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kostenlos | März 2011

FRIZZplus D a s M a g az i n d e r G e n e r a t i o n + f ü r K assel

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im Gespräch

Private Museen • Alles BIO • Zahnimplantate


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by Ernst-Rose – pixelio.de

Der FRIZZ mit dem Plus

Die fetten Jahre sind vorbei. Oder doch nicht? In Zeiten in denen es Biokost längst auch beim Discounter gibt, ist der Umsatz der regional verkauften Bioprodukte drastisch zurückgegangen. Doch innovative Vertriebswege stoppen den Trend. In einem Bio-Spezial widmet sich FRIZZplus jenen Möglichkeiten, wie der städtische Gesundesser noch an die gute Kost kommt. Ob Biokiste & Co. die Rettung für den regionalen Biomarkt

darstellen, muss sich erst zeigen. Eine Alternative sind sie allemal. Neben Bio bietet Ihnen der neue FRIZZplus den bewährten Mix aus gut verdaulicher und informativer Kost: spannende Geschichten über Wohnen im Alter und über das neue freie Leben nach dem Beruf. Dazu gibt‘s Infos über Zahnimplantate, Gastrotipps und Veranstaltungshinweise.

Viel Spaß beim Lesen, wünscht Ihnen Ihr FRIZZplus-Team

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I n HALt

Wo finde ich was 3

I ntro

3 4 V E r A n StA Lt U n G E n

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WoH n Pro G r A M M E

3 8 Z A H n I M P L A ntAtE

12 PrIVAtE MU S E E n

4 4 A r B E It S M A r K t

16 nACH DEM J o B

50 PA rtn E r S C H A F t

24 ALLES B Io

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30 I ntErVI EW: I L JA rICHtE r

5 8 G A Stro

IMPrESSUM Redaktionsanschrift frizzPLUS Sophienstraße 34 - 34117 Kassel Fon 05 61 - 720 90 0 Fax 05 61 - 720 90 45 frizzplus@frizz-kassel.de

Anzeigenakquise: Melanie Lange, Ralf Lorenz, Kirsten van Geldern

Herausgeber: Skyline Medien Verlags GmbH Geschäftsführung: Erk Walter

Druck: Messedruck Leipzig

Objektverantwortung: Kirsten van Geldern Redaktion: Alexander Röder, Martin Nahrgang, Marie von Berlepsch, Andrea Pecher, Martin Sehmisch

Titel: Derdehmel/ Creative Concerts Grafik & Layout: Fritz&friends, Frankfurt

Verteilung: DIVA Werbung, Kassel Auflage: 10.000 Hefte


Foto: RainerSturm/ Pixelio.de


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Wohnen im Alter: Mehr Möglichkeiten Wir werden immer älter, und die Lebenserwartung in Deutschland wird sich laut wissenschaftlicher Prognosen auch in den kommenden Jahrzehnten weiter erhöhen. Im Jahr 2050 könnte sie bereits über 90 Jahre betragen, schätzt das Rostocker Zentrum für Demografischen Wandel. Eine enorme Herausforderung für Gesundheits- und Rentensystem – und für den Wohnungsmarkt. „Wohnen ist ein wesentlicher Bestandteil der Selbstinzenierung“, sagt die Architektin Maya Reiner, die an der Universität Kassel lehrt. Die Lebensstile der Alten seien ebenso kunterbunt gemischt wie die der jüngeren Menschen. Hat das Schreckgespenst der kühl gekachelten, unpersönlichen Pflegeheime also ausgedient? Tatsächlich entwickeln die Wohnungsbaugesellschaften

in Kooperation mit Pflegeträgern neue Angebote. Vor einem knappen Jahr etwa hat die Arbeiterwohlfahrt (AWO) in der Samuel-BeckettAnlage im Vorderen Westen in Kassel zwei ambulant betreute Wohngemeinschaften eröffnet. „Wir haben die gesamte Etage im Erdgeschoss eines Neubaus angemietet“, sagt der Leiter der Einrichtung, Stephan Eigenbrodt. Acht Frauen und zwei Männer im Alter zwischen 70 und 80 Jahren sind bereits eingezogen, sechs Plätze sind noch frei. Die neuen Mieter konnten ihre eigenen Möbel mitbringen und haben jeweils ein privates Bad zur Verfügung. Unterstützt werden die WG-Bewohner tagsüber von 7 bis 21 Uhr beim Kochen und der Gemeinschaftspflege. In den Nachtstunden gibt es einen Bereitschaftsdienst. Das alles hat

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Woh n en im A lte r . . .

Samuael-Beckett-Anlage Kassel.

Foto: Röder

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allerdings auch seinen Preis. Miete, Dienstleistungen und WG-Kasse ergeben zusammen derzeit rund 1.300 Euro pro Monat. „Dafür bekommen sie hier quasi eine Vollpension“, sagt Eigenbrodt. Wer das Geld nicht aufbringen kann, hat noch die Chance, beim Sozialamt eine Übernahme zu beantragen. „Es gibt aber keinen generellen Anspruch“, sagt der Leiter der Einrichtung. Die Stadt Kassel führe nur Einzelfallprüfungen durch.

Das besondere an der Wohngemeinschaft im Vorderen Westen ist aber nicht nur die Kombination aus Privatsphäre und Gemeinschaftsleben. „Wir haben ein absolut selbstbestimmtes Konzept“, sagt Eigenbrodt. Die Bewohner seien trotz ihres Alters „mobile und fitte Menschen“. „Der Antrieb, einzuziehen, ist meistens die Suche nach Gemeinschaft“, sag er. Oftmals seien schon einige Bekannte verstorben und Kinder weit weggezogen.


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Dann drohen Einsamkeit und schlimmstenfalls Depression. „Die Gemeinschaft gibt dann Sicherheit“, sagt Eigenbrodt. Ein wichtiger Punkt, wie auch Uni-Professorin Maya Reiner bestätigt. „Der traurigste Zustand ist die Verbindung von Alter und Einsamkeit“, sagt sie. Sie erinnert an das Bild eines Esstisches, dessen Position nur den Blick auf eine

Wand erlaubt. Dem müsse man nicht nur mit Angeboten wie der Alten-WG entgegenwirken, sondern auf allen Ebenen: bei der Gestaltung des öffentlichen Raums, im Städtebau, bei Gebäude- und Grundrissplanungen. Tatsächlich aber muss häufig aus vorhandenen Strukturen das Beste herausgeholt werden. Die Gemeinnützige Woh-

Schöne Bücher aus Kassel zum Beispiel das Kassel Lexikon 816 Seiten, DIN A4, 4-farbig, Hardcover mit vielen Bildern ISBN 978-3-933617-32-3 je Band € 49,00, beide Bände nur € 88,00 „Das Kassel Lexikon ist eines der erfreulichsten Beispiele für Stadtlexika der letzten Jahre, die ihren Stoff leicht zugänglich und trotzdem auf wissenschaftlichem Niveau präsentieren.“ Klaus Schreiber, IFB

Naumburger Str. 40, 34127 Kassel Tel. 0561-50049330, www.euregioverlag.de

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Woh n en im A lte r . . .

nungsbaugesellschaft der Stadt Kassel (GWG) etwa hat zahlreiche Wohnungen und Häuser renovieren lassen, um sie altenfreundlicher zu gestalten. So wurden Fassaden moderner und freundlicher gestrichen und Eingangsbereiche hochwertiger gestaltet. In den Wohnungen selbst wurden die Flure verbreitert und die Bewegungsfreiheit in den Badezimmern erhöht, sagt Petra Leithäuser von der GWG. Badewannen, die bei jungen Menschen als Luxus gelten, werden für die Alten durch Duschen ersetzt. Sie sind leichter zugänglich. Dass die GWG sich um solche Veränderungen kümmert, ist angesichts der Struktur ihrer Kunden eine Selbstverständlichkeit: Rund 40 Prozent sind älter als 55 Jahre, Tendenz steigend. Auch für spezielle Le-

benslagen werden mittlerweile geeignete Wohnformen geschaffen. So bietet die Gemeinnützige Wohnungsgesellschaft Hessen (GWH) in Kooperation mit dem Diakonischen Werk in Kassel und Baunatal mittlerweile drei Wohngemeinschaften für Menschen mit Demenz an. Die Wohnungen sind laut GWH-Sprecher Marc Hohmann großzügig geschnitten und hell. „Die Türen der Räume sind nach ihrer Funktion in unterschiedlichen Farben gestaltet, damit jeder sofort weiß, was sich hinter ihnen verbirgt“, sagt Hohmann. Alter heißt eben auch Krankheit, und Wohnen im Alter muss diesen Krankheiten gerecht werden. In der Alten-WG der AWO in der Samuel-Bekett-Anlage entscheiden die Mieter übrigens selbst, wer neu einziehen darf.


