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September 2019

friday-magazine.ch

WIE NACHHALTIG WIR UNTERWEGS SIND

Der Greta-Effekt


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Pandora Rose O Pendant CHF 75.– Pink Murano Glass Leaf Pendant CHF 75.–

Introducing Pandora O

© 2019 Pandora Schweiz AG | Brenden 39 | 9050 Appenzell

Verspielt, vielfältig, ikonisch: Die Essenz von Pandora in einem Schmuckstück – das ist das neue Pandora O Pendant! Mit höchsten Ansprüchen und liebevollen Details entworfen, kann das vielseitige Design individuell kombiniert und durch das Hinzufügen von Charms zu einem persönlichen Statement werden.

Um Deine favorisierten Charms oder Anhänger hinzuzufügen, drücke einfach das Herz auf der Rückseite des LogoVerschlusses und der O-förmige Anhänger öffnet sich.

Trend Ketten-Layering: Für einen modernen Look einfach die drei Größen und Materialien des O Pendants miteinander kombinieren und an unterschiedlich langen Ketten tragen.

Der Clou: So können die Charms, auch während die Kette getragen wird, schnell ausgetauscht werden. Pandora O Pendant ab CHF 49.–

pandora.net

Styling-Tipp vom Pandora Design-Team: Trage Deine Charms nicht nur an der Kette, sondern auch an Deinem Hosenbund oder an Taschen und Gürteln. Pandora O Carrier CHF 69.–


Inhalt

Friday September 2019

Cover Foto: Jean-Marc Avila, Models: Marysia und Tola / Fotos-Inhalt: Jamba Singhateh (1), zvg / Text: Christina Duss

Liebe Friday-Family

Sie habe da was über eine junge Schwedin gelesen, die seit mehr als zwei Wochen jeden Tag und ganz allein vor dem Reichstagsgebäude in Stockholm protestiere, erzählte unsere Praktikantin Alisa in unserer morgendlichen Redaktionssitzung Anfang September 2018. Wir beugten uns über Alisas Handy. Ein sehr junges Mädchen sass mit angezogenen Beinen auf dem Boden, neben ihr lehnte ein Plakat an der Wand. «Skolstrejk för Klimatet» hiess es da in selbst gemalten, schwarzen Grossbuchstaben, «Schulstreik fürs Klima». Wir waren mehr als neugierig. Am gleichen Tag erschien unsere erste Story über Greta Thunberg auf unserem OnlinePortal. Diese Woche ist es genau ein Jahr her, seit sich Greta zum ersten Mal vors schwedische Parlamentsgebäude gesetzt hat. Das ist doch verrückt: Vor nur ZWÖLF MONATEN ist die heute 16-Jährige auf der Bildfläche erschienen. Inzwischen hat Greta Thunberg vor der UNO gesprochen, Barack Obama und den Papst getroffen, war auf dem Cover von «Time», «i-D» und der «Vogue». In den letzten zwölf Monaten hat die kleine Greta ganz allein eine grosse weltweite Klimadebatte angestossen. Und was hat das im letzten Jahr bei uns bewegt? Für diese Spezialausgabe gingen wir der Frage nach und haben dafür Menschen und Orte in der ganzen Schweiz besucht. Sieben junge Fotografinnen und Fotografen sowie die Künstlerin Maya Rochat (sie hat dieses Jahr den Kunstpreis Prix Mobilière gewonnen) haben uns dabei begleitet und unter anderem für die Rubrik «So sieht es» ihr ganz persönliches Sujet des letzten KlimaJahres beigesteuert. LOVE zu euch! redaktion@friday-magazine.ch

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6 Diese Fotografinnen und Fotografen waren für uns in der ganzen Schweiz unterwegs:

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1) Ella Mettler porträtiert eine leidenschaftliche Gärtnerin (Seite 21). 2) Jean-Marc Avila setzt sich für kommende Generationen ein (Seite 58). 3) Karla Hiraldo Voleau plädiert dafür, aus alten Kleidern neue zu machen (Seite 41). 4) Hannah Gottschalk hat verschiedene Storys für uns bebildert (Seiten 18 und 30). 5) Joshua Amissah macht auf unseren Plastiksackverschleiss aufmerksam (Seite 60). 6) Jon Aich setzt aufs Fahrradfahren (Seite 31). 7) Philip Tsapaliras beschäftigt sich mit Desorientierung und Neuanfang (Seite 15).


Stoff zum Verrotten

Zusammen mit den Influencerinnen Daria Daria und Karen Fleischmann hat Calida vollständig biologisch abbaubare Mode unter dem Namen 100% Nature entworfen. Aus Zellulose-Fasern und mit passenden Statements wie «Wear the future» und «Transparency». Via QR-Code lässt sich nachverfolgen, wo und wie die T-Shirts produziert wurden. calida.com

Bast passt! Die Workwear von Freitag, dem Schweizer RecyclingBrand der ersten Stunde, ist aus Bastfasern gefertigt – und lässt sich kompostieren. Nice: Die Produkt- und Pflegeinformationen sind direkt aufs Futter gedruckt, statt auf viele kratzende Polyesterzettel. freitag.ch

Träum süss Schlafen mit gutem Gewissen: Möbel Pfister und der Schweizer Designer Alfredo Häberli haben Duvet- und Kissenbezüge lanciert, die man, wenn sie abgenutzt sind, im Grünabfall entsorgen kann. Die Linie Seebach gibt es in sechs verschiedenen Farben. pfister.ch

Friday September 2019

Das Bio-Shirt

Redaktion: Marc-André Capeder, Vanessa Vodermayer / Fotos: Peter Hauser (1), Lea Moser (2), zvg

Dank pflanzlichen Materialien arbeiten Designer heute mit innovativen Stoffen, die sich kompostieren lassen. Die einzelnen Bestandteile zersetzen sich und finden so in den Zyklus der Natur zurück – bitte her mit dem Stoff!


Redaktion: Marc-André Capeder, Vanessa Vodermayer / Fotos: Peter Hauser (1), Lea Moser (2), zvg

Friday September 2019

R I NG

B Fizzen Rework: WN YOUR O Aus Recycling mach Upcycling Mit seiner Rework-Linie macht Fizzen aus Secondhand-Einzelstücken neue Kollektionen. Zwei T-Shirts aus verschiedenen Stoffen und mit unterschiedlichen Mustern werden auseinandergeschnitten und zu einem neuen T-Shirt kombiniert. Oder ein langweiliger Hoodie wird verkleinert, am Bund gekürzt und zu einer neuen Silhouette zusammengenäht. Auf diese Weise können ausrangierte

Kleider den aktuellen Trends angepasst werden Und Fizzen macht aus der textilen Kette einen echten Kreislauf. Überzeug dich am besten selbst: Komm mit einem Kleidungsstück, das du nicht mehr trägst, in eine der Fizzen-Filialen in Basel, Bern, Luzern, St.Gallen oder Zürich und such dir zum halben Preis ein Rework-Teil aus (ausgenommen sind Taschen und Rucksäcke über 50 Franken). Aus deinem alten Kleidungsstück entsteht danach in den Fizzen-Ateliers ein neues Einzelstück für die Rework-Kollektion.

Die Aktion gilt vom 23. August bis am 6. September.

Mobiliar Wir kennen es alle: Nach der Züglete gammeln im Keller jahrelang Kisten vor sich hin. Die MobiliarVersicherung gibt den Boxen ein neues Leben. Unter mobiliar.ch/moebel verlost sie 250 Zügelsets à 12 Boxen. Diese verwandeln sich danach in Loungechairs, Couch- und Beistelltisch. Ziemlich clever!

Ein Jahr Greta: Wann hats bei dir klick gemacht? Die FridayRedaktion erzählt von kleinen und grossen Momenten. friday-magazine.ch/klick


Wie haltet ihr es mit der Umwelt?

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Nachhaltigkeit ist mehr als trendy, sie ist dringend. Wir wollten von drei BeautyBrands wissen, wie grün ihre Strategien sind.

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Redaktion: Irène Schäppi

Niki Schilling, Leiterin Innovationen und Nachhaltigkeit bei Rituals

Frau Schilling, wie reduziert Rituals den Müll? Wir bieten zahlreiche Produkte als Nachfüllpackungen an. Darunter unsere Hautpflege-Linie The Ritual of Namasté. Und in unseren wiederverwendbaren Boxen für Gift-Sets hat es statt Kunststoffeinlagen 100 Prozent kompostierbaren Paperfoam. Bei den Showergels kommt aber noch Aluminium zum Einsatz. Stimmt. Wir werden dieses Jahr einen neuen Duschschaum einführen, der in einer umweltfreundlichen Dose angeboten wird, um den Aluminiumverbrauch zu reduzieren. Was tut sich bei Rituals noch in Sachen Nachhaltigkeit? Wir möchten auch Generationen nach Greta Thunberg zu Nachhaltigkeit inspirieren. Eines unserer Ziele ist es, bis 2023 jungen Schülern Yoga und Meditation beizubringen. In Holland läuft gerade ein Pilotprojekt. 1 Duftet nach Birne, Türkischer Rose und Madagaskar-Vanille: Idôle, Eau de parfum, ab Fr. 79.90 von Lancôme 2 Fuji Green Tea Shampoo, ab Fr. 9.95 von The Body Shop 3 Anti-Aging Day Cream Refill, Fr. 44.– aus der «The Ritual of Namasté»-Linie von Rituals

Fotos: zvg

Frau Bryner, warum stellt L’Oréal noch Produkte mit Palmöl her? Für die Schaumbildung oder die weiche Textur mancher Produkte gehts nicht ohne Palmöl. Die damit verbundene Regenwaldrodung ist uns aber sehr bewusst. Wir überwachen alle Produktionsschritte der Lieferanten strengstens nach WWF-Richtlinien: Neben dem Ziel keine Bäume zu fällen, geht es dabei auch um faire sowie sichere Arbeitsbedingungen. Gemäss «Zero Waste Week» wurden 2018 über 120 Milliarden Beauty-Verpackungen produziert. Was unternimmt L’Oréal gegen die Abfallkrise? Bei uns ist Reduzieren, Wiederverwerten und Recyceln angesagt. Dazu gehört, dass wir auf Packaging aus recyceltem oder erneuerbarem Material setzen. Letztes Jahr ersetzten wir Neumaterialien durch fast 9000 Tonnen Recyclingmaterial. Aufwändige Verpackungen gehören im Luxussegment aber zum Kauferlebnis dazu. Es ist eines unserer Ziele, die Verbraucher zu nachhaltigen Entscheidungen zu bewegen. Etwa mit Refill-Konzepten wie bei unserem neusten Lancôme-Duft Idôle. Das leere Flakon kann an Lancôme-Verkaufsstellen nachgefüllt werden.

Frau Grampp, wieso gibt es bei The Body Shop keine Refills mehr? Nach der Einführung unseres Refill-Konzepts 1993 haben nach 10 Jahren nur 1 Prozent unserer Kundinnen bei uns nachgefüllt. Heute arbeiten wir an vielen neuen Verpackungskonzepten, auch Refill. Im Regal setzen wir aktuell mehr und mehr auf bereits recycletes Material ergänzend zu dem recyclebaren. Etwa aus unserer CommunityTrade-Initiative «Plastik mit Bedacht» aus Indien. Letzteres macht einen Transport mit dem Flugzeug nötig. Wie geht The Body Shop mit dem CO2-Footprint um? Wir haben seit dem Start dieses Programms rund 250 Tonnen recycelten Kunststoff wiederverwenden können und hierfür auch die Flugemissionen genau angeschaut: Wir produzieren so trotz Transportwegen immer noch 1,8-mal weniger CO2 als wenn man Plastik neu herstellen würde. Wie sieht es mit PlastikAlternativen aus? Glas braucht in der Produktion leider mehr Energie als Plastik. Und weil es mehr wiegt, wird beim Transport zudem mehr Rohöl verbraucht. Verpackungen wegzulassen, wo möglich, ist super und nötig. Hier gäbe es aber für etliche unserer Produkte Probleme bei Qualität und Hygiene.

