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ii FRIZZ GALERIE

Redaktion: Janine Weidenfeller

KÜNSTLER STELLEN AUS Pablo Picasso soll einmal gesagt haben: „Wenn ich wüsste, was Kunst ist, würde ich es für mich behalten.“ Anders geht es in der jungen Produzentengalerie H22 in Wiesbaden zu. Dort haben sich acht Künstlerinnen und Künstler zusammengefunden, die ihre Kunst nun nicht mehr für sich behalten wollen. In einem gemeinsamen Atelier präsentieren sie seit diesem Herbst ihre Werke der Öffentlichkeit. Darunter Reinhard Berg, Ditta U. Krebs und das Künstlerpaar me and she mit Fotografie, Susan Geel mit Skulpturen, Amador Vallina mit Malerei und Skulpturen und Peter Bernhard und Victor Mantsiou mit Werken aus der Malerei. „Ich genieße das hier, in einer Gruppe zusammen zu arbeiten und Ideen weiter zu entwickeln. Es passiert mehr, als wenn man für sich alleine an etwas arbeitet,“ erklärt Susan Geel den großen Vorteil dieses Zusammenschlusses. Seit 2010 hat sie sich auf Skulpturen aus „gebrannter Erde“, bekannt als Terracotta oder Ton, spezialisiert. Oft ist der menschliche Körper Grundlage ihrer Arbeit, den sie immer wieder neu entstehen lässt. „Mich interessiert vor allem die menschliche Figur in Zuständen von Körperspannung und Bewegung. Ich möchte einen bestimmten Ausdruck herstellen mit Hilfe des Körpers.“ Manche ihrer Werke sind lebensgroß und über 2 Meter hoch. Susan Geels Stil: überwiegend realistisch und naturell, teilweise mit kubistischen Elementen.

KUNST ZUM ARTVENT Die Galerie H22, die vorher als „Galerie Lichtbild“ von Reinhard Berg bekannt war, ist aus einer Idee von ihm und Peter Bernhard entstanden. Das Besondere an ihrem Konzept: die Künstler können ihre eigenen Herren sein und ihre Kunst selbst ausstellen. Doch wie lassen sich so viele Stile auf begrenztem Raum miteinander vereinbaren? „Die Kunst dabei ist, dass wir uns so ergänzen, dass jeder Stil in Szene gesetzt werden kann. So, dass es zusammen passt und nicht ein Stil

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den anderen erschlägt, sondern wir uns interessanter machen.“ Regelmäßig treffen sich die Künstler zum Kunstsalon, um bei weiteren Planungen auf einen gemeinsamen Nenner zu kommen. Passend zur Weihnachtszeit, ihre aktuelle Ausstellung „ARTvent“, die am 25. November angelaufen ist. Unter der Überschrift „Kleinformate“ stellen fast alle Künstler neue Werke vor. Dabei sind auch Werke aus Glas und Grafik. Auch zwischen den Jahren kommt keine Ruhe ins Atelier. Für Januar ist das Pendant zur aktuellen Ausstellung geplant. Dort wird es dann um Kunst im Großformat gehen. Nicht immer wirken alle acht Künstler bei den Ausstellungen mit. „Wenn zwei oder drei von uns eine Idee haben, bringen sie das zusammen, sodass etwas Neues entsteht. Es muss nicht jeder mitziehen.“

TREFFPUNKT ATELIER Für die Ausstellungen an sich gibt es in der Galerie H22 keine festgelegten Regeln. Neben abwechslungsreich und inspirierend soll die Galerie vor allem eines sein: ein Treffpunkt mit Zeit für interessante Gespräche. Dabei geht es Susan Geel nicht darum, dass ihre Werke und die ihrer Kollegen in hohen Tönen gelobt werden. Kritisches Feedback findet sie genauso hilfreich. „Ich denke, die meisten Künstler, und da schließe ich mich nicht aus, genießen das, wenn ihre Werke, mit denen man gerungen hat, von anderen wahrgenommen und auch beurteilt werden. In die ein oder andere Richtung.“ So können sich die Künstler untereinander, aber auch durch Galeriebesucher inspirieren lassen. Der gemeinsame Weg hat gerade erst begonnen. Zusammen möchten sie es schaffen, die Galerie H22 zu einer Marke zu entwickeln, die für eine interessante und kreative Kunst steht, die die Wiesbadenerinnen und Wiesbadener auch zur kalten Winterzeit von ihren Sofas herunterlockt. iiGalerie H22, Herderstr. 22, Wiesbaden, www.galerie-h22.de

www.frizzgehtaus.de

FRIZZ Das Magazin für Mainz, Wiesbaden & Umgebung  
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Stadtmagazin Dezember 2016

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