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Wem gehört der Brunnenmarkt? Ein Grätzl im Wandel

Die eigenen Grenzen

Die Vienna Rollergirls im Interview.

Wien soll London werden 7. – 9. März Volksbefragung in Wien

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Inhalt Seite 3 Seite 5

COVERSTORY: Wem gehört der Brunnenmarkt? – Ein urbaner Teil Wiens zwischen

Aufwertung und Verdrängung.

UMFRAGE: Was stört dich am Studium? – UNIKUM hat nachgefragt.

Seite 6 Wien soll London werden – Entflammt das olympische Feuer bald in Wien? Seite 7 Wohnzimmerflair im 12.Bezirk - Kaffeehauskult in Meidling. Seite 8 Vita longa, ars brevis – In 20 Sekunden um die Kunst. Seite 9 Yuppieee Doodle – Das Online-Helferlein für ein geschmeidiges Studentinnenleben. Seite 10 Treffsicherer Sportspaß – Ein etwas anderer USI-Kurs. Fit mit Windsuit Flying – Tolle Sportangebote für ein mageres Studentinnenbörserl. Seite 11 INTERVIEW: Die eigenen Grenzen - Die Vienna Rollergirls über Identität, Sexismus

und die Faszination am Rollschuhfahren.

Editorial

Autorinnen dieser Ausgabe

Liebe Studentinnen,

David Fließer, Thomas Geiger, Paul Hafner, Jacqueline Krammer, Oona Kroisleitner, Thomas Parger, Julia Spacil, Katharina Weninger, Katharina-Julia Zagata

nachdem der Prüfungsstress jetzt vorbei ist, können wir uns wieder unserer Freizeit und somit auch dem Fortgehen widmen. Da wäre es natürlich gut zu wissen, wo man für wenig Geld vorglühen kann – einen Geheimtipp dazu haben wir für euch auf Seite 7. Wo ihr eure körperliche Fitness nach der großen Weihnachtsfresserei wieder auf Vordermann bringen könnt, verraten wir euch auf Seite 11. Und was hinter dem Wort Gentrifizierung steckt erklären wir in unserer Coverstory auf Seite 4-5.

Viel Spaß und erholsame Semesterferien wünscht euch euer UNIKUM-Team

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Mitgemeint

Impressum

Im UNIKUM wird ausschließlich in weiblicher Form geschrieben. Es soll einen Gegenpol zur Mainstream-Medienlandschaft bieten, die sich zumeist aus „Platzgründen“ dazu entschließt, nur männliche Bezeichnungen zu verwenden. Im UNIKUM sind erstmals nicht Frauen, sondern Männer mitgemeint.

Herausgeber: Thomas Kvicala Medieninhaber: Friedrich-Austerlitz-Institut für JournalistInnenausbildung Löwelstraße 18, 1014 Wien Layout: Lucia Bischof CvD: Jacqueline Krammer Titelbild: Zerbes Jakob Foto Infoboxen: Laurin Rosenberg

UNIKUM

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Was stört dich am Studium? Studiert man in Wien, hat das nicht nur Vorteile wie unzählige Ermäßigungen und die zentrale Lage der der meisten Universitäten. Wir haben uns umgehört, was die Wiener Studentinnen so richtig auf die Palme treibt und wo eindeutig Verbesserungsbedarf besteht. Umfrage: Jacqueline Krammer

Fotos: Alexandra Buschmann

Lena Wittmann (23), Psychologie: Zu wenige Seminarplätze, Sitzplätze schwer zu ergattern. Wie der Master in Psychologie aussehen soll ist immer noch unklar. Bachelorumstellung mutet eher nach „Ausbildung“ statt Bildung an. Jennifer (21) Lehramt Germanistik und Geschichte: Zu wenige Übungen / Plätze. Zu wenige Lernplätze in der Uni. Wenige Wahlmöglichkeiten im Studienplan. Zu wenige Professorinnen für zu viele Studentinnen Giulia (21), Sara (24), Eloise (21), Sprachwissenschaften: Wenige Essmöglichkeiten an der Uni. Mangelhafte Prüfungsorganisation. Geringe Rücksichtnahme auf Erasmus-Studentinnen. Chris (20) BWL: Zu viele Studenten.Überfüllung. Zu wenige ECTS für schwierige Prüfungen. Keine Lehrveranstaltungsplätze. Jakob (20) Wirtschaftsrecht, Raoul (20) BWL: Zu wenige Masterplätze an der WU. Besseres Kursangebot wäre wünschenswert.

