Page 1

// GESCHÄFTSBERICHT 2008/ 09 ST.GALLISCH-APPENZELLISCHE KRAFTWERKE AG


ST.GALLISCH-APPENZELLISCHE KRAFTWERKE AG / / E N E R G IE F ÜR IHRE N A L LTAG

Die St.Gallisch-Appenzellischen Kraftwerke AG (SAK) ist das führende regionale Energieverteilunternehmen der Kantone St.Gallen und beider Appenzell. Die SAK sind dem Service public und der Solidarität gegenüber den Kunden und Einwohnern in ihren Versorgungsgebieten verpflichtet. Sie verkörpern Partnerschaft, Zuverlässigkeit, Beständigkeit.

Tradition verpflichtet // Die SAK wurden 1914 von den Kantonen St.Gallen und Appenzell Ausserrhoden gegründet. 1951 trat der Kanton Appenzell Innerrhoden den SAK bei. Das Aktienkapital ist im Besitz dieser drei Kantone. Die SAK dienen – so der Gründungszweck – allgemeinen, volkswirtschaftlichen Interessen und sichern die elektrische Energieversorgung in ihren drei Kantonen. Die Bedürfnisse ihrer Kundinnen und Kunden stehen daher für die SAK im Mittelpunkt, die auch in Zukunft zuverlässige Partner für regionale und lokale Wiederverkäufer, für Firmenkunden wie auch für private Haushalte sind.

Innovationen für morgen // Seit ihrer Gründung produzieren die SAK auch eigenen Strom. Mit den Wasserkraftwerken Kubel in St.Gallen, den Kraftwerken Giessen und Herrentöbeli im Toggenburg, dem Kraftwerk Muslen bei Amden, dem Kraftwerk Schwänberg bei Flawil und den drei Kraftwerken am Rheintaler Binnenkanal setzten die SAK schon immer auf einheimische Energie. Die Produktion erneuerbarer Energien wird in Zukunft für die SAK noch an Gewicht gewinnen. Dem werden sie mit ihrer Kompetenz und ihrer regionalen Verwurzelung aktiv Rechnung tragen. Zuverlässigkeit aus Überzeugung // Die technische Infrastruktur ist darauf ausgerichtet, alle Kundinnen und Kunden zuverlässig und sicher mit elektrischer Energie zu versorgen. Das Verteilnetz mit 36 Unterwerken, 980 Trafostationen, einer Stranglänge von über 1300 km in Mittelspannung und 3000 km in Niederspannung wird ausgezeichnet unterhalten. Dazu gehört der kontinuierliche Ausbau der Verkabelung, die gegenüber den Freileitungen eine ganze Reihe von Vorteilen aufweist. Mit einem ausgebauten und effizienten Pikettdienst garantieren die SAK, dass auch im Schadenfall schnell und sicher wieder Strom fliesst. Ganz nahe bei der Kundschaft // Die SAK setzen ihre Stärken – regionale Trägerschaft, lokale Verankerung – und ihre Grösse ganz für die Kundschaft ein. Der Hauptsitz der SAK mit der Geschäftsleitung befindet sich in St.Gallen. Das Versorgungsgebiet ist in sieben Regionen aufgeteilt. Die Regionalvertretungen befinden sich in Gais, Herisau, Wattwil, Montlingen, Bad Ragaz, Uznach und Uzwil. Die Werkhöfe in St.Gallen-Winkeln und Wattwil sind Stützpunkte für den überregionalen Leitungsbau und die Instandhaltung. Mit dieser dezentralen Struktur sind die SAK in allen drei Kantonen ganz nahe bei ihren Kundinnen und Kunden. Sie leben eine Nähe, die Vertrauen schafft und Sicherheit bietet. Passende Produkte für alle Bedürfnisse // Elektrischer Strom ist die unentbehrliche Schlüsselenergie unseres Landes und unserer Region. Die SAK versorgen direkt und indirekt in einem Gebiet von 2325 km2 rund 425’000 Einwohnerinnen und Einwohner mit Strom. Die Kunden sind lokale Energieversorgungsunternehmen (EVU), Industrieunternehmen, Gewerbebetriebe und mehr als 60’000 Haushalte. Die Kunden können massgeschneidert auf ihre Bedürfnisse passende Produkte beziehen. Zum Beispiel Naturstrom, der zu einem grossen Teil aus einheimischer, erneuerbarer Produktion stammt.


