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POZUZO Aktuell Mitteilungsblatt des

„FREUNDESKREISES FÜR POZUZO“ Interressensgemeinschaft der Partnergemeinden SILZ und Haiming sowie des Verreins „FREUNDESKREIS FÜR POZUZO“

Nr. 28 / Juli 2016

Vorwort

www.pozuzo.at

AUS DEM INHALT

Aus dem Vereinsleben in Tirol Berichte aus Pozuzo Portraits von hier und dort Wir gratulieren, danken und gedenken / Allfälliges

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VORWORT

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as auf der Titelseite angekündigte Werk aus der Feder von Dr. Wilfried Schabus, „POZUZO – Auswanderer aus Tirol und Deutschland am Rande Amazoniens in Peru“, gewährt einen fundierten Einblick in Vergangenheit und Gegenwart der Auswanderergemeinde Pozuzo in Peru. Der Autor, Dr. Wilfried Schabus, ist dem Freundeskreis für Pozuzo, mit Sitz in Silz in Tirol, seit vielen Jahren verbunden. In zahlreichen Forschungsreisen war es ihm möglich, das Land und ganz besonders seine Menschen kennen zu lernen. Insbesondere ging es ihm darum, dem in Pozuzo erhaltenen Oberinntaler Dialekt nachzuspüren. Dabei blieben seine Interessen nicht allein auf sein Spezialgebiet als Sprachwissenschaftler beschränkt. Die geschichtlichen Hintergründe der Auswanderung, die Entwicklung der Kolonie von den Anfangsjahren bis heute, die geografischen, klimatischen und wirtschaftlichen Bedingungen, welche die Lebensumstände der Menschen in Pozuzo bestimmen, vereinte er zu einem fundierten Gesamtbild. Seine Erfahrungen und Kenntnisse der Situation vor Ort geben uns als Freundeskreis immer wieder wertvolle Hinweise für unsere Zusammenarbeit mit den Nachkommen der Tiroler Kolonisten. So ist es selbstverständlich, dass wir die Entstehung dieses Buches nach unseren besten Möglichkeiten gefördert haben. Wie auch im Vorwort des Autors erwähnt, gebührt unserem Obmann-Stellvertreter, Mag. Hugo Tinzl, ein großer Dank für sein außerordentliches Engagement für die Verwirklichung dieses Buchprojektes. Der Autor zitiert: Ganz besonderen Dank schulde ich Herrn Mag. Hugo Tinzl, der mit seiner fachkundigen digitalen Bearbeitung meiner oft weniger professionellen Fotos gute Ergebnisse erzielen konnte. Zusammen mit der Bereitstellung von Bildern aus seinem eigenen Archiv trägt er das Hauptverdienst an der gelungenen Illustrierung dieses Buches. Ich möchte es nicht verabsäumen, mich auch bei Frau Dr. Mercedes Blaas vom Universitätsverlag Wagner herzlich zu bedanken. Sie betreute das Buchprojekt und alle, die daran gearbeitet haben, von der ersten Vorlage des Konzeptes bis zum Druck des fertigen Buches in kompetenter Weise. Wir wünschen uns, dass dieses Werk viele interessierte Leserinnen und Leser finden möge, damit Pozuzo und die Leistungen der Menschen, die diese Kolonie aufgebaut haben, einen festen Platz im Bewusstsein und in der Erinnerung der Tiroler Bevölkerung erhalten. Die Auswanderung nach Pozuzo ist ein nicht weg zu denkender Teil der Tiroler Landesgeschichte. Unsere besten Wünsche begleiten dieses Buch, und wir hoffen, dass es bei allen, die sich zur Lektüre entschieden haben, eine gewogene Aufnahme finden möge!

Rudi Heinz Obmann

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AUS DEM VEREINSLEBEN IN TIROL

Jahreshauptversammlung des „Freundeskreises für Pozuzo“ in Silz

Der Vorstand des „Freundeskreises für Pozuzo“ mit Bürgermeister und Saisoniers v.l.: Kassier Konrad Heinz, Schriftführer Mag. Gregor Marberger, Maria Egg Gstir-Saisonier im Zillertal, O-Stvtr. Mag. Hugo Tinzl, Tochter von Maria Egg Gstir-Johanny- Saisonier im Zillertal, Obmann Rudi Heinz, Mariana Schmidt Aguero-Saisonier im Hotel Silzerhof in Kühtai, Alt-Bgm. von Silz Hermann Föger, Isabel Schuler Leandro-Saisonier im Hotel-Restaurant Andreas Wasle in St. Anton, EO und O-Stvtr. DI Eugen Feichtinger. O-Stvtr. Mag. Peter Zoller fehlt im Bild.

Wie sich die Bilder gleichen! Zahllose Menschen verlas-

sen ihre Heimat, um in einem fremden Land für sich eine bessere Zukunft zu finden. Kriege, Armut, sozialer Druck sind die Auslöser einer Massenauswanderung. Die Rede ist hier nicht von den Flüchtlingsströmen, die gegenwärtig über Europa hereinbrechen, sondern über die Tiroler Auswanderer in die Neue Welt, nach Nord- und Südamerika im 19. Jahrhundert. Auch damals gab es eine offizielle Willkommenskultur. Im Vertrauen auf eine Einladung durch den Staat Peru brachen im Jahr 1857 einhundertfünfzig Tirolerinnen und Tiroler – als Vorhut von geplanten 10.000 Einwanderern - aus dem Oberinntal nach Südamerika auf, in der Hoffnung, dort bessere Lebensbedingungen zu finden. Was folgte, könnte mit den Bildern, die uns die Medien heute aus den Balkanländern zeigen, durchaus gut illustriert werden. Zwei Jahre dauerte der Leidensweg der Kolonisten, nur etwa die Hälfte von ihnen erreichte das ersehnte Ziel. Die Integration in die Gesellschaft der neuen Heimat ging nur sehr langsam vor sich. Über sieben Jahrzehnte lebte die Gruppe isoliert in Pozuzo im Amazonasurwald östlich der Anden. Erst Mitte der Siebzigerjahre des 20. Jahrhunderts wurde eine Straßenverbindung hergestellt. Bis zu dieser Zeit lebten die Menschen der Kolonie in der von Europa mitge-

