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MITTEILUNGEN Februar

2020

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FLENSBURGER SEGEL-CLUB Nr. 2 Februar 2020

VERANSTALTUNGEN

Februar-Monatsversammlung Die Februar-Monatsversammlung findet am Donnerstag, dem 7. Februar 2020, um 19.30 Uhr im Clubhaus statt. Vorher um 19.00 Uhr gemeinsames Abendessen: Kleine Steaks mit Ofengemüse und Röstkartoffeln. Wir bitten um Anmeldung bis zum 6. Februar bei der Gastronomie unter Tel. 046318050. 130. Ordentliche Generalversammlung Die 130. Ordentliche Generalversammlung findet am Donnerstag, dem 27. Februar 2020 um 19.30 Uhr im Clubhaus in Glücksburg statt. Vorher um 18.30 Uhr gemeinsames Abendessen: Grünkohl. Anmeldungen zum Essen erbitten wir bis Mittwoch den 26. Februar an die Gastronomie im FSC unter Tel. 04631-8050 oder an die Geschäftsstelle unter Tel. 04631-3233. Tagesordnung: 1. Begrüßung 2. Feststellung der Beschlussfähigkeit 3. Ehrungen 4. Berichte 5. Feststellung des Jahresabschlusses 2019 6. Entlastung des Vorstandes 7. Beiträge für 2020 8. Anträge 9. Haushaltsplan 2020 10. Wahlen. Es sind die Zweiten zu wählen 11. Verschiedenes Etwaige Anträge werden in Kopie zusammen mit den übrigen Unterlagen zur Vorbereitung der Generalversammlung per Post versandt. Wir bitten um rege Beteiligung.

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NEUJAHRSEMPFANG 2020

Gute Stimmung und nette Gespräche in einem gut gefüllten Clubhaus.

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Ein Dank an Birgit Lassen für die Arbeit in der Geschäftsstelle

... und an Barbara Koch für die Ausrichtung des Gänseverspielens

Jahresrück- und -ausblick von Jochen Frank

Alle Fotos: Ingvild Buchholz 47


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Am 14. / 15. März 2020 – Wettfahrthelfer- Workshop Wir suchen für diese Saison wieder viele Helfer für unsere Regatten. An Land und auf dem Wasser! Deshalb bieten wir praktisches und theoretisches Wissen für Helfer und solche, die es werden wollen, am Wochenende 14. / 15. März, an. In einem kurzen theoretischen Teil wollen wir allgemeines Wissen vermitteln und im praktischen Teil diese auch üben. Z.B. - welche Tätigkeiten gibt es überhaupt bei einer Regatta - wie muss ich mein Tonnenlegerschiff ausrüsten und wie das Startschiff - welche Ausrüstung brauche ich auf dem Startschiff und welche Listen - wie ist das Start- und Zielprozedere und was muss ich da beachten - wie schlage ich die Flaggen richtig an und was bedeuten Sie - wie wird die Bahn ausgelegt - wie benutze ich die technischen Geräte (GPS/Entfernungsmesser etc) - wie mache ich richtige Knoten, damit der Anker auch hält - wie lange dauert so eine Wettfahrt überhaupt - und was ist mit Protesten Zudem ein kleiner Übungsparcour und praktisches. Wer also Interesse hat, an einem der beiden Tage für etwa 4 Stunden sein Wissen aufzubessern und zukünftig Teil unseres Teams werden möchte, der meldet sich an unter: office@fsc.de oder direkt an danischmidt@gmx.net und sagt auch, welcher Tag am Besten passt. Wir schicken euch dann eine Email für weitere Infos und freuen uns auf einen tollen Tag mit euch! Dani Huber Gastronomie Ole Klemens möchte die Winterpause in der Gastronomie gern über den 4. Februar hinaus bis zum Beginn des Abslippens verlängern. Daher bleibt unser Clubhaus leider auch im gesamten Februar geschlossen. Der genaue Öffnungstermin im März wird noch in dem März-Heft der Clubzeitung und auf der homepage bekannt gegeben. Alle Veranstaltungen wie die Februar-Monatsversammlung und die Generalversammlung finden selbstverständlich statt. Ole Klemens ist selbstverständlich weiterhin unter den auf der homepage genannten Kontaktdaten zu erreichen.

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Geburtstage 04.02.20 04.02.20 07.02.20

08.02.20 15.02.20

15.02.20

21.02.20

FAMILIENNACHRICHTEN Dr. Ludwig Schroeder August-Sach-Straße 6, 24837 Schleswig Wolfgang Ewert Tangstedter Chaussee 34, 25462 Rellingen Margarete Ollmann Sanderskoppel 15, 22391 Hamburg Dr. Gabriele Mill Achtern Busch 17, 24576 Weddelbrook Werner Meyer Paulinenallee 28, 24960 Glücksburg Thomas Stöckmann Kolk 10, 24999 Wees Rolf Emeis Am Schlosssee 5, 24960 Glücksburg

Herzlichen Glückwunsch!

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Monatsversammlung vom 2. Januar 2020 Unser erster Vorsitzender eröffnet die etwas spärliche Januar-Monatsversammlung mit guten Wünschen für ein frohes und gesundes neues Jahr. Erwartungsgemäß war nicht mit einer hohen Teilnehmerzahl der ersten Monatsversammlung am 2. Januar zu rechnen. Sodann geht sein obligatorischer Dank an die Gastronomie für das sehr leckere Essen. Jochen Frank stellt fest, dass in den letzten vier Wochen nicht viel im und um den Segelclub passiert ist und man nunmehr die Generalversammlung, die Ende Februar stattfindet, vorbereiten wird. Weiterhin gibt er bekannt, dass unser ehemaliges Mitglied Peter Müller vor Weihnachten verstorben ist. Peter Müller war 44 Jahre im Segelclub und vor einem Jahr ausgetreten. Jan Casper berichtet aus dem Kassenbereich, dass der Jahresabschluss in Arbeit ist. Die letzten Buchungen fehlen noch. Er freut sich, dass die Mitglieder für 7.000,- Euro bei REWE eingekauft und ihm entsprechende Gutscheine überreicht haben, damit die Jugend hierfür Sportgeräte erhält. Weiterhin berichtet er von einer netten Silvesterparty im Clubhaus, die die Gastronomie veranstaltet hatte. Es feierten ca. 100 Personen in das neue Jahr hinein. Der Takelmeister Max Koch berichtet, dass die Planung der Arbeiten am 3t-Kran immer noch andauern, und er hofft, dass dieser spätestens im März wieder einsatzbereit ist. Die Brückenbelege sind bestellt, damit der Hafenmeister, sobald er wieder Zeit hat, die Reparatur unserer Brücken fortsetzen kann. Es wird auch darauf hingewiesen, die Karten der Sommerliegeplätze bitte auszufüllen oder dies online zu tun. Da keine großen Themen anliegen, wird die Zeit genutzt, um ausgiebig über das Clubhaus und die Ausstattung zu diskutieren. Aus der Clubversammlung wird angeregt, einen Innenarchitekten zu beauftragen, der mit entsprechendem Sachverstand Vorschläge macht, um die Bahnhofshallenatmosphäre in unserem Clubhaus abzuschaffen. Auch wird angeregt, das Clubhaus der Öffentlichkeit mehr zugänglich zu machen, damit der Gastronom ein besseres Auskommen hat. Bei der Diskussion wird allerdings auch klar, dass hier Zielkonflikte entstehen. In der Vergangenheit wollte die 53