Auf einen Blick Hauptsitz der SAK Regionalvertretungen Werkhöfe Wasserkraftwerke Photovoltaikanlagen Kraftwerksbeteiligungen

PERSPEKTIVEN

UNTERNEHMEN

E D I TO R I A L

Partnerschaft gibt Sicherheit // Die SAK arbeiten aktiv mit dem Axpo Verbund zusammen. Die SAK Holding ist mit 12,5% an der Axpo Holding AG, der grössten Stromproduzentin der Schweiz, beteiligt. Am Kraftwerk Unterterzen bei Quarten und dem Kraftwerk Stoffel in Mels besteht eine Beteiligung.

Unterterzen

BEREICHE

Gerüstet für die Zukunft // Mit rund 260 qualifizierten Mitarbeitenden decken die SAK die ganze Wertschöpfungskette ab: Von der Energiebeschaffung über den Bau, den Betrieb und die Instandhaltung von Netzanlagen und Kraftwerken bis hin zum Vertrieb und zur Verrechnung der Energielieferungen. Die SAK sind seit 2001 umweltzertifiziert nach ISO 14001. Seit 2004 verfügen sie zusätzlich über das Zertifikat OHSAS 18001 für Arbeitssicherheit und Gesundheit. Mit ihren Kernkompetenzen in der Betriebsführung des Verteilnetzes, im Vertrieb und Einkauf von Stromprodukten, dem Netz- und Anlagenbau, dem Messen-Zählen-Abrechnen und dem Management der Anlagen, Einrichtungen und Applikationen sind sie ausgezeichnet positioniert. Damit haben die SAK alle Bereiche eines Verteilunternehmens in eigener Hand.

FINANZBERICHT

Ernetschwil

08 | 09


GE L E BT E V E R AN T WO RT U NG / / V E R WALT UNG S R AT U N D G E S CH Ä F T S L E I T U N G

Der Verwaltungsrat der SAK stellt einen repräsentativen Querschnitt unserer Trägerschaft dar. Die Geschäftsleitung ist strukturell darauf ausgerichtet, erfolgreich am Markt tätig zu sein.

1 //

2 //

3 //

4 //

5 //

6 //

7 //

Verwaltungsrat / / Hans-Peter Härtsch Unternehmer, Flawil // Eintritt 19. Februar 1993

1 //

Hans Ulrich Stöckling alt Regierungsrat, Jona // Präsident, Eintritt 2. März 1990

2 //

8 // Beat Jud Geschäftsführer, Schmerikon // Jakob Brunnschweiler Landammann, Eintritt 2. März 1990 Teufen // Vizepräsident, Eintritt 26. Februar 1999

3 //

Dr. Josef Keller Regierungsrat, Jona // Eintritt 29. Febuar 2008 Hermann Fässler alt Gemeindepräsident, Zuzwil // Austritt 29. Februar 2008

4 //

Köbi Frei Regierungsrat, Heiden // Eintritt 27. Februar 2004

5 //

Willi Haag Regierungsrat, Wittenbach // Eintritt 23. Februar 2001

6 //

Dr. Daniel Gut Gemeindepräsident, Buchs // Eintritt 29. Februar 2008 Ernst Hanselmann alt Gemeindepräsident, Buchs // Austritt 29. Februar 2008

7 //

9 //

Stefan Sutter Bauherr, Appenzell // Eintritt 2. März 2007 Sekretär // Lukas Mäder Stv. Vorsitzender der GL, Goldach // Eintritt 1. Februar 2003

Verwaltungsrats-Ausschuss / / Hans Ulrich Stöckling, Jona Jakob Brunnschweiler, Teufen Beat Jud, Schmerikon


12 //

Geschäftsleitung / /

Revisionsstelle / /

Stefano Garbin Vorsitzender der GL // Eintritt 1. März 2009 Rolf Domenig Vorsitzender der GL // Austritt 28. Februar 2009

Ernst & Young AG, St.Gallen

Lukas Mäder Stv. Vorsitzender der GL, Bereich Finanzen und Administration // Eintritt 1. Februar 2003

12 //

Heinz Reichen Bereich Anlagen und Messtechnik // Eintritt 1. August 1977

13 //

Jürg Solenthaler Bereich Netze und Engineering // Eintritt 1. August 1994

14 //

Adriano Tramèr Bereich Energiewirtschaft und Vertrieb, Eintritt 1. Oktober 2008

13 //

14 //

UNTERNEHMEN

E D I TO R I A L 11 //

11 //

PERSPEKTIVEN

10 //

10 //

BEREICHE

9 //

FINANZBERICHT

8 //

10 | 11


SICHER AUCH IM FELS. // ENERGIE FÜR IHREN ALLTAG. Äscher Wildkirchli, Alpstein


N AC H H A LT I GK EIT U N D EN ERG IEEF F IZ IEN Z / / DIE S AK S E T ZE N AU F E R N E U E R B A R E E N E R G I E Q U E L L E N

Die nachhaltige Energiegewinnung steht bei den SAK im Fokus: Die SAK betreiben Kraftwerke zur Nutzung erneuerbarer Energien und bieten Naturstromprodukte und Energiecontracting an.