UNIKUM fragt nach

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Wem gehört der Brunnenmarkt? Überquert man den Wiener Gürtel stadtauswärts in Richtung Ottakring, findet man sich im Brunnenviertel wieder. Es gilt als einer der urbansten Teile der Stadt – große Vielfalt auf kleinem Raum. Dabei hatte das Grätzl noch in den 1990ern einen schlechten Ruf: Nur wer auf die vergleichsweise billigen Mieten angewiesen war, zog in Betracht, dort zu leben. Zwei Jahrzehnte später steht das Viertel jedoch im Fokus kapitalkräftiger Immobilienfirmen. David FlieSSer

Der Brunnenmarkt nach Ladenschluss

Der Leiter der städtischen Gebietsbetreuung in Ottakring, Kurt Smetana, erzählt vom neuen Leben, das hier zustande gekommen ist, und wie es sich mit dem bereits Dagewesenen zu etwas Besonderem verbunden hat. Der Yppenplatz im Sommer etwa: Während alternativ gekleidete Studentinnen Latte Macchiato trinken, herrscht in den Fußballkäfigen Hochbetrieb und Marktstandlerinnen verdienen ihren Lebensunterhalt.

Aufwertung findet Stadt Viele, die als Gastarbeiterinnen nach Wien kamen, ließen sich im Brunnenviertel dauerhaft nieder. Sie prägten das Grätzl, das wohl nie so schlecht war wie sein Ruf. Später zogen Künstlerinnen in das Wohngebiet mit den alten Häusern aus der Biedermeier- sowie Gründerzeit und legten damit den Grundstein für die Aufwertung. Das Kulturfestival Soho in Ottakring, die Sanierung des Gürtels sowie stadtplanerische Initiativen folgten. Auch am Brunnenmarkt, der Lebensader des Viertels, wurde wieder mehr gekauft. Parallel dazu stiegen die Mieten, in dem klassischen Wohngebiet für Arbeiterinnen und Migrantinnen entstanden Lokale für zahlungskräftige Zielgruppen. Mit dem Ergebnis ist Kurt Smetana sichtlich zufrieden. Er beschreibt es als „Herzeigeprojekt einer Gebietsaufwertung“.

Let’s talk about Gentrifizierung! Aus dem englischen „gentrification“ abgeleitet, beschreibt der Begriff Gentrifizierung die Aufwertung von Stadtteilen. Billige Mieten in zentraler Lage bilden den Ausgangspunkt und wecken das Interesse von Pionierinnen wie beispielsweise alternativen Künstlerinnen oder Studentinnen. Oft haben die zwar wenig Geld, dafür aber eine Neigung für Kultur sowie gute berufliche Aussichten. Neben Kulturprojekten bringen die neuen Bewohnerinnen auch ein besseres Image. Dadurch werden wiederum neue Gruppen angelockt, mit hohem Bildungsgrad, gutem Job und Hang zum Urbanen. Für diese Zielgruppe baut und saniert nun die Immobilienbranche, während langjährige Mieterinnen durch hohe Quadratmeterpreise verdrängt werden.

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UNIKUM

Foto: Jakob Zerbes

Gesellschaft

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Doch nicht in Wien!? In vielen deutschen Städten, allen voran Berlin, ist Gentrifizierung ein politisches Schlagwort und löst Proteste dagegen aus – von klassischen Demonstrationen bis hin zu nackt-Flashmobs bei Wohnungsbesichtigungen. In Wien hingegen bleibt es ruhig. Detailreiche Daten fehlen und so bleibt umstritten, wie stark die Verdrängung in den aufgewerteten Stadtteilen tatsächlich ist. Dass manche aus dem Brunnenviertel wegziehen, weil sie sich nach einer Sanierung die Miete nicht mehr leisten können, leugnet Kurt Smetana nicht. Doch im Vergleich zu anderen Städten in nordamerika und Westeuropa habe ein „Publikumstausch“ nicht stattgefunden. „Es gibt in Wien das Phänomen, dass es eigentlich keine gentrifizierten Bereiche gibt“, sagt Smetana und führt das auf die mieterinnenfreundliche Gesetzeslage zurück. Den Wandel gebe es in jeglicher Richtung und so hält Kurt Smetana fest: „Es ist vielfältig, so wie die Stadt vielfältig ist.“

Auch Street-Art-Künstlerinnen haben das Brunnenviertel für sich entdeckt.