„Das muss passen, es geht ja um eine Gemeinschaft“, sagt der Leiter der Einrichtung, Stephan Eigenbrodt. Schon im Prospekt der Wohngemeinschaft wird die Autonomie der Bewohner betont. Außerdem wird mit Angeboten wie Gedächtnistraining oder Duftmassagen geworben. Zu einem wirklich selbstbestimmten Leben gehört laut Uni-Professorin Maya Reiner aber nicht nur die Wohnung selbst, sondern auch die Möglichkeit, für den täglichen Bedarf eigenständig zu sorgen. Die städtebaulichen Strukturen eines Dorfes also mit einem Laden, der direkt um die Ecke zu finden ist. Das große Einkaufszentrum im übernächsten Stadtviertel hilft da nicht. Gutes Wohnen im Alter zu ermöglichen bleibt also eine echte Querschnittsaufgabe.


Fotos: Marie von Berlepsch, Privat

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Filme, Bier und Kunsthandwerk Private Museen der Region

Die Museumslandschaft Nordhessen ist einmalig in seiner Vielfalt. FRIZZplus zeigt, was es abseits der etablierten Museen gibt.


Fotos: Marie von Berlepsch, Privat

Mu s e e n

Brauerei-Museum

Künstlertenne Karl F.

Das einzige Brauerei-Museum Hessens befindet sich in Malsfeld, wo die Bierherstellung schon seit Jahrhunderten Tradition hat. Angrenzend befindet sich die Löwenbier-Brauerei, die man ebenso besichtigen kann. Grundlagen über Hopfen und Malz, die Herstellung, Gärung, Sorten und Wissenswertes über das Konsumverhalten erfährt man dort auf einem Rundweg durch den 265 Quadratmeter großen Ausstellungsbereich. EDV-Stationen sowie Riech-, Schmeckund Tast-Stationen sind Teil der Ausstellung. Der Eintritt kostet drei Euro für Erwachsene, mit Ermäßigung zwei Euro. Desweiteren kann man zwei Erlebnispakete buchen mit Imbiss und Umtrunk. Brauereistr. 7, Malsfeld Öffnungszeiten: Sa. 14-18 Uhr, So. 11-16 Uhr, www.brauereimuseum-malsfeld.de

„Das nicht Greifbare ist für mich das eigentlich Spannende“, sagt der freischaffende Bildhauer Karl F. Hofeditz. Sein Atelier befindet sich in Trendelburg-Sielen. „Meine Ausstellung 2011 handelt von der Kleinskulptur“, sagt der 62jährige gelernte Gold- und Silberschmied. Das Café befindet sich seit 1995 auf dem Bauernhof des Künstlers. Aus dem großzügig verglasten Innenraum und der höher gelegenen Terrasse hat man einen herrlichen Blick auf den Diemelfluß. Die perfekte Anlaufstelle für Fahrrad- und Kanufahrer mit eigener-Anlegestelle. Zwischen den Kunstwerken kann man selbstgebackenen Kuchen, eine nordhessische Brotzeit und die passenden Getränke genießen. Oberer Weg 23, Sielen Öffnungszeiten. Sa. bis So. : von 10 bis 22 Uhr, www.karlfhofeditz.de

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Museen

Kino-Museum

Weberei-Museum Kicher

Werner Baus ist seit zehn Jahren Rentner im Unruhestand, leidenschaftlicher Sammler und Kinofreund. In HelsaEschensruth betreibt er das Musik-, Radio- und Kinomuseum. Ungefähr 100 Exponate werden dort ausgestellt: von einer sechs Meter breiten Leuchtreklame des Kasseler Cinemas bis hin zu Plakaten von Filmen, die in Kassel gedreht wurden. Dazu gibt‘s eine Reihe tönende Exponate aus den vergangenen 100 Jahren, wie ein Orchestrion, ein bis ins frühe 20. Jahrhundert verbreitetes automatisches Instrument, das ein komplettes Orchester simulieren kann. Als besonderes Schmankerl zeigt Baus den Besuchern einen Film über die Wasserspiele im früheren Kaskade-Kino.“ Mühlenweg, Helsa Eschensruth, Anmeldung unter: 05602/918833.

„Meine Frau und ich sind wie Eichhörnchen. Wir sammeln einfach alles“, sagt Timur Kircher, Inhaber des Weberei-Museums in Gieselwerder. Seine Frau Nora stammt aus der Familie Kircher, die einst die weltweit bekannte Firma „Walter Kircher Handwebgeräte“ gründete. In dem Themenmuseum in Gieselwerder wird jährlich ein Partnerland in einer Sonderausstellung vorgestellt. 2011 dreht sich alles um „Gewebtes aus Guatemala, ein Feuerwerk aus Farben und Fäden“. Eine Bilderausstellung mit Werken naiver Künstler und eine Farbenvielfalt der Webkunst zeichnen diese Ausstellung aus. Ab Septemberzeigt das Weberei-Museum ungarische Kunst in einer eigenständigen Schau. Steinweg 2, Gieselwerder, Öffnungszeiten: So. 14-17 Uhr, www.weberei-museum-kircher.de


Ausflugst(r)ipps Grenzmuseum „Schifflersgrund“, Platz der Wiedervereinigung, Asbach/Sickenberg. Es zeichnet die Geschichte der innerdeutschen Grenze nach: Zäune, Lkw mit Radaraufbauten, Selbstschussanlagen. www.grenzmuseum.de Währungsmuseum Fuldatal, Fritz-Erler-Anlage, Rothwesten Geschichtliche Dokumentation über die Währungsreformen nach dem Zweiten Weltkrieg, und nach der Wiedervereinigung, sowie die Einführung des Euro. Anmeldung unter 0561/8202442 Wilhelmsthaler Wurstmuseum, Landfleischerei Koch, Mittelstraße 6, Calden Führung durch den Wilhelmsthaler Wurstehimmel mit Besichtigung des Wurstmuseums. Terminabsprache unter 05674/6408 www.wurstehimmel.de

Die Kunst Entwicklung zu fördern 06. – 08. Mai 2011 Entwicklungsförderung in Erziehung, Bildung und Organisation. Vernetzung von Kreativität, Pädagogik, Spiritualität und Hirnforschung

Ohrenschmaus! Kommt und lauscht es wird erzählt! 1.Hofgeismarer Erzählfest 20. August 2011 Ein Tag voller Geschichten in Hofgeismar mit anschließender Nacht der Geschichten in der Aula der Gustav-Heinemann-Schule Ev. Akademie Hofgeismar Infos unter: www.akademie-hofgeismar.de

Tel: 05671 / 881-115


Foto:s: Alexander Röder, Privat (2)

Ruhestand - und nun? Man hat sein Leben lang gearbeitet und freut sich auf den wohlverdienten Ruhestand. Und dann kommt der Tag, an dem man reinen Tisch macht, seinen Schreibtisch räumt, die Bürotür hinter sich zumacht. Und dann? Was kommt nach dem Job? FRIZZplus hat sich umgehört.


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Die meisten Menschen sind zunächst froh, wenn sie aus dem Berufsleben ausscheiden. Endlich all das tun, wozu nie Zeit gewesen ist: ausschlafen, Hobbys nachgehen, sich um die Familie kümmern, die Ruhe genießen. Doch was, wenn Kreuzworträtsel lösen und den Garten pflegen nicht mehr reicht? Auf die Dauer kann man in ein Loch stürzen. Die neue Freiheit verkommt nur allzu schnell zur Leere. Dem Gefühl, nicht mehr gebraucht zu werden, folgen nicht selten gesundheitliche Schäden, Depressionen, bis hin zum frühen Rentnertod. Dass sich mentale Fitness auf die Gesundheit niederschlägt, zeigt eine Expertise des Deutschen Zentrums für Altersfragen (DZA), die verschiedene Studien auswertet. Gerade wenn man sich

des Verlustes der beruflichen Aufgaben und Strukturen bewusst wird, selbst aber nicht aktiv wird, erhöht sich das Risiko, an depressiven Verstimmungen oder sogar Herzund Kreislaufproblemen zu erkranken. Um all dem vorzubeugen, gilt es sich eine erfüllende Aufgabe zu suchen – ob in der Weiterbildung oder im Ehrenamt. Experten raten: Sich schon vor dem Rentenantritt Gedanken über die Gestaltung seines neuen Lebensabschnitts zu machen. Zudem ist es laut einer Studie der Fachhochschule Münster aus dem Jahr 2009 wichtig, wie man die letzte Zeit an der Arbeit empfunden hat und ob man mit positiven Gefühlen daran zurück denkt. Denn nur wer geschätzt wurde und sich würdig verabschiedet gefühlt

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hat, tritt mit Selbstbewusstsein und neuem Elan in den Ruhestand. „Ich wollte zu einem Zeitpunkt in Rente gehen, an dem ich noch fit und aktiv bin“, sagt der 63-jährige Rolf Steinl, der mit 60 in den Ruhestand ging. Zuvor war er vier Jahrzehnte in der Stadtverwaltung in Kassel tätig. Die Kollegen sollten ihn als vitalen Mitarbeiter in Erinnerung behalten. Auch er hat sich frühzeitig Gedanken über die Zeit nach der Arbeit gemacht. „Ich wollte immer ehrenamtlich arbeiten und Gutes tun, aber bei meinem stressigen Job fehlte mir einfach die Zeit dafür“, so Steinl. Ein halbes Jahr bevor er schließlich die Rente antrat, informierte er sich beim FreiwilligenZentrum Kassel über Beschäftigungsmöglichkeiten. Heu-