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Friday September 2019

Danielle Bryner, Director Corporate Communications & Sustainability bei L’Oréal Schweiz

Sonja Grampp, CEO The Body Shop Schweiz


Gesunde Schönheit liegt in unserer Natur.

Friday September 2019

Fotos: zvg

Die einzigartige Kombination und das Zusammenspiel von natürlichen Wirkstoffen stimulieren die Selbstregulation der Haut. Für eine natürlich schöne und gesunde Haut in Balance.

ZER TIFIZ IE R TE N ATUR KOSM E T IK MA DE IN S W IT ZERL A ND


Filme, die die Welt retten

Der Verein «Filme für die Erde» macht seit zehn Jahren mit einer preisgekrönten Filmdatenbank auf Klimawandel und Energieverbrauch aufmerksam. Redaktion: Simeon Milkovski

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ie informierst du dich über Fragen rund ums Klima? Liest du regelmässig Zeitung, vergeht kaum ein Tag, an dem du nicht über die neusten Katastrophen ins Bild gesetzt wirst. Die Buchhandlungen sind voller neuer Titel, die ein düsteres Bild der Zukunft zeichnen. Doch es muss nicht immer Text sein. Mittlerweile gibt es auch jede Menge Videomaterial darüber, wie e s unserer Umwelt an den Kragen geht. Die Nachhaltigkeits-Initiative «Filme für die Erde» hat es sich zur Aufgabe gemacht, die besten und informa-

tivsten Videos und Filme zu den Themen Energie und Klima zusammenzutragen. So entstand in den letzten Jahren eine weltweit führende Filmdatenbank für diese Sparte. Zusätzlich organisiert die Initiative öffentliche Screenings

ren. «Filme für die Erde» entstand 2007 in der Schweiz und erreicht mittlerweile jährlich über 100000 Menschen – auch in Deutschland und Österreich. Für ihr Wirken wurde sie sogar von der Unesco ausgezeichnet.

Unserer Umwelt geht es an den Kragen.

Video-Karussell Das neuste Projekt der Initiative ist das sogenannte Filmfenster, das von EnergieSchweiz unterstützt wurde. Im Filmfenster findet sich ein abwechslungsreicher Mix aus informativen Videos. Die Clips dauern zwischen drei Minuten und einer Stunde. Darunter finden sich zum Beispiel Beiträge zu

und stellt jedes Jahr ein eigenes Filmfestival auf die Beine. Ihr Ziel ist es, möglichst viele Menschen mit den Filmen zu erreichen und so für Energiethemen zu sensibilisie-

Kühlschränken ohne Elektrizität oder Wasserkraftanlagen, aber auch abendfüllende Dokumentationen über überschwemmte Megacitys oder die Geheimnisse der Ölindustrie. Wer einen eigenen Blog oder eine Website betreibt, kann das Filmfenster sogar ganz einfach mit wenigen Klicks auf seiner eigenen Seite einbinden. Einfach auf die Homepage des Filmfensters surfen und in zwei Minuten hast du ein schickes VideoKarussell auf deiner Page.

filmsfortheearth.org/de


Die grüne Lüge (2018) Der neuste Film von Werner Boote beschäftigt sich mit der schwierigen Frage, ob es so etwas wie Nachhaltigkeit in Zeiten der globalisierten Wirtschaft überhaupt noch geben kann. Zusammen mit der konzernkritischen Journalistin Kathrin Hartmann reist Boote durch die Welt, um die Heuchelei der vermeintlich umweltfreundlichen Konzerne aufzuzeigen – zum Beispiel im brandgerodeten Regenwald, wo angeblich biozertifiziertes Palmöl hergestellt wird, oder in eine der grössten Kohlegruben Europas, an deren Rand ein paar Alibi-Windräder stehen. Wann: 1. November, 19.30 Uhr Wo: Zentrum Kafimüli, Stallikon

Die nächsten Screenings in deiner Nähe

Diese Dokus rund um unsere Umwelt werden in den nächsten Monaten an verschiedenen Orten in der Schweiz gezeigt.

Dirty Gold War (2015) Die Schweiz ist der grösste Goldimporteur der Welt. Das beliebte Edelmetall ist aus den Auslagen der Schmuckgeschäfte nicht wegzudenken. In den Abbaugebieten ist das glänzende Element jedoch zu einem regelrechten Fluch geworden. Daniel Schweizers Film zeigt, wie die Umwelt nahe der Minen durch giftige Chemikalien verseucht wird, aber auch, wie die Indios und Bauern in Brasilien und Peru verzweifelt gegen die Machenschaften einer undurchsichtigen Industrie kämpfen. Für ihr Land, ihre Lebensgrundlagen und ihre Gesundheit.

Friday August 2019

Fotos: Films For The Earth

Wann: 6. September, 19 Uhr Wo: Gallusplatz, St. Gallen

FRIDAY LOVES

Blue Heart (2018) Die letzten unberührten, frei fliessenden Flusssysteme finden sich in Europa auf dem Balkan, im sogenannten Blauen Herzen. In Albanien, Bosnien und Kroatien kämpfen Aktivisten und Bewohner dafür, dass das auch so bleibt und die Flüsse nicht weiter mit Staudämmen verbaut werden. Denn die aus Dämmen erzeugte, vermeintlich «saubere» Wasserenergie ist nicht so grün, wie man sich das vorstellt. Besonders für die sensiblen Ökosysteme sind die Folgen eines Damms teilweise verheerend. Wann: 26. September, 21 Uhr Wo: Jenseits im Viadukt, Zürich

Plastic Planet (2015) Wir leben im Plastikzeitalter. Die Menge an dem aus Erdöl produzierten Kunststoff würde reichen, die Erde sechsmal in Plastikfolie e inzuwickeln. Werner Boote stellt in dieser erschütternden Dokumentation die drängendsten Fragen des Plastikzeitalters: Wer ist verantwortlich für Müllberge in Wüsten und Meeren? Wer sind Gewinner und Verlierer des Plastik-Booms? Und was richtet der Kunststoff mit unserer Gesundheit an? Ein unbequemer Film und schon fast ein moderner Klassiker, der dir die Augen öffnet. Wann: 30. Oktober, abends Wo: Verein jetzhandeln.ch, Kriens

Dieser Beitrag ist eine Zusammenarbeit von Tamedia Commercial Publishing und Energy Challenge.


Foto: Keystone/Jean-Christophe Bott Friday September 2019

Der Greta-Effekt Was hat die Klimadebatte mit euch gemacht? Esst, arbeitet, kleidet ihr euch anders? Oder ist alles beim Alten geblieben? Wer von euch sieht die Natur mit anderen Augen? Meldet sich manchmal das schlechte Gewissen? Oder kennt ihr das nicht? Wie viel Energie braucht eine Wende? Seid ihr schon mĂźde oder ist das erst der Anfang? 37 Storys Ăźber Nachhaltigkeit in der Schweiz.


Friday September 2019

An alle: Macht die Erde nicht noch mehr kaputt!

Foto: Keystone/Jean-Christophe Bott


Was hältst du von der Klimabewegung? Ich bin sehr offen für das, was gerade passiert. Die Berichte, die ich in den Medien höre, geben mir ein Gefühl von Machtlosigkeit, das macht mir Angst. Wenn ich daran denke, dass es in 44 Jahren kein Erdöl mehr gibt, werde ich wütend. Es ist beängstigend, wie schnell die Ressour-

Umfrage Jonathan, 25, Zivi aus Zürich Tust du was für den Umweltschutz? Ich koche vor allem mit frischen, hochwertigen Zutaten. Ausserdem folge ich keinen Trends und geh nur shoppen, wenn ich etwas brauche. Was könntest du besser machen? Ich fliege relativ viel – meine Freundin lebt in den USA. Aber bald zieht sie zum Glück nach Zürich.

Redaktion: Marie Hettich, Marie-Adèle Copin / Fotos: Hannah Gottschalk (1), Ella Mettler (1)

Zoé, 17, Studentin aus Genf

Friday September 2019

Umfrage

cen schwinden, aber ich will kämpfen. Was tust du, um die Ressourcen zu schonen? Ich überlege mir, was ich esse und woher die Lebensmittel kommen. Fleisch gibt es nur selten und ich achte darauf, wie viel Strom ich verbrauche. Das mögen minimale Aktionen sein, aber ich finde mich in ihnen wieder. Fühlst du dich schuldig? Anfangs bin ich fast erstickt: All die Diskussionen am Tisch, die dann doch nur vergessen gingen. Dann wurde mir klar, dass ich damit beginnen muss, alles zu tun, was in meinen Möglichkeiten steckt.


Redaktion: Marie Hettich, Marie-Adèle Copin / Fotos: Hannah Gottschalk (1), Ella Mettler (1)

Friday September 2019

Ich wurde nicht als Ökokind erzogen und hatte keinen Bezug zur Landwirtschaft. Das ist kein Vorwurf an meine Eltern. Wir alle werden in der Schweiz so sozialisiert, dass alles ständig verfügbar ist – so kommts zwangsläufig zu Überschüssen. Ich finds dennoch daneben, wenn wir jungen Menschen sagen: ‹Die Alten sind an allem schuld.› Aber ich wünsche mir von der Generation meiner Eltern mehr Unterstützung und dass sie unsere Wut darüber versteht, dass wir jetzt die Leidtragenden sind. Das Studium kann warten

Food

Der Essensretter

Mit seinem Verein Grassrooted hat der Zürcher Dominik Waser letztes Jahr 120 Tonnen Gemüse und Früchte vor der Biogasanlage bewahrt. Und dafür sein Studium vertagt. Aufgezeichnet: Gloria Karthan Foto: Karla Hiraldo Voleau

Ich wollte Umweltingenieur werden, im Studium kam auch die Idee zu Grassrooted. Unser Verein nimmt Bauern Überschussware ab und verkauft sie weiter. Schon bei unserer ersten Aktion vertrieben wir 30 Tonnen Tomaten, die der Detailhandel nicht wollte. Das Medienecho war riesig – täglich kamen neue Anfragen von Landwirten, die tonnenweise Rüebli oder Süsskartoffeln nicht loswurden. Kurz darauf habe ich mein Studium abgebrochen, und ich bin froh darüber. Ich bin erst 21, mir bleibt noch genug Zeit dafür. Im vergangenen Jahr habe ich mehr über das System Landwirtschaft gelernt, als es vielleicht im gesamten Studium der Fall gewesen wäre. Niemand findets geil, Essen wegzuschmeissen. Und doch fallen


Ich bin aber nicht ständig am Packen von Gemüseboxen – der Grossteil meiner Zeit geht fürs Organisieren drauf. Momentan schlafe ich sehr wenig. Nebst Grassrooted bin ich noch beim Klimastreik aktiv. Und ich kandidiere für den Nationalrat, weil es mehr junge Menschen in Bern geben muss. Zurzeit arbeite ich etwa 15 Stunden pro Tag, sieben Tage die Woche. Das liegt auch daran, dass ich nicht Nein sagen kann. Diese Themen sind zu wichtig.