Gentrifiziere dein Grätzl!

Eine Anleitung.

FOTO: JAKOB ZERBES

01 Suche dir eine Wohnung in einem günstigen Bezirk in zentraler Lage! 02 Erzähle deinen Studienkolleginnen von deiner neuen, spannenden Wohngegend! 03 Mache Fotos mit Vintage-Effekten von deinem Grätzl und poste sie in sozialen Netzwerken! 04 Entgegne den Vorurteilen von Verwandten, dass die Migrantinnen der dritten Generation „total erfrischend anders“ seien! 05 Fördre mit deinem Konsum die neue Lokalszene! 06 Fordre mehr Grünflächen in deiner Umgebung! 07 Beschwere dich über die fehlende Nachtruhe! 08 Sei der Meinung, „dass sich Leistung wieder lohnen muss“ und wähle Parteien, die das vertreten! 09 Ziehe in die Dachgeschoßwohnung nebenan! 10 Erkläre deinen Nachbarinnen, die sich die Miete nicht mehr leisten können, „dass die Starken eben die Schwachen verdrängen“!

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Wien soll London werden – Volksbefragung zur Olympiabewerbung Am 20. Jänner 2013 fand die erste bundesweite Volksbefragung in der Geschichte Österreichs statt. Für viele Österreicherinnen ein Novum direkter Teilhabe an staatlicher Willensbildung, für viele Wienerinnen jedoch ein weniger ungewöhnliches Spektakel. KaTHarina Weninger & KaTHarina-JUlia ZagaTa

Werden 2028 unter dem Riesenrad Medaillen vergeben?

Vom 7. bis 9. März 2013 findet in Wien Volksbefragung nummer acht statt. Diesmal zu den Themen Parkpickerl, Privatisierung kommunaler Betriebe, Ausbau von Solarenergie sowie einer möglichen Bewerbung für die Austragung der Olympischen Sommerspiele 2028 in Wien. Vorbild für die Idee zur Bewerbung ist London als Organisator der Sommerspiele 2012. Der Erfolg, den die 8-Millionen-Einwohnerinnen Stadt durch die Spiele eingefahren hat, wäre „durchaus auch für Wien denkbar“ tönt es aus den Rathaushallen. Was andere Weltstädte davon abhält, sich für Olympische Spiele zu bewerben, gilt nicht für Wien. Wien ist schließlich anders.

Gegnerinnen und Befürworterinnen haben sich bereits formiert Kritikerinnen der Bewerbungsidee lehnen das Vorhaben mit der Begründung dass es im westlichen Europa kaum eine andere Hauptstadt gibt, die in puncto Sport-Infrastruktur schlechter dasteht als Wien. Ohne Umbauten und kostspielige Sanierungen könnte nicht einmal das erst kürzlich für die Fußball-EM 2008 auf Hochglanz gebrachte Ernst-Happel-Stadion als Schauplatz für Leichtathletikbewerbe herhalten. Für Schwimmdisziplinen biete sich derzeit wohl nur das Strandbad Gänsehäufel an, denn das Ende der Sanierungsarbeiten des Wiener Stadthallenbades ist wohl länger noch nicht absehbar. Anders sehen das naturgemäß die Befürworterinnen. Das Österreichische Olympische Komitee rechnet mit einem positiven Struktureffekt: „London 2012 war ein eindrucksvolles Beispiel dafür, was für einen langfristigen Effekt

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FOTO: ETHAn PRATER, FLICKR.COM & ALEnQ, SxC.HU

notwendige Infrastrukturmaßnahmen für den Breitensport und die Stadtentwicklung haben können“. Zudem ist Wien die Stadt mit der besten Lebensqualität und Hauptstadt eines Landes, in dem zig Großveranstaltungen schon reibungslos über die Bühne gegangen sind. Mit Menschen aus verschiedenen Ländern der Welt gemeinsam zu feiern und bei großen Sportentscheidungen mitzufiebern, ist gerade für junge Leute eine einmalige Erfahrung, weshalb die Idee vor allem bei Jugendlichen auf positives Echo stößt.