Der globale Klimawandel mit seinen gravierenden Folgen ist eine der grössten Herausforderungen für unsere Gesellschaft. Nachhaltige Massnahmen und die aktive Auseinandersetzung mit dem Thema sind nötiger denn je. Als Energieversorgerin der Ostschweiz stehen die SAK in der Pflicht, ihren Bei trag zum Schutz der Umwelt zu leisten. Die SAK sind davon überzeugt, dass Umweltschutz nicht Sache eines Einzelnen, sondern aller ist – darum unterstützen die SAK ihre Partner und Kunden im gemeinsamen Bestreben, Energie effizient, nachhaltig und umweltbewusst zu nutzen. Die Beispiele in diesem Teil stellen ausgewählte Engagements dar, die zeigen, wie die SAK ihre Verantwortung für die gemeinsame Zukunft wahrnehmen.

Zukunft Energiecontracting: Energieeffizienz als Geschäftsmodell // Energie effizienter nutzen ist der eigentliche Kern eines Energiedienstleisters. Dank der professionellen Auslegung, dem Bau und vor allem dem Betrieb und der Optimierung von Energieerzeugungsanlagen durch ein Energiedienstleistungsunternehmen können höhere energetische Wirkungsgrade erzielt werden. Dadurch profitieren die Nutzer der bereitgestellten Energie durch einen kleineren Energieverbrauch und somit auch durch tiefere Energiekosten. Und die Umwelt dankt es durch die eingesparten CO2-Emissionen. // «Mit dem Wärmecontracting der SAK haben wir gute Betriebs- und Kostensicherheit über die ganze Vertragsdauer einer Heizungsanlage mit Wärmepumpen. Bis heute sind in unseren Überbauungen drei Anlagen der SAK in Betrieb und drei weitere im Bau. Die Zusammenarbeit lohnt sich, weil uns die SAK die professionelle Erstellung und einen reibungslosen Betrieb der Anlagen garantieren.» Gilgian Leuzinger, Geschäftsführer Relesta AG, Totalunternehmer, Zuzwil Zukunft SAK Naturstrom: Eine Säule der schweizerischen Energiepolitik // Die Energiepolitik des Bundes stützt sich auf vier Säulen ab. Einerseits soll die Energieeffizienz verstärkt und der Einsatz erneuerbarer Energien gefördert werden. Andererseits sollen Grosskraftwerke und eine adäquate Energieaussenpolitik zur Deckung der in der Schweiz verbrauchten Energiemen gen führen. Die schweizerische Energiepolitik steht nun an einem Scheideweg, in dem Rahmenbewilligungsgesuche für drei neue AKW beim Bund eingereicht sind. Die SAK sind der Meinung,


Holzenergiezentrum Toggenburg HEZT: Wärme und Strom aus Holz // Die Genossenschaft HEZT besteht aus der Ortsgemeinde Nesslau und der Kreisalpenkorporation Krummenau-Nesslau. Im Herbst 2008 wurde der Grundstein für eine partnerschaftliche Realisierung des Holzenergiezentrums Toggenburg zwischen HEZT und der St.GallischAppenzellischen Kraftwerke AG (SAK) besiegelt. Die SAK investieren bei diesem Projekt in den Anlagenteil, welcher für die Stromerzeugung benötigt wird, und sind für dessen Betrieb und Unterhalt verantwortlich. Das Herz der Anlage ist die 3,2 MW Holzschnitzelfeuerung,

// «Wir alle waren sehr erleichtert, als wir die SAK ins Boot holen konnten. Ohne die Partnerschaft mit den SAK hätten wir nochmals über die Bücher gehen müssen und das HEZT würde keinen Strom produzieren. Die SAK sind ein zuverlässiger und loyaler Partner und haben bis heute sehr viel eingebracht.» Köbi Rutz, Verwaltungsratspräsident HEZT und Präsident Ortsgemeinde Nesslau.

