Page 1

LOGBUCH54째N 003 NOV 2014

Lieblingspl채tze


Am Brink 2-4 · 21029 Hamburg-Bergedorf Tel. 040 724 14 10 Öffnungszeiten: Mo bis Fr 10-19 Uhr · Sa 10-18 Uhr

TRÄUMEN MIT SCHRAMM

CARPE NOCTEM. In unserer Bettenabteilung erleben Sie exklusive Polsterbetten, komfortable Matratzen und eine umfangreiche Möbelkollektion inkl. textiler Accessoires rund um das Thema Schlafkomfort.

www.marks-einrichtungen.de


Lieblingsplätze – Sehnsuchtsplätze Was macht für mich einen Ort zum Lieblingsort? Gibt es auch hier Liebe auf den ersten Blick? Ist dieser Platz dort, wo ich mich besonders oft aufhalte? Oder reicht ein einmaliger Besuch aus, um ihn für immer als besonderen Ort zu behalten? Das sind die Fragen des neuen Logbuchs und wir zeigen Ihnen wieder unterschiedliche Ansätze und Menschen an diesen Lieblingsplätzen. Inzwischen spielen zahlreiche Hotels oder Restaurants mit diesen Assoziationen und verwenden Lieblingsplatz in ihrem Namen, z. B. in der Hamburger HafenCity, in St. Peter-Ording und an der Ostsee, um nur einige zu nennen. Während der Vorbereitung zu dieser Logbuch-Ausgabe habe ich mich gefragt, ob ich wirklich einen Lieblingsplatz habe, den ich auch unangefochten an die Spitze meiner Orte stellen möchte, an denen ich gerne bin. Und dann schwelgte ich in Erinnerungen und reiste in Gedanken um die Welt zu vielen der schönen Orte, die ich kennenlernen durfte. Da war der Strand von Kuta, die Florida Keys, die südschwedische Seenlandschaft, die Berge um Kapstadt, Henne Strand mit dem Haus, in das ich mich seit vielen Jahren immer wieder zurückziehe, die Fensterbank vor meinem Geschäft im Eppendorfer Weg. Doch lange stand für mich an erster Stelle der Strand in St. Peter-Böhl am Ende der Eiderstedter Halbinsel. Dort begeistern mich die Weite, die Luft, das Wasser, die unmittelbaren Elemente zu jeder Jahreszeit, und ich genieße die Zeit dort, wann immer es mir möglich ist. Doch momentan habe ich einen anderen Lieblingsort, doch dazu später mehr ... Und getreu dem Motto, immer wieder über den Tellerrand zu schauen, kümmert sich Mareike hingegen um die vorweihnachtlichen Lieblingsplätzchen, und wir wünschen viel Spaß beim Hantieren mit Mehl und Eiern. Unser Magazin hat im Titel den 54. Breitengrad. Er läuft in Schleswig-Holstein ganz grob durch die Mitte: von St. Peter-Ording über Rendsburg bis nach Kiel. Rund um diesen Breitengrad gibt es viele schöne Plätze mit dem Potenzial zum Lieblingsort. Wir freuen uns, von Ihnen zu hören, wo Ihr besonderer Lieblingsplatz ist und wünschen beim Stöbern in diesem Logbuch viel Vergnügen. Für die Redaktion, Friedrun

LOG B UC H

3


Lieblingsplatz, der Wortart

Substantiv, maskulin Worttrennung

Lieb|lings|platz Bedeutung

Platz, den jemand vor jedem anderen Platz liebt

4

LO GBU CH


Inhalt 3 Editorial

Text Friedrun Reinhold

6 Mein Lieblingsplatz

Fotografie Christian Geisler, Text Alexander Schattenberg

36 Zwischendrin und immer wieder ... Text Günter Peters

38 Lieblingsplätzchen Fotografie Mareike Suhn

62 Liebling, Platz! Text Annett Müller

66 Men’s Best Places

Fotografie Friedrun Reinhold

88 Auf Entdeckertour

Fotografie Friedrun Reinhold

90

Impressum

LOG B UC H

5


Fotografie Christian Geisler

6

LO GBU CH


Mein Lieblingsplatz Mein Lieblingsplatz, was muss er haben, damit er dieses Prädikat verdient? Der Platz, der so von mir benannt werden darf, ist sicherlich Ausdruck von mir, meiner Persönlichkeit, meinem Sein. Er unterstützt mich in meinem Sein, in dem, was mir wichtig ist und mich ausmacht. Ich trage verschiedene Lieblingsplätze in meinem Herzen. Und ausgerechnet in diesem Sommer hatte ich das Glück, wirklich „in realitas“ bei diesen Plätzen verweilen zu können. Alle haben für mich eines gemeinsam. Sie spiegeln mich vor allem in meinem Wunsch nach Freiheit wider. Freiheit, Weite, Unbegrenzheit, ohne Grenzen sein, einfach sein, mit mir sein, Leichtigkeit, Wärme, Geborgenheit in mir. Anfang August war ich in den ober­ bayerischen Bergen auf dem Brauneck. Ein mir schon aus Kindheitstagen vertrauter Berg. Dass dort oben auch noch andere Menschen waren, hat mich gar nicht interessiert. Ich habe dort in der Sonne gesessen und die Gleitschirmflieger beobachtet. Ich kann auch jetzt einatmen und spüre die klare Bergluft, den Duft der Sommerwiesen und höre das Bimmeln der Kuhglocken. „Hier bin ich Mensch, hier darf ich’s sein“, um mal den guten alten Johann Wolfgang zu zitieren. Hier finde und fühle ich die Freiheit, das Freisein, das mir in meinem Leben so wichtig ist und um das ich so habe ringen müssen. Nur zwei Wochen später sitze ich in Dänemark auf einer Düne und schaue über den weiten Sandstrand auf die Nordsee. Wieder atme ich tief durch, spüre die Luft, die unendliche Weite, das zeitlose Sein. Besonders hier auf der Insel spielt Zeit auf einmal keine Rolle mehr. Selbst diese Dimension löst sich auf, wunderbar. Auch hier bin ich dem SEIN so nah. All diese Erfahrungen, dieses intensive Mit-mir-Sein trage ich in mir und finde es wieder an meinem Lieblingsplatz auf unserer Terrasse mitten in der Großstadt. Hier ist die Weite, die ich so brauche. Hier auf unserer Bank im Abendsonnenschein genieße ich das zeitlose Sein nach getaner Arbeit. Ich brauche diese Momente der Ruhe, der Verbindung mit mir selbst. Hier finde ich meine Kraft. Hier tanke ich auf. Hier hat meine Seele Flügel. Alexander Schattenberg

LOG B UC H

7


8

LO GBU CH


Eva Willhöft Meine Lieblingsplätze sind im Wald. Da fühle ich mich verwurzelt, das ist so wie der Ursprung – back to the roots. Das Chaos des Alltags ist dort einfach nicht da. Ich fühle mich dort entspannt, ruhig, gesund und geerdet.

