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F R U I T N E T M E D I A I N T E R N AT I O N A L 06.03.2021

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Die Erfahrungen aus der Vergangenheit sind die

WEGWEISER IN DIE ZUKUNFT

Die 5.000ste

AUSGABE

blickt nach vorne – beleuchtet die Megatrends – zeigt Perspektiven auf –


You’ve got the cool stuff. We’ve got the reefers.

Von der Avocado über Kirschen bis zu Zitrusfrüchten: Auch für anspruchsvolle Ware haben wir stets die richtige Lösung. Denn als einer der weltweiten Top-Containercarrier für ReeferLadung wissen wir, worauf es beim Transport temperaturempfindlicher Güter ankommt. Dank unseres Remote Container Managements haben sowohl wir als auch unsere Kunden die Ware entlang der gesamten Lieferkette stets im Blick – die Garantie für den extra Frische-Kick.

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INHALT

FHHGGG

N. 09 I 2021 06. MÄRZ 2021

08 5.000STE AUSGABE 08 5.000 Ausgaben Fruchthandel Magazin und wovon sie zu berichten hatten

12 100 Jahre KÖLLA-Gruppe: Aufbruch und aufbrechen – damals wie heute

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16 Philippe Binard, Freshfel: „Großartige Perspektive für Frischprodukte über das Jahr 2021 hinaus“

20 22 28 32 34

Dieter Krauß, DFHV-Präsident: Auf die nächsten 5.000 Die Zukunft des Fruchthandels: Aktuelle Trends zeigen, was kommt DFHV-Junioren: Nachfolge und Unternehmensführung im Fokus Zukunftsvision: Den Wandel mit einem anderen Blick betrachten Paco Borrás: Was erwartet die Obst- und Gemüsebranche nach Covid-19?

38 Llombart: 60 Jahre Tradition, Innovation und Leidenschaft 40 Citrosol: Neue Beschichtungen CI-Control zur Kontrolle von Kühlflecken

42 Murciana de Vegetales: Sicherheit, Gesundheit und Wohlbefinden 44 Dr. Oliver Stolper, Analytica Alimentaria:

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Sichere Lebensmittel – sicherer Handel

48 IDM: Breites Restart-Programm soll Südtirols Zukunft nach der Krise sichern

50 VOG: Neuer Markenauftritt für Marlene® 52 Schweiz: Ernährungssysteme national und international nachhaltiger gestalten

54 Europäische Ernteschätzungen bis zum Jahr 2030 55 Handelsmaatschappij Jan Oskam BV: 70 Jahre jung und immer noch eine wichtige Adresse im Fruchtgeschäft

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EU investiert 121 Millionen Euro in LIFE-Programme

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Direct Fresh GmbH: „Für uns zählen Wort und Handschlag“

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Deutschland/Österreich: Verbraucher lieben Bio OGA/OGV Bruchsal: Es hängt viel von der jungen Generation ab FreshField: Die den Sturm ernten Großmarkt Stuttgart: Neue Wege der Versorgung sind ein wichtiges Zukunftsthema East4fresh: Pandemie bietet neue Perspektiven Port International: Treiber des gesellschaftlichen Wandels CO2Correct: Nachhaltig nachhaltig Flandern/Care4Growing: Digitales Ökosystem rund um die Produktion

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INHALT

N. 09 I 2021 76 Zukunfts-Projekt: Digitale Potenziale erproben und nutzen 78 Die nächste Welle in der Umgestaltung der Transport- und Logistik-Branche

80 GS1 Germany: Ein Dokument, viele Anforderungen 82 Die GBA Group gratuliert zur 5.000. Ausgabe

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des Fruchthandel Magazins

84 86 88 90

Forschung: Kommunikation mit dem Obstbaum durch 4.0 agiles: „Künstliche Intelligenz ist das nächste große Ding“ Fraunhofer IML: Integrität von Daten und Prozessen sichern Strauss Verpackungsmaschinen: Vernetzung, Kommunikation und Nachhaltigkeit prägen die Zukunft

92 95 96 99

Sismatec: Umweltfreundliche Verpackungslösung gewinnt an Bedeutung Polytrade: Nachhaltige Verpackung und Qualität sind kein Widerspruch Lorentzen & Sievers: Recycling von PET-Schalen erfolgreich getestet fremondo Verpackungen: Nachhaltig zukunftsorientiert – O+G-Schalen für jeden Bedarf

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101 VDW: Studie sieht nachhaltige und langlebige Rohstoffbasis für Wellpappe 102 JKI: Eine Bestandsaufnahme innovativer Technologien 106 BayWa: Agrarroboter sind in Deutschland noch immer ein Novum 110 Frankreich: Konjunkturbelebungsplan soll Landwirtschaft grüner machen 112 Forschung: Blick in die Tiefe der Pflanzen 114 Empa/Coop: Gurke mit Zwilling 115 Supply Chain Management: Eine umfassende Datenlage als Basis 116 Die Genossenschaftsidee lebt – auch in Zukunft 119 Corona-Pandemie lässt Online-Handel mit Lebensmitteln explodieren

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PRODUKTE IM TREND

120 Zucchini: Ein Hype auf Bio-Ware

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SCHLUSSPUNKT

122 Klimaauswirkung will Weile haben

RUBRIKEN

98 Verbraucherpreise 122 Themenvorschau / Impressum

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DAS EINZIG BESTÄNDIGE IST DER WANDEL (HERAKLIT)

www.koella.com


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VORWORT

Ein Blick in die Zukunft

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ie 5.000ste Ausgabe des Fruchthandel Magazins ist erschienen – ein rundes Jubiläum, das nicht sehr viele Zeitschriften erleben dürfen. Nein, wir werfen keinen langen Blick zurück, das hat der Herausgeber unserer Zeitschrift, Günter Schweinsberg, vor knapp fünf Jahren in einzigartiger Form getan, als der Verlag 100 Jahre alt wurde. Vielmehr schaut das gesamte Team nun nach vorn. Wir wollen allen Lesern, Kunden und Freunden mit dieser Ausgabe aufzeigen, wohin die Reise im Obstund Gemüsegeschäft in Zukunft gehen könnte, was die wichtigsten Herausforderungen der gesamten Lieferkette sein werden und zeigen Lösungen auf. Natürlich haben auch wir keine weissagende Glaskugel, die uns einen Blick in die Zukunft gewährt. Dafür haben wir mit Saatgutfirmen, mit Produzenten, mit Logistikern und Verantwortlichen der Branchenverbände gesprochen. Wir wollten von LEH-Unternehmen wissen, wie der Einkauf der Zukunft gestaltet wird, und von den Verbrauchern, wo und wie sie künftig

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einkaufen gehen – wenn das Virus besiegt ist. Wir haben Wissenschaftler befragt, welche Forschungsprojekte die Branche weiterbringen werden. Es war eine spannende Zeit, an dieser Ausgabe zu arbeiten. Fest steht schon heute, dass in Zukunft – wenn wir die Pandemie endlich hinter uns gelassen haben – vieles anders sein wird, weil sich die Menschen verändert haben. Der Onlinehandel ist ein Beispiel dafür. Das Einkaufsverhalten vor allem der jungen Konsumenten ist zwar schon heute digital geprägt und wird sicher noch intensiviert, aber auch ältere gehen zunehmend digitale Wege – mit entsprechenden Folgen. Und die Sicht auf frische Lebensmittel wird eine andere sein. Es ist noch nicht möglich, dies verlässlich quantifizieren, aber das Bewusstsein rund um Lebensmittel hat sich durch die Pandemie auf vielfache Weise gewandelt. Die Verbraucher interessieren sich intensiver für das, was sie essen und woher die Lebensmittel kommen. Das wird wohl in Zukunft auch im Fruchthandel Magazin stärker im Mittelpunkt stehen.

Die Arbeitsabläufe in der Branche werden, soweit sie es nicht schon in weiten Teilen längst sind, noch weiter digitalisiert. Damit rückt die Welt noch ein Stückchen näher zusammen, aus großen Distanzen werden immer kleinere – mit weitreichenden Folgen. Das Fruchthandel Magazin wird dabei sein – im Print, im Mix oder rein digital – bei der 10.000sten Ausgabe werden wir die Antwort kennen. An dieser Stelle möchten wir uns nicht zuletzt für all die Glückwünsche bedanken, die den Verlag in den vergangenen Wochen erreicht haben. Das stimmt uns froh, ist aber gleichzeitig Pflicht, noch besser, noch informativer zu werden.

Fest steht schon heute, dass in Zukunft – Fe wenn wir die Pandemie endlich hinter uns gelassen haben – vieles anders sein wird, weil sich die Menschen verändert haben.“

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5.000STE AUSGABE

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5.000 Ausgaben Fruchthandel Magazin und wovon sie zu berichten hatten Günter Schweinsberg

Das passierte bisher ... Die erste Ausgabe des Magazins erschien am 22. Juli 1916, mitten im Ersten Weltkrieg. Das große Thema war der Mangel an Obst und Gemüse. Der Bevölkerung stand der berüchtigte „Kohlwinter“ bevor, mit katastrophalen Engpässen in der Versorgung. Die vielen Verordnungen, die hektisch erlassen wurden, konnten die Menschen nicht satt machen. Dem organisierten Fruchthandel schien es an der Zeit, in einer eigenen Publikation seine Stimme zu erheben, Ratschläge zu geben, Erfahrungen zu teilen, mitzureden. Auf den folgenden Seiten fasst Günter Schweinsberg, Herausgeber des Fruchthandel Magazins, zusammen, was bisher geschah.

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or dem Ersten Weltkrieg, zu Kaisers Zeiten, hatte es bereits einen blühenden internationalen und nationalen Fruchthandel gegeben. Die Chroniken der verschiedenen Gruppierungen und der großen Handelsfirmen geben darüber eine beredte Auskunft. Aber die Fäden zum Ausland waren durch den Krieg zerrissen und es ging der Zeitschrift immer wieder darum, Misswirtschaft und engstirnige Gesetze anzuprangern. Sie nahm dabei kein Blatt vor den Mund. Ihr erster Herausgeber und Verleger – Dr. Arno Schade – war ein streitbarer Kämpfer für freie Märkte. Aber die konnten erst mit einer stabilen Währung wieder gefunden werden.

Damit fing alles an ...

Fruchthandel im „Reichsnährstand“ Als man begann, nach Krieg und Wirtschaftskrisen Hoffnung zu schöpfen, gab es eine neue Herausforderung: Autarkie! Zeitgleich mit der „Machtübernahme“ der Nationalsozialisten im Jahre 1933 wurden Produktion und Handel an die Kette gelegt. Die zentrale Organisation, die alle Regeln festlegte, nannte sich „Reichsnährstand“. „Ernährung aus eigener Scholle“ war das Ziel. Blättert man durch die Ausgaben des Magazins von 1933, dann begegnen einem allerdings zunächst noch viele Anzeigen, die für Importprodukte werben. Vor dem Hintergrund unserer heutigen Geschichtskenntnisse mutet es dabei seltsam an, dass eine ganzseitige Anzeige für Jaffa-Orangen wirbt. Die Leitartikel jener Zeit zeigen einen vorsichtigen Optimismus, trotz mancher Zweifel an der „Bewegung“. Man wünscht sich eben Der Bananenhandel spielte in Deutschland seit jeher eine so sehnlich stabile Zeiten. Einige Monate später liest man, ganz große Rolle – nicht nur in Hamburg oder Bremen. dass in manchen Ländern Firmen, die vorher Abonnenten des Magazins waren, die Zeitschrift plötzlich ablehnen „weil sie aus Deutschland kommt“. Der politische Kurs der Regierung wurde zunehmend härter, auch für die Redaktion des Magazins, das sich weiterhin für einen möglichst freien Handel einsetzte. Dr. Schade sah darin die einzig mögliche Zukunft eines erfolgreichen Fruchthandels und machte sich damit jede Woche unbeliebt. Das „Schriftleitergesetz“ bot den Kontrolleuren schließlich die Handhabe, der Redaktion einen NS-geschulten Redakteur aufzuzwingen, der den Textteil des Magazins zukünftig politisch korrekt überwachte. Mit den wenigen „befreundeten“ Staaten wurde der Handel nach den Regeln des Reichsnährstandes abgewickelt. Manche Firma verdiente gut in dieser Zeit, obgleich die Devisenbewirtschaftung enge Grenzen setzte. Dann kam der Zweite Weltkrieg und das Magazin musste über immer neue Verordnungen und Anordnungen des „Reichsbauernführers“ berichten. Warenverkehr und Preisfindung hatten nur wenig Spielraum. Dann fand die „Reichsschrifttumskammer“ einen Grund, dem „Früchtehandel“ den Hahn abzudrehen: Papiermangel, ein Totschlag-Argument in Kriegstagen! Das war im 27. Jahrgang mit der Nr. 14, 1943.

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Ein Neubeginn Die Pause sollte bis 1949 dauern. In diesem Jahr fanden sich frühere Mitarbeiter von Arno Schade zusammen. Sie beschlossen, die unterbrochene Informationslinie für die Fruchtbranche fortzusetzen, im Sinne von Arno Schade, der in den letzten Kriegstagen verstorben war. Rolf M. Wolf, aus dem Krieg zurückgekehrt, wurde jetzt wieder Redakteur und Verleger, der sich in jeder Ausgabe für einen freien Warenverkehr und den Abbau von Handelsschranken einsetzte. Das Ziel schien in weiter Ferne zu liegen. Zwar hatte es eine Währungsreform gegeben und hartes Geld half der Wirtschaft. Aber es war knapp und noch knapper waren Devisen, um aus dem Ausland Waren zu beschaffen. Die Besatzungsmächte hatten das Sagen, Deutschland war in Zonen aufgeteilt, nur der Westen des Landes konnte vom Ausland erreicht werden. Man nahm die Kontakte zu den Handelsfirmen auf, die den Krieg überstanden hatten, berichtete über das Leben in den Trümmern und den festen Aufbauwillen. Ein neues Netzt von Berichterstattern Bleib gesund – der Werbeslogan wurde aufgebaut. Sie kamen aus der Branche oder waren ihr verbunden. Jede Woche lieferten sie aus den 60er Jahren ihre Berichte, meist von den Großmärkten, die wieder die Kristallisationspunkte des Fruchtgeschehens klingt heute aktueller denn je. wurden. Die Seehafenplätze konnten bald wieder über bescheidene Importankünfte berichten. Nicht nur die fehlenden Devisen waren das Problem, auch die zahlreichen Bestimmungen und Verordnungen, mit denen die Besatzer in den Warenverkehr eingriffen, mussten beachtet werden. Die Redaktion des Fruchthandel Magazins musste vieles erklären und erläutern, handelspolitische Fragen nahmen breiten Raum ein. Die Korrespondenten aus München, Stuttgart, Köln, Hamburg und der „Frontstadt“ Berlin berichteten per Brief oder Telefon, später dann über eine Maschine, die „Telex“ hieß und in der Fruchtbranche schnell Verbreitung fand. Es waren die Aufbaujahre nach dem Krieg, aus denen es so manche Anekdote zu erzählen gäbe. Aber es ging voran. Auch die einheimische Produktion von Obst und Gemüse konnte sich neu strukturieren. Nachdem der Druck des Reichsnährstandes gewichen war, brachen in manchen Produktionsgebieten alte und neue Rivalitäten auf. Aber auch hier gab es einen verheißungsvollen Aufbruch, der Bedarf war riesig. Großmärkte hießen bald „Umschlagplätze“. Ihre Jubiläen gaben der Zeitschrift neuen Stoff für „Sonderhefte“. Reisen in die Lieferländer waren wieder möglich und führten zu Länder- und Themenheften. Die Reisen fanden meist in Gruppen statt, in denen sich Importeure zusammenfanden. Später kamen die Einkäufer der Filialisten im LEH hinzu. Das Fruchthandel Magazin war stets ein selbstverständlicher Teil davon und verantwortete die anschließende Berichterstattung.

Journalisten beim „Eiertanz“ Die Zeitschrift selbst hatte zu Beginn der 60er Jahre eine Zäsur überstanden, die vielen Lesern nur durch die Veränderung des Titels auffiel: die Verleger hatten sich zerstritten. Der bisherige Titel musste verkauft werden, die alte Truppe brachte die Zeitschrift ohne Unterbrechung unter einem neuen Titel heraus und hatte von der ersten Ausgabe an Erfolg. Die Kontinuität war gesichert. Der alte Titel erschien im neuen Verlag nur dreimal, dann wurde er zurückgezogen: kein Interesse in der Branche! Es fehlten die bekannten Namen und Personen. In den 70er Jahren verbreitete sich der „Fernkopierer“, das Faxgerät und erleichterte die Kommunikation auch für die Redaktion des Magazins. Fremdsprachliche Texte konnten einfacher übermittelt und in der Redaktion übersetzt werden. Und es gab ein Die FRUIT LOGISTICA neues Thema: der Discounthandel betrat mit den Brüdern Karl und Theo Albrecht die Handelsscene. ist von kleinen Anfängen zur Selbstbedienungs-Großmärkte wie Selgros und Allkauf kamen hinzu und kümmerten sich teilweise wichtigsten Branchenmesse selbst um das Obst- und Gemüse-Geschäft. Zu den mit Obst und Gemüse befassten Personen im weltweit geworden. LEH hatte die Redaktion durch Begegnungen und gemeinsame Reisen gute Kontakte aufgebaut und berichtete auch über neue Entwicklungen in diesem Bereich. Im klassischen Fruchthandel wurde die Stimmung allerdings zunehmend nervös. Der Präsident des Zentralverbandes giftete gegenüber dem Magazin erbost:“ Auch wenn es solche Entwicklungen gibt, ist das kein Grund, dass unsere Fachzeitschrift darüber berichtet“. Fortan musste das Magazin häufig einen „Eiertanz“ aufführen: über die Geschehnisse in den Obstabteilungen des Lebensmitteleinzelhandels berichten und gleichzeitig die Bedeutung und die Unverzichtbarkeit des Groß- und Importhandels deutlich machen. Sehr hilfreich waren dabei die Kontakte nach Großbritannien, wo der Verlag mit einem englischen Partner 1973 den Verlag „Market Intelligence“ mit dem Magazin „EUROFRUIT“ gegründet hatte. Obwohl das einstige Weltreich nach dem Kriege zerfiel, unterhielten die britischen Handelsfirmen lebhafte Kontakte zu den ehemaligen Mitgliedsländern des „Commonwealth“, von denen einige große Lieferanten des Fruchtmarktes waren. Ihre Boards hatten selbstverständlich ihre Europa-Dependancen in England. Hinzu kam das Interesse des englischen Fruchthandels an Zusammenkünften, Veranstaltungen, kleinen Messen – oft auf der grünen Wiese. Die Redaktion des deutschen Magazins konnte daraus viel lernen und auf den Kontinent mitnehmen. Als Moderatoren und Mitveranstalter waren die deutschen und englischen Kollegen gemeinsam auf Veranstaltungen in Nizza, in Paris, in Birmingham und in Valencia willkommen. Die Redaktionsarbeit vor Ort, in Deutschland, konnte davon profitieren, Erfahrungen aus anderen Ländern konnten in die Berichterstattung einfließen und so auch wertvolle Anregungen für die deutschen Leser bringen. Zu den Schwerpunkt- und Sonderausgaben über Jubiläen und wichtige Ereignisse kamen nun die regelmäßigen Saison-Ausgaben, die mit den Boards in Marokko, in 09 I 2021

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Südafrika, Neuseeland und Israel und deren „Panelisten“ gemeinsam erarbeitet wurden. Schon als „Transport“ noch nicht “Logistik“ hieß, widmete das Magazin sich diesem Thema. Die Redaktion gründete zusammen mit dem EDEKA Fruchtkontor und einem großen Transportunternehmen der Branche das „Forum Bahn“, um mehr Fruchtverkehr auf die Schiene zu bringen. Die Diskussionen füllten viele Seiten und sind heute noch aktuell. Die Deutsche Bahn war allerdings zu schwerfällig, um den modernen Ideen zu folgen.

Messen, Kongresse – und Internet

Das Fruchthandel Magazin engagierte sich seit den 90er Jahren intensiv für eine verbesserte Präsentation von Obst und Gemüse im LEH.

Die Herausforderungen der kommenden Jahre sind Verpackungsvermeidung und Kompostierbarkeit. Es gibt viele Ansätze, einige Lösungen – aber es ist noch ein weiter Weg, der vor uns liegt.

Inzwischen organisierte das Magazin auch in Deutschland Veranstaltungen, die sich zielgerecht mit Fragen des internationalen Fruchthandels beschäftigten. Man traf auf internationale Sprecher, auf Kollegen und lernte in der persönlichen Begegnung die Vorteile des angelsächsischen „Networking“ kennen. Nachdem die Messe Berlin die Redaktion mit der Gestaltung eines „Frische Forums“ am Rande der Internationalen Grünen Woche betraut hatte, ergab sich hier viel neuer Stoff für die Berichterstattung. Nach elf Jahren war dieses Forum so erfolgreich, dass die Redaktion der Messe Berlin ein Konzept für eine Fachmesse vorlegen konnte. Es war die Geburtsstunde der FRUIT LOGISTICA, DER Weltmesse für das „Grüne Sortiment“, bis heute eine internationale Erfolgsstory. Der Verlag ist seit Anbeginn 1993 „Offizieller Kooperationspartner“ und die Messen liefern jedes Jahr eine kaum zu bewältigende Fülle von Berichtsmaterial für das Fruchthandel Magazin. Gerade auf diesen Messen konnte die Redaktion aber auch wieder neue Entwicklungen verfolgen. Der Großhandel ging in seiner Bedeutung zurück, der Import ging vielfach an Multis und Spezialisten, die Erzeuger wurden eine bestimmende Macht in der Vermarktung. Das letzte Wort bekam der stark konzentrierte Lebensmittel-Einzelhandel. Die Berichterstattung des Magazins musste dieser Entwicklung folgen. Internationale Veranstaltungen, an deren Ausrichtung das Magazin häufig maßgeblich beteilig war, gaben weiteren Stoff für Schwerpunktausgaben. Eine ganz große Zäsur brachte die Weitergabe von Nachrichten über das Internet. Die Vermittlung von Informationen beschleunigte sich. Neben der wöchentlich gedruckten Ausgabe mit Kommentaren und Hintergrundberichten gab es nun einen täglichen Nachrichtendienst mit aktuellen Ereignissen in Kurzform. Es war eine neue Form des Journalismus, mit der man lernen musste umzugehen. Eine spezielle Redaktion wurde dafür aufgebaut. Heute ist diese Ergänzung des Printmediums eine Selbstverständlichkeit und Bestandteil des Informationspakets für die Fruchtbranche. Auch inhaltlich gab es neue Themen: Sonderausgaben beschäftigten sich mit Aspekten wie „Geschmack“ und „Nachhaltigkeit“. Die „Fruchthandel Warenkunde“ in Zusammenarbeit mit der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung ist bis heute ein viel gefragtes Nachschlagewerk. Eine neue Serie unter dem Titel „Best in Fresh“ bringt jährlich nicht nur den aktuellen Status der Branche und ihrer führenden Akteure, sondern auch wichtige Blicke in die Zukunft, national und international.

... und dann kam Corona

Das Jahr 2020 brachte die ganz große Herausforderung mit der Corona-Epidemie. Als das Magazin im Frühjahr über die Probleme mit der Einreise und der Unterbringung von Erntearbeitern aus Osteuropa berichtete, war das erst der Anfang. Aber es eskalierte schnell und bald musste die Wochenzeitschrift unter „Homeoffice“-Bedingungen fertiggestellt und herausgegeben werden. Eine ganz neue Situation, die Mitarbeiter und Technik gelegentlich an den Rand ihrer Möglichkeiten brachte. Aber es wurde geschafft. Man lernte sogar eine Menge über virtuelle Treffen, über die stärkere Nutzung digitaler Einrichtungen. Vieles davon wird uns auch in der Zukunft begleiten. Die extreme Lage stellt auch die gesamte internationale Fruchtbranche vor große Herausforderungen und tiefgreifende Änderungen. Das gilt für die Produktion ebenso wie für die Logistik und den Vertrieb. Mit einem Spruch aus dem Volksmund darf man sagen: „diese Messe ist noch nicht gelesen“! Aber aus den bösen Erlebnissen und Erfahrungen werden sich auch neue Erkenntnisse und Perspektiven ableiten lassen. Positives Denken ist gefragt. Wie man sieht, hat sich das Fruchthandel Magazin hat im Laufe seiner 5.000 Ausgaben immer wieder verändert. Die wöchentlichen Themen der Hefte orientieren sich seit dem ersten Erscheinen an den Gegebenheiten und Forderungen, die der Markt an die Fruchtbranche stellt. Über die Jahre seit 1916 sind die Ausgaben ein Spiegel des Fruchthandels in Deutschland und in der Welt. Sie zeigen seine Veränderungen und seine Kraft, sich den wechselnden Bedingungen immer wieder zu stellen. Die Produkte, die im Zentrum der Berichterstattung stehen, gehören zu den wichtigsten Bestandteilen unserer heutigen Ernährung und nehmen immer noch an Bedeutung zu. Das Fruchthandel Magazin wird die Geschehnisse - auch über die Ausgabe 5.000 hinaus – als ein Teil dieser Fruchtbranche berichtend und beratend begleiten und immer wieder neue Türen in die Zukunft aufstoßen.

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Aufbruch und aufbrechen – damals wie heute KÖLLA-Gruppe | 100 Jahre ► Ein Jubiläum kommt selten alleine. Nicht nur das Fruchthandel Magazin freut sich in diesem Jahr über das Erscheinen seiner 5.000 Ausgabe. Grund zur Freude hat auch die KÖLLA Gruppe, die am 1. August ihr 100-jähriges Bestehen feiert. Im Jahr 1921 gegründet, kann das Unternehmen mit heute acht Niederlassungen im In- und Ausland auf eine bewegte Firmengeschichte zurückschauen. Doch bekanntlich sind aller guten Dinge drei. Auch Geschäftsführer Georg Hoffmann ist in diesem Jahr 40 Jahre bei KÖLLA an Bord. Michael Schotten

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ernetzte Kommunikationslösungen in Echtzeit über alle Standorte, kurze Entscheidungswege dank transparenter Daten-Infrastruktur, dazu profunde Expertise und Beherrschung der Supply Chain, just in time 24/7 – so präsentiert sich die KÖLLA-Gruppe im Jahr 2021. Das spiegelt sich vielleicht am deutlichsten im aktuellen KÖLLA-Projekt „Together“ wider, das Mitarbeiter und Wissensstrukturen noch enger miteinander verbindet, interne und externe Prozesse vereinheitlicht und neu bündelt. Für Georg Hoffmann und Marc Nikolai ist klar: Aufbruch und aufbrechen liegen im modernen Fruchtgeschäft ganz nah beieinander. „Ohne Digitalisierung geht nichts mehr, wie die Corona-Krise uns alle gelehrt hat. Mit ‚Together‘ brechen wir bestehende Strukturen auf und verknüpfen alle Unternehmensprozesse noch stärker, kommuniziert wird vertikal und horizontal über alle Ländergrenzen hinweg. Dies ist in der Produktion, beim Sourcing und im Category

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Für Marc Nikolai (l.) und Georg Hoffmann ist es wesentlich, dass Kernwerte wie gegenseitiges Vertrauen und Respekt in der KÖLLA Gruppe auch weiterhin gelebt werden.

Management für unsere Kunden von grundlegender strategischer Bedeutung. Es ermöglicht mehr Effizienz, Flexibilität und Ersetzbarkeit bei unseren Prozessen und einen Wissenstransfer für unsere Kunden“, erklärt Managing Director Marc Nikolai im Interview mit dem Fruchthandel Magazin. Die gestiegenen Anforderungen im modernen Fruchthandel kennt natürlich auch Georg Hoffmann mit seiner jahrzehntelangen Erfahrung bestens. Am 6. Januar war für ihn ein besonderer Tag: genau vierzig Jahre zuvor hatte der Firmenchef als Volontär bei KÖLLA in Frankreich seine Laufbahn begonnen. Strategische Weitsicht und Planungskompetenz, das war bei KÖLLA schon von der allerersten Stunde an Teil der DNA. Im beginnenden 20. Jahrhundert gab es zwar noch keinen Algorithmus, aber sehr wohl einen Rhythmus, dem das Fruchtgeschäft folgte und damals wie heute eine gehörige Portion Erfahrung und unternehmerischen Mut erforderte. Dies traf ganz sicher auch auf Jean-Jacques Kölla und Jon Scharplatz zu, die KÖLLA im Jahr 1921 gründeten. Als sich ein gutes Jahrzehnt später ihre Wege trennten, übernahm der Namensgeber die Leitung der Firma. Fortan konzentrierte man sich verstärkt auf die Frischfruchtbranche. „Der streng reglementierte Handel mit Obst aus Italien wurde das erste Standbein, zuvor waren bereits getrocknete Weinbeeren/Sultaninen aus der Türkei, Griechenland und sogar aus Kalifornien importiert worden“, erläutert Georg Hoffmann. Technisch gesehen stand das Fruchtgeschäft damals allerdings noch auf schwachen Füßen. „Die Geschäfte wurden per Telegramm gemacht. Die Abwicklung über ein Kurbeltelefon erfolgte über mehrere lokale Telefonämter in der Schweiz sowie Italien und war sehr kompliziert. Fernschreiber gab es damals noch nicht“, betont Hoffmann. Die Technik, sie wurde erst später zum Treiber.

Lebendige Geschichte In den schwierigen Kriegsjahren leistete KÖLLA einen wichtigen Beitrag zur Sicherstellung der Ernährung der schweizerischen Bevölkerung. In der Nachkriegszeit ergriffen die damaligen Gesellschafter dann früh die Chance und expandierten Richtung Deutschland. „Möglich 09 I 2021


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Alle zwei Jahre findet ein Firmentreffen statt, hier im Jahr 2018 in Düsseldorf.

war dies durch die Importlizenzen, die den deutschen Obst- und Gemüseimporteuren erteilt worden waren“, so Hoffmann. Auch in technischer Hinsicht ging es langsam bergauf. „Der erste Fernschreiber wurde 1951 in Bern installiert, zudem wurde das Telefonnetz intern und extern verbessert.“ Damit wuchsen auch die Möglichkeiten und der Umsatz. Mit dem steigenden Erfolg wurde 1958 das Verkaufsbüro in Düsseldorf, Vorläufer der heutigen KÖLLA GmbH & Co KG, eröffnet. Von seiner Privatwohnung aus startete damals Hans-Peter Hoffmann, eine der bis auf den heutigen Tag angesehensten Persönlichkeiten im Fruchtgeschäft, den Handel für die Firma KÖLLA in Deutschland. Mit viel Engagement baute er mit seinem Kollegen Günther Drenker das Büro weiter auf. Beide wurden im Jahr 1966 Gesellschafter. Die Entwicklung der Fernschreiber hielt gerade so mit ihren Ambitionen mit. Nach drei Umzügen waren 1968

immerhin bereits sechs Geräte installiert. Spezialisiert auf den Frankreich-Import, profitierte man zusehends auch von den Kontakten nach Italien und Spanien. „In den Folgejahren wurden Einkaufsbüros in allen Produktionsgebieten eröffnet und die Zielmärkte erweitert“, erzählt Georg Hoffmann.

Seit den 80er Jahren Entscheidende Schritte zum modernen FullserviceProvider wurden dann in den 80er und 90er Jahren gemacht. „Damals konsolidierte die KÖLLA Gruppe ihre Tätigkeiten, schloss nicht notwendige Repräsentanzen und Büros und interpretierte die alte Strategie der Internationalisierung und Servicedienstleistung neu“, führt Hoffmann weiter aus. Vernetztes Arbeiten in immer komplexeren Lieferketten und mit immer anspruchsvol-

Der Düsseldorfer Großmarkt in früheren Zeiten. Damals gab es noch keine Paletten und praktisch nur Waggons.

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leren Kundenvorgaben, dies war schon damals das Gebot der Stunde, sagt er. Die Richtung war vorgezeichnet, der technische Wandel ermöglichte in der Folge immer größere Aktionsräume. Aber auch personell tat sich einiges. Die alten Partner schieden aus und die neuen, jungen Gesellschafter um Georg Hoffmann, Claude Friederich, Josef Koch, Peter Hoffmann, Christoph Mis und Emilio Maura übernahmen zwischen 1992 und 2000 das Ruder in der Gruppe. Mit großer Innovationskraft, Fleiß, Können und viel Vertrauen untereinander bauten sie die KÖLLA Gruppe weiter zu einem international tätigen Handelsunternehmen auf. Die internationalen Produktions- und Beschaffungsmärkte wurden in der Folge noch wichtiger. „Spanien wurde mit der Neueröffnung der KÖLLA S.L. 1998 in Valencia durch Emilio Maura unser stärkstes Beschaffungsland. 2004 wurde das Büro München auf die Beschaffung von türkischen Obstsorten umgestellt. Ziel war es, mit eigenen Packbetrieben Einfluss auf die Produktion zu nehmen und qualitativ hochwertige Produkte im europäischen LEH mit KÖLLA Know-How zu platzieren. Dafür stehen bis heute unser geschäftsführender Gesellschafter Gündüz Sadak und sein Team in München“, beschreibt Marc Nikolai die Entwicklung. Seit 2015 verlief diese dann noch einmal schneller, der französische Markt wurde z.B. durch die neu gegründete KÖLLA France bedient. KÖLLA Italia in Bozen ist seit 2016 aktiv und wächst kontinuierlich im italienischen Markt. „Gleichzeitig unterstützt die Niederlassung den globalen und den europäischen Export der Gruppe“, so 14 | FRUCHTHANDEL

Das KÖLLA-Büro am Düsseldorfer Großmarkt Ende der 90er Jahre: Peter Hoffmann, Emilio Maura, Silvia Diago, Hanne Buckermann, Christoph Mis und Georg Hoffmann sind auch heute noch aktiv.

Georg Hoffmann. Die Internationalisierung der Gruppe zeigt sich in besonderem Maße durch die Gründung der KÖLLA BV im Jahr 2016 in Venlo, über die der gesamte Überseeimport von Obst gesteuert wird. „Zusätzlich sind Repräsentanzen in Südafrika und Südamerika aktiv. Ganzjahresprogramme werden damit aus einer Hand abgesichert. Seit 2017 ist die KÖLLA Gruppe auch in England vertreten und hat ein Büro in der Nähe von London eröffnet.“ Das Büro in Izmir, das seit 2018 aktiv ist, betreut die türkische Produktion und exportiert weltweit. Neben der Unterstützung des Europabüros KÖLLA München wird dort vor allem das Trockenfruchtsegment vorangetrieben. Ein solches Wachstum nach außen erfordert naturgemäß auch ein Zusammenwachsen nach innen, es macht verständlich, warum man bei KÖLLA dem Projekt „Together“ eine solch große Bedeutung beimisst. „Wir sind dabei, die KÖLLA Gruppe fit für die Zukunft zu machen. Dazu gehört nicht nur, die Internationalisierung voranzutreiben, Business-Prozesse zu optimieren und die Sortimente weiter zu entwickeln, sondern auch, personell die richtigen Weichen zu stellen. Dies haben wir bekanntlich gerade in zentralen Management-Bereichen getan. Themen wie Klimawandel und Klimaschutz, Digitalisierung, Qualitätssicherung oder Serviceoptimierung haben wir ebenfalls fest im Blick. Bei alldem ist uns eines ganz wichtig; dass die auf gegenseitigem Vertrauen und Respekt basierende Firmenphilosophie in der KÖLLA Gruppe auch weiterhin gelebt wird“, betonen Georg Hoffmann und Marc Nikolai.  09 I 2021


QS gratuliert dem FRUCHTHANDEL MAGAZIN zur 5.000sten Ausgabe! Wir wünschen viele weitere, spannende Ausgaben. Danke für die langjährige gute und vertrauensvolle Zusammenarbeit.


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„Großartige Perspektive für Frischprodukte über das Jahr 2021 hinaus“ Freshfel ► In Zeiten von Corona steigt der Konsum von Obst und Gemüse international spürbar und für viele Verbraucher, nicht nur in Deutschland, haben Frischeprodukte einen neuen, besonderen Stellenwert bekommen. Das Fruchthandel Magazin sprach mit dem Generalsekretär des europäischen Dachverbandes Freshfel, Philippe Binard, über die Perspektiven für Obst und Gemüse über das Jahr 2021 hinaus.

Freshfel Europe hat im Internationalen Jahr für O+G 2021 die sehr begrüßenswerte Kampagne #SpeakUp4FruitVeg gestartet, die sich an die EU-Verantwortlichen in Brüssel richtet. Was sind die Erwartungen jetzt, aber auch über 2021 hinaus? Philippe Binard: Als die Pandemie im Frühjahr 2020 begann, passten die Verbraucher ihre Ernährung schnell an. Sie mussten beruhigt werden und änderten ihre Essgewohnheiten in Richtung gesundes, frisches Obst und Gemüse. Da sie zu Hause „eingesperrt“ waren, entdeckten sie auch die Freude am Kochen wieder und diversifizierten ihren Obst- und Gemüsekorb. In der ersten Phase der Pandemie suchten viele auch nach Premiumprodukten oder Bio. In der zweiten und dritten Welle der Pandemie und unter dem Druck der Wirtschaftskrise für die EU-Bürger wird der Preis zu einem wichtigen Element im Kaufentscheidungsprozess. Das könnte noch eine Weile so bleiben! Mit der Pandemie gibt es einen positiven Hintergrund für die Stimulierung des Konsums von Frischprodukten, und dies könnte durch die Debatte über „from farm to fork“ noch verstärkt werden. Für die Branche ist es wichtig, diese Chancen zu nutzen und eine bessere Position für frisches Obst und Gemüse im regulatorischen Umfeld einzufordern. Wir brauchen ein günstigeres Umfeld, um den Verzehr von frischem Obst und Gemüse weiter zu stimulieren

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und ihn zumindest auf die von der WHO empfohlene tägliche Mindestaufnahme von 400 g anzuheben. Aus diesem Grund hat Freshfel bereits vor zwei Jahren die SocialMedia-Kampagne „400g challenge“ gestartet, die sich an die Millennials richtet. Das ist auch der Grund, warum wir uns entschlossen haben, die #SpeakUp4FruitVeg-Kampagne anlässlich des Internationalen Jahres für Obst und Gemüse 2021 zu starten. Mit dieser Kampagne wendet sich Freshfel Europe an Behörden, um die Position von Frischprodukten im regulatorischen Umfeld zu stärken und die Herausforderungen des Sektors, aber auch die ökologischen und gesundheitlichen Vorteile von frischem Obst und Gemüse hervorzuheben. Jede Woche im Jahr 2021 werden in den sozialen Medien gezielte Botschaften an Behörden gerichtet, die erklären, wie und warum die Umweltbedingungen für Obst und Gemüse verändert werden müssen, um die Ernährung der Europäer zu verbessern. Aus all den oben genannten Gründen können wir eine großartige Perspektive für Frischprodukte über das Jahr 2021 hinaus erwarten. Sind auch die Erzeugerorganisationen beteiligt? Immerhin haben sie eine Menge Probleme, um nur die Düngemittelverordnung zu nennen. Richtet sich die Kampagne an die Richtigen in Brüssel? Das System der Erzeugerorganisationen ist eine wichtige Struktur, die

Foto: Freshfel

Gabriele Bastian

Der Generalsekretär des europäischen Dachverbandes Freshfel, Philippe Binard, stellte sich den Fragen des Fruchthandel Magazins.

in der Gemeinsamen Agrarpolitik zur Verfügung gestellt wird. Die Erzeugerorganisationen können die Schritte koordinieren, die von den Landwirten unternommen werden müssen, um mit den zunehmenden Herausforderungen fertig zu werden, die sich aus der Entfernung von Wirkstoffen und der Reduzierung des Düngereinsatzes zur Eindämmung von Schädlingen und Krankheiten ergeben. Der Abbau von Instrumenten könnte sich in den kommenden Jahren fortsetzen, da sich die „Farm to Fork“-Strategie zu einer konkreten Regelung entwickelt und die sozialen Belange das regulatorische Umfeld weiter beeinflussen. Die Auswirkungen des

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Klimawandels werden den Druck auf den Anbau erhöhen und es wird schwieriger sein, die richtige Lösung zu finden, da weniger Instrumente im Werkzeugkasten für die Produktion zur Verfügung stehen. Daher ist es wichtig, weiterhin die Meinung des Sektors und seine Bedürfnisse in Bezug auf die Produktionsmethode zu vertreten. Im Laufe der Zeit haben die Erzeuger bewährte Praktiken eingeführt, um sich an diese Herausforderungen anzupassen und neue nachhaltige Produktionsmethoden innerhalb der IPM-Praktiken oder der ökologischen Produktion zu entwickeln. Der Ratifizierungs-Prozess der UTP-Richtlinien läuft in allen Mitgliedsländern. Glauben Sie, dass sich die Einzelhändler in Zukunft anders, fairer, verhalten werden? Steht Freshfel mit ihnen in Kontakt?

Freshfel Europe – als eine Organisation, die die Lieferkette vertritt – hat diese erste EU-Gesetzgebung zu unlauteren Handelspraktiken genau verfolgt. Dieses neue, rechtliche Umfeld zur Regelung der Beziehungen in der Lieferkette basiert nicht auf einer Verordnung, sondern auf einer Richtlinie. Sie muss daher in nationales Recht umgesetzt werden. Dies könnte zu einigen Diskrepanzen mit dem nationalen Recht führen. Obwohl es sich um einen neuen Schritt handelt, wird das neue Gesetz im Wesentlichen „national“ und damit „fragmentiert“ innerhalb des Binnenmarktes bleiben und den Schutz auf die nationale Ebene beschränken. Die UTP-Richtlinie wurde entwickelt, um eine Reihe von unlauteren Praktiken zu definieren und zu verbieten, und einige weitere zu regeln, die auf der Grundlage der Zustimmung der Partner genehmigt

Im Rahmen des ‚Green Deal’ und der ‚Farm to Fork’-Debatte diskutiert die EU derzeit auch über einen Verhaltenskodex für verantwortungsvolle Geschäfts- und Marketingpraktiken.“ Philippe Binard

werden können. Die UTP gilt für die gesamte Kette und nicht nur für die Beziehung zwischen Produzenten und Einzelhändlern. Sie schützt ein kleineres Unternehmen, das mit einem größeren zu tun hat. Im Rahmen des „Green Deal“ und der „Farm to Fork“-Debatte diskutiert die EU derzeit auch über einen Verhaltenskodex für verantwortungsvolle Geschäfts- und Marketingpraktiken. Dieser freiwillige Kodex würde darauf abzielen, die Last der Green-Deal- und Farm-to-Fork-Bemühungen besser auf die gesamte Kette zu verteilen und nicht ausschließlich auf die Schultern der Erzeuger. Die Pandemie hat den Teil der Fruchtunternehmen, der die


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F R U I T N E T M E D I A I N T E R N AT I O N A L 17.04.2020

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MAGAZIN

Die Erfahrungen aus der Vergangenheit sind die

WEGWEISER IN DIE ZUKUNFT

Gastronomie beliefert, stark getroffen. Der andere Teil der Unternehmen sieht sich mit einem sinkenden Kundenstamm aus dem Lebensmitteleinzelhandel konfrontiert. Wie schätzen Sie die aktuelle Situation ein und wie wird sie Ihrer Meinung nach weitergehen? Die Covid-Krise hat sich stark auf den Verkauf an die Gastronomie insgesamt ausgewirkt, d.h. auf Kantinen am Arbeitsplatz, Catering für den Transport, Hotels und Restaurants. Dies hat weitreichende Auswirkungen in der Kette für die Firmen, die spezifische Produkte für diese Kanäle liefern, für Großhändler und andere verwandte Geschäfte. Dieses Segment macht auf EU-Ebene insgesamt etwa 15  % aus, aber es bleibt abzuwarten, mit welcher Geschwindigkeit und Intensität diese Geschäfte wieder aufgenommen werden können. Die Geschäftsmodelle haben sich in den vergangenen Jahren weiterentwickelt, mit einer fortschreitenden Konzentration des LEH-Geschäfts. Als Folge der Covid-Pandemie wurden mehrere Entwicklungen festgestellt: Die Verbraucher bevorzugen kleinere Einzelhandelsgeschäfte in den Städten, andere ziehen den Online-Einkauf vor, während der „buy local“ und der direkte Kontakt mit den Produzenten zunehmen. Es bleibt abzuwarten, welche Trends sich mittel- oder langfristig bestätigen werden und wie sich die Unternehmen weiterhin an die Erwartungen der Verbraucher und die sich verändernden Kaufgewohnheiten anpassen werden. Neben Corona gibt es noch andere Themen: Wie entwickeln sich die Verhandlungen über Handelsabkommen mit China und anderen Märkten? Wird es bis 2021 Fortschritte geben? Das Geschäft mit Frischprodukten war schon immer ein sehr internationales und globales Geschäft, sowohl für den Handel innerhalb der EU als auch für den internationalen Import und Export. Die Vielzahl von „Freihandelsabkommen“, die im 18 | FRUCHTHANDEL

vergangenen Jahr von der EU ausgehandelt wurden, sind grundsätzlich wichtig, um den Marktzugang zu verbessern. Dies ist jedoch nur dann relevant, wenn sie wirklich eine Marktzugangsverbesserung sicherstellen, nicht nur in Bezug auf Zollsenkungen, sondern auch und vor allem, wenn sie es schaffen, die SPS-Barrieren zu beseitigen. Da nach wie vor komplexe phytosanitäre Protokolle bestehen, behindern sie den Handel zunächst einmal. Das 20 Jahre alte Abkommen mit

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blickt nach vorne – beleuchtet die Megatrends – zeigt Perspektiven auf –

engesundheitszeugnisses sein. Glücklicherweise mit dem BrexitDeal zu Weihnachten, mit der Nachricht, dass die Zölle zwischen der EU und dem Vereinigten Königreich angewendet werden.

Wie eng wird Freshfel in Zukunft mit seinen britischen Kollegen bei wichtigen Themen wie Pflanzenschutz oder Qualitätsstandards zusammenarbeiten? Wir verfolgen den Brexit seit dem Votum im Jahr 2016 genau. Das Vereinigte KöZiel ist, mit UK ein offenes Geschäftsumfeld aufrechtzuerhalten, nigreich war und ist ein Verzerrungen aufgrund von politischen Divergenzen zu verhindern wichtiger Markt für den EU-Frischwarensektor, und einen Handel unter geschäftsorientierten Bedingungen fortzumit einer Verschiffung setzen.” von oft über 3 Mio t, Philippe Binard was etwa 40 % der gesamten Marktgröße im Mexiko ist das perfekte Beispiel für Vereinigten Königreich entspricht. mangelnde Gegenseitigkeit. MexiEs sollte alles getan werden, um ko hat seine Frischwarenexporte in einen flexiblen Zugang zum Markt die EU von 15.000 t auf 150.000 t zu sichern, die zusätzlichen Kosten gesteigert, während die Frischwafür die Entfernung im freien Verkehr renexporte der EU nach 20 Jahren zu minimieren und eine Logistik Freihandelsabkommen immer noch ohne Verzögerungen zu gewährbei Null liegen! Die EU fängt erst leisten, da das Geschäft normalerjetzt an, einige Protokolle zu unweise in Just-in-Time-Konzepten terzeichnen, die meisten von ihnen betrieben wird. Es ist richtig, dass sind noch immer mit übermäßigen die Aufnahme in ein Drittland büAnforderungen behaftet, die den rokratische Auswirkungen in Bezug Handel nicht zulassen. Ähnliche auf Kontrollen, Ursprungsregeln, Kommentare könnten für Japan, Pflanzengesundheitszertifikate und Südkorea, Chile, Peru, .... gemacht gegenseitige Anerkennung (Bio, werden, um nur einige zu nennen. geografische Angaben, ...) hat. In den kommenden Monaten könnAuch die Funktionsweise der Verte die EU noch ein paar weitere marktungsnormen ist noch unklar, Abkommen unterzeichnen, nämebenso wie die Wiederausfuhr- und lich mit Australien und Neuseeland, Transitregeln. Um diese anzugehen, während andere in Südostasien arbeitet Freshfel Europe einerseits noch in der Pipeline sind (Indonesieng mit seinen Mitgliedern, der en, Thailand, ...). Das Mercosur-AbEuropäischen Kommission und den kommen steht noch aus. Was ChiMitgliedsstaaten, und andererseits na betrifft, so zielt das Abkommen mit seinen britischen Mitgliedern, hauptsächlich auf Investitionen und nämlich dem Fresh Produce Connicht auf die Handelsbedingungen sortium sowie mit der britischen ab. Verwaltung zusammen. Ziel ist es, Schließlich und leider ist das Vereiein offenes Geschäftsumfeld aufnigte Königreich jetzt ein Drittland. rechtzuerhalten, Verzerrungen aufSeit Januar werden schrittweise grund von politischen Divergenzen Zollverfahren eingeführt, was zu zu verhindern und zu ermöglichen, Kosten und Verzögerungen führt, dass der Handel unter möglichst aber der wirkliche Test wird der geschäftsorientierten Bedingungen 1. April mit der Einführung des Pflanzfortgesetzt werden kann.  09 I 2021