Dominik Waser, 21, hat den Verein Grassrooted gegründet. grassrooted.ch

Fashion

«Es gibt immer noch viel zu viel Unethisches in der Modebranche. Ich entwerfe Sportswear und Badebekleidung aus 100 Prozent recycelten Materialien. Alles wird in der Schweiz und in Italien von Hand genäht. Pro Einkauf geht ein Franken an eine Organisation, die gegen die Klimaerwärmung kämpft.» Sara Zbinden, Gründerin der Schweizer Marke Pura Clothing. puraclothing.com

Friday September 2019

15 Stunden Arbeit täglich

Redaktion: Emmanuel Coissy / Fotos: Joshua Amissah und Ramona Gschwend (1), Jenn and the Camera (1), zvg

Die RecyclingSwimwear gibts auch für Männer – hier das Modell Honu von Pura Clothing.

45 Prozent des Schweizer Food Waste zu Hause an. In Landwirtschaft und Industrie ist es genauso viel, nur redet niemand davon. Wie kann es sein, dass für einen Bio-Aufstrich Randen aus Ungarn importiert werden, während Schweizer Bauern jährlich hunderte Tonnen Randen wegschmeissen müssen? Das Problem ist, dass Konsumenten, Landwirte und Grossverteiler sich gegenseitig die Schuld zuschieben, statt dieses kaputte System zu kitten. Hier kommt Grassrooted ins Spiel: wir vermitteln zwischen den Beteiligten und machen durch Verkaufsaktionen aufs Thema aufmerksam. Wir kaufen regionalen Biobauern Ware ab, die sie nicht loswurden, und verkaufen diese kiloweise oder als Gemüseabo.


Redaktion: Emmanuel Coissy / Fotos: Joshua Amissah und Ramona Gschwend (1), Jenn and the Camera (1), zvg

Friday September 2019

So sieht es Philip Tsapaliras Fotograf, 20, aus Zürich

«Wo gehören wir jetzt noch hin? Wir stehen zwischen der Natur und dem Artifiziellen, das wir selber kreiert haben. Doch langsam realisieren wir, dass wir nicht nur nehmen können. Das ist Desorientierung. Aber auch ein Neuanfang.»


Flugreisen Am Flughafen Genf ist die Zahl der beförderten Passagiere im letzten Jahr leicht gestiegen. Wir wollten von Reisenden wissen: Schämst du dich, wenn du fliegst? Fünf Antworten.

«Leute in meinem Alter sind besorgt. Aber wenn sie genug Geld haben, lassen sie sich ihre Flugreisen nicht nehmen.» Antoine, 20, Student

«Ich kenne Body Shaming, aber kein ‹Flight Shaming›. Auch wenn Ökologie wichtig ist, wer sind die Leute, die uns verurteilen? Die Freiheit des Einzelnen endet dort, wo die Freiheit des Anderen beginnt.» Emma, 24, arbeitslos

«Ich fahre seit kurzem nur noch mit dem Zug in Europa herum. Sich dafür Zeit zu nehmen lohnt sich. Heute fliege ich nach New York.» Mathilde, 27, Büroangestellte

Redaktion: Emmanuel Coissy

«Die Flughäfen sind überlastet. Ich finde, die Tickets sollten mehr kosten. Auf diese Weise würde dieses Transportmittel wieder zu etwas Besonderem. Fliegen ist kein Grundrecht, sondern ein Privileg.» Hervé, 33, Architekt

Friday September 2019

«Ich studiere in Schweden und fliege oft zurück in die Schweiz. An der Uni musste ich mir deswegen schon so manchen Kommentar anhören – und ich begann, mich schuldig zu fühlen. Deswegen bin ich auch schon mal 20 Stunden mit dem Zug von Malmö nach Genf gefahren.» Xenia, 25, Studentin


Friday September 2019

Redaktion: Emmanuel Coissy


Vier gewinnt

Mit ihrem Secondhand-Shop wollen vier junge Bernerinnen andere Teens inspirieren. Nicht nur in Sachen Fashion. Text: Gina Buhl Foto: Hannah Gottschalk

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s ist nicht so, als müsste der Eisbär sie daran erinnern. Als bräuchten Tessa, Emma, Isabelle und Louise einen Reminder, wenn sie mit geducktem Kopf und Skateboard unter dem Arm die Stufen in ihren Secondhand-Store hinunterkraxeln, während

ihr Blick auf das Plakat mit dem traurigen Tier fällt, das in ihrem Laden hängt. Die vier Bernerinnen haben sich schon vor Gretas erstem Sitzstreik mit den Folgen des Klimawandels auseinandergesetzt. «Eigentlich beschäftigt mich Klimaschutz, seit ich denken

wären da wohl zig Gründe eingefallen: zu wenig Me-Time, zu wenig Kohle, zu viel Angst vor dem Scheitern. Die Sorge zu versagen, überlassen die vier lieber anderen: «Jeder und jede rechnet damit, dass du als so junge Ladenbesitzerin irgendwann einen kolossalen Fehler machst», sagt Isabelle. Tatsächlich läufts bisher aber ziemlich gut: An der Eröffnung konnten die vielen Neugierigen nur gestaffelt reingelassen werden. Auf den Treppenstufen stapeln sich Säcke mit Kleidern für den Laden. «Es ist eigentlich immer etwas los hier.» Und das verdiente Geld? Das wird nicht in das eigene Bauchtäschli gestopft: Die Unternehmerinnen spenden die Einnahmen an NGOs. Nur das Trinkgeld behalten sie, und das nehmen sie wörtlich. Spätestens wenn die vier darüber sprechen, welche Drinks sie abends in der Reitschule bestellen wollen, wird klar: Abgesehen von PowerAktivistinnen sind sie auch ganz normale Teenager.

Redaktion: Gloria Karthan, Marie-Adèle Copin / Foto: Ella Mettler (1)

Mode

«Wir lieben Vintageläden und haben so was in Bern sehr vermisst.»

Friday September 2019

Zweimal die Woche öffnen sie ihren Store: Tessa (oben links), neben ihr Louise, Emma (links) und Isabelle.

kann. Mich scheisst es an zuzusehen, wie unsere Welt kaputtgeht – und nichts dagegen zu unternehmen», sagt Isabelle und stützt ihr Kinn in die gefalteten Hände. Es ist die Denkerpose der Gang. Die Ich-weiss-dasses-nicht-bequem-istaber-es-muss-sichetwas-ändern-Haltung. Und sie begegnet einem oft, wenn man sich mit den vieren unterhält. Die Gymnasiastinnen, die seit Februar immer freitags und samstags das kleine Schloss ihres «Logisch-Store» in der Münstergasse aufschliessen, haben aber noch mehr gemeinsam: Ihre Liebe für Skateboards und Vintage-Outfits etwa – und ein bisschen Wut. Keine typische TeenieWut. Keine gegen Eltern, gegen Lehrer oder Türsteher, die sie nicht in den Club lassen. Ihre Wut richtet sich gegen die Politik und gegen «Big Player», die «mit der Gier nach immer mehr Geld und Macht die Welt zerstören», wie die 16-jährige Louise es formuliert. Engagiert zu sein, sei ein Privileg, das nicht allen auf der Welt vergönnt ist, also übernehmen sie das. «Seit Greta uns so richtig wachgerüttelt hat, umso mehr», sagt Emma, 17. Nicht nur in KlimaschutzArbeitsgruppen und der Klimastreik-Orga sind sie aktiv, sondern nun auch mit dem Secondhand-Store, der sich im Keller des Ladens von Emmas Mutter befindet. Damit wollen sie andere dazu inspirieren, den so verschwenderischen Fast-Fashion-Kreislauf

zu durchbrechen. «Wir lieben Vintageläden und haben so was in Bern sehr vermisst. Also dachten wir, warum nicht?», sagt Tessa, 17. Den meisten Millennials


54% Uups

der Umfrage-Teilnehmenden, die nicht an den Klimastreiks waren, blieben diesen fern, weil sie negative Konsequenzen fürchteten.

Forschende der Uni Bern fragten 14- bis 25-Jährige, warum sie fürs Klima auf die Strasse gingen – oder eben nicht.

Umfrage Vanessa, 22, Studentin, Genf Gibt es Dinge, die dich an der Klimabewegung hin und wieder nerven? Ja, einige meiner Freunde machen mir manchmal Vorwürfe. Manche können ganz schön belehrend sein. Zum Beispiel sortiere ich den Abfall nicht. Wenn sie sehen, wie ich eine PET-Flasche in einen normalen Mülleimer werfe, schreien sie mich an.


Mode Die Basler Bloggerin Sandra Pinto, 27, hat vor einem Jahr ihr Label Lamarel gegründet.

Sandra Pinto trägt die Bluse Elizabeth ihres Labels Lamarel.

Politik Was passiert, wenn der Klimanotstand wirklich ausgerufen wird? «Das würde bedeuten, der Bundesrat und die nationalen politischen Gremien anerkennen, dass die Klimakrise die grösste Herausforderung unserer Generation ist. Welche konkreten Massnahmen das zur Folge hätte, müsste dann zwar der Bundesrat entscheiden, aber mir fiele da auch einiges ein: ein Verbot von klimaschädlichen Investitionen am Schweizer Finanzplatz etwa. Der Ausbau des NachtzugNetzes in Europa, die Einführung einer CO2 -Abgabe oder die kostenlose Nutzung von öffentlichen Verkehrsmitteln.» Samira Marti, 25, ist SP-Politikerin und die jüngste Nationalrätin der Schweiz. Weitere Ideen von jungen Politikerinnen und Politikern zum Klimanotstand findet ihr unter friday-magazine.ch/klimanotstand

Friday September 2019 Redaktion: Gloria Karthan, Gina Buhl / Fotos: Joshua Amissah & Ramona Gschwend (1), Hair- und Make-up Artistin: Selina Gehrig, Assistentin: Ivana Mettler; Keystone/Peter Studer (1), Monika Flueckiger (1); Anja betreibt den Blog edible.ch

Deine Pieces sind nicht nur zeitgeistig und nachhaltig, man kann sie sich sogar leisten. Ehrlich gesagt: Ich hab zwar Wirtschaft studiert, aber beim Festlegen der Preise nicht wirklich an Margen gedacht. Reich wirst du mit Lamarel nicht. Nein, ganz sicher nicht. Ich will auch in Zukunft erschwingliche Slow Fashion machen. Also bleibts bei den kleinen Auflagen? Im Februar hat mich ein grosser Modehersteller angefragt, ob er meine Kollektion aufnehmen kann. Im ersten Moment war ich geflasht. Und dann? Hab ich abgesagt. Grössere Produktionsstätte, mehr Designs, Kontrolle abgeben... ...das wäre keine Slow Fashion mehr. Genau. Darum werden die Stücke weiterhin von sechs Frauen in einer kleinen portugiesischen Produktionsstätte gefertigt – in eigenem Tempo.


So sieht es Ella Mettler Fotografin, 17, aus Zürich

«Was Anja im Garten mit ihren Händen schafft, finde ich sehr bewundernswert: Sie pflanzt verschiedene Gemüse an und weiss, wie man kompostiert – eine komplexe Angelegenheit. Ich kenne Anja aus dem Garten meiner Eltern. Sie haben nicht genügend Zeit, sich allein darum zu kümmern. Darum teilen sie den Garten mit Menschen, die Spass daran haben.»


PLASTIK mit BEDACHT The Body Shop hat sein erstes recyceltes Community Trade Plastik auf den Markt gebracht. Die Initiative setzt die weniger bekannte, soziale Sichtweise der Plastikkrise in den Fokus.

