herzog*in 60

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herzo gen

ried.de

herzog*in 60. ausgabe / jahrgang 22

STADTTEILZEITUNG HERZOGENRIED


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Inhalt

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And the winner is...

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August 2022 V.i.S.d.P.: Interessengemeinschaft Herzogenried Förderverein e.V. c/o Quartiermanagement Herzogenried Am Brunnengarten 8 68169 Mannheim Kontakt Redaktion: herzog-redaktion@gmx.de Redaktionsteam: Petra Leinberger Monika Schleicher Irmgard Rother Thomas Trüper Michael Baier Gerd Müller Namentlich gezeichnete Artikel geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion wieder. Titelfotos: Michael Baier Anzeigen: Die aktuellen Mediadaten und Anzeigenpreise erhalten Sie auf Anfrage unter: herzog-redaktion@gmx.de Layout: Matthias Scheib Druck: Mannheimer Morgen Großdruckerei und Verlag GmbH Auflage: 4.500 Exemplare

herzog*in zum Mitnehmen Büros Concierge-Service der GBG im Herzogenried Stadtteilbibliothek Herzogenried (im Gebäude der IGMH) Atelier Kunst und Natur (Am Brunnengarten 20) Friseur- und Nagelstudio (Am Steingarten) Blumenlicht (Ulmenweg 1-5) Optik Vogel (Ulmenweg 1-5) Hairgallery Buchta (Ulmenweg 1-5) Kiosk Verde (Ulmenweg 1-5) Physio SOS (Ulmenweg 1-5) Gartenklause Gaststätte Phönix NaturFreundeHaus (Herrenried 18)

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In der letzten Ausgabe gab es erneut ein kleinen Geschenks erst erfolgen, wenn Rätsel mit fünf Fragen zum Inhalt der her‐ diese Ausgabe bereits im Druck ist. Wir zog*in 59. Wir danken für die rege Teil‐ stellen die Gewinnerin daher in der nahme. Unter den richtigen Einsendun‐ nächsten Folge vor. gen loste Glücksfee Katharina Justen die Auch in dieser herzog*in finden Sie wie‐ Gewinnerin: Wir gratulieren Mechthild der Fragen zum Heft – rätseln Sie mit. Morath! Urlaubsbedingt kann die Übergabe des Text und Foto: Petra Leinberger

3 3 4 4 5 5 5 6 6 7 7 8 9 10 11 11 13 13 14 14 17 20 20 22 23 24 26 26 26 27

Editorial I want to ride my bicycle… Neubeginn und neue Strukturen Das Quartiermanagement und „Gesund im Herzogenried“ in Bewegung Eltern-Kind-Zentren zu Gast im Atelier Ein Insektenhotel im Herzogenried Der „Kultur Point“ bei der Multihalle Gartenflohmarkt Centro Verde Jubiläumsfest in der Kleingartenanlage Neuer Motorikparkcours eröffnet CATERPILLAR in der Neckarstadt Drei faszinierende Eigenproduktionen im Capitol zu erleben Buchvorstellungen aus der Zweigstelle Herzogenried Jugendhaus Herzogenried Ergebnisse der Stadtteilbefragung HELGE Mit Lastenfahrrad unterwegs im Herzogenried und in der Stadt 30 Jahre CarSharing in der Region Eine Fahrradrikscha Weg von individuellen Transporten? Interview mit CargoBeamer-Mitbegründer Michael Baier Mobilitätseinschränkungen Teil 1: Steilstelle Brunnengarten – Einkaufszentren Ulmenweg Mit Handicap unterwegs im Herzogenried Mobilitätseinschränkungen Teil 2: Stolperfallen Mobilität in der Küche Tag des offenen Radstadions Mein Beitrag zum Umweltschutz „Jedermann-Sportgruppe“ – Fit im Herzogenried Umweltmarkt bei den NaturFreunden herzog*in Rätsel TERMINE


Editorial

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Liebe Leserinnen und Leser, das tat gut und wurde höchste Zeit: Es gab wieder das traditionelle Stadtteilfest Herzogenried im Park. Essen, trinken, spielen, Leute treffen, plaudern, sich in‐ formieren und natürlich tolle Musik hö‐ ren. Unbeschwert ausspannen und ab‐ hängen, bei bestem Sommerwetter. Wir werden in der nächsten Ausgabe der her‐ zog*in ausführlich über das Fest berich‐ ten, das diesmal (oder erstmals?) für Ne‐ ckarstadt West und Ost, Wohlgelegen und Herzogenried gemeinsam stattfand, zu Ehren des 150. Geburtstags der Ne‐ ckarstadt.

des Herzogenriedparks gleich links am reich. Nun ist klar: Der Spielplatz wird so Haupteingang. Dort wird gebastelt, ge‐ lange weiterbetrieben, bis evtl. an ande‐ töpfert, genäht, geprobt, vielleicht auch rer Stelle im Park eine mindestens gleich‐ gekocht, diskutiert und vorgetragen? Es wertige Einrichtung fertiggestellt ist. Und ist eine ganz spannende Einrichtung für bei der Planung sollen die Bürgerinnen unseren Stadtteil, die der Interessenge‐ und Bürger wieder beteiligt werden. meinschaft Herzogenried seitens der Kein „Aufreger“, aber doch ein Thema, Stadt Mannheim zur Zwischennutzung über das wir immer wieder nachdenken überlassen wurde. Wie lange? Wir werden müssen, ist die Mobilität: Wo muss etwas sehen. verbessert oder auch ganz grundsätzlich Ein kurzzeitiger heftiger Aufreger hat sich geändert werden? Ihr haben wir das inzwischen schnell erledigt: Es war die Schwerpunktthema dieser 60. Ausgabe bange Frage, was mit dem tollen Wasser‐ der herzog*in gewidmet. Und wenn das spielplatz hinter der Multihalle wird, wenn Geschriebene Anlass für Diskussionen die Halle und der gesamte Eingangsbe‐ ist, dann ist das gut und der erste Schritt reich des Parks von der Stadtpark Mann‐ zu positiven Veränderungen. heim gGmbH auf die Stadt selbst über‐ Auch kein Aufreger mehr ist für die meis‐ geht, in den künftigen eintrittsfreien Be‐ ten Menschen inzwischen der Krieg ge‐

gen die Ukraine. Man beginnt leider, sich daran zu gewöhnen. Und trotzdem: Für viele Familien und Alleinstehende wird es jetzt durch die Inflation richtig eng. Si‐ cherlich ein Thema für die Herbst-Ausga‐ be. Ich darf mich abschließend wieder sehr herzlich bei der Redaktion bedanken und bei allen Sponsorinnen und Sponsoren, die das Erscheinen der herzog*in im Her‐ zogenried immer wieder möglich ma‐ chen! Viel Spaß bei der Lektüre und eine gute Zeit wünscht Thomas Trüper 1. Vorsitzender Interessengemeinschaft Herzogenried Förderverein e. V.

I want to ride my bicycle… Dichtes Gedränge bei den Info- und Verköstigungsständen. (Fo‐ to: Michael Baier)

Man kann mit Fug und Recht sagen: Ein voller Erfolg und aller Mühen wert! An die‐ ser Stelle dann auch nochmals ein ganz dicker Dank an alle, die durch ihren Ein‐ satz das Fest erst möglich gemacht ha‐ ben, die Standbetreiber*innen und Ver‐ antwortlichen für das Kinderprogramm, die Ehrenamtlichen der Vereine, die Sponsor*innen und natürlich die Stadt‐ park Mannheim gGmbH, deren Gäste wir in der und rund um die Konzertmuschel waren! Und was wären wir ohne unseren Quartiermanager Steffen Gassenferth, der die gesamte Organisation auf Anhieb wunderbar meisterte! Aber bei aller Unbeschwertheit hat die Pandemie doch auch beim Stadtteilfest da und dort zugeschlagen: Einige Akteu‐ r*innen mussten absagen, weil sie entwe‐ der richtig krank waren oder Quarantäne einhalten mussten. Wir werden die Pan‐ demie offensichtlich nicht so schnell los. Es bleibt dabei: Bei aller Ausgelassenheit – den Kopf einschalten, Risiken vermei‐ den! Damit wir auch möglichst unbe‐ schwert durch Herbst und Winter kom‐ men! Wir können alle etwas dazu beitra‐ gen, Corona in ihre Schranken zu weisen. Dann können wir hoffentlich auch unbe‐ schwert wieder den traditionellen Weih‐ nachtsmarkt in der Kleingartenanlage fei‐ ern. Wir fangen schon mal an zu planen… Interessante Dinge tun sich im KulturPoint. Was und wo der ist? Das ist die Vorwegnahme der Idee, dass die Multi‐ halle – wenn sie denn wieder zu alter Schönheit und Stabilität gebracht ist, (was leider noch ein paar Jahre dauert), neben kulturellen und wissenschaftli‐ chen Aktivitäten auch für Aktivitäten der umliegenden Bevölkerung ein „demokra‐ tisches Dach“ sein soll. Der „Point“ – das ist das ehemalige Verwaltungsgebäude

Liebe Leser*in, Freddie Mercury von Queen hat das Rad‐ fahren besungen, mein Lieblingslied zum Thema ist „Fahrrad fahr’n“ von Max Raa‐ be. Wenn ich das höre, sitze ich gleich im Geiste auf dem Rad und trete im Takt die Pedale: „Manchmal ist das Leben ganz schön leicht, zwei Räder, ein Lenker und das reicht, wenn ich mit meinem Fahrrad fahr', dann ist die Welt ganz einfach. Die Autos steh'n im Stau, ich fahr vorbei, alle Ampeln grün, die Bahn ist frei, wenn ich mit meinem Fahrrad fahr, mitten durch die Stadt…“ Zugegeben, das ist natürlich eine ideali‐ sierte Darstellung des Radfahrens, also der Zustand, den wir uns eigentlich wün‐ schen - statt zugeparkter Rad-/Fußwege, fehlender Radwege und rücksichtsloser anderer Verkehrsteilnehmer*innen (ja, die gibt es AUCH unter Radler*innen). Aber Radfahren ist aus meiner Sicht eine wunderbare Form der Mobilität und dar‐ um geht es beim Schwerpunktthema in dieser Ausgabe der herzog*in – um Mobi‐ lität. Lesen Sie über Lastenräder und Rickschas, Stolperfallen für Menschen mit und ohne Handicap und eine Ver‐ messungsaktion der Interessengemein‐ schaft Herzogenried e.V., die „steile“ Er‐ gebnisse hervorbringt. Informieren Sie sich auch gerne, welche Vorzüge Carsha‐ ring hat und wie das überhaupt funktio‐ niert. Dazu an dieser Stelle noch eine klei‐ ne Anekdote: Es gibt Selbständige, die ein größeres Carsharing-Auto nutzen, um nicht mit ihrem eigenen Kleinwagen bei Kund*innen vorzufahren. Und andersher‐ um: Eine Unternehmerin lässt gerne ihren Ferrari in der Garage und fährt mit einem Carsharing-Kleinwagen bei der Kund‐ schaft vor, damit kein Neid aufkomm‐ t…aber das sind natürlich nur Rander‐

scheinungen und nicht die wesentlichen Belange von Carsharing. Sie können in dieser Ausgabe auch etwas über die längst überfällige Transportver‐ lagerung im Individualverkehr (weniger Auto) und im Güterverkehr (von der Stra‐ ße auf die Schienen) sowie den CargoBe‐ amer lesen – was sich dahinter verbirgt, verrät Ihnen der „Daniel Düsentrieb“ aus dem Herzogenried, Michael Baier. Mit dem Thema Mobilität ist auch das Un‐ ternehmen Caterpillar verknüpft, schließ‐ lich entwickelte am Standort in der Ne‐ ckarstadt Carl Benz das erste Automobil. Wir danken Aljoscha Kertesz von Cater‐ pillar für das Firmenportät in dieser Aus‐ gabe. Auch der Beitrag des Quartiermanage‐ ments Herzogenried, weitere Ergebnisse der HELGE-Befragung sowie der neue Beitrag der Reihe „Mein Beitrag zum Um‐ weltschutz“ und die Rubrik „Küchenplau‐ derei“ widmen sich dem Schwerpunkt‐ thema. Die NaturFreunde im Herzogenried wei‐ sen auf ihren Umwelttag am 11.9. hin und laden zum Austausch ein – schauen Sie da mal rein. Wir freuen uns sehr, dass es eine neue Möglichkeit der Bewegung im Herzogen‐ riedpark gibt und stellen Ihnen den kürz‐ lich eröffneten Motorikparcours vor. Im Park übt auch die Jedermann-Sport‐ gruppe, die uns über ihr 60-jähriges Be‐ stehen informiert – wir gratulieren! Und sportlich geht es ebenfalls beim rrc End‐ spurt zu, wo am 24.7. der Tag des » » offenen Stadions stattfand. Anuschka Schönichen der Stadtteilbi‐ bliothek hat Lesetipps für die Urlaubslek‐ türe vorbereitet, wir erfahren etwas über den Lesezirkel des Fördervereins der Stadtbibliothek und das Jugendhaus Herzogenried ist auch wieder mit einer

eigenen Seite dabei. Ein weiteres großartiges Angebot im Quartier ist bekanntlich das Atelier Kunst und Natur – Christina Ulrich informiert über die aktuellen Neuigkeiten rund ums Atelier. Die Gartenfreunde der Kleingartenanla‐ ge im Herzogenried feierten zusammen mit der Gartenklause Jubiläum - auch von uns herzliche Glückwünsche und danke für die lebhaften Schilderungen des gelungenen Festes. Noch einmal über den „Tellerrand“ in die Nachbarschaft geschaut: Das CAPITOL stellt uns drei Eigenproduktionen vor, de‐ ren Besuch sich auf jeden Fall lohnt – nicht nur der „Käfig voller Narren“. Und im Centro Verde hatte ein Garten‐ flohmarkt Premiere – lesen Sie, warum es unbedingt eine Fortsetzung geben muss.

Übrigens feiern wir mit dieser mobilen Ausgabe einen „runden“ Geburtstag – da‐ für, dass diese Stadtteilzeitung vor drei Jahren noch „totgesagt“ war, können wir uns wirklich freuen über diese 60. Ausga‐ be. Freuen Sie sich mit uns und viel Spaß beim Lesen. Bleiben Sie mobil! Herzliche Grüße, im Namen der gesam‐ ten Redaktion Petra Leinberger


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Aus dem Herzogenried

Zweites Halbjahr 2022

Das Quartiermanagement und „Gesund im Herzogenried“ in Bewegung Liebe Herzogenriedler*innen, fertaler Wald zu machen. Auch darüber laufen bereits die ersten Vorbereitungen Möchten Sie sich einbringen oder haben schnell ist die Zeit in den letzten Monaten werden wir in der nächsten Ausgabe der für unseren Weihnachtsmarkt. Letztes Sie Ideen und Anliegen bezüglich des vergangen und wir befinden uns bereits in herzog*in berichten. Vielleicht kommt es Jahr mussten wir ihn absagen und sind Herzogenrieds? Melden Sie sich gerne der zweiten Hälfte des Jahres 2022. Ak‐ mittelfristig auch zur Gründung einer deshalb dieses Jahr umso motivierter, bei uns! tuell sind wir in den letzten Vorbereitun‐ Radfahrgruppe Herzogenried? Das Quar‐ eine schöne Veranstaltung auf die Beine gen für unser Stadteilfest im Herzogen‐ tiermanagement unterstützt gerne dabei. zu stellen. In den kommenden Wochen ist Kontaktdaten: riedpark, das zum Zeitpunkt der Veröf‐ Was gibt es aktuell neben den Radkur‐ also genau die richtige Zeit, um erste Ide‐ Quartiermanagement Herzogenried fentlichung dieser Ausgabe bereits statt‐ sen? Wir hatten in der letzten Ausgabe en einzubringen, bevor wir im Spätsom‐ Am Brunnengarten 8 gefunden haben wird. Einen ausführli‐ über das Aufstellen von Informations‐ mer mit der konkreten Planung beginnen. Telefon: 0621 401 66 979 chen Bericht zu dem Fest wird es also schaukästen berichtet. Mittlerweile sind Mobil: 0176 8746 7477 erst in der kommenden Ausgabe geben. wir auch hier einige Schritte weiter. Die Was beschäftigt uns noch? Themen sind Mail: steffen.gassenferth@maqua-ev.de Im Sinne des Schwerpunktthemas möch‐ zukünftigen Standorte stehen fest, die Fi‐ unter anderem die Verkehrssituation, die ten wir uns in diesem Artikel zunächst nanzierung durch den Bezirksbeirat der Problematik des Sperr- und Haushalts‐ Text: Steffen Gassenferth und mit dem Thema Radfahren beschäftigen Neckarstadt-Ost ist gesichert und die mülls, die Gestaltung des Kultur Point am Lisa Mergelmeyer und im Anschluss noch einen kurzen Aus‐ GBG hat zugesagt, die Aufstellung der Haupteingang des Parks sowie die Um‐ blick auf weitere Events dieses Jahres Kästen zu übernehmen. Für die Montage setzung unseres Ferienangebotes für geben. fehlen uns nur noch die Erlaubnisschrei‐ Kinder. Radfahren ist eine großartige Form der ben der Grundstückseigentümer, die wir Mobilität – schnell, günstig, flexibel, es natürlich angefragt haben. Wir halten Sie Atelier für Kunst und Natur erzeugt keine Abgase, verursacht keinen auf dem Laufenden. Lärm, benötigt wenig Platz und ist dazu Bereits jetzt möchten wir Sie zu unserem gesund und macht in der Regel auch noch diesjährigen Stadtteilspaziergang und Spaß. Deswegen freuen wir uns sehr, der Stadtteilkonferenz Herzogenried ein‐ Neuanlauf nach der Coronapause wird künftig nur noch nach vorheriger An‐ dass auch dieses Jahr wieder etwa 30 laden. Der Spaziergang ist für den 06. Ok‐ Die Aktivitäten im Atelier liefen nach der meldung möglich sein. Die Anmeldung ist Männer und Frauen bei den Radkursen im tober geplant und soll im Vorfeld der Kon‐ viel zu langen Coronapause eher schlep‐ persönlich im Atelier möglich oder telefo‐ Herzogenried ihr Können aufgefrischt ferenz dazu dienen, aktuelle Themen des pend an und traurigerweise mussten wir nisch bzw. per E-Mail an Gerd Müller. oder ganz neu Radfahren gelernt haben. Quartiers aufzugreifen. Auf der Konfe‐ – bedingt durch Umzug oder Krankheit – Mobil: 0176 – 86 35 94 81 Auch nächstes Jahr können wieder Kurse renz selbst, am 13. Oktober, sollen diese auch Abschied von treuen und engagier‐ E-Mail: gerhardmueller78@gmail.com an der Radrennbahn stattfinden, ihre Fi‐ dann mit Ihnen bearbeitet werden. Ge‐ ten Helfer*innen nehmen. nanzierung durch die Stadt ist gesichert. meinsam mit Ihnen möchten wir das Her‐ Zudem ist jetzt die Radfahrschule des zogenried weiterentwickeln und noch le‐ Aber im Herzogenried gibt es viele inter‐ ADFC dauerhaft im Stadtteil verankert bendiger gestalten. Sie haben Themen essierte und aktive Menschen und so und hat eine neue Heimat auf dem Gelän‐ für die Konferenz oder möchten sich an‐ dauerte es nicht lange und das Atelier de des RRC Endspurts gefunden. Zum Ab‐ derweitig einbringen? Melden Sie sich konnte neue Mitstreiter*innen begrüßen. schluss der Kurse hatten die Teilnehme‐ gerne bei uns. r*innen Ende Juli die Möglichkeit, mit Nicht zuletzt gilt außerdem: Nach dem Mit ihnen konnten wir unsere Kindernäh‐ ihrem Radlehrer Conny Kraft und „Gesund Fest ist vor dem Fest. Wir befinden uns gruppe (dienstags 16–18Uhr) wieder ak‐ im Herzogenried“ eine Radtour in den Kä‐ zwar noch mitten im Sommer, dennoch tivieren und auch das offene Werken (donnerstags 15–18Uhr) fand schnell wieder großen Anklang.

Neubeginn und neue Strukturen

FERIENPROGRAMM IM HERZOGENRIED 28.07.-08.09.2022 FÜR KINDER VON 5 BIS 12JAHREN JEDEN DONNERSTAG IN DEN SOMMERFERIEN BIETET DAS ATELIER KUNST UND NATUR IM HERZOGENRIED EINE SPANNENDE KREATIV- UND BASTELAKTION FÜR KINDER AUS DEM STADTTEIL SOWIE DER NACHBARSCHAFT AN. IMMER VON 14:00 BIS 16:30 UHR KÖNNEN DIE KINDER MIT VERSCHIEDENSTEN TECHNIKEN UND MATERIALIEN IHRER KREATIVITÄT FREIEN LAUF LASSEN. EINE ANMELDUNG IST ÜBER DAS QUARTIERBÜRO ERFORDERLICH. DIE PLÄTZE SIND BEGRENZT! EIN KOSTENBEITRAG VON 2€ PRO AKTION WIRD VOR ORT EINGESAMMELT. VERANSTALTUNGSORT IST DAS ATELIER KUNST UND NATUR – AM BRUNNENGARTEN 20. FÜR RÜCKFRAGEN STEHEN WIR IHNEN GERNE ZUR VERFÜGUNG.