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Marktgemeinschaft Altes LandStraße Neuenfelder Str. 16a, 21635 Jork Früchte-Abpackund Vertriebs GmbH 20 Westerladekop 37Straße Jork 21635 Jork Früchte-Abpackund Vertriebs Früchte-Abpackund Vertriebs GmbH Wir beliefern: Telefon 62)94 9444-0 44-0 Telefax 62) 94 44-44 andel Früchte-Abpackund Vertriebs GmbH 21635 JorkObst Telefon (0(0 414162) ••Telefax: (0Neuenfelder 41Herbert 62) 94 44-44 Königreicher 21635 Jork Altländer Neuenfelder Str. 16a,6 a, 21635 Jork • 21635 • 21635 beliefern: 21635 JorkeG JorkGmbH 20 Westerladekop 37 del Früchte-Abpackund Vertriebs GmbH tländer zum Felde •Wir www.MAL-Jork.de info@mal-jork.de • • bst eG info@mal-jork.de • www.MAL-Jork.de 20 Westerladekop 21635 Jork 21635 Jork bst-eg@t-online.de herbert.zum.felde@ewetel.net ••37 www.MAL-Jork.de info@mal-jork.de G Herbert zum Felde Tel.: (0 41 62) 94 56-0 Fax: (0 41 62) 82 63 Fax: (0 41 62) 94 56-10 Wir beliefern: • (0 • • Wir beliefern: info@mal-jork.de • www.MAL-Jork.de 20 Westerladekop 37 21635 Jork 21635 Jork Fax: 41 62) 55 14 • 21635 Jork Westerladekop 37 Telefon (0 41 62) 94 44-0 Telefax 62) 94 44-44 • • Erzeugerorganisation für Obst GmbH Erzeugerorganisation für Obst GmbH Telefon (0 41 62) 94 44-0 • Telefax: (0 41 62) 94 44-44 www.MAL-Jork.de info@mal-jork.de 635 Jork Jork Westerladekop 37 •Telefax: info@mal-jork.de •(0 www.MAL-Jork.de Telefon 41 62) 94 44-0 Telefax 62) 94 44-44 •21635 Obsthandel Früchte-Abpackund Vertriebs GmbH Telefon (0(0 41 62) 94 44-0 •(0 (021635 62) 94 44-44 • Telefon Westerladekop 37 kFax: Jork Obst eG82 • 21635 • 41 Tel.: 41 62) 94 56-0 Fax: (0 41 62) Fax: (0 41 62) 94 56-10 Telefon (0 62) 9444-0 44-0••Telefax: Telefax (0 41 62) •• Fax: Wir beliefern: Jork 21635 Jork Westerladekop 37 (0 4141 62) 94 62) 94 9444-4 4441 62) 82 63 41 62) 94 56-10 41 62) 94 56-0 M.AL. Marktgemeinschaft Altes Land herbert.zum.felde@ewetel.net Altländer Tel.: (0 41 62) (0 94 56-0 Fax: (0 41 62) 82 63 63 Fax: (0 41und 62) 94 56-10 • Fax: (0 41Tel.: ruchthandel.de 62) 94Früchte-Abpack56-10 el.: (0(0 41 62) 94 56-0 Wir beliefern: reg@t-online.de Obst eG Herbert zum Felde • Vertriebs GmbH • • www.MAL-Jork.de info@mal-jork.de minnerweg 20 Westerladekop 37 21635 Jork 21635 Jork Königreicher Straße 6 a, 21635 Jork Neuenfelder Str. 16a, 21635 Jork • info@mal-jork.de • www.MAL-Jork.de 41 62) 82 63 Fax: (0 41 62) 94 56-10 Tel.: (0 41 62) 94 56-0 eg@t-online.de herbert.zum.felde@ewetel.net • g@t-online.de herbert.zum.felde@ewetel.net Wir beliefern: • für www.MAL-Jork.de info@mal-jork.de tländer Obst eG Herbert zum Felde Altländer eg@t-online.de herbert.zum.felde@ewetel.net •• Fax: x: (0 41 62) 82 63 Fax: (041 41 62) 94 56-10 Tel.: (0 62) 94 info@mal-jork.de •56-0 www.MAL-Jork.de Erzeugerorganisation für Obst GmbH Erzeugerorganisation Obst GmbH www.MAL-Jork.de info@mal-jork.de (0 41 62) 94 56-0 82 63 Fax: (0 62) 94 56-10•• www.MAL-Jork.de herbert.zum.felde@ewetel.net Wir beliefern: info@mal-jork.de • Fax:eG Obst 62) 70 44 Tel.: (041 41 62)94 94 56-0 (0 41 62) 82 63 Tel.: (0 41 62) 94 56-10 Wir beliefern: handel Früchte-Abpackund Vertriebs GmbH Wir Telefon beliefern: • 21635 •37 M.AL. Marktgemeinschaft Altes Land Telefon (0 41 62) 94 44-0 Telefax 62) 94 44-44 Westerladekop 5 Jork Jork (0 41 62) 44-0 • Telefax: (0 41 62) 94 44-44 Obsthandel Früchte-Abpackund Vertriebs GmbH nline.de herbert.zum.felde@ewetel.net Altländer @t-online.de herbert.zum.felde@ewetel.net Königreicher Straße 6• Felde a, 21635 Jork nder-obst-eg@t-online.de herbert.zum.felde@ewetel.net Neuenfelder Str. 16a, 21635 Jork • Altländer Obst eG 20 Westerladekop 37 21635 Jork 21635 Jork tländer Obst eG Herbert zum herbert.zum.felde@ewetel.net • • minnerweg 20Altländer Westerladekop 21635 Jork 21635 Jork Erzeugerorganisation fürObst ObstGmbH GmbH Erzeugerorganisation Altländer Wir beliefern: www.MAL-Jork.de info@mal-jork.de info@mal-jork.de ••37Fax: www.MAL-Jork.de Tel.: (0 41 62) 9494 56-0 62) 82 63 (041 41 62) 9444-44 56-10für Telefon (0 41 62) 94 44-0und Telefax 62) 94 •es Obsthandel Früchte-AbpackVertriebs GmbH Telefon (0 41 44-0 • Telefax: (0 41 62) 94 44-44 •••Fax: Tel.: (0 41 62) 94 56-0 Fax: (0 •41 62) 82 63 Fax: (0 62) 94 56-10 Schacht Schliecker Altländer 62) 70 44 Tel.: (0 41 62) 94 56-0 Fax: (0 41 62) 82 63 (0 41 62) 94 56-10 Wir beliefern: Obst eG Wir beliefern: Altländer Königreicher Straße 6 a, 21635 Neuenfelder Str. 16a, 21635 Jork Altländer ObstM.AL. eG herbert.zum.felde@ewetel.net Herbert zum Felde Jork Marktgemeinschaft Altes Land Schacht Schliecker Obst Obst eG ne.de Jork eG minnerweg 20 • 21635 Westerladekop •37 • 21635 Jork nder-obst-eg@t-online.de herbert.zum.felde@ewetel.net

länder st eGObst eG Altländer -eg@t-online.de

einz Schacht GmbH & Co Fruchthandels KG www.MAL-Jork.de info@mal-jork.de herbert.zum.felde@ewetel.net info@mal-jork.de • www.MAL-Jork.de M.AL. Marktgeme ener & Sohn Schacht Schliecker Schacht Obst eG Telefon (041 41 62)94 9444-0 44-0 Telefax 62) Obsthandel und Vertriebs Schacht GmbH &(0 Co Fruchthandels KG Telefon (0 62) ••zum Telefax: (0 41GmbH 62) 94 9444-44 44-44 Schacht Schliecker Erzeugerorganisation für Obst GmbH für Obst GmbH •Altländer • Fax: Wir beliefern: Altländer 62) 70•Obst 44 Tel.:Erzeugerorganisation 41Osterjork 62) 94 56-0 Fax:eG (0 41 62) 82 63 (0Früchte-Abpack41 62) 94 56-10 Altländer Obst eG Herbert Felde Obst eG Herbert zum Felde • Schliecker –96 30 21635 Jork 21635 Jork Co KG Schacht GmbH & Co Fruchthandels KG • • mbH 6sellschaft Osterjork 30 21635 Jork 21635 Jork Schacht Schliecker • • • Schacht GmbH & Co Fruchthandels KG länder Obst eG Herbert zum Felde www.MAL-Jork.de info@mal-jork.de Osterminnerweg 20 eG Westerladekop 37 21635 Jork Königreicher 21635 Jork Erzeugerorganisat info@mal-jork.de •und www.MAL-Jork.de Erzeugerorganisat nder-obst-eg@t-online.de herbert.zum.felde@ewetel.net Altländer eG zum Felde Straße 6Felde a, 21635 Jork tländer Obst eG Herbert zum Neuenfelder Str. 21635 hannes Schacht Schliecker Obsthandel Früchte-Abpackund GmbH Altländer Obst eG Herbert zum Felde GmbH &Obsthandel Co Fruchthandels KGeG •21635 • 16a, Obst Herbert zum Felde Obst Altländer Fax: (062) 41 62) 84 76 Obst Fax:Herbert 41 62)Jork 55 14Vertriebs Tel.: (0 41 62) 75 12 Früchte-AbpackVertriebs GmbH ßhandel 64 Osterjork 30 Jork 21635 Jork •••Fax: Tel.: (0 41 62)63 75 12 Fax: (0 41 84 76 (0 41 62) 55(0 14 •••Altländer 21635 Jork 6 Osterjork 30 21635 21635 Jork Wir beliefern: Schacht GmbH & Co Fruchthandels KG Altländer Obst eG R. Bargstedt Johs. Dehmel • • Tel.: (0 41 62) 70 44 Tel.: (0 41 62) 94 56-0 Fax: (0 41 62) 82 Fax: (0 41 62) 94 56-10 Obsthandel Früchte-Abpackund Vertriebs GmbH Obsthandel Früchte-Abpackund Vertriebs GmbH • 21635 • 21635 Inh. Heinz Schacht GmbH & Co Fruchthandels KG • Obsthandel Früchte-Abpackund Vertriebs GmbH Jork Jork Osterminnerweg 20 Westerladekop 37 • andel Früchte-Abpackund Vertriebs GmbH Stra Telefon (0 41 62) 94 44-0 Telefax 62) 94 44-44 Obsthandel Früchte-Abpackund Vertriebs GmbH cht Schliecker 21635 Jork Osterjork 30 • • Telefon (0 41 62) 94 44-0 • Telefax: (0 41 62) 94 44-44 0–52 21635 Jork Tel.: (0 41 62) 75 12 Fax: (0 41 62) 84 76 Fax: (0 41 62) 55 14 ht@t-online.de Königreicher Neuenfelder Str. chacht Schliecker • Altländer •GmbH t-online.de info@Schliecker-Fruchthandel.de • Fruchtgrosshandel Tel.: (0 41 62)info@Schliecker-Fruchthandel.de 75Westerladekop 12 Fax: 41 62) 84 76 Fax:Obst (0 41 62) 55 14 21635 Jork 21635 Jork Osterminnerweg 20 Westerladekop 37 ax: (0 41 62) 84 76 Obsthandel Früchte-Abpackund Vertriebs Obsthandel GmbH & Co. KG GmbH Altländer Obst eG Herbert zum Felde • • • • eG • • • • minnerweg 20 37 21635 Jork 21635 Jork 21635 Jork 21635 Jork Osterjork 30 Osterminnerweg 20 Westerladekop 37 21635 Jork 21635 Jork den 94–96 Osterjork 30 21635 Jork 21635 Jork altlaender-obst-eg@t-online.de herbert.zum.felde@ewetel.net Wir beliefern: • Fax: • nder Obst eG Herbert zum Felde 70 44 Tel.: (0 41 62) 94 56-0 Fax: (0 41 62) 82 63 Fax: (0 41 62) 94 56-10 • • • Osterminnerweg 20 Westerladekop 37 21635 Jork 21635 Jork Tel.: (0 41 62) 75 12 (0 41 62) 55 14 ax: (0 41 62) 91 45-45 t-online.de info@Schliecker-Fruchthandel.de • • • www.MAL-Jork.de info@mal-jork.de hannes Schacht Schliecker Osterminnerweg 20 • 21635 Jork Nincoper Str. 150 • 21129 Hamburg Hohenfelde 38 • 21720 Mittelnkirchen 21635 Jork 21635 Jork nnerweg 20 Westerladekop 37 t GmbH & Co Fruchthandels KG t-online.de info@Schliecker-Fruchthandel.de info@mal-jork.de • www.MAL-Jork.de -online.de •41 •56-10 Obsthandel Früchte-AbpackVertriebs GmbH hacht GmbH & Co Fruchthandels KG ••84 • Fax: 20 Westerladekop 37 21635 Jork 21635 Jork •41 •• Fax: Obst eG82 •76 • 21635 .: (0 70 44 Tel.: (0 41 62) 94 56-0 Fax: (0 41 62) 63 (0 41 62) 94 56-10 •62) 70 44 Tel.: (0(0 41 62) 94 Tel.: 56-0 Fax: (0 41 62) 82 63 (0 62) 94 Telefon (0 62) 9444-0 44-0• • 62) 4(0 84 Tel.: (041 41 62) 62) 75 1212 Fax: (0 41 62) Fax: (041 41 62) 55 14 21635 Jork Jork terminnerweg 20 Westerladekop 37 4141 62) 94 Fax: (0 41 62) 82 63 Fax: (0 41und 62) 94 Tel.: (0 62) 70 44 Tel.: (0 41 62) 94 56-0 •herbert.zum.felde@ewetel.net ax: 41 84 76 (0 41 62) 55(0 14 Tel.: 75 •Schacht altlaender-obst-eg@t-online.de •56-10 e62) www.wegener-frucht.de Altländer 41 62) 63 Fax: 41 62) 94 56-10 Tel.: (0 41 62) 70 44 (0 41 62) 94 56-0 info@Schliecker-Fruchthandel.de Tel.: (062) 41 62) 70 44 •• Fax: Fax: (0(0 41 62) 8282 Tel.: (040) 7Früchte-Abpack45Fax: 94 49 Tel.: (0 41Telefon 89 88-0(0 • Fax: (0GmbH 41 42) 89 88-18 sObsthandel Schliecker Inh. Heinz Schacht GmbH & Co Fruchthandels KG Altländer Obst eG Herbert Altländer Obst eG Herbert zum Felde und Vertriebs •63 •42) • Osterminnerweg 20 Westerladekop 37 21635 Jork 21635 Jork • • Osterjork 30 5 Jork 21635 Jork nder-obst-eg@t-online.de herbert.zum.felde@ewetel.net • 2) 70 44 Tel.: (0 41 62) 94 56-0 Fax: (0 41 62) 82 63 Fax: (0 41 62) 94 56-10 eschacht@t-online.de info@Schliecker-Fruchthandel.de Jork 21635 Jork94 56-0 Osterjork 30 altlaender-obst-eg@t-online.de herbert.zum.felde@ewetel.net altlaender-obst-eg@t-online.de herbert.zum.felde@ewetel.net altlaender-obst-eg@t-online.de Mail: info@bargstedt-frucht.de info@johsdehmel.de •info@mal-jork.de www.johsdehmel.de hannes Schacht Schliecker • Fax: • Fax: Altländer Obst eG Herbert zum Felde ht Schliecker altlaender-obst-eg@t-online.de herbert.zum.felde@ewetel.net •• Fax: •41 • Tel.: (0 41 82 63 (041 41 62) 94 41 62) 70 4462) (0 41 62) -online.de info@Schliecker-Fruchthandel.de den 94–96 Osterjork 30 21635 21635 Jork Tel.: (0 41 62) Fax: (0 63 Fax: (062) 62) 9456-10 56-10• z21635 Schacht GmbH & CoAltländer Fruchthandels KG info@mal-jork.de & Co Fruchthandels KG Obsthandel Früchte-AbpackObst eG Tel.: (0Jork 4182 62)Jork 70 44 •62) Tel.: (0 4194 62) 56-0 94 56-0 Fax:Tel.: (0GmbH 41 62) 82 63 (0 41 94 56-10 Obsthandel Früchte-Abpackund Vertriebs GmbH Wir beliefern: • • • M.AL. Marktgemeinsch 21635 21635 Jork erweg 20 Westerladekop 37 41 62) 84 76 Fax: (0 41 62) 55 14 (0 41 62) 75 12 • Inh. Heinz Schacht GmbH & Co Fruchthandels KG Obsthandel Früchte-Abpackund Vertriebs GmbH • Fax:84 •12 Tel.: (0 41 62) 75 :ltlaender-obst-eg@t-online.de (0 41 62) 76 Fax: (0 41 62) 55 14 der-obst-eg@t-online.de herbert.zum.felde@ewetel.net 62) 4 84 Tel.: (0 41 62) 75 12 (0 41 62) 84 76 Fax: (0 41 62) 55 14 • • 6 21635 Osterjork 30 Jork altlaender-obst-eg@t-online.de 21635 Jork GmbH & Co30 Fruchthandels KG herbert.zum.felde@ewetel.net • 21635 herbert.zum.felde@ewetel.net eG Jork Osterminnerweg 20 • 21635 Westerladekop 37• •21635 21635 Jork Westerladekop • 21635 nabbe Altländer Obst eG Herbert zum Felde eg@t-online.de herbert.zum.felde@ewetel.net den Osterminnerweg 94–96 OsterjorkObst 30 ••20 Jork 21635 Jork Osterjork 21635 Jork •Jork Osterminnerweg 20 Westerladekop 37 21635 Jork Jork eschacht@t-online.de info@Schliecker-Fruchthandel.de Erzeugerorganisation fü Erzeugerorganisation für .de info@Schliecker-Fruchthandel.de •L41 • nline.de info@Schliecker-Fruchthandel.de ckenpack Gustav Wegener & Sohn 0 44 Tel.: (0 41 62) 94 56-0 Fax: (0 41 62) 82 63 Fax: (0 41 62) 94 56-10 • Tel.: (0 41 62) 75 12 Fax: (0 62) 84 76 Fax: (0 41 62) 55 14 H A N D E •Fax: • Fax: •• Tel.: Fax: (0 41 62) 82 63 Tel.: (0 41 62) Tel.: (0 41 62) 94 56-0 Pickenpack Gustav Wegener & Sohn Osterjork 30 Jork 21635 Jork 62) 4(0 84 41 Tel.: (0 41 62)70 7544 12 Sohn (070 41(062) 84 7670 (0(0 41 62) 55 14 Altländer Obst eG Herbert zum Feld • Fax: • Fax: Obsthandel Früchte-Abpackund Vertriebs GmbH • • Tel.: 62) 44 41 62) 94 56-0 (0 41 62) 82 63 Fax: (0 41 62) 94 56-10 Johannes Schacht Schliecker Fax: (0 41 62) 82 63 (0 41 62) 94 56-10 Tel.: 41 62) 44 Tel.: (0 41 62) 94 56-0 ckenpack Gustav Wegener & Wir b GmbH Co KG KG Johannes Schacht Altländer • Fax: (0 Königreicher Straße ckenpack Gustav Wegener &&Sohn Neuenfelderund Str.Vertriebs 16a,6 a2 Tel.: (0 41 62)&& 75 12 4Co. 41 62) 55 14 Schliecker @t-online.de eschacht@t-online.de info@Schliecker-Fruchthandel.de • 21635 info@Schliecker-Fruchthandel.de Obsthandel Früchte-Abpacknabbe GmbH KG H &76 Co. KG -obst-eg@t-online.de herbert.zum.felde@ewetel.net Jork Jork Osterminnerweg 20Tel.: Westerladekop 37 • 21635 altlaender-obst-eg@t-online.de herbert.zum.f hannes Schacht Schliecker •Co GmbH Co KG Co. KG altlaender-obst-eg@t-online.de herbert.zum.felde@ewetel.net Inh. Heinz Schacht GmbH & Co Fruchthandels KG altlaender-obst-eg@t-online.de herbert.zum.felde@ewetel.net (0 41 62) 75 12 62) 84 76 Fax: (0 41 62) 55 14 Fruchtgroßhandel 21641 Apensen GmbH & Co KG Co. KG Gustav Wegener & Sohn Johannes Schacht Schliecker • Johannes Schacht Telefon (04194 4162) 62)94 9444-0 44-0 Telef Inh. Heinz Schacht GmbH Co Fruchthandels KG Telefon (0 Telefa •Tel.: • 21635 Johannes Schacht Schliecker hard Pickenpack Gustav &&(0 Sohn Osterminnerweg 20 Westerladekop 37 • 21635 Jork chthandel KG • 21641 • Fax:eG • Fax: Inh. Schacht GmbH &Wegener Co• 21635 Fruchthandels KG Fruchtgroßhandel 41 Apensen Tel.: (0 41 62) 70•Obst 44 41 62) 94 56-0 (0 41 62) 82 6350–52 (0 41Jork 62) 56-10 info@Schliecker-Fruchthandel.de Fruchtgroßhandel 21641 Apensen • KG Buxtehuder Straße Jork (0Heinz 41 67) 91 29-29 Fruchtgroßhandel 21641 Apensen Gehrden 94–96 Osterjork 30Jork 21635 Jork 21635 GmbH & Co KG Inh. Heinz Schacht GmbH & Co Fruchthandels • • e0Fax: info@Schliecker-Fruchthandel.de Fruchthandelsgesellschaft mbH 21635 Jork 21635 Gehrden 94–96 Osterjork 30 • • Johannes Schacht Schliecker GmbH & Co KG GmbH & Co. KG • Tel.: (0 41 62) 70 44 Tel.: (0 41 62) 94 56-0 Fax: (0 41 62) 82 63 Fax: (0 41 6 720 Mittelnkirchen Inh. Heinz Schacht GmbH & Co Fruchthandels KG • • www info@mal-jork.de den 94–96 30 21635 Jork 21635 • Jork • Fax: info@mal-jork.de • www altlaender-obst-eg@t-online.de herbert.zum.felde@ewetel.net Buxtehuder Straße 50–52 21635 Jork (067) 4141 67) 91 29-29 Buxtehuder Straße 21635 Fax: (0 41 91 29-29 • 50–52 Altländer Obst eG Herbert zum Tel.: (062) 41 62) 91 45-0Osterjork Fax: (0••41 62) 91Jork 45-45 packfrucht.de Johannes Schacht Schliecker Buxtehuder Straße 50–52 21635 Jork Fax: (0 41Gehrden 67) 91 29-29 • Fax: Felde ckenpack Gustav Wegener & Sohn •••21635 • Fax: (0 41 84 76 (0 41 62) 55 14 Tel.: (0 62) 4 84 Tel.: (0 41 62) 75 12 Fruchtgroßhandel 94–96 Osterjork 30 21635 Jork 21635 Jork • • • Fruchtgroßhandel Straße 41 21641 Apensen Tel.: (0 41 62) 4 84 Tel.: (0 41 62) 75 12 Fax: (0 41 62) 84 76 Fax: (0 41 62) 55 14 • altlaender-obst-eg@t-online.de herbert.zum.felde@ewetel ax: (0 41 42) 81 85-86 Gehrden 94-96 • Jork • • Gehrden 94–96 Osterjork 30 21635 21635 Jork 62) 4 84Pickenpack (062) 41 62) 75 12•62) Fax: 41 62) 84 76gwegener@wegener-frucht.de Fax: (0& 41Früchte-Abpack62) 55 Inh.(0 Heinz Schacht GmbH &Co CoFruchthandels Fruchthandels KG Tel.: (0 41 62) 91 45-0 (0 91 45-45 packfrucht.de • 45-0 Tel.: (0 91 Fax: (0 41 62) 91 14 45-45 kenpackfrucht.de www.wegener-frucht.de ackfrucht.de •• Fax: hard Gustav Wegener Sohn Obsthandel und Vertriebs GmbH Tel.: (0 41 62) Tel.: 9141 45-0 Fax: (0 41 41 62) 91 45-45 packfrucht.de Inh. Heinz Schacht GmbH & KG hannes Schacht •41 ••50–52 •62) • Fax: Buxtehuder Straße 21635 Jork Tel.: (0 41 62) 4 84 Tel.: (0 41 75 12 Fax: (0 62) 84 76 Fax: (0 41 62) 55 14 GmbH & Co KG Co. KG heschacht@t-online.de info@Schliecker-Fruchthandel.de •Tel.: Buxtehuder Straße 50–52 21635 Jork•• Schliecker 91 29-0 (0 41 67) 91 29-29 Johannes Schacht Schliecker www.knabbe.de heschacht@t-online.de info@Schliecker-Fruchthandel.de eschacht@t-online.de info@Schliecker-Fruchthandel.de 41 62) 84 76 Fax: (0 41 62) 55 14 Tel.: (0 41 62) 4 84 Tel.: (0 41 62) 75 12 (o 41 62) 4 84 • Fax: (0 41 62) 84 76 •GmbH gwegener@wegener-frucht.de www.wegener-frucht.de ackfrucht.de • • • • & Co KG GmbH & Co. KG • • gwegener@wegener-frucht.de www.wegener-frucht.de enpackfrucht.de gwegener@wegener-frucht.de www.wegener-frucht.de ackfrucht.de • 21635 • 21635 Osterminnerweg Westerladekop 37 21635 Jork 21635 Jork 21635 Jork Gehrden 94–96 Gehrden Osterjork 3030 Jork JorkJork Wir beliefe • Fax:21635 • Fax: (094–96 41 62)20 91 45-45 Tel.: (0Heinz 41 62) 91 45-0 heschacht@t-online.de info@Schliecker-Fruchthandel.de Tel.: (0 41 62)Peter 91 45-0Stechmann (0GmbH 41 62) 91Osterjork 45-45 rd@pickenpackfrucht.de Fruchtgroßhandel Johannes Schacht Schliecker Fruchtgroßhandel 21641 Apensen Johannes Schacht nh. Schacht &Sohn Co Fruchthandels KG heschacht@t-online.de info@Schliecker-Fruchthandel.de hard Pickenpack Gustav Wegener &Tel.: Sohn heschacht@t-online.de John •Faby Inh. Heinz Schacht GmbH & Co Fruchthandels KG enpack Gustav Wegener & Fruchtgroßhandel Straße 41 21641 Apensen pack Gustav Wegener & Sohn •Fax: •• Fax: • Fax: (0 41 62) 82 63 (0 41 62) 94 56-10 Tel.: (0 41 62) 70 44 Tel.: (0 41 62) 94 56-0 Tel.: (0 41 62) 4 84 (0 41 62) 75 12 (0 41 62) 84 76 Fax: (0 41 62) 55 14 Johannes Schacht • • • www.wegener-frucht.de Fax: (0 41 62) 84 76 Fax: (0eG 41 62) 55mbH 14 Schl .:91 (0 41 62) 491 84 Tel.: 41 62) 75Fruchthandels 12 Fruchthandelsgesellschaft •Schacht gwegener@wegener-frucht.de w.pickenpackfrucht.de www.wegener-frucht.de ener@wegener-frucht.de GmbH & Co. KG ckenpack Gustav Wegener &Osterjork Sohn Schliecker John Obstgroßhandel GmbH Inh. Heinz Schacht GmbH & Co KG GmbH &50–52 Co KG GmbH & Co. KG •(0 Altländer Obst • 21635 •Johannes Buxtehuder Straße 50–52 21635 Jork ax: (0 41 67) 29-29 Knabbe Buxtehuder Straße Jork Fax: (0 41 67)•heschacht@t-online.de 91 29-29 29-0 • • John den 94–96 30 21635 Jork 21635 Jork altlaender-obst-eg@t-online.de herbert.zum.felde@ewetel.net • GmbH & Co KG . KG info@Schliecker-Fruchthandel.de Gehrden 94–96 Osterjork 30 21635 Jork 21635 Jork GmbH Co KG Sandhörn 1 • Johannes 21720 Steinkirchen Heinz Schacht & Co F GehrdenJork 94-96 • 21635GmbH Jork Guderhandviertel 67E •& 21720 Guderhandviertel Schliecker R (0 UC TInh. H91 AN D L nnes Schliecker •Schacht • 21635Tel.: • 21635 GmbH Co Co. KG heschacht@t-online.de info@Schliecker-Fruchthandel.de Fruchtgroßhandel Straße 41 21641 Apensen Gehrden 94–96 Schacht Osterjork 30 •& Inh. Heinz Schacht GmbH & CoAltländer Fruchthandels KG(0 Schliecker 41H 62) 45-0 Fax: (0KG 41 62) 91 45-45 rd@pickenpackfrucht.de Knabbe •Schacht Schacht GmbH & Co Fruchthandels KG Johannes Obsthandel Fax: (0 41 62) 91 45-45 Tel.:FFJork (0 41 62) 91 45-0 packfrucht.de Knabbe Tel.: (0 41 42) 81•92-0 •41 Fax: (0Heinz 41 84 42) 81 92-22 John Tel.: (0 41 62) 4 84 • Fax: 41 62) 84 76 Tel.: (0 41 42) 22 88 • Fax: (0 41 42) 81 08 93 R U C H T H A N D E L • • John • Fruchtgroßhandel 1641 Apensen 2) 4 84 Tel.: (0 41 62) 75 12 Fax: (0 62) 76 Fax: (0 41 62) 55 14 • 21635 Jork Gehrden 94–96 Osterjork Inh. Schacht GmbH & Co Fruchthandels KG • • Fruchtgroßhandel FJohn RBuxtehuder U84 C 76 HKnabbe T HInh. A Straße N D E L50–52 • Fax:gwegener@wegener-frucht.de •12 Fax: (0 41 84 7662) Fax: (0 4114 62) 14 30 0 41 62) 4 84 41&62) 62) 21635 Jork 91 29-0 Fax: (0 41 29-29 •Apensen (0 41 (0 41 Jork 62) 55 Tel.: (067) 41•91 62) 84 62) Tel.: (0Osterjork 41 7575 12 • www.wegener-frucht.de 21641 Apensen w.pickenpackfrucht.de land •4 •Fax: GmbH & Co 55 Fruchthandels F RFruchtgroßhandel U CHeinz HKnabbe T HSchacht N•Tel.: D E L (0 21635 Jork 21635 Gehrden 94–96 30 info@fabyfrucht.de www.fabyfrucht.de Heinz Schacht GmbH Co Fruchthandels KG c.resul@schacht-fruchtgroßhandel.de • 21635 welcome@obststechmann.de •Awww.obststechmann.de Obst eG gwegener@wegener-frucht.de www.wegener-frucht.de ackfrucht.de Jork Osterminnerweg 20 • • • • • Knabbe Jork Jork Jork Gehrden 94–96 21635 Osterjork 30 21635 6eland 30 21635 Jork 21635 Tel.: 41 62) 91 45-0 Fax: (0 62) 45-45 • 50–52 John Knabbe land •9121635 Fax: (041 62) 84 76Jork Tel.: (0 41 62) 4UWegener 84 Tel.: (0 41 75 12 Buxtehuder Straße 50–52 :rd@pickenpackfrucht.de (0 41 67) 91 29-29 hard Gustav &EOsterjork Sohn heschacht@t-online.de info@Schliecker-Fruchthandel.de GmbH &(0 Co Fruchthandel KG für Obst und Gemüse •A 21635 • 21635 ••41 ck Gustav Wegener & John Knabbe land Gehrden 94–96 Osterjork 30 62) Jork Jor 21635 Jork Buxtehuder 41 67) 91 29-29 schacht@t-online.de info@Schliecker-Fruchthandel.de Jork Buxtehuder Fax: (0Pickenpack 41 67) 91 29-29 FStraße RStraße C H T50–52 H NTel.: D L21635 großhandel heschacht@t-online.de info@Schliecker-Fruchthandel.de Richard Gustav Wegener & Sohn • Fax: (0 41 62) Tel.: (0 41 62) 84 (0 41Sohn 62) 75 12 Fax: (0E L41 62) 84 76 55 14 F21635 R U4C(0 HPickenpack T•Jork H62) A N4D84 John Knabbe deland • • Tel.: • Fax: •• • Fax: (0 41 62) 82 63 (0 41 62) 70 44 Richard Pickenpack Gustav Wegener & Sohn 94–96 Osterjork 30 21635 Jork gwegener@wegener-frucht.de www.wegener-frucht.de w.pickenpackfrucht.de GmbH & Co Fruchthandel KG für Obst und Gemüse (0 41 62) 84 76 Fax: (0 41 62) 55 14 Tel.: 41 Tel.: (0 41 62) 75 12 Altländer Obst eG John • GmbH & Co KG GmbH & Co. KG Muddweg 166 a 21720 Mittelnkirchen 25348 Glückstadt • • GmbH & Co Fruchthandel KG für Obst und Gemüse Tel.: (0 41 62) 4 84 Tel.: (0 41 62) 75 12 Fax: (0 41 62) 84 76 Fax: (0 41 mbH für Obst u. Gemüse heschacht@t-online.de info@Schliecke Richard Pickenpack Gustav Wegener & Sohn • • Co. KG Fax: (0 41 62) 91 45-45 Tel.: (0 41 62) 91 45-0 ckfrucht.de Tel.: (0 41 62) 91 45-0 Fax: (0 41 62) 91 45-45 npackfrucht.de GmbH & Co KG GmbH & Co. KG • • Richard Pickenpack Gustav Wegener & Sohn Tel.: (0 41166 62) 45-0 Fax: (0 41 62) 91 45-45 cht.de Tel.: (0 41 62) 75 12&•Co Fax: (0 41 62) 84 Fax: (0info@Schliecker-Fruchthand 41 62) 55 14 John Knabbe Godeland GmbH & Co KG info@Schliecker-Fruchthandel.de GmbH & Co Fruchthandel KG bH für•41 Obst und Gemüse John Muddweg a •• 91 21720 Mittelnkirchen 25348 Glückstadt •heschacht@t-online.de GmbH & KG •heschacht@t-online.de heschacht@t-online.de info@Schliecker-Fruchthandel.de Obsthandel John Knabbe Knabbe GmbH KG (0 &76 Co. KG Fruchtgroßhandel Straße 21641 Apensen Tel.: (0 41 42) 81 85-0 Fax: (0 41 42)Co 81(0 85-86 Fax: (0 24) 91 63GmbH 21 altlaender-obst-eg@t-online.de Johannes Schacht Schliecker Muddweg 166 a 21720 Mittelnkirchen 25348 Glückstadt 09 Kronprinzenkoog 20 Steinkirchen GmbH & Co KG GmbH & Co. KG •Gemüse Fax: (0 41 62) 84 76 Fax: 41 62) 55 14 4pensen 84 Tel.: 41 62) 75 12 • Nwww.wegener-frucht.de Fruchtgroßhandel 21641 Apensen Stader Straße 41 gwegener@wegener-frucht.de packfrucht.de • GmbH & Co KG GmbH & Co. KG GmbH & Co Fruchthandel KG sges. mbH für Obst und www.wegener-frucht.de gwegener@wegener-frucht.de kfrucht.de F R U C H T H A D E L John • • • • www.wegener-frucht.de ht.de Tel.: (0 41 41 42) 42) 81 85-0 Fruchtgroßhandel Fax: (0 41 42) 81 85-86 Fax: (0 41 41 24) 91 63 21 21720 Mittelnkirchen Muddweg 166 a 41 6 25348 Glückstadt • 21635 •24) • www.knabbe.de • 21635 Buxtehuder Straße 50–52 Jork Fruchtgroßhandel 91 29-0 Fax: (0 41 67) 91 29-29 Richard Pickenpack Gustav Wegener & Sohn zentrale@knabbe.de www.godeland.de • Fax: Jork Osterminnerweg 20 GmbH & Co Fruchthandel KG • gwegener@wegener-frucht.de Tel.: (0 81 85-0 (0 42) 81 85-86 Fax: (0 91 63 21 Inh. Heinz Schacht GmbH & Co Fruchthandels KG Stader Straße 41 21641 Apensen • Fax: 41 42) 81 92-22 -online.de info@Schliecker-Fruchthandel.de Fax: (0 48 51) 95 80-37 Fruchtgroßhandel Stader Straße 41 21641 Apensen • • • • Buxtehuder Straße 50–52 21635 Jork Fax: (0 41 67) 91 29-29 Tel.: (0 41 67) 91 29-0 • 21641 Apensen Fruchtgroßhandel en Muddweg 166 a •21720 Mittelnkirchen ssee 126 25348 Glückstadt Fruchtgroßhandel Stader Straße 41 ••91 zentrale@knabbe.de www.knabbe.de www.godeland.de •Muddweg • Fax: acht@t-online.de info@Schliecker-Fruchthandel.de Tel.: (0 41 62) 45-0 Fax: 62) 91 45-45 rd@pickenpackfrucht.de Tel.: (0 41 42) 81 85-0 (0 42) 85-86 Fax: (0 41 24)91 91 21 0ht.de •• Co • 63 FJohn Rwww.knabbe.de U CKnabbe H T H (0 A 41 N41 D E(0 L81 Knabbe Godeland GmbH & KG GmbH &67) Co. KG Fax: (0• 41 62) 82 63 Tel.: 41 62) 70 44 Te 21720 Mittelnkirchen 166 a 24) zentrale@knabbe.de www.godeland.de •(0 • 91 www.fabyfrucht.de 94–96 30 21635 Jork 21635 Jork •63 •• 91 •Straße Straße 50–52 21635 Jork Fax: 41 67) 91 29-29 67) 29-0 www.godeland.de 21635 50–52 Fax: (0 41(0 29-29 Tel.: 41 67) 91 •T(0 •41 •85-86 Buxtehuder 50–52 21635 Jork 67) 91 29-29 R U85-0 C HBuxtehuder H41 AN E91 L42) Tel.: (0 41 42)FStraße 81 Fax: (0DBuxtehuder 41 81Osterjork )Tel.: 9 16(0 30 Fax: (0 29-0 41Gehrden 21 Fax: (0••41 62) 91Jork 45-45 Tel.: 62) 45-0 richard@pickenpackfrucht.de

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Gustav Wegener & Sohn

Knabbe Straße 50–52 21635 Jork & Sohn Tel.: (0 41 67) 91 29-0 Fax: (0 41 67)Buxtehuder 91 29-29 John Richard Pickenpack Gustav Wegener •45-0 gwegener@wegener-frucht.de www.wegener-frucht.de & Tel.: Co Buxtehuder Fruchthandel KG sges. mbH für81 Obst und Gemüse www.knabbe.de zentrale@knabbe.de ew.pickenpackfrucht.de www.godeland.de Straße 50–52 21635 Jork 1 29-29 Fruchtgroßhandel 21641 Apensen Stader Straße 4142) John altlaender-obst-eg@t-online.de 41 81 el.: (0 41richard@pickenpackfrucht.de 42) 85-0 Fax: (085-86 41 62) 84GmbH 76gwegener@wegener-frucht.de Fax: (0& 41Sohn 62) 55 Tel.: (0 41Fax: 62) 4(084 Tel.: (0 41 Fax: 62) 75 12 62) John (0 41 62) 91 (0 41 91 45-45 zentrale@knabbe.de www.knabbe.de eland.de www.godeland.de Fax: 41 62) 91 14 45-45 Tel.: (0 41 62) 91 45-0 richard@pickenpackfrucht.de www.wegener-frucht.de www.pickenpackfrucht.de Richard Pickenpack Gustav Wegener John Knabbe and Fax: (0 41 62) 91(0 45-45 Tel.: (0 41 62) 91 45-0 richard@pickenpackfrucht.de • Knabbe Godeland Tel.: (0 41Muddweg 62) 91John 45-0 Fax:Mittelnkirchen (0 41 62) 91 45-45 t.de 166 a Knabbe 21720 ssee 126 25348 Glückstadt

•• • •• • •• • • • • • • • 21635 Jork • • Buxtehuder Straße 50–52 Tel.: (0 41 67) 91www.knabbe.de 29-0 Fax: (0 41 67) 91 29-29 zentrale@knabbe.de heschacht@t-online.de info@Schliecker-Fruchthandel.de • gwegener@wegener-frucht.de www.wegener-frucht.de www.pickenpackfrucht.de • KG •GmbH & Co GmbH gwegener@wegener-frucht.de www.wegener-frucht.de GmbH CoHFruchthandel KG mbH für Obst und Gemüse FR U85-0 C H A•(0 NTel.: D E42) L •TFax: • www.pickenpackfrucht.de 42) 81& 41 81 85-86 )sges. 9 16 30 Fax: (0 41richard@pickenpackfrucht.de 24)•91 63 21 & Co. KGTel.: (0 41 • (0 41E62) 91 45-0 Fax: (0 41 62) 91 45-45 F166 RU HTH A Pickenpack Stader Straße 41 • 21641 Apensen Muddweg aH•C Mittelnkirchen ssee 126 •• 25348 Glückstadt F RRichard U C T21720 N D NE D L L Fruchtgroßhandel • H• A zentrale@knabbe.de www.knabbe.de eland.de www.godeland.de •

GmbH & Co. KG

Knabbe Knabbe

GmbH & Co KG

•Fruchthandel Tel.: (0 41 62)GmbH 91 45-0 Fax:www.wegener-frucht.de (0 41 62) gwegener@wegener-frucht.de www.wegener-frucht.de www.pickenpackfrucht.de John & Co KG 91 45-45 für Obst und gwegener@wegener-frucht.de de Richard Pickenpack Gustav Wegener &S Fruchtgroßhandel 21641 Apensen Stader StraßeGemüse 41 Richard Pickenpack Gustav Wegener && Sohn Richard Pickenpack Gustav Weg John Richard Pickenpack Gustav Wegener & Sohn hard Pickenpack Gustav Wegener Sohn Knabbe Johannes Schacht 21720 Mittelnkirchen Muddweg 166 a 25348 Glückstadt • • www.wegener-frucht.de gwegener@wegener-frucht.de www.pickenpackfrucht.de gwegener@wegener-frucht.de www.wegener-frucht.de GmbH & Co KG GmbH & Co. KG Richard Pickenpack Gustav Wegener & Sohn John Knabbe eland GmbH & Co. KG John Schliecker Gustav Wegener Sohn GmbH GmbH &50–52 Co GmbH & Co. KG • 21635 • Fax: R U85-0 C H& HCo. A N(0 D E Buxtehuder L42) 81 Faby Fruchtgroßhandel •T Fax: • Fax: • 21635 • Fax: Buxtehuder Straße 50–52 (0 41 67)(0 91 29-29 0)Dehmel 67) 91 29-0 Knabbe Tel.: (091 4129-29 42)FGmbH 81 41 85-86 941 16 30 (0(041 9191 63 21 Straße Jork &Jork 41 67) Tel.: 4124) 67) 29-0 KG GmbH &KG Co GmbH Co. KG •21641 GmbH & Co KG GmbH & Co. KG John Knabbe Fax: (0 41 42) 81 85-86 Tel.: (0zentrale@knabbe.de 41 42) 81 85-0 ax: (0 41 24) 91 63 21 Inh. Heinz Schacht Stader Str. 41 • •21641 Apensen Fruchtgroßhandel Stader Straße 41 Apensen Dehmel GmbH && Co Fruchthandels KG GmbH & Co. KG KG Fruchtgroßhandel Faby Fruchtgroßhandel F R U C H T H A N D E L GmbH & Co Fruchthandel KG Hnd für Obst und Gemüse • GmbH & Co KG GmbH & Co. KG John Knabbe GmbH & Co. KG & Co. KG Knabbe Dehmel Fruchtgroßhandel 21641 Apensen Stader Straße 41 • • Faby Fruchtgroßhandel • www.knabbe.de eland.de www.godeland.de Tel.: (041 4162) 62) 91 45-0 Fax: (0 41 62) 91 45-45 richard@pickenpackfrucht.de •Fax: •Schacht John Godeland Johannes Fruchtg 21641 Apensen Stader Straße 41Knabbe Fax: (0 41Jork 62) 91 45-45 Tel.: (0 91 45-0 richard@pickenpackfrucht.de Tel.: (0• 41 67) 91 29-0 41 67) 91 29-29 • 216 ••Fax: John Buxtehuder 50–52 Tel.: (091 67) 91 29-0 (0www.knabbe.de 67) 30 •Apensen 21635 Apensen Jork Straße 50-52 21635 Jork F R U C H T H A N D •(0 GmbH & Co. KG & Co. KG • 21635 zentrale@knabbe.de www.godeland.de 21641 Straße 41 •Osterjork GmbH & Fruchthandel KG rder Obst und Gemüse •Co Gehrden 94–96 21720 Steinkirchen Sandhörn 141 1720 Mittelnkirchen • 21635 • Apensen Fruchtgroßhandel 21641 traße 41 F41 RBuxtehuder UKG C 91 HKG T29-29 HFruchtgroßhandel A Fruchtgroßhandel N DE EL LBuxtehuder GmbH & Co. KG &25348 Co. KG Muddweg 166 a 21720 Mittelnkirchen Glückstadt Jork• Straße Straße 50–52 Fax: (0 41 67) 29-29 Tel.: (0 41•und 67) 29-0 •91 •A www.wegener-frucht.de Stader Straße 41 21641 gwegener@wegener-frucht.de www.pickenpackfrucht.de GmbH & Co Fruchthandel sges. mbH für Obst Gemüse John Knabbe Godeland GmbH & Co Fruchthandel st und Gemüse Inh. Heinz Schacht richard@pickenpackfrucht.de Johs. Dehmel F R U C H T H N D E L • Faby Fruchtgroßhandel Tel.: (0 41 62) 75 12 • Fax: (0 41 62) 55 14 Tel.: (0 41 62) 91 45-0 • Fax: (0 41 62) 91 45-45 • Buxtehuder Straße Fax: (0 41 67) 91 29-29 Tel.: (0 41 67) 91 29-0 • s. Dehmel Tel.: (0 41 62) 91 45-0 Fax: (0 41 6 richard@pickenpackfrucht.de Faby Fruchtgroßhandel • gwegener@wegener-frucht.de www.wegener-frucht.de www.pickenpackfrucht.de Knabbe 21720 Steinkirchen Sandhörn 1 1720 Mittelnkirchen • Fax: • Fax: Mittelnkirchen 81 92-22 Tel.: (0Gemüse 41 42) 81 92-16 (0 41 89 • 21720 Steinkirchen Sandhörn 142) 1720 •&•42) Tel.: 41 62) 91 45-0 Fax: (0(0 41 62) 45-45 richard@pickenpackfrucht.de •• 50–52 John Knabbe Godeland •88-18 •41 • info@Schliecker-Fruchthandel.de 21720 Mittelnkirchen Muddweg 166 a21720 348 Glückstadt Fax: (0 41 42) 81 Tel.: (0 41 81 85-0 Fax: (0 41 24) 91 63 Fax: 62) 84 7662) Tel.: (0 41 62) 4UWegener 84 Muddweg 166 a(0 Mittelnkirchen 126 25348 Glückstadt 21635 Jork91 Buxtehuder Straße 50–52 Fax: (0 41 67) 91 29-29 191 67) 91 29-0 www.pickenpackfrucht.de Richard Pickenpack Gustav &E••41 Sohn •&42) GmbH &(0 Co Fruchthandel KG Vermarktungsges. mbH für Obst und •A 21635 •21 Godeland John Knabbe Godeland Gehrden 94–96 Jork info@wegener-frucht.de ••91 www.wegener-frucht.de 21635 Jork Buxtehuder 29-0 Fax: (0 41 67) 91 29-29 Buxtehuder Straße Jork :ssee (0 41 67) 91 29-0 Fax: (0 41 67) 91 29-29 GmbH Co. KG GmbH Co. KG • FStraße R85-86 C H T50–52 H ND L21635 • www.w Faby Fruchtgroßhandel gwegener@wegener-frucht.de www.pickenpackfrucht.de 21720 Mittelnkirchen Muddweg 166 a Glückstadt • • Fax: (0 41 42) 81 92-22 Tel.: (0 41 42) 81 92-16 Fax: (0 41 42) 89 88-18 Tel.: (0 41 45-0 richard@pickenpackfrucht.de GmbH & Co. KG bH & Co. KG • www.fabyfrucht.de thomas.appiarius@fabyfrucht.de sdehmel.de • Fax: (0 41 John Knabbe Godeland F42) R• 81 U C H HGmbH A81 D L• Fruchthandel Fax: (0 41 42) 92-22 Tel.: (0Gemüse 41 42) 81 92-16 42) (0 8941 88-18 • www.wegener-frucht.de •Tgwegener@wegener-frucht.de • 21720 www.pickenpackfrucht.de GmbH & Co Fruchthandel KG Vermarktungsges. mbH für Obst und Tel.: (041 41 85-0 Fax: (0N 41 42) 81 85-86 ):felde 9(0 16 30 Fax: 24) 63Obst 21 John •• www.knabbe.de •91 GmbH &Fax: Co GmbH & Co. KG •Muddweg •24) zentrale@knabbe.de www.godeland.de 21720 166 a(0 25348 Glückstadt Grillchaussee 126 •• 21720 Steinkirchen Sandhörn 1•85-0 38 Mittelnkirchen & KG Vermarktungsges. mbH für und Gemüse Tel.: 41 62) 4Mittelnkirchen 84 (0(0 4141 62) 8491 76 Fax: (0ECo 41 42) 81 85-86 Tel.: (0 42) 81 41 91 63 21 marktungsgesellschaft mbH für Obst u. Gemüse heschacht@t-online.de • KG GmbH & Co. KG • Fax: (062) 41 62) 91 45-45 Tel.: (0 41 62) 91 45-0 ichard@pickenpackfrucht.de Tel.: (0 41 62) 91 45-0 Fax: (0 45-45 richard@pickenpackfrucht.de www.fabyfrucht.de thomas.appiarius@fabyfrucht.de sdehmel.de •Knabbe •Johs. Dehmel • 21720 Steinkirchen Sandhörn 1 8 21720 Mittelnkirchen (0 41 62) 91 45-0 Fax: 41 62) 91 45-45 d@pickenpackfrucht.de • Tel.: Faby Fruchtgroßhandel John Godeland GmbH & Co KG mbH & Co. KG gwegener@wegener-frucht www.pickenpackfrucht.de Tel.: (0 41 42) 81 85-0 Fax: (0 41 42) 81 85-86 41 24) 91 63 21 www.fabyfrucht.de thomas.appiarius@fabyfrucht.de sdehmel.de • • GmbH & Co Fruchthandel KG Vermarktungsges. mbH für Obst und Gemüse • • zentrale@knabbe.de www.knabbe.de eland.de www.godeland.de Muddweg 166 a 21720 Mittelnkirchen 25348 Glückstadt Grillchaussee 126 • GmbH & Co KG Co. KG • • • • Knabbe Fruchtgroßhandel Stader Straße 21641 Apensen Fax: (0 41 42) 81 92-22 Tel.: (0 41 42) 81 92-16 Fax: (0 41 42) 89 88-18 42) 89 88-0 Tel.: (0 41 42) 81 85-0 Fax: (0 41 42) 81 85-86 Fax: (0 41 24) 91 63 21 Tel.: (0 41 24) 9 16 30 • • John F R U C H T H A N D E L Muddweg 166 a 21720 Mittelnkirchen 25348 Glückstadt Grillchaussee 126 heschacht@t-online.de • Kirchenstr. 13 • 25709 Kronprinzenkoog 21720 Steinkirchen Sandhörn 1 • www.knabbe.de zentrale@knabbe.de ww.godeland.de • • Fax: • Fax: John Knabbe & KG GmbH & Co. KG gwegener@wegener-frucht.de www.wegener-frucht.de • www.wegener-frucht (0 4185-0 42) 81 92-22 Tel.: (0 41 42) 81GmbH 92-16 (0 41 42) 89 88-18 8-0 GmbH &U(0 Fruchthandel Vermarktungsges. mbH für Obst und Gemüse gwegener@wegener-frucht.de www.pickenpackfrucht.de F C•41 H21720 T42) HA N D85-86 L KGJork John •81 •Co. • Fax: • 29-0 gwegener@wegener-frucht.de www.wegener-frucht.de w.pickenpackfrucht.de Tel.: (0 42) (0 41 24) 9 16 30 (0 91 63 www.knabbe.de zentrale@knabbe.de odeland.de • 81 Mittelnkirchen Muddweg 166 aCo Grillchaussee 126 25348 Glückstadt •www.pickenpackfrucht.de •E •24) •Rwww.knabbe.de ••Fax: www.fabyfrucht.de info@johsdehmel.de 21635 Buxtehuder Straße 50–52 Fax: (0 4121 67) 91 29-29 Tel.: 41 67) 91 Fruchtgroßhandel 21641 efelde 41 zentrale@knabbe.de info@godeland.de www.godeland.de • ••• Knabbe Tel.: (0 41 41 42) 81 85-0Fruchtgroßhandel Fax: (0 41 42) 81 85-86 Tel.: (0 41 24) 9(0 16 30Apensen Fax: (0(041 41 24) 91 63 21 Johs. Dehmel Fax: 41 81 92-22 Tel.: (0 81 92-16 Faby Fruchtgroßhandel :Tel.: (0 48 51) -Apensen 95 80-0 Fax: 48 51) -thomas.appiarius@fabyfrucht.de 95 80-37 • 21720 • 42) Steinkirchen Sandhörn 1 3841 21720 Mittelnkirchen • 21720 Mittelnkirchen • 42) • 21641 Muddweg 166 a 25348 Glückstadt Grillchaussee 126 www.fabyfrucht.de thomas.appiarius@fabyfrucht.de @johsdehmel.de • •• www.godeland.de F R85-86 UCHTHANDEL Knabbe GmbH & Co Fruchthandel KG und Gemüse www.knabbe.de zentrale@knabbe.de info@godeland.de •H • Godeland • Fax: Tel.: (0 41 62) 45-0 Fax: (0 41 62) 91 45-45 richard@pickenpackfrucht.de Tel.: (0 41 42) 81 85-0 (0 41 42) 81 Fax: (0 41 24) 91 63 21 Tel.: (0 41 24) 9 16 30 F R U C T H A N D E L •91 John Knabbe www.knabbe.de zentrale@knabbe.de info@godeland.de www.godeland.de • GmbH & Co. KG GmbH & Co. KG www.fabyfrucht.de mas.appiarius@fabyfrucht.de • • Fax:Tel.: (0 41 Tel.: 4163 42)2181 92-16 Buxtehuder Fax:(0 41 42) 8916 88-18 42) 89 88-0 • 21635 • Fax: info@godeland.de •67) www.godeland.de • Fax: (0 41 9-0 41 91 FStraße R U85-0 C H •T 50–52 H A N(0 D 41 E L42) (042) 41 81 42)92-22 81 Fax: 81 85-86Jork 24)(091 Tel.: (0(041 24) 9 30 29-29 •KG21635 gwegener@wegener-frucht.de www.wegener-frucht.de www.pickenpackfrucht.de ••www.knabbe.de •29-29 John Jork Knabbe Godeland • 21720 GmbH & Co Fruchthandel Vermarktungsges. mbH• fürMuddweg Obst undFaby Gemüse zentrale@knabbe.de info@godeland.de www.godeland.de 21720 Steinkirchen Sandhörn 1 •• Buxtehuder felde 38 Mittelnkirchen Straße 50–52 Fax: (0 41 67) 91 Dehmel 166 a 21720 Mittelnkirchen ückstadt • www.fabyfrucht.de Fruchtgroßhandel thomas.appiarius@fabyfrucht.de info@johsdehmel.de • zentrale@knabbe.de www.knabbe.de info@godeland.de www.godeland.de GmbH & 81Co Fruchthandel KG Gemüse John Godeland •Knabbe echmann FRUCH John Godeland Fax: (0 41 62) Tel.: (0 41 62) 91 45-0 pickenpackfrucht.de GmbH &91 Co 45-45 Fruchthandel Vermarktungsges. mbH Obst und Gemüse • Knabbe • 25348 Glückstadt • für • Fax: Fax: (0 41 42) 81 92-22 Tel.: (0 41 42) 92-16 21720 Mittelnkirchen Muddweg 166 a Grillchaussee 126 (0 41 42) 89 88-18 42) 89 88-0 GmbH & Co. KG & Co. KG ••(0 Tel.: (0 41 42) 81 85-0 Fax: (0 41 42) 81 85-86 24) 91 63 21 • Fax: (0 41 62) 91 45-45 Tel.: 41 62) 91 45-0 packfrucht.de • andel GmbH GmbH Co KG Vermarktungsges. mbH für Obst Gemüse F John R U& C HFruchthandel H A (0 N 41 D E42) L 81 KG Muddweg 166 a 21720 Mittel • Glückstadt GmbH Co arktungsges. und Gemüse •TFruchthandel • Fax: • 25348 www.fabyfrucht.de thomas.appiarius@fabyfrucht.de info@johsdehmel.de Tel.: (0 41 42) 81& 85-0 Fax: 85-86 Tel.: (0mbH 41 24)für 9 16Obst 30 (0 41 und 24)Grillchaussee 91 63 21Fruchtgroßhandel Johs. Dehmel Muddweg 166 a 126 Mittelnkirchen adt Faby Fruchtgroßhandel Dehmel Faby John K Godeland gwegener@wegener-frucht.de ckenpackfrucht.de Richard Pickenpack 21720 Steinkirchen Sandhörn 1 •21720 1720 Mittelnkirchen FRUC H T•Hwww.wegener-frucht. ANDEL

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5.000STE AUSGABE

Auf die nächsten 5.000 Dieter Krauß, DFHV-Präsident Herzlichen Glückwunsch zu dieser herausragenden Leistung, vor allem aber zu den Tausenden von Informationen über die Fruchtbranche, die die Redaktion in den vergangenen mehr als 100 Jahren in 5.000 Ausgaben zusammengestellt und kommuniziert hat. Natürlich wäre es reizvoll, jetzt die eine oder andere Meldung aus den letzten 5.000 Ausgaben aufzugreifen und zu überprüfen, wie sich die Branche entwickelt hat. Genauso groß ist allerdings auch die Verlockung zu überlegen, worüber denn in der 10.000 Ausgabe des Fruchthandel Magazin berichtet werden könnte (wohl wissend, dass wahrscheinlich nur Archivare die Prognosen werden überprüfen können). Wobei das mit dem Blick in die Zukunft immer so eine Sache ist. Bekanntlich sind Prognosen schwierig, besonders wenn sie die Zukunft betreffen. Wer hätte zum Beispiel vor 20 Jahren vorausgesehen, was man heute alles mit einem kleinen handlichen Ding Namens Smartphone erledigen kann? Dass wir uns aktuell mit Themen wie z.B. dem Lieferkettengesetz auseinandersetzen müssen und mit einer globalen Pandemie konfrontiert sind, lag damals mit Sicherheit auch außerhalb jeder Vorstellungskraft.

Dieter Krauß, Präsident des Deutschen Fruchthandels Verbandes

Aber wagen wir trotzdem einen Blick in die Zukunft, es muss ja nicht gleich für die nächsten 5.000 Ausgaben sein: Die Digitalisierung wird weiter zunehmen, wenngleich der Onlinehandel bei Obst und Gemüse im B2C-Bereich nicht die Bedeutung wie bei anderen Nonfood-Sortimenten erreichen wird. Unsere Produkte unterliegen nun einmal keiner DIN-Norm. Tomaten sind nicht gleich Tomaten und bei der ungeheuren Waren- und Sortimentsvielfalt werden die meisten Konsumenten nicht darauf verzichten wollen, die Ware vor der Kaufentscheidung unmittelbar am PoS in Augenschein zu nehmen. Auch bei den Lieferketten wird es Veränderungen geben. Schon heute gelten die klassischen Abstufungen Produzent – Großhandel – Einzelhandel nicht mehr. Der Übergang zwischen den einzelnen Handelsstufen wird sich zunehmend abschwächen. In den Produktsortimenten werden sich auch in der Zukunft neue Highlights herauskristallisieren. Wer hätte vor Jahren darauf gewettet, welche Wertschätzung (auch monetär) heute das Beerensortiment bei den Konsumenten genießt? Mehr ins Detail gehen möchte ich allerdings nicht gehen, denn an Fünf-Jahres-Plänen sind in der Vergangenheit schon ganze Volkswirtschaften gescheitert. In einem bin ich mir aber sicher: Bei der Attraktivität unserer Produkte wird die Fruchthandelsbranche auch künftig ein nicht zu ersetzender schwergewichtiger Bestandteil der Ernährungswirtschaft sein. Das geht allerdings nur gemeinsam: Erzeuger, Im- und Exporteure, Logistiker, Labore, Handelsunternehmen, aber auch Politik, Organisationen und Verbände sind gefordert. Und nicht zuletzt brauchen wir die Unterstützung der Medien – und dabei steht das Fruchthandel Magazin an vorderster Stelle. Unsere Ausganglage ist gut, denn wir arbeiten mit Produkten, die für Freude, Lebenslust, Gesundheit und Qualität stehen – das macht es uns schon viel einfacher als anderen Branchen. Nutzen wir also die Chancen, die sich uns bieten, damit dem Fruchthandel-Magazin auch in den kommenden 5.000 Ausgaben nicht die Themen ausgehen, um als bedeutendes Sprachrohr der Branche gehört und wahrgenommen zu werden.