Gute Chancen, Zuschlag für 2028 zu bekommen Voraussetzung für die Bewerbung ist allerdings eine positive Antwort auf die Frage, ob das Wiener Stadtbudget eine derartige Belastung

derzeit überhaupt tragen könnte. Denn allein das Bewerbungsprozedere würde sich in höheren Millionenbeträgen zu Buche schlagen. München musste für seine 2018-Bewerbung 33 Mio. Euro berappen, London 20 Mio. Euro. Die Austragung selbst verschlang zusätzliche 11 Mrd. Euro der Stadtfinanzen. Noch sind keine Umfragewerte zur Wiener Volksbefragung bekannt, eines scheint allerdings jetzt schon klar: die Wahlbeteiligung wird wohl, wie in den Jahren davor, eher verhalten ausfallen. Im Jahr 2010 gaben nur knapp 36 Prozent der scheinbar schon wahlmüden Wienerinnen ihre Stimme zu Fragen wie der Einführung eines Führscheins für Kampfhunde ab.

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Wohnzimmerflair im 12 . Bezirk

Wiener Kaffeehausflair im Raimann

Nach Wochen der Entbehrung, in denen die heimische Kaffeemaschine unsere engste Vertraute und die Pizzalieferantin unser einziger sozialer Kontakt war, liegt die Prüfungszeit nun hinter uns. Wer hat jetzt nicht Lust „abzushaken“ und sich wieder einmal mit seinen Freundinnen über andere Dinge zu unterhalten als über die genaue Bedeutung der Vernunft in der Kant‘schen Hermeneutik? KaTHarina Weninger

Das Raimann lockt mit günstigen Tagestellern

Ich habe mich für euch umgeschaut, wo man vor einer Partynacht noch gemütlich zusammensitzen oder einfach vorglühen kann und bin im 12. Wiener Gemeindebezirk fündig geworden.

Preisinfos: Großes Bier: € 3,30 Weißer Spritzer: € 2,10 Melange: € 2,60 Toast: € 3,00 Tagesteller: € 5,80

Café Raimann Schönbrunnerstr. 285 1120 Wien Mo-Fr: 8.00-2.00 Sa: 8.00-24.00 www.caferaimann.at

Günther, ein Wiener Kellner-Original bei der Arbeit.

Mein Bezirk A.geh Wirklich? aus Wien X A.geh Wirklich? ist ein Wiener Mundart-Rapper. Bekannt wurde er durch seine Tracks Super Summer und Samma uns ehrlich. 2012 wurde sein neuestes Album Wos was I veröffentlicht. Im word-rap erzählt er uns über seinen Heimatbezirk Favoriten.

Von Tradition zu Kult Das Publikum im Raimann erinnert ein wenig an das des „alten U4“. Die Bandbreite erstreckt sich von Leuten in Businesskleidung bis zu alternativen Studentinnen. Die große Anzahl an jungen Besucherinnen zeigt jedoch, dass sich die Wiener Kaffeehaustradition immer mehr zu einem Kaffeehauskult verwandelt. Auch das Personal hat seinen ganz eigenen Charme. Wer auf der Suche nach einem Wiener Kellner-Original

FOTOS: SAYA AHMAD

Ein paar Minuten Fußweg vom U4 entfernt, befindet sich das Café Raimann. Das Raimann zeichnet sich nicht nur durch sein reichhaltiges Getränkeangebot zu leistbaren Preisen aus, sondern besticht auch durch sein gemütliches Wiener Kaffeehausflair. Um für eine durchgetanzte U4-nacht auch die passende „Unterlage“ zu haben, bietet das Raimann eine Reihe an kleinen Speisen an. Wer rechtzeitig kommt, ergattert vielleicht noch einen der beliebten Tagesteller, die täglich frisch zubereitet werden. Für meine fleischlosen Freundinnen sei noch dazugesagt: Es gibt auch immer ein vegetarisches Angebot. Im nebenraum des Kaffehauses kann man in gemütlicher Wohnzimmeratmosphäre bei den wichtigsten TV-Ereignissen live dabei sein – egal ob Songcontest oder Fußball-WM. Der Wermutstropfen dabei ist, dass sich dieses Angebot noch nicht herumgesprochen hat und die Stimmung bei Fernsehübertragungen durch die fehlenden Zuschauerinnen etwas zu wünschen übrig lässt.

ist, fühlt sich bei Günther gut aufgehoben. Meine Menü-Empfehlung: Hascheehörnchen, ein Krügerl Zwickl und ein Glas Leitungswasser – probiert es einfach aus!

In meinem Bezirk ist es am lautesten, wenn... … im Horr Stadion Austria gegen Rapid spielt.