KONTAKT UND ANMELDUNG: QUARTIERMANAGEMENT HERZOGENRIED MOBILE: 0176 87 467 477 MAIL: STEFFEN.GASSENFERTH@MAQUA-EV.DE

Schon bald erreichten uns auch die ers‐ ten Anfragen von Kindergartengruppen aus dem Stadtteil. Zuletzt besuchte uns am 13.07.2022 die Vorschulgruppe des Kindergartens der Bonifatiuskirche im Wohlgelegen. Mit großem Interesse und viel Freude malten die Kinder wundervolle Acrylbil‐ der, auf die sie mit Röhrennudeln ein Tun‐ nelsystem klebten. Mit Faden ausgestat‐ tet entstand so ein Fädelspiel. Neue Strukturen im Atelier In der Vergangenheit waren bei den Ter‐ minen der Kindernähgruppe und beim of‐ fenen Werken oft zu viele Teilnehmer*in‐ nen anwesend. So schön es ist, dass die Angebote gut angenommen werden, sie müssen räum‐ lich und von der Betreuung her machbar sein und das war des Öfteren nicht mehr gegeben. Die Teilnahme an den Terminen der Kin‐ dernähgruppe und des offenen Werkens

Nach dem Stadtteilfest wird das Team rund um das Atelier in einer Sitzung diese neuen Strukturen besprechen. Über wei‐ tere Änderungen halten wir euch natür‐ lich auf dem Laufenden. Kommt auch gerne vorbei und sprecht uns an, dann seid ihr stets „up to date“ Text: Christina Ulrich Foto: Atelier Kunst und Natur


Aus dem Herzogenried

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Zusammenarbeit mit den ELKIZ aus der Neckarstadt

Eltern-Kind-Zentren zu Gast im Atelier In der Vergangenheit durften wir immer wieder Angebote mit und für die Kinder‐ gärten im Herzogenried machen. Unsere Verfügbarkeiten waren vor und auch nach Corona immer sehr schnell ausgebucht.

Dass bei uns auch kleinere Kinder will‐ kommen sind, sprach sich schnell herum. Eine Anfrage des ELKIZ aus dem Wohlge‐ legen unter der Leitung von Melanie N‘Di‐ la ließ nicht lange auf sich warten.

Weitere Termine anzubieten war schwer, Am 5.7.2022 durften wir diese bei uns be‐ denn das Atelier ist darauf angewiesen, grüßen. Das Wetter war wunderbar und dass zu jedem Termin ehrenamtliche Hel‐ so entschieden wir uns, diese Aktion fer*innen vor Ort sind. nach draußen zu verlegen. Doch als die Nachfrage des Eltern-KindZentrums aus dem Ulmenweg kam, war dies eine spannende neue Aufgabe für uns. Noch nie zuvor hatten wir Kinder in diesen jungen Jahren, zwischen einem und drei Jahren, bei uns. Wir waren Feuer und Flamme und wollten diese neue spannende Aufgabe annehmen.

Extra lange Papierbahnen breiteten wir vor dem Atelier aus und die Kinder konn‐ ten sich mit den Fingerfarben darauf aus‐

toben. Ob mit Fingern, Füßen, Armen oder dem ganzen Körper: die Kinder nutzten alles, um die Farbe auf den Papierbahnen zu verteilen. Es war wundervoll zu sehen, mit welcher Freude und Unbeschwertheit sie bei dieser Aktion dabei waren. Da das Atelier sich rein aus Spenden fi‐ nanziert, waren wir umso dankbarer, dass Wir freuen uns, mit den Eltern-Kind-Zen‐ wir durch das ELKIZ Wohlgelegen eine tren ein neues Angebot etabliert zu haben außerordentlich großzügige Spende an und sind gespannt auf die weitere Zu‐ Materialien, in Form von Klebestiften, sammenarbeit. Pinseln, Farben und vielem mehr erhiel‐ ten. Noch einmal vielen Dank hierfür! Text: Christina Ulrich

Das Atelier Kunst und Natur expandiert

Der „Kultur Point“ bei der Multihalle

Immer mehr Anfragen und Aktivitäten Erste Aktivitäten, wie der offene, betreute Am 25.3.2022 kam die Gruppe des ELKIZ lassen das Atelier aus allen Nähten plat‐ Nähtreff, ab 01.09.2022 immer donners‐ Ulmenweg, unter der Leitung von Frau La zen. tags ab 15.30 Uhr, sind geplant und ste‐ Mer, mit fünf Kindern und deren Müttern Wir mussten schon viele Anfragen absa‐ hen in den Startlöchern. Gruppen wie die in unsere Räume. Bisherige Aktionen wie gen und Aktivitäten wieder einstellen, da „Stroseridder“ haben schon Anfragen Holzhämmern oder Werken sowie das sich die Räumlichkeiten im Atelier für vie‐ bzgl. der Räumlichkeiten für das Training Malen mit Acrylfarbe fielen für das Alter le Dinge als unpraktikabel erwiesen. gestellt. Bereits vom 1. - 4. August 2022 aus. Wir stellten fest, dass wir für Kinder Zu Beginn des Jahres kamen wir auf die fand sehr erfolgreich das Töpferprojekt in diesem Alter wenig Materialien zur Ver‐ Idee, ob nicht das leerstehende Verwal‐ VASEN2023 von barac-Kunst/Labor/So‐ fügung haben. Kurzerhand bestellten wir tungsgebäude des Herzogenriedparks ziales des Künstlers Philipp Morlock Fingerfarbe auf Wasserbasis, mit welcher für die Anwohner*innen nutzbar wäre. (www.barac-mannheim.com) auf dem Papierstreifen in rot-/orangetönen und Tatsächlich gelang es uns, einen Zwi‐ Rasen vor und in den neuen Räumlichkei‐ Grüntönen von den Kinderhänden ange‐ schennutzungsvertrag mit der Stadtpark ten statt. malt wurden. Nach einer kurzen Trock‐ Mannheim gGmbH für die Räumlichkei‐ Offiziell noch nicht mal eröffnet, findet nungsphase und Spiele-Auszeit für die ten abzuschließen. der Point schon großen Anklang bei den kleinen Künstler*innen wurden die Pa‐ Zur Eröffnungsfeier Ende August wollen Anwohner*innen und Institutionen des pierstreifen zu einer Sonnenblume geord‐ wir mit strahlend weißen Wänden glän‐ Herzogenrieds. net, auf ein großes Blatt geklebt und in ei‐ zen, und deshalb wird im Kulturpoint – Leider ist die Zukunft des „Kultur Points“ nem Bilderrahmen verewigt. von den Anhänger*innen gerne auch kurz noch etwas ungewiss – der Nutzungsver‐ und knackig „Point“ genannt - kräftig ge‐ trag läuft zunächst bis Ende September. So entstand ein fantastisches Kunstwerk strichen, eingerichtet und dekoriert. Zahl‐ Nachdem der ganze Bereich des Parks und wie bei großen Kunstwerken üblich, reiche ehrenamtliche Helfer*innen haben vom Haupteingang bis hinter die Multi‐ wurde das Bild signiert und dem ELKIZ sich dafür gefunden und sind mit Tatkraft halle von der Stadtpark Mannheim zur Dekoration für deren Räumlichkeiten und Freude dabei. gGmbh auf die Stadt Mannheim überge‐ übergeben.

gangen ist, muss neu verhandelt werden. Da wir Optimis‐ t*innen sind, wollen wir den Point mit Leben füllen und zeigen, dass er seine Da‐ seinsberechtigung hat und aus dem Her‐ zogenried nicht mehr wegzudenken ist.

Save the Date: Die feierliche Eröffnung findet am 26.8.2022 statt, Beginn 18:00 Uhr

Text: Christina Ulrich Foto: Atelier Kunst und Natur

Das Einchecken ist kostenlos Bei der Verabschiedung erhielten wir viel Dank und das Versprechen, dass dieser Termin nicht einmalig bleibt. Die Anfrage ließ nicht lange auf sich warten: am 17. Juni 2022 durften wir Frau La Mer mit 5 Müttern und deren Kleinkindern erneut bei uns begrüßen. Obwohl das Gemeinschaftsprojekt fan‐ tastisch war, wollten wir den Kindern diesmal etwas bieten, was jeder für sich selbst mit nach Hause nehmen konnte. Durch unsere eigenen Kinder wissen wir, dass Sand und Steine eine ganz große Anziehungskraft haben. So wurde dicker Tapetenkleister angerührt und die Kinder konnten mit Pinseln oder den Händen den Tapetenkleister auf ihre Bilder auf‐ tragen. Darauf kamen kleine und größere Steinchen in buntesten Farben. Die Bilder hatten eine Leuchtkraft, man konnte nur staunen.

Ein Insektenhotel im Herzogenried Dass Insekten keine lästigen, sondern tung. Außerdem nützliche Tiere sind, wissen immer mehr liefert es span‐ Menschen. nendes Wissen Doch dass wir etwas für deren Erhalt tun über deren Be‐ müssen, ist vielen gar nicht bewusst. Da‐ w o h n e r * i n n e n , bei ist das Insektensterben ein von Men‐ unsere heimi‐ schen gemachtes Problem. schen und nützli‐ Die Naturfreunde – das sagt schon der chen Insektenar‐ Name – wissen das nicht nur, sie handeln ten. Nun müssen auch. In fünf Wochen haben Melanie Kuh‐ die Insekten nur nert und Pascal Haas, Betreuer*in der Na‐ noch einchecken turfreunde, gemeinsam mit Kindern ein und ihre neuen Insektenhotel im Atelier gebaut. Räume beziehen Es wurde gehämmert, genagelt, ge‐ – kostenlos, aber schraubt, geklebt, viel Schweiß wurde ganz und gar vergossen und viel Zeit investiert. nicht umsonst. Das Hotel, ein Haus mit quadratischen und rechteckigen Räumen, ist ein echter Text: Christina Ulrich Hingucker. Aufgestellt auf dem Areal der Foto: Michael Baier Naturfreunde, leistet es nun einen wichti‐ gen Beitrag zur Artenvielfalt und -erhal‐


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Aus dem Herzogenried

Klein aber fein

Jubiläumsfest in der Kleingartenanlage Hallo liebe Herzogenriedler*innen, nachdem wir zwei Jahre unser Jubiläum verschieben mussten, wurde es jetzt Rea‐ lität.

der Gaststätte, sehr gut ist, spendierte Karo sogar den Kaffee, den wir zu den vielen gespendeten Kuchen der Gärt‐ ner*innen verkauft haben.

110 Jahre (+2 Corona) "Kleingartenver‐ ein" sowie 10 Jahre "Gartenklause" mit Karolina Zuck: Wir hatten uns entschie‐ den, ein gemeinsames Jubiläumsfest über zwei Tage zu veranstalten, etwas Besonderes und Großes für die ganze Fa‐ milie.

Bei strahlendem Sonnenschein ging es mit dem Shanty Chor Neckarmöwen los, die die Gäste mit auf eine kleine Schiffs‐ reise nahmen. Der Losverkauf der Tom‐ bola ging ab wie eine Rakete. Um 17 Uhr war dann endlich Fassanstich, bei dem sich Vorstandschaft und Wirtin die Arbeit aufteilten. Niemand von uns hatte das zu‐ vor jemals gemacht. Nach zwei Schlägen war der Zapfhahn drin und das Freibier lief.

Für Freitag, den 24.06.2022, konnte ich meinen Sohn mit seiner Band Animal Jumpsuit (Rock Cover Band) engagieren und für Samstag, 25.06.2022 von 14 Uhr bis 16 Uhr haben wir mit dem Shanty‐ Ab 18:30 Uhr heizte das Duo Pure Acou‐ chor Neckarmöven alte Bekannte zu uns stic den Gästen ein und nach ca. drei eingeladen. Das Abendprogramm am Stunden übernahm dann unser DJ Fritz Samstag übernahm das Duo Pure Acou‐ das Kommando und schon beim ersten stic (Michaela und Stefan). Auch sie wa‐ Lied (Freestyle) war die Tanzfläche bre‐ ren schon einmal bei uns. DJ Fritz führte chend voll. durch beide Abende. Konzession hatten wir bis 23 Uhr, doch Sabine und Armin Klotz haben sich sofort die Gäste wurden nicht müde und so bereit erklärt, eine Tombola und Kinder‐ spielte die Musik bis 0 Uhr. schminken zu organisieren und als Knal‐ ler für unsere kleinen Gäste wurde extra Fundstücke im Grünen eine Hüpfburg angeschafft. Dann haben wir alle umliegenden Firmen angeschrieben und um Tombola Spenden gebeten. Man beachte die Vielfalt an Spender*innen (siehe Kasten). Nie hätten wir gedacht, dass so hochwertige Prä‐ sente gespendet werden. Hier ein großer Dank an alle.

Sponsor*innen der Tombola: Bauhaus Baumschule HUBEN BEIER Gartencenter CAPITOL Gartenklause Immobilienservice Nordhoff Kinder Friseur Pippi Sabine LAUG GmbH Maro Doro Annette Weber Möhlers Park-Café Pflege im Quadrat Schuhe - und Schlüsseldienst Lange Rötterstraße TAO Initiative TRABOLD Verkauf & Service

Hier noch einen großen Dank an unsere Nachbar*innen, die den Ausnahmezu‐ stand tolerierten und nicht die Polizei rie‐ fen, sondern mitgefeiert haben.

Um niemanden zu vergessen, bedanke ich mich bei allen, die dazu beigetragen haben, dass dieses Fest so gelungen ist. Euer Bernd Hartmann Text und Fotos: Bernd Hartmann

Ich könnte noch einiges erzählen, das aber sprengt den Rahmen.

Gartenflohmarkt Centro Verde

Das Wetter hat es echt gut gemeint mit dem Gartenflohmarkt im Centro Verde am 23. Juli 2022, als ob es das Projekt auch unterstützten wollte. Der Regen in der Nacht zuvor hatte die Temperatur an‐ genehm abgekühlt und für die dreißig teil‐ nehmenden Gärten optimale Rahmen‐ Alles war gut geplant und dann kam am bedingungen geschaffen. Viele Men‐ 20.06.22 die Hiobsbotschaft von meinem schen waren unterwegs auf der Suche Sohn: Die Band kann nicht auftreten, Co‐ nach Fundstücken in dem neu entstande‐ rona hat zugeschlagen. nen Grünen Viertel, das am Rand der Ne‐ ckartstadt Ost liegt und bislang für Viele Jetzt war guter Rat teuer, wie sollten wir noch unentdeckt blieb – bis zu diesem auf die Schnelle einen Liveact bekom‐ Tag. men? Centro Verde entstand aus der ehemali‐ Über Facebook startete ich einen Aufruf. gen Ludwig-Frank-Kaserne in der Nähe Jeder, der helfen konnte, hat sich bei mir des Herzogenriedparks. Nicht nur, dass gemeldet, einen Musiker oder Band emp‐ viele, die hier wohnen, das Glück haben, fohlen und wir konnten am Ende Julian einen kleinen Garten mitten in der Stadt Thome für uns gewinnen. zu haben. Dieses Viertel birgt auch eine große Vielfalt, die auf den ersten Blick Der Freitag fiel dann buchstäblich ins nicht sofort sichtbar ist: die bunt ge‐ Wasser. Kurz bevor der Liveauftritt be‐ mischten Generationen aufgrund von gann, fing es heftig an zu regnen, was der Studentenwohnheimen, Altersheim, Fa‐ Stimmung im vollbesetzten Zelt sowie im milienhäusern und -wohnungen. Ziergär‐ Wintergarten aber nicht geschadet hat. ten liegen gemütlich neben Gemüse- und Auf den eher ruhigen Freitag folgte ein insektenfreundlichen Gärten. Katzen, Samstag, der einzigartig war. Wir hatten Hunde, Kaninchen, Meerschweinchen so viele Besucher*innen, dass wir alle dürfen natürlich nicht fehlen, aber erst Biertischgarnituren, die wir auftreiben durch die Hühner bekommt das Stadtle‐ konnten, aufgestellt haben. ben einen besonderen, ja kostbaren Touch. Mit unserer Wirtin war vereinbart, dass sie für das Essen sorgt und wir die Ge‐ So wurde das Projekt „Gartenflohmarkt“ tränke übernehmen. Da das Verhältnis geboren, dessen Herz die drei Bewohne‐ zwischen Verein und Karo, der Pächterin rinnen von Centro Verde sind: Monika

Gordt, Claudia Mauser und Lys Y. Seng. Ihnen ist wichtig, das Miteinander in der Nachbarschaft zu fördern, das neue Vier‐ tel zu öffnen und vorzustellen, das Grün zu feiern und die Nachhaltigkeit zu stär‐ ken.

Besucher*innen. Freund*innen und Fami‐ lien waren dabei. Kontakte wurden ge‐ knüpft, Schnäppchen entdeckt, das Lieb‐ lingsstück weitergegeben. Da und dort war sogar eine Fotoausstellung zu sich‐ ten. Ja, Kunst gehörte auch zu Fundstü‐ cken in Centro Verde.

Alle drei waren überglücklich, wie gut der Tag lief. Halb elf, noch bevor der offizielle Kaum war der Tag vorbei, sehnten sich ei‐ Start losging, waren schon die ersten nige schon nach einer Wiederholung, Neugierigen unterwegs. „Der Austausch nach dem zweiten Gartenflohmarkt Cen‐ mit unbekannten Anwohner*innen aus tro Verde. Oh ja, der wird auf jeden Fall der Nachbarschaft war toll. Der Floh‐ stattfinden. Also nicht traurig sein, wenn markt ist ein guter Anlass dafür“, erzählte Sie den Tag verpasst haben. Seien Sie ge‐ ein Teilnehmer mit Stand am Grünstrei‐ spannt und behalten Sie die Webseite im fen. „Auch Mannheimer*innen aus ande‐ Auge: ren Stadtteilen haben sich hier „umge‐ schaut“, strahlte eine andere Teilnehme‐ www.gartenflohmarkt-centroverde.de rin. Selbst aus Weinheim, Heidelberg und aus der Umgebung von Mannheim kamen Text: Lys Y. Seng


Aus dem Herzogenried

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Mobilität im Herzogenriedpark – für alle!

Neuer Motorikparkcours eröffnet Am 28.04.2022 endlich konnte die Eröff‐ nung und Übergabe an die Parkbesuche‐ r*innen stattfinden. Der Motorikparcours ist eine angelegte Fläche mit verschiede‐ nen Bewegungs-Geräten für Menschen aller Altersgruppen. Große Baumkronen beschatten den Parcours. Die Geräte sind für alle körperlichen Voraussetzungen gedacht und gebaut. So gibt es zum Bei‐ spiel auch verschiedene Weguntergründe (Splitt, Schienen etc.), auf denen Men‐ schen mit Rollstuhl oder Rollator die Fort‐ bewegung üben können. Das Konzept für den Parcours wurde unter Beteiligung von interessierten Bürger*innen, der AG Barrierefreiheit sowie mit Sportfachkräf‐ ten und Bewegungstherapeut*innen ent‐ wickelt. Es gibt über 20 Spiel-, Geschick‐ lichkeits- und Bewegungsstationen, die Wir haben beim Stadtteilfest die Gelegen‐ direkt bei der offiziellen Eröffnung von heit genutzt, Besucher*innen und Nut‐ den Parkbesucher*innen intensiv auspro‐ zer*innen nach ihren Erfahrungen mit biert wurden. Bürgermeisterin Dr. Diana und ihrer Meinung zu dem Parcours zu Pretzell, die auch Aufsichtsratsvorsitzen‐ befragen. de der Mannheimer Stadtpark gGmbH ist, durchschnitt symbolisch das Eröffnungs‐ Lage band und freute sich in ihren Grußworten Am schnellsten und einfachsten erreicht an den Aktivitäten der Besucher*innen: man den Parcours über das neu und „Anschaulicher ist wohl kaum darstellbar, großzügig gestaltete, barrierefreie Entrée was Ziel und Absicht dieses Motorikpar‐ an der Jakob-Trumpfheller-Straße. An der cours sein soll, nämlich ein Platz der Be‐ Konzertmuschel und dem Spielbereich gegnung und Bewegung für alle: interak‐ vorbei, erkennt man am Rand der großen tiv, inklusiv und generationenübergrei‐ Seewiese schon die ersten Geräte des fend“. neuen Bewegungsparks. Auch Parkdirektor Joachim Költzsch hob hervor, dass der Herzogenriedpark nicht nur ein Erholungsort für den Stadtteil ist, sondern auch eine große Bedeutung als Ort des Sports hat. „Wir sind unheimlich stolz darauf, was uns hiermit und bis hier‐ her schon gelungen ist, um neben dem Luisenpark auch den Herzogenriedpark für die Zukunft fit zu machen und dabei für den Stadtteilpark Alleinstellungsmerkma‐ le zu schaffen, die den Charakter des Parks betonen und ihn ganz eigenständig positionieren,“ sagte er bei der Eröffnung und dankte allen Unterstützer*innen.