E D I TO R I A L UNTERNEHMEN PERSPEKTIVEN

Aus diesem Grunde unterstützen die SAK den Einsatz von Naturstrom und lancieren ihr Produktportfolio neu per Anfang 2010. Dabei setzen die SAK auf Kontinuität bei den drei bestehenden Produkten SAK Naturstrom blue, azur und sky und erweitern das Angebot unter anderem mit reinem Solarstrom, der beispielsweise auch nur in einzelnen Tranchen gekauft werden kann. Der Vertriebskanal für Naturstromprodukte wird ebenfalls angepasst und mittels der internetbasierten Naturstrombörse attraktiver gestaltet. Die SAK sind überzeugt, mit der lokalen Vermarktung von Naturstrom weitere interessierte Kunden ansprechen zu können und somit den Anteil an Naturstrom erhöhen zu können.

gekoppelt mit einer innovativen ORC-Turbine (Organic Rankine Cycle) für die Stromproduktion. Der ORC-Prozess benutzt ein organisches Silikonöl und arbeitet bei bedeutend tieferen Temperatur- und Druckverhältnissen als die konventionelle Dampfturbine. Diese Technologie findet vorwiegend bei mittelgrossen Biomassekraftwerken Anwendung. Das sich zurzeit im Bau befindende Holzschnitzelkraftwerk ist das erste Projekt in der Schweiz mit ORCTechnologie. Der Gesamtenergienutzungsgrad beträgt über 80% und die Stromproduktion reicht für 600 Einfamilienhäuser – das ganze Dorf Nesslau kann somit abgedeckt werden. 1’200’000 Liter Heizöl werden durch 25’000 m3 lokal anfallende Holzschnitzel ersetzt, was einer Einsparung von jährlich 2’500 Tonnen CO2 entspricht. Die jährliche Stromproduktion beträgt 2,4 GWh, die Wärmeproduktion 10,6 GWh. Die Anlage und das Fernwärmenetz sind im fortgeschrittenen Bau und werden im Sommer 2010 in Betrieb gehen.

BEREICHE

dass neue Grosskraftwerke nur dann politisch eine Realisierungschance haben, wenn der Einsatz von Kleinkraftwerken auf Basis erneuerbarer Energien voll und ganz ausgeschöpft werden kann.

FINANZBERICHT

Das Holzenergiezentrum Toggenburg (HEZT) produziert Wärme und Strom aus Holz.

14 | 15


Photovoltaik-Anlage im Rheinpark St.Margrethen: Partnerschaft mit Migros und lokalem Elekrizitätswerk (EWM) für Naturstrom // Auf der Parkplatzüberdachung beim neu renovierten Migros-Einkaufszentrum Rheinpark in St.Margrethen wird eine 148-kW-Photovoltaikanlage erstellt. Auf 3’200 m2 Dachfläche werden 1’260 Dünnschichtmodule modernster Technologie verbaut. Die innovative Anlage produziert jährlich 150’000 kWh Strom für 35 Einfamilienhäuser. Die SAK bauen und betreiben die Anlage und das Elektrizitätswerk St.Margrethen (EWM) sowie die Migros kaufen je 1/3 des produzierten Naturstroms über die nächsten 20 Jahre. Die Migros kauft zusätzlich Naturstrom von den drei lokalen SAK Kleinwasserkraftwerken am Binnenkanal. Jährlich kauft die Migros somit rund 1,8 GWh Naturstrom. Das entspricht ca. 50% des Strombedarfs des Einkaufszentrums Rheinpark. // «Die Migros steht für Ökologie, Regionalität und einen schonenden Umgang mit Ressourcen. Mit der Nutzung von Solarstrom und dem Kauf von Energiezertifikaten von Kleinwasserkraftwerken aus der Region leisten wir einen wertvollen Beitrag zur Förderung alternativer Energien. Die SAK haben uns ein gutes Paket geschnürt, das zu uns und zur Region passt.» Marcel Häner, Leiter Verkaufsservice, Genossenschaft Migros Ostschweiz Solarstromanlage auf dem Unterwerk Ernetschwil // Auf dem Dach des neuen Unterwerks Ernetschwil ist eine 26-kW-Photovoltaikanlage integriert, die Strom für fünf bis sechs Einfamilienhäuser produziert. Auf den beiden südlich ausgerichteten Dachflächen sind 186 m2 Photovoltaikpanels eingebaut. Die Anlage ist seit August 2009 in Betrieb und hat bereits mehr als 6’000 kWh. Solarstrom produziert. // «In der Stromwirtschaft wird ein Umdenken zu neuen Energiequellen stattfinden. Hier muss jemand anfangen und auf seinem Dach ein Zeichen setzen. Es wurde nämlich noch nie etwas entwickelt, das mit der Zeit nicht besser und billiger wurde – das gilt auch für Solarstromanlagen. Das macht die Photovoltaik immer attraktiver.» Hugo Kessler, Gemeindepräsident Ernetschwil, betreibt selbst eine 12-kW-Photovoltaikanlage und einen Solarkollektor zur Warmwasser-Aufbereitung.