Wäre mein Bezirk eine Speise, dann wäre er...

… ein Schweinsbraten mit Kraut und Knödl und einem grünen Salat, wie man ihn im Waldviertlerhof Wien x bekommt.

In meinem Bezirk stelle ich meinen Klappsessel am liebsten... …im Kurpark Oberlaa auf. A.geh Wirklich?

www.ageh.com

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Vita longa, ars brevis Die Stadt Wien macht mit einem Kurzfilm Wettbewerb auf sich aufmerksam: einzureichen sind zwanzigsekündige, tonlose Filme, die sich mit dem Thema Kunst im öffentlichen Raum befassen – gezeigt werden sie im Sommer 2013 auf sämtlichen Infoscreens in ganz Wien. PaUl Hafner 20 seconds for art heißt der Ende Jänner ausgerufene Wettbewerb, der sich vor allem an Studentinnen und Künstlerinnen richtet – ermittelt werden zwischen vier und acht Gewinnerinnen; als Belohnung winken 1.000 Euro Preisgeld.

20 seconds of art soll das Warten kurzweilig gestalten. Infos unter www.koer.or.at/20secondsforart

Bei dem jüngsten Kulturprojekt handelt es sich um eine Kollaboration von Infoscreen und Kunst im öffentlichen Raum (KÖR) – Ziel ist es, „das Thema Kunst im öffentlichen Raum Wien einer breiten Öffentlichkeit zugänglich zu machen bzw. in Erinnerung zu rufen”, so die Veranstalterinnen.

Also: ans Werk! Als Inspiration sollen den Kunstschaffenden folgende Fragen dienen: • Was ist Kunst im öffentlichen Raum? • Was löst Kunst im öffentlichen Raum aus? • Welchen Stellenwert hat Kunst im öffentlichen Raum in der Stadt Wien? Die Kurzfilme, die online einzureichen sind, dürfen 10 MB nicht überschreiten; das bevorzugte Bildformat ist 16:9, Textelemente sollen nicht kleiner als 40pt sein. Weitere Vorgaben gibt es nicht – man darf also auf eine breite Vielfalt an originellen Einsendungen hoffen. Einsendeschluss ist der 15. April, ab 1. Juli sind die Kurzfilme in der Öffentlichkeit zu sehen.

FOTO: InFOSCREEnS

Django Unchained

Toro Y Moi - Anything in Return

Multikulturalismus queer gelesen

Der neue Western von Quentin Tarantino besticht einerseits durch viele Hommagen an das traditionelle Genre, andrerseits durch seine enorme Starbesetzung – Leonardo DiCaprio spielt seine Rolle einzigartig gut und Christoph Waltz hat eindeutig den Golden Globe verdient. Ab dem Zeitpunkt, wo beide tot sind, geht’s jedoch auch mit dem Film bergab … JK

Das dritte Album des Chillwave-Pioniers überrascht: Zwar ist sich Chaz Bundick punkto Vielfältigkeit treu geblieben und so stellt Anything in Return den erwartungsgemäß bunten Stilmix dar – seine Kombination aus Funk, Downtempo und Lo-Fi ist diesmal aber besonders harmonisch geworden. War das schon das Album des Jahres? PH

Multikulturalismus queer gelesen von Sabine Strasser und Elisabeth Holzleithner nähert sich der Anerkennung von Gruppenrechten aus einer neuen Perspektive. Der Fokus geht über die österreichische Situation hinaus und beschreibt beispielhaft die internationale Entwicklung. Es zeigt die notwendigkeit der Debatte um kulturelle Unterschiede, Geschlechtergleichheit und sexuelle Autonomie auf. JS

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Weblink: http://doodle.com http://moreganize.ch

Yuppieee Doodle

mailto:doodle@thomasparger.com

Die Organisation von Terminen oder die Abstimmung mit vielen Personen ist eine Herausforderung. Doodle bietet eine einfache Lösung für jederfrau. THOmaS Parger

Wer schon jemals die Aufgabe gehabt hat, mit einem größeren Rudel an Teilnehmerinnen einen Termin auszumachen, weiß, wie so ein Vorhaben am nervenkostüm rüttelt. Ob für ein Uni-Seminar, ein Fussballmatch oder privat für eine Geburtstagsfeier. Alles was mir früher dazu einfiel war: „Mühsamst!“, „An wen kann ich das delegieren?“ und „Oje! nur an mich selbst!“

