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23.11.2009

15:39 Uhr

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BOULEVARD N Text: Dana Höffmann

Editorial Geneigte Leser, wie Sie wissen, begehen wir in diesem Monat ein Fest namens Weihnachten. Weihnachten ist das Fest des Einzelhandels, der Familienstreitigkeiten und des überaus dezenten Alkoholgenusses. Weshalb sich die Menschen auch gerne Schwipsbögen in die Fenster stellen, glaube ich jedenfalls. Wie Sie sehen, begehen wir also das Weihnachtsfest aus guten Gründen. Wir ehren und achten es, indem wir ihm einen festlichen und schmucken Rahmen geben. Da geht es dem Weihnachtsfest übrigens vergleichsweise gut. Andere Festtage kommen da wesentlich schlechter weg. Viele von ihnen werden begangen, obwohl wir nicht einmal wissen, dass es sie gibt. Das ist ungerecht. Denn einige haben richtig Potential. Oder wussten Sie, verehrte Leser, was wir neulich, am 19. November begangen haben? Nein? Na bitte! Es war der Welttoilettentag. Was wäre die Welt ohne Klo? Nicht auszudenken. Und trotzdem kommt niemand auf die Idee, dass sich alle Menschen am Welttoilettentag schick machen könnten, um in die Kirche zu gehen, in der sie dann gemeinsam mit dem Pastor für die Armen Menschen in Afrika, die noch hinter den Busch machen müssen, beten. Sie könnten anschließend in ihre Wohnungen gehen und sich um eine mit Kerzen festlich erleuchtete Kloschüssel setzen um Geschenke auszupacken. Für die Kinder gäbe es niedliche WC-Enten und für Vati hochprozentiges Rohr-Ex. Tja, hätte, wäre, könnte. So ungerecht ist das Leben. Und es gibt ja noch ein paar andere Festtage, die ebenfalls nicht besser wegkommen, weil von ihnen niemand etwas weiß. Das Zeug zum absoluten Happening hätte zum Beispiel der 28. Januar. Da ist Welt-Lepra-Tag. Auch nicht schlecht, der 22. Oktober. Auch wenn er etwas länger dauern könnte. Er ist der Welttag des Stotterns. Aber davon erzähle ich beim nächsten Mal. Ich ziehe jetzt erstmal den 21. Juni vor, den Tag des Schlafes. Gute Nacht und Frohe Weihnachten! Eike Käubler

Arterhaltung: Wenn der Weihnachtsmann auf dem Weihnachtsmarkt heimlich hinter der Glühweinbude verschwindet, dann hat das seinen guten Grund.

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FRIZZ Dezember 2009

Sputnik-Heimat-Tour

Scharfsinnig ironisch

K Oli Schulz und Karpatenhund in der Mensa

K Fritz Eckenga und Wiglaf Droste lesen in der Schaubühne

Acht Acts, die zu den besten Deutschlands zählen, touren Anfang Dezember durch die SPUTNIK-Zone. Am 1. Dezember spielen Oli Schulz und Karpatenhund (Foto) in der Leipziger Mensa, einen Tag später gibt es das Black

Fritz Eckenga und Wiglaf Droste bringen vereint unzählige Ungereimtheiten und Wahrheiten scharfsinnig unter das Volk. Als Chronist seiner Zeit setzt sich Fritz Eckenga mit seinem Freund Wiglaf Droste mit gesellschaftlichen Fragen ebenso wie mit Alltagssorgen und -kuriositäten auseinander. Der staubtrockene Poet und Verfasser der so genannten Rettungsreime ist erbarmungslos ironisch. Droste ist als publizistischer Poltergeist gefürchtet. Mit

Music-Doppelpack, bestehend aus Miss Platnum und dem Seeed-Spin Off Frogg, in der halleschen Palette. Nach dem Konzert sorgt Moderator und DJ Stephan Michme noch bis in die Morgenstunden für beste Dancefloor-Unterhaltung. Auch die Tickets für das Konzert bekommt man bei ihm, denn SPUTNIK sendet jeden Tag aus der Stadt, in der die Heimat-Tour gerade Halt macht. N Sputnik-Heimat-Tour: www.sputnik.de

Der durstige Pegasus-Epilog K Volly Tanner ist in der Moritzbastei zum letzten Mal Gastgeber

Das war’s – Ende Gelände! Volly Tanner macht nach mehr als zehn Jahren erfolgreicher Pegasusreiterei den Sack zu und übergibt den literarischen Staffelstab an junges Krautervolk. Doch zum Abschluss schenkt er sich noch einmal richtig ein. Mit Literatur von ihm selber, dazu Trickfilm von und mit Schwarwel, dem Schweinevogelvater – und dem oder der Gewinner/in des ersten großen Gera Slam. Dank sagen will Volly Tanner auch und letztmalig seine Geschenkekiste öffnen - und mit Literaturinteressierten trunken sein am Text und am Leben. N 7. Dezember, 20 Uhr, Der Durstige Pegasus, Moritzbastei, www.myspace.com/ derdurstigepegasus

seiner berüchtigten Lust an der Provokation nimmt Droste fadenscheiniges Gehabe aufs Korn. N 16. Dezember, Lesung Fritz Eckenga und Wiglaf Droste, 20.30 Uhr, Schaubühne Lindenfels (Karl-Heine-Straße 50)

Pop-Star mit Tiefgang K Mika kommt nach Leipzig

Er war die Pop-Sensation des Jahres 2007: Aus dem Nichts heraus erlangte das britische Allroundtalent Mika weltweite Charterfolge. Seine Melodien sind eingängig, seine Songs äußerst individuell. Nach einer ausgedehnten Welttournee war es still um den Entertainer geworden. Doch jetzt ist er mit seinem Album „The boy who knew too much“ zurück. Für März 2010 steht nun eine große Deutschlandtournee an. Klar, dass es den Sohn libanesisch-amerikanischer Eltern da auch nach Leipzig zieht. Am 26. März tritt Mika im Haus Auensee auf. Fans von intelligenter, charmanter Pop-Musik sollten sich dieses Live-Erlebnis nicht entgehen lassen. Der Kartenvorverkauf hat bereits begonnen. N 26. März 2010, 20 Uhr, Mika – Live-Konzert, Haus Auensee Leipzig, www.argo-konzerte.de

Traumberuf Schauspieler K Akademie Athanor sucht Nachwuchstalente

Emotionen auf der Bühne ausdrücken, in verschiedenste Rollen schlüpfen oder einmal selbst Stücke inszenieren – wer von Theater und Film träumt, ist bei Athanor genau richtig. Seit 1999 bildet die Akademie für Schauspiel und Regie ausgewählte Nachwuchstalente in Burghausen aus. Während der professionellen Ausbildung stehen den Schülern eine Theaterbühne mit laufendem Spielbetrieb sowie modernste Film- und Produktionstechnik zur Verfügung. Gastdozenten aus ganz Europa garantieren überdies eine internationale An-

bindung. Athanor zählt zu den größten Theaterschulen Deutschlands. Und gewinnt zusehends an Bekanntheit und Wertschätzung. Interessenten können sich jederzeit schriftlich an der Akademie bewerben. N Kontakt und alle Infos über: www.athanor.de

Frizz Leipzig 1209  

Stadtmagazin Leipzig

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