herzog*in 59

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herzo gen

ried.de

herzog*in STADTTEILZEITUNG

59. ausgabe / jahrgang 22

Gen

erationen


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Inhalt

Inhalt And the winner is...

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In unserer letzten Ausgabe versprachen wir eine kleine Überraschung für die Per‐ son, die unsere 5 Fragen zur Ausgabe rich‐ tig beantwortet. Unter den richtigen Ein‐ sendungen losten wir Klaus Ruddat als Ge‐ winner aus. Wir gratulieren! Coronabedingt erfolgte die späte Übergabe unseres Geschenks gerade noch kurz vor Weihnachten am 16.12.21 in der Kleingar‐ tenanlage. Bei einem sehr kurzweiligen Plausch mit dem erfreuten Gewinner erfuh‐ ren wir dann einige spannende Details aus

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BILD TITEL

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Klaus Biografie, z.B. dass er ein kleines Un‐ ternehmen für „Betreute Reisen“ leitet, also Menschen, die z. B. wegen eines Handi‐ caps nicht alleine reisen können oder mö‐ gen, professionelle Reiseplanung- und Be‐ gleitung anbietet. Wir finden es super, dass ausgerechnet ein begeisterter „Neu-Herzo‐ genriedler“, der er ist, das Buch „40 Jahre Herzogenried – junger Stadtteil mit Ge‐ schichte“ (Autorin: Sabine Pich) gewonnen hat!

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Text und Foto: Petra Leinberger

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April 2022 V.i.S.d.P.: Interessengemeinschaft Herzogenried Förderverein e.V. c/o Quartiermanagement Herzogenried Am Brunnengarten 8 68169 Mannheim Kontakt Redaktion: herzog-redaktion@gmx.de Redaktionsteam: Petra Leinberger Monika Schleicher Irmgard Rother Thomas Trüper Michael Baier Gerd Müller Namentlich gezeichnete Artikel geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion wieder. Titelfotos: Michael Baier Anzeigen: Die aktuellen Mediadaten und Anzeigenpreise erhalten Sie auf Anfrage unter: herzog-redaktion@gmx.de Layout: Matthias Scheib Druck: Mannheimer Morgen Großdruckerei und Verlag GmbH Auflage: 4.000 Exemplare

herzog*in zum Mitnehmen Büros Concierge-Service der GBG im Herzogenried Stadtteilbibliothek Herzogenried (im Gebäude der IGMH) Atelier Kunst und Natur (Am Brunnengarten 20) Friseur- und Nagelstudio (Am Steingarten) Blumenlicht (Ulmenweg 1-5) Optik Vogel (Ulmenweg 1-5) Hairgallery Buchta (Ulmenweg 1-5) Kiosk Verde (Ulmenweg 1-5) Physio SOS (Ulmenweg 1-5) Gartenklause Gaststätte Phönix NaturFreundeHaus (Herrenried 18)

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Vorwort Ob jung oder alt: Wir wollen Frieden. Überall. Ukraine Hilfe – Sammeln Ukraine Hilfe – ein Vorwort Ukraine Hilfe – Abliefern Neues aus dem Quartiermanagement und „Gesund im Herzogenried“ Aktionsbündnis West*Ost – 150 Jahre Neckarstadt Der Schuhmacher Florian Bangert im Porträt Mein Beitrag zum Umweltschutz – eine Fortsetzungsgeschichte Lesestoff aus der Stadtbibliothek Bahn frei für das neue Herzogenriedbad Parkspaziergang mit Wolfgang Adrian Die Dauerausstellung „Typisch Mannheim!“ im MARCHIVUM Ergebnisse der Stadtteilbefragung HELGE Friedensmarsch zum Alten Messplatz Chancen der Generationsvielfalt: Konfliktabbau, Integration, Solidarität, Gemeinschaft Küchenplauderei Schulbetreuung beim Freireligiösen Wohlfahrtsverband Baden e.V. Jung und Alt: Wohnen für Hilfe Alba Kras – ein Kind des Herzogenried 13ha Freiheit - Modell für ein Miteinander „Es ist toll, mit den Menschen zusammen zu leben“ Mehrgenerationen-Treff statt Senioren-Treff Sorge um die Zukunft des Herzogenriedparks Bau einer Phönix-Soccer-Halle Herzog*in Rätsel Termine Gelungenes Herbst- und Helferfest


Editorial

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Liebe Leserinnen und Leser, diese Ausgabe erscheint schon wieder in Neckarstadt-West unter dem Motto: 150 Abschließend möchte ich wieder ein gro‐ einer unglaublichen Zeit, mit Problemen, Jahre Neckarstadt. Merken Sie sich den ßes Dankeschön an die Redaktion und die vor einem viertel Jahr die Wenigsten Termin vor: 16 Juli 2022. alle Mitwirkenden aussprechen und für möglich gehalten hätten: Es ist wieder ebenso an unsere Sponsor*innen, ohne Krieg in Europa, im Nachbarland unseres Diese 59. Ausgabe der herzog*in ist die es die herzog*in schwarz auf weiß Nachbarlandes Polen, in der Ukraine. schwerpunktmäßig dem Zusammenle‐ nicht gäbe. Wieder leidet die Zivilbevölkerung, wieder ben der Generationen gewidmet. Wir sehen sich Millionen Menschen zur glauben, Ihnen wieder viel Interessantes Frieden! Und bleiben Sie gesund! Flucht gezwungen. Sie kommen auch in aus unserem Wohngebiet berichten zu unserem Wohngebiet an. Und sollten die können, weil viele unterschiedliche Men‐ Thomas Trüper Kapazitäten der Erstaufnahmestelle und schen hier wohnen und immer mehr Din‐ 1. Vorsitzender der extra von der Stadtverwaltung ge‐ ge gemeinsam zum Wohle unseres Her‐ Interessengemeinschaft buchten Hotels für die aus der Ukraine zogenrieds unternehmen. Sie sind zum Herzogenried Förderverein e. V. Geflüchteten nicht ausreichen, ist die Mitmachen herzlich eingeladen. GBG-Halle an der Südseite des Herzogen‐ riedparks schon vorbereitet, weitere Ge‐ flüchtete provisorisch aufzunehmen. In unserem Quartierbüro können sich Men‐ schen melden, die Zeit aufbringen möch‐ ten und im optimalen Fall auch über ge‐ Liebe Leser*innen, vor. Darüberhinaus geht es um Orte der eignete Sprachkenntnisse verfügen, um Begegnung und die Überlegung, ob die in irgendeiner Weise das Leben der Men‐ ich stimme Sie ja gerne mit einer Liedzei‐ existierenden sogenannten Senioren‐ schen – meist Frauen mit Kindern – et‐ le in die aktuelle Ausgabe ein – ange‐ treffs überhaupt noch zeitgemäß sind – was zu erleichtern und sei es, mit ihnen sichts der momentanen Lage fällt es mir wäre nicht ein Bürgercafé, ein Begeg‐ einen Ausflug in den Park zu unterneh‐ allerdings schwer, ein Lied anzustimmen. nungsort für alle Generationen viel sinn‐ men. Wir berichten in dieser Ausgabe der Daher heute diese Überschrift, die kei‐ voller? Einer der Orte, der zur Zeit im Her‐ herzog*in über die erste Welle großer und nem Lied entsprungen ist, aber meiner zogenried den größten Generationen-Mix spontaner Hilfsbereitschaft, die es im Stimmung entspricht. Dazu können Sie in erreicht, ist übrigens das Atelier Kunst Herzogenried in Form z.B. einer Kleider‐ dieser herzog*in eine Einschätzung zum und Natur, dem wir aus diesem Grund sammlung gab. Deswegen glauben wir, Krieg in der Ukraine von Thomas Trüper auch das Titelblatt gewidmet haben. dass die Hilfsbereitschaft auch jetzt un‐ lesen und über die großartige Spenden‐ Auch weitere Ergebnisse der HELGE-Be‐ ter geänderten Anforderungen im Herzo‐ aktion für die Ukraine im Herzogenried in‐ fragung sind auf das Generationen-The‐ genried wieder vorhanden sein wird. formiert Christina Ulrich. ma eingestellt, ebenso wie die beliebte Rubrik Lesetipps von Anuschka Schöni‐ Ja – und dann ist ja Covid-19 noch längst Die Überschrift passt auch zum Schwer‐ chen aus der Stadtbibliothek, die uns wie‐ nicht überwunden oder gar „abge‐ punktthema der vorliegenden Ausgabe: der interessante Bücher vorstellt. Wir schafft“. Ich weiß nicht, wie es Ihnen Generationenvielfalt im Herzogenried. freuen uns, dass auch Michael Baier die geht: Zu Beginn der Pandemie kannte Wir möchten Sie mit einigen Beiträgen Ausgabe erneut mit Rezepten und seiner man jemanden, der oder die jemanden zum Thema Generationen anregen, sich ‚Küchenplauderei‘ – raten Sie, zu wel‐ kannte mit symptomatischer Corona-Er‐ (auch selbstkritisch) zu hinterfragen und chem Thema – bereichert. Der Schutz der krankung. Gerade in den letzten Wochen mit den Fragen rund um „Jung und Alt“ zu Umwelt geht uns alle an, also gibt es eine aber gibt es überall in meiner Umgebung beschäftigen. Da geht es um das ge‐ weitere Folge der Reihe „Mein eigener „Einschläge“. Wirklich viele Menschen meinsame Leben im Viertel, um alterna‐ Beitrag zum Umweltschutz“ - diesmal hat’s erwischt. Auch viele Geimpfte. Aber tive Wohnformen wie z. B. dem Projekt rund ums Wäschewaschen. – gerade auch wegen der Impfungen – es ‚13 ha Freiheit‘ auf Turley und Irmgard reichte das häusliche Auskurieren. Je‐ Rother stellt uns „Wohnen gegen Hilfe“ Natürlich stellen wir Ihnen auch wieder doch die Wenigsten sind dann gleich wie‐ sehr interessante der fit. Grund genug, dass sich alle noch und wunderbare nicht Geimpften jetzt doch noch den Menschen vor. So Impfschutz holen. Sonst wird es im können Sie in die‐ Herbst und Winter wieder mit massiven ser herzog*in die Einschränkungen losgehen. Seitens des kreative Alba Kras, Bundestages wurden die verpflichtenden eine junge Sozialar‐ Maßnahmen und Einschränkungen trotz beiterin, Künstlerin hoher Infektionszahlen weitestgehend und „Kind des Her‐ aufgehoben. Das ist aber kein Grund, sich zogenried“ kennen‐ und andere im Gedränge z.B. im Super‐ lernen. Und wir markt nicht weiterhin durch Tragen der stellen Ihnen den Maske zu schützen. Sonst hört der Wahn‐ Schuhmacher Flo‐ sinn nie mehr auf. rian Bangert aus dem Wohlgelegen Mit Vernunft werden wir diese massive vor, für den Beruf Krise meistern können. Und wir sind opti‐ von Berufung mistisch: Wir planen zusammen mit dem kommt. Quartiermanagement nach zwei Jahren Pause wieder ein Stadtteilfest im Park. Steffen Gassen‐ Diesmal zusammen mit Wohlgelegen und ferth vom Quartier‐

Thomas Trüper / Foto: Irmgard Rother

Ob jung oder alt: Wir wollen Frieden. Überall. management Herzogenried berichtet zu‐ sammen mit Lisa Mergelmeyer vom Pro‐ jekt ‚Gesund im Herzogenried‘ über Akti‐ vitäten und auch das Jugendhaus Herzo‐ genried ist wieder mit einer eigenen Seite dabei. Vereine und Institutionen aus dem Herzogenried informieren uns ebenfalls über ihre Neuigkeiten: Der FC Phönix ist dabei, ebenso wie die Gartenfreunde Herzogenried e. V., die Interkulturelle Waldorfschule und der Freireligiöse Wohlfahrtsverband. Und das ist noch immer nicht alles, was diese Ausgabe zu bieten hat. Wir möch‐ ten Sie darüber hinaus zu einem Spazier‐ gang durch den Herzogenriedpark einla‐ den- gemeinsam mit Wolfgang Adrian, dem Leiter des Parks. Und die Aktions‐ gemeinschaft Herzogenriedpark teilt mit uns ihre Gedanken zur Zukunft des Parks. Das MARCHIVUM berichtet über die Stadtgeschichtliche Ausstellung „Ty‐ pisch Mannheim“ und wir erfahren etwas über den aktuellen Stand zum Bau des Kombibades, das 2024 seine Pforten öff‐ nen soll. Und ein Thema möchte ich Ihnen eben‐ falls sehr ans Herz legen: die Neckar‐ stadt wird 150! Wir stellen Ihnen die In‐ itiative 150Neckarstadt vor und freuen uns auf die Veranstaltungen, die da noch kommen! Übrigens gilt auch für diese Ausgabe: wer liest, kann gewinnen und den glücklichen Gewinner des Rätsels der Ausgabe 58 stellen wir Ihnen auch vor. Wir wünschen Ihnen Spaß beim Lesen! Herzliche Grüße im Namen der gesamten Redaktion Petra Leinberger Foto: DIESE Studio Darmstadt


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Krieg in der Ukraine / Aus dem Herzogenried

Vom Wert der Solidarität

Ukraine Hilfe – ein Vorwort Der völkerrechtswidrige Angriff von Putin auf die Ukraine hat uns alle ins Mark ge‐ troffen. Leidtragend ist vor allem wieder die Zivilbevölkerung. Die Nachrichten und Bilder aus Mariupol zum Beispiel zei‐ gen uns: Das ist reine Barbarei. Putins Krieg ist durch nichts, aber rein gar nichts zu rechtfertigen. Aber er hatte Ansatzpunkte, über die es – auch im Hin‐ blick auf irgendeine neue Friedensord‐ nung – nachzudenken gilt.

Ungleichbehandlung der Ethnien, landen fast regelmäßig in Bürgerkriegen, in „eth‐ nischen Säuberungen“ (zuletzt bei Zerfall der Republik Jugoslawien) und bei sons‐ tigen Gewaltausbrüchen. Es gibt überall politische Kräfte, die die ethnische Zuge‐ hörigkeit, Bevorzugung und Diskriminie‐ rung, zum Dreh- und Angelpunkt ihrer Zielsetzung machen, auch in Mannheim, auch in unserem Wohngebiet. Im Extrem‐ fall kommt es zu Mordereignissen wie in Deutschland zum Beispiel die Morde von Mölln, die 10 Morde des „Nationalsozia‐ listischen Untergrundes (NSU)“, oder zu‐ letzt vor zwei Jahren die Morde in Hanau.

Die Ukraine ist ein multi-ethnischer, ein Vielvölkerstaat. Es gibt in ganz Europa keinen einzigen Flächenstaat, in dem nur eine Ethnie lebt, nur eine Sprache gespro‐ Auch die Ukraine blieb von solchen Kräf‐ chen wird. Auch nicht in Deutschland. ten nicht verschont. Sie unterschieden Hier gibt es die dänische und die sorbi‐ zwischen dem Recht der ukrainisch und sche Minderheit. Nach Reichsgründung der russisch sprechenden Bevölkerungs‐ 1871 gehörte auch das Elsass mit franzö‐ teile. 2006 beschloss die damalige ukrai‐ sischer Sprache dazu. Im 20. Jahrhun‐ nische Regierung u. a., allein die ukraini‐ dert und bis heute gibt es außerdem riesi‐ sche Sprache zur Amtssprache zu ma‐ ge Bevölkerungsbewegungen aus wirt‐ chen, obwohl eigentlich drei Sprachen, schaftlichen Gründen (Auswanderungen, neben dem Russischen auch das Krimtar‐ Einwanderungen) und als Fluchtbewe‐ tarisch, gesprochen werden. Und die gungen vor Kriegen. Auch das gilt für alle Sprache ist ja nur ein äußeres Zeichen. europäischen Flächenstaaten. 2014 ist ein Schicksalsjahr: In der Ostuk‐ raine und auf der Krim (überwiegend rus‐ Wohl den Ländern, die mit der im Laufe sischsprachig) kommt es zu sezessionis‐ der Geschichte gewachsenen ethnischen tischen Bewegungen für Selbstständig‐ Vielfalt positiv umgehen und für ein fried‐ keit und Abtrennung von der Ukraine. liches Miteinander sorgen. Länder dage‐ Russland spielt sich zur „Schutzmacht“ gen, in denen die ethnische, die Volkszu‐ auf. Seither, seit acht Jahren, tobt in der gehörigkeit die entscheidende Größe ist, Ostukraine der Krieg, und im Süden an‐ mit rechtlicher Ungleichheit und sozialer nektiert Russland nach einer zweifelhaf‐

ten Volksabstimmung die Krim. Putin betreibt jetzt mit seinem entsetzli‐ chen Krieg ebenfalls ethnische, auf an‐ gebliche Volkszugehörigkeit abhebende Politik. Er erklärt schlicht und einfach: Die Ukrainer seien eigentlich Russen und es gebe eigentlich gar keinen Staat Ukrai‐ ne. Zurück zum Herzogenried und zurück nach Mannheim: Wir sind alle sehr gut beraten, wenn wir nicht die ethnische Ab‐ stammung zum Dreh- und Angelpunkt un‐ seres Handelns machen, sondern die Würde und die Gleichheit aller Menschen, wenn wir für gleiche soziale und Bil‐

dungs-Chancen eintreten, für ein friedli‐ ches Zusammenleben. Im Herzogenried allein gibt es Menschen, deren Wurzeln in ca. 70 unterschiedlichen Ländern liegen. Da sind Solidarität und Zusammenarbeit der Dreh- und Angelpunkt für ein positi‐ ves und friedliches Zusammenleben. Das hat sich jetzt auch bewährt bei der Sammelaktion für die Menschen in der Ukraine und für die Geflüchteten aus der Ukraine, von der wir hier berichten möch‐ ten: Gelebte Solidarität. Text: Thomas Trüper Foto: Kommunalinfo Mannheim

Sammelaktion im Herzogenried

Ukraine Hilfe – Sammeln Wenn wir in unserem Stadtteil die Bewoh‐ ner*innen fragen, was das Herzogenried auszeichnet, dann sind es die Solidarität sowie die Hilfsbereitschaft, die stets ge‐ nannt werden. Durch ein vermeintlich kleines Projekt hat sich wieder gezeigt, wie riesig diese Be‐ reitschaft zum Helfen ist. So kam am 02. und 03.03.2022 im Atelier für Kunst und Natur eine Spendenaktion für die Ukraine zustande. Aus der einfachen Anfrage einer Anwoh‐ nerin nach Spenden im Bekannten- und Freundeskreis wurde eine Aktion ohne‐ gleichen: Gerhard Müller, die gute Seele des Ateli‐ ers für Kunst und Natur, sah Potential und war sicher: „Die Hilfsbereitschaft in unserem Stadtteil ist riesig. Wir müssen die Bürger*innen mit einbeziehen!“ Er stellte das Atelier als Annahmestelle zur Verfügung und informierte alle ehrenamt‐ lichen Helfer*innen, die mit ihm im Ateli‐ er zusammenarbeiten. Die Bekanntma‐ chung der Aktion über das Quartiermana‐ gement, über die sozialen Netzwerke,

aber vor allem die Verbreitung durch un‐ sere Herzogenriedler*innen erreichte in‐ nerhalb kürzester Zeit viele Menschen. Schon der erste Tag zeigte die unver‐ gleichliche Hilfsbereitschaft, die in unse‐ rem schönen Stadtteil herrscht. Die An‐ zahl der Spenden war überwältigend. Mit Freudentränen in den Augen sortierten die Helfer*innen im Atelier alle Spenden und verpackten diese in Kisten, die be‐ schriftet ihren Weg zur Annahmestelle finden sollten. Kleidung für Frauen und Kinder, Umstandsmode, Spielzeuge, Hy‐ gieneartikel, Windeln und Babynahrung, es gab nichts, was wir nicht weiterleiten durften. Die Ehrenamtlichen kamen kaum noch hinterher. Aber es wäre nicht das Herzo‐ genried, wenn dies ein Problem wäre: Be‐ wohner*innen, die ihre Spenden vorbei‐ brachten, blieben einfach da und halfen beim Sortieren, Verpacken und Transpor‐ tieren der Hilfsgüter. Zwischenzeitlich kam eine Anfrage nach Mobiliar sowie Geschirr, Decken, Schlaf‐

säcken, Matratzen und Bettwäsche für eine Familie herein, die in den kommen‐ den Tagen in einer zur Verfügung gestell‐ ten Wohnung in Weinheim untergebracht werden sollte. Inzwischen gab es so viele Spenden, dass auch hier schnell geholfen und einige der benötigten Hilfsgüter di‐ rekt in Weinheim abgeliefert werden konnten. Schon frühzeitig musste ein Annahme‐ stopp ausgesprochen werden. Die einen sagen: „Mit einem solchen Ansturm ha‐ ben wir nicht gerechnet!“ Aber Gerhard Müller findet deutliche Worte: „Ich habe immer gewusst: Die Herzogenriedler*in‐

nen sind eine Gemeinschaft, die zusam‐ mensteht. Sie sind da, wenn Hilfe ge‐ braucht wird. Ob das im eigenen Stadtteil ist oder in der Welt. Auf sie ist Verlass!“ „Wir neigen dazu, Erfolg eher nach der Höhe unserer Gehälter zu bestimmen als nach dem Grad unserer Hilfsbereitschaft und dem Maß unserer Menschlichkeit“ Martin Luther King Der Erfolg dieser Aktion zeigt die Menschlichkeit und die Hilfsbereitschaft im Herzogenried, von euch, liebe Bewoh‐ ner*innen! DANKE! Text und Foto: Christina Ulrich


Krieg in der Ukraine / Aus dem Herzogenried

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Ablieferung in letzter Minute

Ukraine Hilfe – Abliefern Nach der turbulenten Sammlung im Ateli‐ er machten wir uns gegen Abend daran, die gepackten Sachen an einer uns ge‐ nannten Sammelstelle bei einer Spediti‐ on in Heidelberg-Wieblingen abzugeben. Nachmittags war ein Versuch, drei PKWLadungen bei einer ebenfalls als Sam‐ melstelle fungierenden Spedition in Mannheim abzugeben, gescheitert: „Wir sind restlos überfüllt. Wir können nichts mehr annehmen!“ Jetzt fahren wir also mit zwei Kombis und einem bis unters Dach gefüllten Ford Transit nach Wieblin‐ gen. Unterwegs kommt im Autoradio die Meldung, man solle keine Sachspenden mehr sammeln, sondern nur noch Medi‐ kamente und Geld. Mit dem Geld können die Hilfsorganisationen in Polen genau die fehlenden Dinge kaufen. Wieblingen: Auf dem Hof der Spedition stehen Transporter und LKW, dazwischen viele bepackte Paletten. Gabelstapler fahren hin und her. Die hier verantwortli‐ che ukrainische Dame, offenbar die Orga‐ nisatorin dieses Sammelpunktes, erklärt verzweifelt, dass die Kapazitäten voll‐ kommen erschöpft sind, dass keine Zwi‐ schenlagermöglichkeiten mehr bestehen und auch keine weiteren LKW Richtung Ukraine verfügbar sind. Es ist ein Drama. Die Hilfsbereitschaft ist so überströ‐ mend, dass die Hilfskanäle verstopft sind.

zigem Gepäck geflüchteten Menschen, darunter viele Kinder.