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Unterstützung bei gesetzlichem Umfeld für Pflanzensamen und Vermehrungsmaterial

TOTAL PRODUCE

„Starke Ergebnisse trotz Covid-19“

COPA COGECA  Eine der wichtigsten Säulen der Anpas-

Fresh und Long Fresh sorgen für zweistelliges Umsatzplus

Foto: Greenyard

GREENYARD  Basierend auf aktuellen Schätzungen erwartet Greenyard nach eigenen Angaben, dass das bereinigte EBITDA für das gesamte Geschäftsjahr, das am 31. März 2021 endet, am oberen Ende der früheren Prognose von 106 Mio Euro bis 110 Mio Euro liegen wird. Die positiven Verkaufsergebnisse setzten sich im dritten Quartal des Geschäftsjahres fort und führten zu einem Umsatzanstieg von 10,3 % im Vergleich zum Vorjahr, sowohl für das Quartal als auch für die ersten neun Monate 2020. Der Umsatz des Segments Fresh stieg im dritten Quartal um +11,4 % gegenüber 3/2019 und um 11,2 % in den ersten neun Monaten gegenüber 2019. Der Umsatz des Segments Long Fresh stieg im dritten Quartal um 6,4 % und um 6,6 % in den ersten neun Monaten. Höhere Umsätze im LEH und in der Lebensmittelbranche glichen niedrigere Umsätze im Foodservice mehr als aus, so Greenyard. Der Fokus der nächsten vier Jahre soll nun auf einem organischen Wachstumspfad im Frische- und Long-Fresh-Segment liegen. Klimaschutz, Wassermanagement, verantwortungsvolle Beschaffung und Zero Waste sind die vier Säulen, auf denen das geplante Wachstum ruhen soll. Der Gruppenumsatz soll weiter steigen, mit einer erwarteten langfristigen Wachstumsrate von 2,5 % über den kommenden Vierjahreszeitraum. Greenyard schätzt, dass das bereinigte EBITDA für das nächste Geschäftsjahr auf 120 Mio Euro steigen wird. Bis zum Ende des Geschäftsjahres 2024/2025 wird ein bereinigtes EBITDA von 150 Mio Euro angestrebt. Co-CEO Hein Deprez erklärte, dass die Integration von Kunden zur Schaffung langfristiger, nachhaltiger und stabiler Beziehungen Umsatzwachstum und Profitabilität sichert.

sung an den Klimawandel in der Landwirtschaft ist die Verbesserung der Widerstandsfähigkeit von Nutzpflanzen, wobei neue Züchtungstechniken viele Lösungen bieten. Copa Cogeca unterstützt die Ziele der EU-Strategie, ein gesetzliches Umfeld für Pflanzensamen und Vermehrungsmaterial zu ermöglichen. Wasserknappheit ist eine schwerwiegende Folge des Klimawandels in einer wachsenden Zahl von europäischen Regionen und stellt die Nahrungsmittelproduzenten vor große Herausforderungen. Präzisionslandwirtschaftliche Technologien sind der Schlüssel für eine bessere und bedarfsgerechte Nutzung der Wasserressourcen in der Lebensmittelproduktion. Durch u.a. die Gemeinsame Agrarpolitik spielt das richtige Instrumentarium und ein förderliches finanzielles Umfeld eine entscheidende Rolle bei der Unterstützung des Übergangs zu einer nachhaltigeren Lebensmittelproduktion. Schnelle Anpassungslösungen in den naturbasierten Sektoren sind notwendig, basierend auf solider Forschungsinnovation, die durch das Horizon Europe Programm unterstützt wird.

Frische Ideen - Frische Waren

Großmarkt Duisburg

Foto:

Der Umsatz legt im Vergleich zum Vorjahr um 1,7 % auf 6,26 Mrd Euro zu, während das bereinigte EBITDA im Vergleich zu 2019 um 8,2 % auf 219,4 Mio Euro stieg, so Total Produce. Der Umsatzanstieg ist auf die robuste Nachfrage im Einzel- und Großhandel zurückzuführen, die die geringeren Aktivitäten im Food-Service-Sektor ausglich. Das Betriebsergebnis vor Sondereinflüssen stieg um 13,5 % auf 93,4 Mio Euro (2019: 82,3 Mio Euro), nach Sondereinflüssen lag es bei 83,4 Mio Euro (2019: 87,5 Mio Euro). Das Unternehmen zeigt sich mit dem Geschäft Anfang 2021 „zufrieden“. „Die Gruppe hat im Jahr 2020 starke Ergebnisse erzielt“, so Chairman Carl McCann abschließend.

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Foto: Robson/pixelio

Wasserknappheit ist eine Folge des Klimawandels.

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Die Zukunft des Fruchthandels: Aktuelle Trends zeigen, was kommt Entwicklung | Prognose ► Für wirtschaftlichen Erfolg muss man die Zukunft für sich nutzbar machen. Der Fruchthandel bildet dabei keine Ausnahme. Wenn wir genau hinschauen, ist die Zukunft nicht weit weg. Wir finden sie in den heutigen Märkten. Gunnar Brune ist Unternehmens- und Marketingberater und beschäftigt sich seit längerem mit dem Fruchthandel. Für diese Ausgabe fasste er die wichtigsten Trends komprimiert zusammen. Gunnar Brune, Tricolore Marketing

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ie großen Nahrungs- und Genussmittel-Trends sind evident: Es wird weniger, dafür aber frischer gekocht. Der zunehmende Außer-Haus-Verzehr hat dazu geführt, dass Mahlzeiten weniger als früher selber zubereitet werden. Doch wenn die Konsumenten selber kochen, wollen sie es zunehmend mit frischen Zutaten tun. Sie möchten bewusst genießen. Essen soll der Gesundheit, der Fitness und dem Erhalt der körperlichen Leistungsfähigkeit dienen. Dafür verzichtet man gerne auf Zucker, Fett und – in letzter Zeit immer mehr – auf Fleisch und tierische Produkte. Auch wenn die Zahl der konsequenten Veganer und Vegetarier kaum steigt, vegane und vegetarische Ernährung bleiben wichtige Trends und Quelle vieler Innovationen. Neben Gesundheitsaspekten kommt zusätzlich ein ganz wichtiger Trend zum Tragen: Nachhaltigkeit. Man kann es nicht anders sagen: Frisches Obst und frisches Gemüse sind im Trend. Frisch, lecker, gesund, gerne regional, oft Bio, und bunt, also sehr instagramable. Und da sind wir schon bei dem unvermeidlichen Wort: Digitalisierung.

Mehr Digitalisierung Die Digitalisierung nimmt weiter zu. Überall. Und auch in der Landwirtschaft. Man kann Daten zwar nicht essen, aber sie helfen Konsummotive vorherzusagen, Zielgruppen und individuelle Bedürfnisse zu identifizieren. Sortenentwicklung wird digital unterstützt, Nährstoffversorgung wird von Algorithmen von Services 22 | FRUCHTHANDEL

Für Gunnar Brune sind Clubkonzepte ein Zugang zu großen Konsumentengruppen.

auf Rechnern gesteuert, die tausende Kilometer entfernt sein können. Ernten werden von künstlicher Intelligenz geplant. Erntemaschinen arbeiten vernetzt im Internet of Things. Neuronale Netze auf Grafikkarten sind der Gold-Standard der Qualitätskontrolle. Die Logistik, die Absatzplanung, die Werbeplanung, die Mediaplanung: überall Digitalisierung.

Mehr Nachhaltigkeit Die Digitalisierung treibt auch die Ansprüche an die Nachhaltigkeit. Sie befeuert das Engagement für Nachhaltigkeit über die digitalen Medien. Sie macht nachhaltiges Wirtschaften in vieler Hinsicht einfacher, planbarer. Denn nachhaltig Wirtschaften ist komplex, wenn man es ernst nimmt. Die Konsequenzen des eigenen Handelns in Bezug auf Umwelt, Mensch und Wirtschaft müssen verstanden,

abgewogen und für eine bessere Zukunft optimiert werden. Überall gibt es Zielkonflikte. Der vielleicht berühmteste: Die folierte Gurke. Haltbarkeit gegen Plastikvermeidung. Eine ganze Branche, vom Bauern bis zum Händler hat gute Gründe für die Folierung. Die Welt der Verbraucher hat gute Gründe dagegen. Es ist kompliziert. Aber eins ist klar: Es gibt kein Zurück. Die nachhaltigere Alternative sichert die Zukunft von uns allen, erwirtschaftet oft bessere Erträge, fungiert als ökologisches Feigenblatt und gleichzeitig als Katalysator für die Transformation zu einer wirklich nachhaltigeren Produktion. Nachhaltigkeit ist kompliziert. Bio ist einfach zu kommunizieren und zu verstehen: Für viele Verbraucher ist Bio besser. Also auch für den Handel und also auch für die Produzenten. Alle wollen Bio. Aber was ist wirklich Bio? Was ist wirklich fair? Transparenz ist gefragt. 09 I 2021


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5.000STE AUSGABE

Mehr Transparenz Versprochen wird viel. Nachhaltigkeit braucht Transparenz, damit man Erfolge nachvollziehbar machen kann, damit funktionierende Vorbilder und Benchmarks entstehen. Aber Transparenz in komplizierten Lieferketten ist eine Herausforderung. Mit Blockchain-Technologien wird aktuell versucht, Transparenz auch für mehrstufige und komplexe Lieferantenbeziehungen herzustellen. Der Anspruch an mehr Transparenz verlangt andererseits auch die Zusammenarbeit auf übergeordneter Ebene. Investitionen in Digitalisierung sind gefragt, internationale Standards, Audits, Hardware, Schulungen und noch viel mehr. Das kann ein kleiner Marktteilnehmer nicht leisten, die Ressourcen haben nur die Großen, oder Regierungen. Nur ganz selten sind Zusammenschlüsse von Kleinen. Die Digitalisierung, der Anspruch an mehr Nachhaltigkeit, die Forderung nach mehr Transparenz, sie alle fördern die Konzentration in den Märkten.

Mehr Konzentration An vielen Stellen sehen wir Konzentration. Konzerne betreiben vertikale Integration, um die Wertschöpfung zu erhöhen. Die Konzentration im Handel zieht Konzentration auf Produktionsseite nach sich, die Globalisierung fördert und fordert Zusammenschlüsse und Gemeinschaften für Anbau, Verkauf, Einkauf und Handel. Das gilt für viele Branchen wie auch für den Fruchthandel. Doch zum Glück gibt es hier noch einen lebendigen Wettbewerb, anders als in einigen digitalen Märkten.

Mehr Clubs Pink Lady hat es vorgemacht. Systematische Zusammenarbeit von Sortenexperten, Anbau, Marketing und Vertrieb kann aus einem Naturprodukt eine globale Marke machen. Die Idee macht Schule. Auch bei Clementinen, Trauben und sicher bald bei auch anderen Früchten ist das Clubkonzept ein Schlüssel für 24 | FRUCHTHANDEL

den Zugang großer Konsumentengruppen. Doch dieser Trend hat auch mindestens einen Gegenspieler.

Mehr Regionalität Ist Regional das neue Bio? Kann es sein, dass schon neun Jahre vergangen sind, seit diese Frage in der Wochenzeitung „Die Zeit“ gestellt wurde? Es stimmt und es stimmt nicht. In Zeiten, in denen das Bio-Siegel Übersee-Produkte adelt, trumpfen regionale Produkte in der Saison mit echter Nachhaltigkeit auf. Das ist gut so, nur durch diesen Wettbewerb der Konzepte wird wirklich Verbesserung erreicht. Wichtig ist: Weniger Belastung für die Umwelt, mehr Menschenrechte und eine gesicherte wirtschaftliche Zukunft. Hier sind immer neue Ideen gefragt und gerade eine funktionierende regionale Landwirtschaft kann ein Beitrag zu mehr Nachhaltigkeit sein. Deshalb ist sie im Trend, generiert gute Erträge, weniger Verschwendung und weniger Ressourcenverbrauch.

Mehr Direktverkauf Die Digitalisierung eröffnet dem Fruchthandel neue Wege zum Verbraucher. Die Direktvermarktung ist ihren Kinderschuhen entwachsen und ganz natürlich ein moderner wichtiger Bestandteil des Erlöskonzepts der heimischen Produzenten. Von der Obstkiste zum Orangenabo, vom Spargelstand bis zum Familienbesuch auf dem Erdbeerfeld. Nicht alles ist neu, aber vieles ist aktueller als je zuvor.

Mehr Durchschnitt In einer konzentrierten Handelslandschaft werden viele Ecken geschliffen und Kurven begradigt. Wertschöpfung wird optimiert, Kosten sinken und Marktanteile wachsen. Das bedeutet auch, dass es mehr vom Durchschnitt gibt und wirkliche Top-Produkte schwerer zu finden sind. Masse macht es. Die zentralen Einkaufsabteilungen bestimmen die

Taktung der Märkte und sie brauchen Volumen. Handel und Verbraucher verlangen Haltbarkeit und sie bekommen harte Früchte. Die delikate Qualität hat es schwer. Das ist schade. Ob man es sich wünscht oder nicht, es wird in Zukunft noch mehr Durchschnitt geben.

Mehr Wettbewerb Manchmal hat man den Eindruck, dass der Wettbewerb auf dem Rückzug ist. Gigantische Digitalkonzerne und Konzentration in Handel und Produktion bestimmen das Bild. Wo bleiben Innovation und Wettbewerb? Doch sie sind da. Start-ups haben in den vergangenen Jahren neu gedacht und konnten Marktgesetze aufbrechen. Das konnte man auch an der Kasse ablesen. Viele Haushalte haben Produkte von Start-ups gekauft. Handelskonzerne haben Programme aufgesetzt, die Start-ups schneller marktfähig machen. Und es gibt eine stabile Nachfrage nach Qualitätsprodukten. Und dennoch, es könnte mehr Wettbewerb, mehr Innovation, mehr Wandel geben. Vielleicht ist das mehr eine Hoffnung als eine Vorhersage. Früchte sind Naturprodukte. Sie zu züchten, zu pflanzen, zu ernten und zu verkaufen folgt am Ende doch mehr dem Takt der Natur als dem Takt einer Börse. Das macht den Fruchthandel zu einer besonderen Branche. Es ist eine Branche, die gleichzeitig auf dem Weg in die Zukunft ist, und deren Rolle für die Lebensmittelversorgung, den Genuss und die Zukunft von uns allen weiter steigt. 

Früchte sind Naturprodukte. Sie zu züchten, zu pflanzen, zu ernten und zu verkaufen folgt am Ende doch mehr dem Takt der Natur als dem Takt einer Börse.” Gunnar Brune

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Foto: Natika - AdobeStock

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THEMEN & IDEEN, DIE DIE BRANCHE BEWEGEN 5.000 Ausgaben Fruchthandel Magazin und mehr als 100 Jahre genossenschaftliche Vermarktung - Garanten für Erfolg in der Grünen Branche. Wir, die Erzeugergenossenschaft Landgard, sagen mit über 3.000 Mitgliedsbetrieben, mit 3.000 Mitarbeitern*innen, 31 Cash & Carry Märkten, 80.000 Produkten, 33.000 Jahren Berufserfahrung, zwei Sparten mit Obst & Gemüse und Blumen & Pflanzen, 50 Tochterunternehmen und mehr als 20 Frischelogistikzentren: „Herzlichen Glückwunsch“ und „Danke“ für 5.000 Ausgaben voll interessanter, fachkundiger und geschätzter Beiträge, die uns und die Branche schon seit über 100 Jahren begleiten. www.landgard.de


Die bunte Apfelvielfalt vom Bodensee

20 Jahre

Salem

20 Jahre SALEM-Frucht Über 5.000.000.000 Äpfel vom Bodensee nach ganz Europa vermarktet Der Bodensee ist die Sonnenstube Deutschlands. Damit verfügt unsere Region dank der idealen Wachstumsbedingungen über das breiteste Sortenspektrum an Äpfeln in ganz Europa. Hier entstand im Jahr 2001 die Verkaufsgemeinschaft SALEM-Frucht GmbH und Co. KG. Mit dem Bau eines gemeinsamen Logistikzentrums in Salem wurde die Grundlage geschaffen, Äpfel vom Bodensee in Deutschland und im europäischen Nachbarland zu vermarkten. „Seither haben wir rund 5.000.000.000 Äpfel geerntet und verkauft“, erinnert sich Geschäftsführer Rainer Wielatt.

Das geht nur, wenn das Miteinander passt. „Mit unseren 180 Bodensee-Obstbauern haben wir eine starke Gemeinschaft auf Augenhöhe, die auch in aktuellen Zeiten ihre Stärke und Beständigkeit täglich unter Beweis stellt.

Neben modernsten Sortier- und Pack-Anlagen wurde der Fokus auf die Kundenwünsche gesetzt und schon 2003 auf Clubsorten wie KIKU, später Sweetheart, Evelina und Swing gelegt. So wird den unterschiedlichsten Apfelgeschmäckern der Kunden Rechnung getragen und das bei bester Apfelqualität, Frische und Lagermöglichkeit.

„Die Menschen legen immer mehr Wert auf die Herkunft ihres Obstes“, führt der Geschäftsführer aus. SALEM-Frucht stellte schon früh den Naturschutz und Einsatz für die Biodiversität in den Fokus. Die Obstbäume sind hier wichtige natürliche CO2-Sammler der Bodenseeregion. Unsere Photovoltaik-Anlagen und modernste ULO-Lager ermöglichen eine gute CO2-Bilanz. Wir sagen Danke und freuen uns auf die nächsten 20 Jahre mit Ihnen!


Unsere Clubsorten

Wir leben Biodiversität

Vom Bodensee in die Welt

Durch eine sehr gute Zusammenarbeit von Landwirtschaft und Naturschutz haben wir die biologische Vielfalt auf und im direkten Umfeld von Apfelplantagen in den letzten Jahren massiv erhöhen können.

Süß und saftig zum Geschmacksgipfel Auf einer Japanreise im Jahr 1990 entdeckt der Südtiroler Obstbauer Luis Braun den Fuji-Apfel-Zweig, aus dem unser KIKU® entstammt. Heute ist KIKU® eine weltweit geschützte Marke, den man in den frischen, blauen Kartons mit Logo entdecken kann.

Verführung pur, süßer Genuss Kaum ein anderer Apfel wächst rund um den Stiel so hoch über sich hinaus. Das Geheimnis des Sweetheart® ist sein geringer Säuregehalt. Er beschert süßen Genuss ohne Reue.

Süß und saftig zum Geschmacksgipfel Die feste Struktur mit großem Saftgehalt verzaubert bereits beim Biss – die feine, elegante Textur und die spezielle Aromatik überzeugen restlos vom Swing Apple.

Konkret heißt das in der Bodenseeregion: · 18 Millionen Obstbäume und -sträucher · 40 Millionen Quadratmeter Wiesen · 1.500.000 Quadratmeter einund mehrjährige Blühflächen · Mehrere tausend Heckenpflanzen und artenreiche Kleinstrukturen · 2.000 Wildbienenhäuser und zahlreiche Bodennistplätze · 5.000 Sing- und GreifvogelNisthilfen sowie Ansitzstangen · 500 Fledermaus-, Mauswieselund Nützlingsquartiere · Über 500 Photovoltaikanlagen

www.bodenseebiene.de Von der Natur geküsst Durch das kräftige Zinnoberrot des EVELINA® leuchtet die gelbe Grundfarbe hindurch – und verführt zum Hineinbeißen. Ein vorzüglicher Apfel, sehr aromatisch, mit angenehm süßsäuerlichem Geschmack.

20 Jahre Salemfrucht in Zahlen · 180 Obstbauern · 13 Packlinien · 12 Firmeneigene Kühl-LKW`s · 38.000 to CA/ULO-Lager

SALEM-Frucht GmbH & Co. KG Alte Neufracher Straße 100 88682 Salem Telefon: 07553-8270-10 Telefax: 07553-8270-30 E-Mail: info@salem-frucht.com www.salemfrucht-gmbh.de

20 Jahre


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5.000STE AUSGABE

Nachfolge und Unternehmensführung im Fokus DFHV-Junioren ► Stillstand gibt es bei den DFHV-Junioren nicht. Die Projekte sind auch 2021 wieder zahlreich. Einige Ergebnisse wurden schon in die Praxis umgesetzt. Das Fruchthandel Magazin sprach mit dem neugewählten Vorstand Stefan Lindner und seinen Stellvertretern Gitte Johannßen und Marcel Weichert über neue Konzepte und mögliche Veränderungen im LEH und Verbraucherverhalten. Christine Weiser

Ihr habt zusammen mit der Agentur philoneos das Projekt 28 | FRUCHTHANDEL

Der DFHV-Junioren-Vorstandsvorsitzende Stefan Lindner freut sich auf den Start des Employer Branding-Projekts.

Foto: Lindner GmbH

Plakate, aber auch Unterstützung für Stellenausschreibungen und Azubimessen. Jetzt müssen nur noch die endgültigen Kampagnen ausgewählt und an die Mitglieder verschickt werden. Wir können also wie geplant 2021 starten.

Employer Branding angestoßen, mit dem ihr euch u.a. an Schüler, Studenten und Auszubildende wenden wollt. Wie ist der Stand der Dinge? S. Lindner: Das Employer Branding geht in seine finale Phase und wurde dem DFHV auch schon vorgestellt. Ziel ist es, jedem Mitgliedsunternehmen eine Toolbox zur Verfügung zu stellen, die sie in der Kommunikation mit potenziellen Mitarbeitern einsetzen können. Dazu gehören Den engeren Kontakt untereinander und den häufigeren Austausch durch die Vorstandsfunktion schätzt Marcel Weichert sehr.

Foto: Internationale Fruchtimport Gesellschaft Weichert GmbH & Co. KG

Der Vorstand der Junioren wurde im November 2020 – zumindest in Teilen – neu gewählt. Welchen Weg wollen die Junioren einschlagen? Stefan Lindner: Alle Vorstandsmitglieder sind seit Gründung dabei und haben die Entwicklung der Junioren mitgemacht. Nun wollen wir die bisherige Arbeit weiterführen, die von Daniel Grümmer als erstem Vorsitzenden begonnen wurde. Mittlerweile sind die Junioren ja auch etabliert und angekommen, das Konzept kann weiter ausgebaut werden. Da es sich um ein Ehrenamt handelt, muss man sich als Mitglied auch die Zeit nehmen. Gerade jetzt in Corona-Zeiten liegt der Fokus verstärkt auf unseren Projekten. Der Informelle Teil, bei dem wir uns auch privat austauschen konnten, fällt leider weg. Marcel Weichert: Es gab zum ersten Mal einen großen Wechsel im Vorstand. Nun müssen wir Neuen uns auch erst einmal „herantasten“. Aber es ist eine sehr spannende und interessante Aufgabe. Als Vorstand haben wir auch einen engeren Kontakt untereinander und stehen häufiger im Austausch. Aber die persönliche Begegnung fehlt leider. Gitte Johannßen: Wir möchten unser Netzwerk weiter ausbauen und den Junioren eine Möglichkeit bieten, sich auszutauschen und an interessanten und zugleich spannenden Veranstaltungen teilzunehmen. Hierfür sind neben dem bereits etablierten Next Generation Day bereits weitere Veranstaltungen in Planung.

Ihr habt aber noch weitere Projekte, die zeitnah anlaufen sollen, oder? S. Lindner: Das stimmt. Wir planen Online-Meetings zu den Themen Unternehmensführung und Nachfolge im Familienunternehmen, zu denen wir auch Referenten einladen. G. Johannßen: Die Junioren haben somit die Möglichkeit, themenspezifisch an interessanten Fachbeiträgen teilzunehmen und auch eigene Fragen zu den Themen mit renommierten Referenten zu erörtern. Die Junioren haben sich in der Szenario-Analyse sehr zeit- und arbeitsintensiv damit beschäftigt, was unter bestimmten Voraussetzungen in der Fruchtbranche passieren könnte. War das für Corona schon hilfreich? S. Lindner: Es war ein sehr aufwendiges, aber spannendes Projekt. Auch wenn eine Pandemie nicht Teil der Szenarien war, glaube ich schon, dass es das Denken und den Umgang mit einer Krise geschult hat. Ganz praktisch also in Szenarien zu denken und sich immer wieder die Frage zu stellen: Was passiert, wenn …? Wie seht ihr die Situation an den Großmärkten? Was hat sich verändert? M. Weichert: Inter Weichert be09 I 2021


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5.000STE AUSGABE

Gitte Johannßen hofft darauf, dass die Next Generation Days der DFHVJunioren im November 2021 wieder vor Ort stattfinden können. liefert große Supermärkte und hat wirklich Glück, da gelistet zu sein. Tatsächlich wird derzeit vor allem der Standard gekauft, also Produkte, die der Verbraucher kennt und von denen er weiß, wie sie zubereitet werden. Besondere Exoten wie Karambolas, die vor allem als Dekoration für Gerichte in der Gastronomie verwendet werden, werden vom LEH absolut nicht nachgefragt. Da haben wir einen deutlichen Einbruch erlebt. Bei der Kieler Woche, die 2020 ausgefallen ist, werden normalerweise große Mengen Limetten benötigt. Das Geschäft fiel auch weg. Aber wir beliefern auch Kreuzfahrtschiffe wie die Aida. Da diese Schiffe nicht anlegen dürfen, bleiben sie weiter in Betrieb und die Besatzung, 500 bis 1.000 Personen, muss weiter versorgt werden. S. Lindner: Alle Unternehmen auf Großmärkten, die Facheinzelhändler wie Wochenmärkte und Hofläden bedienen, haben bei diesen Kundengruppen zulegen können. Schwerer haben es sicher die, die den Fokus auf der Gastronomie haben. Kann sich das Verbraucherverhalten durch ein solches Ereignis langfristig ändern? Wie können die positiven Werte von O&G jetzt besonders in den Vordergrund gestellt werden, um den Konsum hoch zu halten? M. Weichert: Social Media wird eine sehr große Rolle spielen, vor allem Instagram. Ideen vom Smoothie bis zum Müsli können besonders gut für Anregung sorgen. Aber ich habe das Gefühl, dass sich die Verbraucher weniger um das Thema Kochen kümmern werden, wenn die Restaurants wieder offen sind. „Einfache“ Gerichte kochen sie vermutlich weiter selber, aber das Besondere wird 30 | FRUCHTHANDEL

wieder gekauft bzw. in Restaurants bestellt. Ingwer und Limetten werden als Allheilmittel Teil der deutschen Küche bleiben, derzeit sehen wir insbesondere einen Riesenbedarf an Bio-Ingwer. Grundsätzlich scheint der Konsument aber nicht bereit, mehr auszugeben. S. Lindner: Ich freue mich, dass in der Pandemie Obst und Gemüse mehr Wertschätzung entgegengebracht wird. Die große, weite Welt der Fürchte hat vielleicht dem ein oder anderen ein bisschen Abwechslung gebracht und die kulinarischen Reisen konnten die fehlenden Urlaube ein bisschen kompensieren. Ich hoffe dieser Trend hält an. Sicher auch begleitet von einem höheren Conveniencegrad. Wie schätzt ihr die Entwicklung im LEH ein? S. Linder: Insgesamt wird die LEH-Konzentration zunehmen. Die Fachmärkte haben die Krise gut verkraftet, die Wertschätzung steigt und sie werden eine wichtige Alternative zu den Supermärkten. Auch Lieferdienste werden ein großer Gegentrend zu den Supermärkten. Die Betriebsverpflegung wird es aufgrund von Home-Office schwer haben und die Hotellerie wird den Fokus vermutlich eher auf Touristen als auf Geschäftsleute ausrichten. M. Weichert: Ich fürchte, nach Corona werden die Supermärkte den meisten Umsatz machen. Sie sind die großen Gewinner und nutzen ihre Chancen massiv. In der Hamburger Innenstadt hat z.B. vor kurzem der erste Edeka eröffnet. Was wünscht ihr euch für die Zukunft der Junioren? S. Linder: Wer noch nicht Junior

Foto: DFHV

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ist, findet vielleicht den Weg über spezielle Themen und Angebote zu uns. Wer Fragen hat, kann sich jederzeit an uns wenden. Die Junioren haben einen echten Mehrwert und dienen der Horizonterweiterung. Das Fruchtgeschäft ist immer noch ein Beziehungsgeschäft. Und ich hoffe, dass die Tools aus dem Employer Branding Projekt in der Praxis angewendet werden und den Realitäts-Check besteht. Ich freue mich, wenn wir möglichst viel Feedback von den Unternehmen bekommen. M. Weichert: Wir hoffen, dass es so positiv wie bisher weiterläuft und wir weiterhin neue Mitglieder begrüßen dürfen. G. Johannßen: Wir möchten neue Mitglieder für die Arbeit der DFHVJunioren begeistern. Zudem wünschen wir uns sehr, dass die Next Generation Days im November 2021 wieder vor Ort stattfinden können, um den persönlichen Austausch zu fördern. 

Die SzenarioAnalyse der DFHV-Junioren hat das Denken und den Umgang mit einer Krise geschult, so Stefan Lindner.

Durch den Ausfall der Kieler Woche fiel auch ein großer Teil des LimettenGeschäfts weg.

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EO Mecklenburger Ernte GmbH

Neue Logistikhalle für schnelle Auslieferung Die Erzeugerorganisation (EO) Mecklenburger Ernte GmbH stellt im Jahr 2021 die Zeichen auf Wachstum.

12m Pflanzmaschine im Einsatz

Eisbergsalaternte bei BEHR Gemüse-Garten

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ogistik wird immer wichtiger. Dies hat die EO Mecklenburger Ernte zu dem Schritt bewogen, eine neue Logistikhalle im Gewerbegebiet Gallin in Betrieb zu nehmen. Denn für die Betriebe in Mecklenburg-Vorpommern ist eine schnelle Anlieferung der frisch geernteten Produkte ein wichtiger Aspekt. „Frische braucht den kurzen Weg!“, ist ein Leitsatz, der durch die Produktionsbetriebe der BEHR-Gruppe maßgeblich gelebt wird und somit auch für das Handeln in allen Produktions- und Vermarktungsbereichen der EO maßgeblich ist. Damit können die Produkte wie zum Beispiel Mini Romanasalat, Broccoli, Mini-Pak Choi und Rosenkohl zukünftig schneller und effizienter angeliefert werden. Aus diesem Grund haben wir uns entschlossen, in Gallin

Noch sind die neuen Kühlräume in Gallin leer. Ab Mai wird hier beispielsweise Mini Romanasalat auf die Verladung zum Kunden warten.

Außenansicht der Logistikhalle im Gewerbegebiet Gallin. eine moderne Logistikhalle mit 10.600 m² Grundfläche zu mieten. Die Halle verfügt über 12 LKW-Rampen, eine moderne Vakuumkühlung für 12 Paletten, 2 Kühlräume mit unterschiedlichen Temperaturzonen sowie Sozial- und Büroräume. Die restliche Fläche wird für die Lagerung von Verpackungsmaterial genutzt sowie für die Kommissionierung der Waren. „Wir freuen uns, für die Saison 2021 eine gute Logistiklösung für unsere Betriebe in Mecklenburg-Vorpommern gefunden zu haben“, sagt Klaus Wilke, 09 I 2021

Geschäftsführer der EO Mecklenburger Ernte GmbH. Jedoch ist das erst eine Übergangslösung. Noch in diesem Jahr wird im Anschluss an die Halle eine neue Logistikhalle mit 11.400 m² gebaut, die Anfang 2022 bezugsfertig sein soll. Innerhalb dieser Erweiterung sind auch weitere Büro- und Sozialflächen geplant. Nach Fertigstellung wird dieser Standort der neue Firmensitz der EO Mecklenburger Ernte GmbH werden. „Durch den neuen Standort der EO Mecklenburger Ernte werden wir die Ware noch schneller und effizienter zu unseren Kunden bringen können“, sagt Rudolf Behr, Vorstandsvorsitzender der BEHR AG und Beiratsmitglied der EO. „Somit schaffen wir Entlastung für unsere Logistikhalle in Seevetal, die in der Sommersaison durch die stark angestiegene Anzahl der produzierten Kulturen überproportional ausgelastet war.

EO Mecklenburger Ernte GmbH Neu Galliner Ring 14-16 19258 Gallin FRUCHTHANDEL | 31


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5.000STE AUSGABE

Den Wandel mit einem anderen Blick betrachten Zukunftsvision ► Die Pandemie ist eine Zeit der großen Unsicherheiten. „In der Krise wird man auf die Fragen zurückgeworfen ‚Wer bin ich?‘ und ‚Und wer will ich sein?‘. Das ist auch für ein Unternehmen die beste Zeit zu schauen, was eigentlich die Kernkompetenzen sind“, sagt die Foodtrend-Forscherin Hanni Rützler. Sind es die richtigen? Wenn man hier eine Identität habe – als Person oder auch als Unternehmen – tue man sich viel leichter, durch die Krise zu navigieren. „Jeder, der hier ins Grübeln kommt, sollte die Chance nutzen, über diese Fragen nachzudenken“, so Rützler. Nadine Schotten

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on, Ideen und Konzepte genauer anzuschauen, neue Entwicklungen aufzunehmen und zu adaptieren, um dann wieder in den Kreislauf zu kommen. Vielleicht sei man in einigen Bereichen zu stark fokussiert und es werde vergessen, dass dies die Handlungsspielräume zu sehr einschränke. Spielräume, so Rützler, würden aber dringend benötigt.

Foto: Hanni Rützler

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abei sei in der gegenwärtigen Lage ein Emotions-Management von Nöten, um für die Mitarbeiter, aber auch für das Unternehmen an sich, einen geeigneten Umgang mit der Situation zu finden. Denn ein von Angst geprägter hoher Erregungszustand verhindere einen zukunftsgerichteten Blick. „Die jetzigen negativen Emotionen wirken darauf, wie wir in die Zukunft blicken. Deswegen muss innerhalb der Unternehmen wieder eine Stimmung erreicht werden, die einen Lernmodus überhaupt erst zulässt.“ Dabei sei es auch wichtig, Wandel mit einem anderen Blick zu betrachten. Denn natürlich werde von Unternehmen gehofft, dass bestimmte Entwicklungskurven immer nur Wachstum widerspiegeln. In diesem Zusammenhang nennt Rützler die Theorie „Lazy 8“. „Wenn der Zenit erreicht und überschritten wurde, stellt das für viele ein Problem dar. Es wird davon ausgegangen, dass es von nun an nur noch bergab geht und man beginnt schnell zu agieren, um den ursprünglichen Zustand wiederherzustellen. Dabei sollte man sich vor Augen führen, dass es eine ganz natürliche Entwicklung ist, dass es nicht unendlich weiter nach oben gehen kann. Es gibt einen Zenit und das ist wie eine Art Erneuerung. Hier kann ich reflektieren: Was kann ich besser machen? Wie kann ich besser adaptieren? Wo kann ich mich neu ausrichten?“, erläutert Hanni Rützler. Die Krise sei auch eine Chance, mit etwas mehr kritischer Distanz auf den Wandel zu blicken, eine Opti-

Das Neue erkennen Dieses neu gewonnene Vermögen könne auch dazu verwendet werden, um z.B. Foodtrends und sich daraus ergebende Chancen zu erkennen. Dabei stellt Rützler klar, dass es sich bei Foodtrends weder um Produkt- noch um Branchen-Trends handle. „Foodtrends beinhalten eine Antwort auf aktuelle Probleme, aber auch Sehnsüchte und Hoffnungen. Sie sind Identitätsstützen für Teile der Gesellschaft. Essen wird zum Ausdruck des Lebensstils.“ Foodtrends befänden sich zwar in ständiger Bewegung, würden sich aber nicht von Jahr zu Jahr ändern. Sie hätten sogar eine „Haltbarkeit“ von fünf bis zehn Jahren, was ein sehr langer Zeitraum sei. „Unsere Gesellschaft wird immer differenzierter, die Freiheit nimmt zu. Deshalb gibt es eine große Vielfalt.“ Es lohne sich zu überdenken, mit welchen Trends man arbeiten wolle und welche zum Profil passen. Es gebe derzeit über 40 Foodtrends. Das Problem der Vielfalt sei aber gleichzeitig auch eine Stärke. Geclustert nach Themen wie Alltag, Lebensmittelqualität oder Gesundheit seien sie zudem leichter

Hanni Rützler, FoodtrendForscherin, prognostiziert für Obst und Gemüse eine rosige Zukunft.

verständlich. „Aktuell dominierende Themen sind auch Transparenz, Vertrauen, ethische Fragestellungen, Nachhaltigkeit oder Gesundheit. Außerdem können die Themenbereiche miteinander verschmelzen. So wird künftig das Thema Gesundheit ohne Nachhaltigkeit nicht mehr denkbar sein.“ Der Cluster „Alltag“ sei für die O+G-Branche besonders wichtig. Die Pandemie habe das Leben und die Arbeitswelt massiv verändert, was sich auch in der Esskultur niederschlage. „Im ersten Lockdown veränderte sich alles und es war das Essen, das den Alltag wieder Struktur gegeben hat. Wir haben noch nie so viel gemeinsame Zeit mit der Familie am Esstisch verbracht. Somit hat uns die Kulinarik in der Krise aufgerichtet“, so Rützler. Außerdem werde häufiger, dafür 09 I 2021


Foto: Инесса Шустикова - AdobeStock

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aber in kleineren Portionen gegessen. In diesem Zusammenhang werde der Trend Snackification stark bleiben. „Snackification bildet sich in ganz spezifischen neuen Gerichten ab. Solche Entwicklungen sind für die O+G-Branche ganz wichtig.“

Mut zur Lücke Auch Convenience bleibe angesagt. Dabei gehe es nicht mehr darum, schnell und ein-fach zu sein – Tüte auf und fertig – es gehe darum, individuell und flexibel zu unter-stützen. „Die Küche ist in der Pandemie zu einem Anker geworden. Dabei bietet der Kochakt selber viele Möglichkeiten für die Unternehmen, sich einzubringen. Denn es gibt Personen, die erst mit dem Kochen angefangen haben, aber auch „Foodies“, die zu sich zu Superköchen entwickelt haben. Hier braucht es verschiedene Konzepte. Mit nur einer Lösung kommt man nicht durch.“ Mit Softhealth und Vielfalt nennt sie zwei weitere Themen, die ihrer

Ansicht nach in Zukunft große Bedeutung haben werden. Bei erstem werde ganzheitlich auf gesunde Ernährung geschaut. Auch Verpackung müsse hier zwingend nachhaltig sein. In Bezug auf die Vielfalt ist die Trendforscherin überzeugt, dass derzeit zwölf Pflanzen und fünf Tierarten für 75 % der weltweit konsumierten Nahrung sorgen. Die Natur biete so viel mehr und es gebe die Sehnsucht nach alten Sorten. Vielfalt müsse stärker gelebt werden.

Was kommt nach dem Flexitarier? Wichtig sei zudem zu wissen, dass jeder starke Trend auch einen Gegentrend habe. In diesem Zusammenhang erklärt Rützler, dass der Veganismus den Gegentrend zu „Fleisch“ darstelle. Aus diesen beiden Entwicklungen sei dann der Flexitarier „fusioniert“. Wichtig sei, auf den Gegentrend zu achten und zu erkennen, wo es alltagstaugliche Lösungen gibt.“ Hier ergebe sich die

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© BEISERT-HINZ.de

Sie können es in der Regel nicht allen recht machen. Haben Sie Mut zur Lücke. Spezialisieren Sie sich, auch da finden Sie ihre Kunden.“

Obst & Gemüse Packstation Convenience Temperierte Lagerung Bananenreiferei Frische Logistik

Hanni Rützler Chance, Gemüse wirklich neu zu denken. Bislang fehle es hier oft noch an Phantasie. Inspiration sei von Nöten. Eine Frage stellte sie in den Raum, die für künftige Entwicklungen innerhalb der Obst- und Gemüse-Branche enorm wichtig sei: Was kommt nach dem Flexitarier? „Die Zukunft ist ein Gestaltungsraum. Es muss der Mut gefunden werden, konsequente Entscheidungen zu treffen. Lieber weniger machen, aber dafür richtig gut. Es kommt viel in Bewegung. Weil Obst und Gemüse generell als gesund wahrgenommen werden, hat die Obst- und Gemüsebranche alle Trümpfe in der Hand.“ Hanni Rützler sprach im vergangenen September über diese Themen auf dem Deutschen Obst & Gemüse Kongress in Düsseldorf. 

Herzliche Glückwünsche !

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Was erwartet die Obst- und Gemüsebranche nach Covid-19? Spanien ► Die wenigsten hätten sich vorstellen können, was wir in den vergangenen Monaten erleben. Im Folgenden versucht Paco Borrás, einen Blick in die Zukunft zu werfen.

Foto: Paco Borrás

Paco Borrás „Was aber mit Sicherheit bleiben wird, sind die Produktansprüche der Verbraucher in Bezug auf Frische, Qualität und Geschmack“, sagt Paco Borrás.

kerung sichern zu müssen und im Lebensmittelbereich zweifelt keiner an der Bedeutung unserer Produkte. Wir haben erlebt, wie der Konsum einiger unserer wichtigsten Produkte wie u.a. Orangen, Zitronen oder Kiwis während der ersten Welle der Pandemie stark anstieg, unabhängig vom Preis. Aber jetzt, ein Jahr später, stellen wir fest, dass sich der Konsum stabilisiert hat und noch

Covid-19 überwunden haben und die Welt zu einer Normalität ähnlich wie zu Beginn 2020 zurückkehrt? Einige der stattgefundenen Veränderungen werden bleiben, andere werden abgeschwächt, wobei die Tendenz besteht, die aktuelle Situation als eine Parenthese in der historischen Entwicklung des 21. Jahrhunderts zu sehen. In der Produktion, d.h. Anbau, Ern-

In der Produktion, d.h. Anbau, Ernte, Verpackungsprozesse, Logistik bis hin zu den Distributionszentren, werden die meisten der in diesen Monaten umgesetzten Maßnahmen in Bezug auf Hygiene, Mitarbeiterschutz und Lebensmittelsicherheits-Management beibehalten.“ Paco Borrás

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ein gewisses Wachstum besteht, das aber weit entfernt ist von den vorherigen hohen Steigerungsraten. Manchmal sieht man auch eine gewisse Verbrauchermüdigkeit in Bezug auf die Preise, die wieder kritischer gesehen werden. Was wird geschehen, wenn wir Das heutige O+G-Angebot ist so vielfältig, dass Produkte, die die Anforderungen der Verbraucher nicht erfüllen, nach und nach abgelehnt werden.

te, Verpackungsprozesse, Logistik bis hin zu den Distributionszentren, werden die meisten der in diesen Monaten umgesetzten Maßnahmen in Bezug auf Hygiene, Mitarbeiterschutz und Lebensmittelsicherheits-Management beibehalten. Unsere Packhäuser werden immer

Fotos: D.S. neu

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icht einmal in der ScienceFiction-Literatur von Jules Verne, Isaac Asimov oder George Orwell, noch in Filmen wie „Outbreak“ von Wolfgang Petersen mit Dustin Hoffman als Hauptdarsteller, „Children of Men“ von Alfonso Cuarón mit Clive Owen oder „Pandemie“ des Südkoreaners Kim Sun-su, hatte man sich eine weltweite Lahmlegung vieler Wirtschaftsbereiche so ausgemalt wie es aktuell der Fall ist. Die Reichweite ist so groß, dass entscheidende Wirtschaftsbereiche wie Tourismus, Gastronomie, Freizeitbranche, etc. wegbrechen. Aber es gibt andere Sektoren, so wie die O+G-Branche, die „Rückenwind“ hatten. Die Schwierigkeiten lagen in der Neugestaltung unserer Wertschöpfungskette bis hin zu den Distributionszentren, wodurch gewisse Zusatzkosten entstanden sind. Aber wir haben diese Herausforderungen gut gemeistert, denn vom ersten Moment an war man sich einig darüber, den Grundbedarf der Bevöl-

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mehr zu „Lebensmittelfabriken“, mit Sicherheits- und Kontrollmechanismen, die wir bisher eher von Installationen für weiterverarbeitete Produkte gewohnt waren. Was bleibt und sich weiterentwickeln wird, ist die Digitalisierung in ihrer Globalität. Angefangen mit dem großen soziologischen Wandel, der dazu geführt hat, dass ein Teil der Bevölkerung, der im analogen Zeitalter aufgewachsen ist, im digitalen Zeitalter angekommen ist. Sie wurden gezwungen, durch die reine Notwendigkeit der Kommunikation in Lockdown-Zeiten zu lernen und in die neue Epoche einzutreten. Durch das Wegfallen vieler persönlicher Meetings, Reiseeinschränkungen sowie die aktuellen Möglichkeiten des Homeoffice und Einführung aller digitalen Anwendungen, werden diese in der ganzen Wertschöpfungskette weiterhin verstärkt eingesetzt.

Bleiben werden die Ansprüche der Verbraucher Andererseits wird das Wachstum im O+G-Online-Verkauf einen Wandel in der Branche bewirken. Bisher war es eine kleine Nische, was sich aber schnell ändern wird. So gab Amazon am 2. Februar 2021 den Start von Amazon fresh für Madrid bekannt, mit dem Hinweis, dass das Unternehmen auch Barcelona

bereits im Visier hat. Während der Pandemie haben wir bei den Verbrauchern einige Veränderungen festgestellt. Sie stehen in einem direkten Zusammenhang mit der Tatsache, sich stärker zu Hause aufzuhalten. Das bedeutet, mehr mit der Familie zusammen zu sein, gemeinsam zu kochen und zu essen. Hier liegt die Hauptursache für den Rückgang der ConvenienceFood-Sortimente sowie aller Readyto-Eat-Produkte. Zurzeit ist noch unklar, ob die Tatsache, dass zwischen allen Altersgruppen mehr zu Hause gekocht wird, auch dann anhalten wird, wenn wir zu einer gewissen Normalität zurückkehren. Wahrscheinlich wird etwas bleiben, aber sehr wahrscheinlicher ist, dass sich die Umsätze für das IV und V Sortiment schrittweise erholen, so dass sich die Produktion wieder in diese Richtung verlagern und der Absatz von Frischware leicht zurückgehen wird. Was aber mit Sicherheit bleiben wird, sind die Produktansprüche der Verbraucher in Bezug auf Frische, Qualität und Geschmack. Das heutige Angebot ist das ganze Jahr über so vielfältig, dass Produkte, die diese Anforderungen nicht erfüllen, nach und nach abgelehnt werden. Innerhalb dieses Angebots wird die Produktinnovation, entweder durch Verbesserung der Klassiker oder völlig neue Produkte, so wie in den

Auch in Zukunft werden die Konsumenten in Bezug auf Frische, Qualität und Geschmack sehr anspruchsvoll sein.

Der zunehmende O+G-OnlineVerkauf wird zu Veränderungen in der Branche führen.

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letzten Jahrzehnten weitergehen und für führende Produzenten ein Grundpfeiler sein. Zum anderen werden die Anforderungen der Gesellschaft in Sachen Nachhaltigkeit und die immer präsenter werdenden 17 Ziele für nachhaltige Entwicklung (SDGs) der UN, mit ihrem globalen Hinblick auf den Klimawandel als auch auf die Weiterentwicklung der Menschheit im Allgemeinen, auch bei den Endverbrauchern immer mehr an Bedeutung gewinnen. Hierbei wird es zu einer Reihe von Widersprüchen kommen zwischen den Zielen „wettbewerbsfähige“ Preise und der Gewährleistung der Rechte der Produzenten in beliebigen Ländern der Welt, sowie die Situation vieler Arbeiter in Ländern, wo Menschenrechte und Grundbedürfnisse durch den kommerziellen Druck der gesamten Kette bedroht sein könnten. Die Digitalisierung der Rückverfolgbarkeit durch Blockchain oder andere Systeme wird dem Endverbraucher und ihren Organisationen immer mehr vollständige Informationen über die Herkunft der Produkte und die Pflichten der Verantwortlichen in den verschiedenen Bereichen der gesamten Lebensmittelkette liefern. Deswegen werden diese immer öfter dem kritischen Blick der Bevölkerung ausgesetzt sein. 

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60 JAHRE


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60 Jahre Tradition, Innovation und Leidenschaft Llombart ► Die Firmengeschichte beginnt 1960 mit dem Traum von Gründer Miguel Llombart: das Vertreiben von Orangen und Clementinen aus seiner Heimat Spanien, der Stadt Nules (Castellón), in Deutschland.

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och heute stellen Citrusfrüchte eine der Kernkompetenzen des Familienunternehmens dar. Mit der Gründung von Llombart Spanien im Jahre 1981 erweitert sich das Portfolio um Steinobst, Gemüse und Salate. 1998 gründet die Familie, als Spezialist für Zitrusfrüchte, die Firma Orange X-Press. Fruchthandel Magazin sprach mit Juan Llombart, der seit 1999 als Geschäftsführer den weiteren Erfolgsweg des Imports und Exports von Obst, Gemüse und Salaten zeichnet. Verraten Sie uns Ihr Erfolgsgeheimnis: Was zeichnet Llombart GmbH aus? Juan Llombart: Ich nehme an dieser Stelle gerne Bezug zu einer weiteren Affinität. Wir leben unser Geschäft wie die Liebe zum Kochen: Man nehme Erfahrung als Basis, gewonnen aus jahrzehntelanger Tradition, füge großzügig Gespür für Trends und Innovationen hinzu und garniere alles mit Leidenschaft - so wachsen wir jeden Tag ein Stück über uns hinaus. Ich bin meiner Familie, und dazu zähle ich auch unsere Mitarbeiter, für das tägliche Streben nach Qualität und Zuverlässigkeit sehr dankbar. Es erfüllt mich mit Stolz, ohne sie wäre unsere Geschichte nicht möglich. Wenn Sie das Thema Trends aufgreifen, mit welchen maßgeblichen Entwicklungen im Konsumentenverhalten sehen Sie sich in der Branche derzeit und für die nahe Zukunft konfrontiert? Wir erleben ein neues Bewusstsein der Konsumenten gegenüber Lebensmitteln. Dazu gehören Werte wie Nachhaltigkeit und Regionalität, aber auch das Thema Gesundheit, bewusster Genuss und damit

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Juan Llombart, Geschäftsführer seit 1999

Liliane Llombart, Geschäftsführerin seit 2018 ein ganzheitlich gestiegenes Interesse an Produktwelten und deren Benefits. Damit einher geht die gestiegene Bereitschaft mehr Geld für gute Qualität auszugeben. Wir stehen nun vor der Herausforderung dem Konsumenten, zusätzlich zu seiner Präferenz regionaler Produkte, ganzjährig Obst und Gemüse aus aller Welt schmackhaft zu machen. Dafür ist eine nachhaltige Supply-Chain genauso unabdingbar wie das Thema Forschung, Innovation und Kommunikation, um beide sich

Wir brauchen ein Umdenken. Der Konsument fordert aktiv Transparenz und Hintergrundinformationen ein. Das ist unsere Chance.“ Juan Llombart im ersten Moment widersprechenden Interessen zusammenbringen zu können. Was sind Ihrer Meinung nach wesentliche Maßnahmen um das Thema Nachhaltigkeit zu forcieren? Wir brauchen ein Umdenken. Der Konsument fordert aktiv Transparenz und Hintergrundinformati-

onen ein. Das ist unsere Chance, die Verbraucher an den relevanten Touchpoints sinnvoll abzuholen und Aufklärungsarbeit zu leisten. Ein Beispiel bietet das Thema Verpackung. Ein großer Teil der Verbraucher fordert den Verkauf von Obst und Gemüse ohne Verpackung. Das führt jedoch dazu, dass sich das Shelf Life signifikant verkürzt und dies wiederum zu erhöhtem Food Waste. Am Beispiel der unfolierten Gurke wird dieser Interessenkonflikt besonders deutlich. Die Forcierung von Coating-Verfahren auf Naturbasis kann eine wesentliche Maßnahme darstellen. Des Weiteren achten wir in der Produktion sehr auf den Ausbau von Ausgleichsflächen der Bewirtschaftung. Wir legen auf unseren Partner Fincas Wert auf Platz für Fauna und ergänzende Flora. Dies impliziert ein ständiges Hinterfragen der eigenen Wertschöpfungskette und den eigenen Anspruch verantwortungsbewusst mit den vorhandenen Ressourcen umzugehen. Zugleich werden die Relevanz und das Potenzial von Innovationen in der Branche deutlich. Welche Anforderungen, aber auch Chancen, lassen sich aus 09 I 2021


Fotos: Llombart

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den angesprochenen Entwicklungen für die Obst und Gemüse Branche ableiten? Unsere Branche geht schon jetzt als Sieger aus den Marktentwicklungen hervor. Der Anteil derer die sich für alternative Ernährungsformen, wie Vegetarismus oder Veganismus, interessieren oder entscheiden wächst stetig. Wir wollen Obst und Gemüse in den Augen der Gesellschaft eine neue Rolle zukommen lassen. Themen wie Anti-Aging, Antioxidantien oder antiinflammatorische Komponenten haben wir als Treiber identifiziert. Wir wollen das angesproche-

Hier ist Aufklärungsarbeit notwendig. Im Mittelmeerraum wird sie längst als eine wertvolle Bereicherung der Mittelmeerdiät wahrgenommen und von führenden Ökotrophologen anerkannt. Auf dem deutschen Markt sind den Konsumenten die gesundheitlichen Benefits noch nicht in dem Ausmaß bewusst. Mit neuen, innovativen Sorten hinsichtlich Geschmack und optischen Highlights, wie rotem oder pinkem Fruchtfleisch, überraschen wir und stechen aus der Masse heraus. Ein frischer Orangensaft ist nicht zu toppen, sofern es die

ne Bewusstsein der Konsumenten für Gesundheit aufgreifen und Antworten liefern. Dazu gilt es die entsprechenden Früchte zu fördern. Wir wollen Wow-Effekte schaffen und dabei auch die Zitrusfrucht, als derzeit noch verkannte Superfrucht, auf dem Markt neu positionieren.

Qualität der Frucht und das Produktionsverfahren hergibt.

Wie wollen Sie dieser verkannten Superfrucht zu mehr Anerkennung verhelfen? 09 I 2021

Welche Rolle spielt in diesem Gesamtkonzept Ihre in 1998 gegründete Firma Orange X-Press? Das Produktionsverfahren ist der Schlüssel. Die Orange X-Press presst die Saftorangen auf schonende Art und Weise und gewinnt zugleich maximal Fruchtsaft. Herkömmliche Verfahren quetschen die Orangen,

„Wir wollen Wow-Effekte schaffen und dabei auch die Citrusfrucht als derzeit noch verkannte Superfrucht auf dem Markt neu positionieren.“

wodurch Bitterstoffe der Schale freigesetzt werden. Unsere Orange X-Press geht Hand in Hand mit unserem 365-Tage-Orangenkonzept. Passende Flaschen und weiteres Zubehör runden das Portfolio ab. Kurze Reaktionszeiten und die Langlebigkeit der Maschine zeichnen uns aus. Welche Vision haben Sie für das Geschäft Obst, Gemüse und Salate? Wir sind der Überzeugung, dass die Wertschöpfungskette von der Erde bis ins Regal einer stärkeren Einbindung der Erzeuger bedarf. Wir verstehen die wechselseitigen Beziehungen im Dreieck zwischen LEH, Spezialist und Erzeuger als ein partnerschaftliches Konstrukt. Darum stellen wir unseren Kunden unser gesamtes Know-how sowie Serviceleistung unter starker Einbindung der Erzeuger zur Verfügung. Es ist unser Anliegen, den Erzeugern Perspektiven für Verbesserung und Innovation zu schaffen, damit sie investieren können, um auf schlechte Jahre und Klimakatastrophen vorbereitet zu sein. Es ist uns wichtig, dass das Vertrauensverhältnis in den Ursprung weiter Bestand hat. Letztendlich lässt sich nur so die Warensicherung für alle Partner des Handels langfristig gewährleisten. Llombart/d.s.

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Neue Beschichtungen CI-Control zur Kontrolle von Kühlflecken Nachernte-Behandlung ► Das sogenannte „Chilling Injury“ tritt auf, wenn Früchte während des Transports oder der Lagerung unter einer kritischen Temperatur gehalten werden.