LOG B UC H

9


10

LO GBU CH


Steven Gregoire Hier bekomme ich alles, was ich f端r meine Kunden brauche. Deshalb halte ich mich hier oft auf.

LOG B UC H

11


12

LO GBU CH


Alexander Schattenberg Ich liebe gerade diese Abendstim­ mung auf unserem Balkon. Dieses: Es gibt nichts mehr zu tun. Und hier einfach sein. Und die Weite genieĂ&#x;en und die Stimmung des Abends.

LOG B UC H

13


Ali Tuncer Mein Lieblingsplatz ist mein Kiosk auf der Wohltorfer Hรถhe. Der Name kommt von einem Kunden. Von hier aus habe ich einfach alles im Blick.

14

LO GBU CH


LOG B UC H

15


16

LO GBU CH


Alfred Stephan Mattes Der ganze Garten ist mein Lieblingsplatz. Diesen Garten habe ich vor ungefähr fünfzehn Jahren angelegt, und es dauerte bestimmt an die zehn Jahre. Jeder einzelne Stein, jede einzel­ ne Platte Holz, was auch immer, ist von mir hier reingebracht worden und wurde für Gestaltungszwecke eingesetzt. Es gibt hier neun Plätze auf unterschiedlichen Ebenen, es ist langsam gewachsen, und somit hängt mein Herz an diesem Garten. Hier könnte ich alt werden.

LOG B UC H

17


Davina Kruse Mein Lieblingsplatz sind die Boberger D체nen: die Weite, der Sand, die W채rme, die Heide und die Ruhe. Hier finde ich Entspannung und Natur wie sonst nirgendwo in Hamburg.

18

LO GBU CH


LOG B UC H

19


Frederik Eggers Mein Lieblingsplatz ist die Seite an meinem Mann, denn diese Seite besch체tzt mich, sie st채rkt mich, sie macht mich zu einem Ganzen.

20

LO GBU CH


LOG B UC H

21


Liane Mannshardt Ich liebe diesen Platz in der HafenCity einfach, weil er f端r mich Freiheit bedeutet, weil er f端r mich die Stadt Hamburg symbolisiert und weil ich mich immer freue, dass ich dort lebe, wo andere Urlaub machen.

22

LO GBU CH


LOG B UC H

23


24

LO GBU CH


Stefan Harden An der Elbe in Altengamme. Das ist einfach wunderschรถn, beruhigt, erdet erneut, und man weiรŸ, wo man steht.

LOG B UC H

25


Alan Roberts Auf der Driving Range kann ich alles um mich herum ausblenden, egal ob beim Trainieren oder Unterrichten.

26

LO GBU CH


LOG B UC H

27


28

LO GBU CH


Bozena Jomaa Als Modemacherin bin ich gerne an Orten mit internationalem Publikum, wo ich schauen kann, wie sich die Leute so kleiden, wenn sie ausge­ hen. Mein Lieblingsplatz ist das Hotel Atlantic an der Hamburger Außenalster. Ich liebe die stimmungsvolle Art-déco-Bar, das historische Foyer und das Atrium – der vielleicht schönste Innenhof im Herzen der Stadt.

LOG B UC H

29


Nicole Günther Mein Auto ist mein Lieblingsplatz. Beim Fahren kann ich am besten entspannen. Dann noch laute Technomusik – einfach himmlisch!

30

LO GBU CH


LOG B UC H

31


Dorrit Marks Mein Lieblingsplatz ist beim Pferd. Dort will keiner etwas von mir, und ich kann mit dem Pferd eine Auszeit vom Alltag nehmen. Dabei finde ich meine Ruhe und fßhle mich geerdet.

32

LO GBU CH


LOG B UC H

33


34

LO GBU CH


Christian Geisler Am liebsten mehrmals im Jahr fahre ich nach St. Peter-Ording. Wenn ich dort am Ordinger Strand bin und mich einmal um mich selbst drehe, genieĂ&#x;e ich die Weite, den Wind, das Wasser ...

LOG B UC H

35


Zwischendrin und immer wieder: Lieblingspl채tze.

36

LO GBU CH


Leben besteht auch aus unzähligen Wegen. Ob auf Straßen oder in Gedanken. Sie verbinden schöne und hässliche, kleine und große Orte, Geistesblitze mit Banalem. Diese Wege machen mir klar, dass ich es bin, der sie geht. Und immer komme ich an. Ständig, zwischendrin und irgendwo. Ich halte an, bleibe und setze irgendwann meine Wege fort. In welchem Rhythmus, das bestimme ich. Kennen Sie das? Einige Orte, an denen wir am liebsten verweilen, haben die Chance, unsere Lieblingsplätze zu werden. Das kann der Place de la Concorde in Paris genauso sein wie die Hängematte zwischen zwei Erlen direkt am wasserwogenden Seeufer. Hauptsache, meine Seele singt vor Freude, und ich höre ihre Melodie. Wenn man mich nach meinen Lieblingsplätzen fragt, fallen mir viele Orte ein. In meiner Kindheit genauso wie im Heute. Mein Lieblingsplatz ist dort, wo ich mich pudelwohl fühle und ganz in mir zu Hause bin. Dabei fällt mir ein, es gibt noch ein fast vergessenes, beinah unmodernes Wort dafür: Muße. Ursprünglich stammt das Wort vom alt- bzw. mittelhochdeutschen „muoza“ ab, was etwa so viel bedeutet wie Gelegenheit, Möglichkeit. Muße bezeichnet also eine Zeit, die ein Mensch ganz nach eigenem Gusto nutzen kann. Und diese Zeit ist (häufig) auch mit einem Ort verbunden. Im Außen und in mir selbst. Wurde Muße in der Antike noch als charakterbildend und wertvoll betrachtet, verkam sie später durch das Hohelied der Leistung eher zum Müßiggang. Seit Jahrzehnten wird sie wissenschaftlich erforscht und heute sogar wiederentdeckt. Das rastlose Leben fordert seinen Tribut, und es geht heute mehr denn je darum, gesund zu sein und auch zu bleiben. Lieblingsplätze sind Orte, an denen es nichts zu tun gibt. Einfach sein. Wir „chillen“ neudeutsch oder nutzen die Zeit für eine Meditation. Oder trinken Tee und warten ab … was eigentlich? Ganz egal, Hauptsache, wir kennen unsere Lieblingsplätze und haben die Chance, jederzeit dorthin zurückzukehren. Das wünsche ich jedem. Und was sind Ihre Lieblingsplätze?! Günter Peters