brachten Kultur, ihrem Brauchtum und vor allem mit ihrer Sprache. Die Verbindung zur Tiroler Heimat blieb dabei immer bestehen. Waren es anfangs nur seltene Briefe, so begann nach dem 2. Weltkrieg ein stetig wachsender Kontakt über teils prominente Besucher aus Tirol wie Univ. Prof. Dr. Karl Ilg oder den bekannten Bergführer Hannes Gasser. Ein Gegenbesuch des damaligen Bürgermeisters von Pozuzo, Augustin Egg, im Jahr 1980 führte zur Gründung einer Gemeindepartnerschaft mit Silz, später auch mit Haiming und in der Folge zum Entstehen des Freundeskreises für Pozuzo. Dieser Verein mit Sitz in der Partnergemeinde Silz, bestehend aus derzeit 450 Mitgliedern, sieht seine Aufgabe darin, die Partnerschaft mit Leben zu erfüllen und die Verbindung mit den Nachkommen der Auswanderer aufrecht zu erhalten. Im Rahmen seiner diesjährigen Jahreshauptversammlung, traditionell am 16. März abgehalten, dem 159. Jahrestag des Aufbruchs der Kolonistengruppe, konnte Obmann Rudi Heinz einen beeindruckenden Leistungsbericht vorlegen. Im Zentrum der Vereinsarbeit steht das Projekt „Deutschunterricht“, der in den Kindergärten und Schulen in Pozuzo auf Wunsch der dortigen Bevölkerung seit nunmehr 20 Jahren für alle Kinder angeboten wird. Die Gehälter der derzeit

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AUS DEM VEREINSLEBEN IN TIROL fünf einheimischen Lehrerinnen werden mit Hilfe öffentlicher Stellen in Land und Bund vom Freundeskreis getragen. Eine weitere Bildungsinitiative, der sog. Unterstützungsfonds, stellt Stipendien für begabte Schüler aus bedürftigen Familien zur Verfügung. 17 Kinder bzw. deren Familien konnten im abgelaufenen Jahr mit € 7.400.- gefördert werden. Der Ausbildung dient auch das Projekt „Saisoniers“, in dessen Rahmen seit Jahren jeweils interessierte Jugendliche in Tiroler Gastronomiebetrieben - dank des Entgegenkommens der jeweiligen Unternehmer - in der Wintersaison praktische Erfahrung im Tourismus erwerben können. Derzeit sind drei junge Damen bei uns in Tirol im Einsatz. Als Ergebnis intensiver Recherchearbeit unter tatkräftiger Mithilfe von Funktionären des Freundeskreises für Pozuzo wird im Juli dieses Jahres ein fundiertes Buch über Pozuzo, mit dem Titel „POZUZO – Auswanderer aus Tirol und Deutschland am Rande Amazoniens in Peru“ erscheinen. Verfasser ist der ausgezeichnete Pozuzokenner und Sprachforscher Dr. Wilfried Schabus, der seit vielen Jahren eng mit dem Freundeskreis verbunden ist. Das rund 450 Seiten starke

Werk erscheint im „Universitätsverlag Wagner“ und wird durch einen Beitrag der Leiterin des Tiroler Volksliedarchivs, Frau Dr. Sonja Ortner, ergänzt. Obmann Rudi Heinz konnte darüber hinaus noch über eine Reihe weiterer Aktivitäten des Vereins berichten, die nicht zuletzt der Beschaffung der notwendigen finanziellen Mittel für die einzelnen Projekte dienen. Seit der im Vorjahr erfolgten Zusammenführung mit dem ehemaligen Verein „Gesundheit für Pozuzo“, der dort vor Jahren ein neues leistungsfähiges Krankenhaus errichtet hat, zählt die erforderliche Nachsorge für dieses Projekt in Zukunft ebenfalls zu den Vereinsagenden. Im Zentrum aller Bemühungen steht aber die Pflege der Beziehung mit den Menschen in Pozuzo. Gegenseitige Besuche, wie eine geplante Reise zum 160-Jahre Jubiläum im kommenden Jahr, sind dazu angetan, bestehende Freundschaften zu erhalten und immer neue zu begründen.

EO OSR Franz Wurnig

Christian Tramberger, Vorstandsmitglied der Partnergemeinde Silz, wird mit einem guten Tropfen Wein aus dem Vorstand verabschiedet. Als neues Vorstandsmitglied wird Magnus Gratl von der Gemeinde entsandt. Nicht im Bild ist Vorstandsmitglied der Partnergemeinde Haiming, Annemarie Gritsch, die ebenfalls aus dem Vorstand ausscheidet. Ihr folgt die neue Gemeinderätin Petra Hoffmann als Vorstandsmitglied nach. Wir danken den Ausgeschiedenen für ihre ehrenamtliche Tätigkeit und wünschen den Neuen viel Freude für den Einsatz für Pozuzo.

Vorankündigung Pozuzo-Reise 2017 Im Juli 2017 wird voraussichtlich eine Reise nach Pozuzo organisiert. Es wird das Jubiläum „160 Jahre Auswanderung nach Pozuzo“ gefeiert. Angedacht ist eine Reisegruppe bis zu maximal 25 Personen. Der Flug nach Lima wird von hier aus organisiert, die Reiseabwicklung ab Lima über ein dortiges Reisebüro. Genaue Preisangaben können derzeit noch nicht gemacht werden. In der Dezember-Ausgabe von „Pozuzo Aktuell“ können wir Konkretes vorlegen. Interessenten mögen sich beim Obmann Rudi Heinz melden. Es wird sowohl eine zweiwöchige- als auch eine dreiwöchige Variante angeboten werden. Letztere wird auch einen Ausflug nach Machu Pichu beinhalten.