Die Hilfe naht Der Schweizer Doodle AG sei Dank, dass mir das richtige Werkzeug über den virtuellen Weg gelaufen ist. Ein „dodelsicheres“ gratis Online-Werkzeug, um unabhängig von einem bestimmten Programm Termine mit einer Gruppe von Personen zu vereinbaren oder kleine Umfragen zu starten. Doodle braucht keine Anmeldung aller Teilnehmerinnen. Sie wählen einen Vorschlag aus der Liste aus, die sie über einen Link erhalten. Daher ist es für die Teilnehmerinnen extrem einfach, ihre Meinung oder Terminmöglichkeiten abzugeben. Viele andere Softwareprogramme für die Zusammenarbeit wie Dropbox, Google Drive, … benötigen eine längere Anmeldung und Auseinandersetzung bis alles klappt. Auch Facebook hat so ein einfaches Werkzeug nicht. Es gibt aber Konkurrenz, wie moreganize.ch, das zusätzlich gemeinsame To-do-Listen umfasst oder kostenpflichtige Varianten wie zeeyoo.com.

Doodlepraxis nur die Organisatorin, muss einen Account haben, damit sie die Einladungen erstellen und versenden kann. Vorausgesetzt die Eingeladenen sind diszipliniert, denn antworten müssen sie schon aus eigener Kraft. So weiß man in kürzester Zeit, welcher Termin möglich ist oder für welche Variante sich die Gruppe entschieden hat. Für eventuell nötige oder unnötige Kommentare ist Platz unterhalb der Umfrage. Gegen absolute Blödheit und Bösartigkeit ist selbst Doodle nicht gewappnet. Es ist möglich, bei Terminen andere Einträge zu korrigieren, wenn die Stimmabgabe nicht geheim ist. Also

FOTO: TOME213, SxC.HU

Mit Online-Tools das Offline-Termin-Chaos beseitigen.

ist Doodle zumindest in der Gratisvariante nicht demokratiefest.

Wie funkt´s? Die Organisatorin erstellt mit einer sehr brauchbaren Online-Hilfe ihren Fragenbogen oder ihre Terminvorschläge. Das ist schon einfach. noch einfacher ist es für die Gruppenteilnehmerinnen. Die Eingeladenen erhalten einen Link, der sie zu einer Seite mit möglichen Terminen führt und sie tragen ihre Wahl ein. Dabei kann die Antwort nicht nur „Ja“ oder „nein“ sein. Auch „wennsseinmuss“ ist eine Möglichkeit. Eine vertrauliche Stimmabgabe ist ebenso möglich, wie die Zahl der Teilnehmerinnen pro Auswahl zu beschränken. Weiters besteht die Möglichkeit, nur eine einzige Auswahl je Teilnehmerin zuzulassen.

Ein Blick auf das Ergebnis und allen ist klar, wann mit wie vielen Leuten zu rechnen ist. Einfacher geht´s nicht!

Was es sonst noch gibt Dass es eine Premiumversion gibt, für die man zahlen darf, ist klar. Dann kann man auf einen Blick sehen, wer noch fehlt, verbindliche Angaben wie E-Mail-Adressen oder Telefonnummern verlangen und automatische oder manuelle Erinnerungen verschicken. Dafür ist die kostenpflichtige Variante werbefrei und eine Kalenderverbindung ist möglich. Auch die mobile iPhone-Variante kostet. Doodle - ein praktisches Ding und fast dodelsicher.

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Treffsicherer Sportspaß Zielen, abdrücken, treffen? Dass es so einfach dann doch nicht ist – wird bei der ersten Kurseinheit Kleinkaliberschießen schnell klar. Neben Technik und Gefühl für das Sportgerät ist vor allem regelmäßiges Üben der Schlüssel zum Erfolg. JUlia SPacil Im hietzinger Schießkeller des USI-Zentrums kann man zwei Mal die Woche den Umgang mit Schusswaffen erlernen: in den Kursen Kleinkaliberschießen und Pistolenschießen; Vorkenntnisse braucht man dazu nicht. Zu Semesterbeginn werden auch unverbindliche Schnupperkurse für Unentschlossene angeboten.

gangs: Was in Filmen so spielerisch aussieht, ist gar nicht so einfach. Immerhin haben alle Kugeln ihren Weg in die Zielscheibe gefunden, wenn auch weitab der Scheibenmitte. Aber der Ehrgeiz ist nun geweckt. Zwischen den einzelnen Durchgängen gibt es technische Tipps zu Feineinstellung der Gewehre und Atemtechniken und die eine oder andere Anekdote von Schießturnieren.