Mehrheit der Clubmitglieder kein rein öffentliches Restaurant, sondern auch Rückzugsmöglichkeiten mit Clubhausatmosphäre für Mitglieder. Unabhängig von der Frage nach dem grundsätzlichen Konzept kann jedoch das zentrale Thema der Gestaltung des Raums ansprechender gelöst werden. Jochen Frank verspricht, sich der Frage nach dem Gastronomiekonzept anzunehmen und in 2020 Lösungsvorschläge zu erarbeiten. Die letzte Leerung des Spendenschiffchens für das Schifffahrtsmuseum ergab einen Betrag von 128 Euro. Unter „Verschiedenes“ spricht unser Kommodore den Artikel in der Silvesterausgabe des Flensburger Tageblattes über die neue Nutzung der Ochseninseln an. Er schlägt vor, dass der FSC sich aus alter Tradition daran beteiligt und unser Clubmitglied Hans Köster, der ja schon eingebunden ist und eine besondere Beziehung zu den Ochseninseln hat, zu unterstützen. Jochen Frank verspricht, ihn anzusprechen, um mit den anderen an der Flensburger Förde beheimateten Segelvereinen eine gemeinsame Strategie zu entwickeln. Mit der Nennung der nächsten anstehenden Termine beendet unser erster Vorsitzender die erste Monatsversammlung im neuen Jahrzehnt. Norbert Erichsen

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Über die Zwölfer Dieter Lützow, ehemals Mitglied im FSC und als Fregattenkapitän und Ausbilder an der Marineschule Mürwik, schrieb 1993 für das „Marine Forum“ einen Aufsatz über die beiden Zwölfer der Bundesmarine, OSTWIND und WESTWIND, und die Ausbildung der Offiziersanwärter auf diesen beide Yachten. Den Aufsatz haben wir auch im Mai 1993 in der Clubzeitung veröffentlicht. Thema: Eine Ära geht zu Ende … Nachfolgend der Aufsatz, leicht gekürzt um einige Marine bezogene Themen.

Die 12mR-Yachten Geht die Ära der 12mR-Yachten zu Ende? Die internationale Formel, nach der die Herausforderer und Verteidiger der des America-Cups gebaut wurden, gilt nicht mehr; sie existierte seit 1906, in Zukunft wird das Segelspektakel um die bodenlose Kanne mit Booten bestritten, deren Leistungsdaten eine neue Formel zugrunde liegt. Ab 1851 segelten Schoner, viel später dann die legendären J-Yachten um die begehrte Trophäe. Zu groß, um noch ungefährlich, zu teuer, um noch bezahlbar zu sein, wurde die Klasse der J-Yachten 1941 eingestellt. Der Zweite Weltkrieg hatte ohnehin die Unterbrechung der Wettbewerbe erzwungen. Aber in den 50er Jahren regte sich neues Interesse an ihnen, und erstmals 1958 gingen 12mR-Yachten an den Start, nicht in Größe, wohl aber in der Ästhetik würdige Nachfolger der J-Yachten. Ein Musterbeispiel deutscher Bootsbaukunst. Als Folge eines verbreiteten Irrtums werden die 12mR-Yachten häufig als 12 KR vermessene Boote eingeordnet, aber die WESTWIND wurde mit 16,783 KR vermessen. Nun fahndet mancher nach Detailgrößen der Boote, die (mit der 12 in Deckung gebracht) eine Erklärung der Bezeichnung des Typs ermöglichen sollen; Länge Wasserlinie, Länge des Baumes usw., irgendwie müssen die 12 m doch erklärlich sein! Sie sind es auch, aber per Konstruktion ist an diesen Booten nichts exakt 12 Meter lang, eine dennoch gefundene Übereinstimmung wäre ein reiner Zufall. Die 12 als Stifterin der Typbezeichnung sagt etwas aus über den Wert der Formel, in die diese Yacht hineingebaut wurden. Sie lautet: 55


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R = L + 2d - F + (Wurzel)S / 1,27 = 12 (Dimensionen in m); R Rennwert, L Länge des Bootes, d Gurtmaße, F Freibord, S Segelfläche Formeln lassen Konstruktionsvarianten zu, die beim Bau der Boote Rücksicht nehmen auf die zu erwartende Witterung in den wahrscheinlichen Revieren. Konstrukteur der WESTWIND (ex INGA) und OSTWIND (ex SPHINX) war Henry Rasmussen. Er zeichnete die SPHINX mit folgenden Maßen: Länge 21,42 m, Breite 3,67 m, Tiefgang 2,724 m. Die Verdrängung betrug 25,16 t bei einem Kielgewicht von 13 t. Nach der o.g. Formel errechnete der amtliche Vermesser 1939 eine Vermessungsgröße nicht von 12 sondern von 11,99. An der Slooptakelung (3/4 Rigg) hat die Marine nichts verändert, eine Anfang der 60er Jahre geplante Umtakelung auf ein Yawlrigg wurde nicht durchgeführt. Bei einer Masthöhe (inkl. Standerstock) von 28 m wurde die Durchfahrthöhe unter Brücken im Fahrtbereich der 12er auf 31 m festgesetzt. Fehmarnsund und Durchfahrt von Smålandsfahrwasser zum Grønsund entfallen damit. Zur Besegelung der Boote gehören: Großsegel 135 m², Genua 82 m², Fock 57,5 m², Spinnaker 175 m², Trysegel 27 m², Sturmfock 13,5 m². Bei leichten Winden bis Beaufort 4 kann der Mast mit Groß und Genua 217 m² am Wind noch tragen, eine Traumbesegelung, die bei leicht geöffneten Segeln auch mal 10 kn bringen kann; steht statt der Genua der Spinnaker, trägt der Mast 310 m². An Deck herrsch dann gespannte Aufmerksamkeit, auch bei denen, die nicht gerade Schot und Achterholer fahren. WESTWIND < OSTWIND >

Die WESTWIND (12 G1) ging 1938, als INGA in Mahagoni gebaut, die OSTWIND (12 G4) 1939 ebenfalls in Mahagoni, unter dem Namen SPHINX unter Segel. Ein dritter 12er aus der Feder von Henry Rasmussen war die 57