Es ist kein Geheimnis, dass die Plastikverschmutzung zu einer globalen Krise geworden ist und dass der Planet von Plastik überhäuft wird. Doch dies wirkt sich nicht nur auf die Umwelt aus, sondern auch auf die Menschen. In Indien wird beinahe ein Drittel des Abfalls nicht eingesammelt. Das hat dazu geführt, dass 1.5 Millionen Menschen, auch als ‘Müllsammler’ bekannt, diesen Abfall im informellen Sektor einsammeln. In Bengaluru arbeitet The Body Shop mit einer lokalen Organisation zusammen, die Müllsammler angestellt hat. Die heimlichen Helden arbeiten unermüdlich, um die Strassen ihrer Städte vom Abfall zu befreien. Allerdings handelt es sich bei den ‘Müllsammlern’ meistens um ‘Dalits’, die als ‘Unberührbare’ bekannt wurden und zur tiefsten Gesellschaftsgruppe im indischen Kastensystem gehören. Dies bedeutet, dass sie Diskriminierung sowie schlechten Arbeitsbedingungen ausgesetzt sind.


Aus diesem Grund hat sich The Body Shop zum Ziel gesetzt, die Müllsammler zu unterstützen. Dabei werden faire und konstante Löhne gezahlt, sowie hygienischere und sichere Arbeitsbedingungen sichergestellt. «Recyclebares Plastik als Ressource gibt es im Überfluss. Wir haben damit begonnen, recyceltes Community Trade Plastik aus Indien für die Verpackungen unserer 250ml Shampoo und Conditioner Flaschen zu verwenden. In Zukunft wollen wir mehr recyceltes Community Trade Plastik von unseren Partnern kaufen, damit wir dieses für noch mehr Produktverpackungen verwenden und noch nachhaltiger werden können. Wir wissen, dass wir einen langen Weg vor uns haben. Denn dies ist nur der Anfang von unseren Community Trade Partnerschaften und unserem Commitment, die Plastikkrise zu bekämpfen.» sagt Lee Mann, Sustainable Sourcing Manager Community Trade von The Body Shop.

Dieses Jahr wird The Body Shop rund 250 Tonnen recyceltes Community Trade Plastik aus Indien beziehen, das so aus der Umwelt entfernt und in beinahe 3 Millionen Flaschen verwendet wird. Bis Ende 2021 will The Body Shop recyceltes Community Trade Plastik in allen PET Flaschen einsetzen. Vorhandenes Plastik zu recyceln ist einer von vielen Wegen der Plastikkrise zu begegnen. Natürlich überarbeitet The Body Shop die Verpackungsprozesse, sowie die Produkt- und Sortimentsentwicklung. Mit allen Materialien wird ein ganzheitlicher Ansatz zu einem nachhaltigen Kreislaufsystem angestrebt.


Umfrage

Berra, 17, Schülerin aus Küsnacht ZH Was denkst du über Greta Thunberg? Ich finds cool, was sie macht. Gleichzeitig ist es schade, dass sich Kinder Sorgen darum machen müssen, was mit der Welt passiert. Die Jugend sollte doch etwas Unbeschwertes sein! Redest du mit deinen Eltern über Nachhaltigkeit? Ehrlich gesagt — selten – das muss ich ändern. Es wäre schön,

Friday September 2019

Umfrage

wenn sie sich etwas mehr um das Problem kümmern würden. Was würdest du dir wünschen? Dass sie weniger fliegen – vor allem, weil ich von ihnen abhängig bin und dann oft gar keine Wahl habe. Gibts etwas, worauf du selbst ganz besonders achtest? Ich versuche, weniger Abfall zu produzieren. Und das ist auch gar nicht so schwierig: Man fängt zum Beispiel mit einer Trinkflasche an, anstatt jeden Tag eine neue aus Plastik zu kaufen. In der Schweiz haben wir so sauberes Wasser – jede und jeder kann überall problemlos die Flasche auffüllen.

Bist du besorgt über den Zustand unseres Planeten? Ja, aber ich habe den Eindruck, dass das Bewusstsein für die Problematik in der Bevölkerung wächst. Wir machen alle kleine Schritte, aber auch die grossen Unternehmen sollten sich einbringen. Sie sind genauso verantwortlich wie wir.

Redaktion: Marie Hettich, Marie-Adèle Copin, Emmanuel Coissy / Fotos: Ella Mettler (2), Keystone/Stephan Torre (1), zvg

Marie, 25, Studentin aus Genf


Redaktion: Marie Hettich, Marie-Adèle Copin, Emmanuel Coissy / Fotos: Ella Mettler (2), Keystone/Stephan Torre (1), zvg

Friday September 2019

Umwelt Die Genfer Gemeinde Carouge will die erste Schweizer Stadt werden, die null Abfall produziert.

Food

«Selbstverständlich sind meine Donuts Zucker- und Fettbomben – auch Veganerinnen und Veganer haben Lust auf Junkfood!» Donuts bestehen aus Milch, Butter und Eiern. Allegra Wolff, 26, hat lange an einem pflanzlichen Teig getüftelt – nun verkauft sie ihre veganen Wunderwerke in Basel. Im Pop-up-Resti Klara gibts aktuell zudem salzige Kalorienbomben: mystifry.com

2018 startete Carouge das Programm «Zéro Déchet», das die verbrannten Abfälle bis April 2021 um 30 Prozent reduzieren soll. Mit Work­ shops, Konferenzen und Gratiscoachings will die Genfer Gemeinde ihre fast 23’000 Einwohner sensibi­ lisieren. Das Projekt, das sich auch an Firmen, Schulen und Verbände richtet, fruch­ tet offenbar: Laut der Ver­ waltung wurden 2018 durch­ schnittlich 177 Kilo Abfall pro Einwohner verbrannt; das sind immerhin 1,1 Pro­ zent weniger als noch 2017. Besonders das Familien­ Coaching schlägt an: Die 25 Familien, die mitmachten, reduzierten ihren Abfall in­ nerhalb eines halben Jahres durchschnittlich um 63 Pro­ zent. Eine schaffte es sogar, ihren Güsel um 97 Prozent zu reduzieren. Sauber. carougezerodechet.ch


Beziehung

Klima Love

Friday-Redaktorin Gloria und ihr Freund wollen so klimaschonend wie möglich leben. Wie ist es, als Paar für eine Sache zu kämpfen? Interview: Gina Buhl Bild: Philip Tsapaliras

Gemeinsam fürs Klima: Silvio und Gloria haben ihr Leben ziemlich umgestellt.

D

er Dokumentarfilm «Cowspiracy» rüttelte sie wach. Vor zwei Jahren beschlossen Gloria, 26, und Silvio, 27, gemeinsam, sich vegan zu ernähren. Heute fahren sie, wenn immer möglich, mit dem Zug in die Ferien, nehmen an Klimademos teil und diskutieren bei fast jedem Znacht über politische Verantwortung. Wie verändert so ein grosses gemeinsames Thema die Beziehung? Schweisst der Einsatz fürs Klima ein Paar zusammen? Oder lauern da neue Streit-Themen? Wir haben nachgefragt. Was wäre, wenn einer von euch sagen würde: Mir reichts mit dem Umweltbewusstsein? Silvio: Na ja, wenn Gloria irgendwann plötzlich ein Rindsfilet neben mir bestellt, würde das für mich einfach bedeuten, dass wir uns wohl schon länger in krass unterschiedliche Richtungen bewegen. Gloria: Ja, aber richtige Tabus, was den Konsum oder die Ernährung angeht, gibts bei uns grundsätzlich wenige. Und die Vorstellung, dass einer von uns beiden komplett aussteigt, ist für mich gerade wirklich total surreal. Aber das Thema birgt doch bestimmt ein gewisses Streit-Potenzial? Gloria: Vor Reisen gibts durchaus mal Diskussionen. Wenn ich schon mit dem Schiff in die Ferien fahre, will ich dafür eine komfortable Kabine – Silvio ist da viel genügsamer.

Inwiefern bereichert euer gemeinsames Engagement die Beziehung? Gloria: Es ist toll, dass wir ein gemeinsames «Projekt» haben, Themen, über die wir stundenlang diskutieren und philosophieren können. Und ich finde es schön, dass Silvio die gleichen Werte teilt und auch bereit ist, für sie einzustehen. Silvio: Wir sind ein Team – und können uns in Diskussionen am Familienessen oder mit Freunden gegenseitig unterstützen. Zum Beispiel wenn Gloria die Argumente ausgehen, weil sie vor Wut kocht (lacht). Gloria: Ich kämpfe den Kampf eben ein bisschen emotionaler! Und ja, ich würde die Leute gerne durchschütteln, wenn sie mit haltlosen Behauptungen um die Ecke kommen. Ihr seid verlobt – plant ihr eine vegane und CO2-neutrale Hochzeitsfeier? Silvio: Aber sicher doch. Mit Informationsständen und Schockvideos vom Schlachthof (lacht). Gloria: Nein, im Ernst: Ich finde es logisch, auch an so einem speziellen Anlass nicht plötzlich alles über Bord zu schmeissen. Wir werden sicher keine Steaks servieren, nur damit alle zufrieden sind. Eine Feier auf Mauritius ist auch nicht geplant. Aber natürlich shamen wir niemanden, der mit dem Auto kommt oder uns einen Wein aus Kalifornien schenkt.


Natur 20 Milliarden Liter Wasser hat der Morteratschgletscher im letzten Jahr durch die Schmelze verloren. Das entspricht etwa dem jährlichen Trinkwasserbedarf des Kantons Graubünden. Jean-Marc Avila hat den Gletscher für uns fotografiert.


Gemüsereste, die man nicht kübeln muss

Blättchen, Stengel, Schalen: Kochbuch-Autorin Esther Kern verwandelt alles in feine Gerichte.

Alles verwerten

Text: Lucien Esseiva

Aus dem inneren Teil der Melonenschale lässt sich ein Salat zaubern.

«Die Blättchen vom holzigen Stiel abzupfen und mit etwas Zitronenabrieb, Olivenöl, Parmesan, Knoblauch und Pinienkernen pürieren. Mein Tipp: Statt der teuren Pinienkerne kannst du auch Sonnenblumenkerne aus deiner Region verwenden.»

Salat aus der Melonenschale «Den grünen Teil abschälen und das Innere mit etwas rotem Fruchtfleisch dran in dünne Streifen schneiden. Danach salzen, ein paar Stunden ruhen lassen, ausdrücken und mit einem asiatischen Dressing servieren.»

«Die Schalen von Zitrusfrüchten wie Zitronen, Orangen oder Grapefruits lassen sich zu einem süssen Sirup einkochen. Der leicht bittere Geschmack passt super zu Käse oder Glace.»

Radieschen-Blattsalat «Die Blätter von Radieschen können wie grüner Salat verwendet werden. Die feinen Härchen auf den Radieschenblättern spürst du nicht mehr, sobald sie mit der Salatsauce in Kontakt kommen.»

Apfel-Mandeln «Apfelkerne schmecken wie frische Mandeln. Keine Sorge: Die in

Chips aus Kohlrabiblättern sind eine gesunde Versuchung.

den Kernen enthaltene Blausäure ist, wenn man mal Kerne aus dem Bütschgi isst, unbedenklich.»