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Ursachen für Kälteschäden Das Binom Temperatur/Zeit ist der relevanteste auslösende Faktor, aber das Ausmaß der Kälteschäden hängt auch von anderen Faktoren ab, wie z.B. von der Sorte, der Position der Frucht am Baum oder der Kondensation von Wasser (oder Feuchtigkeit) auf der Schale der Frucht. Es gibt sogar einige wissenschaftliche Arbeiten, die darauf hinweisen, dass Früchte, die am Baum keine Kälte erlebt haben, anfälliger für Kälteschäden bei der Lagerung oder dem Transport sind. Wenn die Ventilatoren der Kammer aktiviert werden, kann es zu einer plötzlichen und schnellen Wasserverdampfung kommen, was ei-

Fotos: Citrosol

iese physiologische Störung ist der Grund für viele Beschwerden, die Exporteure von ihren Kunden an weit entfernten Bestimmungsorten erhalten. Das valencianische Unternehmen Citrosol (Potries/Valencia) hat mit seinen CI-CONTROL-Beschichtungen eine neue Strategie zur Minimierung von Kälteschäden entwickelt, die ähnliche Ergebnisse wie mit dem Wirkstoff Tiabendazol erzielt. Die Symptomatik der Kälteschäden ist ein Kollaps der Hautzellen, wovon viele Früchte, insbesondere Citrus und Exoten, bei Kühllagerung oder Transporten zwischen 0 ºC und 13 ºC betroffen werden. Mit der Zeit werden die betreffenden Stellen braun oder es kommt direkt zu kreisförmigen Vertiefungen in der Schale, das sogenannte „Pitting“. Benito Orihuel von Citrosol erklärte dazu: „Einige Beschichtungen, wie Citrosol Sunseal® UE und Sunseal® Extra UE, Plantseal® und Plantseal® Shine-free, Citrosol A und AK Camara UE sowie Citrosol AK UE haben wir mit der CI-CONTROL (CIC) Technologie entwickelt. Wir haben die Eigenschaften der Formeln verbessert und damit eine hohe Effizienz zur Reduzierung von Kälteschäden bei längerer Kühllagerung von Citrusfrüchten erreicht.“ Die CIC (CI-Control)-Formeln entsprechen einer Strategie, die als nützliches und differenzierendes Werkzeug für Kunden, Produzenten und Exporteure entwickelt wurde, die auf die aktuelle Nachfrage der Distribution reagieren müssen, die eine zunehmende Begrenzung des Einsatzes von aktiven Materien fordert. Die gleiche Effizienze ohne einen zusätzlichen Wirkstoff zu erreichen, ist also ein relevanter Fortschritt für die Citrusbranche.

In dem Test, der mit Valencias Orangen in Kühllagerung bei 2,5 ºC während 90 Tage durchgeführt wurde, wurde das gleiche Ergebnis zwischen der PlantsealBeschichtung in CIC-Formulierung und Plantseal mit zugesetztem Thiabendazol beobachtet.

Typisches Aussehen von Orangen mit Kälteschäden

ne Abkühlung der Oberfläche der Frucht verursacht, die zusammen mit der niedrigen Temperatur der Kammer einen zu starken Temperaturabfall der Fruchtschale bewirken kann. Um dieses Problem zu minimieren und zu kontrollieren, ist ein gutes Management der Temperatur in den Kühlkammern notwendig. Darüber hinaus müssen sie in einem optimale Zustand sein, um Kondensation und andere damit verbundene Probleme zu vermeiden. Aber zu diesem guten Management muss noch die Verwendung von Beschichtungen hinzukommen, die im Allgemeinen die Kälteschäden reduzieren, obwohl die Ergebnisse sehr ungleichmäßig sind. Die vom Unternehmen Citrosol entwickelten Beschichtungen erreichen mit ihren CI-CONTROL-Formeln die höchste Effizienz auf dem Markt. Sie vermeiden bedeutende Verluste, besonders bei Citrusexporten, die Quarantäneprotokolle einhalten müssen. Citrosol/d.s.

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Sicherheit, Gesundheit und Wohlbefinden Murciana de Vegetales ► Das Unternehmen mit Sitz in Los Almagros/Fuente Álamo/Murcia produziert, verpackt und vermarktet seit 1990 Salatspezialitäten, alles Eigenproduktion. Hauptabsatzgebiet ist Europa obwohl auch an der Erschließung neuer Märkte gearbeitet wird wie der Mittlere Osten oder Kanada.

Starkes Engagement bei F+E+I Murciana de Vegetales ist ein Unternehmen, dass der Qualität und Lebensmittelsicherheit höchste Bedeutung beimisst und derzeit QS, GLOBALG.A.P. (GRASP), IFS und BRC zertifiziert ist. Darüber hinaus verfügt es über ein eigenes, von ENAC zertifiziertes Labor, das u.a. seine Produkte vor der Ernte analysiert. E. Serrano dazu: „Trotz der Pandemie setzen wir unsere F+E+I-Projekte fort wie beispielsweise der Bau eines Gewächshauses für die Saatanzucht in der Finca de Tinajeros (Albacete), die Installation von Sonnenkollektoren auf den Dächern des Zentralpackhauses oder die Anbringung von schwimmenden Abde 42 | FRUCHTHANDEL

Fotos: Murciana de Vegetales

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u den Spezialitäten gehören: Little Gem, Baby rot, Romana, Mini Romana, Mini romana rot, Cresta®, Frillice und Caribú®. Hervorzuheben ist auch die ökologische Linie und als Neuheit in diesem Jahr, Corazón de Caribú®. Derzeit schließt das Unternehmen die letzten Details seiner Sommerkampagne ab. Das vergangene Jahr war zweifellos von der Covid-Pandemie gezeichnet. Enrique Serrano, Handelsdirektor, erklärte gegenüber Fruchthandel Magazin: „Die Covid-Pandemie betrifft in erster Linie die Lieferanten des Horeca-Kanals, da die Maßnahmen zur Eindämmung des Virus zur Schließung der Restaurants in verschiedenen spanischen Gebieten und im übrigen Europa geführt hat. Glücklicherweise haben wir unseren Absatz auf zahlreiche Länder und verschiedene Verkaufskanäle verteilt, so dass wir davon nicht nennenswert betroffen sind.“

Sonnenkollektoren auf den Dächern des Zentralpackhauses von Murciana de Vegetales in Los Almagros/ Murcia.

ckungen und Schattierungsnetzen, um die Verdunstung in unseren Bewässerungsreservoirs zu vermeiden. Auch berechnen wir weiterhin den Wasser- und Kohlenstoff-Fußabdruck unserer Fincas. Daneben arbeiten wir mit der Technik der Biosolarisierung auf landwirtschaftlichen Flächen und säen Crotolaria als Gründüngung für unsere Fincas. Wir versuchen, immer weniger chemische Produkte einzusetzen und sie durch natürliche zu ersetzen (Extrakte von Knoblauch, Chrysanthemen oder Mimosen, stärkende Düngemittel etc.). Parallel dazu experimentieren wir mit dem Anbau auf nitratfreien Parzellen. Gleichzeitig fördern wir auch den ethischen Handel. Beweis dafür ist unsere Zertifizierung SMETA (Sedex Members Ethical Trade Audit.“

Corazón de Caribú® Eine der letzten Neuheiten war die Salatsorte Caribú®. Die Ergebnisse der ersten Programme fielen posi-

tiv aus. In diesem Jahr ist geplant, das Programm und die Mengen zu erweitern. „Caribú® ist anders“, sagte E. Serrano. „Er schmeckt süß und seine Blätter erinnern unten an die des Römersalates. Oben enden sie in lanzettförmigen Spitzen, die dem Geweih des kanadischen Rentiers, dem Karibu, ähneln. Es ist wie eine Mischung aus zwei Blattsalaten in einem. Neu in diesem Jahr ist Corazón de Caribú®, ein handlicheres Format, ideal für den Ein-Personen-Haushalt.“

Den neuen Zeiten voraus sein Die Covid-Pandemie markiert einen Wendepunkt auf allen Ebenen. Auf die Frage, welches die Schlüsselaspekte sein werden, die Angebot und Nachfrage im Salatsektor in den kommenden Jahre prägen werden, antwortete der Handelsdirektor: „Heute ist es notwendig, den neuen Zeiten voraus zu sein. Sie bieten neue Herausforderungen und 09 I 2021


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Möglichkeiten, die Nachfrage der Verbraucher durch Produkte und Serviceleistungen weiterhin zu erfüllen und Kundentreue zu erzielen. Die Branche hat bisher aktiv darauf reagiert, indem sie große wirtschaftliche und personelle Ressourcen investiert hat, mit spezialisiertem Personal für die Prozessoptimierung und Entwicklung neuer Produkte. Die Interessen und Anliegen der Verbraucher haben sich jedoch mit dem Wandel ihres Lebensstils verändert.“ Die Branche muss nach Ansicht von Enrique Serrano einige Schlüsselpunkte berücksichtigen, um weiterhin neue Produkte für diesen neuen Markt zu entwickeln. „Diese Faktoren müssen zur Ankurbelung des Geschäftes beitragen, wie beispielsweise Sicherung der Belieferung und Vorhersage der

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Nachfrage; Vermittlung von Transparenz und vor allem Sicherheit, Gesundheit und Wohlbefinden. Daraus ergeben sich neue Chancen wie das Umdenken und die Akzeptanz in Bezug auf Verpackungen (viel nachhaltiger), stärkere Unterstützung von lokaler Produktion und lokalem Handel; weitere Reduzierung von Nachernteverlusten vor allem auf Verbraucherebene und der neue Online-Markt, der dank der Digitalisierung weiter zunimmt. Mehr denn je ist die Zusammenarbeit aller Mitglieder der Kette notwendig, um die Versorgung mit sicheren und qualitativ hochwertigen Produkten zu gewährleisten, vom Anbau über die Verpackung, Vermarktung und Distribution bis hin zum Endverbraucher,“ erklärte er abschließend. d.s.

Mit schwimmenden Abdeckungen und Schattierungsnetzen wird die Wasserverdunstung der Bewässerungsteiche vermieden.

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Fotos: Analytica Alimentaria

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Sichere Lebensmittel – sicherer Handel Spanien ► „Nach langjähriger Tätigkeit im Zwischenhandel verstärke ich seit August 2020 das Team der Analytica Alimentaria. Mir persönlich sind Unabhängigkeit und Unparteilichkeit schon mein ganzes Berufsleben lang sehr wichtig“, sagte Dr. Oliver Stolper gegenüber dem Fruchthandel Magazin. Dr. Oliver Stolper, Analytica Alimentaria GmbH

Dr. Oliver Stolper, seit August 2020 in verantwortlicher Position als Head of Projects bei der Analytica Alimentaria.

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ie Tatsache, dass bei der Analytica Alimentaria in Fragen der Qualitätssicherung und Lebensmittelsicherheit ausschließlich fachliche Analysen und wissenschaftliche Fakten die Grundlage für Beratungen und Entscheidungen bilden, ist einer der vielen Gründe, warum ich mich für eine Tätigkeit beim Unternehmen entschieden habe. Während der langen gemeinsamen Erfahrung in früheren internationalen Projekten der Absicherung von Obst und Gemüse im Ursprung, fand ich die Kapazität des Teams der Analytica Alimentaria beeindruckend, bereits im Vorfeld effizient und professionell Risiken zu entdecken und damit Probleme verhindern zu können. Handel soll ermöglicht und nicht behindert werden. Nun kann ich aus erster Hand mitgestalten, wie dieses Prinzip von meinen jetzigen Kollegen umgesetzt wird und Situationen im Vorfeld geklärt werden, die sich zu veritablen Krisen hätten auswachsen können, sowohl im Bereich der pathogenen Keime als auch bei Rückständen. Der gestiegene Absatz von frischem Obst und Gemüse in den letzten Monaten zeigt die besondere Bedeutung dieser Kategorie in schwierigen Zeiten: Verbraucher wünschen und erwarten ein gesundes und sicheres Lebensmittel. Über die Jahre hat dies zu einer Vielzahl von privaten Standards geführt, die dieses Bedürfnis in Anforderungen an die Produzenten übersetzen und staatliche Vorgaben ergänzen. Der Transfer des dazu erforderlichen

Knowhows ist schon in anderen Mitgliedsstaaten der EU, aber besonders in Drittländern nur schwer umzusetzen. So dürfen zum Beispiel Auditoren von Zertifizierungsstellen auditierte Betriebe nicht beraten. Der Handel hat nicht genügend personelle Ressourcen, um alle Produzenten über kritische Anforderungen wie reduzierte Höchstgehalte

Analytik – weit über die etablierte Routine hinaus –, der komplexen europäischen Gesetzgebung sowie der gängigen Standards und Spezifikationen des Einzelhandels, ergibt eine Form von Expertise, die in der Branche ihresgleichen sucht. So ein tatkräftiges und effizientes Team, wie ich es hier angetroffen habe, hätte ich mir in meiner Aufgabe als

Das Team der Analytica Alimentaria agiert dort, wo Risiken identifiziert und behoben werden können. In diesem Prinzip liegt die Zukunft der Lebensmittelsicherheit und des nachhaltigen Handelns. oder Beschränkungen des Einsatzes von bestimmten Mitteln, geschweige denn Fachwissen über optimierte Anbautechniken auf dem Laufenden halten zu können. Die Analytica Alimentaria hat zusätzlich zu den beiden Laboren in Almería und Kleinmachnow bei Berlin ein Team von rund 50 Fachleuten rund um das komplexe Thema Lebensmittelsicherheit aufgebaut. Eine Mischung von Fähigkeiten, Kenntnissen und Erfahrung aus dem intensiven Anbau und seiner hohen Dynamik, der hochspezialisierten

Qualitätsverantwortlicher immer gewünscht! Dank dieses Teams und seiner Präsenz in den wichtigsten Anbaugebieten von Obst und Gemüse in Europa und saisonalen Projekten in Herkunftsländern wie Ägypten, Indien und der Türkei, können wir die Produzenten in ihrer Realität abholen, zielgenau im Sinne der Anforderungen ihrer Kunden schulen und beraten, indem wir maßgeschneiderte Konzepte mit einer Kombination aus Weiterbildung, Kontrollen und Unterstützung anbieten. So 09 I 2021


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habe ich in den ersten Monaten bei der Analytica festgestellt: Der einzigartige und entscheidende Faktor neben der Unabhängigkeit ist, dass wir eine Lücke zwischen den Zertifizierungen und den analytischen Kontrollen schließen. Der Wert unserer Arbeit liegt in unserem Knowhow und dessen Transfer! Unsere Beratung ist ungemein wichtig für unsere Kunden, eben nicht nur bei der Identifikation, sondern insbesondere bei der Behebung von Risiken. Dies stärkt am Ende die Lebensmittelsicherheit und damit die Sicherheit des Handels. Diese speziellen Angebote, die die Analytica Alimentaria ihren Kunden machen kann, bieten einen echten Mehrwert für alle Beteiligten der Wertschöpfungskette. Natürlich kennen auch wir das Problem, das seit letztem Jahr im Rahmen der Corona-Krise als Präventionspara-

doxon einer breiten Öffentlichkeit bekannt ist: Je besser die vorbeugenden Maßnahmen, desto weniger schlimm ist die Krise. Da diese dann nicht sichtbar ist, werden die Maßnahmen in Zweifel gezogen. Wenn wir aber die Kosten einer Lebensmittelkrise dem Aufwand für effiziente, präventive Projekte gegenüberstellen, sehen wir schnell, dass jede Aktivität, die dazu dient, Risiken zu identifizieren und auszuräumen, sich mehr als bezahlt macht. Dies spornt uns an, unsere Konzepte immer wieder kritisch auf den Prüfstand zu stellen und unser Angebot innovativ zu optimieren. Es ist auch außerordentlich motivierend, langjährige Kunden an unserer Seite zu wissen, die unser Engagement schon seit Jahren zu schätzen wissen.“ 

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Firmensitz und Labor der Analytica Alimentaria GmbH in Kleinmachnow bei Berlin. Die Firma verfügt über ein weiteres Labor in der Betriebsstätte Spanien in Almería.


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ADVERTORIAL Südtirol

Die Neuen des Verbands der Südtiroler Obstgenossenschaften: Giga®, RedPop® und Cosmic Crisp® Sorteninnovation spielt für die Südtiroler Apfelwirtschaft eine wichtige Rolle und steckt seit jeher in der DNA des Verbandes der Südtiroler Obstgenossenschaften VOG. Der Verband gehört zu den größten Organisationen Europas im Anbau und dem Vertrieb von Äpfeln. Mehr als 4600 angeschlossene Familienbetriebe produzieren auf fast 11.000 Hektar Äpfel der verschiedensten Sorten.

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RedPop®: klein, aber oho

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ach intensiven Forschungsaktivitäten neu hinzugekommen und kürzlich auf den Markt gebracht, wurden die Äpfel RedPop®, Giga® und Cosmic Crisp®. Alle drei Äpfel zeichnen sich durch ihren hervorragenden Geschmack und eine exzellente Lagerfähigkeit aus, was sie für die Vermarktung in der zweiten Saisonhälfte prädestiniert. „Unser Ziel ist ein Produkt mit Spitzenqualität: Wir setzen alles daran, unseren Kunden Äpfel mit herausragenden Eigenschaften anzubieten Damit wollen wir den Konsum von Äpfeln nachhaltig steigern.“, so der VOG-Direktor Walter Pardatscher. „Wir wollen über 12 Monate hinweg ein zuverlässiger Partner sein, der seinen Kunden den richtigen Apfel für jeden Geschmack und zu jeder Zeit anbieten kann. Unser Produktportfolio ist sehr vielseitig und vor allem ausgewogen. Keine Sorte macht mehr als 25% des Sortenspiegels aus. Der Slogan: Bester Apfel. Starker Service - „bringt unseren Ansatz sehr gut zum Ausdruck“.

Giga®: groß, schmackhaft, charakterstark Groß, mit einem intensiven und einladenden Aroma, einem süßen Fruchtfleisch und unverwechselbarem Geschmack. Einfach Giga®. Der neue Markenapfel, der im Co-Branding mit der Marke Marlene® angeboten wird, entstammt der Auswahl der besten Äpfel der Sorte Ipador, einer Kreuzung von Coop38 und Nicoter. Der Apfel wird in Europa erstmalig vom VOG-Verband angebaut. Die Sorte weist eine beachtliche Durchschnittsgröße von 75/85 mm auf. Der zweifarbige Apfel ist saftig und knackig und besitzt eine ausgewogene Süße sowie ein außerordentlich festes und kompaktes Fruchtfleisch. Nach der Ernte muss der Apfel einige Monate ruhen, damit sich ein perfektes Gleichgewicht des Geschmackes und Aromas einstellt. Er eignet sich somit perfekt zur Vermarktung in der 2. Saisonhälfte. Giga® ist schorfresistent und wird auch als biologischer Apfel verfügbar sein. In den Verkaufsstellen präsentiert sich der Apfel in einer ansprechenden Verpackung mit markanter und moderner Grafik und steht für die perfekte Verbindung der Aspekte Robustheit und Aroma. Giga® ist druckstellenunempfindlich und deshalb einfach im Handling. Zudem hat er ein außergewöhnlich gutes Shelf-Life und eignet sich aus diesem Grund auch bestens für den Online-Handel. giga-apple.com

Der Apfel scheint klein, aber schmeckt großartig; er scheint schüchtern, aber er ist keck. RedPop® ist ein „kleiner“ Rebell mit süßem Herz: Als perfekter Snack-Apfel ist er ausgesprochen robust und besitzt eine ausgezeichnete Lagerfähigkeit. Die Sorte entstand aus der Kreuzung zwischen Gala und Coop39: Die Schale ist leuchtend rot, das Fruchtfleisch ist knackig und fest und der Apfel schmeckt außergewöhnlich süß. Der Apfel wird zwischen Ende August und Anfang September geerntet und ab Januar bis in die späten Sommermonate hinein vermarktet. Ein moderner Apfel mit Charakter und Persönlichkeit und ein echter Hingucker in der Verkaufsstelle. RedPop® wird den Verbraucher mit seinen lebendigen Farben und seiner unnachahmlichen Süße für sich gewinnen. Wie Giga® gehört auch RedPop® ab jetzt zur umfangreichen Produktfamilie „presented by Marlene®.“ Eine weitere Gemeinsamkeit ist sein gutes Shelf-Life und die Druckstellenunempfindlichkeit. redpop-apple.com

Cosmic Crisp®: Ein himmlisches Geschmackserlebnis. Mit jedem Biss. Last but not least: Cosmic Crisp®. Dieser in den USA bereits allseits bekannte Apfel entstand aus der Kreuzung zwischen den Sorten Enterprise und Honeycrisp. In Südtirol findet der Apfel optimale Anbaubedingungen und nach den diesjährigen ersten Testverkäufen werden bereits im Frühjahr 2022 die ersten größeren Mengen auf den Markt kommen. Alles spricht dafür, dass dieser Apfel den Verbraucher mit seinen wahrhaft außergewöhnlichen organoleptischen Eigenschaften begeistern wird. Cosmic Crisp® präsentiert sich mit einer roten Farbe mit weißen Lentizellen auf gelber Grundfarbe, einem knackigen und saftigen Fruchtfleisch und einer einzigartigen Textur, die Zellen geschuldet ist, die fast doppelt so groß sind wie bei anderen Äpfeln. Ein Aspekt, der sich vom ersten Biss an mit einer wahrhaftigen Explosion von Geschmack und Aroma bemerkbar macht. Die Sorte ist sehr gut lagerfähig, die Früchte bleiben überaus knackig und saftig und bewahren dabei ihr volles Aroma – dieses reicht von exotischen Früchten über Kiwi Stachelbeeren bis hin zur Orangenschale. Cosmic Crisp® eignet sich optimal für die Vermarktung in der 2. Saisonhälfte. cosmiccrisp.eu Verband der Südtiroler Obstgenossenschaften VOG Jakobistr. 1a 39018 Terlan (BZ) Italien T +39-0471-256 700, F +39-0471-256 699 info@vog.it, Vog.it, Marlene.it

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5.000STE AUSGABE

Breites Restart-Programm soll Südtirols Zukunft nach der Krise sichern IDM ► Was braucht Südtirol, um trotz Krise wieder wirtschaftlich durchstarten zu können? Und wann setzt man dafür welche Maßnahmen? Mit diesen Fragen beschäftigt sich die Initiative „Restart Südtirol“, an der IDM Südtirol gemeinsam mit den wichtigsten Sektoren und Vertretern der Wirtschaft seit Beginn der Krise 2020 intensiv arbeitet. IDM steht für Innovation, Development und Marketing und ist Wegweiser für die wirtschaftliche Entwicklung in Südtirol. Gabriele Bastian

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ielsetzung von „Restart Südtirol“ ist es, Südtirols Wirtschaft mit neuen Programmen und Impulsen in dieser schwierigen Zeit effizient zu unterstützen und so möglichst schnell und gestärkt aus der Krise zu begleiten. Die erste Phase der Initiative ist bereits abgewickelt: Im direkten Austausch mit mehreren Task Forces – für Tourismus, Agrar und Wirtschaft – wurden zusammen mit Vertretern der verschiedenen Wirtschaftssektoren und ihrer Verbände sowie Wirtschaftstreibenden die größten Schwierigkeiten, Notwendigkeiten und Dringlichkeiten für Südtirol und für die Wirtschaftssektoren identifiziert. Auf der Basis des Gesamtbildes, das sich aus den vielen gemeinsamen Sessions ergeben hat, kristallisierten sich konkrete Maßnahmen und Projekte heraus, die bereits umgesetzt werden. So wurde z.B. eine digitale Dialogkampagne mit den Hashtags

Die IDM entwickelte Strategien für einen Restart Südtirols nach der Pandemie.

Ziel der Kampagnen war es, lokale Kreisläufe zu stärken und so langfristig Wertschöpfung für Südtirol zu schaffen. Äpfel zählen hier besonders dazu. 48 | FRUCHTHANDEL

#alleswaswirlieben und #südtirolerleidenschaft initiiert, die es möglich machte, mit Kunden und Gästen direkt im Austausch zu bleiben. Die Dialogkampagne rief Gastgeber, Fans und Südtiroler auf, jene Dinge zu teilen, die sie an Südtirol lieben und mit Leidenschaft machen. Der Grundgedanke dahinter: Was Gäste und Kunden in den vergangenen Jahren an Südtirol schätzen gelernt haben, gewinnt in dieser Zeit noch mehr an Bedeutung: menschliche Nähe, persönlicher Dialog und eine positive Zukunftsperspektive.

Kampagnen und Exportmaßnahmen Wichtiger Schwerpunkt von „Restart Südtirol“ ist eine internationale Brandkampagne, welche die Marke Südtirol mit großer Reichwei-

te und starker Durchdringungskraft in den wichtigsten Zielmärkten Südtirols positioniert – und zwar in ihrer Gesamtheit. Deshalb kommt die Südtirol Brandkampagne auch nicht nur dem Tourismus, sondern vielen Sektoren, wie bspw. dem Agrarsektor, zugute. Die Kampagne sah 2020 Werbeschaltungen in renommierten Zeitungen sowie in reichweitenstarken digitalen Medien und auf Social Media vor, um möglichst hohe Sichtbarkeit zu erreichen. Begleitet wurde die Kampagne von intensiver Pressearbeit, um vor allem die hohen Sicherheitsstandards in Südtirol zu kommunizieren. Für die Südtiroler Bevölkerung startete die Solidaritätskampagne „Ich. Du.Wir.Südtirol“. Sie stellte vor allem die Solidarität und den Zusammenhalt der Südtirolerinnen und Südtiroler mit den lokalen Unter09 I 2021


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Neuer Markenauftritt für Marlene® VOG | Südtirol ► Im internationalen Jahr für Obst und Gemüse wird der Jubiläumsauftritt von Marlene® mehr als 100 Mio Äpfel in den Obst-und Gemüseabteilungen der weltweit zieren. Nach Abschluss des Digital Contest, den der VOG-Verband anlässlich des 25-jährigen Jubiläums der Südtiroler Apfelmarke initiiert hatte, debütiert nun das Siegerwerk der Künstlerin Francesca Cito.

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ür den Rest der laufenden Vermarktungssaison wird die schöne Nymphe inmitten unserer herrlichen Alpenlandschaft das neue Gesicht von Marlene® sein“, erklärte Hannes Tauber, Marketingleiter des VOGVerbands. „Nicht nur die Aufkleber der M a r l e n e ®- Ä p f e l wurden angepaßt sondern es wurden auch Jubiläums-Sonderetiketten kreiert. Außerdem wird das Kunstwerk auch auf den Verpackungen und Kartons sowie auf sämtlichem Material in den Verkaufsstellen zu sehen sein“. Zudem sind für die Verkaufsstellen unterschiedliche Aktionen geplant: Kunstausstellungen, POP-Materialien und Sonderplatzierungen sollen die Werke dem Kunden näherbringen. Die Farben und die künstlerische Sprache von Marlene® soll Abwechslung in die Obst- und Gemüseabteilungen bringen.

Der neue frische Markenauftritt von Marlene® setzt die Äpfel neu in Szene.

VOG-Direktor Walter Pardatscher stellte das neue Gesicht von Marlene® vor.

Fotos: VOG

nehmen in den Vordergrund und animierte dazu, deren Dienstleistungen und Produkte zu bevorzugen. Ziel war es, lokale Kreisläufe zu stärken und so langfristig Wertschöpfung für Südtirol zu schaffen. Die Kampagne sollte außerdem dazu beitragen, dass Konsumenten die Herstellungsweise und Qualität heimischer Produkte besser kennenlernen. Schwerpunkte der vergangenen Wochen waren die Südtiroler Qualitätsprodukte, wozu auch besonders Äpfel zählen. Ein weiteres Ziel des „Restart Südtirol“-Programms ist es, Südtirols Unternehmen mit konkreten Maßnahmen im Export zu unterstützen. So werden etwa alternative digitale Veranstaltungen zu den traditionellen Messen angeboten, die Branchentreffen und Kundenakquise auf neuen Wegen ermöglichen. So kann der Ausfall von Messen in diesen Monaten abgefedert werden. Auf IDM-Events sollen zudem innovative Ideen gepusht und vor allem auch wichtige Informationen zu aktuellen Fragestellungen vermittelt werden. So informierten etwa Expertinnen und Experten wie Walter Obwexer, Professor für Europarecht und Völkerrecht an der Universität Innsbruck, in einer Online-Informationsveranstaltung von IDM Mitte Februar über die Folgen des Brexits sowie die Eckpunkte des Austrittsvertrags des Vereinigten Königreichs aus der EU. Das Online-Event gab auch Antworten auf die brennenden praktischen Fragen des Brexits wie Zollabläufe oder Verträge. Weitere Initiativen wie eine PR- & Influencer-Offensive oder die B2B Produktbörse Südtirol ergänzen das breit gefächerte Restart-Unterstützungs-Programm. 

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Verbraucher haben aktive Rolle gespielt Für den Digital Contest waren die Verbraucher aufgerufen worden, mit ihren Kunstwerken die Welt der Marlene®-Äpfel darzustellen. Mehr als 6000 Bilder aus 36 Ländern trafen ein. „Es war ein grandioser Teilnahmeerfolg“, betonte VOG-Direktor Walter Pardatscher. „Diese neue Art der Kommunikation bringt eine Prise Kunst und damit einen Hauch von Freude in die Verkaufsstellen. Sie ist Teil des innovativen Ansatzes, den unser Verband verfolgt und der – wie wir hoffen – unsere Partner und die Konsumentenbegeistern wird“. Der neue Markenauftritt von Marlene® wird auch über eine internationale Kampagne in TV, Print- und Onlinemedien wirkungsvoll präsentiert. Einen Beitrag dazu leisten 25 Geschichten rund um Marlene® – eine für jedes Jahr, seit es die Marke gibt.  09 I 2021


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ITALIEN

Neuer Club Varietale steht für innovative Erdbeersorten ITALIEN Das 2005 in Policoro, Matera gegründete Züchtungsunternehmens Nova Siri Genetics (NSG) lancierte kürzlich mit Partnern wie Baumschulen, Produzenten und Vermarktern in Italien, Spanien und den Maghreb-Ländern das Projekt Club Varietale, um Erdbeeren nach vorne zu bringen. Gioelita®, Rossetta® und Marimbella® sind die jüngsten Entwicklungen von NSG. Das Unternehmen deckt bereits den Bedarf von 55 % der Anbauflächen Kampaniens, 25 % in der Basilikata und etwa 30 % bis 40 % der Erdbeeranbauflächen Siziliens und Kalabriens ab. NSG-Mitbegründer und Züchter Nicola Tufaro erklärte vor der Presse: „Mit unserem Club Varietale wollen wir den Wert unserer Erdbeersorten durch ein Angebot aufwerten, das sich durch solide Partnerschaften entlang der Lieferkette und den Einsatz von Marken auszeichnet, die verschiedene Verbrauchergruppen ansprechen.“ Das Ziel des Club Varietale sei es, Angebot und Nachfrage zu standardisieren, die Erdbeere vom Preiswettbewerb zu befreien und einen echten, für den Verbraucher und die gesamte Lieferkette spürbaren Mehrwert zu schaffen. Die Strategie basiere daher auf Differenzierung und ziele darauf ab, den Erzeugern und Einkäufern ein Sortenangebot zur Verfügung zu stellen, das acht oder neun Monate im Jahr im LEH präsent sein könne. Die Säulen des Clubs sind nach Angaben von NSG Partnerschaften mit der Produktion und dem Vertrieb, um das Angebot in Bezug auf Mengen, Qualitätsstandards und Produktionsplan zu organisieren. Außerdem steht die Markenpolitik im Mittelpunkt, um die Sorten auf dem Markt besser platzieren zu können.

O+G-Konsum muss nachhaltig erhöht werden Nach Daten des CSO Italien, die auf einer GfK-Erhebungen basieren, liegt die Menge des von den Verbrauchern gekauften O+G für 2020 bei rund 6 Mio t oder 233 kg pro Familie. Im Jahr gesehen zeigt der Konsum große Schwankungen. Mehr wurde nur im ersten und zweiten Quartal, als die Pandemie einen Höhepunkt erreichte. Gemüse ging um 1 % zurück. Bei Obst wurde 3,5 % weniger gekauft. Durch Frühjahrsfröste fiel das Angebot gerade bei Obst im Verhältnis zu 2019 geringer aus. Für Fruitimprese ist es daher wichtig, den Konsum künftig weiter nachhaltig anzukurbeln.

ADVERTORIAL Apo Conerpo

Die Webseite www.ineuot.eu startet Die von Apo Conerpo entwickelte Webseite bündelt Informationen und weiterführende Nachrichten über die Qualität, Gesundheit und Nachhaltigkeit der europäischen Obst- und Gemüseproduktion, Beschreibungen der Nährwertaspekte und viele Rezepte.

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ie einzigartigen Merkmale der durch die Organisationen vertretenen europäischen Obst- und Gemüseerzeuger erzählen von der täglichen Arbeit, die es erfordert, gesundes, gutes und nachhaltiges Obst und Gemüse zu produzieren. Aber die Website stellt auch besonders repräsentative Produkte vor, hebt ihren Nährwert hervor und bietet köstliche Rezepte an, mit denen das Beste aus ihnen gemacht werden kann: So entstand das Portal www.ineout.eu, das digitale „Zuhause“ für das europäische Obst und Gemüse, das Apo Conerpo im Rahmen von „In&Out“ entwickelt hat, einem von der Europäischen Union kofinanzierten Projekt. Im Vordergrund steht der Bereich der Webseite, der dem Thema Nachhaltigkeit gewidmet ist: „Wir haben diesen Begriff in sechs Makro-Abschnitte gegliedert: nachhaltige Landwirtschaft, 09 I 2021 00 I 2021

Umweltschutz, Kreislaufwirtschaft, Lebensmittelsicherheit, Rückverfolgbarkeit und Ernährungsaspekte“, erläutert Davide Vernocchi. Zu den einzelnen Themen publizieren wir kurze Artikel, die unterschiedliche Aspekte vertiefen und berichten, was Tag für Tag auf den Feldern der landwirtschaftlichen Betriebe in Europa passiert. Viel Raum wird auch den Produkten eingeräumt: „Wir haben die wichtigsten Erzeugnisse ausgewählt und jedes mit einer Beschreibung der Nährwertaspekte versehen, außerdem bieten wir Rezepte aus verschiedenen europäischen Ländern, die die organoleptischen Eigenschaften der einzelnen Produkte zur Geltung bringen“.

Webseite: www.ineuot.eu Facebook: https://www.facebook.com/InOut-%C3%96sterreich-123281702950689

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Ernährungssysteme national und international nachhaltiger gestalten Schweiz | Umweltschutz ► Das Land hat seit dem Jahr 2009 in der Land- und Ernährungswirtschaft erfolgreich Maßnahmen eingesetzt, die zur Umsetzung der Agenda 2030 der Vereinten Nationen (UN) für nachhaltige Entwicklung beitragen. Trotz breiter Anstrengungen besteht allerdings weiterer Handlungsbedarf, um die Ernährungssysteme in eigenen Land und weltweit nachhaltiger zu gestalten.

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as geht aus einem Bericht hervor, den die Schweizer Regierung jetzt vorgelegt hat. Darin erläutert diese, wie sie in den vergangenen zehn Jahren die Empfehlungen des Weltagrarberichts von 2009 umgesetzt hat. Es sei ein ganzheitlicher Ernährungssystemansatz erforderlich, um die verschiedenen Herausforderungen integriert anzugehen und Interessens- sowie Zielkonflikte zu minimieren, heißt es in dem Bericht. Dabei könnten agrarökologische Prinzipien mögliche Lösungsansätze bieten. In der Schweiz seien bezüglich der Umweltziele Landwirtschaft (UZL) teilweise messbare Fortschritte in der ökologischen Nachhaltigkeit der landwirtschaftlichen Produktion er-

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zielt worden, hebt die Regierung hervor. So seien beispielsweise die Etappenziele der Agrarpolitik 2014 bis 2017 im Bereich der Biodiversität erreicht beziehungsweise sogar übertroffen worden. Verfehlt worden seien die Ziele hingegen bei den biodiversitätsrelevanten Ammoniakemissionen. Die Regierung räumt ein, dass bisher keines der UZL vollständig erreicht worden sei. Für die weitere Zielerreichung stünden die Umsetzung von beschlossenen Strategien, Aktionsplänen und Maßnahmen, eine Verbesserung des Vollzugs des geltenden Rechts sowie die Weiterentwicklung der Agrarpolitik im Vordergrund. Zudem bestehe vor dem Hintergrund beschleunigter

Auswirkungen des Klimawandels, steigender Bevölkerungszahlen und veränderter Konsumgewohnheiten weiterhin Handlungsbedarf, um das Ernährungssystem in der Schweiz und international nachhaltiger zu gestalten, stellt die Regierung fest. Darüber hinaus setze sich die Schweiz beispielsweise im Bereich der wirtschaftlichen Zusammenarbeit für einen nachhaltigen Agrar- und Lebensmittelhandel mit Entwicklungsländern ein, um zur Stabilisierung der internationalen Agrarmärkte beizutragen und die nachhaltige Nutzung natürlicher Ressourcen zu fördern. Dazu gehöre unter anderem die Integration von Nachhaltigkeitsaspekten in Handelsabkommen. 09 I 2021


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Nachhaltigkeit und Umweltschutz stehen in der Schweiz zukünftig ganz oben auf der Agenda.

Die Schweizer Regierung will das Zulassungsverfahren für Pflanzenschutzmittel modernisieren. Dazu wurde Mitte Februar beschlossen, die Zuständigkeiten neu zu regeln.

Zulassungsverfahren wird neu aufgestellt Zum 1. Januar 2022 wird die Zulassungsstelle für Pflanzenschutzmittel dem Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen (BLV) zugeordnet; derzeit ist in dem Alpenland das Bundesamt für Landwirtschaft (BLW) für die Zulassung zuständig. Gleichzeitig werden die Rolle des Bundesamts für Umwelt

(BAFU) im Beurteilungsprozess sowie die strategische Führung des Steuerungsausschusses Chemikalien und Pflanzenschutzmittel gestärkt. Der Ausschuss ist für die Festlegung der Strategie der Zulassungsstelle zuständig und soll künftig seine Führungsfunktion stärker wahrnehmen. Mit dieser Neuorganisation werden laut Darstellung der Regierung die Risikobeurteilung stärker vom Risikomanagement und der Zulassung getrennt und zugleich die Unabhängigkeit gestärkt. Außerdem bekommt das BAFU mehr Gewicht. Dem Bundesamt obliegt künftig die Hauptverantwortung bei der Beurteilung der Risiken von

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Einkaufstourismus nahm spürbar ab Der Einkaufstourismus sank im Lebensmittelbereich über das ganze Jahr betrachtet um 42 %. Auch als nach dem ersten Lockdown die Einkäufe über der Grenze wieder einfach möglich waren, erreichte er nie das Niveau des Vorjahres, schreibt lid.ch. Bereits vor dem Lockdown habe sich die Nachfrage nach Lebensmitteln beim Einkaufstourismus stabilisiert, so das BLW. Die Prognosen für 2021 hängen mit der Wechselkursentwicklung und dem Pandemieverlauf zusammen - sind also noch nicht absehbar. Die Obst-Umsätze lagen 2020 in der Schweiz um 8,6 % über dem Vorjahr, vor allem Bio-Ware sorgte für hohe Umsätze. Laut Marktbericht setzten die Konsumentinnen und Konsumenten auch stark auf Obst und Gemüse, die für eine gute Gesundheitswirkung bekannt seien. So stiegen zum Beispiel die Ingwerverkäufe an. Klare Richtungen zeigte der Kartoffelmarkt: Die Speisekartoffeln waren sehr gefragt, während etwas Pommes-Frites-Kartoffeln wegen der fehlenden

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Pflanzenschutzmitteln für die Umwelt. Die landwirtschaftlichen Aspekte im Zusammenhang mit dem nachhaltigen Schutz der Kulturen gegen Krankheiten und Schädlinge wird weiterhin das BLW beurteilen. Die Änderungen sollen über eine Revision der Pflanzenschutzmittelverordnung umgesetzt werden. Die wissenschaftliche Risikobeurteilung der Gesuche erfolgt durch das BLV, das Staatssekretariat für Wirtschaft (SECO) und die Forschungsanstalt Agroscope. Das BAFU ist für die ökotoxikologische Einstufung der Produkte zuständig und bei der Genehmigung von neuen Wirkstoffen im Verfahren involviert. Ende 2019 hatte ein externer Evaluationsbericht gezeigt, dass in der Schweiz der Prozess für die Zulassung von Pflanzenschutzmitteln optimiert werden kann. Daraufhin wurden die Organisation und die Zuteilung der Aufgaben überprüft. Das Ziel war es, die strategische Führung zu stärken, die Transparenz weiter zu erhöhen und die Unabhängigkeit der Zulassungsorgane zu stärken. Weitere Optimierungsmaßnahmen sollen in einem zweiten Schritt umgesetzt werden. Dies bedarf zusätzlicher Anpassungen der Pflanzenschutzmittelverordnung, die dem Bundesrat bis Mitte 2023 vorgelegt werden sollen. AgE

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Europäische Ernteschätzungen bis zum Jahr 2030 EU-Vorhersagen ► Die Europäische Kommission hat ihre Prognosen für die Gesamterntezahlen bei Äpfeln, Pfirsichen und Nektarinen, Orangen und Tomaten in den wichtigsten Erzeugerländern Europas bis zum Jahr 2030 vorgelegt. Irmelin Egelhoff

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Stabilität bei Erzeugung von Pfirsichen und Nektarinen Eine konstante Produktion kündigt sich laut der Kommission auch bei Pfirsichen und Nektarinen an. Auf gesamteuropäischer Ebene dürfte das Erntevolumen nach Ansicht der Experten im kommenden Jahrzehnt gleichbleibend hoch bei ungefähr 3,6 Mio t liegen. Im Gegensatz zum Konsum von Äpfeln erwarten sie bei diesen beiden Steinobstsorten jedoch eine Abnahme des Pro-Kopf-Verbrauchs von 9 % auf 6,2 kg. Der dafür ausschlaggebende Grund dürfte die Stagnation der Produktion und die zunehmende Konkurrenz durch andere tropische und Sommerfrüchte sein. Die Exporte von weiterverarbeitetem Steinobst, wie vor allem Pfirsiche, dürften dagegen aufgrund der wachsenden weltweiten Nachfrage steigen. Für die europäische Europäische ApfelOrangenproduktion kündigt sich den exporte dürften um vorgelegten Zahlen Fünftel schrumpfen zufolge aufgrund höherer Erträge ein leichtes Wachstum (+0,6 %) auf 6,5 Mio t an. Die beiden Hauptproduzenten sind Spanien, das einen Anteil von 52 % an den Orangenplantagen auf sich vereinen kann, und Italien mit 27%. Der Trend zum steigenden Konsum von frischen Orangen und frischen Fruchtsäften dürfte sich fortsetzen und zu einer Abnahme der 54 | FRUCHTHANDEL

Foto: Irmelin Egelhoff

ach Einschätzung der zuständigen Dienststellen dürfte die Apfelproduktion in Europa in den kommenden zehn Jahren mit einem gesamten Erntevolumen von durchschnittlich rund 11,8 Mio t stabil bleiben. Dabei gehen die Experten von einer Steigerung der Erträge aus, mit denen die durch Flächenreduzierungen zu erwartenden Mengeneinbußen kompensiert werden könnten. Bei den europäischen Apfelausfuhren muss laut der Kommission allerdings von einem Rückgang von 19 % auf 1,2 Mio t Äpfel ausgegangen werden. Positive Aussichten kündigen sich dagegen beim Konsum an. Das wachsende Gesundheitsbewusstsein der Verbraucher und die Einführung neuer Sorten, die ihren Erwartungen besser entsprechen, dürften sich derzeitigen Schätzungen zufolge in einer Steigerung des Pro-Kopf-Verbrauchs um 1 % auf 15,7 kg niederschlagen.

Das wachsende Gesundheitsbewusstsein der Verbraucher und die Einführung neuer Sorten dürften sich bei Äpfeln in einer leichten Steigerung des ProKopf-Verbrauchs niederschlagen.

ein

Nachfrage nach Orangen für die industrielle Verarbeitung führen. Um den Bedarf außerhalb der Saison zu decken, dürfte nach Beurteilung der Kommission eine Steigerung der europäischen Importe notwendig sein.

Rückläufige Tomatenproduktion erwartet Bei frischen Tomaten geht der Kommissions-Bericht davon aus, dass die EU-Produktion in den nächsten zehn Jahren aufgrund des Zusammenspiels einer Reihe unterschiedlicher Faktoren abnehmen wird. Dazu zählen der starke internationale Wettbewerb, der Klimawandel, der Schädlingsbefall und die erhöhte Nachfrage nach kleinkalibrigen Sorten, die zwar einen Rückgang des Volumens nach sich ziehen, aber zu einem Anstieg der Wertschöpfung führen dürften. Es wird erwartet, dass die Produktion in den wichtigsten Erzeugerländern der Mitgliedstaaten stabil bleibt, mit Ausnahme des Hauptproduzenten Spanien, dessen Produktion in den nächsten zehn Jahren um 20 % sinken könnte. Die Konkurrenz aus Marokko könnte die Spanier dazu bewegen, den Tomatenanbau in Gewächshäusern durch alternative, weniger arbeitsintensive Kulturen zu ersetzen. Im Jahr 2000 machten die Lohnkosten ein Drittel der gesamten Produktionskosten aus, im Jahr 2020 waren es bereits 41 %. 

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70 Jahre jung und immer noch eine wichtige Adresse im Fruchtgeschäft Handelsmaatschappij Jan Oskam BV ► Das Unternehmen mit Sitz im niederländischen Vleuten in der Nähe von Utrecht verfügt über einen eigenen Anbau nachgefragter Apfel- und Birnensorten sowie über Abpackund Sortieranlagen, hohe Kapazitäten für ULO-Lagerung und eine eigene Transportflotte. Mit dem Jahr 2020 ist Geschäftsführer Kees Oskam ausgesprochen zufrieden. Michael Schotten

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enn sowohl von den Vermarktungsmengen, als auch vom Umsatz her sei 2020 ein Rekordjahr für das Unternehmen gewesen. Und Kees Oskam ist zuversichtlich, dass das Jahr 2021 mengenmäßig noch etwas besser ausfallen könnte. „Unsere Strategie einer schrittweisen, kontinuierlichen Entwicklung des Geschäftes hat sich immer noch als erfolgreich erwiesen. Doch wir konnten in der Saison 2019/2020 schon zeigen, dass wir in einer vermarktungstechnisch schwierigen Situation, wie sie durch Covid-19 entstanden ist, schnell und richtig reagieren konnten. Es ist uns nämlich gelungen, alternative Märkte zu finden und die Verluste in der Gastronomie auszugleichen“,

sagt Kees Oskam gegenüber dem Fruchthandel Magazin. Aufgrund der guten Geschäftsentwicklung sei es im Jahr 2021 erforderlich, weiter in die Infrastruktur des Unternehmens zu investieren. Im März oder April dieses Jahres wird daher der Starschuss für eine kleinere Ausweitung der noch so gut wie neuen Sortieranlage gegeben. „Bei alldem spielt der deutsche Markt nach wie vor eine sehr wichtige Rolle für uns. Das Interesse des deutschen Lebensmitteleinzelhandels wächst nur noch bei den Birnensorten Conférence sowie Alexander Lukas und Xenia. Diese werden sehr viel in Kleinverpackungen angeboten. Aber auch Elstar, ein Klassiker im Apfelsegment, erfreut sich weiterhin großer Beliebtheit“, so Kees Oskam weiter. Von der vielversprechenden Apfelsorte Bonita hat man bei Oskam bislang eine Fläche von vier Hektar gepflanzt. „Anfang Oktober werden wir die ersten Früchte ernten. Bonita ist eine Kreuzung aus Cripps Pink und Topaz und vereint den schönen Geschmack und die Resistenz gegen

In die Sortieranlagen und Lagerkapazitäten wurde erst vor wenigen Jahren investiert.

Schorf und Mehltau, die den Topaz auszeichnen. „Und Alessia ist eine rote deutsche Birne, die wir dann im Winter 2021/22 pflanzen“, sagt Kees Oskam. Das Unternehmen beabsichtigt, auch im Jahr 2021 wieder als Aussteller an der FRUIT LOGISTICA Special Edition teilzunehmen. „Möglichkeiten, Veranstaltungen zu organisieren, gibt es da zwar nicht. Aber ich rechne fest damit, dass im Jahr 2026 das 75-jährige Firmenjubiläum wieder wie gewohnt gefeiert werden kann.“ 

Laut Kees Oskam ist es auch in der Corona-Krise gelungen, alternative Märkte zu finden und die Verluste in der Gastronomie auszugleichen. 09 I 2021

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EU investiert 121 Millionen Euro in LIFE-Programme Klima und Umwelt ► Die Europäische Kommission hat im Rahmen der LIFE-Programme für Umwelt- und Klimapolitik Investitionen in Höhe von 121 Mio Euro für neue Projekte in insgesamt elf Mitgliedstaaten, darunter auch Deutschland und Frankreich, angekündigt. Wie die EU-Behörde in Brüssel mitteilte, werden die Mittel im Vergleich zum Vorjahr um 20 % aufgestockt.

Im Detail helfen die LIFE-Programme dabei, die EU-Vorschriften in den Bereichen Natur, Wasser, Luft, Abfallwirtschaft, Eindämmung des Klimawandels und Anpassung an den Klimawandel umzusetzen.

Foto: jozsitoeroe – Adobe Stock

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Deal, Frans Timmermans, forderte die Mitgliedstaaten erneut dazu auf, den Green Deal zu verwirklichen. Es müsse nun damit angefangen werden, „die beispiellosen Finanzmittel zu mobilisieren, die im Rahmen des Mehrjährigen Finanzrahmens (MFR) und des Wiederaufbaufonds für den ökologischen Wandel in Europa zur Verfügung gestellt worden sind“. Für besonders notwendig hält es

der Niederländer, dass dem Biodiversitätsverlust endlich Einhalt geboten wird. EU-Umweltkommissar Virginijus Sinkevicˇius erklärte, mit diesen neuen Investitionen helfe die EU den Ländern dabei, Schäden an der Natur und biologischen Vielfalt zu beheben und die Widerstandsfähigkeit gegenüber dem sich wandelnden Klima zu verbessern. AgE

Foto: j-mel - AdobeStock

er Kommission zufolge dürften die Projekte „erhebliche zusätzliche Mittel mobilisieren“, da sie es den Mitgliedstaaten ermöglichten, auch andere Finanzierungsquellen zu nutzen, darunter die EU-Agrar-, Struktur- und Regionalfonds sowie Forschungsmittel, ebenso wie nationale Mittel und Investitionen des Privatsektors. Im Detail würden die LIFE-Programme dabei helfen, die EU-Vorschriften in den Bereichen Natur, Wasser, Luft, Abfallwirtschaft, Eindämmung des Klimawandels und Anpassung an den Klimawandel umzusetzen. Beispielweise sollen laut Kommission fünf Naturschutzprojekte über eine verbesserte Verwaltung des Natura2000-Netzes und eine bessere Verknüpfung der Schutzzonen dazu beitragen, Ökosysteme in Deutschland, Lettland, der Slowakei, Italien sowie in den Niederlanden wiederherzustellen. Des Weiteren weist die Behörde auf ein Projekt in Frankreich zur Unterstützung der EU-Wasserrahmenrichtlinie in der Region Pays de la Loire hin. Der hauptverantwortliche Kommissar für den Green

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Verbraucher lieben Bio Deutschland | Österreich ► Der Gesamtumsatz des Facheinzelhandels lag in Deutschland nach Hochrechnung des Bundesverbandes Naturkost Naturwaren (BNN) e.V. 2020 bei 4,37 Mrd Euro und damit 16,4 % über dem Vorjahr (2019: 3,76 Mrd Euro). Auch in Österreich hat die Biobranche im vergangenen Jahr nochmals kräftig zugelegt und mit einem Marktanteil von 10 % erstmals einen zweistelligen Wert erreicht. Der Gesamtumsatz mit Bioware im Lebensmitteleinzelhandel hat um 23 % auf 713,7 Mio Euro zugelegt.

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aut BNN ist die positive Marktentwicklung durch ein gesteigertes Bewusstsein der Verbraucher für nachhaltige und gesunde Lebensmittel geprägt. Die Pandemie hat das Interesse von Kunden an gesunden und ökologisch nachhaltigen Lebensmitteln und Waren deutlich verstärkt. Der Naturkostgroßhandel hat 2020 um 21,7 % zugelegt und lag bei einem Umsatz von 2,34 Mrd Euro (2019: 1,92 Mrd Euro). Laut Öko-Barometer des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) haben die Begleitumstände der Pandemie (...) bei vielen Konsumenten auch dazu geführt, ihre Ernährung und ihr Einkaufsverhalten zu hinterfragen und u.a. ökologischer zu konsumieren. „Das Bewusstsein für Nachhaltigkeit und gesunde Ernährung ist durch die Erfahrung der Pandemie noch einmal deutlich gestiegen. Ebenso die Bedeutung von regionalen Produkten aus resilienten Lieferketten. Durch den Wegfall der Außer-Haus-Verpflegung mussten die Menschen verstärkt selber kochen und haben sich intensiver mit der Herkunft und der Qualität ihrer Lebensmittel beschäftigt. Das hat sie vermehrt in den Bio-Fachhandel geführt, weil der authentisch und glaubwürdig für all das steht“, so BNN-Geschäftsführerin Kathrin Jäckel.

Nachhaltigkeit und biologische Produktion nehmen an Bedeutung zu Der Bioanteil in Österreich hatte 2015 bei 7,5 % gelegen. „Corona konnte das stetige Wachstum nicht stoppen, ganz im Gegenteil“, so AMA-Geschäftsführer Dr. Michael Blass. Laut AMA hat ein Haushalt in Österreich 2020 im LEH durchschnittlich 191 Euro für frische Bioprodukte (ohne Brot & Gebäck) ausgegeben. Das waren 21 % mehr als 2019. Die Einkaufsmenge sei um 17 % auf 189.200 t gestiegen. Den höchsten Bioanteil im österreichischen LEH hätten Milch und Naturjoghurt. Kartoffeln und Frischgemüse lägen ebenfalls weit über dem Durchschnitt. Jedes zehnte Produkt in den Warengrup-

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Der LEH hat längst erkannt, dass Bioprodukte ein Kundenmagnet sind.

pen Obst, so Dr. Blass. Die AMA führte im November 2020 eine Motivanalyse durchgeführt, um Einkaufsverhalten und Trends zu erkunden. Dabei hätten 43 % der Befragten angegeben, am liebsten Bio-Produkte zu konsumieren. Die Zustimmung zu dieser Aussage sei gegenüber der Befragung 2017 um 4 % gestiegen. Außerdem habe ein Drittel der Teilnehmer bestätigt, dass die Kriterien Nachhaltigkeit und Bio-Produktion noch stärker zur ihrer Kaufentscheidung beitrügen. Drei von vier Personen wollten auch nach der Pandemie zu Bio greifen. Im Unterschied zu anderen Ländern hat es laut Bio Austria in Österreich von 2019 auf 2020 nur geringe Zuwächse bei der Ökofläche und Biobetrieben gegeben. Dies liege daran, dass seit Ende 2018 keine Neueinstiege mehr in die Ökoförderung und seit Ende 2019 auch keine Umstiege aus anderen Fördermaßnahmen mehr möglich seien, so Bio-Verbände. Im internationalen Wettbewerb sei deshalb von einem potentiellen Wertschöpfungsverlust für Österreich auszugehen. Die Bio-Nachfrage werde weiter steigen, aber die Produktion in Österreich werde sich nicht entsprechend mitentwickeln können. AgE

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Es hängt viel von der jungen Generation ab Spargel ► Deutschland gehört international zu den wichtigsten Spargelproduktionsländern mit Jahrhunderte langer Tradition. Nach den weniger zufriedenstellenden Saisons der vergangenen Jahre sprach das Fruchthandel Magazin mit Hans Lehar, Geschäftsführer der OGA/OGV Bruchsal, einem der bedeutendsten Spargelvermarkter Deutschlands über die Zukunft des besonderen Gemüses. Gabriele Bastian In den vergangenen Jahren zeichnete es sich ab, dass die Flächen reduziert wurden, der Konsum etwas zurückging und man den Eindruck haben könnte, dass weißer Spargel seinen Zenit überschritten hat. Wie sehen Sie die Zukunft im deutschen Spargelanbau? Wo liegen die größten Probleme? Wird der Spargelanbau in Zukunft mechanisiert werden? Was muss getan werden, um das Image von weißem Spargel bei deutschen Verbrauchern in Zukunft wieder zu erhöhen? Hans Lehar: Spargel ist nach wie vor ein interessantes und lukratives Produkt für den Produzenten, wenn ausgeglichene Marktverhältnisse bestehen und mit der Produktion noch Geld verdient werden kann – so ist es bei allen Produkten in der Wirtschaft. Der deutsche Konsument liebt Spargel als Saisonprodukt in seinen vielfältigen Zubereitungsformen. Für die Gastronomie und den Lebensmitteleinzelhandel ist er ein bedeutender Umsatzbringer. Die deutsche Herkunft spielt bei Spargel eine wesentlich größere Rolle als bei anderen Obst- und Gemüseprodukten. Bei vorhandener Kaufkraft hat Spargel auch weiterhin eine Daseinsberechtigung und eine Zukunft. Entscheidend wird sein, ob die jüngere Generation mit z.T. erheblich veränderten Essgewohnheiten und Ernährungsvorstellungen sich ähnlich für Spargel begeistern kann wie unsere derzeitige „Stammkundschaft“ aus der mittleren und älteren Generation. Hier sind immer wieder neue Küchenkreationen gefordert. Falls sich eine Automatisierung der Ern 58 | FRUCHTHANDEL

te durchsetzen sollte, wird dies die Produktion und die gesamten Marktverhältnisse verändern. Von den zahlreichen Entwicklungen der vergangenen Jahre hat sich bis heute allerdings keine Technik als zukunftsweisend etabliert. Welche Auswirkungen werden die politischen Entscheidungen in der EU bezüglich Klima, Düngemittel, Pflanzenschutz auf die Spargelproduktion haben? Sorgen bereiten uns die Jahr für Jahr zunehmenden Auflagen und Restriktionen durch den Gesetzgeber sowie die vielen Wünsche und Anforderungen unserer Kunden im Lebensmitteleinzelhandel. Und dabei geht es nicht nur um Spargel, sondern das gesamte Obst- und Gemüsesortiment bzw. die gesamte landwirtschaftliche Produktion. Und das Problem dabei: Diese kostspieligen Sonderwünsche werden finanziell nicht honoriert und es herrscht weiterhin eine „Billig-Billig-Mentalität“

Hans Lehar ist Geschäftsführer der OGA/OGV Bruchsal. Das Foto entstand 2019.