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Unsere Projektleiterin für die Projekte Deutschunterricht und Saisoniers, Traudi Feichinger, berichtet:

Deutschunterricht in Pozuzo Das Schuljahr 2016 hat in der zweiten Märzwoche begonnen und wird bis Mitte Dezember dauern. Die letzte Juliwoche und die erste Augustwoche sind Ferien, da in dieser Zeit die “Fiestas„ stattfinden. Im heurigen Schuljahr unterrichten folgende Lehrerinnen: Cecilia Schmidt Schaus in Prusia mit 22 Wochenstunden. Sie unterrichtet im Kindergarten, in der Primaria und in der Sekundaria. Yeraldina Martinez Kroll im Zentrum mit 26 Wochenstunden. Sie lehrt an der Grundschule und in der Sekundaria. Maribel Gstir de Egg im Zentrum mit 24 Wochenstunden. Ebenfalls Grundschule und Sekundaria. Rosangela Witting Poma mit 21 Wochenstunden im Kindergarten und in der Grundschule im Zentrum. Rosa Müller Garcia mit 24 Wochenstunden. Sie unterrichtet in Santa Rosa alle Schultypen.

Die Koordinatorinnen sind Cecilia Schmidt Schaus und Yeraldina Martinez Kroll. Die beiden Lehrerinnen senden Wochen- und Monatspläne über den abgehaltenen Unterricht an mich zur Kontrolle, Sie machen ihre Arbeit sehr gut, verlässlich und pünktlich. Es gebührt ihnen dafür großes Lob. Neu in unserem Team ist Rosangela Witting Poma, die sich schon gut eingearbeitet hat und natürlich von den arrivierten Lehrerinnen tatkräftig unterstützt wird. Rosa Müller Garcia hat vom Goethe Institut in Lima, dank Frau Binder, ein Stipendium in Düsseldorf bekommen und absolviert ihre Fortbildung dort im Juni. Während dieser Zeit macht Mariana Schmidt Aguera, die schon für uns gearbeitet hat, die Vertretung in Santa Rosa.

Saisoniers in Tirol

In der abgelaufenen Wintersaison war nur ein Mädchen, Mariana Schmidt Aguera, in Tirol. Sie arbeitete im Kühtai im Hotel Silzerhof, der Familie Annemarie und Christian Tramberger. Ihre Arbeitgeber waren mit ihrer Leistung äußerst zufrieden und auch Mariana war glücklich. Ein gelungenes Miteinander! Außerhalb unseres Projektes arbeitet bereits seit 8 Jahren

Maria Egg Gstir im Zillertal auf „Schiestl`s Sunnalm“ am Horberg in der Gemeinde Hippach, bei Familie Claudia und Albert Schiestl. Ihre Tochter Johanny ist mitgekommen und hat mitgearbeitet. Isabel Schuler Leandro hat sich selbst organisiert und hat in St. Anton bei Andreas Wasle gearbeitet.

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Buchneuerscheinung: „POZUZO - Auswanderer aus Tirol und Deutschland am Rande Amazoniens in Peru“ von Dr. Wilfried Schabus, Universitätsverlag Wagner, Innsbruck, 2016 Im 19. Jahrhundert mussten aus Österreich und Deutschland viele Menschen auf Grund wirtschaftlicher Not auswandern. Dieses Buch von Wilfried Schabus erzählt von kinderreichen Familien aus Tirol und dem Rheinland, die 1859 nach einer zwei Jahre langen, verlustreichen Irrfahrt schließlich in der Isolation des peruanischen Regenwaldes als Siedlungspioniere ein neues Leben begannen und wie sich das Leben ihrer Nachkommen bis heute entwickelt hat. Zum Autor: Wilfried Schabus, geboren 1943 in Lübeck, aufgewachsen in Kärnten. Studium in Wien; Dr. phil., war als Sprachund Kulturforscher am Phonogrammarchiv der Österreichischen Akademie der Wissenschaften sowie als Honorarprofessor für Germanistische Sprachwissenschaft an der Universität Wien tätig. Sein großes Interesse galt der Auswanderungsodysee von Tirol nach Peru, er machte sich selber einige Male auf den Weg über die Anden und in seinem Buch können wir neue Erkenntnisse über den langen Weg, der von 1857 bis 1859 Jahre dauerte, erfahren und durch seinen intensiven Kontakt mit den Nachfahren der Auswanderer in Peru das heutige Pozuzo kennenlernen. Gedanken von Frau Dr. Mercedes Blaas, Programmleitung, Universitätsverlag Wagner, Innsbruck zum neuen Buch: Seitens des Universitätsverlags Wagner freuen wir uns sehr über dieses geglückte Buch, das unser Tirolensien-Verlagsprogramm auf wertvolle Weise bereichert. Herr Professor Schabus hat ein großartiges Werk geschaffen, das dem Fachmann ebenso wie dem interessierten Laien die Geschichte von Pozuzo auf dem neuesten Forschungsstand darlegt. Ein besonderer Glücksfall ist dabei natürlich der Umstand, dass der Autor sein Wissen in erster Linie aus dem eigenen Erleben schöpft, und diese Unmittelbarkeit, diese Nähe zu den Menschen in Pozuzo spricht aus allen Kapiteln seines umfangreichen Buches. Wilfried Schabus ist aber auch tief in die Geschichte Pozuzos eingedrungen und hat sich dafür mit der Literatur, aber auch mit der reichen Erinnerungskultur der Pozuciner auseinandergesetzt. Die Vorgeschichte der Auswanderung im 19. Jahrhundert wird ebenso thematisiert wie der lange, mühevolle Weg in das fremde Land und die großen Probleme der Neuankömmlinge in ihrer künftigen Heimat. Auch der zweiten Auswanderergruppe wendet der Autor sein Augenmerk zu und den vielen Enttäuschungen über gescheiterte Wege- und Eisenbahnprojekte sowie den Abwanderungen von Kolonisten in günstiger gelegene Orte. Mit viel Liebe zum Detail zeichnet Wilfried Schabus die wechselvolle Geschichte Pozuzos bis in die unmittelbare Gegenwart. Das Kapitel „Erinnerungen eines Pozuciners“ scheint mir von besonderem Reiz. Der Autor hat José Egg Gstir, der 1947 auf dem Hof Palmatambo oberhalb von Pozuzo geboren wurde, gebeten, über seine Kindheit zu erzählen. In diesen Schilderungen stößt der Leser auf vieles, was ihm sehr vertraut ist, vor allem auf den Oberländer Dialekt und auf zahlreiche altbekannte Bräuche und Gewohnheiten. Aber zugleich ist sehr vieles anders, fremd und ungewohnt, in der Natur, unter der anderssprachigen Bevölkerung, im Alltag, der von ganz anderen Herausforderungen geprägt ist. Wilfried Schabus versteht es, diese Unterschiede mit großem Einfühlungsvermögen herauszuarbeiten. Von Bedeutung sind natürlich auch die Dokumente, die der Autor im Anhang vorstellt: die Namen und die Herkunft der frühen Pioniere aus Tirol und dem Rheinland, die Biographien der wichtigsten historischen Persönlichkeiten, die Verträge mit der Regierung, die Einteilung der Parzellen der Pozuciner um 1897. Es gibt detaillierte Angaben zum Ortsbild, zum Essen, zur Kleidung und zur handwerklichen Tätigkeit der Pozuciner, die durch eine Fülle an Bildmaterial anschaulich illustriert werden. Ein sehr umfassender Beitrag im Buch stammt von Sonja Ortner, die sich den deutschsprachigen Volksliedern in Pozuzo und der Frage widmet: Welche Lieder brachten die ersten Pioniere mit? Was kam später auf anderem Weg, durch Gäste oder etwa durch Zusendung von Kassetten und CDs nach Pozuzo? Bei welchen Gelegenheiten wird gesungen und welche Persönlichkeiten haben sich um die deutschsprachige Volksmusik besonders verdient gemacht? Den Abschluss des Bandes bildet schließlich eine besonders wertvolle wissenschaftliche Zusammenstellung des Sprachforschers Wilfried Schabus: Er bietet dem Leser ein Glossar des in Pozuzo gesprochenen Tirolés, das vor allem auch die im Buch vorkommenden Dialektwörter behandelt. Über die ideale Optik des Buches haben der Autor, der Freundeskreis für Pozuzo und der Verlag längere Zeit nachgedacht: Schließlich wurde ein Format gewählt, das eine lesefreundliche Gestaltung des Textes durch zweispaltigen Druck ebenso ermöglicht wie eine großzügige Präsentation des reichen Bildmaterials. Wir wünschen dem Werk eine große Leserschaft!

