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Maserati hat sich mit dem italienischen Modehaus Fendi zusammen getan und zur IAA 2011 eine besonders exquisite Auflage des GranCabrio kreiert. Dabei schwelgt der Edelsportler aus Modena in exklusiv entworfenen Farbtönen und Materialien. Angetrieben wird das ­Cabrio von dem bekannten 4,7-Liter-V8-Motor, der im 132 770 Euro teuren Serien-GranCabrio 323 kW/­440 PS leistet. Das Fendi-Modell ist zunächst ein Einzelstück. Doch wenn sich genügend kaufkräftige Liebhaber italienischer Handwerkskunst finden, dann werden die beiden Hersteller die Kundschaft sicher nicht einfach nach Hause schicken.

der täglich eher auf den normalen Straßen unterwegs ist, kann hier auch unter Berücksichtigung aller Sicherheitsaspekte und unter professioneller Leitung ehemaliger Formel-1-, DTM- und Rallye-Piloten erleben, was mit so einem Fahrzeug auf der Rennstrecke möglich ist. Maserati wurde 1914 gegründet und auf der Rennstrecke groß. Erst in den 1950er-Jahren kamen unsere Autos auf die Straße. Es ist nicht so wie bei vielen anderen Marken, die erst Straßenfahrzeuge fertigten und dann in den Motorsport einstiegen. Das prägt die DNA unserer Marke doch sehr. Zurück zu den Events: Es gibt auch die Maserati Experience Tour. Sie ist für Kunden gedacht, die eine exklusive Werksbesichtigung machen, danach noch das neueste Modell testen und auch noch die kulinarischen Seiten der schönen Emilia Romagna entdecken wollen. In Modena werden unsere Fahrzeuge von Hand gefertigt, und es ist immer sehr spannend, die Geburtsstätte des eigenen Autos zu erleben. Wittmann: Wie lange dauert es, bis ein Maserati fertig ist? Dal Vi: Von einer Bestellung bis zur Auslieferung vergehen drei bis fünf Monate. Das Auto durchläuft verschiedene Prozesse, die je nach Kundenwunsch länger oder kürzer ausfallen können. Hier denke ich an ein spe-

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zielles Interieur oder an eine besondere Außenfarbe. Nachdem das Fahrzeug fertig ist, wird es foliert – um es zu schützen – und auf der Straße getestet. Jedes Exemplar wird von einem professionellen Testfahrer auf der Straße erprobt. Die Strecke unterscheidet sich dabei je nach Modell. So wird beispielsweise beim Maserati GranCabrio eine sehr unebene Stecke ausgewählt, um die Verwindungssteifigkeit zu testen. Und beim Maserati GranTurismo MC Stradale, der besonders ausgeprägte Motorsport-Gene besitzt, wird nicht nur auf der Straße, sondern auch auf der Rennstrecke getestet. 60 bis 80 Kilometer wird jedes Modell mindestens bewegt, bevor eine strenge Abnahme erfolgt. Der Tester beurteilt alle Eigenschaften und gibt je durchgeführtem Test pro Kapitel bis zu acht Punkte. Ein „normaler“ Fahrer würde nie den Unterschied zwischen vier oder acht Punkten merken, aber für uns ist es einfach wichtig, dass jedes noch so kleine Detail – sei es bei der Fahrdynamik, der Bedienung oder dem Aussehen – stimmt. Nach der Beurteilung geht das Fahrzeug wieder zurück zur Abnahme, wo gegebenenfalls die angezeigten Kleinigkeiten verändert werden. Danach geht das Auto wieder zum Testfahrer, der nun nochmals alles auf einer Fahrt begutachtet. Wittmann: Hoffentlich hat es dann keinen Steinschlag vorne …

Dal Vi: Darum haben wir ja alles foliert. Nach dem endgültigen OK vom Testfahrer geht das Fahrzeug in die Endabnahme. Hier wird es nochmals auf Kleinigkeiten untersucht. Mit einem speziellen Licht werden die Autos aus verschiedenen Winkeln betrachtet. In dieser Abteilung sind übrigens vor allem Frauen beschäftigt. Man spricht häufig von bestimmten Abteilungen als klassische Männerdomänen, aber es ist auch bei uns so, dass erfreulicherweise immer mehr Frauen in der Entwicklung, beim Design und in der Produktion arbeiten. Die Damen in der Endkontrolle haben ein sehr geschultes Auge, um auch die kleinsten Details zu erkennen. Der Normalsterbliche würde nichts entdecken, aber das geschulte Auge sieht eben die kleinen Unterschiede, die dann bereinigt werden. Wittmann: Wie positionieren Sie Maserati in den Medien? Dal Vi: Wir sind eine kleine Manufaktur und wir verfügen nicht über riesige Budgets, um medial in TV, großen Zeitungen oder auch Magazinen stark präsent zu sein – abgesehen vom Streuverlust, der hier eine ganz wichtige Rolle spielt. Wir müssen unsere Kräfte konzentrieren. In den Märkten, die ich betreue, versuchen wir bestimmte Berufsgruppen anzugehen, die einen Großteil unserer Kunden ausmachen. Das heißt, wir raumbrand 25

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Das Magazin für erlebbare Kommunikation im Raum

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