Auf der Parkplatzüberdachung des Rheinparks entsteht eine 148-kW-Photovoltaikanlage. (linkes Bild) Der erneuerte SAK Werkhof ist ein Vorbild für energieeffiziente Gebäudesanierungen. (rechtes Bild)


Ausblick: Neuanlagen und Partnerschaften geplant // Ein weiteres Holzkraftwerk nach dem gleichen Partnerschaftsmodell wie das Holzenergiezentrum Toggenburg ist in Vertragsausarbeitung. Die Inbetriebnahme ist auf Ende 2010 geplant.

E D I TO R I A L UNTERNEHMEN PERSPEKTIVEN BEREICHE

«Die SAK zeigen mit ihrem Werkhof, dass die Verbesserung der Energieeffizienz sowohl ökologisch wie wirtschaftlich sinnvoll ist. Als Stromlieferant haben die SAK ihre Hausaufgaben für einen schonenden Umgang mit Energie bestens erfüllt.» Stefan Keller, Architekt, Forrer Krebs Ley

// Gespräche über neue Partnerschaften sind im Gang. // Verschiedene Machbarkeitsstudien für Neuanlagen im Bereich Trinkwasserkraftwerk, Kleinwasserkraftwerk, Biogas, Windkraft und Photovoltaik liegen vor oder sind in Ausarbeitung. // Das Beteiligungskraftwerk Stoffel in Mels wird über die nächsten zwei bis drei Jahre komplett saniert.

FINANZBERICHT

Sanierung Werkhof Winkeln: Vorbild für energieeffiziente Gebäudesanierungen // Die SAK erneuerten ihren Werkhof in Winkeln und verbessern damit die Energieeffizienz bei den eigenen Gebäuden. Der ehemalige Industriebau aus den Siebzigerjahren erhielt eine neue Fassade, ein zusätzliches Zwischengeschoss und auf dem Dach wird eine Photovoltaikanlage gebaut. Dank neuen Fenstern und Zusatzdämmungen können im Werkhof Winkeln jährlich rund 6’000 Liter Öl eingespart werden.

16 | 17


VERSORGT AUCH IM SCHNEE. // ENERGIE FÜR IHREN ALLTAG. Furt, Pizolgebiet


E N E R GI E W I R T S C H A F T U N D V ERT RIEB / / K UNDE N HALT E N S A K D I E T R E U E

Das erste Jahr des liberalisierten Marktes zeigte nur kleine Auswirkungen auf das Verhalten der SAK Kunden – wohl wegen des attraktiven Preisniveaus. Die Kundenbeziehungen wurden vertieft.