Weitere Hilfe ist nötig. Aber organisiert. Wo und wie können wir spenden? Die größte Organisation dürfte „Deutsch‐ land hilft“ sein, in der zahlreiche bekann‐ te Hilfsorganisationen zusammenge‐ schlossen sind:

www.aktion-deutschland-hilft.de

Aber auch die Stadt Mannheim hat sofort eine Uk‐ raine-Hilfe einge‐ richtet: „Die Stadt Mann‐ heim und der Ver‐ ein „Mannheim hilft ohne Grenzen“ rufen gemeinsam zu Spenden auf und möchten damit einen direkten Beitrag zur Unterstützung der Menschen in der Ukraine leisten. Die Stadt Mannheim reagiert damit unmittel‐ bar auf das direkte Hilfegesuch, welches die Stadt seitens des ukrainischen Bür‐ germeisters der Stadt Czernowitz kurz nach Beginn der kriegerischen Auseinan‐ dersetzungen erreichte. Bereits seit 2017 pflegt die Stadt Mannheim enge partner‐ schaftliche Verbindungen zu Czernowitz. Beide Städte arbeiteten gemeinsam mit ihrer Partnerstadt Chişinău (Republik Moldau) erfolgreich in kommunalen Ko‐ operationsprojekten im Bereich der Stadtentwicklung zusammen und eta‐

blierten damit einen engen Verwaltungs‐ austausch.“ In Czernowitz sind inzwischen auch Zehntausende Binnen-Geflüchtete mit sehr vielen Kindern eingetroffen, die ver‐ sorgt werden müssen. www.mannheim.de/de/service-bieten/ soziales/ukraine-hilfe-mannheim Zentrale Servicestelle ukraine-hilfe@mannheim.de 0621-293-3299 (Mo.–Fr. 9–17 Uhr) Text und Fotos: Thomas Trüper

Ein kleiner Ausblick auf das erste Halbjahr 2022

Neues aus dem Quartiermanagement und „Gesund im Herzogenried“ Liebe Herzogenriedler*innen,

Ein Mann, nach eigener Aussage selbst das neue Jahr ist bereits in großen Schrit‐ auch Ukrainer, kommt auf uns zu und er‐ ten vorangeeilt und dennoch werden uns klärt, auf seinem benachbarten Firmen‐ manche Themen aus dem vergangenen gelände könne er die drei Autoladungen Jahr weiterhin begleiten. Dazu gehören noch aufnehmen. Er betreibe einen Se‐ sicherlich einige Angebote, die in der Ver‐ cond-Hand-Laden und werde versuchen, gangenheit aus der Not der Pandemie einen LKW nach Polen an die ukrainische entstanden sind, wie etwa die Oster- und Grenze zu schicken. Was übrig bleibt, Nikolausaktion, die großen Anklang ge‐ werde er in seinem Laden verkaufen und funden haben. Die Pandemie existiert im‐ das Geld in die Ukraine schicken. Wir ent‐ mer noch, aber wir sind positiv gestimmt, scheiden uns, bei ihm abzuladen. In sei‐ dass in den kommenden Monaten viele ner Halle stehen schon viele Paketstapel. Dinge möglich sein werden. In diesem Ar‐ Wir halten die Ablieferung der gespende‐ tikel stellen wir Ihnen vier aktuelle Ange‐ ten Artikel hier für sicherer, als sie wieder bote und Aktionen aus den laufenden nach Mannheim zu fahren. Dort soll in‐ Projekten vor, zu denen wir Sie gern be‐ zwischen ein Sammelpunkt vor dem Nati‐ grüßen würden, aktiv oder als Zuschau‐ onaltheater eingerichtet worden sein – er*innen. so die Auskunft aus dem Rathaus, wo wir uns nach eventuell noch aufnahmefähi‐ Ostereiersuche im Herzogenried gen Sammelpunkten telefonisch erkun‐ Im vergangenen Jahr beteiligten sich fast digt hatten. Doch wissen wir, ob man dort 200 Kinder an unserer Eiersuche zu Os‐ noch Sachen entgegennimmt, bis wir wie‐ tern im Quartier. An diesen Erfolg wollten der zurück in Mannheim sind? Wie dem wir dieses Jahr anknüpfen und uns über auch sei – wir haben es sozusagen in noch mehr fleißige Kinder freuen. letzter Minute geschafft, die Spenden Wie funktioniert es? Innerhalb des Wohn‐ Richtung Ukraine auf die Reise zu schi‐ gebietes im Bereich vom Steingarten bis cken. Brunnengarten waren ab dem 09. April zehn große Ostereier aus Holz versteckt. Die überwältigende spontane Hilfsbereit‐ Fünf oder mehr von diesen mussten ge‐ schaft im Herzogenried und im ganzen funden werden! Auf der Rückseite der Land war als erster Schritt sicherlich sehr Eier fanden sich Lösungswörter, die man nötig und hilfreich für die Menschen in sich merken sollte. der von Krieg überzogenen Ukraine und Auf jedem Ei gab es außerdem einen Hin‐ vor allem auch für die meist nur mit win‐ weis auf ein weiteres Versteck im Quar‐

tier. Bei der Suche war natürlich et‐ was Hilfe von den Eltern erlaubt! Gegen die Nen‐ nung von fünf Lö‐ sungswörtern konnten sich die Kinder eine kleine Überraschung ab‐ holen. Leider blieben nicht alle Eier dort stehen, wo sie wa‐ ren! Wie schon letztes Jahr verschwanden einige von ih‐ nen. Hoffentlich hat sich die Osteraktion bis nächstes Jahr so weit herumgespro‐ chen, dass das nicht mehr passiert und alle Eier für alle Kinder, die mitsuchen wollen, stehen bleiben. Die Ostereiersuche war eine Aktion der Interessengemeinschaft Herzogenried – Förderverein e.V., des Ateliers Kunst und Natur und dem Quartiermanagement Her‐ zogenried. Wir danken für die freundliche Unterstützung von REWE am Ulmenweg und der GBG. Stadtteilfest im Herzogenriedpark Nach zwei Jahren Pause ist es am 16.07.2022 endlich wieder so weit. Wir gehen in die nächste Runde unseres Stadtteilfestes im Herzogenriedpark. Die‐ ses Jahr steht es unter dem Motto „150 Jahre Neckarstadt“ und damit wird das

Fest vermutlich auch etwas größer als in der Vergangenheit, da wir die anderen Stadtteile der Neckarstadt herzlich einla‐ den, mit uns zu feiern! Neben einem tollen Bühnenprogramm und vielseitigen Angeboten für Kinder auf der Spielwiese wird es auch wieder einige Kreativstände geben, die ihre Waren an‐ bieten. Natürlich wird auch für das leibli‐ che Wohl gesorgt sein. Sie als Privatperson oder Ihre Gruppe bzw. Verein haben eine Idee, wie Sie sich am Stadtteilfest beteiligen möchten? Kommen Sie gerne auf uns zu, wir freuen uns darauf, unser Stadtteilfest gemein‐ sam mit Ihnen noch vielfältiger zu gestal‐ ten. Sie möchten sich gerne einbringen, haben aber keine konkrete Idee? Melden Sie sich ebenfalls gerne bei uns! Für das


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Aus dem Herzogenried

Fest brauchen wir immer zahlreiche eh‐ renamtliche Helfer*innen. Unsere Kon‐ taktdaten finden Sie am Ende des Arti‐ kels.

unsere Teilnehmer*innen nach den Kur‐ sen auf der Straße begleiten. Den Kontakt vermitteln wir gerne. Die Kursgebühr beträgt 30€. 2.-13. Mai von 15–17 Uhr Informationsschaukästen 20. Juni-1. Juli von 15–17 Uhr im Herzogenried Anmeldung über Conny Kraft Was passiert eigentlich aktuell bei uns im radfahrschule-rhein-neckar@online.de Herzogenried? oder 0621/9766093 Diese Frage stellen uns viele Bewoh‐ Für den Sommer wird außerdem eine ner*innen immer mal wieder. Unser Quar‐ Radtour der Kursteilnehmer*innen und al‐ tier ist in der Tat sehr lebendig und in den len, die sonst noch Lust haben, gemein‐ verschiedensten Kontexten treffen sich sam Rad zufahren, geplant. jede Woche die unterschiedlichsten Men‐ schen. Es passiert also allerhand! Verei‐ Sie merken, unser Quartier bleibt in Bewe‐ ne, Gruppen und private Personen gestal‐ gung und wir freuen uns auf die kommen‐ ten ein vielfältiges Miteinander in unse‐ den Monate. Neben den hier genannten der Nachbarschaft. Am Thema des Be‐ rem Stadtteil. Über viele dieser Aktivitä‐ Projekten gibt es natürlich viele weitere wohner*innen-Cafés, das mehrfach in ten und Möglichkeiten wird in der herzo‐ Themen, die uns ebenfalls beschäftigen. dieser Ausgabe der herzog*in angespro‐ g*in berichtet, aber nicht alle Bewoh‐ Neben der allgemeinen Entwicklung des chen wird, arbeiten wir weiterhin. ner*innen lesen hier mit. Außerdem gibt Herzogenrieds planen wir z. B. die Wei‐ Haben Sie Ideen und Anliegen bezüglich es immer wieder spontane Termine, die terführung der Betonflächengestaltung des Herzogenrieds? Melden Sie sich ger‐ ihren Weg nicht in die Stadtteilzeitung fin‐ am Weingarten, engagieren uns im Rah‐ ne bei uns! den. men des Impfstützpunktes an der IGMH Bei den Stadtteilgesprächen im vergan‐ und entwickeln erste Gedanken zum Tag genen Herbst wurde also auch viel dar‐ über diskutiert, wie wir Informationen im Nicht nur feiern, sondern auch gestalten Herzogenried an die Bewohnerschaft transportieren können. Neben der her‐ zog*in und „Social Media“ soll es zukünf‐ tig auch noch einen dritten Weg geben. Wir möchten Informationsschaukästen im Quartier installieren. Neben regelmä‐ ßigen und einzelnen Terminen sollen die‐ Die Neckarstadt feiert in dieIdeen zur Feier des 150. Geburtstages se auch für Gruppen und Vereine die sem Jahr 150-jährigen Geder Neckarstadt bereitstellen. Dabei geht Möglichkeit bieten, sich vorzustellen. burtstag. es nicht nur um gemeinsames Feiern, Das Projekt „Gesund im Herzogenried“ 1872 beschloss die Bezirksregierung, die sondern auch darum, einen kritischen und das Quartiermanagement werden die „Neckargärten“, die bereits von Flößern, Blick auf den Stadtteil und dessen Ent‐ Pflege der Infokästen übernehmen. Schiffern und Tagelöhnern bewohnt wa‐ wicklung zu werfen und sich Probleme Die große Frage, wo die Schaukästen ren, als Mannheimer Stadtteil „Neckar‐ bewusst zu machen. aufgestellt werden sollen, möchten wir vorstadt“ anzuerkennen. Ab 1876 kam es Ziele der Aktivitäten sind also mehr Mit‐ nun mit Ihnen besprechen. Daher laden dann zu großen Infrastruktur- und Bau‐ einander, bessere Lebensqualität und wir Sie herzlich zu unserem nächsten maßnahmen. Die heutige Neckarstadt- Würdigung der Geschichte. Stadtteilspaziergang ein! Am 3. Mai um Ost wurde ab den 1890er-Jahren gebaut. 18 Uhr treffen wir uns am Bücherschrank Zusammen feiern und gemeinsame krea‐ am Brunnengarten. Wir freuen uns auf Ende letzten Jahres fanden sich etwa 11 tive Aktivitäten aller Art aus der Bürger‐ Ihre Teilnahme. Personen zusammen, die unter dem Mot‐ schaft heraus können die Identifikation to „Was soll bleiben, was soll werden?“ mit der Neckarstadt stärken, Netzwerke Fahrradkurse den 150. Geburtstag der Neckarstadt an‐ fördern, Menschen vernetzen weit über Auch dieses Jahr gibt es auf dem Gelän‐ gemessen feiern wollen. Zwar gilt das das Jahr 2022 hinaus. de des RRCs wieder Radkurse, bei denen Jahr 1872 als Gründungsjahr eigentlich Langfristig geht es darum, die Bewoh‐ Erwachsene die Möglichkeit haben, Rad‐ allein für die heutige Neckarstadt-West, ner*innen zu ermutigen, Verantwortung fahren ganz neu zu lernen bzw. ihr Kön‐ gestalten und feiern möchten die Neckar‐ für „ihren“ Stadtteil zu übernehmen, in‐ nen aufzufrischen, um sicher im Straßen‐ städter*innen aber gemeinsam mit der dem sie aufzeigen, wo es im Viertel „weh verkehr unterwegs zu sein. Neckarstadt-Ost, inklusive dem Wohlge‐ tut“ und gemeinsam mit den Akteur*in‐ Angefangen mit Balanceübungen auf Rol‐ legen sowie dem Stadtteil Herzogenried. nen und der Stadt Mannheim daran zu ar‐ lern, bis zu den ersten Metern auf schö‐ beiten, Verbesserungen zu erreichen. nen roten Fahrrädern begleitet Conny Sie sind kein Verein, sondern verstehen Kraft vom ADFC die Radler*innen zum si‐ sich als Aktionsbündnis. In verschiede‐ Dabei möchte das Aktionsbündnis mög‐ cheren Fahren. Gemeinschaft und Spaß nen Arbeitsgruppen kümmern sie sich um lichst alle Bewohner*innen der Neckar‐ kommen dabei nicht zu kurz. Öffentlichkeits- und Pressearbeit, um stadt mit einbeziehen: West, Ost, Wohlge‐ Damit auch die Teilnehmer*innen, die Kommunikation im Netz und um Kontak‐ legen und Herzogenried. bisher kein eigenes Rad haben, direkt te zu Politik und Stadt. Die Mitglieder*in‐ Von den Bewohner*innen der Neckar‐ nach den Kursen loslegen können, gibt es nen des Aktionsbündnis wollen nicht die stadt-West haben 69% eine Migrationsge‐ im Quartierbüro über die Interessenge‐ Organisator*innen für alles sein, sondern schichte in der Familie, in der Neckar‐ meinschaft Herzogenried e. V. Fahrräder sie verstehen sich als Koordinator*innen stadt-Ost (inklusive Herzogenried und zum Ausleihen. Sie haben Lust, die neuen für Ideen. Sie wollen Leute vernetzen, Be‐ Wohlgelegen) sind es 52,3%. Auch jene Radfahrer*innen zu unterstützen? Wir su‐ darfe und Angebote zusammenbringen, zu erreichen, die vielleicht die deutsche chen ebenfalls wieder Radpat*innen, die einen Rahmen für all die verschiedenen Sprache nicht so gut verstehen bzw.

Quartiermanagement Herzogenried Am Brunnengarten 8 Telefon: 0621 401 66 979 oder mobil: 0176 8746 7477 Mail: steffen.gassenferth@maqua-ev.de Text: Steffen Gassenferth und Lisa Mergelmeyer Fotos: QM Herzogenried und Elles Magermans

Aktionsbündnis West*Ost – 150 Jahre Neckarstadt

nicht regelmäßig das Internet per PC und Smartphone nutzen (können), ist eine der großen Herausforderungen im Projekt „150 Jahre Neckarstadt‘. Ebenso wichtig wird es sein, die verschiedenen Commu‐ nities neu zu „mischen“, die ‚Blasen‘ auf‐ zulösen, Neugier aufeinander zu wecken, sich kennenzulernen, damit in gegenseiti‐ ger Wertschätzung gemeinsame Verant‐ wortung und Arbeit für den Stadtteil ent‐ stehen kann. Der Rahmen für alle Aktionen ist die Webseite https://neckarstadt150.de Hier finden Sie/Ihr alle Termine, die inzwi‐ schen geplant sind und an denen man sich aktiv oder passiv beteiligen kann. Auch die Aktionsgruppen, die zu wichti‐ gen Anliegen der Neckarstadt arbeiten und denen man sich anschließen kann, werden hier vorgestellt. Die Seite bietet auch eine Plattform für den Austausch von Ideen und Möglichkeiten, diese zu verwirklichen. Zweck der Plattform ist also, z.B. eine Idee, eine Fähigkeit, einen Raum zusammenzubringen und daraus eine Aktion, ein Projekt entstehen zu las‐ sen. Sie möchten im Rahmen des 150Jahr-Geburtstages einen Tanzworkshop für Kinder anbieten, aber Ihnen fehlt der passende Raum? Sie haben einen Raum, den Sie für kleinere Veranstaltungen im Rahmen der Feierlichkeiten anbieten möchten, aber keine Idee für ein Projekt? Sie sind Tanztrainer*in und möchten Ihre Kompetenz bei den Aktivitäten


Aus dem Herzogenried

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Zeigt her Eure Füße…

Der Schuhmacher Florian Bangert im Porträt einbringen? Dann tragen Sie doch Ihre Immer mehr Sanitätshäuser werden ge‐ Idee, den Raum, die Fähigkeit auf der schlossen oder von Ketten übernommen Plattform ein und bestimmt wird daraus – was aus unserer Erfahrung nicht unbe‐ ein schönes Projekt. dingt die Qualität und den Service verbes‐ Jede Person, die Vorschläge hat, unseren sert. Stadtteil zu feiern, kann sich also an das Kleine Schuhmacherbetriebe geben auf Aktionsbündnis wenden, um z. B. Tipps, oder finden keine Nachfolger*in – wir als Unterstützung und weitere Kontakte zu Verbraucher*innen wollen aber nicht vermitteln, damit die Idee realisiert wer‐ gleich jedes Paar Schuhe wegen einer den kann. Denn das ist den Macher*innen kleinen Macke oder wegen abgelaufener des Aktionsbündnisses besonders wich‐ Absätze in den Müll befördern und das tig: Eine Aufbruchsstimmung zu erzeu‐ wäre auch so gar nicht nachhaltig. Und gen, die nicht an den Zuständen verzwei‐ viele Menschen benötigen heutzutage felt, sondern aktiv daran arbeitet, sie zu krankheitsbedingt medizinische maßan‐ verbessern. Jede und jeder soll erfahren gepasste Schuhe oder andere Hilfsmittel können, dass man etwas für den eigenen wie Einlagen – nicht nur Senior*innen Stadtteil tun kann, dass Selbstwirksam‐ jenseits der 70. Florian Bangert vor seinem Geschäft keit erfahrbar ist und der besseren Zu‐ Und dann gibt es da diesen mutigen Flori‐ kunft dient. an Bangert, der dafür brennt, gute Schuhe forderungen stellen würde. zu machen und zu reparieren, was zu re‐ Sicher ist auch diese eigene Krankheits‐ Kurz: Kommen Sie vom Reden ins Ma‐ parieren geht. Und was macht der? geschichte Antrieb für sein leidenschaft‐ chen! Er gibt seinen sicheren Angestelltensta‐ liches Engagement für gutes medizini‐ Hier schon einmal ein kleiner Einblick auf tus auf und eröffnet einen kleinen, aber sches Schuhwerk. die bereits geplanten Veranstaltungen: feinen Schuhmacherbetrieb, um endlich Am 16.7.2022 findet das Stadtteilfest im richtig gute Schuhe zu bauen und seinen Aber wie kam Florian Bangert zu diesem Herzogenriedpark statt, gemeinsam or‐ Kund*innen die Beratung anzubieten, die nicht alltäglichen Beruf und seinem La‐ ganisiert von allen Vierteln der Neckar‐ ihm so wichtig ist. Nicht 0-8-15, sondern den? stadt und vom 01.–03.10.22 ist ein gro‐ individuell auf die Kund*innen/Pa‐ Nach der Schule absolvierte er zunächst ßes Stadtteilfest am Alten Messplatz ge‐ tient*innen ausgerichtet. Ein bisschen eine Schreinerausbildung. Aber schon plant. Auch für die Lichtmeile ist geplant, ‚Gallisches Dorf‘, der Schuhmacher im mit erfolgreicher Gesellenprüfung war alle Quartiere der Neckarstadt mit einzu‐ Wohlgelegen. klar, dass er diesen Beruf aufgrund der beziehen. Aber auch die Monate davor Er ist sich dabei nicht zu schade, auch gesundheitlichen Einschränkungen nicht bieten eine Vielzahl von verschiedensten kleine Reparaturen zu erledigen. Oder ge‐ dauerhaft ausüben konnte. Resignieren Veranstaltungen: Stadtteilerkundungen, erbte Schuhe so herzurichten, dass sie kam nicht in Frage, aber Handwerk sollte Radtouren durch den Stadtteil, Fotopro‐ richtig gut passen und aussehen wie neu. es sein. Ein reiner Schreibtischjob? Un‐ jekte wie z.B. 150 Nationen - 150 Men‐ Seine Herzensangelegenheit aber sind denkbar! schen. Auch interreligiöse Aktivitäten orthopädische Schuhe – allerdings nicht, Der Zufall kam ihm zu Hilfe: In dieser Zeit sind geplant sowie Sport am Neckar, was Sie jetzt vielleicht vor Augen haben: wurden ihm Einlagen verordnet und er Putzparties, Parking Day, Hafenrundfahr‐ Modell Oma, schwarz, braun, häßlich. suchte einen orthopädischen Schuhma‐ ten und vieles mehr. cher auf. Die gelieferten Einlagen damals Schauen Sie sich doch die Webseite von Wer ist der Mensch Florian Bangert? bescherten ihm zwar Blasen und blutige West*Ost 150 Neckarstadt gleich einmal Florian Bangert wurde im Jahr 1978 als Füße, weil sie nicht auf seine Bedürfnisse an. Ältester von 4 Geschwistern in Berlin ge‐ angepasst waren, aber gleichzeitig for‐ boren. 1990 zog er mit seiner Familie von mulierte sich in seinem Kopf die Frage: Wenn Sie Ideen oder Fragen haben oder der Großstadt in den Schwarzwald, in ein „Kann man das lernen?“ Der Schuhma‐ Ihre Mitarbeit im Aktionsbündnis anbie‐ kleines Dorf mit 400 Einwohnern. cher stellte ihn als Azubi ein und nach 3,5 ten möchten, können Sie sich auch per Schon im Kindesalter leidet Bangert an Jahren hatte Florian seinen zweiten Ge‐ Mail an die Akteur*innen wenden: sehr schmerzhaften Beschwerden, die sellenbrief als Orthopädischer Schuhma‐ hallo@neckarstadt150.de ihm das Laufen teilweise unmöglich ma‐ cher „in der Tasche“. Sein Ausbilder zoll‐ chen – an manchen Tagen konnte er nur te ihm, als er ihn Jahre später auf einer Wir sind auf die kommenden Monate ge‐ auf allen Vieren kriechen. Lange blieb die Messe traf, ein besonderes Lob – er sei spannt und freuen uns auf das aktive eigentliche Ursache unerkannt bis juveni‐ der wissbegierigste Auszubildende ge‐ (und passive) Dabeisein. Zumindest an les Rheuma diagnostiziert wurde. Das lin‐ wesen, den er je hatte. wenigstens einer Putzaktion können wir derte zwar nicht die Beschwerden, aber Nach der Lehre folgten Stationen bei doch alle aktiv teilnehmen, oder? Wir se‐ wenigstens konnte er seine Krankheit Schuhmachern – von traditioneller Kunst‐ hen uns: in der Neckarstadt – West, Ost, und die Folgen nun benennen und sich schuhmacherei bis High Tech „Schuh‐ Herzogenried oder Wohlgelegen. darüber informieren. Und es war klar, schmiede“ – u. a. in München, Basel, Bre‐ dass die Krankheit ihn sein Leben lang genz und Lech. Ein Angebot aus Tokio Text: Monika Schleicher begleiten und immer wieder vor Heraus‐ reizte ihn zwar sehr, er musste es aber

aus gesundheitlichen Gründen absagen. Mannheim kannte Bangert seit 1998. Es fühlte sich für ihn an wie ‚Klein-Berlin‘, einfach eine Null weniger, was die Ein‐ wohner*innen betrifft, aber ebenso bunt, divers und lebendig. Im Jahr 2005 dann bot ihm ein befreun‐ deter Schuhmacher eine Stelle in dessen Betrieb an und Florian zog dauerhaft nach Mannheim. Der Wissensdurst und sein Streben nach Perfektion aber spornten ihn weiter an und 2014 begann er in Vollzeit die Meis‐ terschule, die er als Lehrgangsbester mit dem Meisterbrief absolvierte. Drei Jahre später wechselte er in ein Sanitätshaus, wo er eine Fachabteilung für orthopädi‐ sche Schuhe aufbaute. Und wieder einmal kam der Zufall für den nächsten richtig großen Schritt zu Hilfe: „Ich stand da drüben beim Herzogenried‐ park und schaute auf diesen kleinen Eck‐ laden. Moment mal, dachte ich, das ist ja ein Schuhmacher. Magisch angezogen ging ich hinüber, fragte Herrn Balzer, den damaligen Besitzer, ob er einen Nachfol‐ ger suche und ließ ihm meine Telefon‐ nummer da.“ Zunächst suchte Herr Balzer nicht, aber dann ging es recht schnell und Herr Bal‐ zer bot ihm das Geschäft samt Inventar zum Kauf an. Es folgten anstrengende Monate mit viel Organisation und auch Bürokratie. Bei ei‐ ner Existenzgründung tauchen viele Din‐ ge auf, die nicht unbedingt vorhersehbar sind. Am 3.3.2018 war es dann endlich soweit, die Eröffnung konnte gefeiert werden. Es gab einen großen Sekt-Empfang mit vie‐ len Gästen, Familie, Freunde und auch

und Petra Leinberger

Schicke Schuhe

Kurzgröße

Schuhe für Sportfans


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Aus dem Herzogenried

schon einige Kunden. Bangert bereut den Schritt ins Ungewisse nicht, räumt aber auch ein, dass so eine Geschäftsgründung sehr kräftezehrend und risikobehaftet ist. 16-Stunden-Ar‐ beitstage waren eher die Regel als die Ausnahme. Glücklicherweise hatte er von Anfang an gute Mitarbeiter*innen, die sei‐ ne Ideen und Arbeitsweise teilten und mit ihm zusammen umsetzen. „Das Kapital meiner Firma ist nicht nur das Geld auf dem Konto“, sagt Florian Bangert, „es sind auch ganz klar meine Mitarbeiter*in‐ nen“.

arbeitet er an einem Paar. Technisch und handwerklich könnte er den Schaft auch selbst erstellen, aber der Zeitaufwand wäre zu groß. Sein Schäftemacher ist vom Alter 70plus und hat keinen Nachfol‐ ger, das heißt, Florian Bangert hofft, dass er noch lange leben und arbeiten möge.

