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›› FRIZZ FESTIVAL Redaktion: Beate Rappold

GRENZENLOS KULTUR Was ist Heimat? Ein Land, eine Region? Das Vertraute, das Überschaubare? Was das diesjährige Motto „Heimat(en)“ des Kultursommers Rheinland-Pfalz gerade auch für Menschen mit Behinderung ist, will das 21. Theaterfestival Grenzenlos Kultur der Lebenshilfe Kunst & Kultur vom 12. bis 22. September den Besuchern näher bringen. 16 Ensembles aus Argentinien, Deutschland, England, Holland, Italien, Kanada und Wales bespielen mit Humor, Wut und Phantasie das Thema „Heimat/en“. Zur Eröffnung des Festivals erzählt Christian Hempel in „Chinchilla Arschloch, waswas“ der Theatergruppe Rimini Protokoll aus Berlin davon, dass seine Nachbarn ihm das Jugendamt auf den Hals hetzen wollten, weil sie seine Tourette-bedingten Schimpfwörter persönlich nahmen. Dass die schöne Heimat auch als erdrückend erlebt wird, präsentiert das RambaZamba Theater in „Die Frauen vom Meer“ mit einem All-Star-Team um Theater- und Filmlegende Angela Winkler. Eine besondere Heimaterkundung haben Ant Hampton und Rita Pauls unternommen. Sie fragten Menschen in Deutschland: „Was, denken Sie, sollte einmal gesagt werden?“ Die Antworten ergeben eine teils amüsante, teils gruselige Bestandsaufnahme deutscher Befindlichkeiten. Dass Heimat auch viel mit Geschichte zu tun hat, zeigt i can be your translator in „Das Konzept bin ich“. Die Performer/innen haben sich auf sehr unterschiedliche Arten dem Thema Euthanasie in Deutschland genähert. Ähnlich kritisch setzt sich die Bühne für Menschenrechte in ihren „NSU-Monologen“ mit Heimat und Geschichte auseinander. Als Bürger zweiter Klasse behandelt zu werden, ist eine Erfahrung, die auch etliche Menschen mit Behinderung in ihren Heimatländern und Gemeinden machen. Jackie Hagan (GB) hat für ihr Solo „This is Not a Safe Space“ Beispiele dafür gesammelt. Mit Willkommenskultur setzt sich die kanadische Gruppe Joe Jack et John in „Dis Merci“ auseinander. Geschildert werden die Vorbereitungen zu einer Willkommensparty, um Geflüchteten zu helfen, im neuen Land eine Heimat zu finden. Dass man manchmal die Heimat verlassen muss, um ihre Werte in sich selbst zu finden, davon erzählt „Oz, Oz, Oz! (W)Rap the Wizard!“, das „verhinderte Musical“ vom Theater Thikwa. Das gilt auch für die Journalistin in „Zehn Meter in den Wilden Westen“, die sich hemmungslos in ihrer Heimatromanhandlung von schnell schießenden Cowgirl-Heldinnen verheddert. Beim Symposium unter dem Motto „Theater barrierefrei gestalten“ wird von gelebten Erfahrungen mit der barrierefreien Gestaltung von Theater berichtet und über ihre Umsetzung diskutiert, denn zu einer guten Heimat gehört die Barrierefreiheit. Die Festivalveranstaltungen finden an barrierearmen Orten in entspannter Atmosphäre statt. Es gibt Einführungen, Gespräche und die Möglichkeit, die Abende gemeinsam ausklingen zu lassen und miteinander zu feiern.

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T EINTRIT

FREI

LANDESMUSEUM MAINZ

SO, 1.9.2019 11 – 18 UHR • Sieben Stunden Klassik im Innenhof & Museum • Kinderprogramm & Kulinarik

Theaterfestival Grenzenlos Kultur 12. – 22. September 2019 Staatstheater Mainz Info www.grenzenlos-kultur.de, Tickets 06131-28 51 222 kasse@staatstheater-mainz.de/www.staatstheater-mainz.com

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September 2019

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Stadtmagazin September 2019

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