernobyl 1992

Die sportliche Ausbeute des Jahres 1992 war wieder hervorragend, Ingo Bielenberg wurde in der DMSt Landessieger in der Club-, Horst Tollgreef in der 18m-Klasse. Als beste Mannschaft in der 18m-Klasse errang das erfahrene Trio Horst Tollgreef, Hartmut Karmann und Reinhold Dörscher sogar auf Bundesebene den 1. Platz. In der Landeswertung reichten 13.903 Kilometer “nur” zum 4. Platz – was für ein Segelfliegerjahr! Die Modellflieger behaupteten sich in ihrem schon traditionsreichen Freundschaftswettbewerb, dessen Grundstein schon 1979 gelegt worden war, gegenüber der Modellfluggruppe Norderstedt.

Eckart Jäde , Ingo Bielenberg, Horst Tollgreef und Hartmut Karmann begutachten die Neue: Die ASW 20 D-7669 “Fox Alpha” von Gerwin im Mai 1992

An einem bewegenden Ereignis hatte der FSCN in den Sommerferien in Neumünster Anteil. Eine Kindergruppe aus Tschernowszy nahe Tscher-nobyl verbrachte 4 Wochen Ferien in Neu-münster. Initiator auf internationaler Ebene ist die Baptistische Europäische Föderation, treibende Kraft in Neumünster aber Frau Eberhardine Seelig. Als einer der Höhepunkte des Ferienprogramms erwies sich dabei die Einladung von Piloten des FSCN zu Rundflügen über ihrer Ferienstadt. Die Begeisterung war groß und beim Abschied floß so manche Träne, bevor es in einer unsäglich langen, 48stündigen Busfahrt wieder nach Hause ging. Das erfolgreiche Programm fand in den Folgejahren seine regelmäßige Fortsetzung und der FSC Neumünster ist mit seiner Rundflugaktion - als einer der Besuchshöhepunkte immer dabei.

Völlig eingeschlafener Wind war die Ursache für eine aufsehenerregende Landung vom ehemaligen „Nordlicht“ D-ORIB am 29.6.1992 im Vorgarten eines Hauses im Neumünsteraner Stadtteil Tungendorf. Es war eine kontrollierte, erfolgreiche Ziellandung, die keinerlei Schäden verursachte. Jürgen Noetzel, der Ballonführer, war zuvor in Neumünster gestartet.

Überraschender Besuch im Vorgarten in Tungendorf – wegen völliger Flaute mußte D-Nordlicht runter


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1993 Zu einem Wechsel in der Vereinsführung kam es anläßlich der Jahreshauptversammlung vom 30. März 1993. Der langjährige1.Vorsitzende Klaus Hahn stellte sein Vorstandsamt, das er 37 Jahre bekleidet hatte, aus persönlichen Gründen zur Verfügung. Klaus Hahn war Mitglied der allerersten Stunde als die Modellflugvereinigung Neumünster am 30.7.1948 gegründet und sein Vater Bernhard Hahn zum 1. Vorsitzenden gewählt worden war. Über 44 Jahre Mitgliedschaft, 37 Jahre geschäftsführender Vorstand - eine wahrlich außergewöhnliche Bilanz. Zu den unter seiner Führung erreichten Meilensteinen gehören vor allem die erfolgreiche Überwindung der Krise des Vereins Mitte der 50er, der Erfolg im Ringen um die neue fliegerische Heimat mit dem darauffolgenden Umzug des Vereins vom Borneplatz in Boostedt zum Flugplatz an der Heider Bahn in Neumünster, der Neuaufbau dort mit der Errichtung der Flugzeughalle, des Flugleitungsgebäudes und den erforderlichen Zubehöranlagen sowie des Baus der befestigten Start- und Landebahn. Zu seinem Nachfolger wählten die Mitglieder Helmut Keuchel (39), begeisterter Segelflieger und Verkehrsflugzeugführer. Einen Wechsel gab es auch beim Schatzmeister, Horst Edeler folgte Jens-Uwe Lööck nach. Wiedergewählt wurden Jochen Sienknecht (2.Vors.) und Holger Krützfeldt (Schriftführer), die schon im Mai 1992 die Nachfolge von Johannes Tietgen bezw. Max Greve angetreten hatten, der zu diesem Zeitpunkt auf 36 stolze Jahre Vorstandsarbeit zurückblicken konnte. Bestätigt wurden die Referenten Thomas Wingert (Modellflug), Peter Hein (Technik), Gerwin Dienger (Öffentlichkeitsarbeit) und neugewählt Horst Tollgreef (Segelflug) und Rolf Petersen (Motorflug). Im Wonnemonat Mai absolvierte die ASK13 eine Exkursion der besonderen Art: Ingo Bielenberg und seine junge, ebenfalls segelfliegende Braut Birte, „schwebten“ in der ASK13 nach ihrer Trauung beflügelt, aber ohne Flügel durch die Schwalestadt, eskortiert von der Happy Schwale Jazzband.Was für eine“liebevolle” Werbung für unseren faszinierenden Sport!

Das Segelflieger-Brautpaar Birte (geb. Fust) und Ingo Bielenberg in einer recht ungewöhnlichen “Hochzeitskutsche” – unserer ASK13

Die Sparte „Ballonfahrt“ war anläßlich der Gründungsversammlung des FSC Neumünster am 28. November 1950 als zukünftige Abteilung des FSCN schon vorgesehen und festgeschrieben worden. Aber erst zum 1. August 1993 wurde diese Disziplin im FSCN richtig zum Leben erweckt. Dies war das Verdienst von Jürgen Noetzel, der zu diesem Zeitpunkt zum Verein stieß und in seinem „Gepäck“ seinen eigenen Heißluftballon D-ONEO mitbrachte, ein O-Typ von Cameron mit 2600 cbm Volumen. Jürgen Noetzel trieb den Aufbau der Ballonfahrt in den folgenden Jahren mit viel Elan voran. Weitere Mitglieder, meist mit ihren eigenen Ballons, stießen zur noch jungen, neuen Sparte hinzu. Im Gegensatz zur Sparte Segel- und Motorflug betreiben die Ballöner bis heute noch kein vereinseigenes Fluggerät (bzw. “Fahrgerät”) und es gibt auch keine Ballonfahrerschule im Verein. Die Integration im Verein bringt aber doch Vorteile und rundet natürlich das Flugsportangebot des FSCN in hervorragender Weise ab. Fast 12.000 km gesamte Streckenfluglänge meldete Neumünster in der diesjährigen DMSt 1993 an. Sie waren von 8 Piloten des Vereins mit insgesamt 26 Flügen erflogen worden. Das war die erfolgreiche Rückgewinnung des Wanderpokals in der Vereinswertung Schleswig-Holsteins, dies sogar mit großem Abstand zum Zweitplazierten, dem AeC SchleswigKropp.


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Die ergiebige Segelflugsaison 1993 bescherte selbst zum Ausklang hin noch einige gute Wetterlagen, wie das folgende Bild beweist:

1994 Den Start in ein neues Jahr mit einem schönen Flug beginnen - häufig schon Wunsch, doch selten erfüllt. So jedoch Neujahr 1994: 1.Januar 1994 Das neue Jahr wurde bei blauem Himmel und Sonne mit einigen Flugzeugschlepps begrüßt. Schlepper vom Dienst: Jochen Sienknecht mit der “TangoMike”

Elbüberquerung bei Spätsommer 1993

Stade

mit

“Fox

Alpha” im

Viele Lizenzprüfungen konnten darüberhinaus erfolgreich abgelegt werden, darunter zwei Werkstattleiterprüfungen von Birgit Liedtke und Holger Krützfeldt, was für den Verein natürlich von ganz besonderem Wert war.

Katrin und Gerwin Dienger dick vermummt – es fehlt die Heizung!

Winterarbeit tut not: Helmut Keuchel, Udo Gertler, Tanja Neumann, Peter Hein und Hendrik Geilsdorf an der ASK 13

Einen wichtigen Beitrag zur „Nachbarschaftspflege“ leistete der Verein im Frühjahr 1994 mit dem Beschluß einer freiwilligen Selbstbeschränkung beim Flugzeugschlepp: Im Rahmen der Stadtteilbeiratssitzung der Böckler-Siedlung-Bugenhagen verständigten sich die Vertreter des Stadtteils und der FSCN-Vereinsvorstand, am Wochenende zwischen 13.00 und 15.00 Uhr in Richtung Stadt (Startbahn 08) keine Schleppflüge mehr durchzuführen. Eine aufschreckende Nachricht traf die Vereins-mitglieder in der Mitte des Jahres 1994. Die Zukunft des Flugplatzes schien wieder in Frage gestellt.

Zur Erholung Kaffeepause bei Marianne Hein in der guten Stube: Lothar und Liesl Nerlich, Tanja, Horst und Rita Neumann, Hendrik Geilsdorf, Udo Gertler, Ingo und Birte Bielenberg, Katrin Dienger und Peter Hein, die “Seele des Ganzen”

Schon wieder ein Verein ohne Heimat, ohne Flugplatz? Eine der politischen Fraktionen der Stadt hatte vorgeschlagen, den Platz in ein Gewerbegebiet umzuwandeln. Auslöser für die Diskussion war der angestrebte Rückzug der Bundesvermögensverwaltung als Eigentümer des Flugplatzes, nachdem zuvor die Bundeswehr als Nutzer ausgeschieden war.


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Noch nicht vergessen war die Zeit der frühen 60er Jahre zumindest bei den Älteren, in denen der Verein schon einmal heimatlos geworden war, bis sich dann endlich die Möglichkeit auftat, den heutigen Verkehrslandeplatz in der Rolle des Halters zugesprochen zu bekommen.

Horst Tollgreef gewann wieder die Landeswertung der 18m Klasse. Der Wanderpokal ging allerdings an den Zweiten des Vorjahres, den AeC Schleswig-Kropp verloren, der FSCN wurde mit 11.667 km Dritter.

Verhandlungen über einen neuen Pachtvertrag, die bereits seit 1991 liefen und kurz vor dem Abschluß standen, wurden versucht, noch zu einem positiven Ende zu bringen. Der Ausgang war mehr als ungewiß. Trotz dieser Unsicherheit liefen die sportlichen Aktivitäten aber weiter. Die Bilanz - wie den aufziehenden dunklen Wolken über dem Flugplatz zum Trotz - verbuchte Top-Ergebnisse. Eckernförde bei bestem Segelflugwetter über SchleswigHolstein aus der ASW 20 ‘Fox Alpha’ im Juli 1994

Bei den Modellfliegern belegte Hartmut Voigt, der auch schon in den Gründertagen dabei war, im offenen Wettbewerb in Kaltenkirchen den 2. Platz.

Das Landesjugendvergleichsfliegen in Lübeck 1994 brachte die Qualifikation für den Bundeswettbewerb in Paderborn: Hendrik, Oliver, Peter und Daniel

Hendrik Geilsdorf (16), gewann das Bundesjugendvergleichsfliegen in Paderborn. Das dabei herrschende Wetter war mit viel Wind und tiefhängenden Wolken sehr heimatlich und vertraut.

Hendrik bei der Ziellandung mit der Ka8 D-0040 während des vorentscheidenden Landeswettbewerbs Schleswig-Holstein in Lübeck 1994

Ingo Bielenberg punktete auf einen sehr guten 3. Platz in der Rennklasse der DMSt-Bundeswertung und auf Platz 1 in Schleswig-Holstein.

Aus Kosten- und Flugleistungsgründen wurde die noch recht junge G115 D-EIKH wieder verkauft. Ein Ersatz war für einen späteren Zeitpunkt vorgesehen. Ein großes erstes „Ballönertreffen“veranstaltete die junge Ballonfahrtsparte am 9./10.6.1994 zur Holstenköste. Unter den Gast-Heißluftballons befand sich dabei auch der berühmte „Fluchtballon“ der beiden ehemaligen DDR-Familien aus Pösnek, die mit acht Personen im improvisierten Ballonkorb unter Lebensgefahr den eisernen Vorhang überwunden hatten. Der historisch so bedeutungsvolle Fluchtballon, der heute im Museum „Check Point Charly“ in Berlin dauerhaft ausgestellt wird, konnte natürlich nur am Boden bestaunt werden, da er normalen Bauvorschriften nicht genügt und somit keine Betriebszulassung erhalten kann. 1995 Das Jahr 1995 erwies sich als ein weiteres Schicksalsjahr für den Verein. Es war nun endgültig. Das Flugplatzgelände stand zum Verkauf. Die Bundesvermögensverwaltung, vertreten durch die Oberfinanzdirektion Kiel, wollte sich von dieser Liegenschaft trennen.


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Die Stadt hatte als potentieller Käufer schon früh abgewunken, der Stadtsäckel war leer. Auf die Initiative von Jochen Sienknecht hin, gründete sich ein Förderverein für den Flugsportclub, dessen Ziel die Unterstützung des Clubs und damit auch der Erhaltung des Platzes war.

Kleinste, größere und auch große Beträge kamen zusammen in der Hoffnung, die Zinsbelastung zu mildern, wobei immer noch mit dem Zuschuß der Stadt gerechnet wurde. Der Förderverein wuchs auf 12 Mitglieder und half ebenfalls in beträchtlichem Maße.

Die Jahreshauptversammlung am 18.3.95 stellte dann die entscheidende erste Weiche. Der Vorstand wurde in einem Vorratsbeschluß ermächtigt, bis zu einer festgelegten, gerade noch tragbaren finanziellen Belastung, Kaufverhandlungen zu führen und im Rahmen der vorgegebenen Grenzen auch einen Kauf abzuschließen.