Dr. Mercedes Blaas

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Unterstützungsfonds – Stipendien für die Jugend von Pozuzo Bericht für das Förderjahr 2015 Ausgangssituation und Maßnahmen Bekanntlich wurde im Jahre 2009 der Unterstützungsfonds mit dem Ziel eingerichtet, die schulische Ausbildung bedürftiger Jugendlicher in Pozuzo zu fördern und ihnen einen schulischen Abschluss der Secundaria als Basis für eine berufliche Weiterentwicklung zu ermöglichen. Unser Projekt läuft nun bereits das 7. Jahr mit Erfolg. Jeder ausgewählte Schüler wird mit rund EUR 380,-- pro Jahr unterstützt. Im abgelaufenen Schuljahr 2015 konnten wieder 17 Schüler (7 Túpac Amaru, 6 Alexander von Humboldt und 4 Santa Rosa) gefördert werden, wobei auch dieses Jahr alle „Stipendiaten“ das Lernziel erreicht haben. Die jeweiligen Jahrgangsbesten einer jeden Secundaria wurden mit einem kleinen Anerkennungsgeschenk bedacht.

Vorschau für 2016 Der für die im Jahr 2015 ausgeschütteten Stipendien aufzuwendende Betrag belief sich inklusive Transfer- und Wechselkosten auf circa EUR 7.400,-- und konnte mit den Mitteln des Landes Tirol in Höhe von EUR 6.000,-- zum größten Teil gedeckt werden. Der restliche Teil wurde von privaten Spenden bzw. vom Fondsvermögen gedeckt. Auch im laufenden Jahr wird das Förderprojekt im gleichen Umfang wie in den vorangegangenen Jahren weitergeführt. Die 17 Stipendiaten für 2016 wurden bereits vom „Circulo“ ausgewählt.

Im Bild: Die StipendatenInnen der Secundaria von Santa Rosa 2016

Von links nach rechts: Rosa Müller García, Enrique Schuler Schaus, Jeshly Eliana Gonzales Müller, Graciela Ventura Silvestre, Ruth Carrión Calderón, Nelson Rosales Diego, Helga J. Aylas Soto (Direktorin), Carlos Gstir Schaus.

Resümee

Unser Vorhaben, einen Beitrag zur Ausbildung von finanziell bedürftigen Jugendlichen zu leisten, ist erfolgreich unterwegs und wird auch in den nächsten Jahren in ähnlichem Umfang weitergeführt.

