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Facebook als Klickmaschine Spätestens seit dem Paradigmenwechsel Web 2.0 ergeben sich bei der elektronischen Kunden- und Unternehmenskommunikation ganz neue Tendenzen, die mit Schlag­ worten wie Social Media oder Social Networking umschrieben werden. raumbrand ging dem nach. von Ralph Missy

„Soziale Netzwerke boomen, sie wandeln sich immer mehr zum Hauptmedium der Kommunikation, nicht nur privat, auch Unternehmen setzen zunehmend auf offene Plattformen wie Facebook oder Twitter. „Ich poste, also bin ich“, titelte die Süddeutsche Zeitung. Microblogging, bei dem Benutzer kurze, SMS-ähnliche Textnachrichten meist mit weniger als 200 Zeichen veröffentlichen können, ist das neue Schlagwort, wenn es um die Kommunikation im Web 2.0 geht. Die Vorteile liegen auf der Hand: So lassen sich über soziale Netzwerke Informationen schnell, einfach und unkompliziert austauschen. Und: Social Commerce und Augmented Reality liegen voll im Trend.

Silversurfer

So groß ist die Bedeutung der jeweiligen Medienplattformen für das Agentur­ geschäft im kommenden Jahr in Deutschland:

Leise Zweifel, welche Chancen und Risiken Facebook, Twitter, Xing, studiVZ, MySpace und Co. bergen, welche Potenziale diese Netzwerke bieten und welche Fallstricke lauern, wie es mit der Privatsphäre aussieht, ob sie eine alte Konvention, ein veraltetes Konzept ist – wie Facebook Chef Mark Zuckerberg sagt –, sind wohl berechtigt. Eine gesunde Skepsis Social Media gegenüber ist O.K., so Online Marketing Berater Thomas Hendele. Für immer mehr Menschen sind sie dennoch ein großer Bestandteil ihres täglichen Lebens. „Nun entdecken auch Senioren Facebook und Co.“, verkündete die Welt das „Ende der Einsamkeit“. Die „Silversurfer“ nutzen Facebook und andere soziale Netzwerke im Internet. In Deutschland sind 120.000 von 4,3 Millionen Facebook-Mitgliedern über 50 Jahre alt. Bleibt die Frage, welche Web 2.0 Möglichkeiten in den nächsten Jahren nutzbar sein werden und wie die resultierenden Veränderungen aussehen werden. Die Relevanz der Social Media Entwicklung ist schon heute nach-

Internet

vollziehbar. Informationen können über Smartphones von jedem Ort und zu jeder Zeit abgerufen werden. Damit beweist die Social Media Nutzung ihre Alltagstauglichkeit. Sei es für den Titel und Interpreten eines gerade gespielten Songs, für die Online-Bestellung von Karten für ein gerade auf einem Werbeplakat entdecktes Konzert, einem netten Menschen, dem man gerade in der UBahn begegnet ist, einen kurzen Gruß zuzuschicken, oder wenn man wissen will, was die Freunde machen bzw. wo diese gerade sind.

Come together Mit „What Social Media Will Look Like in 2012“ beschreibt Freddie Laker, Director of Digital Strategy beim Unternehmens- und IT-Berater Sapient, seine Erwartungshaltung zur Entwicklung sozialer Netze in den nächsten Jahren. Er bezieht sich sowohl auf die technologischen Entwicklungen als auch auf die erwarteten Veränderungen im Nutzerverhalten der Web 2.0 Anwender. In den nächsten fünf Jahren wird für ihn das Internet zunehmend von chinesischsprachigem Content dominiert. Die heutige Internetnutzung der Young Generation ist die prototypische Vorlage der künftigen Verwendung, bei der nahtlos zwischen den Apps gesprungen wird. Die technische Entwicklung wird Computer verfügbar machen, die weit über die heutigen Verwendungsmöglichkeiten hinaus gehen. In den nächsten Jahren wird das Breitband Durchsatzraten von 100 MB und mehr erzielen, wodurch die Grenzen zwischen TV, Radio und Web verschwimmen. Und: Der Content wird zunehmend auf Videos basieren. Deshalb erwartet Laker, dass Informationen in Echtzeit ausgetauscht werden, der Content auf das Internet verteilt und überall verfügbar ist. Die Akzeptanz von Social Media wird bei allen Altersklassen deutlich zu-

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Klassisches TV / Radio

Digital-TV Intranet

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Das Magazin für erlebbare Kommunikation im Raum

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