Und es gelang: Am 14. August 1995 wurde die Unterschrift beim Notar geleistet. Der Flugplatz gehörte dem Verein (und seiner Bank). Aber ein herber Rückschlag folgte auf dem Fuße. Der Schul,- Kultur- und Sportausschuß der Stadt lehnte den beantragten Zuschuß ab. Begründung war, daß die Förderungswürdigkeit doch nicht gegeben sei, es sei doch nur „ein Vergnügen für wenige Mitglieder“, so jedenfalls eine Fraktion im Ausschuß. Gleichzeitig warb die Stadt andrerseits in ihrer Öffentlichkeitsarbeit für sich als Stadt mit Flugplatz!

Eine deutliche Verkleinerung des Geländes kam dabei dem Verein sehr entgegen, senkte doch jeder Quadratmeter weniger die notwendige Investitionssumme. Von dem insgesamt 37,3 ha großen Gelände erwarb der FSCN 22,5 ha, da ein Teil des Platzes, im Westen und Süden, von der Stadt als Ausgleichsfläche für das neue Gewerbegebiet Freesenburg und die Renaturierung des Bullenbek, sowie ein Streifen im Osten für andere Zwecke, beansprucht wurde. Den südlichen Teil mit 9,2 ha pachtete der Verein bis auf weiteres für seine Modellflieger an. Ein direkter Zuschuß der Stadt in Höhe von 175.000.- DM war vom FSCN beantragt und auch in Aussicht gestellt, eine verbindliche Zusage aber nicht gegeben worden. Die Stadt hatte bestätigt, daß das Vorhaben förderungswürdig sei, sodaß der Verein sich berechtigte Hoffnungen auf diese finanzielle Hilfe hat machen können. Die Zeit drängte aber, ein längeres Hinhalten beschwor das Risiko herauf, daß den Zuschlag industrielle Investoren erhalten könnten. Guter Rat war teuer. Über 700.000.- DM mußten geschultert werden. Den Kapitaldienst für die Hälfte wäre ein Wort, aber fast eine dreiviertel Million - undenkbar für einen kleinen Verein, dessen Mitglieder sich zu einem großen Anteil nicht aus den einkommensstarken Teilen der Bevölkerung rekrutiert, d.h. vor allem Schüler, Studenten, Azubis und Rentner. Das war die entscheidende Hürde. Doch die Gemeinschaft überwand sie in einem einmaligen Kraftakt. Jeder half nach seinen Kräften, dem Verein ein langfristiges Darlehen, größtenteils zinslos, zur Verfügung zu stellen.

Aber jetzt galt für den Verein, Kopf runter und durch. Die Belastung drückt schwer und wird für lange Zeit den finanziellen Spielraum für die Förderung des Nachwuchses, u. a. durch die überfällige Errichtung einer eigenen Werkstatt und der Anschaffung neueren und moderneren Schulgeräts, behindern. Großen Anteil an diesem, auf lange Sicht aber doch sehr positiven Ausgang, haben an allererster Stelle Jochen Sienknecht, aber auch Helmut Keuchel, die beiden Vorstände des Vereins. Jedoch war es schließlich die Gemein-schaft, die in einer Bündelung der Kräfte den Erfolg errungen hatte. Die Gefahr, erneut „Verein ohne Flugplatz“ zu werden, war wieder gebannt. Im Vordergrund des Alltagbetriebs stand jedoch - vor allem für die Jugendgruppe des Vereins, deren Privileg ein gesunder Optimismus ist - die Freude, daß der Betrieb auf dem heimischen Flugplatz seinen normalen Gang nahm. Trotzdem schaut man immer mal gerne über den Zaun und ist begierig, auch mal einen anderen Flugplatz kennen zu lernen. Ein auswärtiges Fluglager ist die Antwort, die auch schon die Älteren in ihren jüngeren Tagen verfolgt haben. So hatten Fluglager der Jugendgruppe des Vereins im Sommer 1955 im Weserbergland und 1956 in Moorkaten / Kalten-


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kirchen stattgefunden, was sich auch an der entsprechenden Stelle beschrieben findet. Strausberg in Brandenburg am westlichen Rand der Märkischen Schweiz gelegen, war das Ziel der Segelflieger, vor allem der FSCN-Jugend. Fluglehrer Michael Hilmer, Meteorologie-Student in Kiel, hatte die Verbindung zu seinem Heimatverein, den Fliegerclub Strausberg hergestellt und überraschte seine Neumünsteraner Kameraden mit einer Einladung zu einem gemeinsamen Sommerfluglager mit den Strausbergern und weiteren Gästen aus der Nordeifel. Nur zu gern wurde die Einladung angenommen. Mit insgesamt 5 Segelflugzeugen reisten 15 Neumünsteraner zum Strausberger Flugplatz, einem ehemaligen sowjetischen, dann NVAMilitärflugplatz, der 1936 als Stützpunkt für eine Luftwaffenschule errichtet worden war.

”Streusandbüchse” Märkische Schweiz In der Grundausbildung konnten die beiden Fluglehrer Michael Hilmer und Jan Köhn mit ihren Schülern gute Fortschritte erzielen. Als besonders wertvoll erwies sich das Miteinander aus Ost und West. Die unterschiedliche politische und soziale Vergangenheit, die aktuellen Probleme, Verbindendes und noch immer Trennendes wurden in langen Abenden diskutiert, Freundschaften geschlossen. Sport verbindet, die gemeinsam empfundene Leidenschaft „Segelfliegen“ allemal!

Flugplatz Strausberg aus der ASW 20 “Fox Alpha”

Seine Umgebung ist geprägt durch die Seen, Wälder und Felder auf dem sprichwörtlichen märkischen Sand, der Störchen, Adlern, Bussarden und eben auch Segelfliegern thermische Aufwinde besonders reichlich beschert. Die Flugbücher der 15 FSCN-Piloten und Pilotinnen belegen dies: Absolviert wurden 225 Windenstarts, 130 Flugstunden und über 4.000 Streckenkilometer! Die Flüge führten zur deutsch-polnischen Grenze, großräumig um Berlin herum, in die Oberlausitz, in den Raum Bitterfeld und in den Spreewald - für die „Wessies“ eine faszinierende Nachhilfelektion in Heimatkunde. Ein großer weißer Fleck auf der Landkarte wurde beseitigt.

Abschiedsfoto Fluglager Strausberg 1995

Ein ganz besonders wertvolles Stück deutscher Luftfahrtgeschichte bot sich am Sonntag, den 11. Juni 1995 anläßlich der Holstenköste dem Verein und seinen Besuchern am Flugplatz dar. In Zusammenarbeit mit dem FSCN führte die Deutsche Lufthansa Berlin-Stiftung (DLBS) ihre weltberühmte Messerschmitt Me108 „Taifun“ D-EBEI am Boden und in der Luft vor. Weithin bekannt wurde die Me108 durch ihre Siege in vielen nationalen und internationalen Wettbewerben und vor allem durch die zahlreichen Langstreckenflüge, die Elly Beinhorn mit ihr in den 30er Jahren durchführte und deren Namen die D-EBEI auch trägt.


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gelegt von Tanja Neumann, Krankenschwester und Segelfliegerin im Verein und dann - als Geschenk von den Vereinskollegen - einen Flug in die Vergangenheit auf dem CoPilotensitz der „Taifun“ über Neumünster. Rudi zeigte sichtlich Wirkung.

Messerschmitt Me108 “Taifun” der Lufthansa BerlinStiftung im Anflug auf die “26” zur Holstenköste 1995

Rudi Gosch in geschichtsträchtiger Szene mit der Me108 Taifun “Elly Beinhorn” – die Vergangenheit wurde wieder wach

DLBS-Kollegen: Cpt.Heinz-Dieter Bonsmann (Flugbetriebsleiter) und Gerwin Dienger (Vorstand)

Einer, den eine ganz besondere persönliche Geschichte mit der „Taifun“ verbindet, ist Rudi Gosch, Mitglied aus den Gründerjahren, damals Referent für Motorflug und zeitweise auch Werkstattleiter des Vereins, 1975 gerade 75 Jahre alt geworden und noch immer als Flieger und Flugleiter aktiv. Rudi Gosch war am 13. März 1942 als Flugzeugführer mit seiner Ju88 in 5.000 Höhe über Malta in schwerem Flakfeuer von Splittern getroffen worden. Schwerverwundet gelang es ihm trotzdem noch, die getroffene Maschine nach Sizilien zu fliegen und dort in Comiso eine glücklich verlaufene Bauchlandung hinzulegen. Sechs Wochen später wurde er - den gebrochenen Arm in Gips - mit dem Rettungsflugzeug Me108 „Taifun“ nach Venedig ausgeflogen. Tage vor der Holstenköste hatte Rudi seinen Vereinskameraden von dieser Geschichte erzählt, dabei nicht ahnend, daß dies ein Komplott zur Folge haben sollte. Und am Sonntag, nach Eintreffen der „Taifun“, war es soweit: In freundschaftlichem Überfall gab es erneut Gips für den einst verletzten Arm - professionell an-

Ausrichter des Schleswig-Holsteinischen Segelflug-Jugendvergleichsfliegens war 1995 Neumünster auf dem nun „eigenen“ Flugplatz. Gewertet wird die Präzision von Start an der Schleppwinde, Kreisflug und Landung, also die „Pflicht“ des Segelflugs als Voraussetzung für die spätere „Kür“, den Streckensegelflug. Favorit war wieder einmal mehr der Lokalmatador und Vorjahressieger auf Bundesebene, Hendrik Geilsdorf vom Flugsport-Club Neumünster, mittlerweile 17 Jahre alt. Der Heimvorteil gab den letzten Ausschlag, Hendrik gewann und hatte sich damit für den Bundeswettkampf in Tarmstedt qualifiziert. Dabei errang er einen hervorragenden 2. Platz.

Kein Verbrecherbild von Hendrik, sondern die Filmdokumentation seiner Startnummer beim Bundesjugendvergleichsfliegen in Tarmstedt 1995


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Auch im Winter läßt sich fliegen – wenn auch mit etwas mehr Aufwand, was das folgende Bild beweist:

der Sparte Segelflug in der von Peter Hein zur Verfügung gestellten, behördlich zugelassenen, privaten Werkstatt.

Rudi Gosch und Manfred Otto im Wintereinsatz mit der “Tango Mike”

In diesem so bedeutungsvollen Jahr 1995 befürworteten die Mitglieder auch eine Modernisierung der Satzung des Flugsport-Clubs. Die Spartenverantwortung sollte deutlich gestärkt werden, selbst die bisherigen Referenten, als Leiter der Sparten, nunmehr sog. Sportfachgruppen, sollten zukünftig von den direkt betroffenen Spartenmitgliedern, selbst gewählt werden. Dem Vorstand wird das Wahlergebnis dann zur Kenntnis gebracht. Anläßlich der Jahreshauptversammlung vom 30.3.1996 wurde die Satzung endgültig verabschiedet und gilt nunmehr in der Fassung von diesem Datum. 1996 Im Frühjahr 1996 sah sich Helmut Keuchel, der amtierende 1.Vorsitzende aus persönlichen Gründen gezwungen, sich von seinem Amt beurlauben zu lassen. Satzungsgemäß übernahm der 2.Vorsitzende Jochen Sienknecht bis zur nächsten Hauptversammlung die Rolle des 1.Vorsitzenden. Während der Winterpause war das Rückgrat der „FSCN-Flugzeugflotte“, die ASK13 D-0639, grundüberholt und so stundenmäßig wieder auf den Zählerstand „Null“ gebracht worden. Das bewährte Flugzeug hatte davor in 26 Jahren schon 16.200 Flüge und 2.600 Flugstunden ohne größere Schäden hinter sich gebracht. Durchgeführt haben die Grundüberholung Mitglieder

Grundüberholung der ASK13 in Peter Hein’s Werkstatt mit (oben) Daniel Beyer, Peter Hein, Kristine Dienger, Philipp Rouaiha, Horst Neumann,Oliver Neumann und (unten) Birgit Liethke, Holger Krützfeldt, beide mit Werkstattleiterlizenz

Das neue Leben des Seglers sollte auch mit einem neuen Namen symbolisiert werden. In Anlehnung an die eingangs beschriebenen Gründerjahre mit den Bergfalken I und II, getauft auf die Namen „Neumünster“ und „Neumünster II“ wurde die alte, wieder junge Dame auf den Namen „de flügge Swan ut Nygemünster“ getauft.

Hartmut Röder, Rudi Gosch, Holger Krützfeldt und Hartmut Lehmann in Erwartung der Taufe der ASK13


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Die Taufe nahm Stadtpräsident Helmut Loose vor, der sich den ersten Start mit dem Swan nicht nehmen ließ.

Der erste Start des verjüngten Täuflings mit dem Namen: “De flügge Swan ut Nygemünster” mit seinem Taufpaten Stadtpräsident Helmut Loose und Gerwin Dienger als Pilot

Die Holstenköste, das traditionsreiche Neumünsteraner Stadtfest, an den sich der FSCN mit großem Rundflugprogramm schon seit Jahren zu verminderten Preisen beteiligt, sollte in diesem Jahr 1996 einen ganz besonderen Gast begrüßen dürfen. Die letzte noch existierende, und wieder flugtüchtig restaurierte, Arado Ar79, ein zweisitziges Schul- und Reiseflugzeug aus dem Jahre 1939, sollte den Flugplatz Neumünster anfliegen. Das Flugzeug war in einem Gemeinschaftsprojekt des Museums für Verkehr und Technik, Berlin und der Deutschen Lufthansa Berlin-Stiftung (DLBS) in der Lufthansa Werft in Hamburg überholt worden und gilt als historisches Juwel. Doch 20 km vor Neumünster, schon im Anflug auf den Platz, mußte die Maschine angewiesen werden, nach Hamburg zurückzufliegen, da eine schwere Gewitterfront rasch auf Neumünster zuzog.