Technik ist (nicht) alles nach einer kurzen Erklärung der Waffenteile und ein paar obligatorischen Sicherheitshinweisen geht es gleich in die erste Runde. Zehn Schüsse pro Durchgang sind möglichst zentral in einer Karton-Zielscheibe zu versenken. Konzentration und Ruhe sind dabei das ausschlaggebende Moment: Alle Gespräche verstummen, während gezielt wird. Fazit des Probedurch-

Eine Herausforderung

fOTO: JUlia SPacil

Kleinkaliber-Schießen ist definitiv mal eine andere Herausforderung. Als Sport geht es zwar nur so halb durch, einen Versuch ist es aber allemal wert. Insbesondere durch die kleine Gruppengröße (höchstens fünf Personen) und individuelle Tipps lernt man schnell dazu, Erfolgserlebnisse sind hier garantiert.

Der Ehrgeiz ist geweckt.

Fit mit Windsuit Flying

Das zeitintensive und stressige Semesterende ist vorbei - endlich mehr Zeit für ein bisschen Sport und Bewegung, um auch noch die restlichen Weihnachtskilos abzutrainieren. Doch wohin kostengünstig auspowern, wenn’s draußen noch zu nass zum Laufen ist? Wir haben uns umgesehen und haben den Verein Studentensport auf seine Studi-Tauglichkeit getestet. KaTHarina-JUlia ZagaTa

Online auf der gleichnamigen Webseite des Vereins Studentensport kostenlos als Userin registrieren und schon kann man als Mitglied zwischen Indoorfuß-, Basket- oder Floorball auswählen. Das derzeit noch etwas knappe Sportangebot (das momentan auf die freizeitdürftige Phase der Veranstalterinnen vor Semesterende zurückzuführen ist) könnte bei weniger Ballsportaffinen möglicherweise auf nur mäßige Begeisterung stoßen. In freizeitintensiveren Monaten umfasst das Angebot aber eine Vielfalt an Sportangeboten und reicht von Badminton, Gruppenläufen und Frisbee über klassisches Beachvolleyball im Sommer bis hin zu extremsportlichem Windsuit Flying oder Free Diving.

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Wie funktioniert’s? Jeder Sporttermin wird spätestens eine Woche vor Beginn auf der Webseite bekanntgegeben. Um sich anzumelden reicht es, bei dem gewünschten Termin auf „Teilnahme“ zu klicken. Weniger Entscheidungsfreudige sollten nicht zu lange mit der Anmeldung warten, da einige Termine erfahrungsgemäß schnell ausgebucht sind. Achtung gilt für jene, die trotz Anmeldung nicht erscheinen oder die fristgerechte Abmeldung versäumen: Der Termin muss trotzdem bezahlt werden.

Sternen angegeben, wobei ein Stern einem Euro entspricht. Die derzeit angebotenen Sportarten kosten max. 3 Euro pro Spieltermin. Studentensport ist ein von Studentinnen für Studentinnen betriebener Verein. Sporthungrige sind eingeladen, dem Verein beizutreten und das Repertoire mit eigenen Angeboten zu erweitern. Wer also eine kostengünstige und studentinnenfreundliche Alternative zum meist gleichbleibenden Programm der USI sucht, wird bei Studentensport mit Sicherheit fündig werden.

Wie viel kostet’s? Preise werden auf Studentensport in Form von

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Kämpfen und an die eigenen Grenzen gehen FOTO: JAKOB ZERBES

Die Vienna Rollergirls sind Österreichs erstes Roller Derby Team. Hans-a-Blast (26) ist seit der Geburtsstunde des Frauenteams auf Rädern eine von ihnen. OOna KrOiSleiTner

„Roller Derby ist nicht nur ein Sport sondern eine ganze Community“

Du nennst dich Hans-a-Blast, was hat es mit den Derby-namen auf sich? Durch die Derby-namen nehmen wir eine andere Identität an. Man merkt im Spiel, wie jemand ist und wie sich jemand in dieser anderen sportlichen Rolle präsentiert. Das muss nicht unbedingt so wie im Alltag sein. Die Spielerinnen suchen sich ihr Alter-Ego meist nach ein paar Monaten selber aus, manchmal werden namen aber auch von Teamkolleginnen vorgeschlagen. Dabei hat jede Spielerin ihre eigene Geschichte, wie sie zu ihrem namen gekommen ist.