– auch wenn das Corona-Jahr 2020 ein höheres Preisniveau ermöglichte. Es ist daher kein Wunder, dass z.B. die Anbauflächen für Spargel oder Erdbeeren in den vergangenen Jahren um 15 % bis 20 % reduziert wurden und die Direktvermarktung an den Endverbraucher zunimmt. Unsere Lebensmittel erfüllen hohe Qualitäts-, Hygiene- und Sicherheitsstandards und stammen aus mehrfach kontrollierten und zertifizierten Betrieben. Wer Sonderwünsche hat, muss bereit sein, dafür zu bezahlen. Eine neue Hürde kommt mit dem „Aktionsprogramm Insektenschutz“ der Bundesregierung auf die deutsche Landwirtschaft zu. Wenn der Landwirtschaft eine Zwangsumstellung auf 30 % bis 40 % Bio-Produktion bei fehlendem Marktpotenzial droht und die Anwendung von wichtigen Pflanzenschutzmitteln in bedeutenden Anbaugebieten von Sonderkulturen vollständig verboten wird, bedeutet dies das En09 I 2021


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Spargel ist nach wie vor ein interessantes und lukratives Produkt für den Produzenten, wenn ausgeglichene Marktverhältnisse bestehen und mit der Produktion noch Geld verdient werden kann.“ Hans Lehar de zahlreicher Familienbetriebe in der deutschen Landwirtschaft. Die Politik muss dann die Verantwortung übernehmen, wenn eine vor Ort sichtbare und kontrollierbare heimische Produktion verschwindet und Lebensmittel zunehmend importiert werden müssen. Klimawandel, der Erhalt unserer Umwelt und Artenschutz sind eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe. Hier wird die Landwirtschaft einseitig für Versäumnisse oder Fehlverhalten verschiedener Bevölkerungsschichten und der Politik verantwortlich gemacht. Aber da komme ich immer wieder auf eigene Versäumnisse

unserer Branche zu sprechen: Wir haben es bis heute nicht geschafft, dem Verbraucher, der Öffentlichkeit und allen, die es angeblich „besser wissen“ und negativ über unsere Branche berichten, glaubhaft die Arbeit der Landwirtschaft darzustellen. Wir müssen erklären, was wir tun, wie wir es tun und warum wir es tun und dabei auch den Vergleich mit unseren ausländischen Mitbewerbern nicht scheuen. Es fehlt eine Imagekampagne Landwirtschaft, die wahrgenommen wird und die vielen Vorurteile relativiert und richtigstellt. 

Die immer weiter einschränkenden gesetzlichen Regelungen können in Zukunft zu einem Sterben zahlreicher Familienbetriebe führen.

Carbon-Leakage – Keine tragfähige Entlastung in Sicht

Foto: DenisProduction.com - AdobeStock

ZVG  „Der Entwurf kann weiterhin nur als entlastungsfeindlich bezeichnet werden. Viele unserer Gartenbau-Unternehmen werden die auch in der zu erwartenden Höhe viel zu geringen Entlastungen überhaupt nicht in Anspruch nehmen können“, zeigt sich Jürgen Mertz, Präsident des Zentralverbandes Gartenbau e.V. (ZVG), maßlos enttäuscht über den Referentenentwurf des Bundesumweltministeriums zur Vermeidung von Carbon-Leakage durch den nationalen Brennstoffemissionshandel. „Das Ziel der Vermeidung des Risikos einer Produktionsverlagerung in das Ausland wird somit eklatant verfehlt. Wir erwarten und fordern eine substanzielle Verbesserung der Regelungen. Wir wollen, dass auch in Zukunft eine Produktion im Unterglas-Gartenbau sowohl im Zierpflanzenbau als auch im Gemüsebau in Deutschland wirtschaftlich gesichert ist.“ In einer Stellungnahme zum Referentenentwurf fordert der ZVG Regelungen, die die grenzüberschreitende Wettbewerbsfähigkeit vor allem im europäischen Binnenmarkt gewährleistet. Eine Verteuerung der Unterglaskulturen aus deutscher Produktion kann wegen des hohen Importanteils nicht durch höhere Preise auf dem heimischen Markt aufgefangen werden. „Das Bundesumweltministerium befindet sich deshalb mit dieser sogenannten Entlastungsverordnung im Blindflug“, erklärt der ZVG-Präsident. Von regionaler Produktion reden und gleichzeitig die regionale Produktion zerstören, passe nicht zusammen. Dies müsse auch den Verbrauchern deutlich gemacht werden.Der Gartenbau braucht dringend eine praxistaugliche und unbürokratische Regelung, die den kleinen und mittleren Unternehmen im nationalen Emissionshandel Entlastungen gewährleistet und so die Umstellung auf regenerative Energieträger fördert.

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Die den Sturm ernten FreshField ► Der 30-jährige Landwirt Leve Thießen aus Kronprinzenkoog und sein Betriebspartner Björn Göser betreiben Gemüsebau aus Leidenschaft. Aber auch eine umweltschonende und zukunftsgerichtete Landwirtschaft spielt für sie eine fundamentale Rolle. Das Fruchthandel Magazin besuchte die beiden Produzenten Ende Januar in Dithmarschen an der Nordsee.

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Leve Thießen (li.) und Björn Göser aus Kronprinzenkoog vor der betriebseigenen Erdgastankstelle.

Birger Exner (li.) der für die BEHR AG die Nachhaltigkeit der Gruppe verantwortet, lässt sich von Leve Thießen Fakten zur Erdgasbetankung geben.

Foto: Freshfield

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ie Erzeuger sind sichtlich stolz auf ihre nachhaltige Produktion „Welche Betriebe in Deutschland oder Europa können schon 90 % ihres Energiebedarfs mit grünem Strom aus eigenen regenerativen Energiequellen, wie Windkraft- und Photovoltaikanlagen, decken?“, fragen sie selbstbewusst. Die Verbindung zwischen den Sektoren Energiewirtschaft, Verkehr und Landwirtschaft sei leider manchmal kompliziert in der Umsetzung und setze u.a. die Bereitschaft voraus, mutige Investitionen in diesem Bereich zu tätigen. „Wir können nicht mit der Kabeltrommel zur Windmühle laufen und unsere Kühlhäuser anstöpseln“, sagt Leve Thießen. Bis die technischen Voraussetzungen geschaffen waren und die Leitungen und Transformatoren gesetzt, wurden ihm zufolge so manche Erdhügel und Papierberge bewegt. Heute freuen sich die beiden Unternehmer umso mehr, nicht nur über Nachhaltigkeit zu reden. Björn Göser ergänzt, dass insbesondere die sehr energieintensive Kühlung der angebauten Produkte Kohl, Möhren und Speisekartoffeln

von November bis in den Mai hinein und damit gleichzeitig windreicheren Monate falle. Der zu 10 % nicht selbst erzeugte grüne Strom, bezogen wird dieser aus dem öffentlichen Netz, sei nicht fehlenden Kapazitäten geschuldet, sondern der Windstille oder dem bedeckten Himmel.

Die Vorstufe zum Wasserstoff Bei der Kopplung der Sektoren Energieerzeugung und landwirtschaftliche Nutzung höre es im Kronprinzenkoog nicht auf. Als Mitglieder der Erzeugerorganisation Mecklenburger Ernte ist der Vertragsvermarkter für ihr Gemüse, das in den LEH fließt, die BEHR AG. Das Logistiklager der BEHR AG liegt etwas südlich von Hamburg. Thießen erklärt: „Diese 250 km hin und zurück bis an die Nordsee, die wir täglich ein bis zweimal zurücklegen, nahmen wir genau unter die Lupe. Wir haben uns für einen mit CNG (komprimiertes, nicht gekühltes Erdgas) betriebenen Lkw, der mit „Wind-Gas“ betankt wird, ent-

schieden. Allein durch diesen Schritt haben wir bereits im ersten Jahr knapp 60 t CO2 eingespart. Das ist zwar im Vergleich zum Gesamtausstoß eine kleine Menge, aber wenn nicht jeder versucht, seinen Beitrag zu leisten, rücken die europäischen Klimaziele in unerreichbare Ferne.“

„Wind 2 Gas“? – Das steckt dahinter „Wer unser Gemüse kauft, leistet einen echten Beitrag zum Erreichen der Klimaziele“, sind Björn Göser und Leve Thießen überzeugt. Birger Exner, Mitarbeiter der BEHR AG, der in der Behr-Gruppe zukünftig ausschließlich für die Nachhaltigkeitsfragen der Gruppe aktiv ist, unterstreicht, dass Themen, wie sie in Kronprinzenkoog praktiziert werden, durchaus Vorbildcharakter haben. Doch was steckt hinter „Wind 2 Gas“? In einem 15 km entfernten Industriebetrieb in Brunsbüttel befindet sich eine Wasserstofftankstelle mit dem Hinweis „diese Fahrt war CO2-frei“. Umgeben von dampfenden Industrieanlagen fällt eine kleinere, weiße Anlage mit einem 09 I 2021


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hohen Drucktank kaum auf. Leve Thießen erklärt, dass in diesem Gebäude durch sogenannte Elektrolyse (Aufspaltung von Wasser in Wasserstoff und Sauerstoff) Wasserstoff gewonnen wird. „Aus Elektrizität wird ein edles Gas gewonnen“, so Thießen. Eben „Power to Gas“. Das Besondere an dieser Anlage in Brunsbüttel sei, dass der Energiebedarf dieser Elektrolyse-Anlage eigens von fünf dafür errichteten Windkraftanlagen erzeugt werde. Daher „Wind to Gas“. „Insbesondere an den windreichen Tagen, an denen mehr Strom aus Windkraft erzeugt, als transportiert oder genutzt werden kann, erfüllt sich die komplette, umweltbilanzielle Sinnhaftigkeit. Statt den Sturm ungenutzt vorbei ziehen zu lassen, wird hier Wasserstoff produziert“, so die beiden Erzeuger. Mit diesem „grünen Wasserstoff“ werde die direkt angegliederte Wasserstofftankstelle gespeist und dafür auf verschiedenen Druckstufen komprimiert. Da Wasserstoff extrem reaktionsfreudig sei und nur in sehr

hoch komprimierter Form in der Mobilität sinnvoll genutzt werden könne, wären die technischen Vorrausetzungen und Sicherheitsvorkehrungen sehr hoch. „Nicht umsonst, steht diese Wasserstofftankstelle in einem Industriegebiet“, erklärt Leve Thießen.

Eine betriebseigene Erdgastankstelle Der Wasserstoff, der nicht für die Tankstelle genutzt wird, wird im öffentlichen Erdgasnetz „gespeichert“ und jetzt kommen wieder die landwirtschaftlichen Betriebe Göser und Thießen ins Spiel. Auf dem Betriebsgelände von Leve Thießen wurde eine betriebseigene Erdgastankstelle errichtet, unter Einhaltung der aufwendigen sicherheitstechnischen Auflagen. „Wir sind direkt am öffentlichen Erdgasnetz angeschlossen, und entnehmen hier bilanziell „Wind-Gas“ aus Brunsbüttel, um damit unseren CNG – Lkw zu betanken. Ähnlich wie beim Wasserstoff, nur nicht ganz so extrem, müssen

Mobilität mit möglichst wenig CO2-Ausstoß. Für die Straße gibt es schon Lösungen. Pkw mit Wasserstoffantrieb und Lkw mit CNG Antrieb.

Der CNG – Lkw wird auf dem Betrieb von Leve Thießen, Kronprinzenkoog betankt.

wir auch hier das Gas komprimieren, um genügend davon in den Lkw zu bekommen. Mit einer Füllung kommen wir ungefähr 450 km weit, was für unsere Bedürfnisse durchaus passt.“ Vom Fahrkomfort oder der Leistung unterscheide sich der Lkw nicht von einem Diesel. Projekte wie diese werden nach Angaben von Thießen vom Bund mit einer Mautbefreiung unterstützt. „Woran wir noch feilen müssen“, unterstreicht Björn Göser, „ist diese wertvolle Botschaft dem Endverbraucher näher zu bringen. Daran arbeiten wir aktuell sehr intensiv. Wir haben zwar unseren Lkw so beklebt, dass man unsere Botschaft auch möglichst im Vorbeifahren versteht, sie passt nur schlecht auf einen Kohlkopf.“ Birger Exner, der, bevor er in die neue Position als Nachhaltigkeits-Manager bei der BEHR AG berufen wurde, im Marketing aktiv war, sieht dieses auch als anspruchsvolle und spannende Aufgabe. Leve Thießen und Björn Göser stehen im engen Kontakt mit Traktorenherstellern, um diese umweltfreundliche Technologie auch auf das Feld zu bringen. Um ihr umweltfreundliches Konzept voranzutreiben, würden sie am liebsten gleich auf Wasserstoff umstellen. „Aber serienreife Wasserstoff-Traktoren brauchen vermutlich noch etwas Zeit in der Entwicklung. Es gibt noch genug zu tun.“ 

FreshField Handelsgesellschaft mbH & Co KG. / 25709 Helse - Dithmarschen / www.freshfield.sh 09 I 2021

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Die Knolle im Bewusstsein verankern UNIKA ► 27.600 Betriebe, 110.000 Beschäftigte, 1.300 Auszubildende und ein Umsatz von 3,2 Mrd Euro – das ist die deutsche Kartoffelbranche. Diese und weitere bedeutende Kennzahlen sind erstmalig in einem Branchenprofil der deutschen Kartoffelwirtschaft zusammengestellt worden, wie die Union der Deutschen Kartoffelwirtschaft e.V. (UNIKA) mitteilt.

Diesen Trend gelte es langfristig zu verstetigen und die Kartoffel als gut

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Optimierung der Wertschöpfungskette Organisiert und koordiniert von der Unika, habe eine Arbeitsgruppe die Erstellung des Branchenprofils begleitet. „Wichtige Inhalte des Profils konnten nur mit der Unterstützung der Mitglieder im Rahmen einer differenzierten Branchenumfrage ermittelt werden.“ Zudem sei auf amtliche Statistiken und weitere statistische Erhebungen zurückgegriffen worden. Das Branchenprofil ergänze die im Jahr 2019 veröffentlichten Leitsätze der Deutschen Kartoffelwirtschaft, in denen beschrieben wird, wofür die Kartoffelprofis und ihre Branche

Die fundierten Strukturdaten im Branchenprofil zeigen das Leistungspotenzial des Kartoffelsektors auf.

stehen. Beide Publikationen sind mit ergänzenden Sach- und Fachinformationen rund um die Kartoffelbranche im Internetangebot der UNIKA unter www.unika-ev.de frei abrufbar. „Die fundierten Strukturdaten zeigen dabei das Leistungspotenzial des Kartoffelsektors auf und können bei einer späteren Überarbeitung der Daten, Veränderungsprozesse sichtbar machen, um darüber eine Hilfestellung in der Optimierung der Wertschöpfungskette zu geben.“ 

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Foto: New Africa/AdobeStock

Den ökonomischen Stellenwert aufzeigen

lagerfähiges Lebensmittel mit wertvollen Inhaltsstoffen und Vitaminen aus der Region im Bewusstsein der Gesellschaft zu verankern. „Das Branchenprofil bündelt Fakten und Kennzahlen der Wertschöpfungskette Kartoffeln, um die gesellschaftliche Bedeutung und den ökonomischen Stellenwert der Kartoffelwirtschaft aufzuzeigen. Die aggregierten Daten der Wertschöpfungskette Kartoffeln sind in der politischen und gesellschaftlichen Diskussion von hoher Relevanz, um kurz und prägnant die Bedeutung dieses Wirtschaftszweigs zu dokumentieren“, erklärt die Union der Deutschen Kartoffelwirtschaft e.V.

Foto: Unika

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ie gesellschaftlichen Forderungen nach regionalen Produkten und der Berücksichtigung von Nachhaltigkeitsaspekten können laut UNIKA von der heimischen Kartoffelwirtschaft als ein verlässlicher Partner auch in Krisenzeiten umfänglich bedient werden. Die Corona-Pandemie zeige deutlich, dass kurze Lieferketten weniger störanfällig seien und sogar Nachfragesteigerungen kurzfristig bedient werden konnten. „In Zeiten von Home Office und Zuhause-bleiben wurde die Kartoffel als wichtiges Lebensmittel verstärkt nachgefragt und der Konsum frischer Kartoffeln ist im Jahr 2020 um über 13 % gestiegen“, heißt es.


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Foto: BayWa AG/Falk Heller

BAYWA AG  Trotz Einschränkungen in vielen Bereichen durch die Corona-Pandemie hat sich der Konzern insgesamt sehr positiv entwickelt. Die für das Berichtsjahr gesetzten Ziele konnten größtenteils übertroffen werden und die Nachfrage war in allen Segmenten höher, so BayWa zu den vorläufigen Geschäftszahlen. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) stieg um 14,3 % auf 215,3 Mio Euro (Vorjahr: 188,4 Mio Euro). Damit konnte der BayWa eine weitere Ergebnissteigerung erzielen und den Erfolgstrend der Vorjahre fortsetzen. Der Umsatz legte um 0,6 % zu und erreichte zum Jahresende 17,2 Mrd Euro (Vorjahr: 17,1 Mrd Euro). „Unsere internationalen Geschäftsmodelle sowie die diversifizierte Aufstellung haben sich in der Corona-Pandemie als sehr krisenfest erwiesen“, sagte Klaus Josef Lutz, Vorstandsvorsitzender der BayWa AG.

Foto: T&G Global

Weitere Ergebnissteigerung im Corona-Jahr

„Gute Ergebnisse sind Anerkennung für harte Arbeit des Teams“ T&G GLOBAL  Der Betriebsgewinn liegt im Geschäftsjahr 2020 bei 32,4 Mio NZ-Dollar (2019: 16,5 Mio NZ-Dollar). Der Umsatz konnte auf 1,4 Mrd NZ-Dollar (2019: 1,2 Mrd NZ-Dollar), gesteigert werden. Und der Nettogewinn nach Steuern erzielte laut T&G Global 16,6 Mio NZ-Dollar (2019: 6,6 Mio NZ-Dollar). Das Nettovermögen liegt damit bei 520 Mio NZ-Dollar (2019: 474 Mio NZ-Dollar). In der Sparte Äpfel konnte der Betriebsgewinn im Geschäftsjahr 2020 um 56 % auf 52,1 Mio NZ-Dollar gesteigert werden. Der Verkauf der Envy™-Äpfel legte um 23 % zu, was dazu führte, dass die Ernte dank der starken Verbrauchernachfrage noch vor der Ankunft der Früchte der Nördlichen Hemisphäre ausverkauft war. Der anhaltende Fokus auf die Nutzung der besten Genetik, den Aufbau von Premium-Marken, die starke Umsatzdynamik in Asien und die kontinuierliche Optimierung der Lieferkette trugen zu dem starken Ergebnis bei, so T&G Global. Chief Executive Gareth Edgecombe: „Das Ergebnis ist der Beweis für die harte Arbeit des Teams und das Resultat eines konzertierten Wandels der vergangenen Jahre, um kundenorientierter zu werden.“

Klaus Josef Lutz, Vorstandsvorsitzender der BayWa AG

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5.000STE AUSGABE

Fotos: Großmarkt Stuttgart

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Neue Wege der Versorgung sind ein wichtiges Zukunftsthema Großmarkt Stuttgart ► Bereits seit über 60 Jahren versorgt der Stuttgarter Großmarkt ganz Baden-Württemberg u.a. mit O+G. In dieser Zeit gab es viele Herausforderungen die gemeistert und Probleme, die gelöst werden mussten. Eine Pandemie gehörte bislang nicht dazu. Doch das vergangene Jahr hat gezeigt, dass der Großmarkt Stuttgart auch für große Aufgaben gut gerüstet ist. Darüber und über die Ziele des „Frischezentrums im Südwesten“ sprach das Fruchthandel Magazin mit Thomas Lehmann, der als Geschäftsführer der Märkte Stuttgart u.a. für den Großmarkt zuständig ist. Nadine Schotten

Thomas Lehmann sieht den Großmarkt Stuttgart auf einem guten Weg zur Klimaneutralität.

Traditionell gehört die Gastronomie zu den wichtigen Abnehmern des GM Stuttgart. Ist dieser Bereich in den vergangenen Wochen weniger stark eingebrochen als zu vermuten wäre? Schließlich setzen viele Restaurants auf Take-away und Lieferungen. Thomas Lehmann: Der Gastrobereich ist natürlich stark betroffen, auch wenn das Take-away/Liefergeschäft sicherlich zugenommen hat, kann es die Öffnung der Gastronomie bei weitem nicht ersetzen. Wir haben auf dem Großmarkt teilweise das Glück, dass die Händler mehrere Sparten beliefern, beispielsweise auch die Wochenmärkte und den Einzelhandel. Hier hat es zwar Zuwächse gegeben, die dem Verlust in der Gastronomie entgegenstehen, allerdings konnten diese nicht hundertprozentig ausgeglichen werden. Welche Rolle spielen die Wochenmärkte? Haben sich sonst alternative Absatzkanäle ergeben? Neben dem Zuwachs bei den Wochenmärkten hat sich das Geschäft der Lieferdienste über telefonische oder Onlinebestellung deutlich erhöht. Diese Dienste werden teilweise auch vom Großmarkt bestückt, sodass auch hier ein positiver Trend zu sehen ist. Uns freut natürlich sehr, dass die Wochenmärkte gerade in der Pandemie mit ihrem nachhaltigen und regionalen Angebot viel

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Zuspruch erhalten haben. Uns wäre aber auch wichtig, dass man sich in der Zeit danach daran erinnert, dass gesunde, regionale und nachhaltige Produkte auch dem eigenen Wohlbefinden dienen. Wird sich der GM Stuttgart auch

Wie hat sich der GM Stuttgart seit der Pandemie verändert? Was haben Sie gelernt? Der Großmarkt konnte sich sehr schnell auf die neue Situation einstellen. Sicherlich haben wir auch immer wieder aufgrund der Situation neu denken müssen. Ich den-

Der Großmarkt Stuttgart wird auch weiterhin ein Markt für Großverbraucher sein. zukünftig auf den Großverbraucherbereiche konzentrieren, so wie es ja auch der GFI-Strategie entspricht? Ja, der Großmarkt Stuttgart wird weiterhin ein Markt für Großverbraucher sein, sowohl Struktur, Öffnungszeiten, Mengen und Organisationen sind für den Endverbraucher nicht geschaffen.

ke diese Flexibilität müssen wir uns auch zukünftig aufrechterhalten, da man davon ausgehen kann, dass dieses Ereignis nicht das letzte mit weltweiter Auswirkung sein wird. Was davon wird auch nach Corona weiterhin Bestand haben? Die schnelle Reaktion auf geänderte Warenflüsse hat unseren Händler verschiedene neue Wege der 09 I 2021


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Versorgung aufgezeigt, dies ist ein wichtiges Thema auch für die Zukunft. Hat sich die Nachfrage nach O+G-Produkten in den vergangenen Monaten verändert? Wir haben über die ganze Zeit alle nachgefragten Produkte erhalten. Die Versorgung mit frischen Lebensmitteln war und ist gesichert. Eine verstärkte Nachfrage spüren wir bei Bio-Produkten. Die Kunden achten derzeit mehr darauf, was sie einkaufen und woher es kommt. Die Nachfrage nach gesunder und nachhaltiger Ernährung ist in den vergangenen Monaten nach unserem Empfinden deutlich gestiegen. Welche Ziele hat der GM Stuttgart für das Jahr 2021? Wo liegen die Schwerpunkte? Zunächst ist es uns dieses Jahr vor

allem wichtig, dass unsere Betriebe gut über die Pandemie kommen. Wir wollen auch versuchen, die daraus resultierenden Veränderungen und Trends auf dem Großmarkt zu platzieren. Nachhaltigkeit, Klimaneutralität und – wo möglich – die Reduzierung von Verpackungen sind große Themen. Wie ist der GM Stuttgart hier aufgestellt? Auf dem Großmarkt in Stuttgart steht eine der größten PV-Anlagen im Stadtgebiet. Die Beleuchtungsanlagen wurden in den vergangenen Jahren größtenteils auf LED umgestellt. Weiter-hin werden die Waren heute schon zu einem großen Teil mit Pfandkisten geliefert und wir haben ein Recyclingmodell auf dem Großmarkt. Die Verpackungsindustrie ist auch dabei, vermehrt auf nachhaltige Verpackun-

gen zu setzen. Der Trend geht klar zu einem Verzicht von unnötigen Verpackungen und Plastik. Einige Händler haben bereits Teile ihrer Fahrzeugflotte auf E-Fahrzeuge umgestellt. Ich denke, dass wir hier auf einem guten Weg zu Klimaneutralität sind.

Auf dem Großmarkt in Stuttgart steht eine der größten Photovoltaik-Anlagen im Stadtgebiet.

Wo wünschen Sie sich mehr Unterstützung, auch vom Land Baden-Württemberg? Derzeit würde ich mir eine schnelle Auszahlung der Hilfsgelder seitens Bund und Land wünschen. Die betroffenen Firmen haben es derzeit schwer, ohne diese Unterstützung ihren Verpflichtungen nachzukommen. 

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5.000STE AUSGABE

„Für uns zählen Wort und Handschlag“ Direct Fresh GmbH ► Den Unternehmensnamen des Hamburger Fruchtimporteurs Direct Fresh GmbH darf man getrost wörtlich nehmen, dies wird beim Gespräch mit Geschäftsführer Dirk Landahl und Einkaufsleiter Felix Stamer sofort deutlich. Direkte Frische, das bedeutet für beide nicht nur schnelle und zuverlässige Lieferung an die Kunden, sondern auch Nähe zu und Vertrauen gegenüber den Erzeugern im Ursprung. Seit dem Jahr 2013 ist Direct Fresh im Markt aktiv, Dirk Landahl hatte sich damals mit seiner jahrzehntelangen Erfahrung im internationalen Fruchtgeschäft einen Lebenstraum erfüllt. Zu den Kunden gehören heute sowohl Supermärkte und Großmärkte als auch Obst -und Gemüsedienstleister. Michael Schotten Kerstin Landahl, Dirk Landahl und Felix Stamer (r.) zu Besuch bei einem ecuadorianischen Partnerunternehmen. Ecuador ist für die Hamburger mit Abstand wichtigster BananenLieferant.

Die Nachfrage nach Solo-Knoblauch hat deutlich angezogen. Direct Fresh bezieht die Ware ausschließlich aus China.

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Fotos: Direct Fresh GmbH

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ie beiden umsatzstärksten Produkte sind Bananen, zu denen Dirk Landahl und Felix Stamer aufgrund ihrer bisherigen Tätigkeit in der Branche eine besonders enge Beziehung haben, und Solo-Knoblauch. Dieser erfreut sich trotz Schließung der Gastronomie einer hohen Nachfrage. Für die gelben Früchte ist Ecuador mit Abstand wichtigstes Lieferland, den Knoblauch bezieht Direct Fresh ausschließlich aus China. Das Bananengeschäft habe man trotz der internationalen Herausforderungen und des immer intensiveren Verteilungskampfes zwischen konventioneller, biologischer und fair gehandelter Ware auf dem deutschen Markt erfolgreich entwickeln kön-

nen. „Obwohl das Preisgefüge im Bananenmarkt strukturell schwach ist, konnten wir es seit 2016 stetig ausbauen. Auch in der von Corona geprägten Saison 2020/21 ist es uns gelungen, die Volumina um 30 % zu erhöhen“, sagt Felix Stamer. Ähnliche Steigerungsraten seien auch schon in den Kampagnen zuvor zu beobachten gewesen. Angesichts des hohen Preisdrucks im deutschen Markt, der sich fraglos auch rückwärts auf die Lieferkette auswirke, sei die Flexibilität der Partner-Farmen in Ecuador umso höher einzuschätzen. „Durch umsichtigen Einkauf, sorgfältige Dollar-Euro-Kalkulation und effizientes Kosten-Management hatten wir die Situation insgesamt gut im Griff. Es ist uns

sogar gelungen, neue Kunden hinzuzugewinnen.“ Dass der Bananenmarkt in Deutschland ordentlich in Bewegung ist, lässt sich laut Dirk Landahl alleine schon an dem Verhältnis von Bio und Fairtrade erkennen. „Einen reinen Bio-Markt ohne Fairtrade gibt es für uns eigentlich schon nicht mehr. In 2019 machte fair gehandelte Ware bei uns einen Anteil von 80 % aus, weil unser konventioneller Anteil damals noch kleiner war. Aber wir haben inzwischen auch bei konventioneller Ware stark zugelegt, sodass das Verhältnis zwischen fair gehandelten und konventionellen Bananen nun etwa bei 60 % zu 40 % liegt. Wir sind übrigens die einzigen, die momentan Deme09 I 2021


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ter-Bananen aus Ecuador beschaffen und konnten hierfür vor kurzem auch neue Abnehmer in Deutschland gewinnen“, so Dirk Landahl.

Enger Kontakt, kurze Entscheidungswege Als typisch mittelständisch geprägte Unternehmer – und ganz sicher auch, weil sie eben Hanseaten sind – stehen Kontinuität in den Geschäftsbeziehungen, ein enger Kontakt zu Erzeugern und Kunden, aber auch kurze Entscheidungswege für Dirk Landahl und Felix Stamer ganz oben auf der Prioritätenliste. Auch den Begriff der Nachhaltigkeit sollte man aus ihrer Sicht weiter fassen, als dies meist geschehe. „Zum nachhaltigen Unternehmertum gehören aus unserer Sicht unbedingt langfristige Partnerschaften und nicht nur Kriterien wie Bio und Fairtrade“, sind sie überzeugt. Das sei in Zeiten von Corona umso wichtiger. Auch das gute Verhältnis mit den LEH-Part09 I 2021

nern sei in dieser Situation ein klarer Vorteil. Corona, das wollen Landahl und Stamer nicht verhehlen, hat aber auch bei Direct Fresh ein Umdenken erforderlich gemacht. „Wir konzentrieren uns momentan stärker auf unsere beiden Hauptprodukte Bananen und Solo-Knoblauch. Artikel wie Mangos oder Avocados sind im Zusammenhang mit Covid-19 etwas mehr in den Hintergrund gerückt, was sich aber in Zukunft auch wieder ändern kann. Für die Zukunft steht auf jeden Fall ein Ingwer-Projekt in Brasilien an“, so Dirk Landahl. Besonders erfreulich habe sich trotz der schwierigen Marktbedingungen das Geschäft mit Solo-Knoblauch entwickelt. „In der Krise ist die Nachfrage nach Knoblauch – und übrigens auch nach Ingwer – ziemlich stark angestiegen. Wir beziehen den Knoblauch schon im fünften Jahr ausschließlich aus China und liefern wöchentlich zwischen 4.000 und 5.000 Kisten aus. Im deutschen Lebensmitteleinzelhandel wird das Produkt sehr stark nachgefragt und unsere Kunden geben uns die Sicherheit, die wir für die Realisierung der Programme benötigen. Unsererseits setzen wir alle Hebel in Bewegung, damit wir nur qualitativ hochwertige Ware anbieten können“, erläutert Dirk Landahl. Dass dieses Produkt einmal eine solch große Bedeutung für das Unternehmen erlangen würde, sei auch für ihn nicht abzusehen gewesen. „Aber ich muss sagen, es macht einen Riesenspaß, in diesem Marktsegment zu arbeiten.“ Für die Zukunft ist den Hamburgern trotz Corona-Krise nicht bange, wobei ihnen ihre hanseatischen Tugenden sicherlich helfen. „Wir haben auch als Mittelständler keine Angst, sondern sind im Gegenteil sehr optimistisch für den Weg, der vor uns liegt. Für uns zählen Wort und Handschlag. Nur so gewinnen wir das Vertrauen unserer Kunden, nur so kann auch unsere Kundschaft zuverlässig planen.“  Weitere Informationen unter www.direct-fresh.de

Knoblauchernte in China

Das Unternehmen hält engen Kontakt zu den Erzeugern und setzt auf langfristige Partnerschaften.

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5.000STE AUSGABE

Pandemie bietet neue Perspektiven East4fresh ► Asiatisches Gemüse, Kurkuma, Edamame-Bohnen: Schon vor Corona waren diese Produkte beim Verbraucher gefragt. Jetzt erhalten sie zusätzlichen Aufschwung. Das Fruchthandel Magazin sprach mit East4freshGeschäftsführerin Helien Verhagen über neue Produkte, die bald auf den Markt kommen sollen. Christine Weiser Oca de Peru sollen das Portfolio von East4fresh demnächst ergänzen.

Home Office bedeutet nicht nur vermehrt selber zu Kochen, sondern auch Neues auszuprobieren. Inwieweit profitiert Ihr Portfolio davon? Helien Verhagen: Aufgrund von Corona sehen wir ein größeres Interesse an asiatischem Gemüse. Da ich europäische Einzelhändler beliefere und selber viel durch Asien gereist bin, weiß ich, dass Lebensmittelsicherheit ein wichtiges Thema ist. Deshalb ist es mir ein großes Anliegen, sicheres asiatisches Gemüse in Europa anbieten zu können. Es ist schwierig, Kontinuität zu liefern, wenn die Produkte lange Transportwege zurücklegen müssen. Die Luftfrachtpreise waren schon vor Corona hoch, sind jetzt aber noch einmal gestiegen.

Welche neuen Produkte stehen aktuell in der Pipeline? Wir haben verschiedene Produkte, die wir in der nächsten Saison anbieten und in Portugal anbauen wollen. Dazu gehören Eddo- und Taro-Knollen (auch Wasserbrotwurzel genannt), Burdock, Maniok, Oca de Peru und Kurkuma. Diese Erzeugnisse sollen dem gehobenen Einzelhandel angeboten werden. Wir haben die Lebensmittelsicherheit unter Kontrolle und wollen mit der Zeit auch bio-zertifizierte Produkte liefern. Kurkuma profitiert von dem Wunsch nach gesünderer Ernährung und Immunschutz … Das stimmt, Kurkuma und Ingwer sind die meistverkauften Produkte

in der Pandemie. Wir haben schon vor ein paar Jahren testweise erfolgreich Kurkuma in Portugal angebaut. Das einzige Problem ist der Preis. Wir können bei frischem Kurkuma nicht mit Ware konkurrieren, die aus Asien oder Peru stammt. Aber bei uns kann der Kunde sich sicher sein, dass die Ware einen grünen Fußabdruck hat. Der Anbau von EdamameBohnen ist herausfordernd … Es gestaltet sich tatsächlich schwierig, einen geeigneten Standort in Europa zu finden. Wir können auch nur einmal im Jahr ernten. Aktuell fliegen wir Edamame jede Woche aus Kenia ein, um Kontinuität für den Handel zu gewährleisten. Von Portugal aus wollen wir sie als Tiefkühlprodukt

Fotos (2): East4fresh

Die Süßkartoffel Murasaki überzeugt mit weißem Fruchtfleisch.

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Die Süßkartoffel entwickelt sich bei Ihnen sehr positiv. Welche Sorten bieten Sie an? Tatsächlich wächst der Absatz von Süßkartoffeln jedes Jahr um 25 %. 2011 haben wir mit der Produktion auf 120 ha begonnen. Mittlerweile konnte unser Erzeuger an der Südwestküste Portugals die Anbaufläche auf 170 ha erweitern. Insgesamt können wir den Kunden in ganz Europa pro Saison rund 7.000 t der Sorten Lira (portugiesische Sorte, gelbes Fruchtfleisch), Orange, Purple und Murasaki (weißes Fruchtfleisch) anbieten. Pro Jahr testen wir zehn neue Sorten, dazu gehört auch der Versuch, qualitativ hochwertige Bio-Ware zu produzieren. Wir hoffen, dass wir in wenigen Jahren so weit sind. Bei East4fresh behalten wir den gesamten Prozess

Kurkuma erfreut sich in Pandemie-Zeiten großer Beliebtheit bei den Verbrauchern. Foto: gitusik/AdobeStock

auf den Markt bringen. Aber Ware aus Asien ist derzeit dominierend.

in der eigenen Hand. Für die Ernte haben wir eigens spezielle Maschinen entwickeln lassen. Sehen Sie eine Veränderung des Stellenwerts von Bio-Produkten bei den Verbrauchern? Nischenprodukte werden auch zu Volumenprodukten. Es ist wichtig, dass wir diese Produkte letztendlich auch als Bio anbieten. Wir haben vor Kurzem unsere Skal BiocontroleZulassung erhalten.

Welche Möglichkeiten bieten Ihnen die Sozialen Medien? Wir sind in den Sozialen Medien aktiv und arbeiten mit unseren Einzelhändlern an Kampagnen zur Entwicklung eines gesünderen Lebensstils. Die Pandemie hat uns auch eine neue Perspektive für den Markt gegeben und wir arbeiten derzeit an zwei neuen Konzepten. Aber die sind noch streng geheim. 

The best sweet potatoes grow in Portugal G R OW N U N D E R T H E B E S T C I R C U M S TA N C E S I N T H E N AT U R A L PA R K AT T H E S O U T H W E S T COAS T O F P O RT U G A L , OV E R T H E C L I F FS O F O D EC E I X E B E AC H .

L E T U S I N S P I R E Y O U | S W E E T P O T A T O E S | A S I A N F R U I T & V E G E T A B L E S | N I C H E P R O D U C T S | W W W. E A S T 4 F R E S H . N L


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Schwere Unwetter auf dem Atlantik sorgten für Verspätungen

Foto: yurakp/AdobeStock

BANANEN Anhaltende schwere Unwetter auf dem Atlantik aber auch Corona-bedingte Verzögerungen erschwerten das Bananengeschäft. Es gab verschiedene logistische Probleme in einigen mittelamerikanischen Ländern. Zeitungsberichten zufolge standen wegen der strengen Sicherheits- und Hygienevorkehrungen nicht immer genügend Mitarbeiter zur Abwicklung der Schiffe oder für den Transport der Früchte von Plantagen zu den Häfen zur Verfügung. So konnte beispielsweise ein Containerschiff Costa Rica zehn Tage nicht verlassen, weil sich die Verladungen Corona-bedingt verzögerten, berichtet auch die AMI. Die Belieferung des LEH sei nicht gefährdet, da ein gewisser Ausgleich durch die Reifezeit geschaffen werden könne, sagten Importeure. Die Reifer arbeiteten auf Hochtouren, hieß es. Der Absatz im LEH läuft laut AMI eher schleppend und weise keine stetige Linie auf.

Foto: So happy/fotolia

Günstige Anbaubedingungen bedeuten gute Aussichten für Macadamia-Ernte AUSTRALIEN 50.770 t in der Schale bei 3,5 % Feuchtigkeit (54.440 t in der Schale bei 10 % Feuchtigkeit) werden für 2021 erwartet, so Australien Macadamia Society. „Die Anbaubedingungen in dieser Saison sind günstiger als im vergangenen Jahr, mit einigen Abweichungen von Region zu Region. Einige Plantagen sind immer noch von der Trockenheit betroffen, aber andere schneiden gut ab“, sagt Jolyon Burnett, CEO der Australian Macadamia Society. Große Anbauregionen, wie Northern Rivers, haben im Laufe der Saison gute Niederschläge erlebt, und insgesamt ist die Nussgröße in den meisten Regionen größer, obwohl dickere Schalen wahrscheinlich die Kernausbeute reduzieren. Burnett sagt, dass in der größten Produktionsregion Bundaberg einige Sorten im Vergleich zu 2020 einen schlechten Nussansatz hatten. „Dies wird wahrscheinlich durch junge Bäume ausgeglichen, die in Bundaberg und den umliegenden Regionen in Betrieb genommen werden.“

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Expansionspläne für Anbauflächen in Kolumbien

Foto: grey/AdobeStock

Als Folge der Veränderungen, die das neue Agrarförderungsgesetz mit sich bringen wird, sehen sich peruanische Exporteure nach Anbauflächen für ihre Expansionspläne in Kolumbien um, berichtet freshfruitportal. Dabei geht es laut Pilar Lozano, Commercial Attaché of the Colombian Embassy in Peru, vor allem um Hass Avocados. Allerdings gelte es für konkrete Pläne noch einige Aspekte zu klären. Interesse bestehe vor allem an der Region Antioquia im Nordwesten Kolumbiens, weil sich Boden und Klima dort besonders für den Avocado-Anbau eignen. Allerdings seien auch Flächen für Blaubeeren und Mangos im Gespräch, heißt es abschließend.

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Treiber des gesellschaftlichen Wandels Port International ► Das Hamburger Traditionsunternehmen Port International hat die Dringlichkeit, für eine nachhaltigere Zukunft einzustehen, schon früh erkannt. Seit gut vier Jahren ist Port International als klimaneutraler Fruchtlieferant zertifiziert und hat in diesem wachsenden Marktsegment entscheidende Akzente setzen können. Die Marke BE CLIMATE, die kürzlich ihren ersten Geburtstag feierte, wird Port International zukünftig merklich ausweiten. Michael Schotten

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Fotos:Port International

ktuell bietet Port unter der Marke BE CLIMATE konventionelle und Bio-Bananen, Bio-Fairtrade-Bananen sowie Blattclementinen, Heidelbeeren und Erdbeeren an. In der Pipeline befinden sich aber auch Blattorangen, Trauben, Steinobst, Gurken und weißer Spargel. „Ab März beliefern wir die belgische Supermarktkette Delhaize exklusiv mit unseren BE CLIMATE-Bio-Fairtrade-Bananen”, sagt Geschäftsführer Mike Port. Neben der Ausweitung der Produktpalette werde auch die Internationalisierung konsequent vorangetrieben. „Bislang sind wir in Belgien, der Schweiz, Österreich und Deutschland mit unseren Produkten vertreten. Zünftig werden wir u.a. auch Skandinavien und die Niederlande

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Positive Bilanz in puncto Klima

Ein Mitarbeiter von Port International in Peru vor gepackten BE CLIMATEBio-FairtradeBananen

als Vertriebsländer ins Auge fassen, damit mehr CO2 kompensiert und vor allem reduziert werden kann“, fügt Mike Port hinzu. Neben dem stationären Handel gewinne dabei auch das Online-Geschäft zunehmend an Bedeutung. Für Mike Port steht fest, dass Klimaschutz ein Treiber des (gesellschaftlichen) Wandels ist und immer mehr Unternehmen und Verbraucher bestehende Prozesse hinterfragen. „Umwelt- und Klimaschutz betrifft uns alle, wir müssen jetzt handeln. Auch die Pandemie hat die Menschen sensibilisiert und aufgeklärt. Es ist ein neues Bewusstsein für gesunde Ernährung entstanden, alte Werte sind wiederentdeckt worden. Diese Erkenntnis hat unsere Gesellschaft verändert und wird auch unser Leben nach der Pandemie prägen“, ist er fest überzeugt. All das erfordert auch ein verbessertes Informationsangebot. Neben der Website (www.beclimate.com) gibt es mittlerweile auch einen Blog (insight.beclimate.com), darüber hinaus wurden auch die Social Media-Profile geschärft.

Die konkreten Ergebnisse zeigen laut Mike Port, dass man mit dem Kauf von klimaneutralen Produkten einfach und transparent einen aktiven Beitrag leisten kann. Die Gesamtmenge an CO2, die bisher auf diese Weise ausgeglichen wurde, liegt bei 12,5 Mio kg, bis Ende dieses Jahres peilen die Hamburger die Marke von 20 Mio kg an. Der größte Teil entfällt mit 7,5 Mio kg auf Bananen. Doch auch Erdbeeren, Heidelbeeren und Blattclementinen können sich mit 3,2 Mio kg, 1,1 Mio kg bzw. 650.000 kg durchaus sehen lassen. „Klimaschutz, dessen bin ich mir sicher, ist kein Thema, das morgen wieder von der Agenda verschwinden wird“, so Mike Port. 

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Nachhaltig nachhaltig Klimaschutz ► Mit dem Ende 2015 erzielten Übereinkommen von Paris und dem im vorigen Jahr vorgestellten Green Deal der Europäischen Union hat das Thema Klimaschutz noch einmal deutlich an Relevanz gewonnen. Brisanz hatte es auch vorher schon genug. Klimaschutz wird nicht nur die Politik in den kommenden Jahren und Jahrzehnten intensiv beschäftigen, auch die Unternehmen werden ihre Strategien noch viel stärker darauf ausrichten müssen. Häufig ist es jedoch schwierig zu erkennen, wo die Hebel angesetzt werden müssen, um z.B. Emissionen möglichst effizient zu reduzieren. Wir sprachen mit dem Klimaexperten und Kenner der Fruchtbranche Stephan Schneider von der Unternehmensberatung Cre8tives, der vor diesem Hintergrund die Plattform CO2Correct ins Leben gerufen hat.

Herr Schneider, Klimaschutz ist zweifelsohne eines der wichtigsten Zukunftsthemen. Gehen Sie davon aus, dass die Nachfrage nach Klimaschutzzertifizierungen in Zukunft im Fruchthandel weiter steigen wird? Stephan Schneider: Ja, zweifelsohne. Die Klimabelastung wird in diesem Jahrzehnt zu einem der wichtigsten Faktoren dafür werden, ob der Verbraucher ein Produkt kauft oder auch nicht kauft. Wenn man sich die Konsumenten von heute anschaut, ist ein beträchtlicher Teil von ihnen schon mehr an der Umwelt interessiert als an Themen wie z.B. Lebensmittelsicherheit. Dies wird weiter zunehmen, da sich immer mehr Verbraucher des Problems der globalen Erwärmung bewusst sind. Die Herausforderung besteht darin, den Verbrauchern verlässliche Informationen über Umweltmaßnahmen zu geben, die von Erzeugern, Importeuren oder Einzelhändlern ergriffen wurden. In Bezug auf Lebensmittelsicherheit und Arbeitsbedingungen gibt es verschiedene Zertifizierungen und Labels, um die Verbraucher über 72 | FRUCHTHANDEL

Stephan Schneider ist überzeugt: Wenn alle zusammenarbeiten, kann es gelingen, Lieferketten dauerhaft nachhaltiger zu gestalten.

diese Themen zu informieren. In Bezug auf Umweltverbesserungen haben sie häufig jedoch keine Vorstellung davon, was wirklich nachhaltig ist. Aus diesem Grund haben wir das CO2Correct-Label eingeführt. Mit diesem wird den Verbrauchern deutlich gemacht, dass die beteiligten Organisationen ihr Bestes tun, um ihre Auswirkungen auf die Umwelt zu verbessern. Mitglieder von CO2Correct kompensieren die gesamten Kohlenstoff-Emissionen ihrer Produkte, um den Kunden zu versichern, dass das Produkt keine negativen Auswirkungen auf die gesamte Emissionsbilanz hat. Von diesem klimaneutralen Ausgangspunkt aus kommen alle Verbesserungen in der Lieferkette zu hundert Prozent der Umwelt zugute. Häufig sind Unternehmen überfordert und wissen nicht, wo sie mit dem Thema anfangen sollen. Was empfehlen Sie? Ich rate ihnen, ihr Geschäft nicht von heute auf morgen vollständig auf den Kopf zu stellen, sondern aufmerksam und kritisch mit nachhaltigen Verbesserungen umzuge-

Das Pariser Abkommen und der Green Deal der EU haben uns die Dringlichkeit des Klimaschutzes noch einmal stärker vor Augen geführt.

hen. Ein gutes Beispiel dafür sind nachhaltige Verpackungslösungen. Jahrelang haben wir in Maschinen investiert, um unseren Verpackungsprozess zu optimieren, und innerhalb kürzester Zeit sehen wir, wie viele Unternehmen auf neue Verpackungslösungen umsteigen. Diese Lösungen sind oft teuer und ich weiß, dass einige dieser Verbesserungen sogar schlechter sind, wenn man sich den CO2-Fußabdruck ansieht. Unser Ansatz ist viel erschwinglicher und hat eine positivere Auswirkung auf den CO2-Fußabdruck. Es geht darum, effektivere Schritte zu unternehmen und dabei möchten wir unterstützen. Kann Ihr CO2-Rechner bei den ersten Schritten helfen? Der übrigens kostenlose CO2CorrectRechner gibt einen Überblick darüber, welche Umweltauswirkungen ein Produkt auf die Nachhaltigkeitsbilanz einer Lieferkette hat. Dies wird Unternehmen sicherlich auch dabei helfen, zu erkennen, wo die größten Verbesserungen zu erwarten sind. Binnen weniger Stunden

Foto: Jasper van der Meij - Unsplash

Foto: Cre8tives

Michael Schotten


Grafik:Cre8tives

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können wir eine Kohlenstoffberechnung vornehmen, wenn die entsprechenden Daten in das Berechnungsformular eingetragen werden. Mitglieder erhalten dies darüber hinaus für alle ihre Produkte und wir unterstützen sie außerdem aktiv bei der Optimierung ihrer Lieferkette und Umweltbilanz. Viele Unternehmen erkennen die Bedeutung des Klimaschutzes an, klagen aber über die zusätzlichen Kosten. Lassen sich Ökologie und Ökonomie in ein vernünftiges Gleichgewicht bringen? Wissen ist der Schlüssel, um die Kosten für ökologische Maßnahmen ins Gleichgewicht zu bringen. Würden Sie eine so große Investition in Ihrem Unternehmen tätigen, ohne alle relevanten Informationen zu haben? Als Organisation setzen

wir uns dafür ein, dass Wissen unter Mitgliedern geteilt wird, um sich gegenseitig mit den richtigen Informationen zu helfen und um die Nachhaltigkeit Ihres Unternehmens zu verbessern. Für Verbraucher ist es entscheidend, dass die Informationen zum Klimaschutz auch glaubwürdig sind. Wie kann dies sichergestellt werden? Um Behauptungen glaubwürdig zu machen, dürfen sie nicht von kommerziellen Organisationen aufgestellt werden. Verbraucher werden oft mit Unternehmen konfrontiert, die falsche Behauptungen aufstellen, daher gibt es einen Bedarf an vertrauenswürdigen Labels mit einem klaren Ziel. Bei uns ist dieses Ziel die Kohlenstoffkorrektur. Kann die Kompensation von Emissionen einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz leisten? Wir müssen das Problem der globalen Erwärmung stoppen, dazu ist sofortiges Handeln erforderlich. Wenn wir

unsere Auswirkungen nur in kleinen Schritten verbessern, dann wird es Jahre, wenn nicht Jahrzehnte dauern, bis wir spürbar etwas verändern. Unsere Kompensationsprojekte sind im Übrigen FairTrade-Projekte, die höchsten Standards entsprechen und die ohne unsere Unterstützung gar nicht existieren würden. Es geht vor allem darum, Menschen in Entwicklungsländern zu helfen, nicht darum, irgendwo nur ein paar Bäume zu pflanzen. Kompensationen sind nur der Anfang. Von den Mitgliedern wird erwartet, dass sie ihre Aktivitäten und ihre Emissionsbilanz optimieren. Genau da beginnt unsere gemeinsame Reise, zusammen könne wir die Frischebranche nachhaltiger machen. 


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Digitales Ökosystem rund um die Produktion Flandern | Care4Growing ► Die Digitalisierung ist aus unserem heutigen Leben nicht mehr wegzudenken, weder im Privaten, noch im Öffentlichen und erst recht nicht aus dem Bereich der Wirtschaft. Auch in der Obst- und Gemüsebranche erleben wir seit Jahren eine Art digitale Revolution. Clever genutzt werden die technologischen Chancen seit vorigem Jahr in der Obst- und Gemüsebranche Flanderns. Im November wurde die mobile, webbasierte Plattform Care4Growing nach einer mehrmonatigen Testphase im Rahmen eines Video-Events offiziell gelauncht. Es ist eine Initiative für den gesamten Agro-Sektor Flanderns. Michael Schotten

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Der virtuelle App-Assistent steht den Erzeugern bei allen Fragen rund um die Produktion zur Verfügung.

Fotos:Care4Growing

ohe Kooperationsbereitschaft ist schon seit jeher eine Stärke und ein Markenzeichen der Obst- und Gemüsewirtschaft Flanderns. Care4Growing ist daher auch nicht zufällig das Ergebnis einer übergreifenden Zusammenarbeit der drei größten O+G-Genossenschaften in Belgien, BelOrta, Coöperatie Hoogstraten und REO Veiling sowie der Branchenorganisation LAVA. Rein praktisch gesehen ist Care4Growing für die flämischen Erzeugerbetriebe zunächst einmal ein app-basierter virtueller Assistent, der ihnen bei allen Fragen rund um den Anbau ihrer Produkte proaktiv und während des

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gesamten Anbauprozesses zur Seite steht. Auf diese Weise sollen die Erzeuger eine 360 Grad-Rundumübersicht über ihre im Anbau befindlichen Kulturen und alle relevanten Aspekte und Themen erhalten. Die App soll den Erzeugern helfen, die Aufzucht der Kulturen durch digitales Data-Management individuell besser überwachen und planen zu können, z.B. hinsichtlich des Pflanzenschutzes oder der Düngung der Pflanzen. Dabei ist der gesamte Prozess, von der Auswahl des Saat- oder Pflanzgutes bis zur Ernte des fertigen Produkts, berücksichtigt. „Das automatisierte Monitoring aller Prozesse, das mit der App möglich ist, reduziert übrigens auch den administrativen Aufwand für die Produzenten ganz erheblich. Er muss nach einem anstrengenden Tag abends nicht mehr nach 21.00 Uhr damit anfangen, alle Daten zusammenzutragen und auszuwerten“, sagte Steven Boen, federführender IT-Projektmanager bei der LAVA beim offiziellen Launch.