Mag. Tinzl Hugo

Thaur, am 18. Juni 2016

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Filmprojekt „POZUZO TV“ mit der Ferrarischule Innsbruck Ausgangslage Wir sind eine Medienklasse mit 14 SchülerInnen und haben uns im Videounterricht mit Pozuzo, der einzigen „österreichischen-deutschen Kolonie der Welt“ in Peru, befasst. Kennen Sie Pozuzo? Eine rein rhetorische Frage, natürlich kennen Sie Pozuzo, sonst würden sie wohl kaum diese Zeitschrift lesen. Jedoch wir, die 3DHW der Ferrarischule Innsbruck, kannten diesen Ort bis vor ein paar Monaten noch gar nicht. Aus der Frage „Kennt ihr Pozuzo?“, die uns unser Videolehrer Emanuel Bachnetzer Anfang Februar stellte, entwickelte sich unser äußerst interessantes Videoprojekt „Project Pozuzo“. Unser Ziel ist es so viele Menschen wie möglich auf diesen außergewöhnlichen Ort und seine Bewohner/innen aufmerksam zu machen. Anfangs überlegten wir, welche Beiträge wir zu welchen Themen erstellen wollten und kontaktierten Tomas Polinar Montesinos in Pozuzo, der für uns Videomaterial in Pozuzo aufnahm. Langsam kam der Stein ins Rollen und wir besuchten im März Rudi Heinz, Traudi Feichtinger und Marianna Schmidt aus Pozuzo in Silz für ein Interview. Das Ziel der Ferrarischule sind 10 kurze Berichte bzw. Reportagen über Pozuzo. Jetzt, mittlerweile drei Monate später, werden Videos fertig geschnitten, weitere Aufnahmen gefilmt und Beiträge für unsere Facebook Seite verfasst. Nach der Fertigstellung von POZUZO- TV, werden die Filme in einen YouTube Kanal gestellt, sowie TV-Anstalten zu Verfügung gestellt. Wir bedanken uns nochmals recht herzlich bei allen Beteiligten, die uns so tatenkräftig bei unserem Projekt unterstützt haben. Die Schülerinnen und Schüler des Projektes: Laura, Jeremias, Daniel, Samantha, Lena, Lea, Kerstin, Sophia, Sol, Laura, Eilin, Nadja, Aleyna, Projektleiter Emanuel Bachnetzer. Im Namen der Studenten

Lena Wartscher

Informationen im Stenogramm-Stil, mit einem herzlichen „Vergelt´s Gott an diese Freunde und Gönner Die Homepage wurde neue erstellt. Ergänzungen werden noch durchgeführt. Großes Lob und Dank für die Ersteller der Homepage neu: Mag. Gregor Marberger, Martina Hirn, Evi Lunger. P. Pater Thomas Naupp OSB, seit 2011 Pfarrprovisor in Steinberg am Rofan, hat dem Verein 150 Bücher mit dem Titel „Pozuzo-Ein Stück Tiro in Peru“ geschenkt. Zoller Peter hat uns in seinem Weinberg in Haiming zu einer Ausschusssitzung mit herrlicher Verpflegung und Weinvorstellung eingeladen. Die Druckerei Pircher in Ötztal-Bahnhof hat uns mit ihrer Weinachtsaktion großartig unterstützt. Anlässlich des 95-Jahr-Jubiläum der Fa. Holz-Marberger in Ötztal-Bahnhof konnten wir den Erlös der freiwilligen Barspenden in Empfang nehmen.

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Pozuzo ist viele Erinnerungen wert!

Treffen mit Pozuzo-Freundin Ulla Mayerhofer und dem Autor vieler Pozuzo-Artikel und Mitautor des Bucher „Pozuzo-Ein Stück Tirol in Peru“, P. Thomas Naupp OSB: von Eva Lunger Am Mittwoch, 15. Juni 2016, haben wir uns (Obmann Rudi Heinz, Hugo Tinzl und Eva Lunger) auf den Weg ins Unterinntal gemacht, um uns mit Frau Ulla Mayerhofer und P. Thomas Naupp zu treffen. Frau Ulla Mayerhofer, geb. Staudacher, nahm im Sommer 1959 an der Tiroler Kordilleren Expedition teil. Sie war als 20 jährige junge Frau mit dem Expeditionsteam von Hannes Gasser – mit Horst Pattis, Klaus Keplinger und Albert Zangerl unterwegs. Das war für die junge Bergsteigerin ein Erlebnis der ganz besonderen Art und wenn sie davon erzählt, blitzen ihre Augen und viele Erinnerungen werden wieder wach. Als der damalige Landeshauptmann, Dr. Tschiggfrey, die Gruppe verabschiedete, nahm er einen Brief von seinem Schreibtisch und sagte: „Da hat mir ein Pfarrer aus Pozuzo in

Besuch bei Familie Mayerhofer in Jenbach. V.l. Obmann Rudi Heinz, Ulla Mayerhofer, Eva Lunger

ben, über sein schriftstellerisches Schaffen faszinierte er uns wieder aufs Neue. Man könnte ihm Stunden lang zuhören, sein Fachwissen und sein Interesse für Geschichte, Kunstgeschichte und viele Themen, die sich auf Grund seiner Arbeit im Archiv von Stift St. Georgenberg-Fiecht ergeben und sein Interesse für Pozuzo lassen den Stoff nicht ausgehen. Wir vergaßen dabei ganz aufs Essen. Wir freuen uns, dass wir in den nächsten Ausgaben von „Pozuzo aktuell“ auch Beiträge von ihm über wichtige Persönlichkeiten rund um das Thema Pozuzo drucken können.

Peru geschrieben, ob wir unsere Landsleute im Urwald ganz vergessen hätten! Fahrt’s hin und berichtet’s mir dann!“ So machten sich die Expeditionsteilnehmer nach den Bergtouren auf nach Pozuzo und fühlten sich dort. wie in einem Zeitsprung, in einer bei uns längst vergessenen Welt – Tirol, wie es vor 100 Jahren war. Sie erlebten eine unvergessliche Zeit in Pozuzo und die herzliche Verbindung blieb für Ulla Mayerhofer noch lange aufrecht. Sie war 1964 und 20 Jahre später, 1984, nochmals im „Tiroler Dorf in den Anden“ und wir werden noch mehr von ihren Erlebnissen und von ihren Hilfsaktionen in der Heimat, die sie lange Zeit durchgeführt hat, in der nächsten Ausgabe von „Pozuzo aktuell“ erzählen. Das Treffen mit Pater Thomas Naupp war ganz anderer Art. Mit seinen Erzählungen über seine Projekte und Vorha-

Ulla Mayerhofer mit Kinder in Pozuzo

Mittagessen mit P. Thomas Naupp im „Gasthaus Marie“ in Achenkirch. V.l.: Rudi Heinz, P. Thomas Naupp OSB, Eva Lunger, Mag. Hugo Tinzl.