Energie- und Netzwirtschaft // Der Energieumsatz der SAK betrug im Geschäftsjahr 2008/09 2’771,3 Mio. kWh. Dies entspricht einer Abnahme von 1,3% gegenüber dem Vorjahr, hauptsächlich aufgrund des schwierigen wirtschaftlichen Umfeldes. Allein in der zweiten Hälfte des Geschäftsjahres nahm der Energieverkauf um 4,4% ab. Der Stromverkauf an die lokalen Energieversorgungsunternehmen betrug 2’049,6 Mio. kWh. Der Rückgang um 2,6% ist auf den geringeren Stromkonsum der exportorientierten Industrie zurückzuführen. Wegen geringerer Stromproduktion kundeneigener Wasserkraftwerke nahm der Umsatz der durch die SAK direkt belieferten Grosskunden auf Mittelspannung trotz des schwierigen wirtschaftlichen Umfeldes um 1,8% auf 237,9 Mio. kWh zu. Der Energieumsatz sämtlicher Kunden auf Niederspannung betrug 483,3 Mio. kWh. Dies entspricht einer Steigerung von 3%, bedingt vor allem durch die rege Bautätigkeit im Privatsektor. Die Wechselwirkung zwischen Witterung und Stromkonsum war in diesem Geschäftsjahr im Vergleich zum Vorjahr insofern ungewöhnlich, als das Wetter einen gewissen stabilisierenden Einfluss hatte auf den Stromkonsum aller SAK Kunden. Die warmen Zwischenmonate im Frühjahr und die niederschlagsarme Zeit im Spätsommer minderten trotz des kalten Winters den Rückgang des Energieverbrauchs infolge des schwachen wirtschaftlichen Umfelds. Die Energiebeschaffung gliedert sich in folgende Portionen // // Der Energiebezug von der Axpo blieb nahezu konstant bei 2’584,5 Mio. kWh (-0,1%). Der Anteil der Axpo machte 91,8% der Gesamtbeschaffung der SAK aus. // Die eigenen Kraftwerke der SAK lieferten rund 60,2 Mio. kWh, was rund 2,2% der beschafften Energie entspricht. Die Abnahme zum Vorjahr von 11,4% ist vor allem auf die Witterungsverhältnisse und somit auf einen tieferen Wasserstand der Flüsse zurückzuführen. // Die Rücklieferungen anderer Werke und dezentraler Produktionsstätten Dritter (inkl. Beteiligungsenergie KW Unterterzen) nahmen um 11,3% auf 172,4 Mio. kWh ab. Die Durchleitungsenergie an alle Netzkunden der SAK betrug im ganzen Geschäftsjahr 2’971,7 Mio. kWh (-1,4%). Der Anteil der Netznutzung aller an das SAK Netz angeschlossenen Energieversorgungsunternehmen betrug 75,7% der gesamten Netznutzung der SAK. Der Anteil der Mittelspannungs- und Niederspannungskunden der SAK betrug 8% respektive 16,3%. Aufbau der Energieplattform // Im Bereich der Dienstleistungen lag der Fokus auf dem Aufbau und der operativen Lancierung der Energieplattform. Die gemeinsame Beschaffungsund Dienstleistungsplattform der SAK und lokaler Energieversorgungsunternehmen wurde speziell auf die Bedürfnisse der EVU hin in gemeinsamer Arbeit entwickelt. Damit wird sichergestellt, dass ein auf die Wiederverkäufer zugeschnittenes Dienstleistungsportfolio angeboten und auch genutzt werden kann. Im Rahmen mehrerer Kundeninformationsanlässe konnten die SAK etliche EVU überzeugen, von den Dienstleistungen der Energieplattform zu profitieren. Es wurden bereits verschiedene Zusammenarbeitsverträge mit grösseren EVU unterzeichnet. Preiskalkulation und Regulierung // Das erste Jahr der Strommarktliberalisierung in der Schweiz war gekennzeichnet von Verfügungen der Regulationsbehörde ElCom bezüglich Preisgestaltung und Festlegung verschiedener Elektrizitätswerke, vor allem der nationalen Netzgesell-


Marketing // Die im Frühling lancierte Imagekampagne «Nahe und mittendrin» führte zu einer Festigung des Brands SAK im Absatzgebiet der SAK. Mittels Plakaten und Inseraten in den lokalen Tageszeitungen sprachen die SAK ihre Kunden und die Bevölkerung auf der emotionalen Beziehungsebene an und zeigten mit lokalen Sujets Ostschweizer bei ihren Lieblingsbeschäftigungen unter Verwendung von SAK Strom im Alltag.

UNTERNEHMEN PERSPEKTIVEN

Energiecontracting // Die Nachfrage nach Wärmepumpen ist in der Ostschweiz nach wie vor erfreulich. Einerseits planten, installierten und verkauften die SAK Wärmepumpen an private Hausbesitzer, andererseits konnte das Investitionsvolumen des Vorjahres im Bereich des Energiecontractings wiederum erreicht werden. Die Abteilung Energiecontracting wurde neu organisiert, um eine weitere Expansion des Energiecontractings in naher Zukunft anzustreben und zu realisieren (mehr zum Contracting im Mittelteil).

BEREICHE

Verkauf Grosskunden und Wiederverkäufer // Die Grosskunden der SAK wurden von den Account Managern in das erste Jahr der Marktliberalisierung eng begleitet. Dafür standen attraktive Produkte und Dienstleistungen im Angebot. Das Verkaufsteam beantwortete Fragen rund um das Unbundling der Energieund Netznutzungsprodukte kompetent. Der Schwerpunkt bei den Kundenanfragen lag bei den neuen Abgaben für Systemdienstleistungen (SDL) und der kostenbasierten Einspeisevergütung (KEV) der nationalen Netzgesellschaft swissgrid ag. Im Rahmen der administrativen Abwicklung wurden über 820 Energie- und Netznutzungsverträge mit den Grosskunden und Wiederverkäufern abgeschlossen. Drei Informationsveranstaltungen wurden von unseren Wiederverkäufern rege besucht und sehr geschätzt.