Was macht eigentlich gutes Schuhwerk aus? Am besten wäre es wohl, wir würden überhaupt keine Schuhe tragen. Aber das geht in unseren Breiten nicht: es ist zu kalt, zu heiß, zu schmutzig, zu gefährlich, um sich barfuß auf den Straßen zu bewe‐ gen. Und nicht zu vergessen: Schuhe sind ein Modeaccessoire. Aber leider verlieren wir mit dem Laufen in Schuhen oft das Gefühl für die Statik in unserem Körper. Schuhe übernehmen viele Funktionen und hemmen mehr oder weniger die Fußmuskulatur. Und wenn die Muskulatur nichts zu tun bekommt, wenn die passive Muskulatur ausge‐ schaltet wird, stürzt letztlich das Fußge‐ wölbe in sich zusammen. Bestes Beispiel sind die Einlagen, die verhindern, dass die passive Muskulatur beansprucht wird und sie dadurch die Gelenkknochen im Mittelfuß nicht mehr halten kann. Wenn eine akute Erkrankung da ist, braucht es kundenspezifische Einlagen, die fest und hart sind, um die Entzündung ruhig zu stellen. Aber danach muss vor allem die Muskulatur gestärkt werden, das ist Florian Bangerts feste Überzeu‐ gung. Was macht also einen guten Schuh aus? Ganz simpel kann man sagen: er sollte nicht zu groß sein und nicht zu klein, er sollte aus möglichst wenig Kunststoffen bestehen und er sollte ein adäquates Gehgefühl bringen. Das klingt gar nicht so schwer, ist aber viel komplizierter als man denkt, die heu‐ tigen Schuhe betrachtend, mit so viel Plastik und Unflexibilität. Florian Bangert versucht, so viel wie mög‐ lich mit Naturprodukten zu arbeiten. Schuhmacher arbeiten mit Gerbern und Schäftemachern zusammen. Die Gerber liefern das Leder, von dem die Schuh- und Schäftemacher übrigens nachweisen müssen, von welchem Tier es kommt und dass es keine gefährlichen Stoffe ent‐ hält. Das Leder vom Gerber geht zusam‐ men mit einem Fußleisten aus Holz vom Schuhmacher an den sogenannten Schäftemacher, der nach diesem Holz‐ leisten den Schaft modelliert. Das bedeu‐ tet, er schneidet das Leder zu, berück‐ sichtigt die Faserstruktur, Zugrichtung sowie die Güte und vernäht es. Aus ei‐ nem solchen Schaft entsteht bei Florian Bangert dann der Schuh, rund 40 Stunden

‚Kein Klumpfuß, schwarz oder beige und hässlich.‘ Ganz im Gegenteil. Eine seiner Kundinnen Die allermeisten von uns finden Umwelt‐ Wäschewaschen wird immer wieder auf der Straße gefragt, schutz gut. Das ist schon mal ein schöner wo sie denn diese ‚coolen‘ Schuhe ge‐ Anfang. Aber was bedeutet das für mich • Beim Kauf neuer Geräte auf das Ener‐ kauft habe und antwortet dann stolz: ‚das persönlich? Was kann ich selbst in mei‐ gieverbrauchsetikett achten. sind orthopädische Schuhe‘, die kann nem Umfeld für Umwelt und Klima tun? In • Wasser sparen. Dazu die entsprechen‐ man nicht einfach kaufen‘. der letzten Ausgabe unserer herzog*in den Programme nutzen. Er hat schon das Logo der Adler Mann‐ haben wir uns zunächst mit dem Thema • Bei der niedrigst möglichen Tempera‐ heim auf seinen Schuhen verwendet, „Balkon, Terrasse, Vorgarten und Baum‐ tur waschen. Modernere Waschmaschi‐ überhaupt liebt er es, individualisierte scheiben“ beschäftigt und einige Beispie‐ nen haben schon bei geringen Tempera‐ Schuhe für Sportfans aller Art zu bauen. le, Denkanstöße und Möglichkeiten ge‐ turen eine hohe Waschleistung. Dane‐ Aus einem Long Cut Boot Tabat Stiefel funden, wie wir für unsere Umwelt aktiv ben sorgen auch die Enzyme der aus der DDR machte er einen Low Cut werden können. Haben Sie sich in einigen Waschmittel für eine gute Waschkraft Boot, einem Mittelalter-Fan beschlug er Vorschlägen wiedergefunden? Konnten bei niedrigen Temperaturen. Sie wirken die Lederstiefel mit Nägeln, damit er sich Sie eventuell sogar schon neue Gedan‐ zwischen Temperaturen von 30 bis 60 gefahrlos bewegen konnte, 400 Stück ken umsetzen? Grad Celsius. Dennoch ist es wichtig, waren es. einmal im Monat einen Waschgang auf Auch einen La Croix Schuh für um die Im Teil 2 unserer Überlegungen wollen 60 Grad mit Vollwaschmittel zu wa‐ 1800 Euro hat er schon bearbeitet, der wir uns, weil wir das ja das ganze Jahr schen. So bilden sich keine Keime in der Kunde wollte eine rote Gummisohle auf über selbst — oder doch immer noch nur Waschmaschine. 90 Prozent der ver‐ die rote Ledersohle des Schuhs haben. die weiblichen Mitglieder unseres Haus‐ brauchten Energie wird benötigt, um Oft restauriert er auch Schuhe, gefunden halts? — tun müssen, mit dem Thema Wä‐ das Wasser zu erhitzen. Je höher man auf dem Flohmarkt oder abgestoßen vom schewaschen beschäftigen. Das ist der die Waschtemperatur einstellt, desto langen Tragen über Jahre. zweite Punkt in dem hier wieder abgebil‐ mehr Energie wird letztlich verbraucht. deten Gedankenplan (MindMap). • Die Trommel möglichst voll machen Und dann gibt es natürlich all die vielen Die nachfolgende Aufzählung benennt oder ein Wassersparprogramm benut‐ coolen Schuhe in den Größen 24-27 oder dann zu jedem Thema einige Beispiele, zen. die Schuhe für Menschen mit bis zu 4 durch die wir unseren Alltag umwelt‐ • Eine Vorwäsche nur bei stark ver‐ Größen Unterschied in der Fußlänge oder freundlich(er) gestalten können und die schmutzter Wäsche durchführen. mit unterschiedlichen Beinlängen. Diese von jedem von uns noch persönlich er‐ • Den Energieverbrauch der Waschma‐ Schuhe sehen am Ende – dank Florian gänzt und vertieft - oder als für mich per‐ schine geringhalten. Dazu, wenn vor‐ Bangerts Handwerkskunst - gar nicht sönlich nicht zutreffend - befunden wer‐ handen, das Öko-Programm benutzen. mehr so unterschiedlich aus. Was für die den können. Es dauert zwar etwas länger als die an‐ Schuhe gilt, gilt auch für Einlagen. Er er‐ deren Programme - durch die längere stellt nicht einfach einen Fußabdruck und Einwirkzeit, die das Waschmittel bei macht eine Einlage davon. Nein, er be‐ diesen Programmen hat, kann aber sehr rücksichtigt das Körpergewicht, die De‐ formität des Fußes, die Trageintensität, den Schuhtyp, den Laufuntergrund. Viele Anschaffungen seiner Kund*innen sind glücklich, dass Einkaufen Kochen sie zum ersten Mal seit Jahren oder gar in ihrem Leben problemlos oder über‐ Verkehr Reisen Kühlen haupt laufen können und das in einem Schuh, den andere bewundern statt ihn und die ihn Tragenden mitleidig zu be‐ Büro trachten. Heizen Arbeit In Deutschland gibt es etwa 6 Millionen chronisch kranke Diabetiker*innen und ungefähr 8 Millionen mit Arthritis, Arthro‐ Gesellschaft se und Rheuma, die Dunkelzimmer dürfte Bad Engagement höher liegen. Sie alle sind potentielle Balkon Waschen Kund*innen von Orthopädieschuhma‐ Terrasse Haushalt allgemein chern. Der diabetische Fuß ist eine schwere Teil 2 Langzeitkomplikation bei Patienten mit Diabetes, im schlimmsten Fall kommt es Meine Möglichkeiten zum Umwelt- und Klimaschutz

Kommen neue Kund*innen zu ihm, gibt es als erstes eine ausführliche Beratung. Dann geht ein Kostenvorschlag an die Krankenkasse und nach der Genehmi‐ gung wird der Schuh gebaut. Und was für Schuhe das sind.

zu einer Amputation. Menschen mit Dia‐ Florian Bangert scheint es gelungen, für betes müssen besonders gut auf ihre ihn ist sein Beruf auch seine Berufung. Füße achten, es ist entscheidend, den Wir wünschen viel Glück und Erfolg wei‐ Fuß durch passendes Schuhwerk vor Ver‐ terhin und kommen sicher auch mit eige‐ letzungen zu schützen. Viel Arbeit also nen Schuhen zur Reparatur und gegebe‐ für Florian Bangert. nenfalls Rezepten für Maßanfertigungen vorbei. Im Japanischen gibt es den Begriff ‚Iki‐ Text: Petra Leinberger gai‘, er steht für die Kunst, den eigenen Und Monika Schleicher Sinn des Lebens zu finden und zu leben. Fotos: Florian Bangert, privat

Was kann ich für Umwelt und Klima eigentlich tun?

Mein Beitrag zum Umweltschutz – eine Fortsetzungsgeschichte

Gemeinfrei, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=805736


Aus dem Herzogenried

viel Energie gespart werden. • Das richtige Waschmittel benutzen. Das klingt komisch. Aber: Man braucht eigentlich nur drei Arten: • Ein Vollwaschmittel, das für helle und weiße Textilien geeignet ist. Es ent‐ hält Bleiche und sorgt dafür, dass die Wäsche nicht grau wird. • Ein Buntwaschmittel. Es enthält keine Bleiche und ist für bunte und dunkle Textilien geeignet, weil die Farben nicht ausgeblichen werden. • Für Wolle und Seide benötigt man ein Wollwaschmittel, da normale Wasch‐ mittel die Wolle verfilzen würden. Falls ein Fleck nicht herausgewaschen wird, ihn mit Gallseife vorbehandeln. • Waschmittel korrekt dosieren. In Deutschland gelangen mehr als 600.000 Tonnen Waschmittel und mehr als 250.000 Tonnen Weichspüler ins Abwasser. Diese Menge wächst Jahr für Jahr und nicht alle ihrer Inhaltsstof‐ fe können in Kläranlagen abgebaut wer‐ den. Viele sind sogar giftig für Wasser‐ organismen und gelangen letztlich in unsere Flüsse, Seen und ins Meer. Für die Umwelt ist es also besser, wenn wir so wenig wie möglich Waschmittel ver‐ wenden. Die Dosierung ist bei jedem Waschmittel anders und wird auf der Verpackung in Form einer Tabelle ange‐ geben. Sie hängt von der Verschmut‐ zung der Textilien, dem Fassungsver‐ mögen der Waschmaschine und dem Härtegrad des Wassers ab. In Mann‐ heim haben wir ca. 19 °dH und damit die Stufe „hart“. Benutzt man zu viel Waschmittel, wird es oft nicht vollstän‐ dig ausgewaschen und kann dann bei Personen mit empfindlicher Haut oder Allergien zu Hautreizungen führen. Waschmittel gibt es als Pulver und als Flüssigwaschmittel. Für die Umwelt sind Pulverwaschmittel besser. Zum ei‐ nen benötigen sie keine Konservie‐ rungsstoffe. Zum anderen enthalten Flüssigwaschmittel viel mehr Tenside. Diese sind der Hauptbestandteil jedes Waschmittels. Sie sorgen dafür, dass die Oberflächenspannung des Wassers herabgesetzt wird, und ermöglichen eine Verbindung des Wassers mit der Wäsche. Sie besitzen eine hohe Fettlö‐ sekraft. Waschmittel enthalten dane‐ ben weitere Stoffe wie zum Beispiel Bleichmittel, Enzyme, Duftstoffe oder Enthärter. Bleichmittel oxidieren die im Schmutz vorkommenden organischen Farbstoffe. Dadurch wird der Schmutz entfärbt und gebleicht. Enzyme sind Proteine. Die verschiedenen Enzyme helfen, unterschiedliche Arten von Fle‐ cken zu lösen. Duftstoffe haben in der Regel keinen Reinigungseffekt, sondern geben dem Waschmittel und der gewa‐ schenen Wäsche den Geruch. • Kompakte Pulverwaschmittel sind um‐ weltfreundlicher. Sie benötigen keine Füllstoffe, wie es bei Großpackungen oft der Fall ist. Füllstoffe haben keine

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Waschwirkung und belasten die Umwelt unnötig. Es gibt zudem auch Baukas‐ tensysteme, wo man die Komponenten eigenständig zusammenmischen kann. Diese Systeme verzichten auf unnötige Zusatzstoffe und sind somit empfeh‐ lenswert. Der Verzicht auf Duftstoffe, wie beispielsweise ätherische Öle, ist gut für die Umwelt. • Auf Weichspüler verzichten. Er ist in modernen Waschmitteln bereits enthal‐ ten. Weichspüler belasten das Wasser besonders stark. Für den Wasch- und Reinigungsvorgang sind Weichspüler nicht nötig. Wenn man nicht darauf ver‐ zichten will, sollte man ihn so sparsam wie möglich dosieren. Besser aber, man verzichtet auf den Gebrauch von Weich‐ spülern. Die Nutzung von Essig anstelle von Weichspülern beschädigt übrigens die Waschmaschine. Gegen unange‐ nehme Gerüche in der Wäsche (und der Waschmaschine) hilft Natron statt Weichspüler: Einfach 1 EL Natron mit in die Waschmittelkammer geben. Das ist umweltfreundlicher und billiger als Weichspüler. • Auf Entkalker verzichten. Auch er ist in modernen Waschmitteln bereits enthal‐ ten.

• Wäscheleine statt Trockner. Sehr viel Die genannten Maßnahmen und Möglich‐ weitere Energie spart man zusätzlich keiten sind geeignet, Energie zu sparen, ein, wenn man die Wäsche auf der Wä‐ Ressourcen wie Wasser oder Rohstoffe scheleine statt im Trockner trocknet. zu schonen, unsere Kläranlagen zu ent‐ Wenn der Wäscheständer in der Woh‐ lasten, die dann selbst Energie und Res‐ nung steht, regelmäßiges Lüften nicht sourcen einsparen, wenn wir Schadstoffe vergessen. wie Wäsche- und Waschzusätze, oder • Die Waschmaschine sauber halten. Da‐ auch Reinigungsmittel reduzieren und un‐ mit die Lebensdauer der Maschine ser Trinkwasser letztlich schützen. Sie möglichst lange ist und die Maschine bringen uns nebenbei auch dem Errei‐ auch selber sauber bleibt, ist es wichtig, chen der zurzeit vehement diskutierten folgende Hinweise zu beachten: Verschärfung der Klimaziele ein kleines • Wie oben schon erwähnt, einmal im Stückchen näher. Man kommt leider im‐ Monat einen Waschgang auf 60 Grad mer nur schrittweise voran. mit Vollwaschmittel waschen. Das ist Wenn Sie schon einige dieser Möglich‐ wichtig, damit sich keine Keime in der keiten bereits umsetzen: toll! Und wenn Waschmaschine bilden. wir dann einige - von uns bisher noch • Daran denken, das Pulverfach regel‐ nicht genutzte - Möglichkeiten erkannt mäßig zu reinigen. haben und diese dann zukünftig auch • Die Tür der Waschmaschine bei Nicht- umsetzen, helfen wir schon ganz schön Nutzung zum Belüften und Austrock‐ mit, unsere Umwelt für uns und unsere nen einen Spalt offenstehen lassen. Kinder langfristig zu schützen. Ist nach Nach dem Waschvorgang auch das wie vor ein schönes Ziel. Oder? Pulverfach zum Austrocknen offenlas‐ sen. Text und Bild: Michael Baier • Bei hartem Wasser die Waschmaschi‐ ne einmal im Jahr mit Zitronensäure entkalken (ohne Wäsche natürlich). • Das Flusensieb regelmäßig reinigen. • Die Dichtungsgummi regelmäßig reini‐ gen und gegebenenfalls nachfetten.

Buchvorstellungen aus der Zweigstelle Herzogenried

Lesestoff aus der Stadtbibliothek Auch die Stadtteilbibliothek ist geprägt durch die Menschen im Herzogenried. Dabei spielen alle Generationen eine we‐ sentliche Rolle: vom Kleinkind bis zu Le‐ ser*innen im höheren Alter, besuchen viele Bewohner*innen die Bücherei. Natürlich beeinflusst vor allem die Nähe zur IGMH die Einrichtung. Dennoch ist die Zweigstelle stets bemüht um eine Aus‐ wahl an Literatur, die für jedes Alter et‐ was bereithält. Starten wollen wir mit einem Sachbuch, dessen Thema die aktuelle Lage aufgreift und das als Ratgeber dienen kann.

beweisen die folgenden Titel. Stets sind ebenso wie die Menschen, die den alten es die verschiedenen Generationen mit Mann in seinem Leben begleitet haben. ihren Lebensweisen und Beziehungen zu‐ Versäumtes kommt zum Vorschein und einander, die die Handlung bestimmen Dad Lewis verabschiedet sich von den und ihren Reiz ausmachen. Anwesenden und auch von denen in der Ferne. Kent Haruf lässt in seinem Roman Kost‐ In liebevoller Umgebung verbringt er sei‐ bare Tage das Leben von Dad Lewis Re‐ nen letzten Sommer in der Kleinstadt. vue passieren. Kurz vor dessen Tod kommt die Familie in Teilen zusammen, Ähnlich tragisch zeigt sich John von Düf‐ um Abschied zu nehmen und zu helfen. fels Die Wütenden und die Schuldigen. Erinnerungen und Gedankengänge von In dem Roman, der in der Zeit des ersten Dad Lewis führen durch die Geschichte, Lockdown 2020 verortet ist, kreisen drei

Eine ganze Generation ist seit bereits zwei Jahren von der Pandemie-Situation besonders betroffen: Wer in dieser Zeit Kind oder Jugendliche*r ist, verpasst vie‐ les, muss ständig umdenken, sich selbst in seiner Freiheit zurücknehmen. Nicole Strüber behandelt in ihrem Sach‐ buch Corona Kids genau diesen Umstand und gibt Eltern und Pädagog*innen einen Leitfaden für den Umgang mit von der Pandemie betroffenen jungen Menschen an die Hand. Vor wissenschaftlichem Hintergrund geht sie auf die besonderen Bedürfnisse dieser Kinder und Jugendli‐ chen ein und leistet Hilfestellung, wo die‐ se benötigt wird. Dass Familiengeschichten sowohl tragisch als auch komisch sein können,

Das Team: v. l. n. r: Sabrina Liebner, Alexandra Rehder, Anuschka Schönichen.


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Generationen um einen Angelpunkt: Als Ältern einer neuen Ära mit ungewohnten Sohn, Vater und Ex-Mann, der einen Freiheiten entgegen. Vor allem schwel‐ Selbstmordversuch hinter sich hat, ist gen sie aber in nostalgischen Erinnerun‐ Holger für seine Familie nicht mehr greif‐ gen an vergangene Zeiten mit ihren Kin‐ bar. Jedes Familienmitglied kämpft mit dern. eigenen Sorgen und Problemen. Die Männer, Vater und Sohn, haben den Eine nicht ganz so harmonische Bezie‐ Zugang zueinander nie gefunden. Es ist hung pflegen die Protagonistinnen in Da‐ Selma, Holgers Tochter, die sich ver‐ cia Marainis Drei Frauen, denn unter‐ pflichtet fühlt, das familiäre Gefüge zu‐ schiedlicher könnten Tochter, Mutter und sammenzuhalten. Großmutter kaum sein. Trotz gegensätzli‐ cher Ansichten und Lebensweisen woh‐ Wesentlich beschwingter geht es in Jan nen die drei zusammen auf engem Raum. Weilers Die Ältern zu. Humorvoll wird Das Familienkonstrukt funktioniert – not‐ sich in diesem Roman der Frage gewid‐ gedrungen. Erst das Einwirken eines met, was passiert, wenn man die aktive Mannes, den Frauen nicht unbekannt, Elternphase hinter sich hat, die Kinder bringt deren Welt durcheinander und flügge werden und ein neuer Lebensab‐ führt schließlich die Katastrophe herbei. schnitt beginnt. Konfus und ihrer Da‐ Plötzlich spielen andere Probleme eine seinsberechtigung unsicher, blicken die Rolle und die Familie sieht sich in Ihrer

Aus dem Herzogenried

Existenz bedroht. Damit auch die jungen Leser*innen nicht zu kurz kommen, sei abschließend auch der Jugendroman Fünf sind sechs zu viel von Anja Hitz erwähnt. Scheidungskind Rose erlebt darin eine heftige Überraschung, als ihre Mutter mit einem neuen Freund um die Ecke kommt und mit diesem auch seine vermeintli‐ chen fünf Söhne Einzug in ihr Leben hal‐ ten. Glücklicherweise stellt sich heraus, dass Renée doch ein Mädchen ist und noch dazu eine gute Freundin. Kommt Rose das Großfamilienleben am Anfang ziemlich lästig vor, zeigen sich doch schnell auch die schönen Seiten. Eine lustige Patchwork-Familiengeschichte mit viel Herz.