Knusprige Kohlrabiblatt-Chips «Gemüsechips aus dem Supermarkt sind wahre Kalorienbomben, die Kohlrabiblatt-Chips aus dem Backofen eine feine und gesunde Alternative. Einfach die Blätter von der Blattrippe lösen und in Stücke zupfen. Mit Salz und Öl marinieren und ab in den Ofen und bei 130 Grad während 20 Minuten backen.» Die gesamten Rezepte und noch mehr Gemüsereste-Inspo findest du auf leaf-to-root.com

Fotos: Patrick Schürmann

Rüeblikraut wird zu frischem Pesto

leaf-to-root.com

Friday September 2019

Bittersüsser Begleiter

«Als ich 2014 mit ‹Leaf to Root› anfing, schauten mich die Leute schräg an», sagt Journalistin und Kochbuch-Autorin Esther Kern. Heute gilt ihr gleichnamiges Kochbuch als Standardwerk für alle, die nichts wegwerfen wollen.


Fotos: Patrick Schürmann

Friday September 2019

RESTE-GIPFELIAUFLAUF Aktive Zeit: 15 Min. | Gesamtzeit: 30 Min.

468 kcal pro Person

Das brauchts für 4 Personen

Und so wirds gemacht

4 Croissants vom Vortag, in Stücke gerissen 2 EL Haferdrink 110g Kokosblütenzucker 1 TL gemahlene Bourbon-Vanille 1 TL Zimt 160g veganer Frischkäse 4 EL Erdbeerkonfitüre 200g Erdbeeren, in Stücken Utensilien: Eine ofenfeste Form von ca. 1 Liter, gefettet.

1. Auflauf: Die Croissants in der vorbereiteten Form verteilen. Haferdrink mit Zucker, Vanille und Zimt unter Rühren aufkochen, etwas abkühlen. Frischkäse in eine Schüssel geben, den Haferdrink dazugiessen und mit den Schwingbesen des Handrührgerätes darunterrühren. Frischkäse und Erdbeerkonfi abwechselnd auf den Croissants verteilen. 2. Backen: ca. 15 Min. in der Mitte des auf 180 Grad vorgeheizten Ofens. 3. Erdbeeren: Auflauf aus dem Ofen nehmen, mit den Erdbeeren verzieren.

KOCHWISSEN

Probiers mal mit Nachhaltigkeit Nachhaltige Ernährung bedeutet nicht gleich Verzicht. Wir zeigen dir, wie es an der Tafel verantwortungsvoll und trotzdem schmackhaft zu- und hergeht.

Für ein nachhaltiges Mahl empfiehlt es sich, zuerst einmal den eigenen Kühlschrank zu plündern. Wenn du noch Freunde und Nachbarn einlädst und die eigenen sowie die mitgebrachten Speisen nach Belieben mit frischen saisonalen Zutaten aus der Region ergänzt, hast du schon sehr verantwortungsvoll gehandelt. Der Klassiker aller Resteverwertungen ist – man glaubt es kaum – die Lasagne. Alles, was die Kühlschrankräumung an

Gemüse hergibt, kannst du zu einer schmackhaften Sauce verarbeiten. Falls noch gebratene Grilladen vom Vorabend vorhanden sind, kannst du diese e benfalls hacken und beifügen. Gekochtes oder gebratenes Pouletfleisch lässt sich indes mit einer Sauce aus Avocado oder Joghurt und etwas Gemüse wie Gurken in einen Pulled-Chicken-Burger verwandeln. Bereits gekochte Teigwaren werden mit klein geschnittenem Gemüse, Mozzarel-

la und Eiern zu einer köstlichen Frittata zum Teilen. Übriggebliebene Gipfeli vom Brunch eignen sich in einem süssen Auflauf als Dessert oder Hauptspeise. Und Früchte, die leicht überreif sind, schmeisst du am besten mit Zitronensaft und Eiswürfeln in den Mixer und servierst sie als Smoothie zum Aperitiv. Von dieser Nachhaltigkeits-Tafel geht garantiert niemand hungrig nach Hause.

Mit FOOBY, der KulinarikPlattform von Coop, wollen wir die wunderbare Welt des Kochens, Essens und Geniessens mit dir teilen. Die ganze Welt von FOOBY gibts unter www.fooby.ch Diesen Beitrag hat Tamedia Commercial Publishing in Zusammenarbeit mit FOOBY erstellt.


Schule

Lara Läubli, 33, ist Umweltlehrerin beim Verband Praktischer Umweltschutz Pusch.

Aus recycelten Petflaschen gefertigt: Kleid Valka von Sanikai.

Mode

«Wir lassen uns nicht von Trends ablenken. Unsere Pieces sollen über Generationen weitervererbt werden.» Sanaz Wasser, 36, und ihr Mann Kai, 35, sind aus Zürich und vertreiben mit ihrem Label Sanikai Kleidung aus robusten, nachhaltigen Materialien.

Friday September 2019

«Das Thema Umwelt hat in den Schulen ein grösseres Gewicht bekommen, die Schülerinnen und Schüler beschäftigen sich mehr damit. Man muss diesen Schwung jetzt nutzen und ihnen aufzeigen, was sie konkret im Alltag ändern können. Denn daran haperts noch: Es gibt nach wie vor einen Gap zwischen Umweltbewusstsein und umweltbewusstem Handeln.»

Redaktion: Anna Janssen, Gloria Karthan / Fotos: Hannah Gottschalk (1), zvg

«Siiie? Hat sich das Umweltbewusstsein in den Schulzimmern verändert?»


Friday September 2019

Redaktion: Anna Janssen, Gloria Karthan / Fotos: Hannah Gottschalk (1), zvg

So sieht es Jon Aich

Fotograf, 19, aus Zürich

«Die Zukunft ist auf zwei Rädern.»


PAID POST

KAFFEEKAPSELN SIND ECHTE RECYCLING-WUNDER Nespresso-Kaffee lässt sich mit gutem Gewissen geniessen, denn die Kapseln sind recycelbar. Wie sieht der Weg in ihr zweites Leben aus?

bereits zum zweiten Mal ein stylisher Kugelschreiber von Caran d’Ache. Wer diesen in den Händen hält, der hat sich aus demselben Alu vielleicht auch schon einen Kaffee rausgelassen. So sehr sich Nespresso auch darum bemüht, seine Kapseln sinnvoll weiterzuverwerten, schafft es bisher erst rund die Hälfte zurück in den Recycling-Kreislauf. Daher an dieser Stelle noch ein Appell an alle NespressoKonsumenten, denen unsere Umwelt am Herzen liegt: Bitte die Kapseln nicht einfach in den Müll werfen – schenkt ihnen ein zweites Leben! Besuche uns auf nespresso.com/secondlife

Friday August 2019

Fotos: Zingaro Photography/Nespresso

Die Kaffeekapseln von Nespresso und der Kaffeesatz sind recycelbar.

Sie stehen in vielen Küchen in der ganzen Welt: Kaffeemaschinen von Nespresso. Das kultige System mit den bunten Kapseln ist nicht nur praktisch, der Kaffee ist zudem auch echt schmackhaft. Hinzu kommt: Wenn du die Kapseln richtig recycelst, können das verbrauchte Aluminium sowie der Kaffeesatz vollständig weiterverwertet werden. Denn Nespresso liegt viel daran, den kleinen Kapseln ein zweites Leben zu schenken.

Der erste Schritt liegt noch bei dir: Bring die gebrauchten Kapseln zu einem der 2700 Rückgabepunkte in den Nespresso-Boutiquen, bei Handelspartnern oder kommunalen Sammelstellen zurück oder lass sie ganz locker im Recyclingbeutel kostenlos vom Postboten abholen. Die Kapseln reisen daraufhin in die Recycling-Fabrik in Moudon VD. Dort trennt man das Aluminium erst einmal vom Kaffeesatz. Aus dem Satz entstehen nach Weiterver-

arbeitung Biogas und Dünger. Unsere lokalen Bauern freuen sich darüber. Das Aluminium wird anschliessend eingeschmolzen und weiterverarbeitet. Denn: Aluminium ist eines der wenigen Materialien, die zu 100 Prozent recycelt werden können. Wie jedes Jahr lanciert Nespresso auch diese Saison wieder ein Schweizer Kultobjekt, das aus ehemaligen Nespresso Kaffeekapseln besteht. Dieses Jahr ist es

Dieser Beitrag ist eine Zusammenarbeit von Tamedia Commercial Publishing und Nespresso.

Die Design-Kooperation des Jahres 2019: Ein Kugelschreiber der Schweizer Traditionsmarke Caran d’Ache aus recycelten Nespresso-Kapseln.


Friday September 2019

Texte: Emmanuel Coissy / Foto: Living in a painting, The Heat Is On, La Mobiliare, Bern 2019

Kunst Maya Rochat vermischt Fotografie und Malerei und macht daraus etwas Neues. Für Friday hat die preisgekrönte Lausanner Künstlerin eine Bilderserie geschaffen, in der es um die Umwelt und den Klimawandel geht. «Sie reiht sich nahtlos in meine Arbeit ein», sagt die 34-Jährige, die 2018 in der Tate Modern in London und 2016 im Palais de Tokyo in Paris ausgestellt hat. Ihre Bilder bewegen sich zwischen Traum und Realität, zwischen Abstraktion und Figürlichkeit. Schaut sie euch auf den nächsten Seiten selbst an.

Maya Rochat beschäftigt sich in ihrer Kunst mit Nachhaltigkeit. Für ihre Arbeit wurde sie mit dem Prix Mobilière 2019 ausgezeichnet.


«Wenn man sich meine Kunst anschaut, was sieht man? Eine Unterwasserwelt? Korallen? Einen Vulkan? Giftige Flüssigkeiten? Bloss Farbe? ;-)» Maya Rochat


«Ich glaube, dass sich viele Menschen wegen der Situation auf unserem Plane­ ten nicht gut fühlen – und ich möchte diesem bedrückenden Gefühl mit mei­ nen Bildern nichts hinzufü­ gen. Ich glaube, wir brauchen nicht noch mehr gewalttätige und offensicht­ liche Bilder darü­ ber, was vor sich geht. Ich möch­ te schöne Bilder zeigen, die die Herzen der Men­ schen öffnen, damit sie positiv gestimmt sind, echt fühlen, träumen und über die Welt nachdenken möchten.» Maya Rochat


Unermüdlich: Pati und Jann sind nonstop fürs Klima im Einsatz.

Leben

Der Traum von der KlimaKommune Pati Kudrnac, 21, und Jann Kessler, 23, haben eine Vision: Gemeinsam mit anderen Aktivistinnen will das Thurgauer Paar in ein Kloster ziehen, um eine Klima-Kommune aufzubauen. Eine Idee, die ihren Preis hat. Text: Gina Buhl Foto: Karla Hiraldo Voleau

ann und Pati sehen müde aus, als wir uns in Zürich treffen. Die beiden kommen gerade von einer KlimastreikBesprechung in Bern, Jann muss in zehn Minuten bereits weiter – zu einer Demo. Er hat im Zug seinen Laptop liegen lassen. «Ist in letzter Zeit öfter passiert», sagt er und lächelt müde. Auch Pati lächelt. Als würde sie jetzt schon um Entschuldigung bitten für unser anschliessendes Gespräch, das von ständigem Handyklingeln und einem abrupten Locationwechsel (schnell ab in den Zug zur Kundgebung) unterbrochen wird. Die beiden erzählen von Arbeitstagen bis tief in die Nacht, von zähem Organisationskram. Trotz allem wirken sie hoch motiviert. Gedanklich sind sie aber schon beim nächsten Termin: einem Treffen mit der Arbeitsgruppe, die sich um die Realisation einer KlosterKommune kümmert. Unermüdlicher Einsatz. «Aktuell bleiben Aktivistinnen und Aktivisten, die wie wir das Studium geschmissen oder den Beruf aufgegeben haben, um sich ganz dem Klimastreik zu widmen, zwei Möglichkeiten: ein Selbstversorger-Leben im abgelegenen Ökodorf oder die Anpassung an ein System, das wir unerträglich finden.» Für die beiden wäre ein Kloster also mehr als ein Platz zum Arbeiten und Leben. Es wäre ein Platz zum Runterkommen – den sie allerdings erst noch finden müssen.