Günter Peters: Professional Coach (DBVC), MBSR-Trainer und Texter. Lebt und arbeitet in Berlin, ist und bleibt Hamburg als einem seiner Lieblingsplätze sehr verbunden und kann im Web zweimal besucht werden: www.gpeters.de und unter www.mbsr-coaching.com.

LOG B UC H

37


Lieblingspl채tzchen Fotografie Mareike Suhn


Andrea Vegane Haferplätzchen

An einem Samstagabend im Spätsommer verabrede ich mich mit Andrea zu meinem ersten Foto-BackTermin. Gegen 20 Uhr im vierten Stock mit Kamera, Stativen und Blitzen angekommen, halte ich meine Idee, im Sommer Plätzchen backen zu lassen und zu fotografieren, nur noch für mäßig gut. Es gibt erst mal ein Glas Wasser, später ein Glas Wein. Andrea beginnt mit der Arbeit und in Ermange­ lung eines Mixers muss die Creme mit purer Muskelkraft schaumig geschlagen werden. Warum diese Plätzchen ihre Lieblingsplätzchen sind, kann Andrea noch gar nicht sagen, denn heute ist Backpre­ miere. „Ich lebe schon seit vielen Jahren vegetarisch und möchte meinen Speiseplan um einige vegane Rezepte erweitern“, bekomme ich als Antwort. „Aber es könnten ja meine Lieblingsplätzchen werden.“ Nachdem das erste Blech aus dem Backofen kommt und die Plätzchen ein wenig abgekühlt sind, folgt die erste Verkostung. Diese Plätzchen haben definitiv das Zeug dazu, Lieblingsplätzchen zu werden, und sind nicht nur für Veganer ein Genuss. Wir packen zusammen und gehen noch aus. Der Abend endet dann mit einer zerbrochenen Kicker-Stange, aber das ist eine andere Geschichte.

So geht`s: Soja- oder Kartoffelmehl mit Tapioka (oder Maisstärke) mischen und mit der Hafermilch (oder anderer Pflanzenmilch) glatt rühren. Weiche Margarine, Rohrohrzucker, Vanille und Salz hinzugeben und einige Minuten kräftig schlagen, bis sich alles zu einer glatten, fast weißen Creme verbunden hat. Dinkelmehl und Weinsteinbackpul­ ver mit Natron mischen und in die Creme geben. Kurz verrühren. Kernige Haferflocken mit einem Löffel per Hand zugeben und unterrühren. Den Backofen auf 200 °C Ober- und Unterhitze vorheizen. Mit zwei kleinen Löffeln kleine Teighaufen mit einigem Abstand auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech geben. Etwas platt drücken, aber nur wenig, denn sie verlaufen noch. Ca. 20 Min. backen. Die Kekse eher ein wenig zu früh als zu spät aus dem Ofen holen, sie dürfen gerne noch ein bisschen weich sein. Beim Abkühlen werden sie fest.

1 geh. EL Sojamehl 1 EL Tapiokastärke 60 ml Hafermilch 125 g weiche Margarine (z.B. Alsan) 125 g Rohrohrzucker 1/2 TL Vanille, gemahlen 1 gute Prise Salz 100 g Dinkelmehl Typ 1050 1 1/2 TL Weinsteinbackpulver 1/4 TL Natron 225 g kernige Haferflocken

40

LO GBU CH


Josephine Chocolate-Chip-Cookies

An einem Freitagnachmittag habe ich mich mit Josephine zum Backen verabredet. Kaum angekommen, hält sie mir auch schon ihr Smartphone unter die Nase. Zu der Musik von den Wise Guys sehe ich ein Video eines Fans, der die im Song besungenen Cookies backt. Und damit ist klar, warum dies Josephines Lieblingsplätzchen sind: Ihre beste Freundin Christin ist großer Wise-Guys-Fan, und da hat die Oma Gerda kurzerhand das Rezept aufgeschrieben, etwas abgeändert und mit den beiden Mädels schon mehrfach diese Plätzchen gebacken. Ganz der Profi, hatte Josephine ihren Teig schon am Vortag vorbereitet, so dass wir ihr für die nachträglich zu fotografierenden Entstehungsbilder rasch ein wenig Mehl und Schokolade ins Gesicht schmieren und mit der Fotosession loslegen. Dann wird es spannend – die ersten Teighäufchen wandern erst aufs Blech und dann in den Ofen. Nach ca. 15 Min. (plus ein wenig Abkühlzeit) gibt es die erste Kostprobe: köstlich!

So geht`s: 140 g Zucker 100 g Margarine 1 Ei 1/4 TL Salz 200 g Mehl 1/2 TL Backpulver 1/2 TL Vanillepuddingpulver 150 g Schokolade

42

LO GBU CH

Zucker, Margarine, Ei und Salz mit dem Mixer cremig schlagen. Mehl, Backpulver und Vanillepuddingpulver mischen und mit der Zucker-Margarine-Creme verrühren. Schokolade (Vollmilch oder Zartbitter – je nach Geschmack) zerbröseln oder zerhacken und zum Teig geben. Den Teig 8–24 Stunden kalt stellen. Den Ofen auf 180 °C Ober- und Unterhitze vorheizen. Auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech teelöffelgroße Kugeln geben – nicht zu dicht, denn die Plätzchen gehen noch ausein­ ander – und ca. 15 Min. lang backen.


