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geรถffnet Seelsorgezentrum Lichtenberg

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die arme weit geöffnet den kopf zur seite geneigt dein körper droht in sich zusammenzusinken die kräfte lassen nach – und doch du streckst die arme aus umfängst die welt mich als hättest du alle zeit der welt auf mich zu warten ich sitze vor dir so wie ich bin nackt und leer du streckst die arme aus umfängst mich die welt und alles, was lastet auf mir als hättest du alles schwere abgeschüttelt ich sitze vor dir so wie ich bin müde und beladen

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ein sonnenstrahl taucht dich plötzlich in helles, warmes licht licht und schatten an der wand du scheinst zu schweben wohin gehst du? bleib! einmal möchte ich so wie du die arme weit ausstrecken lieben ohne angst geben ohne zu fragen du umfängst mich

ich bin geborgen in dir ich öffne die augen ich stehe auf und gehe hinaus in die welt du umfängst mich

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der tisch des brotes steht in der mitte des raumes das holz lebt zeigt sprünge, risse, unebenheiten lässt sich berühren anfassen ist unverrückbar da wie du der tisch des brotes steht inmitten der gemeinde du lädtst uns ein mit dir zu feiern zu leben zu sein

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Licht als Leitmotiv Univ.Prof.in DDr.in Monika Leisch-Kiesl (Kath.-Theol. Privatuniversität Linz) begleitete die künstlerische Ausgestaltung des liturgischen Raumes, Dr. Christoph Freilinger hat für das Liturgiereferat der Diözese Linz als liturgischer Gutachter mitgewirkt. Den geladenen Kunstwettbewerb gewann die Lichtkünstlerin Siegrun Appelt gemeinsam mit der Architektin Dipl.Ing.in Andrea Konzett. Der Name „Lichtenberg“ ist sozusagen Programm für die neue, dem Hl. Franz von Sales geweihte Kirche. Die künstlerische Gestaltung brachte in die Rundung der Kirche hohe schlanke Fenster ein. Die durch sie eindringenden Sonnenstrahlen machen den Raum lebendig, verändern ihn, tauchen ihn mitunter in eine geheimnisvolle, mystische Stimmung. Ein Strahl in den Morgenstunden, ein Lichtkegel, der sich gegebenenfalls über den Altar ausbreitet, Lichtbündel, die Einzelne während des Gottesdienstes berühren, Licht, das in den Nachmittagsstunden wärmer wird und sich gegen Abend zurückzieht. Nachts wird die Lichtwirkung von künstlicher Beleuchtung erzeugt, die das Licht nach außen dringen lässt. Von außen erscheint die Kirche nun als ein Bau aus Licht, als ein Licht am Berg. Naturnahe Holzbauweise, Weißtannenboden und die liturgischen Orte aus gesägtem Weißtannenholz verdeutlichen den Gedanken an Ursprünglichkeit und die Nähe zum Schöpfer. Nur an wenigen Stellen wurde mit Messing veredelt, um auf die wertvollen Inhalte der christlichen Frohbotschaft hinzuweisen, z. B. an der Taufstelle, am Tabernakel, bei den Leuchtern am Altar und an den Beleuchtungskörpern. Im reflektierenden Messing wird das Licht lebendig, das Licht, das zugleich auf Christus verweist, der von sich sagt: „Ich bin das Licht der Welt.“ (Joh 8,12)

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Architektur Das von Architekt DI Wolfgang Schaffer geplante Bauwerk in Hanglage umfasst im Obergeschoß einen kreisrunden Kirchenraum mit angeschlossenem Pfarrsaal. Eine mobile Trennwand macht den Raum variabel nutzbar für große und kleinere liturgische Feste und andere Veranstaltungen. Saal und Kirche öffnen sich zu einem großen, hellen Foyer mit Buffet. Nordöstlich befinden sich Sakristei, Aussprachezimmer und Andachtsraum. Im Untergeschoß sind zwei Heimräume, Büros und eine Teeküche untergebracht; weiters ein Meditationsraum, der kontemplative Formen von Besinnung und Gebet ermöglicht. Ein Aufbahrungsraum gibt die Gelegenheit, sich von Verstorbenen in einem würdigen Rahmen zu verabschieden. Ausgehend vom Pastoralkonzept bemühte sich die Pfarre dem Aspekt der Nachhaltigkeit große Beachtung zu schenken. So wurde das Gebäude in Holzriegel-Konstruktion und in Niedrigstenergiebauweise errichtet. Boden und Sakralmöbel sind aus Weißtannenholz. Die Wärmeversorgung erfolgt über eine Hackschnitzelheizung, an der auch benachbarte Gebäude angeschlossen sind.