Das diesjährige Jugendvergleichsfliegen Schleswig-Holstein fand in Flensburg statt. Das Ergebnis:

1.Platz: Hendrik Geilsdorf vom Flugsport-Club Neumünster auf der Vereins-Ka8 D-0040 2./3.Platz: Björn Niemann / Marco Dürbrook, beide LSC Condor, Grube

In der darauffolgenden Bundeswertung erreichte Hendrik den 2.Platz. 1997 Eine zutiefst schockierende Nachricht traf Ende März 1997 aus Neuseeland ein. Hartmut Karmann war am 21.März beim Segelfliegen mit seiner dort stationierten DG 400 tödlich verunglückt. Sprachlosigkeit und Unglauben war bei allen Fliegerkameraden die spontane erste Reaktion. Hartmut galt als vorbildlicher, äußerst sicherheitsbewußter, die fliegerische Disziplin sehr hoch haltender und hocherfahrener Fluglehrer, zu dessen Flugschülern Sportflieger jeder Kategorie sowie auch Verkehrsflugzeugführer der Lufthansa zählten. Seine Segelflug-Wettbewerbserfolge führten ihn, und damit auch den FSC Neumünster in der Vereinswertung, häufig in vorderste Ränge. Mit seiner ausgeprägten Kameradschaft und Hilfsbereitschaft hatte Hartmut Karmann sich im In- und Ausland viele Freunde erworben. Der Verlust wiegt schwer

Arado Ar79 D-EMVT – vergeblich als Gast der Holstenköste erwartet


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Zur Jahreshauptversammlung im April 1997 wurde der durch den Rückzug von Helmut Keuchel erforderliche Wechsel im Vorstand vollzogen. Zum Nachfolger wurde Rolf Petersen , der bisherige Motorflugreferent gewählt. Der Förderverein entwickelte sich weiterhin sehr positiv, 14 Mitglieder waren bisher eingetragen. Der FSCN selbst hielt die Mitgliederzahl weiter auf dem recht konstanten Niveau von gut 150 Mitgliedern. Im Sommer 1997 konnte zur großen Freude vor allem der jüngeren Segelflieger ein weiteres GfK-Leistungsflugzeug, eine ASW19, D-3377, Flugzeug der Standardklasse, angeschafft werden, das vor allem für den Streckenflug der Nachwuchsflieger zum Einsatz kommen sollte.

Die “Neue”: Eine ASW 19, D-3377, ein Leistungsflugzeug der Standardklasse

Damit bestand der Flugzeugpark jetzt aus 6 Maschinen: ASK13, Ka8, Astir CS, Club Astir, ASW 19 und der Motorsegler G109B, der bei den Segelflugzeugen geführt wird.

Fluglager 1997 ganz im Zeichen der “Nachwuchsentwicklung”: Martina Schreiner mit ihren Kindern Lukas, Franziska und Freundin Steffi Hein, im Hintergrund die neue ASW19

Der Motorflugzeugpark umfaßt nach wie vor die bewährten C172 D-EOGO, der die Jahre jetzt aber doch zunehmend ihren Tribut abverlangten, die PA28 Warrior D-EFPL und die DR400 D-EETM. Aufgrund der etwas zurückgegangenen Nachfrage, die sicher mit der aktuellen, angespannteren wirtschaftlichen Lage in Zusammenhang steht, wurde die Ersatzbeschaffung für die verkaufte G115 D-EIKH bis auf weiteres aufgeschoben. Eine spektakuläre Landung absolvierte am 28.6.1997 der Ballon D-ORIB ehemals „Nordlicht” mit Ballonführer Noetzel. Eine Baumkrone bei Schierensee war der nicht freiwillige Landeplatz gewesen, was aber nur geringen Sachschaden zur Folge hatte. Allerdings mußte ein Hubschrauber helfen, den Ballon aus den Fängen der Baumkrone zu befreien. Zur Holstenköste 1997 galt es ja, etwas gut zu machen. Im Vorjahr hatte die Arado Ar 79 wie beschrieben - ihren Anflug auf Neumünster abbrechen müssen, um das Flugzeug nicht der Gefährdung durch eine Gewitterfront auszusetzen. Der nun zweite Versuch klappte, das Gastflugzeug, mit Hans-Ludwig Meyer als Piloten, konnte am Boden wie in der Luft natürlich mit einem schneidigen Überflug vom Publikum bewundert werden. Der normale Rundflugbetrieb lief auf vollen Touren, Schatzmeister Horst Edeler konnte sich freuen. Die Sparte Motorflug konnte in 1997 ihre Ausbildungskapazität sprunghaft erhöhen: Holger Krützfeldt und Torsten Lütten, beides langjährige Mitglieder im Verein, stehen als frischgebackene Motorfluglehrer nun zur Schulung zur Verfügung. Und die Nachfrage nach Ausbildungsmöglichkeiten zog auch an. Der Herbst 1997 sah ein recht spektakuläres Ereignis auf dem Flugplatz Neumünster, das sogenannte „Ballonglühen“. Sechs farbenprächtige Heißluftballone von der Sparte Ballonfahrt des Vereins sowie auch von Ballonsportlern anderer Vereine wurden abwechselnd und im Finale zusammen „befeuert“. Gut 1500 Schaulustige pilgerten meist mit staunenden, ihren eigenen bunten Ballon schwenkenden Kindern, angeführt vom Mädchenmusikzug Neumünster, zum Flugplatz. Ein voller Erfolg für die Sparte,


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die normalerweise nur für Frühaufsteher und Abendspaziergänger sichtbar ist, da die ruhige Morgen- und Abendluft ihr bevorzugtes Medium ist. Seit 1996 weisen ihre Logbücher mehr als 400 Fahrten mit Start in Neumünster aus.

“Ballonglühen” auf dem Flugplatz Neumünster, im Oktober 1997

Und zum Abschluß der Saison 1997 noch die sportliche Ausbeute: Hendrik Geilsdorf gewann (schon wieder) das Landesjugendvergleichsfliegen und die Modellflieger gewannen (wieder) ihr Kräftemessen mit ihren Norderstedter Freunden. In der DMSt 1997 konnten die Ergebnisse der Vereinspiloten nicht mehr an die vergangenen Jahre anknüpfen, die Verkleinerung der Leistungsgruppe zeigte seine Auswirkung. Ingo Bielenberg und Gerwin Dienger repräsentierten den FSCN mit dem 3. und 4. Platz in der Landeswertung der 15m FAI-Rennklasse. Einige Reparatur- und Überholungsarbeiten stehen im Winter 97/98 an: Ein Schaden an der ASK13 wird zur Reparatur fremdvergeben, die Ka8 wird in Eigenleistung in der Werkstatt von Peter Hein überholt.

ASW 19 D-3377 mit Hendrik - aus der ASW 20 von Gerwin auf dem Heimflug von Lübeck nach Neumünster

1998 Zu Beginn des Jahres übernahm Michael Hilmer das Amt des Schulungsleiters Segelflug, das bis-lang Lothar Nerlich zusammen mit seiner Funktion als Ausbildungsleiter Motorflug wahrgenommen hatte. Am 6.Juli, kurz vor Vollendung seines 82ten Lebensjahres verstarb Reinhold Dörscher. Mit Reinhold Dörscher verlor der Flugsportclub Neumünster einen hocherfahrenen, sehr talentierten und stets begeisterten Fliegerkameraden. Mit seiner Begeisterung für den Segelflug pflegte er auch seine Zuhörer in seinen Bann zu ziehen, vor allem bei seinen Erzählungen über seine Alpenflüge, und dabei ist so mancher Funke auf seine "Jungs un Deerns“ in der Jugendgruppe übergesprungen. Besonders für sie hatte er immer ein großes Herz gehabt, was er durch manch großzügige finanzielle Hilfe unter Beweis gestellt hat. Rund 3.000 Flugstunden und 12.000 Streckenkilometer (fast drei Erdumrundungen!) stehen in seinem Flugbuch, wovon er viele in den Alpen, in Spanien, in Australien und Südafrika erflogen hat. Noch als 75jähriger errang er einen Meistertitel in der Schleswig-HolsteinWertung der Deutschen Meisterschaft im Strekkenflug. Reinhold Dörscher trug mit seinen Leistungen sehr zu vielen guten Wettbewerbsplazierungen des FSCN bei, der ihn dafür in Verbindung mit seiner 25jährigen Mitgliedschaft noch erst vor kurzem geehrt hatte. Ein „kleines Vereinsjubiläum“ wurde am 30. Juli 1998 begangen. Genau vor 50 Jahren war die Modellflug-Vereinigung Neumünster gegründet worden, was an entsprechender Stelle auch berichtet worden war. Manfred Brauer, Gründungsmitglied und späterer langjähriger Modellflugreferent des Flugsportclubs Neumünster, der aus der Modellflug-Vereinigung hervorgegangen war, hatte zu einem Treffen der damaligen Gründungspioniere eingeladen. Mit berechtigtem Stolz weisen sie darauf hin, daß der allererste Wiederanfang nach dem Krieg auf ihre damalige Initiative zurückgeht. Klaus Hahn, Mitglied aus der Gründerzeit und langjähriger Vorstand des Flugsport-Clubs, umriß die Zeit von der Gründung bis Anfang


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der 90er Jahre (was dem Verfasser bei seiner Recherche als eine seiner Quellen diente).

Oldtimer Aeronca Super Chief D-EJUI: 60 Jahre jung

Treffen der ehemaligen Modellflug-Vereinigung Neumünster am 30.7.1998 anläßlich des 50.Jahrestags der Gründung. Von links nach rechts: Vorne Max Greve, Günter Werner, Jürgen Nägelke, Edwin Larsen. In der Mitte Siegfried Godau. Hinten Peter Fricke, Werner Joost, Hans Nägelke, Klaus Hahn, Manfred Brauer, Hartmut Voigt.

Die Modellflieger nahmen mit Erfolg am Großseglerwettbewerb(Modelle über 4m Spannweite) der FAG Kaltenkirchen teil: 1.Platz Thomas Wingert, gefolgt von Gerd-Peter Wingert auf Platz 3 und dem seit über 50 Jahren aktiven Hartmut Voigt, der mit 2,5 Stunden den drittlängsten Flug absolvierte, auf dem 5.Platz. Die Sparte schafft sich ein Vereinsmodellflugzeug in Form einer Schleppmaschine des Typs Piper PA18 an: Modellmaßstab 1:4, Spannweite 2,80m, Motorleistung 5,5 PS – dank einer Spende der Firma Voigt-Logistik. Die Motorflugzeuge am Neumünsteraner Platz bekamen 1998 eine sehr attraktive nostalgische Schwester – eine Aeronca Super Chief, Baujahr des Flugzeugs 1941, des Motors sogar schon 1939. Der Eigentümer, Bernhard Conrad, neues Mitglied im Flugsport-Club Neumünster, hatte die historische Maschine in Florida erworben, nach Hause verschifft und über Berlin, seiner weiteren Station, dann schließlich nach Neumünster gebracht. Das Flugzeug läßt das Herz jedes OldtimerLiebhabers höher schlagen und nicht wenige der älteren Piloten wissen aus frühen Jahren Flugstunden mit diesem Flugzeugtyp aufzuweisen.

In der DMSt hielt Ingo Bielenberg wiedereinmalmehr die FSCN-Fahne hoch, er belegte in der Landeswertung der Rennklasse den 1.Platz, Thomas Wingert den 2. Platz, der damit seinerseits unter Beweis stellte, daß ein primär Modellflug betreibender Pilot auch mit den “Grossen” gut klar kommt. Und zum Schluß der Übersicht 1998 noch die FSCN-Jubilare, die in diesem Jahr auf eine 25jährige Vereinsmitgliedschaft zurückblicken können: Rudi Gosch, Gerd Lehmann, Lothar Nerlich, Ingo Rumpf und Helmut Widderich. Ende des Jahres kam es zu einem Wechsel in der Vorstandsbesetzung. Zu große Meinungsunterschiede veranlassten Jochen Sienknecht (2.), gefolgt von Rolf Petersen (1.) und Horst Edeler (Schatzmeister), zurückzutreten. Der Beirat benennt daraufhin einen kommissarischen Vorstand mit Klaus Wendt (1.), Martin Wendland (2.) und Daniel Beyer (Schatzmeister). Martina Becker bleibt Schriftführerin. Diese Benennung des Beirats wird in der Jahreshauptversammlung am 16.1.1999 von den Mitgliedern bestätigt. Zur Jahreswende 1998/99 befinden sich im Verein 157 Mitglieder. Davon sind 47 als fördernde (passive) registriert; auf die Sparten entfallen dabei im einzelnen folgende Mitgliederzahlen: Motorflug 33, Segelflug 46, Modellflug 23 und Ballonfahrt 8. Mit relativ geringen Schwankungen hat sich so die personelle Größe des Flugsport-Clubs schon über viele Jahre gehalten.