Alle vorgestellten Bücher freuen sich dar‐ auf, von Ihnen in der Zweigstelle Herzo‐ genried ausgeliehen zu werden. Besuchen Sie uns und lesen Sie selbst! Ihre Stadtteilbibliothek Herzogenried Stadtteilbibliothek Herzogenried Herzogenriedstraße 50 68169 Mannheim 0621-2935055 stadtbibliothek.herzogenried@mann‐ heim.de Text: Anuschka Schönichen, Leitung Zweigstelle Herzogenried Foto: Stadtbibliothek, Zweigstelle Herzogenried

Großbaustelle Kombibad

Bahn frei für das neue Herzogenriedbad Vom Gemeinderats-Grundsatzbeschluss zum Ausbau des Herzogenriedbades zum Kombibad im Jahr 2017 bis zu den vorbereitenden Bauarbeiten jetzt war es ein weiter Weg. Im Mai geht es dann rich‐ tig los. In der Zwischenzeit musste ein europäischer Architektenwettbewerb ausgelobt werden, an dem sich 21 Archi‐ tektenbüros beteiligten. Es gab Bür‐ ger*innenbeteiligung. Dann wurde das siegreiche Architekturbüro samt einem erweiterten Team mit der Planung beauf‐ tragt. Im Dezember 2020 wurde das größte Mannheimer Bäderprojekt mit einem Kos‐ tenrahmen von 49,76 Mio. € vom Gemein‐ derat einstimmig auf den Weg gebracht. Das Kombibad wird dem Energieeffizienz‐ standard KfW 40 bekommen, weswegen es mit 5,5 Mio. Euro von der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) gefördert wird.

im Baufeld Versorgungsleitungen umge‐ wird auch der Umkleide- und Sanitärbe‐ legt, ein Abwasserkanal und eine Fernw‐ reich für das Freibad neu errichtet und an ärmeleitungen neu verlegt werden müs‐ das Hallenbad angeschlossen sein. sen. Insgesamt 43 Bäume mussten im Febru‐ Attraktiv für Mannheims Bürger*innen ar 2022 auf dem Baufeld weichen, dafür Das Herzogenriedbad wird durch den Hal‐ wird es 131 Neupflanzungen geben. Vier lenbad-Neubau zum Kombibad. Doch Bäume können umgepflanzt werden. Mit was verbirgt sich genau dahinter? einer unmittelbar zuvor vorgenommen ar‐ Das bestehende Freibad begrüßt mit sei‐ tenschutzrechtlichen Untersuchung wur‐ nen knapp 3.600 qm Wasserflächen de sichergestellt, dass es in den Bäumen durchschnittlich 150.000 Gäste pro Sai‐ keine geschützten Arten bzw. Brutvor‐ son, mit dem Neubau verfügt das Bad kommen gibt. dann über weitere knapp 1.700 qm Was‐ Nach Abschluss aller vorbereitenden serflächen. Maßnahmen kann voraussichtlich im Mai Das Hallenbad ist schon heute für viele 2022 mit den Hauptbauarbeiten für das Zielgruppen gleichermaßen attraktiv. Die neue Hallenbad begonnen werden. Der Mannheimer Schulen und Sportvereine Betrieb Mannheims größter Freibadanla‐ erhalten hervorragende Trainings- und ge soll während der Bauzeit größtmög‐ Unterrichtsbedingungen. Mit dem 50mlich weitergehen. Die Fertigstellung des Becken, welches zudem durch eine Neubaus ist für das 4. Quartal 2024 vor‐ Klappwand in zwei 25m-Becken teilbar gesehen. ist, besteht nun ganzjährig die Möglich‐ Vorbereitende Maßnahmen und Dann wird der Gast von einem gemeinsa‐ keit auf der Langstrecke Bahnen zu zie‐ Baubeginn men Vorplatz aus entscheiden können, hen. Das neue Lehrschwimmbecken und Bevor mit dem Ausheben der Baugrube ob er das Freibad oder das Hallenbad be‐ das Sprungbecken tragen zum Gelingen für den besonders energieeffizienten suchen möchte. Die Gastronomie wird der Schwimmausbildung und zur Sen‐ Neubau begonnen werden kann, musste aus dem Hallenbad heraus die Freibad- kung der Nichtschwimmer-Quote maß‐ die Baufeldräumung erfolgen. Seit No‐ Gäste nach außen und nach innen das geblich bei. vember 2021 gibt es erste Tiefbauarbei‐ Foyer und die Badehalle des Hallenbades Das neue Kursbecken mit integriertem ten der Stadt Mannheim und der MVV, da bedienen. Und neben neuen Umkleiden Hubboden ermöglicht eine flexibel ein‐ stellbare Wassertiefe von 0 bis 1,80 m. Dies eignet sich für die verschiedenen Kursangebote, wie Aqua-Jogging und Aqua-Fitness, um den bewegungs- und gesundheitsorientieren Mannheimer Bür‐ gern*innen passende Sportangebote zu ermög‐ lichen. Wie schon das alte wird auch das neue Herzogen‐ riedbad für die Mannhei‐ mer Familien ein Aus‐ flugsziel sein. Im großen Nichtschwimmer-Erleb‐ nisbecken, das einen Grundriss Kombibad Herzogenried Strömungskanal, einen

Whirlpool, Massage- und Sprudelliegen und viele Attraktionen mehr beinhaltet, können sich die großen und kleinen Besu‐ cher*innen wohlfühlen. Speziell für die kleinen Gäste ist der abwechslungsreich gestaltete Kinderplanschbereich mit inte‐ griertem Spray-Park optimal, der aus ver‐ schiedenen Wasserspielen besteht. Für die größeren Kinder hat das Hallenbad mit der 80m-Röhrenrutsche, der Wellen‐ breitwasserrutsche und der Kletterwand im Sprungbecken einiges zu bieten. Langweilig wird es hier mit Sicherheit nicht. Die Highlights im neuen Herzogenried‐ bad Der größte Vorteil des Kombibades ist die Verknüpfung von Hallen- und Freibad. So können alle frei entscheiden, welche Bereiche sie beim Besuch nutzen wollen – je nach Wetter oder geplanter Aktivität. Beim Kombi-Tarif kommen so die Vorzü‐ ge beider Anlagen zum Tragen. Der Wechsel funktioniert ganz einfach über die Drehkreuz-Tür zwischen Hallenbad und Freibad. Das Außenbecken erreicht man über den Ausschwimm-Kanal des Hallenbades. Durch seine Lage erlaubt es einen erhöh‐ ten und weitläufigen Blick über das ge‐ samte Freibadareal. Vor allem an kalten Tagen ist warmes Badewasser und Schwimmen an der frischen Luft kein „entweder oder“ mehr. »


Aus dem Herzogenried

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Neues im Herzogenriedpark

Parkspaziergang mit Wolfgang Adrian Sie kennen den Herzogenriedpark - oder? Hier gibt es Angebote für jede Altersgrup‐ pe und für verschiedenste Bedürfnisse: Spielplätze, Sport -und Spielgeräte für je‐ des Alter, Tiere, Blumen und Pflanzen – und das nicht nur zum Schauen, sondern wer mag, kann auch noch etwas über die Pflanzenpracht lernen. Liegeflächen la‐ den zum Entspannen ein und auch Sport findet statt im Herzogenriedpark – indivi‐ duell und in der Gruppe. Da gibt es z. B. die Jedermann-Sportgruppe (also offen für alle Interessierten), die sich von April bis Oktober immer montags ab 17:00 auf der Sportwiese zum gemeinsamen Trai‐ ning trifft. Es gibt auch Tischtennisplat‐ ten und einige Mannheimer Schulen hal‐ ten hier ihre jährlichen Bundesjugend‐ spiele ab. Manche Besucher*innen zie‐ hen aber auch einfach für sich laufend ihre Bahnen, machen Yoga oder Tai Chi. Auch die Konzertmuschel wird aus ihrem Winterschläfchen geweckt: Schon bald werden wieder Veranstaltungen angebo‐ ten. In Kooperation mit der Popakademie Baden-Württemberg in Mannheim geht die Reihe Sunday Beats zum dritten Mal an den Start. Zum zweiten Mal finden auch aus dem Hause ‚Brandherd Veran‐ staltungen‘ Konzerte mit tollen Bands von Folk über Pop bis Rock statt. Und am 16.7.22 soll das beliebte Stadtteilfest wieder stattfinden. Ein Besuch lohnt sich und wer einmal hier war, kommt immer wieder gerne zurück. Eintrittspreise und Öffnungszeiten finden Sie unter: www.herzogenriedpark.de An einem sonnigen, fast schon frühlings‐ haften Morgen machen wir uns mit dem Leiter des Parks, Herrn Adrian, zu einem Spaziergang im Herzogenriedpark auf. Jetzt, Anfang März, arbeiten die 20 Mitar‐ beiter*innen in allen Bereichen darauf hin, den Park für die Sommersaison und darüber hinaus fit zu machen.

WIR STELLEN VOR: WOLFGANG ADRIAN, GÄRTNERISCHER LEITER DES HERZOGENRIEDPARKS Wolfgang Adrian ist seit 1980 bei der Stadt Mannheim beschäftigt. Seit 1981 kümmert er sich liebevoll um die Parks der Stadt, erst im Luisenpark und nach erfolgreicher Gärtner- Meis‐ terprüfung hat er seit September 1997 die gärtnerische Leitung im Herzogen‐ riedpark inne. Hier arbeitet er an Organisation und Ab‐ lauf des Parkbetriebs. Dazu gehört un‐ ter anderem das Entwerfen der Bepflan‐ zungen und Planung ist eigentlich im‐ mer. Da müssen z. B. mitten im Som‐ mer die Tulpenbeete geplant, die Zwie‐ beln bestellt werden. Und die Stauden‐ bepflanzung wird so konzipiert, dass wir den ganzen Sommer über blühende Stauden bewundern können. Auch Um‐ bau- und Renovierungsmaßnahmen pro‐ Rundgang - wir sehen Kabelberge und ab‐ gesperrte Bereiche und erfahren, dass Stromleitungen im Park verlegt werden müssen, um die Energieversorgung für größere Veranstaltungen, wie z. B. Bau‐ ern- und Mittelaltermarkt zu sichern. Bis‐ her kam der Strom über die Infrastruktur der Multihalle, die jetzt aber während der Renovierung der Halle für den Park nicht mehr zur Verfügung steht. Diese techni‐ sche Modernisierung ist auch eine Inves‐ tition in die Zukunft und stellt sicher, dass Veranstaltungen reibungslos ablau‐ fen können.

Vorbei an einem neuen Insektenhotel zwischen Wollschwein- und Ziegengehe‐ ge laufen wir über den Spielplatz, der auch um diese Zeit bereits von Kindern bespielt wird. Wir kommen zum Spielge‐ rät ‚Wasserspritzpistole‘, das hier schon seit der BUGA 1975 steht und erfahren, dass es noch immer zu den beliebtesten Am Kiosk bei der Konzertmuschel legen Spielgeräten im gesamten Park gehört. wir eine kleine Pause ein und halten einen Jung und Alt lieben es gleichermaßen kurzen Plausch mit Esat Keklik, dem Be‐ und haben hier auch oft gemeinsam Spaß treiber, der uns einen aromatischen hei‐ – ein Ort der Generationenbegegnung ßen Kaffee serviert. Hier gibt es auch also. kleine Snacks und ein freundliches Wort Im Rosarium sind viele der alten Wege in‐ auf den Weg. Weiter geht es auf unserem zwischen barrierefrei, aber noch immer » Eine nahezu hundertprozentige Luft‐ feuchtigkeit ist im Dampfbad (oder auch Nebelbad genannt) zu spüren. Die vor‐ herrschende Luftfeuchtigkeit legt sich vielmehr wie ein Nebel auf die Haut und lädt zur Entspannung ein. Vereinssportler können sich vor dem Schwimmen in einem Aufwärmraum mit Trockenübungen vorbereiten. An die Galerie angeschlossen liegt ein se‐ parater Geburtstagsraum, welcher den kleinen Gästen die Möglichkeit bietet, im neuen Herzogenriedbad ihren Geburtstag zu feiern. Selbstverständlich erfüllt das neue Bad

Kriterien der Barrierefreiheit. Für Menschen mit Sehbeeinträchtigung führt ein taktiles Leitsystem mit entspre‐ chenden Bodenfliesen durchgängig vom Eingangsvorplatz über den Kassenbe‐ reich durch die Umkleiden bis hin zu den Schwimmbecken. Der Einstieg in alle Be‐ cken ist auch für Menschen mit Behinde‐ rung durch einen mobilen SchwimmbadLifter sichergestellt. gekürzter Beitrag von Patrick Mattern, Stadt Mannheim, Sportund Freizeiteinrichtungen / Redaktion. Bilder: Stadt Mannheim

werden alte Holzplankenwege erneuert, damit sich auch hier Besucher*innen mit Rollstuhl und Rollator problemlos bewe‐ gen können. Neben den Wegen warten leere Beete darauf, dass neue Rosenstö‐ cke gesetzt werden, die uns dann im

jektiert und koordiniert W. Adrian vor‐ ausschauend. Die Organisation von Veranstaltungen fällt ebenfalls in sei‐ nen Aufgabenbereich – so gehen der Mittelaltermarkt und der Bauernmarkt auf eine Idee von Herrn Adrian zurück. Dies ist nur ein kleiner Auszug aus den mannigfaltigen Aufgaben, die der Leiter des Herzogenriedparks zu bewältigen hat. Darüber hinaus ist er auch noch Mit‐ glied der Prüfungskommission in der Gärtner*innen-Ausbildung und lebt in‐ teressante Hobbys: Er ist FCK Mitglied und Dauerkarteninhaber, liebt das Mit‐ telalter, klassische Musik und „guten“ Rock der 70er Jahre – gerne auch mal live. Sportlich hält er sich mit Nordic Walking und Wandern fit. Wolfgang Adrian lebt mit seiner Familie in einem kleinen Dörfchen in der Pfalz. Lieblingsplatz im Herzogenriedpark: Rosarium und Bauerngarten Sommer mit ihren Blüten erfreuen wer‐ den. Die Auswahl der Rosen ist gar nicht so einfach, da Herr Adrian darauf achten muss, möglichst robuste Sorten zu wäh‐ len, denn Pflanzenschutzmittel kommen hier nicht zum Einsatz (und das ist auch »

Prima Zwischennutzung: In gemeinsamer Zusammenarbeit des Quartiermanagements, der Interessengemeinschaft Herzogenried und des Ateliers Kunst und Natur entsteht hier in Kürze ein Zentrum für Handwerk, Kunst, Kultur und viel Platz für Kreativität!

Seid gespannt und verfolgt unsere Pläne und Fortschritte auch auf unter „Atelier Kunst und Natur“

Atelier – Kunst – und – Natur


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» gut so). Anschließend an das Rosarium, wie hier im Park – gern genutzt werden. parallel zum Rand der großen Liegewie‐ se, steht das aktuell größte Projekt des Über die große Liegewiese erreichen wir Parks kurz vor seiner Vollendung: der Mo‐ den Bauerngarten. Vieles dort ist noch im torikparcours. Vier Männer arbeiten dort Winterschlaf, die Knoblauchpflanzen al‐ und wir bewundern die zahlreichen Trai‐ lerdings treiben schon kräftig aus. ningsgeräte, die bereits stehen: Balance‐ parcours, unterschiedliche Wege zum Training für Rollstuhl- und Rollatorfahre‐ r*innen (z. B. Kopfsteinpflaster, Straßen‐ bahnschienen, unterschiedliche Unter‐ gründe) sowie hohe Stehlen, an denen man das Klettern üben kann. Auch Geräte zum Krafttraining und drei Tampolins warten auf ihre Aufstellung. Bald wird der Rollrasen kommen und den kleinen Hügel bedecken, der Liegewiese und Motorik‐ parcours optisch voneinander trennen wird. Bis Ende April soll alles fertig sein – wir sind sehr gespannt und freuen uns darauf, erstmals die fertige Trainings‐ strecke zu testen. Freuen können sich auch alle, die im Park die Trainingsgeräte rund um die Aschen‐ bahn nutzen: Diese werden nach und Gärtnerkollegin Heike Sleet, ausgebildet nach ausgetauscht, da für die etwa 20 in Kräuterpädagogik, verantwortet den Jahre alten Geräte z. T. keine Ersatzteile Bauerngarten. Dort sind die Mannhei‐ mehr zu bekommen sind. Die Geräte mer*innen ab April wieder jeden Donners‐ stammen von einem Hersteller aus der tag ab 13 Uhr eingeladen, gemeinsam im Türkei, wo solche Trimmgeräte im öffent‐ Bauerngarten zu gärtnern. Auch hier tref‐ lichen Raum sehr verbreitet sind und – fen sich die Generationen, wie überhaupt

Aus dem Herzogenried / Schwerpunkt Generationen

überall im Park. Die unterschiedlichen Al‐ tersgruppen kommen laut Herrn Adrian gut miteinander aus – schließlich können doch Jung und Alt immer von – und mit‐ einander lernen, betont er und dem kön‐ nen wir nur zustimmen. Manche Familien besuchen den Park jetzt schon in der dritten Ge‐ neration und viele der Besu‐ cher*innen ha‐ ben eine hohe Identifi kation mit dem Parkge‐ lände und ent‐ sprechend rück‐ sichtsvoll und umweltbewusst bewegen sie sich in „ihrem“ Herzogenried‐ park.

und in den Beeten statt im Müllbehälter. Sicher könnten sich manche dieser Besu‐ cher*innen auch zu verantwortungsbe‐ wussten Liebhaber*innen des Parks ent‐ wickeln, aber dennoch wünscht sich Herr Adrian, dass das Gelände auch weiterhin ein geschlossener Park bleibt, den die Be‐ sucher*innen lieben wie ihren eigenen Garten und in den die Stadt verantwor‐ tungsvoll investiert, damit nicht 40 Jahre Arbeit und Engagement „für die Katz“ sind.

Wir verabschieden uns am Ausgang der Wohnbebauung und schauen Herrn Adri‐ an nach, wie er zu seinem Büro zurück‐ geht. Wir konnten spüren, wie sehr er sei‐ ne Arbeit und das Betriebsklima hier mag – es spricht für sich, dass die Fluktuation im Kolleg*innenkreis sehr gering ist. Von den 20 Mitarbeiter*innen des Parks wird etwa die Hälfte in 5-6 Jahren das Renten‐ alter erreichen. Das bietet dann der jun‐ gen Generation die Chance auf einen sehr Dieses rück‐ befriedigenden und grünen Arbeitsplatz. sichtsvolle Verhalten hat Herr Adrian bei manchen Besucher*innen leider ver‐ Danke, lieber Herr Adrian, dass Sie sich misst, als der Park pandemiebedingt frei die Zeit für uns genommen haben! zugänglich war. Es kam immer wieder zu Text: Monika Schleicher Problemen: Tiere wurden belästigt, Beete & Petra Leinberger wurden zertrampelt, die Müllmengen stie‐ Fotos: Stadtpark Mannheim gen und landeten oft direkt auf Wegen gGmbH / Petra Leinberger

Stadtgeschichte zum Anfassen

Die Dauerausstellung „Typisch Mannheim!“ im MARCHIVUM Als „Mannheims Archiv, Haus der Stadt‐ die Zusammensetzung der Bevölkerung geschichte und Erinnerung“ befindet sich Mannheims. Die Erkenntnis, dass Mann‐ das MARCHIVUM nun schon seit vier heim in Folge von zwei Zerstörungen und Jahren im Ochsenpferchbunker in der Ne‐ der Pest in diesem Jahrhundert im Grun‐ ckarstadt-West. Viel wird getan, um die‐ de schon wieder seinem Ende entgegen‐ ser Selbstbeschreibung gerecht zu wer‐ blickte, ist sicher eine der wichtigsten der den. Im November 2021 konnte schließ‐ ganzen Ausstellung. lich auch die Stadtgeschichtliche Aus‐ stellung „Typisch Mannheim!“ an einem Wie ein Phönix jedoch erhob sich die Wochenende feierlich eröffnet werden. Stadt und stand im 18. Jahrhundert ganz Lang wurde geplant, gebaut und justiert, unter dem Stern der Kurfürsten. Vom um die Lücke einer dezidiert stadtge‐ Wiederaufbau über die Zeit als Residenz‐ schichtlichen Ausstellung in Mannheims stadt bis hin zur Zeit als wichtige KulturMuseums- und Kulturlandschaft zu und Wissenschaftsstadt wurde Mann‐ schließen. Unter dem Motto „Stadtge‐ heim von drei Kurfürsten geprägt. Wer schichte multimedial erleben!“ können von ihnen wichtiger war? Darüber streiten Besucher*innen nun in für Mannheim ein‐ die Kurfürsten in der „Kurfürstengalerie“. zigartiger Weise in die Geschichte der Ein anderes besonderes Highlight ist das Quadratestadt eintauchen. „Laboratorium“, wo mit eigens angefer‐ tigten Objekten aus dem 3D-Drucker Da‐ Die Ausstellung ist analog zu den Jahr‐ tensätze abgerufen werden können, die hunderten der Existenz Mannheims ge‐ Einblick in die verschiedenen Institutio‐ gliedert. So ist der erste Raum mit dem nen des „Goldenen Zeitalters“ Mann‐ detailgetreuen Stadtmodell aus Kunst‐ heims liefern. marmor noch als Vorspann zu verstehen, in dem die wichtigsten Punkte der Stadt‐ Um Innovation und Umbruch, aber auch geschichte in Form einer Projektions‐ das Wahrzeichen Mannheims geht es im show umrissen werden. Hinter der ersten 19. Jahrhundert, wo man nicht nur etwas Wand tauchen die Gäste dann direkt ins lernen, sondern auch eine Fahrt mit dem 17. Jahrhundert ein, das mit sechs Prä‐ Benzmobil unternehmen kann. Schließt sentationen über verschiedene Aspekte man das Spiel erfolgreich ab, bekommt informiert. Zwei Zusatzpräsentationen man originale Filmsequenzen vom aus‐ geben Aufschluss über die ursprüngli‐ gehenden 19. Jahrhundert. chen Läufe von Neckar und Rhein bzw.

Durch einen Zwischengang, der den Ers‐ Touch-Screens oder Objekten, mit denen ten Weltkrieg abdeckt, gelangt man die Besucher*innen interagieren müssen. schließlich ins 20. Jahrhundert bis hin in Durch die verschiedenen Vertiefungsebe‐ die Gegenwart. Die Fotografie begleitet nen an den Stationen können sich alle spätestens seit dieser Zeit die Entwick‐ nach ihren Bedürfnissen durch die Inhalte lungen der Menschen, so dass eine große navigieren. Im MARCHIVUM existiert nun „Collection Wall“ zum Stöbern und Erin‐ im wahrsten Sinne des Wortes eine Aus‐ nern einlädt. Zum krönenden Abschluss stellung zum Anfassen. erzählen verschiedene Mannheimer*in‐ nen noch etwas zu ihren Stadtteilen. Man „Typisch Mannheim!“ ist eine Daueraus‐ stellt sich ganz einfach auf den entspre‐ stellung. Weitere Infos wie Öffnungszei‐ chenden Teppich und bekommt die pas‐ ten, Preise und Führungen sind auf www sende Tonspur mittels Hördusche direkt .marchivum.de zu finden. von oben. Jeder Abschnitt hält seine eigenen tech‐ nischen und inhaltlichen Highlights pa‐ rat. Ob drücken, drehen, schieben oder stellen - jede Station funktioniert mit

Text: Philipp Breitenreicher, MARCHIVUM Foto: MARCHIVUM


Schwerpunkt Generationen

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Was tut sich an der Interkulturellen Waldorfschule in Mannheim?