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ANITA (12 G2), die heute - yawlgetakelt - für eine Segelkameradschaft segelt; sie soll dem Vernehmen nach sogar Island besucht haben. Die ASHANTI (12 G3) entstand bei Burmester, leider ist sie irgendwann verbrannt. Und damit blieben bis heute WESTWIND und OSTWIND Einzelstücke auf den Revieren in Ost- und Nordsee, original getakelt und ohne Motor, Ausnahmeerscheinungen von großer Ästhetik, schnell, luxusverdächtig, gesegelt aber von einem Berufsstand, dem Bescheidenheit zu wahren, Teil des beruflichen Selbstverständnisses ist. Ein Blick ins Bootsinnere bestätigt diesen Anspruch: preußisch karg die Ausstattung, 34 Jahre im Dienst der Segelausbildung der Marineschule Mürwik (MSM) haben Spuren hinterlassen, nicht jeder Platz unter Deck bleibt bei Seegang und Regen trocken, die Rümpfe ziehen über und unter Wasser Feuchtigkeit. Batterien können nur im Hafen nachgeladen werden und zwingen zu sparsamer Nutzung. Für Bratkartoffeln und heißen Kaffee sorgt eine Propangasanlage. Konteradmiral Rogge, Ende der 50er Jahre Befehlshaber im Wehrbereich I und Beauftragter des Verteidigungsministers für die Beschaffung von Ausbildungsbooten, pflegte zeitlebens gute Beziehungen zum Hause des Reeders Essberger. Von ihm - bzw. seiner Tochter, der er die INGA geschenkt hatte - erwarb die Marine die spätere WESTWIND für angeblich 25 000 DM. Für die LOBITO (ex SPHINX), heute OSTWIND, soll ein höherer Preis gezahlt worden sein. Wie auch immer, die Boote waren damals kaum 20 Jahre alt. Mit Sicherheit gäbe der Markt heute Vergleichbares für die genannten Summen nicht her. Kaum war der Handel abgeschlossen, argwöhnte der Bundesrechnungshof, die Marine wolle sich nunmehr an den Regatten um den America-Cup beteiligen. Jeder Sachkundige konnte sich jedoch ausrechnen, dass gegen moderne Konkurrenz mit diesen „ladies“ kein Blumentopf mehr zu gewinnen war. Wie geplant wurden die 12er dann auch 1958 der MSM als Dienstsegelboote unterstellt und führen seitdem den Stander des Flensburger Segel-Clubs (FSC). Doch auch in der Marine wurden Bedenken laut, Kritikern erschienen die 12er für die Ausbildung wenig geeignet. 1957/58 lief in der Marine eine breite Diskussion im Zusammenhang mit Bau und Indienststellung der GORCH FOCK. Gegner des Segelschulschiffes plädierten für mehrere kleinere Segler anstelle eines großen, andere lehnten und lehnen noch heute die Segelausbildung als nicht mehr zeitgemäß ganz ab. Sie setzten sich nicht durch, obwohl der Verlust der PAMIR 1957 ihre Argumente eher unterstützt haben dürften. Meine Crew (IV/57) gehörte zu den ersten Nutzern der 12er, auf deren Beschaffung die Diskussion zum Glück nicht durchschlug. Wir waren von den Booten fasziniert! Ich bin sicher, dass bei den Verhandlungen um den Ankauf der Boote eine von ihrer Schönheit ausgehende Verlockung mitschwang. Ansonsten muss ja bei der Beschaffung von Ausbildungsgerät streng nach Gesichtspunkten der Zweckmäßigkeit entschieden werden, und 59


zu denen zählen u.a. Alter, Zustand, Preis und spätere Verwendung. Heute wäre die Entscheidung wohl gegen die 12er gefallen. Den damaligen Entschluss halte ich auch heute noch für richtig. Hätten diese Musterbeispiele deutscher Bootsbaukunst im Originalzustand anderenfalls bis heute überlebt? Vor 34 Jahren - in der Segelsaison 1958 - begann eine neue Existenz für die Zwölfer, die sich heute folgendermaßen beschreiben lässt: Die Yachten befinden sich schon länger im Besitz der Marine als vorher in dem ihrer privaten Eigner. Unter dem Stander des Flensburger Segel-Clubs haben sie den Löwenanteil ihrer Seemeilen zurückgelegt. Bei Zugrundelegung einer Saisonleistung von durchschnittlich 2200 sm ergeben sich für 35 Jahre 77 000 sm bei OSTWIND und knapp 75 000 sm bei WESTWIND, die zu lebenserhaltenden Maßnahmen 1992 in der Halle bleiben musste. WESTWIND und OSTWIND sind der stetigen Fürsorge ihrer Eigner entzogen und ständig wechselnder Zuneigung, ständig wechselnden Besatzungen unterworfen, das nimmt Einfluss auf den Zustand der Boote. Weder Profis noch eingeübte Amateurbesatzungen, sondern Ausbilder und Auszubildende segeln diese Boote. Ihre Erhaltung kann nicht aus der Brieftasche des vermögenden Eigners, sondern nur aus der vom Bunderechnungshof mit Argusaugen bewachten Staatskasse finanziert werden. Seit 1958 findet man die Vollblüter kaum noch auf Regattarevieren, umso mehr aber auf Ausbildungsfahrten Die aufgrund ihres Alters eingeschränkte Belastbarkeit der Boot spricht für einen zurückhaltenden Einsatz in materialbeanspruchenden Regatten gegen durchweg modernere Konkurrenz. Lediglich die Teilnahme am Wettbewerb um das Blaue Band der Flensburger Förde ist noch gestattet. Da die Zwölfer hier u.a. gegen ehemalige Admiral‘s Cupper antreten, steht ihre Teilnahme mehr unter dem sportlichen Motto „Hauptsache mitmachen“! Die Devise wird von den Seglern allgemein anerkannt. Wie gesagt, 12 kn sind bei 4 bis 5 Windstärken und leicht geöffneten Segeln schon mal drin, und dann braucht sich kein Konkurrent nach den Zwölfern umzuschauen, aber sobald es an den Wind geht, wird die Schwäche offenbar; sie können nicht genug Höhe laufen. Dennoch reichte es zwischen 1958 und 1971 zehnmal zum Blauen Band, achtmal für die OSTWIND, zweimal für die WESTWIND. So, wie die Boote in die Jahre kamen, wurde zu ihrer Schonung das Fahrtgebiet drastisch beschnitten. Im Norden darf die Linie Grenaa-Torekov, im Osten die Verbindung Arkona-Ystad nicht überlaufen werden. Außerdem: Bei mehr als Beaufort 5 wird nicht mehr gesegelt. Draußen kann aber aus Stärke 5 schnell mehr werden; dann lassen sich Langkieler ohne Großsegel nur mit Vorsegel unter geringen Verlusten an Fahrt und Höhe gut am Wind 60


steuern. Dieser Vorteil muss nur genutzt werden. Sind aber ein geeigneter Ankerplatz oder eine ruhige Pier nur durch Umkehr zu erreichen, bedeutet Umkehr keine Kapitulation, Weitermachen auf Kraft dagegen unnötige Belastung. Die Entscheidung zwischen „Umkehr oder nicht“ wird sich dem verantwortlichen Skipper immer wieder stellen; auf einem Zwölfer wird sie deutlich früher fallen müssen als auf stärkeren Booten. WESTWIND und OSTWIND haben den ihrer Leistungsfähigkeit entsprechenden Anteil zur Ausbildung des Offiziersnachwuchses der Marine beigetragen und den zukünftigen Trägern von Verantwortung über Boote und Schiffe die Augen geöffnet für unveränderbare Größen, an denen Möglichkeiten und Grenzen des Einsatzes technisch hochentwickelter Seefahrzeuge sichtbar werden. Es kann nicht angehen, dass das Anstreben dieses Zieles mit seglerischer Ausbildung der Offiziersanwärter und Offiziere für nicht zeitgemäß erklärt wird. 34 Jahre im Dienste der Ausbildung haben sich die 12mR-Yachten WESTWIND und OSTWIND in einer Verwendung bewährt, für die sie nicht im Entferntesten gedacht waren, und dabei ungezählten Lehrgängen seglerische wie seemännische Erfahrungen vermittelt. 1993, wenn wieder beide Zwölfer segeln, werden sie nicht nur die Herzen der Segler sondern auch die von Seeleuten mit Sinn für ästhetische Qualitäten ansprechen. Die Yachten haben Stolz und Schönheit bewahrt, die Jahrzehnte aber sind nicht spurlos an ihnen vorüber gegangen. Die Ära der 12mR-Yachten geht zwar zu Ende, endgültig aber erst, wenn sie zum Segeln nicht mehr taugen. Und bis dahin ist noch Zeit. Dieter Lützow