So sieht es Karla Hiraldo Voleau Fotografin, 26, aus Lausanne

«So etwas wie nachhaltige Mode gibt es eigentlich nicht – das ist vielmehr ein Begriff, der sich gut verkaufen lässt. Was man aber tun kann, ist mit dem zu arbeiten, was bereits vorhanden ist. Es warten so viele Kleidungsstücke darauf, getragen und in etwas Neues verwandelt zu werden.»


Bist du jemals an einer Klimademo mitgelaufen? Dafür bin ich nicht der Typ. Aber die Demos sind wichtig, um aufs Thema aufmerksam zu machen – es gibt ja immer noch Menschen, die den Klimawandel bestreiten. Sprichst du mit deinen Freunden über Nachhaltigkeit?

Umfrage Selina, 22, Physiotherapeutin aus Dickbuch ZH Spürst du, dass sich generell etwas verändert hat? Ganz extrem sogar. Aber mich nerven die ganzen Klimademos. Wieso das? Die allermeisten laufen doch mit, weil es trendy ist, und gehen dann abends ein Steak essen. Ich schätze, dass höchstens zehn Prozent wirklich dahinterstehen.

Redaktion: Marie Hettich / Fotos: Ella Mettler

Jennifer, 22, Studentin aus Plan-lesOuates GE

Friday September 2019

Umfrage

Man kommt fast nicht drum herum! Gerade das Thema Fleischessen trifft bei vielen einen Nerv. Auch bei mir, ehrlich gesagt. Meine Mutter ist Brasilianerin – wir sind es gewohnt, viel Fleisch zu essen. Hast du neuerdings Gewissensbisse? Vor allem, wenn ich billiges Fleisch esse. In meiner Mittagspause bin ich oft im Clinch: Kaufe ich mir für sechs Franken einen Salat – oder für fünf zwei Cheeseburger, die mich so richtig satt machen? Ich finde, Fleisch müsste unbedingt teurer werden.


Food

«Unser Fleisch ist für Flexitarier» Lucas Oechslin ist Mitgründer einer Online-Metzgerei. Von Vegi-Burgern hält er mehr, als man meinen könnte. Interview: Marie Hettich Foto: Philip Tsapaliras

Friday September 2019

Redaktion: Marie Hettich / Fotos: Ella Mettler

L

Fleisch per Mausklick? Check.

ucas, der Fleischkonsum in der Schweiz ist in den letzten Jahren zurückgegangen. Machst du dir Sorgen um deine Zukunft? Nein, unsere Verkaufszahlen steigen konstant. Aber wir fahren mit unserem handverlesenen Fleisch auch eine andere Linie als die Massenindustrie – da wollten wir von Anfang an nicht mitspielen. Nagt im Hinblick auf die Klimadebatte aber ab und zu das schlechte Gewissen an dir? Auch nicht (lacht). Ich weiss natürlich, dass Fleischessen klimatechnisch problematisch ist. Aber wir setzen uns mit dem Thema intensiv auseinander und versuchen, so nachhaltig wie möglich zu sein. Wie soll das gehen? Zum Beispiel, indem wir alles schockgefroren lagern und verschicken. Frische Steaks müssen nach zehn bis vierzehn Tagen weggeworfen werden – das generiert Food Waste. Wir müssen nie etwas wegwerfen, weil


«Leider muss man sich meist zwischen Tierwohl und Nachhaltigkeit entscheiden.» nämlich nicht mit dem Traktor pflügen, den Boden düngen und Pestizide anwenden, auch das ist Umweltverschmutzung. Deshalb beziehen wir unter anderem auch Fleisch von einer Angus-Zucht in den USA, wo die Rinder Weideflächen, die zigtausend Hektar gross sind, zur Verfügung haben. Die leben wie Wildtiere als Herde in Mutterkuhhaltung – den Farmer sehen sie praktisch nie. In der Schweiz wäre das undenkbar. Dafür muss das Fleisch um die halbe Welt reisen.

die meisten Leute denken, sie tun was für die Natur, wenn sie Biofleisch kaufen. Heisst das, man muss sich entscheiden: Ist mir das Tierwohl oder die Nachhaltigkeit wichtiger? In den meisten Fällen: leider ja. Wir versuchen, beides sicherzustellen, aber auf der Suche nach geeigneten Partnern erstaunt uns immer wieder, wie schwierig das ist. Verfolgst du die Entwicklung von Laborfleisch? Definitiv – ich habe Biotechnologie studiert, mich interessiert das extrem. Die Vorstellung, Fleisch zu erzeugen, ohne dass dafür Tiere sterben müssen, ist fantastisch. Aber ich habe meine Zweifel, ob

Lucas Oechslin, 36, aus Löhningen bei Schaffhausen, ist Mitgründer der OnlineMetzgerei Luma Delikatessen.

Foto: David Zangger

Wir verschiffen unsere Ware – Flugzeuge sind tabu. Ausserdem spielt der Transport für die Ökobilanz eine verschwindend kleine Rolle, beim Fleisch sind es maximal fünf Prozent. Wieso findet man in eurem Onlineshop sehr wenig Biofleisch? Weil ein Biorind weniger nachhaltig ist als ein Mastrind. Das Biorind wächst langsamer – isst mehr, furzt mehr und schadet damit auch der Umwelt mehr. Ich bin fest davon überzeugt,

das auch beim Steak gelingt – ein Muskel ist ja deutlich komplexer als etwa Hackfleisch. Und ob die Methode für die Umwelt so viel besser ist, ist fraglich. Wieso das? Weil die Zellen Nährstoffe brauchen, um zu wachsen, und die Frage ist: Woher kommen die? Wenn wir irgendwann alle auf Laborfleisch umsteigen würden, könnten ungeahnte Probleme auftreten – es bräuchte Rohstoffe in riesigen Mengen. Hast du den neuen pflanzlichen Burger schon probiert, der gerade so gehypt wird? Ja, hab ich. Ich find ihn fein – ein cooles Produkt! Aber er schmeckt anders als Fleisch – vor allem, wenn man nur das Patty ohne das ganze Burger-Drumherum isst. Schlussendlich ist es Geschmackssache. Du kannst den Fleischersatzprodukten prinzipiell also etwas abgewinnen? Ja, ich teste immer gespannt, was es Neues auf dem Markt gibt. Ab und zu bin ich wirklich begeistert. Es gibt aber auch katastrophale Produkte mit einer ellenlangen, grusligen Zutatenliste – dann esse ich lieber ein Rüebli.

Friday September 2019

unser gefrorenes Fleisch bis zu zwei Jahre haltbar ist – und genauso gut schmeckt. Die Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften ZHAW untersucht aktuell die Ökobilanz dieser Methode; wir haben die Studie selber in Auftrag gegeben. Am besten fürs Klima wärs trotzdem, komplett auf Fleisch zu verzichten – immerhin wird über die Hälfte aller ausgestossenen Treibhausgase von der Nutztierhaltung verursacht. Wenn sich jemand vegetarisch ernährt und so seinen Beitrag zur Nachhaltigkeit leistet, ist das eine gute Sache. Pauschal mit dem Finger auf alle zu zeigen, die Fleisch essen, finde ich aber unfair. Was ist mit der Fliegerei? Mit Lithium-Batterien, unseren Handys? Das Thema ist komplex. Am wichtigsten ist es doch, nicht zu übertreiben. Auch nicht mit dem Fleischessen. Das sagst du – als Betreiber einer OnlineMetzgerei? In der Schweiz werden pro Jahr und Kopf durchschnittlich 52 Kilo Fleisch verdrückt, das sind unglaubliche Mengen. Unsere Zielgruppe sind Flexitarier, die selten Fleisch essen – und nicht ein Salami-Sandwich hier und Spaghetti Bolo da. Sie achten auf Qualität und sind bereit, dafür auch mehr zu bezahlen. Wenn jemand, der kaum Fleisch isst, mal eine Ausnahme machen will – was würdest du auftischen? Unser zartes, trocken gereiftes Poulet. Die Hühner werden auf einem Bauernhof im Appenzell gross, wo

sie unter den Obstbäumen ein schönes Leben haben und nur Schweizer Mais zu fressen bekommen. Weil die Hühner so viel Platz haben, kann auf Medikamente komplett verzichtet werden – das war uns wichtig. Warum verkauft ihr in eurem Onlineshop Fleisch aus aller Welt, obwohl ihr Wert auf Nachhaltigkeit legt? Der Grossteil unseres Fleischs kommt aus der Schweiz. Aber es ist entscheidend, ob das Tier an einem Ort lebt, wo sein Futter natürlich wächst. Dann muss der Bauer


La ' péritif Lillet

Tonic

Friday September 2019

Foto: David Zangger

1 Teil Lillet ic 2 Teile Ton eibe Gurkensch vieren Auf Eis ser

Lillet nach Öffnung kühl lagern. Geöffnet innerhalb von 3 Wochen konsumieren.

Please drink responsibly.


Redaktion: Anna Janssen Foto: Jon Aich

Modelle aus ähnlichen Stoffen, Schnitten und Farben zu fertigen. Du durchwühlst also Berge von Altkleidern? Zuerst war das wirklich so. Da ich aber so überwältigt von den vielen Kleidern war, schreibe ich jetzt einfach eine Wunschliste. Texaid sortiert vor, und ich wähle dann die finalen Pieces aus. Darunter sind übrigens auch ganz neue Kleider, das ist schon krass. Hat sich das Interesse an nachhaltiger Mode im vergangenen Jahr verstärkt? Ich habe schon das Gefühl, dass die Leute mehr über ihre Kleidung wissen wollen. Wie wird sich die Modebranche in den nächsten Jahren verändern? Weniger zu produzieren wird immer wichtiger werden – eine Herausforderung für FastFashion-Riesen. Foto: zvg

Designer Rafael Kouto macht aus entsorgten Kleidern neue Kollektionen.

Wie schwierig ist es, mit gebrauchten Klamotten zu arbeiten? Der ganze Prozess ist total anders, weil in einem ersten Schritt die Nähte der Kleider aufgetrennt werden müssen. Die gebrauchten Teile sind ausserdem meist Einzelstücke. Deswegen ist es kompliziert, mehrere

UpcyclingPieces von Rafael Kouto.

Rafael Kouto, 29, aus Losone TI, ist Designer und arbeitet derzeit mit Texaid zusammen.

Friday September 2019

Mode


Foto: zvg

Friday September 2019

Teilen ist das neue Haben «Sharing Economy» oder einfach Teilen gehört heute zum Lifestyle von jungen, urbanen Menschen. Redaktion: Marianne Siegenthaler Foto: Stevan Bukvic

zu besitzen, macht das Leben –und das Zügeln – nur kompliziert. Eigentum als Statussymbol hat vor allem bei der jüngeren Generation ausgedient.