Care4Growing wird ausgerollt Ganz entscheidend ist aus seiner Sicht auch, dass Care4Growing von den Erzeugern als Plattform für den gegenseitigen Informations- und Erfahrungsaustausch genutzt werden kann. Dadurch sei die Grundlage für regelmäßigen Know- How-Transfer innerhalb eines professionellen Netzwerks gegeben, von dem letztlich auch die Kunden im Handel und die Verbraucher in Form optimierter Produkte profitieren. Ziel ist es, dass bis Ende dieses Jahres mehrere tausend Erzeuger an der digitalen Plattform angeschlossen sind. „Zum jetzigen Zeitpunkt sind es 500 Erzeuger, gegen Ende 2021 sollen es dann rund 3.000 sein“, sagte Steven Boen kürzlich gegenüber vilt.be. Im Laufe der Zeit soll so ein offenes digitales Ökosystem rund um alle Fragen der Produktion entstehen. 

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BAND

FRUCHTHANDEL WARENKUNDE FRUITNET MEDIA INTERNATIONAL I DÜSSELDORF

INHALT • ÄPFEL

• KOHL (BLUMENKOHL UND BROKKOLI)

• APFEL-CLUBSORTEN

• MELONEN

• ANANAS

• NÜSSE (WALNUSS, HASELNUSS UND MANDEL)

• AVOCADOS

• PAPRIKA

• BANANEN

• PFIRSICHE UND NEKTARINEN

• BIRNEN

• PFLAUMEN

• CHICORÉE

• PILZE

• CITRUS (GRAPEFRUIT UND PAMPELMUSEN,

• SALATE

MANDARINEN, ORANGEN)

• SPARGEL

• ERDBEEREN

• TAFELTRAUBEN

• KIWIS

• TOMATEN

Die Produkte werden hinsichtlich folgender Eigenschaften beschrieben: Herkunft, Sorten, Qualitätsmerkmale, Lieferländer, Ernte, Lagerung, Inhaltsstoffe, Verpackungen, Vermarktungsnormen.

PREISE I MENGENSTAFFEL Wir bestellen _________ Exemplare 1 Exemplar 19,80 €, ab 5 Exemplaren pro Stück 16,80 €, ab 10 Exemplaren 13,80 €, ab 50 Exemplaren 9,80 € (Preise zuzüglich Mehrwertsteuer und Versandkosten).

Firma

C H IC

ORÉE

Ansprechpartner Herku

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5.000STE AUSGABE

Foto: IMMS

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Digitale Potenziale erproben und nutzen Zukunfts-Projekt ► Die Pflanze mit digitaler Technik nach ihren Befindlichkeiten zu „befragen“ ist das eine. Darauf zu reagieren das andere. Die Ackerbauern pflegen diesen „Dialog“ schon erfolgreich. In den Sonderkulturen besteht Nachholbedarf. Das vom BMEL mit 2,8 Mio Euro geförderte Forschungsprojekt „Express – Experimentierfeld zur datengetriebenen Vernetzung und Digitalisierung in der Landwirtschaft“ will hier einiges voranbringen. Marlis Heinz

Mitarbeiter des IMMS Institut für Mikroelektronikund Mechatronik-Systeme installieren den Prototyp eines MikroklimaMessnetzes im Lehr- und Versuchszentrum Gartenbau Erfurt.

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m die Digitalisierung in der Landwirtschaft zu fördern und digitale Techniken auf deren Praxistauglichkeit hin zu testen, hatte das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) für die Jahre 2019 bis 2022 Mittel in Höhe von über 50 Mio Euro eingeplant. Diese Gelder teilen sich insgesamt 14 Standorte in ganz Deutschland. Eines der Projekte ist „Express – Experimentierfeld zur datengetriebenen Vernetzung und Digitalisierung in der Landwirtschaft“. Ihm steht ein Fördervolumen 2,8 Mio Euro zur Verfügung. Es findet vorrangig in Sachsen statt, vereint aber Partner aus ganz Mitteldeutschland. Schwerpunkte sind unter anderem skalenübergreifendes Wasserstress-Monitoring, die Überwachung abiotischer Schlüsselparameter, Foodtracing via Blockchain und Datenintegration.

betreiben. Unser Ziel ist es vielmehr, die vorhandenen technischen Möglichkeiten zu modifizieren, einzusetzen und die ermittelten Daten so zu verknüpfen, dass sie jedem entlang der Wertschöpfungskette einen Nutzen bringen. Also vom Erzeuger bis zum Verbraucher. Das wir uns hierbei auf die Sonderkulturen und auf kleine bis mittelgroße Betriebe fokussieren, hängt damit zusammen, dass dort die neuen Technologien im Vergleich zum Ackerbau noch weniger genutzt werden. Damit bewegen wir uns auf einem ganz eigenen Forschungsareal. Wir haben auch noch nicht die allein von Robotern bewirtschaftete Obstanlage zum Ziel. Es geht uns darum, dem Erzeuger die technisch basier-

ten Entscheidungshilfen zu generieren, welche ihm Informationen für die Probleme oder Fragestellungen im Betrieb liefert. Es bleibt aber seine Entscheidung, wie er auf die beispielsweise mit drohnengestützter Wärmebildkamera, 3D-Scanner oder mit Wetterstationen gewonnenen Daten reagiert, mit automatischer Ansteuerung entsprechender moderner Technik oder aus Erfahrung eigene Vorgaben macht, wie er also beispielsweise bewässert oder ausdünnt.“

Was nützt es dem Handel? Befragt nach dem Nutzen am anderen Ende der Wertschöpfungskette, bei Handel und Verbraucher, nennt Mol-

Auf den ersten Blick geht es in diesem Projekt um wenig Unbekanntes oder gar Verblüffendes. Sensorik, Blockchain, Virtual Reality, Feldroboter, autonomen Fahren – all diese Technologien sind längst den Kinderschuhen entwachsen und schon im Einsatz. Was also will „Express“? Dazu Hannes Mollenhauer, Geophysiker im UFZ Department Monitoring- und Erkundungstechnologien: „Uns geht es nicht darum, Grundlagenforschung für neue Messtechnologien und -geräte zu 76 | FRUCHTHANDEL

Foto: Volkmar Heinz

Was ist wirklich neu?

Die Anlagen der Obstland Dürrweitzschen AG sind einer der Schauplätze des Projektes Express. 09 I 2021


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lenhauer unter anderem den Einsatz von QR-Codes für die Übermittlung von Informationen über die Erzeugung eines Produktes. Entscheidend sei hier, dass die Glieder der Kette die Informationen nicht nacheinander, sondern miteinander nutzen. „Warum soll nicht schon an der Obstanlage ein QR-Code verraten, wo im LEH und ab wann man die hier reifenden Früchte kaufen kann? Und andersherum haben wir die Rückverfolgbarkeit, die dem Konsumenten nicht nur Daten, sondern auch Geschichten bereitstellen kann.“ Aber all das entstehe nicht automatisch, sobald die entsprechende Technik am Markt ist. Das Interesse an digitalen Technologien der Erzeuger von Sonderkulturen sei im Allgemeinen groß, so Mollenhauer, insbesondere weil in den zunehmenden Dürreperioden die Bewässerung nach hydrologischen Modellen mit altbewährten Annahmen nicht mehr funktioniert. „Aber wir müssen uns auch die Frage stellen lassen, wann sich die entsprechenden Investitionen rechnen.“

Wie geht es weiter? Anderthalb Jahre läuft das Projekt „Express“ noch, ehe es – so die Hoffnung der Forschungsgruppe

– durch Folgeprojekte fortgesetzt werden könnte. Was gibt es bis Herbst 2022 noch zu tun und welches sollten Themen solcher Folgeprojekte sein? Dazu Mollenhauer: „Wir möchten bis zum Projektende die vorgestellten Technologien auf Herz und Nieren geprüft und bei unseren Praxispartnern in der Weise etabliert haben, dass diese ihnen einen wirklichen Mehrwert liefern. Zudem möchten wir, wenn die Hygienebestimmungen es erlauben, unsere Arbeiten vor Ort mit einem

Warum soll nicht schon an der Obstanlage ein QR-Code verraten, wo im LEH und ab wann man die hier reifenden Früchte kaufen kann?“ Hannes Mollenhauer entsprechenden mobilen Messestand begleiten, damit auch andere Erzeuger der Region Einblicke in das Projekt bekommen bzw. an diesem auch teilhaben können. Für die Zukunft sehen wir daher neue Projekte im Bereich der digitalen Wertschöpfungskette als auch in der Regionalisierung von Technologien. Das könnte neue Möglichkeiten in Bezug auf Erntevorhersage, Warenlogistik und Nachhaltigkeit von Produkten liefern.“ 

FORSCHUNGSPROJEKT

Viele Blickwinkel Das Forschungsprojekt „Express“ vereint die Wissenschaftler aus verschiedenen Einrichtungen. Dazu gehören das Institut für Wirtschaftsinformatik der Universität Leipzig sowie das Helmholtz-Zentrums für Umweltforschung GmbH (UFZ) Leipzig, das Fraunhofer-Zentrums für Internationales Management und Wissensökonomie (IMW) Leipzig und außerdem das IMMS Institut für Mikroelektronik und Mechatronik-Systeme gemeinnützige GmbH Ilmenau. Zu den Praxispartner zählen die Apfelerzeuger von Sachsenobst (Bestandteil der Obstland Dürrweitzschen AG), das Weingut Schloss Proschwitz und außerdem die Steinobstexperten der Lehr- und Versuchsanstalt Gartenbau (LVG) in Erfurt.

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5.000STE AUSGABE

Die nächste Welle in der Umgestaltung der Transport- und Logistik-Branche Künstliche Intelligenz ► Carrypicker hat nach eigenen Angaben mit einem Team aus Mathematikern, Branchenexperten, IT- und Datenforschern sowie dem Aufbau seiner KI-Engine und der Verarbeitung von Millionen Frachtdaten die nächste Evolutionsstufe in der Branche eingeläutet. Laut dem Unternehmen wird Supply-Chain-Intelligence einer der wichtigsten langfristigen Trends, um mehr Transparenz und Effizienz zu erzielen.

Supply-Chain-Intelligence ist die Zukunft der Logistik und Industrie „Wir haben nun im Zuge der Forschungsarbeiten und der darauf basierenden Plattformen, durch die digitale Spedition bei Carrypicker und unsere KI-Engine hervorragende Voraussetzungen um dieses Knowhow an Unternehmen der verschiedenen Branchen weiterzugeben. Die Projekte mit namhaften Markenartiklern und Konzernen, die im ver-

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Durch den Einsatz selbstlernender Systeme ist es möglich, Ineffizienzen in einem hochkomplexen Umfeld wie der Transportlogistik zu erkennen und zu beheben.

Foto: Destina/Adobe Stock

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rst durch den Einsatz selbstlernender Systeme, die eine Vielzahl von Daten aus unterschiedlichen Quellen nutzen und zum Beispiel auf Basis von Prognosemodellen agieren, sei es möglich, Ineffizienzen in einem so stark vernetzten und hochkomplexen Umfeld wie der Transportlogistik zu erkennen und zu beheben. Auch die Disposition gestalte sich kompliziert, da eine optimale Verteilung von bis zu 50 verschiedenen Einzelfaktoren abhänge. Dazu gebe es strengere Vorgaben zur Erreichung der Klimaziele. Nach dem Aufbau von digitalen Plattformen und Speditionen gehe es darum, die Daten so zu optimieren, dass die Firmen Kosten sparen können und gleichzeitig ein Nachhaltigkeitssiegel generieren. Gerade für den Teilladungsmarkt sei das relevant, da immer noch jeder dritte Lkw leer fahre.

gangenen Jahr gestartet wurden, zeigen, dass ein großer Bedarf an der Implementierung von KI-Wissen und KI-Anwendungen besteht. Predictive Analytics kann man zwar in Ansätzen und eigenen F/E Abteilungen realisieren, das bedeutet aber nicht automatisch, dass die Ergebnisse Kosten in großem Stil sparen oder CO2-Einsparungen transparent werden“, so Andreas Karanas, CEO von Carrypicker. Bei verschiedenen Analysten- und Branchengesprächen in den letzten Wochen sowie beim kürzlich durchgeführten Roundtable Ende Januar unter Mitwirkung des Wirtschaftsministeriums sei deutlich geworden, dass vor allem der Mittelstand im Zuge des Tagesgeschäftes wenig

Möglichkeiten zur Erarbeitung von Algorithmen-Modellen hat, die ihm bei Transport- und Verladeprozessen helfen Kosten zu sparen. Aber auch Zulieferer und Unternehmen mit eigener F/E Abteilung arbeiteten gezielt mit Partnern aus der IT, Industrie und wissenschaftlichen Institutionen zusammen, um die dafür erforderliche Datenbasis abzusichern und professionell aufzustellen. Carrypicker hat nach eigenen Angaben für diese Aufgaben sein Team erweitert. Zusätzlicher wichtiger Effekt sei, dass die Vorgaben zum Klimaschutz zertifiziert umgesetzt werden könnten und die Supply Chain transparent für Stakeholder, Geschäftsleitung und Kunden werde. 

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Der Katalysator für die digitale Transformation von Obst und Gemüse? Wageningen University & Research ► Die Blockchain hat das Potenzial, um Transparenz, Rückverfolgbarkeit, Effizienz und die Position von Landwirten und Gärtnern in den Agrarnahrungsmittelketten zu verbessern – Aspekte, die für nachhaltige Agrarnahrungsmittel unerlässlich sind. Allerdings hat die Technologie auch ihre Grenzen und Nachteile.

Transparentere Lebensmittelketten Diese Transparenz ist ein wesentlicher Vorteil beim Einsatz von Blockchain in der landwirtschaftlichen Lebensmittelkette. Die Verbraucher wollen wissen, woher ihre Lebensmittel kommen, was derzeit schwierig ist, weil die Ketten so komplex sind. „Sie macht die Rückverfolgbarkeit von Produkten in der Lebensmittelkette einfacher und kann Betrug verhindern“, sagt Programmleiter Lan van Wassenaer. Allerdings, so der Forscher, kann die Komplexität des Informationskontrollprozesses dazu führen, dass Blockchain weniger effizient ist als eine zentrale Datenbank. Außerdem werde u.U. viel Energiebenötigt, um Transaktionen zu verarbeiten.

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Foto: ipopba/Adobe Stock

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as zeigt eine Studie über die Anwendbarkeit von Blockchain im Agrarbereich, die vom Ministerium für Landwirtschaft, Natur und Lebensmittelqualität (LNV) in Auftrag gegeben und von der Wageningen University & Research durchgeführt wurde. In einer Blockchain könnten z.B. Landwirte, Produzenten und Verkäufer, als Knotenpunkte in einem digitalen Netzwerk betrachtet werden. Jeder verfüge über alle Informationen aus dem gesamten Netzwerk. Wenn einer der Knoten abweichende Daten findet, sei klar, dass diese Information nicht korrekt ist. So können Daten zuverlässig und transparent ausgetauscht werden und seien für jeden Beteiligten zugänglich.

Die Blockchain hat das Potenzial, um Transparenz, Rückverfolgbarkeit und Effizienz in den Agrarnahrungsmittelketten zu verbessern.

In den Niederlanden wurde die Blockchain-Technologie bereits von mehreren Parteien in der Agrar- und Ernährungswirtschaft implementiert mit dem Ziel, die Nachhaltigkeit zu verbessern oder mehr Transparenz für die Verbraucher zu schaffen.

Der Status quo Das bedeute jedoch nicht, dass Blockchain bereits zum neuen Standard für den Agrarsektor geworden ist. Viele Initiativen befänden sich noch in der Anfangsphase. Um die Blockchain zu etablieren, seien zudem eine tiefgreifende Digitalisierung und eine klare Vision für die Datenwirtschaft nötig. „Die Digitalisierung wird als Grundlage der Datenwirtschaft benötigt und eine Vision für die Datenumgebung ist wichtig, um Rahmenbedingun-

gen für das Eigentum und die gemeinsame Nutzung von Daten zu schaffen. Hierfür werden dringend Regulierungen benötigt“, sagt Van Wassenaer. Um diese zu erreichen, müssten politische Entscheidungsträger einen Plan für die gemeinsame Nutzung von Daten entwickeln. Zudem empfehlen die Wissenschaftler die Einrichtung einer digitalen Prüfungsinstitution, um mit den Entwicklungen von Blockchain-Anwendungen Schritt zu halten und diese effizient zu verwalten. Darüber hinaus sollten laut der Forscher aktuelle Initiativen in ihrer Entwicklung mit bereits funktionierenden Blockchain-Prototypen unterstützt werden. Die digitale Transformation vollziehe sich schneller, wenn bestehenden Techniken auch genutzt würden. 

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5.000STE AUSGABE

Ein Dokument, viele Anforderungen GS1 Germany ► Im nationalen Warenverkehr übernimmt der Lieferschein, neben seiner Funktion als Ablieferquittung, häufig die Funktion des Frachtbriefes und dokumentiert damit die Einhaltung wichtiger Vorgaben innerhalb der Lieferkette. Mit dem Projekt „Digitaler Lieferschein“ entwickeln BVL.digital und GS1 Germany eine Anwendungsempfehlung für den Entfall des Papier-Lieferscheins und dessen digitalen Ersatz. Das Fruchthandel Magazin sprach mit Oliver Püthe, Lead Industry Engagement bei GS1 Germany.

Foto: GS1 Germany

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Im Transportvertragsverhältnis übernimmt der Lieferschein häufig die Quittungsfunktion und dient der Dokumentation.

Oliver Püthe, Lead Industry Engagement bei GS1 Germany, sieht für den digitalen Lieferschein zwei Varianten eines Soll-Prozesses.

Foto: KM.Photo – Adobe Stock

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ie er erklärt, werden die wesentlichen Inhalte des Lieferscheins definiert und technische Lösungsoptionen auf der Basis eines abgestimmten Soll-Prozesses für die Praxis konzipiert. „GS1 Germany bringt in das Projekt die Expertise mit ein, auf Basis der GS1 Standards die Prozesse zwischen Industrie und Handel zu automatisieren. Mit dem GS1 Standard GDTI ermöglichen wir es Unternehmen, Dokumente eindeutig zu identifizieren und auf die ausstellende Instanz rückführbar zu machen“, so Püthe. Der digitale Lieferschein habe eine Reihe von Funktionen zu erfüllen und müsse sich nahtlos in die Prozesse der Lieferkette einfügen. „Im nationalen Warenverkehr übernimmt der Lieferschein häufig die Quittungsfunktion im Transportvertragsverhältnis zwischen Industrie und Spediteur. Damit dient er der Dokumentation zur Beendigung des Haftungszeitraums und der Erfüllung des Frachtauftrags“, sagt Püthe. Auch müsse beachtet werden, dass auf dem Dokument u.U. Vermerke gemacht würden. Zudem

haben die Projektpartner auf der Basis eines rechtlichen Gutachtens eruiert, wie die Papiere gestaltet sein müssen, um behördlichen Anforderungen zu genügen. Doch muss das elektronische Dokument noch eine Reihe weiterer Voraussetzungen erfüllen. „Zunächst muss der Fahrer über ein digitales Endgerät verfügen, auf dem der Lieferschein angezeigt werden kann. Wenn es sich dabei um ein Privatgerät handelt, sollte man hinterfragen, ob er überhaupt eine App installieren oder ein digitales Dokument darauf speichern will. Genau vor diesem Hintergrund hat sich die Projektgruppe entschieden eine technisch sehr einfache Lösung unabhängig von einer anbieterspezifischen App anzustreben“, sagt Püthe. „Daneben sollte das Dokument schriftlich zu bearbeiten sein.“ Es stehen Überlegungen im Fokus, wie die digitalen Dokumente gespeichert bzw. den Beteiligten zugänglich gemacht werden. Und ob ein elektronisches Dokument rechtlich Bestand hat. Auch wenn noch nicht klar ist, wie die Lösung letztendlich aussieht, kristallisieren sich zwei Varianten eines Soll-Prozesses heraus. „Eine zentrale File-Sharing

Lösung in Kombination mit einer Web-App die nicht lokal installiert werden muss könnte eine Lösungsoption sein. In dieser Variante erhält der Fahrer das Dokument durch Scannen eines QR Codes hinter dem sich ein kryptographischer Link verbirgt und kann sich über einen File Share-Dienst das Dokument zugänglich machen. An der Entladestelle identifiziert sich der Fahrer mit eben diesem QR Code und der Empfänger erhält so ebenfalls Zugang zum Lieferschein. Der Empfänger hat die Möglichkeit, Anmerkungen zu machen und das angepasste Dokument durch einen Upload den anderen Prozessbeteiligten wieder zur Verfügung zu stellen. Die andere Option wäre der dezentrale Austausch über Air Drop oder Nearby Share, also über Bluetooth oder WLAN. Dem Fahrer wird der Lieferschein damit digitaler übergeben, genau wie er heute den Lieferschein in Papierform erhält. Am Prozess würde sich wenig verändern. Beide Varianten hätten den Vorteil, alle Beteiligten zu involvieren sowie viel Papier und damit Kosten einzusparen. Mit einer Anwendungsempfehlung ist in der ersten Jahreshälfte 2021 zu rechnen. s.z. 09 I 2021


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Eurofins Lebensmittelanalytik

Eurofins – The Future Lab Was macht das Labor der Zukunft aus? Im internationalen Labor-Netzwerk bündelt Eurofins umfangreiches Expertenwissen und erarbeitet zukunftsweisende Verfahren, um die Sicherheit und Qualität von Lebensmitteln noch besser prüfen zu können. Erfahren Sie hier mehr zu ausgewählten Innovationsprojekten.

Modernste Laborausstattung: Vollautomatische Probenvorbereitung mittels Roboter Eurofins nutzt bereits vollautomatische Probenvorbereitungsroboter mit dem Ziel, stets schnelle, qualitativ hochwertige Ergebnisse zu liefern und auch im Bedarfsfall zusätzliche Analysenkapazitäten bereitzustellen. Von der Einwaage bis zum abgefüllten messfertigen Extrakt beherrscht der Roboter verschiedene Probenvorbereitungstechniken wie modifizierte QuEChERS-Extraktionen oder einfache Festphasenextraktionen. Je nach Methode ist eine Aufarbeitung von bis zu 400 Proben pro Tag möglich. Bereits in der Routine eingesetzt wird der Roboter für die Probenaufarbeitung zum Nachweis verschiedener Mykotoxine, Pflanzentoxine und Tierarzneimittel. Die Automatisierung weiterer Methoden (u. a. für die Prozesskontaminantenanalytik) ist in Arbeit.

Ermittlung der Recyclingfähigkeit kann dabei auf Basis von Kundenspezifikationen und/oder Laboruntersuchungen durchgeführt werden. Im Vordergrund steht ein möglichst kosten- und zeiteffizienter Beurteilungsansatz. Abhängig von der Zusammensetzung der Verpackung ergibt sich als Ergebnis der Untersuchung eine prozentuale Angabe der Recyclingfähigkeit. Der Kunde erhält zudem neben einem Prüfbericht und einem Zertifikat die Möglichkeit, das Ergebnis auf der Verpackung zu bewerben.

Forschung & Entwicklung: Echtheitsprüfung von Basmati- und Jasmin-Reis Im Dezember 2019 stellte Eurofins eine neue DNA-Fingerprinting-Methode für die Authentizitätsprüfung aller 41 Basmati-Reissorten vor (Agro FOOD Industry Hi Tech, 30(6): 57-61, 2019). Mit derselben Methode wurden daraufhin die genetischen Fingerabdrücke verschiedener Jasmin-Reissorten aus Kambodscha, Thailand, Vietnam und Myanmar bestimmt (Agro FOOD Industry Hi Tech, 31(1): 54-58, 2020). Das von Eurofins entwickelte Verfahren des genetischen Fingerabdrucks erlaubt eine eindeutige Echtheitsdefinition von Reissorten mit dem Ziel, die Transparenz innerhalb der Lieferketten zu erhöhen, Verfälschungen zu verhindern und letztlich zu mehr Erfolg am Markt beizutragen. Die Methode eignet sich zur Identifizierung von allen Reissorten, wenn entsprechende Referenzmaterialien verfügbar sind.

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Expertenwissen auf neustem Stand: Beurteilung der Recyclingfähigkeit von Lebensmittelverpackungen Seit dem 1. September 2020 gilt der neue Mindeststandard des Verpackungsgesetzes. Dieser trägt dazu bei, dass es für Unternehmen immer wichtiger wird, auf eine recyclingfähige Verpackungsgestaltung zu achten. Eurofins unterstützt Kunden dabei, die Recyclingfähigkeit ihrer Verpackungen zu analysieren und zu optimieren. Die

Auch in Zukunft werden unsere Kunden für uns im Mittelpunkt stehen. Was erwarten Sie von Ihrem Labor der Zukunft? Schreiben Sie uns unter dem Stichwort „Future Lab“. Kontakt: service@eurofins.de

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5.000STE AUSGABE

Die GBA Group gratuliert zur 5.000. Ausgabe des Fruchthandel Magazins Kooperation ► Es ist nur ein paar Jahre her, dass das Fruchthandel Magazin sein 100-jähriges Bestehen gefeiert hat, nun folgt auch schon das nächste Jubiläum – die 5.000. Ausgabe!

Networking auf dem DOGK Auch möchten wir dem Fruchthandel Magazin unseren Dank für seine Rolle als Veranstalter des Deutschen Obst und Gemüsekongresses (DOGK), einer der wichtigsten Food-Messen aussprechen. Der Kongress, auf dem GBA Group als vertrauter Kaffeesponsor agiert, ist nicht nur eine bedeutende Plattform für den Lebensmittelbereich, sondern ermöglicht es auch allen Teilnehmern wertvolle Geschäftsbeziehungen in der gesamten Wertschöpfungskette der Obst- und Gemüsebranche zu knüpfen.

Die GBA Group Food steht für ein umfangreiches Dienstleistungsportfolio im Bereich der Lebensmittelanalytik.

Foto: GBA Group

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ls langjähriger Wegbegleiter gratulieren wir, die GBA Group, ganz herzlich zum Erscheinen dieser Jubiläumsausgabe – einem besonderen Special, in dem aufgezeigt wird, was die Branche jetzt und in der Zukunft bewegt. Das Fruchthandel Magazin dient dem ganzen Food-Bereich als wichtige Informationsquelle. Mit jährlichen Informations- und Networking-Veranstaltungen sorgen das Fruchthandel Magazin, GS1 Germany und AMI stets für frische Impulse in der deutschen Obst- und Gemüsebranche.

Über die GBA Group Die 1989 gegründete GBA Group vereint ein Netzwerk dynamischer Dienstleistungsunternehmen im Bereich Analytik und begleitender Services aus den Geschäftsbereichen Lebensmittel, Umwelt und Pharma. Die durch stetiges Wachstum gekennzeichnet Unternehmensgruppe, freut sich jüngst auch über Zuwachs im BENELUX-Markt. Die GBA Group Food, die für ein umfangreiches Dienstleistungsportfolio im Bereich der Lebensmittelanalytik steht,

bietet mit ihren Standorten in Europa sowie ihrem globalen Netzwerk von der Erstellung eines Prüfplans über die Probenabholung bis zur lebensmittelrechtlichen Bewertung alle Dienstleistungen und Technologien an, um Proben umfassend analysieren und beurteilen zu können. 

UNIVERSITÄT BAYREUTH

Wie wirkt sich Mikroplastik auf Böden und Pflanzen aus? Dieser Frage gehen erstmals Wissenschaftler an der Universität Bayreuth nach und analysieren die physikalischen, chemischen und biologischen Wechselwirkungen, die sich in landwirtschaftlichen Böden zwischen Mikroplastik-Partikeln, Pflanzenwurzeln und Mikroorganismen abspielen. Die Untersuchungen werden sich mit den Folgen des wachsenden Eintrags von Mikroplastik in Ackerböden befassen, mit Fokus auf Speicherung von Wasser, Humus, Nährstoffen und Lebensbedingungen für Mikroorganismen. Die Daten sollen Aufschluss darüber geben, in welcher Weise die Funktionen von Böden sowie Umfang und Qualität landwirtschaftlicher Erträge durch Mikroplastik beeinträchtigt werden können. Auf dieser Grundlage werden sich auch die Risiken für die weltweite Ernährungssicherheit besser abschätzen lassen. Parallel dazu wird untersucht, in welchem Umfang die Partikel in der Rhizosphäre, dem Oberboden und Wurzelraum von Pflanzen, durch natürliche Prozesse abgebaut werden können.

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Wissen, was drin ist. #foodsupplychain

KI für präzise Planung Technische Universität Ilmenau ► Das Projekt AgiLief („Agile Engineering- und Lieferkettenplanung für neue Produkte durch frühzeitige Mustererkennung“), das die TU Ilmenau gemeinsam mit drei Partnern durchführt, verspricht eine präzise Planung der Produktionsabläufe, -zeiten und -kosten.

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Foto: ake1150/AdobeStock

wei Jahre lang entwickelt die TU mit ihren Partnern eine selbstlernende Planungssoftware, die es ermöglichen soll, die Entwicklungs- und Fertigungskapazitäten bereits zu Beginn des Herstellungsprozesses für alle Herstellungsabläufe zur Verfügung zu haben und im Laufe der weiteren Produktentwicklung in Echtzeit zu präzisieren. So soll die Zeitspanne zwischen Entwicklung und Herstellung eines neuen Produkts bis zur Auslieferung verkürzt werden. Indem bereits in der Entwicklungsphase Kapazitäten für die Fertigung vorreserviert und die Kostenkalkulation angegangen werden, können kleine und mittlere Unternehmen besser planen, Liefertermine einzuhalten und Kosten zu senken, so die Wissenschaftler. Mithilfe von Daten früherer Unternehmensprojekte ermittelt die Planungssoftware durch Nutzung von Künstlicher Intelligenz und Methoden der Mustererkennung bereits bei der Erstellung des ersten Entwurfs des neuen Produkts oder des neuen Projekts die dafür benötigten Entwicklungs- und Fertigungskapazitäten. Bei fortschreitendem Produktionsprozess wird die sich selbst verbessernde Software stetig synchronisiert und aktualisiert, sodass dem Unternehmen zu jedem Zeitpunkt die neuesten Daten vorliegen. Die so auf Basis der systematischen Analyse ermittelten Daten werden automatisch an ein angeschlossenes Netzwerk von Partnerunternehmen weitergeleitet, damit z.B. Lieferanten sich Termine frühzeitig vormerken können und für die Auslieferung der Produkte eine zuverlässige Planungsgrundlage haben. 

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Polare thode Multime sedroly und H y Methode

Lebensmittelanalytik Obst und Gemüse • Pestizid-Multimethode

• Nitrat

• Polare Multimethode (Ethephon, Chlormequat/ Mepiquat, Fosetyl-Al/ Phosphonsäure, Perchlorat/Chlorat)

• Schwermetalle

• Dithiocarbamate

• Mikrobiologie • Phenoxyalkancarbonsäuren (Hydrolyse) • QAV • Bromid

mischer Dienstleistungsunternehmen im Bereich Analytik und begleitender Services für Kunden aus den Geschäftsbereichen Lebensmittel, Umwelt und Pharma. Jeder Geschäftsbereich steht im Markt für individuelle und bedarfsgerechte Lösungen. Ihr Vorteil: Höchste Qualitätsstandards in der Analytik sowie die persönliche Betreuung durch einen festen Ansprechpartner garantieren Ihnen Sicherheit im Handel mit Ihren Produkten, eine hohe Beratungsqualität und eine sehr schnelle Auftragsabwicklung. GBA Gesellschaft für Bioanalytik mbH Frau Mareen Sibelius, gba-group.com/obst-gemüse

GBA-GROUP.COM


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5.000STE AUSGABE

Kommunikation mit dem Obstbaum durch 4.0 Forschung ► Die Digitalisierung wird große Auswirkungen auf den Obstsektor haben. Um jedoch von Fruit 4.0 profitieren zu können, müssen Technologien, Datenmanagement und Geschäftsmodelle für den Einsatz im Fruchtbereich weiterentwickelt und validiert werden. Was da aktuell läuft und geplant ist, erläutert Peter Frans de Jong (Wageningen University & Research) im Folgenden. Marlis Heinz

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nfangs war da der Begriff Industrie 4.0, der für die vierte wirtschaftliche Revolution steht. Er definiert das Verschmelzen der Digitalisierung mit den herkömmlichen industriellen Prozessen. Die Maschinen kommunizieren miteinander – das Internet of Things wird geknüpft. Und kennt keine Grenzen: Auch in der Obstproduktion versprechen stärker und exakter datengesteuerte Prozesse bessere Fruchtqualität, mehr Nachhaltigkeit, höhere Effizienz … Peter Frans de Jong studierte Pflanzenzüchtung und Pflanzenschutz an der Universität Wageningen und ist als Projektleiter am Projekt Fruit 4.0 beteiligt. Sein Credo: „Die Fokussierung auf ein hohes technologisches Niveau und Lösungen, die auch für kleine Produzenten erschwinglich sind, bedeuten Kooperationsmöglichkeiten und einen gemeinsamen Datenmanagementansatz. Darüber hinaus gewinnen die Entwicklungen von Technologien im Bereich Internet, Sensoren, Drohnen und Robotik an Dynamik.“ Die Grundidee des seit 2017 in Wageningen laufenden vierjährigen Projektes ist es, die – beginnend mit der Apfelsorte Elstar – gesammelten Daten auf den Einzelbaum herunterzubrechen. Der Fokus liegt dabei auf der Life-Überwachung der Anlagen.

Erstellung von Wachstumsmodellen möglich Mit einem auf dem Traktor montieren Gerät können bspw. rund 80 % der Blüten erfasst werden. Dann gilt es zu berechnen, wie intensiv ausgedünnt werden müsste. Ein entsprechender neuer Sprüher dünnt 84 | FRUCHTHANDEL

Peter Frans de Jong, Wageningen University & Research

dann einzelbaum-maßgeschneidert aus. Es ist auch möglich, dass sich der Sensor eventuellen Schädlingsbefall „anschaut“ und nur die befallenen Areale der Anlage mit Pflanzenschutzmitteln besprüht werden. Ähnlich funktioniert das mit der Fruchterkennung, so de Jong, „… derzeit entdecken wir allerdings nur etwa 60 % der Äpfel.“ Daraus ergeben sich jedoch schon jetzt Werkzeuge zur Qualitätsbeurteilung und Ertragsschätzung. Die Qualitätsurteile, so u.a. zur Fruchtfärbung, sind einzelnen Arealen zuordenbar, was die Organisation der Pflege und Ernte optimiert. Wenn bspw. Fäulnisherde festgestellt werden, könnten die durch Beschnitt ausgemerzt werden. Bei der Ente werden auf der Basis der Fruchterkennung die Kisten in entsprechender Anzahl und passgenau positioniert sowie die Erntegeräte besser angepasst. Ein Foto der obersten Fruchtschicht einer gefüllten Kiste kann auch Berechnungen zum Inhalt der ganzen

Kiste ermöglichen. Laut de Jong können auf der Basis von Drohnenbildern auch Wachstumsmodelle errechnet werden, die im Gegensatz zum Scanner auf dem Traktor schneller und weitwinkliger entstehen. Diese Wachstumsdaten der Drohnenbilder werden bspw. zu Bodeninformationen in Verbindung gesetzt. In der Fragerunde nach dem Vortrag interessierte die Zuhörer unter anderem die Anwendbarkeit der untersuchten Technologien auf andere Kulturen. De Jongs Antwort: „Dass wir mit den Äpfeln begonnen haben, lag daran, dass ich aus der Apfelforschung komme und dies eine wirtschaftlich wichtige Frucht ist. Aber tatsächlich könnte die Birne, durch ihre Form, ihr Gewicht und ihre Farbe mehr Probleme machen. Möglicherweise ist die Orange das nächste Anwendungsgebiet.“ 

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activeIT Software & Consulting GmbH

activeIT – Starke Software für Ihre Produktion! Durch die jahrelange Erfahrung im OG-Bereich und der Kooperation mit zahlreichen Unternehmen im Frischesektor, kennt activeIT die heutigen Anforderungen der Kunden und weiß, worauf es bei der richtigen Softwarelösung ankommt.

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eit 2004 verfolgt „activeIT Software & Consulting GmbH“ aus Österreich die Mission, Tätigkeiten internationaler Kunden mit innovativen Softwarelösungen und individueller Beratung zu vereinfachen. Von Beginn an spezialisiert auf Lebensmittel produzierende Unternehmen, erreichen wir mit unserem Produktportfolio Erzeuger, Packhäuser, Importeure bis hin zu Reifereien, sowie alle Arten von Unternehmen im Bereich frischer Lebensmittel. Die enge Zusammenarbeit mit unseren Kunden sorgt dafür, dass wir stets auf neueste Anforderungen reagieren und ideale Lösungen für den jeweiligen Bereich zur Verfügung stellen können. Das ist nur ein Grund, weshalb wir der ideale Partner für Ihr Unternehmen sind.

PECS – Ihre Produktion 4.0 mit 30%iger Effizienzsteigerung Ein gutes Beispiel für die Digitalisierungsoffensive in der Produktion ist PECS. Das Produktions-effizienz und -kontrollsystem vernetzt Anlagen und Maschinen unterschiedlicher Hersteller an den Produktionslinien, wodurch es eine zentrale Verwaltung und Steuerung dieser ermöglicht. PECS ist somit Ihr intelligentes Produktionstool mit dem Ihre Produktionslinien in wenigen

Klicks gerüstet, Ihre Personalplanung im Handumdrehen durchgeführt und Ihre Performancedaten von den jeweiligen Produktionen einfach zur Verfügung gestellt werden, um zukünftige Aufträge und Tätigkeiten minutengenau vorherzusagen. Obwohl Industrie 4.0 heutzutage vielerorts Thema ist, gibt es nur wenige Softwareanbieter, die sich der Lebensmittelproduktion 4.0 verschrieben haben. activeIT zählt hier ganz klar dazu und kann auf Grund jahrelanger Erfahrung beim Umstieg auf PECS als Lebensmittelindustrie 4.0 Software, Effizienzsteigerungen bei Produktionen von durchschnittlich 30% verzeichnen.

Ihre Tätigkeiten sind mobil Oft werden Tätigkeiten von Lebensmittel produzierenden Betrieben in Gewächshäusern, auf Feldern oder an anderen Orten, an denen eine stationäre Tätigkeitserfassung über Terminals umständlich ist, durchgeführt. Zudem sind die dazugehörigen Terminals meist fest verkabelt und somit teuer in der Anschaffung. activeIT wirkt diesem Umstand mit mobilen Lösungen für Android und iOS entgegen. Mit preiswerten Endgeräten können so Tätigkeiten wie beispielsweise das Setzen, Ernten oder Binden und damit die Produktivzeiten der Mitarbeiter erfasst werden. Zudem kann eine vollständige Ernteerfassung über die geerntete Kultur (Reihe, Menge, Mitarbeiter, etc.) inklusive Qualitätssicherung und optional mit der Anbindung von Waagen durchgeführt werden.

Ihre ideale Lösung Um in der aktuellen Situation weiterhin die idealen Lösungen anbieten zu können, hat activeIT Ersttermine und Analyseworkshops — soweit möglich — auf Onlineformate umgestellt. Auch eine Implementierung mittels Fernzugriff wurde in den letzten Monaten häufig von unseren Kunden in Anspruch genommen. Für eine Optimierung und Digitalisierung Ihrer Produktion — treten Sie jederzeit mit uns in Kontakt!

Marko Klein, Geschäftsführer 09 I 2021

sales@active-it.at www.active-it.at FRUCHTHANDEL | 85


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5.000STE AUSGABE

„Künstliche Intelligenz ist das nächste große Ding“ Software ► Christian Sega, Geschäftsführer von agiles Informationssysteme GmbH ist überzeugt, dass Künstliche Intelligenz (KI) die Produktion in Zukunft entscheidend beeinflussen wird. Das Fruchthandel Magazin sprach mit ihm über die Bedeutung von KI für die Frischebranche.

Welche Input-Daten wurden dabei berücksichtigt? Die Auswahl erfolgte in Abstimmung mit der Reichenau-Gemüse eG. In den Gewächshäusern kommen Klimacomputer zum Einsatz, die zum Beispiel Luftfeuchtigkeit oder Sonnenstrahlung messen. Auch das Wachstum der Pflanzen wird protokolliert. In das Netz wurden dabei verschiedene Klima- und Managementdaten eingespeist. Ließe sich das Projekt eigentlich auch auf andere Gemüsesorten übertragen? Ja, entscheidend ist dabei nicht die Pflanzenart, sondern die richtigen Input-Daten. Die Grundstruktur des Netzes bleibt gleich, aber es wird mit anderen Daten gefüttert. Welche Voraussetzungen müssen erfüllt sein, um ein solches Projekt umzusetzen? Das Thema KI lebt von großen Da 86 | FRUCHTHANDEL

Laut Christian Sega, Geschäftsführer von agiles, lassen sich Erntevorhersagen mit KI besser operationalisieren.

Foto: agiles

Sie haben vor kurzem ein KIForschungsprojekt abgeschlossen. Können Sie uns kurz erklären, worum es da ging? Christian Sega: Es ging darum, die Vorhersage von Erntemengen noch präziser zu machen. Viele Betriebe stehen vor der Frage, ob sie die zugesagten Mengen zum vereinbarten Datum liefern können. Andernfalls drohen Strafen. Daher schlagen sie im Zweifelsfall eine Werbung aus und gehen das Risiko einer Überproduktion ein. Wir haben gemeinsam mit der Reichenau-Gemüse eG und der FH Kiel eine KI in Form eines künstlichen neuronalen Netzes entwickelt, das basierend auf Daten aus dem Gewächshaus die Erntemenge von roter Paprika vorhersagt.

tenmengen. Sonst ist es schwer, bestimmte Effekte herauszuarbeiten. Den meisten Industriebetrieben stehen diese Daten aber zur Verfügung. Wir brauchen dann nur jemanden, der uns durch die Datenquellen führt und die Einflussfaktoren erklärt. Gibt es noch weitere Anwendungen von KI innerhalb der Lebensmittelbranche? Welche Möglichkeiten sehen Sie? Sehr aktuell ist die Blockchain. Technologisch betrachtet ist die Blockchain ein elektronischer Safe, in dem Daten verschlüsselt sind. Diese können zum Austausch genutzt werden, zum Beispiel zwischen Kunde und Lieferant, um Zahlungen ohne eine Bank abzuwickeln. Ein anderer Bereich ist Farming 4.0, also der Einsatz von Drohnen. Auch selbstfahrende Ackermaschinen gibt es schon, vor allem in den USA. In solchen industriellen Betrieben spielt auch die Vernetzung der einzelnen Bereiche eine große Rolle.

Ebenfalls zu nennen sind unter anderem Lagerhaustechnik, Preisbildung, Ernteroboter oder Containerverfolgung. Welche Chancen bietet KI für die Produktion von und den Handel mit Obst und Gemüse in der Zukunft? Ich glaube, dass sich Erntevorhersagen besser operationalisieren lassen werden. Ideal wäre eine App. Einen Showstopper sehe ich darin, die Wissenschaft in der Praxis gemeinsam mit dem Kunden in Form von Prototypen umzusetzen. Viele Betriebe investieren eher in Maschinen als in Software. So bleiben momentan viele Chancen ungenutzt. Aber das ist vielleicht nur eine Frage der Zeit. 

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5.000STE AUSGABE

Integrität von Daten und Prozessen sichern Fraunhofer IML ► Mit dem „Blockchain Device“ hat das FraunhoferInstitut für Materialfluss und Logistik IML ein Gerät entwickelt, das die Überwachung temperaturempfindlicher Lebensmittel in weltweiten Lieferketten gewährleisten soll. Das Fruchthandel Magazin sprach mit Dr.Ing. Sebastian Wibbeling über die Vorteile der Blockchain sowie weitere Entwicklungsschritte des Geräts. Stephanie Zaar Dr.-Ing. Sebastian Wibbeling, Logistikexperte am FraunhoferInstitut für Materialfluss und Logistik IML

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ie der Forscher erklärte, ermöglicht das Gerät die Erfassung von Daten und die Steuerung der Lieferketten in Echtzeit. Positions- und Sensordaten dokumentierten dabei die lückenlose Überwachung der Transportkette inklusive einzuhaltender Bedingungen. Nach Angaben des Fraunhofer IML ist das Gerät zudem „IDS ready“, also für die Implementierung in den International Data Space vorbereitet. „Im praktischen Einsatz bietet das Blockchain Device den Vorteil, dass es sowohl Innen- als auch Außentemperatur eines Behältnisses anzeigen kann. Zudem besteht die Möglichkeit, das Gerät an jeden möglichen anderen Sensor anzuschließen. Der Screen ist ein ePaper-Display, wodurch kaum Energie verbraucht wird. Ein eingebautes Funkmodem sorgt zudem für eine sichere Übertragung der Daten in heutigen aber auch im 5G Mobilfunknetzen“,

erklärte Sebastian Wibbeling. Dabei erfülle das Blockchain-Gerät mehrere Funktionen. „Zum einen werden die Papieretiketten durch eine Anzeige ersetzt, auf der auch der Temperaturverlauf während der Lieferung unmittelbar abgelesen werden kann“, so Wibbeling weiter. Zum anderen sichere die Blockchain-Architektur Daten sowie die Übergabeprotokolle der Produkte. „Das Device verfügt über eine sichere Verbindung zum Blockchain-Server. Mithilfe einer App kann ein temporärer QR-Code gescannt und die Ablieferung der Produkte verifiziert werden. Für die Beteiligten bedeutet dies eine Absicherung auf einem technisch simplen, aber höchst sicheren Niveau“, betonte der Forscher. „Durch die Speicherung auf dem Blockchain-Server werden die Informationen manipulationssicher abgelegt. Weitere Vorteile bestehen darin, dass das Device von sich auf

Fotos: Fraunhofer IML

Das Device verfügt über eine sichere Verbindung zum BlockchainServer, ein ePaper-Display und ein eingebautes Funkmodem.

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den Server zugreifen und Aufträge abrufen kann. Das Verfahren ist so sicher, dass auch Zahlungen darauf aufgebaut werden können.“

Auftakt zu einer Serie für die Logistik-Optimierung Für die Transporte von Obst und Gemüse ist das Blockchain Device seiner Ansicht nach aufgrund seiner Eigenschaften aus mehreren Gründen interessant. „Mit dem Gerät können logistische Prozesse papierlos abgewickelt werden. Zudem können durch die Temperaturüberwachung in Echtzeit bei Abweichungen Prüfprozesse unmittelbar angestoßen und Gegenmaßnahmen eingeleitet werden“, so Wibbeling weiter. Mit Blick auf die Digitalisierung logistischer Prozesse bildet dieses Gerät den Auftakt zu einer Serie von Blockchain Devices für eine einfachere, papierlose und sichere Prozessabwicklung. „Wir arbeiten im Auftrag des Landes NRW und dem dem Bundesverkehrsministerium an mehreren Projekten. Dabei entwickeln wir die Hardware und zeigen darüber hinaus, wie diese in der Blockchain funktioniert. Von besonderem Interesse sind dabei Smart Contracts, bei denen Zahlungen direkt über das Device angestoßen werden können“, sagte Sebastian Wibbling. Der Prototyp wird nun vom Fraunhofer IML in Zusammenarbeit mit Industrie-Unternehmen weiterentwickelt, mit der Praxisreife rechnet der Forscher im Laufe des Jahres 2021.  09 I 2021


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– die Branchenlösung für den Fruchtgroßhandel

So gelingt die Digitalisierung Ihrer Geschäftsprozesse Das schnelle Tagesgeschäft und eine dynamische, eng getaktete Logistik sind im Frucht- und Frischwarengroßhandel der Alltag. Kostenkontrolle und Echtzeitinformationen? Ein selbstverständliches „Must-have“ im digitalen Zeitalter. Auch ein nahtloser Informationsfluss und ein Höchstmaß an Transparenz entlang der Prozesskette sind nicht mehr wegzudenken. Nur so können Unternehmen wettbewerbsfähig agieren und erfolgreich wirtschaften.

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ie Digitalisierung schreitet im Obst- und Gemüsehandel in großen Schritten voran“, sagt Alexander Lampart, der beim Softwareberatungshaus B.i.TEAM FRESHfin®, die Branchenlösung für den Fruchtgroßhandel als Head of Product verantwortet. „Mit Business Intelligence, Business Discovery und ersten Ansätzen künstlicher Intelligenz sind wir jedoch auf die Herausforderungen im Frischebereich vorbereitet.“

Technologiewandel als Herausforderung FRESHfin® ist die von Microsoft zertifizierte Software für den Frucht- und Frischwarengroßhandel. Mit der weitreichenden Branchenerfahrung von mehr als 30 Jahren wird FRESHfin® kontinuierlich von Spezialisten bei B.i.TEAM weiterentwickelt. Den Technologiewandel hat das Entwicklungsteam dazu genutzt, die Benutzerfreundlichkeit von FRESHfin® mit neuen Funktionen zu optimieren: • Vereinfachtes, intelligentes Ad-hoc- Umpacken durch Hinterlegen von Regeln. • Schnellere Partieinformation im Verkaufsbeleg – in Echtzeit. • Vereinfachtes Retourenhandling. Das spart Zeit und reduziert Fehler. • Automatisierte Korrekturbuchungen, ohne dass die Rückverfolgbarkeit darunter leidet. Um begleitende Schnittstellen auf zukunftsfähige Beine zu stellen, folgt B.i.TEAM dem Technologiewandel von Microsoft. So ist FRESHfin® in einer

modernen Programmiersprache geschrieben und in einer innovativen Entwicklungsumgebung verankert: Was zuvor nur auf einem Windows-PC lief, funktioniert nun auch im Browser auf Tablet und Smartphone.

Vom Markt für den Markt

Rollencenter in FRESHfin®: Einstieg in die Digitalisierung

Neben einer testierten Finanzbuchhaltung mit DSGVO-Konformität beinhaltet FRESHfin® alle Module der Warenwirtschaft mit integriertem Qualitätsmanagement. Dazu gehören auch Funktionalitäten für die Produktion, Verpackung, Logistik und für das Personalwesen. Die Schnittstelle zum OnlineHandel, zu Maschinen und mobilen Geräten, zu Partnern via EDI sowie zu jeglicher Art von Spezial-Software zählt hierbei zum „Tagesgeschäft“.

Über B.i.TEAM Als Experten für ERP-, CRM- & Business Intelligence-Softwarelösungen ist B.i.TEAM mit über 100 Mitarbeiter*innen weltweit für den Erfolg von mittelständischen und großen Unternehmen im Einsatz. B.i.TEAMs weitreichende Erfahrung im Frischebereich fließt hierbei seit mehr als 30 Jahren in die Lösung FRESHfin® ein und wird kontinuierlich von einem erfahrenen Entwicklungsteam im Unternehmen weiterentwickelt. FRESHfin® ist mit die führende, von Microsoft zertifizierte Branchensoftware für den Frucht- und Frischwarengroßhandel. Mehr Informationen unter www.biteam.de / www.freshfin.de

B.i.TEAM Gesellschaft für Softwareberatung mbH An der Raumfabrik 33c 76227 Karlsruhe www.freshfin.de | food@freshfin.de 09 I 2021

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5.000STE AUSGABE

Vernetzung, Kommunikation und Nachhaltigkeit prägen die Zukunft Strauss Verpackungsmaschinen ► Mit einer mehr als 75-jährigen Firmengeschichte hat sich Strauss als bedeutender Partner für die Verpackung und Sortierung von Frischprodukten etabliert. Was in Zukunft für das Unternehmen im Mittelpunkt steht, erklärte Vertriebsleiter Matthias Kinzel, Vertriebsleiter, dem Fruchthandel Magazin. Stephanie Zaar

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ei Strauss stehen für die Zukunft mehrere Aspekte im Vordergrund“, sagte Matthias Kinzel. „Der Fokus liegt auf der Digitalisierung, der Ressourcenschonung und einem weiteren dringenden Aspekt, den fehlenden Arbeitskräften.“ Wie er erläuterte, gliedert sich die Digitalisierung dabei in zwei Bereiche. „Wir sind als Unternehmen immer darauf bedacht, unsere Produkte weiterzuentwickeln und an Marktanforderungen anzupassen. Deswegen arbeiten wir im Sinne des ‚Internet of Things‘ am Ausbau der Kommunikation unserer Maschinen untereinander sowie der Kommunikation zwischen Mensch und Maschine (MMI). Grade die Erfassung und Verarbeitung von Produktionsdaten und deren Weiterleitung als auch die Integration in eine lückenlose Nachverfolgbarkeit sind wichtige Punkte, ebenso wie die benutzerfreundliche Aufarbeitung von Daten und die Wiedergabe auf unterschiedlichen Endgeräten“, so der Experte. „Aus diesem Grund arbeiten wir daran, dass die Systeme immer intensiver und effektiver miteinander interagieren können.“ Eine Kernaufgabe ist dabei die Qualitätsverbesserung bei den Produzenten. Wie Matthias Kinzel erläuterte, können Erzeuger bspw. mithilfe der Spargel-Sortiermaschinen präzise die Qualität jeder einzelnen Spargelstange bestimmen und mit diesen Informationen ihre Produktion optimieren. Diese Auswertungen werden bereits weltweit von einigen Züchtern zur Qualitätsbestimmung und -auswertung in Anspruch ge-

nommen. Bei der leistungsstarken und genauen Verarbeitung der Produkte steht immer der behutsame, aber dennoch effiziente Umgang mit den unterschiedlich empfindlichen Früchten im Vordergrund. „Ein gutes Beispiel dafür ist unsere Apfel-Verwiegemaschine EW20, die sich durch höchste Gewichtsgenauigkeit auszeichnet. Diese Anla-

auch nur zu zählen und die Wiegeverluste auf ein Minimum zu reduzieren“, betonte Matthias Kinzel. Neben der digitalen Kommunikation zwischen den Maschinen hat sich der Weg, den Strauss vor geraumer Zeit eingeschlagen hat, als richtig erwiesen. Das Unternehmen hat in den vergangenen Jahren kontinuierlich in Vertriebs- und Ser-

Fotos: Strauss

Für Spargel bietet Strauss den GUB buncher an, der das Bund mit zwei Gummibändern oder Elastitag bündelt.

Die Apfel-Verwiegemaschine EW20 stellt automatisch aus bis zu 60 Kombinationsmöglichkeiten das gewünschte Packungsgewicht zusammen. ge stellt automatisch aus bis zu 60 Kombinationsmöglichkeiten der gefüllten Waagschalen das gewünschte Packungsgewicht von bis zu 3 kg bspw. für Netz und oder Beutelware zusammen. Neben der reinen Wiegefunktion bietet das rechnergestützte System für bspw. Foodtainer die Möglichkeit, das Wiegen und Zählen zu kombinieren bzw.

vicemaßnahmen investiert. Dadurch sind neben langjährigen Kooperationen weitere Zusammenarbeiten mit Vertretungen in Italien, Südamerika, den USA, Spanien, Frankreich, Kanada, Polen und weiteren Ländern entstanden. „So ist selbst in der aktuellen Situation mit Einschränkungen und Reisebeschränkungen eine Präsenz sichergestellt, 09 I 2021


sowohl Online als auch vor Ort für Installation, Service und Beratung. Auch beim Thema Fernwartung entwickeln wir uns weiter – und das nicht erst seit Corona“, sagte Matthias Kinzel weiter.