Rolf Steinl, Ruheständler

te arbeitet er in der dortigen Beratungsstelle und vermittelt Menschen, die ebenfalls ehrenamtlich tätig werden wollen, an Organisationen und Einrichtungen. Geld bekommt er dafür nicht. „Es werden Ansehen und Respekt erwartet“, sagt Dr. Kai Brauer von der Akademiengruppe Altern in Deutschland in einem Interview zur Freiwilligenarbeit. „Man will das Gefühl haben, etwas einbringen und bewegen zu können.“ Genau das beugt der Empfindung der Nutzlosigkeit vor.“


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„Man muss immer zielgerichtet bleiben, auch im Alter. Dann kommt auch keine Langeweile auf“, sagt der Kasseler Konrad Nachtwey. Sein Interesse galt schon immer der Kunst und der Politik. Da es ihm aber nach seiner Schulzeit aus finanziellen Gründen verwehrt blieb, zu studieren, holte der heute 76-jährige Ex-Offizier diesen Lebenstraum 50 Jahre später im Ruhestand nach. Selbst im späteren Lebensalter keine Scheu zu haben, etwas Neues auszuprobieren, sei wichtig, so Nachtwey rückblikkend. „Mein Beruf hat mir immer Spaß gemacht und ich bin auch bis zum letzten Tag geblieben. Aber dann wollte ich etwas vollkommen anderes machen.“ Nach Karrieren beim Bundesgrenzschutz, der Deutschen Bundesbank und einem großen Versandhandel

schrieb er sich mit 66 Jahren an der Uni Kassel ein, studierte Kunstwissenschaft und Politik. Mit seinen jüngeren Mitstudenten kam er sofort gut zurecht und pflegt mit einigen bis heute Kontakt. „Einen Beruf ausüben wollte ich mit meinem Studium nicht, schließlich war ich ja schon im Ruhestand. Aber den Abschluss wollte ich schon“, so Nachtwey lachend. Nach seinem Magister 2007 gibt er jetzt Seminare beim Institut für berufliche und politische Bildung und hält Kunstvorträge an der Volkshochschule. „Vielleicht schreibe ich ja sogar noch meine Doktorarbeit“, fügt er hinzu. Zusätzlich vermittelt er seine Kunstkenntnisse ehrenamtlich an Bewohner in Altenheimen. Rechtzeitig auf den Ruhestand vorbereitet hat sich

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Rosemarie Lobert, Akademie 55plus Kassel

auch Rosemarie Lobert. Nachdem die heute 62-Jährige zunächst als Kinderkrankenschwester und zuletzt in der Pflegedienstleitung gearbeitet hat, hat sie sich in ihren letzten Berufsjahren zur Gedächtnistrainerin ausbilden lassen. Dadurch ist sie auch zur Akademie 55plus Kassel gekommen, einem gemeinnützigen Verein, der ältere Menschen zusammenführt. Angeboten wird ein Kursprogramm, das von Sprachkur-

sen bis hin zu digitaler Fotobearbeitung reicht. „Wissen austauschen und weitergeben ist wichtig“, sagt Lobert. „Man muss sich eine neue Identifikation suchen, die ja früher der Job geboten hat. Die Struktur im Leben hat sich vollkommen verändert.“ Die Mischung aus Aufgaben und Freizeit sei von großer Bedeutung, denn eigentlich sei es ja auch ein Luxus, sich seine Zeit selbst einteilen zu können. „Ich kann viel spontaner sein als früher. Aber ich weiß auch, dass es ein Privileg ist, geistig und körperlich noch so fit zu sein. Allerdings kann man ja selbst etwas dafür tun“, so die 62-Jährige. Kontakt: Wir Jungen Alten, Selbsthilfegruppe des Caritasverbands Kassel. Frankfurter Straße 207, Tel. 0561-471852


Foto: Martin Nahrgang


P o rtr ät

Stilsicher: Palmyra Klinnert Vielseitig und kreativ war Palmyra Klinnert schon immer. Was im Alter von 20 Jahren mit eigenen Entwürfen und Näharbeiten für sich selbst und Freundinnen anfing, zieht sich durch ihr ganzes Leben: Mode. Nachdem sie ein Strickatelier und einen Edel-Secondhandladen in Kassel betrieb, entwickelte sie die Idee, ihr Wissen und ihr Stilgefühl an andere weiterzugeben und Typ- und Imageberatungen auch in Seminaren für Berufsoutfit anzubieten. „Früher als junge Frau war ich nicht immer von mir und meinen Fähigkeiten überzeugt“, sagt die alleinstehende Frau. „Aber mittlerweile weiß ich, was ich kann.“ Das gilt nicht nur für die Mode, sondern auch für die Musik und die Lyrik. Nachdem sie als Sängerin zunächst mit einem Komponisten zusammenarbeitete, fing

sie an, Lyrik selbst zu vertonen, tritt damit auch erfolgreich auf und brachte 2010 ihre neue CD heraus. Sie schreibt selbst Gedichte, liebt Literatur und hält dazu auch Lesungen, die für sie zunächst unerwarteterweise auf große Resonanz beim kleinen, aber feinen Publikum stoßen. „Ich weiß, dass das, was ich mache zu anspruchsvoll ist für den breiten Massengeschmack, aber das kann ich akzeptieren.“ Der wirtschaftliche Erfolg stand für sie nie im Vordergrund. „Ich lebe für das, was ich tue und habe trotz des Stresses, der manchmal da ist, nie Urlaub gebraucht, denn ich habe mich immer erfüllt gefühlt.

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Alles B io

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Fotos: Martin Nahrgang

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Biokost aus der Region Bio boomt – in Bioläden, auf Wochenmärkten, sogar in Supermärkten und Discountern. Um den Überblick im Angebots-Dschungel zu behalten, zeigt FRIZZplus, wie die städtischen Bewusstesser an wirklich frische Bioware kommen. Einige Angebote.

BIO ONLINE VERSAND Eine Alternative zu Wochenmarkt und Bio-Märkten ist mittlerweile der Bio-OnlineVersand. Dort kann man alles bequem von der Couch aus bestellen und bekommt seinen Warenkorb zugesendet. Der Grüne Bote und Biokiste


A l l e s B iO

sind zwei Bio-Online-Anbieter, die Nordhessens Haushalte mit einem Bio-Vollsortiment versorgen. Wie funktioniert das Bestellsystem? Ganz einfach. Der Online-Versand lässt sich präzise und anhand einer Vielzahl von Möglichkeiten generieren. Der Grüne Bote bietet darüber hinaus

zur Vereinfachung verschiedene Pakete an, Spar- und Überraschungspakete sowie Probierabos. Dabei können einzelne Artikel einmalig oder dauerhaft (mit einem selbst gewählten Intervall, etwa alle drei Wochen) bestellt werden. Geliefert wird direkt nach Hause. Über Lieferbedingungen und Kosten sollte man sich unbedingt zuvor telefonisch erkundigen, da nicht jeder Ort auf einer der Auslieferungstouren liegen muss. Wie wird die Qualität der Ware gewährleistet? Icons geben Informationen zu den Produkten sowie zu deren Anbauregion. Ein Klick auf den Hersteller öffnet das jeweilige Firmenporträt; ein Klick auf  „Informationen“ gibt zudem Infos über die Kontrolle beziehungsweise den Anbauverband.