Erna Omas Pfefferkuchen

Es ist Freitagmittag, ich bin mal wieder zu spät aus dem Studio losgekommen. Mit meiner Mutter im Gepäck habe mich an diesem Nachmittag mit meiner Oma zum Plätzchenbacken verabredet. Winterlich ist es immer noch nicht. Die Sonne scheint, wir haben Ende August, es ist noch gut über 20 °C warm. Gegen halb vier kommen wir in dem kleinen Ort in der Nähe von Husum an. Nach der Begrüßung werden flugs die mitgebrachten Zutaten in die Küche gebracht, und ein Rezept wird aus einer Mischung von zwei Rezepten und aus den Erinnerungen meiner Oma zusammengeschustert. Bei der Menge der Pottasche und des Hirschhornsalzes wird diskutiert und gerechnet (in diesen Momenten weiß ich den Dreisatz sehr zu schätzen). Ein respektabler Teig entsteht, der nach meinem Empfinden etwas zu sehr nach Ammoniak riecht, aber er schmeckt köstlich. Nach einer etwas zu kurzen Kühlzeit wird ausgerollt, -gestochen und gebacken, was das Zeug hält.


Für 1 kg Mehl brauchen wir eine ganze Weile. Oma erzählt, warum sie diese Plätzchen so liebt. Sie erinnert sich, wie es damals war, als statt des echten Honigs Kunsthonig verwendet wurde und die sechs „Kleinen“ – meine Oma hatte insgesamt elf Geschwister – immer um den Küchentisch wuselten. Während die letzten Plätzchen backen, können wir mit dem Verzieren beginnen. Nach gut fünf Stunden werden die ersten Plätzchen verkostet und von meiner Oma mit einem „Fast-so-gut-wie-damals“-Prädikat versehen. Was für ein schöner Nachmittag.


350 g Zucker 300 g Honig (streichzart) 50 g Schmalz 50 g Margarine oder Butter 180 g dunkler Kuchensirup 1 kg Mehl Staesz-Gewürze 10 – 20 g Pottasche Rosenwasser (100 – 200 ml) 2 Eier Puderzucker Nüsse Schokolade Zuckerperlen

So geht`s: Zucker, Honig, Schmalz, Margarine (oder Butter) in einem Topf erwärmen – nicht kochen –, bis sich der Zucker aufgelöst hat. Den Kuchensirup in die warme Masse mengen. Mehl mit StaeszGewürzen (kann man im Internet bestellen) mischen. Pottasche und Hirschhornsalz in etwas Rosenwasser (kann man alles in der Apotheke bestellen) auflösen. Mehl, warme Masse, die aufgelöste Pottasche-Hirschhornsalz-Lösung und Eier in einer Schüssel vermengen, gut kneten und für mindestens 2 Stunden kalt stellen.

Dann den Teig dünn ausrollen, nach Herzenslust ausstechen, auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech legen und bei 180 °C Ober- und Unterhitze ca. 8 Min. backen. Danach etwas abkühlen und Rosenwasser (insgesamt benötigt man ca. 100–200 ml) oder Zitronensaft mit Puderzucker verrühren und ggf. mit Nüssen, Schokolade, Zuckerperlen etc. verzieren.

LOG B UC H

49


Steffi und Benjamin Haferflockenkekse

Samstagnachmittag, Sonnenschein, das ideale Plätzchenbackwetter also … Mal wieder schleppe ich meine Geräte in den vierten Stock und denke über einen kräftigen Assistenten oder einen Jobwechsel nach. Oben angekommen, sind diese Gedanken jedoch verflogen, und ich werde herzlich begrüßt. Verabredet war ich eigentlich mit Steffi, aber Sohn Benjamin ist heute einfach zu gut drauf, als dass wir ihn außen vor lassen sollten. Der Teig ist schon vorbereitet, doch trotzdem werden ein paar Entstehungsfotos gemacht. Die Freude bei Benjamin über die trockenen Haferflocken hält sich in Grenzen – es ist doch viel schöner, in dem klebrigen Teig herumzumatschen. Die Plätzchen wandern zuerst aufs Backblech und rasch in den vorgeheizten Ofen. In der Zwischenzeit befreit Steffi Kind und Arbeitsplatte von überschüssigen Haferflocken und klebrigem Teig. Die fertigen Plätzchen duften herrlich und schmecken uns Erwachsenen wunderbar. Nur unser „Bäcker in spe“ scheint nicht überzeugt und nimmt vorerst mit der Stuhllehne vorlieb – soll Mama ihre Plätzchen doch alleine essen. Ob diese Plätzchen also jemals zu seinen Lieblingsplätzchen werden, bleibt ungewiss.

So geht`s: 125 g Butter 100 g Nüsse oder Mandeln (blättrig) 50 g Vollkornmehl 150 g Vollkornhaferflocken 100 g Zucker 1 Ei 1 TL Backpulver 1 Päckchen Vanillezucker

Butter flüssig machen und über Nüsse oder Mandeln geben. Vollkornmehl, Vollkornhaferflocken, Zucker, Ei, Backpulver, Vanillezucker dazugeben und kneten. Kleine Häufchen mit Abstand auf ein mit Backpapier ausgelegtes Blech geben und ca. 10 Min. bei 200 °C backen.

LOG B UC H

51


Katharina Makronen aus Nüssen, Mandeln und Schokolade

Auf meinen Termin mit Katharina freute ich mich besonders. Sie ist beruflich sehr stark eingebunden, denn die engagierte Landesvorsitzende der Grünen in Hamburg ist nicht nur so kurz vor der Bürgerschaftswahl ständig unterwegs. Dennoch fanden wir zwischen Podiumsdiskussionen, Presseanfragen, Treffen mit Kreisverbänden, Jugendfeuerwehrfesten und den raren privaten Terminen ein paar Stunden Zeit, um die Lieblingsplätzchen aus ihrer Kindheit zu backen. Ein kleiner Wermutstropfen war allerdings einmal mehr: Wir trafen uns – richtig – im vierten Stock …


LOG B UC H

53


54

LO GBU CH


Katharina erzählte mir, dass sie am Vorabend mit ihrer Mutter telefoniert hatte, um nach dem Makronenrezept von damals zu fragen. Leider konnte diese sich partout nicht daran erinnern, überhaupt jemals Makronen gebacken zu haben … Nun gut, selbst ist die Frau, es wurde also kurzerhand das Internet befragt, und die nötigen Zutaten waren schnell besorgt. Während einer lustigen und angeregten Unterhaltung entstanden so einige Bleche mit duftenden Makronen. Nach eigener Aussage kamen die Makronen sogar sehr nah an die aus ihrer Erinnerung heran, und Katharina sagte nach einem Biss in die erste Makrone, dass sie mit diesen Plätzchen die Erinnerung ihrer Mutter auffrischen werde.