Die Grosskunden der SAK schätzten die Einladungen zu verschiedenen Kundenanlässen, an welchen auf der persönlichen Ebene die Beziehungen zwischen den SAK und den Kunden vertieft wurden. An dieser Stelle seien das jährliche Olma Forum, Kleintheateranlässe oder auch der Besuch des lokalen Musicals Heartbreak Hotel in Buchs erwähnt. Im Bereich Messen und Sponsoring haben sich die SAK an der Immo Messe in St.Gallen, an der WIGA in Buchs und an verschiedenen Gewerbeausstellungen in den Regionen präsentiert. Im Rahmen von Sponsoring engagierten sich die SAK v.a. im kulturellen Umfeld sowie mit über 100 Kleinsponsoring-Beiträgen an Vereine und Anlässe in der gesamten Versorgungsregion.

FINANZBERICHT

schaft swissgrid ag. Dies führte dazu, dass neben sämtlichen EVU auch die SAK ihre Preiskalkulationen im ersten Quartal des Kalenderjahres 2009 neu kalkulieren und die angepassten Preise rückwirkend per 1. Januar 2009 einführen mussten.

E D I TO R I A L

Die Imagekampagne «Nahe und mittendrin» stärkte die Marke SAK.

20 | 21


N E T ZE U N D E N G INEERING / / IN STANDHALT UN G U N D N E T Z E R W E I T E R U N G E N

Nebst dem Ausbau und dem Unterhalt der eigenen Verteil- und Transportnetze konnten zahlreiche Aufträge für Drittkunden realisiert werden. Schwerpunkt war die Definition zukünftiger Strategien.

Netzinvestitionen // Zur Gewährleistung einer sicheren, leistungsfähigen und wirtschaftlichen Stromversorgung war die Hauptaufgabe auch in diesem Geschäftsjahr, die SAK Verteil- und Transportnetze bedürfnisgerecht auszubauen und zu modernisieren. Durch die optimale Lenkung der Investitionen wurden die vorhandenen Mittel zielgerichtet und effizient eingesetzt. Verteil- und Transportnetze // Zur Erhöhung der Versorgungssicherheit im Rheintal bauten die SAK zusammen mit den NOK eine neue 110-kV/20-kV-Kabelleitungsverbindung zwischen den Unterwerken St.Margrethen und Berneck. Durch diese seit längerem geplante und nun realisierte neue Querspange zwischen dem inneren und äusseren 110-kV-Ringnetz der NOK kann eine massiv bessere Versorgungssicherheit gewährleistet werden. Im Zusammenhang mit der Abtretung eines Leitungsstranges auf der 50-/16-kV-Freileitung Auholz–Uznach an die NOK musste das Verteilnetz der SAK im Gebiet Ermenswil verkabelt und angepasst werden. Die Verlegung der 132-/110-/20-kV-Gemeinschaftsleitung Gossau–Wattwil der SBB/NOK/SAK südlich des Siedlungsgebietes Fuchsacker in der Gemeinde Degersheim wurde Ende Mai abgeschlossen. Beim Unterwerk Ernetschwil konnten die geplanten Netzausbauten der ersten Etappe im Mittel- und Niederspannungsnetz realisiert werden.

Instandhaltung und Netzführung // In allen Regionen sind insgesamt rund 5’000 Holzund Betonmasten, 150 Verteilkabinen und 60 Betonmasten-Transformatorenstationen inspiziert und gewartet worden. Erstmals mussten in diesem Geschäftsjahr aufgrund der Stromversorgungsgesetzgebung die international üblichen Kennzahlen zur Versorgungsqualität zuhanden der Elektrizitätskommission (ElCom) eingereicht werden. Für die Ausführung der Netzarbeiten im Verteilnetz wurden in diesem Geschäftsjahr rund 2’000 Schaltungen im Netz ausgeführt und rund 250 schriftliche Schaltprogramme erstellt. Dienstleistungen für Drittkunden // Aufgrund des grossen Know-how im Engineering, Bau, Betrieb und in der Instandhaltung von Verteilnetzen sowie des modernen Fahrzeug- und Maschinenparks konnten die SAK diverse interessante und anspruchsvolle Projekte für Drittkunden im Netz- und Telekommunikationsbereich ausführen. Mit den St.Galler Stadtwerken schlossen die SAK nach der Zustimmung der Stimmbürger zum Glasfaser-Breitbandnetz eine Zusammenarbeitsvereinbarung für die entsprechenden Montagearbeiten ab. Die Arbeiten erstrecken sich über einen Zeitraum von rund zehn Jahren. Um diese Arbeiten ausführen zu können, wurde ein spezielles Einblasgerät für Speed-Pipe-Rohre und LWLMicrokabel angeschafft. Der Auftrag der Schweizerischen Bundesbahnen (SBB) für die Planung und Realisierung einer neuen 132-kV-Übertragungsleitung Brunnadern–Rapperswil wurde erfolgreich abgeschlossen und die Leitung in Betrieb genommen. Der Stationenbau sowie die Leitungsbaugruppen Winkeln und Wattwil führten teils umfangreiche Montage- und Instandhaltungsarbeiten im Netz-