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Kurznachrichten berichtet von Carlos Gstir Schaus aus Pozuzo In Pozuzo geht es uns allen Gott sei Dank gut. Die Regenzeit war dieses Jahr nicht so stark wie in den anderen Jahren, wir hatten wenig Regen und sehr viel Sonne und viel Wärme. Das Jubiläums-Projekt 2009 – „Unterstützungsfonds-Stipendien für die Jugend von Pozuzo“ verläuft hervorragend. Ich möchte bei dieser Gelegenheit euren Hugo Tinzl mit einem großen Lob für die reibungslose Abwicklung herzlich danken. Die Verbesserung der Straße zwischen Pozuzo und Oxapampa und zwischen Pozuzo und Codo del Pozuzo schreitet voran und wird täglich mit vielen Maschinen verbessert. Jetzt braucht man nur mehr 2 Stunden von Oxapampa bis Pozuzo.

Rezepte aus Pozuzo zum Ausprobieren In dieser Ausgabe stellt die Sozialanthropologin Dr. Ruth Haselmair-Gosch die Reisknödelsuppe von María Egg Gstir vor. Diese Variante kann auch in unseren Breiten einfach nachgekocht werden, da alle Zutaten erhältlich sind.

Reisknödelsuppe - Sopa de albóndigas de arroz Ein Rezept von María Egg Gstir aus Pozuzo Zutaten für die Hühnerbrühe 1 Huhn (Landhuhn) Kaltes Wasser Salz 1 Basilikum Zubereitung der Hühnerbrühe Das gerupfte und ausgenommene Huhn zerteilen und in einen großen Topf geben. Mit kaltem Wasser auffüllen, bis alle Teile mit Wasser bedeckt sind und mit Salz 2 Stunden lang kochen. Den Schaum immer wieder abschöpfen. Im Druckkochtopf nur 25 Minuten kochen. Zum Schluss für den Geschmack frische Basilikumblätter beigeben und noch kurz mitkochen. Zutaten für die Reisknödel 4 Tassen Reis 1 Handvoll Schnittlauch, fein geschnitten 3 Zehen Knoblauch, gepresst 4 Eier ¾ Tasse Gries 1 Handvoll Weizenmehl 1 Prise Salz 1 Prise Pfeffer Zubereitung der Reisknödel Reis mit etwas Knoblauch kochen und kalt stellen. Den kalten Reis mit allen Zutaten mischen und gut durchkneten. Die Hände mit Wasser befeuchten damit die Masse nicht klebt und die Reisknödel formen. Zuerst probieren, ob die Masse passt: einen Knödel ins kochende Wasser geben. Zerfällt er, noch etwas Mehl beimischen, jedoch nicht zu viel, da die Knödel sonst zu hart werden. Die Knödel in siedendem Wasser kochen. Sobald sie aufschwimmen, aus dem Wasser nehmen. Hühnersuppe mit einem Fleischstück, zwei Knödel und fein geschnittenem Schnittlauch servieren. Bleiben Reisknödel übrig, können sie frittiert als Beilage verwendet werden.

Wissenswertes zum Reisknödel: Der Reisknödel – in Hühnersuppe serviert – entstand vermutlich relativ bald nach Ankunft der Siedlerinnen und Siedler aus dem Tiroler Knödel, indem das Knödelbrot durch Reis ersetzt wurde. Weizen, der für die Brotherstellung benötigt wurde, wuchs im Regenwald Perus nicht und konnte nur mühsam mit Mauleseln nach Pozuzo gebracht werden. Der Bergreis hingegen wurde hier angebaut und gehört auch heute noch zu den täglichen Grundnahrungsmitteln. Es gibt heutzutage verschiedene Varianten, Reisknödel zuzubereiten und zu servieren. In der ursprünglichen Variante werden neben dem Hauptbestandteil Reis auch Mais und Yuca verwendet. Diese Zutaten wurden in einer neueren Variante (siehe Rezept) durch Weizenmehl und Gries ersetzt, denn diese sind im Gegensatz zum geriebenen Mais mittlerweile für die Bevölkerung Pozuzos ohne Landwirtschaft im Dorf einfacher und ohne den zusätzlichen Arbeitsaufwand des Mahlens erhältlich. Manchmal werden auch Fleischstücke oder Innereien vom Huhn beigemengt. Aus den besseren Stücken des Huhns wird dann meist Briala (typischer Pozuziner Schmortopf) gekocht und als zusätzliche Speise aufgetischt. Die modernere Variante

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BERICHTE AUS POZUZO des Reisknödels enthält kein Fleisch mehr, dieses wird separat zu den Knödeln als Stück in der Suppe angerichtet, wie es auch für die peruanische Hühnersuppe üblich ist. War der Reisknödel früher – auch als Resteverwertung bei gekochtem Reis – ein alltägliches Gericht, so wird er mittlerweile eher nur bei besonderen Anlässen zubereitet. Er gilt heute ähnlich wie der Bananenstrudel als typisches Tirolergericht.

Die Köchin María Egg Gstir betreibt die Herberge „Frau María Egg“ (www.pozuzo.com) in Pozuzo, wo sie sich unter anderem auch um das kulinarische Wohlergehen ihrer Gäste kümmert.

Die Autorin Dr. Ruth Haselmair-Gosch forschte für ihre Dissertation „Weitergabe und Tradierung von Wissen über Kulinarik in der österreichisch-deutschen Siedlung Pozuzo in Peru“ in Pozuzo für jeweils 4 Monate in den Jahren 2008 und 2009. Das vorliegende Rezept wurde neben vielen anderen Rezepten von ihr im Rahmen des Forschungsprojekts P19705-G14 gesammelt und vom Fonds zur Förderung der Wissenschaftlichen Forschung - Austrian Science Fund (FWF) gefördert. Der Teil über Wissenswertes zum Reisknödel stammt aus dem Artikel „Die Pozuziner Küche“ der Autorin. Nachzulesen in Josef Riedmann und Richard Schober (Hrsg.), Tiroler Heimat. Jahrbuch für Geschichte und Volkskunde Nord-, Ost- und Südtirols. Innsbruck: Universitätsverlag Wagner, S. 121–127.