Friedensmarsch zum Alten Messplatz Am 11.3. folgte die Schule einem bundes‐ weiten Aufruf des Friedensnetzwerkes Waldorf, ein Zeichen für den Frieden zu setzen. Viele Waldorfschulen in Deutsch‐ land haben an der Aktion teilgenommen und zeigen auf diese Weise ihre Verbun‐ denheit mit allen Waldorfschulen in der Welt, ganz besonders aber mit denen in Russland und der Ukraine. Etwa 300 Schüler*innen, Lehrer*innen und Eltern unserer Schule sowie der Frei‐ en Fachschule für Sozialpädagogik betei‐ ligten sich an dem Zug vom Neuen Mess‐ platz durch die Waldhofstraße bis zum Alten Messplatz, um ein Zeichen für den Frieden zu setzen. In einer kleinen Frie‐

denskundgebung wurden dort Friedens‐ lieder gesungen und in unterschiedlichen Sprachen Friedensbotschaften verlesen. Ein Höhepunkt war eine Schweigeminute, die von allen vorbildlich eingehalten wur‐ de. Danke an die Polizei Mannheim für den Schutz, danke an die Stadt Mann‐ heim für die Genehmigung. Frühlingsbasar und Kinderflohmarkt Dieses Jahr fand unser Frühlingsbasar und Kinderflohmarkt am 9. April statt. Die Besucher*innen ließen sich begeistern von den wunderschönen Frühlingsideen und Osterpräsenten und machten das einen schönen Tag bei Bastelangeboten, eine oder andere Schnäppchen beim Kin‐ Kerzenziehen, Dosenwerfen und weiteren derflohmarkt. Kinder und Eltern erlebten Attraktionen.

Text: Eckhard Andermann Foto: Interkulturelle Waldorfschule

Generationen im Herzogenried

Ergebnisse der Stadtteilbefragung HELGE 363 von 2.000 zufällig ausgewählten Her‐ zogenriedler*innen nahmen im Jahr 2020 an der Stadtteilbefragung HELGE (Herzo‐ genrieder Erhebung zu Lebensqualität und Gesundheit im Erwachsenenalter) teil. Volljährige Bewohner*innen aller Al‐ tersgruppen konnten bei der Befragung mitmachen, sodass die Meinungen ver‐ schiedener Generationen in unsere Er‐ gebnisse einfließen. Wie wir bereits im Artikel vom November 2020 berichtet ha‐ ben, zeigte sich dabei, dass es den aller‐ meisten der befragten Personen in ihrem Stadtteil Herzogenried gefällt: 20,7% ge‐ fällt es sehr gut, 57,2% gut, 21,0% mittel‐ mäßig und 1,1% nicht gut. Niemand gab an, dass es ihm oder ihr gar nicht gut ge‐ fällt. Im Sinne dieser herzog*in-Ausgabe möchten wir nun noch einmal besonders einen Blick darauf werfen, als wie attrak‐ tiv das Herzogenried als Wohnort für ver‐ schiedene Altersgruppen wahrgenom‐ men wird. Zur Attraktivität eines Stadtteils tragen diverse Faktoren bei, von denen alle Ge‐ nerationen profitieren können. Neben den bereits in der letzten Stadtteilzeitung vor‐ gestellten Themen, wie Sauberkeit, Lärm und Luftqualität im Stadtteil, spielt hier zum Beispiel auch das Vorhandensein von Treffpunkten und Begegnungsmög‐ lichkeiten eine Rolle. In der Umfrage zeig‐ te sich: ein Großteil der befragten Bewoh‐ ner*innen stimmten der Aussage voll und ganz (18,5%) oder eher zu (51,7%), dass das Herzogenried ausreichend Treff‐ punkte und Begegnungsmöglichkeiten biete. Vergleicht man hier das Anwortver‐ halten verschiedener Altersgruppen, fin‐ det man keine Unterschiede. Ebenfalls für alle Generationen von Be‐ deutung ist das Freizeitangebot im Her‐ zogenried. Dazu zählen etwa Sport- und Bewegungsmöglichkeiten. Die Befragten sind damit über alle Altersgruppen hin‐

weg recht zufrieden: fast drei Viertel stimmten voll und ganz (17,5%) oder eher zu (55,7%), dass das Herzogenried ein vielfältiges Sport- und Bewegungsange‐ bot habe. Auch hier sahen die verschie‐ denen Altersgruppen das ähnlich.

Die Umfrageteilnehmer*innen wurden auch direkt nach der Attraktivität des Herzogenrieds für verschiedene Alters‐ gruppen gefragt. Der Bewertung, dass das Herzogenried ein guter Ort sei, um dort im Alter zu leben, stimmte eine gro‐ ße Mehrheit aller Befragten voll und ganz (21,9%) oder eher zu (59,4%). Vergleicht man die Antworten zwischen verschiede‐ nen Altersgruppen, zeigt sich erfreuli‐ cherweise, dass vor allem die Teilnehme‐ r*innen ab 65 Jahren der Aussage beson‐ ders häufig zustimmten. Ebenfalls positiv bewertet wurde das Herzogenried in Bezug auf seine Attrakti‐ vität für Familien. Der Aussage „Herzo‐ genried ist für Familien mit Kindern sehr attraktiv“ stimmte ein Großteil der Be‐ fragten voll und ganz (27,2%) oder eher zu (54,1%). Etwas anders sieht es mit der Attraktivi‐ tät des Stadtteils für Jugendliche aus – etwas weniger als die Hälfte der Teilneh‐ menden stimmte voll und ganz (13,1%)

oder eher zu (35,0%), dass das Herzogen‐ ried Jugendlichen viel zu bieten habe. Be‐ trachtet man hier das Antwortverhalten hinsichtlich verschiedener Altersgruppen fällt auf, dass vor allem die 30 bis 44-Jäh‐ rigen der Aussage eher nicht oder gar nicht zustimmten. Im Herzogenried lässt es sich also gut le‐ ben – egal, ob jung oder alt. Insgesamt fällt aber auf, dass die Herzogenriedle‐ r*innen die Attraktivität des Stadtteils für Jugendliche im Vergleich zur Attraktivität für Familien oder ältere Menschen als nicht so hoch einstuften. Hinzu kommt, dass die Jugendlichen selbst noch gar nicht befragt wurden. Damit die Meinun‐ gen und Anliegen der Jugendlichen im Herzogenried nicht untergehen, könnte man versuchen, direkt mit ihnen ins Ge‐ spräch zu kommen. Eine Gelegenheit da‐ für wären zum Beispiel zukünftige Stadt‐ teilgespräche oder –konferenzen. Die Einrichtung eines Bürger*innencafés könnte darüber hinaus als generations‐ übergreifender Treffpunkt Gespräche zwischen verschiedenen Altersgruppen anregen und so dazu beitragen, die Zu‐ friedenheit aller Stadtteilbewohner*innen zu erhöhen.

Lassen Sie uns alle gemeinsam zukünftig den Stadtteil so attraktiv gestalten, dass wirklich alle Generationen gut und gerne im Herzogenried leben können! Elena Buck, Ysaline Nyoungui, Hannah Röhrbein und Kristina Hoffmann; CPD-BW Generationen-Icons: Die Infografiken wurden unter Verwendung von Ressourcen von Flaticon.com erstellt. Bislang kennen Sie uns als Mannheimer Institut für Public Health (MIPH), seit Ende 2021 gehören wir zum neu gegründeten Zen‐ trum für Präventivmedizin und Digitale Gesundheit Baden-Würt‐ temberg (CPD-BW). An unseren Projekten im Herzogenried än‐ dert sich dadurch aber nichts!


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Schwerpunkt Generationen

Chancen der Generationsvielfalt: Konfliktab Sind wir als Generationen wirklich so weit voneinander entfernt, wie manch‐ mal behauptet wird oder wie wir es viel‐ leicht auch bisweilen empfinden? In der Sendung ‚Agenda, Jung sein in schwieriger Zeit‘ im Deutschlandfunk am 16.3.22 beschrieben Gymnasiast*innen aus Bonn ihre Gemütslage als gestresst, chaotisch, besorgt, frustriert, pessimis‐ tisch. Grund waren Corona, der Klima‐ wandel und jetzt auch noch Krieg in der Ukraine. Was kann ich tun – oft hat man das Gefühl, nichts wirklich tun zu können und erlebt das Gefühl von schwindender Selbstwirksamkeit. Die Jugendlichen erzählen aber auch von Hilfsbereitschaft, von in den Aktionsmo‐ dus treten, von sich mit anderen zusam‐ mentun, etwas bewirken, bewegen. Sich informieren, das Geschehen reflektieren, nach Lösungen suchen, sich auseinan‐ dersetzen. Diese Grundstimmungen ähneln denen ihrer Eltern und Großeltern durchaus. Auch sie arbeiten z. B. in der aktuellen Ukraine Krise gegen fehlende Selbstwirk‐ samkeit mit Hilfsaktionen aller Art an. Die Ukraine Spendenaktion im Herzogen‐ ried ist ein gutes Beispiel dafür. Insofern: Was, wenn wir Älteren uns öfter mal daran erinnern, wie es war, wie wir fühlten, als wir „die Jugend“ waren und wenn „die Jugend“ die Älteren einfach mal fragte, wie es uns geht und wie es sich anfühlt, nicht mehr „die Jugend“ zu sein? Oder wie wir mit unserer Lebenser‐

fahrung (aber ohne moralischen Zeigefin‐ ständnis füreinander. ger) auf eine Situation blicken? Bei den O-Tönen, die wir Junge Menschen schauen offen, vom Le‐ im Quartier in den letzten ben eher noch ungetrübt auf Dinge, sind Wochen „eingefangen“ neugierig, probieren Neues aus, was uns haben, fiel uns auf, dass undenkbar erscheint, kreiieren Lebens‐ nicht wenige Menschen konzepte, die Ältere vielleicht zunächst von jung bis älter- ein gewis‐ als unsinnig empfinden, die sich aber im ses Nebeneinanderher der Ge‐ Prozess oft als gar nicht so widersinnig nerationen bedauern. Und wer herausstellen. Da können wir Älteren uns nebeneinanderher lebt, verliert durchaus an die 68er Generation mit all den Kontakt und das Ver‐ ihren neuen Lebensstilen erinnern, die ständnis füreinander. heute in der Regel als allgemein üblich Miteinander statt gegeneinan‐ betrachtet werden. der ist jedoch sicher die sinn‐ Wie sollte sich etwas bewegen ohne Neu‐ vollere Herangehensweise im Zu‐ es auszuprobieren? Andererseits haben sammenleben der Generationen. ältere Menschen kostbare Erfahrungen Das Herzogenried ist dabei auf gar kei‐ und manchmal sogar ein bisschen Weis‐ nem schlechten Weg. Und ein Bürger‐ heit parat, was auch hilfreich sein kann café, wenn wir es denn hätten, könnte bei Betrachtungen und Entscheidungen. helfen, gegenseitiges Verständnis wei‐ Allerdings zeigen sich – ähnlich wie 1968 ter zu befördern. - in den letzten Jahren oft grundsätzliche Unterschiede in der Betrachtung von ge‐ sellschaftlichen und politischen Situatio‐ nen: der Brexit, Impfen in der Coronakri‐ se, jetzt der Krieg in der Ukraine, die Hal‐ tung zu mentaler Gesundheit usw. Es gibt viele Berichte, die von Spaltungen in Fa‐ milien berichten, von unvereinbaren Hal‐ tungen zwischen Jung und Alt. Da können wir froh sein, dass unsere Um‐ fragen im Herzogenried mehrheitlich von einem guten Zusammenleben der Gene‐ Text und O-Töne: rationen sprechen. Und selbst wenn Kon‐ Monika Schleicher flikte benannt werden, wünschen sich die & Petra Leinberger Menschen aller Altersgruppen mehr Ver‐ Foto: Petra Leinberger

Manchmal gibt es auch ältere Leute, die ständig rumschreien, dass die Kinder zu laut sind, die sich daran stören, dass Kinder Kinder sind. Jessica, 39 Jahre

Für Kinder ist es hier sehr gut, es gibt viele Spielplätze… Ich bin freundlich zu den Menschen, also sind sie meist auch freundlich zu mir Keshia, 24 Jahre

Unser Wohngebiet Herzogenried ist nicht nur multikulturell geprägt, sondern auch vom gemeinsamen Wohnen mehrerer Ge‐ nerationen, von Mitmenschen mit all ihren Freuden, Nöten und Sorgen. Ein weiteres Problem für das Zusammenle‐ ben also? Das muss nicht sein! Schauen wir uns doch einmal die positiven Mög‐ lichkeiten an, die aus einem Miteinander entstehen können.

nikation ins Spiel: Kann man Probleme Aber wie kommt man miteinander ins Ge‐ mit anderen besprechen, die diese viel‐ spräch? Manchen fällt das leichter und leicht schon gelöst haben, Möglichkeiten sie sprechen einfach ihre Mitbewohne‐ ausloten, die weiterhelfen könnten, oder r*innen und Nachbar*innen an. Anderen auch Freuden und Leiden miteinander tei‐ hilft die Nutzung der im Herzogenried len, so erscheint meist schon das erste ausgeprägt vorhandenen Infrastruktur Licht am Ende des Tunnels. Und wenn wie Kitas, Spielplätze, Schulen, Vereine man erst einmal miteinander im Ge‐ oder Institutionen. Wussten Sie, dass es spräch ist und gemeinsam nach Möglich‐ im Herzogenried Angebote gibt, keiten zur Verwirklichung sucht, fällt al‐ • gemeinsam zu kochen, les nicht nur leichter, sondern man • unterschiedliche Arten von Sport zu Ob klein, jung oder alt, jede Lebensphase kommt auch schneller vorwärts, ins be‐ treiben, - jede Generation - hat ihre schönen oder sonders, wenn man sich gegenseitig hilft. • zu basteln, weniger schönen Seiten, ihre Stärken Generationenübergreifende, offene Ge‐ • zu nähen, oder Schwächen. Aus ihnen erwachsen in spräche nutzen das Wissen, die Fähigkei‐ • zu gestalten, Abhängigkeit vom gesellschaftlichen und ten und die Möglichkeiten der verschie‐ • zu gärtnern, gesundheitlichen Hintergrund sehr unter‐ denen Altersstufen bei der Lösungsfin‐ • zu singen, schiedliche Interessen, Wünsche und Be‐ dung und Umsetzung gewonnener Ideen. • zum Lesen und Vorlesen, dürfnisse. Und schon kommt die Kommu‐ Reden hilft! • zur Hausaufgabenhilfe

• Es gibt Unterstützung bei: • Besorgungen oder • beim Einkaufen, • es gibt die Allesretter, • zur Mithilfe bei Veranstaltungen, • beim Erlernen von Sprachen (auch der deutschen), • beim Ausfüllen von Formularen, • bei Behördengängen, und so weiter.


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bbau, Integration, Solidarität, Gemeinschaft Ich wohne seit 20 Jahren im Herzogenried. Wir schauen nach den Kindern, wenn sie alleine draußen sind, wir schauen auch nach den Älteren, das klappt sehr gut. Ruth, 61 Jahre

Es sollte auch Angebote wie Sozialberatung geben, Angebote für Alleinerziehende, mal ein paar Stunden Kinderbetreuung, damit die mal durchschnaufen können Anja, 40 Jahre

Grundsätzlich finde ich die Nachbarschaft gut. Wie noch verbessern? Aktivitäten organisieren, Leute ansprechen, mit Kindern puzzeln, nicht nur Älteren helfen, sondern auch mal junge Familien entlasten. Emel, 42 Jahre

Ein Bürgercafe wäre schön, wenn da auch Sachen für Jugendliche wären. Wäre gut, um Leute kennenzulernen. Ich würde mich da auch beteiligen, Gymnastik für Ältere anbieten oder Tanz für Jung und Alt. Emilia, 14 Jahre

Da ist kein Miteinander der Generationen, es sind alle so für sich Was hilft? Mehr Angebote, die die Menschen zusammenbringen Jacqueline, 27 Jahre

Nicht nur die Älteren in den Seniorentreff und die Jungen ins Jugendhaus, sondern etwas, was das Miteinander mehr fördert. Damit die Älteren auch mal warm werden mit der Generation von heute. Tim, 28 und Jaqueline

Neugierig geworden? gercafé, wie es schon seit Jahren über Fragen Sie doch mal bei unserem alle Generationen hinweg immer wieder Quartiermanagement nach. Es koordi‐ angesprochen und gewünscht wird. In niert all diese Möglichkeiten zur Kommu‐ solch einem Treffpunkt, in dem man für Sogar Vorschläge für eine Aktion mit nikation und ist gerne behilflich bei der kleines Geld, Kaffee oder Tee trinken „Leihomas und Leihopas“ wurden schon Lösungssuche für und gemeinsame Inter‐ kann, kommt man leicht mit anderen ins gemacht. Und das ist längst noch nicht essen und Bedürfnisse. Gespräch. Solch ein Treffpunkt mit Kü‐ alles. Neben dem Quartiermanagement fördert che, Gemeinschaftsraum und Sanitärein‐ Wir können uns das Leben hier im Viertel auch anderes die Kommunikation unter‐ richtungen könnte gleichzeitig eine feste wie einen Baum vorstellen. Ein Baum, der einander. Da gibt es die Stadtteilzeitung Heimat für viele der oben genannten An‐ aus den Wurzeln der Lebenserfahrung „herzog*in“, die Sie gerade in der Hand gebote sein. Da könnte die Kochgruppe vieler Generationen seine Kraft zieht und halten. Da gibt es Aushänge in den Conci‐ kochen, die Turngruppe turnen, es könn‐ wenn er von der Sonne beschienen wird erge-Büros, schwarze Bretter in Vereinen ten zu fixen Zeiten Hausaufgaben betreut auch reichlich Früchte trägt. Die Nahrung und teilweise in Supermärkten. Gerade und Formulare ausgefüllt werden. Spra‐ entspricht in diesem Bild dem gemeinsa‐ auch die „Interessensgemeinschaft Her‐ chen könnten gemeinsam gelernt, Behör‐ men Handeln und den einvernehmlichen zogenried Förderverein e.V.“ hat sich die‐ dengänge vorbereitet werden und dane‐ Problemlösungen, die Sonne steht für die ses Thema auf die Fahnen geschrieben. ben würde auch gesungen, vorgelesen, Kommunikation zwischen den Men‐ Ein guter Ort, um Kommunikation aufzu‐ getanzt und gelacht. Kaffee, Tee, oder schen. bauen und zu fördern, wäre auch ein Bür‐ Kaltgetränke könnten „geschlürft“, es

könnte mit Nachbarn*innen gequatscht oder gemeinsam „gechillt“ werden. Das Bürgercafé als zentraler Ort für alle und als Einstiegspunkt in all die Angebote, die wir heute schon verstreut im Herzogen‐ ried haben, die aber viele der Bewoh‐ ner*innen nicht kennen. Kommunikation untereinander ist tat‐ sächlich der wichtigste Schlüssel, um „Gemeinschaft“ mit ihren Facetten - Kon‐ fliktabbau, Integration, Solidarität und ge‐ meinsames Erleben – zu leben und zu er‐ leben. Gehen wir`s an! Bauen wir am Vor‐ handenen mit und machen wir es uns al‐ len mit unseren persönlichen Stärken noch schöner! Text und Bild: Michael Baier


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Generationenübergreifend kochen und essen

Küchenplauderei Haben Sie schon einmal gemeinsam mit Über Kindheit, Jugend, Erwachsensein So wurde gleichzeitig eine große Verant‐ Ihrer Mutter oder Oma gekocht? Oder mit und im Alter bleiben uns diese mit sehr wortung ganz nebenbei eingegangen. Ihrem Vater oder Opa? Wenn „ja“, dann viel Liebe zum Kochen und Genießen her‐ Viele Eindrücke haben sich in unser Ge‐ wissen Sie schon, wovon die Rede ist. Ich gestellten Lieblingsrezepte erhalten. dächtnis und unsere Gefühlswelt einge‐ selbst hatte auch das Glück, mit Mama Oder haben Sie schon einmal erlebt, dass prägt. Wir können uns nach Jahrzehnten und Oma kochen zu dürfen. Sie haben mir ein Lieblingsrezept ihrer Kindheit später noch ganz genau erinnern, wie es „bei dabei nicht nur so nebenbei die Grund‐ nicht mehr schmeckt? Es macht doch je‐ Muttern“ geschmeckt und gerochen hat. techniken der Küche und viele Basisre‐ des Mal Freude, wenn wir diese Speisen Auch wie unsere Lieblingsgerichte ausge‐ zepte beigebracht, sondern auch all die wieder essen dürfen. Warum also nicht sehen haben - und immer noch auszuse‐ kleinen Tricks und Helferlein, die das Ko‐ auch mit den eigenen Kindern, Enkeln, hen haben - wissen wir ganz genau. chen erleichtern. Die Gerüche und Ge‐ Nichten, Neffen und - mit ganz viel Glück Leider sind wir in der heutigen Zeit durch schmäcker von damals spüre ich heute - auch mit den Urenkeln gemeinsam mal die gleichzeitige Berufstätigkeit, alleinige noch in der Nase und auf der Zunge, kochen. Kindererziehung und Haushaltsführung wenn ich nur daran denke. Und aus dem oftmals gezwungen, das Kochen und ge‐ gemeinsamen Kosten und Genießen sind Lieblingsgerichte begleiten uns unser meinsame Essen mit unseren Lieben zeit‐ dann die Wünsche entstanden, das im‐ ganzes Leben lich stark einzuschränken. Die Konse‐ mer wieder zu essen und später, denn ir‐ Unsere Mütter, Väter, Omas, Opas, On‐ quenz ist, dass der Aspekt „Genießen“ gendwann sind Mama und Oma ja nicht keln, Tanten - zugegebenermaßen meis‐ durch „Nahrungsaufnahme“ überlagert mehr da, auch selbst zu kochen. Diese tens unsere Mütter und Omas - haben un‐ oder verdrängt und allzu oft auf Fertig‐ Gerichte nennt man ja wohl Lieblingsge‐ seren Geschmack geprägt. Ob wir Süßes, produkte zurückgegriffen wird. „Frische“ richte. Später gesellen sich dazu dann Salziges, Saures oder eine bestimmte Gerichte können durchaus auch in kürze‐ noch weitere Speisen, die man so im Lau‐ Kombination davon mögen, die Grundla‐ ren Zeiten hergestellt werden. Da gibt es fe des Lebens von Freunden, Bekannten, gen dazu wurden damals gelegt. Mit Lie‐ ganze Kochbücher darüber. Vielleicht Verwandten, Nachbarn und anderen Men‐ be, Verantwortung und Fürsorge wurden sollten wir in einer der nächsten Ausga‐ schen kennen lernt. immer wieder Speisen, die den Lieben ben der herzog*in mal eines zu diesem schmecken könnten, erdacht, ausge‐ Thema verlosen. Aber im Alter haben wir Unsere Lieblingsspeisen stammen ganz wählt, vorbereitet und gekocht. Dadurch dann wieder mehr Zeit. Da können Opas oft aus unserer Kindheit und Jugend. entstand diese Prägung. Und auch die und Omas durchaus wieder mit ihren En‐ Und die wurden ja auch von lieben Men‐ Basis für eventuelle spätere Erkrankun‐ keln kochen und so die berufstätigen Ma‐ schen mit viel Liebe für uns gekocht. gen oder Allergien wurde dadurch gelegt.

mas und Papas entlasten. Dann sitzen plötzlich gleich drei bis vier Generationen am Tisch und genießen, was ihnen die „Alten“ oder die „Jungen“ so alles aufti‐ schen. Und weil dabei niemals nur stumm in sich hinein geschaufelt wird, wächst auch über das gemeinsame Reden, Er‐ zählen und Lachen das Familienbewusst‐ sein, die Ausprägung von Gemeinsamkei‐ ten, das Erkennen der Sorgen der Ande‐ ren, die Möglichkeit einander zu helfen, oder - moderner ausgedrückt - die Solida‐ rität. Generationenübergreifendes Kochen und gemeinsames Essen? In der Familie funktioniert also das gene‐ rationenübergreifende Kochen mit all sei‐ nen Vorteilen meist problemlos. Aber geht das auch außerhalb des Familien‐ kreises? Kann man auch, ausgehend von der Keimzelle Familie, weitere Kreise zie‐ hen? Wie steht das mit Freund*innen, Be‐ kannten, Nachbarn oder Kolleg*innen? Für Freund*innen und Kolleg*innen ha‐ ben wir da ja schon Erfahrung. Die beko‐ chen oder begrillen wir ja durchaus an ge‐ meinsamen Festivitäten. Sicherlich sind die gar nicht abgeneigt, auch einmal beim

WELTWEIT ERFOLGREICH – IN MANNHEIM ZUHAUSE. Caterpillar Energy Solutions steht mit seinen beiden Marken MWM und Cat für hocheffiziente und umweltfreundliche Lösungen zur dezentralen Energieerzeugung und produziert Gasmotoren, Strom-Kraftwerke sowie KraftWärme-Kopplungs-Anlagen. Der Firmensitz in Mannheim-Neckarstadt geht auf die Gründung des Autopioniers Carl Benz zurück, der 1871 mit den „Mechanischen Werkstätten Mannheim“ den Grundstein dafür legte. Heute hat Caterpillar Energy Solutions eine führende Marktposition, wobei die Produkte das Ergebnis von mehr als 150 Jahren Erfahrung in der Entwicklung und Optimierung von Gasmotoren und Stromaggregaten für Erdgas, Biogas und weitere Sondergase sind.