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1999 2.Mai 1999: Segelflugrekordtag! Ingo Bielenberg vom FSCN stellte mit fast unglaublichen 701 km in einem Dreiecksflug einen Rekord für Streckenflüge mit Abflug Neumünster auf. Die bisherige, von ihm selbst aufgestellte Bestmarke stand bei 630 km. Der Flug führte ihn auf dem ersten Streckenteil nach Gerswald nahe der polnischen Grenze, dann weiter nach Helmstedt, zwischen Magdeburg und Braunschweig gelegen, und schließlich zurück zum Flugplatz Neumünster, auf dem er nach knapp über 7 Stunden Flug müde aber glücklich landete. Mit 99.9 km/h erreichte er dabei eine hervorragende Durchschnittsgeschwindigkeit mit seiner LS6 „Alpha Papa“. Eine solch lange Strecke im reinen Segelflug zu überwinden, galt noch bis vor wenigen Jahren in Norddeutschland als ausgeschlossen.

auf Verkauf entschieden. Die Mitglieder drängten auf raschen Ersatz, um nicht zuviel von der Saison zu verlieren. Zeitgleich hierzu stand zum Verkauf die im Privatbesitz von Manfred Otto befindliche Grumman AA5B DEGDD, am Platz wohlbekannt. Kurzentschlossen übernahm der Verein diese Maschine, um sein Problem zu lösen.

Die “Grumman” im Endanflug auf die Landebahn 26 Ingo Bielenberg mit seiner Familie nach seinem Rekordflug. Auch der Nachwuchs scheint sich im engen Cockpit eines Hochleistungssegelflugzeugs schon recht wohl zu fühlen.

Eine weitere Entscheidung betraf den Motorsegler G109B D-KEOE, dessen Instandhaltungskosten den Flugstundenpreis zu sehr belasteten. Darüberhinaus stand im Jahr 2000 eine aufwendige Überholung an. Ein günstiges Verkaufsangebot wurde deshalb wahrgenommen und dafür ein gebrauchter, baulich und fliegerisch recht konservativer, aber eben robuster Motorfalke SF25 C2000, D-KNAS, von der Flugschule in Oerlinghausen übernommen.

Mit diesem Flug und seinen weiteren, unter anderen in Schweden absolvierten Wettbewerbsflügen errang Ingo Bielenberg den 2.Platz in der DMSt, SH-Landeswertung in der Rennklasse. Horst Tollgreef wurde wieder Erster in der “Offenen”, Hendrik Geilsdorf Dritter in der Clubklasse. Ein besonders großer Erfolg wurde die Holstenköste 1999, das Wetter führte zu einem Rekordumsatz bei den Rundflügen sowie bei Imbiß und Getränken. Ein kostenträchtiger Schaden an der C172 DEOGO, verursacht durch eine mißglückte Landung, brachte den Verein inmitten der Saison in Entscheidungsnot. Erneute Reparatur oder Verkauf, das war die Frage. Angesichts ihrer auch beträchtlichen Korrosionsschäden wurde

Der neue “Alte”: Motorfalke SF25 C2000 D-KNAS

Zur Verbesserung der Auslastung und damit zur Senkung des Fixkostenanteils vereinbarte der Verein mit den Aukruger Fliegerkameraden die feste Abnahme von mindestens 50 Flugstunden im Jahr – eine betriebswirtschaftlich vorbildliche, beiden Vereinen nützende Kooperation.


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Das Jubiläumsjahr 2000 Mit Beginn diesen Jahres - für die Geschichte des Vereins ein bedeutungsvolles Jahr - steht den Segelfliegern ein weiterer frischgebackener Segelfluglehrer zur Verfügung: Michael Schreiner hat seine Ausbildung mit Erfolg beendet, damit ist die Segelfluggruppe mit 5 Lehrern sehr gut ausgestattet. Peter Hein, langjähriger Segelflugreferent und Technikleiter für Segel-und Motorsegelflug wird hauptamtlicher Fluglehrer an der Flugschule auf dem Hornberg und verläßt den FSCN. Als Nachfolger wurden Peter Kretzschmar (Segelflugreferent) und Uwe Göttsche (Technikleiter) gewählt. Auch Tina SiemonMohrdieck versucht Peter Hein zum Bleiben zu bewegen ohne Erfolg, der Hornberg ruft...

Auf der Jahreshauptversammlung am 26.2.2000 wurde Rudolf Gosch zum Ehrenmitglied gewählt. Rudi war einer der Männer der Gründerjahre, Motorflug- und TechnikReferent. Nach einer “Auszeit” von 1955 bis 1974 nahm er die Fliegerei wieder auf - Werner Joost hatte ihn dazu animiert – und setzte sich sehr für die Belange des Vereins, nicht zuletzt als sehr beliebter Flugleiter, ein. Wie in den letzten Jahren war auch in 2000 die Holstenköste ein fester Bestandteil der Aktivitäten auf unserem Flugplatz. Aufgrund des sehr guten Wetters zu dieser in Neumünster recht beliebten Veranstaltung wurde der Tag hinsichtlich Flugsportwerbung und Vereinskasse ein voller Erfolg. Die Neumünsteraner nutzten unser Angebot, sich ihre Stadt einmal von oben anzusehen. Für das leibliche Wohl wurde durch Kaffee und Kuchen, sowie Würstchen und Bier gesorgt.

Auch der „Fliegernachwuchs“ war natürlich mit im Einsatz: Maximilian Becker („Maxi“) auf dem Tresen des GetränkePavillons bei der Ausschau nach neuen Kunden...

Schon im Spätjahr 1999 war im Kreis des erweiterten Vorstands die Entscheidung getroffen worden, im Jahr 2000, dem 50. Jahr des Bestehens des Flugsport-Clubs Neumünster eine Jubiläums-Flugveranstaltung, kombiniert mit einer Feierstunde, abzuhalten. Damit sollte die Geschichte des FSCN gebührend gewürdigt und auch eine ganz besondere Werbung für den Flugsport erreicht werden. Letztere sollte in erster Linie auf den fliegerischen Nachwuchs abzielen, der in der heutigen Zeit einem noch nie dagewesenen Freizeitangebot ausgesetzt ist, was vor allem für die etwas mehr Zeit in Anspruch nehmenden Sportarten eine recht hohe Eintrittsschwelle bedeutet. Der FSCN kann heute einen sehr schönen Flugplatz sein Eigen nennen, was eingedenk der leidvollen Erfahrungen Mitte der 60er- und 90er Jahre alles andere als selbstverständlich ist. Auch die Infrastruktur und der betriebene Flugzeugpark kann sich sehen lassen, wenngleich hierbei auch Modernisierungs- und Erweiterungssorgen bestehen.

Der Flugplatz von Neumünster an der Heider Bahn EDHN aus der Aeronca Super Chief


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russische Antonoff AN2, die mit ihren 1000 PS schon nach extrem kurzer Rollstrecke in der Luft ist.

Das östliche Platzende mit der Flugleitung an der Zufahrtstraße (Baumschulenweg), mit der Flugzeughalle am Stadtwald neben der gigantischen ehemaligen “Land und See”-Halle (Heutiger Eigner M. Fischer)

Als Jubiläumsveranstaltung wurden am 9.und 10.September Flugtage mit der Vorstellung aller Flugsportsparten - flankiert durch viele Programmeinlagen- abgehalten. Das Flugprogramm umfaßte Segel- und Motorkunstflüge, Bannerund Flugzeugschlepps, die Vorführung von Motor- und Segelflugzeug-Oldtimern wie des legendären Condors IV und des Schulgleiters SG38:

Die SG38 von Klaus Augennadel aus Brandenburg und dahinter der Condor IV von Joachim Kruse aus Ütersen

Ein seltenes Schauspiel: Klaus Augennadel mit seiner SG38 im Flugzeugschlepp – und das offen ohne Boot!

Für das Publikum war der größte Doppeldecker der Welt ein ganz besonderer Blickfang: Die

Die AN2 von Air Albatros mit Stefan Wangemann aus Uetersen als Pilot – sie überragt all die anderen Kleinen

Als direktes Kontrastprogramm war auch ein ganz modernes Ultra-Leichtflugzeug unser Gast – eine MCR 01, gebaut von der französischen Firma DynAero:

Die superschnelle D-MVHM von Harald Merensky aus Wahlstedt - mit ihrem 85 PS Rotax 912-Motor macht sie 255 km/h Reisegeschwindigkeit und reicht 1200 km weit

Fallschirmsprünge als Solo, im Tandem und in der Formation, Modellflugdarbietungen und Heißluftballon-Aufstiege gehörten auch zum Programm. Das Wetter hatte es sehr gut mit uns gemeint, gut 10.000 Zuschauer gaben uns über die beiden Tage die Ehre (leider dabei viele „über den Zaun“ um das Eintrittsgeld zu umgehen). Der wirtschaftliche Erfolg litt darunter, aber wir konnten dennoch mit dem Ertrag sehr zufrieden sein – er war auch bitter notwendig gewesen! Mit einer Hallenfete für die Aktiven und für geladene Gäste sowie Interessierte klang der erste Tag der Veranstaltung aus.


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Am Sonntag, den 10.September 2000 fand vor dem Beginn des Flugprogramms eine Feierstunde zur Würdigung des 50jährigen Jubiläums statt. Hierzu wurden Gäste aus der Stadt- und Landesverwaltung, aus der Bundeswehr, aus dem Luftsportverband Schleswig-Holstein und dem Kreissportverband, aus unseren benachbarten Vereinen und aus dem Kreis unserer Sponsoren begrüßt.

Gerwin und Ursula Dienger mit Martina Becker, Mitglied im FSCN-Vorstand

Die Jubiläumsveranstaltung stand unter der Schirmherrschaft von Stadtpräsident Helmut Loose.

Dr.Klaus Wendt, der 1.Vorsitzende des FSCN grüßt die Jubiläumsgäste in unserer kleinen Flugzeughalle

Die Medien berichteten begeistert über unsere Jubiläumsflugtage – uns war eine hervorragende Werbung für unseren faszinierenden Sport gelungen.

Besonders gewürdigt wurden die Verdienste von Mitgliedern aus den Gründerjahren - ehemalige Vorstandsmitglieder und die Ehrenmitglieder des Vereins.

Von links nach rechts: Max Greve, Georg Pfeifer, Werner Joost, Gerhard Gätke, Manfred Brauer und Klaus Hahn

Und auch der Verfasser der Chronik bekam ein Dankeschön für nicht wenig Arbeit bei der schwierigen Recherche der historischen Fakten und der Abfassung der Chronik und – stellvertretend für das ganze Organisationsteam auch für den Einsatz bei Organisation und Leitung der Jubiläumsveranstaltung.

Aus dem Holstein ischen Courier, fotografiert und verfaßt von Gabriele Vaquette, Ausgabe vom 11.09. 2000

Die positive Resonanz, die uns von unseren interessierten Gästen, von jungen wie auch von älteren, von den Medien und vielen unserer uns verbundenen Fliegerkollegen zuteil wurde, lassen uns optimistisch in die Zukunft sehen die zweiten 50 Jahre sind bereits angelaufen. Großer Dank gilt all jenen, die den FlugsportClub Neumünster in materieller, ideeller und kommunaler Hinsicht in diesen „ersten“ 50 Jahren so hilfreich unterstützt haben.


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Die erste Dekade der 2000’er Jahre 2001 Das Jahr 2001 brachte mit „nine-eleven“, dem apokalyptischen Attentat auf die Twin Towers in New York, eine schmerzliche Zäsur - die Welt hatte sich verändert. Der Verein umfaßte in diesem Jahr 147 Mitglieder, 23 Austritten standen 17 Neuzugänge gegenüber, sodaß die schon über Jahre bestehende Größe von rund 150 Mitgliedern doch weiter gehalten werden konnte. Einige Sparten-Referenten waren neu gewählt: Roland Reugels, Sparte Segelflug, folgte Peter Kretzschmar, Fred Hambruch, Sparte Motorflug, folgte Holger Krützfeld, Karsten Moltzen, Sparte Ballonsport, folgte Jürgen Noetzel und als Ausbildungsleiterin Motorflug konnte Tina Siemon-Mohrdieck gewonnen werden. Andreas Küper hat seine Ausbildung zum Motorfluglehrer beendet, damit hat der FSCN nun 5 aktive Lehrer. Mit dem Erwerb des modernen, umweltfreundlichen und wirtschaftlichen Kunststoff-Zweisitzers Katana DV 20 konnte ein frischer Impuls gesetzt werden. Die Maschine sollte an die Tradition der früheren sehr beliebten Cessna C150 „Kilo Delta“ anknüpfen, die einst das Arbeitspferd der Pilotenausbildung im FSCN war, bevor sie 1988 von der Grob 115 D-EIKH, (Verkauf 1994), abgelöst worden war.

Diamond Aircraft Katana DV 20, Triebwerk Rotax 912S, mit 100 PS Startleistung

Freiflieger gab es bei den Motorfliegern mit Vera und Bernd Küpperbusch und bei den Segelfliegern mit Christian Willroth.

Durch die Bereitschaft des Eigentümers der alten großen WW II Halle, Manfred Fischer, die Vereinsmotorflugzeuge kostenlos in seiner Halle unterzustellen, entspannte sich der Hallenengpaß erheblich. Die Vereinshalle aus dem Jahr 1968 soll nun weitgehends für die Segelflugzeuge genutzt werden. Die Grumman D-EGDD wurde verkauft und erneut eine (gebrauchte), besser für die Schulung geeignete C172, D-EOMW angeschafft. 2002 Die Saison begann mit einer traurigen Nachricht, Manfred Brauer, verdientes Gründungsmitglied der schon 1948 ins Leben gerufenen Modellflug-Vereinigung Neumünster, aus der der FSCN 1950 hervorgegangen war, verstarb am 1.April, er war dem Verfasser der Chronik bei der Bearbeitung der frühen Jahre eine wertvolle Stütze gewesen. Die Schulungsleitung Segelflug ging von Lothar Nerlich auf Karsten Kupke über, der aus seiner früheren Mitgliedschaft dem Verein wohl bekannt war. Einige Veränderungen gab es im Flugzeugpark. Die betagte ASK13 D-0639 „de flügge Swan ut Nygemünster“, die den Segelfliegern schon seit 1971 treue Dienste geleistet hatte, wurde nach Süddeutschland verkauft und eine nagelneue ASK21, die D-1621, angeschafft.