Ressourcenschonung auf allen Ebenen Auch die Entlastung der Mitarbeiter sowie die verstärkte Nachhaltigkeit in der Produktion hat sich Strauss auf die Fahnen geschrieben. Im Bereich Erntemaschinen kann Matthias Kinzel mit einer Innovation aufwarten, die die Grünspargel-Produzenten in Zukunft erheblich entlasten soll. „In Zusammenarbeit mit Universität Bremen und anderen Robotik-Unternehmen arbeiten wir derzeit an bereits an den Feinheiten des Prototyps einer Erntemaschine für Grünspargel, die den Personaleinsatz auf ein Minimum reduzieren wird. Das Ergebnis dieser Kooperation werden wir in Schätzungsweise 1,5 bis zwei Jahren vorstellen können“, sagt der Experte. Bei der Arbeit auf dem Feld und in der Produktion ist Nachhaltigkeit seit langem ein wichtiges Thema. „Beim Waschen z.B. auf der Erntehilfe auf dem Feld und an der Wäsche unserer Sortiermaschinen das Wasser in der Wiederaufbereitung mehrfach gefiltert und von groben

Aktuell arbeitet Strauss an einem Prototyp einer Erntemaschine für Grünspargel, die den Personaleinsatz auf ein Minimum reduzieren soll. Verschmutzungen gereinigt, um es im Kreislauf immer wieder zu verwenden und die Frischwassernutzung somit auf ein Minimum zu reduzieren“, so Kinzel. Daneben sei auch die Einsparung von Verpackungsmaterialien ein Aspekt, der an Bedeutung gewinne. „Wir prüfen, welche Verpackungen unsere Kunden bei der Einsparung von Kunststoffeinsparung unterstützen können. „Bei Spargel ist seit fast 15 Jahren unser GUB buncher, der das Bund mit zwei Gummibändern oder Elastitag bündelt, immer häufiger im Einsatz. Bei Porree und Rhabarber bieten sich das Bündeln mit Klebebändern mit unserer Banderole, die als Stand-alone oder integriert in eine vollautomatische Verwiegemaschine an. Für Äpfel ist die Nutzung von Foodtainern aus faserbasierten Materialien oder Holzschliff möglich“, so Kinzel.  09 I 2021


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5.000STE AUSGABE

Umweltfreundliche Verpackungslösung gewinnt an Bedeutung Sismatec ► Die Topseal-Verpackungen sind aus den Regalen der Supermärkte mittlerweile nicht mehr wegzudenken. Dies ist laut dem Unternehmen auch nicht verwunderlich, schließlich seien die Verpackungen aufgrund von weniger Plastik umweltfreundlicher, effizienter in der Logistikkette, einfach bedruckbar und sorgten im Laden für eine bessere Präsentation. Für den Verbraucher ist es praktisch, wenn Verpackungen wiederverschließbar sind.

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abei seien Nachhaltigkeit, bessere Sichtbarkeit und Ketteneffizienz nur einige der Gründe für das Topseal-System, betonte Jasper Slaghekke von Sismatec, Händler von Proseal-TopsealMaschinen in den Benelux-Ländern und im deutschsprachigen Raum. „Untersuchungen haben ergeben, dass 30  % der produzierten Lebensmittel nicht konsumiert werden, sondern irgendwo zwischen Landwirt und Verbraucher verloren gehen. Eine richtige Verpackungsentscheidung kann helfen, dieser Lebensmittelvergeudung teilweise etwas entgegenzusetzen“, erläuterte Slaghekke.

Haltbarkeit von Produkten deutlich verbessern. Dies betreffe insbesondere Produkte, die ein hohes Maß an Luftzirkulation benötigen. Durch die Verwendung des richtigen Materials bei Verpackung und Folie könne die Restfeuchtigkeit leichter aus der Verpackung entweichen. Dies komme nicht nur dem Geschmack und der Präsentation zugute. Aufgrund der Haltbarkeit würden auch Lebensmittelabfälle und Umsatzverluste vermieden. Insbesondere

Deckel ist. Zudem bietet das Top-Sealing eine ansprechende visuelle Ästhetik. Die Verpackungen sehen im Laden einfach gut aus und bieten viel Platz für Produktinformationen und Marketing.“

Ohne Topseal-Maschine geht gar nichts Allerdings ist man nur mit der Topseal-Folie und der Verpackung noch nicht am Ziel. Zum „Verschließen“

Für Weichobst etabliert, bei Tomaten im Kommen Topseal-Verpackungen sind vor allem beim Beerenobst bekannt, aber seit geraumer Zeit auch zunehmend bei anderen Obst- und Gemüsesorten wie Tomaten, Pilzen, Trauben und Spargel zu finden. Dabei handelt es sich um einen Trend, der zunächst aus Großbritannien in die Niederlande gekommen ist. „Es gibt eine steigende Nachfrage nach solchen Topseal-Verpackungen, vor allem von Seiten der Verbraucher“, so Jasper Slaghekke. „Mit Topseal-Verpackungen kann man im Vergleich zu Verpackungen mit Deckel bis zu 42 % Kunststoff einsparen. Ganz zu schweigen von Schalen aus alternativen Materialien wie Pappe, Zellstoff, Zuckerrohr und recycelbarem Kunststoff.“ Wie er weiter erklärte, könne das Top-Sealing in einigen Fällen die 92 | FRUCHTHANDEL

Topseal-Verpackungen sind vor allem beim Beerenobst bekannt, aber seit geraumer Zeit auch zunehmend bei anderen Obst- und Gemüsesorten zu finden. bei Produkten wie Trauben und Snacktomaten sei die Innovation dringend nötig gewesen. „Für den Verbraucher ist es praktisch, die Verpackungen dieser Produkte wieder zu verschließen, weshalb die wiederverschließbare Top-Seal-Folie eine hervorragende Alternative zum

dieser Kombination wird ein Schalenversiegler benötigt. Aus diesem Grund hat Sismatec inzwischen mehrere Proseal Traysealer im Angebot. „Diese Maschinen kombinieren einen hohen Umschlag mit kurzen Umrüstzeiten und sind durch die 09 I 2021


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kompakte Bauweise platzsparend. Ein Werkzeugwechsel dauert z.B. nur zwei Minuten, zudem sind die Maschinen leicht zu bewegen, da sie auf Rollen stehen, und einfach zu reinigen. Wir haben gute Kontakte zu Proseal in England, sodass wir die Maschinen immer an die Wünsche des Kunden anpassen können. Für ein großes Projekt haben wir kürzlich vier komplette Produktionslinien vom ‚Picking‘ und Kontrollwiegen bis hin zum Verpacken und Etikettieren geliefert. Wir können diese Projekte so managen, dass die Total Cost of Ownership (TCO) optimiert wird“, betonte Slaghekke. Wie er weiter erklärte, können die Maschinen 30 bis 240 Packungen pro Minute versiegeln. Eine einfache Integration in komplette Verpackungslinien sei dabei ebenfalls möglich.

Mitdenken mit dem Kunden Abgesehen von den Vorteilen der Topseal-Verpackungen böten die Maschinen zudem nachhaltige Vorteile. „Das integrierte ‚eSEAL System‘ ist umweltfreundlich, verwendet wenig Luft und ist kosteneffizient. ‚HotRod‘, das effiziente Erwärmungssystem in den Formteilen, sorgt aufgrund einer reduzierten Sealzeit für eine höhere Ausgabe“, sagte Slaghekke. „Die immer strengeren Umweltvorschriften fordern aber auch die Maschinen-Lieferanten bei der Suche nach Alternativen zum Plastik, sodass wir derzeit auch in der Lage sind, Verpackungen mit alternativen Materialien zu schließen“, so Slaghekke. Dabei könne man Karton, Zellstoff, Zuckerrohr und recyclebares Plastik nutzen.

Die TopsealMaschinen bieten nachhaltige Vorteile, sind kosteneffizient und sorgen für eine hohe Ausgabe.

Im Zentrum stünde für das Unternehmen aber immer die Anforderungen der Klientel und deren vollste Zufriedenheit. Wie Jasper Slaghekke betonte, steht Sismatec deswegen im kontinuierlichen, wechselseitigen Austausch mit den Kunden und baut diesen weiter aus. „Dies führt uns zu mehr Flexibilität und größeren Innovation sowie zum Mitdenken mit dem Kunden, um ihren Prozess zu optimieren.“ 

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EUROPEAN PACKAGING FORUM 24./25. Juni 2021 – Düsseldorf

Networking. Information. Erfolgsstrategien.

DAS Event für die deutsche und europäische Obst & Gemüse-Branche. Marketing Nachhaltigkeit Handel, PoS und Verbraucher Innovative Lösungen Logistik Rückverfolgbarkeit Schutz Hygiene Recht

Frühbucher-Tarif bis 26. April 2021: 595 € Teilnahmegebühr ab dem 27. April 2021: 695 € Alle Preise zzgl. 19% MwSt.

Veranstalter

SAVE THE DATE www.ami-akademie.de/epf www.fruchthandel.de/packagingforum


Foto: Polytrade

Nachhaltige Verpackung und Qualität sind kein Widerspruch POLYTRADE In Zusammenarbeit mit ULMA Packaging bietet Polytrade GmbH eine nachhaltige Verpackungslösung für Obst und Gemüse an. Die siegelfähigen Papierschalen von Mustang Pack seien frei von Kunststoff und könnten mit entsprechenden Formaten auf den bereits teilweise vorhandenen Werkzeugen der Traysealer Maschinen eingesetzt werden, so Polytrade. „In vielen Fällen können dieselben Werkzeuge weiter genutzt werden, die zuvor für die Plastikversion im Einsatz waren. Um die siegelfähigen FSC-Vollpappschalen noch nachhaltiger zu gestalten, ist es alternativ möglich, diese mit dem Einsatz einer kompostierbaren Siegelfolie zu verschließen“, erklärte das Unternehmen. So ließen sich bspw. Tomaten oder Beeren nachhaltig verpacken und würden gleichzeitig verbraucherfreundlich präsentiert. Bei Polytrade gibt es die Komplettlösung für TopSeal aus einer Hand. Um nachhaltig zu verpacken und Foodwaste zu reduzieren, ist das Top-Seal-Verfahren laut Polytrade zu einer beliebten Verpackungsalternative geworden. Die Verpackungslösung biete nicht nur logistische Vorteile wie Stapelbarkeit und sei platzsparend, sondern ermögliche dank der komplett bedruckbaren Siegelfolie auch ein optimales Marketing, heißt es weiter. Zusätzlich fördere diese im Vergleich zum Deckel die Reduktion des Kunststoffverbrauches. „Mit dem Produktionsprogramm von Mustang Pack sind künftig noch größere Produktionsmengen möglich. Neue und gängige Formate erweitern das Produktsortiment. Ergänzt werden kann die Top-Seal Lösung um ein Wiederverschluss-System von Smilesys Resealable Systems“, so Polytrade. Das Ergebnis sei eine umweltfreundliche Premium-Verpackung, die in zahlreichen Bereichen eingesetzt werden könne. Die Smilesys Label können bis zu 25mal geöffnet und wieder verschlossen werden. Smilesys Spa S2L Lite ist eine wiederverschließbare Folie, welche sich auf Schalen aus PET, PP, PE oder Karton siegeln lässt. Je nach Bedarf kann die Folie mikro- oder makro-perforiert und auch als MAP Verpackung benutzt werden. Smilesys biete zudem weitere vielfältige Einsatzmöglichkeiten an. Das Wiederverschlusslabel könne auf vertikalen Flowpacks, horizontalen Flowpacks und Doypacks angewendet werden. 09 I 2021

Smilesys Spa S2L Lite ist eine wiederverschließbare Folie, welche sich auf Schalen aus PET, PP, PE oder Karton siegeln lässt.

NACHHALTIGKEITS PROGRAMM B Y

P O L Y T R A D E

G M B H

Polytrade GmbH Eichetstraße 6 76456 Kuppenheim Deutschland

Tel.: +49 (0) 7225/98412-0 Fax: +49 (0) 7225/98412-18 info@polytra.de www.polytra.de

#notdesignedforlittering

#circulareconomy

#stopfoodwaste

#changethewaywethink


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Recycling von PET-Schalen erfolgreich getestet INFIA/Frutania/L&S ► Im Rahmen eines groß angelegten Feldversuchs hat INFIA in Zusammenarbeit mit Frutania und Lorentzen & Sievers erfolgreich nachgewiesen, dass aus klassischen (r-)PET-Obstschalen wieder Obstschalen hergestellt werden können.

Neue Schalen aus Flakes Frutania hat im Rahmen des Feldversuchs (r-)PET-Schalen, die bei Packprozessen am Standort in Ringen angefallen sind, gesammelt. Diese hatten einen Verschmutzungsgrad, wie er aus der haushaltsnahen Sammlung (Gelbe Tonne) zu erwarten ist. Sie waren mit Früchten gefüllt, hatten teilweise Vliese oder Luftpolster Einlagen und anhaftende Etiketten. Ein PET-Recycler – der normalerweise nur PET-Flaschen verarbeitet – hat dieses Material zu Flakes verarbeitet und INFIA zur Verfügung gestellt. INFIA hat daraus neue Schalen produziert, die eine einwandfreie Produktqualität aufweisen und alle Anforderungen an Verpackungen für den Lebensmitteldirektkontakt erfüllen. Bereits im vergangenen Jahr wurden in industriellem Umfang Schalen hergestellt 96 | FRUCHTHANDEL

Fotos: INFIA

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as deutsche Kreislaufwirtschaftsgesetz hat das Ziel, Abfälle – und damit sind auch Lebensmittelabfälle gemeint – zu reduzieren und gleichzeitig die Recyclingquoten zu erhöhen. Dieses Gesetz soll von den öffentlich-rechtlichen Entsorgungsträgern durchgesetzt werden. Diese sind dafür verantwortlich, den Abfall der Haushalte zu sammeln, zu sortieren und, soweit es geht, dem Recycling zurückzuführen. Nicht sortierbare Stoffe und Nassabfall werden der thermischen Verwertung (Müllverbrennungsanlagen) zugeführt. Obwohl es technisch möglich ist, werden nach wie vor die meisten (r-)PET-Leichtverpackungen – die klassischen Obst-Schalen – den „nichtsortierbaren Stoffen“ zugeordnet und verbrannt. Was dazu führt, dass diese Schalen als „nicht recyclingfähig“ eingestuft werden, so Lorentzen & Sievers.

INFIA hat aus den alten neue Schalen produziert, die eine einwandfreie Produktqualität aufweisen und alle Anforderungen an Verpackungen für den Lebensmitteldirektkontakt erfüllen.

und an Frutania ausgeliefert, heißt es weiter. Wie die EPD von Infia darlegt, benötigt die Herstellung von r-PET Obstschalen aus recycelten Obstschalen wesentlich weniger Energie als die Herstellung gleicher Schalen aus recycelten PET-Flaschen. Mit dem Pilotprojekt haben die drei Partner gezeigt, dass der geschlossene PET-Recyclingzyklus aus der haushaltsnahen Sammlung möglich und skalierbar ist. Die Sortiertechnik bietet bereits alle Möglichkeiten zur Differenzierung und könnte PET-Schalen mit geringem Aufwand aussortieren und in den PET-Zyklus

zurückführen. Unternehmen der Recyclingbranche werden jedoch nur dann die notwendigen Investitionen tätigen, wenn dies wirtschaftlich ist oder die entsprechenden gesetzlichen Anforderungen gelten. Hier sind sowohl die dualen Systeme als auch die Recycler sowie die Politik gefordert. Es muss ein Bewusstseinswandel stattfinden, dass Verpackung nicht als minderwertigen Abfall, sondern als hochwertigen Werkstoff betrachtet wird, so Lorentzen & Sievers abschließend. 

Mit dem Pilotprojekt haben die drei Partner gezeigt, dass der geschlossene PET-Recyclingzyklus aus der haushaltsnahen Sammlung möglich und skalierbar ist.

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Kunststoffverpackungen fit machen für den Materialkreislauf Marktentwicklung ► Europa will künftig möglichst alle Kunststoffabfälle recyceln, der Materialkreislauf soll geschlossen werden. Ein wirkungsvolles Verpackungsrecycling ist dazu unverzichtbar. Aber wie gut lassen sich bestimmte Verpackungen, insbesondere aus Kunststoffen, wiederverwerten? Mit dieser Frage hat sich die Plattform „Neue Verpackung“ befasst.

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Hinderungsgründe für ein erfolgreiches Kunststoffrecycling sehen Experten z.B. in großflächigen Etikettierung mit Fremdmaterial.

Foto: I-Viewfinder/Adobe Stock

erschiedene Materialien oder Verbunde in einer Verpackung sind problematisch, sie verhindern die Wiederverwertung im geschlossenen Wertstoffkreislauf. Kunststoffverpackungen müssten also von Grund auf nachhaltig entwickelt werden, schon beim Design muss das Recycling mit bedacht werden. Hinderungsgründe für ein erfolgreiches Kunststoffrecycling seien bspw. eine großflächige Etikettierung mit Fremdmaterial, Full-Sleeve-Etikettierung oder ein Multilayer-Aufbau (außer PE-/PP-EVOH). Darüber hinaus sei ein enger Austausch in der

Supply-Chain zwischen Material-, Lebensmittel- und Verpackungsmaschinenherstellern notwendig, um Probleme frühzeitig zu identifizieren. So bestünden Monomaterialien oft aus einer temperaturempfindlicheren Trägerschicht als Verbundstofffolien, was leicht zu fehlerhaften Siegelnähten führen könne. Zudem stelle sich die Frage wie Rezyklate mit Blick auf die bestehenden Einschränkungen in Lebensmittelverpackungen eingesetzt werden könnten. Mit Ausnahme von rPET, welches in Getränkeflaschen und Tiefziehfolien Anwendung findet, gibt es im Moment keine zugelassenen weiteren Kunststoffarten im Lebensmittelkontakt. Um das Aufkommen an rPET für Lebensmittelkontaktmaterial zu erhöhen, ist es aus Sicht des Deutschen Verpackungsinstituts sinnvoll, dafür zu sorgen, dass Material aus PET-Einwegflaschen nicht in Textilien landet. „Zudem ist die Erweiterung der Pfandpflicht auf PET-Schalen für bspw. O+G eine Überlegung wert“,

schlägt Kim Cheng, DVI-Geschäftsführerin, vor. „Beim Einsatz von mehr Rezyklat brauchen wir vor allem mehr Unterstützung und Wegbereitung durch Politik und Regulierer. Denn Kunststoff-Rezyklat kann viel mehr, als nur Blumentöpfe und Parkbänke. Die größten und nachhaltigsten Chancen liegen im Bereich der Lebensmittelverpackung. Hier können wir kreislauftechnisch ein wirklich großes Rad drehen, wenn die nötigen Zertifizierungen und Freigaben erfolgen.“ Auch eine Studie der Gesellschaft für Verpackungsmarktforschung im Auftrag der Klimaschutzoffensive des Handels kommt zu dem Ergebnis, dass in Deutschland mehr recycelte Kunststoffe für Verpackungen genutzt werden könnten. Bedingung: mehr qualitativ hochwertige Rezyklate auf dem Markt und weniger gesetzliche Hürden. Die Studie zeigt, dass nur bei 10 % der Plastikverpackungen keine bis geringe Hemmnisse für den Einsatz von Rezyklaten bestehen. 

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CARTON PACK  Durch das Projekt Social Plastic® kann das italienische Unternehmen die an den Stränden gelandeten Plastikprodukte wieder auf den Markt bringen, was mit einem ökologischen und sozialen Nutzen verbunden ist. Social Plastic® ist die Bezeichnung des 2020 von Carton Pack gestarteten Projekts, mit dem das Unternehmen sein Bestreben in Richtung Kreislaufwirtschaft stärker ins Bewusstsein rücken will. Somit kann die Verschmutzung der Meere verhindert und ein effektiver Beitrag zur Verbesserung der Lebensbedingungen der Bevölkerung der Entwicklungsländer geleistet werden, denen sich bessere Zukunftschancen in Bezug auf Gesundheitsversorgung und Schulbildung auftun. Denn die „Collectors” erhalten für das Sammeln eine Entlohnung. In puncto Arbeitskräfte legt Plastic Bank Corp., das Un-

Fotos: Carton Pack

Vision einer Kreislaufwirtschaft

ternehmen, das die Social Plastic® Initiative ins Leben gerufen hat, besonderen Wert auf die Einbeziehung vieler Frauen und auf die Bekämpfung von Kinderarbeit. Für ein Höchstmaß an Transparenz werden sämtliche Transaktionen erfasst und in allen Phasen nachvollziehbar aufgezeichnet, um illegale Aktivitäten auszuschließen. Es ist keine Verwendung von Bargeld vorgesehen, und

alle Stationen der Lieferkette sind von der Sammlung bis zum Versand unter Bereitstellung von Eignungsnachweisen für die Rechtmäßigkeit des Verfahrens lückenlos kontrolliert und nachverfolgbar. Im Bewusstsein um die Bedeutung der Investitionen in verantwortungsbewusste und nachhaltige Strategien ging Carton Pack 2021 einen Schritt weiter und beschloss eine Verbesserung ihrer Produkte. Damit sollten diese attraktiver für den Markt gemacht, jedoch vor allem die Bedeutung der Wiederverwendung von Verpackungen im Hinblick auf die ökologische und wirtschaftliche Nachhaltigkeit unterstrichen werden. Zur Erreichung dieses Ziels sind die

Durchschnittliche Verbraucherpreise in Deutschland (in Euro) in der 8. KW Artikel OBST Äpfel Tafelbirnen Erdbeeren, ausländische Ware Heidelbeeren Apfelsinen Mandarinen u.ä. Bananen Mango GEMÜSE Eissalat Salatgurken Strauchtomaten Mini-Strauchtomaten Paprika Broccoli Möhren, ohne Laub Zwiebeln

Ø Einheit

Ø Wo

Ø Vwo

Ø VjWo Ø Wo vs. VjWo

1 kg 1 kg 1 kg 1 kg 1 kg

2,07 1,97 4,53 10,17 1,38

2,05 2,01 4,85 8,11 1,41

1,90 2,19 3,75 8,60 1,40

8,9 -9,9 20,7 18,3 -1,8

1 kg 1 kg Stück

2,45 1,19 0,94

2,58 1,11 0,88

2,49 1,23 1,38

-1,4 -3,7 -31,6

Stück Stück 1 kg 1 kg 1 kg 1 kg 1 kg 1 kg

0,78 1,10 2,62 7,32 2,67 1,79 1,11 1,21

0,85 1,11 2,59 7,69 2,75 1,90 1,11 1,26

0,97 0,79 2,73 7,33 2,73 1,81 0,89 1,20

-19,3 38,3 -4,0 -0,1 -2,3 -0,9 24,4 1,2

Anmerkungen: Mittelwerte für die einzelnen Geschäftstypen und für Deutschland insgesamt: mit Umsatzanteilen gewichtet. WO vs. VjWo in %: Prozentuale Veränderung des vorläufigen Wochenmittelwertes gegenüber der Vorjahreswoche. Quelle: Verbraucherpreisspiegel der AMI auf Basis des GfK-Haushaltspanels. © AMI. Alle Rechte vorbehalten. Abdruck, Auswertung und Weitergabe nur mit schriftlicher Genehmigung.

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aus Social Plastic® gefertigten Carton Pack Produkte an der Unterseite gekennzeichnet, um für den Endverbraucher erkennbar zu sein. Er soll sich des Werts der Verpackung bewusst und integraler Bestandteil der Kreislaufwirtschaft werden. Die Produkte aus Social Plastic® sind für den Lebensmittelkontakt geeignet und stehen herkömmlichen Produkten in Bezug auf Struktur und Widerstandsfähigkeit in nichts nach. Alle Produkte des Carton Pack Sortiments können in der Variante Social Plastic® mit entsprechender Kennzeichnung an der Unterseite produziert werden, wodurch sie zu einem wesentlichen Träger dieser neuen Kreislaufwirtschaft wird.

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Nachhaltig zukunftsorientiert – O+G-Schalen für jeden Bedarf fremondo Verpackungen ► Der Markt der Zukunft verlangt kreative und innovative Verpackungslösungen. Als inhabergeführtes Unternehmen mit hoher Fachkompetenz setzt fremondo Verpackungen nach eigenen Angaben Akzente im Bereich nachhaltiger Verkaufsverpackungen für O+G und bedient gleichzeitig die Nachfrage nach etablierten Lösungen.

Frank Bänsch, Geschäftsführer von fremondo Verpackungen

N

achhaltigkeit, Plastikvermeidung bzw. -reduzierung sind Themen, die die Diskussion um verpacktes Obst und Gemüse weiterhin bestimmen. Dabei sind die Anforderungen unverändert hoch: Die Produkte sollen sich für den Konsumenten attraktiv und appetitlich am Point of Sale präsentieren. Technische Erfordernisse für die problemlose Verarbeitung innerhalb des Verpackungsprozesses sind – auch unter Kosten-Gesichtspunkten – einzuhalten. Eine grundsätzliche Umstellung auf nachhaltige Verpackungslösungen ist jedoch ein längerfristiger Prozess, bei dem alle Unternehmen involviert sind, so fremondo Verpackungen. Vor diesem Hintergrund verfolgt der Schalen-Spezialist mit Sitz im niederrheinischen Willich nahe Düsseldorf eine differenzierte Strategie. Der Geschäftsführer Frank Bänsch, seit über 33 Jahren im Verpackungsgeschäft, legt besonderen Wert darauf, die ganze Materialvielfalt von Karton über r-PET mit hohem Recyclinganteil bis hin zu konventionellem Kunststoff anzubieten. Denn: „Alle Materialien haben dank spezifischer Eigenschaften durchaus ihre Berechtigung.“

Breites Portfolio, optimale Versorgung Motor für die vielfältige Sortimentsgestaltung ist das Bestreben, mit einem breiten Produktportfolio die optimale Versorgung der Kunden zu gewährleisten. Darum engagiert sich

fremondo in allen Entwicklungsstufen – angefangen von der Designund Produktentwicklung bis hin zur fertigen Schale. Gemeinsam mit leistungsstarken Produktionspartnern investiert das Unternehmen immer wieder in neue Werkzeuge und kreiert so neue Artikel. Im Kartonschalen-Segment wurde

jüngst eine neue Serie aufgelegt, die Nachhaltigkeit, Funktionalität und wirtschaftliche Betrachtung miteinander vereinbaren soll. Die neuen braunen Kartonschalen sind in drei Qualitäten erhältlich, die sich in Optik und Haptik unterscheiden: Kraftkarton Braun, Kompaktkarton Braun sowie das von fremondo ei-

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Fotos: fremondo Verpackungen

fremondo Obstund Gemüseschalen aus Karton, r-PET und PP

gens entwickelte Design Paper-Look Braun. Alle Varianten können grundsätzlich bedruckt und unbedruckt geliefert werden; sie lassen sich nach Gebrauch problemlos entsorgen und recyclen, so das Unternehmen. Parallel erweitert fremondo das r-PET-Schalensortiment im Bereich von Salat, Fresh Cut und Convenience um zahlreiche neue Modelle. „Als ambitionierter und dynamischer Marktpartner für Verpackungsmittel-Hersteller, Abpacker und den Lebensmitteleinzelhandel agiert fremondo flexibel und zuverlässig und gewährleistet, dass Kunden bedarfsgerecht und effizient versorgt werden – mit bewährten und innovativen Verpackungslösungen“, heißt es abschließend. 

Erste Silphie-Verpackungen am Markt

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ürgen Schartschinski, Bereichsleiter Einkauf Obst und Gemüse bei Kaufland erklärte dazu: „Das nachhaltige Konzept von OutNature hat uns voll überzeugt. Mit den neuen Silphie-Verpackungen stärken wir die Identität unserer Eigenmarke K-Bio.“ Zuerst würden Kresse, weiße und braune Champignons sowie Tomaten der Kaufland-Eigenmarke K-Bio in der Verpackung angeboten. Wie es weiter heißt, könne das Silphie-Papier bei einer Vielzahl von Papieranwendungen eingesetzt werden. Im Vordergrund ständen dabei insbesondere Verpackungsanwendungen mit direktem Lebensmittelkontakt. Dietmar Böhm, Geschäftsführer von PreZero, ergänzte: „Der Start unserer Silphie-Verpackungen bei Kaufland ist für den Markteintritt von OutNature eine hervorragende Ausgangsposition, um zukünftig auch andere Kun-

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den von unseren innovativen Verpackungslösungen zu begeistern. Mit OutNature erschließen wir eine gänzlich neue Rohstoffquelle und wollen auch weiterhin neue Wege beschreiten.“ Für die Idee, aus Silphie-Fasern nachhaltige Verpackungen herzustellen, wurde OutNature Ende 2020 mit dem Deutschen Verpackungspreis in der Kategorie „Neues Material“ ausgezeichnet. Anfang 2021 folgte der Gewinn des renommierten WorldStar Awards der World Packaging Organisation (WPO) in der Kategorie „Packaging Materials & Components“. Wie OutNature erläuterte, werden die Pflanzenfasern der Silphie mittels eines biothermischen Verfahrens separiert. Neben dem Ersatz von Papier- und Kartonageverpackungen sollen die Silphie-Produkte in Zukunft auch als Alternative für Kunststoffverpackungen getestet werden. 

Foto: Kaufland

Kaufland ► Mit OutNature entwickelt PreZero nach eigenen Angaben nachhaltige Faser- und Papierprodukte für Verpackungslösungen in Handel und Industrie. Die Verpackungen auf Basis der SilphiePflanze werden nun erstmals im Bereich Obst und Gemüse bei Kaufland in den Handel gebracht.

Kaufland bietet zunächst u.a. Kresse in den SilphieVerpackungen an. Ziel ist es, die Identität der Eigenmarke K-Bio zu stärken. 09 I 2021


Studie sieht nachhaltige und langlebige Rohstoffbasis für Wellpappe

Foto; VDW

VDW  Nach Ergebnissen der Studie „Nachhaltiger Papierkreislauf – eine Faktenbasis“, des bifa Umweltinstituts können Papierfasern in der Wellpappe unter Laborbedingungen mindestens 20-mal ohne nennenswerten Qualitätsverlust recycelt werden. Die Analyse wurde auf Grundlage wissenschaftlicher Untersuchungen im Auftrag des Verbandes Deutscher Papierfabriken e.V. erstellt. „Die neue Faktenbasis liefert aktuelle Belege zur Nachhaltigkeit papierbasierter Verpackungen – und widerlegt zugleich ältere Untersuchungen“, kommentiert der Geschäftsführer des Verbandes der Wellpappen-Industrie e.V. Dr. Oliver Wolfrum die Veröffentlichung. Die bislang häufig zitierte Anzahl von maximal sieben Recyclingzyklen für Papierprodukte stamme aus älteren Analysen, die jedoch auch insgesamt weniger Wiederaufbereitungsprozesse einbezogen hätten. „Die Studie des bifa Umweltinstituts bestätigt nun einen neuen Kenntnisstand und zeigt, wie langlebig die Basis der Wellpappe ist“, so Wolfrum. Die sehr gute Recyclingfähigkeit schaffe die Voraussetzung für die in Deutschland schon größtenteils gelebte Praxis: Wellpappe bestehe hier bereits zu etwa 80 % aus altpapierbasierten Papieren. Mit Blick auf den nachwachsenden Primärrohstoff Holz stelle die bifa-Studie fest, dass dieser bilanziell keine Treibhausgas-Emissionen verursacht und bei nachhaltiger Nutzung das Ökosystem Wald nicht beeinträchtigt. Eine Analyse der Holzherkunft zeige, dass Rodungen oder die Umwandlung von Primär- und naturnahem Wald überwiegend anderen Zwecken als der Papierherstellung dienen, etwa der Gewinnung landwirtschaftlicher Nutzflächen in Südamerika. Mit der Zertifizierung von Waldflächen und mit dem Erwerb von FSC- oder PEFC-zertifiziertem Holz, Faserstoff oder Papier unterstützten zudem viele Unternehmen eine nachhaltige Waldwirtschaft.

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Laut der Studie des bifa Umweltinstituts können Papierprodukte mehr als die bislang angenommenen sieben Recyclingzyklen durchlaufen. 09 I 2021

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Eine Bestandsaufnahme innovativer Technologien JKI | SmartProtect ► Mit dem Projekt SmartProtect verfolgt das Julius Kühn-Institut in Zusammenarbeit mit Partnern aus Wissenschaft und Wirtschaft das Ziel, Wissens- und Kommunikationslücken in Bezug auf Innovationen für den Integrierten Pflanzenschutz (IPM) in verschiedenen Gemüsebaukulturen im Freiland und Gewächshaus zu schließen. Das Fruchthandel Magazin ließ sich von den Projektverantwortlichen Dr. Elias Böckmann und Dr. Mohamed Baklawa Herausforderungen, Vorgehensweise und Vorteile der digitalen Plattform erklären.

Wie arbeiten Sie als Forschungsinstitut mit Ihren Partnern bei diesem Projekt zusammen? Wie werden Technologien wie Sensortechnik und Künstliche Intelligenz miteinbezogen?

102 | FRUCHTHANDEL

Das Projekt zielt u.a. darauf ab, Gemüseproduzenten einzubeziehen und Besuche von Demonstrationsstätten zugänglich zu machen.

Fotos: JKI

Welche Herausforderungen sehen Sie derzeit bei der Vermittlung von Wissen zu IPM? Elias Böckmann: Der Markt ist sehr dynamisch und es sind viele kleine Firmen auf dem Markt, die teilweise nur wenige, spezifische Produkte anbieten. Und das Angebot beschränkt sich derzeit teilweise auf einzelne Länder. Entsprechend schwierig ist es für Anwender den Überblick zu behalten und das für seine Zwecke passendste Produkt zu finden. Weiterhin muss der Anwender auch abschätzen können, ob das Produkt einen Mehrwert für seine spezifische Anbausituation bietet und ob es sich in das bestehende Anbausystem integrieren lässt. Bei diesen Entscheidungen soll SmartProtect Hilfestellungen geben.

SmartProtect soll Hilfestellungen zu Fragen nach dem Mehrwert eines Produkts für spezifische Anbausituationen geben.

Mohamed Baklawa: Wesentlich für das Projekt sind ausschließlich Techniken, die Marktverfügbar sind oder bei denen eine Markteinführung innerhalb weniger Jahre absehbar ist. Wir haben gemeinsam mit den Projektpartnern innovative Anwendungen aus der EU und der ganzen Welt zusammengetragen. Derzeit werden die Informationen zu den einzelnen Technik-Produkten von den jeweiligen Projektpartnern vervollständigt. Sensortechnik und Künstliche Intelligenz im Sinne von maschinellem lernen sind integraler Bestandteil vieler dieser Technikprodukte. Sensortechnologien bieten zerstörungsfreie, objektive Messungen des Pflanzenwachstumsstatus und des Gesundheitszustands von Pflanzen und haben den zusätzlichen Vorteil, dass das Auftreten von Stress vor der Ausprägung sichtbarer Symptome erkannt werden und entsprechend schnell reagiert werden kann. Darüber hinaus ermöglichen Sensortechnologien die An-

wendung der richtigen Menge zur richtigen Zeit und am richtigen Ort. Ein einfaches Beispiel ist die gezielte Anwendung von Pflanzenschutzmitteln auf die Pflanze, bei der etwa durch das direkte Besprühen der Pflanzen Bestandslücken ausgespart werden. Diese Innovation ist einfach und leicht umsetzbar, indem vorhandene Spritztechnik angepasst und ergänzt wird. Sensortechnologien an Drohnen könnten gleichzeitig überwachen und sprühen. Gibt es bestimmte Produkte die bei Ihrer Forschung innerhalb des Projekts im Mittelpunkt stehen? E. Böckmann: Eine sinnvolle technische Unterstützung im Pflanzenschutz erfordert effiziente Erfassung der Schadorganismen und Klimadaten, eine Darstellung dieser Daten in anwenderfreundlichen und zuverlässige Entscheidungsunterstützungssysteme (DSS – Decision Support System) und eine Umsetzung 09 I 2021


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dieser Informationen durch intelligente Applikationstechnik. Schwerpunkte im Projekt bilden daher z.B. innovative Fallensysteme zum Erfassen von Schadinsekten. Diese Werkzeuge sind für eine erfolgreiche IPM-Strategie von zentraler Bedeutung, denn die Nutzung von DSS erfordert effiziente Überwachungssysteme, die detektieren, identifizieren und den Schädlingsdruck auf verschiedenen räumlichen und zeitlichen Skalen sowie die Populationsdynamik von Nützlingen erfassen. Im Bereich der Bilderkennung können im Handel erhältliche Produkte die Anzahl der Schädlinge, die auf Klebtafeln gefangen werden weitgehend autonom aufzeichnen. Darüber hinaus bieten etwa Flügelschlagsensoren ein großes Potenzial zur Identifizierung von Insekten. Wenn diese Informationen dann durch gut gemachte DSS dem Produzenten verfügbar gemacht werden, und eine zielgerichtete Applikationstechnik diese Informationen umsetzen kann, wäre für einen nachhaltigen Pflanzenschutz sehr viel erreicht. Daher spielt auch Technik für einen gezielteren Pflanzenschutzmittel-, UV-Licht-, und Nützlingseinsatz, aber auch die Kompatibilität der Systeme untereinander eine wichtige Rolle.

Wie können interessierte Produzenten die Informationen von der Plattform abrufen? M. Baklawa: Die SmartProtect Online-Plattform wird es Produzenten ermöglichen, die Technologien und Lösungen nach ihren Anforderungen, ihrer Relevanz, Anwendbarkeit und Durchführbarkeit zu ordnen. Sprich: Es wird ein schneller Überblick über aktuelle innovative Technik geboten, und diese kann schnell nach der gewünschten Anwendung gefiltert werden. Zu den ausgewählten Techniken können dann weiterführende Informationen abgerufen werden. Nach Abschluss des Projekts wird die SmartProtect Online Data Sharing Plattform in die EURAKNOS E-Knowledge Reservoir-Plattform integriert und in die agricultural European Innovation Partnership (EIP-AGRI) aufgenommen, um die langfristige Verfügbarkeit der hergestellten Materialien sicherzustellen. Die Plattform bietet weiterhin einen Service für Anbieter von innovativer Technik. Diese können Informationen zu Ihren Produkten nach definierten Kriterien eingeben, die dann nach Überprüfung durch das Projekt Konsortium ebenfalls auf der Plattform bereitgestellt werden. Dies kann gerade für Nischenprodukte

Intelligente Technik kann Anwendern helfen, die Notwendigkeit von Pflanzenschutzmaßnahmen genauer einzuschätzen. 09 I 2021

kleiner Firmen schnell eine bessere Bekanntheit und damit auch eine bessere Verfügbarkeit für die Produzenten bringen. Wie gewährleisten Sie einen möglichst effizienten Beitrag zur praktischen Arbeit der Erzeuger? M. Baklawa: SmartProtect zielt darauf ab, Gemüseproduzenten einzubeziehen und Besuche von Demonstrationsstätten zugänglich zu machen, die Teilnahme an Workshops mit mehreren Parteien zu erleichtern und gemeinsam von Innovationen und Vorteilen aus Forschung und Entwicklung in anderen Regionen Europas zu lernen. Neben den Produzenten und Beratern spielen auch Universitäten und Forschungseinrichtungen eine wichtige Rolle, speziell im Bereich der innovativen Technikentwicklung. Forschungseinrichtungen und Praxispartner sind daher als Mitglieder des Projekt Konsortiums aktiv beteiligt. Sie werden insbesondere die Wissensbasis für das Projekt bereitstellen, indem sie eine Bestandsaufnahme innovativer Technologien durchführen, Systeme bewerten und die effektivsten Methoden und Technologien in praxisnahen Versuchen testen. Aktuell können aber auch Produzenten und Experten aus dem Bereich Pflanzenschutz, die nicht teil des Projektes sind, einen wichtigen Beitrag zu den Projektergebnissen leisten: nämlich indem Sie an einer breit angelegten Umfrage zu innovativen Pflanzenschutz

Praxispartner führen eine Bestandsaufnahme innovativer Technologien durch und testen die effektivsten Methoden in praxisnahen Versuchen.

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techniken teilnehmen, die in Kürze auf der Projekt-Website verfügbar sein wird. Wie schätzen Sie den Beitrag von Smart Farming zu nachhaltiger Landwirtschaft ein? E. Böckmann: Intelligente Technik kann einen ganz entscheidenden Beitrag zur Nachhaltigkeit der Landwirtschaft und speziell im Gartenbau leisten. Im Bereich Pflanzenschutz ist hier vor allem der Bereich Monitoring zu nennen, der es Anwendern ermöglicht, die Notwendigkeit von

Pflanzenschutzmaßnahmen genauer einzuschätzen. Bei der Ausbringung von Pflanzenschutzmitteln, aber auch Nützlingen wiederum hilft eine gezielte Spot-Applikation, die Ausbringung nur auf notwendige Bereiche zu beschränken, also z.B. nur auf die Pflanzen oder sogar nur auf befallene Bereiche im Bestand. Und die schnelle und effiziente Detektion mit smarter Sensortechnik verringert Fehlanwendungen und ermöglicht die frühzeitigere und damit auch wieder nachhaltigere Reaktion auf Schaderreger. Aber na-

türlich schließt der Einsatz smarter Technik in ähnlicher Weise eine optimierte Düngung, Bewässerung so wie Ernte- Lieferungs- und Vermarktungsplanung mit ein. Insgesamt ist der mögliche Beitrag also immens, auch wenn man bei alledem nicht vergessen sollte, dass die Erfahrung und Kenntnis des Betriebsleiters für sein Anbausystem die wichtigste Ressource bleibt – alle intelligente Technik kann ihn nur bei einer Entscheidungsfindung unterstützen. 

Ananas auf Höhenflug Malaysia ► Food Waste und dessen Reduzierung beschäftigt alle Produktionsstufen und die Gesellschaft in besonderem Maße. Nun scheinen Forscher an der Putra University in Malaysia eine Möglichkeit gefunden zu haben, Ananasblättern, die normalerweise weggeworfen werden, neues Leben einzuhauchen.

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Foto: Andre/AdobeStock

n Hulu Langat, 65 km von Kuala Lumpur entfernt, werden die Ananas produziert, deren Blätter Professor Mohamed Thariq Hameed Sultan und sein Team auf verschiedene Verwendungsmöglichkeiten hin getestet hat. „Das Blatt wird in eine Faser umgewandelt, die die Luft- und Raumfahrt für den Bau von Rahmen für unbemannte Flugzeuge oder Drohnen verwenden kann. Im Grunde genommen erfinden wir eine Drohne“, erklärte er gegenüber Reuters. Tests haben ergeben, so Sultan, dass die Drohnen aus dem Bio-Verbundstoff ein höheres Verhältnis von Festigkeit zu Gewicht hätten als solche aus synthetischen Fasern. Außerdem seien sie kostengünstiger, leichter und einfacher zu entsorgen. Im Falle einer Beschädigung könne der Rahmen der Drohne vergraben werden und würde sich innerhalb von zwei Wochen zersetzen.

Ertrag und Einkommen steigern, Arbeit erleichtern „Der Prototyp war in der Lage auf 1.000 m Höhe zu steigen, die Flugzeit lag bei rund 20 Minuten“, so der Professor, der bereits über die Entwicklung einer größeren Drohne nachdenkt, die größere Nutzlasten, einschließlich Bildsensoren für landwirtschaftliche Zwecke und Inspektionen aus der Luft aufnehmen kann. „Unsere Aufgabe ist es, der Industrie und den Landwirten, zu helfen, den Ertrag zu steigern und die Arbeit zu erleichtern“, sagte William Robert Alvisse von der Malaysian Unmanned Drones Activist Society, die bei der Entwick 104 | FRUCHTHANDEL

Ananasblätter werden in Fasern umgewandelt, die für den Bau von unbemannten Drohnen verwendbar sind.

lung der Drohne half und das Projekt berät. Die Erzeuger hoffen, dass das Drohnenprojekt weitere Innovationen nach sich zieht, die dann für eine Erhöhung ihres Einkommens sorgen könnten. Denn wie der Erzeuger Irwan Isamail erklärt: „Covid-19 und die damit einhergehenden wirtschaftlichen Probleme machen es derzeit unmöglich, unsere Einkommen zu verbessern.“ 

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Agrarroboter sind in Deutschland ein Novum Agrartechnik | BayWa ► Eine der großen Herausforderungen in den kommenden Jahren ist eine weitestgehende Digitalisierung in der Produktion zu erreichen. Ein Vorreiter-Unternehmen in diesem Bereich ist die BayWa, München. Das Fruchthandel Magazin sprach mit Benedikt Mangold, Leiter Global Produce, Jörg Migende, Chief Development Officer Agrar/Technik und Tobias Rapp, Produktmanager Robotik, über verschiedene Projekte, die die Produktion revolutionieren werden. Gabriele Bastian

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Die BayWa Robotik-Experten Tobias Rapp (l.), Michael Deyerler und Alfons Fischer (r.) an dem BayWa Versuchsstandort Gründl in Oberbayern. Foto: E.-M. Ludwig, trurnit GmbH

Noch sind viele Möglichkeiten Künstlicher Intelligenz Zukunftsmusik. Die Digitalisierung hat die Landtechnik aber bereits jetzt schon revolutioniert. Was sind die Hauptgründe für die BayWa, sich im Bereich KI und Robotik engagieren? Benedikt Mangold: Künstliche Intelligenz und vernetzte Technologien helfen der Landwirtschaft Prozesse entlang der gesamten Wertschöpfungskette ressourcenschonend, nachhaltig und effizient zu gestalten. Durch digitale Lösungen eröffnen sich für die Landwirtschaft neue Chancen, um Betriebsprozesse zu optimieren und damit sowohl kosteneffizienter als auch nachhaltiger zu wirtschaften. Tobias Rapp: Vor allem im Gemüsebau und im handarbeitsintensiven Sonderkulturbereich wird der Bedarf an autonomen und intelligenten Technologien immer größer. Der gesellschaftspolitische Wandel hin zu einer „nachhaltigeren“ Landwirtschaft, die Abhängigkeit von Saisonarbeitskräften und der geringere Einsatz von synthetischen Pflanzenschutzmitteln führen dazu, dass sich die Landwirte vermehrt nach „intelligenten“ Alternativen umschauen. Das wird in Zukunft weiter zunehmen. Technologisch betrachtet sind wir den Kinderschuhen dabei schon entwachsen – es gibt längst Maschinen, die zuverlässig Beikraut regulieren und Unkraut zupfen oder im Obstbereich selbstständig Äpfel ernten. Bezüglich des praktischen Einsatzes stehen wir weltweit am Anfang einer vielversprechenden Entwicklung.

Welchen Schwerpunkt setzt die BayWa im Bereich KI? T. Rapp: Agrarroboter sind in Deutschland immer noch ein Novum – unser aktueller Fokus liegt darum darauf, Landwirte und Multiplikatoren aus Wissenschaft, Entwicklung und Anwendung auf die enormen Möglichkeiten aufmerksam zu machen und gemeinsam mit Pilotkunden Erfahrung zu sammeln. Die Bayerische Landesanstalt für Wein- und Gartenbau Bamberg beispielsweise führt seit 2020 umfängliche Feldversuche mit einem Roboter in Gemüsekulturen durch. Jörg Migende: Wie viel Potenzial im Sonderkulturbereich steckt, kann man auch in den Niederlanden sehen: Unsere Tochter Abemec hat dort bereits im ersten Jahr fünf Roboter in den Markt gebracht. B. Mangold: Unabhängig davon sind auf den Apfelplantagen unserer neuseeländischen Beteiligung T&G Global bereits vor zwei Jahren Ernteroboter zum Einsatz gekommen.

Die Roboter pflücken vor allem in schwer erreichbaren, oberen Baumebenen und helfen natürlich, die körperliche Belastung für die Erntearbeiter zu reduzieren. Gleichzeitig – das ist besonders wichtig – steigt dadurch die Arbeitssicherheit. Und in den USA hat die T&G-Tochter Oppy Feldversuche mit Ernterobotern in Erdbeeren auf den Weg gebracht. Sie sehen also, die Themen „Robotik“ und Künstliche Intelligenz sowie deren Anwendungen treibt die BayWa rund um den Globus an. Wie sieht die Welt eines Gartenbaubetriebes 2030 aus der Sicht der BayWa aus? J. Migende: Die gesellschaftspolitischen Anforderungen, der Fachund Arbeitskräftemangel und der Ernährungsbedarf einer wachsenden Weltbevölkerung bei gleichzeitig sinkender Ressourcenverfügbarkeit werden in der Landwirtschaft zu deutlichen Veränderungen führen. Dass die landwirtschaftliche 09 I 2021


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Produktion bis 2030 komplett autonom erfolgen wird, sehe ich Stand heute nicht. Und dort, wo autonome Maschinen wie Roboter schon im Einsatz sind, müssen sie bei uns immer noch unter menschlicher Kontrolle arbeiten. Das muss auch so sein. Denn die Frage, wer haftet, wenn autonome Maschinen – warum auch immer – ihr Arbeitsgebiet verlassen – ist nach gültiger Rechtspraxis bisher noch unklar. Aber hier liegt einer der Schlüssel für die Zukunft von Robotik und AI in der Landwirtschaft: den Anwendern muss ein sicherer Rechtsrahmen geschaffen werden. T. Rapp: Dass der Einsatz von Robotern zunehmen wird, steht demnach außer Frage. Steigende Produktionskosten, Arbeitskräftemangel sowie der gesellschaftliche und politische Wille, den Einsatz von synthetischen Pflanzenschutzmitteln deutlich zu reduzieren, machen effiziente Alternativen dringend notwendig. Im Gartenbaubetrieb 2030 werden also Mensch und Maschine „im Team“ arbeiten: der Landwirt plant und der Roboter führt aus, dies mit der AI zunehmend autonom. Wir werden also eine ähnliche Arbeitsteilung sehen wie bei GPS-gesteuerten Traktoren: Auch dort entlastet die Maschine den Menschen enorm, so dass sich dieser auf die schwierigeren Prozesse konzentrieren kann. Roboter erobern verschiedenste Lebensbereiche. Welche Einsatzmöglichkeiten sehen Sie im Gartenbau? T. Rapp: Die BayWa zeigt praktische Anwendungsmöglichkeiten: Seit 2020 sind wir in Bayern, BadenWürttemberg und Sachsen Vertriebspartner von Naio Technologies. Mit Dino und Oz verfügt Naio über zwei praxisreife, elektrisch angetriebene Roboter für die mechanische Beikrautregulierung. Klassische Einsatz09 I 2021

felder sind hier der Gemüse- und Kräuterbau sowie Baumschulen. Ob Salat, Kohl, Lauch, Sellerie, Petersilie – allein im Gemüsebau gibt es kaum Grenzen. Technologisch gesehen gilt das auch für weitere Einsatzgebiete: Der Dino bspw. besteht aus einem Trägerfahrzeug mit Werkzeughalter, an dem die jeweils notwendigen Werkzeuge angebaut werden könnten, z.B. für die Aussaat und Pflanzung. Mag vieles bisher noch Zukunftsmusik sein, werden wir in den nächsten Jahren in verschiedenen landwirtschaftlichen Bereichen Roboterlösungen sehen. Die Ernte z.B. ist ja im Sonderkulturbereich genauso handarbeitsintensiv wie das Hacken und bisher enorm abhängig von Saisonarbeitskräften. Setzt der Einsatz z.B. von Robotern nicht besonderes digitales, technisches Wissen der Anwender voraus? Gibt es Schulungen? J. Migende: Viele Landwirte sind sehr technikaffin und immer auf der Suche nach Innovationen; wir haben Kunden, die sich schon sehr detailliert mit diesem Thema beschäftigen. Auf ihren Höfen setzen sie bereits Spurführungssysteme und Kamera- oder GPS-gesteuerte Hacktechnik ein – also Technik, die auch in den Robotern verbaut ist. Für diese Kunden ist der Schritt zum Agrarroboter kürzer und natürlich auch einfacher und wir können mit unserer Beratung bereits auf Vorwissen aufbauen. Fortschritt bedeutet auch hier, dass einzelne Landwirte entscheidende Schritte vorangehen und die Gemeinschaft ihnen dann folgt. 2020 hat sich gezeigt, wie sensibel der Saison-Arbeitskräftemarkt ist. Wegen der Pandemie kamen viele Erntehelfer nicht dort hin, wo sie dringend

Foto: T&G Global

Foto: Naio Technologies

Der Hackroboter Oz in Aktion

Der Apfelpflückroboter von Abundant Robotics im Einsatz in einer T&G Apfelplantage in Neuseeland.

gebraucht wurden. Inwieweit können hier intelligente Maschinen Menschen ersetzen? B. Mangold: Die Kehrseite einer zu großen Abhängigkeit von Saisonarbeitskräften ist zwar kein neues Phänomen, sie hat sich in der CoronaPandemie aber weiter verstärkt. Die Lücke an Erntehelfern, die vor einem Jahr aufgrund von Einreisebestimmungen auch in Deutschland entstanden ist und die sich auch in diesem Jahr wieder mit den Virus-Mutationen abzeichnet, hätten die Roboter aktuell trotzdem nicht schließen können. Ziel der Automation ist auch nicht, Menschen irgendwann zu ersetzen, sondern sie zu unterstützen und zu entlasten. Es ist sogar sehr wahrscheinlich, dass grüne Berufe durch den Einsatz moderner Technologien wie etwa Robotik an Attraktivität gewinnen und gut ausgebildete Fachkräfte für Anwendung und Service anzieht. Vergleichbares haben wir in den letzten zehn Jahren im Landmaschinenservice erlebt. Drohnen mit Kameratechnik können die Entwicklung des Pflanzenbestandes beobachten. Welche Möglichkeiten bietet die BayWa auf diesem Gebiet? J. Migende: Der Einsatz von Drohnen in der Landwirtschaft nimmt zu und unterstützt auch unsere Smart Farming Anwendungen. Besonders bei der biologischen Schädlingsbekämpfung im Mais verzeichnen wir stark steigendes Interesse. Zielobjekt des Drohneneinsatzes ist der Maiszünsler, ein Schädling der beim Maisanbau erheblichen wirtschaftlichen Schaden anrichten kann. Laut Schätzungen werden jedes Jahr vier Prozent der weltweiten Maisernte – rund 41 Millionen Tonnen – durch den Maiszünsler vernichtet. Rein rechnerisch entspricht das zehn Jahresernten Mais in Deutschland. 

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5.000STE AUSGABE

Wer vorkocht, isst gesünder Essverhalten ► Zeig mir, was du isst, und ich sage dir, wie viel Stress du hast. Wissenschaftler der University of Georgia (UGA) haben in der „Family Matters Study“ herausgefunden, dass täglicher Stress gesunde Essgewohnheiten beeinträchtigen kann. In Familien könnten gestresste Bezugsperson einer schnellen, einfachen, aber wahrscheinlich ungesunden Mahlzeit nachgeben.

Geplant Mahlzeiten zuzubereiten kann dabei helfen, Stress zu reduzieren und gesünder zu essen.

Foto: Studio Romantic/AdobeStock

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Jerica Berge, Professorin an der University of Medical School und Leiterin der Studie.