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Schwerpunkt Generationen

Bratkartoffeln

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für 4 Personen. Kurpfalz

Zutaten:

Kochen zu helfen. Das erhöht den ge‐ meinsamen Genuss und die Stimmung anschließend beim Feiern garantiert. Ein‐ fach mal fragen. Ein geeignetes Lieb‐ lingsgericht ganz vieler Menschen bei solchen Feiern ist oft „Wurstsalat mit Bratkartoffeln“. Zur Sicherheit finden Sie diese Rezepte zum Ausschneiden in der Anlage. Bei flüchtigeren Bekannten oder bei Nachbar*innen wird es meist schwie‐ riger. Da sollte man einfach - und das ist gar nicht sooo einfach - einmal den „inne‐ ren Schweinehund“ überwinden und den ersten Schritt wagen: Irgendwo eine pas‐ sende Gelegenheit zum Ansprechen fin‐ den und nutzen. Reden hilft immer! Oft werden von Nachbar*innen, von örtlichen Vereinen oder dem Quartiermanagement auch „Nachbarschaftsfeste“ organisiert und durchgeführt. Hingehen! Und wenn man einen selbstgebackenen Kuchen, ei‐ nen selbstgemachten Salat, oder etwas anderes Selbstgemachtes mitbringt, sind Gespräche schon vorprogrammiert.

geprägt haben, wie in einer großen Fami‐ lie generationenübergreifend gemeinsam gekocht, besprochen und genossen. Wie zum Beispiel auch das „Kafta-Batata“-Re‐ zept in der Anlage. Natürlich lernt man sich dabei besser kennen und verstehen. Besonders, weil auch hier viel gelacht wird. Kommen Sie einfach einmal vorbei und machen Sie mit. Nein: genießen Sie mit! Um beide Einrichtungen werden wir von anderen Stadtteilen sogar beneidet. Übrigens: Die Gewinnerin unserer Koch‐ buchverlosung ist dieses Mal Hasnaa. Sie hat uns das Rezept ihres tollen ma‐ rokkanischen Gebäcks „Rokhamia mit Erdnüssen“ zur Verfügung gestellt und in der Kochgruppe zubereitet. Das passt wunderbar zu Mokka, Espresso oder Kaf‐ fee, zur Kaffeetafel oder zum Nachtisch. Es ist so lecker, dass wir es allen Kochund Backfreund*innen im Herzogenried nur wärmstens ans Herz legen können. Deshalb ist es ebenfalls in der Anlage für Sie abgedruckt.

Generationenübergreifendes Kochen und Auch dieses Mal verlosen wir wieder ein gemeinsames Essen gibt es schon im Kochbuch unter allen Einsender*innen Herzogenried! In ganz vielen Familien von Lieblingsrezepten, die wir dann in der wird noch gemeinsam gekocht und ge‐ herzog*in veröffentlichen wollen. Schi‐ gessen. Außerdem: Wir haben auch das cken Sie ein Foto (gerne auch zwei oder Atelier für Kunst und Natur, wo Jung und drei) Ihres Lieblingsrezepts und natürlich Alt regelmäßig zusammenkommen, um das Rezept selbst an die E-Mail-Adresse: zu basteln, zu nähen, miteinander zu re‐ herzog-redaktion@gmx.de oder werfen den und zu scherzen. Natürlich gehört da Sie es einfach in einem Briefumschlag auch ein gemeinsames Gläschen oder mit der Aufschrift „Küchenplauderei-Ver‐ Tässchen eines Lieblingsgetränks dazu. losung“ in den Briefkasten des Quartier‐ Und gelegentlich gibt es dann auch ein managements „Am Brunnengarten 8“. Festchen für die Nachbarschaft, wo dann Teilen Sie uns bitte ebenfalls mit, ob wir die selbst hergestellten Produkte - zu Os‐ Ihren Namen, Ihren Vornamen, oder Ihr tern oder Weihnachten etwa - verkauft Pseudonym in der nächsten herzog*in als werden, um mit dem Erlös neue Materiali‐ glücklichen Gewinner*in nennen dürfen. en einzukaufen zu können. Wir haben au‐ Der Einsendeschluss ist der 31.05.2022. ßerdem eine Kochgruppe. In dieser Koch‐ gruppe werden Gerichte, die uns selbst Text und Fotos: Michael Baier

Sozialpädagogische Projekte zwischen Klein und Groß

Schulbetreuung beim Freireligiösen Wohlfahrtsverband Baden e.V.

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1200 g Kartoffeln, festkochend 100 g Dörrfleisch 1 große Zwiebel 1 TL Kümmel, ganz 1 EL Salz 2 EL Schmalz oder Rapsöl

Zubereitung: • Die Kartoffeln waschen und in einen Topf geben. Kümmel und Salz zufügen und mit Wasser knapp bedecken. Das ganze aufkochen lassen und bei reduzierter Hitze etwa 30 bis 35 Minuten gar köcheln. Mit einem spitzen Messer eine Garprobe Machen: Die Messerspitze muss leicht eindringen und nicht mehr an der Kartoffel haften. • Die Kartoffeln abgiessen und schälen. Danach abkühlen lassen. • Die abgekühlten Kartoffeln in 2 Zentimeter dicke Scheiben schneiden. • Das Dörrfleisch und die Zwiebel in feine Würfelchen schneiden. • In einer (oder zwei) grossen Pfannen das Schmalz (oder das Öl) gut erhitzen und die Kartoffelscheiben einlegen, so dass sie nicht überlappen oder sich berühren. Nach 3 bis 5 Minuten eine Scheibe anheben. Wenn die Rückseite gold- bis dunkelbraun ist, alle Scheiben umdrehen und die Zwiebel und Dörrfleischwürfel zufügen. Die zweiten Seiten nun ebenfalls bräunen. Dann bei reduzierter Hitze vorsichtig durchmischen und noch etwas nachgaren, bis Dörrfleisch und Zwiebelwürfel gar (kross) sind. • Passt gut zu Wurstsalat. • Oder als Beilage zu Lebergerichten. Z.B.: saure Leber oder Leber mit Röstzwiebeln.

Kafta Batata für 10-12 Personen. Marokko

Zutaten: • • • • • • • • • • • • • •

1500 g Rinderhackfleisch 1000 g Kartoffeln, mehlig kochend 3 mittelgroße Zwiebeln 1 Bund glatte Petersilie 3 EL Kreuzkümmel (Cumin) 3 EL Paprikapulver, mittelscharf ½ TL Zucker 2 EL Salz 1 TL Pfeffer, gemahlen 1500 g Tomatenfruchtfleisch (Dose) 250 g Minitomaten 3 Zehen Knoblauch 5 EL Olivenöl Eventuell auch Öl zu Frittieren

Zubereitung: • Das Tomatenfruchtfleisch in eine Auflaufform geben. Mit einem Esslöffel Salz, dem Zucker und dem Pfeffer abschmecken. Eine Knoblauchzehe sehr fein würfeln und unterrühren. • Die Zwiebeln fein würfeln und mit der gewaschenen, entstielten und in feine Streifen geschnitte‐ nen Petersilie (einige Blättchen zum Garnieren zurückhalten) zum Hackfleisch geben. Die restli‐ chen Knoblauchzehen ebenfalls sehr fein würfeln und dem Hackfleisch zufügen. • Das Hackfleisch mit den zugefügten Zutaten, dem Paprikapulver, dem Kreuzkümmel und einem Esslöffel Salz gut durchkneten bis eine gute Bindung (sämiger Teig) erreicht ist. Dann etwa 5 Zen‐ timeter breite und 2 Zentimeter hohe Fleischbällchen formen. Etwa zwei Drittel der Fleischbällchen in die Tomatensauce geben und etwas eindrücken. • Die Kartoffeln schälen und mit einem Gemüsehobel in ca. ein bis zwei Millimeter dicke Scheiben hobeln. Alternativ kann man die Kartoffeln auch in Zuckerwürfel-große Stücke, oder in ca. 5 Milli‐ meter dicke, in Öl leicht frittierte, Scheiben schneiden. • Die Kartoffeln über dem Auflauf gleichmäßig verteilen und leicht salzen. Darauf dann die restli‐ chen Fleischbällchen und einige abgezupfte Petersilienblätter geben. Die Minitomaten waschen und halbieren. Ebenfalls leicht salzen und auf dem Auflauf verteilen. Das Ganze mit etwas Olivenöl beträufeln. • Im auf 200°C Ober-/Unterhitze (175°C Umluft) vorgeheizten Backofen für 50 bis 60 Minuten garen. • Kafta Batata wird in Marokko gern mit Basmatireis und einem Beilagensalat serviert

Den bunten und lebendigen Stadtteil Her‐ Der Wohlfahrtsverband konnte zuletzt zogenried beleben vier Schulkindbetreu‐ seine Angebote um eine Kindertagesstät‐ ungs-Einrichtungen mit ca. 70 Kindern te erweitern, die im neuen FORUM und 14 Betreuer*innen in Trägerschaft FRANKLIN im Stadtteil Käfertal, gemein‐ des Freireligiösen Wohlfahrtsverbands sam mit einem Pflegeheim und ServiceBaden e.V. Wohnen angesiedelt ist und den Gedan‐


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Schwerpunkt Generationen

„Mannheimer“ Wurstsalat für 4 Personen. Kurpfalz

Zutaten: • • • • • • • • • • • • •

1000 g Fleischwurst 300 g Gewürzgurken (Abtropfgewicht) 1 Gemüsezwiebel 1 große Knoblauchzehe 1 rote oder gelbe Paprika ½ Tasse Gurkenbrühe 3 EL scharfer Senf 2 EL Peperoni-Öl (Peperoni in Pflanzenöl einlegen und 2-6 Wochen am sonnigen Fenster ziehen lassen) 2 EL Pflanzenöl 4 EL Essig ½ TL Majoran, gerebelt 2 TL Fleischextrakt 1 TL schwarzer Pfeffer

Zubereitung: • Die Fleischwurst zunächst in 10 Zentimeter lange Stücke schneiden. Die Stücke halbieren und Hälften längs in feine Scheiben schneiden. Die Scheiben danach in feine Streifen. In eine Schüssel geben. • Die Gewürzgurken abgießen (dabei den Sud auffangen), ebenfalls halbieren, in Längsscheiben und dann diese in Streifen schneiden. Zu den Wurststreifen geben. • Die Zwiebel schälen halbieren (wenn sehr groß: vierteln), in feine Streifen (geht gut mit einem feinen Gemüsehobel) schneiden und ebenfalls in die Schüssel geben. • Die Paprika waschen, vierteln und die weißen Teile mit den Kernen entfernen. Die Paprikaviertel in feine Streifen schneiden und ebenfalls der Schüssel mit den übrigen Zutaten zufügen. • Die Knoblauchzehe schälen und sehr fein hacken. • Eine halbe Tasse der aufgefangenen Gurkenbrühe in einen Shaker geben. Die feingehackte Knoblauchzehe, den scharfen Senf, das Peperoni-Öl, das Pflanzenöl, den Essig, den Majoran, den Pfeffer und das Salz zufügen. Den Shaker schließen und solange schütteln, bis eine sämige Emulsion entstanden ist. • Diese Salatsauce über die Zutaten in der Salatschüssel gießen und alles gut vermengen. Mindestens zwei Stunden abgedeckt ziehen lassen. Dann nochmals durchmengen und je nach Geschmack mit Salz, Pfeffer, Essig, Senf, Fleischextrakt oder Öl final abschmecken. • Passt gut zu Bratkartoffeln oder selbst-gemachten Pommes Frits. • Wenn man 200 Gramm Emmentaler (Scheiben) in feine Streifen schneidet und untermischt, wird daraus „Schweizer Wurstsalat“.

Rokhamia mit Erdnüssen 50 Stück. Marokko

Zutaten: • • • • • • • • •

1000 g Erdnüsse, geschält 400 g weiße Blockschokolade 400 g braune Blockschokolade 500 g Honig Plastikfolie Kleine Spritztüten Spick- oder Stricknadel Nudelholz Papierförmchen

Zubereitung: • Die Erdnüsse in einer großen Pfanne hellbraun anrösten. Anschließend mittelgrob (eventuell mit Mixer) durchhacken. • Die weiße und die braune Blockschokolade in separaten Töpfen schmelzen lassen. • Währenddessen den Honig über die gehackten Erdnüsse geben und zu einer kompakten Masse verkneten. Dabei am besten Küchenhandschuhe tragen. • Zwei kleine Bleche mit Plastikfolie bedecken und auf jedes eine Hälfte der Erdnuss-/Honigmasse geben. Etwas flach drücken und mit Plastikfolie bedecken. Auf einen ebenfalls mit Plastikfolie bespannten Tisch stürzen. Zu etwa 8 bis 10 Millimeter dicken Rechtecken mit einem Nudelholz verdichten. • Auf die eine Platte eine etwa 2 Millimeter dicke Schicht der dunklen und auf die zweite Platte der hellen Blockschoko‐ lade auftragen. Im Kühlschrank erkalten und fest werden lassen. Danach die Platten wenden, erneut auf die Plastikfoli‐ en legen und die zweite Seiten ebenfalls mit der hellen beziehungsweise dunklen Blockschokolade etwa 2 Millimeter dick bestreichen. Wieder im Kühlschrank abkühlen lassen. • Die Reste der Blockschokolade in kleine Spritztüten füllen. Damit parallele helle Streifen auf die dunkel eingestrichene Platte und dunkle Streifen auf die hell eingestrichene Platte im Abstand von 1,5 bis 2 Zentimeter auftragen. Die Plat‐ ten um 90 Grad drehen und mit einer Spicknadel oder Stricknadel quer durch die gerade Linien ziehen, so dass ein Lini‐ enmuster entsteht. • Erneut erkalten lassen und die bemusterten Platten längs in etwa 5 Zentimeter breite Streifen schneiden. Jeden Strei‐ fen mit einem scharfen Messer oben und unten leicht abschrägen. Dann etwa 2 Zentimeter breite Rauten schneiden. • Die einzelnen Rauten in kleine Papiernäpfchen anrichten

ken von generationenübergreifendem der, die den älteren Erwachsenen im Alter Beisammensein lebt. Wir haben Kinder, von sechzig bis vierundneunzig Ge‐ junge Menschen und Ältere in einem Ver‐ schichten vorlasen, hatten sichtlich Spaß band und unter einem Dach. Eigentlich an der Idee der umgekehrten Lesestunde stünden generationsübergreifenden Pro‐ und den anschließenden Gesprächen. Die jekten, wie einem gemeinsamen Ausflug Kinder strahlten vor Stolz, dass sie je‐ mit den Kindern aus der Schulkindbetreu‐ mandem ihre frischerworbenen Lese‐ ung und den Bewohner*innen aus dem künste vortragen konnten und die Er‐ Karl-Weiß-Heim zum naheliegenden Kä‐ wachsenen großes Interesse und Begeis‐ fertaler Wald, in dem sich Klein und Groß terung zeigten. Die Bewohner*innen an den wilden Tieren erfreuen könnten, schienen überglücklich, auch wenn die nichts im Wege - wenn da nicht Corona Tonqualität für manchen Teilnehmenden wäre. nicht vollständig ausreichte. Einig waren sich jedoch alle, dass der Anblick der la‐ Aus diesem Grund haben sich die Kinder chenden und fröhlichen Kinder eine gro‐ der Schulkindbetreuung im Herzogenried ße Freude bereitet. für eine andere Art des Miteinanders – Text: Lisa Ryukina generationenüber- und stadtteilübergrei‐ Foto: Pixabay fend – entschieden und eine Lesestunde in Live-Übertragung mit den BewohnerIn‐ nen aus dem Karl-Weiß-Heim veranstal‐ tet. Die sechs- bis zehnjährigen Schulkin‐

Generationen im Herzogenried

Jung und Alt: Wohnen für Hilfe Bezahlbare Wohnungen sind rar – auch in stellen Studierenden eine Unterkunft zu Mannheim. Das erfahren auch Studentin‐ reduzierter Miete zur Verfügung. Dafür nen und Studenten, wenn sie aus einer erhalten sie im Gegenzug individuell ver‐ anderen Stadt nach Mannheim ziehen einbarte Hilfeleistungen, z. B. Unterstüt‐ wollen und versuchen, ein WG-Zimmer zung in der Hausarbeit, Begleitung zu Be‐ oder eine kleine, für sie bezahlbare Woh‐ hörden, Versorgung von Haustieren, ein‐ nung zu finden. Andererseits wohnen vie‐ kaufen, Hausaufgabenbetreuung, le alte Menschen in einer großen Woh‐ Sprachunterricht und zahlreiche andere nung oder in einem Haus, das sie gar Möglichkeiten. Zurzeit ist allerdings co‐ nicht mehr vollständig nutzen können. ronabedingt die Vermittlung zum Erliegen Und hier bietet das Projekt „Wohnen für gekommen. Hilfe“ eine interessante Möglichkeit. Vor‐ „Wohnen für Hilfe“ ist eine Win-Win-Situa‐ aussetzung für ein gutes Gelingen: Es tion für beide Parteien. Die Studierenden muss für alle Beteiligen „passen“ - das wohnen komfortabel und günstig. Vieler‐ heißt: die Chemie muss stimmen! orts ist die Nachfrage groß, vor allem bei Projekte dieser Art gibt es bereits in 14 ausländischen Studierenden. Das Einle‐ deutschen Städten sowie in vielen ande‐ ben in einem für sie fremden Land kann ren Ländern wie der Schweiz, Österreich, auf diese Weise leichter gelingen. Frankreich, Großbritannien und den USA. Gewinnen können ebenso die Senior*in‐ Allein in Freiburg in Südbaden hat das nen. Sie müssen für leichte Aufgaben im dortige Studentenwerk mehr als 250 Haushalt keine teuren Hilfsdienste be‐ Wohnpartnerschaften zwischen Studie‐ zahlen und vereinsamen nicht so leicht. renden und alleinlebenden Senior*innen Häufig ist das Haus, in dem sie lange Jah‐ zusammengebracht – und die Nachfrage re zusammen mit ihrer Familie gewohnt seitens der Studierenden übersteigt das haben, für einzeln Lebende viel zu groß Angebot bei weitem. und macht zu viel Arbeit, die sie alleine Auch in Mannheim bietet das hiesige Stu‐ nicht mehr bewältigen können. Aber wer dierendenwerk dieses Projekt auf seiner trennt sich schon gerne von einer vertrau‐ Internetseite an www.stw-ma.de/Woh‐ ten Umgebung? Da ist es durchaus at‐ nen/Wohnen+für+Hilfe.html. Dort wird traktiv, jemanden zur Hilfe in der Nähe zu haben. Andere fitte Senior*innen ent‐ scheiden sich auch bewusst für dieses Projekt, da sie die Gesellschaft junger Menschen schätzen. Auf einen Versuch kommt es an. Gegen‐ seitiges Interesse und Toleranz für die je‐ weils andere Generation sind wichtige kostenlose Hilfestellung bei der Vermitt‐ Voraussetzung für ein Gelingen. lung zwischen Vermieter*innen und Stu‐ Und wenn dann beide Seiten zufrieden dierenden geleistet. Seniorinnen und Se‐ sind, ist es eine sehr sinnvolle Möglich‐ nioren, Menschen mit Handycap, aber keit zusammenzuleben und wirkt auch auch Alleinerziehende oder Familien, die gegen den Wohnungsmangel! sich Unterstützung im Alltag wünschen, Text/Grafik: Irmgard Rother


Aus dem Herzogenried

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Sven Beisel

REWE Sven Beisel – bei Jung und Alt beliebt Im August 2021 feierte der REWE-Markt Eröffnung und erfreut sich bei allen Generationen großer Beliebtheit. „Wir möchten den alltäglichen Einkauf für alle Kundinnen und Kunden angenehm und barrierefrei machen“, erklärt Sven Beisel. Ob für Eltern mit Kinderwagen, Menschen im Rollstuhl oder Senioren –