Für 2022 ist übrigens noch eine Boccia‐ bahn für Menschen mit Geh- und Sehbe‐ einträchtigung sowie eine Beachvolley‐ ball-Anlage mit Außendusche im Herzo‐ genriedpark geplant. Wir sind gespannt! Text: Stadtpark GmbH / Monika Schleicher und Petra Leinberger Foto: Stadtpark GmbH

„Der Parcours ist wunderschön, ganz tolle Materialien, ganz viel Holz, das ist so toll gemacht. Das ist für Erwachsene und für Kinder. Für Erwachsene eigentlich wie ein Fitness-Studio, nur in schön. Du kannst alle diese Geräte super nutzen- Ru‐ dern, Fahrradfahren…da ist für alle etwas dabei, sogar für ganz kleine Kinder. Als ich davon hörte, dachte ich, das sind vielleicht so drei Geräte, aber es ist riesengroß und ganz toll angelegt.“ Monika, 58 Jahre

„Wir sind öfter mit der ganzen Familie hier beim Parcours. Der gefällt uns al‐ len ganz ausgezeichnet. Du kannst Kraftübungen machen oder etwas für die Ge‐ schicklichkeit tun, unsere Kids lieben diese Kletterstangen und das Trampolin. Und ich habe auch schon ältere Leute gesehen, die mit Rollator auf diesem Rollstuhlund Rollatorparcours geübt haben. Super finde ich auch die Sitzbank mit dem Platz für einen Rollstuhl in der Mitte – das ist echt gut durchdacht.“ Katrin, 39 Jahre

„Ich bin immer wieder ganz fasziniert, wie die Kinder an den ‚Mikado‘ Stan‐ gen rauf - und runterklettern. Das konnte ich nicht einmal besonders gut, als ich noch jung war. Mir macht das Rudern großen Spaß, es trainiert viele verschiedene Muskelgruppen. Und danach versuch ich mich zum Entspannen auf einem der im Boden eingebauten Trampolins oder mache die Balanceübungen. Kraft und Gleich‐ gewicht sind wichtig in unserem Alter und es ist schön, sie in so angenehmer Um‐ gebung zu trainieren.“ Peter, 66 Jahre

Die Zukunft fest im Blick

CATERPILLAR in der Neckarstadt Mitten in der Neckarstadt liegt einer der Gründung durch Automobilpionier Carl traditionsreichsten Industriestandorte Benz im Jahr 1871 die Firmenhistorie. Deutschlands. Hier entwickelte bereits Das heute zu Caterpillar gehörende Un‐ im späten 19. Jahrhundert Carl Benz das ternehmen ist in der Neckarstadt übri‐ erste Automobil. Heute zählt Caterpillar gens bereits seit 1886 angesiedelt und Energy Solutions, als eines der Nachfol‐ gehört nach wie vor zu den Top-Arbeitge‐ geunternehmen, mit seinen Marken bern in der Metropolregion. MWM und Cat mit seiner mehr als 150jährigen Geschichte zu den weltweit füh‐ Engagierte Mitarbeiter*innen, der Betrieb renden Anbietern von nachhaltigen gas‐ und Ausbau eines weltweiten Servicemotorischen Energielösungen. Die in und Vertriebsnetzwerks, innovative Ideen Mannheim hergestellten Produkte versor‐ und kontinuierliche Weiterentwicklung gen Menschen und Unternehmen rund sind die Gründe dafür, dass Caterpillar um den Globus effizient und zuverlässig Energy Solutions heute hervorragend im mit dezentraler Energie. Dabei prägt die Markt positioniert ist. „Mit Stolz und Leidenschaft für Innovationen seit der Freude blicken wir auf die vergangenen

MWM-Straßenbahn und Werksgelände


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Jahrzehnte und die geleistete Arbeit un‐ serer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zurück“, erklärt Peter Körner, einer der Geschäftsführer. Insgesamt beschäftigt Caterpillar Energy Solutions rund 1.400 Mitarbeiter*innen am Mannheimer Hauptsitz und an 14 weiteren Standorten auf der Welt. Dem Mannheimer Werk kommt dabei eine ganz besondere Rolle zu, denn hier befindet sich nicht nur der Verwaltungsund Produktionsstandort, sondern auch die Abteilung Forschung und Entwicklung für gasmotorische Energielösungen. Pe‐ ter Körner betont: „Wir ruhen uns auf der Vergangenheit und unserem guten Ruf als Traditionsunternehmen nicht aus, sondern haben die Zukunft immer fest im Blick. Geleitet werden wir dabei von unse‐ rem Grundsatz, die Kunden in den Mittel‐ punkt aller Überlegungen zu stellen und ihnen Qualitätsprodukte sowie verlässli‐ che Services über den gesamten Produkt‐ lebenszyklus hinweg zu bieten.“ Ein leistungsstarkes Service- und Ver‐ triebsnetz rund um den Globus ermög‐ licht den erfolgreichen Vertrieb der Anla‐ gen und Aggregate von Mannheim aus in die ganze Welt. Das hochqualifizierte Vertriebs- und Serviceteam sorgt dafür, dass die Maschinen bei den Kunden je‐ den Tag störungsfrei und verlässlich im Einsatz sind.

Aus dem Herzogenried

vice optimiert und die Effektivität der An‐ und Bergwerksausrüstung, Diesel- und lagen weit über die bisherigen Möglich‐ Gasmotoren, Industriegasturbinen und keiten erhöht. Darüber hinaus macht das Diesel-Elektro-Lokomotiven. Die Zugehö‐ Unternehmen seine Produkte zukunftsfä‐ rigkeit zum international tätigen Konzern hig, indem u. a. wasserstoffhaltige Gase bietet hervorragende Zukunftsperspekti‐ als Brennstoff eingesetzt werden kön‐ ven. Forschungs- und Vertriebsteams ar‐ nen. Auf diese Weise sichert Caterpillar beiten standortübergreifend und entwi‐ Waldhofstraße Energy Solutions umwelt- und ressour‐ ckeln die Produkte zum Wohle der Kun‐ censchonend die Strom- sowie Wärme‐ den ständig weiter. Wenn Sie mehr wissen wollen: weitere In‐ versorgung und trägt zur erfolgreichen formationen finden Sie unter www.cater‐ Energiewende bei. 151 Jahre nach Unternehmensgründung pillar-energy-solutions.de wissen Unternehmenslenker und Mitar‐ Die Heimat Neckarstadt beiter, wo die Wiege ihres Erfolgs liegt. Text und Fotos : Aljoscha Seit 2011 gehört das Mannheimer Traditi‐ Die Verbundenheit mit der Neckarstadt Kertesz, Caterpillar, Manager onsunternehmen zu Caterpillar, dem ist groß, entsprechend fällt das lokale En‐ Communications & PR weltweit führenden Hersteller von Bau- gagement im direkten Umfeld aus.

„Ewig Jung, „La Cage aux Folles“ und „Blume Peter“

Drei faszinierende Eigenproduktionen im Capitol zu erleben „Ewig Jung“: Ein Stück über das Alter, über Gebrechen und Verfall. Und dazu noch eine Komödie. Genau das hat sich das Capitol zusammen mit dem Regis‐ seur Volker Heymann vorgenommen. Im Juli feierte EWIG JUNG Premiere.

ten Körper und über geistigen Verfall la‐ chen? Das Capitol-Kreativ-Team sagt „ja“, so‐ lange das Treiben der Alten auf der Büh‐ ne von ihnen selbst als völlig „normal“ be‐ trachtet wird und der Zuschauer nicht im Modus des Bewer‐ tens „seniler“ Ver‐ haltensweisen ver‐ harrt, sondern sich ergötzen kann an der unbändigen Le‐ bensfreude alter Menschen. Im Grunde sehen wir auf der Bühne spie‐ lende Kinder. Das lädt ein zum La‐ chen, aber auch zu Demut und Besinnung auf das eigene Le‐ ben. „In meiner Inszenierung versuche ich, eine Balance zu finden zwischen übermütigem Slapstick auf der einen und Ringen um Würde auf der anderen Seite. Gleichzeitig will ich aber auch die Fehl‐ entwicklung der Gesellschaft zeigen, dass die Alten abgeschoben, entmündigt und mit dem Stempel ‚debil‘ versehen werden und ihnen damit ein vollwertiges Leben abgesprochen wird“, so Regisseur Volker Heymann, der das anarchische Stück auf die Capitol Bühne bringt.

trägt und den Laden am Laufen hält. Nichts könnte das Glück erschüttern, käme nicht eines Tages Jean-Michel, Sohn (Fehltritt aus jungen Jahren) von Georges nach Hause und verkündete sei‐ ne Hochzeitspläne. Ausgerechnet mit ei‐ nem Mädchen und ausgerechnet mit der Tochter eines erzkonservativen Provinz‐ politikers, der alle Nachtclubs in St. Tro‐ pez am liebsten „ausradieren“ würde. Als wäre das nicht genug, hat sich der kon‐ servative Schwiegervater in spe auch noch für den nächsten Tag angekündigt. Die Wohnung muss umgestaltet, der Fummel in die Schränke verbannt wer‐ den, schließlich sind beide Väter bereit. Fehlt nur noch eine Mutter. Aber wozu ist man schließlich ein Travestie-Star? Markus Beisel und Hannes Staffler in den Hauptrollen machen das Broadway-Er‐ folgsstück zu einem ganz besonderen Genuss im Capitol. Marcos Padotzke lässt die Musik mit einem wundervollen Orchester im leichten Kaffeehausstil klin‐ gen, während Georg Veit die rasante Ko‐ mödie als einfühlsames Plädoyer insze‐ niert, unsere Unterschiedlichkeit als Be‐ reicherung zu begreifen. Wir sind fest überzeugt, dass der “Käfig voller Narren“ gar nicht so weit entfernt liegt, wie viele denken.

Caterpillar steht für Nachhaltigkeit Caterpillar Energy Solutions ist mit sei‐ nen Produkten auf dem zukunftsorien‐ tierten Markt der Energieerzeugung ver‐ treten. Laut der Internationalen Energie‐ Um was geht es: Da sitzen sie nun. Sechs agentur (IEA) wird der weltweite Energie‐ uralte ehemalige Schauspieler*innen, auf bedarf bis 2040 um weitere 25 bis 30 Pro‐ den Brettern, die die Welt bedeuten. Das zent steigen. Mit seinen Gasaggregaten Theater, das sie zur Altersresidenz erko‐ und Blockheizkraftwerken leistet das Un‐ ren haben, ist längst geschlossen. Keine ternehmen dabei einen bedeutenden Bei‐ Magie, keine Zuschauer, kein Applaus. trag zur Energieversorgung weltweit. Von Und doch leben sie weiter ihren Traum Brauereien in China über Deponien in und führen Abend für Abend ein Unterhal‐ Finnland bis zu Gewächshäusern in den tungsprogramm auf, das sie an ihre ehe‐ Niederlanden versorgen Aggregate der malige Bühnenzeit und die Musik ihrer Marken MWM und Cat Unternehmen und Jugend erinnert. Der Körper gebrechlich, Menschen zuverlässig mit dezentraler Seele und Kopf noch jung. So rocken die Energie. Weiterhin zählen Landwirt‐ Tattergreise durch die Rock- und Popge‐ schaftsbetriebe, Industrieunternehmen, schichte und leben alte Leidenschaften Betreiber von Rechenzentren, Flughäfen, hemmungslos aus. Ein herrlicher Alters‐ „La Cage aux Folles“: Für eine weitere Ei‐ Kläranlagen oder auch Krankenhäusern abend, wäre da nicht die unsägliche Be‐ genproduktion wird momentan noch kräf‐ zum breiten Kundenkreis. treuerin. Die einzige Frau auf der Bühne, tig geprobt. Die Premiere von La Cage Neben Erdgas können die Anlagen mit die die Menopause noch nicht mal an‐ aux Folles findet nach der Sommerpause vielen regenerativen Gasen betrieben satzweise im Blick hat. Schwester Rosa am 17. September statt. Mit dem Käfig werden. Die effiziente Nutzung von bei‐ verbreitet mit dümmlichen Kinderliedern voller Narren kommt mal wieder eines spielsweise Biogas aus der Landwirt‐ und affigen Tänzchen Trübsal. Aber die‐ der ganz großen Broadway Erfolgsstücke schaft, aus Kläranlagen und Mülldeponi‐ ses Musical ist beileibe kein Drama, son‐ auf die Capitol Bühne. en machen sie besonders umweltfreund‐ dern ein Stück mit bissigem Witz und Die Geschichte rund um das reich ausge‐ „Blume Peter“: Die dritte Eigenprodukti‐ lich. großartigen Songs. Auch wenn die ge‐ stattete Musical hat es in sich: Albin und on ist Teil der Mannem macht Musical beugten Körper und die Schrulligkeiten Georges sind ein bezauberndes Liebes‐ Reihe, die das Kreativ Team des Capitol Jeher vom Innovationsgedanken geleitet, der alternden Schauspieler nicht mehr so paar, die gemeinsam einen Nachtclub in zusammen mit Michael Herberger reali‐ spielen auch die Themen Digitalisierung ganz taufrisch daherkommen, brennt in St. Tropez führen. Albin ist der Travestie- siert. Seit knapp einem Jahr kann man und Einsatz von Wasserstoff eine zuneh‐ jedem doch das Feuer der Leidenschaft. Star, der Abend für Abend das Publikum das Stück Mannheimer Geschichte im mend bedeutendere Rolle. So können die Den körperlichen und geistigen Verfall im als Zaza verzaubert und verwirrt und Ge‐ Capitol erleben: Blume Peter. Anlagen und Aggregate aus Mannheim Alter auf der Bühne zur Schau zu stellen, orge der umsichtige Geschäftsführer, der Er war eine Figur, die Mannheim auf viele auf Wunsch der Kunden digital angebun‐ ist ein heikles Unterfangen. Darf man die Launen und Misslaunen der unter‐ Weise geprägt hat: Peter Schäfer, der den und überwacht werden, was den Ser‐ über groteske Verrenkungen der versteif‐ schiedlichen Theaterdiven stoisch er‐ „Blumepeter“. Mit ihrem Witz, ihrem »


Aus dem Herzogenried

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Lesestoff aus der Stadtbibliothek

Buchvorstellungen aus der Zweigstelle Herzogenried … Sommerzeit ist auch Urlaubszeit! Wer die Reiselust schon einmal bei sich wecken oder auf dem heimischen Balkon den Sommer verbringen und in Gedanken in ferne oder auch nahe Länder reisen möchte, kann die folgenden Urlaubs‐ schmöker als Inspirationsquelle nutzen. Machen Sie sich und Ihre Gedanken mo‐ bil und versorgen sich bei uns in der Stadtteilbibliothek Herzogenried mit der passenden Lektüre! Francesca Reece entführt ihre Leser*in‐ nen in Ein französischer Sommer an die Küste Frankreichs: Die Wahl-Pariserin Leah lebt in den Tag hinein. Durch eine Anzeige wird sie auf einen Job bei dem bekannten Autor Michael aufmerksam. Fortan bereitet sie dessen alte Tagebü‐ cher auf, die Grundlage eines neuen Ro‐ mans werden sollen. Eine Reise in die Vergangenheit an verschiedene Schau‐ plätze beginnt, auf der ein schreckliches Geheimnis zutage kommt. In einem Wechsel zwischen Perspektiven, Zeiten und Orten entfalten sich zwei Lebensbil‐ der unterschiedlicher Generationen, die dennoch spannungsreich miteinander verwoben sind. In Kommissar Dupins elftem Fall Bretoni‐ sche Nächte von Jean-Luc Bannalec trifft Inspektor Kadeg gleich mehrfach das Un‐ glück: Kadegs Tante stirbt kurz nachdem sie die vermeintlichen Vorzeichen ihres nahenden Todes in Form einer seltsamen Vogelbeobachtung wahrnimmt. Kadeg

selbst werden auf dem Grundstück seiner Tante ernsthafte Verletzungen zugefügt. Kommissar Dupin macht sich sogleich an die Arbeit, um die seltsamen Ereignisse aufzuklären – bis ein Mord geschieht. Ein verzwickter Fall, gespickt mit kulinari‐ schen Genüssen und rauer Naturschön‐ heit mit leicht verschrobenen, aber den‐ noch sympathischen Charakteren. Macht Lust auf die Bretagne! Wer sich dem italienischen Flair verbun‐ den fühlt, besucht vielleicht gerne Die kleine literarische Apotheke von Elena Molini: Mit ein bisschen Inspiration durch einen geheimnisvollen Fremden kommt die junge, bisher wenig erfolgreiche Blu, auf eine geniale Geschäftsidee. Sie ver‐ schreibt ihren Kund*innen Bücher, pas‐ send zur jeweiligen Lebenslage und Stim‐ mung, und wertet damit ihre kleine floren‐ tinische Buchhandlung im Nu auf. Auch ihr Privatleben bleibt durch die mysteriö‐ se Begegnung mit ihrem Retter in der Not nicht unberührt. Doch was die Zukunft für Blu selbst bereithält, steht zunächst in den Sternen. Besonders schön an diesem Titel: Wer sich selbst einmal ein Buch auf Rezept gönnen möchte, bereist Florenz und stat‐ tet der Autorin in ihrer Piccola Farmacia Letteraria einen Besuch ab. Sollten Ihnen die südlichen Länder im Sommer zu heiß sein, können Sie sich auch in die Kühle der britischen Wälder flüchten. Das Geheimnis des Sturmhau‐ ses von Eve Chase bietet genau die richti‐ ge Abkühlung in den Sommermonaten. Auf zwei Zeitebenen werden die Lesen‐ den in die schicksalhaften Ereignisse um

» Durchsetzungswillen und in ihrer Tragik. Blume Peter erzählt eine Geschichte, die einen Menschen in den Mittelpunkt stellt, der von anderen mehr benutzt als gese‐ hen wurde. Eine Annäherung an einen, der in Mannheim zur Witzfigur wurde, in Eine Geschichte, die man mit jemandem seiner Lebenslust und seiner Tragik aber teilen kann! Und genau dafür gibt es Le‐ mehr über die Stadt erzählt, als diese oft‐ sezirkel. mals hören wollte. Ein Musiktheater, das Wir wollen im Herzogenried einen Ver‐ für die Stadt längst überfällig ist. such starten. Sind Sie interessiert? Lesen Sie gerne? Termine „Ewig Jung“: 18.09.2022, 19.00 Uhr Wir beginnen am 12.10.2022, 20.00 Uhr Donnerstag, 22. September 05.12.2022, 20.00 Uhr von 17.30–19.00 Uhr in der Stadtteilbibliothek Termine „La Cage aux Folles“: Herzogenried, Herzogenriedstraße 50 17.09.2022, 20.00 Uhr, PREMIERE (in der IGMH). 15.10.2022, 20.00 Uhr 07.11.2022, 20.00 Uhr Falls Sie möchten, bringen Sie ein Buch 02.12.2022, 20.00 Uhr mit, das Sie gelesen haben und beson‐ 17.12.2022, 20.00 Uhr ders unterhaltsam, spannend oder infor‐ mativ finden - das Ihnen besonders in Er‐ Termine „Blume Peter“: innerung geblieben ist. 19.11.2022, 20.00 Uhr 28.12.2022, 20.00 Uhr Erzählen Sie davon – oder lesen daraus vor; oder hören Sie, welche Bücher emp‐ Text: Julia Wütscher, fohlen werden. Schließlich gibt es auch Pressesprecherin CAPITOL zu Büchern ganz unterschiedliche Mei‐ Fotos: Thomas Henne / nungen.

die Familie Harrington gezogen: Vor der düsteren Kulisse des alten englischen Herrenhauses Foxcote Manor ereignet sich in den 1970ern Unerhörtes. Die an‐ geschlagene Familie Harrington findet im Wald ein verlassenes Baby und nimmt dieses bei sich auf. Die Freude über den Familienzuwachs wird jedoch schnell von weiteren Ereignissen überschattet. Das Kind soll nämlich nicht der einzige Neu‐ ankömmling bleiben … Im heutigen London findet Sylvie zufällig Hinweise, die sie zu Foxcote Manor und somit in die Vergangenheit ihrer verun‐ glückten Mutter führen. Die alte Dame liegt seit einem tragischen Vorfall im Koma und so muss sich Sylvie selbst auf den Weg in die dunklen Wälder machen, um das Familiengeheimnis zu lüften. Eine tragische Familiengeschichte mit britischem Charme.

Die vorgestellten Titel warten in der Zweigstelle Herzogenried darauf, mit Ih‐ nen auf Reisen zu gehen … Besuchen Sie uns und lesen Sie selbst! Ihre Stadtteilbibliothek Herzogenried Stadtteilbibliothek Herzogenried Herzogenriedstraße 50 68169 Mannheim 06212935055 Stadtbibliothek.herzogenried@mann‐ heim.de Text und Foto: Anuschka Schönichen, Leitung Zweigstelle Herzogenried

Das Team: v. l. n. r: Sabrina Liebner, Alexandra Rehder, Anuschka Schönichen

Was ist schöner als eine gute Geschichte?

René van der Voorden

Viele Bücher lassen sich auch in der Stadtteilbibliothek Her‐ zogenried ausleihen – oder von anderen Zweigstellen beschaf‐ fen. Noch Fragen? Rufen Sie an un‐ ter: 0621/ 293-5055

LESEZIRKEL FÖRDERVEREIN DER STADTTEILBIBLIOTHEK HERZOGENRIED

Für Erwachsene jeden Alters


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Aus dem Herzogenried

Mobilität im Jugendhaus! Ein Thema mit vielen Variationen! Alles was Räder hat, strahlt für unsere Besucher*innen eine Faszination aus. So ist es kein Wunder, dass alle Kinder begeistert sind , wenn wir mit unserem „Fuhrpark“ auf die Radrennbahn gehen. Ob Inliner, Longboards, Trikes oder Skateboards, jedes Kind findet das passende Fortbewegungsmittel.

Jugendhaus Herzogenried


Schwerpunkt: Mobilität

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Warum nicht Wasser- und Bierkisten mit dem Lastenfahrrad holen?

Mit Lastenfahrrad unterwegs im Herzogenried und in der Stadt „Wie transportiert ihr dann eure Getränke‐ kisten nach Hause???“ Großes Erstaunen um uns herum, als wir vor mehr als 25 Jahren unser TÜV-fälliges Auto abschaff‐ ten. Unsere Arbeitsplätze waren mit Fahr‐ rad oder Straßenbahn unproblematisch zu erreichen, Einkaufsmöglichkeiten in der Nähe, Park vor der Haustür und über die Brücke in die Stadt auch kein Pro‐ blem. Und die Getränkekisten? Schon da‐ mals hatten wir einen Fahrradanhänger – und heute gibt es zusätzliche Möglichkei‐ ten. Und falls tatsächlich ein Auto erfor‐ derlich ist, „Carsharing“ – Verleihstatio‐ nen gibt es auch rund um das Herzogen‐ ried (siehe Artikel S. 13).

Mittlerweile sind noch andere Modelle in Mannheim unterwegs – auch im Herzo‐ genried, selbst ein Lastenrad mit ElektroUnterstützung. Und jetzt sogar ein elektri‐ sches Rollstuhltransportrad. Das Herzo‐ genried bietet sowieso beste Vorausset‐ zungen zum Einsatz von Lastenfahrrä‐ dern: Autos sollten nur im Schritttempo durch das Wohngebiet fahren, gehören danach in die Parkhäuser und ansonsten gibt es gesundheits- und umweltgerech‐ tere Alternativen.