Die „Neue“, unsere ASK 21 D-1621 im Schulungseinsatz - beim Landanflug auf die 26

Mit der ASK 21 hatte nun auch für den FSCN die moderne und konsequente Ausbildung „auf Kunststoff“ begonnen, was für die Sparte neue Motivation mit sich brachte.


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Unter dem Motto „Besuch einer alten Dame“ gab es in Rechlin-Lärz Anfang April ein Zusammentreffen der besonderen Art. Auf dem ehemaligen NVA-Platz bereitet die Lufthansa Berlin-Stiftung (DLBS) nach der Winterpause ihre Piloten der Junkers Ju52 auf die Saison vor. Dabei ließ sich die „gute alte Tante Ju“ von einem jungen Küken, der Katana D-ENMS des FSCN gnädigst die Aufwartung machen.

sowie an der 875-Jahr Feier der Stadt auf dem Gelände der Holstenhallen. Auch die schon traditionelle, erstmalig 1992 veranstaltete Rundflug-Aktion unserer Piloten für die „Tschernobyl-Kinder“, die die Stadt in jedem Jahr zu einem Ferienaufenthalt in Neumünster einlädt, fand wieder eine gute Resonanz. Eine vom Landesluftsportverband verliehene Auszeichnung würdigte die Öffentlichkeitsarbeit des Vereins. Durch eine Notlandung nach Triebwerksausfall mit Pilot Martin Wendland (der im Sommer auch seinen 1.Alleinflug im Segelflugzeug absolviert hatte) ging die C172 D-EOMW im Oktober verloren, zu Schaden kam niemand.

Die FSCN Katana zu Besuch der Lufthansa Ju52 auf EDAX (Pil.Gerwin Dienger,Vorst.DLBS)

Erstmalig wurde ein Ultra-Leicht-Flugzeug (UL), eine tschechische TL 232 Condor, D-MROC, (gebraucht) angeschafft, es sollte vor allem als preisgünstiges Schleppflugzeug eingesetzt werden. Zum Spätjahr erhielt der Flugplatz auch für den Betrieb dreiachsgesteuerter UL-Flugzeuge die notwendige luftfahrtbehördliche Zulassung.

2003 Ein Motorausfall nordwestlich des Platzes zwang die betagte Piper „Papa Lima“ zu einer Notlandung im freien Gelände, die Maschine erlitt einen Totalschaden, der Pilot Hans-Günter Nissen blieb unverletzt. Damit hatte der Verein nur noch einen Viersitzer (D-EETM) zur Verfügung, was zu deutlichen Umsatzeinbußen führte. Als Ausbildungsleiter Motorflug war Klaus Hahn eingesprungen, nachdem Tina SiemonMohrdieck den Verein verlassen hatte. Zum neuen Motorflugreferenten war Bernd Küpperbusch, zum neuen Modellflugreferenten Hartmut Nagel gewählt worden. Bei den Segelfliegern gab es 4 erste Alleinflüge durch Tim Warnke, Torsten Wolter, Sebastian Wötzke und Marcus Mohr. Die ASK 21 erlitt bei einer Startunterbrechung einen erheblichen Schaden im vorderen Rumpfbereich, die Pilotin blieb unverletzt.

Unser „ROCker“ bei der Arbeit - er packte auch die schwere ASK 21 selbst auf der 08“stadteinwärts“

Aufgrund eines beunruhigenden Mitgliederschwunds Anfang des Jahres wurde eine WerbeKampagne gestartet, die einen sehr guten Widerhall in der Presse fand: Eine Projektwoche Segelflug mit 29 Schülern und die Beteiligung an der Ferienpass-Aktion der Stadt Neumünster

2004 Durch die Umstellung auf MOGAS (nur die EETM benötigt noch AVGAS) wird nur noch eine geringe Menge AVGAS am Platz vorgehalten. In der Segelflughalle wurde durch das Einsetzen zweier Groß-Container - gespendet von Lufthansa Technik Hamburg - die lang ersehnte Werkstatt eingerichtet, sodaß die teure Fremdvergabe der meisten Reparaturen entfallen kann.


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Die Motorflugsparte mit Andreas Küper als Referent hatte im Mai zu einem Ausflug zur Insel Aerö in der sogenannten „Dänischen Südsee“ aufgerufen, nicht nur Fliegen, sondern Fahrradfahren war dabei angesagt:

Ein besonders anerkennendes Presseecho erhielt die Segelflugsparte für ihre Aktion „Segelfliegen für sehbehinderte Kinder“, was für alle Beteiligten eine sehr bewegende Erfahrung war. Auch das Segelflugsommerlager sowie die Ferienpassaktion der Stadt wurden von der Presse „wohlwollend“ bedacht. Beim diesjährigen Landesjugendvergleichsfliegen, bei dem es auf die Präzision der Platzrunde, insbesondere von Start, Landung und Kurvenflug ankommt, belegte Alina Voß vom FSCN den 1.Platz. Jaroslaw Dominik und Broder Nommensen absolvierten ihre 1.Alleinflüge auf der ASK 21.

Am Flugplatz nahe der malerischen Kleinstadt MarstalAufbruch zur Inselerkundung, im Hintergrund die FSCN- Flotte mit dem Oldtimer-Star Stinson Reliant von Werner und Andreas Schöer

Der Segelflug hatte trotz oft recht marginalen Wetters eine gute Saison, die Startzahlen stiegen gegenüber dem Vorjahr deutlich. Auch die Leistungsflieger des FSCN konnten eine fast rekordverdächtige Bilanz vorweisen. Peter Kretzschmar auf Mosquito, Andreas Rau auf DG 400 und Gerwin Dienger auf Ventus cT flogen eine Gesamtstrecke von über 12.000 km (!) mit Start- und Landeplatz Neumünster. Die Flüge mit Streckenlängen zwischen 400 und 600 km führten weit über Schleswig-Holstein hinaus, Wendepunkte lagen in MecklenburgVorpommern, Brandenburg, Sachsen-Anhalt und Niedersachsen, sogar Wyk auf Föhr wurde überflogen!

Eine recht bunte Fliegergemeinde traf sich Mitte August zum ersten, vom FSCN initiierten, „UL Fly-in“ auf EDHN. Rundflüge, Karusselfahrten und Verköstigung rundeten die gut besuchte Veranstaltung ab. Auch die Ballöner mit ihrem Refenten Georg Theinert, und die Modellflieger mit Referent Hartmut Nagel konnten auf eine erfolgreiche Saison 2004 zurückblicken. Noch ein zweites Mal machten sich die Motorflieger auf zu einem Trip nach Skandinavien, im September war das Ziel Högänäs in Schweden.

Die FSCN-Ausflugsflotte: FW, FZ und TM

2005 Im Vorstand gibt es eine Änderung: Daniel Beyer übergibt das Amt des Schatzmeisters an Ilona Petersen. Außerdem folgt Georg Theinert, als Referent Ballonsport, Karsten Moltzen. Das NMS-Streckenfliegertrio:Andreas Rau, Gerwin Dienger und Peter Kretzschmar

Für die Segelflugsparte wird die Planung für eine hohe, aber unabwendbare Investition vorangetrieben. Die nun schon seit 1990 im FSCN-Betrieb befindliche, schon sehr betagte


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Seilwinde, die schon gebraucht gekauft worden war, ist äußerst reparaturanfällig und damit teuer geworden, eine Neuanschaffung war dringend geboten und dies prompt in einer Zeit überaus angespannter finanzieller Lage. Als Gegenfinanzierung standen der Verkauf der ASW 19 und/oder des Motorseglers zur Disposition. Aber dank erheblicher Fördergelder, die Roland Reugels mit großer Hartnäckigkiet und professionellem Geschick eingeworben hatte, sowie Spenden und Darlehen der Mitglieder und der Bank, konnte der Kauf einer sehr reputierten englischen, gasbetriebenen Doppeltrommelwinde des Typs „Skylaunch 3“ kontrahiert werden - mit avisierter Auslieferung Mai/ Juni 2006. Auf eine Gegenfinanzierung konnte dabei sogar zur Freude der Segelflieger verzichtet werden. Highlight der Saison war für die Segelflieger das sommerliche Fluglager fern des heimischen Platzes im polnischen Grudziadz (ehemals Graudenz) im Weichseltal, rund 150 km südlich von Danzig. Mit 5 Flugzeugen in ihren Anhängern machten sich 13 Mitglieder auf die 850 km lange, mit 14 Stunden etwas beschwerliche Anreise. Überwältigende thermische Bedingungen ermöglichten den Piloten ausgedehnte Flüge entlang des Weichseltales und bis zur masurischen Seenplatte. Interessante Ausflüge in die Altstadt von Grudziadz, nach Danzig und zur nahegelegenen Marienburg gehörten zum „Kulturprogramm“.

Die FSCN-Exkursions-Crew nach Grudziadz

Die Ausbildungsbilanz konnte sich sehen lassen: Erste Streckenflugerfahrungen, Typenund Flugzeugschlepplizenzen für die Schüler, erfüllende weite Streckenflüge für die Routiniers. Die familiäre Camping-Atmosphäre und die besondere Gastfreundschaft der polnischen Fliegerkollegen trugen ebenfalls zum Erfolg der außergewöhnliche Exkursion bei. Die Ka7 der Haltergemeinschaft um Broder Nommensen hatte eine kleine Schwester bekommen – Gerd-Peter Wingert von der Modellflugsparte stellte eine bildschöne Modell-Ka7 ihrer großen Schwester und Vorbild an die Seite, und das war wörtlich zu verstehen, wie das folgende Bild aus dem August 2005 zeigt:

Die Ka7-Geschwister - Gerd-Peter Wingert, der Vater der kleinen Schwester in der großen , der Puppen-Pilot „down- sized-Peter“ in der kleinen… Ein Segelflieger-Himmel, von dem wir in SchleswigHolstein nur träumen könnenl

Von großer Hilfe bei der Organisation und Koordination mit seinen polnischen Landsleuten erwies sich dabei aufgrund seiner Sprachkenntnisse unser Jaroslaw Dominik

Nach 5 Jahren Pause wurde Ende August erstmalig wieder ein Flugplatzfest zur Nachwuchswerbung veranstaltet. Basierend auf den Erfahrungen der Jubiläumsflugtage 2000 sollte es aber keine Luftfahrtveranstaltung im Sinne des Luftfahrtgesetzes (keine „Airshow“), sondern ein „Familientag mit Fliegen“ und das bei frei-


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em Eintritt werden. Dieses Konzept erwies sich als Volltreffer! Das Wetter machte mit, viele Fliegerfreunde des FSCN gaben uns mit historischen und auch modernen Motor-und Segelflugzeugen die Ehre, am Boden lief ein attraktives Kinderprogramm – und fast unglaubliche 15.000 Zuschauer waren der Lohn der Mühe!

Mit dem Doppelraab im obigen Bild am „Segelflugstartplatz Nord“ hatte es eine besondere Bewandtnis. Die Segelflieger hatten diesen Überraschungsbesuch organisiert, um Gerwin nachträglich zu seinem 50jährigen Fliegerjubiläum mit einem Flug mit „seinem“ Erstflug-Segelflugzeug eine Freude zu machen – das ist ihnen auch voll gelungen!

2006 Die Schulungsleitung Segelflug ging von Karsten Kupke auf Hendrik Geilsdorf über, die Funktion des Modellflugreferenten von Hartmut Nagel auf Gerd-Peter Wingert. Große Erwartung bei den Segelfliegern: Die neue Winde Skylaunch 3 ist eingetroffen, am 9. Juli erfolgte der ersehnte erste Start, die ersten Windenfahrer wurden eingewiesen. Deutlich höhere Schlepphöhen werden erzielt, was längere Schulflüge und bessere ThermikEinstiegs-Chancen bewirkt – ein riesiger Schritt nach vorne ist vollzogen! Zu verdanken war dieser Erfolg in erster Linie Segelflugreferent Roland Reugels, der in 2 ½ jähriger Vorarbeit mit höchstem Engagement und Geschick bei der Einwerbung von Fördergeldern - die Voraussetzung für die Realisierung des Projekts geschaffen hatte.

Besonders spektakulär waren die Überflüge der Oldtimer Saab Safir der Bremer Lufthansa Verkehrsfliegerschule und der Stinson Reliant von Werner und Willi Schöer vom FSCN.

Generationenwechsel – die werksneue Winde aus England ist da, die „Alte“ geht, sie darf sich nach 35 Dienstjahren, davon 16 Jahre beim FSCN, noch auf ein drittes Leben in Polen freuen

Der große Erfolg des Flugplatzfestes mit der überraschend hohen Zuschauerresonanz bewies die Richtigkeit des Konzepts, es sollte von nun an zur regelmäßigen, jährlichen Standard-Veranstaltung werden.

Wiederum wurde ein Segelflug-Projekttag für sehbehinderte Kinder und Jugendliche aus Schleswig-Holstein von der Segelflugsparte angeboten und mit großem Erfolg durchgeführt. „Eine ganz fantastische sinnliche Erfahrung für die Kinder, die nicht über den Kopf sondern mit dem Bauch gemacht wird“ – so der Schulleiter Adrian im Interview mit dem Holsteinischen Courier.