Die Klassiker im FSC Es ist noch Zeit, bis die Ära der Zwölfer zu Ende geht, sagt Dieter Lützow in seinen Ausführungen 1993 abschließend, ohne ahnen zu können, welche Entwicklung die Zwölfer zukünftig nehmen würden. Ihre zeitlose Eleganz, die stolze Ästhetik und die gediegene Schönheit der Linien haben die klassischen Yachten überleben lassen, trotz - oder gerade wegen - der technologisch ausgereiften und massenhaft produzierten modernen Konstruktionen. Und - wie immer im Leben - gab es Enthusiasten, Klassik begeisterte Segler und Bootsbauer, die die Szene belebten und einen großen Zusammenhalt schufen. So war es Oliver Berking, der vor vielen Jahren in eigener Regie und unter dem Dach des Freundeskreises Klassische Yachten (FKY) in Flensburg die Classics ins Leben rief und organisierte, die in Zusammenarbeit mit dem FSC zu einem großen internationalen Classic Event gewachsen ist, zu dem in den vergangenen Jahren neben vielen anderen Klassikern bis zu 12 Zwölfer gleichzeitig am Start waren. Und Olivers Werft tut ein Übriges, um die inter61


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nationale 12er-Flotte zu erweitern. Als in den 90er Jahren die Bundesmarine ihre beiden Zwölfer ausmusterte, war es ein Trio im FSC, das für die OSTWIND in der Versteigerung den Zuschlag erhielt. Daraus ist in eigener Regie nach einer aufwendigen, kompletten Renovierung die alte und neue SPHINX wieder ins Leben gerufen worden. WESTWIND, ex INGA, wurde nach England versteigert und hat die Flensburger Förde mit ungewisser Zukunft verlassen. Versuche, sie wieder nach Flensburg zu holen, scheiterten. An sie erinnert uns nur ein Halbmodell, das Dieter Lützow, begnadeter Modellbauer, ehemals Offizier an der Marineschule und Bootsführer auf beiden Zwölfern, gebaut hat, dazu ein Halbmodell der SPHINX. Inzwischen liegen wieder zwei Zwölfer an unseren Brücken: Neben der SPHINX ist es die ANITRA unseres Klubkameraden Josef Martin, der sein Halbmodell dem FSC geschenkt hat. Gerd Kall Die Zwölfer als Gewinner des Blauen Bandes der Flensburger Förde 1958 Ostwind KK Helmut Noak MSM 1959 Ostwind KK Helmut Noak MSM 1960 Ostwind FlAdm. Zenker MSM 1961 Westwind Kpt. z S. Erdmann MSM 1962 Westwind FlAdm. Erdmann MSM 1963 Ostwind Ltn.z.S. Jan.Eike Wolff MSM 1968 Ostwind Kptltn. Gneiting MSM 1969 Ostwind FK Nehls MSM 1970 Ostwind Kptltn. von Hobe MSM 1971 Ostwind Kptltn. Heusinger v.Waldegg MSM 2015 Sphinx Gorm Gondesen FSC 2016 Sphinx Gorm Gondesen FSC 2017 Sphinx Jochen Frank FSC 2018 Sphinx Jochen Frank FSC

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Rund England Vor einigen Tagen las ich in der Dezember-Ausgabe der Clubzeitung den Artikel aus dem Archiv: „Wir holen die Ostwind“. Dort schrieb der Autor in der Erinnerung an das Segeln auf einer 12mR-Yacht „… wurde mir bewusst, dass das Segeln auf Yachten über 100 qm erst beginnt“. Die Faszination, die von so großen Yachten ausgeht, kann ich durchaus verstehen. Wenn ich als Kind in unserer Jolle, der ersten SAGITTA, über die Förde trödelte und dabei einen der Marine-12er traf, so erschien mir der Mast unendlich hoch, die Segelfläche unfassbar groß, der Anblick war wahrhaft majestätisch. Vor Jahren durfte ich dann einmal für eine „Blaue-Band-Wettfahrt“ die SPHINX über die Förde steuern. Wir waren in der Regatta nicht sehr erfolgreich, aber mir ist eines in unvergesslicher Erinnerung geblieben: an der Pinne mit Ausleger auf dem Seitendeck sitzend, der Blick hinauf in das riesige Großsegel, 150 qm groß, welch gewaltiger Anblick, welche Faszination! In der Erinnerung daran kann ich die Begeisterung des Autors jener Zeilen verstehen. Aber, was das Segeln betrifft, kann ich dieser Abgrenzung nach unten hin nicht zustimmen. Segeln war und ist auch, mit einer Jolle unsere Förde zu erkunden, oder mit einem Boot, ganz gleich welcher Größe, unsere so schöne Ostsee! Segeln bewundere ich, wenn ich im winterlichen Gespräch mit meinem Hallennachbarn Dr. Christian Outzen über seine Touren auf dem kleinen Belt spreche, daran denkend, wie wir ihn, keine 10 Jahre her, trafen, als er allein an Bord seiner KATTEGAT auf dem Weg zur Werft war, nördlich von Stockholm. Segeln bewundere ich, wenn mir Eike Hildebrand, seine LARISSA ist in der Halle das nächste Boot, von seinen Plänen erzählt, auch in diesem Jahr wieder in die Ostküstenschären zu segeln. Auch das ist wahrhaft Segeln, auch wenn die Boote kleiner sind! Dass Richard Kasper, der Autor jener Zeilen aus den 50er Jahren, mit dieser Ansicht nicht allein dastand, habe ich schon früh gelernt. Im Frühjahr 1975 wurde ich, damals noch keine 16 Jahre alt, von Dr. Wolfgang Gresch eingeladen, Regatten auf der NAUTILA mitzusegeln. In Erinnerung geblieben ist mir neben Lyø Rund und Alsen Rund vor allem die Kieler Woche, damals zweiter Teil der Ausscheidungen für den Admirals Cup. Nach dem Sieg des deutschen Teams zwei Jahre zuvor herrschte nun reger Andrang moderner 65