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Schwerpunkt Generationen

Generationen im Herzogenried

Alba Kras – ein Kind des Herzogenried Erzähl uns doch ein bisschen zu deiner von mir‘. Der Leiter vom Jugendhaus, Mi‐ Biografie chael Harbrecht, hat das Projekt „Sing“ Ich heiße Alba Krasniqi, als Musikerin ins Leben gerufen, das waren Wochen‐ auch bekannt als Alba Kras. Von meinen end-Workshops mit professionellen Ge‐ Eltern her habe ich kosovo-albanische sangslehrer*innen, bei denen man Ge‐ Wurzeln, ich selbst bin am 6.3.1994 in sangunterricht bei Absolvent*innen der Ludwigshafen als Älteste von 3 Ge‐ Popakademie gewinnen konnte. Ich hatte schwistern geboren. Ein bisschen war ich das Glück, dass ich das 3 Jahre in Folge dadurch die, die auf alle aufpasst, Verant‐ gewonnen habe, dann wollte ich Platz wortung übernimmt und Vorbild ist. Da machen für andere. Ich bin für die Zeit habe ich mir oft viel Druck gemacht, mitt‐ wirklich sehr dankbar, ich konnte viele Er‐ lerweile aber erkannt, ich darf auch Feh‐ fahrungen sammeln, auch auf Stadtteil‐ ler machen und daraus lernen. festen. So fühlte es sich schon früh für Mit 6 Jahren bin ich mit meiner Familie mich sehr natürlich an, aufzutreten, zu hier ins Herzogenried gezogen, bin auf singen, meine Stimme auf einer Bühne zu die Käthe-Kollwitz-Grundschule gegan‐ präsentieren. gen und habe später auf der IGMH mein Abitur gemacht. Es war sehr schön, dass Und wie lebt es sich heute hier für dich? ich beide Schulen in der Nähe hatte, aber Hier zu wohnen hat wirklich viele Vorteile, trotz maximal 10 Minuten Fußweg war du bist im Grünen und trotzdem schnell in ich fast immer zu spät. der Stadt. Hier war und ist eine familiäre Meinen Bachelor in Sozialer Arbeit habe Stimmung, ich persönlich habe nur gute ich an der FH in LU abgeschlossen und Erfahrungen gesammelt, das Miteinan‐ arbeite jetzt als Sozialarbeiterin wieder in der-Leben klappt eigentlich ganz gut. Mannheim, in der offenen Kinder- und Ju‐ Was mir hier fehlt, sind Orte – außer dem gendarbeit im Erlenhof. Jugendhaus – wo sich Jugendliche gerne aufhalten, mal ein Café mit Livemusik Leben im Herzogenried aus verschiedenen Musikrichtungen. Das wäre etwas wirklich Schönes für unseren Du bist ein „Kind“ des Herzogenried: Wie Stadtteil. hast du das Aufwachsen hier erlebt? Welches waren „deine“ Orte? Generationen – was ist Ich habe mich hier immer wohl und sicher wichtig für das Zusammengefühlt, gut vernetzt im Stadtteil und auf‐ leben genommen in der Gesellschaft. Ich hatte in der Nachbarschaft des Brunnengar‐ Unser Schwerpunktthema für diese Aus‐ tens viele Freund*innen, die in meinem gabe ist das Zusammenleben der Gene‐ Alter waren und wir waren viel draußen. rationen im Quartier. Wie nimmst du das „Die Brunnengartenkinder“ haben wir uns wahr? Wie leben die Generationen im genannt. Herzogenried zusammen? Ein Treffpunkt für uns war der Gummi‐ Wenn ich an Generation denke, ist das platz, ab und zu habe ich mich sogar eine Gruppe von Menschen, relativ im überreden lassen Fußball zu spielen, ob‐ gleichen Alter, die eine ähnliche Prägung wohl ich sonst kein Fußballfan bin. und Auffassung vom Leben erfahren. Na‐ Als Familie waren wir sehr oft im Herzo‐ türlich wird das Zusammenspiel Genera‐ genriedpark und im Herzogenriedbad. Ich tionen zuerst in der Familie erfahren, aber bin sehr dankbar dafür, dass es hier so es findet auch in einer Institution wie dem schön grün ist. Als Kind habe ich es nicht Jugendhaus statt. Zu erfahren, dass Jün‐ so ganz verstanden, wenn meine Eltern gere von Älteren lernen, aber auch umge‐ gesagt haben: ‚Es ist ganz wichtig für kehrt, das finde ich ganz wichtig. Viele Körper und Geist, dass du frische Luft jüngere Menschen machen sich bewusst einatmest und in die Natur gehst‘, aber Gedanken und hinterfragen Strukturen, heute sage ich selbst: Sich mit der Natur nehmen Dinge nicht einfach so hin, weil zu verbinden, ist ein A und O, ohne die Na‐ es schon immer so läuft. Es wäre schön, tur kann man gar nicht so fit und gesund wenn auch immer mehr Menschen aus sein wie man sein könnte‘. Mein Hauptort der älteren Generation offen wären für allerdings war das Jugendhaus Herzo‐ Neues und Unbekanntes. Unbekannt und genried, ein Ort, an dem ich mich wirklich neu ist ja nicht immer schlecht und ohne zuhause gefühlt habe. Dort habe ich viel Veränderungen gibt es irgendwann Still‐ Zeit verbracht und die Menschen, die sich stand. um uns Kinder gekümmert haben, sind Ich finde es aber auch wichtig, dass Jün‐ mir ans Herz gewachsen. Ich war sehr oft gere sich wieder mehr dafür interessie‐ dort, zum Tanzen und auch zum Singen, ren, wie die Älteren früher gelebt haben. auch weil es ein professionelles Tonstu‐ Ich fand es immer toll, von meinen Eltern dio gibt. Das ist ja nun wirklich nicht zu hören, wie sie früher ihre Nahrung ge‐ selbstverständlich, dass es in einem Ju‐ sät und geerntet haben. Eltern und Groß‐ gendhaus ein Tonstudio gibt, wo du eige‐ eltern haben oft so cooles krasses Wis‐ ne Songs aufnehmen kannst und dann sen, zum Beispiel zu Themen wie Nah‐ am Ende sagen kannst: ‘hier ist eine CD rung, Wetter oder auch zu Tieren. Da kön‐

nen wir lernen, dass das Leben nicht nur so mit Mausklick und vor dem Bildschirm stattfindet und die Butter aus dem Super‐ markt kommt. Bei diesem Generationenthema ist es ganz wichtig für mich, erlerntes Wissen weiterzugeben. Und gleichzeitig soll Of‐ fenheit für Neues bestehen, nicht erwar‐ tet werden, dass alles von allen immer gleich gemacht wird. Was mir noch zu Generationen einfällt, ist das Thema Wertschätzung. Wir sind ja überflutet von Möglichkeiten, sich zu en‐ tertainen, jeder hat ein Smartphone, ein Laptop…früher hattest du vielleicht nur eine Sache, ein Spielzeug und das hast du so wertgeschätzt. Du hast es vielleicht überall hin mitgenommen, du hast so dar‐ auf aufgepasst, du hast es vielleicht un‐ ter dein Kissen gelegt. Das sollte die jün‐ gere Generation wieder bewusster wahr‐ nehmen. Oder auch Kommunikation. Früher muss‐ te man irgendwo hingehen, um jemanden zu sehen, aber dann war die Kommunika‐ tion „echt“, du hast den Menschen gese‐ hen, den Gesichtsausdruck, du hast die Stimme gehört. Heute muss oft alles schnell gehen, ohne persönlichen Kon‐ takt. Junge Menschen haben nicht den Vergleich, die sind da so hineingewach‐ sen. Aber wenn man es dann mal wieder macht, einfach mal anrufen oder sich treffen, Zeit füreinander haben, dann ist das eine schöne Erfahrung.

Studium und Arbeit in der Jugend- und Kinderarbeit Wir würden gern einen Sprung machen zu Deinem Studium. Was waren denn Deine Beweggründe, soziale Arbeit zu studieren? Musik ist für mich zentral, aber irgend‐ wann habe ich doch überlegt, was könnte es noch daneben geben. Ich ging damals noch regelmäßig ins Jugendhaus und habe gemerkt, das ist ja auch ein Beruf, Sozialarbeiter*in. Ich habe dann viel mit den Mitarbeitenden im Jugendhaus ge‐ sprochen, durfte auch mal hinter die Ku‐ lissen schauen und am Ende fand ich, et‐ was Soziales im Leben zu machen wäre neben der Musik für mich eine gute Sa‐ che: Weitergeben, was ich gelernt habe und Kindern helfen, ihre Stärken zu finden und zu entwickeln. Bei allen Möglichkeiten, die der Beruf bie‐ tet, ist mein Fokus schon die Jugend- und Kinderarbeit. Kinder sind echt, Du weißt, wo Du dran bist. Da kannst du dich völlig auf die Bedürfnisse der Kinder und Ju‐ gendlichen einlassen und sie dabei unter‐ stützen, Dinge zu realisieren.

Die Bedeutung der Musik Soziale Arbeit ist eines, aber da gibt es

ja noch das Thema Musik in Deinem Le‐ ben. Was machst Du denn da genau und was bedeutet es für Dich? Leben ist Musik und Musik ist das Medi‐ um, bei dem ich mich am meisten gehört, gesehen und verstanden fühle. Ich bin Sängerin, Songschreiberin und auch Tän‐ zerin, aber ich liebe es auch, mit anderen Musiker*innen zusammen etwas zu er‐ schaffen, die Magie dabei zu erleben. In welcher Sprache schreibst Du denn Deine Lieder und in welcher singst Du am liebsten? Ich singe meist auf Englisch, ich finde die Sprache sehr melodisch und natürlich hat sie Bedeutung im internationalen Kon‐ text. Ich bin immer wieder beeindruckt, wenn ich bei Spotify sehe, wie viele Men‐ schen auf der Welt meine Musik anhören. Es war immer mein Wunsch, mich in der Musik auszudrücken und wie alle im Mu‐ sikbetrieb muss ich eine Balance finden zwischen dem, was ich vermitteln will und dem, wie die Branche tickt. Für Spo‐ tify muss man zum Beispiel darauf ach‐ ten, dass die Stücke nicht länger als zwei‐ einhalb Minuten sind, weil das System der Meinung ist, danach schalten die Zu‐ hörer*innen sowieso weg. Längere Texte verringern also die Reichweite. Die braucht man aber, wenn man auch ein wenig von der Musik leben will – ein stän‐ diges Abwägen also. Ich arbeite mit vielen Produzenten aus al‐ ler Welt zusammen, mein fester Gesangs‐ partner und Produzent ist aber seit fast schon 10 Jahren Tony T. Er ist durch R.I.O weltweit bekannt, mit ihm war ich in über 8 Ländern auf Welt‐ tour, z. B. in Gibraltar und Indien. Ich habe durch die Musik viele Länder, Kultu‐ ren und Menschen kennengelernt und bin dafür sehr dankbar. Aktuell ist mein Fokus die Arbeit an mei‐ nem ersten Album. Ich habe etwas zu sa‐ gen und will mir die Zeit nehmen, es gut


Schwerpunkt: Frauen

Der historische Salonwagen –

Feiern wie in den goldenen Zwanzigern! Wir beraten Sie gerne: 0621 465 – 1421 Weitere Informationen: www.rnv-online.de/eventfahrzeuge

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Schwerpunkt Generationen

rauszubringen. Musik ist für mich die schönste Art, viele Menschen anzuspre‐ chen und zum Denken anzuregen.

selbst und für die Mitmenschen essenti‐ Ja, meine Texte handeln oft von Vielfalt Alba hat inzwischen auch ein kleines Un‐ ell, denn man muss zuerst sich selbst und Liebe, aber auch von Gelassenheit, ternehmen gegründet: Belinal Group verstehen, damit man andere verstehen Vertrauen und Offenheit. Feier das Le‐ Germany zu natürlichen Nahrungsergän‐ kann. Und ich möchte immer so leben, ben, hab Vertrauen, sei offen für andere zungsmittel und Kosmetikprodukten mit Lebenswerte dass es sich für mich richtig anfühlt. und anderes. Da wären wir wieder beim Weißtannenextrakt. Lass Deine Geschichte nicht von anderen Thema Generationen. Indirekt haben wir schon einiges zu Dei‐ schreiben, alle sind Autor*in ihres Le‐ Sicher sind wir in jeder Generation von Interessierte finden mehr Information nen Werten im Leben gehört. Möchtest bens. Bleib Dir selbst treu und sei ehrlich unterschiedlichen Einflüssen geprägt, unter: www.belinalgroupgermany.de Du noch explizit etwas dazu sagen, zu dir. Das sehen andere dann und es aber wir sollten immer hinterfragen, war‐ & unter „Alba Kras“ findet ihr alle ihre Alba? kann eine Community entstehen, die sich um tun wir, was wir tun und könnten wir veröffentlichten Songs auf Spotify, You‐ Ich gebe mir immer Mühe, das Glück gegenseitig stützt. es auch anders machen. tube und Co. auch im Alltag zu finden, in den kleinen Wenn wir offen und vertrauensvoll sind Dingen, in mir selbst, damit ich nicht ab‐ Ja, das ist ja so ein Traum, dass es in ei‐ und Plätze zur Begegnung und Kommuni‐ Interview: Petra Leinberger hängig bin von anderen oder äußeren Um‐ ner Community nur um den Menschen kation haben, können wir gut gegenseitig und Monika Schleicher ständen bin. Ich möchte immer gesund geht, nicht mehr um Geschlecht, Status, voneinander lernen: die Jüngeren von Foto: privat und fit bleiben, durch gute Ernährung und Herkunft, welche Hautfarbe und so wei‐ den Älteren und ebenso die Älteren von Sport. Für ein wertschätzendes Miteinan‐ ter. Wir sind verschieden und doch den Jüngeren. der ist Liebe und Verständnis für einen gleich und miteinander verbunden.

Generationen im Herzogenried

13ha Freiheit - Modell für ein Miteinander zweiten Winter in tischgespräche, und sei es mit Maske. Folge auf die Ka‐ cheln der anderen, Doch unsere Selbstverwaltung und auf Monitoren und Selbstbestimmung umfasst mehr als den Pads. Selbst wenn Kontakt zwischen den Generationen. Es unser Plenum auch ist ein Ausprobieren, ein Modell für ein in zwei Dimensio‐ Miteinander, bei dem alle gefragt werden nen mittlerweile und gefragt sind. Bei uns gibt es keine routiniert und er‐ Pflichteinlage, keine finanzielle Hürde gebnisreich ab‐ zum Mitmachen. Ob man von Grundsi‐ läuft: So haben wir cherung lebt oder im Management gut uns Gemeinschaft verdient: jede*r ist Teil des Projekts, wird „Hallo, wir haben keine Zwiebeln für un‐ eigentlich nicht vorgestellt. Viel lieber sä‐ im Plenum gehört und soll zum Gelingen ser Tofu-Rührei – hat jemand welche?“ ßen wir in unserem großen Gemein‐ beitragen – nach seinen/ ihren Möglich‐ Die Anfrage steht nicht lange auf unserer schaftsraum im Kreis und tauschten uns keiten. Dabei mischen sich die Alters‐ internen Kommunikationsplattform – aus. Und unsere renovierte Gemein‐ gruppen freiweg und in vielem unter‐ schon bald heißt es „Erledigt“. Und ob Sü‐ schaftsküche haben wir auch noch nicht schiedslos. ßis als Nervennahrung in der Corona-Iso‐ würdig eingeweiht. lation oder ein gerade fehlendes Werk‐ 174 Wohnprojekte des Mietshäuser Syn‐ zeug – meist landet alles rasch nach der Die Pandemiezeit hat vieles verhindert. dikats gab es bei Verfassen dieses Arti‐ Bitte vor der betreffenden Tür. Da ist so Anfangs haben wir die Kinder sogar in kels in Deutschland. Alle unterscheiden ein Wohnprojekt doch sehr erfreulich. Gruppen aufgeteilt, die getrennt draußen sich, nach Größe, Alter der Bewohner*in‐ spielten. Nur im Sommer haben wir uns nen, Altbau, Neubau und nach der Aus‐ Bei 13haFreiheit, dem denkmalgeschütz‐ wieder in größerer Anzahl im Freien ge‐ richtung. Alle sind sozial oder politisch ten Kasernengebäude am Turley-Platz troffen. Wir sind gut über die Runden ge‐ engagiert, ökologisch und gemeinschaft‐ 8/9, wohnen wir gemeinschaftlich und kommen, erst bei Omikron traf es einige lich, wobei die Schwerpunkte unter‐ selbstverwaltet. ‚Seid ihr ein Mehrgenera‐ Familien. Wir haben sogar in der Zeit das schiedlich liegen. Die meisten arbeiten tionenhaus?‘ so fragen manche, weil sie Haus weiterentwickelt, die Flurwände wie wir basisdemokratisch. Alle Be‐ sich unter Wohnprojekt nichts vorstellen neu streichen lassen, den Brandschutz schlüsse werden gemeinsam im Plenum können. Tatsächlich sind bei uns alle Ge‐ mit neuen Kellertüren abgerundet. Und gefasst, vorbereitet durch Arbeitsgrup‐ nerationen vertreten, die beiden jüngsten hinter einer davon ist unsere neue Sauna pen. Kinder werden dieses Frühjahr ein Jahr aufgebaut – gebraucht erworben. Wir ha‐ alt, die älteste Person wird bald 74 - bei ben eine Kleidertauschparty organisiert, Dass es dabei öfter holpert, dass auch 50 Erwachsenen und 20 Kindern wäre es unsere Dachböden gedämmt, den Fahr‐ gestritten wird, Konflikte aufbrechen, ge‐ seltsam, wenn es anders wäre. Das ist radkeller verschönert. Und jüngst schau‐ schieht wohl überall, wo Menschen zu‐ nicht das besondere bei uns – sondern te sich das Denkmalschutzamt unser sammenkommen. Wir versuchen Lösun‐ dass wir gemeinsam als Gruppe das Haus an und gab seinen Segen zur Photo‐ gen zu finden, die allen gerecht werden. Haus gekauft haben und es gemeinsam voltaikanlage auf dem Dach. Eine Insel der Seligen kann man leider bewirtschaften. Dass wir Vermieter*in‐ auch im Wohnprojekt nicht schaffen. nen und Mieter*innen gleichzeitig sind. Als Wohnungen frei wurden, haben wir Aber wenn dieser Tage der Krieg wieder Dass wir dabei unsere Mieten günstig neue Familien dafür gefunden, die gut zu nach Europa eingezogen ist und auch uns halten, versteht sich. Dass wir uns selbst‐ uns passen – mit aller Vorsicht und etli‐ allen auf die Seele drückt, tut es gut, von bestimmt verwalten, ist manchmal müh‐ chen virtuellen Gesprächen. Die Kinder Solidarität und gegenseitiger Hilfsbereit‐ sam, schafft aber Souveränität. Niemand finden meist schnell zueinander – im schaft umgeben zu sein. erhöht unsere Mieten – außer wir uns Sandkasten und auf dem Trampolin. Und selbst. es gibt vielerlei Kontakte auch zwischen Übrigens: Wir erneuern derzeit unsere zu‐ den Generationen, regelmäßige Begeg‐ gigen Fenster und möchten langfristig Alle zwei Wochen treffen wir uns zum Ple‐ nungen im kleinen Kreis bei Kaffee und auch unseren Dachboden zu Wohnraum num - da starren wir allerdings schon den Kuchen, nachbarschaftliche Küchen‐ ausbauen. Dafür suchen wir noch Direkt‐

kredite, also Menschen, die ihr Geld bei uns nachhaltig anlegen. So haben wir auch unser Eigenkapital finanziert, es ist eine bewährte Anlageform. Alles über den Vertrag, die Risiken und die Zinsen kann man per Mail erfragen: kontakt@13hafreiheit.de Text: Evelyn Beyer und Carolyn Zeck Fotos: 13ha Freiheit


Schwerpunkt Generationen / Aus dem Herzogenried

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Zwei junge Wohnprojekte - Bewohnerinnen von 13ha Freiheit im Interview

„Es ist toll, mit den Menschen zusammen zu leben“ Rossana (10) und Mara (8) wohnen in ei‐ ner Familien-WG in unserem Wohnpro‐ jekt. Erzählt ihr manchmal, dass ihr in einem Wohnprojekt wohnt? Was sagt ihr ande‐ ren, was das ist? Rossana: Ich wurde noch nie danach ge‐ fragt, aber wenn, dass es sehr alt ist und hier früher Soldaten gelebt haben. Ich fin‐ de es toll, mit den Menschen zusammen zu leben. Manchmal gibt es auch Streite‐ reien, aber die werden dann gelöst. Mara: Bei meinem Vater wohne ich auch in einem Wohnprojekt, das ist ein Mehrfa‐ milienhaus und auch eine Wohngemein‐ schaft.

Mara: Ich fand es toll, dass ich in einer WG mit Rossana lebe und wenigstens mit ihr spielen konnte. Habt ihr die Schule vermisst in der Coro‐ na-Zeit? Rossana: Ja, ich habe vor allem in Mathe auch viel verpasst. Und meine Freunde und die Klasse habe ich sehr vermisst. Mara: Ich finde auch, dass ich was ver‐ passt habe, aber habe mich nicht ver‐ schlechtert: Meine Freunde habe ich auch vermisst.

Manchmal sieht man euch anfangs beim Zoom-Plenum reinschauen. Wisst ihr, man sich auch mal für Zuhause ausleihen was das Plenum ist? und dann zurückbringen kann. Kennt ihr alle Kinder im Haus? Und alle Rossana: Ich sehe den Plan, wie lange es Mara: Ich hätte gerne ein Kinderplenum, Erwachsenen? gehen soll. Aber meistens bin ich schon dass wir uns untereinander austauschen Rossana: Ja, und ich verstehe mich gene‐ im Bett, wenn es zu Ende ist. Eigentlich können. rell gut mit allen, habe aber etwas den bekomme ich nicht wirklich mit, was ihr Vor der Tür ist dieser große leere Tur‐ Überblick verloren wegen Corona und den besprecht. Es interessiert mich schon ein ley-Platz. Er soll ausgebaut werden. Ein- und Auszügen. bisschen. Was wünscht ihr euch da? Mara: Mir geht es so wie Rossana. Mara: Meine Mama erzählt mir manch‐ Rossana: Keine Garage! Schön wäre, mal, was so besprochen wurde, ich bin wenn der Platz so frei bleiben würde, mit Die vergangenen zwei Jahre gab es viele schon informiert. Blumen und Baumstämmen zum Klet‐ Einschränkungen wegen Corona. Wie tern. Für die Hunde ist es auch toll, und war das für euch? Möchtet ihr auch ein Plenum für Kinder? wir können die Hunde auch streicheln, Rossana: Es war doof, weil wir Kinder in Gibt es Bereiche, bei denen ihr euch wenn die Besitzer es erlauben. Doof ist, Gruppen aufgeteilt wurden, Kleinere und mehr Mitsprache von Kindern wünscht? dass manche Besitzer ihre Hinterlassen‐ Größere, wir haben kaum etwas mit den Rossana: Eigentlich nicht, mir gefällt ei‐ schaften nicht aufräumen. anderen gemacht, weil meine Eltern gentlich alles gut. Der Gemeinschafts‐ Mara: Ich wünsche mir auch Blumen. Und Angst hatten. raum ist toll, da gibt es viele Spiele, die dass der Platz so frei bleibt.

Fehlt euch etwas zum Spielen im Stadt‐ teil? Rossana: Ein Spielplatz mit zwei Schau‐ keln. Und etwas für größere Kinder Wärt ihr manchmal gerne schon groß? Wie stellt ihr euch das vor? Rossana: Manchmal wünsche ich mir, dass ich Kind bleibe. Mara: Ich auch, weil sich dann niemand mehr um mich kümmern würde, wenn ich groß bin. Manchmal wünsche ich mir aber auch, dass ich schnell groß werde, weil ich gerne lange aufbleibe und dann selbst bestimmen kann.