Für die Innenstadt benötigt man eigent‐ lich kein Auto. Alles ist mit ÖPNV und Fahrrad gut zu erreichen. Und der Wo‐ chenendeinkauf? Lastenräder mit bis zu 100 Kilogramm Zuladung sind eine in vie‐ ler Hinsicht sinnvolle Alternative zum Auto. Der Transport von Einkäufen und Rollstuhl (Foto: lastenvelo) der Weg zur Kindertagesstätte sind eini‐ ge Beispiele, um mit Lastenfahrrädern Das Angebot selbst ist und bleibt für die umweltgerecht voranzukommen. Lästige Nutzer*innen kostenlos. Die Online-Re‐ Parkplatzsuche fällt weg, durchlässige servierung erfolgt über die Website las‐ Sackgassen und für Fahrräder in Gegen‐ tenvelomannheim.de mit Infos darüber, richtung geöffnete Einbahnstraßen las‐ wie die Ausleihe funktioniert und wo die sen manche Wege kürzer werden. Für einzelnen Ausleihstationen sind. Ausge‐ Strecken bis zu 5 Kilometern trifft das liehen wird bis zu drei Tage lang. Es darf fast immer zu. nur ein bis zwei Mal pro Kalendermonat Und weil Lastenfahrräder groß und teuer ausgeliehen werden. sind, ist die Möglichkeit zum Ausleihen eine gute Alternative. Seit Januar 2017 Auch öffentliche Einrichtungen und orts‐ existiert in Mannheim der gemeinnützige ansässige Geschäfte haben die Vorteile Verein „Dein Lastenvelo Mannheim“ und seit Juni 2017 rollt das erste freie Lasten‐ rad durch Mannheim – das LaMa #1.

Modell LaMA #1 (Foto: lastenvelo)

FaBio der Stadtteilbibliothek (Foto: Stadtteilbibliothek)

dieses autolosen Transportmittels mitt‐ lerweile erkannt: Postsendungen werden mittlerweile in unserem Wohngebiet mit diesen gelben Flitzern menschen- und umweltgerecht zu den Empfänger*innen transportiert.

Seit Juli 2020 gibt es das Förderpro‐ gramm für Lastenräder der Stadt Mann‐ heim. Sollte man sich zum Kauf eines Lastenfahrrades entschließen, lohnt sich ein Blick auf die Webseite: https://www.lastenfahrrad-zentrum.de/ foerderungen/baden-wuerttembergmannheim/

FaBio fährt in den Sommermonaten die Stadtparks an, um das kleine Publikum zu erfreuen. Bestückt mit Kinderbüchern Ein Problem – gerade in so dicht bebau‐ und Spielen ist er mittwochs im Herzo‐ ten Wohngebieten wie dem Herzogenried genriedpark und freitags im Luisenpark – ist natürlich der Platzbedarf für gepark‐ zu finden. Wer ei‐ te Lastenfahrräder. In kaum einem Fahr‐ nen Bibliotheks‐ radraum wäre Platz dafür. ausweis dabei hat, kann die Me‐ Aber so wie nach Abschaltung des Müll‐ dien auch auslei‐ schlucker-Systems alternativ Platz für hen, zurückgeben Müllcontainer gefunden wurde, wird man darf man natür‐ gemeinsam auch hier Lösungen finden. lich in jeder ande‐ Zum Beispiel durch Verlegung der Contai‐ ren Zweigstelle in ner in den Untergrund. Das gibt es in Mannheim. Mannheim auch schon, z. B. an der Durla‐ cherstraße 110. Text: Irmgard Rother

Und der Schumacher Florian Bangert, den wir in der letzten Herzog*in porträtiert hatten, weiß auch, was er an seinem Las‐ tenfahrrad hat. Mannheim fördert Lastenräder! Das hohe Aufkom‐ men von privat ge‐ nutzten Autos sorgt für beträchtliche CO -Emissionen in ² Mannheim, die hohe Konzentration an Stickoxiden und Feinstaub in der Luft belasten das Stadtklima und ver‐ stopfen die Stadt. Daher soll im Mann‐ heimer Binnenver‐ kehr der Radver‐ kehrsanteil weiter gesteigert werden.

Schuhmacher Florian Bangerts Lastenfahrrad (Foto: Irmgard Rother)

Deutsche Post (Bild: Michael Baier)

Herzogenried trifft Wissenschaft

Ergebnisse der Stadtteilbefragung HELGE 363 von 2.000 zufällig ausgewählten Her‐ zogenriedler*innen nahmen im Jahr 2020 an der Stadtteilbefragung HELGE (Herzo‐ genrieder Erhebung zu Lebensqualität und Gesundheit im Erwachsenenalter) teil. Passend zum Thema dieser her‐ zog*in Ausgabe möchten wir heute be‐ richten, welche Aussagen die Teilneh‐ menden zum Thema „Mobilität“ gemacht haben. Um im Alltag mobil zu sein, braucht es

bestimmte Voraussetzungen. Wir haben waren die meisten Teilnehmenden sehr dabei auch Unterschiede zwischen dem die Herzogenriedler*innen gefragt, wie es zufrieden. Fast alle Teilnehmenden Verhalten im Sommer und Winter berück‐ damit in ihrem Stadtteil aussieht. Mit der (95,1%) stimmten der Aussage „Herzo‐ sichtigt. Fußgänger- und Radfahrerfreundlichkeit genried ist gut an den öffentlichen Perso‐ des Herzogenried war die Mehrheit zu‐ nennahverkehr angeschlossen“ voll und Ungefähr die Hälfte der Herzogenried‐ frieden: 87,8% stimmten voll und ganz ganz oder eher zu, 4,9% stimmten eher ler*innen gab an, den öffentlichen Perso‐ oder eher zu, dass das Herzogenried fuß‐ nicht oder gar nicht zu. nennahverkehr mindestens einmal die gänger- und radfahrerfreundlich ist. Woche zu nutzen – im Winter etwas häu‐ 12,2% der Teilnehmenden stimmten dem Aber wird diese gute Anbindung an den figer als im Sommer (Winter: 50,1%, Som‐ eher nicht oder gar nicht zu. ÖPNV auch genutzt? Wir haben das tat‐ mer: 46,0%). sächliche Mobilitätsverhalten der Herzo‐ Auch mit der Anbindung an Bus und Bahn genriedler*innen genauer abgefragt und Bei der Nutzung von Auto, Motorrad »


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capitol

La Cage Aux Folles Musical

Ab September 2022 www.capitol-mannheim.de

Schwerpunkt: Mobilität


Schwerpunkt: Mobilität

» oder Motorroller zeigt sich ein ähnli‐ sie eine Chance für klima- und gesund‐ ches Bild: Im Winter nutzten 54,8% der heitsfreundlichere Mobilität der Zukunft. Befragten mindestens einmal die Woche Im Herzogenried werden diese Angebote ihr Fahrzeug. Im Sommer fällt die Nut‐ jedoch noch sehr selten wahrgenommen. zung mit 50,2% der Befragten, die ihr Aber ganz egal, ob mit dem eigenen Fahr‐ Fahrzeug mindestens einmal die Woche rad oder einem VRN-nextbike: nutzen, etwas geringer aus. Es über‐ Nutzen auch Sie das schöne Sommerwet‐ rascht nicht, dass der Anteil der Bewoh‐ ter zum Radeln und tun damit nicht nur ner*innen, die mit dem Fahrrad fahren der Umwelt, sondern auch Ihrer Gesund‐ oder zu Fuß gehen, im Sommer zunimmt: heit etwas Gutes! Wenn Sie sich darüber 45,3% der Befragten gaben an, ihr Fahr‐ hinaus für eine Verbesserung der Mobili‐ rad oder E-Bike mindestens einmal die tät in Mannheim einsetzen wollen, kön‐ Woche zu nutzen (im Winter: 26,9%) und nen Sie auf der Website der Stadt Mann‐ 81,0% gaben an, mindestens einmal die heim alles über den Masterplan Mobilität Woche zu Fuß zu gehen (im Winter: 2035 nachlesen und sich selbst in ver‐ 70,5%). schiedenen Formaten am Prozess beteili‐ gen. Die Angaben zur Nutzung von Fahrrad, Auto, Motorrad und Motorroller beziehen Elena Buck, Hannah Röhrbein sich dabei auf Fahrzeuge im Privatbesitz. und Kristina Hoffmann; CPD-BW Einer wachsenden Beliebtheit erfreuen Die Infografiken wurden unter Verwendung von Ressourcen von sich in Deutschland jedoch auch Carsha‐ Flaticon.com erstellt. ring-Netzwerke und Fahrradverleihsyste‐ Bislang kannten Sie uns als Mannheimer Institut für Public He‐ alth (MIPH), seit Ende 2021 gehören wir zum neu gegründeten me (statista.com). Als Alternative zu Zentrum für Präventivmedizin und Digitale Gesundheit BadenWürttemberg (CPD-BW). An unseren Projekten im Herzogenried „klassischen“ Mobilitätsmodellen bieten ändert sich dadurch aber nichts!

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Und was es sonst noch alles gibt

Eine Fahrradrikscha … … wird im Gegensatz zur traditionellen Rikscha, die ursprünglich aus Japan stammt, nicht durch Menschen gezogen, sondern von einem Fahrrad durch eine Fahrerin oder einen Fahrer vorwärtsbe‐ wegt. Sie bietet Platz für zwei Personen plus Handgepäck – mit einem maximalen Ge‐ wicht von 200 kg. Die Rikscha hat drei Räder, bis zu 14 Gän‐ ge sowie ein Dach und Seitenwände, die Insassen und Fahrer*innen vor Regen schützen und auch ein wenig wärmen. Mit Geschwindigkeiten bis zu 20 km/ Stunde lassen sich Stadtbesichtigungen und Ausflüge in der näheren Umgebung entspannt und umweltgerecht genießen. Die Fahrgäste sitzen in der Rikscha ne‐

beneinander und können sich gemein‐ sam an den Eindrücken erfreuen. Eine komfortable Möglichkeit, sich fort‐ zubewegen – nicht nur für gehbehinderte Menschen. Das wäre doch auch mal ein besonderes Geschenk für einen besonde‐ ren Anlass. Text: Irmgard Rother Foto: Ingo Fath, Rikscha-Service Metropolregion Rhein-Neckar

Vier CarSharing Stationen und 12 Autos im Herzogenried

30 Jahre CarSharing in der Region Wer 1996 in den Verein stadtmobil zum CarSharing eingetreten ist und im Herzo‐ genried wohnte, fand das nächst gelege‐ ne Auto im Parkhaus an der Alten Feuer‐ wache – nicht gerade um die Ecke also. Inzwischen wurden viele neue Stationen eröffnet und an vielen bestehenden Stati‐ onen die Anzahl der Fahrzeuge aufge‐ stockt. Rund um das Herzogenried ste‐ hen Kund*innen nun an vier Stationen insgesamt 12 Fahrzeuge zur Verfügung. stadtmobil Rhein-Neckar ist der regionale CarSharing-Anbieter in der Rhein-NeckarRegion und bietet in 32 Kommunen sei‐ nen rund 14.000 Kunden über 650 Autos stadtmobil-App. Alle JoeCars (Opel Cor‐ an. Die Fahrzeuge stehen dezentral an sa) verfügen übrigens über ein Navi. Ins‐ rund 280 CarSharing-Stationen. Mehr als gesamt stehen den Nutzer*innen 70 Joe‐ 170 Stationen befinden sich allein in ver‐ Cars in Mannheim zu Verfügung. schiedenen Stadtteilen von Heidelberg und Mannheim. Ob Ausflüge, allein oder mit Freund*innen /Familie, ob Großeinkauf oder Umzug – Seit 2013 bietet stadtmobil in Mannheim alles ist möglich mit stadtmobil. Die und Heidelberg neben dem stationsba‐ Fahrzeugflotte umfasst Fahrzeuge von sierten CarSharing die Kombination mit der Miniklasse über Kleinwagen und dem freefloating-Angebot (ohne festen Kombis bis zum 9-Sitzer Bus und zum Standort) „JoeCar“ an. „Die JoeCars sind Transporter. Das Durchschnittsalter der bei unseren Kunden äußerst beliebt, be‐ Fahrzeuge liegt unter zwei Jahren, der sonders weil beim Buchen kein Endzeit‐ CO -Ausstoß der Flotte etwa 28 Prozent ² punkt festgelegt werden muss“, berichtet unter dem bundesdeutschen Durch‐ stadtmobil-Vorstand Miriam Caroli. Au‐ schnitt. Der Anteil von Elektroautos und ßerdem kann man freie JoeCars (grünes Fahrzeugen mit Hybridantrieben in der Kontrolllicht hinter der Windschutzschei‐ Flotte beträgt mehr als drei bzw. 17 Pro‐ be) direkt vor Ort und spontan mittels der zent und hat in den vergangenen Jahren stadtmobil-App buchen und losfahren. kontinuierlich zugenommen. Das JoeCar-Bediengebiet, innerhalb des‐ sen JoeCars abgestellt und gefunden CarSharing geht aber nicht nur regional: werden können, umfasst die zentralen stadtmobil-Kunde*innen haben deutsch‐ Stadtteile in Mannheim. Im Norden landweit Zugriff auf rund 5.000 Fahrzeu‐ grenzt das Bediengebiet beispielsweise ge bei stadtmobil und Partnern. Mehr als u.a. an die Maybachstraße. Gefunden 60 Fahrzeugtypen stehen in 260 Städten werden die Autos ebenfalls über die an 1.800 Stationen für die Kunden bereit.

CarSharing funktioniert ganz einfach Sie melden sich einmalig online über www.stadtmobil.de an. Sie zahlen dabei eine Anmeldegebühr und dann jedes Jahr einen Mitglieds‐ beitrag im Verein stadtmobil. Wer eine Jahres- oder Halbjahreskarte des VRN besitzt, spart bei der Anmeldung. Sie kommen einmal zur Führerschein‐ kontrolle im Büro in der Innenstadt vorbei und erhalten dort ihre Zugangs‐ daten und die stadtmobil-Karte. Danach können sie über Internet, Smartphone oder Telefon selbststän‐ dig alle Autos buchen und nutzen. stadtmobil Rhein-Neckar fühlt sich ökolo‐ gischen und sozialen Zielen in besonde‐ rem Maße verpflichtet. 2019 hat stadt‐ mobil eine Gemeinwohlbilanz erstellt und ist seither gemeinwohlzertifiziert. Lesen Sie mehr: https://rhein-neckar.stadtmo‐ bil.de/stadtmobil/gemeinwohloekono‐ mie/ stadtmobil feiert in diesem Jahr zusam‐ men mit seinem „Mutterverein“ Ökostadt Rhein-Neckar e.V. 30 Jahre CarSharing in der Region. CarSharing-Auto ist ein Bei‐ trag zur Mobilitätswende in Mannheim und der Region. stadtmobil-Vorstand Mi‐ riam Caroli hofft, dass das schon bald noch mehr Autofahrer:innen bei der ge‐ meinschaftlichen Nutzung von Autos ein‐ steigen.

CarSharing-Stationen rund um das Herzogenried Station Grenadierstraße Jakob-Trumpfheller-Str. auf dem Sei‐ tenstreifen ohne fest reservierte Stell‐ plätze und direkt vor dem Eingang zu Turley Quartier Murgstraße (Murgstraße zwi‐ schen August-Kuhn und Carl-BenzStraße) Johann-Weiß-Straße 9 (Centro Verde) Neuer Messplatz (Parkplätze gegen‐ über Zeppelinstr. 43) prüfen. Es lohnt auch, deren Kosten ein‐ mal ganz reell gegen die Kosten für ein ei‐ genes Auto aufzurechnen. Vielleicht trifft manche*r dann doch die Entscheidung, stadtmobil beizutreten.

Für alle, die bis zu 10.000 km im Jahr fah‐ ren und nicht täglich viele verschiedene, Weitere Informationen zu stadtmobil er‐ weit voneinander entfernte Ziele errei‐ halten Sie unter www.stadtmobil.de und chen müssen, lohnt es sich, die Möglich‐ telefonisch unter 0621 – 12 85 55 85 keiten des öffentlichen Nahverkehrs, Fahrrad, CarSharing und Taxi hinsichtlich Text: stadtmobil / Redaktion der eigenen Mobilitätsanforderungen zu


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Schwerpunkt: Mobilität

Mobilität

Weg von individuellen Transporten? Dabei hat – wieder einmal – ein Mannhei‐ (Deutschland). Einen Halt zum Be- und mer Ingenieur bereits 1997 ein Verfahren Entladen in Mannheim gibt es nicht. In ermöglicht und mit einem Kollegen dann unserem Artikel „ CargoBeamer – Die Re‐ 1998 auch deutschlandweit – und zwi‐ volution im Güterverkehr hat begonnen“ schenzeitlich auch weltweit – patentiert, berichten wir in dieser Ausgabe, was die‐ dass die parallele und horizontale Verla‐ se Technologie denn eigentlich für die dung von allen Sattelaufliegern (also 81% heutigen Straßenverkehrsverhältnisse des gesamten Straßengütertransports) bedeutet. Wie genau diese Technologie seit 2012 erlaubt. Heute rollen täglich 4 funktioniert, kann man sich im Internet solcher Züge durch Mannheim auf Ihrer unter www.cargobeamer.com oder bei Fahrt von der holländischen Grenze nach YouTube im Film ansehen. Auch im Gü‐ Italien. Weitere 50 Züge pro Woche pen‐ tertransport hat endlich der eingangs er‐ deln zwischen Ashford(England), Calais wähnte Paradigmenwechsel stattgefun‐ (Frankreich), Perpignan(Frankreich), Do‐ den! modossola(Italien) und Kaldenkirchen Text und Foto: Michael Baier

Interview mit CargoBeamer-Mitbegründer Michael Baier Ein CargoBeamer-Zug fährt mit 36 Sattelaufliegern durch das Rheintal nach Italien. Bild CargoBeamer AG

Im Individualverkehr und Straßengüter‐ transport ist seit dem 7. Dezember 1835 in Deutschland ein Umdenken längst überfällig. Nachhaltigkeit ist gefragt. Warum das so ist? An diesem Datum nahm die Ludwigseisenbahn als erste mit Lokomotiven betriebene Eisenbahn in Deutschland den öffentlichen Personen‐ verkehr auf. Sie fuhr – als „Adler“ be‐ kannt geworden - damals von Nürnberg nach Fürth. Ein halbes Jahr später, am 11. Juni 1836, erfolgte dann auf dieser Strecke erstmals auch ein Gütertrans‐ port. Zunächst wurden zwei Fässer Bier und später dann wöchentlich zwei Rinder nach Fürth gebracht. Damit war das Prin‐ zip geboren, mit nur einer Antriebsein‐ heit, nur einem Fahrer und mehreren Transporteinheiten eine große Zahl von Personen oder Ladegütern gleichzeitig zu befördern. Individualverkehr Dieser Paradigmenwechsel im Personen‐ transport setzte sich schnell durch. Im näheren Umfeld ging man zu Fuß, nutzte das – von Karl von Drais in Mannheim er‐ fundene - Fahrrad oder eventuell auch eine Droschke und im weiteren Umfeld gewann statt der beschwerlichen Reise mit der Kutsche immer mehr der Perso‐ nenzugverkehr die Oberhand. Im (sich streckenmäßig immer weiter ausdehnen‐ den) Nahverkehr führte der Weg im Laufe der Jahre von Fahrrad und Droschke oder Kutsche über die Pferdebahn, der „Elektri‐ schen“ zur Straßenbahn und wieder nach der Erfindung eines Mannheimer Ingeni‐ eurs – Karl Benz – zum Bus. Der ÖPNV mit Straßenbahn und Bus war geboren. Parallel entstand nun auch der Individual‐ verkehr per Auto aus der Weiterentwick‐ lung vom heute noch am Wasserturm zu bestaunenden „Motorwagen“ von Karl Benz zum modernen Auto. Dieses wird heutzutage, im Sinne des Umdenkens zum Nutzen eines Antriebs durch einen