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und beeindruckender Regattayachten, es gab spannende Szenen auf der Regattabahn, und wir hatten als sich nicht bewerbende ältere Yacht auf der jeweils gleichen Bahn gewissermaßen einen Logenplatz. Am Ende der Kieler Woche lud mich Dr. Gresch ein, auf der nachfolgend geplanten ersten großen Sommertour seiner NAUTILA mit an Bord zu sein, es sollte rund England gehen! Dieses Angebot war für mich sehr verlockend, welch eine tolle Möglichkeit! Aber im Winter zuvor hatten meine Eltern zusammen mit mirich hatte einige Jahre dafür viel gearbeitet und alles gespart - den Rumpf einer Granada 24 gekauft; dieser stand nun zu Hause vor dem Küchenfenster und sollte in diesem Sommer ausgebaut werden. So schlug ich etwas schweren Herzens die tolle Einladung aus. In dem Versuch, mich umzustimmen, sagten einige der erfahrenen und älteren Crew-Mitglieder, dass ich mir das bitte noch einmal gut überlegen solle, wirkliches Segeln beginne erst ab 100 qm Segelfläche, und wirkliches Fahrtensegeln auf solchen Revieren, alles andere sei allenfalls „Binnendümpelei“. Ich war sehr beeindruckt ob dieser Degradierung - mein Traumziel war damals Bornholm -, aber ich blieb bei meiner Entscheidung. Nachdem ich 1983 mit jener Granada 24, der zweiten SAGITTA, bis nach Haparanda am Ende der Ostsee gesegelt war, hin und zurück etwas über zweitausend Meilen, sagte mein Bruder Jochen, dem ich wiederholt von jenen mich doch beeindruckenden Worten an Bord der NAUTILA damals erzählt hatte: „das nächste Ziel wird dann ja wohl Rund England sein, das ist nicht viel weiter“ - und schenkte mir zum Planen oder Träumen eine Seekarte von den Britischen Inseln. Ein wirklicher Plan entstand damals nicht, dazu gab es zu viel anderes im Leben, Studium, Beruf, eigene Familie, irgendwann ein etwas größeres Boot, die heutige SAGITTA, und traumhafte Ziele in der Ostsee, aber irgendwo in hinteren Gedanken gab es schon dieses „irgendwann“ … Im Jahr 2017 wollte ich dann tatsächlich eine solche Tour unternehmen, gewissermaßen als erweiterter „Zubringer“ zur damaligen Fastnet-Regatta: Beginnen sollte diese Reise mit der Regatta nach Edinburgh, dann eine Sommertour westlich um England herum bis in den Solent. Alles war vorbereitet, die Seekarten an Bord, Flüge für Crewwechsel etc. gebucht, ich war sehr gespannt und auch aufgeregt - doch dann kam, als wir in Helgoland auf den Start zur Regatta nach Schottland warteten, ein sehr heftiges Sturmtief, und mit dem Sturm verwehte das Timing, ich habe davon hier in der Clubzeitung berichtet. Wir konnten damals die Pläne ändern und doch noch am Fastnet-Race teilnehmen. Aber ich beschloss, dass der Plan „Rund England“ nur aufgeschoben sei, dass ich es zwei Jahre später noch einmal versuchen werde. Und so lege ich am Donnerstag 6. Juni 2019 am späten Nachmittag mit meiner SAGITTA aus Glücksburg ab, Kurs Nord-Ostsee-Kanal. Es soll nach 67


Helgoland gehen, von dort dann am Montag, Pfingstmontag, Start zur Edinburgh-Regatta, dann nach Inverness, von dort mit Simone später durch den Kaledonienkanal an die Westseite Schottlands, dann nach Süden durch die Irische See in den Englischen Kanal, um endlich von Cowes aus noch einmal an der Fastnet-Regatta teilzunehmen, das ist mein Plan. Auf der Förde empfängt mich ein frischer Westwind, der Himmel ist bewölkt, aber es ist trocken. Ich bin allein an Bord, was ich heute genieße, nach der hektischen Betriebsamkeit in der Firma, die mich bis in den frühen Nachmittag gefangen hielt. Nun geht es schnell aus der Förde heraus, die so vertrauten Ufer bleiben zurück, ich freue mich über den Beginn dieser Reise, und beim Anblick der so heimischen Förde freue ich mich auch schon etwas auf das Zurückkommen. Das Segeln allein ist etwas anstrengend, da die neue Selbststeueranlage unter Segeln nicht funktionieren will, aber das Segeln an sich ist wunderbar, die grauen Farbtöne am Himmel und auf dem Wasser, vom Weiß einiger Schaumkronen unterbrochen, das Rauschen des Wassers am Bug, die Bewegungen des Bootes, es geht mir gut! Hinter Kalkgrund bekommt Onkel Horst Rotermund seinen Sherry, schließlich schenkte er uns vor über 50 Jahren die alte Jolle, unsere erste SAGITTA, erweckte so bei uns Geschwistern die Begeisterung für das Segeln. Es ist heute eine schnelle Fahrt, um 23 Uhr passiere ich die Huk von Bülk und um kurz nach Mitternacht nimmt Simone an der Wartepier für Yachten in Holtenau die Leinen entgegen. Hier wird das Boot einen Tag liegen bleiben. Am Samstagvormittag bringt mein Sohn Lasse meinen Segelkameraden Hagen Ross und mich an Bord. Wir legen schnell ab - um dann einige Stunden vor der Schleuse zu warten. Der Schleusenwärter bedauert uns auch, verweist auf die schwierige Situation mit nur einer Schleuse, und versucht uns mit dem Hinweis zu trösten, dass am Vortage die Wartezeit für Sportboote über 6 Stunden betrug. So recht getröstet sind wir nicht, als wir nach über 3 Stunden Wartezeit endlich die Kanalfahrt beginnen. Es weht ein stürmischer SW-Wind, und wir trösten uns damit, dass wir bei diesem Wetter auf dem Kanal gegenan motoren können und nicht irgendwo bei viel Seegang kreuzen müssen. Da es so spät losging, schaffen wir die gut 50 Meilen bis Brunsbüttel nicht mehr - Durchfahrt für Sportboote ist an Tageslicht gebunden, heute bis 22 Uhr -, sondern machen pünktlich abends in der Weiche und Liegestelle Dückerwisch an einem morschen Dalben fest. Am nächsten Morgen geht es zeitig Richtung Brunsbüttel, wo wir nicht lange warten müssen, so dass wir um 11 Uhr in die Elbe einlaufen können. Der starke Wind von gestern ist vorbei, wird am Nachmittag immer schwächer, um zum Abend hin nahezu ganz einzuschlafen, so dass wir den größten Teil der Strecke nach Helgoland auf den Motor angewiesen sind. Dort ist der Yachthafen wegen der Nordseewoche überfüllt, wir legen uns neben zwei große Yachten ins Päckchen. 68


Am nächsten Morgen, Pfingstmontag, herrscht reges Treiben im Hafen. Viele Yachten nehmen an einer weiteren Regatta der Nordseewoche teil, während wir uns im Wettfahrtbüro anmelden und das Boot für unsere Wettfahrt vorbereiten. Wir sind ausgewählt für die Sicherheitsinspektion. Der Kontrolleur ist sehr gewissenhaft, überprüft nahezu alles an Bord auf Einhaltung der Vorschriften der ISAF. Am Ende ist er sehr zufrieden, bei der Steuermannsbesprechung später werden wir noch einmal dafür gelobt. Jetzt bin ich nur etwas verwundert, freue mich aber am Ende über das Passieren dieser Kontrolle. Am Mittag kommen die drei weiteren Mitsegler auf Helgoland an, mein Freund Bernd Meier aus Kiel, seit Jahren bei allen langen Regatten mit an Bord, sein Freund Rio Morawe, Arzt auch aus Kiel, und Carsten Krohn aus dem FYC, also aus unmittelbarer Nachbarschaft an der Förde. Zu fünft lauschen wir etwas skeptisch der Wettervorhersage, die Meeno Schrader präsentiert. Die Lage ist deutlich besser als vor zwei Jahren, als wir wegen der angesagten 50 kn Wind nicht starteten …. Aber besser ist nicht immer gut: Meeno „verspricht“ nördlichen Wind, es wird also eine schnelle Überfahrt bei geschrickten Schoten, allerdings mit am Dienstag auf 30 kn zunehmenden Wind, vereinzelt kann es auch bis 35 kn auffrischen. Dazu soll es am Dienstagmorgen anfangen kräftig zu regnen, allerdings, als „Trost“, wohl nur für die kleinen Boote - also für uns -, die großen kommen ggf. vor der Regenfront durch. Meeno versucht, Optimismus zu verbreiten, doch deutlich ist die etwas gedämpfte Stimmung bei den vielen anwesenden Seglern zu spüren. Der 410 sm lange Weg nach Edinburgh wird zwar schnell zurückgelegt werden können, aber bei viel Regen, viel Wind und rauem Seegang. Auch ich bin etwas bedrückt bei diesen Aussichten, zumal ich seit zwei Tagen von leicht erhöhter Temperatur geplagt werde, mich also nicht richtig fit fühle.