Was ist deine Geschichte? Am Anfang war ich sehr gestresst, ich wollte endlich einen namen haben, vor allem vor dem ersten Spiel. Ich habe zuhause alte Platten gehört und da ist mir eine CD von Hans-a-Plast, einer 1980er Jahre Punkband, untergekommen. Diese Band hat mich meine ganze Jugend begleitet, und ich hatte schon immer eine gewisse Verbindung zu ihr. Dazu kam dann die Abwandlung zu Blast [englisch für: sprengen, schlagen] fürs Derby.

man alles selbst organisieren muss, vom Training bis zum Bout [Anm. Wettkampf] kümmern wir uns um alles selbst.

Ihr habt 2011 das erste österreichische Roller Derby Team ins Rollen gebracht. Mit welchen Problemen wart ihr damals konfrontiert? Wir haben viele youtube-Videos angeschaut, um einen Überblick zu bekommen wie das alles abläuft und funktioniert. Wir hatten damals noch keine Spielerin mit Erfahrung, wir wollten Skaten, wussten aber nicht genau, wie wir das anstellen. Wir haben alles ein bisschen ausprobiert. Dann kam glücklicherweise Zandy Zunder ins Team, die vorher schon drei Jahre bei den Berliner Bombshells spielte. Sie hat dann begonnen uns zu trainieren. Es ist wie Tag und nacht, ob man ein Training von jemanden mit Erfahrung bekommt, oder sich alles selbst beibringen muss.

Was fasziniert dich am Derby?

In vielen youtube-Videos, erklären Männer, dass sie nur zum Derby gehen, weil sie die Frauen in ihren Outfits „heiss“ oder „sexy“ finden. Habt ihr bei euren Bouts Probleme mit Sexismus gemacht?

Roller Derby ist ein toller und rasanter Sport. Er ist wirklich herausfordernd, man muss immer kämpfen und an die eigenen Grenzen gehen, das finde ich spannend. Dabei lernt man nie aus. Und natürlich macht auch das Rollschuhfahren unglaublichen Spaß. Aber auch, dass man nur unter Frauen trainiert. Roller Derby ist aber nicht nur ein Sport sondern eine ganze Community. Es ist eine Herausforderung, dass

Männer reden allgemein oft deppert, egal wo; darauf darf man einfach nicht hören. Das Roller Derby hat sich in den letzten Jahren sehr weiter entwickelt und jetzt steht das Sportliche im Vordergrund. Wir selbst sind ein eher athletisches Team. Die meisten kommen in Sporthosen auf die Track und nicht in Röcken. Es gibt aber auch Teams die mit diesen alten amerikanischen Klischees spielen und diese auch bedie-

nen. Das ist eben auch ein Zugang. Alle sollen das so handhaben, wie sie wollen und sich nicht denken, dass jemand deppert reden könnte. nach einer Zeit in der Derby-Community hat man auch mehr Selbstbewusstsein und macht sich keine Gedanken mehr, was andere denken. Unsere Erfahrungen aus Wien sind aber gut: Bei unserem ersten Bout waren über 400 Leute und wir hatten keine Probleme. Roller Derby in Wien Roller Derby ist ein Vollkontaktsport auf Rollschuhen, der aus den Vereinigten Staaten kommt und heute fast ausschließlich von Frauen ausgeübt wird. Die Sportlerinnen ziehen dabei auf einer ovalen Bahn ihre Runden. Ein Team besteht aus fünf Spielerinnen, davon vier Blockerinnen und einer Jammerin, die versucht das Pack – bestehend aus den Blockerinnen beider Teams – zu überholen und dadurch so viele Punkte wie möglich zu sammeln. Punkte kann die Jammerin für ihr Team bei jeder Umrundung des Packs vermerken. Das erste Roller Derby Spiel wurde 1935 in Chicago ausgetragen. In den 1970er Jahren verschwand der Sport in der Versenkung und kam erst Anfang des 21. Jahrhunderts wieder zurück auf die Rollschuhbahnen der Welt.

Infos unter: www.viennarollergirls.at www.facebook.com/ViennaRollergirls

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Journalismuslehrgang Friedrich-Austerlitz-Institu Wiener Bildung

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