Bei den Segelfliegern konnten Jan Lütten und der erfahrene Motorfluglehrer Andreas Schöer ihren 1.Alleinflug auf der ASK 21 feiern.

Segelfliegen in den Alpen gilt als die hohe Schule des Segelfliegens. Im Juli war Gerwin im Fliegerurlaub in Osttirol mit seiner „EB“ ein

Saab Safir, Stinson Reliant und Focke-Wulf Stieglitz


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ganz besonderer Flug vergönnt: Vom Flugplatz Lienz-Nikolsdorf nach Innsbruck, dann quer über die Alpen nach Süden zum MarmoladaMassiv und über die Südtiroler Dolomiten zurück nach Lienz, 680 km in etwas über 7 Flugstunden.

wohl gewesen, wenn Petrus es besser mit uns gemeint hätte?

Claus Cordes und Dieter Krauss mit ihrem historischen FW44 Stieglitz, verabschiedet von Bernd und Gerwin Die Drei Zinnen aus der ASW 20 von M.Luyat

Die Segelflugsparte wartete wieder mit einigen Freifliegern auf. Tim Küpperbusch, mit 14 Jahren bis dato der wohl jüngste Freiflieger im Verein, Paula Kämmerer – endlich wieder ein Mädel – Nils Wachendorf und Florian Schröder wurden traditionsgerecht mit Dornenstrauß und nassem Klaps gebührend gefeiert. Nach nur einem Jahr schon wieder ein Flugplatzfest – würde das vom Publikum angenommen werden? Der Versuch fand statt und trotz des widrigen Wetters war er erfolgreich. Am Samstag kreisten dicke Schauer und Gewitter um EDHN herum - und wir blieben trocken! Sogar die Springer fanden ein Fenster mit über 4000 ft Wolkenuntergrenze und begeisterten unsere Zuschauer. Am Sonntag erwischten uns dann aber doch einige ganz dicke Schauer, aber dazwischen wurde geflogen mit allem was fliegen konnte - und viele der Zuschauer blieben uns zu unserer Überraschung treu, sie blieben bezw. sie kamen trotzdem! Die meisten der zugesagten Piloten (gut ein Dutzend) mit ihren Oldtimern und UL's und die Springer kamen wegen des Wetters verständlicherweise nicht, aber einige besonders "zähe" beglückten uns trotzdem, so Claus Cordes mit seinem FockeWulf Stieglitz D-EQAX, der sogar noch sein Kunstflugprogramm absolvierte. Rund 6000 Zuschauer über die beiden Tage - was wäre

Die Saison 2006 endete mit einer Rekordbilanz in der Geschichte des Vereinssegelflugs: Über 2000 Starts und 328 Flugstunden auf den Vereinsflugzeugen, 35% mehr Mitglieder in der Sparte, 90% mehr Flugschüler – das ist neben den Lübeckern die mit Abstand größte Segelflug-Schulungsgruppe in Schleswig-Holstein! Zu verdanken ist dieser Erfolg der intensiven Nachwuchswerbung der Sparte in der Öffentlichkeit (insgesamt 20 Artikel in der Regionalpresse!) und dem hohen ehrenamtlichen Engagement aller Funktionsträger. Spät im Jahr, anläßlich des diesjährigen Bahn-Jubiläums in Neumünster bekamen die Ballöner die Erlaubnis für einen spektakulären Aufstieg inmitten der Innenstadt – Startplatz auf dem Großflekken! Der erfahrene Ballöner und „Fahrens-Kapitän“ auf seinem Ballon D-OMBS war Georg Theinert - der Start am frühen Morgen erfolgte nicht ganz leise, aber problemlos. 2007 Bei der Jahreshauptversammlung im April gab es einigen personellen Wechsel im Vorstand: Bernd Küpperbusch wurde als Nachfolger von Klaus Wendt zum Präsidenten, Roland Reugels


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als Nachfolger für Ilona Petersen zum Schatzmeister und Martin Reinke als Nachfolger von Martina Becker zum Schriftführer des Vereins gewählt. Andreas Schöer („Willi“) übernahm die Funktion des Motorflugreferenten, Broder Nommensen die des Segelflugreferenten.

Auch beim Streckenflug ging es wieder voran, zunehmend werden Flüge in den OLC- Wettbewerb (Online Competition) eingestellt, 4 Piloten brachten mit 18 Flügen 2473 km in die Wertung ein, in der Vereinswertung SchleswigHolstein belegt der FSCN damit den 13. Platz.

Einer aufwendigen und teuren Reparatur aufgrund einer Struktur-LTA im Flächenbereich muß sich die „Remo“ D-EETM bis spätestens Juni 2008 unterziehen.

Die zunehmende Ausrüstung der Segler mit FLARM-Geräten (Kollisionswarnung und Loggerfunktion)) gestalten die Fluganmeldung im OLC einfach, schnell und komfortabel.

Auch die Katana machte Probleme, auf dem Weg nach Berlin-Tempelhof mußte sie aufgrund eines Motorproblems zwischenlanden und danach nach Hause zurückkehren. Schlußendlich war ein neuer Motor fällig.

Auf dem Sektor der Flugzeuginstandhaltung brach eine neue Ära an, die Ära „CAMO“. Das Kürzel steht für „Continuing Airworthiness Management Organization“, es wurde von der EASA eingeführt und löst das bisher praktizierte Verfahren mit den Luftfahrttechnischen Betrieben ab. Standardisierte verbindliche Instandhaltungsprogramme und neu definierte Verantwortlichkeiten sind der Kern dieser neuen Methodik, die einigen Aufwand bei der Umstellung im Verein erfordern.

Die Auslastung der Motorflugzeuge ging weiter deutlich zurück, mit einer Verkleinerung des Flugzeugparks (ggf. Verkauf D-KNAS und DENMS) sollte dem Rechnung getragen werden. Zwei gelungene Exkursionen führten die Motorflieger durch: Ein zweitägiger Trip nach Traben-Trarbach und einen Tagesausflug nach Texel.

Exkursion nach Traben-Trarbach an der Mosel, 40 km NO von Trier, rechts die Arrow von Manfred Otto

Im Aufwind befindet sich dagegen weiter die Segelflugsparte. Mit 2100 Starts bei 631 Flugstunden wurde erneut ein absoluter Vereinsrekord geschrieben. Auch die Mitgliederzahl war wieder gestiegen, um 24 Schüler kümmern sich 6 Fluglehrer und ein Fluglehreranwärter! Die Stimmung war entsprechend gut – die Neuanschaffungen wie ASK 21 und SkylaunchWinde zeigten Wirkung. 7 Alleinflieger belegen dies: Jochen Diesl, Manfred Hahnrath, Patrick Hörner, Bernd Küpperbusch, Hans-Peter Nissen, Robin Trabitzsch und Neel Waßmut.

Nachdem im vergangenen Jahre das jährliche Fluglager zuhause in Neumünster stattgefunden hatte, sollte es diesmal wieder eine auswärtige Exkursion sein. Der Segelflugplatz Aue bei Hattorf im Südharz war das Ziel. 25 Teilnehmer, darunter die 3 Fluglehrer (Hendrik Geilsdorf, Uwe Göttsche und Ulf Menge), machten sich Mitte Juli mit 8 Flugzeugen auf den Weg. Trotz gemischtem Wetter war die Ausbildungsbilanz mit u.a. 2 ersten Solos recht gut und auch die landschaftlich reizvollen Streckenflüge im und um den Harz mit seinem höchsten Berg, dem 1142 m hohen Brocken, herum, waren für die nur „flachlandgewohnten“ Flieger eine wertvolle Erfahrung.

Das FSCN Segelfliegerteam vom Fluglager 2007 Flugplatz Aue bei Hattorf im Südharz mit dem Dornenstrauß-geschmückten Alleinflieger Neel Waßmuth


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Das diesjährige Flugplatzfest am 8. und 9. September bescherte uns eine stürmische Schauerlage am Samstag, die fast kein Programm erlaubte, und dafür aber einen sonnigen Sonntag, der das volle Programm mit vielen Fly-ins, Rundflügen, Modellflug und den Kieler Fallschirmspringern ermöglichte. Bewundernswert unser Publikum, das uns selbst am widrigen Samstag mit gut 4500 Zuschauern die Treue hielt, tagsdrauf gaben uns nochmals rund 6000 Gäste die Ehre. Auch ohne Eintritts-Erträge konnte unser Schatzmeister zufrieden sein. Das diesjährige Jugendvergleichsfliegen im Segelflug der Luftsportjugend S-H wurde Anfang September vom FSCN (nach 1990 und 1995) wieder auf dem heimischen Platz ausgerichtet. Die Organisation klappte reibungslos, die spannende Verkündigung des Gewinners auf dem Banner der von Manfred Otto geflogenen TangoMike war das Highlight der Veranstaltung.

Ballönertreff mit rund 1000 Ballonen in Albuquerque, New Mexico, USA mit von der Partie. Traumhafte Bilder zeugen von dem spektakulären Ereignis.

Massenstart der Heißluftballöner in Albuquerque, ganz unten am Bildrand das grüne “LefaxMännchen“ aus Neumünster mit Bernd Staiger als Copilot

Silvester-Fliegen – ein ganz außergewöhnlicher fliegerischer Jahresabschluß – das gelang am 30./31.Dezember, das Wetter war vom Feinsten, eiskalte klarsichtige Winterluft. Der Schlepppilot Bernd Küpperbusch konnte sich dabei über die Motorheizung der Remo freuen, die Piloten im heizungslosen Segelflugzeug waren mit Wollmützen, Handschuhen und Winterstiefeln dick eingemummt.

„The Winner is: TIM LIESEGANG!“

Bei den Motorfliegern absolvierte Norbert Mäder seinen 1.Alleinflug auf der Katana. Ein Erlebnis der besonderen Art durfte Bernd Staiger von der Ballonsportsparte erleben. Er war mit seiner Sonderballonform „Lefax“ (unter Insidern etwas despektierlich „Blähboy“ genannt) bei einem traditionellen gigantischen

Genußschlepps hinter der „TangoMike“ auf 1000m über dem winterlichen Neumünster

2008 Das neue Jahr begann mit einer Trauernachricht: Im Januar war Werner Joost verstorben. Als Gründungsmitglied in der Modellflug-Vereinigung, aus der der FSCN 1950 hervorge-


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gangen ist, war er Mann der ersten Stunde. 1952 hat er dem Verein die erste Seilwinde, die respektvoll nur als die „Joost-Winde“ bezeichnet wurde, gebaut. Er war sehr geachteter Werkstattleiter, Technischer Prüfer und beliebter Segelfluglehrer. 1992 ernannte ihn der FSCN zum Ehrenmitglied, der DaeC verlieh ihm die Silberne Dädalus-Medaille. Eine „Verjüngung“ erfährt die schon betagte kleine Flugzeughalle, die am 31.März 1968 feierlich eingeweiht worden war. Nach 40 Jahren waren die Hallentore vom Rostfraß irreparabel befallen und verzogen, zum Aufschieben mußte man schon eine Hebelstange zu Hilfe nehmen. Dank „Willi“ Schöer bekam die Halle neue Tore. Am 29. März, fast auf den Tag genau nach der Einweihung vor 40 Jahren wurden sie in bester Teamarbeit eingesetzt.

Großaktion bei nassem und eiskaltem Wetter – Einsetzen der neuen Hallentore, rechtzeitig zum Auftakt der Flugsaison 2008

Ein ganz seltenes Jubiläum konnte unser „Ballöner“ und langjähriger Referent der Sparte Georg Theinert am 1.April begehen – stolze 50 Jahre Mitglied im FSC Neumünster! Georg war von seinem flugbegeisterten Vater Herbert, der auch Gründungsmitglied des Vereins war (s.S.5), schon früh zur Fliegerei gebracht worden. 1959 begann er mit der Segelflugausbildung und ist bis 1970 viele Segel- und auch Motorflugzeuge geflogen. Nach einer fliegerischen Pause erwarb er 1999 die Ballonführerlizenz PPL-D und ist seit 2001 stolzer Besitzer seines „Warsteiner“ Heißluftballons D-OMBS.

VereinsPräsident Bernd Küpperbusch überreicht Georg Theinert seine JubiläumsUrkunde für 50jährige Mitgliedschaft

Bei den Wahlen anläßlich der Jahreshauptversammlung des Vereins wird Martin Wendland als Vizepräsident bestätigt, Anja Meyer folgt Martin Reinke als Schriftführerin. Die Aktivitäten der Sparten im Einzelnen: Motorflug weiter geringe Auslastung, Segelflug weiterhin im Aufwind, Startzahl und geflogene Stunden sind nochmals um 30% gestiegen, insgesamt gab es 28 Flugschüler für 7 Lehrer, wobei nach bestandener Prüfung als neuer Segelfluglehrer Peter Kretzschmar dazu gekommen war. Die Ballöner litten etwas unter den Wetterbedingungen. Die Modellflieger nahmen an verschiedenen Flugtagen und Wettbewerben teil. Ein besonderes Jahr war 2008 für den Senior der Modellflieger Hartmut Voigt, er konnte auf stolze 60 Jahre aktive Modellfliegerei zurückblicken. Bereits 1948 begann er als Jugendlicher dieser Passion nachzugehen und gehörte zu den Gründungsmitgliedern der „Modellflug-Vereinigung Neumünster“, aus der 1950 schließlich der „Flugsport-Club Neumünster“ hervorgegangen war (siehe Seite 5 und 8 der Chronik). Bereits 1952 errang er den Titel eines Deutschen Meisters in der Nurflügelklasse N1. Bis auf die Jahre 1975 bis 1982 war Hartmut Voigt Mitglied im FSCN, d.h. zusammen nunmehr über 50 Jahre! Die „Auszeit“ war seiner zweiten Passion, dem Segelsport geschuldet, die ihn als Trainer der Starboot-Klasse-Crew für die Olympischen Sommerspiele 1982 sehr bekannt gemacht hatte.