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Um 15 Uhr laufen wir aus, wir müssen mit Sturmfock und Trysegel durch ein Gate, alle Crewmitglieder mit Schwimmweste an Deck, über Funk lässt sich die Wettfahrtleitung noch einmal die Einhaltung der Sicherheitsbestimmungen bestätigen. Um 16:30 Uhr starten wir zwischen Helgoland und der Düne, bei NNE 5 geht es zunächst mit Spinnaker nach Süden. Wir kommen gut los, sind mit einer anderen Yacht als erster über die Startlinie. Nach einer halben Stunde haben wir das Südende des Sperrgebietes erreicht, bergen den Spinnaker, und wir nehmen mit 295° unter Großsegel und Fock Kurs auf Edinburgh. Da wir nur zu fünft an Bord sind, einen weiteren Mitsegler konnte ich trotz einigem Bemühens nicht finden, bilden wir mit Hagen und Carsten sowie mit Bernd und Rio zwei Wachen, ich werde zeitversetzt in einem eigenen Rhythmus beide Wachen jeweils zur Hälfte ihrer Zeit unterstützen. Anfangs ist es schönes schnelles Segeln, auch wenn der Kurs keine wirklichen taktischen Überlegungen zulässt. Wir können nur versuchen, die Segel gut eingestellt zu halten, um schnell genug zu sein. In der ersten Nacht nimmt der Wind langsam zu und dreht leicht zurück auf Nord. Um 04 Uhr müssen wir ein Reff einlegen, dazu wird der Seegang rauer, es kommen immer wieder Wellen über. Zwei Stunden später setzt kräftiger Regen ein, er wird, wie angekündigt, bis zum Zieldurchgang anhalten. Die beiden Lüfter im Kajütaufbau, eigentlich unter der Rettungsinsel recht geschützt, halten nicht dicht, werden von dem vielen überkommenden Wasser immer wieder aufgedrückt, dann kommt mit jeder Welle ein Schwall Wasser ins Boot. Hagen gelingt es, einen Segelsack so über den Lüftern zu befestigen, dass es bald nur noch stark tropft, aber inzwischen ist es sehr nass unter Deck. Dies gilt auch für die Leekoje im Salon, aber dort soll ja sowieso keiner schlafen, möglichst viel Luvgewicht lautet die Devise. Um 10:45 notiere ich neben dem Standort im Logbuch „sehr raues und nasses Segeln, starker Seegang, viel Wasser im Boot“. Neben dem Wasser, das durch die Lüfter und auch durch den Niedergang kommt, und dem, das anfangs durch die Spüle hochschwappt, muss es noch eine weitere Quelle geben, die ich aber nicht finde. Es hilft nur regelmäßiges Pumpen. Aber Helgoland liegt schon 135 Meilen hinter uns, es geht voran. Irgendwie gelingt es auch, einen Kaffee zu kochen, das belebt wieder. Andere Yachten sind nicht mehr zu sehen, aber als zweitkleinstes Boot der Flotte dürfen wir damit auch nicht mehr rechnen. 71


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Am frühen Nachmittag müssen wir ein zweites Reff einlegen, der Wind hat weiter zugenommen, der Seegang ist höher geworden, der Regen lässt nicht nach. Am späteren Nachmittag krabbele ich wieder durch das Schiff, irgendwoher muss das viele Wasser doch kommen, finde aber nichts. Dafür sind die Bewegungen des Bootes sehr ruppig geworden, wir haben die Doggerbank erreicht. Eigentlich will ich nach erfolgloser Suche in die Koje, doch ich merke, bevor ich das Ölzeug aus habe, dass mir vom Rumkrabbeln und Suchen mulmig geworden ist, also alles anziehen, auch Schwimmweste, und raus, vielleicht etwas steuern. Das Anziehen dauert in dem Geschaukel. Einmal falle ich nach Lee, bekomme mit links gerade noch einen Griff zu fassen, und spüre, da das Boot in dem Augenblick in eine Welle fällt, wie es in der Schulter knackt. Aber mir ist schlecht, keine Zeit zum Nachdenken, bloß raus ins Cockpit. Draußen schnell eingepickt, dann will ich nach Lee, an die Reling, doch bevor der Seegang seinen wahren Tribut von mir fordern kann, kommt eine Welle über und meine Automatikweste geht auf. Sofort sendet der kleine AIS-Sender, mit dem wir vorschriftsgemäß unsere Schwimmwesten ausgestattet haben, seinen ersten Alarm an unser eigenes Funkgerät, das unter Deck laut zu tuten anfängt. Also wieder zurück, den AIS-Sender deaktivieren, dann unter Deck, den MOB-Alarm abstellen und Rundruf an alle Schiffe, dass, sollte der Alarm schon weiter gegangen sein, es ein Fehlalarm ist. Nach Eintrag ins Logbuch und Neupacken der Schwimmweste fällt mir auf, dass von der aufkommenden Seekrankheit nichts mehr da ist, immerhin. Um 20 Uhr, inzwischen haben wir gut 7 Windstärken, in Böen etwas mehr, müssen wir ein drittes Reff einstecken. Eigentlich wäre es Zeit für einen Vorsegelwechsel, aber keiner hat Lust, bei diesen Bedingungen auf das Vorschiff zu gehen. Der Seegang ist einige Meter hoch, das Boot arbeitet heftig, ein Segelwechsel wäre wirklich mühsam. Da laut Vorhersage nicht noch mehr Wind kommen soll, die Spitzen der Prognosen haben uns bereits erreicht, bleiben wir beim jetzigen Vorsegel und reffen. Ich krabbele danach in die Luvkoje im Salon, meine Kleidung ist nass, mein Schlafsack ist nass, die Schulter schmerzt, ich friere, fühle mich erschöpft, und ich frage mich, was ich hier mache, ob ich mit nun fast 60 Jahren nicht doch langsam zu alt bin für solche Abenteuer. In Gedanken bedanke ich mich bei meinen vier Mitseglern, die so tapfer ihre Wachen gehen, ein Vergnügen ist dieses Segeln wahrhaft nicht, für uns alle nicht. Aber wir haben inzwischen den halben Weg hinter uns, damit tröste ich mich, während ich versuche, warm zu werden und Schlaf zu finden. Nach zwei Stunden bin ich wieder etwas zuversichtlicher, stehe auf, erst einmal pumpen, dann anziehen, für einige Nachtstunden an Deck. Der Wind hat sich nicht verändert, der Regen ist nicht weniger geworden, der Seegang ist noch höher geworden, aber etwas länger, da die Doggerbank schon eine Weile hinter uns liegt, die Nordsee wieder tiefer ist. 73