So geht`s: 3 Eiweiß steif schlagen 200 g feiner Puderzucker 1 Päckchen Vanillezucker zufügen, weiter schlagen

Den Ofen auf 150 °C vorheizen. Den Teig mit zwei kleinen Teelöffeln in kleinen Häufchen auf ein mit Backpapier ausgelegtes Blech setzen. Auf der mittleren Schiene ca. 20–25 Min. backen. Die Makronen im Anschluss nicht sofort vom Backblech nehmen, wenn sie leicht abge­ kühlt sind, lösen sie sich besser.

125 g gehackte Zartbitterschokolade 250 g gehackte ungeschälte Mandeln, Wal- oder Haselnüsse vorsichtig unterheben

LOG B UC H

55


Sandra und Julian Dinkelplätzchen

Wenn Sandra und Julian Plätzchen backen, gibt es bei Familie und Kollegen Grund zur Freude: Sie teilen nämlich gern – und aus 700 g Mehl lassen sich viele Plätzchen backen. Ich freute mich, dass meine Verabredung mit Sandra und Julian stattfinden konnte. Die beiden sind beruflich stark eingebunden und fanden an ihrem freien Tag zwei Stunden Zeit für mich. Außerdem war ich sehr erfreut darüber, dass sie im ersten Stock wohnen und ich mein Equipment dieses Mal nicht bis unter das Dach schleppen musste. Auch Sandra und Julian hatten den Teig bereits vorbereitet, und ich konnte direkt mit dem Fotografieren anfangen. Ich baute meine Blitze auf, klemmte mich zwischen Kamera und Fensterbank und legte los. Auch die beiden hatten gut zu tun – es wurde ausgerollt und ausgestochen. So wanderte Blech um Blech in den Ofen. Die Dinkelplätzchen seien ihre Lieblingsplätzchen, weil sie Plätzchen gerne mit allem verzieren, was der Supermarkt hergibt. Im Rahmen einer Ernährungsumstellung und des Verzichts auf Weizenmehl sind sie auf Dinkelmehl umgestiegen. Der positive Nebeneffekt: Man braucht nicht so viel Zucker. Noch bevor alle Plätzchen fertig waren, wurde fleißig verziert. Es entstanden die buntesten Plätzchenkreationen. Natürlich durfte ich probieren und konnte nur bestätigen: Plätzchen aus Dinkelmehl sind eine echte Alternative zu Weizenmehl und richtig lecker!

So geht`s: 250 g Butter 100 g Zucker 2 Eier 1/2 Päckchen Vanillezucker frisch geriebene Vanilleschote in eine Rührschüssel geben und mit dem Mixer ordentlich durchmixen 700 g Dinkelmehl 1/2 Päckchen Backpulver unterrühren und den Teig gut durchkneten Puderzucker mit etwas Zitronensaft

56

LO GBU CH

Den Teig 30–45 min. in den Kühlschrank legen. Den Ofen auf 170–180 °C vorheizen. Den Teig ausrollen und die Plätzchen ausstechen. Auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech legen. Ca. 10–12 Min. auf der mittleren Schiene backen. Puderzucker mit etwas Zitronensaft verrühren und die abgekühlten Plätzchen mit dem Guss bestreichen. Nach Lust und Laune verzieren.


Mareike Husarenkrapferl

Bei dem Thema in dieser Ausgabe dürfen meine Lieblingsplätzchen natürlich nicht fehlen. Ich hatte es mir so schön ausgemalt: Meine Schwester fragen, ob sie Zeit und Lust hat, mich beim Backen zu fotografieren, mich mit ihr treffen und entspannt auf einen Dienstagnachmittag Plätzchen zu backen. Abends wollte ich es dann locker zu meiner Verabredung schaffen ...


Weit gefehlt … schon am Vormittag war mir klar: Diesen Zeitplan halte ich nicht ein. Also ent­ schloss ich mich, den Teig schon einmal im Studio vorzubereiten. Es wurde später und später – dann endlich gegen 17 Uhr: Sachen packen, Kamera, Licht und den fertigen Teig ins Auto, Schwes­ ter informieren, dass es später wird, losfahren. In nur zwei Stunden haben wir es dann geschafft, meine Küche in ein kleines Fotostudio zu verwandeln, die Plätzchen zu backen, mit Puderzucker zu garnieren, mit Gelee zu füllen und dabei zu fotografieren. Es wurde knapp, und wir mussten die Küche in einem halbwegs akzeptablen Chaos verlassen, aber es hat sich gelohnt!

So geht`s: 200 g Butter 100 g Zucker 2 Eigelb 1 Vanilleschote 1 Prise Salz mit dem Mixer schaumig schlagen 300 g Mehl 80 g geriebene Haselnüsse unterrühren

Den Teig mit dem Knethaken oder den Händen gut durchkneten, zu einer großen Kugel formen und 1–2 Stunden kalt stellen. Den Ofen auf 200 °C Ober- und Unterhitze vorheizen. Den kühlen Teig zu ca. 2 cm dicken Rollen formen, diese dann in Scheiben schneiden, kleine Kugeln formen, auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech legen (kann ruhig etwas enger sein, die Plätzchen gehen nicht stark auf ) und mit einem Kochlöffelstiel Vertiefungen in die Kugeln drücken. Die Plätzchen auf der mittleren Schiene ca. 15–20 Min. backen. Das Johannisbeergelee erwärmen, während die Plätzchen etwas abkühlen. Die noch warmen Plätzchen dann mit Puderzucker bestäuben und das noch warme Gelee in die Vertiefungen füllen. Die Plätzchen dann für 1–2 Tage gut trocknen lassen, bevor sie in die Keksdose kommen.