Die Revolution im Güterverkehr hat begonnen

Fahrer mit einer Transporteinheit, im klei‐ nen Stil immer öfter auch gerne als Fahr‐ gemeinschaft benutzt. Und Fußgänger Täglich fahren vier mit allen Arten von und Radfahrer gibt es auch immer noch. Sattelaufliegern beladene Züge am Her‐ Die Fahrradentwicklung hat über all die zogenried vorbei. vergangenen Jahre permanent starke Fortschritte gemacht. Deshalb sind Fahr‐ Michael, du bist ein – wie wir sehen wer‐ räder im Nahverkehr heute weiterhin sehr den – sehr erfolgreicher Diplom-Ingeni‐ beliebt und dehnen ihre Verbreitung all‐ eur mit vielen Erfindungen und zuletzt mählich sogar auch in den privaten und auch eine Unternehmerpersönlichkeit im öffentlichen Lastentransport aus. besten Sinn. Du hast dich vor einigen Jahren im Herzogenried niedergelassen. Straßengüterverkehr Du musst uns in einer der nächsten Aus‐ gaben noch deine Sicht auf das Wesen Im Straßengüterverkehr jedoch ist das von Erfindungen erläutern. Hier will ich Umdenken längst noch nicht geschafft. jedoch die wahrscheinlich spektakulärs‐ Zwar wird seit Mitte der Siebzigerjahre te Erfindung in den Mittelpunkt stellen, des vergangenen Jahrhunderts von un‐ die du ermöglicht und maßgeblich miter‐ terschiedlichen Verbänden und Politike‐ funden hast und die einen wesentlichen r*innen immer wieder gefordert, eine Ver‐ Beitrag zum Thema "Güter von der Stra‐ lagerung des Güterverkehrs von der Stra‐ ße auf die Bahn" liefert, sowie ein Mus‐ ße auf die Schiene durchzuführen, um die ter an Nachhaltigkeit im Verkehr dar‐ ständig wachsenden Staus auf den Auto‐ stellt: "CargoBeamer". Was ist das und bahnen zu reduzieren. Aber es geschieht wie funktioniert das? nur wenig. Sehr wenig. Gerade einmal zir‐ ka 5,2% Prozent des Straßengüterver‐ kehrs können in zeitaufwändigen Verfah‐ ren mit Hilfe von Kränen oder Lastenstap‐ ler auf die Schiene verlagert werden. Und dabei kann – weil die Fahrgestelle der Transportbehältnisse dafür versteift wer‐ den müssen - auch noch weniger Ladegut auf die Sattelauflieger geladen werden. 19% des Straßengüterverkehrs werden in unterschiedlichen LKWs, oft mit Spezial‐ transportern (auch mit Anhängern), transportiert. Die restlichen 75,8% des Straßengüterverkehrs (Standard Satte‐ lauflieger, Mega-Trailer, Kühl- und Koffer‐ auflieger und Silo- und Tankauflieger. Da‐ Foto 1: Das CargoBeamer Terminal Calais tenquelle: Kanton Uri, Schwerverkehrs‐ zentrum Statistik 2013) konnten bis 2012 Die Idee technisch bedingt gar nicht auf die Schie‐ ne umgeschlagen werden. Man fährt Das erzähle ich gerne, Thomas. Im Artikel stattdessen - wie vor 1836 – lieber mit ei‐ „Mobilität - weg von individuellen Trans‐ ner Antriebseinheit und einem Fahrer ei‐ porten“ können wir lesen, dass im Stra‐ nen Transportbehälter über die Autobah‐ ßengüterverkehr bis zur Erfindung des nen und durch die Ortschaften. CargoBeamers immer noch das uralte Prinzip gilt „eine Antriebseinheit bewegt

durch einen Fahrer gesteuert eine Lade‐ einheit mit einer Ladung“ – das Prinzip „Kutsche“ um nicht „Eselkarren“ zu sagen - durch ganz Europa. Das ist völlig ineffizi‐ ent und eine riesige Vergeudung von Res‐ sourcen. Dazu kommen noch die um‐ weltspezifischen Nachteile des LKW-Ver‐ kehrs. Bis 2014 (da rollte der erste Cargo‐ Beamer Zug regelmäßig von Köln nach Domodossola in Italien) konnten gerade einmal zirka 5,2% Prozent des Straßengü‐ terverkehrs in zeitaufwändigen Verfahren mit Hilfe von Kränen oder Lastenstapler auf die Schiene verlagert werden. Und da‐ bei kann – weil die Fahrgestelle der Transportbehältnisse dafür versteift wer‐ den müssen - auch noch weniger Ladegut auf die Sattelauflieger geladen werden. 19% des Straßengüterverkehrs wurden in unterschiedlichen LKWs, oft mit Spezial‐ transportern (auch mit Anhängern), transportiert. Die restlichen 75,8% des

Straßengüterverkehrs (Standard-Satte‐ lauflieger, Mega-Trailer, Kühl- und Koffer‐ auflieger und Silo- und Tankauflieger. Da‐ tenquelle: Kanton Uri, Schwerverkehrs‐ zentrum Statistik 2013) konnten bis 2014 technisch bedingt gar nicht auf die Schie‐ ne umgeschlagen werden. Hier setzt die CargoBeamer- »


Schwerpunkt: Mobilität

» Technologie an. Wenn Gütertransporte chend auch CO -Zertifikate aus. Neben gegeben werden, am Einkaufspreis der ² in namhaftem Umfang von der Straße auf der Gesellschaft profitieren aber auch die Waren. die Schiene verlagert werden sollen, restlichen Beteiligten an der Gütertrans‐ muss für die 75,8% des Straßengüterver‐ portkette: Die Kosten für die speziellen Nun ist der CargoBeamer ja nicht ein‐ kehrs die Gelegenheit geschaffen wer‐ Güterwaggons liegen in ähnlicher Grö‐ fach eine tolle Idee, sondern du hast mit den, kostengünstig, effizient und nachhal‐ ßenordnung wie die heutigen Taschen‐ einem und etwas später mit einem wei‐ tig auf die Schiene umzusteigen. Dabei wagen, in denen die bisher kranbaren Sat‐ teren Kollegen zusammen eine Firma ist immer der direkte Vergleich mit dem telauflieger transportiert werde. Durch aufgebaut, die das alles umsetzt. Zu‐ Straßengüterverkehr zu ziehen. Alle Vor- die Fertigung größerer Stückzahlen kön‐ nächst braucht man ja wohl Terminals und Nachteile müssen daran gemessen nen die CargoBeamer-Waggons jedoch und Waggons, also die ganze Infrastruk‐ werden. Optimal wäre, wenn der Nutzen auch hier zu Gunsten des Waggonbetrei‐ tur für den Bahntransport von Sattelzugfür alle Beteiligten an der gesamten bers weitere Kostenvorteile bringen. Un‐ Aufliegern. Transportkette und nicht zuletzt für die Gesellschaft positiv zu Buche schlägt. Das ist mit CargoBeamer erstmals in der Geschichte des Schienengüterverkehrs gelungen. Mittels spezieller Schienen‐ waggons mit wegklappbaren Seitenwän‐ den kann ein mitfahrender Waggonauf‐ satz (eine Art Wanne, in die eine beliebige Sattelzugmaschine oder ein Terminal‐ fahrzeug einfahren können, um einen Sat‐ telauflieger dort abzustellen) durch eine horizontale, in den Bahnsteig eingebaute, Verschiebeeinrichtung vom Zug auf den Bahnsteig verbracht werden. Parallel dazu wird ein beladener Waggonaufsatz von der anderen Seite auf den Zug ver‐ schoben. Dieser Vorgang wird für alle Waggons des Zuges gleichzeitig und vol‐ lautomatisiert durchgeführt. In weniger als 20 Minuten kann ein Zug mit 36 Wag‐ gons so komplett be- und entladen wer‐ Foto 2 – CargoBeamer kann auch in Kran- oder Staplerterminals alle Typen von Sattelaufliegern verladen den (Foto 1). Die konventionelle Kranver‐ ladung der 5,2% speziell dafür ausgerüs‐ sere Nachfrage zum Bau solcher Wag‐ Die Anfangsphase als Start-up teten Sattelauflieger benötigt für die Ver‐ gons kann heute schon am europäischen ladung im Vergleich dazu etwa 3 bis 5 Markt nicht mehr gedeckt werden, wes‐ Mit großer Leidenschaft arbeitete ich par‐ Stunden. Die Zugfrequenz steigt. Davon halb die CargoBeamer AG momentan an allel zu meiner Tätigkeit bei ABB bis 2005 profitieren Terminalbetreiber und Zugbe‐ einem deutschen Standort den Bau ihrer und dann als Privatier schon ehrenamt‐ treiber, wie beispielsweise die Deutsche Waggons in Eigenregie in einer eigenen lich am Aufbau und der Weiterentwick‐ Bahn oder andere Bahnbetreiber. Produktionsstätte selbst vorbereitet. Die lung des CargoBeamers und der Cargo‐ Kosten für den Bau und den Betrieb der Beamer AG, deren Finanz- und Marketing‐ Lässt sich der Erfolg des CargoBeamers CargoBeamer-Terminals sind heute vorstand ich von 2003 bis 2012 auch war. in CO -Einsparung messen? Worin lie‐ schon erheblich günstiger als die von Von 2003 bis 2009 versuchten mein Part‐ ² gen die Vorteile dieses Systems? Kran-Terminals. Davon profitieren die ner als Vorstandsvorsitzender und ich, Terminalbetreiber. Genauso wie durch eine Finanzierung des Vorhabens zu er‐ Fangen wir mit dem Gesellschaftlichen die oben geschilderte viel höhere Zahl an langen. Nur der Freistaat Sachsen war Nutzen an: Alle Steuerzahler profitieren Umschlagvorgängen pro Tag. Die Spedi‐ bereit, uns in der Zeit von 2004 bis 2007 von der Reduzierung von Mitteln des Ver‐ teure und Verlader profitieren neben den mit einer kleineren Förderung für Kleinkehrshaushalts unter anderem durch die günstigeren Umschlagkosten gegenüber und Mittlere Unternehmen (KMU) zu un‐ Einsparung von Autobahnreparaturkos‐ Stapler- oder Kranterminals auch davon, terstützen. In dieser Zeit wehrten wir ten jährlich in Milliardenhöhe – ein LKW dass die Gesamttransportkosten gegen‐ auch einen Nachahmer unseres Grundpa‐ beansprucht die Fahrbahn (auch Brü‐ über dem reinen Straßentransport in Ab‐ tents erfolgreich ab, wären fast einem cken, Kreisverkehre, ...) in gleicher Grö‐ hängigkeit von der Transportlänge deut‐ Betrüger auf den Leim gegangen und fan‐ ßenordnung wie 65.000 PKWs – oder lich günstiger sind. Weiterhin werden die den endlich im Jahr 2008 eine Gruppe auch durch die Entlastung der Straßen Fahrer der Zugmaschinen zu „Gütertaxi‐ namhafter Investoren, die es uns ermög‐ allgemein. Ein ganz starker Vorteil ist tat‐ fahrern“. Sie bringen die Sattelauflieger – lichten, mit der Realisierung zu beginnen. sächlich der Umweltschutz. Pro LKW und die Fahrgäste – lediglich zum nächstge‐ Mit ihrer finanziellen Unterstützung konn‐ gefahrenen Kilometer können gegenüber legenen CargoBeamer-Bahnhof, bzw. ho‐ ten wir 2009 einen ersten Prototyp-Wag‐ dem Straßentransport gemäß DIN EN len sie dort ab. Die Fahrer können jetzt im gon und 2010 ein erstes Prototyp-Termi‐ 16528 immerhin 73% CO und 81% NOx Schichtbetrieb arbeiten und müssen nal bauen und der Öffentlichkeit vorstel‐ ² gespart werden. Insgesamt konnten bis nicht ganze Wochenenden oder die nach len. Auch in diesen Vorhaben blieben wir Mai 2022 mit CargoBeamer-Zügen schon 9 Stunden Fahrzeit vorgeschriebenen bei allen Meilensteinen immer unter der über 52.246 Tonnen CO gespart werden. Pflichtpausen auf Autobahn-Raststellen Zeit und immer unter den geplanten Kos‐ ² Das sind etwa 32 Tonnen pro Zug. Und zubringen. Dadurch steigert sich auch die ten. Das war mir schon während meiner täglich werden es mehr. Das kann man Nutzbarkeit der Zugmaschinen. Das Forschungstätigkeit stets ein Anliegen leicht auf der Zähluhr unserer Internetsei‐ kommt den Fahrzeugeigentümern zugu‐ und mir bei all meinen bisherigen Projek‐ te www.cargobeamer.com ablesen. Zwi‐ te. Die Zugmaschinen operieren nun nur ten auch stets gelungen. Von Seiten Poli‐ schenzeitig wurde die CargoBeamer AG im Umkreis ihres Standorts und können tik und/oder Behörden erfuhren wir in die‐ auch als „vollständig TÜV Nord zertifizier‐ jetzt im Drei-Schichtbetrieb genutzt wer‐ sen Jahren trotz intensivster Bemühun‐ tes CO -neutrales Unternehmen“ einge‐ den. Der Endverbraucher profitiert dann, gen (direkte Kontakte zu fünf Verkehrs‐ ² stuft und gibt für ihre Kunden durch die wenn all diese Kosten- und Betriebsvor‐ ministern und damaligen Forschungsmi‐ Nutzung von „grünem Strom“ entspre‐ teile wenigstens teilweise an sie weiter‐ nister*innen, unzähligen Verwaltungsbe‐

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amten*innen, Staatssekretär*innen Bür‐ germeistern, Landräten, ...) leider keine weitere Unterstützung. Die Investoren Gruppe entschloss sich daher auch die Markteinführung zu finanzieren. Markteinführung und Umweltpreis Die Waggons und das Terminal wurden ausgiebig getestet und weiter verbessert. Ein erster Zug wurde gebaut und europa‐ weit zugelassen. 2013 wurde CargoBea‐ mer AG nach DIN EN ISO 2001:2008 zerti‐ fiziert und als erstes deutsches Unterneh‐ men dann 2016 nach der neuen DIN EN ISO 2001:2015. Das erste automatisierte Terminal entstand 2013 auf dem Werks‐ gelände von VW in Wolfsburg und VW ge‐ wann für seine Spanien-Transporte direkt von Fertigungsband zu Fertigungsband 2016 mit der CargoBeamer Technologie einen Umweltpreis. Ihr seid da auch schon ganz schön weit gekommen, was das Streckennetz be‐ trifft ... 2015 startete unser erster öffentlicher Zug von Köln nach Domodossola in Itali‐ en, wobei die Waggonaufsätze noch mit Kränen verladen wurden (Foto 2). Das war möglich, weil wir während der Kon‐ struktionsphase darauf geachtet hatten, auch zu vorhandenen Verladetechnologi‐ en kompatibel zu sein. Nach Inbetrieb‐ nahme dieses Zuges, der Ausbildung der Wagenmeister und des Terminalperso‐ nals und der Verfassung aller nötigen Be‐ triebsanweisungen und Qualitätschecks zog ich mich, nachdem ich schon 2012 meinen zweiten Herzinfarkt erlitten hatte und deshalb mein Amt als Vorstand auf‐ gegeben hatte, um als Qualitätsmanager die Optimierung aller Betriebsabläufe und der benötigten Hardware voranzu‐ treiben, dann ganz aus der Firma zurück. In Kaldenkirchen, nahe der holländischen Grenze, wurde ein Terminalgelände ange‐ mietet und später gekauft. Auf der von Köln nach Kaldenkirchen verlängerten Strecke fahren heute täglich 2 Züge pro Richtung – also insgesamt 4 Züge - durch Mannheim, längs der Zielstraße direkt am Herzogenried vorbei. Als erstes CargoBe‐ amer Großterminal wurde 2021 das Ter‐ minal Calais eröffnet und von dort Ver‐ kehre nach Großbritannien, Südfrank‐ reich und Italien gestartet. Auch eine Ver‐ bindung vom Duisburger Hafen nach Pos‐ nan in Polen wurde etabliert. ... und ihr habt auch Ausbaupläne? Heute verbindet CargoBeamer 5 Länder mit 60 Zügen pro Woche (Foto 3) und wächst weiter! Für die nächsten Jahre sind deshalb mehrere Terminals und mehrere Dutzend Züge in ganz Europa geplant. »


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» Und wer sorgt dafür, dass auf diesem Streckennetz auch wirklich die ganzen Transporte schnell, sicher und pünktlich erfolgen? Man müsste ja eigentlich den‐ ken, wer, wenn nicht die Deutsche Bahn? Das macht die CargoBeamer AG mit eige‐ ner Software von Anfang an selbst. Die‐ ses System erlaubt auch den Kunden nicht nur selbst zu buchen, sondern bei Bedarf ihre Fracht zu verfolgen oder die Frachtparameter (Kühltemperaturen, ...) zu überprüfen. Bestell- und Rechnungs‐ wesen läuft mit dieser eigenen Software fast automatisch nebenher. Auch die Wartung und der Service unserer Wag‐ gons und Terminals wird elektronisch ge‐ plant und abgewickelt. Wir fahren nicht auf Verschleiß, sondern wir wissen, wann welche Maßnahmen fällig sind. Damit er‐ reichen wir Verfügbarkeiten unseres Equipments von mehr als 98,5%. Das ist einmalig im Güterverkehr. Auch die Pünktlichkeit der CargoBeamer Züge ist unerreicht, was einen immensen Vorteil für unsere Kunden darstellt. Die Pünkt‐ lichkeit und Zuverlässigkeit sind für sie oft wichtiger als der Frachtpreis.

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bahnhöfe Europas besitzt, ein wesentli‐ cher Eisenbahn- und Autobahnknoten‐ punkt ist, an zwei schiffbaren Flüssen liegt und ganz nebenbei ein erhebliches Problem mit LKW-Durchgangsverkehr hat. Wie ist das zu erklären?

Ganz einfach: Desinteresse von Stadt und städtischen Gesellschaften. Als UrMannheimer informierte ich selbstver‐ ständlich in den Jahren von 2005 bis 2011 mehrfach ausgiebig in persönlichen Anschreiben unter Verweis auf die bis da‐ hin erfolgten 3 Fernsehauftritte in Wis‐ senschaftsmagazinen, die über 40 Veröf‐ fentlichungen in Fachzeitschriften, State‐ ments vom sächsischen Wirtschaftsmi‐ nister, dem baden-württembergischen Verkehrsminister und dem OB von Leip‐ zig sowie unseren Internetauftritt als Vor‐ information. Anschließend bemühte ich mich wochenlang um persönliche Termi‐ ne beim damaligen Wirtschaftsdezernen‐ ten, dem Hafenchef und der MVV-Spitze. Wie üblich fanden die wenig am Thema interessierten Vertreter des Wirtschafts‐ dezernenten – der war dann am lange vorgeplanten Termin leider verhindert Wenn man sich euer bereits existieren‐ und der MVV-Spitze die Technologie und des Streckennetz als Mannheimer*in unser Vorhaben ganz toll, erwähnten, ganz genau anschaut, dann stellt man dass Mannheim aber kein Logistik- son‐ fest: Mannheim hat gar kein solches dern ein IT-Standort sein wolle und Terminal, obwohl es laut Wikipedia ei‐ wünschten uns viel Erfolg für die Zukunft. nen der leistungsstärksten Rangier‐ Lediglich der Hafendirektor von Mann‐

heim verstand das Potenzial der Cargo‐ ropaweit auf uns zu. Aber: noch ist es Beamer Technologie, konnte uns aber nicht zu spät. Und wie immer: den Letz‐ wegen des herrschenden Flächenman‐ ten beißen bekanntlich die Hunde. gels im Hafen und seinem Umfeld nicht weiterhelfen. Die beispielhafte Zukunfts‐ Also irgendwie die alte Geschichte vom vision der Mannheimer Stadtführung bei Propheten, der im eigenen Land, der ei‐ der Gründung des Freihafens 1828 und genen "Erfinder-Stadt" nichts gilt. Nun seiner späteren Anbindung an die Schie‐ kommt ja aber doch noch ein gewichti‐ ne 1858, die den Aufschwung Mann‐ ges zusätzliches Argument für ein Car‐ heims zur Industriestadt überhaupt erst goBeamer-Terminal in Mannheim hinzu: ermöglicht hatte, war längst nicht mehr Mannheim liegt an der europäischen erfühlbar. Heute kommen Kommunen Nord-Süd-Magistrale für den Eisen‐ oder kommunale Einrichtungen, die den bahngüterverkehr Rotterdam-Genua, der Eigenvorteil der CargoBeamer Technolo‐ ja groß ausgebaut werden soll... » gie für sich erkannt haben, von selbst eu‐

Foto 3 – CargoBeamer Zug in der Schweiz am Gotthard

WELTWEIT ERFOLGREICH – IN MANNHEIM ZUHAUSE. Caterpillar Energy Solutions steht mit seinen beiden Marken MWM und Cat für hocheffiziente und umweltfreundliche Lösungen zur dezentralen Energieerzeugung und produziert Gasmotoren, Strom-Kraftwerke sowie KraftWärme-Kopplungs-Anlagen. Der Firmensitz in Mannheim-Neckarstadt geht auf die Gründung des Autopioniers Carl Benz zurück, der 1871 mit den „Mechanischen Werkstätten Mannheim“ den Grundstein dafür legte. Heute hat Caterpillar Energy Solutions eine führende Marktposition, wobei die Produkte das Ergebnis von mehr als 150 Jahren Erfahrung in der Entwicklung und Optimierung von Gasmotoren und Stromaggregaten für Erdgas, Biogas und weitere Sondergase sind.

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Schwerpunkt: Mobilität

» Richtig. Und außerdem wäre hier ein günstiger Umsteigpunkt für die Nord-Süd und Ost-West Verkehre. Würde das zu einer zusätzlichen Lärm‐ belastung führen, wenn die CargoBea‐ mer Züge durch Mannheim fahren? Bzw. sie rauschen ja schon auf der Riedbahn‐ strecke unseres Stadtteils Neckarstadt Nord-Ost und in Hörweite des Herzogen‐ rieds durch. Habt ihr da ein reines LärmGewissen? Aber Ja! Unsere Waggons haben schon seit dem ersten Prototyp alle eine soge‐ nannte „Flüsterbremse“. Darauf werden die konventionellen Güterwaggons zur‐ zeit und in den kommenden Jahren noch umgerüstet. Bei CargoBeamer Waggons quietscht und kreischt nix. Alle unsere Terminals sind elektromotorisch betrie‐ ben und, wie man das ja von den ersten Elektroautos auch kennt, entsprechend leise. Ein Verkehrsminister sagte einmal bei einer Vorführung der automatisierten, parallelen Verladung der mit Sattelauflie‐ gern beladenen Waggonaufsätze: „Da hört man ja nur die Vögel zwitschern!“ Von unserer Dachterrasse kann ich bei östlichen Winden die Güterzüge der Ried‐ bahn hören. Die CargoBeamer Züge je‐ doch nicht!