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Jahresbericht Deutschunterricht 2015 Pozuzo, Dezember 2015

Liebe Freunde in Tirol! Das Schuljahr 2015 hat am 09. März angefangen und am 18.Dezember geendet.

und Witze, die die Schüler der 4. und 5. Klasse Sekundaria verstanden haben.

In Santa Rosa haben Rosa Müller Garcia und Mariana Schmidt Agüero unterrichtet, Juliana Müller Bottger hat im Zentrum und in Monte Funer im Kindergarten, sowie in der Grundschule José Egg unterrichtet, Maribel Gstir und Yeraldina Martínez Kroll in der Primaria und in der Sekundaria. Cecilia Schmidt in Prusia. Wir haben dieses Jahr insgesamt mehr als 800 Schüler, die Deutschunterricht bekommen haben.

Am Ende des Jahres haben wir den Schülern den Film “Bananenstrudel – Dirndl” gezeigt, weil wir möchten, dass die Jugend immer mehr Interesse an der Deutschen Sprache nimmt und dass sie die Kultur von Pozuzo in ihr Herz aufnimmt. Es war wie eine Art Österreichisches Kino in der Schule.

Am Anfang des Jahres haben wir ein Schulprogramm für den Deutschunterricht für jede einzelne Klasse erarbeitet. Alle zwei Monate bekommen die Eltern ein Schulzeugnis mit den Noten in allen Fächern, damit sie sehen können, wie erfolgreich ihre Kinder beim Lernen sind. Von der Gemeinde haben wir dieses Jahr einen Kopierapparat bekommen, der für uns sehr nützlich war. Die Gemeinde Pozuzo versorgt uns mit Büroartikeln (Papier, Klebstoff, Toner usw,) die wir für den Deutschuterricht benötigen. Wir haben einmal in der Woche eine Lehrersitzung gehabt, um zusammen Material für den Deutschunterricht vorzubereiten, Ideen auszutauschen, den Unterricht zu verbessern und die Vorbereitung des Unterrichts gemeinsam zu planen. .Außerdem haben wir die Arbeitsbücher verbessert und nächstes Jahr werden die Schüler mit einem noch besseren Buch Deutsch lernen. Von der Österreichischen Botschaft in Lima hat die Sekundarschule”Tupac Amaru” viele Kinder- und Jugendbücher bekommen. Wir haben einige von diesen Büchern auch im Unterricht verwendet. Es gab interessante und kurzweilige Lektüre über die Tiere

Viele Aktivitäten von der Schule mussten wir auch organisieren. So feiern wir den “Tag der Kartoffel” und zwei Mal im Jahr wurde ein Tag der “Logro” gefeiert, da wird gezeigt, was die Schüler in allen Fächern gelernt haben und wie sie es geschafft haben. Maribel Gstir ist Mutter geworden und aus diesem Grund hat Kimberlyn Ballesteros Schuler sie vertreten und von Mitte September bis zum Schulabschulss in der Grundschule und in der Sekundaria Deutsch unterrichtet. Im November und Dezember haben wir wie jedes Jahr das Sankt Martinsfest und Sankt Nikolausfest gefeiert. Dafür konnten die Kinder in der Schule Lieder lernen, eine Laterne basteln und einen Laternenumzug durch die Straßen machen. In den Schulferien fährt Juliana Müller nach Lima, um einen Sprachkurs am Goethe- Institut zu besuchen . Wir Pozuziner, Deutschlehrerinnen, Schüler, Eltern und der Gemeinderat, bedanken uns herzlich beim Freundeskreis für Pozuzo für die Hilfe und Unterstüzung des Deustchprojektes in Pozuzo. Wir wünschen euch frohe Weihnachten und ein gutes Neues Jahr 2016!

Yeraldina Martinez-Kroll, Cecilia Schmidt-Schaus, Maribel Gstir-Cruz, Rosa Müller - Garcia, Juliana Müller - Bottger, Mariana Schmidt - Agüero

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PORTRAITS VON HIER UND DORT

Neuer Bürgermeisters von Silz Als neu gewählter Bürgermeister der Partnergemeinde von Pozuzo nehme ich gerne die Gelegenheit war, mich vorzustellen und ein paar Gedanken in diese Ausgabe einzubringen. Zunächst ein paar Wort zu mir: Geburtsjahr 1959, Absolvent der Handelsschule und der Höheren technische Lehranstalt für Elektrotechnik in Innsbruck, Vater dreier Söhne. Bis zur Bürgermeisterwahl 2016 leitete ich das von meinen Eltern gegründete Elektrounternehmen Dablander in Silz. Seither führt einer meiner Söhne das Unternehmen erfolgreich weiter. Seit 1998 bin ich mit einer eigenen Fraktion im Gemeinderat vertreten. Von 2004 bis 2010 war ich Obmann für Pozuzo-Angelegenheiten im Gemeinderat. Anlässlich meiner Reise zum 150 Jahr Jubiläum - 2009 nach Pozuzo, lernte ich Land und Leute persönlich kennen. Bereits bei der Anreise von Lima nach Pozuzo war ich überwältigt von den übermenschlichen Strapazen, die die Auswanderer damals wohl ausgestanden haben mussten, um für sich und ihre Familien ein neues besseres Leben aufzubauen. Beeindruckend war der herzliche Empfang, die Gastfreundschaft, das Hochhalten der alten Traditionen bei den Feierlichkeiten und die einfache Lebensweise der Bevölkerung. Durch die Möglichkeit der Verständigung in unserer Heimatsprache fühlte man sich sofort wohl in einem fremden Land fernab der Heimat. Stellvertretend für die gesamte Gemeindeführung von Silz, verspreche ich ihnen, die vom - leider am 30. Juni 2016 verstorbenen - Altbürgermeister Dkfm. Eduard Förg gegründete Gemeindepartnerschaft weiter zu leben und zu pflegen.

Ganz nach dem Motto des ehemaligen Silzer Bürgermeisters Franz Heinz: „Vergiss mir die Pozuziner nicht“.