Glocken Die Kirche ist mit drei Glocken ausgestattet. Sie sind den Themen des „Konziliaren Prozesses“ – Bewahrung der Schöpfung, Gerechtigkeit und Frieden – gewidmet. Der Einsatz dafür ist der Gemeinde ein wichtiges Anliegen. Die Glocken sind dem Hl. Franz von Assisi, der Hl. Elisabeth von Thüringen und dem Hl. Benedikt von Nursia geweiht. Die künstlerische Gestaltung des Glockenmantels wurde von Mag. Alexander Jöchl (Kunstreferat der Diözese Linz) begleitet und von der aus Linz stammenden Bildhauerin Judith.P.Fischer ausgeführt.

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zart fällt das licht herein erhellt und verwandelt den raum unaufdringlich die hohen, schmalen öffnungen lassen die wand wie säulen wirken die den raum tragen

du sitzt hier hörst von draußen die geräusche der welt vorbeiziehen wortfetzen motorengeräusch kinderstimmen

die zwölf säulen erinnern an die zwölf apostel die das volk gottes stützen und begleiten auf ihrem weg durch die zeit

du sitzt hier du horchst in dich hinein stille macht sich breit ruhe

die lichtschlitze geben den blick frei nach drinnen und draußen

die säulen tragen dich und alle, die sich hier versammeln

der raum wird offen und durchlässig für die versammelte gemeinde für besucher/innen von fern und nah

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der boden, das holz sie erzählen die geschichte ihres lebens regen sturm sonnenschein sie haben spuren hinterlassen das holz geprägt ihm sein unverwechselbares aussehen gegeben der boden im kirchenraum ist quergeschnitten die jahresringe sind dadurch sichtbar sie zeigen die fülle des lebens das leben hinterlässt spuren macht mich zu dem, was ich bin – unverwechselbar

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aus dem boden gewachsen aus dem gleichen holz geschnitzt sperrig manchmal, schwer mit rissen und furchen mit messing veredelt golden leuchtend, leicht so stehen sie im raum: tabernakel kerzenleuchter ambo brot licht wort wir brauchen euch um zu leben

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das licht senkt sich von oben herab du lächelst mich wohlwollend an in der hand hältst du jesus, dein kind er hat seine arme weit geöffnet er ist bei dir geborgen und sicher ich betrachte dich ohne hast dein gesicht dein kleid deine hände in diese geborgenheit möchte ich jetzt eintauchen beschütze auch mich maria

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Geschichte Die Anfänge des heutigen Seelsorgezentrums Lichtenberg gehen zurück ins Jahr 1967. Damals wurde hier für den Lichtenberger Pfarrteil der „Doppel“-Pfarre Pöstlingberg-Lichtenberg ein schlichtes Pfarrheimgebäude errichtet. Der auch schon geplante Kirchenbau konnte zunächst nicht umgesetzt werden, da nach dem Brand der Pöstlingbergkirche 1963 die finanzielle Belastung der Pfarre zu groß war. So wurde der Pfarrsaal provisorisch als Sakralraum gestaltet und diente - dem Hl. Franz von Sales geweiht - 42 Jahre als Kirche. Im Untergeschoß befanden sich zwei Heimräume, von denen später einer als Pfarrbüro verwendet wurde und eine Küche. Das in die Jahre gekommene Gebäude entsprach bald nicht mehr den Anforderungen und Bedürfnissen einer stetig wachsenden Gemeinde. Der Frage nachgehend, welche Seelsorge in Lichtenberg sinnvoll und gewünscht sei, wurde im Jahr 2006 ein Pastoralkonzept erstellt und darauf aufbauend ein Raumkonzept für ein zeitgemäßes Zentrum. In enger Zusammenarbeit mit dem Planungsausschuss der Pfarre übernahm Dombaumeister Architekt DI Wolfgang Schaffer zunächst die Planungen. Sanierung und Erweiterung oder Neubau war die Frage. Kostenvergleiche und eine Bewertung der Bausubstanz machten schnell klar, dass nur Letzteres zielführend sei. So wurde im August 2009 das alte Pfarrheim abgerissen und mit dem Neubau begonnen. Das Architekturbüro DI Alfred Sturm übernahm die Ausführungsplanung. Am 12. Dezember 2010 war es so weit: das Seelsorgezentrum wurde feierlich eröffnet und die Kirche von Diözesanbischof Dr. Ludwig Schwarz geweiht.

Impressum: Medieninhaber: Seelsorgezentrum Lichtenberg, Am Ortsplatz 5, 4040 Lichtenberg Tel. 07239 6465, seelsorgezentrum.lichtenberg@dioezese-linz.at, www.pfarre-poestlingberg.at Verlagsort: Lichtenberg, Text und Grafik: Elisabeth Leitner, Franz Litzlbauer; Hersteller: Stiepel, Traun

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Kirchenführer Seelsorgezentrum Lichtenberg  

Kirchenführer, Seelsorgezentrum, Lichtenberg, Kunst, Kirche

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