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gewonnen und auch für die Kassenlage recht Gutes bewirkt werden. Hartmut Voigt mit seinem Flugmodell „Rhönsperber“ vor dreiJahren bei einem Modellfliegertreff am Hang in Schwissel, Kreis Segeberg

Schon gute Tradition, wurden auch in diesem Jahr wieder die Aktionstage „Sehbehinderte Kinder“ und Ferienpass durch die Segelflieger durchgeführt, das Fliegen der „TschernobylKinder“ fiel wetterbedingt aus. Der Schleswig-Holsteinische Heimatbund hatte Neumünster als Austragungsort für den Schleswig-Holstein-Tag 2008, 11.-13.Juli, ausgewählt. Dem Luftsportverband (LSV) und dem FSCN gelang es dabei, die jeweils ohnehin auch geplanten Aktionen „Tag des Luftsports S-H“ und „Flugplatzfest Neumünster“ mit dem „S-H-Tag“ zusammenzulegen. Die drei Veranstaltungen im engen Verbund boten den Besuchern ein vollgefülltes und reichhaltiges Programm. An vorderster Stelle stand dabei der traditionsreiche „S-H-Tag“, zu dem mehrere hunderttausend Besucher erwartet wurden. Zum zeitgleichen „Tag des Luftsports“ stellte sich der LSV in einem großen Ausstellungszelt in der Innenstadt mit seinen Vereinen und ihren vielfältigen Aktivitäten vor. Und als Dritter im Bunde flankierte der Flugsport-Club Neumünster mit seinem vorgezogenen diesjährigen Flugplatzfest die Großveranstaltung in der Stadt. Rund 300.000 Gäste schätzte man in der Stadt, davon kamen gut 15.000 bei bestem Wetter zum Flugplatz. Ein Bus-Shuttle brachte die Zuschauer von der Innenstadt, nahe der Luftsportausstellung, die auch vom FSCN mit einem Segelflugzeug beschickt worden war, zum Fluplatz. Eine bessere Werbung für den Luftsport und unseren Verein war nicht denkbar, zwei neue Mitglieder und einige Schnupperer konnten

Ausschnitte aus der ausführlichen Berichterstattung des Holsteinischen Couriers über das Flugplatzfest 2008 von Gabriele Vaquette

Endlich wieder eine erfolgreiche „Solistin“, also eine 1.Alleinfliegerin, gab es bei den Segelfliegern mit Simone Dilling, die sich mit hohem Engagement in die Segelflug-Sparte eingebracht hat. Ein stolzer Schritt nach vorne gelang den FSCN Streckenfliegern im OLC Wettbewerb in der Länderwertung Schleswig-Holstein. Mit insgesamt gewerteten 20.970 km aus 117 Flügen punkteten mittlerweile 19 Piloten (7 Flugzeuge) und erreichten in der Vereinswertung den 6. Platz (nach einem 13. Platz im letzten Jahr). Der längste Flug gelang dabei Gerwin Dienger mit seiner „EB“ mit 581 km (von Neumünster nach Stölln-Rhino, zurück nach N-W bis Thumby und heim nach EDHN), Hendrik Geilsdorf und Peter Kretzschmar, beide auf ihren eigenen Mosquitos, „loggten“ ihre längsten Flüge mit 474 bezw. 424 km. So konnte es weiter gehen.


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Erstmalig wurde auf Initiative von Andreas Schöer ein Hauspokal „Streckensegelflug“ als Wanderpokal ausgeschrieben und gestiftet, der die Streckenfliegerei im Verein fördern soll. Wertungsbasis sind die Ergebnisse im OLC von Flügen ex EDHN oder ausgehend von Fluggeländen, an denen die Sparte Segelflug aktiv ist. Die besten fünf gepunkteten OLC-Flüge gehen in die Wertung ein, wobei aber verschiedene Mali je nach Ausbildungs- bezw. Erfahrungsstand für vergleichbare Verhältnisse sorgen sollen, sodaß die Hauspokal-Punkte nicht mit den OLC-Punkten vergleichbar sind. Klapptriebwerkler werden nicht geführt. In der Saison 2008 punkteten 17 Piloten: 1.Platz und Gewinner des Hauspokals Hendrik Geilsdorf (895 Pts), 2.Platz Peter Kretzschmar (836 Pts), 3.Platz Ulf Menge (462 Pts). In der nach der Flugsaison anstehenden Winterzeit hat sich bei den Segelfliegern eine neue Wartungs-Organisation sehr bewährt. Angestossen durch Andreas Rau und maßgeblich durch Uwe Göttsche und Simone Dilling vorangetrieben, definierte die Sparte sogenannte Kümmerer für jedes Flugzeug, unterstützt durch je ein 3-4-köpfiges Arbeitsteam. Kleinere Schäden wurden in gemeinsamer Arbeit zügig beseitigt, die neue Saison konnte kommen.

Uwe Göttsche, der Werkstattleiter Segelflug, bei der „SchwabbelUnterweisung“ in der ContainerWerkstatt mit Flugschüler Tim Willrodt

e Koordination Die Koordination der Teams und der Abläufe in Halle und Werkstatt übernimmt Simone Dilling.

2009 Zum 1.April wurde nach langer Diskussion und Vorbereitungsarbeit die CAMO-Instandhaltung verbindlich eingeführt und damit alle Verantwortlichkeiten schärfer gefaßt. Bei der Jahreshauptversammlung werden Bernd Küpperbusch und Roland Reugels für eine weitere Amtsperiode zum Präsidenten bezw. Schatzmeister gewählt. Im Mai hat uns unser Rudi Gosch für immer verlassen. Schon in den frühen 50’er Jahren, kurz nach Gründung des Flugsport-Clubs, war er mit treibende Kraft beim Wiederaufbau der von ihm so geliebten Fliegerei in Neumünster gewesen. Mit seiner Tatkraft, seiner Begeisterung und seiner Kameradschaftlichkeit gab er stets ein hervorragendes Vorbild für alle Fliegerfreunde ab. Nach einer langjährigen Unterbrechung schloß er sich 1973 dem Verein wieder an, im Jubiläumsjahr 2000 wählten ihn die Mitglieder zum Ehrenmitglied. Die fast schon routinemäßigen, in der Außenwirkung sehr wichtigen Aktionstage „Tschernobyl-Kinder“, Sehbehinderte Kinder, Schulprojekt Segelflug und Neumünsteraner Ferienpass wurden auch in diesem Jahr abgehalten, nach wie vor von der Presse gut begleitet. Getreu der Vereinbarung alternierender Sommerfluglager - einmal zuhause, dann auswärts ging es in der zweiten Juli-Hälfte in die Südheide zum Segelflugplatz „SchnuckenheideRepke.“, 25 km südlich von Uelzen, unfern dem schönen mittelalterlichen Celle. Das Exkursionsteam bestand aus 34 Teilnehmern, darunter 13 Jugendliche und 4 Fluglehrer. Eine beeindruckende Karawane von 14 Flugzeugen in ihren Anhängern machte sich am 18.Juli auf den Weg. Am Rande des Platzes in einem idyllisch gelegenen Kieferwäldchen wurde die Zeltstadt „Klein-NMS“ errichtet, Selbstversorgung, „Pooling“ und abendliches Lagerfeuer prägten das Lagerleben. Die fliegerische Ausbeute litt etwas unter dem recht durchwachsenen Wetter, trotzdem gab es gute Schulungs- und Streckenflugergebnisse.


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gewonnen werden. Leider schon fast Tradition, wurde das Programm erheblich beeinträchtigt durch starken, böigen NW-Wind bis an die 30 kts mit immer wieder einem heftigen Schauer. Der dadurch bedingte Ausfall vieler Fly-in Gäste und der Fallschirmspringer wurde allerdings durch das Mega-Highlight „Super Connie“ vom Publikum „verschmerzt“.

Die größte Fluglager-Crew in der Geschichte des FSCN – am Flugplatz Schnuckenheide-Repke im Juli 2009

Die absolvierten Streckenflüge zählten leider nicht für den OLC S-H, da sie in Niedersachsen gestartet worden waren, es wären in Summe stolze 5367 km gewesen, erflogen von 12 Piloten mit 25 Flügen, darunter waren die 3 weitesten: 630 gewertete km von Gerwin Dienger mit der „EB“, 480 km von Peter Kretzschmar mit seiner „IKL“ und 460 km von Andreas Rau mit seiner „DG“. Mit einem Paukenschlag konnte der FSCN beim diesjährigen Flugplatzfest aufwarten: Ein tiefer Überflug einer historischen Lockheed Super Constellation - dem elegantesten Verkehrsflugzeug der Propeller Ära. Ein glücklicher Zufall und gute Kontakte hatten dieses absolut einmalige Ereignis für uns möglich gemacht.

Mit wiederum über die beiden Tage rund 10.000 Zuschauern, einem hervorragenden Presseecho und einer frischen, dringend erwarteten „Kassenspritze“ konnte eine sehr gute Bilanz gezogen werden. Die Jahresbilanz in der OLC-Vereinswertung Schleswig-Holstein ergab für den FSCN: 16.495 km und 14.421 Punkte, erflogen von 17 Piloten mit 89 Flügen – wie im Vorjahr Platz 6 (der angestrebte 4. Platz in Schleswig-Holstein wurde allerdings nur sehr knapp verfehlt). In der Bundeswertung bedeutete dies Platz 150 unter 726 meldenden Vereinen. Die 3 punktbesten Flüge ex EDHN stammten von Gerwin Dienger (EB) mit 491 km/419 Pts, von Andreas Rau (DG) mit 426km/355 Pts und von Hendrik Geilsdorf (Y3) mit 388 km/356 Pts. Den nun zum 2.Mal verliehenen Hauspokal „Streckensegelflug“ gewann Peter Kretzschmar (804 Pts), gefolgt von Hendrik Geilsdorf mit 609 Pts und Andreas Schöer mit 569 Pts, der übrigens in diesem Jahr außer seiner schon langjährigen Motorfluglehrerlizenz auch die zusätzliche Berechtigung als Segelfluglehrer erworben hatte. Insgesamt hatten 18 Piloten am „Hauspokal-Wettbewerb“ teilgenommen. Fünf 1.Alleinflieger durften ihr Solo feiern: Christian Dahmke, Niklas Felschow, Christopher Hunger, Lennart Hildebrandt, Heiko Mohr und Kurt Sonyi.

Als weiteres Highlight konnte die Sonderausstellung „150 Jahre Prof. Hugo Junkers“ von den „Freunden der Lufthansa Ju 52 e.V.“

Bei den Ballönern gab es im Laufe des Jahres zwei Neuigkeiten: Anja Meyer, Mitglied seit 2003) wurde stolze Besitzerin des 3400 qm großen „Wigger“-Ballons D-OAKA und Karsten Moltzen (Mitglied seit 1994) löste seinen altersschwachen D-OTED mit dem DODTS mit nunmehr 4000 qm ab. Die kleine, aber aktive Sparte hat z.Zt. 6 aktive und einige


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passive Mitglieder und ist häufig bei großen Ballöner-Treffs wie Warstein, Pforzheim, Borken, verschiedenen Orten in SchleswigHolstein und sogar in den Alpen anzutreffen. 2010 Ein „runder“ Geburtstag steht dem Verein in diesem Jahr ins Haus: 60 Jahre Flugsport-Club Neumünster! Das Jubiläumsjahr startet mit einem Traumwinter, der Platz war tiefverschneit.

nummer DE.MF.0529. Dies erlaubt Reparaturen von Segelflugzeugen und Motorseglern in den Bauweisen Holz, Gemisch- und Faserverbundkunststoffen (FVK) der Schadensklasse 2 (mittelgroße Schäden). Von den 13 Hauptstandorten in S-H, erhielten, neben dem FSCN, nur noch weitere 7 diese Autorisierung. Zu verdanken ist dieser Erfolg allein dem Engagement von unserem Uwe Göttsche, dem schon langjährigen Werkstattleiter des Vereins. Die Motorflieger „gönnten“ sich zu Ostern, damit eigentlich zur Eröffnung der Saison, einen attraktiven Ausflug nach Peenemünde – und das bei bestem Flugwetter.