Netzerweiterungen im Versorgungsgebiet der SAK tragen zu einer Optimierung der Kostenauslastung bei. Das Nutzen von Skaleneffekten gewährleistet einen effizienten Betrieb des elektrischen Verteilnetzes, wovon Kunden und Verteilunternehmen profitieren. Die dadurch erzielten Kosteneinsparungen können in Form von tieferen Preisen direkt an die Stromkunden weitergegeben werden. Per 1. Januar 2009 konnte das Verteilnetz der Elektrokorporation Hub-Hard-Kobelwies übernommen und erfolgreich integriert werden. An der Bürgerversammlung vom 31. März 2009 in Weesen haben die Stimmbürger dem Verkauf des elektrischen Verteilnetzes zugestimmt. Die Übernahme und Integration des Verteilnetzes der Elektrizitätsversorgung Weesen erfolgte per 1. Juni. Projektmanagement, Finanzen und Prozesse // Überlegungen und Massnahmen zur zukünftigen Ausrichtung des Geschäftsbereiches Netze und Engineering waren im vergangenen Geschäftsjahr ein Schwerpunkt. Durch den Wandel in der Elektrizitätswirtschaft

UNTERNEHMEN PERSPEKTIVEN

Ausblick // Trotz natürlichem Monopol und starker Regulierung durch die Strommarktgesetzgebung wird im heute kostenbasiert regulierten Verteilnetz (Cost-Plus-Regulierung) ein Benchmark stattfinden und die Bedeutung des in Artikel 15 der Strommarktgesetzgebung definierten Begriffes «eines effizienten Netzes» muss konkretisiert werden. Zukünftig werden wir aufgrund der bereits diskutierten Revisionspunkte der Stromversorgungsgesetzgebung – analog der in den Nachbarländern umgesetzten Anreizregulierung – zur Erreichung von weiteren Kostensenkungen bei den Netznutzungspreisen einem zunehmenden Kostendruck ausgesetzt sein. Der Grundgedanke dabei ist, die Betriebs- und Kapitalkosten so weit zu senken, ohne dabei die definierte Versorgungssicherheit zu beeinträchtigen. In diesem Spannungsfeld Kostendruck versus Versorgungssicherheit werden sich die SAK in den nächsten Jahren bewegen. Mit der Definition und Aufbereitung von relevanten Kennzahlen, dem Erstellen netzwirtschaftlicher Grundsatzkonzepte, dem Entwickeln von Investitionsund Instandhaltungsstrategien sind in diesem Jahr die ersten Schritte eingeleitet worden.

BEREICHE

Zusammenspannen mit Wiederverkäufern // Die Zusammenarbeit mit den Wiederverkäufern konzentrierte sich aufgrund der Anforderungen des Strommarktes auf Fragen bezüglich zukünftiger Alternativen in der Führung von Netzen wie Betriebsleitungen, Netzpacht oder allenfalls Netzverkauf. Die SAK kauften in diesem Geschäftsjahr zwei Verteilnetze in ihrem Versorgungsgebiet und integrierten sie erfolgreich.

und die zu erwartenden Regulierungsmassnahmen der Elektrizitätskommission (ElCom) ist zukünftig ein Kostendruck für die Verteilnetzbetreiber zu erwarten. Somit gilt es mit minimalen Kosten einen optimalen Betrieb der Netze sicherzustellen. Dies bedingt eine kostenbewusste, bedürfnisorientierte Investitionsund Finanzplanung zur Funktionswerterhaltung unserer Netzanlagen über die gesamte technische Lebensdauer. Dieser Grundsatzgedanke ist in der Investitionsplanung neu berücksichtigt worden.

FINANZBERICHT

sowie Telekommunikationsbereich für Drittfirmen aus. Im Bereich Engineering konnten einige Netzprojekte für Drittkunden ausgeführt werden. Mit verschiedenen Industrieunternehmungen schlossen die SAK Verträge für die Instandhaltung der privaten Transformatorenstationen.

E D I TO R I A L

Die SAK haben 29,7 Mio. Franken in Sachanlagen investiert.

22 | 23

gb sak 2009  

geschaeftsbericht sak 2009

Read more
Read more
Similar to
Popular now
Just for you