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Alles B io

Bio Märkte in Kassel Alnatura Wilhelmshöher Allee 261 www.alnatura.de Bio-Catering Marbachshöhe Otto-Hahn-Straße 5 www.biond.de Biomarkt Greger Wilhelmshöher Allee 275 www.biomarktgreger.de Katotofu Wolfhager Straße 39a www.katotofu.de Naturkost Quer Beet Korbacher Straße 211 www.querbeet-kassel.de Primavera Wilhelmsh. Allee 304/ Friedr.Ebert-Straße 118 Schmanddibben Lassallestraße 9

Wie schnell wird geliefert? Das ist abhängig von der Entfernung der Lieferadresse. Beide Anbieter bieten die Möglichkeit, online anhand eines Suchfelds durch Angabe der Postleitzahl einen Liefertermin zu bestimmen. Gibt es ein Rückerstattungsrecht? Sollte die gelieferte Ware nicht zusagen, wird sie innerhalb von 14 Tagen zurückgenommen. Die Verpackung muss jedoch unbeschädigt und die Ware nicht benutzt sein. Vor- und Nachteile Wer keine Zeit und Lust hat, sich selbst auf den Weg zu machen, kann online leicht und zu jeder Tageszeit einkaufen. Das ist bequem, ohne Abstriche in Sachen Frische zu machen. Und jetzt ein klitzekleines Aber: Zwar gewährlei-


Alles Bio

stet ein Onlineshop, dass dieWare auch tatsächlich „bio“ ist. Aber es ist immer etwas anderes, ein Produkt selbst in der Hand zu haben, bevor es in den Kochtopf wandert. Kontakt: Biokiste: 05652-918420, www.die-biokiste.de Grüner Bote: 05542-71077, www.gruenerbote.de

Kasseler Wochenmärkte Markthalle, Wildemannsgasse 1, Do +Fr 7-18, Sa. bis 14 Uhr; Freifläche: Do. 7 - 13 Uhr, Sa. bis 14 Uhr Wochenmarkt am Königsplatz, Di+Mi 9:30-17 Uhr Wochenmarkt Wehlheiden Marktplatz, Fr. 8-13 Uhr Wochenmarkt Marbachshöhe Marbachshöhe, Sa 8-13 Uhr

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Alles B io

Biobetriebe der Region Schinkels Brauhaus Biobier bietet Schinkels Brauhaus in Witzenhausen seit zehn Jahren an. Dort gibt es unfiltriertes, Helles und Dunkles Pils. Vertrieben wird das Ökobier in der authentischen Holzkiste. Schinkels Brauhaus, Burgstr. 20, 37213 Witzenhausen www.schinkels-brauhaus.de

Bioland Imkerei Curic Bienenhonig aus Öko-Anbau bieten Christine und Ivan Curic an. Zehn verschiedene Sorten – vom Frühjahrsblüten-bis zum Sonnenblumenhonig. Der Vertrieb erfolgt über einen Webshop und Einzelhandel. Imkerei Curic, Ledergasse 42, 37217 Kleinalmerode www.honigivan.de

Weinanbau Böddiger Berg Das Weinbaugebiet am Böddiger Berg ist das nördlichste und mit 1,4 Hektar auch eines der kleinsten in Deutcshland. Dort wird auf rein ökologischer Basis gewirtschaftet. Rebsorten sind der traditionelle „Ehrenfelser“ und inzwischen auch der Riesling. Der Vertrieb erfolgt in Gastronomie und Filialen Nordhessens. Förderverein Böddiger Berg., Steinweg 4 , 34587 Felsberg www.boeddiger-berg.de

Gut Fahrenbach Am Rande des Naturparks Werra-Meißner liegt das Gut Fahrenbach. Neben der Bewirtschaftung von 85 Hektar Ackerland hat man eine Mutterkuhherde mit Nachzucht. Daneben werden Weizen, Roggen, Dinkel, Nackthafer und Triticale angebaut, die zu Vollkornbackwaren verarbeitet werden. Gut Fahrenbach, 37216 Witzenhausen www.gutfahrenbach.de


A l l e s B iO

Bio GefLügelhof Roth 1996 gründete Markus Roth seinen Bioland Geflügelhof. Geschlachtet wird in der hauseigenen Schlachterei, der Vertrieb erfolgt über den eigenen Hofladen. GeFlügelhof Roth, Ludwigsteinstr. 40, 37214 Witzenhausen-Unterrieden www.bio-frischgefluegel-roth. de Landfleischerei Neumeier Nordhessische Spezialitäten und Fleisch aus Biohaltung gibt es unter anderem in der Landfleischerei Neumeier. Die Schlachtung ist dort noch Familiensache, darüber hinaus

bezieht man sein Fleisch von verschieden Biobauernhöfen der Region. Landfleischerei Neumeier, Rommeröder Str. 7, 37235 Hess.Lichtenau/ Walburg www.ahle-wurscht.de Biolandkräuter Bebra Teemischungen, Kräutertees, Gewürzmischungen und Gewürzkräuter, angebaut nach den Richtlinien des biologischen Landbaus - das bietet das Sortiment der Berglandkräuter. Die Produkte gibt‘s im eigen Onlineshop. Biolandkräuter, Am Molkenborn 14, 36179 Bebra www.berglandkraeuter.de

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Foto: Derdehmel


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Licht aus, Spot an „Disco“ war zehn Jahre lang eines der erfolgreichsten TV-Formate. Zum 40. Geburtstag der Show gibt‘s das Comeback als Live-Programm – moderiert wie damals von Ilja Richter. Am 12. Mai gastiert die Show in der Göttinger Stadthalle. Wir haben vorab mit dem 58Jährigen, der nach „Disco“ eine Schauspielerkarriere hingelegt hat, gesprochen. Foto: Derdehmel

FRIZZplus: Hallo Herr Richter. 40 Jahre Disco – gibt es eine Folge, die Ihnen besonders in Erinnerung geblieben ist? Ich denke da etwa an ein Duett mit Berti Vogts. Ilja Richter: (lacht) O Gott, daran erinnern Sie sich? Ich wollte damals einfach eine witzige Einlage mit einem Fußballer machen und habe daraufhin Berti Vogts selbst eingeladen. FRIZZplus: Mit welchem Fußballer würden Sie so etwas heute machen?

Richter: Keine Ahnung, das ist schwer. Ich habe neulich Stefan Effenberg in München getroffen und ihn mit seiner Frau zur Tour eingeladen – als Zuschauer wohlgemerkt. Ein Duett mit Effenberg à la Berti Vogts kommt nicht in Frage.

FRIZZplus: Zuletzt waren Sie als Theaterschauspieler und in Musicals aktiv. Jetzt geht‘s auf große „Disco“-Tour. Richter: Ich betrachte das Ganze als den Ausflug eines Theaterschaupielers in den Showbereich. Eine Tournee durch Deutschlands Hallen ist für mich komplettes Neuland. Das ist anders als die Theaterbühne. Ich kann auch gar nicht sagen, was ich lieber mache – Schauspieler oder Moderator dieser großen Show. Mein Herzblut verspritze ich bei allem, was ich mache. FRIZZplus: Was können die Menschen denn von der Tour

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fentlicht, für diese musste ich die Szenen auswählen.

Foto: Erich Windprechtiger/ ZDF

erwarten? Gehts genauso knallig und schrill wie in den 7oern zu? Richter: Fanden Sie die Show denn knallig und schrill? Dann ja. Die Show wird eine Mischung aus Live-Auftritten und Einspielern der Fernsehshow. Die Band Middle of the Road, die schon Stammgast in der Show war, ist wieder mit dabei. FRIZZplus: Haben Sie sich die Folgen von früher eigentlich noch einmal angesehen? Richter: Das musste ich, ja. Zum Geburtstag der Show wird auch eine DVD-Box veröf-

FRIZZplus: Wie war es für Sie, die Bilder und Sketche von früher zu sehen. Zum Start der Serie waren Sie ja gerade 19 Jahre alt?. Richter: Ich muss sagen, dass ich mir die Sendungen nach dem Ende von Disco nicht mehr angesehen habe. Jetzt war ich dazu gezwungen. Damals waren die Grenzen für die Sendung bewusst eng gesetzt. Die heutigen Comedians haben es da etwas einfacher. Aber es ist erfrischend und schön zu sehen, dass es auch heute Entertainer wie Anke Engelke, Christoph Maria Herbst oder Bastian Pastewka gibt, die ihre Ideen kreativ und auf ihre ganz eigene Art und Weise umsetzen. FRIZZplus: Werden Sie auf der Straße immer noch als der Ilja Richter von „Disco“ erkannt und angesprochen?


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Richter: Es gab sicherlich eine Zeit in meinem Leben, als ich um die 30 war, da wurde mir das Ganze ein bisschen zu sehr darauf reduziert. Ich war teilweise sogar genervt davon. Aber mit dem Älterwerden hat sich das verändert. Man wächst charakterlich. Mittlerweile sehe ich das sehr gelassen.

FRIZZplus: Zu Beginn der Sendung hieß es immer: Spot aus, Licht an. Ihre Autobiografie trägt denselben Titel. Ist die Sendung ein nach wie vor großer Bestandteil Ihres Lebens? Richter: Lassen Sie mich es so ausdrücken: Für Andere spielte das immer eine übergeordnete Rolle. Meine Biographie und auch die Tour sind die verspätete Antwort auf die Frage. Ich

selbst kann selbstironisch auf Disco zurückblicken. Aber natürlich ist „Disco“ ein Teil meines Lebens, den ich auch nicht missen möchte.

FRIZZplus: Was wünschen Sie sich selbst für die Tour? Richter: Ich wünsche mir, dass ich den Zuschauern ein wenig das Gefühl und die Erinenrungen der 70er-Jahre wiedergeben kann. Für mich wird das Ganze ein Blick zurück nach vorn, wenn Sie so wollen. Ich, der Ilja Richter mit 58 Jahren, spiele sicher nicht den 19-Jährigen. Ich erinnere mich nur. Denn ich möchte in keiner anderen Zeit leben, als der jetzigen. Die Tournee ist ein Spiel mit den Erinnerungen von damals.