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Als ich fünf Stunden später wieder in die Koje krabbele, ist auch mein Ölzeug von innen vollkommen nass. Das fällt aber eigentlich nicht auf, da nichts an Bord mehr trocken ist. In der Nacht hat eine Welle die Sprayhood eingedrückt, eine Naht ist lang aufgerissen, so dass nun jede überkommende Welle von dem Wachhabenden, der nicht am Steuer steht, abprallt und in den Niedergang schwappt - wir pumpen regelmäßig. Irgendeine unfreundliche Welle hat auch in der Nacht ein Crewmitglied vom WC gehoben und durch die Tür in den Salon geworfen. Die Tür lässt sich nicht mehr verschließen, aber das ist eigentlich im Moment ein kleines Übel. Denn wir kommen voran. Ab Mittwochmittag haben wir den Eindruck, dass der Wind tendenziell leicht abnimmt, und um 14:30 Uhr können wir das dritte Reff ausschütten, ein schönes Gefühl! Wir nähern uns Schottland, das ist nicht zu übersehen an den zahlreicher werdenden Basstölpeln um uns herum. Bei dem starken Seegang haben sie aber offenbar Schwierigkeiten, Fische zu sichten. Mir fällt jedenfalls auf, dass sie sich nicht, wie ich es von meiner ersten Schottlandtour in Erinnerung habe, aus großer Höhe senkrecht ins Wasser stürzen. Stattdessen touchieren sie im schnellen Gleitflug das Wasser nur leicht und sammeln dabei herumschwimmenden Seetang auf. Ich nehme mir vor, später einmal zu recherchieren, ob sie diesen zum Nestbau benötigen oder ob sie bei Sturm Vegetarier werden; jetzt bewundere ich die eleganten Flugkünste dieser Vögel. Um 18:30 ist, während wir das zweite Reff ausschütten, in Lee im Dunst plötzlich die schottische Küste zu erahnen! Der Seegang ist vorher schon deutlich geringer geworden, wir nähern uns der Landabdeckung. Um 19:15 passieren wir den Bass Rock, diesen imposanten Felsen im Eingang des Firth of Forth, Heimat und zugleich Namensgeber der so eleganten Basstölpel. Der heftige Seegang ist vorbei, es gibt etwas Warmes zu essen, das tut gut. Dazu machen wir bei halbem Wind und bald auch wieder vollem Großsegel gute Fahrt Richtung Ziel, das wir heute noch erreichen werden! Unter Deck ist es allerdings triefnass. Das gilt auch für die Kojen, so dass die Aussicht auf eine ruhige Nacht deutlich eingetrübt ist. Dann überrascht uns Carsten mit einer freudigen Nachricht: bei erster Netzverbindung hat er seine Frau Birgit über unser Befinden per Kurznachricht informiert. Birgit, selbst passionierte Seglerin, hat daraufhin noch für die selbige Nacht im Internet eine Ferienwohnung für uns gemietet, dort soll es trockene Betten geben! So passieren wir um 22:44 bei nur noch 5 Windstärken aber immer noch strömendem Regen die Ziellinie und laufen in den Hafen Granton ein, an dem der diese Regatta mit ausrichtende Royal Forth Yacht Club seinen Sitz hat. Wir können einige triefende Polster in die beheizten Waschräume des Clubhauses stellen, dann packen wir ein paar Sachen zusammen, trinken im Clubhaus ein Willkommens-Bier und sprechen mit dort sitzenden Seglern sowie den am Ziel Wachhabenden. Wir hören, dass nicht alle Yachten die Regatta durchgehalten haben, dass von den Segelnden auch noch nicht alle im Ziel sind, dass 75


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aber das Wetter in der Nacht deutlich besser werden soll. Ich bedanke mich mit einem weiteren Bier bei meinen Mitseglern für ihr Durchhaltevermögen. Dann nehmen wird uns ein Taxi, erreichen die Wohnung, die sich tatsächlich mit einer Zahlenkombination öffnen lässt, trinken gut gelaunt noch das eine und andere Bier - und fallen endlich in ein trockenes Bett. Nach einem gemütlichen Frühstück, ganz britisch, mit viel Rührei und Speck - diese Vorräte konnten wir während der Regatta wegen des Seegangs ja nicht nutzen - gehört der Donnerstag dem Aufklaren an Bord. Ich finde eine Segelmacherin, die die Sprayhood, obwohl noch feucht, repariert und später in den Hafen zurückbringt, im Boot läuft die Heizung, das Clubhaus steht voll mit nicht nur unseren Polstern, in der Wohnung hängen überall nasse Sachen zum Trocknen. Der Verschluss der WC-Tür lässt sich mit Epoxy-Kleber wieder richten, so dass eigentlich alles wieder in Ordnung ist. Dann besprechen wir das weitere Vorgehen. Hagen und ich werden am Freitag wieder auslaufen, Richtung Inverness, wo das Boot einige Zeit liegen bleiben soll. Bernd, Carsten und Rio werden am Freitag Edinburgh besichtigen und am Samstag nach Hause fliegen. So vergeht der Tag. Am Abend essen wir im Clubhaus Curry, trinken Bier und reden mit den Schotten. In der Gesamtwertung sind wir vierter geworden, in der Gruppe ORC 4 erster wobei hier auch nur zwei Boote ins Ziel gekommen sind. Einige Boote haben größere Schäden davongetragen. So sind wir, als wir den Abend bei einem Gin in der Ferienwohnung ausklingen lassen, doch sehr zufrieden mit unserem anstrengenden Segeltörn über die Nordsee. Am Freitagmorgen laufen Hagen und ich aus Edinburgh-Granton wieder aus, es kommt bald ein mäßiger SSE-Wind auf, wir setzen den Gennaker und sind guter Dinge. Nach Passieren der Landspitze Five Ness überqueren wir die Bay von St.Andrews, an der jener legendäre erste Golfplatz liegt. Hier sollen der Legende nach die Gebeine des Heiligen Andreas an den Strand getrieben worden sein, jenes Apostels, der an einem gekippten Kreuz sein Martyrium erlitt. Dieses AndreasKreuz prägt bis heute die schottische Flagge. Etwas weiter nördlich mündet der Tay in die Nordsee. Der Zusammensturz der Eisenbahnbrücke über den Firth of Tay Weihnachten 1879 inspirierte Theodor Fontane zu seiner düsteren Ballade. Weit draußen sehen wir den mächtigen Leuchtturm Bell 77


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Rock, den 1811 errichteten ältesten noch in Betrieb befindlichen OffshoreLeuchtturm. Sein Bau wurde von Robert Stevenson geplant und umgesetzt, der mit diesem beeindruckenden Werk eine ganze Dynastie an schottischen Leuchtturmbauern begründete. In den folgenden 3 Generationen wandte sich nur ein Neffe, Robert Louis Stevenson, anderem zu und wurde Schriftsteller, schrieb u.a. „Die Schatzinsel“. Am Abend erreichen wir den Hafen Montrose, der nicht auf Yachten eingestellt ist, aber wir können an einem Schlepper mit Motorschaden längsseits gehen. Früh am nächsten Morgen geht es wieder los, um die Tide günstig mitzunehmen. Wir laufen bei leichtem Ostwind teils mit Motor teils mit Segeln weiter nach Norden, legen am späten Nachmittag kurz zum Tanken in Peterhead an, um am Abend schließlich nach Passieren der Landspitzen Rattray Head und Kinnaird Head in den Moray Firth einzubiegen und in der Aberdoor Bay vor Anker zu gehen. Am westlichen Ende dieser Bucht liegt das kleine Dorf Penan. Hier wurde der Film „Local Heroe“ gedreht, ein wahrhaft schottischer Film, langsam, wie ich es mag, mit wunderbaren Landschaftsaufnahmen und vielen seltsamen Menschen. Die rote Telefonzelle, die in jenem Film eine so zentrale Rolle spielt, kann ich nicht erkennen. Ich bin mir eigentlich sicher, dass ich sie im Jahr 2011 beim Passieren noch gesehen habe. Und ich bin eigentlich der Auffassung, dass diese Telefonzelle unter Denkmalschutz gehört. Aber vielleicht habe ich jetzt auch nur nicht gründlich genug hingeschaut. Am nächsten Tag gelangen wir bei umlaufenden leichten Winden und unter durchaus wechselnden Vorsegeln weiter hinein in den Moray Firth, ankern wieder in einer Bucht, um am Montag, 17. Juni, nachmittags endlich in der Inverness Marina festzumachen. Den Platz habe ich im Voraus gebucht, da das Boot hier gut drei Wochen liegen bleiben soll. Wir werden freundlich empfangen, das Marina-Team verspricht, regelmäßig nach dem Boot zu sehen. Am Dienstag früh begeben wir uns per Bahn nach Edinburgh, von dort geht es mit dem Flugzeug über Amsterdam nach Hamburg und dann nach Hause, der erste Teil dieser Segeltour liegt hinter dem Boot. Fortsetzung folgt Tillmann Frank