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D

ie Idee ist nicht neu: Dass man mit Teilen Geld sparen kann, weiss man längst, und so nutzen bereits seit Jahrzehnten Mieterinnen und Mieter gemeinsam die Waschküche im Mehrfamilienhaus, man leiht sich die Bohrmaschine des Kollegen aus oder teilt sich als WG eine Wohnung. Richtig Aufschwung hat aber das Prinzip des Teilens erst mit der Digitalisierung bekommen. Denn nur dank dem Internet ist es möglich, Anbieter und Nachfrager von nicht ge-

nutzten Ressourcen zusammenzubringen – jederzeit und ortsunabhängig. Ob Velo oder Taxi, Wohnung oder Arbeitsplatz, Rasenmäher oder neu sogar Saisonarbeiter, immer mehr Güter und Dienstleistungen können einfach und sicher mit Fremden geteilt werden. Besitz ist unpraktisch Anhänger und User der so genannten Sharing Economy sind vor allem junge Menschen in urbanen Zentren. Gemäss einer aktuellen Umfrage für den TCS-Mobilitätsreport 2018 nutzt jeder vierte Schweizer im

Alter zwischen 16 und 29 Jahren Sharing Economy regelmässig als Teil seiner Mobilität, also vom Velo über das Taxi bis zur Unterkunft. Bei den 30- bis 60-Jährigen sind es 14%, bei den über 60-Jährigen nur gerade 7%. Der Boom, den diese Sharing-Angebote vor allem bei jüngeren Menschen ausgelöst hat, hat einerseits ganz praktische Gründe: Bei einem Mietvelo muss man nicht ständig fürchten, dass es gestohlen wird. Parkplätze sind in der Stadt sowieso Mangelware. Und überhaupt: Viele Dinge

Teilen ist nachhaltig Anderseits sind es auch ideologische Gründe, die fürs Teilen sprechen. Gerade für die Millennials ist ein nachhaltiger Umgang mit den Ressourcen ein wichtiges Thema. Tatsächlich hat Sharing Economy grosses Potenzial, einen wichtigen Beitrag zum Umweltschutz zu leisten. So kann man davon ausgehen, dass weniger, dafür hochwertigere Produkte produziert werden, die länger halten und stärker genutzt werden können und nicht sofort wieder im Abfall landen. Und: Wenn schon nur 10 bis 20 Prozent der Ausleihen von Velos Autofahrten ersetzen, trägt das zur Verminderung des Energieverbrauchs und des CO2 Ausstosses bei, wie das Bundesamt für Energie berechnet hat.

Dieser Beitrag ist eine Zusammenarbeit von Tamedia Commercial Publishing und Publibike.


4% Uups

der Umfrage-Teilnehmenden, die fürs Klima streikten, taten dies, weil sie nicht in die Schule oder zur Arbeit gehen wollten.

Luzian, 19, Strassenbauer aus Wald ZH Warst du mal an einer Klima-Demo? An einer bin ich mal ein bisschen mitgelaufen, ja. Aber so richtig Teil der Klimabewegung bin ich nicht – das ist so ein Gymi-Ding, finde ich. In meinem Kollegenkreis gibts keinen einzigen Aktivisten.

Friday September 2019

Umfrage

Sprichst du mit deinen Kollegen über Nachhaltigkeit? Ab und zu über Ernährung – über Veganismus zum Beispiel. Könntest du dir vorstellen, dich vegan zu ernähren? Das tu ich schon! Zumindest hauptsächlich. Ich hab mir ein paar Schlachthof-Videos reingezogen und seitdem bin ich motiviert. Hast du ein veganes Lieblingsessen? Ich bin ein grosser Fan von Shakes aus Buchweizensprossen – die pflanze ich daheim selber an. Danach bin ich jeweils topfit fürs Skaten.

Redaktion: Marie Hettich, Gloria Karthan / Foto: Hannah Gottschalk

Forschende der Uni Bern fragten 14- bis 25-Jährige, warum sie fürs Klima auf die Strasse gingen – oder eben nicht.


Redaktion: Marie Hettich, Gloria Karthan / Foto: Hannah Gottschalk

Friday September 2019

Zugfahren ist gut fürs Klima – und macht manchmal ziemlich Spass.

Verkehr

Wieso gibts kein WLAN? Wir haben SBB-Kommunikationschefin Kathrin Amacker mit Fragen aus der Community gelöchert. Redaktion: Marie Hettich Fotos: Jon Aich

Lorena: Wieso sind Zugbillette so teuer, obwohl Zugfahren doch viel besser für die Umwelt ist? Der Normaltarif ist in der Tat ziemlich teuer, da gebe ich Lorena recht. Allerdings haben wir mittlerweile sehr viele, bis 70 Prozent günstigere Sparbillette für weniger ausgelastete Züge – so reist man besonders klimafreundlich. Pro Tag werden davon in der Schweiz bis zu 30’000 verkauft. Auch das GA ist für Vielfahrer ein preiswertes Angebot. Für Fahrten ins Ausland empfehle ich, nicht nur bei den SBB, sondern auch auf anderen Kanälen wie beispielsweise der Deutschen Bahn, zu schauen. Leider ist es manchmal ein bisschen mühsam, ein gutes Angebot zu finden – aber wir


sind dran, die Spar­ tickets für Fahrten ins Ausland leichter auf­ findbar zu machen.

Emma: Wann schaf­ fen die SBB endlich Nachtzüge an? Wir sind mitten in Europa und hätten so tolle Reise­ Möglichkeiten! Bis vor ein paar Jahren hatten wir eigene Nacht­ züge, aber die Nachfrage sank rapide – deshalb haben wir sie abge­ schafft und arbeiten seitdem mit den Öster­ reichischen Bundesbah­ nen (ÖBB) zusammen. Gemeinsam stellen wir jeden Abend in der Schweiz sechs Nachtzug­

verbindungen zur Verfü­ gung. Nun beobachten wir, dass internationale Züge, darunter auch Nachtzüge, wieder häufi­ ger gebucht werden – das ist toll! Wir sind des­ halb mit den ÖBB im Ge­ spräch und es könnte gut sein, dass es ab 2022 mehr Nachtzüge geben wird. Schön wäre auch, ein bis zwei neue Desti­ nationen anbieten zu können. Das Ganze pas­ siert leider nicht von heute auf morgen.

Naomi: Wieso gibts in den Zügen kein WLAN? In unseren internationa­ len Zügen bieten wir WLAN an, weil die Netzab­

deckung im Ausland meist schwach ist. Hier­ zulande haben wir ext­ rem viel in Mobilfunk­ antennen entlang der Bahnlinien und in Sig­ nalverstärker in Zügen investiert. Auf den al­ lermeisten Strecken ha­ ben die Reisenden des­ halb sehr guten Empfang – einen viel besseren, als es mit WLAN der Fall wäre, wenn zig Menschen gleichzeitig eingeloggt sind. Seit einigen Jahren sind wir bei der unab­ hängigen Connect­Studie, die auch die Bahn­ Konnektivität in Europa vergleicht, immer Spit­ zenreiter – WLAN wäre also ein Rückschritt.

Ana: Als Studentin, die in Luzern lebt, in Bern studiert und in Zug arbei­ tet, brauche ich das GA. Jedes Jahr kommt die Panik, wenn es erneuert werden muss, weil es so viel kostet. Wieso muss man bei einer Ratenzahlung Extra­Gebühren bezahlen? Weil Ratenzahlung für uns einen zusätzlichen Aufwand bedeutet. Es braucht Mitarbeitende, die das Ganze verwalten. Deshalb finde ich es in Ordnung, dafür eine Ge­ bühr zu bezahlen. Aber

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Über

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Warum fahren manche Züge nur stündlich? wir könnten gerade für Jugendliche noch mehr machen. Es ist eine grosse Chance, dass sich so viele junge Menschen mit den Themen Mobilität und Nachhaltigkeit auseinandersetzen – die wollen wir nicht vergraulen, sondern fürs Bahnfahren begeistern.

Bettina: Ich hatte erst kürzlich im Zug ein nicht so tolles Erlebnis mit

einem aggressiven, betrunkenen Typen. Ich hatte wirklich Angst, dass er jemanden angreift und verletzt – ich habe mich gar nicht getraut, aufzustehen oder zu telefonieren, weil er immer hin und her gelaufen ist. Warum gibts die SOSKnöpfe nur bei den Türen?

Eine wichtige Frage! Wir messen täglich die Sicherheit an Bahnhöfen und in Zügen, werten Vorfälle aus und befragen Kunden, wie sicher sie sich fühlen. Die meisten Menschen fühlen sich sehr sicher – sicherer als an anderen öffentlichen Orten, was viel mit der Präsenz unserer eigenen Transportpolizei zu tun hat. Aktuell haben wir nicht vor, mehr SOS-Buttons einzusetzen.

Lorena: Warum fahren manche Züge nur stündlich? Von Zürich nach Solothurn verkehrt abends beispielsweise ein Zug um 22:03 und dann erst wieder um 23:03.

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Eine Stunde warten ist das Schlimmste nach einem langen Arbeitstag! Das ist natürlich ärgerlich. Aber der Fahrplan muss nunmal einigermassen der Nachfrage entsprechen. Wenn Züge rumfahren, die fast leer sind, ist das teuer und auch ökologisch nicht sinnvoll – je besser ausgelastet Züge sind, desto klimafreundlicher ist das.


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Die Rheinquelle sollte jede/r einmal im Leben besuchen.

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Beauty Karma-Booster: Biologisch abbaubarer Glitzer funkelt genauso schรถn in der Sonne wie jener aus Plastik, schadet aber der Umwelt nicht.

Friday September 2019

Fotos: links: Jean-Marc Avila, Make-up Artist: Sophia Singh @ Style Council, Model: Melissa H. @ Scout, rechts: zvg

Basis: Whipped Moisturising Cream von Abhati Suisse; Glitzer in Gold, Silber und Pink von Karmaglitzer


Fotos: links: Jean-Marc Avila, Make-up Artist: Sophia Singh @ Style Council, Model: Melissa H. @ Scout, rechts: zvg

Friday September 2019

Beauty Vor einem Jahr hat unsere BeautyPraktikantin Janine Heini in Sachen Kosmetik auf Nachhaltigkeit umgestellt. Hier sind ihre Tipps für euch. Tipp 1

Zutaten kennen Neben Erdöl oder Plastik sind in Kosmetika oft auch unaussprechliche Chemiebomben drin, die sich niemand ins Gesicht schmieren mag. Mit der CodecheckApp könnt ihr die Inhaltsstoffe von Produkten überprüfen.

Tipp 2

Weniger Abfall Setzt auf Seifenstücke, nachfüllbare Produkte, Stofflappen, waschbare Abschminkpads und Bambus-Zahnbürsten mit austauschbaren Köpfen. So vermeidet ihr unnötigen PlastikAbfall. Tipp 3

Grün ist nicht gleich nachhaltig Tipp 4

Weniger ist mehr Die Haut braucht weniger Pflege, als man denkt. Sie könnte sich sogar selbst mit Fett und Feuchtigkeit versorgen, was sie aber durch übermässige Pflege verlernt. Weniger Produkte verwenden schont auch die Ressourcen. Kleiner Tipp: Kokosöl kann man für fast alles brauchen.