„40 Jahre Disco – Die Jubiläumstour mit Harpo, Chris Andrews und Middle of the Road“ Wann? 12. Mai, 20 Uhr. Wo? Stadthalle Göttingen. Karten gibt‘s an allen bekannten Vorverkaufsstellen und im Internet: www.eventim.de

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Ver anstaltu n g e n

Komiker, Sänger und Athleten... KulturfrĂźhling Lohfelden, BĂźrgerhaus, 8.4. bis 16.4. Der Auftakt in die Festivalsaison. HĂśhepunkte sind ein „The Best of“-Programm des TIC und ein Auftritt der GĂśttinger A-capella-Combo Ganz SchĂśn Feist. Vorverkauf: Tel. 0561/511020 www.lohfelden.de Hessische Theatertage, Schauspielhaus, TiF, 15. bis 21. 5. Unter dem Motto Hessens Beste zeigen zwĂślf Staats- und Stadttheater Hessens sowie freie Theatergruppen ihre besten Inszenierungen in Kassel. Kontakt: Tel. 0561-1094222 www.staatstheater-kassel.de

Apassionata, Eissporthalle , 20. bis 22.5. Die erfolgreichste Pferdeshow Europas gastiert wieder in Kassel. „Im Licht der Sterne“ heiĂ&#x;t das aktuelle Programm. Vom 20. bis 22. Mai stehen fĂźnf Shows auf dem Programm. FRIZZplus verlost 3x2 Karten fĂźr die AbschlussauffĂźhrung am 22. Mai, 19 Uhr. Schicken Sie bis 15. Mai eine Postkarte an die Redaktion (Stichwort Apassionata). Tickethotline: 01805-885508 www.apassionata.com Eon Mitte Kassel Marathon, 20. bis 22.5. Tausende Freizeitsportler werden sich wieder in mehreren Laufwettbewerben messen. In der KĂśnigsdisziplin sind auch die Vorjahressieger Joelpkorir Chepkopol und Ecler Loywapet am Start www.kassel-marathon.de

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Ver anstaltu n g e n

Sommer im Park, Festzelt Vellmar, 18.5. bis 5.6. Dauergast Götz Alsmann fehlt. Doch Reinhard Fendrich, Mirja Boes, Roger Willemsen, Ulrich Tukur, Dieter Hildebrand und viele Andere sorgen für den bewährten Programm-Mix aus Comedy, Musik und Theater. Vorverkauf: Tel. 0561-8617 893, www.piazza.ddticket.de Stadtfest Kassel, Innenstadt, 10. bis 13.6. Zum 25. Geburtstag von Nordhessens größter Sause gastiert Herbert Grönemeyer auf der Karlswiese. Er eröffnet das viertägige Spektakel. Dazu gibt‘s Partyspaß mit Fahrgeschäften Buden und Platzkonzerten. www. stadtfest-kassel.de Kultursommer Nordhessen, versch. Orte, ab 13.6. Eine Reihe hochklassiger Veranstaltungen präsentiert der

Kultursommer Nordhessen. Den Auftakt macht das Musikpicknick im Park Wilhelmsthal. Weitere Höhepunkte: Silly (8.7., Borken) und Konstantin Wecker (10.7. Kaufungen). www.kultursommer-nordhessen.de Sommertheater: Black Rider Karlsaue, ab 17.6. Das Staatstheater zeigt in der Sommerpause Tom Waits‘ Kultmusical „The Black Rider“ in der Karlsaue. Der Wald und die Natur der Aue soll dabei die düstere Kulisse bilden. www.staatstheater-kassel.de Deutsche Leichtathletik Meisterschaften, Auestadion, 23./24.6. Im Auestadion findet die Deutschen Meisterschaften der besten Läufer, Springer und Werfer statt – ein Pflichttermin für alle Top-Leichtathleten. Dabei


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werden die Fahrkarten für die WM in Südkorea vergeben. Telefon 01805 - 969 0000 www.ticketmaster.de Kulturzelt an der Drahtbrücke, 8.6. bis 21. August Das Kulturzelt hat sich insbesondere unter Jazzfans einen guten Ruf erworben. Das Programm steht noch nicht fest. www.kulturzelt-kassel.de

Kasseler Musiktage, 27. Oktober bis 13. November Im Mittelpunkt der Kasseler Musiktage stehen die Komponisten Johannes Brahms und Dimitri Schostakowitsch, deren Hauptwerke mit exzellenten Solisten in großen Orchesterkonzerten und in Kammermusik-Konzerten beleuchtet werden. www.kasseler-Musiktage.de

Der LIVE Club im Zentrum Kassels Sonntag: Gemeinsames Tatort gucken auf 2 Großbildleinwänden, Eintritt frei


Zähne für die Ewigkeit Zähne halten kein Leben lang. Irgendwann fallen sie auch nach bester Pflege aus. Ein Zahnimplantat kann dann eine Lösung sein. Doch wie genau funktioniert dieses System?

Fotos: Erich Bals/Pixelio.de (oben), Jerzy Sawluk/Pixelio.de, Promo, Pro7

Implantate


. . . G e s u n d h e it

Was ist ein Zahnimplantat? Ein Zahnimplantat ist ein Zahnersatzsystem, das aus einer künstlichen Zahnwurzel im Kiefer und dem aus der Knochen herausragenden sichtbaren Krone besteht. Es ersetzt entweder einzelne fehlende Zähne oder ganze Zahnreihen.

Fotos: Erich Bals/Pixelio.de (oben), Jerzy Sawluk/Pixelio.de, Promo, Pro7

Wie lange gibt es Zahnimplantate schon? Seit mehr als 2000 Jahren. Implantate der Art, wie wir sie heute kennen, gibt es seit Anfang der 50er Jahre. Der schwedische Anatom Per-Ingvar Branemark fand 1952 bei Tierversuchen an Kaninchen heraus, dass das Metall Titan nach Einsetzung in den Knochen schwer wieder zu entfernen war. Daraus entwickelte sich die Idee, Titan als Stift oder Schraube in der Zahnimplantologie einzusetzen.

Im Kieferknochen verankert, gibt der Stift als Basis der Suprakonstruktion dem oberen sichtbaren Zahnersatz aus Keramik besseren Halt. Welche Arten von Implantaten gibt es? „In unserer Praxis verwenden wir fast nur Schraubenimplantate aus Titan“, sagt der Kasseler Zahnarzt Dr. Michael Claar. „Diese verbinden sich am besten mit dem Kieferknochen, halten also am besten die Suprakonstruktion.“ Fehlen dem Patienten einzelne Zähne, wird jeder Zahn auch separat durch ein Implantat ersetzt. Bei ganzen Zahnreihen werden die Implantate sozusagen als „Brückenpfeiler“ in den Kiefer eingesetzt, also nur an den äußeren Zähnen dieser Kette. Die zwischenliegenden Zähne werden dann nur mit einer Brücke versorgt.

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Frank Thoma, Dentaltechnik Schulz Kassel Foto: Marie von Berlepsch

Was, wenn alle Zähne fehlen? Sind gar keine Zähne mehr vorhanden, empfiehlt sich der Einsatz von Miniimplantaten, die aus dem Kieferknochen herausragen. „Die Prothese wird dann einfach darauf gesetzt und kann nicht mehr wackeln“, erklärt Frank Thoma von der Dentaltechnik Schulz in Kassel. Wie sieht die Behandlung aus? Unter örtlicher Betäubung wird ein Hohlraum in den Kiefer gebohrt, in den das Implantat eingesetzt wird. Dann

wird das Zahnfleisch darüber vernäht, um die offene Stelle zu schließen. Nach drei bis sechs Monaten, in denen das Implantat mit dem Kieferknochen verwächst, platziert der Zahnarzt darauf einen Aufbau, der die Krone später halten soll. Während der Phase des Zusammenwachsens von Implantat und Knochen bekommt der Patient eine provisorische Prothese, also eine transparente Zahnschiene mit einer Krone an der Stelle, wo der echte Zahn fehlt, sodass die Lücke verschlossen ist. Wie sind die Erfolgschancen der Behandlung? Voraussetzungen für ein erfolgreich eingesetztes Implantat sind ein ausgewachsener Kiefer und genügend Knochenmaterial im Kiefer. „Es gibt generell wenige Patienten, bei denen der Erfolg nicht


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Gesu n dh eit . . .

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gegeben ist“, sagt Dr. Michael Claar. Ist der Kieferknochen nicht tief oder dicht genug, um das Implantat zu halten, kann der Knochen mit synthetisch hergestelltem Material aufgebaut werden. Ein halbes Jahr danach kann dann mit der Implantation begonnen werden.