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Neujahrsgruß Zuerst einmal wünschen wir allen Jugend- & natürlich auch Seniorenmitgliedern ein frohes neues Jahr und eine großartige Saison 2020! Ganz besonders aber möchten wir vier neuen Eignern aus der Jugendabteilung eine großartige erste Saison mit ihren neuen Booten wünschen. Matz Fintzen, als der Erste, ist mit seiner neuen Albin Express bereits im Sommer im FSC aufgetaucht und auch schon bei der German Open gesegelt. Eine weitere Albin Express haben sich im Herbst Tim Schäfer und Finn Koch gekauft, die beide aus anderen Segelclubs an der Förde kommen, aber sich nun um die Aufnahme in den FSC bemühen. Sowohl Matz als auch Finn und Tim sind Teil eines größeren Freundeskreises, zu dem auch wir gehören. In diesem Freundeskreis wird regelmäßig im FSC gesegelt, sei es mit der EXPEDITE zur Sommertour oder mit den Clubbooten und Nicos X79 zu einer Spaßregatta am Wochenende. Auch einfach mal am Nachmittag wurde eine Runde gesegelt. Finn und Tim haben beide schon 2019 auf der FÖRDE EXPRESS gesegelt. Zusammen mit einigen weiteren aus dem Freundeskreis unter Tim Kuiper als Steuermann wurde an der MiAR, der German Open und dem Cappy Cup teilgenommen. Auch jetzt mit ihrem eigenen Boot sind Ambitionen da, weiter an Regatten teilzunehmen. Auch Matz investiert aktuell viel Zeit in sein Boot, um es zum einen schön, zum anderen aber auch schnell zu machen und Regatten zu segeln. Schließlich steckt Regattafieber bekanntlich an und so findet sich auch für beide Boote genügend Crew im Freundeskreis. Die Flotte an Booten dieser Größe ist sogar noch größer. Denn Ende vergangenen Jahres hat sich auch Kian Freudenstein ein neues Boot gekauft. Sehr zur Freude von uns beiden eine X79. So haben wir nun auch einen direkten Konkurrenten ähnlichen Alters im FSC und können viel gemeinsam trainieren und fachsimpeln. Und natürlich hat auch Kian vor, bei Regatten erfolgreich zu sein mit seiner X79. Und so hoffen wir ganz persönlich darauf, mit allen diesen Booten schöne gemeinsame Trainings und eventuell wieder die eine oder andere Spaßregatta segeln zu können. Zusammen mit gleichaltrigen um die Wette zu segeln ist einfach klasse und macht viel Spaß. Umso schöner ist es, dass die Flotte 81


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immer größer wird und somit auch die Jugendabteilung wächst, gerade im Kielbootbereich! Deswegen möchte ich allen Eignern der drei neuen Boote alles Gute wünschen und natürlich immer eine Handbreit Wasser unterm Kiel. Auf viele schöne gemeinsame Stunden auf dem Wasser! Gregor Wilkens und Nicolas Barth, Jugendvorstand

Bericht von der Weinachsfeier im FSC Nachdem alle angekommen waren, wurden die Einkäufe ausgepackt und wir begannen die Lebkuchenhäuser zu bauen. Dabei war eine super Stimmung und jeder hat dem Anderen geholfen. Jeder durfte sein fertiges Haus mit nehmen. Nach dem Aufräumen spielten wir Julklap. Alle waren ausgelassen unter dem Würfeln und dem anschließenden klauen der Pakete. Als um 18:00 Uhr Schluss war gingen wir fröhlich nach Hause. Frohe Weihnachten und einen guten Rutsch ins neue Jahr an Alle. Max

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Ganz allein und doch gemeinsam „Wir sind um die Welt gesegelt! Wir zwei - Jens und ich. Miteinander haben wir es durchgezogen; Hand in Hand. 25 Monate, 24 Stunden auf kleinstem Raum. Das Ganze im Rahmen der World ARC in Form einer Geschwaderfahrt. Damit konnten wir von den Erfahrungen der anderen profitieren. Man ist nicht ganz so allein, auch wenn natürlich jeder mit sich und seinem Boot beschäftigt ist“, sagt Autorin Dagmar Garlin in ihrem Buch „Garlix auf großer Fahrt“ über die Weltumsegelung, die sie mit ihrem Mann in Angriff genommen hat. Das Besondere ihrer Schilderungen: Dagmar und Jens können sich freuen. Können staunen über Dinge, die bei anderen Weltumseglern ganz alltäglich scheinen. Das vermitteln sie ihren Lesern perfekt. Zeigen, wie wundervoll die Welt ist und wie viel Schrecken sie manchmal birgt, wenn man auf einem kleinen Schiff ist. So kann ein Gewitter über dem Meer faszinierend in seiner Schönheit sein - aber auch extrem angsteinflößend. Der Anhang enthält viele praktische Tipps und Erfahrungen zum Thema Weltumseglung, vor allem aber rund um das Thema ARC und World ARC. Dagmar Garlin: Garlix auf großer Fahrt - Die Welt umsegeln mit Fremden und Freunden. 272 Seiten, 38 Fotos, 16,90 €, Delius Klasing Verlag.

Redaktionsschluss für die nächste Ausgabe: 10. Februar 2020

Verlag und Herausgeber: Flensburger Segel-Club e.V., 24960 Glücksburg-Quellental, Fon 04631 - 32 33, Fax 04631 - 32 36 Geschäftsstelle: 24960 Glücksburg-Quellental, Fon: 04631 - 32 33, Fax: 04631 - 32 36 Internet: www.fsc.de, E-Mail: office@fsc.de Redaktion: Tillmann Frank, Kay Iversen, Gerd Kall, Lars Kühl, Doris Münzberg-Frank Redaktion E-mail: gerd.kall@t-online.de Anzeigen, Satz und Layout: Doris Münzberg-Frank, Schöne Aussicht 10, 24944 Flensburg, Fon 0461- 3 22 96, Fax 0461 - 3 22 98, E-mail: muenzberg-frank@gmx.de, Der Zeitungspreis ist mit dem Mitgliedsbeitrag abgegolten. Erscheint monatlich einmal.

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Profile for Heinz-Dieter Dockhorn

FSC-Mitteilungen 02/2020  

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