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28 Plattenteller 0320 HA_LE:! Muster HA 20.02.20 12:19 Seite 28

PLATTENTELLER

präsentiert von Das Magazin

N Text: Max Feller

K Das neue Album von Johannes Kirchberg hat alles, was ein Album namens Testsieger braucht: eingängige Testsiegermelodien, hymnische Refrains, opulente Bläserarrangements, große Sprachbilder, Streichorchester und eine gehörige Portion Wortwitz. Es gibt Balkanbeat, Pop, Chanson und Rock. Grund genug, den Hamburger zum Steckbrief-Interview zu bitten:

Beschreiben Sie Ihre Musik mit drei Worten: Chansonpop für Erwachsene. Welcher Song hat Sie zuletzt berührt? Richtig doll Gänsehaut hat mir beim ersten Mal Hören „Sommer 89“ von Kettcar gemacht, weil ich sofort in der Zeit war und es so nachempfinden konnte. Aktuell hat mich das neue Album vom André Heller komplett berührt. 30 Jahre lang hat er nix Neues veröffentlicht und auf einmal ist er wieder da und steht in der Tür und singt, als wäre er nie weggewesen. Sie und ein iPod auf einer einsamen Insel. Es passen nur drei Songs drauf. Welche?

Dann das Buch: „Wie überlebe ich auf einer einsamen Insel“ – wie kriege ich ein Feuer an, wie erlege ich ein Mammut … Wie finden Sie Streamingdienste wie Spotify? Ich finde Spotify eigentlich gut, würde mir aber wünschen, dass neue Alben erst eine gewisse Zeit nach Erscheinen dort erhältlich sind. Nach einem halben Jahr vielleicht. Ohne Spotify würde man mich und andere unbekannte Bands aber vielleicht gar nicht finden und wahrnehmen. Und ohne Streaming geht es ja gar nicht mehr. Nicht mal mehr mein Auto hat noch einen CD-Player. Und der Produzent meines neuen Albums auch nicht. Er hat sich bei Spotify über mich informiert. Ihre Inspirationen kommen von … … kleinen Alltäglichkeiten, die ihren ganz eigenen, manchmal leisen, Humor haben. Und von der Zusammenarbeit mit Tom Reichel, der mir dann die Texte quasi auf den Leib schreibt.

Die Frage steht für mich nicht. Meist sind es Theater, in denen ich spiele, oder Kabarettbühnen. Ich liebe aber auch die kleinen Wohnzimmerkonzerte, die privaten Veranstalter und Kleinkunstbühnen. Doch ehrlicherweise spiele ich auch gern in der Elbphilharmonie, am 31. März ist es soweit. Der Soundtrack Ihres Lebens? Meine innere Stimme und meine Familie. Einige Kollegen, die mich schon jahrelang begleiten. André Heller zum Beispiel. Oder Klaus Hoffmann. Und das Meer, seit Jahren spiele ich gern an der Ostsee. Ich liebe den Strand, den Wind und das Rauschen – ohne diesen Sound möchte ich nicht sein.

Johannes Kirchberg

Testsieger

Was für eine traurige Vorstellung! Darf ich die drei Songs gegen ein Hörbuch tauschen? Ja?

Wenn Sie wählen könnten: Stadion- oder Clubtour?

Fat Freddy’s Drop

Clock Opera

Manfred Maurenbrecher

Special Edition Part 1

Carousel

Inneres Ausland

Label: The Drop/Indigo • VÖ: 10.01.2020

Label: League Of Imaginary Nations • VÖ: 07.02.2020

Label: Reptiphon • VÖ: 13.03.2020

D a n c e / E le c t r o n ic

Alt e rn a t iv e / In d ie

Deutschpop

BBBBB

Die neuseeländische Band Fat Freddy’s Drop gilt als echtes Groove-Monster. Die Band spielt seit mehr als 15 Jahren und ist die international erfolgreichste Gruppe Neuseelands. Es gibt eine Mischung aus Dub, Roots-Reggae, Soul, Electro und Jazz. Das Album ist der erste Teil eines Doppelalbums, die Fortsetzung wird noch dieses Jahr, nach über 35 Shows in Neuseeland, Großbritannien und Europa, veröffentlicht. Das Album umfasst sechs ausgiebige Tracks, von denen 'Raleigh Twenty', 'Trickle Down' und 'Six-Eight Instrumental' im Wellington-Studio der Band aufgenommen wurden, die anderen Tracks ('Special Edition, 'Kamo Kamo' und 'OneFourteen') sind in Live-Jam-Sessions der Band entstanden. Groovig!

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Bild: Gesine Born

Chansonpop für Erwachsene

Johannes Kirchbergs neues Album ist der „Testsieger“.

FRIZZ März 2020

BBBBB

Gleichermaßen von Science-Fiction- und experimentellen Theater-Soundtracks wie von ungewöhnlichen Electronica- und futuristischen Pop-Experimenten inspiriert, spielt die britische Indie-Rock-Band Clock Opera. Prägend für den Sound von „Carousel“ sind vor allem wilde Synthesizer-Improvisationen und ein druckvolles Schlagzeugspiel, das ganz deutlich die Stoßrichtung vorgibt und zwischendurch auch grazil wirkt. Für diesen elektronischen Indiepop ist das Wort „eingängig“ erfunden worden. Hinzu kommt ein pathosgetränkter Gesang, der für eine ganz besondere Note sorgt. Das Ganze wirkt traumwandlerisch schön, hymnisch, leicht und doch auch angenehm melancholisch. Ohrwurm-Pop für Fortgeschrittene.

Dermenschistgut-Musik VÖ: 24.01.2020

BBBBB

BBBBB

Der bald 70-jährige Berliner Manfred Maurenbrecher blamiert die um den eigenen Bauchnabel kreisenden Liedermacher, die sich massentauglich Singer-Songwriter nennen. Dafür gab es zuletzt drei Mal in Folge den Preis der deutschen Schallplattenkritik. Nun legt er ein Album mit Chor vor, eine überraschende Nuance, die Maurenbrechers Beobachtungsgabe bereichert. In Zeiten, in denen man sich wieder Angst vorm bösen Wolf machen lässt, braucht es die Melancholie, den Ulk, die Poesie und die Phantasie dieses begnadeten Liedermachers. Maurenbrecher erzählt zeitlose Geschichten aus der Gegenwart. Im Mai ist seine theatrale Liederkunst mitsamt seinem Klavier zweimal in Leipzig zu erleben. Ein Erlebnis!

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Frizz 0320 Leipzig  

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