Zahnarzt Dr. Michael Claar, Foto: Andrea Pecher

Wie teuer sind Implantate? Die Kosten für Einzelimplantate können sich auf bis zu 3000 Euro belaufen, je nachdem, ob es sich um einen Front- oder

Seitenzahn handelt. Fehlt nicht nur ein Zahn, sondern fehlen gleich mehrere, kann es schnell auch bis in den fünfstelligen Euro-Bereich gehen. Werden die Kosten von der Krankenkasse übernommen? Nur zum Teil und auch nur für die Suprakonstruktion. Das eigentliche Implantat im Kieferknochen muss der Patient selbst bezahlen. Die Krankenkassen entscheiden individuell, wie viel sie bezuschussen. Schließlich kommt es nicht nur darauf an, wie viele Zähne ersetzt werden, sondern auch wie der Patient sein Gebiss zuvor gepflegt hat beziehungsweise wie oft er vorbeugend zum Zahnarzt gegangen ist. Gibt es Risiken? Spätkomplikationen sind Experten zufolge selten und meist auf chronische Infekte


zurückzuführen. Dabei wird der Knochen um das Implantat abgebaut. Wenn ein Implantat nicht einheilt oder etwa wegen einer Entzündung entfernt werden muss, ist das ein enttäuschender aber auch seltener Verlauf. Ein wesentlicher Schaden ergibt sich meist nicht, da der entstandene Knochendefekt durch Knochenneubildung wieder verschlossen wird. Oft ist sogar eine erneute Implantation von Zähnen möglich. Wie pflegt man Implantate? Da ein Zahnimplantat echte Zähne ersetzt, wird es genauso gepflegt – mit Zahnpasta und Zahnbürste. „Man sollte ein- bis zweimal im Jahr zusätzlich zur professionellen Zahnreinigung gehen“, empfiehlt Dr. Claar. „Dann sollten die Implantate ebenso lange halten wie echte Zähne.


Paul-Georg Meister pixelio

Agentur für Arbeit

Trends am Arbeitsmarkt Nachdem Deutschland zuletzt im Wirtschaftstief steckte, geht es 2011 wieder bergauf. Dienstleistungs- und Handelsektor stellen verstärkt ein. Wir sprachen mit Detlef Hesse, dem Leiter der Kasseler Arbeitsagentur über Trends am Arbeitsmarkt in Nordhessen und welche Chancen ältere Arbeitnehmer haben.

FRIZZplus: Hallo Herr Hesse. Bundeswirtschaftsminister Rainer Brüderle hat in seiner Prognose für 2011 im Jahres-

durchschnitt eine Arbeitslosenquote von 2,96 Millionen vorausgesagt - das ist der niedrigste Wert seit 1992. Kann Nordhessen ähnlich positive Zahlen aufweisen? Detlef Hesse: In Nordhessen begann der Aufschwung am Arbeitsmarkt sogar sechs bis neun Monate zuvor. Für 2011 ist zumindest kein gegenteiliger Trend zu erwarten. Aus den Februarzahlen lesen wir eine Gesamtzahl von 22901 Arbeitslosen für Kassel ab, davon sind


A r b e it s m a r k t

7185 über 50 Jahre und älter. In ganz Hessen sind es insgesamt 199000, bei den über 50-Jährigen 58000. Die aktuelle Quote von 7,5 Prozent für Nordhessen hat sich in den letzten Jahren stark verbessert. Die rote Laterne hat Kassel mittlerweile an Offenbach abgegeben.

FRIZZplus: Welche Trends am Arbeitsmarkt lassen sich für Nordhessen in 2011 erkennen? Hesse: In den Medien ist ja bereits darüber berichtet worden, dass Volkswagen große Aufträge einholt, so zum Beispiel den Bau des Elektromotors. SMA hat auf Kurzarbeit umgestellt, um einmal zwei Beispiele nordhessischer Unternehmen zu nennen. Eine große Nachfrage nach Personal gibt es im Pflege- und Gesundheitsberufen, sowie Lager, Logistik und auch bei den Berufskraftfahrern. Auch die Hotel- und Gastronomiebranche sucht wieder.

FRIZZplus: Im Verlauf der letzten Jahre klagte vor allem die ältere Generation über fehlende Arbeitsplätze und Perspektiven bei der Jobvermittlung. Wie entwickelt sich die Lage im Moment, welche Branchen stellen verstärkt ein? Hesse: Die Chancen für ältere Arbeitnehmer haben sich deutlich verbessert. Einzelne Betriebe setzen bei der Stellensuche bewusst auf ein älteres Profil, da auch die Kunden älter sind oder werden. Einem älteren Arbeitnehmer traut man hier oft eine bessere Betreuung zu. Gerade im Groß- und Einzelhandel kann man diesen Trend beobachten. Im Bereich der Pflege werden nach wie vor eher junge Menschen bevorzugt, der Leidensdruck des Arbeitgebers ist hier wohl noch nicht groß genug, ein Umdenken wird stattfinden müssen.

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ARb eitsm ark t

FRIZZplus: Brauchen wir mittlerweile Arbeitsplätze speziell für ältere Menschen? Hesse: Es gibt zunehmend viele ältere Arbeitnehmer. Die Arbeitgeber müssen die Initiative ergreifen und sich mit dem Status Quo am Arbeitsmarkt auseinandersetzen. Die Chancen älterer Arbeitnehmer haben sich auf jeden Fall stark verbessert. FRIZZplus: Müssen ältere Arbeitnehmer in ihrem Berufsfeld bleiben, wenn sie ihren Job verlieren, oder machen Fortund Weiterbildung durchaus Sinn? Hesse: Zunächst möchte ich einmal mit dem Vorurteil aufräumen, dass Arbeitnehmer 50+ Weiterbildung gegenüber nicht aufgeschlossen sind, das ist sehr wohl der Fall. In Kassel

gibt es bereits seit drei Jahren das Programm Perspektive 50+ der Jobcenter der Stadt und des Landkreises Kassel. Dieses beinhaltet die persönliche Betreuung und das Begleiten älterer Arbeitssuchender. Prinzipiell kommt es darauf an, aus welchen Berufsfeld ein Arbeitnehmer kommt. Gerade dem Bereich IT ist aber auch die ältere Generation gegenüber sehr aufgeschlossen, wenn es um Fort- und Weiterbildung geht. Auch die Arbeitsagentur bietet hier Hilfe für Arbeitgeber und -nehmer an.

FRIZZplus: Viele Rentner und Pensionäre arbeiten heutzutage in 400-Euro-Jobs. Ist das mittlerweile der Normalzustand? Hesse: Leider ja. Bei vielen reicht die Rente einfach nicht aus, das heißt ich muss mir zum Beispiel in einem 400Euro-Job etwas dazu verdienen oder Hartz IV beantragen.


A r b e it s m A r k t

Jobcenter Kassel

Perspektive 50plus ist ein Programm des Bundesarbeitsministeriums, das die Beschäftigungschancen älterer Langzeitarbeitsloser verbessern soll. Seit 2005 aktivieren das Jobcenter von Stadt und Landkreis bis zu 400 Arbeitslose im Jahr. „Der Vorteil der Unternehmen ist, dass sie es mit hochmotivierten und zuverlässigen Menschen zu tun ha-

ben. Das haben viele Firmen hier in der Region bereits verstanden“, sagt Detlev Ruchhöft, Geschäftsführer des Jobcenters Kassel. „Seit Oktober 2005 konnten mit Perspektive 50plus 1.400 Menschen über 50 wieder eine Anstellung finden - auch weil die Arbeitsförderung inzwischen ungewöhnliche Wege einschlägt“, so Gregor Vick, Jobcenter-Geschäftsführer-des Landkreises.

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Arb eitsm a rk t

Nur der Name ändert sich: - Anzeige -

AfLK ist jetzt Jobcenter „Für unsere Kunden ändert sich nichts. Unsere Räumlichkeiten, die Postanschrift, die Telefonnummern und die Ansprechpersonen bleiben dieselben wie 2010“, sagt Gregor Vick, der neue Geschäftsführer des Jobcenters. Alle Bescheide und Schriftstücke behalten ihre Gültigkeit. Vick: „Wir sind weiterhin für die Vermittlung von Langzeitarbeitslosen und Leistungsberechnung nach dem SGBII zuständig.“ Mit dem Jobcenter kam auch der neue Geschäftsführer. Der 47jährige Diplom-Finanzwirt Gregor Vick ist seit 1988 beim Landkreis Kassel beschäftigt. Seit sechs Jahren gestaltete er die AfLK zuletzt als Bereichsleiter Leistung mit. Die Projekte 50plus sind für ihn ein wichtiger Beitrag zum regionalen Arbeitsmarkt, so ist es nur logisch, dass das Jobcenter die erfolgreiche Arbeit der AfLK fortsetzt.