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Mobilitätseinschränkungen im Herzogenried

Teil 1: Steilstelle Brunnengarten – Einkaufszentren Ulmenweg Sind Sie schon einmal mit dem Rollstuhl, Rollator oder Kinderwagen vom Brun‐ nengarten zum Einkaufszentrum Ulmen‐ weg rund um den neuen REWE-Markt oder zum Lidl gefahren? Das schaffen Sie nur, wenn Sie extrem fit oder noch „jung und stark“ sind. Selbst mit dem Fahrrad oder gar einem Zwillingskinder‐ wagen haben die meisten Probleme. Wir werden immer wieder von Anwohner*in‐ nen auf diese Steilstelle angesprochen. Besonders das Hinauffahren ist eine Herausforderung. Gefährlich ist aber auch der Weg hinunter. Wenn man sich „verbremst“, ist man schnell mitten auf der Straße angelangt oder dort sogar ge‐ stürzt. Besonders weh tun Bemerkungen wie: „Bis vor einigen Jahren habe ich das noch mit viel Mühe geschafft. Aber man wird halt auch älter. Seit einigen Mona‐ ten geht das nicht mehr. Da muss ich halt den großen Umweg über Hochufer‐ straße und Ulmenweg machen.“

Na, wenn man sich das als einfache Bür‐ ger*in und Herzogenriedler*in so durch den Kopf gehen lässt, dann drängt sich doch sehr der Schluss auf: Da kann in Mannheim noch nicht das letzte Wort gesprochen sein. Wir kriegen ja im Übri‐ gen das Elend der Lastzugfahrer*innen hautnah mit, die am Neuen Messplatz mit ihren Aufliegern besonders an Wo‐ chenende parken, in ihren Fahrzeugen übernachten und sich dann wieder in den Verkehr auf den Autobahnen stürzen als Teil des "rollenden europäischen Lager‐ hauses". Wie gesagt: Es ist für Mannheim noch nicht zu spät! Vielleicht tritt ja wirklich je‐ mand noch auf die CargoBeamer AG zu. Ich vermittle da selbstverständlich gerne. Foto 1: Problemstelle auf dem Weg zum Einkauf

Michael, vielen Dank für deine sehr in‐ teressanten Ausführungen.

Text: Thomas Trüper führte das Interview mit Dipl.-Ing. Michael Baier, Mitbegründer und Vorstand a.D. der CargoBeamer AG Fotos: CargoBeamer AG

Foto 2: Die Messung der Steilstelle ergab eine Steigung von 6,58%

Muss das wirklich so sein? Muss das so bleiben? Die Interessengemeinschaft Herzogenried e.V. (IGH) hat sich die Sachlage vor Ort angesehen, hat gemes‐ sen, gerechnet, dokumentiert und ist zu einem klaren Ergebnis gekommen: „Nein, muss es nicht“. Lesen Sie hier ei‐ nige Fakten und mögliche Lösungsmög‐ lichkeiten. Was haben zum Beispiel Plauderbänke als Kommunikationsecke mit dieser Problematik zu tun? Eine junge Mutter schiebt einen Doppel‐ kinderwagen und hat zusätzlich ein Klein‐ kind an der Hand. Sie kämpft sich die Steigung der Hochuferstraße vom Brun‐ nengarten zum Ulmenweg hoch. Das geht gerade noch. Dann überquert sie die Hochuferstraße und beginnt den steilen Weg zum Einkaufszentrum am Ulmenweg hochzuschieben. Mit einer Hand geht das gar nicht. Also setzt sie nach ein, zwei Meter Fahrt das zweite Kleinkind auch in den Kinderwagen. Das protestiert ve‐ hement. Die noch nicht einmal sehr zierliche Frau schiebt wieder an, stemmt sich mit ihrem ganzen Kör‐ pergewicht gegen den Kinderwagen und kommt müh‐ sam Zentimeter für Zentimeter vor‐ an. Gott sei Dank hat das ein älterer Mitbewohner, der hinter ihr herkam, beobachtet und hat sie nicht ein‐ fach überholt. Ganz Gentleman alter Schule, sprach er die junge Frau an – die er‐ schrak, offensicht‐ lich weil sie nicht damit gerechnet hatte – und fragte, ob er helfen könne. Dann schoben sie den Rest der Steil‐ stelle gemeinsam. Ein herzliches Dan‐ keschön und ein freundliches Lä‐ cheln beendeten die kurze Begeg‐ nung. Gelebte Nachbarschaft eben! Was wäre aber gewesen, wenn dieser Mann nicht zufällig den gleichen Weg ge‐ habt hätte? Oder die ältere Dame mit den Bremspro‐

blemen des Rollators – Foto 1 - doch auf die Straße gezogen worden wäre? Oder der ältere Rollstuhlfahrer tatsächlich den Rollstuhl beim Abwärtsfahren nicht aus‐ reichend gebremst bekommen hätte? Und, und, und ... Das sind typische Pro‐ bleme, die der Interessengemeinschaft Herzogenried e.V. (IGH) oder dem Quar‐ tiermanagement immer wieder mit der Bitte um Abhilfeschaffung geschildert werden. Deshalb machte sich ein Team an die Ar‐ beit. Bei einer Ortsbegehung wurden Fak‐ ten erfasst: Steigungen, Steigungswinkel und Weglängen wurden gemessen, wie auf Fotos 2 zu sehen ist. Die Messwerte, die Auswertungsverfahren und die Ergeb‐ nisse wurden dokumentiert (Messwerte und Rechenweg im Einzelnen liegen der Redaktion vor). Zusammenfassend kann gesagt werden: Eine fotografische Übersicht der Pro‐ blemstelle ist in Bild 1 dargestellt. Man sieht die Kreuzung Hochuferstraße/Ul‐ menweg mit dem abkürzenden Verbin‐ dungsweg Brunnengarten/Einkaufszen‐ trum, dessen unterer Teil die problemati‐ sche Steilstelle zeigt. Auf Foto 2 sieht man die vermessenen Strecken, für die die Steigungen erfasst wurden. Die Ergebnisse im Einzelnen: Strecke 1: Die zum Vergleich gemessene Steigung der Hochuferstraße ergab an dieser Stelle eine Steigung von 5,75%. Das liegt knapp unter der gesetzlich fest‐ geschriebenen maximalen Steigung für öffentliche Rampen von 6%. Das erklärt, warum auch Menschen ohne Mobilitäts‐ einschränkung hier in Abhängigkeit von Alter und körperlicher Fitness durchaus schon ganz schön ins Schnaufen kom‐ men und mit dem Fahrrad in einen ganz niedrigen Gang zurückschalten oder oft schieben müssen. Strecke 2: Das ist die eigentliche Steil‐ stelle des Verbindungswegs. Hier wurde eine Steigung von immerhin 6,58% ge‐ messen. Das klingt harmlos, aber die 0,83 Prozentpunkte Unterschied machen immerhin gute 14% mehr Steigung aus. Das erklärt, warum nicht nur Menschen mit Mobilitätseinschränkungen sich mit diesem Wegteil schwertun und den restli‐ chen, oberen Teil des Weges mit einer Steigung von 3% als angenehm empfin‐ den. Strecke 3: Als eine erste Lösung des Stei‐ gungsproblems des Verbindungswegs könnte man sich eine Erneuerung dieses Weges mit vereinheitlichter Steigung vor‐ stellen. Diese würde sich dann bei einer Weglänge von 26 Metern auf 4,42% belau‐ fen. Allerdings würde bei einem Neubau während der gesamten Umbauzeit der Weg zum Einkaufszentrum komplett weg‐ fallen. Strecke 4 und 5: Die zweite, viel bessere Lösung würde der Neubau eines zusätzli‐ chen Weges von 38 Metern Länge »


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Schwerpunkt: Mobilität

Bild 1

Steigungsmessung IGH Brunnengarten - Ulmenweg Übersicht: Verbindungsweg Brunnengarten/EKZ Ulmenweg. Steigungsprobleme für Menschen mit/ohne Beeinträchtigungen

Steigungsprobleme

Steigungsprobleme

Bild 2

Steigungsmessung IGH Brunnengarten - Ulmenweg Messungen der unterschiedlichen Steigungen: 1 - Referenz Ulmenweg, 2 – steiler Abschnitt des Verbindungswegs, 3 – Verbindungsweg mit abgeflachter Steilstelle, 4+5 zusätzlicher Weg mit Kommunikationsecke 5 3 2

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Bild 3

Steigungsmessung IGH Brunnengarten - Ulmenweg Abhilfemaßnahmen: Vergleichmäßigung der Steigung des vorhandenen Wegs. Oder neuer Weg mit viel geringerer Steigung und von Anliegern vielgewünschter Kommunikationsecke mit zwei „Plauder-Bänken“ und Papierkorb.

Neue Bänke Alte Bank Alter Papierkorb

Neuer Papierkorb

» parallel zum bestehen bleibenden Weg darstellen. Hier würde die Steigung dann nur noch 3,1% betragen. Eine immense Erleichterung für Menschen mit Mobili‐ tätseinschränkungen aller Arten oder für Menschen mit schweren Lasten. Die Lösung der Steigungsproblematik, wie sie in Foto 3 gezeigt wird, hätte dane‐ ben einen weiteren Vorteil: mit Hilfe von zwei Sitzbänken und einem Papierkorb (und eventuell sogar einem kleinen Tisch?) könnte hier eine „Verschnauf‐ ecke“ für mobilitätseingeschränkte Men‐ schen und gleichzeitige Kommunikati‐ onsecke für alle Anwohner entstehen. Das zufällige oder erwünschte Zusam‐ mentreffen von Menschen mit und ohne Mobilitätsbehinderung ermöglicht eine weitere Form des „Ins Gespräch Kom‐ mens“ mit allen Facetten des gegenseiti‐ gen Verstehen-Lernens. Sicherlich sind solche „Plauderbänke“ – wo sind eigent‐ lich all die Edelstahlbänke und Papierkör‐ be der letzten Plankenmöblierung verblie‐ ben? – nicht allzu schwer beschaffbar und in Edelstahlausführung auch noch nahezu pflege- und wartungsfrei. Auch die heute schon am oberen Teil des Ver‐ bindungswegs existierende, seinerzeit von der IGH gestiftete, Bank ist immer gut besucht. Leute verschnaufen sich, vom Einkaufen kommend, gerne hier. Oder sie treffen sich auch einfach zum Plaudern. Oben haben wir uns gefragt: Muss es wirklich so sein, dass Menschen mit und ohne Mobilitätseinschränkungen wegen einer simplen Steilstelle im Weg zu den täglichen Einkäufen ihr Leben zusätzlich erschwert und behindert wird. Wir haben gesehen, nein, das muss nicht so sein! Im Gegenteil: mit einfachen Maßnahmen kann man hier Abhilfe schaffen und dar‐ über hinaus noch zur nachbarschaftli‐ chen und integrativen Kommunikation beitragen. Die Mobilität im Herzogen‐ ried kann noch verbessert werden! Um die hier aufgezeigte Lösung umzu‐ setzen, gilt es nun den erfahrungsge‐ mäß zähen und langwierigen Weg durch die politischen Instanzen bis zu einer endgültigen Entscheidungsfindung ein‐ zuschlagen. Dazu wird dieser Artikel zu‐ nächst mit einem freundlichen An‐ schreiben an den Bezirksbeirat, mit der Bitte um weitere Veranlassung, weiter‐ geleitet. Natürlich werden wir diesen Prozess weiterverfolgen und sehen, was die Politik bereit ist, für ihre Bürger zu tun. Wir bleiben für Sie am Ball! Text: Michael Baier Fotos: M. Baier / P. Leinberger


Aus dem Herzogenried

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Sven Beisel

REWE Sven Beisel – bestens erreichbar. Ob mit dem Fahrrad, dem Auto, den Straßenbahnlinien 4 und 4a oder zu Fuß – der REWE von Sven Beisel im EKZ Herzogenried ist optimal erreichbar. „Vor dem Markt bieten wir ausreichend Fahrrad- und PKW-Parkplätze“, erklärt der Kaufmann und weist auf zusätzliche Serviceleistungen hin: „Bei uns kann man nicht nur Lebensmittel kaufen, sondern noch viel mehr erledigen.“ Ab 10 Euro Einkaufswert gewährt REWE an der Kasse eine kostenlose, Kreditinstitutunabhängige Bargeldauszahlung bis

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Schwerpunkt: Mobilität

Mobilitätseinschränkungen im Herzogenried

Teil 2: Stolperfallen Wenn man im Herzogenried spazieren geht, oder einfach nur zu Fuß unterwegs ist, gerät man schon mal ins Stolpern. Im Besonderen, wenn man den Weg, den man geht, nicht genau im Blick hat. Im Laufe der Jahre sind die teilweise sogar vor 1975 gepflanzten Bäume natürlich groß und knorrig geworden.

dass es in ihrem Haus eine eigene Abtei‐ lung für diese und ähnliche Angelegen‐ heiten gibt. Das ist die Abteilung „Freian‐ lagen des Technischen Bestandsma‐ nagements“. Diese teilte mit, dass das Problem bekannt sei und dass zurzeit diesbezügliche Liegenschaftskontrollen schon durchgeführt werden. Die Kontrol‐

Foto 1 – Von Wurzeln verworfenes Pflaster

Mit Folgen: die Baumscheiben „passen“ nicht mehr, die Wurzeln verwerfen Ein‐ fassungen, drücken Pflastersteine her‐ aus, bilden Bodenwellen, werden zu Hin‐ dernissen. Daneben hat natürlich der Zahn der Zeit an Wegen und Bordsteinen – manchmal recht kräftig – genagt. Der eine oder andere Anrempler von Liefer‐ fahrzeugen oder Anwohner*innen-Autos haben Poller oder Grünflächeneingren‐ zungen verbogen oder umgestoßen. Kurz: es mangelt nicht an Gelegenheiten zu Stolpern oder zu Stürzen. Geschieht da was, oder wird das nur noch schlim‐ mer? Immer wieder klagen Mitbewohner*innen über Beinahe-Unfälle oder Stürze durch das Übersehen der unzähligen Stolper‐ stellen im Quartier, die im Laufe der Jah‐ re auf Straßen und Wegen im Herzogen‐ ried entstanden sind. Wir haben uns des‐ halb einmal auf den Weg gemacht und haben bewusst nach solchen Stolperstel‐ len gesucht. Und wir wurden fündig: al‐ lein im Brunnengarten wurden etwa 60 solcher, die Mobilität einschränkenden Stellen angetroffen. Eine typische Situati‐ on zeigt Foto 1. Eine Nachfrage bei der Eigentümerin der meisten Liegenschaf‐ ten im Herzogenried, der GBG, ergab,

Foto 2 – Reparierte Pflasterung

len von Brunnengarten, Weingarten, Schulgarten und Sonnengarten haben be‐ reits stattgefunden. Die resultierenden Aufträge zu Reparaturmaßnahmen seien zwischenzeitig ebenfalls vergeben wor‐ den. Wie wir festgestellt haben, sind die ersten Reparaturen in der Tat schon erle‐ digt (z.B. Foto 2). Im Herzogenried gibt es wegen der vielen Eigentümer der un‐ terschiedlichen Liegenschaften natürlich auch viele Zuständigkeiten. Aber, getrauen Sie sich: Melden Sie Stol‐ perfallen bei der Hausverwaltung Ihrer Liegenschaft! Am besten mit Fotos der Schadensstellen. Bei der GBG helfen die Concierge-Büros und die Abteilung Frei‐ anlagen des Technischen Bestandsma‐ nagement weiter. Liegt die Stolperfalle auf städtischem Gebiet (öffentliche Geh‐ wege, Straßen, usw.), hilft die bekannte Telefonnummer 115 der Stadt Mannheim weiter oder eine mail an 115@mannheim .de. Fazit: Ein Anfang ist gemacht! Die ersten Reparaturen sind bereits erfolgt. Hoffen wir, dass es kontinuierlich so weiter geht. Dennoch gilt nach wie vor: Augen auf beim Weg durch das Herzogenried. Text und Fotos: Michael Baier

Mit Handicap unterwegs im Herzogenried Stolperfallen, wie der Artikel nebenan sie beschreibt, sind natürlich für alle Men‐ schen lästig. Besonders schwer zu hand‐ haben sind sie allerdings für Menschen, die in ihrer Bewegung eingeschränkter sind. Das merken wir alle, wenn wir uns zum Beispiel mal den Fuß verstaucht oder die Wade gezerrt haben. Dann wer‐ den diese Stolperfallen zum anstrengen‐ den (und schmerzhaften) Hindernis. Wir haben mit einer Rollstuhlfahrerin und zwei Angehörigen von Rollstuhlfahrer*in‐ nen einen Spaziergang durchs Viertel ge‐ macht und ihre Hindernisse aufgesucht. Besonders ärgerlich sind nicht nur die hochstehenden Steine, von denen wir im Artikel Stolpersteine lesen, sondern auch wellenartiger Boden, den wir zahlreich im Herzogenried auffinden: am Brunnengar‐ ten beim Eingang in das Wohngebiet, am Atelier, aber auch nach der Kleingarten‐ anlage auf dem Weg zum Neuen Mess‐ platz. Der Weg fällt dort auf der linken Seite wellenartig ab, d. h. gerades Fahren ist nicht möglich und oft können die Roll‐ stuhlräder die Wellen nicht bewältigen. Da heißt es dann ausweichen. Überhaupt ist das Umfahren von Hindernissen und damit das Suchen und Finden von befahr‐ baren Wegen eine ständige Aufgabe für Rollstuhlfahrer*innen und Menschen mit Rollator. Nach Regenfällen z. B. ist der Weg beim Parkeingang an der Herzogen‐ riedbebauung aufgeweicht und die Erde legt sich an den Rollstuhlrädern ab. Da‐ mit möchte man nicht in die Wohnung fahren, aber wie die Räder einfach reini‐ gen? Will man am Park entlangfahren, bleibt einem nur die Wahl zwischen ‚Pest und Cholera‘: Der Weg ist entweder auf‐ geweicht, oder daneben finden wir ihn mit Kopfsteinpflaster ausgestattet. So schön Kopfsteinpflaster aussieht, für Rollstuhl -/Rollatorräder, übrigens auch für Ein‐ kaufstrollis, ist es nicht gut zu bewältigen und oftmals auch laut, wenn man dar‐ überfährt. Dort am Parkeingang finden wir nicht nur aufgeweichten Boden nach Regenfällen, überall auf dem Weg liegen größere Kie‐ sel, die sich unangenehm in Räder bohren und das Fahren unsicher bzw. ganz unmöglich machen. Und was solche Kiesel angeht, ist der Parkeingang durchaus nicht die einzige Stelle im Herzogenried. Was fanden wir noch? Nicht nur die Steigung hoch zum Ul‐ menweg, wie sie in dieser her‐ zog*in in einem Artikel be‐ schrieben ist, auch der Auf‐ gang zur Herzogenriedstraße von der Käthe-Kollwitz-Schule her, ist für einen von Hand be‐ dienten Rollstuhl nicht zu schaffen. Und leider finden

wir auch Treppen, neben denen es keine Rampe für Rollstuhl-/Rollatorfahrer*in‐ nen gibt: am Brunnengarten hin zur Kä‐ the-Kollwitz-Schule, beim Spielplatz, zum Beispiel. Auch hier ist dann wieder » » großflächiges Umfahren angesagt. Es waren aufschlussreiche eineinhalb Stunden, unser Rundgang/unsere Rund‐ fahrt durch das Herzogenried: Uns war vorher nicht bewusst, wie sehr ständiges Lavieren, Umwege suchen etc. zum Alltag für mobilitätseingeschränkte Bewohner*innen im Herzogenried gehört und wie sehr aufgeweichter Boden und Kiesel, die schön auf einem Sandweg aussehen, behindern können. Auch hohe Bordsteine zwingen zu Umwegen, da die‐ se ohne Hilfe nicht bewältigt werden kön‐ nen und manchmal selbst mit Hilfe einer anderen Person eine Herausforderung darstellen. Neben diesen „baulichen“ Behinderungen gibt es allerdings auch noch egoistische Verhaltensweisen, die Personen mit Han‐ dicap oder auch Personen mit Kinderwa‐ gen wirklich Schwierigkeiten bereiten: Wenn Autos und E-Scooter auf Fußwe‐ gen geparkt werden, bleibt oft nur ein kleiner Streifen übrig für die, die eigent‐ lich auf dem Fußweg unterwegs sein soll‐ ten. Das bedeutet für Rollifahrer*innen, Kinderwagenschiebende, Rollatorfahren‐ de, sie müssen auf die Straße auswei‐ chen. Das ist gefährlich und eine echte Zumutung. Zum Glück gibt es aber nicht nur negati‐ ve Beispiele. Wir fragten unsere Begleite‐ rinnen, wie es eigentlich ist, wenn sie un‐ terwegs Hilfe benötigen – ihre Erfahrun‐ gen sind durchweg positiv im Herzogen‐ ried, was die Hilfsbereitschaft anbelangt. Und wenn Sie mal unsicher sind, ob Sie helfen können/sollten oder nicht: einfach fragen – das ist immer willkommen, ha‐ ben wir erfahren. Text: Monika Schleicher und Petra Leinberger Foto: P. Leinberger

Katharina Justen, Maria Gräber und Monika Schleicher. Mit beim Rundgang dabei, aber leider nicht abgebildet: Roswitha Schäfer


Schwerpunkt: Frauen

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Schwerpunkt: Mobilität

Küchenplauderei...

Mobilität in der Küche Sie fragen sich: was bitte schön hat denn Mobilität mit Kochen zu tun? Ganz viel! Denn wir müssen uns für jedes Gericht als erstes die Zutaten besorgen. Einkaufen können wir mit dem Auto, Taxi, Fahrrad, mit dem ÖPMV oder zu Fuß. Am umweltfreundlichsten wäre natürlich zu Fuß. Aber: kann man dann wirklich auch alles schleppen? Den Großeinkauf si‐ cherlich nicht, viele Tageseinkäufe aber schon. Mit meinem eigenen Einkauf ist es aber nicht getan, die Waren müssen vorher vom Erzeuger zur Verkaufsstelle transportiert werden. „Erzeuger“ kann heißen: der örtliche oder überregionale Großmarkt, die Sammelstelle einer Ge‐ nossenschaft, die Anlieferstelle des Großhandels oder einer Vertriebskette oder sogar der Flughafen, im Falle von „Flugware“. Von dort wird dann – eventu‐ ell über mehrere Zwischenstationen „distributiert“. Mit vielen Lkws oder Kühl‐ fahrzeugen erfolgt die Verteilung an die Einkaufsmöglichkeiten für die Endver‐ braucher*innen: die Hofläden, die lokalen Märkte, Discounter, Supermärkte und Einzelhandelsgeschäfte. Auf diese Logistikketten haben wir kei‐

nen Einfluss, aber wir können regionale und saisonale Produkte bevorzugen und damit die Umwelt entlasten.

kennen zu lernen. Gerade Kinder und Ju‐ gendliche wissen oft schon gar nicht mehr, wie manche Produkte im Original schmecken.