LOG B UC H

61


„Liebling, Platz!“

62

LO GBU CH


Sie sind Hundebesitzer? Dann kennen Sie das sicher auch … Der Grundgehorsam wird im Welpenalter erlernt. Angefangen mit „Sitz“, „Platz“, „Bleib“, „Hier ...“ etc. Die meisten Jungtiere haben das nach sehr kurzer Zeit drauf, aber auch ältere Tiere sind durchaus sehr lernfähig, was das Begreifen und Umsetzen von neuen Befehlen angeht. Irgendwann haben Sie einen ordent­ lich erzogenen Hund, der bei Fuß, vielleicht sogar ohne Leine schön neben Ihnen läuft und viel Freude bereitet. Sie kommen auf eine Hundewiese und se­ hen, wie sich ein anderer Hundehalter mit seinem Liebling abmüht. Vielleicht beobach­ ten Sie Ihn ja schon eine Weile, drei, vier Wo­ chen … Und trotz der vielen Leckerlis, die er seinem Hund anbietet, will dieser kaum sit­ zen, „Platz!“ geht gar nicht, und das Eichhörn­ chen auf dem Baum gegenüber ist eh viel in­ teressanter als alles andere … Das sind die Momente, wo mancher ja gern mal sein Wissen weitergibt, immerhin hat es der eigene Hund ja auch gut gelernt. Und was liegt da näher, als mal vorsichtig nachzufragen, ob man denn vielleicht irgend­ wie behilflich sein könnte. Die meisten wer­ den irritiert schauen, manche sich dankbar auf ein Gespräch einlassen, und wieder andere reagieren abweisend und unwirsch... Und dann gibt es da noch die Hundebesit­ zer, die sich einen Hund aus dem Tierschutz geholt haben. Ein Tier, was vielleicht bis dahin sein Leben auf der Straße verbracht hat und den Sinn von Befehlen überhaupt nicht nach­ vollziehen kann. Die üben manchmal monate­ lang an den einzelnen Befehlen und freuen sich über kleinste Fortschritte, die sich dem außenstehenden Betrachter oft nicht erschlie­ ßen. Wie ich darauf komme? Ich bin mit Hunden aufgewachsen, Rott­ weiler als Wach- und Schutzhunde, Mischlin­ ge, die wir als Kinder irgendwo fanden oder geschenkt bekamen und sie dann aber auch behielten und nicht aussetzten, unser Hof war Gott sei dank groß genug. Später als Jugend­ liche hatte ich dann aus Zeitgründen immer wieder Pflegehunde, die mir von Bekannten

und Nachbarn gern anvertraut wurden, damit sie Grundbefehle lernten und regelmäßigen Auslauf bekamen. Einen eigenen Hund wollte ich ohne regelmäßigen Tagesablauf nicht an­ schaffen, da ich ihm nicht hätte gerecht wer­ den können. Dann kam Dina in mein Leben, ein Jagdhund-Mischling mit viel Tempera­ ment. Zu meinem großen Glück hatte ich im Freundeskreis einen Jäger, der seine Hunde und die seiner Kollegen ausbildete und mir mit Rat und Tat zur Seite stand. Aus Dina wur­ de ein wunderbares Tier, nicht dressiert, aber sehr folgsam, aus JEDER Situation abrufbar und freundlich zu Mensch und Tier. Sie war für mich der absolute Traumhund, wir gingen Radfahren, wanderten in den Bergen, campten am Meer. Überall konnte ich sie mitnehmen, selbst im Wald, wo sich doch immer mal wie­ der ein Hase oder Reh zeigte. Sie schaute da zwar interessiert, wich mir jedoch nicht von der Seite, solange ich sie nicht freigab. Leider verstarb sie viel zu früh, und lange Zeit wollte ich keinen neuen Hund mehr. Ich veränderte mich beruflich, kam in die „Mühlen des Managements“ und arbeitete jahrelang nicht selten 12 Stunden und mehr. Das war auch in Ordnung, es machte ja Spaß. Aber nach der Insolvenz meines Arbeitgebers mischten sich die Karten neu, und ich überleg­ te mir, mich beruflich komplett neu zu orien­ tieren. Und genau in dieser Zeit kam Paula in mein Leben und stellte es mehr oder weniger auf den Kopf … Paula ist eine Terrier-Dackel-Mischlings­ hündin und hat 14 Monate nordwestlich von Barcelona auf der Straße gelebt, bevor sie vom Hamburger Tierschutz aus der dorti­ gen Tötungsstation gerettet wurde. Ich fand sie im Tierheim, wo sie gerade seit vier Wo­ chen lebte, und verliebte mich auf Anhieb in dieses süße Tier! Ich machte mir keine Sorgen – ein kleiner Mischlingshund, dem man eben noch viel beibringen muss, aber in einem Alter von 15 Monaten ist das ja kein großes Ding … Dachte ich …

LOG B UC H

63


Die ersten Tage waren extrem anstren­ gend. Dass sie nicht stubenrein war, okay, das merkte ich schnell. Dass sie einen Jagdtrieb hat, der alles bisher Erlebte in den Schatten stellt, war die andere Seite. Klar, Jagdinstinkt sicherte ihr das Überleben … Ich erlebe einen völlig neuen Hund, mit dem ich auch bei einer Hundetrainerin war. Sie konnte mir zwar gut weiterhelfen, aber so wie ich es von meinen anderen Hunden her kannte, fruchtete es eben doch nicht. Paula tickte ganz anders. Andere Hunde in­ teressierten sie eher nicht, sie war und ist eher zurückhaltend bis desinteressiert. Hin und wie­ der aber trifft sie einen, mit dem sie dann halbe Ewigkeiten mit Spielen verbringen kann … Kommt man dann mit dem Halter des Hundes ins Gespräch, stellt sich oft heraus, dass auch dessen Tier aus dem Tierschutz stammt und sie meistens genau die gleichen Sorgen und Nöte haben wie ich.

Da ich mich durch Paula immer mehr mit dem Thema artgerechte Haltung generell und Erziehung von Straßenhunden beschäftigte und dadurch dann immer schnellere und deutlich sichtbare Erfolge zu verzeichnen hat­ te, kamen immer mehr Hundehalter auf mich zu und fragten um Rat. Und nachdem es im­ mer mehr wurde und außerdem Anfragen kamen, ob ich nicht auch ihre Tiere zum Gassi­ gehen mitnehmen könnte, war die Idee gebo­ ren, mich mit einem Hundeservice selbstän­ dig zu machen. Ich kenne die schönsten Plätze durch die vielen Ausflüge mit Paula. Ob an den Hundestränden der Elbe oder in verschiedenen Frei­ lauf­gehegen und Parks in Hamburg und Umland bis hin zu tollen Zie­ len an der Nord- und Ostsee – es gibt so viele Möglichkei­ ten, Hunden einen adäquaten Auslauf zu bieten, der sie auch geistig fordert.