2.500 Menschen vermittelt Die bundesweite Umbenennung ist die Konsequenz aus der Neuausrichtung der Institutionen und dem Urteil des Bundesverfassungsgerichtes. Im Landkreis Kassel bleibt es bei der gemeinschaftlichen Betreuung Langzeitarbeitsloser durch die Agentur für Arbeit und den Landkreis Kassel. „Die Erfahrung hat gezeigt, dass die gemeinsame Aufgabenwahrnehmung viele Vorteile für die Kunden mit sich bringt“, so Vick. Die Arbeitslosenquote im SGBIIBereich lag im Dezember bei 3,1 Prozent. Als Erfolgsfaktoren für diese Entwicklung sieht Vick die Professionalisierung des Personals und der Strategien. Darüber hinaus seien die Zeitarbeit, der regionale Beschäftigungspakt für Ältere (Perspektive 50plus) und lokale Unternehmensnetzwerke Motoren für die gute Arbeitsmarktentwicklung gewesen.


. . . A r b e it s m a r k t

Perspektive 50plus: Kompetenzzentrum Jobcenter „Seit Oktober 2005 konnten im Rahmen der Perspektive 50plus mehr als 1.400 Menschen über 50 wieder eine Anstellung finden - auch weil die Arbeitsförderung inzwischen ungewöhnliche Wege einschlägt, um über 50-Jährige zu vermitteln“, so Petra Lorenz, Teamleitung 50plus. Das Kompetenzteam ist Teil des erfolgreichen Beschäftigungspaktes Nordhessen. Teilnehmer und Träger loben gleichermaßen die positiven Effekte der Projekte für die Region. 2010 konnten fast 300 über 50-Jährige wieder eine Anstellung finden. Die Projekte geben Menschen über 50 eine Chance sich wieder in den Arbeitsmarkt zu integrie-

ren. Der Beschäftigungspakt für Ältere und das Kompetenzteam des Jobcenters sind seit mehr als fünf Jahren erfolgreich, so Petra Lorenz. Projekte und Maßnahmen für ältere Arbeitssuchende werden speziell auf diese Zielgruppe zugeschnitten. Auch das Jobcenter ist neue Wege gegangen: Mittlerweile sind beispielsweise der Dorfservice Söhrewald und die Qualifikation zum Energiesparberater etabliert. In den Projekten gehen Theorie und Praxis Hand in Hand, Gelerntes kann gleich in die Praxis umgesetzt werden. „Die hohe Motivation der Teilnehmer zahlt sich aus, fast zehn Prozent haben wieder eine Anstellung gefunden. Andere sind auf dem besten Weg. Sie stellen in Praktika ihr Wissen und Können unter Beweis“, sagt Petra Lorenz.

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Mit dir will ich sein Verliebt, verlobt, verheiratet, geschieden. Ob nach einer Trennung oder nach dem Tod des Liebsten – viele Menschen jenseits der 50 haben Trennungen hinter sich. Dass sich Einsame mit ihrem Schicksal nicht zufrieden geben müssen, zeigen eine Reihe Beispiele. „Gerade für ältere Menschen wird es zunehmend

schwerer, beispielsweise in Kneipen, Restaurants oder Bars, neue Freundschaften zu schließen und vielleicht sogar einen Partner kennenzulernen“, sagt Marianne Extner. Extner gründete vor fünf Jahren den 50plus-Treff - der erste Online-Partnertreff für die Generation über 50. Die Suche nach dem passenden Deckel


Pa rtn e r s c h a f t & L i e b e

Foto: Szene aus dem Film “Another Year (Prokino Verleih)

in Online-Partnerbörsen wird zu einer schnellen und ungezwungenen Art des Kontakteknüpfens. Mehr als 130.000 „Silver-Surfer“, wie ältere Internet-User genannt werden, besuchen den 50plus-Treff regelmäßig. Dabei geht es längst nicht mehr nur um die Partnersuche. Extner: „Wir bieten Regionalgruppen, Gesund-

heitstipps, Reisen und Foren zum Interessenaustausch und eine gemeinsame Freizeitgestaltung auch außerhalb des Internets.“ Dabei habe die Generation 50plus Extner zufolge eine sehr klare Vorstellung davon, welche Eigenschaften der potentielle Partner mitbringen sollte. Sie rät Interessierten, sich zunächst Gedanken über die Vorstellungen eines neuen Partners zu machen. Dann sollte man sich überlegen, was einen selbst besonders macht, wo die Stärken liegen und diese Punkte hervorheben, um die Neugier potentieller Partner zu wecken. „Nach der Anmeldung ist es wichtig, dass man sich zeitlich nicht unter Druck setzt und bei der Suche nicht verkrampft“, rät Extner. „Und wer weiß, vielleicht ergibt sich aus einer Freundschaft auch ganz plötzlich die große Liebe.“

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Marianne Extner, Online-Partnertreff

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Partn erscha f t & L i e b e

Für Singles der Generation 50plus gibt es mittlerweile eine Fülle an Möglichkeiten Bekanntschaften zu schließen. Während der große Teil sich im Internet tummelt, sucht Harald Köster aus Kassel auf traditionellen Wegen. Der 55-jährige Frührentner schaltet regelmäßig Kontaktanzeigen in Zeitungen und Magazinen. Die Rückmeldungen sind meist gut – zumindest quantitativ. „90 Prozent aller Antworten sind letztlich nicht zu gebrauchen“, sagt Köster. Doch auch manch ernsthafte Begegnung hat sich auf diesem Wege schon ergeben. Nachdem vor Jahren seine Frau gestorben war, hat er beschlossen, nicht allein bleiben zu wollen. Seine Lebenszeit sei

ihm zu wichtig, als dass er sie allein oder mit falschen Frauen verbringen möchte. Kösters Rat für Kontaktanzeiger: „In jedem Fall sollte man sich bei Antworten auf Kontaktanzeigen kurz fassen, lange Romane nimmt einem keiner ab.“ Der Zauber des ersten Blickkontakts, die erste Berührung, die Erfahrung persönlicher Ausstrahlung – all diese magischen Momente kann das Internet so nicht bieten. Bernd Rapior möchte darauf nicht verzichten. Also gründete der Kasseler den privaten Singletreff und Freizeitkreis Kassel. Fünf Jahre ist das her. Seither treffen sich freitags ab 19 Uhr im Café Mocca Gleichgesinnte, die der Einsamkeit entrinnen möchten. Das ganze basiert auf ehrenamtlichen Engagement, die Teilnehmer bezahlen weder eine Gebühr noch sind sie zu irgendetwas verpflichtet,


Kö r pe r ku lt

sagt Rapior. „Ich finde es einfach schön, wenn Singles, die lange Zeit einsam waren und niemanden an ihBernd Rapior rer Seite haben, ihre Lebensfreude wieder neu entdecken.“ Jeden Freitag kommen bis zu 40 Singles ins Café Mocca, um Kontakte zu knüpfen, sich auszutauschen oder sich zu verabreden. Durch den Single-Treff haben sich schon manche Paare gefunden. „Die Menschen kommen hierhin und machen alles aus eigener Initiative, verabreden sich oder haben einfach nur einen netten Abend.“Als Kuppler möchte Rapior nicht angesehen werden. Rapior selbst zählt nicht zur Zielgruppe des Single-Treffs. Der charmante Mittvierziger ist verheiratet.

„Sex ist keine Frage des Alters“ Wie bleibt eine Partnerschaft 30 jahre frisch? Oder gibt‘s das etwa gar nicht? Jens Güthe, Kasseler Heilpraktiker für Psychotherapie und Paartherapeut, behandelt seit sechs Jahren bis zu 30 Paare in der Woche. Im FRIZZplus-Interview berichtet Güthe von häufigen Fehlern in der Partnerschaft und warum streiten, so wichtig ist.

FRIZZplus: Hallo Herr Güthe, was sind die häufigsten Probleme, mit denen Sie in Ihren Sprechstunden konfrontiert werden? Jens Güthe: Die Probleme der Paare sind sehr vielschichtig. Meist geht es um Vertrauensprobleme oder um Ängste und Befürchtungen, die oft mit in die Partnerschaft genommen werden. Das führt zur ständigen Kontrolle des Partners. Den

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Anderen verändern zu wollen, ist der Anfang vom Ende.

FRIZZplus: Welches sind die Herausforderungen an Paare der Generation 50plus? Güthe: Es gibt immer wieder Probleme in Situationen der Veränderung, etwa wenn die erwachsenen Kinder aus dem Haus gehen. Makel und Fehler des anderen werden wahrgenommen und kritisiert. Die gemeinsame Aufgabe der Kindererziehung fällt zudem weg und man muss sich neue Herausforderungen suchen. FRIZZplus: In dem Film Wolke 9 thematisiert Andreas Dresen ein Tabuthema – Liebe und Sexualität im Alter. Güthe: Sexualität ist keine Frage des Alters. Der Körper verändert sich hormonbe-

dingt, doch das heißt keinesfalls, dass die sexuelle Lust verschwindet oder weniger wird. Paare vermeiden es, darüber zu sprechen, weil es ihnen peinlich ist. Dabei ist es von großer Bedeutung, dass man über Wünsche und Bedürfnisse redet. Nicht der Akt an sich ist das Wichtige, sondern das Drumherum, die Zuneigung, die Vertrautheit.