Regional kochen Regionale Produkte sparen lange Trans‐ porte! Der Einkauf auf dem Markt oder im Hofladen verkürzt die Transportkette vom Erzeuger bis in unsere Küche ganz erheblich und spart bei unseren Einkäu‐ fen Ressourcen. Und wenn die regionalen Lieferketten kurz sind, ist es auch hier möglich, Diesel, Benzin und – bei Kühl‐ transporten oder Zwischenlagerungen – elektrische Energie oder Gas einzuspa‐ ren. Vergessen wir aber nicht den Ge‐ schmack! Durch lange Transporte geht meist auch deutlich Geschmack verlo‐ ren. Das bedingt die erst halbreife Ernte beim Erzeuger, um während des Trans‐ ports oder der Zwischenlagerung dann „termingerecht“ nachzureifen. Den Unter‐ schied zwischen Erdbeeren, die am glei‐ chen oder am Vortag auf dem Feld ge‐ reift sind, und der „Weihnachtserdbeere“ aus Übersee kennen wir alle. Wir sollten es uns und unseren Kindern gönnen, den ursprünglichen Geschmack regional ge‐ reifter Früchte zu genießen bzw. wieder

Mit regionalen Produkten lassen sich die köstlichsten Gerichte herstellen.

die längst üblich gewordene zusätzliche Lagerung in schwach oder stark beheiz‐ ten Lagerhäusern. Teilweise wird in den Lagerstätten eine künstliche Atmosphä‐ re erzeugt, um die eigentliche Erntezeit um viele Wochen zu verlängern. In der „Vorsaison“ werden die Produkte im ge‐ schützten Anbau in Folientunneln – man‐ che sogar mit Bodenheizung – herange‐ zogen. Es werden Ressourcen wie Plas‐ tikfolie in großem Umfang vergeudet, nur weil manche Kund*innen unseren regio‐ nalen Spargel ein paar Tage früher und unsere Erdbeeren das ganze Jahr über genießen wollen.

Es gibt fast kein Lebensmittel, das nicht regional erzeugt wird. Allerdings nicht zu jeder Zeit. Hier kommt die Saisonalität ins Spiel. Die beiliegenden Bilder zeigen, welches Gemüse bzw. Obst in Deutsch‐ land wann regional anzutreffen ist. Ein‐ fach im entsprechenden Monat nachse‐ hen: Grüne Schrift bedeutet, dass das Produkt vom Freiland, mit kurzem Trans‐ Ich freue mich beispielsweise schon im port, frisch erworben werden kann. Graue August des laufenden Jahres auf die Schrift weist darauf hin, dass das Pro‐ Spargel- und Beerenzeit im kommenden dukt zu dieser Zeit eigentlich noch keine Jahr. Und mit wachsender Vorfreude Saison hat und nur als Lagerware oder im kann ich dann in der eigentlichen Saison Folientunnelanbau erhältlich ist. Rote Obst und Gemüse mit Hochgenuss ver‐ Schrift verweist darauf, dass das Produkt speisen. zu dieser Zeit immer im Gewächshausan‐ bau mit oder ohne Zusatzheizung er‐ Regional, saisonal und international zeugt wurde. Auch internationale Küche kann regional Regional und saisonal kochen und saisonal sein. Die meisten benötig‐ ten Zutaten werden auch bei uns ange‐ Wenn wir saisonal einkaufen, sparen wir baut, d.h. sie haben hier ebenfalls ihre


Aus dem Herzogenried

Saison. Lediglich die unterschiedlichen Zusammenstellungen, Zubereitungsfor‐ men und Gewürze bzw. Gewürzkombina‐ tionen erzeugen den „fremdländischen“ Geschmack. Das kann zu ungewöhnli‐ chen Geschmackserlebnissen führen und im positiven Fall in die eigene Küche „im‐ portiert“ werden. In der Kochgruppe des Herzogenrieds hat uns Madiha gezeigt, wie man aus bei uns gerade frisch geern‐ teten Zucchinis und neuen Kartoffeln eine köstliche Zucchinisuppe kochen kann. Daneben ist tunesisches Tajin, das unter anderem auch mit gerade regional verfügbaren Kartoffeln, glatter Petersilie und Hähnchenunterkeulen gebacken wird, ein für alle Koch- und Backfreund‐ e*innen im Herzogenried empfehlens‐ wertes Gericht. Madiha hat uns dazu ei‐ nen Salat der Saison zubereitet und wir durften alle nach einem unterhaltsamen gemeinsamen Essen glücklich gesättigt mit neuen Erfahrungen nach Hause ge‐ hen. Ihre beiden Rezepte sind hier eben‐ falls abgedruckt. Damit hat sie sich unser erneut verlostes Kochbuch redlich ver‐ dient.

Saisonkalender Obst Lieblingsrezepts und natürlich das Re‐ zept selbst an die E-Mail-Adresse: her‐ zog-redaktion@gmx.de oder werfen Sie es einfach in einem Briefumschlag mit der Aufschrift „Küchenplauderei-Verlo‐ sung“ in den Briefkasten des Quartierma‐ nagements „Am Brunnengarten 8“. Teilen Sie uns bitte ebenfalls mit, ob wir Ihren Namen, Ihren Vornamen, oder Ihr Pseudonym in der nächsten herzog*in als glücklichen Gewinner*in nennen dür‐ fen.

Haben Sie Lust bekommen, Regionales und Internationales mit regionalen Pro‐ dukten saisonal zuzubereiten? Der nächste Termin unserer Kochgruppe: 19.09.2022 um 17 Uhr im Quartiermanagement Herzogenried Am Brunnengarten 8 68169 Mannheim.

Bis zur nächsten Ausgabe unserer her‐ zog*in verlosen wir ebenfalls wieder ein Kochbuch unter allen Einsender*innen ih‐ rer Lieblingsrezepte, die wir dann gerne Wir freuen uns auf Sie! auch veröffentlichen. Schicken Sie ein Foto (gerne auch zwei oder drei) des

Mit Laufrad, Rennrad / Blindentandem in die Steilkurve der „Endspurtler“

Tag des offenen Radstadions

An insgesamt sieben Stationen konnten sich die großen und kleinen Gäste im Radsport ausprobieren, sei es beim Mes‐ sen der Wattleistung, Frei Rolle-Fahren, im Gelände- oder Technikparcous, beim Rundenrekordfahren und auf dem großen

Januar: Mandarine, Pomelo, Blutorange, Kumquat

Februar: Mandarine, Blutorange, Kumquat

März: Blutorange, Kumquat

April: Erdbeere

Mai: Erdbeere, Wassermelone, Kirsche, Blaubeere

Juni: Erdbeere, Wassermelone, Kirsche, Blaubeere, Nektarine, Himbeere, Honigmelone, Johannisbeere

Juli: Erdbeere, Wassermelone, Kirsche, Blaubeere, Nektarine, Himbeere, Honigmelone, Brombeere, Pflaume, Pfirsich, Birne, Aprikosen, Johannisbeere, Mirabelle, Stachelbeere

August: Erdbeere, Wassermelone, Blaubeere, Nektarine, Himbeere, Honigmelone, Brombeere, Pflaume, Pfirsich, Birne, Apfel, Holunderbeere, Aprikosen, Johannisbeere, Kirsche, Mirabelle, Stachelbeere, Trauben

September: Erdbeere, Wassermelone, Himbeere, Honigmelone, Brombeere, Pflaume, Pfirsich, Birne, Apfel, Holunderbeere, Weintraube, Preiselbeere, Stachelbeere, Traube

Oktober: Brombeere, Pflaume, Birne, Apfel, Holunderbeere, Weintraube, Preiselbeere, Kaki, Quitte, Traube

November: Mandarine, Pomelo, Birne, Apfel, Preiselbeere, Kaki, Quitte

Dezember: Mandarine, Pomelo, Kumquat, Preiselbeere, Kaki, Orange

Der Einsendeschluss ist der 30.09.2022.

Kommen Sie doch einfach einmal vorbei und machen Sie mit – nein: genießen Sie mit!

Unter dem Motto „Bist du fit? Spurte mit!“ fand am Sonntag, den 24.07.2022, von 10 bis 17 Uhr der Tag des offenen Radstadi‐ ons beim RRC Endspurt 1924 Mannheim e.V. statt. Dieser Tag läutete gleichzeitig auch die Eröffnung der neuen Nach‐ wuchs-Radrenn‐ sparte im Paracy‐ cling ein, d.h. Rad‐ sport mit körperli‐ cher Einschrän‐ kung oder Handi‐ cap. Aus diesem Grund waren an diesem Tag vier Tandemräder vor Ort, die den sehbe‐ hinderten Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen eine Fahrt auf der Radrenn‐ bahn zusammen mit radrennerfahrenen Piloten ermöglichten.

Velodrom mit Steilkuve - alles fernab vom Straßenverkehr. Dabei zeigte sich, dass selbst die Kleinsten auf dem Laufrad be‐ reits nach einer Proberunde mutig nach oben in die Steilkurve fuhren, als ob sie

nie etwas anderes gemacht hätten. Die verbrauchten Kohlenhydrate konnten an‐ schließend mit Renn-Spaghetti und Ku‐ chen wieder aufgetankt werden. Auch die „Ahnengalerie“ des Endspurts mit Aus‐ stellung alter Radschätzchen wurde rege besucht. Dazwischen gab es verschiede‐ ne Radrennvorführungen der EndspurtFahrer mit ihrem Trainer Alexander Obert sowie ein Hochgeschwindigkeitstraining

Saisonkalender Gemüse •

Januar: Rosenkohl, Grünkohl, Blumenkohl, Sellerie, Pastinake, Süßkartoffel, Wirsingkohl, Topinambur

Februar: Rosenkohl, Grünkohl, Blumenkohl, Sellerie, Pastinake, Süßkartoffel, Wirsingkohl, Salat-/Minigurken, Topinambur

März: Rosenkohl, Blumenkohl, Sellerie, Pastinake, Süßkartoffel, Wirsingkohl, Pak Choi, Salat-/Minigurken, Tomaten, Topinambur

April: Blumenkohl, Sellerie, Frühkartoffel, Rhabarber, Paprika, Lauch, Spinat, Salat-/Minigurken, Tomaten

Mai: Blumenkohl, Frühkartoffel, Rhabarber, Paprika, Radieschen, Erbsen, Brokkoli, Lauch, Mangold, Spargel, Kohlrabi, Spinat, Frühlings-/Lauchzwiebel, Salat-/Minigurken, Tomaten

Juni: Blumenkohl, Bohnen, Frühkartoffel, Kartoffel, Rhabarber, Paprika, Radieschen, Erbsen, Bohnen, Brokkoli, Chinakohl, Fenchel, Gurke, Karotte, Kohlrabi, Lauch, Mangold, Rettich, Rote Bete, Sellerie, Spargel, Speiserüben, Spinat, Spitzkohl, Frühlings-/Lauchzwiebel, Salat-/Minigurken, Tomaten

Juli: Aubergine, Blumenkohl, Frühkartoffel, Kartoffeln, Paprika, Radieschen, Erbsen, Bohnen, Pfifferlinge, Zucchini, Mangold, Brokkoli, Chinakohl, Fenchel, Gurke, Kohlrabi, Karotten, Lauch, Mangold, Rettich, Rote Bete, Rotkohl, Sellerie, Speiserüben, Spinat, Spitzkohl, Weißkohl, Wirsingkohl, Zwiebel, Frühlings-/Lauchzwiebel, Salat-/Minigurken, Tomaten

August: Blumenkohl, Frühkartoffel, Kartoffel, Paprika, Radieschen, Erbsen, Bohnen, Pfifferlinge, Zucchini, Mangold, Aubergine, Kürbis, Brokkoli, Chinakohl, Fenchel, Gurke, Kohlrabi, Karotten, Mangold, Pastinake, Lauch, Rettich, Rote Bete, Rotkohl, Sellerie, Speiserüben, Spinat, Spitzkohl, Steckrübe, Weißkohl, Wirsingkohl, Zuckermais, Zwiebel, Frühlings-/Lauchzwiebel, Salat-/Minigurken, Tomaten

September: Blumenkohl, Kartoffel, Paprika, Mangold, Rosenkohl, Grünkohl, Sellerie, Pastinake, Paprika, Radieschen, Erbsen, Bohnen, Pfifferlinge, Zucchini, Mangold, Aubergine, Kürbis, Spinat, Brokkoli, Chinakohl, Fenchel, Gurke, Kohlrabi, Karotten, Lauch, Rettich, Rote Bete, Rotkohl, Schwarzwurzel, Sellerie, Speiserüben, Spinat, Spitzkohl, Steckrübe, Weißkohl, Wirsingkohl, Zuckermais, Zwiebel, Frühlings-/Lauchzwiebel, Salat-/Minigurken, Tomaten

Oktober: Süßkartoffel, Blumenkohl, Kartoffel, Rosenkohl, Grünkohl, Mangold, Sellerie, Pastinake, Süßkartoffel, Paprika, Radieschen, Pfifferlinge, Zucchini, Mangold, Aubergine, Kürbis, Bohnen, Spinat, Brokkoli, Chinakohl, Fenchel, Kohlrabi, Mangold, Karotten, Lauch, Rettich, Rote Bete, Rotkohl, Weißkohl, Schwarzwurzel, Sellerie, Speiserüben, Spinat, Spitzkohl, Steckrübe, Wirsingkohl, Topinambur, Zuckermais, Zwiebel, Frühlings-/Lauchzwiebel, Salat-/Minigurken, Tomaten

November: Süßkartoffel, Blumenkohl, Rosenkohl, Grünkohl, Weißkohl, Blumenkohl, Sellerie, Pastinake, Süßkartoffel, Pfifferlinge, Mangold, Kürbis, Topinambur, Brokkoli, Chinakohl, Fenchel, Karotten, Lauch, Rettich, Rote Bete, Rotkohl, Schwarzwurzel, Sellerie, Speiserüben, Spinat, Spitzkohl, Steckrübe, Weißkohl, Wirsingkohl, Frühlings-/Lauchzwiebel, Tomaten

Dezember: Rosenkohl, Grünkohl, Weißkohl, Blumenkohl, Sellerie, Steckrübe, Pastinake, Süßkartoffel, Wirsingkohl, Schwarzwurzel, Pfifferlinge, Topinambur, Lauch, Tomaten

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Aus dem Herzogenried

Zucchinisuppe für 4 Personen. Kurpfalz, modern

Zutaten: • • • • • • • • • • • •

4 Zucchinies 2 mehlige Kartoffeln, mittelgroß 1 Zwiebel 3 EL Sesamöl 1 EL Gemüsebrühe 200 ml Sahne 1 TL Salz 1 EL Gemüsebrühe, instant ¼ TL Koriandersaat, gemahlen ¼ TL Ingwer, gemahlen ¼ TL Paprikapulver - scharf ca. 1 l Wasser

Zubereitung: • Die Zucchinies waschen und wenn die Suppe mild werden soll schälen. Ohne Schälen wird der Ei‐ gengeschmack intensiver. Die Zucchinies (halbieren, wenn sie sehr dick sind. Dann) in Scheiben schneiden. • Die Kartoffeln schälen, halbieren und in dünne Scheiben schneiden. • Die Zwiebel in kleine Würfel schneiden. • In einen Suppentopf die Zwiebelwürfel in Sesamöl gut anbraten. Die Zucchinischeiben und Kartof‐ felscheiben zufügen und unter ständigem Rühren leicht anrösten. Dann alles knapp mit Wasser be‐ decken. Das Salz und die Gemüsebrühe dazu geben und in etwa 15 bis 20 Minuten weich garen. • Das gegarte Gemüse in der Brühe mit einem Mixstab durchpürieren. Danach die Sahne und die Ge‐ würze zugeben und nochmal kurz aufkochen lassen. Aber nicht mehr weiterkochen. Nochmals mit Salz und Gewürzen abschmecken. • Eignet sich gut als leichte Vorspeise.

des vereinseigenen Derny-Fahrers Heiner Bürgy mit dem Deutschen Meister in der Mannschaftsverfolgung Louis Leidert. Am Ende des Tages wurde der Einsatz der großen und kleinen Radfahrgäste mit Medaillen und Urkunden belohnt. Umge‐ kehrt hat der Spaß und die Begeisterung, die die Gäste bei dem Durchlaufen der Stationen hatten, auch die „Endspurtler“ belohnt. Alles in allem war es eine gelun‐ gene Aktion mit vielen interessanten Ge‐ sprächen mit Rennradbegeisterten und solchen, die es beim Endspurt werden wollen. Dafür bietet der Verein regelmä‐ ßig, auch in den Ferien, Trainings im Rad‐ stadion am Dienstag und Donnerstag, je‐ weils von 17-19 Uhr, an. Zum Verein RRC Endsport Der RRC Endspurt ist Mannheims Rad‐ sportverein für Lizenzrennsport mit gro‐ ßer Tradition im Rücken. Viele Deutsche und Weltmeistertitel auf Bahn und Straße wurden dem Verein zuteil. Im Erwachse‐ nenbereich haben zwei Paracycling-Tan‐

dems in den vergangenen Jahren mehr‐ fach Gold und Silber bei der Para-DM der Sehbehinderten errungen. Hinzu kom‐ men zwei Radrennsportler mit Prothese. Für ein altersgerechtes, inklusives Trai‐ ning in den Sparten Bahn, Straße und Cy‐ clocross sorgen zwei Eigengewächse des RRC Endspurts – Alexander Obert, selbst langjähriger Radrennsportler und aktuell noch immer Lizenzfahrer, und Ralf-Peter Fackel, Vereinspräsident und ehemaliger Jugendfahrer. Zwei weitere Aushilfstrainer kommen bei Stoßzeiten hinzu. Sportliche Fairness, soziale Nachhaltig‐ keit und gesellschaftliche Offenheit ste‐ hen im Mittelpunkt der Vereinsarbeit. Auf diese Weise soll der Endspurt-Nach‐ wuchs neben dem eigentlichen Sport auch Orientierung, Werte und Beständig‐ keit vermittelt bekommen. Text: Dr. Petra Leidert Fotos: rrc/P.Leidert

Was kann ich für Umwelt und Klima eigentlich tun?

Mein Beitrag zum Umweltschutz Tajine - tunesische Art für 4 Personen. Tunesien

Zutaten: • • • • • • • • • • • • •

10 mehlig kochende, kleine Kartoffeln 1 Putenbrust 5 Hähnchenunterkeulen 1 kleiner Bund glatte Petersilie 5 Eier 125 g geriebenen Mozarella oder Gouda 100 g Schmelzkäse 1 mittelgroße Zwiebel Salz, Pfeffer Paprikapulver - scharf Kurkuma Etwa 100 g Butter ½ l Pflanzenöl und 1 Tasse Gemüsebrühe

Zubereitung: • Die Kartoffeln in kleine Würfel und das Putenfleisch in feine Streifen schneiden. Die Petersilie wa‐ schen, abtrocknen und mit großem Küchenmesser in feine Streifen wiegen. Die Zwiebel halbieren und in kleine Würfelchen schneiden. • In einem Topf etwa 1 Zentimeter hoch Pflanzenöl erhitzen. Darin dann die Kartoffelwürfel frittie‐ ren. Auf Küchenrolle abtropfen lassen. Anschließend salzen. • Die Hähnchenunterkeulen salzen und in etwas Pflanzenöl in einem Braten-Topf scharf anbraten. • In einer Pfanne in etwas Öl die Zwiebelwürfel angehen lassen. De Putenbruststreifen darin mitan‐ braten. Mit Salz und Pfeffer abschmecken und nach Geschmack (mindestens ½ TL, besser etwas mehr) mit Paprikapulver und Kukuma gut würzen. Zu den Keulchen geben, die Gemüsebrühe (Keu‐ len halb bedecken) angießen und mit geschlossenem Deckel garen, bis die Keulen weich sind. Da‐ nach die Keulen enthäuten, das Fleisch ablösen und in feine Stückchen zerrupfen. • Kartoffeln eine Schüssel geben. Die Putenstreifen und Hähnchenstückchen dazu geben. Die Pe‐ tersilie, den Reibekäse, den Schmelzkäse und alle festen Bestandteile aus dem Hähnchenschmor‐ topf darüber löffeln. Die Eier aufschlagen und zufügen. Die Masse gut durchkneten. Dabei immer wieder etwas von der Hähnchenbrühe unterheben bis eine dickflüssige Masse entsteht. • Eine feuerfeste Auflaufform gut einbuttern. Die Masse etwa 3 bis 4 Zentimeter hoch einfüllen und glattstreichen. In einem auf 175° Ober- und Unterhitze vorgeheizten Backofen auf der mittleren Schiene etwa 30 Minuten backen. Aus dem Ofen holen und abkühlen lassen. Stürzen und in porti‐ onsgerechte Quadrate zerschneiden. • Passt gut als Beilage zu Salaten.

