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26 Tonträger 0212 LE:! Muster HA 21.01.12 15:44 Seite 26

TONTRÄGER

präsentiert von

N Text: Andreas Zagelow

T I P P D E S M O N AT S

Kraftklub

„Mit K“ Label: Vertigo Berlin Release: 20.01.2012

„Schweißtreibend, unterhaltsam und gut.“ Kraftklub mischen „Mit K“ jetzt ihr Erstlingswerk unters tanzende Volk.

„Wir sind nicht kredibil, wir machen Pop musik. Wir sind nicht wie die anderen Jungs, doch eure Mädchen tanzen mit uns“, brüllen einem Kraftklub im ersten Song ihres Debütalbums entgegen. 1A-Ansage, sowas von auf den Punkt. Die fünf Chemnitzer mit Berufskleidung Collegejacke rocken auf „Mit K“ stürmisch, sprechsingen wortwitzig und -gewaltig über vermeintliche Hauptstadtcoolheit und den eigenen Musiker- und Beziehungsalltag. Schweißtreibend, unterhaltsam und gut! Live zu sehen an Pfingsten auf dem „Sputnik Spring Break“.

The Asteroids Galaxy Tour

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Deichkind

Elsterclub

Out Of Frequency

Befehl von ganz unten

The Grand Stalker

Label: BMG Rights Management • Release: 24.02.2012

Label: Vertigo Berlin • Release: 10.02.2012

Label: Velocity Sounds • Release: 24.02.2012

Neulich an der Soultankstelle. Ein Pärchen mit dänischem Kennzeichen fährt vor und hängt den Tankschlauch ein. Frau verschwindet auf der Toilette, Mann bleibt bei den Zeitschriften hängen und keiner bemerkt, dass der Tank fast überläuft. Zum Glück! Denn so treffen auf dem zweiten Album der Asteroids Galaxy Tour dicke Bläsersätze und extra-coole Bassläufe auf die Stimme von Mette Lindberg und einige Ohrwurmmelodien. „Wir wollten Musik von fi lmischer Qualität machen - mit bösen Jungs, Helden und Liebespaaren”, erklärt die Sängerin. Hat geklappt. Man wüsste nur zu gern, was das Pärchen da getankt hat.

Was wäre Deutschland ohne Deichkind? Diese feinsinnigen Gesellschaftsbeobachter, die in ihrer aktuellen Single „Bück Dich Hoch“ zu geschmeidigen Elektrobeats jedem arbeitenden Menschen aus der Seele sprechen? Machen wir es kurz: Deutschland wartet auf den „Befehl von ganz unten“, mit Parolentexten, Feierbeats, Schüttelreimen bis zum Abwinken und bahnbrechenden Erkenntnissen wie: „Der Mond ist tot. Es gibt kein Leben auf dem Mond.“ Die Texte sitzen nach dem zweiten Durchlauf, die kommende Tour, inkl. SPUTNIK Spring Break-Auftritt, steht. Um einen Songtitel zu zitieren: „Leider geil“!

Kaum zu glauben, aber Elsterclub ist so eine Art Notlösung. Die frühere Band von Christian und Thomas löste sich auf, Johannes musste seine Band nach dem Ende eines Auslandssemesters allein lassen. Über MySpace fand sich das Leipziger Trio und spielt seitdem Songs zwischen Indiepop und Elektro. Ohne dicke Soundgewitter, mit Gitarre, Bass und Laptop schlank instrumentiert und voller Vertrauen in die eigenen Melodien. Auch wenn die drei ein wenig zu jung dafür sein dürften: die 80er dienen Elsterclub als solides Fundament für ihre euphorischen Songs. Läuft demnächst in einer Indiedisco ihrer Wahl.

FRIZZ Februar 2012

Einer Ihrer Songs heißt „Ich will nicht nach Berlin“. Ist die Stadt wirklich so schlimm? Felix Brummer, Frontmann: Das meint das Lied ja gar nicht. Ich bin gern in Berlin, fühle mich dort auch wohl. Aber man muss ja nicht gleich dorthin ziehen. Als wir anfingen an „Mit K“ zu arbeiten, sollten wir tatsächlich nach Berlin ziehen. Also schauten wir uns das probehalber an und haben abends in den Bars genau die Leute kennengelernt, die in dem Song auftauchen. Typen, die einem soviel Quatsch erzählen, dass es richtig nervt. Und so haben wir noch während der Zeit in Berlin diesen Song geschrieben. Darum geht es für Kraftklub immer wieder zurück nach Chemnitz, bzw. Karl-Marx-Stadt, wie Sie es nennen. Was ist so toll dort? Uns verbindet einfach alles mit dieser Stadt: unsere eigene Vergangenheit, die Menschen, die dort leben, Freunde und Familie. Die Klassiker eigentlich, aber genau die sind uns sehr, sehr wichtig. Gerade auch, weil wir jetzt so oft unterwegs sind. Unter anderem als Vorband für Fettes Brot und die Beatsteaks. Inzwischen liegt aber auch die erste eigene Kraftklub-Tour hinter Ihnen. Ihr Eindruck von den Fans? Die sind wesentlich älter als wir gedacht haben. Und es sind wesentlich mehr Mädchen dabei. Wer Ihrer Musik noch nie im Radio begegnet ist – wie würden Sie sie beschreiben? Bisher haben wir immer gesagt, es klingt wie „Sex auf Deutsch“. Aber „Jungsmusik für Mädchen“ bringt es eigentlich noch mehr auf den Punkt. (grinst)

Frizz 0212 Leipzig  

Frizz 0212 Leipzig

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