Alles kann als «bio» oder «natürlich» verkauft werden, da diese Begriffe nicht geschützt sind. Schaut genau hin und haltet nach Produkten mit Labels wie NaTrue und Cosmos Ausschau, die ökologische Nachhaltigkeit voraussetzen. Tipp 5

Macht es selber Viele meiner Kosmetik-Produkte stelle ich mittlerweile selber her. So weiss ich ganz genau, was drinsteckt. Ihr schont so nicht nur die Umwelt: DIY-Beauty macht grossen Spass! Kurze Anleitungen findet ihr auf meinem Insta-Account @janibotanicals


Genuss fürs Klima

Freude und Vernunft müssen sich beim Essen nicht ausschliessen. Redaktion: Alex Kühn Fotos: Stevan Bukvic


B

estimmt hast du dich auch schon gefragt, wie du im Alltag CO2 einsparen und damit etwas für den Klimaschutz tun kannst. Neben dem Verzicht aufs Autofahren und auf Flugreisen spielt auch dein Essverhalten eine grosse Rolle. Generell gilt: Je kürzer die Transportwege der Lebensmittel sind, desto besser ihre Ökobilanz. Darum ist ein Fisch aus dem nahe gelegenen See mit Blick aufs Klima immer die bessere Wahl als einer aus dem Meer. Ein weiteres Problem: Food-Waste. Was daheim in den Abfall wandert, weil es es irgendwo hinten im übervollen Kühlschrank vergammelt ist, macht dabei nur einen kleinen Teil aus. Wenn du aber auch einmal ein krummes Rüebli isst und statt einem Edel- ein Schmorstück oder eine Innerei, kannst du etwas bewegen. Genau wie die drei besonderen Persönlichkeiten, die wir im Rahmen der Energy Challenge besucht haben.

Lachs? Schwalen! Berufsfischer Sämi Weidmann aus Stäfa macht sich stark für Seefisch aus der Region. Und längst nicht nur für Felchen, Egli oder Hecht. Sein Geheimtipp: Schwalen. «Schneidet man bei diesen Weissfischen die Gräten ein, stören sie beim Verzehr nicht mehr. Für mich sind Schwalen-Knusperli die besten Knusperli überhaupt», sagt Weidmann. Dass die Filets durch das Einschneiden an Spannung verlieren, spielt übrigens keine Rolle mehr, wenn man sie ausbackt.

Diese Zahl tut weh Rund ein Drittel aller in der Schweiz produzierten Lebensmittel geht zwischen Feld und Teller verloren.

Abfall? Hochgenuss! Weil ihm die Verschwendung von Lebensmitteln in der Luxusgastronomie zuwider war, eröffnete Mirko Buri in Köniz das Anti-Food-WasteRestaurant Mein Küchenchef. «Oft landet hochwertiges Gemüse schon in der Biogastonne, weil es ein wenig zu gross oder zu klein geraten ist», erklärt der Koch, der immer wieder durchs Land tingelt, um die Leute für das Thema zu sensibilisieren. Für daheim bietet er unter anderem eine Bouillon aus gerettetem Gemüse an.

Filet? Lammhoden! «Jedes Stück eines Tiers ist gleich wertvoll», lautet das Motto von Marlene Halter. Darum serviert die leidenschaftliche Köchin den Gästen in ihrem Restaurant Metzg an der Zürcher Langstrasse schon mal Lammhoden, die butterzart sind und ähnlich wie Milken schmecken. Ganze Haxen («unheimlich viel Aroma wegen des vielen Bindegewebes») und Second Cuts wie Skirt oder Hanger («tiefer, fleischiger Geschmack») haben es ihr ebenfalls angetan. Dazu gibt es in der Metzg Würste aus eigener Produktion. Wer will da noch ein langweiliges Filet essen?

FRIDAY LOVES

Dieser Beitrag ist eine Zusammenarbeit von Tamedia Commercial Publishing und Energy Challenge.


So sieht es Jean-Marc Avila «Ein Bewusstsein für Nachhaltigkeit bedingt, dass wir als Gemeinschaft in der Gegenwart für die Interessen zukünftiger Generationen einstehen.» Fotograf, 35, aus Zürich


Gastro

Friday September 2019

Redaktion: Gloria Karthan, Marie Hettich / Fotos: Ella Mettler (1), Dominik Meier (1), instagram karlskraut, zvg / S. 58: Danke an die beiden Schwestern Marysia & Tola!

Hallo Anina Mutter, hast du einen nachhaltigen KulinarikTipp für uns?

Karls Kraut Vegan, natürlich, saisonal, lokal, regional, ohne raffinierten Zucker, glutenfrei, bio, fair. Kann man da überhaupt noch iiiirgendwas servieren? Ja, und wie. St. Karliquai 7, 6004 Luzern, karlskraut.ch

Umfrage Kaja, 26, SocialMedia-Managerin aus Zürich

Berghotel Sterna Der nächste Wochenendtrip führt ins Bündnerland. In manchen Zimmern kann man durchs Dachfenster vom Bett aus in die Sterne gucken und im zur Sauna umgebauten Hühnerstall kräftig schwitzen. Zu essen gibts nur frische, regionale Bio-Küche. Sterna 12, 7404 Feldis/Veulden, berghotelsterna.ch

Influencerin Anina Mutter hat letztes Jahr den Öko-Pocket-Guide «Ekko» herausgegeben. ekkoist.com

Hat sich im letzten Jahr, seit Greta Thunberg in aller Munde ist, für dich etwas verändert? Nein, ich setze mich schon lange mit dem Umwelt- und Tierschutz auseinander. Was tust du konkret für die Umwelt? Ich esse

kein Fleisch und recycle alles brav – aber ich finde, das sollte sowieso der Standard sein. Ausserdem fliege ich nicht mehr. Wann bist du das letzte Mal in einem Flugzeug gesessen? Letztes Jahr. Wir haben mit der ganzen Familie Ferien in Marokko gemacht, weil mein Stiefvater 60 geworden ist. Da konnte ich schlecht Nein sagen. Wohin gehts dieses Jahr in die Ferien? Nach Utrecht – mit dem Zug.

Eure Meinung ist gefragt Mehr Storys und Statements zum Thema Nachhaltigkeit findet ihr online. Diskutiert mit! friday-magazine.ch/umfragen


«Jede Sekunde werden weltweit über 160 000 neue Plastiksäcke benutzt, die im Schnitt gerade einmal zwölf Minuten im Gebrauch sind. Das ist repräsentativ für unsere Verbrauchergesellschaft, und wir müssen derartige Verhaltensmuster zwingend ändern.»

Styling: Ramona Gschwend

Fotograf, 23, aus Zürich

Friday September 2019

So sieht es Joshua Amissah


Impressum Verleger Pietro Supino Leiter Werbung & Pendlermedien Marcel Kohler Leiter Publizistik & Prozesse Pendlermedien Marco Boselli REDAKTION Redaktionsleitung Marc-André Capeder (Lifestyle und Projekte), Christina Duss (Inhalte) Art Direction Bobi Hajas Stars & Life Gina Buhl, Marie Hettich, Anna Janssen (Praktikantin Text), Gloria Karthan Lifestyle Lucien Esseiva (Food), Janine Heini (Praktikantin Beauty), Martina Loepfe (Leitung Mode), Melanie Luu (Video), Irène Schäppi (Beauty), Vanessa Vodermayer (Praktikantin Mode) Bildredaktion Rike Hug (Leitung), Philippe Grüebler Social Media Gina Buhl Grafik Sarah Parsons Produktion Andrée Getzmann (Leitung), Barbara Schmutz Korrektorat Die Orthografen Sekretariat Stefanie Goetz Grafikkonzept 2018 Sofie Erhardt, Adrian Hablützel SERVICE Leitung Werbemarkt Marco Gasser Gesamtherstellung Tamedia Production Services, Werdstrasse 21, 8021 Zürich Druck Stark Druck GmbH & Co. KG, D-75181 Pforzheim Telefon Inserateannahme 044 248 66 20 Beglaubigte Auflage 2018 130 030 Exemplare D-CH 28 257 Exemplare W-CH Total Audience 1 403 000 D-CH 349 000 W-CH Leserschaft gemäss MACH Basic 2019-1 675 000 D-CH 116 000 W-CH erscheint monatlich Herausgeberin Tamedia AG, Werdstrasse 21, 8021 Zürich Tel. Redaktion 044 248 68 68, Fax Redaktion 044 248 68 21 redaktion@friday-magazine.ch friday-magazine.ch; 20minuten.ch Ombudsmann der Tamedia AG Ignaz Staub, Postfach 837, 6330 Cham 1 ombudsmann.tamedia@bluewin.ch

Friday September 2019

Fotos: Sara Merz, Getty Images (3), iStockphoto (1), Courtesy of Mytheresa (1), zvg

In Medien von Tamedia erscheinen zwei Formen von Inhaltswerbung:

Wie es ist, einen Knoten in der Brust zu entdecken, erzählt Redaktorin Gina Buhl in der nächsten Ausgabe. Dazu gibts Mode im Goth-Style, die neusten Lippenstift-Trends und wir fragen uns, ob Ansel Elgort in «Der Distelfink» einen Oscar holt. Die Oktober-Ausgabe erscheint am:

27. September 2019

Branded Content Im Zentrum steht in der Regel das Produkt oder die Dienstleistung des Werbekunden. Die Erscheinungsform hebt sich vom üblichen Layout des Trägertitels ab. Diese Werbemittel sind mit dem Label «Paid Post» gekennzeichnet. Native Advertising Der Inhalt orientiert sich in der Regel an einem Thema, das in einer Beziehung zum Produkt oder zur Dienstleistung des Werbekunden steht und journalistisch aufbereitet wird. Die Erscheinungsform ist mit dem Layout des Trägertitels identisch. Diese Werbemittel sind mit dem Label «Sponsored» gekennzeichnet. Beide Werbeformen werden vom Team Commercial Publishing hergestellt. Die Mitarbeit von Mitgliedern der Tamedia-Redaktionen ist ausgeschlossen. Bekanntgabe von namhaften Beteiligungen der Tamedia AG i.S.v. Art. 322 StGB: Actua Immobilier SA, Adagent AG, 20 minuti Ticino SA, Adextra AG, Basler Zeitung AG, Berner Oberland Medien AG BOM, CAR FOR YOU AG, CIL Centre d’Impression Lausanne SA, Digital Ad Services AG, DJ Digitale Medien GmbH, Doodle AG, Doodle Deutschland GmbH, dreifive AG, Konstanz, dreifive GmbH, Wien, dreifive (Switzerland) AG, DZB Druckzentrum Bern AG, DZZ Druckzentrum Zürich AG, Edita S.A., Goldbach Audience Austria GmbH, Goldbach Audience (Switzerland) AG, Goldbach Austria GmbH, Goldbach DooH (Germany) GmbH, Goldbach Germany GmbH, Goldbach Group AG, Goldbach Management AG, Goldbach Media Austria GmbH, Goldbach Media (Switzerland) AG, Goldbach SmartTV GmbH, Goldbach TV (Germany) GmbH, Goldbach Video GmbH, Helpling Switzerland AG, Homegate AG, ImmoStreet.ch S.A., Jaduda GmbH, JobCloud AG, Jobsuchmaschine AG, Jointvision E-Services GmbH, LZ Linth Zeitung AG, Meekan Solutions Ltd., MetroXpress Denmark A/S, Neo Advertising AG, Olmero AG, ricardo.ch AG, ricardo France Sàrl, Schaer Holding AG, Schaer Thun AG, Starticket AG, swiss radioworld AG, Tamedia Espace AG, Tamedia Publications romandes SA, Trendsales ApS, Verlag Finanz und Wirtschaft AG, Zattoo Deutschland GmbH, Zattoo Europa AG, Zattoo Inc., Zattoo International AG, Zürcher Oberland Medien AG, Zürcher Regionalzeitungen AG

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Friday September 2019

Foto: Harley Weir / Art + Partner

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