FRIZZplus: Wie finden die Partner zur Vertiefung ihrer Liebe? Güthe: Wichtig ist immer, miteinander zu reden, statt übereinander und über sich selbst zu sprechen, anstatt dem Liebsten Vorwürfe zu machen. Toleranz und Kompromissbereitschaft helfen da. Wesentlich ist, dass man sich weiterentwickelt und Veränderungen zulässt. Man glaubt es kaum, aber ein gesundes Maß an Streit ist sehr wichtig für die Paarbeziehung.


tn e r s t a von Kassel

Florenz –

Chianti, Arno, Michelangelo Florenz zählt zu den schönsten Städten Europas. Die wechselhafte Geschichte der Partnerstadt Kassels und das immense touristische Kulturangebot machen die Stadt an den Ufern des Arno zu einem echten Reisetipp. Stadt der bildenden Künste

Die Stadt liegt umgeben von den Hügeln der Toskana. Der Arno, Italiens zweitlängster Fluss, teilt die Stadt. Von den zahlreichen Brücken, wel-

che die beiden Hälften der Stadt miteinander verbinden, ist der Ponte Vecchio die älteste und berühmteste. Zu den bekanntesten Bauwerken der Stadt zählen die Basilica di San Lorenzo di Firenze und die Kathedrale Santa Maria del Fiore, mit ihrer die Stadt überragenden Kuppel. Sie gelten bis heute als architektonische Bauwerke der Renaissance und geben der Stadt ihr typisches Gesicht. Südlich der Stadt ersteckt sich das Chian-

Fotos: Uli Carthäuser/ Pixelio.de

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REISEN

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REISEN Fotos: Uli Carthäuser/ Pixelio.de

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ti Gebiet, in dem seit Jahrhunderten Wein angebaut wird. Seine Blütezeit erlebte Florenz während der wirtschaftlichen und politischen Macht der Medici-Familie. Die damals zusammengetragenen Kunstschätze prägen bis heute das Bild der Stadt als Kulturmetropole und machen sie zu einem Tourismusmagneten. Damals wie heute ist Florenz auch Handelszentrum für Schmuck oder Textilien. Die Uffizien Der Gebäudekomplex zählt zu den bekanntesten Bauwerken Foto: Hallmar/ Pixelio.de der Stadt. Die Uffizien dienten ursprünglich der Unterbringung von Ministerien und Ämtern. Die

Galerie im Obergeschoss mit Werken der Malerei und Bildhauerei von der Antike bis zum Spätbarock gilt heute als eines der bekanntesten Kunstmuseen der Welt. Tourismus

Florenz wird täglich von zahlreichen Besuchern aus aller Welt besichtigt; der Tourismus prägt das Stadtbild, vor allem in den Sommermonaten. Die Touristinformation der Stadt bietet Service rund um Themen wir Unterbringung, Kunst, Galerien und Region. Infos: www.firenzeturismo. it Agenzia per il Turismo di Firenze, Via Manzoni 16, 50121 Firenze, Tel. 02307520482 www.comune.firenze.it www.stadt-kassel.de/stadtinfo/staedtepartnerschaft/florenz

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Gastronomi e

Essen wie im Urlaub Fotos: von Berlepsch, Pecher, Rรถder

Pizza, Pasta und Amore. In Kassel und der Region gibt es eine Reihe wunderbarer italienischer Restaurants. FRIZZplus gibt sieben Empfehlungen, die Sie unbedingt einmal testen sollten.


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Al Fiume

Al fiume, am Fluss – das ist das Motto des italienischen Restaurants in der Unterneustadt. In den Räumen des einstigen Karls verwöhnen Vincenzo und Roberto Russo mit mediterranen und lokalen Köstlichkeiten. Al Fiume bietet 70 Personen platz, dazu gibt es einen großen Außenbereich direkt an der Fulda. Die Speisekarte offeriert Spezialitäten wie Couscous, gefüllten Tintenfisch mit Tomatensauce und Bohnen. Und im Pizzaofen wird die Pizza auf Steinplatten gebacken. Christophstr. 18. Öffnungszeiten: Mo.-Sa 11-23 Uhr, So. 12-22 Uhr.

L‘ da Vinci Kaminzimmer, Wintergarten, mediterrane Gemütlichkeit. Das L‘ da Vinci im Vorderen Westen besticht nicht nur optisch. Auch kulinarisch hat das Restaurant an der Lasallestraße einiges zu bieten: einen feinen Querschnitt durch die italienische Küche. Den Hummer etwa kann man sich im hauseigenen Hummerbecken selbst auswählen. Zudem bietet L‘ da Vinci eine große Auswahl an Weinen, die man auch kaufen kann. Lassallestr. 1. täglich von 12-15 und 18-23 Uhr, Sa. bis 23 Uhr geöffnet.


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Pinocchio Seit 39 Jahren eine der Anlaufstellen für italienische Spezialitäten in Kassel. Dort spielt italienische Tradition und Gastfreundlichkeit eine große Rolle. Frische Muscheln, Antipasti, Fischspezialitäten, Saltimbocca und viele süße Desserts sind im Pinocchio auf der Speisekarte zu finden. Zwei Räume und eine große Terrasse bieten genügend Platz für ein romantisches Dinner oder für ein Essen mit Freunden. Das Pinocchio kann man für besondere Anlässe auch mieten. Friedrich-Ebert-Str. 96. Öffnungszeiten: Mi. - Mo. von 11.30-14.45 Uhr und ab 17 Uhr.

Trattoria Pippo Italienische und speziell sizilianische Köstlichkeiten kreiert Cheffe Pippo für seine Gäste in seiner Trattoria in Kirchditmold. Motto: Essen wie bei Mama. Die sizilianischen Speisen zeichnen sich durch ihre feine Würze aus, echte „Hausmannskost“. Das Restaurant, das hell und freundlich wie ein Wintergarten daherkommt, besticht durch eine Auswahl edler Weine und Champagner, die man auch kaufen kann. Karaokeund-Musikabende finden regelmäßig statt. Zentgrafenstr. 133. Öffnungszeiten: Mi.-Mo. von 12 - 15 Uhr und 18 - 23 Uhr


. . . G a stro n om i e

Boccaccio Das nach dem Dichter Giovanni Boccaccio benannte Restaurant bietet Platz für mehr als 100 Gäste. Die große Terrasse zählt sicher zu den schönsten der Stadt. Neben den hausgemachten Nudeln überrascht der Chefkoch die Gäste mit wechselnden Angoten: von Antipasti, Minestre und Insalate bis Pizza, Carne und Desserts. Am Wochenende gibt‘s zudem frische Fischgerichte. Empfehlung: gegrillter Sepia. Querallee 36. Öffnungszeiten: Mo. bis Fr. von 12-14.30 Uhr, 17.30-23.30 Uhr, Sa. von 12-14 Uhr und von 18-23.30, So. durchgehend.

Weitere Tipps Avanti

Obere Königsstr. 39 Täglich von 11 bis 23 Uhr geöffnet.

Da Bruno

Königsplatz 49 Täglich von 11 bis 24 Uhr geöffnet.

La Cantina

Wilhelmshöher Allee 34 Mo. bis Fr. von 12 bis 15 Uhr und von 18 bis 1 Uhr, wochenends von 18 bis 1 Uhr geöffnet

La Galleria

Wilhelmshöher Allee 262 Mo. bis Fr. 10.30 bis 14.30 Uhr und von 17.30 bis 23 Uhr geöffnet. Sa. von 10.30 bis 15 Uhr und von 18 bis 23 Uhr geöffnet.

Il Convento

An der Garnisionskirche 2 Täglich von 12 bis 24 Uhr geöffnet.

Osteria

Jordanstr. 11 Täglich ab 18 Uhr geöffnet, Sonntag ist Ruhetag.

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Raffaello Italienische Gastfreundlichkeit, die Wärme Siziliens und eine Auswahl an nord- und süditalienischen Spezialitäten und Weinen - all das bietet das Ristorante Raffaello in Wehlheiden. Seit mittlerweile 20 Jahren betreiben die Inhaber das R i s t o ra n t e . Empfehlung des Hauses sind die saisonalen Fischangebote, wie der Steinbeißer in feiner Zitronensauce. Tipp: Im Raffaello gibt es regelmäßig auch Weinverkostungen. Feerenstrasse 7, Öffnungszeiten: täglich von 12.30- 14:30 Uhr und von 18-20 Uhr

Da Toni Feinste italienische Speisen erwarten Sie im Da Toni an der Friedrich-Ebert-Straße. Er empfiehlt Pizza mit Parmaschinken und Rucola und dazu einen Corte dei Mori Rosso, einen edlen italienischen Wein. Lecker. Das Obergeschoss bietet barockes Ambiente mit BrokatVerzierungen an den Wänden und Kronleuchtern. Übrigens: Jeden Monat findet ein LiveMusik-Abend statt. Friedrich-Ebert-Str. 26, Öffnungszeiten: Mo.-So.: 10-23 Uhr, Sa.: 16-23 Uhr



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