Generationen im Herzogenried

Mehrgenerationen-Treff statt Senioren-Treff Auch im Herzogenried gibt es einen „Se‐ „Neue Treffs werden idealerweise gene‐ ter“ angewiesen. Das heißt, fast 10% das mune im Schwarzwald. Dort hat sich die niorentreff“. Doch wie in fast allen ande‐ rationsübergreifend gestaltet“. Herzogenriedler*innen, die älter als 65 Stadt auf Vorschlag des Seniorenrates im ren 19 Einrichtungen dieser Art in Mann‐ Ein Jahr später – im Oktober 2020 (durch Jahre sind, sind arm oder von Armut be‐ Oktober 2020 dafür entschieden, ihr sozi‐ heim kümmert er mehr oder weniger trau‐ Corona waren fast alle Aktivitäten stark droht. Für Menschen, die in Armut leben, ales Angebot um einen „Mehrgeneratio‐ rig vor sich hin. Es mangelt an ausrei‐ eingeschränkt) beschloss der Gemeinde‐ ist die Gefahr der Vereinsamung beson‐ nentreff“ zu ergänzen. Angeboten wird chender personeller Ausstattung, an in‐ rat ein Konzept zur „Weiterentwicklung ders hoch, weil sie allein schon aus mate‐ eine Anlaufstelle und ein offener Begeg‐ teressanten, vielseitigen Angeboten und der Mannheimer SeniorenTreffs“ – ein riellen Gründen viele kostenpflichtige An‐ nungs- und Beratungsort für alle Bewoh‐ zudem ist er noch nicht einmal barriere‐ kleiner Schritt in Richtung Verbesserung, gebote nicht wahrnehmen können. Ge‐ ner*innen von Oppenau, egal welcher Ge‐ frei. Kein Wunder, dass nur wenige ältere aber weit entfernt von der fachlichen Dis‐ meinsame Aktivitäten, auch in Verbin‐ neration, welcher Herkunft oder welcher oder alte Menschen den Weg dorthin fin‐ kussion, dass eine Entwicklung zu gene‐ dung mit schmackhaften und gesunden Lebenslage. den, obwohl der Bedarf nach solchen An‐ rations-übergreifenden Nachbarschafts‐ Mahlzeiten zu einem günstigen Preis, laufstellen auch im Herzogenried reich‐ treffs oder Stadtteiltreffs erforderlich können hier sehr hilfreich sein. Wäre ein solches Konzept nicht gut lich vorhanden ist. Fast 1.500 Menschen wäre. Viele über 65-jährige fühlen sich noch zu übertragbar auf die verschiedenen Quar‐ im Herzogenried sind älter als 65 Jahre Der Wegfall sozialer Kontakte, z. B. durch jung, um „Senioren-Tagesstätten“ aufzu‐ tiere in Mannheim? (19,1%) und mehr als ein Drittel von ihnen Beendigung der Berufstätigkeit und feh‐ suchen (die Autorin dieses Artikels ge‐ Ein weiteres Beispiel ist das „Mehrgene‐ leben allein. Den größeren Anteil stellen lende Gelegenheiten, neue Kontakte zu hört auch dazu). Doch das liegt auch an rationenhaus Murnau“, „ein Begegnungs‐ Frauen. Die Gefahr der Vereinsamung ist knüpfen, können zu sozialer Isolation der Ausstattung und dem Angebot dieser ort, an dem das Miteinander der Generati‐ ein brisantes Thema – und genau dage‐ führen. Und wenn dann noch ein persönli‐ Einrichtungen. Junge, junggebliebene onen aktiv gelebt wird“. Das Angebot er‐ gen sollen ja solche Treffpunkte wirken. cher Schicksalsschlag wie der Verlust Alte und richtig Alte sollten sich in sol‐ streckt sich über Hilfs- und Beratungsan‐ von Partner oder Partnerin dazukommen, chen Begegnungsstätten begegnen kön‐ gebote, ein wechselndes Monatspro‐ Handlungsbedarf sieht mittlerweile auch kann es sehr einsam werden. Auch im Al‐ nen; neue Kontakte, Entdeckung neuer In‐ gramm, kostenlose Angebote im Bil‐ die Verwaltung der Stadt Mannheim. Im ter sind die Lebensverhältnisse der Men‐ teressen und gegenseitige Unterstüt‐ dungsbereich, wie z.B. Deutschlernkurse Oktober 2019 wurde dem Gemeinderat schen und wie sie empfunden werden, zungs-Partnerschaften wären ein Gewinn oder Lernhilfen für Kinder mit Migrations‐ eine aktuelle Beschreibung der vorhande‐ sehr unterschiedlich. Während viele Älte‐ für alle Beteiligten. hintergrund. nen Seniorentreffs vorgelegt, die quer re heute gesünder, besser gebildet und Das vom Quartiermanagement Herzogen‐ durch alle Fraktionen blankes Entsetzen materiell besser abgesichert sind als vor‐ Es gibt durchaus positive Beispiele... ried angedachte und von der „Interessen‐ auslöste. Unter den 19 Treffs erfüllen nur herige Generationen, trifft dies auf ande‐ … an denen sich auch die Stadt Mann‐ gemeinschaft Herzogenried (IGH)“ unter‐ 2 annähernd die erforderlichen Qualitäts‐ re jedoch nicht zu. heim orientieren könnte. Zum Beispiel stützte „Bürgercafe“ könnte ein Schritt in kriterien – der Treff im Herzogenried Im Jahre 2020 waren 139 Menschen im der „Treffpunkt Vielfalt“ – ein Ort der Be‐ die richtige Richtung sein. bleibt weit abgeschlagen. Herzogenried auf „Grundsicherung im Al‐ gegnung in Oppenau – eine kleine Kom‐ Text: Irmgard Rother


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Schwerpunkt Generationen

Sorge um die Zukunft des Herzogenriedparks Am 8.2.22 beriet der Gemeinderat über gelungenen Bürger*innenbeteiligung vie‐ die schwierige Finanzsituation der Stadt‐ les getan, aber es steht auch noch vieles park Mannheim gGmbH und stimmte ei‐ aus. ner Erhöhung der Corona-Ausgleichshilfe Dafür gibt es innerhalb der Parkgesell‐ für 2020 auf insgesamt 4,2 Mio. Euro zu. schaft ein Budget von insgesamt 1,9 Mio. Außerdem wurde das Eigenkapital der Euro. Und die müssen bei aller Finanz‐ Stadtparkgesellschaft um 2,2 Mio. Euro klemme der Parkgesellschaft auch für erhöht, um die Liquidität der Gesellschaft den Herzogenriedpark zur Verfügung zu erhalten. Das alles ist ja für uns Park‐ bleiben! Bisher fehlt es für die Politische besucher*innen sehr begrüßenswert, Diskussion im Gemeinderat jedoch an denn „ohne Moos nix los“, wie wir alle Transparenz. Die Finanzen werden nicht wissen. auf beide Parks heruntergebrochen. Die Finanzen! Oberbürgermeister Dr. Kurz sprach denn Der entscheidende Punkt ist jedoch das auch ganz klar von einem bisherigen „De‐ vollkommene politische Ungleichgewicht battenausfall im Gemeinderat“ hinsicht‐ der beiden Parks. Natürlich: Der Luisen‐ lich der Rahmenbedingungen für die park ist ein überregionaler Anziehungs‐ Parks. punkt für die Stadt Mannheim. Und er ist Der Herzogenriedpark ist Ausweichpark zweiter Veranstaltungsort für die BUGA während der BUGA 2023 2023 und muss dafür mit großem finanzi‐ Zu diesen Rahmenbedingungen gehört ellem Aufwand fit gemacht werden. Aber: insbesondere, dass der Herzogenried‐ Darf der Herzogenriedpark darüber ins fi‐ park während der Umbauarbeiten im Lui‐ nanzielle Abseits gelangen? NEIN! Auch senpark ab Herbst 2022 und während der unser Herzogenriedpark erfüllt für die BUGA in 2023 für die Mannheimerinnen Mannheimer Bevölkerung, insbesondere und Mannheimer der Ausweichpark für natürlich für die der dicht bebauten Ne‐ den Luisenpark wird. Erst wird dieser ckarstadt, eine ganz wichtige Funktion: baubedingt ganz geschlossen. Und dann, Frische Luft, Ruhe, Bewegung, Spiel und während des halben Jahres BUGA, wird Sport für alle Altersgruppen. Und da hat der Herzogenriedpark für all die, die häu‐ sich ja nicht zuletzt durch die intensive fig einen Park aufsuchen möchten und politische Arbeit der Aktionsgemein‐ sich die BUGA-Dauerkarte – am Ende schaft Herzogenriedpark und einer sehr noch für die ganze Familie – überhaupt

nicht leisten können, der einzige zugäng‐ halle und ist nach wie vor nicht mit öf‐ liche Park in Mannheim sein. Denn in den fentlichem Verkehrsmittel zu erreichen Luisenpark kommt man nur mit BUGA-Ti‐ (Wir erinnern an die angeregte Busschlei‐ ckets. fe der Linie 61). Auch Parkplätze sind Für die zu erwartenden höheren Besuch‐ durch die Baustelle des Multifunktions‐ er*innenzahlen muss der Herzogenried‐ bades (geplante Fertigstellung 2024) park nun auch zusätzlich fit gemacht wer‐ nicht mehr vorhanden. den: Die Aktionsgemeinschaft nennt u.a. • In diesem Zusammenhang könnte der folgende Punkte: Haupteingang zunächst einmal an die Ja‐ • „Die zugesagten Sanierungen (z. B. ma‐ kob- Trumpfheller-Straße verlegt werden. roder Holzsteg, Papierkörbe und Leitsys‐ Der dortige Umbau ist u.E. sehr gelungen tem von 1975 etc.) müssten bis Herbst und könnte diese Funktion gut überneh‐ 2022 abgeschlossen sein. men. Er erinnert an den Eingang im Lui‐ • Der Kiosk bräuchte dringend eine Erwei‐ senpark am ehemaligen Fahnenhügel. terung, da er den zu erwartenden Anfor‐ Für den Herzogenriedpark sollte ein at‐ derungen nicht mehr gerecht werden traktives Veranstaltungskonzept für Kin‐ kann. der, Jugendliche und Erwachsene erar‐ • Die Einrichtung des Sinnespfads könnte beitet werden.“ noch umgesetzt werden.“ Da ist es begrüßenswert, dass die SPDUnd weitere Aufgaben stehen nach Mei‐ Fraktion und die LI.PAR.Tie. Anträge zur nung der Aktionsgemeinschaft an: weiteren Entwicklung des Herzogenried‐ • „Es ist zu klären, wie die Abtrennung parks in den Gemeinderat eingebracht vom bisherigen Park gestaltet werden haben. Damit unser Park nicht „hinten soll, wenn die bis 2023 nicht fertige Mul‐ runterfällt“. tihalle - wie derzeit geplant - während der Die Aktionsgemeinschaft ist unter unserBUGA die Funktion einer offenen „Schau‐ park@poliversum.org zu erreichen, für stelle“ hat. Was geschieht dann mit dem Rückfragen, weitere Informationen oder beliebten Wasserspielplatz – wird er er‐ um in den Verteiler der Newsletter aufge‐ satzlos aus dem Park entfernt? nommen zu werden. • Nicht einmal die Eingangssituation ist Text: Thomas Trüper, Mitglied bisher klar beschrieben. Der bisherige der Aktionsgemeinschaft Haupteingang wird der Zugang zur Multi‐ Herzogenriedpark


Aus

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Kurz zu mir:

Kinder.

Mein Name ist Sdra. Ich bin 14 Jahre alt und gehe in die IGMH. Seit 12 Jahren wohnen meine Familie und ich im Stadtteil Herzogenried. Schon mit sechs Jahren bin ich ins Jugend-

Am Montag bastelte ich mit den Kindern Schneemänner aus weißem Pappkarton und Transparentpapier. Am Dienstag habe ich einen Malwettbewerb veranstaltet, bei dem die Kinder zum Thema „Sommer“ ein Bild malen konnten. Es gab sogar kleine Preise für alle Teilnehmer. Für die Jungs habe ich am Mittwoch mit dem Mitarbeiter Karl in der Turmhalle der Käthe-Kollwitz-Schule Fußball angeleitet. Zirkus!

Gekocht habe ich am Donnerstag. sehr aufregend und ich konnte viel Da kam auch meine Klassenlehrerin. lernen. Ob ich mir später mal so einen Beruf vorstellen kann, weiß ich noch nicht. Es war aber auf jeden Fall sehr spannend hinter die Kulissen eines Jugendhauses zu schauen. Basteln im Jugendhaus

Ich freue mich aber jetzt auch, wieder als ganz „normale“ Besucherin ins Jugendhaus zu kommen und meine Freizeit mit meinen Freunden hier zu genießen.

haus gegangen und habe an vielen Aktionen teilgenommen. Ich hatte immer sehr viel Spaß und bis heute koche ich gerne mit der MitarbeiteSdra, 14 Jahre rin Bella. Schon vor zwei Jahren hatte ich die Idee im Jugendhaus ein Lecker auch mal ohne Praktikum zu machen. Dieses Jahr Fleisch! hat es dann endlich geklappt. Bella und ich haben einen Praktikumsplan Es gab Brötchen mit Guacamole und Tomaten. Meine Lehrerin war sehr erstellt und schon ging es los! begeistert und meinte „Super lecker, Vormittags bin ich in die Schule gedas schmeckt ja toll“. gangen und nachmittags war ich im Jugendhaus. Ich fand es sehr schön, Meinen letzten Tag habe ich im Zirdenn die Mitarbeiter waren sehr kusprojekt verbracht. Hier konnten freundlich und es herrschte eine die Kinder verschiedene Zirkusgeräsehr schöne Atmosphäre. Ich war te, wie zum Beispiel Flowersticks, täglich bei der Hausaufgabenhilfe Pois, Seilspringen, Diabolo und Teller Hausaufgabenhilfe dabei. Ab 15 Uhr machte ich jeden drehen ausprobieren. Tag ein eigenes Programm für die Ich fand die Woche ganz toll! Sie war


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Aus dem Herzogenried

MFC Phönix 02 e.V.

Bau einer Phönix-Soccer-Halle Herzog*in Rätsel Der MFC Phönix 02 erwacht langsam aus dem Tiefschlaf und rüstet sich für die neue Saison. Das Training der Fußballer hat wieder begonnen und die Corona bedingte Zwangspause geht trotz hoher Inzidenz zu Ende. Wir stellen anhand der vielen Anfragen fest, dass die Kinder und Jugendlichen des Stadtteils Herzogen‐ ried sehnsüchtig auf den Trainingsbeginn gewartet haben, um sich endlich wieder austoben zu dürfen. Insbesondere unsere Kleinsten haben viel Freude am Fußball spielen und treffen sich jeden Dienstag, in der Zeit zwischen 16:30 – 18:00 Uhr, auf unserem hinteren Rasenplatz zum Training. So fragt mich Finn (6 Jahre) nach jedem Training, wie oft er noch schlafen muss, bis er das nächste Mal wieder kommen darf. Wenn auch eure Kinder Interesse an Fußball haben, schreibt gerne eine Mail an info@phoe‐ nix02.de oder schaut einfach mal vorbei. Unsere Kleinsten sind im Alter von 5-9 Jahren und auch Ausflüge oder Ab‐ schlussfeiern werden für die Kinder orga‐ nisiert. Bei uns wird aber nicht nur Fußball ge‐ spielt, sondern auch die Modernisierung unseres Geländes steht auf unserer Agenda. Wir haben schon sehr viel be‐ wegt, doch das Bauvorhaben unserer Soccer-Freiluft-Halle gestaltet sich we‐ gen des Bauunter‐ grunds schwieriger als gedacht. Da nach dem 2. Welt‐ krieg ein Großteil des Bauschutts aus der Neckar‐ stadt auf dem Ge‐ lände des MFC Phönix 02 abgela‐ den wurde, sind

TERMINE GYMNASTIK Montags von14–15 Uhr Seniorentreff, Am Brunnengarten 5 JEDERMANN-SPORTGRUPPE Montags um 17 Uhr Treffpunkt im Herzogenriedpark auf der Sportwiese BOULE-GRUPPE Dienstags um 14 Uhr Gelände des MFC Phönix SINGEN + KAFFEE UND KUCHEN Mittwochs von 14-16 Uhr Seniorentreff, Am Brunnengarten 5 ENGLISCH Donnerstags von 14–15.30 Uhr Seniorentreff, Am Brunnengarten 5

Gewinnen Sie eine kleine Überraschung Wenn Sie am Rätsel teilnehmen möchten, Einsendeschluss ist der 21.07.2022. beantworten Sie bitte folgende 5 Fragen und schicken Sie die Lösungen per E-Mail Unter den richtigen Einsendungen verlo‐ diesbezüglich weitergehende Untersu‐ an herzog-redaktion@gmx.de . sen wir ein kleines Geschenk. chungen des Kampfmittelbeseitigungs‐ Wenn Sie keine E-Mail versenden können, dienstes notwendig und bereits in die geben Sie die Lösungen mit Ihrem Namen Der*die Gewinner*in wird in der nächsten Wege geleitet. Mit dem Abriss des ehe‐ und Adresse bitte im Büro des Quartier‐ herzog*in bekannt gegeben, sofern er‐ maligen Umkleidegebäudes und der managements Am Brunnengarten 8 ab. *sie das möchte. beantragten Genehmigung sind wir guter Dinge, die Halle bis zum Jahresende 1. WELCHEN GEBURTSTAG FEIERT DIESES JAHR DIE NECKARSTADT2022 in Betrieb nehmen zu können. Die WEST? Abbildung zeigt eine vergleichbare Halle der Firma McArena. 2. IN WELCHEM JUGENDROMAN GEHT ES UM DAS MÄDCHEN ROSE UND IHR

LEBEN IN EINER PATCHWORK-FAMILIE? Willst auch Du ein Teil unseres Projektes werden und aktiv an der Aufwertung des Stadtteils mitgestalten oder dich als Trai‐ ner im Jugendbereich einbringen, dann melde Dich bei uns unter fly@phoenix02 .de oder informiere Dich auf unserer Homepage www.phoenix02.de. Text: Thorsten Diener, 1.Vorsitzender Fotos: MFC Phönix 02.e.V. / McArena

3. IN WIE VIELEN STÄDTEN DEUTSCHLANDS GIBT ES DAS ANGEBOT, ‚WOH‐ NEN FÜR HILFE‘? 4. WELCHE NEUE TOLLE ATTRAKTION KÖNNEN SIE BALD IM HERZOGEN‐ RIEDPARK NUTZEN? 5. WORAUF MÜSSEN WIR HIER IM HERZOGENRIED LEIDER NOCH BIS ENDE 2024 WARTEN?

Viel Spaß beim Lesen und Rätseln! Wir freuen uns auf Ihre Einsendung.

Beet frei In der Gartenanlage im Herzogenried kann in einem Gemeinschaftsgarten ab sofort ein Beet (ca. 6,5 qm) über‐ nommen werden. Vier Gärtnerinnen freuen sich auf einen tatkräftigen Neu‐ zugang. Kontakt: inge.kronbach@t-online.de

IMPFSTÜTZPUNKT HERZOGENRIED Donnerstags 16.30–20 Uhr In den Räumlichkeiten der IGMH

24. Juni ab 17 Uhr / 25. Juni ab 12 Uhr Kleingartenanlage Jubiläumsfeier 110 (+2) und 10 Jahre Gartenklause

FAHRRADKURSE Kosten: 30€ Anmeldung unter: radfahrschule-rheinneckar@online.de Kurs 1: 02.05.-13.05. von 15–17 Uhr Kurs 2: 20.06.-01.07. von 15–17 Uhr

16. Juli 2022 Stadtteilfest im Herzogenriedpark

03. Mai 2022 um 18 Uhr STADTTEILSPAZIERGANG Thema: Kommunikation im Herzogen‐ ried – Infoschaukästen / Treffpunkt: Bücherschrank – Am Brunnengarten

30. Juli von 10–12 Uhr Gaming Day ab 6 Jahren An verschiedenen Stationen testen wir Konsolenspiele und Roboter

16. August von 16–18 Uhr Ein Schultag in Hogwarts ab 10 Jahren Auch in diesem Jahr darf man sich bei uns wie Harry, Ron oder Hermine füh‐ len. Löst knifflige Aufgaben, nehmt euch vor Filch in Acht, nehmt am Zau‐ bertrankunterricht teil und schnappt euch eine Kleinigkeit aus dem Honig‐ topf.

18. Juni 2022 von 10-17 Uhr BAWÜ-SCHÜLER-CUP Altersklassen U11 /U13/U15 RRC Endspurt 1924 Mannheim e.V. im Altig Radstadion

1. August 10–12 Uhr Kettenreaktionen mit LEGO ab 8 Jahren Wie wird überhaupt eine Kettenreakti‐ on ausgelöst? Mit LEGO werden wir das herausfinden…

24. August von 15–16.30 Uhr Für die Kleinsten von 2-5 Jahren Wir schauen uns ein Kamishibai im Bi‐ bliotheksgarten an und werden im An‐ schluss selbst aktiv.

Ferienprogramm Stadtteilbibliothek Herzogenried Es ist eine Anmeldung erforderlich.

15. August von 10–12 Uhr Die Lieblinge kleiner Hände von 4-8 Jahren Wir werden aktiv und stellen selbst Knete und kinetischen Sand her.


Aus dem Herzogenried

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Gartenanlage Herzogenried

Gelungenes Herbst- und Helferfest Viel Zeit ist vergangen und wir schauen zurück auf das, was passiert ist seit der letzten Ausgabe der herzog*in. Nachdem die Corona-Verordnung etwas gelockert wurde, haben wir im letzten Sommer relativ schnell entschieden, dass etwas passieren muss bei uns im Herzogenried und wir haben uns für ein Herbstfest entschieden. Für die Vorbereitung blieb nicht viel Zeit, aber trotz großer Skepsis in den eigenen Reihen packten wir es an. Als erstes beschlossen wir, etwas Nach‐ haltiges für den Herzogenried zu tun, schafften die Pappteller und Becher ab und kauften uns Kunststoffteller zur Wie‐ derverwendung. Wir hatten deshalb er‐ freulicherweise nur wenig Müll zu entsor‐ gen. Leider war es uns nicht möglich, in der Kürze der Zeit ein Programm auf die Beine zu stellen. Mit der Absage des Shanty Chors hat uns dann auch der Auf‐ tritt am Mittag gefehlt. Doch unser „DJ Fritz“ hat uns die Zeit bis zum Auftritt der Live Band „Animal Jumpsuit“ mit guter Musik versüßt. Die Rock Coverband „Ani‐ mal Jumpsuit“ konnten wir über meinen Sohn, der dort spielt, kostenlos engagie‐ ren.

ten noch Tische und Bänke aufstellen. Kurz vor 19 Uhr hieß es dann: 1. Die Band fängt gleich an 2. Wir haben keine Bratwürste mehr und auch die Hamburgeru und Pommes ge‐ hen dem Ende zu (ein Schock für mich!) 3. Auch der Wein ist leer (ein zweiter Schock für mich!) Ich musste also bei unserer Wirtin betteln gehen, aber durch unser gutes Verhältnis war das kein Problem und man half sich gegenseitig.

Und dann ging es los, die“ Animal Jump‐ suit“ begannen mit rockiger Musik und begeisterten die Besucher 2x 40 Minuten plus Zugaben. Am Ende ging der Hut her‐ um und die Gäste honorierten die Arbeit der Band mit großzügigen Spenden. Nebenbei: wenn jemand Interesse an ei‐ nem Auftritt der Band hat, kann er mich gerne kontaktieren. Das Helferfest war ein großer Erfolg und ging gelungen zu Ende. Jetzt haben wir schon wieder März, die Gartensaison steht bevor und wir fangen an, das Sommerfest zu planen.

Merkt Euch den Termin schon einmal vor: Die Jubiläumsfeier 110 (+2) und 10 Jahre Um 13 Uhr startete der Verkauf und alle Gartenklause Helfer waren im Ausnahmezustand, denn Freitag,24.06.2022 ab 17 Uhr mit so einem großen Andrang hatte nie‐ Samstag,25.06.2022 ab 12 Uhr mand gerechnet. Es war schnell klar, feiern wir in der Gartenanlage. dass dies kein gewöhnliches Fest wird. Die Gaststätte „Gartenklause“ bot Wir, die Gartenfreunde Mannheim Herzo‐ Schlachtplatte und Leberknödel an, der genried e.V., wünschen allen schöne Os‐ Verein Gartenfreunde seine berühmten terfeiertage. Hamburger, Bratwurst und Pommes. Auch für den süßen Gaumen war gesorgt. Es gab eine überwältigende Anzahl von Kuchenspenden von den Gärtner*innen und auch die selbstgemachten Waffeln unserer Kassiererin Heike Gottschalk konnte man bei bestem Wetter zum Kaf‐ fee, der von unserer Wirtin Karolina Zuck gespendet wurde, genießen. Die Stimmung bei den Gästen war ausge‐ lassen und so konnte man auch mal la‐ chen, wenn es an einem Stand mal etwas länger dauerte. Je später es wurde, desto knapper wur‐ den die Sitzgelegenheiten und wir muss‐

Bleibt gesund und wir sehen uns in und zwischen den Gärten. Liebe Grüße Text: Bernd Hartmann (1.Vorstand Gartenfreunde Herzogenried) Fotos: Gartenfreunde Herzogenried e.V.


N E D R Ü F E T JAHRESKAR PARK VERLÄNGERN!

Gültig vom 1.5. – 31.12.2022 Jahreskarte Herzogenriedpark* Erwachsene: 15 € Auszubildende und Studenten: 12 € Kinder 6 – 15 Jahre: 6 € *Für Verlängerer, also alle, die die Jahreskarte 2021 besitzen.

www.herzogenriedpark.de