Die allermeisten von uns finden Umwelt‐ schutz gut. Das ist schon mal ein schö‐ ner Anfang. Aber was bedeutet das für mich persönlich? Was kann ich selbst in meinem Umfeld für Umwelt und Klima tun? In dieser Reihe zum Umweltschutz be‐ schäftigen wir uns über einige Ausgaben hinweg mit diesem Thema und stellen Beispiele, Denkanstöße und Möglichkei‐ ten vor, wie wir für unsere Umwelt aktiv werden können. In Teil 3 unserer Überlegungen wollen wir uns, passend zur Saison, mit dem Thema Reisen beschäftigen. Und weil nach dem Urlaub der Alltag uns alle wieder einholt, auch über das Thema „Mobilität in mei‐ nem alltäglichen Leben“ nachdenken. Das ist der dritte Punkt in dem hier wie‐ der abgebildeten Gedankenplan. Die nachfolgende Aufzählung benennt ei‐ nige Beispiele, durch die wir unseren All‐ tag umweltfreundlich(er) gestalten kön‐ nen. Manches ist vielleicht eine neue An‐ regung für Sie, anderes machen Sie viel‐ leicht schon längst. Einiges mag für Sie passend sein, anderes nicht. Verstehen Sie den Beitrag als Anregung und Erinne‐ rung. Reisen Tourismus und vor allem Massentouris‐ mus verschärfen den stark voranschrei‐ tenden Klimawandel weiter. Sie verursa‐ chen laut der UN-Welttourismusorganisa‐ tion bis zu 5% der CO -Emissionen. Insbe‐ ² sondere Autos und Flugzeuge als Reise‐ transportmittel schädigen mit ihren Emis‐ sionen die Umwelt. Tourismus ist aber auch eine wichtige Einnahmequelle für

viele Länder und Städte. Wie ist es also möglich, umweltfreundlicher zu reisen? Beim nachhaltigen Tourismus ist zu‐ nächst einmal vor allem das eigene Um‐ weltbewusstsein gefordert. Das beginnt mit der Wahl des Transportmittels, der Länge der Anreise und der Häufigkeit der Urlaubsreisen. Immer mehr Reiseanbie‐ ter ermöglichen zwar, den eigenen CO2Fußabdruck durch Unterstützung von Umweltaktionen und Klimaschutzprojek‐ ten zu minimieren, dennoch: Umweltbe‐ wusstes Reisen geht am Urlaubsort wei‐ ter. Die Wahl der Aktivitäten vor Ort zum Beispiel: Radtour statt Jeep-Safari? Land‐ schaften Erwandern, statt mit dem Miet‐ wagen zu erkunden? Klimafreundlich Rei‐ sen ist nicht immer einfach, macht aber Spaß und ist ein wichtiger Schritt für das eigene Verhalten in Sachen Umwelt‐ schutz. Hier einige Denkanstöße, um den Umweltschaden, der durch Urlaubsreisen entsteht, etwas zu minimieren: • Bus oder Zug an Stelle des Autos oder Flugzeugs nutzen, das geht in ganz Eu‐ ropa. Und auch bei Geschäftsreisen. Das Gepäck kann man transportieren lassen, um unbeschwert zu reisen. Bei Autoreisen gerne – wenn möglich auch Mitfahrgelegenheiten anbieten. Da gibt es spezielle Internetseiten und Apps, die Mitfahrer vermitteln. • Wenn eine Flugreise nicht vermeidbar ist, umweltbewusste Fluggesellschaf‐ ten wählen, die spezielle Umweltzertifi‐ zierungen nachweisen. • Nahe Reiseziele sind ideal für Entspan‐ nungsurlaube. • Je länger die Reisedistanz, desto länger auch die gesamte Reisedauer planen. Wochenendflugreisen sind umwelttech‐


Aus dem Herzogenried

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nisch nicht nachhaltig und geradezu un‐ • Die Menschen, die uns im Urlaub bedie‐ re Ortschaften noch nicht so anbinden, genen Autos nutzen sinnig. nen, fahren und bekochen, profitieren dass die Wege in zumutbaren Zeiten be‐ • Fahrgemeinschaften nutzen • Leichtes Gepäck spart Kerosin und Ben‐ im Regelfall nicht so sehr von unserer wältigt werden können. Da gibt es Nach‐ • Niedertourig Autofahren zin/Diesel. Unterwegs und vor Ort dar‐ Reise, wie die Unternehmen, die dahin‐ holbedarf bei Ländern und Kommunen. • Automotor nicht warmlaufen lassen auf achten, möglichst wenig Müll zu terstehen. Deshalb ist es wichtig, net‐ Wir im Herzogenried sind da in einer sehr • Vorausschauend und moderat fahren produzieren. Es gibt beispielsweise tem Personal auch ein Trinkgeld zu ge‐ komfortablen Situation: Die nächste Stra‐ • Bergab ohne Gas fahren kleine Reisegrößen für Shampoo & Co. ben. Und auch im Urlaub besser in klei‐ ßenbahn- oder Bushaltestelle ist in weni‐ • Motor abstellen wenn möglich (das Ste‐ Die kann man auch nachfüllen. nen lokalen Läden kaufen und essen ge‐ gen Minuten Fußweg erreicht. Von dort hen bei laufendem Motor ist eine Ord‐ • Bei der Wahl der Unterkunft auf Zertifi‐ hen als in weltweit agierenden Ketten. ist jede Stelle Mannheims schnell er‐ nungswidrigkeit gemäß StVO) kate für Umweltfreundlichkeit achten. • Die eigene Wohnung oder das eigene reichbar. Der Marktplatz zum Beispiel ist • Stromfresser im Auto maßvoll einset‐ TourCert, Viabono oder auch die Blaue Haus stehen während der Reise oft leer. in etwa 20 Minuten zu Fuß erreichbar. zen Flagge für Strände sind solche Siegel. Also Energie sparen: Heizung aus oder • Autogewicht verringern (Unnötiges zu • Bio-Hotels und Bio-Bauernhöfe in Euro‐ auf “klein“, die Stromzufuhr überall un‐ Fast alle Ziele können zu Fuß, mit dem Hause lagern) pa produzieren weniger Plastikmüll und terbrechen, wo sie nicht benötigt wird. Fahrrad, mit dem Bus oder der Straßen‐ • Reifendruck regelmäßig prüfen wirtschaften ressourcenschonend. Ho‐ Oder Wohnungstausch: Es gibt Agentu‐ bahn, ohne oder mit wenigen Umstiegen, • Wenn möglich: Leichtlauföl und Leicht‐ tels, die sich Bio-Hotel nennen dürfen, ren, die Tauschinteressierte vermitteln. in zumutbaren Zeiten erreicht werden. laufreifen verwenden müssen sich an nachhaltige Grundsätze Mit dem Auto geht es bis zum Zielort halten, die regelmäßig kontrolliert wer‐ Mobilität in meinem alltäglichen Leben zwar manchmal etwas schneller, aber da‐ Die genannten Maßnahmen und Mög‐ den. Wieder vom Urlaub zurück können wir für entfällt bei der Anfahrt mit dem ÖPNV lichkeiten bringen uns dem Erreichen • Um Papiermüll zu vermeiden, empfiehlt den größten Beitrag zur Nachhaltigkeit meist die Parkplatzsuche, die Parkge‐ der überlebenswichtigen Klimaziele ein es sich, digitale Versionen von Reise‐ und zum Klimaschutz dadurch leisten, bühr und der zusätzliche Fußweg. Also kleines Stückchen näher. Man kommt führern, Plänen etc. zu verwenden. Es dass wir im Alltag möglichst oft den einfach mal für geeignete Ziele auspro‐ leider immer nur schrittweise voran. gibt hilfreiche Apps, in denen auch Wan‐ ÖPNV und das Rad statt des eigenen Au‐ bieren. So können wir alle zum Umwelt‐ Wenn Sie schon einige dieser Möglich‐ derungen, lokale Sehenswürdigkeiten, tos nutzen und innerhalb von Deutsch‐ schutz beitragen. keiten bereits umsetzen: toll! Und wenn Restaurants, usw. beschrieben werden. land (zumindest) Flüge zu Gunsten von wir dann einige - bisher noch nicht ge‐ Diese können vor der Reise off-line ver‐ Zugfahrten möglichst vermeiden. So wer‐ Zum Thema Auto-Individualverkehr – ge‐ nutzte - Möglichkeiten für uns erkannt fügbar heruntergeladen werden kön‐ den Ressourcen gespart und Emissionen rade auch von Berufspendlern - zum haben und auch umsetzen, helfen wir nen. vermieden. Schluss noch einige zusätzliche Überle‐ schon ganz schön mit, unsere Umwelt • Auch im Urlaub Müll reduzieren: mög‐ gungen, wie man hier ebenfalls auf nach‐ für uns und unsere Enkel/Kinder lang‐ lichst wiederverwendbare Flaschen Ver‐ Die Vorteile des Nahverkehrs sind in den haltigen Umweltschutz setzen kann: fristig zu schützen. Ist nach wie vor ein packungen etc. nutzen. Anfallenden Ballungsräumen die gleichen wie beim • Beim Autokauf auf Energieeffizienz und schönes Ziel. Oder? Müll nicht in die Landschaft, sondern in Fernverkehr. Leider kann der ÖPNV aber Nachhaltigkeit achten Mülleimer zu entsorgen. zurzeit abgelegenere Gebiete oder kleine‐ • Wenn möglich Car-Sharing statt des ei‐ Text: Michael Baier

Teil 3

Anschaffungen Einkaufen

Kochen

Verkehr Reisen

Kühlen

Büro Arbeit

Heizen

Gemeinfrei, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=805736

Gesellschaft Engagement

Bad Waschen

Haushalt allgemein

Balkon Terrasse


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Aus dem Herzogenried

60-jähriges Jubiläum der „Jedermannsportgruppe Herzogenried“

Verschiedene Organisationen beteiligen sich

Fit im Herzogenried

Umweltmarkt bei den NaturFreunden

1962 gründete Emil Schmetzer, ehemali‐ schon Klaus Walz und seine beiden Kolle‐ ger Sportkreisvorsitzende und FIFA gen Udo Hechler und Günter Lappas: Schiedsrichter, eine „Jedermannsport‐ nicht nur Fitness, auch soziale Verbin‐ gruppe“, die natürlich auch für Frauen zu‐ dung und Geselligkeit sind ein wesentli‐ gänglich war und ist. cher Erfolgsfaktor für die Gruppe. Fred Born setzte dann die Gedanken ei‐ Einmal im Monat treffen wir uns zum ner vereinsungebundenen Sportgruppe in „Quatschen über dies und das“ und aus die Tat um. der Jedermannsportgruppe heraus haben Über Mund-zu-Mund-Propaganda ent‐ sich zusätzlich eine Wander- und eine stand in kurzer Zeit eine sportlich und Radfahrgruppe gebildet. menschlich nachhaltige Sportgemein‐ In den vergangenen beiden „Pandemie‐ schaft, die bis zum heutigen Tag im Her‐ jahren“ ersetzten viele Gespräche den zogenried existiert und aus rund 50 Per‐ fehlenden Montagssport und so konnten sonen besteht. wir Anfang Mai 2022 sehr schnell unse‐ Wolfgang Schweigkoffer hat Fred Born ren „Montag – Sporttag“ mit voller Grup‐ bis 1984 bei den Übungsleiteraktivitäten penstärken wieder aufnehmen. Auch die erfolgreich unterstützt. Ab 1985 unter‐ Wander- und Radgruppe findet sich be‐ stützte Werner Fettig Fred Born als Stell‐ stimmt bald wieder zusammen. Unseren vertreter, übernahm von ihm Ende 2004 traditionellen Jahresausflug im Oktober die „Jedermannsportgruppe Herzogen‐ wollen wir ebenfalls – wie vor der Pande‐ ried“ und führte sie bis Ende 2014 erfolg‐ mie – durchführen. reich weiter. Dann übernimmt Klaus Walz, seit 2005 Stellvertreter von Werner Zu all diesen Erfolgen hätte Hans Rosen‐ Fettig, die Leitung der Gruppe. thal wie in der in den siebziger Jahren 2022 wurde Maria Busold in das Lei‐ sehr populären „Dalli - Dalli Ratesen‐ tungsteam integriert. Wir dürfen jetzt auf dung“ sicher ausgerufen: „Das ist Spit‐ ihre neuen Ideen gespannt sein. ze!“ und seinen Sportabzeichen ver‐ dächtigen „üblichen „Hochsprung“ aus‐ Sportliche Bilanz in 60 Jahren geführt. An circa 2.900 Montagen traf sich die Je‐ Unser „Montagssport“ findet immer dermann Sportgruppe in den 60 Jahren von 17 Uhr bis 18:30/19:30 Uhr statt, und mit etwa 35 bis 40 Teilnehmer*innen im Sommer im Herzogenriedpark und pro Montag sind dabei rund 105.000 Frei‐ im Winterhalbjahr in der Sporthalle der zeitsportler*innen zusammengekom‐ Erich – Kästner – Schule, gegenüber men. vom Herzogenriedpark. Etwa 2.900-mal legten Teilnehmer*innen Wir beginnen mit Gymnastik, gefolgt seit 1962 das deutsche Sportabzeichen von sportlichen Übungen, die in erster ab und manch Mannheimer Prominenter Linie der Fitness/Gesundheit dienen, machte in der Jedermannsportgruppe aber auch die Kommunikation fördern erste Erfahrungen mit Leichtathletik und und helfen sollen, das ‚Deutsche Sportabzeichen. Dazu gehören Kurt Keu‐ Sportabzeichen‘ ablegen zu können. erleber vom VFR Mannheim („Deutscher Gegen 18:30 ist eine Stunde mit Vol‐ Fußballmeister), der Klasse Sprinter Karl‐ leyball / Federball / und Softballtennis heinz Weisenseel (Deutscher Meister) angesagt. und Mannheims ehemaliger „Erster Bür‐ Die sportlichen Aktivitäten werden germeister und Sportbürgermeister“, von erfahrenen Trainer*innen geleitet, Manfred David. die durch den Badischen Sportbund Gisela Jöckel legte 2018 mit 85 Jahren aus- bzw. weitergebildet werden und das Deutsche Sportabzeichen erstmals die durchgängige sportliche Qualität ab, für Karin Riede sind es schon 43-mal. gewährleisten. Hut ab für diese tollen und auch heraus‐ ragenden Leistungen. Jede*r ist herzlich willkommen! Menschliche Bilanz in 60 Jahren Für neue Ideen zum abwechslungsreiche‐ ren Ablauf des „Montagssports“ bei den „Jedermannsportler*innen“ sorgten 2014

Georg Jäger Im Namen der „Jedermannsportgruppe Herzogenried“

Wie war das in dem Lied? gionalen und globalen Umweltschutz bie‐ „Nur mal kurz die Welt retten.“ ten wir beim Umweltmarkt der Natur‐ Wenn es so einfach wäre! Freunde am Sonntag, den 11. September Schon vor mindestens dreißig Jahren von 11–16 Uhr auf dem Gelände der Na‐ warnten Wissenschaftler*innen vor der turFreunde, Zum Herrenried 18. Klimaerwärmung und ihren verheerenden Folgen. Damals wurden sie belächelt und Folgende Gruppierungen werden dabei nicht für ernst genommen. Wie fatal das sein: war, ist uns heute bewusst. Immer mehr • ADFC (Allgemeiner deutscher Fahrrad‐ und heftigere Stürme, Waldbrände, Über‐ Club) wird auch Fahrräder kodieren, schwemmungen setzen uns und der Welt also kommen Sie mit dem Rad und tun zu. Gletscher und Polkappen schmelzen Sie was gegen den Fahrradklau immer schneller ab. • QuadRadEntscheid Wir NaturFreunde setzen uns schon im‐ • Mykologischer Arbeitskreis mer für den pfleglichen Umgang mit der • BuGa-Gruppe der NaturFreunde Natur ein. Zum Beispiel haben wir den • Imker „sanften Tourismus“ in unserem Pro‐ • Naturkundeverein gramm. Das bedeutet, dass jede Freizeit‐ • Umweltforum aktivität möglichst nachhaltig, d.h. um‐ weltschonend und sozialverträglich zu Wir freuen uns auf Ihren Besuch, Ihre Fra‐ gestalten ist: Wir fahren mit öffentlichen gen, Ihre Anregungen und auf den Aus‐ Verkehrsmitteln, nutzen regionale Er‐ tausch mit Ihnen. zeugnisse und setzen uns mit den Folgen des Massentourismus auseinander. Dass dies nur kleine Schritte sind in Rich‐ tung „Welt retten“, ist uns klar. Aber war‐ um nicht bei uns selber beginnen. Jede*r hat es in der Hand, die Umwelt ein wenig besser zu gestalten. Muss ich im Dezem‐ ber Erdbeeren aus Peru essen? Oder Frühkartoffeln aus Ägypten? Schon eine gezielte regionale Ernährung trägt dazu bei, dass Lebensmittel nicht um die halbe Welt transportiert werden. Muss ich je‐ den Meter mit dem Auto zurücklegen oder kann ich die zwei bis drei km nicht Es gibt natürlich auch etwas zu essen mal mit dem Fahrrad fahren? Brauche ich und zu trinken und selbstverständlich die Plastiktüte oder kann ich nicht ein kostet die Veranstaltung keinen Eintritt. Einkaufsnetz verwenden? Informationen und Tipps rund um den re‐ Text: Jutta Hagen Gewinnen Sie eine kleine Überraschung

HERZOG*IN RÄTSEL Wenn Sie am Rätsel teilnehmen möchten, beantworten Sie bitte folgende 5 Fragen und schicken Sie die Lösungen per E-Mail an herzog-redaktion@gmx.de . Wenn Sie keine E-Mail versenden können, geben Sie die Lösungen mit Ihrem Namen und Adresse bitte im Büro des Quartier‐

managements Am Brunnengarten 8 ab. Einsendeschluss ist der 30.09.2022. Unter den richtigen Einsendungen verlo‐ sen wir ein kleines Geschenk. Sofern gewünscht, wird der*die Gewin‐ ner*in in der nächsten herzog*in bekannt gegeben.

1. WELCHES UNTERNEHMEN, DAS FRÜHER EINE BEHÖRDE WAR, NUTZT SEIT NEUEM LASTENFAHRRÄDER? 2. WAS WIRD AM 28.8.22 IM HERZOGENRIED OFFIZIELL ERÖFFNET WER‐ DEN? 3. NENNEN SIE DREI GEMÜSE- UND ZWEI OBSTSORTEN, DIE IM AUGUST FRISCH VOM FELD GEERNTET WERDEN KÖNNEN. 4. EISENBAHN STATT LASTWAGEN – WELCHE TECHNOLOGIE HILFT, UM WAREN KOMFORTABEL MIT DER BAHN ZU TRANSPORTIEREN? 5. WIE HEISST DAS STÜCK, DAS IM JULI PREMIERE HATTE UND IN DEM ES UM GEBRECHLICHE KÖRPER UND JUNGE KÖPFE UND SEELEN GEHT?

Viel Spaß beim Lesen und Rätseln. Wir freuen uns auf Ihre Einsendung.


Aus dem Herzogenried

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Termine REGELMÄSSIG

EINMALIG

BOULE-GRUPPE Di. 14 Uhr Gelände des MFC Phönix

Eröffnung „Kultur Point“ Herzogen‐ ried 26.8.2022, Beginn: 18 Uhr Eingang Herzogenriedpark Multihalle

ANGEBOTE DES SENIORENTREFFS AM BRUNNENGARTEN 5 Mo. - Gymnastik 14-15 Uhr Mi. - Singen 14-16 Uhr + Kaffee und Kuchen Do. - Englisch 14-15:30 JEDERMANN-SPORTGRUPPE Mo. 17 Uhr Treffpunkt im Herzogenriedpark auf der Sportwiese

Handwerker- und Bauernmarkt im Herzogenriedpark 9.–11.9.2022 Fr. und Sa. 9–18 Uhr So. 11–18:00 Uhr Umwelttag Naturfreunde 11.9.2022, 11–16 Uhr Naturfreunde, Zum Herrenried 18

INTERNATIONALE KOCHGRUPPE Stadtteilspaziergang 19.09.2022 um 17 Uhr im Büro des 6.10.2022, 18 Uhr Quartiermanagement Herzogenried, Treffpunkt am Bücherschrank Brunnengarten 8 Lesung in der Stadtteilbibliothek NATURFREUNDE KINDERGRUPPE Dann mal ab nach Paris Mo. 16.30–18.30 Uhr Der Mannheimer Autor Hubert Becker Stadtheim, Zum Herrenried 18 liest aus seinem neusten Roman. Für das leibliche Wohl wird gesorgt. NATURFREUNDE TREFFEN FÜR Fr. 7.10. ab 19 Uhr MITGLIEDER UND GÄSTE Letzter Fr. im Monat, ab 15 Uhr Stadtteilkonferenz Herzogenried Stadtheim, Zum Herrenried 18 13. Oktober, 18:30 Uhr Stadtteilbibliothek Herzogenried

SOMMERFERIENPROGRAMM FÜR KINDER UND JUGENDLICHE Veranstaltungen der Stadtteilbibliothek Herzogenried Anmeldung erforderlich! Die Lieblinge kleiner Hände Mo. 15.8. von 10–12 Uhr Wir werden aktiv und stellen selbst Knete und kinetischen Sand her. Von 4–8 Jahren. Ein Schultag in Hogwarts Di, 16.8. von 16–18 Uhr Auch in diesem Jahr darf man sich bei uns wie Harry, Ron oder Hermine fühlen. Ab 10 Jahren. Für die Kleinsten: Mi. 24.8. 15–16:30 Uhr Wir schauen uns ein Kamishibai im Bibliotheksgarten an und werden im An‐ schluss selbst aktiv. Von 2-5 Jahren.

FERIENPROGRAMM ATELIER KUNST UND NATUR Anmeldung erforderlich Do. 28.7.–8.9.2022 14–16:30 Uhr Atelier Kunst und Natur Am Brunnengarten 20


Fr. 9. bis So. 11. September k r a p d e i r n e g o z r He m i e h n n Ma

Freitag und Samstag 10 bis 18 Uhr Sonntag 11 bis 18 Uhr