Stupides Vor-sich-hin-Trotten gibt es da bei mir nicht. Jeder Sinn ist gefordert, wenn es durch Sand, hohes Gras, herrlich duftende Wälder oder ins Wasser geht. Für jeden Hund ist etwas dabei, jeder findet Möglichkeiten, um zu schnüffeln, zu spielen, schwimmen zu gehen oder sich entspannt irgendwo hin­ zu­legen und dem Treiben der anderen zuzu­ schauen. Jeder Vierbeiner hat da seinen Lieblings­ platz, andere Vorlieben. Die gilt es bei einigen Proberunden herauszufinden, um die Rudel dann so zusammenzustellen, dass sich die richtigen Hunde immer wieder treffen. Die, die Wasser eher nicht mögen, sind dann eben mehr auf Wiesen unterwegs, die Wasserratten dürfen dafür reichlich in der Elbe oder an der Nordsee schwimmen. Das zu koordinieren, sprich, die Hunde bei den Haltern abzuholen und nach einem ergiebigen Spaziergang wieder zu Hause oder im Büro abzuliefern, das ist jetzt mein Tagwerk. Zweimal am Tag gibt es diese Tour, bei Bedarf aber auch mal am Abend oder

Wochenende. Außerdem fahre ich am Wo­ chenende gern an die Nordsee und nehme die Vierbeiner dann auf einen Tagesausflug mit. Ob es ein Zuchttier mit Stammbaum oder ein zotteliger Mischling ist, macht für mich kei­ nen Unterschied. Jeder Hund ist willkommen, solange er sich in einer Gruppe benehmen kann und Spaß an ausgiebigen Spaziergängen hat. Und wenn ich abends heimkomme, gibt es nichts Schöneres, als mit einem guten Glas Wein, einen tiefenentspannten und müden Hund zu meinen Füßen, den Feierabend zu genießen und mich auf den nächsten Tag zu freuen. Denn jetzt arbeite ich da, wo ich am liebs­ ten bin, draußen in der Natur, mit Hunden und Menschen und bin glücklich und zufrie­ den. Kann es einen schöneren Lieblingsplatz geben? Annett Müller www.hundeservice.hamburg 0151-65754908


M E

B E PL A

66

LO GBU CH


Fotografie Friedrun Reinhold

N’ S

S T

C E S Hier zeigen uns Männer ihre Orte, die fernab von Tresen oder Hobbykeller zu finden sind und eher Kraftplätzen und Wohlfühloasen gleichen.

LOG B UC H

67


Gerrit Glaner – Head of Concert & Artist Department bei Steinway & Sons Seit seiner Kindheit liebt Gerrit Glaner die Alster. Mit seinem Kanu gleichsam lautlos auf dem Wasser gemächlich dahinzugleiten, ist für ihn die perfekte Entschleunigung. Vor der unvergleichlichen Skyline mit der Elbphilharmonie dann zu ankern, bei einem delikaten Snack und einem gepflegten Getränk angeregte Gespräche zu führen oder auch gemeinsam zu schweigen, macht das Boot für ihn zu einer Insel des Glücks. www.steinway.de

LOG B UC H

69


Philipp Hermes – Anwalt Nah an Philipps Wohnung liegt das Black Delight im Eppendorfer Weg 67. Sein Hund Paul fühlt sich dort so wohl, dass er schon morgens um 7 – vor der Öffnungszeit – hineinmöchte. Als bekennender Tresensteher bekommt er den besten Cortado der Stadt am Stehtisch und nicht am Tischchen und genießt den allürenfreien Austausch der verschiedensten Menschen. www.bhm-penlaw.com

70

LO GBU CH


Friedemann Minninger – Wasserspezialist Mit seiner Wohnung auf einem 50 Jahre alten Deepen­ shreeper mitten im Hamburger Hafen und Blick auf die Elbphilharmonie ist für Friedemann ein Traum wahr geworden. Sein altes Schiff ist auch sein Lieblingsplatz, denn seit jeher hat für ihn das nasse Element eine große Faszination ausgeübt. So tauchte er einst mit Cousteaus Männern in der Mündung der Rhone und ist heute Spezialist für komplexe geschlossene Wassersysteme, wie z. B. Schwimmbäder auf Kreuzfahrtschiffen. www.sopra-hamburg.de

LOG B UC H

73


Julius Christ – Schüler Julius liest gerne in der wenigen freien Zeit Bücher im Bett. Momentan hat er sich die 30-bändige Karl-MayAusgabe seines Vaters von 1965 vorgenommen. Dabei genießt er immer wieder den Blick auf die Oberelbe bei Overwerder. Nachts kommt es schon einmal vor, dass unter seiner Bett­decke der Lichtschein einer Taschenlampe hervorblitzt, wenn die Abenteuer zu spannend sind.

74

LO GBU CH


Winfried Kober – Immobilienvermittler Den zwischen Hamburg und Berlin gelegenen und wegen seiner ehemaligen Grenzfunktion recht unbekannten Schaal­ see sucht Winfried Kober immer wieder auf, um die Ruhe, die Landschaft und die Stille zu genießen. Während langer Spaziergänge kann er seine Gedanken gut treiben lassen. Im Herbst ist das Naturschutzgebiet ein beliebter Rastplatz für Kraniche. Dann ist es zwar nicht mit der Ruhe vorbei, aber dieses Naturschauspiel ist immer sehr sehens- und hörenswert. www.idplus-gmbh.de www.idnord.de

76

LO GBU CH


Matthias T. J. Grimme – Autor, Verleger, Bondagekünstler Seit seiner Kindheit begleitet Matthias das Bild des Fuji­ yama. Neben der vollendeten Form des Berges verkörpert es gleichzeitig viel des alten Japanbildes. Um seine ShibariKenntnisse zu perfektionieren, reiste er inzwischen neun­ mal nach Japan und war im Frühjahr beim Fujiyama. Er war beeindruckend groß und gehört zu Matthias Grimmes Lieblingsplätzen. www.schlagzeilen.com www.bondageproject.com