Schnelle Mahlzeiten, aber kein Fast Food

Foto: mizina/AdobeStock

ie Studie untersuchte, wie alltägliche Stressfaktoren durch Arbeit, Schule oder andere Anforderungen die Entscheidungen von Eltern oder Betreuern in Bezug auf das Essen bei Mahlzeiten und Snacks beeinflussen. Dabei kann die Vorbereitung am Vorabend helfen, sich an gesundes Essen zu halten, selbst wenn Eltern gestresst sind, so die Wissenschaftler. „Wir wissen sehr wenig darüber, wie das Verhalten durch alltägliche Belastungen verändert wird“, sagte Allan Tate, Assistenzprofessor für Epidemiologie und Biostatistik am College of Public Health der UGA. „Die Studie zielt darauf ab, momentane Faktoren zu identifizieren, wie z.B. Stressoren oder Ärger, die den Entscheidungsprozess der Eltern in Bezug auf die Ernährung ihrer Familien mit gesunden Lebensmitteln behindern können. Wenn wir Wege finden, in diese Stressoren einzugreifen, können wir Eltern helfen, trotz Stress gute Entscheidungen für die Ernährung ihrer Familien zu treffen“, so

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Es gibt eine Menge Stress, der sehr flüchtig ist und in traditionellen Studien möglicherweise nicht nachweisbar ist, so Tate. Um diese kurzfristigen Auswirkungen beobachten zu können, wurde eine neuartige Methode zur Erfassung der Antworten der Studienteilnehmer, die als ökologische Momentaufnahme bekannt ist, verwendet. Das Familienmitglied, dass hauptsächlich für die Verpflegung zuständig ist, wurde täglich befragt, ob es Stress gab, worauf sich dieser bezog und ob er die Essenspläne der Familie verändert hatte. Dabei ging es auch um das Gesundheitsverhalten der Eltern und Kinder, z.B. wie oft sie Obst und Gemüse aßen oder zuckerhaltige Getränke konsumierten. Die meisten Familien gaben an, tagsüber ein geringes bis mittleres Maß an Stress

zu empfinden. Die häufigsten Quellen waren Anforderungen in der Arbeit oder Schule, gefolgt von familiären. Die häufigste Reaktion war, eine schnelle oder einfache Mahlzeit zuzubereiten. Das Auslassen oder Fast Food waren nicht üblich. Das Team hatte nicht den Eindruck, dass sich der Stress auf die Nahrungsauswahl der Kinder auswirkte. Ein weiterer Vorteil der Studie, so Tate, ist die Vielfalt der Stichprobe, da verschiedene ethnische Gruppen befragt wurden. Die Ergebnisse zeigten, dass es sozioökonomische und soziokulturelle Determinanten der Mahlzeitenplanung, der Mahlzeitenumgebung und des Verhaltens der Kinder gibt, die weiter erforscht werden müssen. Es zeigte sich auch, dass die Planung der Mahlzeiten mit einer Verringerung des ungesunden Naschverhaltens bei Eltern und Kindern in allen sechs Gruppen verbunden war. „Die Planung von Mahlzeiten scheint ein Puffer für unerwartete familiäre oder berufliche Belastungen zu sein“, sagte Allan Tate.  09 I 2021


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Mit LIDO gegen den Klimawandel

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igitalisierung, Robotik, Automatisierung und Künstliche Intelligenz sollen es ermöglichen, nachhaltiger zu produzieren, mit verfügbaren Ressourcen schonender umzugehen und die notwendigen Anpassungen an den Klimawandel vorzunehmen. Um diese neuen technischen Möglichkeiten für die Landwirtschaft nutzbar zu machen, soll am Versuchszentrum Laimburg in den kommenden zwei Jahren erstmals ein digitales Freilandlabor für den Obstbau, das LIDO (Laimburg Integrated Digital Orchard), eingerichtet werden. In diesem Freilandlabor werden neue Methoden und Technologien wie Sensoren, (Pflück)Roboter, stationäre Applikationstechnik, Vorhersagemodelle, Technologien der Datenübertragung und Steuerung in Kombination erforscht. Wissenschaftler, Berater, Unternehmen und Landwirte werden dabei zusammenarbeiten.

Schädlinge natürlich bekämpfen Im Frühjahr 2020 haben VOG und VIP die Option auf die Laimburger Apfelsorte Lb 4852 wahrgenom-

men. Für diese Sorte müssen nun Empfehlungen für Anbau und Lagerung erarbeitet werden, um sicherzustellen, dass die für die Vermarktung wichtigen Kriterien bezüglich äußerer Qualität und Lagerfähigkeit erreicht werden. Zu diesem Zweck intensiviert das Versuchszentrum Laimburg Versuche in diesen Bereichen. Das auf fünf Jahre ausgelegte Projekt wird von den Arbeitsgruppen „Pomologie“, „Physiologie Obstbau“ sowie „Lagerung und Nacherntebiologie“ durchgeführt. An den Kragen geht es in einem weiteren Projekt der Marmorierten Baumwanze. Das Versuchszentrum Laimburg untersucht diesen Schädling, um ihn zielgerichtet bekämpfen zu können. Besondere Bedeutung kommt dem Einsatz natürlicher Feinde wie der Samurai-Wespe zu. In Italien besteht die rechtliche Voraussetzung dazu, nicht-heimische Arten wie die Samurai-Wespe zur Eindämmung von Schädlingen freisetzen zu können. Das Versuchszentrum Laimburg führt das seit 2020 an ausgewählten Standorten in Südtirol durch und züchtet dafür Individuen nach. Nun müssen geeignete Standorte mit einer ausreichenden Anzahl an natürlich vorkommenden

Foto: Versuchszentrum Laimburg

Versuchszentrum Laimburg ► Von der Einrichtung eines digitalen Freilandlabors bis zu Empfehlungen für Anbau und Lagerung einer neuen Apfelsorte: Das Tätigkeitsprogramm 2021 des Versuchszentrums Laimburg ist vielfältig und umfasst insgesamt 306 Tätigkeiten und Projekte.

In Laimburg wird an einem digitalen Freilandlabor gearbeitet.

Eigelegen der Baumwanze gefunden werden, um eine permanente Ansiedelung der Samurai-Wespe zu erreichen. 

Autonome Drohne soll für Sicherheit sorgen

Foto: Hafen Antwerpen

HAFEN ANTWERPEN  Um die Sicherheit auf dem über 120 km² großen Gelände zu gewährleisten, setzt der Hafen Antwerpen nach eigenen Angaben auf Unterstützung aus der Luft: Zum ersten Mal kommt eine komplett autonome Drohne zum Einsatz. Damit testet die Hafenbehörde den Aufbau eines Netzwerks autonomer Drohnen, die sie in naher Zukunft bei ihren Kernaufgaben unterstützen sollen. Die Drohne wird verschiedene Anwendungsfälle testen, wie z.B. Inspektion der Infrastruktur, Überwachung und Monitoring, Vorfallmanagement, Liegeplatzverwaltung und Erkennung von Ölflecken oder Treibgut. Sie startet von einer festen Ausgangsbasis und folgt einer festgelegten Strecke im Hafen. Auf Anfrage oder in Notfällen kann sie auch eingesetzt werden. Die Drohne lädt sich über eine intelligente Dockingstation auf, die zentral über eine Webplattform verwaltet wird.

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5.000STE AUSGABE

Konjunkturbelebungsplan soll Landwirtschaft grüner machen Aktionsplan/Interfel ► Die französische Regierung hat ein milliardenschweres Programm aufgelegt, um die Wirtschaft anzukurbeln und sie auf die Herausforderungen der kommenden Jahre vorzubereiten. Von den angekündigten 100 Mrd Euro werden 1,2 Mrd Euro in den Agrar- und Nahrungsmittelsektor fließen. Damit will Paris die Ernährungssouveränität des Hexagons stärken, den ökologischen Wandel beschleunigen und die Land- und Forstwirtschaft an den Klimawandel anpassen. Irmelin Egelhoff

D Der Dachverband der Gemüseproduzenten Légumes de France will den Selbstversorgungsgrad Frankreichs bei Gemüse in den nächsten fünf Jahren auf 70 % steigern.

ie französische Landwirtschaft verliert gegenüber der europäischen und internationalen Konkurrenz seit geraumer Zeit an Boden. Stark betroffen ist vor allem der Obst- und Gemüsesektor. Jahr für Jahr wächst das Handelsdefizit. Die Hälfte des in Frankreich konsumierten Obstes und Gemüses wird inzwischen importiert. In den vergangenen 30 Jahren sind 100.000 ha der Anbaufläche verloren gegangen. Wie diese Entwicklung gebremst werden kann, ist die Frage, die die Branche umtreibt. Wenn sich der Sektor auch während der Covid-19-Krise behauptet hat und die Versorgung der Franzosen trotz schwerer Beeinträchtigungen, wie den Mangel an Saisonkräften oder Lieferengpässe und Störungen

der Logistikströme, sicherstellen konnte, so darf dieser punktuelle Erfolg doch nicht über die seit langem bestehenden strukturellen Probleme hinwegtäuschen. Anlässlich des traditionellen Presseempfangs zum Beginn dieses Jahres, der in Form einer Videokonferenz stattfand, formulierte Laurent Grandin, Präsident des Interprofessionellen Dachverbandes der Obst- und Gemüse-Branche Interfel, die strategischen Ziele der Branche: „Ökologie, Wettbewerbsfähigkeit, ein Flächennutzungsplan, das sind die großen Aufgaben, die vor uns liegen. Zu ihrer Bewältigung benötigen wir einen effizienten Zehn-Jahres-Aktionsplan und die Unterstützung der Regierung.“ Grandin erinnerte in diesem Zusammenhang

an den Strategieplan zur Wiederbelebung der O+G-Branche, den der Dachverband dem Präsidenten der Republik bereits 2018 vorgelegt hatte. Im Juli des vergangenen Jahres wurde er durch ein 21-PunkteProgramm ergänzt. „Höchste Priorität gilt dabei der Forschung und der Arbeit in den Versuchsanstalten, der Harmonisierung der Steuer-, Sozial- und Umweltvorschriften innerhalb der EU, der Stärkung unserer Position auf internationaler Ebene durch eine Rückgewinnung unserer Marktanteile und einer besseren Wertschöpfung für die Erzeugerbetriebe“, resümierte Laurent Grandin. Darüber hinaus setze die Branche auf eine Ankurbelung des Konsums. Der Verzehr von Obst und Gemüse, und damit eine gesunde Ernährung, müsse für alle zugänglich sein.

Fotos: Irmelin Egelhoff

Verzehr von Obst und Gemüse steigern

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Auch die Denkfabrik „Oui à l‘innovation“ (Ja zur Innovation), eine Ideenschmiede auf dem Gebiet der Gesundheit und des Umweltschutzes, sieht in der Förderung des Programms „5 fruits et légumes par jour“ (5 am Tag) einen wichtigen Baustein zur Verbesserung der Gesundheit der Bevölkerung durch einen gesteigerten Verzehr von Obst und Gemüse. Um der Wettbewerbsverzerrung entgegenzuwirken, müssten zudem die Kosten für Saisonarbeit in Frankreich revidiert werden. Ein weiterer Hemmschuh sei für die Branche das Verbot vieler Pflanzenschutzmittel, die in ande09 I 2021


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Laurent Grandin, Präsident des Interprofessionellen Dachverbandes der Obst- und Gemüse-Branche Interfel.

ren europäischen Erzeugerländern erlaubt seien. Eine der wichtigsten Aufgaben in den kommenden Jahren sei darüber hinaus die Lösung der globalen Erwärmung. Der Gefahr von Engpässen bei der Wasserversorgung müsse schon heute durch den Bau von Wasserspeicheranlagen entgegengewirkt werden, um die lokale Landwirtschaft zu erhalten. Eine Harmonisierung innerhalb der EU auf sozialer Ebene, und damit vor allem der Arbeitskosten, fordert auch der Verband der französischen Gemüseproduzenten, Légumes de France. Auf seinem digitalen Jahreskongress Ende November 2020 rief Präsident Jacques Rouchaussée das Ziel aus, den Selbstversorgungsgrad bei Gemüse in Frankreich von gegenwärtig 50 % innerhalb von zwei Jahren auf 60% und im Laufe der nächsten fünf Jahre auf 70% zu

steigern. Dafür sollten so weit möglich stillgelegte Flächen wieder nutzbar gemacht werden. Beim Dachverband der Agrargenossenschaften La Coopération Agricole steht die Klimaneutralität im Fokus. Schon bis zum Jahr 2035, also 15 Jahre früher als von der Regierung vorgegeben, wollen die Genossenschaften den Ausstoß von CO2 auf Null gebracht haben. Berücksichtigt werden sollen dabei sowohl die Emissionen als auch die Absorptionen.

Übergang zu nachhaltiger Landwirtschaft forcieren Das Konjunkturbelebungsprogramm der Regierung trägt vielen dieser Forderungen bereits Rechnung. Es zielt zum Beispiel darauf ab, den Übergang zur nachhaltigen Landwirtschaft zu beschleunigen. Der Staat will die Steuergutschriften für die Umstellung auf den ökologischen Landbau beibehalten und landwirtschaftliche Betriebe unterstützen, die eine HVE-Zertifizierung (Haute Valeur Environnementale) für hohe Umweltqualität anstreben. Produzenten winken Prämien, wenn sie den Einsatz von Schädlingsbekämpfungsmitteln durch die Umstellung auf neue Technologien und Produktionsmittel reduzieren. 

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5.000STE AUSGABE

Blick in die Tiefe der Pflanzen Forschung ► Wie kann die Menschheit auf die fortschreitende Verknappung von Anbaufläche zur Nahrungsmittelproduktion reagieren? Wie geht der Pflanzenbau mit einem zukünftigen Mangel von Frischwasser um? Was geschieht, wenn der internationale Handel durch Abschottung zwischen Staaten behindert wird? Antworten auf diese und andere Fragen suchen die Wissenschaftler des in Großbeeren (Brandenburg) ansässigen Leibniz-Instituts für Gemüse- und Zierpflanzenbau (IGZ). Marlis Heinz

Foto: IGZ/Vogt

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Foto: IGZ

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urz gesagt: Das IGZ betreibt pflanzenwissenschaftliche Grundlagenforschung, aber immer mit Blick auf die Praxisanwendung; es wird also ergründet, welche Mechanismen und Prozesse tief in der Pflanze ablaufen, und wie die Pflanze damit auch in Wechselwirkungen mit ihrer Umwelt tritt. Ausführlicher zu beschreiben wäre das weite Forschungsfeld mit einem Blick auf alle vier Kernthemen: „Funktionelle Pflanzenbiologie“, „System Pflanze-Mikroorganismen“, „Gartenbausysteme der Zukunft“ und „Pflanzenqualität und Ernährungssicherheit“. Leiterin der letztgenannten Abteilung und in dieser Funktion auch Koordinatorin des Projektes „food4future – Nahrung der Zukunft“ ist Prof. Dr. Monika Schreiner. Das Ziel ihres Teams beschreibt sie so: „Uns treibt an, daran mitzuwirken, dass Lebensmittel und hier insbesondere pflanzen-basierte gesund sind, gut schmecken, nachhaltig erzeugt werden – und für alle Menschen ausreichend vorhanden sind.“

Am Standort Großbeeren (Brandenburg) betreibt das Leibniz-Institut für Gemüse- und Zierpflanzenbau (IGZ) zahlreiche Gewächshäuser zur Gewinnung von pflanzlichem Untersuchungsmaterial.

Prof. Dr. Monika Schreiner, Leiterin der Abteilung Pflanzenqualität und Ernährungssicherheit Koordinatorin des Projektes „food4future“

Es geht einerseits darum“, so Schreiner weiter.

Lebensmittel aus alternativen Nahrungsquellen „Pflanzen in ihrer enormen natürlichen Vielfalt als Bio-Lieferant von wertvollen Inhaltsstoffen zu sehen. Also widmen wir uns bislang eher weniger genutzten, aber regionalspezifischen Nahrungspflanzen beispielsweise heimischen Leguminosen oder auf salzhaltigem Boden wachsende Pflanzen (Halophyten). Andererseits möchten wir herausbekommen, mit welchen natürlichen Umweltreizen wir die untersuchten Pflanzen zur Produktion besonders wertvoller Inhaltsstoffe anregen können. Das könnte Licht bestimmter Wellenlänge und Intensität sein, aber auch spezifische Temperaturregime, oder die Applikation von Signalmolekülen und anderen natürlichen Elicitoren. Wir betreiben also

keine Züchtung und greifen auch nicht in die Genstrukturen ein. Wir regen die Pflanzen an, ihre eigenen, ganz natürlichen physiologischen und biochemischen Prozesse zu intensivieren oder abzuschwächen.“

Viel mehr könnte „Superfood“ heißen Erstaunlich, so bekennt die Forscherin, ist dabei die Vielfalt an Inhaltsstoffen. „Es gibt viel mehr Pflanzen, die man als ‚Superfood‘ bezeichnen könnte, als jene wenigen, die das aktuelle Marketing so anpreist. Es hat uns auch verblüfft, welche neuen Inhaltsstoffe wir immer noch entdecken und wie flexibel sich das Inhaltsstoff-Profil veränderte oder an - eben im Versuch initiierte – Umweltveränderungen anpasst.“ „Gleichzeitig kooperieren wir mit Sozialwissenschaftlern“, so Julia Vogt, Projektmanagerin des Forschungsverbundes „Food4Future“, 09 I 2021


on wird in die Städte ziehen. Damit meine ich nicht ausschließlich Nachbarschaftsgärten und auch nicht nur das Gewächshaus auf dem Dach. Ich denke an bisher ungenutzte Räume für Pflanzenfabriken: Verkehrsbegleitflächen, Industriebrachen, stillgelegte Tunnelsysteme …

Pflanzenfabrik auf dem Seitenstreifen Dabei wird es nicht mehr Monokulturen, sondern Mischanbau mit einer Vielfalt an Pflanzen und weiteren Nahrungsquellen, in zirkulären Systemen; also Ko-Kultivierung im Kreislauf. Es wird neue Materialien für diese urbanen Bioräume geben; Glas ist out – Composit-LeichtbauWerkstoffe sind in. Und in 100 Jahren? Womit könnte sich die Redaktion des Fruchthandel Magazin in seiner 10.000 Ausgabe beschäftigen? „Wir werden, obwohl wir uns von der Massentierhaltung abgewendet haben, durch die Pflanzenwelt und andere Nahrungsquellen eine viel buntere Palette an Lebensmitteln haben“, so Schreiner. „Die Ernährung insgesamt ist auf das Individuum zugeschnitten. Jeder weiß genau, welche Nährstoffe er wann in welcher Form zu sich nehmen sollte. Der Point of Sale verschiebt sich: vom Supermarkt zum Delivery Service direkt an den Verbraucher. „Ich vermute, dass Menschen nach wie vor zusammen kochen und essen, sozusagen als Event fürs Wohlbefinden. Ebenso wie gemeinsam gegärtnert wird. Aber im Alltag

Makroalgen könnten für die Ernährung der Weltbevölkerung eine größere Rolle spielen als aktuell.

greifen sie zum designten Lebensmittel, das vielleicht nur ein Nährstoff-Riegel ist“, meint Julia Vogt. Darauf, dass Agrarroboter über große Monokultur-Felder ziehen und ernten, hoffen unsere beiden Gesprächspartnerinnen nicht: „Um den Klimawandel zu stoppen, müssen die natürlichen Ökosysteme eher wieder mehr werden. Wir müssen auskommen, mit den überwiegend urbanen Anbauflächen, indem wir diese kreativ nutzen.“ 

Julia Vogt, Projektmanagerin des Forschungsverbundes „food4future“

Foto: IGZ/Vogt

den Aspekt der angewandten Forschung. „Denn was nützen unsere Ideen, wenn die Verbraucher, die in den Labors entwickelten Ideen nicht annehmen, also das Essen einfach nicht lecker finden.“ Ein ganz handhabbares – besser: trinkbares – Ergebnis der Forschung ist zum Beispiel der Halo(phyten)-Smoothie, für den die Wissenschaftler jetzt nach einem Erzeuger als Partner suchen. „Fest steht, dass das Frischwasser immer rarer werden wird, und wir uns intensiver den Pflanzen zuwenden müssen, die mit Salzwasser leben können“, so Schreiner. „Die Analyse der Inhaltsstoffe dieser Halophyten forderte zudem regelrecht auf, sie in die menschliche Ernährung einzubinden. Also haben wir einen grünen Smoothie zubereitet, der leicht salzig schmeckt.“ Andere Organismen, mit denen die Wissenschaftler in „food4future“ arbeiten sind beispielsweise Makroalgen, Quallen, die als Salate oder Chips verzehrt werden, und Insekten. Dabei geht es seltener darum, die Lebewesen als Ganzes zuzubereiten, häufiger werden nur einzelne Bestandteile wie Proteine oder Fettsäuren extrahiert und weiterverarbeitet. Welche Denkansätze haben die Forscher also für die bevorstehenden Jahrzehnte, wenn weitere Milliarden Menschen in die sich ausdehnenden Städte ziehen und die traditionelle Produktion „auf dem Land“ kaum noch ausreicht, wenn dem Pflanzenbau immer weniger Anbaufläche und immer weniger Frischwasser zur Verfügung stehen. Dazu Prof. Schreiner: „Die Produkti-

Foto: IGZ/Baldermann

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Foto IGZ/Gierke

Der HaloSmoothie besitzt als charakteristische Komponente eine Halophyte, die eine salzige Note in den Smoothie bringt.

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5.000STE AUSGABE

Gurke mit Zwilling

Fotos: Empa

Empa | Coop ► Gemüse und Früchte haben im Supermarktregal oft einen weiten Weg hinter sich und es stellt sich die Frage, wie man die Qualität auf langen Transporten erhält und Verderb verhindert. Empa-Fachleute entwickeln in Kooperation mit Coop ein System, das die Frische beim Transport im Auge behält und zugleich Optimierungen erlaubt.

Empa-Forscherin Seraina Schudel misst die Temperaturen im Inneren einer Gurke.

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ie geht es einer Gurke nach zwei Tagen Lastwagenfahrt von Spanien in die Schweiz? „Sie zu fragen, würde keine aufschlussreiche Antwort bringen“, sagt Thijs Defraeye. Deswegen verlassen sich der Wissenschaftler und sein Team bei der Empa auf eine andere Methode. Das Kernstück ist ein Sensor, der die Gurken begleitet, Temperatur und Feuchtigkeit im Transportfahrzeug misst, bis sie in der Filiale ankommen oder zwischengelagert werden, und die Daten an die Empa übermittelt. „Daraus können wir wiederum Rückschlüsse ziehen auf die Qualität der Ware“, so Defraeye. „Und wir sehen, wo Verbesserungen nötig sind.“ Das Ziel des Projekts, das die Empa gemeinsam mit Coop durchführt, ist, Foodwaste zu verringern: Wenn Lebensmittel unter ungünstigen Bedingungen transportiert werden, mindert das ihre Haltbarkeit. Neben Gurken nehmen die Forschenden auch Auberginen sowie Erd- und Himbeeren unter die Lupe. Beeren sind besonders sensibel und deshalb auf optimale Bedingungen angewiesen.

nen liefern“, erklärt Defraeye. Die Früchte und Gemüse bei Coop. Forscher benötigen auch Informati„Wenn die Datenanalyse z.B. onen darüber, wie sich jede Veränzeigt, dass bei einem Transporteur derung der Transportbedingungen vermehrt die Bedingungen nicht auf die Früchte auswirkt. Dafür stimmten, suchen wir das Gespräch haben sie eigens Computermodelmit ihm und streben gemeinsam le von den Früchten und Gemüsen Verbesserungen an.“ Auch mit den entwickelt. Diese digiErzeugern ist man im talen Zwillinge enthalAustausch. Der sorgOptimierung, ten einen kompletten same Umgang mit wo immer es Satz an Informationen der Ware bei der Ernüber Qualitätsparate und die anschliemöglich ist meter des jeweiligen ßende Lagerung sind Produktes – z.B., wie die Basis dafür, dass viele Tage man eine Gurke bei weldie Produkte in guter Qualität beim cher Temperatur lagern kann. Das Kunden ankommen. Modell wird mit den Daten der SenKünftig sollen die ausgewerteten soren gefüttert und berechnet die Sensordaten auch bei der BewirtAbweichungen vom Idealwert. So schaftung der Waren behilflich sein. erfahren die Wissenschaftler nicht So können Früchte und Gemüse, nur, was wann wo passiert ist, sondie aufgrund nicht optimaler Transdern auch, wie gravierend diese portbedingungen an Haltbarkeit Vorkommnisse sind. eingebüßt haben, schneller in den Aufgrund der gewonnenen InforVerkauf gelangen. Oder die Verteilmationen lassen sich Maßnahmen zentrale liefert sie in einen näher treffen. „Wir wollen wo immer gelegenen Laden, um einen abermöglich optimieren“, sagt Andreas maligen längeren Transport zu verAllenspach, verantwortlich für meiden. 

Daten sammeln, um Maßnahmen zu treffen Nun ist es an sich keine allzu große Sache, die Temperatur und die Feuchtigkeit zu messen. „Eine simple Temperaturkurve würde uns jedoch nicht genügend Informatio 114 | FRUCHTHANDEL

Verschiedene „Temperaturzonen“ in einer Gurke.

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Eine umfassende Datenlage als Basis

Foto: Relex

Supply Chain Management ► Migros Online versendet nach eigenen Angaben über Internetplattformen und mobile Apps täglich rund 160 t Lebensmittel. Um dem anhaltenden Wachstum und der hohen Komplexität im Bestands- und Supply Chain Management gerecht zu werden, arbeitet der E-Food-Händler mit dem Software-Anbieter Relex. Stephanie Zaar

Von der Simulation zum Go-Live Wie Relex weiter betont, konnte Migros Online sämtliche zu Projektbeginn gesetzten Ziele erreichen. Dazu zählten u.a. 50 % weniger Out-of-Stocks bei Kampagnenprodukten, eine Verderbsreduktion von 20 % sowie ein erhöhter Automatisierungsgrad, heißt es weiter vom Unternehmen. Anne-Katrin Masuch, Team Lead DACH Talent Management & Content bei Relex, erklärte gegenüber dem Fruchthandel Magazin, dass dies durch ein zentrales und integriertes Supply-Chain-Management gewährleistet werde. „In der Regel fangen wir nach Aufsetzen der Kundenumgebung und 09 I 2021

Implementieren der Schnittstellen zum ERP-System des Kunden damit an, einige wenige Warengruppen, meistens Frischeprodukte, in wenigen ‚Testfilialen‘ über das System zu disponieren. Nach einem erfolgreichem Go-Live dieser Produktgruppen wird das System dann auf weitere Warengruppen, Filialen und Lager, und wenn vorhanden und gewünscht auf den Onlineshop, ausgerollt. Zunächst simulieren wir die Prognosen und Bestellvorschläge bis hier alles soweit eingestellt ist, dass es zum Go-Live kommt, also unsere Prognosen und Bestellvorschläge tatsächlich zur Dispo genutzt wird“, so Masuch. Grundlegend für die Implementierung seien die Stammdaten aus dem ERP-System und Tagesendbestände, die Verkaufsdaten des Produkts

sowie Informationen aus Filialen, Onlineshops und Lager/Verteilzentren. „Für eine akkurate Prognose auf Standortebene für jedes Produkt müssen zudem diverse andere Daten hinzugezogen werden, u.a. saisonale- und Wochentags-Schwankungen, externe Events – also sowohl eine WM wie auch die Baustelle vor der Tür – , Feiertage, Lage der Filiale, Wetterdaten, Rabattaktionen und Trends“, erklärte die Expertin weiter. Für das Obst- und Gemüse-Angebot böten die akkuraten Prognosen den Vorteil, dass sich die Verderbsrate reduziere, da Sicherheitsbestände gesenkt werden können. „Es muss also weniger Obst- und Gemüse weggeworfen werden. Zudem senken die optimierten Bestände natürlich auch die Kosten“, sagte Anne-Katrin Masuch abschließend. 

Wie Anne-Katrin Masuch erklärt, müssen für eine akkurate Prognose auf Standortebene für jedes Produkt unterschiedliche Daten ausgewertet werden.

Die Prognosen bieten den Vorteil, dass weniger Obst und Gemüse weggeworfen werden muss und die Kosten sinken.

Foto: Africa Studio – Adobe Stock

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azu definierte das Unternehmen vier Anforderungen an die neue Lösung: Sie sollte Umsätze und Kundenzufriedenheit durch höhere Verfügbarkeit steigern und durch präzise Prognosen den Verderb reduzieren. Daneben sollte die Automation erhöht werden, um Effizienzzuwächse und Mitarbeiterkapazitäten zu gewinnen sowie Logistikkosten innerhalb der gesamten Supply-Chain gesenkt werden. Die Lösung von Relex für Prognosen und Disposition setzte sich durch: „Wir arbeiten mit RELEX, da das System unsere Warenbeschaffung automatisiert und den Verderb durch die innovative Anwendung von KI und Machine-Learning reduziert“, erklärte Nicolas Soussan, Logistik Direktor bei Migros Online.

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5.000STE AUSGABE

Die Genossenschaftsidee lebt – auch in Zukunft Lebensmitteleinzelhandel ► Die Genossenschaftsidee wurde schon im 19. Jahrhundert geboren: Gemeinsam schaffen, was man allein nicht erreichen kann. Sie hat Aufschwünge und Krisen hinter sich – und überlebte bis heute. Auch im Lebensmitteleinzelhandel. Wer über dessen Zukunft nachdenkt, sollte nicht zuletzt die Genossenschaften ins Auge fassen. Das Fruchthandel Magazin hat es gemacht. Marlis Heinz

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eder vierte Bundesbürger ist Mitglied einer Genossenschaft und hält damit Anteile an einem Unternehmen dieser ganz speziellen Form. Das sind oft Wohnungsbaugenossenschaften, aber auch Banken, Handwerks-, zunehmend Energie- und nicht zuletzt auch Konsumgenossenschaften. Von Anbeginn dabei sind die Genossenschaften des Lebensmitteleinzelhandels

Eine spezielle Form der Genossenschaften ist die der Verbraucher, wie sie vor allem im Osten Deutschlands existieren, wo sechs davon im LEH aktiv sind. Zu denen zählt die Konsum Dresden eG. Diese Genossenschaft gibt es in Sachsens Landeshauptstadt seit 1888. Sie hat derzeit 21.000 Mitglieder; 16.000 davon kaufen regelmäßig in den 34 Filialen ein und bringen etwa 16 % des Umsatzes.

Foto: Konsum Dresden

Roger Ulke, Vorstandssprecher der Konsum Dresden eG.

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Foto: Volkmar Heinz

Konsum Dresden: Mitgliederförderung ist Kundennähe Mit einem Umsatzanteil von 15,9 % am Gesamtumsatz des Konsum Dresden verbuchte die Warengruppe Obst und Gemüse im Jahr 2020 erneut einen Zuwachs; 38 % davon stammen im Jahresdurchschnitt von Erzeugern aus der Region. Seit Januar 2021 betreibt das Unternehmen einen Online-Shop. Die Überlebensfähigkeit des genossenschaftlichen Unternehmensmodells begründet Vorstandssprecher Roger Ulke so: „Mitgliederförderung ist Kundennähe. Und auch wenn es manchmal durchaus aufwändig ist, das System der Mitbestimmung konsequent zu realisieren, es bringt Marktvorteile. Wir sind dadurch nah am Kunden auf der einen Seite und am Lieferanten auf der anderen. Das fördert Flexibilität in den Sortimenten, hilft rein und raus aus dem Regal.“ Mitbestimmung heißt eben auch, dass diskutiert wird, bspw. wieviel Bio ins Sortiment passt oder wofür das Geld ausgegeben wird.“ Den von 2007 bis 2010 laufenden Versuch, Märkte des Konsum Dresden in Franken zu betreiben, sieht Ulke ein Jahrzehnt später so: „Wir hatten ehrlich gesagt unterschätzt, wie tief verwurzelt in einer Region

und in den Köpfen der Kunden eine Konsum-Genossenschaft sein muss, um wirtschaftlich erfolgreich zu agieren. Wer seine Einkaufsgewohnheiten im Schatten der Mauer entwickelt hat, ist skeptisch gegenüber allem ‚von drüben‘. Selbst wenn wir viele regionale Produkte aus dem Fränkischen in den Regalen hatten, gegen diese Skepsis konnten wir nicht ankommen.“

Konsum Leipzig: Idee entspricht dem Zeitgeist Im Jahre 1884 hat die Konsum Leipzig eG ihre Wurzeln. Seitdem ging es auf und ab; Ende der 1980er Jahre standen 80.000 Mitglieder zu Buche. In den Wirren der 90er schrumpfte diese Zahl erheblich. Die Mitglieder plagten andere Sorgen und sie nutzen andere 09 I 2021


Einkaufs-Möglichkeiten. Bei etwa 34.000 pendelte sich alles ein, dann stiegen um 2013 noch einmal ein paar Tausend aus. „Doch seitdem nimmt das Interesse an der Konsumgenossenschaft wieder zu“, so Dirk Thärichen, seit 2014 Vorstand der Konsum Leipzig eG. Aktuell zählt der Konsum Leipzig 26.600 Mitglieder, davon kaufen 75 % regelmäßig in den Filialen ein. „Das mag einerseits daran liegen, dass unsere Dividende deutlich über den Bank-Zinsen liegt. Aber wir spüren andererseits auch, dass das Ge-

Foto: Volkmar Heinz

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Eine auf 100 % Bio spezialisierte Genossenschaft im LEH existiert in Dresden: 1991 fand die Verbrauchergemeinschaft für umweltgerecht erzeugte Produkte eG als Gruppe des im Umweltzentrum Dresden ansässigen Grünen Liga e.V. zusammen.

Dirk Thärichen, Vorstand der Konsum Leipzig eG. nossenschaftsmodell dem Zeitgeist entspricht. Die Menschen wollen mehr sein als bloße Kunden, wollen dazugehören und mitentscheiden. Immerhin beteiligten sich kürzlich 6.000 Mitglieder aktiv an der Wahl der Gremien, das machen sie nicht nur wegen der Dividende. Sie wollen auch gehört werden, was die unzähligen Briefe, Mails und Anrufe beweisen.“ Als besonderen Vorteil der regionalen Konsum-Genossenschaft nennt auch Thärichen die Flexibilität dieses Unternehmenstyps. „Wir sind kein Tanker, sondern ein Schnellboot. Wir vermögen Trends im Food-Bereich schnell mal auszuprobieren, indem wir z.B. Insekten ins Sortiment aufnehmen, um zu sehen, wie diese bei den Kunden ankommen oder wir können kurzfristig Gemüse einlisten, das unser Partner, die Kooperative Landwirtschaft (KoLa) überproduziert hat.“ 09 I 2021

2005 erfolgte die Ausgliederung des wirtschaftlichen Teils der Verbrauchergemeinschaft, also der Läden, als Genossenschaft; der Verein betreibt weiter Öffentlichkeitsarbeit, organisiert bspw. Exkursionen zu den Lieferanten der Läden. Ein Teil des monatlichen Beitrages wird dafür verwendet. Der erste BIO-Supermarkt der Genossenschaft – mit fast 700 m² Verkaufsfläche – eröffnete 2010. 2017 folgte ein Markt in ähnlicher Größe in Dresden-Strehlen. Heute zählt die Genossenschaft über 11.600 Mitglieder. Aus dem dreiköpfigen Gründer-Team wurde ein Unternehmen mit 220 Mitarbeitern, davon 160 Festangestellte und zwölf Auszubildende. Barbara Rische, von Anbeginn an dabei und

Fast 16 % beträgt beim Konsum Leipzig der durchschnittliche Umsatzanteil des 250 bis 300 Artikel umfassenden Sortiments von Obst und Gemüse. Aktuell betreibt die Genossenschaft ein Netz aus 62 Filialen, die Mehrzahl davon in Leipzig.

Der Umsatz der Verbrauchergemeinschaft für umweltgerecht erzeugte Produkte eG betrug 2020 rund 23 Mio Euro, davon etwa 20 % mit Obst und Gemüse.

Foto: Volkmar Heinz

Foto: Konsum Leipzig

Verbrauchergemeinschaft: 100 % Bio

jetzt Vorstand, erläutert die Funktionsweise der Genossenschaft: „Mitglied wird, wer Anteile zeichnet und dann seinen Monatsbeitrag (pro Erwachsener 17 Euro, für alle Kinder einer Familie 8,50 Euro) entrichtet. Beim Einkauf gibt es einen speziellen Mitgliederpreis, der nicht wie ein Rabatt prozentual festgelegt ist, sondern von Warengruppe zu Warengruppe differiert. Aber jedes Mitglied kann davon ausgehen, mit einem Einkauf von 80 bis 90 Euro seinen Beitrag wieder rein zu haben.“ Die Verbrauchergemeinschaft feiert 2021 ihr Dreißigjähriges und gönnt sich unter anderem eine größere Werbeaktion: Sie lässt eine Straßenbahn durch Sachsens Landeshauptstadt fahren, auf der die Logos ihrer 30 wichtigsten regionalen Lieferanten zu finden sind. Regional ist übrigens klar definiert: 150 Kilometer Umkreis, was auch Betriebe in Tschechien einbindet. Befragt nach einigen Trends im Genossenschafts-Leben erzählt Rische: „Wir hatten schnell erfahren, dass eine begeisternde Idee trotzdem durch modernes Marketing gestärkt werden muss. Die in den ersten Jahren explosiv wachsenden Mitglie-

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Foto: Volkmar Heinz

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Barbara Rische, Vorstand der VG Verbrauchergemeinschaft für umweltgerecht erzeugte Produkte eG

derzahlen steigen zwar weiterhin, aber nicht mehr um Tausende, sondern nur noch um etwa einhundert pro Jahr. Klar ist, was die Mitglieder eint: Der Wunsch, gesund zu leben, die Umwelt zu schonen, die regionalen Erzeuger zu unterstützen, den Einkaufskorb unkomplizierter und teilweise auch preiswerter als anderswo mit Bio zu füllen. Aber gerade die Zeit mit Corona zeigt uns gleichzeitig, dass auch unsere Kundschaft nicht so einheitlich denkt, wie wir angenommen hatten.“

Edeka: Rund 3.700 selbstständige Kaufleute Zu den Großen der Handelslandschaft zählen die Händler-Genossenschaften Rewe und Edeka, die sozusagen als Unternehmer-Unternehmen den Genossenschaftsgedanken überleben lassen. Als Genossenschaft der Kaufleute hat Edeka längst Geschichte geschrieben. „Der einer Genossenschaft innewohnende Förderauftrag der Mitglieder ist bei Edeka auf die Förderung selbständiger Unternehmer des mittelständischen Lebensmitteileinzelhandels gerichtet“, so Rolf Lange, Sprecher der Edeka-Zentrale Die selbstständigen Kaufleute machen die Stärke Edekas aus.

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und Leiter der Unternehmenskommunikation. „Die rund 3.700 selbständigen Edeka-Kaufleute tragen mit ihrem Unternehmertum vor Ort maßgeblich zum wirtschaftlichen Erfolg des Verbunds bei. Sie werden dabei sowohl von den regionalen Edeka-Großhandlungen als auch der Zentrale durch maßgeschneiderte Dienstleistungen unterstützt. Unser Leitmotiv ist das unternehmerische Prinzip, das in allen drei Stufen des Verbunds gelebt wird. Die selbstständigen Kaufleute lokal, die Großhandlungen regional und die Zentrale national und international. Alle drei Stufen greifen eng ineinander – dieses Zusammenwirken ist der Motor des Erfolgs. Der Genossenschaftsgedanke ist dabei ungebrochen. Dass unser genossenschaftliches Modell des Unternehmer-Unternehmens auch unter schwierigsten Bedingungen funktioniert, hat das von der Corona-Pandemie geprägte Jahr 2020 anschaulich gezeigt: Alle drei Stufen haben die jeweiligen Herausforderungen schnell und flexibel gemeistert und konnten sich jederzeit aufeinander verlassen. Dank einer eigenen Genossenschaftsbank ist der Edeka-Verbund zudem in hohem Maße unabhängig vom Finanzmarkt, was sich zuletzt bei der weltweiten Finanzkrise bewährte.“

Rewe: Struktur ermöglicht Anpassungsfähigkeit Rewe, der Revisionsverband der Westkaufgenossenschaften, ist 1927 gegründet worden. „Maß-

geblich für unsere Entwicklung“, so Thomas Nonn, Bereichsvorstand Selbständigkeit & Genossenschaft Rewe Group, „waren sicherlich weitsichtige strategische Entscheidungen der Genossen und des Managements. Diese haben über die Jahrzehnte einen diversifizierten Konzern geschaffen, der im Bereich Handel und Touristik zu den führenden in Deutschland und Europa zählt. Die selbstständigen, vor Ort

Die Rewe Group ist zu einem diversifizierten Konzern geworden, der im Bereich Handel und Touristik zu den führenden in Deutschland und Europa zählt. verwurzelten und engagierten Kaufleute sind Wachstums- und Innovationstreiber. Sie bringen über Gremien und Funktionen ihre Expertise in die Unternehmensentscheidungen ein.“ Auch Rewe sieht keine Gefahr für die genossenschaftliche Idee. „Wir glauben an deren Zukunft, denn sie ist geleitet von Gemeinsinn, verbindenden Werten, der Förderung der Selbstständigkeit und nachhaltiger Entwicklung. Anders als bspw. börsennotierte Unternehmen, entscheiden wir stets mit langfristiger und differenzierter Perspektive. Wir sind überzeugt, dass gerade bei intensivem Wettbewerb unsere heterogene, genossenschaftliche Struktur Vorteile bietet, anpassungsfähig zu bleiben und sich in einem stets wandelnden Umfeld zu behaupten.“ 

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Corona-Pandemie lässt Online-Handel mit Lebensmitteln explodieren Nielsen/Freshfel/OECD ► Die Corona-Krise hat den E-Commerce mit Lebensmitteln im Hexagon beflügelt. Mit einem Marktanteil von nahezu 8 % hat er nach Angaben des Marktforschungsinstituts Nielsen im Jahr 2020 ein historisches Wachstum erreicht und damit im Vergleich zum Vorjahr um zwei Punkte zugelegt. Irmelin Egelhoff

OECD arbeitet an Harmonisierung des E-Commerce Um eine Harmonisierung des E-Commerce auf europäischer Ebene voranzutreiben, hat es sich die OECD-Fachgruppe auf die Fahne geschrieben, im Sinne eines umfassenden Verbraucherschutzes länderübergreifende Vorschläge zur Verbesserung der Händler-Information, einen Leitfaden für Kontrollstellen und eventuelle Vorschläge zur Änderung der Informationsschriften zu erarbeiten. Die Untersuchungen von Nielsen ergaben, dass die Franzosen während der Covid 19-Pandemie deutlich mehr Lebensmittel im Internet bestellt haben: 26 % der französischen Haushalte kauften online ein, 19 % der Verbraucher nutzten diesen Verkaufskanal zum ersten 09 I 2021

Die Drive-In-Abholstationen der Handelsketten erfreuen sich einer großen Beliebtheit bei den Verbrauchern.

Foto: Irmelin Egelhoff

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uch die Dachorganisation des Obst- und Gemüsesektors Freshfel Europe hat in Kooperation mit einer Arbeitsgruppe der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung OECD den Onlinehandel mit Lebensmitteln in einer Reihe von europäischen Mitgliedsländern unter die Lupe genommen. Ziel der Studie war es, die Bedeutung der aktiven Online-Geschäftsmodelle für frisches Obst und Gemüse zu erfassen. Dabei stellte sich heraus, dass die Lösungsansätze in den verschiedenen Ländern stark differieren. Während in Frankreich das „Click & Collect“-Modell dominiert, sind es in anderen Ländern die Gemüsekisten oder der Online-Versand großer Anbieter mit Regionallagern.

Mal für ihre Versorgung mit Esswaren. Experten sehen den Anteil von Online-Lebensmitteln in Frankreich rapide ansteigen und schneller als erwartet zum United Kingdom aufschließen. Allerdings stellt sich die Frage, ob diese Entwicklung nach dem Lockdown wieder rückläufig sein wird, oder ob sich das Einkaufsverhalten der Verbraucher in Zukunft nachhaltig verändert.

Drive-Ins sind bei den Verbrauchern beliebt In Frankreich entwickelt sich Amazon zwar, ähnlich wie in Deutschland, zu einem wichtigen Marktplatz im Bereich Fast Moving Consumer Goods (schnelldrehende Produkte). Dazu zählen zum Beispiel Körperpflegeartikel. Beim Thema Essen und Trinken ist die Situation jedoch eine ganz andere. In dieser Kategorie feiert der Click & CollectService im Hexagon nach wie vor

große Erfolge. So hat die Supermarktkette E.Leclerc den amerikanischen Online-Versandhändler beim Verkauf von Lebensmitteln über das Internet längst abgehängt. Dies ist vor allem auf die vielen Drive-In-Abholstationen zurückzuführen, die in Frankreich immer beliebter werden. Inzwischen gibt es Schalter zur Selbstabholung vermehrt auch in den Innenstädten. Die sogenannten „drives piétons“ (Drive-Ins für Fußgänger) wurden vor rund drei Jahren ins Leben gerufen. Sie sind fußläufig zu erreichen und drohen mit einem Sortiment, das zwischen 8.500 und 26.000 Artikel (inklusive Non-Food-Produkte) umfasst, zu einer Konkurrenz für die kleineren Nachbarschaftsmärkte in den Stadtzentren zu werden. Dieser neue Vertriebskanal verzeichnete im Jahr 2020 mit einem Anstieg von +85 % die höchste Wachstumsrate im E-Commerce. 

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PRODUKTE IM TREND

ZUCCHINI

Foto: Gresei - AdobeStock

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Ein Hype auf Bio-Ware Marktsituation ► Schon seit vielen Jahren haben sich Zucchini in der deutschen Küche einen festen Platz erobert und gehören zum Standardsortiment im Gemüsebereich. Bezogen auf die Einkaufsmengen der Haushalte in Deutschland haben sie sich seit 2011 einen festen Platz in den Top-10 Gemüseprodukten gesichert. Für einige Jahre mussten sie sich mit Platz 10 begnügen, in den vergangenen drei Jahren liegen sie jedoch stabil auf Rang acht der Liste der am meisten gekauften Gemüsearten. Umso erstaunlicher ist es, dass sie erst kürzlich einen erneuten Boom erleben. Sonja Illert, AMI Bonn

Foto: AVAKAphoto - AdobeStock

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Bio-Flächenanteil von 11,4 % ausgewiesen. Überdurchschnittlich ist der Bio-Anteil auch bezüglich der Einkaufsmengen der Haushalte. Nachdem die Einkaufsmengen an Bio-Zucchini 2020 um etwa 40 % zum Vorjahr zulegten, erreicht der Bio-Anteil 20 %. Damit liegen Zucchini bezüglich der Mengenanteile für das Bio-Produkt gleichauf mit Möhren. Doch anders als bei Bio-Möhren, die zu den Pionieren im Sortiment zählen, haben

Foto: EvgeniiAnd - AdobeStock

n Deutschland sind seit zwei bis drei Jahren Anbauflächen, Importe und Einkaufsmengen deutlich gestiegen. Gestützt wird diese Entwicklung durch den Bio-Anbau, sowohl Anbau als auch Vermarktung von Bio-Zucchini erleben einen Höhenflug. In Deutschland stieg die Anbaufläche mit Zucchini in den vergangenen zehn Jahren jährlich um durchschnittlich 1,8 % oder knapp 20 ha und erreichte 2019 Rekordniveau. Auf 1.209 ha wurden knapp 50.000 t Zucchini produziert. Damit fiel auch die Ernte höher aus als je zuvor. Wichtigstes Bundesland für den Anbau von Zucchini ist Rheinland-Pfalz mit einem Anteil an den nationalen Flächen von 30 %, gefolgt von Bayern und Baden-Württemberg. Damit ist der Anbau stark auf den Süden Deutschlands konzentriert. Noch deutlichere Steigerungsraten zeigt der Bio-Anbau von Zucchini. 2019 kletterten die Flächen auf 252 ha, ein Plus zum Vorjahr von 28 %. Damit erhöhte sich der Bio-Anteil an der gesamten Anbaufläche mit Zucchini auf etwa 21 %, ein überdurchschnittlicher Wert. Für Gemüse insgesamt wurde 2019 ein

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Der Mehrbedarf an Zucchini konnte in Deutschland zu einem großen Teil durch den steigenden Anbau gedeckt werden.

sich Bio-Zucchini erst in den vergangenen 5 Jahren verstärkt etabliert. Im Vergleich zu 2015 stiegen die Einkäufe um das Dreifache. Zuletzt kauften ein Fünftel der Haushalte mindestens einmal im Jahr Bio-Zucchini ein. Zu verdanken ist dieser Boom einer verstärkten Listung im Einzelhandel, vor allem bei den Discountern. Während die Einkaufsmengen in Discountern von 2015 bis 2020 um jährlich 41 % zugelegt haben, zeigen Vollsortimenter lediglich einen Anstieg von 22 %. 2020 lag der Discountanteil beim Kauf von Bio-Zucchini bei 48 %. Die Einkaufsmengen an konventionell erzeugten Zucchini blieben von 2015 bis 2019 weitgehend stabil, erst die starke Nachfrage durch die Einschränkungen im Bereich der AußerHaus-Verpflegung im Zuge der Covid-19 Pandemie führte 2020 zu einem Anstieg der Einkaufsmengen 09 I 2021


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Steigende Käufe im Winter Durchschnittlich kaufte ein Haushalt in Deutschland 2020 ca. 2,14 kg Zucchini aus Bio- und konventionellem Anbau ein. Immer mehr Haushalte greifen zu Zucchini, 2020 kauften 55 % der Haushalte in Deutschland mindestens einmal im Jahr Zucchini. Eine Betrachtung der Saisonzeiträume zeigt, dass das jährliche Plus bei den Einkaufsmengen vor allem auf die Wintermonate und damit auf die Importsaison entfällt. So stiegen die Einkäufe von Dezember bis Mai seit 2012 um durchschnittlich 4,8 % pro Jahr, von Juni bis November liegt das Plus nur bei 2,8 %. Hier dürfte sich die Hausgartenernte bemerkbar machen. Zucchinipflanzen sind nicht allzu anspruchsvoll, so dass Liebhaber von Zucchini im Sommer bei ausreichender Bewässerung meistens im eigenen Garten aus dem Vollen schöpfen können. Oft reichen die Mengen auch, um Nachbarn und Freunde mitzuversorgen. Der Mehrbedarf an Zucchini konnte in Deutschland zu einem großen Teil durch den steigenden Anbau gedeckt werden. Allerdings legen auch die Importe stetig zu. 2020 stiegen sie nach noch vorläufigen Angaben des Statistischen Bundesamtes um 11 % auf 109.000 t. Damit sind die Importe grob überschlagen mehr als doppelt so hoch wie die Ernte in Deutschland. Wichtigstes Lieferland ist Spanien mit einem Anteil von knapp 80 %. Weit abgeschlagen folgen Marokko und Italien als Lieferländer. Zucchini liegen im Trend, dies lässt 09 I 2021

sich auch aus europaweiten Entwicklungen ableiten. In der EU-28 wurde 2020 nach noch vorläufigen Angaben eine Menge von 1,56 Mio t Zucchini produziert. Das ist zwar eine dem Vorjahr entsprechende Menge, beim Vergleich mit dem Jahr 2014 schlägt jedoch ein Plus von 15 % zu Buche. Wichtigster Produzent innerhalb der EU ist Spanien, auf das südeuropäische Land entfielen knapp 40 % der gesamten Erntemengen. In Spanien ist der Anbau stark auf den Export ausgerichtet. Die Exporte im Jahr 2020 erreichten mit 426.000 t eine Rekordmenge und lagen damit etwa 45 % über denen des Jahres 2014. Bei gestiegener Exportnachfrage wurden die Produktionsflächen in Spanien stetig ausgeweitet, 2020 beliefen sie sich auf 11.100 ha. Wie bei anderen Fruchtgemüsearten, deren Produktion stark auf Exporte ausgerichtet ist, liegt der Anbauschwerpunkt in Andalusien und dort wiederum auf Almería. Etwa 70 % der Flächen befinden sich in dieser Provinz. Weitere Anbauregionen liegen in Granada, auf den Kanarischen Inseln und in Valencia. Zweitgrößter Produzent von Zucchini ist Italien, der Anteil liegt bei

Die starke Nachfrage durch die Einschränkungen im Bereich der Außer-Haus-Verpflegung führte 2020 zu einem Anstieg der Einkaufsmengen um 13 %.

etwa 36 %. In Italien ist die Produktion weniger stark auf den Export konzentriert, die Nachfrage auf dem Inlandsmarkt ist stark. Zucchini belegen in Italien hinter Tomaten und Salaten den dritten Platz im Ranking der am meisten gekauften Gemüsearten. Zucchini gehören zur traditionellen italienischen Küche. Meist werden in Italien eher kleine Früchte geerntet, auch gerne mit Blüte. Im südlichen Italien werden die Blüten als Snack frittiert, ähnlich wie bei Kürbisblüten. Das Exportvolumen ist stetig rückläufig und belief sich zuletzt auf gerade noch 20.000 t. Die Anbauflächen zeigen jedoch eine leicht steigende Tendenz. Weit abgeschlagen ist Frankreich drittgrößter Produzent innerhalb der EU. Bezüglich der Anbauflächen als auch Erntemengen zeigt sich ein minimal steigender Trend. Dabei gehören Zucchini auch in Frankreich zu den TOP-10 Produkten beim Gemüsekauf. Einen Anbaurückgang verzeichnet kaum ein Land in Europa. Selbst in weniger bedeutenden Anbauländern wie den Niederlanden und Österreich sind die Anbautendenzen in den vergangenen zehn Jahren steigend. •

Foto: Pixel-Shot - AdobeStock

um 13 % auf die bisherige Höchstmenge.

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SCHLUSSPUNKT

105. Jahrgang (gegründet 1916)

Foto: Tryfonov/AdobeStock

VERLAG Fruitnet Media International GmbH Lindemannstraße 12 I 40237 Düsseldorf Tel.+49-(0)211-99104-0 I info@fruchthandel.de www.fruchthandel.de HERAUSGEBER H. Günter Schweinsberg GESCHÄFTSFÜHRUNG Ulrike Niggemann I Chris White

Klimaauswirkung will Weile haben PFLANZEN Dies ist ein zentrales Ergebnis der aktuellen Studie unter Leitung des Deutschen Zentrums für Biodiversitätsforschung (iDiv), der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg (MLU) und des Helmholtz-Zentrums für Umweltforschung (UFZ). Demnach könnten klimatische Elemente langfristig einen stärkeren Einfluss auf das Überleben, Wachstum und die Vermehrung von Pflanzen haben. Angesichts des Klimawandels wird es dringend notwendig zu verstehen, weshalb bestimmte Arten stärker bedroht sind, während andere sich durchsetzen. Frühere Studien, die den Zusammenhang von Klima und den Überlebensraten von Pflanzen untersuchten, beobachteten relativ geringe Auswirkungen. Das führte mitunter zu der Schlussfolgerung, dass andere Faktoren, wie eine veränderte Landnutzung, bisher einen deutlich stärkeren Einfluss haben als klimatische Elemente wie Temperatur oder Niederschlag, so die Forscher. Doch diese Annahme basiert möglicherweise auf einem zu kurzen Zeitfenster, das für die Beobachtungen zugrunde gelegt wurde. Für seine Studie analysierte das Team wissenschaftliche Veröffentlichungen, die Klimaelemente und die Entwicklung von 104 Pflanzenarten zueinander in Beziehung setzten. Die Forscher fanden heraus, dass 85 % der Studien lediglich Zeitfenster von einem Jahr berücksichtigten, oftmals konzentrierten sie sich sogar nur auf die Vegetationsperiode. „Auch das Klima während der Ruheperiode oder vorhergehender Jahre können einen Einfluss auf das Überleben, das Wachstum und die Fortpflanzung von Pflanzen haben. Es gibt Arten, die während der Ruheperioden deutlich wachsen, zumindest in Regionen, in denen die Temperaturen nicht unter 5 Grad Celsius sinken. Außerdem dauert es manchmal Jahre, bis Pflanzen aufgrund der Schäden sterben, die ihnen eine Dürreperiode zugefügt hat“, so Dr. Aldo Compagnoni von iDiv und MLU. In vielen Fällen können Jahre vergehen, bis Pflanzen deutliche Reaktionen auf das Klima zeigen. Die Studie zeigt, dass die Reaktionen von Pflanzen auf das Klima überaus komplex sind und sich über lange Zeiträume erstrecken können. Weitere Experimente und Beobachtungen terrestrischer Ökosysteme sind notwendig, um zuverlässige Szenarien für die Entwicklung von verschiedenen Pflanzenarten unter sich ändernden Klimabedingungen zu erstellen, erklärten die Forscher abschließend.

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Themenschwerpunkte Offizieller Kooperationspartner

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09.03.2021

• Beerenobst • Spargel • Produkte im Trend: Zucchini • Pilze • Frühkartoffeln • Produkte am POS: Kiwis

Weitere Termine siehe www.fruchthandel.de/magazin/themenplan

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