Ing. Helmut Dablander Bürgermeister von Silz

WIR GRATULIEREN Hermann Föger wurde nach dem frühen Ableben un-

seres Bürgermesiters Arnold Hirn im Jahre 2006 zum neuen Bürgermeister der Partnergemeinde Silz gewählt. Er hat die Projekte für Pozuzo gemeinsam mit seinem Gemeinderat immer zum Wohlwollen von Pozuzo unterstützt. Im Jubiläumsjahr 2009 – 150 Jahre Gründung von Pozuzo – war AltBgm. Hermann Föger persönlich bei den Feierlichkeiten in Pozuzo dabei. Wir danken für die positive Zusammenarbeit und gratulieren zur Verleihung des Ehrenringes der Gemeinde Silz, der ihm am Herz Jesu Freitag, den 3. Juni 2016 verliehen wurde.

Bürgermeister Ing. Helmut Dablander überreicht an Alt. Bgm. Hermann Föger den Ehrenring

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WIR DANKEN ...

Wir danken       

Dem Bundesministerium für Bildung und Frauen, Wien Dem Allgemeinen Deutschen Kulturverein, Wien Der Tiroler Landesregierung, Abteilung Südtirol, Europaregion und Außenbeziehungen, Innsbruck Den Partnergemeinden Silz und Haiming und der Gemeinde Zams Allen Sponsoren und Gönnern unseres Vereines Unseren Mitgliedern Allen Vorstands- und Beiratsmitglieder für ihre ehrenamtliche Tätigkeit

WIR GEDENKEN

Wir trauern um Alt-Bgm. und Ehrenobmann KR Dkfm Eduard Förg, der am 30. Juni 2016 im 89. Lebensjahr verstorben ist. Wer Eduard Förg kannte, bringt seinen Namen unmittelbar mit der Silzer Partnergemeinde Pozuzo in Verbindung. Als Bürgermeister von Silz begründete er im Jahr 1980 die Gemeindepartnerschaft mit der Auswanderergemeinde im peruanischen Urwald. Unmittelbarer Anlass dazu war der Tirol-Besuch des damaligen Bürgermeisters von Pozuzo, Augustin Egg, dessen Vorfahren, wie zahlreiche andere, aus Silz ausgewandert waren. Eduard Förg war es auch, der im Anschluss daran diese Partnerschaft mit Leben erfüllte. Als Obmann des Freundeskreises für Pozuzo leitete er diesen Verein von 1992 bis 2002 und setzte in dieser Zeit zahlreiche Initiativen zum Wohl und zur Unterstützung der Nachkommen der Tiroler Auswanderer von 1857. Diese zielten vor allem darauf ab, ihnen bei ihrem Bemühen um die Erhaltung ihrer kulturellen Wurzeln zu helfen. Eines der wichtigsten Projekte, welches nach wie vor lebt, ist die seit 1996 begonnene Erteilung von Deutschunterricht an den Schulen in Pozuzo. Dieses unermüdliche Engagement für eine permanente Entwicklungshilfe war der Anlass für den Österreichischen Bundespräsidenten, im Jahre 2003 Eduard Förg mit dem Goldenen Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik Österreich auszuzeichnen. Der Freundeskreis für Pozuzo würdigte sein langjähriges Wirken an der Spitze im Jahr 2005 durch die Verleihung der Ehrenobmannschaft. Der Freundeskreis hat einen ganz besonderen Freund verloren. Wir trauern und fühlen mit den Angehörigen. Aber unser Freund „Edi“ wird hier bei uns, aber auch in Pozuzo im fernen Peru nicht vergessen sein!

Ehrenobmann OSR Franz Wurnig überreicht Alt-Bgm. KR Dkfm. Edi Förg die Ehrenurkunde.

Die Generalversammlung 2005 des Freundeskreises für Pozuzo hat auf Antrag des Vorstandes einstimmig beschlossen den langjährigen Obmann des Freundeskreises und ehemaligen Bürgermeister der Partnergemeinde Silz, KR Dkfm. Edi Förg, für seine Verdienste um den Freundeskreis und die Partnerschaft mit Pozuzo zum Ehrenobmann zu ernennen. Der offizielle Ernennungsakt ist im August in Anwesenheit des Bürgermeisters von Pozuzo, Carlos Gstir Schaus in festlichem Rahmen in Silz erfolgt.

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Unser Ehrenobmann und Alt-Bgm. Edi Förg mit dem damaligen amtierenden Bürgermeister der Gemeinde Pozuzo Carlos Gstir Schaus anässlich der Ernennung zum Ehrenobmann.

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ALLFร„LLIGES

Fรถrdernde Betriebe:

Wir sagen Dankeschรถn:

Fรถrderer von Projekten in Pozuzo Rudolf Heinz

Gregor Frรถtscher

M 43 676 8256 2905 rudolf.heinz@generali.com

M 43 676 8256 2945 gregor.froetscher@generali.com

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ALLFÄLLIGES

All unseren Mitgliedern, Freunden, Gönnern und Sponsoren wünschen wir einen schönen Sommer und erholsame Urlaubstage.

Fotonachweis: Tini Wille, Ing. Helmut Dablander, Dr. W.Schabus, Richard Bachnetzer, Fotos Freundeskreis, Mag. Hugo Tinzl, Dr. Ruth Haselmair-Gosch, Hannes Valentini, Dir. Johann Zauner, Archiv Ulla Mayerhofer.

Wichtiger Termin: Pozuzo - Benefiz - Abend am 14.10.

Anschrift:

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2016 in der Orangerie des Stiftes Stams. Impressum: Herausgeber:

FREUNDESKREIS-POZUZO

Redaktion:

Rudolf Heinz - Verein „Freundeskreis für Pozuzo“ Dornachweg 23, 6424 Silz, T +43/676/3797610 rudolf.heinz@generali.com

Lektor:

OSR Franz Wurnig

Layout:

Werner Feichtinger, Kranewitterstraße 20, 6020 Innsbruck

Druck:

Druckerei Pircher, 6430 Ötztal-Bahnhof Ökologisch gedruckt mit Bio-Pflanzenfarben www.pircherdruck.at

f.wurnig@chello.at

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Freundeskreis für Pozuzo Mitgliederzeitung Juli 2016  
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