78

LO GBU CH


Thomas Krüger – Rechtsanwalt, Fachanwalt für Steuerrecht Rund vier Kilometer nördlich der Ligurischen Mittelmeer­ küste liegt der knapp tausend Meter hohe Pizzo d´Evigno. Seit 1980 besteigt Thomas Krüger ihn immer wieder, um vom Gipfel aus eine neue Perspektive zu erleben. Im Kontrast zur turbulenten Küste ist die Ruhe auf dem Berg sprichwörtlich. Er fühlt sich immer wieder angezogen und hat diesen Weg inzwischen rund dreißigmal zurückgelegt. www.schomerus.de

LOG B UC H

81


Walter Schels – Fotokünstler Seit 1990, als Walter sein Hamburger Atelier bezog, steht das alte Biedermeier-Sofa mit weißem Schaffell bezogen an seinem Platz. Es ist zum Lieblingsplatz von Walter geworden, denn wenn er dort sitzt, kann er besonders gut nicht denken und behält gleichzeitig einen Überblick über sein Chaos. Er ist in Hamburg gelassener geworden, und die drei Ikea-Palmen haben sich inzwischen zu einem kleinen Dschungel verwachsen. www.walter-schels.com

82

LO GBU CH


Salvo Trapani – Gastgeber Die Piazza Trapani ist für viele seiner Gäste wie ein zweites Wohnzimmer, und sie verweilen dort gerne bei einer Flasche Wein, südländischer Atmosphäre und guten Gesprächen. Vor rund zehn Jahren kam Salvo der Liebe wegen nach Ham­ burg und liebt „sein Viertel“ des fast dörflichen Charmes wegen. Sein Restaurant im Eppendorfer Weg 89 ist bekannt für die wirklich beste Pizza der Stadt. www.piazza-trapani.de

84

LO GBU CH


Friedrun Reinhold – Fotograf Nah dem Wittenberger Fähranleger an der Elbe sind herrlich weite Strandabschnitte, an denen Friedrun gerne mit seiner Hündin Paula tobt und spielt. Die Landschaft ist je nach Tidenhub jedes Mal anders, und selbst bei schlechtem Wetter finden die beiden immer einen inte­ ressanten Weg. Zum Ende sitzen sie oft nebeneinander auf einer Düne und schauen den großen Schiffen zu, die in die Welt hinausfahren. www.fotoraum-reinhold.de

LOG B UC H

87


Auf Entdeckertour Dies ist einer unserer Lieblingsplätze: die Magellan-Terrassen. Ein etwa 5 000 Quadratmeter großer Platz, von dem aus sich ein Blick auf den Traditionsschiffhafen in der HafenCity bietet. Für uns ist dieser Platz eine Inspirationsquelle, oft sitzen wir hier, denken über kreative Konzepte nach und kommen auf gute Ideen. Aber manchmal werden wir auch wehmütig – könnte man es Magellan doch gleichtun und mit einem der Schiffe die Welt umrunden. www.kloetzner.de


Christian Geisler, Fotograf Das Lichtbild Studio Mareike Suhn & Christian Geisler GbR Eichenallee 1c, 21521 Wohltorf 0 41 04 / 78 58 info@lichtbildstudio.com www.lichtbildstudio.com

Friedrun Reinhold, Fotograf Fotoraum-Reinhold Eppendorfer Weg 85, 20259 Hamburg 01 70 / 409 25 24 | 040 / 40 25 26 foto@fotoraum-reinhold.de www.fotoraum-reinhold.de

Mareike Suhn, Fotografin Das Lichtbild Studio Mareike Suhn & Christian Geisler GbR Eichenallee 1c, 21521 Wohltorf 0 41 04 / 78 58 info@lichtbildstudio.com www.lichtbildstudio.com

Klötzner Company Werbeagentur GmbH Pickhuben 4, Speicherstadt 20457 Hamburg 040/36 12 28 3 info@kloetzner.de www.kloetzner.de

IMPRESSUM: LOGBUCH 54°N, WWW.LOGBUCH54.DE HERAUSGEBER: V. i. S. d. P. FRIEDRUN REINHOLD, EPPENDORFER WEG 85, 20259 HAMBURG • ART DIRECTION UND GESTALTUNG: KLÖTZNER COMPANY: MARTIN KLÖTZNER, DAGMAR KÖHLER, HUBERT MACHATE, MARIE KLÖTZNER FOTOGRAFIE: FRIEDRUN REINHOLD, CHRISTIAN GEISLER, MAREIKE SUHN • TEXTBEITRÄGE: ANNETT MÜLLER, GÜNTER PETERS, ALEXANDER SCHATTENBERG • COPYRIGHT FÜR ALLE BEITRÄGE LIEGEN BEIM LOGBUCH 54°N. Die Reproduktion oder Übernahme des Gesamtangebotes oder von Teilen daraus ist nur in Abstimmung mit dem Logbuch 54°N erlaubt. Alle Auskünfte, Preise, Maße, Farben und Bezugsquellen ohne Gewähr. Einsendungen, Anmerkungen, Beiträge bitte nur unter info@logbuch54.de

90

LO GBU CH


Wir finden Ihren Lieblingsplatz.

Mit Unterstützung der ID Nord und der ID Plus finden Sie Ihren Lieblingsplatz. Überlassen Sie Verwaltung, Vermietung und Verkauf Experten. Ob bei Verkauf, Baubetreuung oder Gewerbeverwaltung: Sprechen Sie uns an.

ID Nord Telefon 04151 87 90 100 Web www.idnord.de ID Plus Telefon 04151 87 90 200 Web www.idplus-gmbh.de Lauenburger Straße 18 21493 Schwarzenbek

IDNord IDPlus


N°45HCUBGOL Das Logbuch 54°N ist im Gegensatz zum nautischen Logbuch weder chronologisch aufgebaut noch als Beweismittel tauglich. Vielmehr ist es als regelmäßige kreative Spielwiese gedacht und soll sowohl den Herausgebern als auch den Lesern Spaß machen. Neben der gedruckten Form ist es unter www.logbuch54.de auch als E-Paper verfügbar und trägt so viel hanseatische Kreativität in die ganze Welt.

Logbuch54°n 03 web  

Fotografie aus Hamburg von Menschen, die ihre Lieblinsplätze zeigen. Kundenmagazin von Fotoraum Reinhold, Friedrun Reinhold, Christian Geis...

Logbuch54°n 03 web  

Fotografie aus Hamburg von Menschen, die ihre Lieblinsplätze zeigen. Kundenmagazin von Fotoraum Reinhold, Friedrun Reinhold, Christian Geis...

Advertisement