Januar 2010 – EDHN im Wintermärchen

Gefeiert soll das Jubiläum zusammen mit dem jährlichen Flugplatzfest am 28./29. August 2010 werden, die Vorbereitungen im Organisationsteam sind schon längst im Gange. Gut begonnen hat die Ballonsaison für Anja Meyer, im Zuge eines Einweisungsprogramms überquerte sie die Alpen von Bad Tölz nach Pordenone in Italien (Distanz 250 km, Dauer 5:30, max. Höhe 6.000m NN). Seit dem 21.März hat die Segelflugsparte vier neue Warte, Simone Dilling, Jaroslaw Dominik, Manfred Hahnrath und Andreas Schoer haben die Prüfung erfolgreich bestanden. Schon früh in der Saison gab es mit dem jungen, gerade mal 14 jahre alten Carsten Sonyi einen stolzen 1.Alleinflieger. Ebenfalls erfolgreich bestanden hat die Container-Werkstatt das strenge behördliche Audit und ist nun sogenannter „Hauptstandort“ nach EASA Part M Subpart F mit der Zulassungs-

Der „Lead -Radler“ Matthias Allendorf ganz vorne, gefolgt Thomas Manfred Otto, gab Ingo es Auf dervon JHV des Dreymann, Vereins Ende April Rumpf, Martin Reinke und Morten Schmidt, dem eine Veränderung im Vorstand: Thomas FSCN Motorflug Referenten und Organisator der Exkursion

Bei der diesjährigen Jahreshauptversammlung am 23.April wurde Thomas Dreymann als neuer Schriftführer in den Vorstand gewählt, Anja Meyer stand nicht mehr zur Verfügung. Martin Wendland wurde für weitere 2 Jahre als Vize-Präsident bestätigt. Für langjährige Mitgliedschaft im Verein wurden Johannes Tietgen für 30 Jahre und Gerwin Dienger für 35 Jahre beglückwünscht. Große Anerkennung und Dank zollten die Mitglieder unserem Schatzmeister Roland Reugels. Die Finanzverwaltung des Vereins mußte auf Forderung der Finanzbehörde, bezw. neuer Gesetzeslage zur Gemeinnützigkeit, auf eine völlig neue Basis gestellt werden, selbst die Existenzgrundlage war tangiert. Dank Roland’s


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Expertise und seinem unermüdlichen Engagement gelang das schwierige Unterfangen. Die neue, die Zukunft sichernde Finanzverwaltung steht. Den Aufruf zu verstärkter Nachwuchsförderung wird bei den Allendorfs besonders ernst genommen - allerdings werden noch gut 13 Jahre ins Land gehen, bis der Freiflug der jungen Dame ansteht:

So ganz doll beeindruckt vom Fliegen scheint Jule Charlotta aber noch nicht zu sein…!

Ende April erlitt der Club Astir D-6058 bei einer Windenstartunterbrechung einen schweren Schaden, der Pilot blieb unverletzt. Über eine Reparatur ist noch nicht entschieden.

Das Besondere: Das avisierte vermeintliche Wiesenfeld bei Rumohrholz nahe Flintbek entpuppte sich im Endanflug als mannshohes Rapsfeld! Die leichte SB 5 versank darin ohne Schaden zu nehmen – vom Feldrand war sie nicht mehr zu sehen, die Landestrecke hatte keine 10m betragen!

Manni hat gut lachen, die gekonnte Rapslandung ließ seinen Flieger heil!

Das diesjährige S-H Jugendvergleichsfliegen fand in Flensburg statt, Tim Küpperbusch und Lennart Hildebrandt belegten mit ihrer Ka8 unter 27 Piloten den 13. bezw. den 15.Platz.

Bei den Motorfliegern absolvierte Thomas Dreymann Anfang Juni erfolgreich seine praktische Prüfung für den PPL auf der Katana und bald darauf hielt er stolz seine Lizenz in den Händen.

Seit den Jubiläumsflugtagen 2000 zum 50jährigen Bestehen des Vereins stand in diesem Jahr das 6. Flugplatzfest des FSCN ins Haus. Beginnend mit 2005, wird das Fest wegen der guten Resonanz jährlich veranstaltet.

Das diesjährige zweiwöchige Sommerfluglager der Segelflieger fand turnusgemäß ab 10.Juli wieder „zuhause“ statt. Insgesamt haben beachtliche 31 Segelflieger aller Altersklassen daran aktiv teilgenommen. 425 Starts, mehrere lange Streckenflüge - dabei der längste von Hendrik Geilsdorf auf seiner Mosquito mit 597 km und 547 OLC-Punkten - und das Erreichen wichtiger Ausbildungsziele stehen in der Bilanz. Aus zwei Schnupperern wurden Mitglieder und auch die Presse zeigte sich sehr interessiert. Ein Erlebnis der besonderen Art widerfuhr dabei Manfred Hahnrath mit seiner erst im Frühjahr erworbenen SB 5 – seine erste Außenlandung.

Mit dem diesjährigen Fest am 28./29.August wurde auch das 60jährige Bestehen des Vereins gefeiert. Das Organisationsteam stand dabei vor der Herausforderung, erneut ein attraktives Programm aufzubieten (wobei der Überflug der Super Constellation vom letzten Jahr natürlich nicht zu toppen war). Schwerpunkt sollte eine Segelflugzeug-Oldtimer Schau mit einer historischen Minimoa, einer englischen Slingsby, zwei Ka6’en und der Ka7, jeweils aus Neumünster, und auch Gleitschirm- und Drachenflieger im spektakulären Windenhochstart sein. Auch die Doppeldecker Antonov An2, FockeWulf Stieglitz und Boeing Stearman, die Piper Staffel aus Büsum, sowie Hubschrauber des


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Heeres, der Bundespolizei und von KMN sowie zwei Zlins aus Neustadt-Glewe hatten zugesagt.

Das Design für Plakate und Flyer zum Flugplatzfest mit bereits hohem Wiedererkennungswert

Das Rahmenprogramm am Boden umfaßte Quad-Karts, Kinder-Karussell, Hüpfburg, Bungee-Trampolin, Ponyreiten, Verkaufs-und Ausstellungsstände für Flugmodelle und vielerlei Fliegerartikel, einen Segelflug-Simulator sowie eine Autoschau und selbstverständlich Imbiß-, Eis- und Getränkestände. Aus Anlaß des Jubiläums wurden unter den 60jährigen Besuchern und den Gewinnern eines Jubiläumsquizz Rundflüge verlost. Aber leider beeinträchtigte das Wetter (wiedermal) ganz erheblich unser Programmangebot, am Samstag kamen wir zwar mit nur wenigen starken Schauern noch mit einem blauen Auge davon, aber ab Sonntagnachmittag setzte Dauerregen der Veranstaltung faktisch ein Ende. Viele der zugesagten Piloten mußten passen, da die Anflüge auf Neumünster zu kritisch waren. Dank der Modellflieger, die mit spektakulären Kunstflugvorführungen glänzten, sowie unerwartet eingeflogenen, erstmalig präsentierten Tragschraubern konnten die wetterbedingten Programmlücken etwas abgemildert werden.

Das Publikum mit gut 8000 Gästen über die beiden Tage war schlicht beeindruckend, selbst bei schon eingesetztem Regen wanderte noch eine Traube von Menschen unter dem Regenschirm über den Baumschulenweg zum Flugplatz. Dank unseres sehr treuen Publikums konnte so doch noch eine erfolgreiche Bilanz des Festes gezogen werden – der Einsatz der Mitglieder und Helfer hatte sich gelohnt. Die Streckenflug-Bilanz der Saison 2010 der Segelflieger spiegelt die OLC-Landeswertung wider. Unter 17 beteiligten Vereinen belegte der FSCN mit 15431 Punkten den 6.Platz. 13 Piloten erflogen dabei mit 89 in S-H gestarteten Flügen eine Gesamtstrecke von 16979 km. Den in diesem Jahr zum 3.Mal vergebenen Hauspokal „Streckensegelflug“ errang Hendrik Geilsdorf mit 4600 km und 1062 Punkten. Mit einem „Spanferkelessen“ Ende Oktober in der Segelflughalle klang die Saison 2010 und damit das 60.Jahr des Bestehens des FlugsportClubs Neumünster aus. Dazu wurden alle „externen“ Helfer beim Flugplatzfest in Anerkennung ihres Einsatzes eingeladen. Mit dem Jahr 2010 schließt dieser Streifzug durch 60 Jahre Vereinsgeschichte. Möge dem Flugsport-Club Neumünster in den folgenden Jahren bei der Verfolgung seiner Ziele trotz sicher nicht einfacher werdenden Randbedingungen weiterhin Erfolg beschieden sein.


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Anhang Der nachfolgende Anhang enth채lt eine Auflistung der Mitglieder von ModellflugVereinigung und Flugsport-Club Neum체nster im Zeitraum 1948 - 1950, ein Verzeichnis der Vorstandsmitglieder des Vereins seit der Gr체ndung und einen Quellennachweis.


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Mitglieder der Modellflug-Vereinigung und des Flugsport-Clubs Neumünster Zeitraum 1948-1950 (wegen lückenhafter Dokumentation unvollständig)

Andreas, Heinz

Kleschen, Werner

Berndt, Rolf

Krause, Albrecht

Bohnsack, Ludwig

Kreiensen, Helmut

Brauer, Manfred

Kruse, Bruno

Brüggert, Erna

Meier

Brüggert, Gerhard

Michelsen, Rolf

Brüggert, Richard

Muhs, Reinhard

Brünner

Ohlhof, Günter

Döhring, Peter

Pfeifer, Georg

Dühlmeier, Rudolf

Rohwer

Edlef, Werner

Rump, Hermann

Edler

Sass, Adolf

Gätke, Gerhard

Schaaf, Willy

Gläsel, Rolf

Schmidt, Günter

Godau, Siegfried

Spirgatis, Otto

Grabow, Ernst

Stieler, Heinz

Griebe, Otto

Theinert, Herbert

Gross

Voigt, Hartmut

Grunewald

Voß, Gerd

Hahn, Bernhard

Wannegatt, Otto

Hahn, Klaus

Wallowitz, Hugo

Hauser, Fritz

Werner, Fritz (Nino)

Heinrichs

Wingert, Peter

Hensen

Wohldorf, Walter

Joost, Werner


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Die Vorstandsmitglieder des FSC Neumünster seit der Gründung Datum

1.Vorsitzender/Präsident 2.Vorsitzender/Vize-Präs. Schatzmeister Schriftführer 14.08.1974

Modellflug-Vereinigung Neumünster 30.07.1948

Bernhard Hahn Otto Griebe Herbert Theinert Hermann Rump

19.05.1976

22.06.1978

7.06.1982

Flugsport-Club Neumünster (FSCN) 4.04.1990 28.11.1950

21.01.1954

9.10.1954

17.01.1957

6.02.1959

12.02.1960

9.03.1962

14.02.1964

14.06.1968

18.04.1970

Willy Schaaf Heinz Andreas Herbert Theinert Hermann Rump Nicht besetzt Bruno Kruse Reinhard Muhs Reinhard Muhs Fengler Bruno Kruse Reinhard Muhs Günter Schmidt Ludolf Behnke Klaus Hahn Max Greve Reinhard Wagner Ludolf Behnke Klaus Hahn Max Greve Günter Schmidt Ludolf Behnke Klaus Hahn Max Greve Christel Meier Walter Schmidt Klaus Hahn Max Greve Christel Meier Walter Schmidt Klaus Hahn Max Greve Christel Meier Klaus Hahn Bruno Hinz Max Greve Jürgen Nägelke Klaus Hahn Gerhard Gätke Max Greve Hermann Jürs

11.05.1992

30.03.1993

18.03.1995

12.04.1997

16.01.1999

15.04.2005

23.03.2007

11.04.2008

23.04.2010

Klaus Hahn Walter Schmidt Klaus-Peter Wessel Max Greve Klaus Hahn Walter Schmidt Dietrich Gensch Max Greve Klaus Hahn Gerhard Gätke Rolf Vollstedt Max Greve Klaus Hahn Gerhard Gätke JohannesTietgen Max Greve

Klaus Hahn Johannes Tietgen Jens-Uwe Lööck Max Greve Klaus Hahn Jochen Sienknecht Jens-Uwe Lööck Holger Krützfeldt Helmut Keuchel Jochen Sienknecht Horst Edler Holger Krützfeldt Helmut Keuchel Jochen Sienknecht Horst Edler Jana Grohde Rolf Petersen Jochen Sienknecht Horst Edler Jana Grohde Klaus Wendt Martin Wendland Daniel Beyer Martina Becker Klaus Wendt Martin Wendland Ilona Petersen Martina Becker Bernd Küpperbusch Martin Wendland Roland Reugels Martin Reinke Bernd Küpperbusch Martin Wendland Roland Reugels Anja Meyer Bernd Küpperbusch Martin Wendland Roland Reugels Thomas Dreymann


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Quellennachweis • • • • •

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Protokolle der FSCN-Vorstandssitzungen, Sparten- und Mitgliederversammlungen Presse-Sammlung aus dem Archiv des Luftsportverbands Schleswig-Holstein, Archivar Klaus Griese Presse-Spiegel des FSCN / Referat Öffentlichkeitsarbeit „Modellflug-Vereinigung / Flugsport-Club Neumünster“ – Ein Rückblick von Klaus Hahn, Juli 1998 anläßlich des 50.Jahrestags der Gründung der Modellflug-Vereinigung Diverse Interviews zur Überprüfung der Dokumentationslage der frühen Jahre mit Zeitzeugen wie u.a.: Manfred Brauer, Richard Brüggert, Rudolf Gosch, Max Greve, Klaus Griese, Klaus Hahn, Werner Joost Bildersammlungen von Willy Schaaf, Rolf Michelsen, Manfred Brauer, Richard Brüggert, Rudolf Gosch und Klaus Hahn besonders aus der Frühzeit und aus der jüngeren Zeit u.a.von Gerwin, Katrin und Kristine Dienger, Helmut Widderich, Lothar Nerlich, Jürgen Noetzel, Hendrik Geilsdorf, Boris Holtorf, Matthias Allendorf, Bernd Küpperbusch, Anja Meyer, Gerd-Peter Wingert, Peter Kretzschmar, Roland Reugels, Michel Luyat und Gabriele Vaquette. Ergebnisspiegel zu den Dezentralen Deutschen Meisterschaften im Streckensegelflug, Horst Tollgreef OLC (Online Contest Gliding) Wertungstabellen für Schleswig-Holstein


60 Jahre Flugsport-Club Neumünster e.V.